Merkt man eileiterschwangerschaft

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Eileiterschwangerschaft (Extrauteringravidität)

In über 95 Prozent der Schwangerschaften außerhalb der Gebärmutter liegt eine Eileiterschwangerschaft vor. Dass sich der Embryo in den Gebärmutter, der Bauchhöhle oder im Gebärmutterhals einnistet, ist wesentlich seltener. Insgesamt liegt eine Extrauteringravidität nur in etwa ein bis zwei Prozent aller Schwangerschaften vor.

Bis Ende des 19. Jahrhundert war die Eileiterschwangerschaft häufigste Todesursache bei jungen Frauen. Durch den medizinischen Fortschritt und die verbesserten Operationsmethoden (minimal-invasive Chirurgie) konnte die Todesrate bei EUG deutlich gesenkt werden, nämlich auf unter 0,01 Prozent. Die Zahl der Eileiterschwangerschaften nimmt in den letzten Jahren wieder zu. Die Ursache hierfür liegt vermutlich in der steigenden Zahl künstlicher Befruchtungen, bei denen das Risiko einer Eileiterschwangerschaft immer erhöht ist.

Woran erkennt man eine Eileiterschwangerschaft?

  • Eine Eileiterschwangerschaft verursacht in den ersten Schwangerschaftswochen (SSW) erst einmal keine auffälligen Symptome.
  • Der Schwangerschaftstest ist positiv.
  • Etwa zwischen der 6. und 9. SSW treten leichte bis starke Blutungen auf.
  • Unterbauchschmerzen (meist einseitig auf der betroffenen Seite des Eileiters) können auf eine Eileiterschwangerschaft hinweisen.
  • Der Unterbauch ist oft berührungsempfindlich.
  • Auch leichtes Fieber kann auftreten.
  • Die Diagnose erfolgt beim Frauenarzt via Ultraschall oder per Bluttest.
  • In schwierig zu diagnostizierenden Fällen kann eine Bauchspiegelung Aufschluss darüber geben, ob eine Eileiterschwangerschaft besteht.

Alarmzeichen in der Schwangerschaft: Bei diesen Symptomen zum Arzt

Anatomie der Eileiterschwangerschaft

Die Eileiter (Tuben) verlaufen als etwa zehn bis 14 Zentimeter lange Röhren von der Gebärmutter zu den Eierstöcken. Normalerweise wird die befruchtungsfähige Eizelle zum Zeitpunkt des Eisprung – Symptome und Anzeichen aus einem Eierstock ausgestoßen und vom Ende des Eileiters aufgefangen. Im Eileiter trifft die Eizelle auf die Spermien, wird befruchtet und innerhalb von drei bis fünf Tagen in die Gebärmutterhöhle weitertransportiert. Ist dieser Transport gestört, kann sich die Eizelle als Eileiterschwangerschaft in die Schleimhaut der Eileiter einnisten. Gelangt sie in die Bauchhöhle und heftet sich hier beispielsweise am Bauchfell an, entsteht die seltene Bauchhöhlenschwangerschaft.

Ursachen einer Eileiterschwangerschaft

Die Eileiterschwangerschaft ist meist auf einen gestörten Eitransport durch die Eileiter zurückzuführen. Folgende Ursachen können verantwortlich sein:

  • Angeboren sind beispielsweise kleine Aussackungen des Eileiters oder ein zusätzlich angelegter Nebeneileiter, der in einer Sackgasse endet. Auch zu lange Eileiter können zu gehäuften Eileiterschwangerschaften führen, da sich die Eizelle immer an dem Ort einnistet, an dem sie sich etwa am sechsten bis siebten Tagen nach der Befruchtung aufhält.
  • Als Folge von Eileiterentzündungen, vor allem durch Bakterien wie Chlamydien: Übertragung, Symptome & Behandlung, können die Eileiter verkleben und so die Wanderung der befruchteten Eizelle behindern. Eileiterentzündungen entstehen meist als sogenannte aufsteigende Entzündung über die Scheide. Begünstigt werden sie beispielsweise durch eine Spirale.
  • So genannte Endometriose-Herde stellen eine weitere häufige Ursache für verlegte Eileiter dar. Es handelt sich dabei um Gebärmutterschleimhaut, die nicht wie gewöhnlich innerhalb, sondern außerhalb der Gebärmutterhöhle vorliegt.
  • Operative Eingriffe an den Eileitern können Vernarbungen verursachen und damit die Eileiterdurchlässigkeit beeinträchtigen. Hierzu zählen auch Eingriffe, die die Eileiterdurchlässigkeit ursprünglich wiederherstellen sollten.
  • Wurden die Eileiter im Rahmen einer Sterilisation nicht komplett durchtrennt, kann es ebenfalls zu einer Extrauteringravidität oder Eileiterschwangerschaft kommen.
  • Nach einer künstlichen Befruchtung, einer Operation am Unterbauch oder vorausgegangenen Eileiterschwangerschaften ist das Risiko für eine EUG erhöht.

Symptome einer Eileiterschwangerschaft

Eine Eileiterschwangerschaft ist zu Beginn der Schwangerschaft unauffällig, der Schwangerschaftstest ist normal positiv ohne Auffälligkeiten. In der sechsten bis neunten Schwangerschaftswoche (SSW) treten bei einer Eileiterschwangerschaft jedoch häufig Blutungen, möglicherweise auch nur Schmierblutungen und unterschiedlich starke Unterleibsschmerzen auf. Die Schmerzen sind meist einseitig auf der Seite der Eileiterschwangerschaft. Leichtes Fieber und eine berührungsempfindliche Bauchdecke sind möglich. Selten geben die betroffenen Frauen auch Schmerzen im Schulterbereich an.

Bei welchen Symptomen zum Arzt?

Blutungen und starke Schmerzen in der Schwangerschaft sollten immer ärztlich abgeklärt werden. Allerdings kann eine Eileiterschwangerschaft in der Regel frühestens ab Ende der 6. Schwangerschaftswoche (6. SSW) im Ultraschall gesehen werden.

Speziell die Bauchhöhlenschwangerschaft kann sich in seltenen Fällen weit über die 12. Schwangerschaftswoche (12. SSW) hinaus entwickeln. Mögliche Beschwerden sind Bauchschmerzen, Erbrechen, Übelkeit und spürbare, schmerzhafte Kindsbewegungen: vom Schmetterlingsflügel-Flattern zum Purzelbaum schlagen.

Diagnose einer Eileiterschwangerschaft

Erste Hinweise auf eine Eileiterschwangerschaft gewinnt der Arzt aus der ausführlichen Befragung der Frau zur Krankheitsgeschichte (Anamnese) und den aktuellen Beschwerden. Bei der anschließenden gynäkologischen Untersuchung kann gelegentlich ein schmerzhafter und geschwollener Eileiter auf der betroffenen Seite ertastet werden. Auch der Gebärmutterhals ist häufig berührungsempfindlich.

Sowohl bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft als auch bei einer Eileiterschwangerschaft zeigt ein gebräuchlicher Schwangerschaftstest ein positives Ergebnis. Er weist das Schwangerschaftshormon HCG im Urin nach, lässt aber keine Rückschlüsse auf den Ort der Schwangerschaft zu. Hinweise auf eine Eileiterschwangerschaft liefert der Verlauf der HCG-Konzentration im Blut. Zu diesem Zweck wird die HCG-Konzentration im Blut an mehreren Tagen gemessen. Bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft steigt HCG schnell an und der Wert verdoppelt sich alle zwei Tage. Steigt der Wert nur langsam, verändert sich nicht oder fällt sogar wieder ab, wird der Verdacht auf eine Eileiterschwangerschaft weiter untermauert.

Ultraschalluntersuchungen durch die Scheide (vaginale Sonographie) und über die Bauchdecke können Aufschluss über den genauen Sitz einer Schwangerschaft geben. Die Gebärmutterhöhle ist bei einer Eileiterschwangerschaft meist leer. Unter Umständen lässt sich eine fruchthöhlenähnliche Struktur nachweisen, die jedoch durch eine Ansammlung von Flüssigkeit in der Gebärmutterschleimhaut verursacht wird. Gelegentlich sind ein verdickter Eileiter oder Flüssigkeit im Bauchraum sichtbar.

Ermöglichen diese Untersuchungsmethoden bei deutlichen Beschwerden der Frau keine sichere Diagnose einer Eileiterschwangerschaft oder anderen Extrauteringravidität, muss eine Laparoskopie (Bauchspiegelung/Pelviskopie): Ablauf und Gründe durchgeführt werden.

Behandlung der Eileiterschwangerschaft: Operation, Medikamente oder Abwarten

Über die Therapie einer Eileiterschwangerschaft wird in Abhängigkeit von einem bestehenden Kinderwunsch, den Untersuchungsergebnissen und dem seelischen Zustand der betroffenen Frau entschieden.

Operation der Eileiterschwangerschaft

Ziel der Operation ist es leider, die fehleingenistete Frucht zu entfernen. Die Bauchhöhlenschwangerschaft erfordert dabei in der Regel einen Bauchschnitt. Eine Eileiterschwangerschaft kann meist im Rahmen einer Laparoskopie (Bauchspiegelung/Pelviskopie): Ablauf und Gründe entfernt werden. Bei bestehendem Kinderwunsch versucht der Operateur den betroffenen Eileiter zu erhalten und die Eileiterschwangerschaft über einen kleinen Schnitt im Eileiter zu entfernen oder über die Öffnung des Eileiters abzusaugen. Ist der betroffene Eileiter jedoch zu stark geschädigt oder schon geplatzt, wird er in der Regel komplett entfernt. Nach der Operation sollte es innerhalb von 48 Stunden zu einem deutlichen Sinken des HCG-Werts kommen, um sicher zu sein, dass kein Restgewebe der Schwangerschaft im Eileiter verblieben ist. Bei etwa fünf Prozent aller Eileiterschwangerschaften bleiben als Komplikation Zellen im Körper der Frau zurück, die weiterhin HCG produzieren.

Medikamentöse Therapie der Eileiterschwangerschaft

Die alleinige medikamentöse Therapie ist möglich, wenn die Eileiterschwangerschaft noch keine Beschwerden verursacht. Ansonsten kann sich diese Behandlung auch an eine Operation anschließen, wenn nicht die gesamte Frucht mit dem Plazentagewebe entfernt werden konnte. Eingesetzt wird das Zellgift Methotrexat (MTX), welches das weitere Wachstum der Schwangerschaft verhindert. Meist wird es entweder als Infusion über die Venen verabreicht oder in die Muskulatur gespritzt.

Es kann nicht sicher ausgeschlossen werden, ob eine Therapie mit MTX bei einer sehr baldigen erneuten Schwangerschaft Fehlbildungen auslösen kann. Daher ist es empfehlenswert, für etwa sechs bis zwölf Monate nach der Therapie zu verhüten.

Abwartendes Verhalten

In manchen Fällen wird die Extrauteringravidität auch ohne Eingreifen abgestoßen. Wird die Eileiterschwangerschaft in einem sehr frühen Stadium festgestellt, kann man unter strenger ärztlicher Kontrolle auch zunächst auf den natürlichen Abgang warten. Wegen möglicher Komplikationen und Gefahr für die Frau wird die Therapieoption aber nur selten gewählt.

Verlauf einer Eileiterschwangerschaft

Der HCG-Anstieg kann bei einer Eileiterschwangerschaft zunächst unauffällig sein, aber auch verlangsamt ansteigen.

Der Verlauf einer Extrauteringravidität hängt vor allem davon ab, wo sich die befruchtete Eizelle eingenistet hat. Bei einer Eileiterschwangerschaft kann der Embryo zunächst unbemerkt einige Wochen heranwachsen. Da sie im Eileiter aber nicht optimal mit Nährstoffen versorgt werden kann, stirbt der Embryo meist ab und wird über die offene Verbindung der Eileiter zur Bauchhöhle abgestoßen (Tubarabort) und dort abgebaut. Dies kann von der Frau unbemerkt bleiben. Nistet sich die Eizelle jedoch im engen Abschnitt des Eileiters ein, wird der Eileiter schon zu einem frühen Zeitpunkt gedehnt, was zu typischen einseitigen Unterbauchschmerzen führt. Durch das weitere Wachstum kann schließlich der Eileiter reißen (Tubarruptur). Es kann zu schweren inneren Blutungen und damit zu einem lebensbedrohlichen Zustand bis hin zum Tod der Frau kommen.

Verlauf der Bauchhöhlenschwangerschaft

Der HCG-Anstieg kann bei einer Bauchhöhlenschwangerschaft zu Beginn der Schwangerschaft unauffällig sein, aber auch verlangsamt ansteigen. Je länger eine Bauchhöhlenschwangerschaft besteht, desto stärker ist die Mutter beispielsweise durch mögliche innere Blutungen gefährdet. Die Sterblichkeit liegt bei bis zu 20 Prozent. Daher wird eine Therapie nach Diagnosestellung zügig vorgenommen. Bei rechtzeitiger Therapie lässt sich eine EUG gut behandeln. Das Risiko für eine erneute EUG liegt danach bei etwa zehn Prozent. Eine Bauchhöhlenschwangerschaft kann ebenso wie eine Eileiterschwangerschaft nicht ausgetragen werden.

Wie kann man einer Eileiterschwangerschaft vorbeugen?

Eine sehr häufige erworbene Ursache einer Eileiterschwangerschaft sind vorausgegangene Entzündungen der Eileiter. Tritt eine solche Entzündung auf, sollte diese rasch und konsequent therapiert werden, um das Risiko von Verklebungen des Eileiters zu minimieren. Ansonsten ist es kaum möglich, einer Eileiterschwangerschaft vorzubeugen.

Eileiterschwangerschaft (Bauchhöhlenschwangerschaft, Extrauteringravidität, EUG, ektope Schwangerschaft, Tubargravidität): Einnistung der befruchteten Eizelle außerhalb der Gebärmutterschleimhaut. Fast immer geschieht dies in einem der beiden Eileiter, in seltenen Fällen im Eierstock, im Gebärmutterhals, in der Bauchhöhle oder in der Scheidenschleimhaut. Mediziner sprechen deshalb von einer extra-uterinen Schwangerschaft. Normale Schwangerschaftszeichen wie morgendliche Übelkeit und Brustspannen können auftreten, müssen aber nicht.

2–3 Wochen nach der Einnistung stirbt die Frucht ab (90 % der Fälle, Tubarabort) oder platzt (10 % der Fälle, Tubarruptur). Es kommt zu einer Art Fehlgeburt mit Wehen und Blutungen, die jedoch mangels natürlichem Abflussweg in den Bauchraum erfolgen und unstillbar sein können. Bei rechtzeitiger Diagnosestellung und Behandlung ist die Prognose gut, allerdings erhöht sich das Risiko einer erneuten Eileiterschwangerschaft. Bleibt das ärztliche Eingreifen aus, drohen lebensgefährliche Blutungen in den Bauchraum.

Leitbeschwerden

  • Starke Unterbauchschmerzen meist auf einer Seite, typischerweise in der 5.–6. SSW, also 8–14 Tage nach Ausbleiben der Monatsblutung
  • Schmierblutung
  • Bei einer Blutung in den Bauchraum Zeichen des Schocks (Kaltschweißigkeit, schneller Puls und schnell sinkender Blutdruck).

Wann zum Arzt

Am nächsten Tag, wenn eine Schmierblutung auftritt, die länger als 5–10 Minuten dauert

Sofort, wenn eine Blutung länger als 15 Minuten dauert, extreme einseitige Bauchschmerzen auftreten oder Schockzeichen auftreten.

  • Hintergrund­informationen anzeigen

Die Erkrankung

Bei der Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter, die immerhin bei einer von 100 Schwangerschaften vorkommt, wird die Eizelle normal befruchtet, nistet sich aber nicht in der Gebärmutter ein. Der Transport der Eizelle in die Gebärmutter dauert normalerweise ~ 4 Tage. Bei einer Eileiterschwangerschaft bleibt (in ~ 98 % der Fälle) die Eizelle im Eileiter „hängen“, weil z. B. nach einer Entzündung oder Operation im Eileiter Verwachsungen oder Narben geblieben sind, die die befruchtete Eizelle daran hindern, zur Gebärmutter vorzudringen.

Wächst die Frucht im Eileiter weiter, bemerkt die Patientin dies oft erst, wenn aufgrund der Größe Schmerzen entstehen; manchmal kommt es auch zu Schmierblutungen. Stirbt die Frucht ab, setzen durch die Verringerung des Schwangerschaftshormons Beta-HCG wehenartige Kontraktionen des Eileiters ein, und es kommt zur Blutung in den Eileiter: Die Frucht wird ausgestoßen (Tubarabort, innerer Fruchtkapselaufbruch), verbunden mit wehenartigen wellenförmigen Unterbauchschmerzen und einer leichten Blutung. Besonders gefährlich wird eine Eileiterschwangerschaft, wenn die Fruchtkapsel platzt und dabei Blutgefäße in ihrer Umgebung verletzt oder wenn die Eileiterwand einreißt (Tubarruptur, äußerer Fruchtkapselaufbruch). In diesen Fällen kann es zu massiven Blutungen in den Bauchraum der Schwangeren kommen, die für sie lebensbedrohlich sind. Es ist deshalb sehr wichtig, eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter möglichst früh zu erkennen und zu behandeln. Dann besteht auch die Möglichkeit, die Eileiter funktionsfähig zu erhalten.

Das macht der Arzt

Neben der Erkennung der Leitsymptome und der (verdickten) Eileiter in der bimanuellen Tastuntersuchung, bei der die Patientin oft starke Schmerzen beim Druck im Bereich des Eileiters empfindet, ist der Vaginalultraschall sehr wichtig. Der Frauenarzt sieht eine leere Gebärmutterhöhle mit einer stark verdickten Schleimhaut als Innenauskleidung, die auf die Einnistung der befruchteten Eizelle „wartet“. In manchen Fällen sind der Embryo und die Fruchtblase im Eileiter bzw. an der jeweiligen Einnistungsstelle zu sehen.

Im Blut wird die Konzentration des Schwangerschaftshormons Beta-HCG bestimmt. Ist sein Wert geringer als derjenige, der bei einer normalen Schwangerschaft in der momentanen Schwangerschaftswoche gemessen würde, ist dies ein weiterer deutlicher Hinweis auf eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter.

Eine derartige extra-uterine Schwangerschaft wird in der Regel operativ beendet. In 90 % der Fälle geschieht dies durch Öffnen der Eileiter im Rahmen einer Bauchspiegelung. Nach Entfernung der Frucht wird die Eileiterwand mit einer Naht verschlossen. Ist es nicht möglich, den Eileiter zu erhalten, wird er entfernt (Salpingektomie). Nach Entfernung der Frucht können allerdings Fruchtreste in den Bauchraum gespült werden und dort überleben. Aus diesem Grund wird nach der Operation der Beta-HCG-Wert regelmäßig bestimmt. Eine stetige Abnahme des Werts bis auf Null beweist den Erfolg der Behandlung.

Entdeckt der Arzt die Eileiterschwangerschaft in einem sehr frühen, noch beschwerdefreien Stadium, kann er sie medikamentös behandeln. Mit der auch in der Rheuma- und Krebsbehandlung verwendeten Substanz Methotrexat lässt sich sowohl ein Absterben der Frucht als auch ihre anschließende Auflösung (Resorption) erreichen. Methotrexat wird während der Bauchspiegelung direkt in den Eileiter gespritzt oder ohne operativen Eingriff jeden 2. Tag als Veneninfusion verabreicht und zwar so lange, bis die Beta-HCG-Werte deutlich abgefallen sind.

Prognose

Nach der medikamentösen Behandlung mit Methotrexat bleiben die Eileiter bei ~ 95 % der Frauen „durchgängig“ und damit in einer späteren Schwangerschaft für die Eizelle passierbar. Trotzdem bleibt das Risiko für eine erneute Eileiterschwangerschaft erhöht. Auch wenn die Eileiter nach einer Operation erhalten geblieben sind, kommt es bei 30 % der Schwangerschaften wieder zu einer Eileiterschwangerschaft. Muss dann operiert werden, ist es in 30–40 % der Fälle nötig, dass der Eileiter teilweise oder vollständig entfernt wird (Salpingektomie).

Wenn eine Frau eine Eileiterschwangerschaft hatte, liegt das Wiederholungsrisiko bei 15 %, bei zwei Eileiterschwangerschaften schon bei 70 %. Das spricht nicht notwendigerweise gegen eine erneute Schwangerschaft, aber dafür, die folgenden Schwangerschaften genau zu überwachen und auf Beschwerden sofort zu reagieren.

Vorsorge

Eine zur Empfängnisverhütung liegende Spirale begünstigt die Entstehung einer Eileiterschwangerschaft.

Autoren

Dr. med. Katja Flieger, Dr. med. Arne Schäffler in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung: Dr. med. Sonja Kempinski | zuletzt geändert am 17.10.2019 um 16:21 Uhr

Die Eileiterschwangerschaft, fachsprachlich als Tubergravidität bezeichnet, ist einer Form der Extrauteringravidität, bei der eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter vorkommt.

95% der Schwangerschaften außerhalb der Gebärmutter sind Eileiterschwangerschaften, die restlichen 5% setzen sich aus Schwangerschaften in der Bauchhöhle, in den Eierstöcken und im Gebärmutterhals zusammen. Dabei nistet sich das befruchtete Ei nicht in der Gebärmutter ein, sondern in den Schleimhäuten des Eileiters.

Anzeichen einer Eileiterschwangerschaft

Die ersten Anzeichen einer Eileiterschwangerschaft lassen sich nur schwer von einer normalen Schwangerschaft unterscheiden:

  • Das Ausbleiben der Periode
  • Die morgendliche Übelkeit
  • Brustspannen
  • Ein positiven Schwangerschaftstest. Grund dafür ist, dass die Plazenta auch bei einer solchen Schwangerschaft das Schwangerschaftshormon HCG bildet.

Ab der 6. bis 9. Woche lassen sich die Anzeichen einer Eileiterschwangerschaft erst von einer normalen Schwangerschaft abgrenzen:

  • Einseitige Unterleibsschmerzen
  • Berührungsempfindlichkeit des Unterbauches
  • Ungewöhnliche Schmierblutungen.

Gefährlich wird eine Eileiterschwangerschaft dann, wenn sie zu spät bemerkt wird. Zwischen der 11. und 14. Woche kann der Eileiter platzen. Folgen sind sehr starke Schmerzen und ein hoher Blutverlust, der zum Kreislaufschock führen kann.

Einseitige Unterleibsschmerzen und eine Berührungsempflindlichkeit sind Anzeichen für eine Eileiterschwangerschaft.
Foto: iStock

Nach den ersten Anzeichen und ein möglicher positiver Schwangerschaftstest, ist das Aufsuchen eines Frauenarztes absolut ratsam. Durch Ultraschall, Bluttest, Anamnese der Beschwerden und durch die Bauchspiegelung kann dein Frauenarzt nun den Ort der Einnistung herausfinden und über die weitere Behandlung entscheiden.

Behandlung der Eileiterschwangerschaft

Die Behandlung einer Eileiterschwangerschaft ist abhängig von mehreren Faktoren: Sie richtet sich dabei nach dem Ort der Einnistung, danach wie weit die Schwangerschaft bereits fortgeschritten ist und nach der körperlichen Verfassung der Patienten.

Dabei kann man zwischen drei unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten unterscheiden:

  • Die operative Entfernung
  • Die medikamentösen Therapie
  • Das beobachtende Verhalten.

Die operative Entfernung

Die operative Entfernung des Embryos oder des komplett betroffenen Eileiters ist die häufigste Form der Behandlung. Diese Entfernung kann bei einer endoskopischen Bauchspiegelung mikrochirurgisch vorgenommen werden.

Die Priorität liegt auf dem Erhalt des Eileiters, damit einer weiteren Schwangerschaft nichts im Wege steht.

Die medikamentöse Therapie

Die medikamentöse Therapie ist die zweithäufigste Behandlungsmöglichkeit einer Eileiterschwangerschaft und lässt sich oft in Kombination mit einer OP vorfinden. Durch das Zellgift Methotrexat wird das Wachstum und die Vermehrung der Eizelle verhindert und das Abtöten des Embryos erreicht. Bei dieser Methode wird das Zellgift intravenös oder intramuskulär verabreicht, sodass der Eileiter nicht verletzt wird und eine erneute Schwangerschaft möglich ist.

Das beobachtende Verhalten

Die dritte und damit letzte mögliche Behandlungsmethode ist das Abwarten und Beobachten, ob die Schwangerschaft auf natürlichem Wege endet. Dabei kann der Embryo allein vom Körper abgestoßen werden, wenn es zu wenig Platz im Eileiter hat und dadurch nicht optimal versorgt wird. Diese Methode wird nur äußerst selten angewandt und nur bei sehr früher Erkennung und völliger Beschwerdefreiheit.

Ursachen für eine Eileiterschwangerschaft

Die Hauptursachen für eine Eileiterschwangerschaft sind anatomische oder funktionelle Störungen des Eizellentransportes im Eileiter. Die Eileiter können kleine Aussackungen haben, können durch Entzündungen verkleben oder nach operativen Eingriffen vernarben.

Das Risiko einer Eileiterschwangerschaft kann durch gewisse Faktoren erhöht werden. Dazu zählen: künstliche Befruchtungen, Eileiterentzündungen, Endometriose und das Tragen einer Spirale, da diese Infektionen begünstigen kann.

Durch eine Störung des Eizellentransports nistet die Eizelle sich außerhalb der Gebärmutter, im Eileiter, ein.
Foto: iStock

Eileiterschwangerschaften in Zahlen: Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit

Offizielle Zahlen bestätigen, dass es nur bei ein bis zwei Prozent aller Schwangerschaften zu einer Eileiterschwangerschaft kommt. Viele bleiben daneben aber durch den natürlichen Abgang leider unentdeckt. Besonders Frauen über 30 sind häufiger von einer Eileiterschwangerschaft betroffen. Nach der ersten Eileiterschwangerschaft liegt die Wahrscheinlichkeit einer zweiten Eileiterschwangerschaft bei 20%. Die Sterblichkeitsrate bei einer gefährlichen Eileiterschwangerschaft durch das Reißen des Eileiters liegt durch die schnelle Behandlung bei 0,1%
Wir Frauen kennen unseren Körper in- und auswendig. Wenn uns etwas merkwürdig vorkommt, nicht lange zögern und direkt den Frauenarzt unseres Vertrauens aufsuchen.

Eileiterschwangerschaft: Symptome und Behandlung

Was ist eine Eileiterschwangerschaft (ELSS)?

Ärzte sprechen von einer ELSS oder Tubargravidität, wenn sich die befruchtete Eizelle (Zygote) nicht in der Wand der Gebärmutter, sondern im Eileiter einnistet. Das passiert, laut Statistik, bei einer von 150 Schwangerschaften. Normalerweise wandert die Eizelle 5 Tage durch den Eileiter und beginnt dann am sechsten Tag mit der Einnistung. Gründe, weshalb das nicht in der Gebärmutter stattfindet, können Verwachsungen und Verklebungen des Eileiters (durch Endometriose etwa) oder sogenannte funktionelle Störungen sein.

Genau wie eine Schwangerschaft in der Bauchhöhle, dem Eierstock oder im Gebärmutterhals nennt man Eileiterschwangerschaften auch Extrauteringravidität oder extrauterine bzw. ektope Schwangerschaft. Bei diesen Schwangerschaften, nistet sich die Zygote außerhalb der Gebärmutter ein (ektop und extrauterin = außerhalb des Uterus). Oft bleibt das anfangs unbemerkt.

Wie wird eine sogenannte Tubargravidität erkannt?

Um Krankheiten mit ähnlichen Symptomen auszuschließen, müssen einige Untersuchungen durchgeführt werden. Die Patientin wird außerdem äußerlich und innerlich am Unterbauch abgetastet und es werden Ultraschalluntersuchungen gemacht. Bei den bildgebenden Untersuchungen kann eine gesunde Schwangerschaft in der Gebärmutter festgestellt werden. Eine frühe Eileiterschwangerschaft und der noch kleine Embryo dagegen sind sehr schwer in den Tuben (Eileiter) zu sehen.

Das Schwangerschaftshormon HCG regelmäßig kontrollieren lassen!

Natürlich muss festgestellt werden, ob die Patientin schwanger ist. Es werden dazu Schwangerschaftstests mit Urin und durch Blutabnahme gemacht. Bei einer intakten Schwangerschaft steigt das Schwangerschaftshormon HCG sehr schnell an. Deshalb ist bei Unsicherheit über die Art der Schwangerschaft eine langfristige Beobachtung der HCG-Konzentration im Blutserum notwendig. Eine nicht intakte oder ektope Schwangerschaft fällt nämlich auch durch einen kaum steigenden oder sogar plötzlich fallenden HCG-Wert auf.

Eine ausführliche Anamnese (Betrachten der Krankheitsgeschichte) ist notwendig, um gegebene Risikofaktoren für eine ELSS zu identifizieren. Das können Operationen im Unterleib ebenso sein, wie vorangegangene Fehleinnistungen, Erkrankungen oder Verwachsungen.

Das sind mögliche Symptome einer Eileiterschwangerschaft:

  • Positiver Schwangerschaftstest
  • Ziehen oder Stechen im Unterbauch, ggf.
  • Schmerzen
  • einseitig.
  • Übelkeit
  • Schwindel
  • Brustspannen
  • Blutungen (aber keine Periode)

Anfangs oft unbemerkt

Zu Beginn dieser Form der Extrauteringravidität entwickelt sich der Embryo im Eileiter normal. Meistens enden Eileiterschwangerschaften aber vor Ende des dritten Monats der Schwangerschaft, durch Platzmangel und ungenügende Versorgung. Es kommt zum Abgang mit Blutungen.

Eine Eileiterschwangerschaft kann schnell lebensgefährlich werden!

Deshalb bei Verdacht auf eine Schwangerschaft immer einen Arzt oder eine Klinik aufsuchen. Auf die Symptome hören und Schmerzen und Blutungen nicht ignorieren. Reißt der Eilleiter (Eileiterruptur), drohen lebensbedrohliche Einblutungen in die Bauchhöhle. Im Zweifel muss sofort eine Bauchspiegelung gemacht werden.

Weitere Informationen zum Thema gibt es auf frauenaerzte-im-netz.de

Eileiterschwangerschaft, Bauchhöhlenschwangerschaft

Letzte Änderung: 27.01.2020
Zuletzt bearbeitet von Dr. rer. nat. Geraldine Nagel • Medizinredakteurin Dieser Artikel wurde nachNach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst.

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Schätzungen zufolge kommen auf etwa 100 normale Schwangerschaften ein bis zwei, die außerhalb der Gebärmutter entstehen. Fast immer handelt es sich dabei um eine Eileiterschwangerschaft. Nur sehr selten kommt es zu einer Bauchhöhlenschwangerschaft.

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Inhaltsverzeichnis

  • Überblick
  • Symptome
  • Ursachen
  • Diagnose
  • Therapie
  • Verlauf
  • Vorbeugen
  • Quellen

Bei einer Eileiterschwangerschaft (Tubargravidität) nistet sich die Eizelle im Eileiter anstatt in der Gebärmutter ein.

Bei einer Bauchhöhlenschwangerschaft (Abdominalgravidität, Peritonealgravidität) nistet sich die Eizelle im Bauchraum anstatt in der Gebärmutter ein.

Sowohl Eileiterschwangerschaft als auch Bauchhöhlenschwangerschaft sind eine sogenannte Extrauteringravidität. Darunter versteht man jede Schwangerschaft, bei der sich eine befruchtete Eizelle außerhalb der Gebärmutter einnistet. Außer in Eileiter und Bauchhöhle kann eine Extrauteringravidität auch in den Eierstöcken oder im Gebärmutterhals entstehen.

Die Fachbegriffe für eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter lauten:

  • extrauterine Schwangerschaft bzw. Extrauteringravidität: von lat. extra = außerhalb, uterus = Gebärmutter, graviditas = Schwangerschaft
  • ektope Schwangerschaft: von griech. ektos = außen, topos = Ort

Eileiterschwangerschaft, Bauchhöhlenschwangerschaft: Symptome

Eine Eileiterschwangerschaft oder Bauchhöhlenschwangerschaft kann anfangs ähnliche Symptome hervorrufen wie eine normale Schwangerschaft:

  • Ausbleiben der Periode
  • Schmerzen im Unterbauch
  • positiver Schwangerschaftstest
  • eventuell: Übelkeit, Spannungsgefühl in der Brust

Je nachdem, wo sich die Eizelle ansiedelt und wie lange die Extrauteringravidität besteht, entwickeln sich die Anzeichen unterschiedlich. Die Symptome einer Eileiterschwangerschaft oder Bauchhöhlenschwangerschaft können intensiv und plötzlich auftreten, aber auch langsam zunehmen, so zum Beispiel als einseitiges dumpfes Druckgefühl oder Ziehen im Unterbauch.

Die Beschwerden können denen einer Nierenbeckenentzündung, einer Blinddarmentzündung oder einer Eileiter- und Eierstockentzündung (Adnexitis) ähneln. Manchmal kommt es bei einer Eileiterschwangerschaft oder Bauchhöhlenschwangerschaft zu Kreislaufbeschwerden: Symptome hierfür sind Blässe, Kurzatmigkeit, rasender Puls, Übelkeit und Erbrechen. Außerdem ist eine leicht erhöhte Temperatur möglich.

Wenn die Monatsblutung ausbleibt oder als Schmier- oder Dauerblutung unterschiedlicher Intensität auftritt, gehen viele Betroffene von einer Zyklusstörung aus. Unter Umständen können dies jedoch Anzeichen für eine Eileiterschwangerschaft oder Bauchhöhlenschwangerschaft sein

Bei einer Eileiterschwangerschaft kann sich der Embryo anfangs recht ungestört entwickeln. Auch wenn die Umstände im Vergleich zur Entwicklung in der Gebärmutter ungünstig sind. In der Mehrzahl der Fälle endet eine Eileiterschwangerschaft allerdings vor Ende des dritten Schwangerschaftsmonats durch den Fruchttod. Denn es steht nicht genügend Platz zur Verfügung und der Embryo ist unzureichend versorgt.

Die Fruchtkapsel platzt und Plazenta sowie Fruchtsack lösen sich von der Eileiterwand. Dabei kommt es zur Blutung und zum Abgang des Ungeborenen. Hat die Eileiterschwangerschaft bis dahin keine auffälligen Anzeichen verursacht, bleibt sie möglicherweise unerkannt.

Zur Fehlgeburt bei einer Eileiterschwangerschaft kann es aber auch durch Reißen der Eileiterwand (sog. Eileiterruptur) in die freie Bauchhöhle kommen. Das führt zu unter Umständen lebensbedrohlichen Blutungen. Solch ein Eileiterriss stellt eine schwerwiegende Komplikation der Eileiterschwangerschaft dar.

Die Anzeichen hierfür sind akute und intensive Schmerzen im Unterbauch. Der Bauch ist oft gespannt und bei Berührung sehr schmerzempfindlich.

Die wehenartigen Unterbauchschmerzen können mit Schwächezuständen und Ohnmachtsanfällen sowie Schmerzen im Oberbauch und ausstrahlendem Rückenschmerz verbunden sein. Es kann sich eine lebensgefährliche Schocksymptomatik entwickeln. Diese Symptome machen eine schnelle ärztliche Hilfe erforderlich. Nicht selten ist die Eileiterschwangerschaft bis zu diesem Zeitpunkt unbemerkt geblieben.

Da bei einer Bauchhöhlenschwangerschaft anfangs weniger Platzprobleme herrschen als bei der Eileiterschwangerschaft, finden sich meist keine oder wenig charakteristische Symptome. In der Regel endet aber auch diese Form der Extrauteringravidität infolge der unzureichenden Versorgung des Embryos frühzeitig.

Eileiterschwangerschaft, Bauchhöhlenschwangerschaft: Ursachen

Für eine Eileiterschwangerschaft oder Bauchhöhlenschwangerschaft kommen unterschiedliche Ursachen infrage. Mehr als jede zweite Eileiterschwangerschaft entsteht aufgrund einer Störung des Eizellentransports im Eileiter. Diese Störung kann anatomisch oder funktionell bedingt sein.

Anatomische Ursachen für eine Eileiterschwangerschaft

Einer Eileiterschwangerschaft können mechanische Hindernisse zugrunde liegen. Diese können zum Beispiel durch einen verklebten oder abgeknickten Eileiter oder aufgrund von Verwachsungen um den Eileiter herum entstehen. Verwachsungen engen die Weite des Eileiters ein und machen ihn für den Eitransport möglicherweise unpassierbar.

Die Durchgängigkeit des Eileiters kann auch durch Eileiterpolypen erschwert sein. Anlagebedingt können sackartige Höhlen in der Eileiterwand als angeborene Besonderheit oder auch infektionsbedingte Verengungen eine „Eifalle“ darstellen. Solche Eileiterinfektionen treten häufiger bei Frauen auf, die die Spirale (Intrauterinpessar) verwenden. Auch nach Schwangerschaftsabbrüchen oder Fehlgeburten kann eine Eileiterschwangerschaft entstehen.

Funktionelle Ursachen für eine Eileiterschwangerschaft

Gibt es für die Eileiterschwangerschaft keine anatomischen Ursachen, kann eine gestörte Eileiterfunktion der Grund für eine Einnistung am falschen Ort sein. Zu den Eileiterfunktionsstörungen zählen eine eingeschränkte Beweglichkeit, eine Muskelschwäche oder ein mangelhafter Zilienbesatz im Eileiter. Zilien sind haarähnliche Strukturen, die die Eizelle normalerweise durch Flimmerbewegungen zur Gebärmutter transportieren.

Ursachen für eine Bauchhöhlenschwangerschaft

Bei einer Bauchhöhlenschwangerschaft ist es dem Eileitertrichter nicht gelungen, die befruchtete Eizelle aufzufangen.

Mögliche Risikofaktoren

Für eine Eileiterschwangerschaft oder Bauchhöhlenschwangerschaft gibt es mehrere Risikofaktoren:

  • vorausgegangene Schwangerschaften außerhalb der Gebärmutter
  • frühere Eileiterentzündung (Salpingitis)
  • frühere Infektionen der Geschlechtsorgane (z.B. Chlamydien, Gonorrhö)
  • Fruchtbarkeitsstörungen
  • Eileiter mit angeborenen Anomalien
  • chirurgische Eingriffe (z.B. im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung)
  • Bauch- oder Beckenoperation in der Vorgeschichte
  • Spirale (Intrauterinpessar)
  • künstliche Befruchtung
  • Schwangerschaftsabbrüche
  • die Pille danach
  • hormonelles Ungleichgewicht
  • Endometriose
  • Tuberkulose (bei Übergreifen der Infektion auf die Geschlechtsorgane)
  • Rauchen

Entstehung einer Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter

Jede Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter beginnt mit der Befruchtung der Eizelle im Eileiter. Ort der Befruchtung ist normalerweise der Eileitertrichter.

Einige Tage nach der Befruchtung findet die Einnistung statt: Die Eizelle wandert durch den Eileiter in die Gebärmutter, wo sie sich – unter normalen Bedingungen – einnistet. Findet die Einnistung jedoch in der Schleimhaut des Eileiters oder an anderer Stelle statt, entsteht eine Extrauteringravidität.

Die Eizelle kann sich dabei an unterschiedlichen Orten außerhalb der Gebärmutter einnisten, zum Beispiel in den Eileitern, aber auch in den Eierstöcken, dem Gebärmutterhals und der Bauchhöhle.

Die Bezeichnung für eine derartige Schwangerschaft leitet sich vom Ort der Einnistung ab. Der Ausdruck Bauchhöhlenschwangerschaft trifft nur dann zu, wenn sich die Eizelle in der Bauchhöhle einnistet, was sehr selten ist. Eine Eileiterschwangerschaft tritt dagegen häufiger auf.

© iStock Bei einer Eileiterschwangerschaft nistet sich die Eizelle nicht in der Gebärmutter, sondern im Eileiter ein.

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Außerhalb der Gebärmutter entwickelt sich der Embryo auf Dauer häufig nicht ausreichend, da er von der hierfür nicht vorgesehenen Schleimhaut zu wenige Nährstoffe erhält und zunehmend unterversorgt ist. Daher kommt es bei einer Eileiterschwangerschaft oder Bauchhöhlenschwangerschaft häufig zu einem natürlichen Schwangerschaftsabbruch (Fehlgeburt).

In der Regel stirbt der Embryo innerhalb der ersten drei Monate ab. Dieser frühe natürliche Schwangerschaftsabbruch führt dazu, dass betroffene Frauen die Eileiterschwangerschaft und Bauchhöhlenschwangerschaft nicht als solche erkennen oder sogar oft gar nicht bemerken. Ein natürlicher Abbruch kann jedoch auch im fortgeschrittenen Stadium der Schwangerschaft noch stattfinden.

Video: Eileiterschwangerschaft

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Häufigkeit

Über die Häufigkeit der Eileiterschwangerschaft oder der Bauchhöhlenschwangerschaft lassen sich keine genauen Angaben machen. Bei Eileiterschwangerschaften und Bauchhöhlenschwangerschaften sterben viele Embryonen frühzeitig ab und bleiben von der Frau unbemerkt. Auf 100 normale Schwangerschaften kommen Schätzungen zufolge etwa ein bis zwei Schwangerschaften außerhalb der Gebärmutter.

Die häufigste Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter ist die Eileiterschwangerschaft: Von 100 Schwangerschaften außerhalb der Gebärmutter entstehen 97 im Eileiter. Die Bauchhöhlenschwangerschaft und andere Formen der extrauterinen Schwangerschaft sind sehr selten. Die möglichen Einnistungsorte (nach absteigender Häufigkeit sortiert) sind:

  • Eileiter (etwa 97 Prozent der Fälle)
  • Eierstock (etwa 2 Prozent der Fälle)
  • Bauchhöhle (weniger als einem Prozent der Fälle)
  • Gebärmutterhals (in 0,5 Prozent der Fälle)

Eileiterschwangerschaft, Bauchhöhlenschwangerschaft: Diagnose

Oft liefern die Angaben der Betroffenen dem Arzt bereits Hinweise auf eine mögliche Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter, also zum Beispiel Angaben zu

  • Monatsblutung,
  • vorliegenden Beschwerden,
  • früheren Fehlgeburten,
  • Sterilitätsbehandlung,
  • vorausgegangenen Unterleibsentzündungen und
  • Verhütungsmethoden.

Bei einer Eileiterschwangerschaft ist der typische seitenbetonte Schmerz in Kombination mit einer Gebärmutterblutung zudem so charakteristisch, dass sich schnell die Verdachtsdiagnose ergibt. Bei einer Bauchhöhlenschwangerschaft erfolgt die Diagnose dagegen oft erst spät, da Symptome lange fehlen oder nur leicht ausgeprägte, krampfartige Schmerzen im Unterbauch auftreten.

Um bei Verdacht auf eine Eileiterschwangerschaft oder Bauchhöhlenschwangerschaft eine Diagnose zu stellen, können verschiedene Untersuchungen zum Einsatz kommen, wie zum Beispiel:

  • gynäkologische Untersuchung
  • Schwangerschaftstest
  • Ultraschalluntersuchung
  • ggf. Bauchspiegelung (Laparoskopie)

Eine leere Gebärmutter ist bei positivem Schwangerschaftstest und langsamem bis fehlendem Anstieg des Schwangerschaftshormons im Blut (HCG) typisch für eine extrauterine Schwangerschaft. Manchmal ist bei einer Eileiterschwangerschaft ab der sechsten Schwangerschaftswoche mithilfe einer Ultraschalluntersuchung über die Scheide auch die Fruchtanlage im Eileiter zu sehen.

Wenn die Eileiterschwangerschaft oder Bauchhöhlenschwangerschaft starke Beschwerden verursacht und die ersten Untersuchungen keine sichere Diagnose ermöglicht haben, ist eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) erforderlich, um den Einnistungsort zu finden. Eine Bauchspiegelung erfolgt unter Vollnarkose. Über kleine Schnitte im Bereich des Bauchnabels und an der Schambeingrenze bringt der Arzt ein Endoskop mit einer Kamera und entsprechenden Arbeitsinstrumenten ein.

Wenn die Eileiterschwangerschaft oder Bauchhöhlenschwangerschaft keine Beschwerden oder nur leichte Schmerzen im Unterleib verursacht und die Diagnose keine Blutung in der Bauchhöhle ergibt, ist es möglich, vor Beginn einer Behandlung ein paar Tage abzuwarten. Eine Eileiterschwangerschaft oder Bauchhöhlenschwangerschaft endet in dem meisten Fällen von selbst, ohne dass eine weitere Behandlung notwendig ist.

© iStock Typisch für eine Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaft: Der Schwangerschaftstest ist positiv, das Schwangerschaftshormon im Blut (HCG) steigt langsam bis gar nicht an, die Gebärmutter erscheint auf dem Ultraschall aber leer.

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Eileiterschwangerschaft, Bauchhöhlenschwangerschaft: Therapie

Eine Eileiterschwangerschaft oder Bauchhöhlenschwangerschaft erfordert eine Therapie, wenn sie nicht von selbst mit einer Fehlgeburt endet. Die Behandlung besteht in diesem Fall darin, die außerhalb der Gebärmutter ablaufende Schwangerschaft gezielt zu beenden: entweder durch eine Operation (bei der man die fehlerhaft eingenistete Eizelle entfernt) oder durch Medikamente.

Im Falle eine Operation stellt sich – im Gegensatz zur Bauchhöhlenschwangerschaft – bei einer Eileiterschwangerschaft die Frage, ob bei der Behandlung der betroffene Eileiter zu entfernen ist oder erhalten bleiben kann. Diese Entscheidung hängt davon ab,

  • auf welche Art der Eileiter verändert ist,
  • ob die Betroffene weiterhin schwanger werden möchten und
  • wie ihr Allgemeinbefinden ist.

In den meisten Fällen ist bei einer Eileiterschwangerschaft eine schonende operative Behandlung per Bauchspiegelung (Laparoskopie) möglich – auch wenn der Eileiter nicht erhalten bleiben soll. Ist der Eileiter gerissen (sog. Eileiterruptur) und dadurch die Eileiterwand stark zerstört, ist es wahrscheinlich unumgänglich, den Eileiter zu entfernen.

Bei einer den Eileiter erhaltenden Operation eröffnet der Operateur bei der Bauchspiegelung den Eileiter, entfernt das falsch eingenistete Ei und verschließt danach die Eileiterwand wieder. Liefert die Bauchspiegelung kein eindeutiges Ergebnis oder blutet es stark in die Bauchhöhle, ist eine offene Operation mit einem größeren Hautschnitt (Laparotomie) notwendig.

Wenn es gelingt, die Eileiterschwangerschaft oder Bauchhöhlenschwangerschaft frühzeitig zu erkennen, ist manchmal eine Behandlung mit Medikamenten möglich. Hierbei verabreicht der Arzt das Medikament Methotrexat (z.B. als Infusion über eine Vene), um die Schwangerschaft zu beenden. Methotrexat ist ein Zellgift, welches das Wachstum der Eizelle hemmt. Dadurch stirbt das befruchtete Ei ab und wird abgestoßen. Ob das Medikament wirkt, kann der Arzt überprüfen, indem er das Schwangerschaftshormon HCG bestimmt.

Voraussetzung für eine Behandlung mit Medikamenten ist zum Beispiel, dass

  • die Betroffene beschwerdefrei ist oder zumindest nur leichte Beschwerden hat,
  • Blutbild, Leberwerte und Nierenfunktion normal sind,
  • weiterhin ein Kinderwunsch besteht und
  • beim Embryo keine Herztätigkeit vorliegt.

Eileiterschwangerschaft, Bauchhöhlenschwangerschaft: Verlauf

Eine Eileiterschwangerschaft oder Bauchhöhlenschwangerschaft kann einen unauffälligen Verlauf nehmen und so von der Frau unbemerkt bleiben. Oft endet eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter (sog. extrauterine Schwangerschaft) mit einem natürlichen Schwangerschaftsabbruch (Fehlgeburt), da sich der Embryo nicht ausreichend entwickelt.

Zu einem natürlichen Abbruch kann es auch noch im fortgeschrittenen Stadium einer Eileiterschwangerschaft oder Bauchhöhlenschwangerschaft kommen.

Prognose

Wenn es gelingt, eine Eileiterschwangerschaft oder Bauchhöhlenschwangerschaft früh zu erkennen und zu behandeln, ist die Prognose gut. Bei einem frühen Eingriff ist es möglich, so zu operieren, dass der Eileiter erhalten bleibt, was besonders für Frauen mit fortbestehendem Kinderwunsch wichtig ist.

Zudem trägt eine frühzeitig gestellte Diagnose und die daraus folgende Therapie dazu bei, Komplikationen wie eine Blutung zu vermeiden.

Komplikationen

Wenn es bei einer Eileiterschwangerschaft oder Bauchhöhlenschwangerschaft nicht zu einem natürlichen Schwangerschaftsabbruch kommt und die Eizelle außerhalb der Gebärmutter weiterwächst, können sich verschiedene Komplikationen entwickeln. So kann es (z.B. durch einen Eileiterriss) innerhalb kurzer Zeit zu lebensbedrohlichen Blutungen in die Bauchhöhle, Schock und Kreislaufzusammenbruch kommen.

Bei einer Eileiterschwangerschaft, die durch eine veränderte Eileiterfunktion bedingt ist, sind weitere Komplikationen möglich: Dann kommt es oft zu wiederholten Eileiterschwangerschaften und zu Unfruchtbarkeit. Bei 85 von 100 Frauen, die von einer Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter betroffen sind, kommt es jedoch anschließend nicht erneut zu einer extrauterinen Schwangerschaft.

Nachsorge

Bei einer Eileiterschwangerschaft oder Bauchhöhlenschwangerschaft ist eine Nachsorge sinnvoll, da die Schwangerschaft beziehungsweise der Schwangerschaftsabbruch neben den organbezogenen Problemen auch eine psychische Belastung, körperliche Symptome und hormonelle Schwankungen verursacht. Bei vielen Frauen machen sich noch monatelang nach der beendeten extrauterinen Schwangerschaft die Folgen der hormonellen Umstellung bemerkbar.

Eileiterschwangerschaft, Bauchhöhlenschwangerschaft: Vorbeugen

Einer Eileiterschwangerschaft, Bauchhöhlenschwangerschaft oder anderen Formen von Extrauteringravidität (= Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter) können Sie nicht im eigentlichen Sinn vorbeugen.

Sobald Sie das Gefühl haben, schwanger zu sein, ist ein Besuch beim Frauenarzt empfehlenswert, um eine mögliche Eileiterschwangerschaft oder Bauchhöhlenschwangerschaft frühzeitig zu erkennen und zu behandeln: So können Sie Komplikationen vorbeugen. Dies gilt vor allem dann, wenn Sie schon einmal eine extrauterine Schwangerschaft durchgemacht haben.

Quellen

Tubargravidität. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 17.7.2017)

Weyerstahl, T., Stauber, M.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013

Goerke, K., Steller, J., Valet, A. (Hg.): Klinikleitfaden Gynäkologie, Geburtshilfe. Urban & Fischer, München 2013

Rath, W., Gembruch, U., Schmidt, S. (Hg.): Geburtshilfe und Perinatalmedizin. Thieme, Stuttgart 2010

Breckwoldt, M., Kaufmann, M., Pfleiderer, A.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2007

Kaufmann, M., Costa, S., Scharl, A.: Die Gynäkologie. Springer, Berlin 2006

Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu „Eileiter­schwangerschaft, Bauchhöhlen­schwangerschaft“:

  • Extrauteringravidität

Onmeda-Lesetipps:

  • Forum Gynäkologie (expertenbetreut)
  • Forum Schwangerschaft & Geburt

Letzte inhaltliche Prüfung: 05.01.2018
Letzte Änderung: 27.01.2020

Eileiterschwangerschaft

Das befruchtete Ei wandert normalerweise durch den Eileiter und nistet sich in der Gebärmutter ein. In seltenen Fällen nistet sich das befruchtete Ei bereits im Eileiter ein. Verwachsungen nach Entzündungen der Eileiter (Adnexitis) oder eine Endometriose erhöhen das Risiko für die Einnistung der Eizelle im Eileiter. Meist stirbt das Embryo dabei in einem sehr frühen Stadium ab. Gelegentlich entwickelt sich daraus aber auch eine Schwangerschaft. Infolge des Wachstums des Fötus wird der Eileiter früher oder später verletzt oder zerrissen. Dann kann es zu lebensgefährlichen Blutungen kommen.

Weil sich die Eileiterschwangerschaft zu Beginn wie eine normale Schwangerschaft entwickelt, treten die üblichen Schwangerschaftszeichen auf: Positiver Schwangerschaftstest, Brustspannen, Müdigkeit und Übelkeit. Warnzeichen für eine Eileiterschwangerschaft sind Schmerzen im Unterbauch. Diese können krampfartig oder stechend sein. Manchmal treten Schmier- und Regelblutungen nach Ausbleiben der regulären Menstruation auf. Bei einer inneren Blutung kommt es zu Schocksymptomen wie Blässe, Schweissausbruch, schwacher Puls und sinkender Blutdruck. Treten diese Symptome auf, muss die Blutung sofort chirurgisch gestoppt werden.

Meist aber wird die Eileiterschwangerschaft diagnostiziert, bevor es zu schwerwiegenden Komplikationen kommt. Eine Eileiterschwangerschaft wird in der Regel bei der ersten gynäkologischen Ultraschalluntersuchung erkannt, die nach einem positiven Schwangerschaftstest stattfindet.

In einem sehr frühen Stadium kann die Eileiterschwangerschaft manchmal noch medikamentös mit der Infusion eines Medikamentes beendet werden. Meist ist aber die chirurgische Entfernung über eine Bauchspiegelung notwendig.

Eileiterschwangerschaft: Schmerzen können ein erstes Symptom sein

Beschwerden macht eine Extrauteringravidität ab der sechsten Schwangerschaftswoche. © iStock.com/Carlo107

Wenn sich die Eizelle außerhalb der Gebärmutter einnistet, spricht man von einer Extrauteringravidität, abgekürzt EUG. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen: extra = außerhalb, Uterus = Gebärmutter, Graviditas = Schwangerschaft. In den meisten Fällen kommt es dabei zur Eileiterschwangerschaft (Tubargravidität). Die Eizelle bleibt auf ihrem Weg vom Eierstock zur Gebärmutter in der Schleimhaut des Eileiters (Tube) hängen und nistet sich dort ein. Wesentlich seltener sind Eierstöcke, Bauchhöhle oder Gebärmutterhals betroffen.

Eine Eileiterschwangerschaft beginnt meist mit ganz normalen Schwangerschaftszeichen. Auch der Schwangerschaftstest fällt positiv aus. Häufig kommt es jedoch nach wenigen Wochen zu Symptomen wie Schmierblutungen und Schmerzen im Unterbauch. Wird die Schwangerschaft nicht beendet, drohen je nach Lage des Embryos ein Reißen des Eileiters (Tubarruptur) und eine schwere, lebensbedrohliche Entzündung in der Bauchhöhle (akutes Abdomen). Früher war eine Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaft ein Todesurteil für die werdende Mutter, sofern der Embryo nicht spontan abgegangen ist, und auch heute stellt sie noch eine ernste und gefährliche Komplikation dar. Glücklicherweise werden dank moderner Untersuchungsmethoden wie dem Ultraschall die meisten außerhalb der Gebärmutter angelegten Schwangerschaften frühzeitig erkannt, sodass der Eileiter ohne Gefahr für die Mutter gerettet werden kann und einem weiteren Kinderwunsch meist nichts im Wege steht.

Unterleibsschmerzen – das sind die Ursachen

Die Wahrscheinlichkeit einer Extrauteringravidität liegt, auf die Gesamtzahl der Schwangerschaften gesehen, bei ein bis zwei Prozent. In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl gestiegen. Grund dafür sind unter anderem Faktoren wie das generell höhere Alter der werdenden Mütter und die damit verbundene steigende Zahl von Fruchtbarkeitsbehandlungen und künstlichen Befruchtungen.

Anatomische Grundlagen: Wie kommt es zu einer Eileiterschwangerschaft?

Die Eileiter (Tuben) verlaufen als etwa zehn bis 14 Zentimeter lange Röhren von der Gebärmutter zu den Eierstöcken hinauf. Normalerweise wird die befruchtungsfähige Eizelle zum Zeitpunkt des Eisprungs aus einem Eierstock ausgestoßen und von dem obersten, trichterförmigen Ende des Eileiters aufgefangen. Den Eileiter kann man von oben nach unten in drei Abschnitte unterteilen: der fransige Trichter geht direkt in die relativ weite Ampulle über, dann folgt ein enger Abschnitt, der Isthmus, und schließlich der intramurale Teil, der in die Gebärmutter führt. In der Ampulle des Eileiters trifft die Eizelle auf die Spermien, wird befruchtet und innerhalb von drei bis fünf Tagen in die Gebärmutterhöhle weitertransportiert. Ist dieser Transport beispielsweise auf dem Boden von Verwachsungen der Eileiter gestört, kann sich die Eizelle als Eileiterschwangerschaft in die Schleimhaut der Eileiter einnisten. Aus der sich schnell teilenden Blastozyste entwickelt sich ein Embryo, der durch sein Wachstum zu einem Aufplatzen des Eileiters und einer damit verbundenen starken und lebensbedrohlichen Blutung im Bauchraum führen kann. 99 Prozent der Extrauteringraviditäten sind Eileiterschwangerschaften.

Was ist eine Bauchhöhlenschwangerschaft?

Von der Eileiterschwangerschaft unterscheidet man die Bauchhöhlenschwangerschaft (Abdominalgravidität). Hierbei kann die Eizelle nicht vom Trichter des Eileiters aufgefangen werden, sondern wird hinaus in die Bauchhöhle geschleudert, wo sie befruchtet wird und sich einnistet. Eine Bauchhöhlenschwangerschaft ist wesentlich seltener als eine Eileiterschwangerschaft. Je nach Einnistungsort wird sie aber unter Umständen erst spät erkannt, weil sie sich nicht immer mit frühen Symptomen äußert. Ebenfalls möglich, aber extrem selten ist eine Einnistung der Eizelle direkt im Eierstock (Ovarialgravidität) oder auch am Muttermund (Zervixgravidität). Die Bauchhöhlenschwangerschaft stellt die einzige Form der EUG dar, bei der der Embryo je nach Lage unter Umständen lebensfähig ist. Bei allen anderen Formen stirbt er aufgrund von Nährstoffunterversorgung.

Typische Anzeichen: so erkennt man eine Eileiterschwangerschaft

Eine Eileiterschwangerschaft kann sich zunächst durch typische Schwangerschaftsanzeichen wie eine ausbleibende Periode, Brustspannen, Übelkeit und häufiger Harndrang bemerkbar machen. Meist sind diese aber schwächer ausgeprägt als bei einer intakten Schwangerschaft. In der sechsten bis neunten Schwangerschaftswoche (SSW) kommen jedoch häufig Schmierblutungen dazu, die leicht als verspätete, leichte Monatsblutung verkannt werden können, sowie plötzlich auftretende Unterleibsschmerzen. Die Schmerzen sind in der Regel einseitig und treten auf der Seite der Eileiterschwangerschaft auf. Leichtes Fieber und eine berührungsempfindliche Bauchdecke sind möglich, man bezeichnet dies als Abwehrspannung. Selten geben die betroffenen Frauen auch Schmerzen im Schulterbereich an, die von einer Reizung des Zwechfellnerves herrühren können.

Typischerweise ist der Schwangerschaftstest bei einer Extrauterinschwangerschaft positiv. Das liegt daran, dass das Schwangerschaftshormon HCG von der befruchteten Eizelle selbst produziert wird – ganz unabhängig davon, ob sie sich am richtigen Ort einnistet oder nicht. Der HCG-Wert steigt jedoch in der Folge nicht so stark an wie bei einer normalen Schwangerschaft, was zu den abgeschwächten Schwangerschaftsanzeichen führt.

Die Symptome der Eileiterschwangerschaft auf einen Blick:

  • Schmierblutungen außerhalb des Zyklusgeschehens (azyklische Blutung)
  • Unterleibsschmerzen, meist einseitig
  • druckempfindlicher, angespannter Bauch
  • Druckschmerz über dem betroffenen Eileiter
  • erhöhte Temperatur

Wichtige Warnsignale der Periode

Speziell die Bauchhöhlenschwangerschaft kann sich unter Umständen weit über die 12. Schwangerschaftswoche hinaus entwickeln und erst relativ spät bemerkbar machen. Mögliche Anzeichen sind hier:

  • Bauchschmerzen,
  • Erbrechen,
  • Übelkeit und
  • spürbare, schmerzhafte Bewegungen des Kindes.

Verlauf und mögliche Komplikationen einer Extrauteringravidität

Der Verlauf einer Extrauteringravidität hängt vor allem davon ab, wo sich die befruchtete Eizelle eingenistet hat. Hat die Einnistung in den geräumigen Abschnitten des Eileiters, der Ampulle, stattgefunden, kann die Frucht zunächst einige Wochen heranwachsen. Da sie im Eileiter aber nicht optimal mit Nährstoffen versorgt werden kann, geht die Frucht oft zugrunde und wird über die offene Verbindung der Eileiter zur Bauchhöhle abgestoßen (Tubarabort). In der Bauchhöhle wird sie abgebaut. Dies kann von der betroffenen Frau völlig unbemerkt bleiben. Nistet sich die Eizelle in den engen Abschnitten des Eileiters ein, wird der Eileiter schon zu einem frühen Zeitpunkt gedehnt. Diese Dehnung führt zu den typischen, einseitigen Unterbauchschmerzen. Durch das weitere Wachstum der Frucht kann schließlich der Eileiter zerreißen (Tubarruptur). In Folge kann es zu schweren Blutungen in die Bauchhöhle und damit zu einem lebensbedrohlichen Zustand kommen.

Folgende Alarmzeichen können auf eine Tubarruptur hindeuten und müssen sofort notfallmedizinisch versorgt werden:

  • plötzlich einsetzende, starke Unterbauchschmerzen (akutes Abdomen)
  • Kreislaufzusammenbruch
  • Schock

Je länger eine Extrauteringravidität besteht, desto stärker ist die Mutter beispielsweise durch mögliche innere Blutungen gefährdet. Daher wird eine Therapie nach Diagnosestellung zügig vorgenommen. Bei rechtzeitiger Therapie lässt sich eine EUG gut behandeln.

Dank der meist frühen Diagnose ist die Sterblichkeit bei EUG in den letzten Jahren sehr stark gesunken und liegt in etwa bei 0,1 Prozent. Lediglich bei spät erkannter Bauchhöhlenschwangerschaft ist das Risiko immer noch sehr hoch und liegt bei bis zu 20 Prozent.

Schwanger nach Eileiterentzündung?

Auch nach einer Eileiterentzündung stehen die Chancen auf eine erneute, intakte Schwangerschaft gut. Sofern der Eileiter nicht entfernt werden musste, liegt die Wahrscheinlichkeit wieder schwanger zu werden bei ungefähr 70 Prozent. Das Risiko einer erneuten Eileiterschwangerschaft liegt bei etwa zehn Prozent.

Ursachen und mögliche Auslöser einer Eileiterschwangerschaft

Die Eileiterschwangerschaft ist meist auf einen gestörten Eitransport durch die Eileiter zurückzuführen. Die Ursachen können angeboren oder im Laufe des Lebens erworben sein:

  • Angeboren sind beispielsweise kleine Aussackungen des Eileiters oder ein zusätzlich angelegter Nebeneileiter, der in einer Sackgasse endet. Auch zu lange Eileiter können zu gehäuften Eileiterschwangerschaften führen, da sich die Eizelle immer an dem Ort einnistet, an dem sie sich am sechsten bis siebten Tagen nach der Befruchtung aufhält.

  • Häufige Auslöser sind Eileiterentzündungen (Adnexitis). Vor allem durch Bakterien wie Chlamydien können die Eileiter verkleben und so die Wanderung der befruchteten Eizelle behindern. Eileiterentzündungen entstehen meist als sogenannte aufsteigende Entzündung über die Scheide.

  • Eileiterentzündungen und Eileiterschwangerschaften können durch die Spirale begünstigt werden. Kommt es trotz Intrauterinpessar(IUP) zur Schwangerschaft, muss eine EUG sorgfältig ausgeschlossen werden, denn das Risiko liegt hier bei etwa 50 Prozent.

  • Endometriose stellt eine weitere häufige Ursache für verlegte Eileiter dar. Es handelt sich dabei um versprengte Gebärmutterschleimhaut, die nicht wie gewöhnlich innerhalb, sondern außerhalb der Gebärmutterhöhle vorliegt.

  • Operative Eingriffe an den Eileitern können Vernarbungen verursachen und damit die Eileiterdurchlässigkeit beeinträchtigen. Hierzu zählen auch Eingriffe, die die Eileiterdurchlässigkeit ursprünglich wiederherstellen sollten.

  • Wurden die Eileiter im Rahmen einer Sterilisation nicht komplett durchtrennt, kann es ebenfalls zu einer Extrauteringravidität kommen. Bei Schwangerschaft trotz Sterilisation liegt dieses Risiko bei etwa 30 Prozent.

  • Weibliche Geschlechtshormone wie Östrogen und Gestagen scheinen die Transportfähigkeit der Eileiter zu beeinflussen. So können veränderte Hormonkonzentrationen, wie sie bei einer gestörten Eierstockfunktion auftreten können, zu einem langsameren Transport der Eizelle durch den Eileiter führen. Erreicht die Eizelle die Gebärmutterhöhle nicht rechtzeitig, nistet sie sich im Eileiter ein.

  • Nach Kinderwunschbehandlung mit Clomifen ist das Risiko für eine Eileiterschwangerschaft leicht erhöht, außerdem nach einer künstlichen Befruchtung und generell bei älteren Müttern.

  • Auch nach vorausgegangener Eileiterschwangerschaft ist das Risiko des erneuten Auftretens um etwa 25 Prozent erhöht. Bei positivem Schwangerschaftstest sollte die richtige Lage des Embryos in der Gebärmutter sorgfältig überwacht werden.

Hormonspirale – häufige Fragen

Eileiterschwangerschaft – nicht immer ist die Diagnose einfach

Erste Hinweise auf eine Extrauteringravidität gewinnt der Arzt aus der ausführlichen Befragung der Frau zur Krankheitsgeschichte und den aktuellen Beschwerden (Anamnese). Bei der anschließenden gynäkologischen Untersuchung kann gelegentlich ein schmerzhafter und geschwollener Eileiter auf der betroffenen Seite ertastet werden. Auch der Gebärmutterhals ist häufig berührungsempfindlich.

Eine Ultraschalluntersuchung durch die Scheide (vaginale Sonographie), die gewöhnlich immer bei der ersten Untersuchung beim Frauenarzt um die sechste Schwangerschaftswoche herum durchgeführt wird, kann Aufschluss über den genauen Sitz der Schwangerschaft geben. Bei einer Eileiterschwangerschaft ist die Gebärmutterhöhle meist leer. Unter Umständen lässt sich eine fruchthöhlenähnliche Struktur nachweisen, die jedoch durch eine Ansammlung von Flüssigkeit in der Gebärmutterschleimhaut verursacht wird. Gelegentlich sind ein verdickter Eileiter oder Flüssigkeit im Bauchraum sichtbar.

Häufig ist die Diagnose in der ersten Wochen der Schwangerschaft nicht ganz eindeutig und es muss abgewartet werden. Erst, wenn der Frauenarzt die Struktur des Embryos und seinen Herzschlag mit dem Ultraschall erkennen kann – das ist meist erst in der siebten SSW der Fall – kann man eine Extrauteringravidität sicher ausschließen.

Das Schwangerschaftshormon HCG hilft bei der Diagnose

Sowohl bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft als auch bei einer Eileiterschwangerschaft zeigt ein gebräuchlicher Schwangerschaftstest aus der Apotheke ein positives Ergebnis. Hinweise auf eine Extrauteringravidität liefert der Verlauf der HCG-Konzentration im Blut. Zu diesem Zweck kann der Arzt den HCG-Wert an mehreren Tagen messen. Bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft steigt er schnell an. Nimmt er jedoch nur langsam zu, verändert sich nicht oder fällt sogar wieder ab, wird der Verdacht auf eine Extrauteringravidität weiter untermauert.

Ermöglichen diese Untersuchungsmethoden bei deutlichen Beschwerden keine sichere Diagnose, muss eine solche durch eine Bauchspiegelung gesichert werden.

Welche Behandlung bei Eileiterschwangerschaft: Medikamente oder OP?

Über die Therapie einer Eileiterschwangerschaft wird in Abhängigkeit von einem bestehenden Kinderwunsch, den Untersuchungsergebnissen und dem seelischen Zustand der betroffenen Frau entschieden. Je nachdem, in welchem Stadium die Extrauteringravidität festgestellt wird, kann man die Entwicklung abwarten oder medikamentös therapieren. Treten aber bereits Symptome wie Unterbauchschmerzen oder Blutungen auf, muss meist schnell reagiert und sofort operiert werden, um die Gefahr einer Eileiterruptur zu minimieren und den gefährdeten Eileiter – wenn möglich – zu retten.

Operation – möglichst unter Erhaltung des Eileiters

Ziel der Operation ist es, die fehleingenistete Frucht zu entfernen. Die Bauchhöhlenschwangerschaft erfordert dabei in der Regel einen Bauchschnitt. Eileiterschwangerschaften können meist im Rahmen einer weniger belastenden Bauchspiegelung (Laparoskopie) entfernt werden. Bei bestehendem Kinderwunsch versucht der Operateur, den betroffenen Eileiter zu erhalten und die Frucht über einen kleinen Schnitt im Eileiter zu entfernen oder über die Öffnung des Eileiters abzusaugen. Ist der betroffene Eileiter jedoch zu stark geschädigt, muss er komplett entfernt werden (Salpingektomie).

Medikamentöse Therapie mit Methotrexat

Eine ausschließlich medikamentöse Therapie ist möglich, wenn die Extrauteringravidität noch keine Beschwerden verursacht hat. Ansonsten kann sich diese Behandlung auch an eine Operation anschließen, wenn nicht die gesamte wachsende Frucht entfernt werden konnte. Eingesetzt wird das Zellgift Methotrexat (MTX), welches das weitere Wachstum der Frucht verhindert und zu einem Absterben führt. Meist wird es entweder als Infusion über die Venen verabreicht oder in die Muskulatur gespritzt. MTX zeigt bei rechtzeitiger Anwendung einen Erfolg von 63 bis 89 Prozent, wobei die Ergebnisse in verschiedenen Untersuchungen sehr unterschiedlich ausfallen.

Operation oder medikamentöse Therapie: die Vor- und Nachteile im Vergleich

Die medikamentöse Therapie kann der Patientin die unangenehmen Begleiterscheinungen und Risiken einer Bauchoperation ersparen. Dennoch ist auch das Medikament Methotrexat nicht frei von Nebenwirkungen. Häufig kommt es zu Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen. Seltene aber schwerwiegende Nebenwirkungen können Leber- oder Nierenentzündung, Lungenentzündung (Pneumonitis) oder Rippenfellentzündung (Pleuritis) sein. Darüber hinaus kann nicht sicher ausgeschlossen werden, ob eine Therapie mit MTX bei einer baldigen erneuten Schwangerschaft Fehlbildungen auslösen kann. Deshalb sollte etwa sechs bis zwölf Monate nach der Therapie verhütet werden.

Bei neueren Vergleichsstudien hat sich gezeigt, dass sowohl nach einer medikamentösen Behandlung wie auch nach einer Operation mit Erhaltung der Eileiter eine neuerliche Schwangerschaft möglich ist. Die Wahrscheinlichkeit liegt nach beiden Methoden in etwa bei 70 Prozent.

Abwarten

In manchen Fällen wird die Frucht auch ohne ein Eingreifen von außen abgestoßen. Wird die Extrauteringravidität in einem sehr frühen Stadium festgestellt, kann man bei fehlenden Beschwerden unter strenger ärztlicher Kontrolle auch zunächst auf den natürlichen Abgang warten. Wegen möglicher Komplikationen wird diese Therapieoption aber nur selten gewählt.

Kann man einer Eileiterschwangerschaft vorbeugen?

Nachdem eine Eileiterschwangerschaft häufig auf eine vorausgegangene Entzündung zurückgeht, gehört eine rasche und konsequente Therapie von Scheideninfektionen, Eileiter- und Eierstockentzündungen zu den wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen, um das Risiko von Verklebungen des Eileiters zu minimieren. Kondome gelten als wirksamstes Mittel zum Schutz vor Geschlechtskrankheiten und insbesondere vor der Ansteckung mit Chlamydien, die als Hauptauslöser für Unterleibsentzündungen gelten.

Wichtig ist auch eine gründliche Untersuchung der Schwangeren beim Frauenarzt um die sechste Schwangerschaftswoche herum, da hierbei ein Großteil der Schwangerschaften außerhalb der Gebärmutter entdeckt werden.

Die zehn häufigsten Geschlechtskrankheiten

Eileiterschwangerschaft (Tubargravidität)

Bei ausbleibender Regelblutung und Schmerzen im Unterbauch muss an eine Eileiterschwangerschaft gedacht werden. (Fotolia)

Kurzfassung:

  • Ist der Transport des Follikels durch den Eileiter gestört, ist es möglich, dass sich das Ei im Eileiter einnistet.
  • Mögliche Ursachen einer Eileiterschwangerschaft sind Entzündungen im Bauchraum, Endometriose, Tumore und hormonelle Arzneimittel.
  • Anzeichen für eine Tubargravidität sind Schmerzen, Schmierblutungen und stechende Unterbauchschmerzen.
  • Eileiterschwangerschaften verlaufen häufig als Tubarabort oder Tubarruptur.

1-2% aller Schwangerschaften sind Eileiterschwangerschaften

Bei einer Eileiterschwangerschaft erfolgt nach der Befruchtung die Einnistung des Embryos nicht in der Gebärmutter, sondern in einem der beiden Eileiter. Nistet sich die befruchtete Eizelle außerhalb der Gebärmutter ein, so spricht man von einer ektopen (extrauterinen) Schwangerschaft.

Die Häufigkeit der extrauterinen Schwangerschaften liegt bei etwa 1%, wobei das Risiko mit zunehmendem Alter der Mutter steigt. Frauen über 30 sind mit 1,3 – 2% deutlich häufiger betroffen als jüngere Frauen. In 99% der extrauterinen Schwangerschaften erfolgt die Einnistung im Eileiter. Einnistungen im Eierstock oder im Bauchraum kommen vor, sind aber sehr selten.

Die Diagnose einer Eileiterschwangerschaft ist für alle Frauen, vor allem für jene, die sich ein Kind wünschen, niederschmetternd. Zum einen stehen die betroffenen Frauen vor der Situation, dass sie ihr Kind höchstwahrscheinlich verlieren werden, zum anderen müssen sie sich vielleicht einer Operation unterziehen, die es möglicherweise schwieriger macht, wieder schwanger zu werden.

Aufbau und Funktion der Eileiter

Der Eileiter ist mit ganz kleinen, beweglichen Härchen, sogenannten Flimmerhärchen, ausgekleidet. Diese Härchen bewegen sich so, dass die Eizelle Richtung Gebärmutter transportiert wird.

Zusätzlich führt der Eileiter rhythmische Bewegungen (Tubenperistaltik) aus, die die Bewegung der Härchen unterstützen. Der Transport durch den Eileiter kann durch mehrere Ursachen gestört sein, sodass sich das befruchtete Ei im Eileiter einnistet.

Mögliche Ursachen für eine Eileiterschwangerschaft im Überblick:

  • Entzündung der Eileiter oder des Bauchraums
  • Endometriose
  • Tumore oder Polypen
  • Hormonelle Fruchtbarkeitsbehandlungen
  • bestimmte Verhütungsmethoden

Die häufigste Ursache für das Entstehen einer Eileiterschwangerschaft ist die Eileiterentzündung. Aufsteigende Infektionen durch Chlamydien, Staphylokokken und Gonokokken führen zur Schädigung der Schleimhaut. Heilt diese narbig ab, so wird der Eitransport beeinträchtigt und die befruchtete Eizelle wird am Weiterwandern in die Gebärmutter gehindert. Auch Endometriose kann zu einer Verlegung oder Verengung des Eileiters führen.

Entzündungen im Bauchraum wie zB. Blinddarmentzündungen können Verwachsungen verursachen, die zu einer Verengung oder Verlegung der Eileiter führen. Abknickungen oder Abbindungen können nach Operationen im kleinen Becken (Eierstock, Eileiter, Harnleiter, Blinddarm) entstehen.

Tumoren des Eileiters und Myome (gutartige Tumore) der Gebärmutter können die Eileiter von außen einengen. Auch Polypen in den Eileitern stellen ein Hindernis dar. Angeborene Anomalien wie unterentwickelte oder extrem verlängerte Eileiter sind jedoch sehr selten.

Hormonelle Behandlungen als Risikofaktor

Hormonelle Fruchtbarkeitsbehandlungen erhöhen das Risiko einer Eileiterschwangerschaft. Besonders nach einer Stimulationsbehandlung zur Follikelreifung mit HMG und Clomiphen, sowie nach Ovulationsinduktion mit HCG kann eine Eileiterschwangerschaft vermehrt auftreten.

Verhütung mit Gestagenminipille oder Intrauterinspirale kann die Beweglichkeit der Flimmerhärchen stören und damit eine ELSS begünstigen. Hormonelle Imbalancen können auch durch die Einnahme der „Pille danach“ entstehen.

Die klinischen Symptome einer Eileiterschwangerschaft reichen von völliger Unauffällikeit bis zum lebensbedrohlichen Schock durch Blutverlust. Das häufigste Symptom jedoch ist Schmerz.

Anzeichen einer Eileiterschwangerschaft können sein:

  • Ausbleiben der Regelblutung
  • Schmerzen im Unterbauch
  • Schmierblutungen
  • akut einsetzende, stechende Unterbauchschmerzen

Die Schmerzen im Unterbauch entstehen durch Auftreibung, Dehnung oder Zerreißen (Ruptur) des Eileiters. Zusätzliche anhaltende Schmierblutungen wecken den Verdacht auf eine Eileiterschwangerschaft, können aber auch nicht als beweisend angesehen werden, da sowohl ziehende Bauchschmerzen als auch Blutungen bei einer normalen Frühschwangerschaft nicht außergewöhnlich sind.

Durch Reizung des sogenannten Nervus phrenicus (Zwerchfellnerv) können sogar Schmerzen im Schulter- und Brustbereich auftreten. In schweren Fällen, bei Blutungen in die freie Bauchhöhle, können sich innerhalb kürzester Zeit akut einsetzende, stechende Unterbauchschmerzen (Akutes Abdomen) entwickeln, die eine sofortige chirurgische Intervention nötig machen.

Die häufigsten Verlaufsformen einer Eileiterschwangerschaft

Eine Eileiterschwangerschaft kann in verschiedenen Formen verlaufen. Dazu zählen:

  • Tubarabort
  • Tubarruptur
  • Austragung einer Eileiterschwangerschaft

Tubarabort: Der spontane Schwangerschaftsabbruch

Der Eileiter besteht aus einem engeren Teil, dem Isthmus und einem weiteren Teil, der Ampulle. 47-70% der Eileiterschwangerschaften treten in der Ampulle, 14-21% im Isthmus und 5% im Infundibilum auf. Wächst die Frucht in der Ampulle, kann sie sich sechs bis acht Wochen entwickeln.

Wird der Platz zu eng, löst sich die Frucht von der Eileiterschleimhaut, und es kommt zum Abbruch der Schwangerschaft (Tubarabort). Dabei wird die Frucht in die Bauchhöhle ausgestoßen.

Die Hälfte aller Aborte wird darauf hin vom Körper abgebaut. Die andere Hälfte führt zu schweren Komplikationen wie Bauchfellentzündungen oder einer weiteren Einnistung in der Bauchhöhlenwand. In jedem Fall kann ein Abbruch der Eileiterschwangerschaft zu Verklebungen des Eileiters führen, was wiederum das Auftreten einer weiteren Eileiterschwangerschaft begünstigt. Der Tubarabort tritt etwa dreimal häufiger auf als die Tubarruptur.

Tubarruptur: Das Zerreißen des Eileiters

Wächst der Embryo im viel engeren Isthmus heran, kann dies zum Zerreißen des Eileiters führen (Tubarruptur). Wenn sich die Frucht nicht zuvor gelöst hat, so kommt es nach wenigen Wochen zum Zerreißen des nur wenig dehnbaren Eileiters.

Wie beim Tubarabort kann die Frucht entweder von Körper abgebaut werden, oder sich im Bauchraum einnisten. Dabei kommt es zu starken Blutungen in den Bauchraum, die lebensgefährlich sein können. Es entwickeln sich starke Schmerzen im Unterbauch und eine starke Druckempfindlichkeit der Bauchdecke.

Austragung einer Eileiterschwangerschaft

Die Entwicklung des Kindes im Eileiter bis zur Geburt ist extrem selten und führt in vielen Fällen zum Tod der Mutter oder des Kindes.

Untersuchungen bei Verdacht auf eine Eileiterschwangerschaft

Bei Ausbleiben der Menstruation, Schmerzen im Unterbauch und Schmierblutungen muss immer an eine Eileiterschwangerschaft gedacht werden. Die Untersuchung beim Frauenarzt beginnt mit der Besprechung der Anamnese und einer gynäkologischen Routineuntersuchung. Eine Schwangerschaft wird durch den Nachweis von HCG im Urin, besser noch durch Beta-hCG ( ß-HCG) und Progesteronuntersuchungen im Blut, verifiziert.

Zusatzuntersuchungen mit Spekula und die bimanuelle Tastuntersuchung folgen. In den Mutter-Kind-Pass wurde zum Ausschluss einer extrauterinen Schwangerschaft eine zusätzliche frühe Ultraschalluntersuchung in der 8. bis 12. Schwangerschaftswoche aufgenommen.

++ Mehr zum Thema: Behandlung bei einer Eileiterschwangerschaft ++

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Stand der medizinischen Information: Juni 2016

Dorn C, Schleinitz C, Rauchfuß M: Die ektope Gravidität. In: Beckermann M, Perl F (Hrsg.): Textbuch Frauen-Heilkunde und Geburtshilfe. Schwabe Verlag, Basel 2004, S. 1058-1075
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Diagnostik und Therapiestrategien bei Extrauteringravidität, Dt. Ärzteblatt (2015)

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Eileiterschwangerschaft: Symptome und Behandlung

Auch die Natur macht manchmal Fehler. In Sachen Schwangerschaft bedeutet das zum Beispiel, dass sich die Eizelle nicht in der Gebärmutter einnistet. Bei 95 Prozent dieser Schwangerschaften findet die Einnistung in der Eileiter-Schleimhaut statt. Die Eizelle bleibt sozusagen auf dem Weg in die Gebärmutter “stecken“. Warum ist das so? Merke ich das? Und: Was ist im Fall einer Eileiterschwangerschaft zu tun? Die Antworten kommen hier …

Ein Spermium befruchtet das Ei.

Entwarnung vorab: Lebensgefährlich ist eine Eileiterschwangerschaft heutzutage durch gute Diagnosemöglichkeiten nur noch sehr selten. Früher sah das anders aus: Ende des 19. Jahrhunderts war die Eileiterschwangerschaft oder Tubargravidität, wie der lateinische Fachbegriff lautet, eine der häufigsten Todesursachen bei jungen Frauen. Eine Eileiterschwangerschaft kommt zudem sehr selten vor: Bei etwa nur einem Prozent der Schwangerschaften nistet sich das befruchtete Ei nicht in der Gebärmutter ein, sondern bleibt im Eileiter oder in der Bauchhöhle.

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Merke ich den Unterschied zwischen Eileiterschwangerschaft und normaler Schwangerschaft?

Nein. Zumindest nicht in den ersten Schwangerschaftswochen. Denn die Symptome sind dieselben wie bei einer normalen Schwangerschaft:

  • Morgenübelkeit
  • Ausbleiben der Periode
  • Spannungsgefühl in der Brust
  • und vor allem: ein positiver Schwangerschaftstest

Eileiterschwangerschaft: Welche Symptome gibt es?

Wenn in der 6. bis 9. Schwangerschaftswoche jedoch Schmierblutungen und Unterleibsschmerzen hinzukommen, heißt es dringend: ‚Ab zum Arzt!‘. Denn nur der kann eine sichere Diagnose stellen, ob die Ursache der Beschwerden eine Eileiterschwangerschaft ist. Ohnehin solltest du bei unklaren Beschwerden immer deinen Frauenarzt oder Ärztin um Rat bitten!

Wenn Unterleibsschmerzen durch eine Eileiterschwangerschaft auftreten, sind diese meist einseitig. Es kann aber auch sein, dass der ganze Bauch berührungsempfindlich und die Körpertemperatur leicht erhöht ist. Wie stark die Symptome sind, ist individuell sehr verschieden und kann von „Ich hab gar nichts bemerkt“ bis zu starken Schmerzen reichen.

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Warum nistet sich die Eizelle im Eileiter ein?

Dafür kann es mehrere Ursachen geben. Normalerweise dauert die Wanderung der Eizelle in die Gebärmutter drei bis fünf Tage. Wenn es länger dauert, nistet sich die Eizelle nach spätestens sieben Tagen dort ein, wo sie gerade ist.

Wenn also der Eileiter sehr lang ist, Einstülpungen hat oder andere „bauliche“ Defizite wie eine zu dünne Muskelschicht oder Polypen, dann erreicht das Ei im Zweifel nicht rechtzeitig die Gebärmutter. Auch Verwachsungen und Vernarbungen, die von Operationen oder einer zurückliegenden Eileiterentzündung stammen, können den Weg der Eizelle behindern und eine Eileiterschwangerschaft begünstigen. Meist ist nicht nur die Durchgängigkeit der Eileiter vermindert, sondern auch die Kontraktionsfähigkeit. Denn durch das Zusammenziehen unterstützt das Gewebe des Eileiters normalerweise den Transport der Eizelle.

Einige Risikofaktoren begünstigen eine Eileiterschwangerschaft:

  • Vorerkrankungen wie Entzündungen des Eileiters oder Infektionen
  • vorangegangene Operationen und dadurch entstandene Narben
  • Endometriose
  • Künstliche Befruchtung
  • Verhütung durch die Spirale
  • unvollständige Sterilisation
  • Verschiebung des Eileiters im Bauchraum
  • Rauchen
  • vorherige Eileiterschwangerschaften

Meistens beendet der Körper selbst diese Einnistung des Eis im Eileiter und absorbiert das abgestorbene embryonale Gewebe. Wenn der Körper die Schwangerschaft jedoch nicht selbst unterbricht und der Embryo im Eileiter weiter heranwächst, dehnt sich der Eileiter immer weiter. Begleitet wird das meist von immer stärker werdenden Schmerzen. Dies ist eine Notfallsituation, denn der Eileiter reißt ab einem gewissen Punkt und das führt zu starken und lebensbedrohlichen inneren Blutungen

Eileiterschwangerschaft: Was nun?

Durch moderne Diagnostik wie Ultraschall werden die meisten Eileiterschwangerschaften früh erkannt und es kommt nur noch selten zum Notfall. Tritt er trotzdem einmal ein, ist eine sofortige Not-OP unumgänglich. Meist passiert dieser Riss in der 7. bis 8. Woche.
Eine Eileiterschwangerschaft muss in jedem Fall behandelt werden. Dies kann medikamentös oder per Operation – meist mit einer endoskopischen OP – geschehen. In vielen Fällen kann der Eileiter sogar erhalten bleiben und muss nicht komplett entfernt werden.

Kann ich nach einer Eileiterschwangerschaft „normal“ schwanger werden?

Zunächst einmal solltest du ca. 3 Monate warten, bevor du erneut schwanger wirst. Die Zeit braucht der Körper, um sich zu erholen. Danach steht einem weiteren Versuch nichts im Wege. Wie schnell du schwanger wirst, kommt darauf an, wie stark der betroffene Eileiter beschädigt wurde. Musste er zum Beispiel bei der OP entfernt werden, kann aus dem Eierstock dieser Seite keine Eizelle mehr Richtung Gebärmutter wandern. Das heißt, für zukünftige Schwangerschaften bleibt nur der andere Eierstock. Weswegen es ein bisschen länger dauern könnte.

Konnte Eileiter-erhaltend operiert werden, hängt es davon ab, ob Verwachsungen zurückgeblieben sind und wie gut der Eileiter durchgängig ist. Auch wenn nach solch einer OP per se ein etwas höheres Risiko für eine weitere Eileiterschwangerschaft besteht, darfst du nicht vergessen, dass dieser Fall nur sehr selten auftritt.

Kapitel

  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Bei einer Eileiterschwangerschaft nistet sich eine befruchtete Eizelle fälschlicherweise im Eileiter und nicht in der Gebärmutter ein. Zwar kann die Eizelle von alleine wieder abgehen, sodass die Eileiterschwangerschaft gar nicht bemerkt wird. Es kann aber auch zu einem Riss des Eileiters mit einer lebensbedrohlichen Blutung in den Bauchraum kommen, die so schnell wie möglich behandelt werden muss.

Eileiterschwangerschaft: Was ist das?

Eine Eileiterschwangerschaft gehört zu den so genannten Extrauteringraviditäten, bei denen sich die befruchtete Eizelle bei einer Schwangerschaft nicht in der Schleimhaut der Gebärmutterhöhle (Uterus), sondern an einer anderen Stelle einnistet. Normalerweise wird eine Eizelle bereits nach dem Eisprung im Eileiter von den Spermien des Mannes befruchtet. Danach wandert sie durch den Eileiter weiter bis zur Gebärmutter, was in der Regel drei bis fünf Tage dauert, und nistet sich dort in der Schleimhaut ein, um weiterzuwachsen.

Die häufigste Art der Extrauteringraviditäten ist mit 99 Prozent die Eileiterschwangerschaft, bei der die Einnistung der Eizelle bereits im Eileiter (Tube) erfolgt. Medizinisch wird sie Tubargravidität genannt. Andere, seltener Orte, an denen sich eine Eizelle einnisten kann, sind der Gebärmutterhals, die Bauchhöhle oder die Eierstöcke.

Bei einer Eileiterschwangerschaft nistet sich eine befruchtete Zelle im Eileiter anstelle der Gebärmutter ein© Fotolia

Eine Eileiterschwangerschaft kann einen Riss des Eileiters hervorrufen

Grundsätzlich ist eine Eileiterschwangerschaft eine plötzliche und lebensgefährliche Erkrankung. Grund dafür ist, dass es im Verlauf der Eileiterschwangerschaft durch die Größenzunahme der Eizelle, die sich – wie bei einer normalen Schwangerschaft immer weiter teilt – zu einem Riss des Eileiters kommen kann. Dieser Riss führt zu einer massiven, lebensbedrohlichen Blutung in den Bauchraum und muss sofort operativ behandelt werden.

Eileiterschwangerschaft: Das Risiko steigt mit dem Alter der Mutter

Je älter die Schwangere, desto höher ist das Risiko für eine Eileiterschwangerschaft© iStock/KatarzynaBialasiewicz

Eine Eileiterschwangerschaft kommt bei etwa ein bis zwei Prozent aller Schwangerschaften vor. Die Häufigkeit steigt mit zunehmendem Alter der Frau an. In den letzten 30 Jahren hat sich die Häufigkeit von Eileiterschwangerschaften fast vervierfacht. Grund hierfür könnte die Zunahme an Schwangerschaften bei Frauen über 30 Jahren sein oder die Tatsache, dass aufgrund einer verbesserten Diagnostik in der Gynäkologie mehr Eileiterschwangerschaften erkannt werden, die zuvor vielleicht spontan abgegangen wären.

Ursachen

Eileiterschwangerschaft

Am Transport der Eizelle sind die Bewegung der Flimmerhärchen (Zilien) des Flimmerepithels und die Muskulatur des Eileiters beteiligt, die sich rhythmisch zusammenzieht (Tubenperistaltik). Der Eileiter muss durchgängig passierbar, beweglich und sein Innenraum weit genug sein. Eileiterschwangerschaften können daher unter anderem durch Störungen wie folgende verursacht werden:

  • Angeborene Nebenröhren des Eileiters (Nebentuben), die blind enden, angeborene sackförmige Ausstülpungen, angeborene sehr lange Eileiter, die die Eizelle nicht innert der vorgesehenen Zeit passieren kann.
  • Mechanische Hindernisse wie Verwachsungen oder Vernarbungen, die die Eileiter verengen, verschliessen oder abknicken – sie können die Folge sein von Eileiterentzündungen (Salpingitis), Eileiteroperationen (z.B. unvollständiger Verschluss der Eileiter zur Sterilisierung, Behebung von Eileiterschwangerschaften), äusserlichen Wucherungen der Gebärmutter (z.B. Endometriose), Tumoren, Entzündungen im Bauchraum (z.B. Blinddarmentzündung), Verwachsungen im Bauchraum, Unterleibsoperationen (z.B. an Blinddarm, Harnleiter, Eierstock) beziehungsweise die anschliessende Narbenbildung. Ausstülpungen der Schleimhaut (Polypen) im Eileiter können ebenfalls den Durchgang blockieren.
  • Funktionelle Einschränkungen sind häufig und können den Transport der Eizelle verlangsamen oder unterbinden. Das Flimmerepithel kann Lücken aufweisen, die häufig von bakteriellen Infektionen stammen. Dann bleibt die Eizelle in der Lücke „stecken“. Das Flimmerepithel kann zu wenige Härchen haben. Die Muskulatur von Eileitern kann zu schwach ausgebildet sein, um den Transport ausreichend zu unterstützen.
  • Störungen des hormonellen Gleichgewichts (z.B. der Hormone Östrogen, Gestagen, Progesteron), weshalb hormonelle Verhütung zu Eileiterschwangerschaften führen beziehungsweise das Risiko dafür erhöhen kann. Bekannt ist das für die Spirale (Intrauterinpessar), wobei die Gefahr von der Art der Spirale abhängt. Auch für die Minipille und die Pille danach diskutieren Fachleute einen Anstieg des Risikos. Wahrscheinlich bedingen hormonelle Umstellungen ebenfalls, dass bei Frauen ab dem 30. Lebensjahr häufiger Eileiterschwangerschaften stattfinden als bei jüngeren.
  • Unbekannte Faktoren, die beispielsweise eine zu frühe Einnistung der Eizelle bewirken.

Risikofaktoren

Als starke und mittelstarke Risikofaktoren gelten:

  • Entzündungen/Infektionen der Eileiter und/oder der Geschlechtsorgane: Einige Entzündungen im Unterleib können an den Eileitern Schäden verursachen, die den Transport der Eizelle behindern oder verhindern. Dazu gehören besonders Entzündungen der Eileiter (Salpingitis) und Infektionen der Geschlechtsorgane mit Gonokokken (Tripper) oder Chlamydien (Chlamydiose).
  • Operationen und Tumore im Unterleib oder angeborene Fehlbildungen.
  • Zurückliegende Eileiterschwangerschaften: Häufig führt ein Defekt zur Eileiterschwangerschaft, der das Risiko für weitere erhöht. Zusätzlich hinterlassen auch die Schwangerschaft selbst und operative Behandlungen oft Schäden an Eileitern.
  • Unerfüllter Kinderwunsch: Frauen, die nur schwer schwanger werden, weisen häufiger als andere Fehlbildungen oder Schäden an den Eileitern auf.
  • Viele Partner beim Sex: Sie erhöhen das Risiko für sexuell übertragbare Erkrankungen wie Infektionen mit Gonokokken oder Chlamydien.

Als vergleichsweise schwache Risikofaktoren gelten:

  • Die Verhütung mit der Spirale (Intrauterinpessar, IUP) erhöht die Gefahr, dass Infektionen aus der Scheide aufsteigen und sich auf andere Organe wie die Eileiter ausweiten. Möglicherweise beeinträchtigen Spiralen zusätzlich die Beweglichkeit der Eileiter. Wenn Frauen mit Spiralen schwanger werden, kommt es häufiger zu Eileiterschwangerschaften als ohne.
  • Rauchen: Das Risiko steigt mit der Menge an Zigaretten. Rauchen in der Zeit um die Befruchtung erhöht die Gefahr für Eileiterschwangerschaften wahrscheinlich deshalb, weil Nikotin das Immunsystem schwächt und so eher Infektionen zulässt.
  • Vaginalspülungen, die regelmässig erfolgen, stören das Scheidenmilieu und erhöhen die Gefahr für Infektionen im Bereich des Unterleibs.
  • Früher erster Sex ist mit einem leicht höheren Risiko für Eileiterschwangerschaften verbunden.

Weitere, medizinisch bedingte Risikofaktoren:

  • Durch künstlich eingeleitete Schwangerschaften (In-vitro-Fertilisation) steigt das Risiko für Eileiterschwangerschaften und sogenannte heterotrope Schwangerschaften. Dabei reift nach der Befruchtung zweier Eizellen ein Embryo in der Gebärmutter heran, der andere ausserhalb.
  • Eileiterunterbindungen (Sterilisation durch Verschluss o. Ä. der Eileiter), die nicht vollständig erfolgreich sind, führen im Fall von Befruchtungen eher zu Eileiterschwangerschaften.
  • Medikamente, die wie der Wirkstoff Clomifen einen Eisprung auslösen, erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Eileiter- und Mehrlingsschwangerschaften. Sie werden häufig bei Fruchtbarkeitsstörungen und im Rahmen von künstlichen Befruchtungen eingesetzt.

Fachleute gehen davon aus, dass sich bei 1 bis 2 von 100 Schwangerschaften die Eizelle ausserhalb der Gebärmutter einnistet. In mehr als neun von zehn Fällen findet dies im Eileiter statt. Eileiterschwangerschaften haben in letzter Zeit zugenommen. Ursachen sehen Fachleute darin, dass die Zahlen sexuell übertragener Krankheiten, künstlicher Befruchtungen und der Frauen ansteigen, die mit Spiralen verhüten. Ausserdem decken moderne Diagnoseverfahren mehr Eileiterschwangerschaften auf. Deshalb ist gleichzeitig auch die Sterblichkeit gesunken.

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