Mein kind hat kopfschmerzen

Inhalte

Kopfschmerzen an Stirn: Das steckt dahinter

Kopfschmerzen an der Stirn – Ursachen

Kopfschmerzen, die sich im Bereich der Stirn und oder Schläfen lokalisieren, kennt wahrscheinlich jeder. Sie drücken oder ziehen an den seitlichen Kopfpartien zwischen Stirn und Ohr, lassen den gesamten Stirnbereich schmerzen und können bis in den Kiefer, die Augen oder den Hinterkopf ausstrahlen. Für diese Art von Kopfschmerzen kommen viele Ursachen in Betracht. Vor allem Spannungskopfschmerzen und Migräne äußern sich so, aber auch Clusterkopfschmerzen, Verletzungen und Prellungen des Schläfen- oder Jochbeins sowie bestimmte Erkrankungen können hinter den Beschwerden stecken. Je nach Ursache der Schmerzen richtet sich die entsprechende Behandlung. Meist sind Kopfschmerzen an der Stirn jedoch Ausdruck einer Überlastung durch Stress.

Stress als Ursache für Kopfschmerzen an der Stirn

Termindruck im Job, Familie, Haushalt, Hobbies – wer ständig in Eile ist, weil ein wichtiges Ereignis das nächste jagt, klagt häufig über Kopfschmerzen. In diesem Zusammenhang sind sie ein typisches Überlastungssymptom und ein untrügliches Zeichen dafür, dass jetzt eine Auszeit fällig ist. Nehmen Sie die Schmerzen im Stirnbereich also ernst und nicht einfach als gegeben hin. Unternehmen Sie etwas dagegen! Auch Stress für die Augen kann zu Kopfschmerzen führen: stundenlanges Starren auf den Computermonitor, eine lange nächtliche Autofahrt, eine nicht erkannte Sehschwäche oder die falsche Brille… wann immer die Augen angestrengt arbeiten, kann es zur Überlastung und infolgedessen zu Kopfschmerzen an der Stirn kommen. Deswegen sind regelmäßige Pausen gleich in mehrfacher Hinsicht wichtig.

Kopfschmerzen an der Stirn selbst behandeln

Wenn Stress immer wieder zu Kopfschmerzen an Stirn führt, ist die beste Strategie dagegen vorzubeugen. Da sich die äußeren Umstände, die zum Stress führen, oft nicht ändern lassen, hilft nur, bei sich selbst anzufangen. Das bedeutet: Lernen Sie, Ihre Zeit besser einzuteilen und lassen Sie nicht zu, dass Sie vom Druck übermannt werden. Sagen Sie auch mal „Nein“, wenn es Ihnen zu viel wird und nehmen Sie Hilfe an. Ausdauersport, progressive Muskelentspannung, Tai-Chi oder Yoga können ebenfalls zu mehr Entspannung führen.

  • Den Tag strukturieren: Was muss heute dringend erledigt werden? Welche Aufgaben erlauben Aufschub? Kann ich etwas delegieren? Und – ganz wichtig – was tue ich mir Gutes? Wer sich, z. B. kurz vor dem Einschlafen oder morgens beim ersten Kaffee, ein paar Minuten Zeit nimmt, um die Antworten gedanklich durchzuspielen, startet entspannter in den bevorstehenden Tag. To dos und Notizen in Timer oder Smartphone können dabei eine gute Hilfestellung und Übersicht geben – und wenn nötig aufzeigen, wo die Stressoren zu finden sind.
  • Denken gegen den Stress: Wird es wieder einmal hektisch, lassen Sie sich nicht vom Druck vereinnahmen. Schließen Sie einfach kurz die Augen und konzentrieren Sie sich ausschließlich auf den Atem. Zählen Sie das Ein- und Ausatmen zwanzig Mal. So verschaffen Sie sich eine kurze Auszeit und kriegen den Kopf schnell wieder frei. Wer sich nicht auf seinen Atem konzentrieren mag, der geht einfach auf Gedankenreise: Wann war ich das letzte Mal besonders glücklich? Wo war ich? War ich mit anderen Menschen zusammen? Wenn Sie einen schönen Moment in all seinen Feinheiten gedanklich noch einmal durchleben, kommen Sie automatisch zur Ruhe.
  • Augen untersuchen lassen: Nicht korrigierte Fehlsichtigkeit? Falsche Brille? Vielleicht eine Augenerkrankung? Die Umgebung des Auges enthält besonders viele Nerven. Werden sie gereizt, kann der Schmerz in Richtung Schläfen und Stirn ausstrahlen. Ein Besuch beim Augenarzt verschafft Klarheit.
  • Sanfte Schläfenmassage: Mit Zeige-und Mittelfinger wird in langsam kreisenden Bewegungen sanfter Druck auf die schmerzenden Schläfen ausgeübt. Hier, auf beiden Seiten in Höhe der Augenwinkel, befindet sich je eine kleine Vertiefung seitlich des Kopfes – ein Akupressurpunkt, dessen Stimulation zumindest kurzfristig eine Schmerzlinderung verschaffen kann.
  • Kalter Waschlappen: Manche Kopfschmerzgeplagte empfinden es als angenehm, wenn sie sich einen kalten Waschlappen oder einen in ein Tuch gewickelten Eisbeutel auf die schmerzende Stirn legen. Der Kältereiz kann die Kopfschmerzen kurzfristig lindern.

Kopfschmerzen an der Stirn: Wann Sie zum Arzt müssen

Falls Kopfschmerzen an der Stirn oder den Schläfen doch mal eine ernst zu nehmende, vielleicht sogar gefährliche Ursache haben, sollte man die ersten Anzeichen (er)kennen. Lesen Sie hier ein paar Beispiele, bei welchen ein Arztbesuch erforderlich ist:

Nach einem Unfall: Bei einer Gehirnerschütterung kann es zu dumpf drückenden Kopfschmerzen im Stirn- und Schläfenbereich kommen. Ein Schleudertrauma äußerst sich eher durch stechende oder pochende Schmerzen im Hinterkopf, die aber auch Richtung Stirn und Schläfen ausstrahlen können. Nach einem Unfall sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Heftige Begleiterscheinungen: Wenn Kopfschmerzen an der Stirn und den Schläfen ganz plötzlich und begleitet von weiteren Beschwerden wie Schwindel, Übelkeit, Erbrechen oder Bewusstseinsstörungen auftreten, sollten Sie den Notarzt rufen (112). Es kann dann sein, dass eine Gehirnblutung die Ursache ist.

In Verbindung mit Rheuma: Heftiger Schläfenkopfschmerz, der ein- oder beidseitig auftritt, ist typisch für eine Entzündung des Schläfenblutgefäßes (Arteriitis temporalis), die im Rahmen einer rheumatischen Erkrankung auftreten kann. Das Blutgefäß tritt dann als sehr druckempfindlicher Strang in der Schläfenregion hervor. Meist gehen die Beschwerden mit weiteren Symptomen wie einem Taubheitsgefühl oder Sehstörungen einher. Eine sofortige Behandlung ist dringend notwendig, da eine Arteriitis temporalis unbehandelt in kürzester Zeit zur Erblindung oder einem Schlaganfall führen kann.

Kopfschmerzen an der Stirn und den Schläfen: weitere Auslöser

Schießen die Kopfschmerzen an der Stirn blitzartig ein, ist von der Intensität her extrem heftig und dauert nur wenige Sekunden an, kann es sich um eine Trigeminusneuralgie handeln. Der Trigeminusnerv deckt mit seinen drei Ästen die Stirnregion, die Nasen-Wangen-Region und die Kinnpartie ab und wird typischerweise durch mechanische Reize dieser Regionen ausgelöst. Zum Beispiel durch Kauen, Sprechen oder Rasieren. Eine genaue Untersuchung beim Arzt mit Magnetresonanztomographie (MRT) und gegebenenfalls Computertomographie (CT) hilft bei der Diagnosestellung.

Einseitig im Augenbereich auftretende, in die Stirn ausstrahlende Kopfschmerzen können typisch sein für Cluster Kopfschmerzen. Begleitet wird diese sehr seltene Erkrankung von tränenden Augen, einem hängenden Augenlid, verstopfter Nase, Schwitzen im Stirnbereich sowie auch Licht- und Lärmempfindlichkeit oder Übelkeit. Die Schmerzattacken sind sehr heftig, können 15 bis 180 Minuten andauern und mehrmals täglich auftreten. Charakteristisch sind sehr lange – manchmal über Jahre – schmerzfreie Zeiten bis zur nächsten Kopfschmerzattacke. Eine neurologische Untersuchung gibt Aufschluss.

Kopfschmerzen im Schläfenbereich können auch durch das sogenannten Costen-Syndrom ausgelöst werden. Dabei liegt eine Fehlfunktion des Kiefergelenks vor, die unter anderem durch eine Bissanomalie, Zähneknirschen oder schlecht sitzende Prothese ausgelöst wird. Ein Besuch beim Zahnarzt verschafft Klarheit.

Eine Verspannung des großen Stirnmuskels (Frontalis) kann ebenfalls Ursache von Kopfschmerzen in der Stirn sein. Häufiger jedoch ist eine Verspannung von kleineren Stirnmuskeln, zu denen auch der Corrugator-Muskel zählt, der zwischen den Augenbrauen sitzt. Häufiges Zusammenziehen der Augenbrauen kann auf Dauer zur Verspannung dieses Muskels und infolgedessen zu Kopfschmerzen im Stirnbereich führen.

Kopfschmerzen in der Stirn: Mögliche Ursachen

Kopfschmerzen in der Stirn können verschiedene Ursachen haben. Viele sind harmlos, andere können auf ein ernstzunehmendes Problem hindeuten. Kehren die Schmerzen immer wieder oder werden stärker, sollten Sie sich ärztlichen Rat einholen.

Überblick
  • Definition
  • Ursachen
  • Krankheiten
  • Behandlung
  • Vorbeugung

Definition: Was versteht man unter Kopfschmerzen in der Stirn?

Kopfschmerzen in der Stirn gehören zu den häufigsten Überlastungssymptomen unserer Zeit. Migräne-Patienten lokalisieren häufig stechende Kopfschmerzen in der Stirn, aber auch andere Menschen leiden ab und zu unter Spannungskopfschmerzen im Stirnbereich. Schon Kinder und Jugendliche empfinden Schmerzen im Kopf, weil ihnen Schule und Freizeit zu viel Stress bereiten. Bleibt neben Musikunterricht, Früherziehung und Sportkurs nur wenig Zeit, sich zu entspannen oder auch mal zu langweilen, kommt der Körper kaum noch zur Ruhe.

Die Kopfschmerzen äußern sich mit unterschiedlicher Intensität und Verteilung: Einige Betroffene empfinden eher ein Druckgefühl über der ganzen Stirn, bei anderen zieht der Schmerz auch in andere Regionen wie Schläfen oder Oberkopf. Bei starker Migräne können außerdem weitere Symptome wie Übelkeit, Schwindel, Erbrechen oder Lichtempfindlichkeit auftreten.

Foto-Serie mit 6 Bildern

Typische Ursachen für Kopfschmerzen in der Stirn

Meistens ist die Ursache nicht weiter besorgniserregend, in einigen Fällen können jedoch auch Erkrankungen dahinter stecken. Oft strengt lediglich das stundenlange, angestrengte Starren der Augen auf den Computerbildschirm so stark an, dass der Körper Alarm schlägt. Im Grunde sind Kopfschmerzen in der Stirn eine Art Warnsignal: „Stopp! Mir reicht’s, ich kann nicht mehr!“ Wer darauf nicht reagiert und sich Ruhe gönnt, riskiert eine Verschlechterung.

Häufig lösen auch Sehstörungen oder Augenkrankheiten Symptome wie Kopfschmerzen in der Stirn, Spannungskopfschmerz oder Migräne aus. Ein Gang zum Augenarzt schafft Klarheit. Liegen keine Probleme mit den Augen vor, sollte ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufgesucht werden. Denn die Kopfschmerzen in der Stirn könnenauch durch Entzündungen oder Vereiterungen der Nasennebenhöhlen oder Stirnhöhlen in Folge einer Erkältung ausgelöst werden.

Eine schwere Grippe macht sich ebenfalls häufig durch Schmerzen in der Stirn bemerkbar. Weitere mögliche Ursachen für Kopfweh im Frontbereich sind Verspannungen im Nacken-, Schulter- oder Kieferbereich, sowie eine Überlastung des Kiefers durch Entzündungen, Fehlstellungen und -funktionen der Zähne und starkes Knirschen und Pressen der Zähne.

Schwere Krankheiten ausschließen

Wer gestürzt ist oder einen Schlag auf den Kopf erhalten hat, wird sich über Kopfschmerzen in der Stirn nicht wundern. Andere Ursachen sind verschiedene Migräneerkrankungen oder Cluster-Kopfschmerzen. Nur ganz selten sind Tumorerkrankung oder neurologische Probleme Ursache für die Beschwerden. Dauern diese über einen längeren Zeitraum an oder verschlimmern sich, sollte ein Facharzt ausschließen, dass es sich um schwere Krankheiten handelt. Je früher Sie sich an einen Experten wenden, desto eher können Sie etwas gegen die unangenehmen Symptome unternehmen.

Behandlung: Was kann man gegen Kopfschmerzen tun?

Wenn hinter den Schmerzen im Kopf keine Erkrankung steckt, sondern diese durch Überanstrengung, Schlafmangel oder zu viel Stress auftreten, können Sie auf spezielle Kopfschmerz-Medikamente aus der Apotheke zurückgreifen. Neben den klassischen Schmerztabletten wie Aspirin, Ibuprofen oder Paracetamol gibt es allerdings auch spezielle Medikamente gegen Migräne Beschwerden. Leiden Frauen zyklusbedingt an Spannungskopfschmerzen können spezielle Tabletten gegen Menstruationsbeschwerden wie Migräne, Kopfschmerzen oder Unterleibschmerzen helfen.

  • Harmlos oder gefährlich: Ursachen von Stechen im Kopf
  • Ursachen erkennen: Mögliche Auslöser für starke Kopfschmerzen
  • Nicht zu spät behandeln: Auslöser ist meist ein harmloser Schnupfen
  • Schläfe und Kopf: Woran Sie Clusterkopfschmerzen erkennen können
  • Schmerzhaftes Duo: Nacken- und Kopfschmerzen treten oft gemeinsam auf

Vorbeugung: So beugen Sie Kopfschmerzen vor

Wer Kopfweh oder Migräne mit lästigen Begleitsymptomen wie Übelkeit vermeiden will, sollte den häufigsten Ursachen entgegenwirken. Vermeiden Sie im Alltag Stress, Lärm und Überlastung. Wenn Sie Sport treiben, gehen Sie an Ihre persönlichen Grenzen – aber nicht darüber hinaus. Besser als pointierte Belastungen sind regelmäßige, gleichmäßige Bewegungen. Verzichten Sie möglichst auf Alkohol und Zigaretten und gönnen Sie sich genügend Schlaf. Gewöhnen Sie sich eine rückenschonende Sitzposition an und sorgen Sie für ausreichend Beleuchtung und Frischluft an Ihrem Arbeitsplatz sowie für eine regelmäßige Entspannung der Augen.

Kopfschmerzen

Kopfschmerzen: Behandlung & Tipps

Die Behandlung richtet sich nach Art und Schwere der Kopfschmerzen. Prinzipiell stehen nicht-medikamentöse und medikamentöse Therapien zur Verfügung. Bei sekundären Kopfschmerzen können je nach Ursache weitere Behandlungsmethoden sinnvoll sein, zum Beispiel ein operativer Eingriff bei einem Hirn-Aneurysma.

Kopfschmerzen durch übermäßigen Medikamentengebrauch lassen sich nur durch einen Entzug stoppen. Dieser kann ambulant, teilstationär (Tagesklinik) oder stationär (z.B. in einer Schmerzklinik) erfolgen. Auf keinen Fall sollten Betroffene den Entzug auf eigene Faust versuchen – ärztliche Hilfe ist hier unerlässlich und erleichtert die Entwöhnung.

Nicht-medikamentöse Behandlung

Bei Spannungskopfschmerzen sind zunächst bewährte Hausmittel ratsam wie etwa ein kalter Umschlag auf Stirn und Schläfen. Kurzfristig kommen auch Schmerzmedikamente infrage. Treten die Kopfschmerzen häufiger auf, empfiehlt der Arzt eventuell Sport oder bei stressbedingten Kopfschmerzen Entspannungsübungen, beispielsweise die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson.

Auch in der Migräne-Therapie sind nicht-medikamentöse Maßnahmen wie Entspannung oder Biofeedback wichtige Bausteine. Während des Anfalls sollten Sie sich in einen ruhigen, abgedunkelten Raum zurückziehen. Bewegen Sie sich möglichst wenig, um Übelkeit und Erbrechen zu vermeiden.

Medikamente gegen Kopfschmerzen

Es gibt mehrere Medikamente, die gegen die verschiedenen Kopfschmerzformen angewendet werden können.

Medikamente gegen Spannungskopfschmerz

Die folgenden Mittel können Spannungskopfschmerzen lindern:

  • Acetylsalicylsäure (ASS)
  • Ibuprofen
  • Paracetamol
  • Kombinationspräparate aus Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Koffein

Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker bezüglich Auswahl und Dosierung eines geeigneten Schmerzmittels beraten. Fragen Sie auch nach möglichen Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, die Sie eventuell einnehmen.

Nehmen Sie Schmerzmittel nicht länger als an drei aufeinander folgenden Tagen und maximal an 10 Tagen im Monat ein. Wer zuviel Schmerzmittel einnimmt, kann abhängig werden und erhöht das Risiko medikamenteninduzierter Kopfschmerzen.

Um eine Schmerzmittel-Abhängigkeit zu verhindern, kann der Arzt eventuell sogenannte trizyklische Antidepressiva verschreiben. Sie erhöhen die Schmerzschwelle. Die vorbeugenden Medikamente wirken jedoch oft erst nach vier bis sechs Wochen.

Medikamente gegen Migräne

Die folgenden Mittel können bei leichter Migräne helfen:

  • Acetylsalicylsäure (ASS)
  • Ibuprofen
  • Paracetamol
  • Diclofenac
  • Kombinationspräparate aus Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Koffein
  • Antiemetika gegen Übelkeit

Schwere Migräneattacken werden oft mit sogenannten Triptanen in Tablettenform, als Nasenspray oder Spritze behandelt. Alternativ kann der Arzt Lysinacetylsalicylat (ASS-Lysinat) als Injektion verschreiben.

Zur Migräneprophylaxe dienen Betablocker wie Metoprolol, Propanolol oder Flunarizin (diese werden auch bei Bluthochdruck eingesetzt). Sinnvoll ist diese Prophylaxe, wenn Migräneanfälle öfter als dreimal pro Monat auftreten, nicht effektiv behandelbar sind, die Anfälle lange andauern sowie bei einem Schmerzmittelentzug.

Medikamente gegen Clusterkopfschmerzen

Bei den extremen Cluster-Kopfschmerzen kann der Arzt ebenfalls Triptane verschreiben. Akute Anfälle lassen sich zudem unterbrechen, indem man reinen Sauerstoff inhaliert. Manchen Patienten hilft es auch, ein lokales Betäubungsmittel in das Nasenloch der betroffenen Seite zu sprühen.

Kopfschmerzen: Hausmittel und Alternativmedizin

Mitunter lindert bereits das in einer Tasse Kaffee oder Tee enthaltene Koffein den Schmerz. Kühle oder feuchtheiße Kompressen auf Stirn und Nacken können das überreizte Gehirn beruhigen. Belebendes und kühlendes Pfefferminzöl oder Teebaumöl können auf die Schläfen getupft oder sanft eingerieben werden und so die Kopfschmerzen vertreiben. Aber Achtung: Das ätherische Öl darf nicht in die Augen oder an die Schleimhäute geraten.

Weitere pflanzliche Mittel sowie alternative Heilverfahren helfen manchmal ebenfalls gegen Kopfschmerzen, auch wenn der wissenschaftliche Beweis dafür meist fehlt:

  • Weidenrindenextrakt
  • Homöopathie
  • Transkutane Elektrische Nervenstimulation (TENS)
  • Akupunktur
  • Chirotherapie oder manuelle Therapie
  • Massagen
  • Botulinumtoxin (Botulinumneurotoxin, Botox)
  • Autogenes Training
  • Progressive Muskelentspannung
  • Psychoanalyse und psychotherapeutische Behandlung

Kopfschmerztagebuch / Kopfschmerzkalender

Wenn Sie häufiger unter Kopfschmerzen leiden oder von Migräne betroffen sind, können Sie ein Schmerztagebuch führen. Dort notieren Sie, wann die Schmerzen begonnen haben und wie lange sie anhielten. Außerdem können Sie mögliche Auslöser wie Nahrungsmittel, Stress, Wetter und gegebenenfalls das Zyklusstadium festhalten. Ebenfalls sollten Sie Begleitsymptome und eingenommene Medikamente notieren.

Aus den Aufzeichnungen können Sie womöglich bereits die Art Ihrer Kopfschmerzes sowie mögliche Auslöser ableiten. Ihrem Arzt erleichtert das Kopfschmerztagebuch die Diagnose und hilft ihm, die richtige Behandlung gegen die Kopfschmerzen zu finden.

Kopfschmerzen: Wann Kinder mit Kopfschmerzen zum Arzt müssen

Immer mehr Kinder leiden unter Kopfschmerzen. Meistens sind die Beschwerden harmlos, doch man sollte der Ursache auf den Grund gehen. Sofort zum Arzt muss ein Kind, wenn es plötzlich heftige Kopfschmerzen in Verbindung mit hohem Fieber bekommt, sich übergeben muss und über ein steifes Genick klagt. Diese Symptome deuten auf eine gefährliche Hirnhautentzündung (Meningitis) hin.

Bei Meningitis handelt es sich um eine akute Entzündung der Hirnhäute, die sowohl von Viren als auch von Bakterien ausgelöst werden kann. Sie kann schwerwiegende Folgen wie Herzmuskelentzündung, Nebennierenversagen oder Gelenkentzündungen haben oder bleibende geistige oder motorische Störungen nach sich ziehen. Im schlimmsten Fall verläuft eine Hirnhautentzündung tödlich, wenn sie nicht schnell genug behandelt wird.

Warnzeichen für Hirnhautentzündung

Da kleine Kinder noch nicht äußern können, dass sie Kopfschmerzen haben, müssen Eltern sensibel für andere Anzeichen sein, beispielsweise dass sie sich öfter an den Kopf fassen, einen sonderbaren Gesichtsausdruck haben, entweder auffällig aggressiv oder anschmiegsam reagieren oder licht- und berührungsempfindlich sind. Ein typisches Zeichen einer Hirnhautentzündung ist die Nackensteifigkeit. Dafür gibt es einen einfachen Test, den sich Eltern vom Kinderarzt zeigen lassen können: Das Kind flach auf den Rücken legen und das Kinn in Richtung Brust drücken. Geht das nicht oder schmerzt es, muss das Kind sofort ins Krankenhaus.

Kopfschmerzen können von Zähnen oder Augen ausgelöst werden

Kopfschmerzen können vielfältige Ursachen haben. Manchmal können Probleme mit den Zähnen und dem Kiefer dahinter stecken, oder eine Sehschwäche. Auch seelische Gründe sind denkbar. Auch Migräne komme bei Kindern häufiger vor, weiß Ulrich Fegeler, Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Diese Diagnose könne aber erst gestellt werden, wenn keine andere Ursachen feststellbar waren. Der Kinderarzt empfiehlt, ein Tagebuch über das Auftreten und die Umstände der Kopfschmerzen zu führen, um herauszufinden, was dahinter steckt.

Pfefferminzöl, Schmerzmittel oder Entspannungstechniken

Wird ein Kind von Kopfschmerzen ohne weitere Symptome geplagt, zieht es sich am besten in ein stilles, nicht zu helles Zimmer zurück. Eltern können ihm ein kalt-feuchtes Tuch auf die Stirn legen und Schläfen, Scheitel und Nacken mit Pfefferminzöl einreiben, um die Beschwerden abzumildern. Hat das Kind häufiger oder stärkere Schmerzen, sei in Absprache mit einem Arzt die Gabe von Schmerzmittel möglich. Außerdem können sich Eltern von Kinder- oder Jugendärzten beraten lassen, ob Entspannungstechniken oder eine Psychotherapie dem Kind helfen kann.

Sie finden uns auch auf Facebook – jetzt Fan unserer „Eltern-Welt“ werden und mitdiskutieren!

  • Meningitis: Bei Hirnhautentzündung zählt jede Minute
  • Kopfschmerzen: Eltern haben Einfluss auf Kopfschmerzen beim Kind
  • Stress: Immer mehr Kinder leiden unter Kopfschmerzen
  • Kinderpsychiatrie: Jedes fünfte Kind ist psychisch gestört

Kleine Kinder können es oft nicht in Worte fassen, wenn sie Kopfschmerzen haben. Erst im Alter von etwa fünf Jahren können sie einigermaßen verlässlich darüber Auskunft geben. Das erläutert Prof. Berthold Koletzko von der Stiftung Kindergesundheit in München. Bei kleineren Kindern sollten Eltern darauf achten, ob sie die Hände an den Kopf oder vor die Augen drücken. Auch auffälliges Runzeln der Augenbrauen oder das wiederholte Zerzausen der Haare seien mögliche Anzeichen. Babys mit Kopfschmerzen seien oft reizbar, unruhig und extrem berührungsempfindlich.

Um der Ursache auf den Grund zu gehen, empfiehlt die Stiftung zusätzlich zur gründlichen Untersuchung des Kindes und der ausführlichen Befragung der Eltern einen Kopfschmerzkalender. Eltern und Kind – sofern es schon schreiben kann – sollten vier bis sechs Wochen unabhängig von einander notieren, wann, wie stark und wie lange die Schmerzen auftreten. Außerdem sei es sinnvoll, die Begleitsymptome, etwaige Auslöser und eingenommene Arzneimittel zu vermerken.

Seelische Gründe wie Stress in der Schule

Mögliche Kopfschmerzauslöser sind fieberhafte Krankheiten, Infektionen wie Ohren- oder Halsentzündungen, eine Gehirnerschütterung oder zu viel Sonne. Aber auch eine kaum sichtbare Sehschwäche wie Schielen könne dahinterstecken, sagt Koletzko. Auch etwaige seelische Gründe wie Stress in der Schule oder Familie dürften nicht außer Acht gelassen werden.

Um Kopfschmerzen zu vermeiden, gelten für Kinder unabhängig von der Diagnose allgemeine Empfehlungen für ein gesundes Leben. Dazu zählen unter anderem geregelte Mahlzeiten, ausgewogene Kost, ein konstanter Schlaf-Wach-Rhythmus, viel frische Luft und Bewegung sowie weniger Zeit vor dem Fernseher und dem Computer. Nützlich kann der Stiftung zufolge auch sein, wenn das Kind Entspannungstechniken wie die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen lernt. (dpa/tmn)

Plötzlich heftige Kopfschmerzen: Eltern sollten mit Kind sofort zum Kinderarzt

Kopfschmerzen bei Kindern haben unterschiedliche Ursachen. Bei hohem Fieber, zusätzlicher Nackensteife und Erbrechen sollten Eltern mit ihrem Kind allerdings so schnell wie möglich zum Kinder- und Jugendarzt. „Denn solche Zeichen deuten möglicherweise auf eine gefährliche Ursache hin, wie z.B. eine Hirnhautentzündung, eine sogenannte Meningitis“, warnt Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). „Hier muss schnell gehandelt werden!“

Kopfschmerzen bei Kindern haben unterschiedliche Ursachen. Bei hohem Fieber, zusätzlicher Nackensteife und Erbrechen sollten Eltern mit ihrem Kind allerdings so schnell wie möglich zum Kinder- und Jugendarzt. „Denn solche Zeichen deuten möglicherweise auf eine gefährliche Ursache hin, wie z.B. eine Hirnhautentzündung, eine sogenannte Meningitis“, warnt Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). „Hier muss schnell gehandelt werden!“

Bei anderen Formen von Kopfschmerzen ist für die Ursachensuche das Führen eines Kopfschmerztagebuches der erste Schritt. Auslöser können in selteneren Fällen kieferorthopädische Probleme sein, aber auch Fehlsichtigkeiten. Psychische Probleme können ebenfalls mit Kopfschmerzen einhergehen. Gar nicht so selten ist die kindliche Migräne, auf die erst bei Ausschluss anderer Ursachen geschlossen werden kann. Bei Kopfschmerzen hilft es Kindern meist, sich in einen ruhigen, abgedunkelten Raum hinzulegen. Ein kalter Lappen auf der Stirn wirkt lindernd. Auch dem Einmassieren von Pfefferminzöl auf die Schläfen, auf den Scheitel und in den Nacken wird eine schmerzdämpfende Wirkung nachgesagt. Bei stärkeren Schmerzen bzw. Migräne kommen Schmerzmittel zum Einsatz, aber auch Entspannungsmethoden, Stressbewältigungsstrategien und Verhaltenstherapie sind unter Umständen hilfreich. „Der Kinder- und Jugendarzt kann Eltern bei der Koordinierung dieser sogenannten ‚Multikomponenten-Programme’ unterstützen“, so Dr. Fegeler.

Spannungskopfschmerz bei Kindern: Wie ein Ring um den Schädel

Greift sich Ihr Kind oft an den Kopf? Rauft es sich immer wieder die Haare? Ist es dabei reizbar und quengelt? Möglicherweise leidet Ihr Kind unter Spannungskopfschmerzen.

Auf Nachfrage beschreiben Kinder solche Kopfschmerzen als dumpf, ziehend oder drückend, wie ein Ring um den Kopf. Meist sind beide Kopfhälften betroffen – die Schmerzen beurteilen sie als leicht bis mittelschwer. Im Gegensatz zu Migräneschmerzen werden sie nicht stärker, wenn sich das Kind bewegt.

Spannungskopfschmerzen verändern das Gehirn

Stehen Kinder unter seelischer Anspannung, verspannen sich auch ihre Muskeln. Werden die angespannten Muskeln nicht durch Spielen, Toben, Herumrennen wieder gelockert, verkrampfen und verhärten sie sich. Solche Verspannungen im Nacken und in den Schultern können in den Kopf ausstrahlen.

Bei anhaltenden Spannungskopfschmerzen gerät das Gehirn allmählich in ein Ungleichgewicht: Diejenigen Bereiche, die im Hirn Schmerzen verarbeiten, verändern sich. Als Folge davon werden schon kleinere Schmerzimpulse als extrem peinvoll empfunden. Deshalb ist es wichtig, dass andauernde Spannungskopfschmerzen behandelt werden. Ansonsten droht eine Karriere als Schmerzpatient.

Welche Ursachen Spannungskopfschmerzen auslösen können, ist nicht gut untersucht. Als wahrscheinliche sogenannte Trigger gelten:

  • Lärm,
  • Stress in der Schule oder in der Freizeit,
  • Leistungsdruck,
  • Schlafmangel oder zu viel Schlaf,
  • Koffein (in Kaffee, Cola-Getränken oder Energy-Drinks),
  • Flüssigkeitsmangel (wenn Ihr Kind weniger als anderthalb Liter am Tag trinkt),
  • bestimmte Nahrungsmittel wie Milch, Softdrinks oder Schokocremes.

Wenn die Familie krankt macht

Studien belegen, dass Kinder mit einem schwierigen familiären Lebenshintergrund anfälliger für Spannungskopfschmerzen sind. Zu den belastenden Faktoren zählen:

  • häufige Umzüge,
  • eine unregelmäßige, ungesunde Ernährung,
  • wenig Geborgenheit und Zuwendung,
  • häufiger Streit in der Familie,
  • eine ungünstige Wohnsituation.

Symptome

Kinder können sich nicht so gut ausdrücken wie Erwachsene. Deshalb wird ein Kind kaum geradeheraus sagen, dass es Spannungskopfschmerzen hat. Möglicherweise quengelt Ihr Kind oder zieht sich zurück.

Wenn man sie fragt, berichten Kinder von einem drückenden, ziehenden Schmerz. Manchmal vergleichen sie ihre Beschwerden mit einem Ring, der den Kopf zusammenquetsche. Im Prinzip empfinden Kinder Spannungskopfschmerzen genauso wie Erwachsene. Anzeichen für Spannungskopfschmerzen bei Ihrem Kind können sein:

  • dumpf-drückende bis ziehende, aber nicht pulsierende Schmerzen,
  • der Schmerz tritt zumeist auf beiden Seiten des Kopfes auf,
  • der Schmerz breitet sich zwischen Nacken und Stirn aus,
  • auch Augen oder Wangen können schmerzen,
  • der Schmerz ist von leichter bis mäßiger Intensität,
  • der Schmerz wird bei http://www.stern.de/gesundheit/ratgeber-fitness-schwungvoll-durchs-jahr-1766262.htmlkörperlicher Bewegung nicht stärker,
  • gelegentlich begleitet leichte Übelkeit den Schmerz.

Spannungskopfschmerzen können bei Kindern – wie bei Erwachsenen auch – zwischen einer halben Stunde und mehreren Tagen andauern.

Der Arzt wird Sie und Ihr Kind zunächst nach den Beschwerden fragen. Antworten Sie so ausführlich wie möglich. Wichtig ist auch, dass der Arzt sich ein genaues Bild von den Lebensumständen Ihres Kindes macht: Er wird sich möglicherweise nach Stresssituationen und nach Freizeitaktivitäten erkundigen. Anschließend wird der Arzt Ihr Kind untersuchen. Meist reicht dies aus, um die richtige Diagnose stellen zu können.

Die allgemeine Untersuchung umfasst:

  • ein Gespräch, um die Beschwerden, die Begleitsymptome und die Lebensumstände festzustellen,
  • eine allgemeine körperliche und neurologische Untersuchung,
  • die Untersuchung der Kopf- und Nackenmuskulatur, um Verspannungen zu erkennen,
  • das Messen des Blutdrucks: Zu hoher Blutdruck kann Kopfscherzen verursachen, niedriger nicht,
  • eine Auswertung des Kopfschmerz-Tagebuchs, sofern eins geführt wurde – um Auslöser zu entdecken.

Im Zweifelsfall können Blutwerte eine Ursache anzeigen

In Ausnahmefällen wird die Ärztin zusätzlich Blutuntersuchungen anordnen oder medizintechnische Geräte zu Hilfe ziehen. So können im Zweifelsfall andere, schwerwiegende Erkrankungen als Ursache für den Kopfschmerz ausgeschlossen werden. Zusätzliche Untersuchungen können sein:

  • eine Blutuntersuchung, um Entzündungen oder andere Krankheiten auszuschließen,
  • ein EEG (Elektroenzephalogramm), um eine Epilepsie zu erkennen,
  • eine Hirnwasseruntersuchung, die sogenannte Liquorpunktion: Dabei wird aus dem Rückenmarkskanal Flüssigkeit entnommen. So kann der Arzt festellen, ob der Schädeldruck erhöht ist,
  • eine Magnetresonanztomographie (MRT): Die ungefährliche Untersuchung in einer MRT-Röhe kann Tumore entdecken,
  • eine Computertomographie: Diese Röntgenuntersuchung kann ebenfalls Geschwüre aufspüren,
  • eine transkranielle Dopplersonographie: Mit dieser unschädlichen Ultraschalluntersuchung überprüft der Arzt, ob die Blutgefäße, die zum Hirn führen, in Ordnung sind.

Ein Kopfschmerz-Tagebuch kann bei der Diagnose helfen

Ist Ihr Kind in dem Alter, in dem es bereits schreiben kann, könnte ein Kopfschmerz-Tagebuch empfehlenswert sein: Es hilft dem Arzt bei der Diagnose – und möglicherweise auch Ihrem Sprössling: Jedes zehnte Kind wird allein durch das Führen des Kalenders schmerzfrei. Denn es lernt, sich selbst zu beobachten und Situationen, die Kopfschmerz auslösen könnten, zu vermeiden. Ein Kopfschmerz-Tagebuch sollte Ihr Kind etwa vier bis sechs Wochen führen. Hinein gehören folgende Notizen:

  • Wie stark waren die Kopfschmerzen?
  • Wie lange haben sie gedauert?
  • In welcher Situation war ich, als die Kopfschmerzen anfingen?
  • Waren da noch andere körperliche Beschwerden?
  • Wann habe ich welche Medikamente eingenommen?

Blättern Sie das Kopfschmerz-Tagebuch zusammen mit Ihrem Kind durch. Oft lässt sich ein klares Muster erkennen. Kommen die Kopfschmerzen immer dann, wenn Ihr Kind etwas Bestimmtes gegessen oder getrunken hat? Oder wenn es sich in stressigen Situationen befindet? Einige bekannte Auslöser für Kopfschmerzen bei Kindern sind:

  • Schlafmangel oder Schlafstörungen,
  • Lärm, Stress und Anspannung,
  • Kaffee oder Cola,
  • Durst,
  • Hunger,
  • Nahrungsmittel wie Milchprodukte, Softdrinks oder Schokocremes.

Therapie

Wenn Ihr Kind unter Kopfschmerzen leidet, sollten Sie ihm nicht gleich Tabletten geben: Besonders Acetylsalicylsäure (ASS) ist bei Kindern ungeeignet, weil es schwere Nebenwirkungen haben kann. Es gibt viele Möglichkeiten, Ihrem Kind auch ohne Medikamente zu helfen: Mit Entspannungsverfahren, mit einer ruhigen Umgebung, mit einem offenen Ohr für seine Nöte und Sorgen.

Was Sie selbst für Ihr Kind tun können:

  • Sorgen Sie für eine ruhige, unaufgeregte Umgebung.
  • Dunkeln Sie den Raum ab.
  • Lassen Sie Ihr Kind entspannende Musik hören.

Hilft das auf Dauer nicht, sollten Sie einen Kinderarzt aufsuchen. Er wird mit Ihnen weitere Möglichkeiten besprechen. Es kann sein, dass er Medikamente empfiehlt.

Nicht alle Schmerzmittel sind für Kinder geeignet

Hat Ihr Kind starke Spannungskopfschmerzen, können Sie ihm notfalls Tabletten geben, die nur Paracetamol enthalten. Allerdings steht Paracetamol in dem Verdacht, Allergien und Asthma bei Kindern zu begünstigen. Kinder über 14 Jahre vertragen auch die Substanz Ibuprofen. Flupirtin, ebenfalls eine schmerzstillende Substanz, können Kinder ab sechs Jahre bekommen. Acetylsalicylsäure (ASS) ist für Kinder nicht geeignet, weil es die Leber schwer schädigen kann.

Wie viele Tabletten Sie Ihrem Kind geben können, hängt von seinem Körpergewicht ab: Je größer und schwerer der Körper, desto mehr Wirkstoff. Achten Sie genau auf die Packungsbeilage. Dort steht, wie viel Milligramm Wirksubstanz eine Pille enthält. So viel Wirkstoff dürfen Sie Ihrem Kind geben:

  • 15 Milligramm Paracetamol pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag oder
  • 10 Milligramm Ibuprofen pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag oder
  • 50 Milligramm Flupirtin pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag bei Kindern, die sechs bis acht Jahre alt sind, bei neun- bis zwölfjährigen Kindern sind es 100 Milligramm.

Kinder reagieren aber auch gut auf Scheinmedikamente, sogenannte Placebos. Studien belegen, dass sich die Kopfschmerzen damit um bis zu 40 Prozent verringern lassen. Fragen Sie Ihren Arzt nach solchen Placebos. Sie können auch eine Süßigkeit als Scheinmedikament verwenden: Ihr Kind darf die Leckerei aber nicht kennen, und sie muss ein wenig nach Tablette aussehen. Erzählen Sie Ihrem Kind glaubhaft, dass diese Pille die Schmerzen lindern werde. Gehen die Kopfschmerzen damit weg, haben Sie eine ungefährliche, nebenwirkungsfreie Behandlung für Ihr Kind gefunden.

Spannungskopfschmerzen lassen sich oft ohne Medikamente behandeln. Zu den erfolgreichen Therapien zählen:

  • Entspannungsverfahren
  • Phantasiereisen,
  • die progressive Muskelentspannung nach Jacobson,
  • ein Kopfschmerz-Training,
  • ein Biofeedback-Verfahren,
  • die Transkutane Nervenstimulation (TENS).

Versuchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, die Auslöser für Spannungskopfschmerzen zu finden. Dabei kann ein Kopfschmerz-Tagebuch helfen. Sind diese sogenannten Trigger-Faktoren bekannt, lassen sie sich in Zukunft möglicherweise umgehen.

Tipps

Leidet Ihr Kind unter mäßigen, gelegentlichen Kopfschmerzen, reicht es meist aus, seinen Tagesablauf ein wenig zu ändern. Beobachten Sie, wann Ihr Kind unter Stress steht, und wann seine Kopfschmerzen auftreten. Gönnen Sie Ihrem Kind weniger Aktivitäten und Termine, aber mehr Zuwendung und Ruhe. Geben Sie ihm ruhige Musik, mit der es entspannen kann. Lesen sie Ihrem Kind vor oder erzählen Sie ihm Geschichten, anstatt es lange fernsehen zu lassen. Achten Sie auch darauf, dass Ihr Kind genug Schlaf bekommt. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über seine Sorgen. Überlegen Sie, was Sie selbst tun können, damit es ihm besser geht. Fragen Sie sich selbst, ob

  • Ihr Kind in der Schule gut zurecht kommt oder ob es zusätzliche Unterstützung braucht,
  • es am Nachmittag genügend Zeit zum Spielen und Entspannen hat,
  • alle Termine, Trainingszeiten und Kurse tatsächlich nötig sind,
  • Ihr Kind zu viel Zeit vor dem Computer sitzt,
  • Sie sich genügend Zeit für Ihr Kind nehmen,
  • es genügend Gelegenheiten gibt, damit Ihr Kind Ihnen von seinen Freuden, Erlebnissen und Nöten berichten kann,
  • die Familienatmosphäre entspannt ist oder ob es oft Streit gibt.

Helfen all diese Tipps nicht und versagen auch Hausmittel wie Nickerchen, sanfte Nackenmassagen, kühle Tücher auf der Stirn oder Stirnmassagen mit Pfefferminzöl, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. In eine Kinderheilpraxis sollten Sie auch gehen, wenn

  • Ihr Kind immer wieder Kopfschmerzen hat,
  • die Schmerzen länger als zwei Stunden anhalten,
  • ein Arzt bereits Spannungskopfschmerzen oder Migräne diagnostiziert hat, die Attacken aber häufiger und stärker werden,
  • neue Symptome hinzukommen,
  • sich die Art der Schmerzen ändert,
  • Krampfanfälle auftreten oder die bisherige Behandlung nicht mehr wirksam ist.

Lebensbedrohliche Ursachen sind bei Kopfschmerzen zwar selten, aber Sie sollten dennoch sofort einen Arzt aufsuchen, wenn

  • der Schmerz urplötzlich und heftig einsetzt,
  • das Kind zusätzlich hohes Fieber hat,
  • das Kind den Kopf nicht beugen kann, weil der Nacken steif ist,
  • das Kind ungewöhnlich stark erbricht,
  • das Kind wie benommen wirkt,
  • erstmalig ein Krampfanfall auftritt,
  • zum ersten Mal Seh- und Sprachstörungen auftreten,
  • die Arme und Beine sich schlaff anfühlen,
  • Ihr Kind plötzlich nicht mehr sicher gehen kann.

Verabreichen Sie nicht wahllos Kopfschmerztabletten: Als Therapie sind nicht alle Medikamente für Kinder geeignet. Aspirin ist sogar gefährlich. Mittel, die ausschließlich Paracetamol oder ausschließlich Ibuprofen enthalten, sind hingegen akzeptabel. Alle anderen Tabletten, Zäpfchen oder Pulver sollten Sie nur nach Absprache mit einem Arzt geben.

Expertenrat

Professor Hartmut Göbel aus Kiel beantwortet Ihre Fragen

Warum kann ich meinem Kind nicht irgendeine Kopfschmerztablette geben?

Acetylsalicylsäure ist für Kinder nicht geeignet. Und Kombinationspräparate enthalten neben den Schmerzwirkstoffen wie Acetylsalicylsäure oder Paracetamol auch gefäßverengendes Koffein. Auch deshalb sind sie für Kinder ungeeignet.

Können alternative Heilmethoden helfen?

Für Verfahren wie Akupunktur und Homöopathie liegen keine eindeutigen Studiendaten vor. Ihre Anwendung entspricht deshalb nicht den Kriterien der evidenzbasierten Medizin. Therapieversuche mit diesen Verfahren können dennoch im Einzelfall gestartet werden, beispielsweise wenn andere Verfahren versagt haben.

Kopfschmerzen können entstehen, wenn man zu viel Schmerztabletten nimmt. Trifft das auch bei Kindern zu?

Der schmerzmittelinduzierte Kopfschmerz ist bei Kindern sehr selten, da die Kinder normalerweise keinen freien Zugriff auf Medikamente haben. Diese Form des Kopfschmerzes zählt zu den sekundären Kopfschmerzen.

Durch die stetige Einnahme von Schmerzmitteln wird im Gehirn ein Gewöhnungsprozess in Gang gesetzt. Dieser führt offenbar dazu, dass manche Schmerzmittelrezeptoren ihre Reaktionsbereitschaft und damit auch die Wirkung der Substanz mindern, gleichzeitig jedoch Schmerzreize vermehrt ungefiltert weitergeleitet werden. Dadurch ist die natürliche Schmerzregulation gestört. Es werden immer höhere Arzneimittelkonzentrationen benötigt, um den immer stärker empfundenen Schmerz zu bekämpfen – ein Teufelskreis entsteht.

Erst wenn auf diese Medikamente verzichtet wird, kann der Arzt eine unverfälschte Diagnose stellen und mit einer angemessenen Therapie beginnen. In der Kieler Schmerzklinik zum Beispiel werden die Präparate abrupt abgesetzt. Eine bis zwei Wochen später können die Ärzte eine richtige Diagnose stellen.

Kinder, die nicht gut schlafen, haben häufig Kopfschmerzen. Was können Eltern dagegen tun?

Der Zusammenhang zwischen einem veränderten Schlafrhythmus und dem Auftreten von Kopfschmerzen ist mittlerweile mehrfach bewiesen. Unter einem veränderten Schlafrhythmus versteht man einerseits Schlafmangel infolge von Schlafstörungen, andererseits aber auch zu viel Schlaf.

Dabei ist jedoch nach wie vor ungeklärt, ob die Kinder unter Kopfschmerzattacken leiden, weil sie einen veränderten Schlafrhythmus haben oder ob sich die Schlafstörungen durch die Kopfschmerzen einstellen. Allerdings ist bekannt, dass Migränekranke teilweise schon als Säuglinge Schlafstörungen hatten.

Wir empfehlen den Eltern folgendes:

  • einen regelmäßigen Tagesablauf mit wiederkehrenden Ritualen,
  • einen Schlafraum, der auch nur zum Schlafen genutzt wird – Fernseher und Videospiele gehören nicht ins Schlafzimmer von Kindern,
  • beruhigende Rituale in der letzten Stunde vor dem Einschlafen wie Lesen, Puzzeln oder Kuscheln.

Forschung

Schlafen gegen den Schmerz? Ein gestörter Schlaf hängt mit Kopfschmerzen zusammen. Eine amerikanische Studie wies nach, dass zwei Drittel der Kinder mit Kopfschmerzen auch Schlafstörungen hatten. Besonders häufig konnten die Kinder nicht gut einschlafen. Wachten Sie hingegen nachts oder zu früh auf, litten sie am nächsten Tag nur unter leichten Kopfschmerzen. Ob die Schlafstörungen tatsächlich Kopfschmerzen auslösen – oder eher umgekehrt – ist noch nicht hinreichend erforscht. Cola löst Spannungs-Kopfschmerzen aus Kinder, die täglich anderthalb Liter Cola oder zwei große Tassen Kaffee trinken, leiden häufig unter Spannungskopfschmerzen, hat die Forscherin Rachel Hering-Hanit vom israelischen Meir General Hospital herausgefunden. Schon nach zwei Wochen Koffeinabstinenz verbesserten sich die Beschwerden beträchtlich. Nach einem halben Jahr hatten sich die Spannungskopfschmerzen noch mehr verringert.

Wer Probleme bewältigt, hat weniger Kopfschmerz

Kinder, die unter chronischen Kopfschmerzen leiden, haben nicht notwendigerweise mehr Stress als gesunde. Meist verarbeiten sie den Stress nur schlechter. Das beweist eine psychologische Studie der Universität Trier. Die Kinder mit Kopfschmerzen vermieden anstrengende und belastende Situationen, anstatt sich mit Problemen auseinander zu setzen und sie zu meistern. Zudem zogen sie sich eher zurück, grübelten mehr und gaben häufiger auf. Auf unangenehme Themen reagierten sie schneller verärgert oder gereizt. Gesunde Kinder zeigten sich mehr an Problemlösungen interessiert, redeten sich selbst eher gut zu („du schaffst das schon“) und suchten häufiger die Unterstützung von anderen.

About the author

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.