Meine mutter ist dumm

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Wir haben junge Leute gefragt, was ihre Eltern falsch gemacht haben

Interviewpartner Eddy als Kind | Foto: privat | Bearbeitet von VICE

Das Wort „Vorwurf“ klingt ziemlich hart gegenüber den Menschen, die dir als Baby den Arsch abgewischt haben, und die eigenen Eltern zu kritisieren, wird spätestens ab einem gewissen Alter richtig schwierig. Wenn du nicht mehr in der Pubertät bist und dich von jeder Art elterlicher Autorität bedroht fühlst, kommen dir manche Regeln und Ratschläge gar nicht mehr so dumm vor. Plötzlich erkennst du an dir die gleichen Muster, die dich an deinen Eltern immer aufgeregt haben, und du merkst auf einmal, dass dich der Konflikt mit deinen Eltern vielleicht vor der einen oder anderen dummen Lebensentscheidung bewahrt hat.

Natürlich machen Eltern aber auch Fehler – die ihre Kinder oft als Erste zu spüren bekommen. Mit vielen Wünschen meinen sie es nur gut mit dir, merken aber nicht, dass sie dich bei deinen eigenen Plänen und Träumen behindern oder dass du ihren hohen Ansprüchen einfach nicht gerecht werden kannst. Oder aber sie haben zu viele Schwierigkeiten mit ihrem eigenen Leben und vernachlässigen dich dabei.

Kein Elternteil wünscht sich wahrscheinlich, seinen Kindern ein schlechtes Vorbild zu sein, deswegen ist es umso wichtiger, über vermeidbare Fehler in der Erziehung zu sprechen. Sechs Leute haben bei uns genau das getan.

Conny, 20

Was ich meinen Eltern vorwerfe und sicher noch vielen anderen vorwerfen könnte, ist, dass sie so unheimlich egoistisch sind. Sie setzen Kinder in die Welt, weil ihr Leben langweilig wird und die Ehe nicht mehr läuft und sie die Hoffnung auf Besserung mit einem Kind verbinden. Nach ein paar Jahren merken sie dann, dass es nichts gebracht hat und sie lassen sich scheiden. Dabei wurden wir als Kinder natürlich auch als Mittel zur Erpressung benutzt. Erst dann merken sie, dass ihr toller Plan doch keine gute Idee war. Aus Angst vor ihrer Rente und ihrer Zukunft zwingen sie ihre Kinder dazu, schnell einen guten Beruf zu lernen. Da ihr eigenes Leben auch nicht mehr so großartig ist, versuchen sie mit aller Kraft, das Kind von seinen eigenen Plänen abzuhalten – in meinem Fall vom Reisen. Sie zeigen kein bisschen Interesse an meinen Zielen und erzählen mir in jedem Gespräch, dass aus meinem Leben nichts wird, wenn ich nicht studieren gehe. Ich glaube, sie wollen mir einfach so richtig Angst machen.

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Pascal, 22

Meine Eltern meinten es total gut mit mir, deswegen kann ich heute nicht wirklich mit Geld umgehen. Obwohl ich eigentlich weiß, was ich falsch mache, hat sich dieser Lebensstil ziemlich bei mir festgesetzt. Außerdem bin ich durch viele Kleinigkeiten, die falsch gelaufen sind und die ich jetzt besser machen will, zum Perfektionisten geworden, was mich manchmal selbst nervt, da ich eher ein fauler Mensch bin. Da hatten meine Eltern auch einen großen Einfluss auf mich, würde ich sagen. Das sind vor allem Dinge, die in der Erziehung – zum Beispiel im Umgang mit Geld – falsch gelaufen sind, die ich jetzt zwanghaft besser machen will, aber zum Teil nicht hinbekomme. Meine Eltern haben mir auch nicht wirklich einen Lebensentwurf mitgegeben. Das kann natürlich auch gut sein, aber ohne richtige Vorbilder stehe ich auch manchmal etwas desorientiert da und frage mich: Was ist eigentlich gut und warum?

Lisa, 23

Lisa als Kind | Foto: privat

Mich stört es, dass meine Eltern vernachlässigt haben, dass ich schon als Kind dick geworden bin. Damit habe ich jetzt schon mein Leben lang zu kämpfen. Ein anderer Punkt sind unfaire Vergleiche mit meinem gleichaltrigen Cousin, vor allem in Bezug auf Schule und Erfolg. Meine Eltern verstehen bis heute meinen Lebensweg oft nicht. Das hat gar nicht so viel damit zu tun, dass ich lesbisch bin, sondern mit der Art, wie ich mich gebe – in meinem Alter möchte ich von meinem Vater einfach nicht mehr hören, dass ich „wie ein Penner aussehe“. Das war in der Jugend schon scheiße. Ein Klassiker meiner Mutter ist auch: „Was sollen die anderen von uns denken?“ Über meine Partnerinnen streiten wir uns oft, da sie ihnen nie wirklich ins Schema passen – das lassen sie dann an mir aus. Mein Vater konnte sich einfach nie entschuldigen, selbst, wenn es angebracht gewesen wäre, und er spricht gern von oben herab. Meine Mutter ist im Gegenteil so harmoniebedürftig, dass sie Streit oft nicht zugelassen hat. Ich meine, wir hatten immer einen sehr guten Umgang und waren uns sehr nahe, auch weil ich ein Einzelkind bin. Das war in den letzten Jahren aber auch sehr anstrengend, weil meine Eltern mir absolut nichts zutrauen – dabei hatten sie ja ihren Beitrag dazu, indem sie mir alles abgenommen haben. Das hat schon etwas „Helikopter-Eltern“-mäßiges. Aber darüber will ich mich gar nicht beschweren, wir haben ja ein super Verhältnis.

Nico, 22

Als ich noch ein kleiner Junge war, hatten meine Eltern dauernd Krach. Das hat unsere Familie auf Dauer total zerstört. Wir hatten alle unsere ganz eigenen Probleme durch diesen Stress: Meine Schwester wurde magersüchtig, ich bekam Frustfressattacken und meine Mutter hat jeden Tag ein Tetra Pack Wein vernichtet. Geholfen haben uns unsere Eltern dadurch natürlich auch nicht. Später ist mein Vater dann für sein dubioses „Hobby“ einfach abgehauen, hat noch eine Menge Geld mitgenommen und mit meiner Mutter wurde es dann erst so richtig schlimm. Als sie eines Nachts nackt im Türrahmen stand und irgendwelche Freundinnen meiner Schwester dumm angemacht hat, sind meine beiden Schwestern abgehauen. Dann stand ich allein mit ihr da und konnte ihr beim Saufen zugucken.

Elisa, 20

Meine Eltern haben mich von klein auf in die Essstörung getrieben. Weil ich schon größer und kräftiger als die meisten Kinder auf die Welt kam, haben sie ab dem Kindergarten streng darauf geschaut, was und wie viel ich esse. Das hat sich durch meine ganze Kindheit gezogen und mein Gewicht war immer vor der ganzen Familie Thema. Jeder Bissen wurde kommentiert. Und wenn es immer nur heißt, ich solle doch lieber ein Glas Wasser trinken und in einer halben Stunde nochmal schauen, ob ich Hunger habe, dann ist es klar, dass ich ein gestörtes Verhältnis zu Essen bekomme.

Als ich die Schule wechselte, von zu Hause auszog und plötzlich diese ständige Kontrolle meiner Eltern nicht mehr da war, ging meine Essstörung erst richtig los. Fressattacken, Sportsucht, völliges Hungern, Bulimie – ich bewegte mich in Phasen von Extrem zu Extrem. Nach vier Jahren Achterbahnfahrt entschied ich mich schließlich für eine Therapie. Meine Eltern waren zuerst skeptisch: Ich könne doch auch „einfach normal essen“ und weiter so viel Sport machen. Aber – und das ist mir sehr wichtig – sie unterstützten mich sofort. Ich lernte endlich, ihnen Grenzen zu zeigen, was die Kontrolle über meinen Körper und mein Essen angeht. Sie meinten es immer nur gut mit mir, waren selbst überfordert mit der Situation und wollten mich einfach nur zu „bewusstem Essen“ erziehen. Das kann ich ihnen nicht übelnehmen. Alle Eltern machen Fehler, aber du kannst ihnen nicht ewig die Schuld geben und auf der Stelle treten, sondern musst lernen, mit der Situation umzugehen. Das können dir die Eltern nicht abnehmen.

Eddy, 22

Meine Eltern haben mich, finde ich, nicht richtig „Kind sein“ lassen. Mit acht oder neun durfte ich schon das ganze Haus putzen und war damit zwar um einiges selbstständiger als meine Freunde, aber natürlich auch neidisch, dass sie viel mehr Zeit zum Fußballspielen hatten. Heute sehe ich natürlich, dass meine Eltern auch für uns Kinder schuften mussten und nicht immer da sein konnten. Und im Schullandheim war ich, glaube ich, der einzige, der kompetent seine Bettwäsche wechseln konnte.

Ich finde auch, dass mir meine Eltern zu wenig Liebe gezeigt und mich emotional verkorkst haben. Jetzt bin ich Dauersingle und hatte vielleicht nur einmal nicht-sexuelle Gefühle für ein Mädchen. Der größte Vorwurf ist aber, dass sie in Sachen Bestrafung überreagiert haben. Wenn ich 15 Minuten zu spät nach Hause komme, weil ich noch mit meinen Freunden zu Ende spielen wollte, und dafür einen auf den Arsch bekomme, ist das schon zu viel. Ich habe da richtige Tricks benutzt und zum Beispiel mehrere Unterhosen getragen, damit es nicht so wehtut, wenn ich wusste, dass ich Mist gebaut hatte. Angst vor Prügel sollte kein dauerhaftes Erziehungsmittel sein.

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Zu dumm für eigene Kinder?

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Was macht gute Eltern aus? Reicht die uneingeschränkte Liebe und Fürsorge, die sie ihren Kindern geben, und das sichere Zuhause? Oder müssen Vater und Mutter auch schlau genug sein, um eine Familie gründen zu dürfen? Gibt es gar ein Minimum an Intelligenz, das Eltern vorweisen müssen?

Fragen, die im amerikanischen Westküstenstaat Oregon zurzeit heftig diskutiert werden. Dort hat das Sozialamt einem Paar in den vergangenen Jahren beide Söhne weggenommen, weil es angeblich nicht intelligent genug für die Kindererziehung sei. Die Behörde konnte keine Beweise von Misshandlung oder Verwahrlosung der beiden Jungen finden. Der Fall beschäftigt mittlerweile nicht nur die Gerichte, sondern auch die Politik.

Begonnen hatte der Streit zwischen den Eltern und den Behörden im September 2013. Damals hatte das „Department of Human Services“ in Redmond Amy Fabbrini und ihrem Lebensgefährten Eric Ziegler deren neugeborenen Sohn Christopher weggenommen.

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Die Behörden hatten anonym den Hinweis eines Familienmitgliedes der beiden Eltern bekommen, nach dem das Paar geistig nicht in der Lage sein sollte, das Baby zu erziehen. Mittlerweile glaubt man, dass der Vater der heute 31-jährigen Mutter das Amt informiert hatte. Bei Behörden soll Amy Fabbrini damals ausgesagt haben, bis zur Geburt von Christopher am 9. September nicht gewusst zu haben, dass sie ein Kind erwarte. Aus dem amtlichen Bericht wird zum Beispiel auf RawStory.com zitiert. Während ihrer Schwangerschaft habe sie sich nicht einmal ärztlich untersuchen lassen. Als die Wehen einsetzten, habe die werdende Mutter geglaubt, die Schmerzen kämen von ihren Nieren, mit denen sie schon länger Probleme hatte. Auch der Vater, der heute 38 Jahre alte Eric Ziegler, soll von der Schwangerschaft seiner Freundin nichts gewusst haben. Er wird in dem Bericht als „geistig zurückgeblieben“ beschrieben, der keiner Arbeit nachgehe und Unterstützung vom Sozialamt bekomme. Ziegler hatte früher einen Job als Teppichverleger, Fabbrini arbeitete in einem Supermarkt.

Die Behörden wollten den Inhalt ihres Berichts nicht bestätigen und begründeten das mit dem „Schutz der Privatsphäre“ und einem „schwebenden Verfahren“. Die Eltern haben die Gerichtsunterlagen an die lokale Presse weitergegeben. Sie klagen seit fast vier Jahren gegen die Entscheidung des Sozialamtes. Eine Adoption, die die Behörden empfohlen hatte, lehnen sie kategorisch ab. Zum Zeitpunkt der Geburt ihres ersten Sohnes hatte Amy Fabbrini zusätzlich ein gemeinsames Sorgerecht für Zwillinge aus ihrer ersten Ehe. Das hat sie mittlerweile verloren. „Meine Frau und ich haben uns um diese Kinder gekümmert“, sagt der Vater von Amy, Raymond Fabbrini.

Der 74 Jahre alte Opa scheint dabei der größte Gegner im Sorgerechtsstreit zu sein. Er hat seiner Tochter zwar sein Haus mit drei Schlafzimmern und einer Wohnfläche von insgesamt 111 Quadratmetern überlassen, ist aber dagegen, dass Amy ihre Kinder zurückbekommt. „Meine Tochter kann das nicht“, sagt er der Zeitung „The Oregionian“. „Sie hat keinen Mutterinstinkt.“

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Amy Fabbrini widerspricht dem vehement: „Ich liebe Kinder. Ich hatte in meinem Leben immer viele um mich herum“, sagt sie in einem Interview ebenfalls mit der Zeitung „The Oregonian“. „Meine Mutter war 20 Jahre lang Lehrerin an einer Grundschule. Kinder sind meine Leidenschaft. Ich liebe es, mit ihnen zu spielen, mit ihnen etwas zu machen. Sie sind meine Zukunft.“

Im Februar dieses Jahres hatte Fabbrini noch ein zweites Baby bekommen, Hunter. Die Schwangerschaft will sie diesmal bewusst erlebt und das Kinderzimmer zusammen mit dem Vater eingerichtet haben. Sie hat Babykleidung gekauft, ein Regal mit Kinderbüchern gefüllt und auf das Bett eine Winnie-the-Pooh-Decke gelegt.

Bis heute hat Hunter sein neues Zuhause allerdings nicht gesehen. Das Sozialamt hatte Fabbrini das Sorgerecht gleich nach der Geburt im Februar entzogen und das Neugeborene noch vom Krankenhaus aus in ein Waisenhaus mitgenommen. Auch Hunter soll zur Adoption freigegeben werden. Fabbrini und Ziegler haben für ihre beiden Kinder nur ein Besuchsrecht und dürfen sie nur unter Aufsicht sehen.

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„Wir haben alles getan, was das Sozialamt von uns verlangt hat“, sagt Amy Fabbrini über ihren Kampf um ihre Kinder. Sie hätte mit ihrem Freund eine Fortbildung für Kindererziehung, gesunde Ernährung und auch einen Erste-Hilfe-Kurs gemacht. Auch einem Intelligenztest hätten sie sich beide freiwillig unterzogen. Dieser ergab für Amy einen IQ von 72 und bei Eric Ziegler einen von 62 Punkten. Der Durchschnitt in den USA liegt zwischen 90 und 110. Die beiden gelten damit nicht als geistig behindert – davon spricht man erst bei einem Wert von unter 50. Beide Partner können zudem einen Highschool-Abschluss vorweisen.

„Die Fähigkeit, seine Kinder zu erziehen, hängt nicht vom IQ der Eltern ab“, sagt Susan Yuan von der Universität von Vermont. „Das ist ein Mythos. Auch intelligente Paare mit einem IQ von über 150 können sehr schlechte Eltern sein.“ Solange die Werte über 50 liegen, gebe es keine Probleme. Dennoch verlieren laut Yuan fast 40 Prozent dieser Eltern in den USA das Sorgerecht, weil sie mit der Erziehung geistig überfordert sein sollen.

„Es gibt keinen Grund, warum die beiden ihre Kinder nicht erziehen dürfen“, sagt auch eine Tante des Paares, Leonora Turner. „Ich verstehe das Ganze nicht.“ Auch Sherrene Hagenbach setzt sich für die Eltern ein. Sie hatte als freiwillige Mitarbeiterin des Sozialamtes die Besuche von Fabbrini und Ziegler bei Christopher und Hunter überwacht.

„Ich konnte nicht erkennen, dass die beiden intellektuell nicht in der Lage wären, ihre Kinder zu erziehen“, sagt Hagenbach. Auch das Argument, dass Adoptiveltern den Kindern bessere finanzielle Möglichkeiten böten, lasse sie nicht gelten. „Wenn wir so argumentieren, müssten meine Kinder bei Bill Gates aufwachsen.“ Es gebe immer welche, die mehr Geld hätten. Hagenbach hat ihren Job beim Sozialamt mittlerweile verloren. Inzwischen startete sie bei Change.org eine Petition.

Inzwischen hat sich auch die Politik in den Fall eingeschaltet. „Als Staat haben wir die Verantwortung, dass Eltern ihre Kindern erziehen können“, sagt der republikanische Senator von Oregon, Tim Knopp, auf RawStory.com. Paaren mit Behinderungen sollte man dabei helfen zusammenzubleiben und sie nicht trennen.

Knopp hatte Fabbrini und Ziegler in den vergangenen Monaten mehrmals getroffen. „Die beiden sind ein Paar wie viele andere auch. Sie versuchen ihr Leben zu meistern und eine Familie zu sein. Ich kann nicht erkennen, dass sie schlechte Eltern sein sollten.“

Die Sozialbehörden ließen sich von den vielen Fürsprechern für Amy Fabbrini und Eric Ziegler nicht überzeugen und weigern sich bisher, die Kinder herauszugeben. Jetzt muss das Gericht entscheiden.

Hybris: Ich halte mich für klüger als meine Eltern

Sein Vater guckt Motorsport, seine Mutter „Das perfekte Dinner“ und unser Autor liest Adorno. Seit Beginn seines Studiums leidet er an akademischer Überheblichkeit.

12. Mai 2015, 6:48 Uhr 187 Kommentare

Wenn ich abends mal wieder ein Gespräch mit meinem Vater führe und ich ihm in einer Sache widerspreche, entgegnet er oft: „Das ist Lebenserfahrung!“ Lebenserfahrung? Das kann ich als Argument nicht gelten lassen, schließlich hat jeder irgendeine Lebenserfahrung. Und so geht die Diskussion dann meistens weiter.

Statt Erfahrung zählen für mich Wissen und Fakten. Lebenserfahrung wird mir in der hart umkämpften Arbeitswelt, in die mich die Uni bald ausspucken wird, nicht weiterhelfen. Deswegen lautete zu Beginn des Studiums mein Credo: Wissen ansammeln! Lesen, diskutieren, Vorträge anhören, noch mehr lesen. Darauf kommt es an, dachte ich. Darauf war ich stolz, dadurch fühlte ich mich intellektuell. Wie naiv.

Durch das Studium hat sich das Verhältnis zu meinen Eltern geändert. Früher habe ich meinen Vater immer als jemanden gesehen, der viel weiß. Der mir die Welt erklären kann, der sich mit Geschichte, Politik und Wirtschaft auskennt. Inzwischen ist es eher anders herum. Ich beschwere mich über sein undifferenziertes Marx-Verständnis und meine, ihm die Bedeutung von Adornos Schriften erklären zu müssen. In Diskussionen reibe ich ihm politische Theorien von Thomas Hobbes bis Kenneth Waltz unter die Nase. Und vor Kurzem ließ ich mich dazu hinreißen, ihm eine bornierte Sicht auf den Kapitalismus vorzuwerfen. Er fand das nicht so lustig.

Seit Beginn des Studiums wähne ich mich in einem intellektuellen Höhenflug. Die Wahrheit ist allerdings: Ich bin krank geworden. Die Krankheit würde ich als akademische Hybris bezeichnen. Dass ich „Hybris“ statt „Überheblichkeit“ sage, ist natürlich eines der Symptome.

Meinen Übermut bekommen meine Eltern oft genug zu spüren. Das endet nicht selten im Streit. Ich bedauere das. Aber wen wundert’s? Schließlich verkehre ich mittlerweile nicht mehr im schulischen Gebrüll, sondern in erlesenen universitären Kreisen. Statt Wechselwirkung heißt es jetzt Reziprozität. Statt „Das ist doch klar!“ heißt es jetzt „Das erscheint mir evident“. Unser Professor schoss den Vogel ab, als er vor Weihnachten sagte: „Ich wünsche Ihnen einen positiven Geschenkeaustausch.“ Kumpel nennen sich mittlerweile Kommilitonen, und ebenso kultiviert ist auch der allgemeine Umgangston: Schluss mit den dümmlichen Penis-Witzen von früher und dem gemeinsamen Anschauen von peinlichen YouTube-Clips. Stattdessen bilden wir in Freistunden akademische Zirkel, um über die Auslegung des Kommunistischen Manifests zu streiten. Ich gehe jetzt ins Theater, trage Bücher von Franz Kafka in meiner Jackentasche herum, höre Charles Mingus und Charlie Parker. Meine Eltern können mit all dem nicht viel anfangen. Über sie, die Kulturbanausen, schüttle ich nur den Kopf. Genauso wie sie über mich.

Wenn zu Hause gerade mal wieder Das Perfekte Dinner, Dschungelcamp oder Germany’s Next Topmodel (ich habe eine jüngere Schwester) läuft, dann schreite ich meistens ein und halte ungefragt einen Vortrag über den Niedergang des Fernsehens und unserer Gesellschaft im Allgemeinen. Die anderen Familienmitglieder lassen das meist über sich ergehen und ringen sich zu einem Lächeln durch.

Warum ich den Kontakt zu meinen Eltern abgebrochen habe

Unsere Community-Autorin Paula hat den Kontakt zu ihren Eltern abgebrochen. Darüber hat sie bei uns bereits geschrieben. Nun erklärt sie, warum.

Meine Geschichte

Ich habe vorletztes Jahr einen Beitrag über den Kontaktabbruch zu den eigenen Eltern geschrieben. Auf diesen gab es – und gibt es auch heute noch – so viele Rückmeldungen, dass ich mich entschlossen habe, erneut darüber zu schreiben.

Ob das nicht doof sei, so ganz ohne Familie, fragten einige: Nein, ganz und gar nicht. Sie kennen meine Familie nicht, sonst hätten sie sich die Frage erspart. Mein Vater ist (?) schwerer Alkoholiker, meine Mutter eine „Ewigunzufriedene”, der nichts nur annähernd gut genug ist. Ich habe eine Entscheidung getroffen mit dem Kontaktabbruch zu Beiden. Eine Entscheidung für mein Leben, für ein glückliches Leben. Ohne das Drama der Vergangenheit. Ohne mich in der Opferhaltung zu suhlen. Ich habe überstanden, was mir zugefügt wurde, ich habe verziehen. Heute bin ich glücklicher als ich es jemals war. Und habe nie Schuldgefühle. Weil ich mich selber achte und respektiere. Und niemanden in meiner Nähe dulde, der das nicht tut. Dieser zweite Artikel soll anderen helfen für sich einen Weg zu finden, soll Mut machen und mit dem Vorurteil aufräumen, dass es da draußen Kinder gibt, die eines Morgens aufwachen und aus dem Nichts beschließen den Kontakt zu ihren Eltern abzubrechen.

Ich bin nicht alleine

Ich habe seit letztem Jahr viele Zusendungen erhalten. „Wir” sind leider viele. Die meisten fragten, ob ich einen Rat habe, ihnen irgendwie den Schritt erleichtern könnte und wie meine Erfahrungen waren. Viele, auch heute wieder, waren erleichtert zu lesen, dass sie nicht alleine sind mit diesem „Problem”, über das man so selten spricht. Ich werde heute versuchen zu erklären, was es mir so „einfach” gemacht hat, diesen endgültigen Schritt zu gehen.

Angeregt wurde dieser Artikel unter anderem von einem anderen Artikel über eine Mutter, die sich einfach nicht erklären kann, wie ihr Kind einfach so mal den Kontakt abgebrochen hatte. Einfach so von heute auf morgen … schon alleine, wenn ich das lese, könnte ich vor Wut durch die Decke gehen. Die Dame hat nun sogar einen Verein gegründet und ein Buch darüber geschrieben (es grüsst herzlich: Die Opferhaltung). „Einfach so” passiert das nie. Man probiert jahrelang gesehen zu werden, ernstgenommen zu werden, verstanden zu werden. Faule Kompromisse werden geschlossen, nur um es den Eltern „recht zu machen”. Einigen ist aber nichts rechtens genug. Statt sich mit anderen Eltern zusammen zu tun, denen es genau so ging, sollten sie lieber alle gemeinsam in eine Gruppentherapie – „Richtig reflektieren und Wahrnehmungstraining” oder „Meine Fehler in der Erziehung und ihre Konsequenzen”

Keine Geduld, keine Kraft und keine Nerven mehr!

Für mich war es ausschlaggebend, dass ich einfach keine Geduld und keine Kraft mehr hatte, mich mit meiner Mutter im Kreise zu drehen. Zu meinem Vater kappte der Kontakt schon als ich 17 oder 18 Jahre alt war, da er sich für den Alkohol entschied und ich das respektierte. Aber ich konnte mir das nicht mehr länger mit ansehen und mich runter ziehen lassen.

Aber zurück zu meiner Mutter. Wir gingen zwei Schritte vor … und 20 zurück, so ging das nach meinem Auszug ungefähr 13 Jahre lang. Bis ich mich vor drei Jahren endgültig verabschiedete. Selbst meine Therapeutin riet mir dazu. Denn es zog mich jedes mal mehr und mehr runter. Und ich war es leid, mich nach jedem Besuch bei ihr tagelang zu Hause einzusperren oder angeschlagen durchs Leben zu laufen. Wozu?

Irgendwann sah ich keinen Grund mehr, den Kontakt aufrecht zu erhalten

Warum auch? Es gab keinen logischen Grund. Nur weil sie meine Mutter war? Nun ja, jemand der sein Kind körperlich und seelisch misshandelt – für mich war das keine „Mutter” im klassischen Sinne. Für mich war sie eine Art Monster, deren Stimmungsschwankungen so unberechenbar waren, wie das Wetter im April. Ich hatte noch jahrelang Alpträume von den „Szenen”, die sie mir machte, wie sie mir ein Radio hinterher warf, im Affekt, weil ich zwei Minuten zu spät war. Oder mich anschrie vor all meinen Freunden, mitten in der Stadt. Ich glaube, die Krönung war, als sie dachte, ich würde ihr denn Mann ausspannen wollen, weil wir uns gut verstanden. Weil wir eine Gemeinsamkeit hatten – das Schreiben. Hätte sie ihre Tochter gekannt, würde sie wissen, dass ihre Tochter nicht auf ältere Männer abfährt, so ganz und gar nicht. Außerdem war dieser Mann mir mehr Vater, als mein leiblicher Vater.

Die Geschichten ließen sich hier zu einem Buch, dicker als die „Herr der Ringe”- Triologie fortführen. Mit 17 zog ich dann endlich aus. Nach zwei Jahren erfolglosen Vermittlungsversuchen vom Jugendamt mit einer Sozialpädagogin, die jede Woche zu uns nach Hause kam, nach unzähligen Besuchen der Polizei bei uns zu Hause, denn die musste nach den Ausbrüchen meiner Mutter öfter antanzen als ihr lieb war. Ich lief auch ein paar mal von zu Hause weg, wenn es wieder ganz schlimm wurde.

Ich probierte es weiter mit ihr. Trotz allem. Immer und immer und immer und immer wieder. Nur gebracht hat es nichts. Es war Zeitverschwendung. Ich hätte mir den Kopf lieber gegen die Wand schlagen sollen … hätte genau so viel Sinn gemacht. Nämlich keinen. Null. Nada.

Knapp zwei Wochen wie gelähmt im Bett

Seinen endgültigen Höhepunkt erreicht das Leiden der ganzen Jahre in den Sommerferien, als ich sie an ihrem Geburtstag besuchte, und nur zwei Tage später abreiste um dann eineinhalb Wochen in meinem abgedunkelten Zimmer im Bett zu liegen. Sie machte mich fertig wegen zwei Eiern, die in einen Teig rein sollten. Sie las vor, ich führte aus, wir wollten mal backen. Wie normale Leute. Ich fragte noch: „Sollen die Eier getrennt werden oder kommen die ganz rein?” „Ganz rein!” Gesagt getan … nur um mir dann ein paar Sekunden später anzuhören: „Die sollten doch getrennt werden, nie kannst du was richtig machen!”

Ich versuchte die Situation zu entschärfen, es sei doch nur ein Teig, wir machen einen neuen, alles easy. Aber es ging nicht, sie kam voll in Fahrt, Vorwürfe und Mist der letzten Jahrzehnte flogen mir förmlich nur so um die Ohren. Geschichten, die ich längst vergessen hatte, wurden ausgepackt, ich sei ja immer schon zu nichts zu gebrauchen gewesen und überhaupt. Wie ein kochender Dampfkochtopf, der kurz vor dem Explodieren steht, stand sie vor mir und schrie mich an. Ich schrie irgendwann zurück, packte meine Sachen ungläubig, dass sie wegen zwei Eiern so eskalierte und ging. Das war so typisch. Sie flippte aus … ich versuchte sie zu beruhigen – was nie gelang – dann flippte ich irgendwann aus und fuhr wieder heim. So ging das Jahr ein, Jahr aus. Knapp 13 Jahre lang. Bis vor drei Jahren.

Ich war halt einfach ein schlimmes Kind – so entschuldigt man den Missbrauch

Danach besuchte ich sie nur noch einmal, schlief aber in einem Hotel, was sie sehr erschütterte. Ich meine wirklich? Nach all den Jahren wunderte sie sich wirklich? Hallo, „Opferhaltung!” Klar war mir der Titel „Schlechteste Tochter des Jahres” einmal mehr sicher. Dass es Gründe wie diesen und andere gab, wollte sie nicht sehen. Sie kam das letze Mal auch einfach so ins Bad geplatzt, als ich dort länger verweilte, beim abschminken. „Was machst du da so lange?”, fauchte sie mich an. Ich stand vor dem Spiegel und schminkte mich ab, dabei hörte ich Musik aus meinem iPhone, wie so oft … Wie dumm ich drein geschaut habe, konnte ich im Spiegel sehen. „Ich feiere hier eine wilde Drogenorgie Mutter, mit vielen Männern. Willst du nicht mitmachen?”, fragte ich sie schnippisch und verließ das Badezimmer. Ich sprach kein Wort mit ihr an diesem Abend. Was sollte das denn bitte? Dafür schwieg sie mich am nächsten Tag an, ich fuhr wieder ab.

Ab und an versuchte ich mit ihr die Vergangenheit zu bewältigen. Das, was ich dabei immer hörte: „Du warst ein schlimmes Kind, warte ab bis du mal Kinder hast, ich wünsche dir, dass deine Kinder werden wie du!” Klar, wie immer sind die anderen Schuld, vor allem ich. War ich doch auch das einzige Kind weltweit, dass sich selber auf die Welt gebracht hat. Meine Eltern wurden nämlich nie müde mir zu sagen, dass es ihnen ohne mich besser ergangen wäre im Leben. Ich hatte eh immer Schuld an allem. Und ich war ein schlimmes Kind. Noch Fragen?

„Sie müssen sich selber die Mutter sein, die sie nie hatten. Sie müssen sich selber trösten, sich lieben, auf sich achten und respektieren!”

Das sagte meine Therapeutin damals zu mir – und es half. Denn ich musste einfach einsehen: Wenn ich meinen Seelenfrieden wollte, musste ich den Kontakt kappen. Und ihr verzeihen. Nicht um ihretwillen. Sondern für meinen Seelenfrieden. Ich wollte ihr absolut keine Macht mehr über mich geben. Ich wollte nur noch abschliessen und ein glückliches Leben haben.

Und überhaupt: Nichts wird gut genug sein, nichts wird so sein wie ich es als Tochter gerne hätte, ich jagte einer Illusion hinterher. Auch, weil es die Gesellschaft von mir forderte. Und auch, weil ich meinen Freunden und Bekannten nie, wirklich nie erzählte, was man zu Hause mit mir machte oder gemacht hat. „Es geht niemanden etwas an, was in unserer Familie passiert!” brannte sich tief ein in meine Seele. Ich brauchte ganz lange um mich davon zu lösen. Doch teilweise schäme ich mich heute immer noch für das was ich durchleben musste. Völlig zu unrecht.

Und ich stellte fest mit dem ersten Beitrag

Ich bin nicht alleine. Da draußen gibt es ganz viele erwachsene Männer und Frauen, denen es genauso geht. Die auch die Hölle auf Erden durchlebt haben, an einem Ort der einem Sicherheit, Liebe und Geborgenheit geben sollte. Erwachsene die nicht den Mut finden ihren Eltern ihre Grenzen aufzuzeigen. Die sich nicht trauen, der Gesellschaft und ihren Ansprüchen einen dicken Mittelfinger zu zeigen. Die Schuldgefühle haben, die sich verantwortlich fühlen für das Glück ihrer Eltern.

Ich habe eine klare Botschaft für euch: Fangt an, euch als vollwertige Menschen zu sehen. Ihr seid liebenswert, besonders und vor allem: ihr seid stark! Ihr seid nicht verantwortlich für das Glück eurer Eltern. Ihr schuldet euch selber aber Respekt, Liebe und euren Seelenfrieden. Ihr schuldet niemanden eine Erklärung für eure Entscheidung. Lasst euch professionell begleiten, wenn ihr es nicht alleine schafft, es ist keine Schande sich Hilfe zu holen. Es ist euer Leben. Ihr seid dafür verantwortlich. Und manchmal muss man sich schützen, um nicht daran zu Grunde zu gehen. Fangt an euch selber zu lieben und setzt euch niemanden aus, der euch fertig macht, euch nicht respektiert oder euch gequält hat. Man rät ja auch niemanden sich seinem Peiniger zu stellen, und ihn gern zu haben, nach dem man ihm entkommen ist, oder?

An die Gesellschaft

Hört auf die ach so armen Eltern solcher Kinder zu bemitleiden und die Kinder zu verurteilen. Die Eltern wollen nicht zugeben, was sie falsch gemacht haben. Oder sehen nicht, wo das Problem lag. Und da lag sicher ein Problem vor, niemand der eine liebevolle, „normale” Kindheit hatte, verhält sich so. Nach knapp über 15 Jahren mit Kindern und Erwachsenen, im Beruf und auch privat, habe ich noch kein Elternteil erlebt, das zugegeben hat das Kind misshandelt zu haben. Sei es emotional oder körperlich. Aber sich dann als das Opfer hinstellen, weil das Kind „einfach so von heute auf morgen” den Kontakt verweigert. Ehrlich? Jeder der sich ein wenig mit Kindern und Bezugspersonen auseinander setzt,weiß: Kinder würden alles tun, um von ihren Eltern geliebt zu werden. Kinder akzeptieren auch vieles von ihren Eltern, um geliebt zu werden … Für die Kinder sind die Eltern das Ein und Alles, egal, was die Eltern anstellen. Sich dann von diesen zu trennen, aus welchen Gründen auch immer, erfordert extrem viel Mut, Zeit und Kraft. Niemand „kündigt” einfach mal so über Nacht seinen Eltern aus einer Laune heraus. Den Eltern, die das behaupten würde ich dringend zu einer Therapie raten, damit sie lernen sich und ihr Verhalten zu reflektieren.

Paula im Garten ihrer Mutter (Quelle: privat)

Das ist das letzte Bild, das meine Mutter von mir aufgenommen hat. Ich hatte ihr einen Schneemann im Garten gebaut um sie aufzumuntern. Das Bild trügt, auch wenn ich lache, denn sie machte auf meinen Wunsch hin zwar das Bild, schnauzte mich aber im selben Augenblick wegen des Topfes an, den ich ohne ihre Erlaubnis für den Schneemann aus dem Schrank nahm. Danach, packte ich meine Sachen erneut und fuhr zurück in die Schweiz. Zur Info: Meine Mama wohnt vier Stunden Zugfahrt von mir weg …

Dieser Text ist bereits auf Paulas Blog erschienen. Wir freuen uns sehr, dass sie ihn auch hier veröffentlicht.

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Thema: Ich verachte meine Eltern

Hallo liebe Forengemeinde,
ich weiß eigentlich sollte man seine Eltern lieben und in Ehren halten, aber ich kann es einfach nicht.
Ich bin zwar schon 25 Jahre alt, mache aber vieles noch von meinen Eltern abhängig.
Ein Grund warum ich sie verachte ist ihre Oberflächlichkeit.
Beispiel: Vor 3 Jahren habe ich meinen Eltern meinen Freund (jetzt Ex) vorgestellt. Später als ich mit meinen Vater alleine im Raum war hat er sich total über sein Gesicht lustig gemacht. Sein Gesicht ist tatsächlich sehr markant… Als zu meinem letzten Geburtstag meine Eltern einige meiner Freunde kennengelernt haben, meinte meine Mutter später zu mir „Du, dieser P. ist ja so hässlich!“. Auch machen sie sich über die Leute im Fernsehen lustig (z.B. „Bauer sucht Frau“). Dabei sind sie selber nicht besonders schön sondern könnten glatt bei diesen Sendungen mitspielen -_-
Obwohl ich Oberflächlichkeit als extrem schlimme Charaktereigenschaft empfinde, bin ich es selbst. Wie auch nicht, wenn man solche Eltern hat?
Ein weiterer Grund ist die Dummheit meiner Mutter.
Neulich sagte ich zu einer Arbeitskollegin, dass meine Mutter dumm ist. Sie meinte darauf hin, dass man so eigentlich nicht über seine Eltern reden sollte.
Tatsache ist jedoch: Meine Mutter ist tatsächlich nicht die Hellste.
Beispiel: Als Jugendliche habe ich gemerkt, dass ich eine Therapie bräuchte. Meine Mutter meinte jedoch, dass das übertrieben wäre und die mich da in eine Zwangsjacke stecken würden.
Weil sie den Unterschied zwischen einen Psychologen und einer Psychiater nicht kannte, habe ich keine Therapie gemacht, obwohl ich dringend eine nötig gehabt hätte. Ich habe meine gesamte Jugend und bis ins frühe Erwachsenleben hinein unter Skin Picking gelitten. Aus Scham konnte ich meine Haut nicht zeigen, keine knappen Tops tragen oder im Sommer an den Strand gehen.
Intim zu werden mit einem Mann war für mich auch daher lange Zeit nicht denkbar gewesen.
Als ich klein war sagte ich öfter mal folgenden Satz wenn ich Mist gebaut habe: „Ich kann nichts dafür, dass ich so bin. Das liegt an meiner Erziehung!“
Oft habe ich auch meiner Mutter gesagt, dass sie mich falsch erzieht. Das war in meiner Pubertät. Ich sagte meiner Mutter dann wie es besser wäre mich zu bestrafen. Sie meckerte mich auch oft aus, sagte jedoch dann nicht warum oder was genau ich falsch gemacht habe.
Im großen und ganzen versuche ich heute den Kontakt zu meinen Eltern zu meiden. Meine Mutter schreibt mir ständig auf Facebook oder macht mir Freundschaftsanfragen. Ich will aber nicht mit ihr befreundet sein.
Wir sehen uns vielleicht 4 mal im Jahr, meistens zu den Feiertagen. Das reicht mir schon.
Ich hasse meine Mutter dafür, weil ich glaube, dass alles Schlechte was mich ausmacht von ihr kommt. Heute gebe ich ihr die Schuld dafür, dass ich mein Leben so eingerichtet habe, wie sie es gerne hätte.
Sie ist dafür verantwortlich, dass ich große Angst davor habe mein Leben so zu gestalten, dass ich glücklich bin.
Ein weiterer Grund: Mein Vater
Mein Vater hielt sich aus der Erziehung größtenteils raus. Manchmal denke ich, dass ich dadurch so etwas wie einen Vaterkomplex bekommen habe. Ich hatte zwar bisher keinen älteren Partner, dafür sind die paar Freunde die ich habe fast doppelt so alt wie ich.
Lange Zeit habe ich meinen Vater bewundert. Mittlerweile verachte ich ihn auch. Er tut immer so, als sei er der schönste oder er sei Gott (das jedoch um witzig zu wirken). Gegenüber vertauten Menschen hat er eine große Klappe. In Wirklichkeit ist er jedoch schüchtern und ein armseeliges Würstchen.
Zärtlichkeiten oder generell Berührungen gab es in meiner Kindheit nicht. Mein Vater schüttelt mir heute jedes Jahr zum Geburtstag die Hand. Ich glaube eine intensivere Berührung gab es zwischen uns nie. Von meiner Mutter kamen in meiner Kindheit nur „Funktionsberührungen“, z.B. um mich anzuziehen, Haare zu kämmen, u.s.w.
Als ich älter wurde hatte ich sehr große Schwierigkeiten mit Berührungen umzugehen. Küssen finde ich bis heute eklig. Umarmungen mag ich dagegen mehr.
Als Jugendliche habe ich meinen kleinen Bruder Süßigkeiten angeboten, nur damit er mich umarmt. Er tat es zwar, fand es aber widerlich.
Es hat lange gedauert, bis ich mich auf eine Beziehung eingelassen habe. Erst mit 21 Jahren habe ich mir einen Freund (jetzt Ex) gesucht. Er war so ziemlich das Gegenteil von meinen Vater. Ich wollte auf jedenfall jemanden wo ich das Sagen habe, nicht so wie bei meinen Eltern. Meine Mutter ist total von meinen Vater abhängig. Das finde ich unmöglich. Eigentlich bin ich der Meinung sie sollten sich scheiden lassen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie glücklich alt werden. Mein Vater meinte jedoch, dass er bei der Hochzeit ein Versprechen gehalten hat, was er niemals brechen wird.
Ist es berechtigt die Schuld für mein Versagen noch immer auf meine Eltern zu schieben? Wie ich drauf bin habe ich ja bereits ins Forum („Ich bin dumm“) geschrieben. Sie haben mich zu einen Mensch erzogen, der Angst hat, der einen verschrobenen Charakter hat und an Selbstzweifel zerbricht.
Ist meine Behauptung berechtigt oder suche ich nur einen Sündenbock?
Darf ich meine Eltern verachten?
Darf ich ihnen die Schuld dafür geben was ich jetzt bin?
Zu guter Letzt:
Was ich an ihnen sehr schätze ist, dass sie mich nie geschlagen haben, obwohl ich ein sehr zappliges und nerviges Kind war.
Auch sind sie sehr hilfsbereit, wenn ich zum Beispiel Hilfe beim Renovieren brauche.
Meine Mutter ist eine gute Köchin und mein Vater hat ein gutes umfangreiches Wissen und ist handwerklich sehr geschickt.
Trotzdem sind sie für mich so etwas wie Antihelden, aus der mittleren Unterschicht.
Bin gespannt auf Antworten
LG
Stressi

115 tolle Deine-Mutter-Witze für jeden Anlass (+ Top 10)

Wenn deine Freunde Flachwitze lieben, sind Deine-Mutter-Witze genau das Richtige für dich. Bring sie mit einigen Klassikern zum Lachen und überrasche sie mit neuen Witzen, die sie garantiert noch nicht kennen. Diese 115 Deine-Mutter-Witze sind so stumpf, dass man nur über sie lachen kann.

Deine-Mutter-Witze – ein internationales Phänomen

Deine-Mutter-Witze auf aller Welt

Es ist nicht zu leugnen: In den meisten Ländern wird die Beleidigung der eigenen Mutter durch jemand anderen als stärkste Beleidigung empfunden. Eine Studie hat herausgefunden, dass sich in 66 der 103 Sprachen die beleidigendsten Sprüche an Mütter richten. Lediglich in 20 Sprachen gab es Sprüche, die Väter beleidigen.

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In der Regel werden Beleidigungen gegen die Mutter eines Anderen von Männern genutzt, um andere Männer zu beleidigen oder sich über sie lustig zu machen. Durch die hervorgerufene Reaktion soll das Verhältnis zur Weiblichkeit offengelegt werden. Es gilt demnach als ‘schwach’, wenn man sich von Deine-Mutter-Sprüchen provozieren lässt. Ziel dieser Beleidigungen ist es meistens, in einer Art Duell zu beweisen, wer den längeren Atem hat. Es ist ein Battle, bei dem nicht nur Kreativität gefragt ist, sondern auch genügend Selbstbewusstsein, um die Witze über die eigene Mutter ignorieren zu können.

Mittlerweile ist es nicht unüblich, dass Deine-Mutter-Witze einfach so erzählt werden, ohne dass sich jemand davon persönlich angegriffen fühlt. Sie wurden zu einem abstrakten Phänomen, einer Art Running Gag, die auch heute noch vor allem den Humor von Jungen oder Männern treffen.

Auch Deine-Mutter-Witze haben eine Geschichte

Unglaublich aber wahr: Der erste Deine-Mutter-Spruch ist über 3.500 Jahre alt. Er wurde 1976 auf einer alten babylonischen Tafel entdeckt, die aus dem Jahr 1500 vor Christus stammt. Darauf geschrieben war übersetzt: „…deine Mutter ist bei dem, der mit ihr Geschlechtsverkehr hat. Was/wer ist es?“ Aus heutiger Sicht vermutlich nicht der beste Deine-Mutter-Witz und durch die Übersetzung wohl auch stark abgeändert, doch man versteht eindeutig, was gemeint ist.

Auch in der Bibel und bei Shakespeare findet man Sprüche, die gegen Mütter gerichtet sind. Einen Mann tief zu treffen, ging schon immer über die Beleidigung seiner Mutter. Heute etwas bekannter ist das Spiel „The Dozens“, das in der Harlem-Renaissance entstand. Es ist insbesondere in afroamerikanischen Gesellschaftsgruppen beliebt und hat sich auf die Rap-Landschaft erstreckt. Im Prinzip ist dieses Spiel eine Art Schlagabtausch, ein Battle, bei dem im Fokus steht wie dick, hässlich oder dumm die Mutter des Gegners sei.

Von 2006 bis 2007 lief sogar die Show „Yo Momma“ auf MTV, in der es hauptsächlich darum ging, auf möglichst kreative und komische Art und Weise Deine-Mutter-Witze auszutauschen. Auch deutsche Comedians wie Carolin Kebekus machen sich diese Art von Witzen zu eigen (z.B. „Deine Mutter ist der Vater von Darth Vader, ist stockblind und sagt see you later.“) und natürlich werden die beliebten Sprüche auch zu Werbezwecken verwendet. Beispielsweise warb Lieferheld mit dem Spruch: „Deine Mutter bestellt Pizza – online oder per App.“

115 Deine-Mutter-Witze in 4 Kategorien

115 Deine-Mutter-Witze in 4 Kategorien

Deine-Mutter/Mudder/Mudda-Witze – jeder kennt sie, viele verabscheuen sie, aber auch viele lieben sie. Deine-Mutter-Witze gehören zu den altbekannten Flachwitzen. Sie treffen einen eher stumpfen Humor und sollten nur Freunden erzählt werden, die du wirklich gut kennst. Wenn dir jemand einfällt, der stumpfe Witze genauso mag wie du, kannst du ihn regelmäßig mit den lustigen Sprüchen zum Lachen bringen. Verschicke die Witze bei WhatsApp oder Facebook oder erzählt sie euch persönlich und schaut, wer die meisten kennt.

Top 10 Deine-Mutter-Witze

Viele der Witze über Mütter sind hart und bringen so manchen an die Grenzen des Humors. Damit niemand auf deine Witze mit „Okay, das geht zu weit.“ reagiert, sondern herzhaft lachen kann, haben wir im Folgenden unsere Top 10 für dich. Diese Deine-Mutter-Witze sind zwar immer noch stumpf, aber nicht ganz so hart wie manch andere. Hier findest du weitere Witze zum Totlachen.

  1. Deine Mutter arbeitet bei IKEA als unterste Schublade.
  2. Dein Vater nennt deine Mutter „Du-weißt-schon-wer“.
  3. Deine Mutter schüttet Actimel über den Computer, damit er gegen Viren geschützt ist.
  4. Deine Mutter hat sich als Weihnachtsmann bei Coca Cola beworben.
  5. Deine Mutter kämpft mit Enten im Park um die letzten Brotkrümel.
  6. Google Earth hat angerufen, deine Mutter steht im Bild.
  7. Wenn deine Mutter niest, weiß jeder wovon Tokio Hotel gesungen hat.
  8. Deine Mutter denkt nachhaltig und trinkt am Pfandautomaten die Reste aus den Flaschen.
  9. Der Einzige, der noch über Deine-Mutter-Witze-Lacht ist dein Vater.
  10. Deine Mutter zieht Katapulte nach Gondor.

Insider Deine-Mutter-Witze

Insider sind für die Eingeweihten immer noch lustiger als normale Witze, die jeder Versteht. Es gibt den kleinen Bonus des Vorwissens, der nur einen bestimmten Kreis anspricht. Je kleiner der Kreis, umso lustiger der Witz. Die folgenden Deine-Mutter-Witze lassen sich demnach nur verstehen, wenn du zu den Eingeweihten gehörst. Dabei zählt der Kontext einiger Witze schon fast zum allgemeinen Wissen, mancher bezieht sich auf Generationen und manche nur auf ein ganz bestimmtes Publikum. Themen können unter anderem Serien, Prominente, Spiele, Politik oder Werbung sein. Deine Freunde werden garantiert lachen, wenn sie den Kontext kennen. Hier findest du weitere, garantiert lustige Witze.

  1. Deine Mutter hat Schulden bei Peter Zwegat.
  2. Deine Mutter ist die Kugel in Indiana Jones.
  3. Deine Mutter hat hat schon um neun ‘ne ganze Packung Knoppers gegessen.
  4. Deine Mutter läuft bei Super Mario nach links.
  5. Popeye ist Spinat, um stark zu werden. Deine Mutter isst alles und hört gar nicht mehr damit auf.
  6. Deine Mutter ist so fett, der Zauberspruch „Wingardium Leviosa“ wirkt bei ihr nicht.
  7. Deine Mutter wartet keine 5 Minuten bis die 5-Minuten-Terrine fertig ist. Sie schüttet sich das Pulver in den Mund und spült mit kochendem Wasser nach.
  8. Wenn deine Mutter ein Happy Meal bestellt, fängt es an zu weinen.
  9. Deine Mutter hat sich bei den Wollnys beworben.
  10. Deine Mutter benutzt den Telefonjoker, um sich essen liefern zu lassen.
  11. Deine Mutter kann ihr Profilbild bei Facebook nicht speichern – die Datei ist zu groß.
  12. Als der Nachtkönig deine Mutter gesehen hat, drehte er um und kam nie wieder zurück.
  13. Deine Mutter arbeitet als Teppich für Chuck-Norris.
  14. Deine Mutter schreibt Fremde bei Knuddels an.
  15. Die Bahn hat Verspätung, weil deine Mutter im Weg steht. Die Durchsage lautet: „Spielende Kinder auf den Gleisen“, um keine Massenpanik auszulösen. Der Zugführer ist jetzt in Therapie.
  16. Deine Mutter ist wie die Weimarer Republik. Ihre Verfassung könnte besser sein.
  17. Deine Mutter ist sogar in Minecraft rund.
  18. McDonalds hat angerufen, deine Mutter steckt in der Rutsche fest.
  19. Deine Mutter spielt bei Mitten im Leben mit.
  20. Deine Mutter klaut Gratis-Socken bei Deichmann.
  21. Wenn deine Mutter sich auf die Waage stellt, sieht sie ihre Telefonnummer.
  22. Deine Mutter benutzt ihr iPhone als Hammer.
  23. Deine Mutter ist in Hodor verliebt.
  24. Deine Mutter kippt beim Joghurt mit der Ecke die große in die kleine.
  25. Deine Mutter ist in Chewbacca verliebt. Sie dachte nie, dass sie jemanden findet, der genauso haarig ist.
  26. Deine Mutter stürzt öfter ab als Windows.
  27. Deine Mutter schreibt die Texte für Scooter.
  28. Deine Mutter raspelt Kokosnüsse bei Bounty.
  29. Deine Mutter macht Passfotos mit Google Earth.
  30. Deine Mutter arbeitet bei Weightwatchers als Vorher-Bild.

Die Klassiker der Deine-Mutter-Witze

Die Klassiker der Deine-Mutter-Witze

Hier findest unter anderem klassische Sprüche wie „Deine Mutter ist so dumm, …“ oder „Deine Mutter ist so hässlich, …“. Diese Art von Sprüchen ähneln sehr dem „The Dozens“-Spiel der amerikanischen Harlem-Renaissance, die maßgeblich zur Verbreitung der Deine-Mutter-Witze beigetragen hat. Mittlerweile finden sich allerdings auch viele Deine-Mutter-Witze, die wie normale Witze formuliert sind und nicht mehr im ersten Satzteil betonen, was die Mutter ist, um dann zu erklären warum sie es ist. So oder so, findest du hier sicherlich etwas, das deinen Humor trifft. Wenn du die klassischen Deine-Mutter-Witze magst, sind sicherlich auch diese Chuck-Norris-Witze etwas für dich.

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  1. Deine Mutter liebt ihren Hund. Er ist der Einzige der WAU sagt, wenn er sie sieht.
  2. Deine Mutter läuft Barfuß, damit ihr niemand was in die Schuhe schieben kann.
  3. Das ist nicht der Mond. Das ist deine Mutter am Himmel, die dort sitzt seit Chuck-Norris ihr einen Roundhouse-Kick verpasst hat.
  4. Deine Mutter arbeitet am Strand als Schatten.
  5. Deine Mutter stampft Trauben für Tetrapack-Wein.
  6. Das Tote Meer hieß früher mal Lebenssee – bis deine Mutter darin baden ging.
  7. Deine Mutter rennt dem Eiswagen hinterher und hat ihr Geld vergessen.
  8. Deine Mutter arbeitet auf der Baustelle als Gegengewicht vom Kran.
  9. Wenn deine Mutter am Strand liegt, kommt Greenpeace und rollt sie zurück ins Meer.
  10. Deine Mutter kocht Wasser nach Rezept.
  11. Deine Mutter isst rohe Zwiebeln.
  12. Deine Mutter liebt dich nur wegen dem Kindergeld. Sie kauft sich davon ihre monatliche Mayo-Ration.
  13. Deine Mutter wird von 30 Großwildjägern gesucht.
  14. Der Gürtel deiner Mutter ist der Äquator.
  15. Deine Mutter ist das Nebelhorn auf nem Kreuzfahrtschiff.
  16. Deine Mutter fragt bei McDonalds nach der Weinkarte.
  17. Deine Mutter heißt Ottfried und ist der Bulle von Tölz.
  18. Wenn deine Mutter tanzen geht, bekommt der Begriff Walzer ‘ne ganz neue Bedeutung.
  19. Deine Mutter schminkt sich mit Edding.
  20. Deine Mutter arbeitet in der Losbude als Niete.
  21. Deine Mutter ist so fett, wenn sie bei McDonalds ist, wird sie gefragt, was sie nicht bestellen will.
  22. Wenn deine Mutter auf dem Bauch schläft, bekommt sie Höhenangst.
  23. Deine Mutter ist die Einzige, die noch über Deine-Mutter-Witze lacht.
  24. Deine Mutter heißt Herbert und ist der stärkste im Knast.
  25. Wenn deine Mutter in einen Film ab 18 geht, bringt sie 17 Freunde mit.
  26. Deine Mutter isst Kürbisjoghurt mit ganzen Früchten.
  27. Deine Mutter heißt Dieter und ist der Haarigste im Zoo.
  28. Deine Mutter ist so dumm, sie lacht die hässliche Frau im Spiegel aus.
  29. Wenn deine Mutter an meinem Haus vorbeigeht, ist es drei Tage dunkel.
  30. Deine Mutter hat Schulden bei „Wer wird Millionär“.
  31. Deine Mutter hat damals herausgefunden, dass man Schimmelkäse essen kann.
  32. Deine Mutter ist so fett, ihr Bewerbungsfoto geht über drei Seiten.
  33. Wenn deine Mutter in den Pool springt, ist das Becken leer.
  34. Deine Mutter ist so hässlich, dein Vater nimmt sie mit auf die Arbeit, damit er ihr keinen Abschiedskuss geben muss.
  35. Deine Mutter wurde von Aliens entführt. Sie haben sie nach fünf Minuten wieder zurückgebracht.
  36. Wenn deine Mutter Zwiebeln schneidet, weinen die Zwiebeln.
  37. Deine Mutter sitzt in der Mülltonne und singt „It’s my life“.
  38. Deine Mutter macht im Aldi den Einkaufswagen voll, rennt zur Kasse und sagt: „Zum hier essen“.
  39. Deine Mutter arbeitet auf einem Fischkutter – als Geruch.
  40. Deine Mutter ist so fett, sie muss ihre Hosen auf der Straße bügeln.
  41. Wenn der Geier ausstirbt, ist deine Mutter der hässlichste Vogel auf der Welt.
  42. Deine Mutter ist so dumm, sie steht vor der Rolltreppe und zählt die Stufen.
  43. Deine Mutter ist so fett, sie piept, wenn sie rückwärts geht.
  44. Wenn deine Mutter ‘nen gelben Mantel anzieht, laufen die Leute hinter ihr her und rufen „Taxi!“.
  45. Deine Mutter ist so fett, als ich ihr gegenüberstand und mich umdrehte, war sie immer noch da.
  46. Deine Mutter bekommt im Kino Gruppenrabatt.
  47. Deine Mutter schaut sich bei YouTube Tutorials fürs Brotschneiden an.
  48. Die Titanic ist nicht gegen einen Eisberg geprallt, das war deine Mutter.
  49. Deine Mutter macht fünf Diäten, weil sie sonst nicht satt wird.
  50. Deine Mutter sitzt an der Bushaltestelle und trinkt Ketchup aus der Flasche.
  51. Deine Mutter hat eine eigene Postleitzahl.
  52. Wenn deine Mutter strippt, bekommt sie viel Geld – dafür, dass sie sich schnell wieder anzieht.
  53. Deine Mutter bestellt sich gleich zweimal „All you can Eat“.
  54. Deine Mutter arbeitet bei der Marine – als Landeplatz für Hubschrauber.
  55. Der Arzt hat deiner Mutter Sport empfohlen, deshalb guckt sie jetzt die Fußball EM.
  56. Deine Mutter steht vor einer Glastür und guckt durch’s Schlüsselloch.
  57. Deine Mutter setzt sich in eine Badewanne voll mit Fanta, damit sie auch mal aus einer Limo winken kann.
  58. Deine Mutter hat eine Laufmasche in ihrer Jeans.
  59. Deine Mutter setzt beim Online-Poker eine Sonnenbrille auf.
  60. Deine Mutter kriegt beim Elternabend ‘nen Klassenbucheintrag.
  61. Deine Mutter trug zu ihrer Hochzeit eine Burger-King-Krone.
  62. Deine Mutter zieht Flip Flops mit einem Schuhlöffel an.
  63. Deine Mutter lässt sich einen Dreitagebart wachsen – in 12 Stunden.
  64. Deine Mutter wirft einen Stein auf den Boden und trifft nicht.
  65. Deine Mutter sammelt Laub für einen Blätterteig.

Scherzfragen über „Deine Mutter“

Scherzfragen über „Deine Mutter“

Die folgenden Witze sind Scherzfragen. Das bedeutet, sie bestehen aus einer Frage und einer unerwarteten Antwort. Deine-Mutter-Scherzfragen können auch für diejenigen lustig sein, die sonst keine Deine-Mutter-Witze mögen. Sie sind nämlich nicht nur aufgrund ihrer Thematik lustig, sondern haben durch die überraschende Antwort viel komisches Potential.

Ähnlich wie bei Wortspielen denkt der Leser oder Zuhörer kurz nach, um dann mit der Pointe des Witzes überrascht zu werden. Schreibe deinem Freund zum Beispiel nur die Frage bei WhatsApp und warte ab, ob er selbst auf die Antwort kommt. Wenn er dich darum bittet, deinen Witz aufzulösen, muss er garantiert lachen.

  1. Was ist 200 km/h schnell und rollt über die Autobahn? – Deine Mutter mit McDonalds-Gutscheinen.
  2. Was antwortet deine Mutter, wenn sie gefragt wird, was die Hälfte von sechs ist? – Halb sechs.
  3. Warum freut sich deine Mutter über ein Puzzle, das sie in 4 Monaten fertig bekommen hat? – Weil auf der Packung steht 3-4 Jahre.
  4. Was ist der Unterschied zwischen Milch und deiner Mutter? – Die Milch gibt es auch in fettarm.
  5. Warum behauptet deine Mutter, sie wäre Veganerin? – Damit sie wenigstens irgendwo dazugehört.
  6. Wie schreckt deine Mutter ihre Eier ab? – Mit ihrem Gesicht.
  7. Warum fällt der Baum um, wenn deine Mutter daran lehnt? – Der Klügere gibt nach.
  8. Wie bringt man Gott zum Weinen? – Zeig ihm deine Mutter.
  9. Warum wirft deine Mutter Brot ins Klo? – Sie will die WC-Ente füttern.
  10. Womit verdient deine Mutter heimlich ihr Geld? – Sie arbeitet als Hüpfburg auf Kindergeburtstagen.

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Manchmal ist es wirklich zum Verzweifeln:
Da hat man gearbeitet, die Wohnung einigermassen in Schuss gehalten, zum 30. Mal das Wohnzimmer aufgeräumt, Kleider sortiert, die Wäsche aufgehängt, die Kinder getröstet, Bücher erzählt, Frisuren geflochten, Brötchen geschmiert, beim Versteckspiel geholfen (obwohl man es hasst hinter Vorhänge und und Sofas zu kriechen…). Man war mit den Kindern im Schlepptau einkaufen, hat mit viel Verständnis die 3 Trotzphasen am Vormittag überstanden, hat die Kinder abgelenkt, mit ihnen gebastelt, sie in all ihren Belangen ernst genommen.
Und unsere Kids?
Die räumen dafür brav ihr Zimmerchen auf, spielen 2 Stunden ohne Streit mit der jüngeren Schwester, helfen im Haushalt, schweben engelsgleich durch die Wohnung, sind ohne Pause hilfsbereit und nett und machen uns so so unglaublich happy, dass wir uns direkt vorstellen könnten, noch drei weitere Kinder zu bekommen…
Ha! Musstet ihr auch grad laut lachen?
Denn genau SO, läuft es in den wenigsten Fällen ab.
Überhaupt, ganz und gar nicht.

Warum ist mein Kind bloss so frech?

„Blablabala, ich höre dir gar nicht zu!“
„Ist mir doch schnurz, was du sagst. Ich mach das eh nicht!“
„Tja, Pech für dich.“
„________ (hier ein beliebiges Schimpfwort einsetzen) – Mama oder Papa“.
„Ich hasse dich. Ich will lieber bei der Oma wohnen.“
„Die Mama meiner Freundin ist viel netter als du.“
„Du bist soooo blöd und dumm.“

Genau diese „frechen“ und „ungezogenen“ Antworten treiben uns regelmässig zur Weissglut. Wir haben doch ALLES gemacht, damit es dem Kindlein gut geht und als Dank gibt’s so was.
Mit diesen „Kränkungen“ umzugehen ist nicht ganz einfach und wir tun dann meistens genau das, was in der Situation völlig kontraproduktiv ist. Wir werden wütend, fangen an zu schimpfen, stossen wilde Drohungen aus („Wenn du jetzt nicht sofort anständig bist, dann nehm ich dir dein Feuerwehrauto weg, streichen wir dir dein Geburtstagsfest, darfst du am Abend nicht TV glotzen“), werten das Kind als Person ab und nicht sein Verhalten („Du bist heute echt wieder unmöglich“. Warum bist du immer so frech, findest du das eigentlich lustig? Kannst du eigentlich auch mal anständig mit mir reden?“)
Wenn Kinder nicht kooperieren, frech und ungehorsam sind, dann klingeln oft sämtliche Alarmglocken. Man fühlt sich überfordert, zurückgestossen, nicht wertgeschätzt, ungeliebt und manchmal hat man sogar das Gefühl, dass wirklich etwas an der Eltern-Kind Beziehung nicht stimmt.

„Mein Kind mag mich nicht mehr!“
„Ich habe als Mutter versagt!“
„Was mach ich nur falsch, dass er sich so benimmt?“
„Nur mein Kind ist so frech und undankbar!“

Damit man vielleicht etwas ruhiger und gelassener reagieren kann, muss man Folgendes verstehen:

Freche, provozierende Antworten sind eine kindliche Strategie. Kinder wollen uns Eltern damit etwas mitteilen.
Auch wenn man das vielleicht im Moment nicht recht nachvollziehen kann und einem dieses Verständnis in der Situation oft komplett fehlt. Es ist aber so.
Diese „frechen“ Antworten sind eine Reaktion auf etwas, mit dem die Kinder nicht einverstanden sind.

Um freche, provozierende Antworten zu verstehen und mögliche Lösungsansätze zu finden, muss man wissen, WAS Kinder eigentlich damit meinen. Oft ist es für sie die einzige Möglichkeit zu sagen:
„Hey, ich hab mich jetzt aber wirklich sehr, sehr über dich geärgert. Ich bin damit nicht einverstanden.“

„Blablabala, ich höre dir gar nicht zu!“

Damit will das Kind eigentlich sagen:
„Ihr redet einfach viel zu viel. So viele Anweisungen, Drohungen, Befehle, die ich jeden Tag von euch bekomme, kann ich gar nicht mehr aufnehmen. Redet doch einfach etwas weniger, wenn ihr etwas von mir wollt, dann kommt zu mir hin, gebt klare und ruhige Anweisungen und textet mich nicht den ganzen Tag zu.“

Erziehungsfalle Nr. 1 – Zu viele Anweisungen

Erziehungsfalle Nr. 3 – Von weit her rufen

Erziehungsfalle Nr. 4 – Ungenaue Anweisungen

Sagt was ihr meint und redet Klartext

Blablabla

Die Elternantwort lässt dann oft nicht lange auf sich warten:

„So redest du aber nicht mit mir mein Fräulein!“
„Das sag ich dem Nikolaus!“
„Wenn du so weitermachst, dann darfst du morgen nicht in den Zirkus gehen!“

Was könnte man als Eltern denn sonst noch sagen?

Wenn man wirklich konstruktiv auf diese „Blablabla“- Antwort eingehen möchte, dann gibt es folgende Möglichkeiten:
1. „Oh ich merk grad, du denkst ich schimpfe zu viel mit dir, ich texte dich zu viel zu. Das ist gut möglich. Ich bin einfach wirklich ziemlich sauer, dass du deine Sachen wieder hier hast liegen lassen.
Wie wollen wir das machen?
Hast du deine Idee?“
Das kann sein, dass man als Eltern vielleicht ein bisschen mit hilft, dass man sich mal in Ruhe zusammen setzt und mal ein paar Abmachungen trifft, wie das in Zukunft aussehen soll.
Immer die gleichen Diskussionen!

2. Man kann auch einfach mal still sein, sich seinen Kommentar verkneifen und dann ein bisschen später nochmals das Gespräch suchen, ruhig seine Wünsche und Ansichten vorbringen und gemeinsam eine Lösung finden.

Vielleicht denkt ihr jetzt:
Hä? Warum soll ich auf ein freches „Blabla“ meiner Kids mit einem gewissen Verständnis reagieren.
Ist doch jetzt nicht meine Schuld, wenn die mir solch freche Antworten geben?

Es geht hier auch nicht um Schuldzuweisung, sondern ganz einfach um die Frage:

Warum passiert das und wie kommen wir da wieder raus?

Wenn man nämlich ständig nur mit Schimpfen und Drohen reagiert, kann man diesen Teufelskreis kaum verlassen. Deshalb ist es wichtig, GENAU hinzuschauen, denn Kinder spiegeln oft einfach nur unser Verhalten.
Ein bisschen zurück stehen, sich immer wieder überlegen:
„Warum hab ich das jetzt gesagt?“
„War das alles jetzt wirklich soooo schlimm?“
„Musste ich da jetzt schimpfen, reden, moralisieren, predigen, referieren?“

„Ist mir doch schnurz. Das mach ich nicht, Pech für dich!…“

Damit will das Kind eigentlich sagen:
„Jetzt zeig ich dir auch mal wie das ist, wenn man etwas nicht bekommt, dass man vom andern gerne hätte oder dass der andere tun sollte. Da bist du jetzt grad selber Schuld, so geht es mir nämlich auch jedes Mal, wenn ich etwas will und du einfach sagst: Nö, das bekommst du nicht.“

„Na mein Fräulein, hier bestimmen immer noch wir. Solange du hier hier wohnst, haben wir das Sagen, wir können dann sonst auch ganz Anders, dann hast DU nämlich Pech gehabt, wirst dann schon sehen…“

Was könnte man als Eltern sonst sagen?

1. „Schau mal, ich will dich nicht zwingen, das kann ich auch gar nicht. Mir ist es aber wichtig dass…., weil….
Dann mach du mir doch mal einen Vorschlag, wie wir das jetzt lösen wollen.“

Manchmal hat man einfach den falschen Zeitpunkt gewählt. Wenn Kinder am Spielen sind, ist oft nicht der richtige Moment etwas von ihnen zu verlangen. Vielleicht kann man den Zeitpunkt etwas verschieben, die Art und Weise WIE und WO etwas erledigt werden muss ein bisschen ändern und anpassen.
Kompromisse einzugehen, das gehört zur Erziehung dazu und in den meisten Fällen fällt einem da auch kein Stein aus der Krone.
Ganz oft verstricken wir uns dabei nämlich in Machtkämpfe, die eigentlich gar nicht nötig sind.
SO, genau SO muss es sein – Wenn Eltern fixe Vorstellungen haben

2. „Ich weiss jetzt ehrlich gesagt auch nicht, wie wir dieses Problem lösen wollen. Mir ist wichtig dass…, ich will dir hier jetzt aber nicht drohen und dich mit Gewalt dazu zwingen. Hast du eine Idee, wie wir diese Situation lösen könnten?“

Manchmal ist es ganz hilfreich, wenn man den Kids sagt, dass man jetzt im Moment auch keine wirklich tolle Lösung parat hat. Dass man nicht weiter weiss und keine Idee hat.

„_____ (hier ein beliebiges Schimpfwort einsetzen) – Mama oder Papa“

Damit will das Kind eigentlich sagen:
„Du hast „Nein“ gesagt, hast mir etwas verboten. Ich mag das nicht, bin damit nicht einverstanden und finde dich deshalb grad doof. Du hast meinen Wunsch nicht respektiert, hast mich mit deiner Ankündigung unsanft aus meiner Welt gerissen. Ich kann mich grad nicht anders ausdrücken, als mit einem Schimpfwort, das heisst aber nicht, dass ich dich als Mama und Papa nicht mehr lieb habe.“

„Ok, wenn ich blöd bin, dann kann ich dir jetzt aber auch kein Zvieri machen, keine Gute Nacht Geschichte vorlesen, dir nicht beim Anziehen helfen.“
„Wenn ich blöd bin, dann musst du halt selber schauen wie du zurecht kommst.“

1. „Ich verstehe, dass du noch nicht nach Hause möchtest, dass du dich über mich und mein „Nein“ ärgerst und du es lieber anders haben möchtest. Es bleibt aber beim „Nein“, auch wenn ich deine Wut und deinen Ärger verstehe.“
Damit zeigt man als Eltern Verständnis für die Wut oder den Ärger, man zeigt den Kids, dass auch solche Gefühle dazu gehören, ändert aber seine Meinung trotzdem nicht.

2. Manchmal hilft es auch, wenn man sich VORHER überlegt, ob ein „Nein“ wirklich die einzige Lösung ist. Man kann Kindern nämlich auch eine Alternative anbieten oder gemeinsam mit ihnen eine suchen:
„Schau, ich möchte nicht, dass du hier im Wohnzimmer mit deinen Tierchen und dem Wasser spielst. Wenn du das machen möchtest, dann kannst du in den Garten gehen, im Lavabo etwas Wasser einlassen…. usw.“
Ganz oft ist es ja so, dass man den Kindern die Dinge nicht einfach restlos verbieten will oder muss. Alternativen können helfen und Wutanfälle ganz oft verhindern.
„Nein, nein, nein, das darfst du nicht!“

Vor allem kleine Kinder haben noch nicht genug Worte, sich „angemessener“ auszudrücken oder ihre Gefühle zu artikulieren. Zu sagen: „Ich bin damit nicht einverstanden, es ärgert mich, ich bin sauer, traurig, wütend, enttäuscht“ ist schwierig. (Oft können das ja nicht mal Erwachsene richtig…)
Deshalb kommen eben oft Sätze wie: „Du bist blöd, dumm, die andere Mama ist viel netter als du.“

Ich weiss, es fällt einem häufig wirklich sehr schwer die Klappe zu halten und nicht genau so kindisch zu reagieren.
Das hängt auch stark davon ab, wie man sich selber fühlt, ob man Sorgen hat, traurig, unzufrieden oder müde ist. Nehmt das wirklich nicht zu persönlich, versucht da möglichst gelassen zu bleiben. Ihr könnt ausserdem schon ein bisschen für die Pubertäts-Zeit üben…
Hallelujah, da wird es dann noch etwas anspruchsvoller…

„Ich hasse dich. Ich will lieber bei der Oma wohnen. Die Mama meiner Freundin ist viieeel netter als du!“

Damit will das Kind eigentlich sagen:
„Ich bin soooo wütend auf dich. Ich weiss mir gar nicht mehr anders zu helfen, als dir zu drohen und dich zu provozieren. Hoffentlich merkst du, dass du mich wirklich geärgert hast. Ich erhoffe mir damit, dass du vielleicht dein Verbot zurück nimmst und es mir dann doch erlaubst…“

„Dann geh doch zu Oma. Die kann dann nicht mehr den ganzen Tag mit dir Fussball spielen und singen kann sie ausserdem auch nicht so gut wie ich. Dann geh doch zu deiner Freundin. Wirst dann schon sehen was du davon hast. Die Mutter deiner Freundin arbeitet jeden Tag, das wird dann auch nicht lustig….“

1. „Ok, du bist wirklich mega wütend im Moment, das kann ich verstehen. Ich lasse dich jetzt einen Moment in Ruhe. Falls du mich aber brauchst oder ich dir irgendwie helfen kann, kommst du einfach wieder zu mir.“

Auch wenn das Mama-Herz in einer solchen Situation blutet, denkt einfach immer daran:
Dieser Satz ist nichts anderes als eine schnelle, unüberlegte Reaktion der Kinder. Was sie damit bei uns auslösen, sind sie sich nicht wirklich bewusst. Er ist auch schneller gesagt, als ihnen eigentlich lieb ist.
Ganz oft merken sie nämlich innerhalb der nächsten Sekunden oder Minuten, dass diese Gefühlsausbruch etwas unbedarft und übertrieben war. Wenn wir sofort beleidigt darauf reagieren, schimpfen, drohen oder ebenfalls mit einer gemeinen Aussage antworten, dann haben sie gar keine Möglichkeiten mehr, sich zu entschuldigen oder sich wieder zu beruhigen.
Gerade bei Teenies passiert das sehr häufig und man verstrickt sich schnell in einen lauten Machtkampf.
Wenn das regelmässig vorkommt, der Umgangston also sehr rau und unfreundlich ist, dann versucht, das in einer ruhigen Minute zusammen zu besprechen.
Auch hier muss man sich aber selber immer den Spiegel vorhalten und sich fragen:
„Wie spreche ich selber eigentlich mit meinen Kindern? Wie genervt und unfreundlich ist denn mein Ton?“

Ich weiss, das klingt alles super einfach, wenn man gemütlich auf dem Sofa sitzt und einen Kaffee schlürft. Wahrscheinlich habt ihr jetzt ein paar Mal ganz fest mit dem Kopf genickt und gedacht:
„Jawoll! Genau so ist es! Genau so werde ich das nächste Mal reagieren.“
Und wenn man dann jeweils in der Situation drin steckt, dann tut man es eben doch nicht. Man wird von seinen Gefühlen überrannt, man lässt sich provozieren und von den kindlichen Antworten anstecken. Man benimmt sich manchmal genau so „kindisch“, wie die Kinderlein, obwohl wir eigentlich die Erwachsenen sind und es anders machen sollten.

Vielleicht denkt ihr jetzt auch:
Klar, wieder so ein Psychogeschwätz. Ich hab keine Zeit und Lust, immer genau zuzuhören und dann alles zu besprechen. Manchmal ist es einfach so wie es ist und so wie ich es will, Punkt und Basta. Mein Kind muss lernen, dass es einfach manchmal kein „Wenn und Aber“ gibt und dass es einfach gehorchen MUSS.
Natürlich kann man nicht immer alles genau nach Plan und nach Schema machen. Manchmal ist man einfach gestresst, müde, schlecht gelaunt und man erinnert sich an die tollen Ratschläge meistens erst wieder, wenn der Sturm vorbei ist.
Das ist normal und passiert im hektischen Erziehungsalltag immer mal wieder.

Die Frage ist einfach:
Ist das eine Ausnahme, passiert das aus einer momentanen Hilflosigkeit und Überforderung oder ist das die einzige Erziehungsstrategie die man kennt und anwendet?
Warum reagiert man so, wie man normalerweise reagiert und was lernt das Kind daraus?
Das sind wichtige Fragen, denn eigentlich möchte man ja nicht ständig „das Feuer löschen“, sondern viel mehr dafür sorgen, dass es nicht immer gleich anfängt zu brennen.

Also:
Nur Mut, lasst euch nicht unterkriegen und versucht es einfach jeden Tag von Neuem.

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BRAUNSCHWEIG. Viele Eltern glauben, ihr Kind sei hochbegabt. Doch woran lässt sich erkennen, ob tatsächlich eine Hochbegabung vorliegt? Und was kann ich als Lehrer oder Lehrerin tun, um ein hochbegabtes Kind möglichst gut zu fördern? Zwei Experten, die Professoren Uwe Sandfuchs und Clemens Zumhasch, geben Antworten. Der Text ist zunächst in der Zeitschrift “Grundschule” erschienen.

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“Mein Kind ist hochbegabt” – das bekommen Lehrer öfter zu hören. Foto:

Herausforderung Hochbegabung

Das Fördergebot gilt für alle Schülerinnen und Schüler. Alle Kinder und Jugendlichen haben Anspruch auf „eine ihrem intellektuellen Vermögen und ihrer individuellen Leistungsfähigkeit bestmögliche Bildung“ (KMK 2009, S.1) – auch die hochbegabten. Doch: Was ist Hochbegabung? Wie wird sie gemessen? Der Begriff „Hochbegabung“ steht für eine Vielzahl mehr oder weniger komplexer Modellvorstellungen (vgl. Henze u. a. 2014, S.218f.), es kommen sukzessive neue Alternativen beziehungsweise Variationen hinzu, selbst die vorliegenden Typologien von Modellen divergieren (vgl. etwa Hany 2006, S. 611ff., Preckel / Vock 2013, S. 15-49, Rost 2013).

Die Zeitschrift GrundschuleDraufklicken für eine Vorschau.

Der Text erschien zunächst in der Ausgabe “So gelingt Ihnen der individualisierte Unterricht” der Zeitschrift “Grundschule”. Hier lässt sich das Heft bestellen oder lassen sich einzelne Beiträge herunterladen (kostenpflichtig).

Die zunehmende Einbeziehung von Förderschülern in den Regelunterricht im Zuge der Inklusion macht auch in Grundschulen eine pädagogische Standortbestimmung notwendig: Wie werde ich als Lehrerin oder Lehrer allen Kindern gerecht? Die Autoren benennen die didaktischen Prinzipien eines zeitgemäßen Förderunterrichts – und zeigen auf, welche Konsequenzen in der Praxis sich daraus ergeben. Dazu: Wie lassen sich Förderprofile für ein Schulprogramm entwickeln? Das Heft bietet praktische Anleitungen für die Fächer Deutsch und Mathematik.

Ein Minimalkonsens besteht insofern, als die intellektuelle Leistungsfähigkeit von Personen durchweg berücksichtigt wird (vgl. Henze u. a. 2014, S. 128). Die Klassifikation einer Person als intellektuell „hochbegabt“ beziehungsweise seine Abgrenzung von „nicht hochbegabten“ setzt freilich Einteilungskriterien voraus. Eine Konvention ist, Personen dann als „hochbegabt“ zu bezeichnen, wenn sie in einem einschlägigen Intelligenztest eine Leistung erzielen, die zwei Standardabweichungen über der jeweiligen Durchschnittsleistung liegt (IQ > 130 bzw. Prozentrang > 98): Etwa zwei Prozent einer Personengruppe vermögen eine entsprechend hohe Testleistung zu erbringen.

Auf den ersten Blick attraktiv sind mehrdimensionale Modelle. Sie erweitern das Spektrum an Begabungsbereichen, benennen unterschiedliche Bedingungen für Hochbegabung und deren Formen:

  • Das „Drei-Ringe-Modell“ von Renzulli (1993) beispielsweise postuliert für Hochbegabung eine charakteristische Schnittmenge von drei gleichberechtigten, jeweils überdurchschnittlich ausgeprägten Fähigkeitskomponenten: intellektuelle Begabung (Above Average Ability), hohe Aufgabenmotivation (Task Commitment) und Kreativität (etwa originelles und flexibles Denken, Sensibilität für ästhetische Details etc.) (vgl. Henze u. a. 2014, S. 218f.).
  • Das Münchner Hochbegabungsmodell von Heller und Hany differenziert weitergehend folgende „relativ eigenständige Begabungsbereiche“ mit jeweils bereichsspezifischen Potenzialen für Hochbegabung: intellektuelle Fähigkeiten (sprachliche, mathematische und nonverbal-konstruktive Denkfähigkeiten), kreative Fähigkeiten, Sozialkompetenz, Musikalität, künstlerische Fähigkeiten, Psychomotorik und praktische Intelligenz (vgl. Heller / Perleth 2007, S. 10f.). Ob beziehungsweise inwieweit diese Hochbegabungspotenziale sich tatsächlich in außergewöhnlichen Leistungen manifestieren, ist vom jeweiligen interaktiven Kontext „nichtkognitiver“ (zum Beispiel motivationaler) Persönlichkeitsmerkmale sowie von „Umweltmerkmalen“ (familiär, schulisch etc.) abhängig (vgl. ebd., S.9ff.).

Von daher ermöglicht dieses Modells unter anderem, erwartungswidrige Schulleistungen von hochbegabten Underachievern zu erklären. Allerdings gibt es auch keine einheitliche Definition des Phänomens „Underachievement“. Die Schätzungen des Anteils an Underachievern unter Hochbegabten divergieren außerordentlich (siehe hierzu Preckel / Vock 2013, S. 82ff. sowie S. 123ff.).

Die empirische Tragfähigkeit mehrdimensionaler Modelle ist unseres Erachtens derzeit zurecht umstritten. Nach wie vor gilt die von Rost wiederholt geäußerte Kritik (etwa 2001), dass lediglich für Intelligenz zufriedenstellende operationale Definitionen und hieran jeweils orientierte wissenschaftliche kontrollierte Messverfahren vorliegen, dass die Messung der allgemeinen Intelligenz immer noch als bester Prädiktor für eine Vielzahl von Leistungskriterien darstellt. Die von Heller und Perleth (2007) vorgelegte Münchner Hochbegabungstestbatterie für die Primarstufe (MHBT-P) stützt die kritische Einschätzung mehrdimensionaler Hochbegabungsmodelle: Mit Ausnahme von zwei der drei Testteile, die intellektuelle Fähigkeiten erfassen sollen, „sind sowohl die Explikation der Konstrukte als auch die empirischen Belege für Reliabilität und Validität der Skalen wenig zufriedenstellend“ (vgl. Henze u. a. 2014, S. 219).

Demgemäß sind nach wie vor Intelligenztests zur Erfassung kognitiver Fähigkeiten die zentralen Instrumente von Hochbegabungsdiagnostik. Zur Messung intellektueller Fähigkeiten im Kindesalter liegt eine Reihe von Intelligenztests vor: Überblicke und Informationen geben bspw. Kany / Schöler (2009), Preckel (2010) sowie Preckel / Vock (2013).

Allerdings sind Intelligenzmessungen im Vorschul- und Grundschulalter nur in Grenzen verlässlich (vgl. Henze u. a. 2014, S. 220f.): Stabile Ergebnisse scheinen erst ab dem Alter von neun Jahren möglich zu sein. Zudem enthalten derzeit noch viele im Kindesalter eingesetzte Intelligenztests zu wenig schwierige Aufgaben, was eine verlässliche Differenzierung von Kindern innerhalb des Bereichs intellektueller Hochbegabung verhindert. Weiterhin ist die sichere Intelligenzmessung bei Kindern mit Migrationshintergrund schwierig, wenn es an sprachlichem Verständnis mangelt.

Im Alltag beliebt sind sogenannte Checklisten für Eltern und Lehrkräfte zur Identifikation hochbegabter Kinder. Die in diesen Listen verwendeten Items (Aussagen oder Beobachtungskategorien) sind indes in der Regel überaus unpräzise – zuweilen sogar bizarr – formuliert, gemessen an wissenschaftlichen Kriterien für die effektive Diagnose von Hochbegabung unbrauchbar. Vergleichbares gilt für die sogenannten „Nominationen“ durch Eltern und Peers sowie Selbstnominationen (vgl. Perleth 2010, Baudson 2010; Preckel / Vock, S. 2013, S. 131-135). Es mangelt gegenwärtig an einem aussagekräftigen wissenschaftlich fundierten, empirisch kontrollierten Instrumentarium. Einzelne Verfahrensweisen können allenfalls das traditionelle psychometrische Vorgehen ergänzen, „für Merkmale sensibilisieren und in Kombination mit einem systematischen Training zu einer Verbesserung des Erkennens Hochbegabter beitragen“ (vgl. Preckel / Vock, S. 135).

Damit ist klar: Die Diagnose von Hochbegabung kann nicht von Lehrkräften vorgenommen werden, es ist vielmehr die Hinzuziehung regionaler und/oder zentraler Institutionen „mit besonderen Personal- und Fachkompetenzen“ erforderlich (KMK 2009, S.2). Die insgesamt unklaren Formulierungen in diesem Abschnitt des KMK-Beschlusses zeigen, dass hier noch viel Arbeit für Bildungspolitik und Bildungsverwaltung bleibt. Da das eingangs zitierte Förderpostulat alle Schülerinnen und Schüler meint, greift eine auf mutmaßlich hochbegabte konzentrierte Diagnostik eh zu kurz.

Der Begabungsforscher Detlef H. Rost hat in einem Vortrag sinngemäß gesagt, die Förderung Hochbegabter sei eigentlich ganz einfach. Das leuchtet ein, wenn man sich vor Augen führt, dass in Untersuchungen immer wieder eine Überlegenheit Hochbegabter in Lernfähigkeit, Lernmotivation, Lernwille, Selbstkonzept und anderen relevanten Faktoren deutlich wird (vgl. Rost 2001, S. 245).

Das klingt auch zunächst „ganz einfach“, ist zumindest einfacher als die Förderung bei geringer Lernfähigkeit und Lernbereitschaft, niedriger Aufgabenorientierung und mangelnder Konzentrationsfähigkeit bei leistungsschwachen Schülern. Gleichwohl ist ein sachkundiges und sensibles Vorgehen erforderlich. Generell werden folgende Maßnahmen unterschieden (vgl. etwa Henze u. a. 2014, S. 221ff.):

  • Akzeleration (Beschleunigung) kommt der höheren Lerngeschwindigkeit hochbegabter Kin-der entgegen und ermöglicht ein schnelleres Durchlaufen der Schule oder eines Lehrgangs: vorzeitige Einschulung, das Überspringen von Klassen, Teil-Unterricht in höheren Klassen. Derartige Maßnahmen müssen durchweg auf einer sorgfältigen Beobachtung und Einschätzung der Schüler basieren und kontinuierlich unterstützt werden. Es ist jeweils zu überprüfen, ob sowohl die kognitive Entwicklung, die Schulleistung und die Lernmotivation als auch die körperliche und die sozial-emotionale Entwicklung einen solchen Schritt rechtfertigen. Niemand darf dabei gedrängt werden. Ein Überspringen macht zum Beispiel nur Sinn, wenn alle Beteiligten – insbesondere das Kind und die Eltern – zustimmen.
  • Enrichment (Anreicherung) meint eine möglichst breite Förderung von Begabung und Interessen im regulären Unterricht durch besondere Lernangebote, die auf spezifische Vorkenntnisse und individuelle Kompetenzen hochbegabter Schüler zugeschnitten sind. Die Lerninhalte können Themen des Lehrplans vertiefen (vertikales Enrichment), oder sie können Themen behandeln, die über den Lehrplan hinausgehen (horizontales Enrichment). Es gilt also, Lernanforderungen und Lerninhalte an individuelle Lernvoraussetzungen eines Schülers zu adaptieren. Insofern können horizontale und vertikale Enrichmentmaßnahmen in Formen methodischer und sozialer Binnendifferenzierung im Unterricht umgesetzt werden: Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit, Planarbeit wie Wochenplan, Lernen an Stationen, Projekte sowie andere Methoden offenen Unterrichts beziehungsweise der Freiarbeit. In diesen Kontexten können Team-Teaching-Modelle die diversen Enrichmentmaßnahmen erleichtern.

Eine Ergänzung hierzu können Maßnahmen äußerer Differenzierung wie Spezialkurse, Pull-out-Programme oder Arbeitsgemeinschaften außerhalb der Schulzeit sein, in denen hochbegabten Schülern anstelle des regulären Klassenunterrichts für eine gewisse Zeit spezielle Angebote gemacht werden. Inhalte und Leistungsanforderungen sollen den Lernmöglichkeiten und Interessen der Hochbegabten in spezifischer Weise entsprechen.

In einer Begleituntersuchung eines Schulversuchs zur integrativen Förderung hochbegabter Grundschüler (Henze u. a. 2006) wurden 570 Unterrichtsstunden unter der Fragestellung analysiert, welche unterrichtlichen Maßnahmen sich für Hochbegabte beziehungsweise Hochleister als besonders lernförderlich erweisen. In besonderem Maße lernförderlich waren Situationen, die zum eigenständigen Lernen herausfordern. Das heißt, die Lernenden werden mit komplexen Lerninhalten und anspruchsvollen Aufgaben konfrontiert; es wird Freiraum gelassen für selbst gesteuerte Lernprozesse und eigenständige Lösungswege sowie ein hohes Maß an lernstrategischer Kompetenz wird abverlangt. Lernförderlicher Unterricht für Hochbegabte und Hochleister ist gekennzeichnet durch hohe Anforderungen an kognitive und soziale Fähigkeiten sowie die Selbstständigkeit des Wissenserwerbs. Im Einzelnen zeigt sich:

  1. Die hochbegabten Schüler setzen ihr Vorwissen ein,
  2. sie verfolgen zielstrebig eigene Lerninteressen,
  3. arbeiten selbstständig,
  4. erweitern ihr Wissen,
  5. treiben den Unterricht voran, indem sie ihre Kompetenzen und Ideen einbringen,
  6. übernehmen teilweise im Sinne reziproker Instruktion Lehr- oder Helferfunktionen.

Die Mitschüler profitieren von Kompetenz, Ideen und Hilfe der Hochbegabten beziehungsweise Hochleistern. Die Lehrkräfte führen solche Situationen absichtsvoll herbei, sie wirken herausfordernd, unterstützend und/oder korrigierend auf die Lernprozesse ein.

Förderkonzepte für hochbegabte Kinder können gewiss nicht nur integrativ, sondern auch segregierend in Form von Spezialschulen oder -klassen konzipiert werden. Diese sind indes mit dem generellen integrativen Bildungsauftrag der Grundschule kaum vereinbar.

Es gibt ein Repertoire an Fördermaßnahmen für hochbegabte Schüler in der Grundschule, das aber durchweg hohe Förderkompetenz seitens der Lehrkräfte bedingt. Zugleich reicht es nicht aus: Weitere Konzepte und Materialien müssen entwickelt werden. Hinzu kommt, dass es nach wie vor an empirisch fundierte Evaluationen mangelt. Über Vorzüge und Schwächen einzelner Maßnahmen sind bislang relativ wenig wissenschaftlich begründete Aussagen möglich. Die Förderaufgabe, der Erwerb von Förderkompetenz ist folglich alles andere als einfach.

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Die Autoren

Prof. Dr. Uwe Sandfuchs war vor seiner Pensionierung 2008 16 Jahre lang Leiter des Lehrstuhls für Grundschulpädagogik und Historische Pädagogik an der TU Dresden. Seit fast 30 Jahren gehört der Braunschweiger außerdem dem Redaktionsbeirat des im Westermann-Verlag erscheinenden Fachmagazins „Grundschule“ an. Sandfuchs hat zahlreiche Publikationen rund um das Thema Erziehung und Lehrerausbildung veröffentlicht. Prof. Dr. Clemens Zumhasch ist Mitarbeiter in der Professur für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Grundschulpädagogik an der TU Dresden.

Literatur

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Gewalt ist für viele Kinder und Jugendliche in Deutschland normal. Vor allem in sozial schwachen Familien gehören Missachtung und Ohrfeigen oft zum Alltag. Große Sorge bereitet Experten aber auch die wachsende Gruppe der „Piesacker“.

Fast jedes vierte Kind wird einer neuen Studie zufolge von Erwachsenen geschlagen. Insgesamt 22,3 Prozent der Befragten zwischen sechs und 16 Jahren erlitten oft oder manchmal körperliche Gewalt durch Erwachsene, heißt es in einer am Montag in Berlin vorgestellten Studie der Universität Bielefeld. Gewalt sei in Deutschland für viele Heranwachsende erschreckender Alltag. Kinder ab sechs Jahren seien dabei öfter betroffen (28 Prozent) als Jugendliche (17 Prozent).

Auffällig sei, dass Gewalt ein in allen Schichten verbreitetes Phänomen sei, sagte Professor Holger Ziegler von der Fakultät für Erziehungswissenschaften an der Universität Bielefeld. Jedoch würden Kinder in schwierigen sozialen Verhältnissen häufiger und heftiger geschlagen.

Insgesamt 32,5 Prozent der sozial benachteiligten Kinder zwischen sechs und elf Jahren geben an, oft oder manchmal von Erwachsenen geschlagen zu werden, davon rund 17 Prozent so heftig, dass sie blaue Flecken haben, sagte Ziegler. Bei den durchschnittlich bis privilegiert gestellten Kindern kommt das mit 6,6 beziehungsweise 1,4 Prozent dagegen weitaus weniger vor.

Interessant sei auch die unterschiedliche Wahrnehmung von Eltern und Kindern besonders in den privilegierten Schichten, sagte Ziegler. Weniger als ein Prozent dieser Eltern gaben zu, ihr Kind in der vergangenen Woche geohrfeigt zu haben, ein Wert, der sich mit den Aussagen der Kinder (23 Prozent) nicht deckt. Bei den sozial schwachen Eltern räumten immerhin 14 Prozent Gewalttätigkeiten ein.

Ein großes Problem seien auch Missachtungs- und Mobbingerfahrungen, sagte Ziegler. Rund ein Viertel der Kinder und Jugendlichen (25,1 Prozent) berichten davon, von Erwachsenen als „dumm“ oder „faul“ beschimpft zu werden. Besonders Kinder aus sozial schwachen Familien (45 Prozent) fühlen sich zudem in der Schule von Lehrern schlechter behandelt als ihre privilegierten Mitschüler. Von denen teilen nur 22,6 Prozent diese Erfahrung.

Sozial schwache Schüler werden auch häufiger gemobbt. Über 70 Prozent geben an, gehänselt zu werden, bei den privilegierten sind es rund 60 Prozent. „Insgesamt kann man sagen, je schwächer Kinder sozial sind, desto stärker sind die Mobbingerfahrungen“, sagte Ziegler. Missbrauchs- und Mobbingerfahrungen wirkten sich stärker als körperliche Gewalt auf den Umfang von emotionalen Problemen, das Wohlbefinden und das Selbstvertrauen aus, warnte er.

Bei der Typisierung der Kinder, die mit Gewalt zu tun haben, bereiten dem Erziehungswissenschaftler „die Piesacker“ die größten Sorgen: Diese seien zumeist Jungen aus privilegierten Verhältnissen, mit einem guten Verhältnis zu ihren Eltern, überdurchschnittlich ausgeprägtem Selbstbewusstsein und trotzdem einem hohem Maß an eigener Gewalttätigkeit. Ihr Anteil liegt laut Ziegler derzeit bei rund 16 Prozent – mit wachsender Tendenz. Die „Piesacker-Haltung“ sei erfolgsorientiert und deswegen gesellschaftlich weit verbreitet: „Man muss sehen, wo man bleibt und der Erfolg gibt einem Recht.“

Der Gründer des christlichen Kinder- und Jugendwerkes „Die Arche“, der Berliner Pastor Bernd Siggelkow, berichtete von seinen eigenen Praxiserfahrungen. Demnach habe es in den vergangenen Jahren „eine extreme Zunahme der Gewalt unter Kindern und Jugendlichen“ gegeben. Nichtige Anlässe reichten oft aus, um eine Schlägerei anzuzetteln. „Kinder, die immer unterdrückt und gereizt werden, reagieren irgendwann selber nur noch mit Gewalt“, warnte Siggelkow.

Für die „Gewaltstudie 2013 – Gewalt- und Missachtungserfahrungen von Kindern und Jugendlichen heute“ befragten Wissenschaftler knapp 900 junge Menschen in Berlin, Köln und Dresden. Die Ergebnisse seien somit repräsentativ, hieß es. Entstanden ist die Studie im Auftrag der Bepanthen-Kinderförderung, die seit 2008 Förderprogramme für sozial benachteiligte Kinder finanziell unterstützt.

Kein Kind ist dumm – das Schulsystem ist das Problem!

Nun stehen sie in wenigen Tagen wieder bevor – die Halbjahreszeugnisse.

Und mit ihnen kommt für viele Schüler und Eltern die bittere Wahrheit: Die Noten sehen alles andere als rosig aus. Die Versetzung zum Jahresende: gefährdet.

Ebenso schnell wie die Gewissheit steht dann in den Familien auch das nachmittägliche Alltagsprogramm fest: Vokabeln lernen, Hausaufgaben kontrollieren und üben, üben, üben.

Nicht nur deshalb ist für viele Kinder die Schulzeit der absolute Horror. Beim Gedanken an die Schule bekommen sie Bauchschmerzen, Angst macht sich breit, Panik kommt auf. Der Rotstift und die schlechten Noten geben ihnen das Gefühl, dass sie es nicht können, dass sie dumm sind. Aber glauben Sie mir: Kein Kind ist dumm!

Das eigentliche Problem sitzt an ganz anderer Stelle …

Die kleinen großen Verlierer

In den Bildungsministerien und Schulämtern nämlich. Unter Eltern wie auch in der öffentlichen Diskussion ist das Schulsystem immer wieder ein großes Thema. Ganz zu recht.

Denn während die Arbeitswelt immer flexibler und moderner wird, halten viele Schulen an Methoden fest, die längst nicht mehr zeitgemäß sind. Die Verlierer dabei: die Kinder. Ganz besonders hart trifft es die Schüler, die sowieso schon unter Lern- oder Konzentrationsschwäche leiden. Wir reden hier immerhin von durchschnittlich 20 Prozent der Kinder einer Klasse.

Ich gebe Ihnen gerne ein Beispiel: Regelmäßig lernen Kinder im Matheunterricht Zahlenreihen und in Deutsch ganze Sätze auswendig. Was für die Note der nächsten Klassenarbeit zwar nützlich sein mag, hilft Kindern mit Legasthenie oder Dyskalkulie auf Dauer nicht. Denn: Sie wiederholen nur das, was sie nicht verstehen. Langfristig lernen Ihre Kinder so nicht, richtig zu rechnen, zu lesen oder zu schreiben!

Das kleine Einmaleins des Schulsystems

Gleiches gilt für Diktate, die vor dem Klassentest zigmal geübt werden. Natürlich ist es schön für Ihr Kind, wenn es im Diktat eine gute Note bekommt – das eigentliche Problem, die Lese- und Rechtschreibschwäche, wird so aber unter den Teppich gekehrt. Und spätestens in der weiterführenden Schule, wenn ungeübt Diktate anstehen, hängen die Mitschüler Ihr Kind ab.

Eine Reform des Schulsystems muss also her. Denn Lehrer sollten viel früher erkennen können, wenn bei einem Kind eine Lern- oder Konzentrationsschwäche vorliegt. Dazu benötigen sie zunächst die passende Ausbildung und das richtige Werkzeug. Bisher werden Kinder, die im Unterricht nicht mitkommen, die unkonzentriert sind oder mehr Zuwendung als andere brauchen, an andere Schulen verwiesen. Oft kommen dann verzweifelte Eltern zu mir. Denn die scheinbar einfachste Lösung für die Schule ist für die Kinder und ihre Familien fatal. Völlig zu unrecht.

Spielend einfach zum Jahreszeugnis

Schließlich gibt es nachweislich Methoden, die Kindern mit Lern- und Konzentrationsschwächen messbar helfen. Mein Grundsatz ist deshalb: Kein Kind ist dumm! Im Gegenteil: Oft sind Kinder mit einer Lern- und Konzentrationsschwäche überdurchschnittlich intelligent. Lediglich durch die Unreife bestimmter Hirnareale fällt es ihnen schwer, richtig zu lesen, zu schreiben oder zu rechnen.

Die gute Nachricht ist: Durch gezieltes Spielen reift das Gehirn nach. Seit über 25 Jahren darf ich regelmäßig beobachten, wie Kinder so in der Schule deutlich besser werden. Und die mindestens ebenso gute Nachricht: Sie haben noch gut vier Monate Zeit – packen Sie es an und spielen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind für ein besseres Jahreszeugnis.

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