Marietta slomka kinder

Inhalte

Heidi Klum und Co.: Hört auf, Frauen zu fragen, ob sie Kinder wollen!

Anzeige

Es hatte nachgelassen, aber nur ein bisschen. Seit einigen Wochen wird herumgeraten, ob Heidi Klum nun schwanger sein könnte. Bekommt ein Journalist irgendwen aus ihrem Umfeld (Tom, Bill, „Papa Klum“) zu fassen, wird sofort gefragt: „Gibt es denn Baby-News? Darf man sich freuen?“ Am Sonntag spekulierte „Exclusiv Weekend“ dann wieder fröhlich herum, analysierte Instagram-Videos und suchte verzweifelt nach Wölbungen oder „Baby-Bäuchlein“.

Nun ist Heidi Klum natürlich absoluter Profi, und man kann sogar vermuten, dass ihr als vierfacher Mutter diese Spekulationen etwas Freude bereiten. Doch man weiß es nicht sicher – und es gibt auch andere prominente Beispiele, von denen bekannt ist, dass sie es als durchaus problematisch empfinden, stets nach dem Stand ihrer eigenen Reproduktion gefragt zu werden.

Schauspielerin Margot Robbie etwa. Sie ist bekannt aus „Suicide Squad“, spielte Tonya Harding in „I, Tonya“ und Königin Elizabeth I. in „Maria Stuart“. Demnächst ist sie als Sharon Tate in Quentin Tarantinos „Once Upon a Time In Hollywood“ zu sehen – sowie als Barbie in der Realverfilmung von, ja, Barbies Leben. Sie war bereits für einen Oscar nominiert, hat eine eigene Produktionsfirma. Eine bewegte, spannende Karriere, viel Gesprächsstoff für Journalisten, sollte man meinen.

Margot Robbie, Schauspielerin – und ist es nicht egal, ob sie plant, auch mal Mutter zu sein? Anzeige

Doch seit Robbie Ende 2016 geheiratet hat, wird sie vor allem eines gefragt, wie sie selbst Anfang des Jahres in einem Interview mit „Radio Times“ berichtet: „Ich habe geheiratet, und seitdem ist die erste Frage in jedem Interview: Babys? Wann kriegen Sie eines? Ich bin so wütend, dass das der soziale Vertrag zu sein scheint. Du hast geheiratet, also krieg jetzt ein Kind.“

Muss man mit Ende zwanzig schon Kinder haben?Vor- und Nachteile

Sie spielt eine schwangere Sharon Tate und eine immer kinderlose Königin Elizabeth. Beide Plots kann man super nutzen, um daraus Fragen nach privaten Fortpflanzungsplänen zu stricken. Und natürlich hat man als Journalistin Verständnis für Kollegen, die sich auf Prominentenberichterstattung spezialisiert haben, aber die Frage nach der Kinderlosigkeit bringt so viel problematische Botschaften und Annahmen mit sich, dass man appellieren muss: Hört auf, Frauen danach zu fragen!

In dieser Frage schwingt nämlich genau diese soziale Erwartung mit: Eine richtige Frau hat Mutter zu sein. Kinderlose Frauen sind suspekt, vor allem in Hollywood (und Jennifer Aniston kann ein Lied davon singen). Margot Robbie ist gerade mal 28 Jahre alt, hat eine erfolgreiche Karriere, dennoch impliziert man: Hier fehlt etwas! Und das soll sie bitte auch erklären.

Wer weiß, was wirklich hinter einer Kinderlosigkeit steckt?

Anzeige

Ein Frauenkörper ist nichts Öffentliches, keine Frau sollte sich dafür erklären müssen, wie und warum und wofür sie diesen Körper benutzt. Oder eben auch nicht. Oder ob dieser Körper einen flachen Bauch hat oder einen nicht so flachen – dem dann sofort eine Schwangerschaft unterstellt wird. Denn das kann es ja nicht geben, einen nicht-flachen Bauch ohne schwanger zu sein! Jennifer Aniston, inzwischen 50 Jahre alt und gefühlt 30 davon nach fehlenden Kindern gefragt worden, formulierte es schon vor einer Weile wütend und explizit in einem Blogbeitrag: „Ich habe genug davon, für diese beschränkte Sichtweise auf weibliche Identität und Erfolg benutzt zu werden.“ Und: „Wir machen Frauen zum Objekt, die Prüfung, der wir sie unterziehen ist absurd und verstörend. Wie ich von den Medien dargestellt werde, ist eine Reflektion davon, wie wir Frauen generell darstellen und dass wir sie an einem verzerrten Schönheitsideal messen.“

Kaum eine Frage ist so sensibel und potenziell verletzend. Wer weiß denn, was wirklich hinter einer Kinderlosigkeit steckt? Vielleicht klappt es einfach nicht, und keiner weiß warum. Vielleicht hat ein Mann die Frau mit Chlamydien angesteckt, wodurch ihre Eileiter verklebten. Vielleicht eine andere Krankheit, eine Hormonstörung. Vielleicht ist sein Sperma zu langsam! Vielleicht hatte sie schon Fehlgeburten. Und soll dann trotzdem ihrer vermeintlichen Erklärungspflicht zum Thema „Ist da eine Wölbung?“ nachkommen? Gar nicht zu reden von dem Druck, den ein solches Nachbohren auslösen kann.

Vielleicht will die Frau auch einfach keine Kinder bekommen – ihr gutes Recht, aber für die Masse die wohl ungeheuerlichste Variante von allen. Man erinnere sich an 2014, als Sarah Kuttner es wagte zu sagen, sie habe persönlich „kein Interesse daran“, Kinder zu haben. Die Aufregung war riesig, Kuttner sei egoistisch, Fazit: Eine Frau hat so nicht zu sprechen, sie hat Kinder zu wollen, zu mögen und zu kriegen! Eine Frau, die nicht Mutter sein will, macht Angst – und wird allzu gerne zur kalten Karrierefrau gemacht. Schnell eine andere Schublade auf, wenn sie in die eine nicht reinpassen will.

Anzeige

Manchmal ist Kinderlosigkeit eine Entscheidung, manchmal ist es keine, manchmal entscheidet die Zeit für die Frau. Häufig ist es eine Mischung aus verschiedenen dieser Faktoren – und immer ist es etwas Individuelles und Persönliches. Für das man sich vor niemandem rechtfertigen muss!

Apropos verschiedene Faktoren

Medial gibt es (fast) nur eine Variante. Selbst Vorzeige-Kino-Single Bridget Jones ist am Ende ihrer Geschichte glückliche Mami. Werbespots oder Anzeigen für Schwangerschaftstests zeigen stets einen positiven Test und eine glückliche Reaktion darauf, achten Sie mal darauf. Warum werden nicht auch andere Realitäten dargestellt? Positiver Test – erschrockene Reaktion. Negativer Test – Erleichterung. Ja, das darf es auch beides geben. Auch im (erfüllten) Kinderwunsch darf Ambivalenz existieren. Stattdessen wird das einseitige Bild vom immer erwünschten Mutterglück propagiert. Das in Wahrheit gar nicht immer so rosig sein muss.

Auch ohne Kind kann man erfüllt sein

Diese Darstellungen und das ewige Fragen nach Kindern reduzieren die Frau auf ihre Gebärmutter, zeichnen ein eindimensionales Bild von Glück und von Familie. Eine Frau ist als Frau nicht irgendwie unvollständig, wenn sie diese vermeintliche Pflicht nicht „erfüllt“ hat, erfüllen kann oder will. Man könnte doch Paare auch mal fragen, warum sie denn eigentlich ein Kind bekommen haben – was es damit auf sich habe, und wieso, und überhaupt! Diese Antworten würden vielleicht interessanter ausfallen.

Es gibt so viele Formen von Glück, von Beziehung, von Familie, wie es Menschen gibt. Und muss man 2019 wirklich noch explizit formulieren, dass ein Leben auch ohne Kind, gar ohne Mann sehr glücklich sein kann? Dass „verheiratet mit Kindern“ nicht die von allen zu erstrebende Lebensform ist? Muss man wohl. Jennifer Aniston hat es sicher netter als so manche Fünffachmutter.

Man wird auch mir wieder unter diesem Text kommentieren, dass ich bestimmt frustrierter Single sei und keine Kinder habe und daher nicht wisse, wie erfüllt ein Leben als Mutter sei, sonst hätte ich diesen Text nicht geschrieben. Habe ich (und meine Kolleginnen) alles schon zu anderen Artikeln geschrieben bekommen, ohne dass man irgendwas über unser Privatleben wüsste. Kommentare, die übrigens genauso übergriffig und unnötig sind wie die ewige K-Frage.

Lesen Sie auchMeinung Horrorstorys über die Geburt

Folgen Sie uns unter dem Namen ICONISTbyicon auch bei Facebook, Instagram und Twitter.

Wenn Paare ungewollt kinderlos bleiben, aber glücklich sind

0 0

Berlin. Die Hochzeit, das Haus, die Kinder – für Annika (38, Name geändert) hatte das alles immer untrennbar zusammengehört. Als sie mit ihrem Mann die Pläne für den Hausbau durchging, plante das Paar drei extra Zimmer – vorsichtshalber, man weiß ja nie. Doch Annika wurde nicht schwanger, nicht nach dem Einzug ins Haus, nicht als im Garten der Schnee lag.

Im nächsten Winter sagte ihr ein netter gemütlicher Arzt in einer Kinderwunschklinik, was die Fotografin aus Düsseldorf längst ahnte: Sie konnte nicht schwanger werden. Auf natürlichem Wege auf keinen Fall. Auf dem Weg der Reproduktionsmedizin vielleicht. Nur zu große Hoffnungen sollte sie sich nicht machen.

Reproduktionsmedizin kann vielen nicht helfen

Für Annika brach eine Welt zusammen. Noch beim Arzt weinte sie bitterlich, monatelang konnte sie vor dem Einschlafen an nichts anderes denken, als dass ihr großes Haus leer bleiben würde. Vor den Hormonbehandlungen war ihr schlecht vor Nervosität, mit jeder einsetzenden Monatsblutung hasste sie ihren Körper, dem sie so viel abverlangte, mehr. „Manchmal lag ich tagelang im Bett, meldete mich krank, ich wollte niemanden sehen“, erzählt sie.

Und Annika ist nicht allein. Tatsächlich sind in Deutschland laut Expertenangaben rund sechs Millionen Frauen und Männer zwischen 25 und 59 Jahren ungewollt kinderlos, nur die Hälfte kann sich ihren Wunsch durch medizinische Behandlungen doch noch erfüllen – die andere Hälfte muss lernen, mit der traurigen Situation umzugehen.

Bis zu 20 Prozent der betroffenen Frauen leiden an Depressionen

„Die Diagnose, dass Kinderkriegen medizinisch auf normalem Wege nicht möglich ist, empfinden viele Paare als Schock – vor allem die Frauen“, sagt Tewes Wischmann dieser Zeitung. Der Psychoanalytiker forscht seit mehr als 20 Jahren zur Psyche von Frauen während einer Kinderwunschtherapie. „Die reproduktionsmedizinischen Behandlungen können mit jedem erfolglosen Versuch die Frauen in eine Abwärtsspirale der Depression bringen“, fand der Experte heraus. Laut seinen Studien leiden zehn bis 20 Prozent der Frauen in dieser Zeit an einer klinisch relevanten Depression.

Es habe sich laut Wischmann sogar gezeigt, dass Paare mit Kinderwunsch einen gescheiterten Behandlungsversuch psychisch häufig genauso wahrnehmen wie den Tod eines nahen Verwandten oder eine schwere Krankheit. Die Trauer haben dann meist auch Auswirkungen auf das soziale Umfeld, weiß Anja Graef. Die selbst betroffene Kauffrau gründete vor zwei Jahren die Selbsthilfegruppe Dornröschen in Troisdorf bei Köln. „Freunde und Familie, die dann mitfiebern, lösen Druck auf die Paare aus“, sagt sie.

Man werde ein Stück in die Einsamkeit gedrängt. Entscheiden sich die Frauen dann für eine Hormontherapie, kommt es laut Anja Graef dann häufig zu einer Doppelbelastung. „Alle paar Tage muss man den Spagat zwischen Job und Klinik hinbekommen. Man hat das Gefühl, keinem mehr gerecht zu werden.“ Am Ende leide nicht selten die Partnerschaft.

Ohne Herzschmerz am Spielplatz vorbeigehen

Deshalb empfiehlt die Expertin gleich mit Beginn der Kinderwunsch-Behandlungen, den Kontakt mit anderen Betroffenen zu suchen. „Die Geschichten der anderen können sehr inspirierend sein“, sagt Graef. Den Kinderwunsch aufzugeben, ist dann ein langer Prozess, aber für viele befreiend. „Dann muss man sich die Frage stellen: Was will ich von meinem Leben in den nächsten 20 Jahren?“ Für viele sei das dann ein Neuanfang. Ein anderer Beruf. Ein Ortswechsel. Ein Bauernhof in Norddeutschland, der aufwendig renoviert wird. Eine Weltreise.

„Ich empfehle den Paaren in der Beratung immer, sich noch vor Beginn der Behandlungen einen Plan B zurechtzulegen“, rät auch Psychologe Tewes Wischmann. Und dass echtes Lebensglück auch ohne eigenen Nachwuchs möglich ist, sei unbestritten. So fand auch eine weltweite Studie des US-Fachmagazins „Proceedings of the National Academy of Scienes“ heraus, dass Kinder nicht unbedingt zufriedener machen. Eltern berichteten innerhalb der Studie sogar von mehr emotionalen Hoch und Tiefs als Kinderlose und von mehr Stress.

Annika hat sich schließlich nach drei künstlichen Befruchtungen und unzähligen Arztrechnungen im vierstelligen Bereich für einen Abbruch der Behandlungen entschieden. Sie sprach mit kinderlosen Frauen, die wie sie mittlerweile Dokumentarfilme drehen, Goldmedaillen gewannen, eine ist Moderatorin beim Fernsehen. Heute genießt sie die Ferien mit ihren vier Nichten und kann ohne Herzschmerz an einem Spielplatz vorbeigehen. „Ich liebe Kinder“, sagt sie. Auch das sei etwas, das bleibt.

Jennifer Aniston:

„Ich mag den Druck nicht, den Menschen mir oder allen Frauen machen – so als ob ich als weibliches Wesen versagt hätte, weil ich mich nicht fortgepflanzt habe. Das ist nicht fair. Du hast vielleicht kein Kind aus deiner Vagina gepresst, aber das heißt nicht, dass du nicht mütterlich bist – zu Freundinnen, Hunden oder den Kindern deiner Freunde. Das wird immer wieder von mir behauptet: dass ich rein auf die Karriere und mich fokussiert bin; dass ich keine Mutter bin und wie selbstsüchtig das ist.“ (in einem Interview mit Allure, 2014)

Cameron Diaz:

„Ein Leben neben dem eigenen, wofür du die Verantwortung trägst – dafür habe ich mich nicht entschieden. Ein Baby – das bedeutet 24 Stunden am Tag für 18 Jahre. Kein Baby zu haben, macht es natürlich einfacher, aber die Entscheidung selbst ist nicht einfach. Ich mag es, mich um Menschen zu kümmern, aber ich hatte nie den Wunsch Mutter zu werden.“ (In einem Interview für das Magazin „Esquire“, 2014)

Helen Mirren:

Katharine Hepburn:

„Ich wäre eine fürchterliche Mutter, weil ich ganz einfach ein sehr egoistischer Mensch bin. Nicht dass das die meisten Menschen davon abgehalten hätte Kinder zu kriegen.“ (in „Kate Remembered“, 2003)

Renée Zellweger:

„Mutter zu sein war mir nie ein Anliegen. Ich habe einfach nie so gedacht. Ich hatte nie Erwartungen wie: Wenn ich 19 bin, dann werde ich das tun und wenn ich 25 bin, dann wird das passieren. Ich habe immer alles auf mich zukommen lassen und wenn Dinge passieren diese auch willkommen geheißen.“ (Interview mit der „London Times“, 2008)

Portia de Rossi:

„Mitte 30 kommt eine Art Druck auf und du beginnst zu überlegen: Werde ich Kinder haben, damit ich nicht etwas verpasse, das andere Menschen scheins wirklich lieben? Oder ist es etwas, das ich wirklich will und das ich mir von ganzem Herzen wünsche? Meine Antwort auf Zweiteres war nicht Ja. Du solltest Kinder wirklich wollen.“ (in „Out“, 2013)

Oprah Winfrey:

„Wenn ich Kinder hätte, würden sie mich hassen. Sie würden in einem Äquivalent der Oprah-Show sitzen und über mich reden: Denn etwas in meinem Leben hätte leiden müssen und das wären dann wahrscheinlich sie gewesen. (In einem Interview mit dem „Hollywood Reporter“, 2013)

Sarah Silverman:

„Ich will erst Kinder, wenn es nichts auf der Welt gibt, das ich lieber will, damit ich ihnen wirklich meine gesamte Aufmerksamkeit widmen kann. Ich denke wohl, wenn dann bin ich bereits im jungen Oma-Alter, wenn ich tatsächlich Kinder bekommen sollte. Aber Omas sind mit Kindern ohnehin weitaus entspannter. (in einem Interview mit „Daily Beast“, 2010)

Gloria Steinem:

„Ich habe es vor langer Zeit akzeptiert und dachte: OK, ich werde heiraten. Ich werde Kinder haben. Ich werde all das tun, aber nicht jetzt. Irgendwann in der Zukunft eben. Aber dann kam die Frauenbewegung und ließ mich realisieren, dass ich so schon glücklich war und dass es mehr Wege zu leben gibt, als nur den einen.“ (auf der Feminist MAKERS Conference, 2014)

Kim Cattrall:

„Ich versuche nicht auf „sollte“ oder „könnte“ zu hören und mich nicht von Erwartungen, Gruppenzwang oder dem Wunsch zu gefallen beeinflussen zu lassen – und höre stattdessen auf mich. Ich glaube daran, dass alle Antworten in uns stecken. Als ich alle meine Fragen in Bezug auf eigene Kinder beantwortet habe, wurde mir klar, dass viel von dem Druck, den ich empfand, von außen kam, von anderen. Ich wusste, dass ich nicht bereit war den Schritt zur Mutter zu machen.“ (In einem Interview mit „O Magazine“, 2003)

Betty White:

„Nein, ich habe es nie bereut. Ich bin bei allem so zwanghaft. Wenn ich schwanger geworden wäre, dann wäre das natürlich mein Lebensinhalt gewesen. Aber ich habe mich dazu entschieden keine Kinder zu bekommen, da ich mich auf meine Karriere konzentriert habe und getrieben wie ich bin, hätte ich nicht beides haben können. (Interview mit „CBS Sunday Morning“, 2011)

Thema: Report

Verena Brunschweiger ruft zum Leben ohne Kinder auf – Debatte ausgelöst

0 0

Berlin. Ein Leben ohne Kinder – dafür hat sich die Autorin Verena Brunschweiger bewusst entschieden – und gleich eine Debatte entfacht.

Brunschweigers Buch „Kinderfrei statt kinderlos. Ein Manifest“ ist am Mittwoch im Büchner-Verlag erschienen. Für Brunschweiger gibt es mehrere Gründe, warum sie keine eigenen Kinder haben möchte. So könne man einer Studie zufolge 58,6 Tonnen CO2 einsparen, „wenn wir nur ein Kind weniger in die Welt setzen“, sagte sie dem „Focus“ im Interview. Aber auch philosophische Gründe seien entscheidend.

In der SWR-Sendung „Nachtcafé“ sagte Brunschweiger Mitte Februar, sie vertrete die Sichtweise: „Wenn wir jemanden zur Welt bringen, dann fügen wir ihm immer Leid zu. Insofern ist es das beste für mein Kind, wenn ich es nicht bekomme.“ In den sozialen Medien wurde Brunschweiger für ihre Meinung heftig angegriffen. Ein Nutzer schrieb etwa, es sei beruhigend, dass sie sich gegen Kinder entschieden habe. „Menschen wie sie sollten sich nicht vermehren.“

Andere nahmen die Lehrerin in Schutz, Frauen sein nicht nur da, um Mütter zu sein, schrieb eine Twitter-Nutzerin. Brunschweiger selbst sagte im „Focus“, dass sie Shitstorms sowieso möge. Kinderfeindlich sei sie übrigens nicht – im Gegenteil. „Ich muss sie nur nicht unbedingt selbst auf die Welt bringen.“

Brunschweiger fällt harsches Urteil über manche Mütter

Sie selbst werde immer wieder auf ihre Kinderlosigkeit angesprochen, sagte die Autorin der Deutschen Presseagentur: „Ich werde seit über zehn Jahren behelligt – teilweise von wildfremden Leuten – wann ich denn jetzt endlich meiner biologischen Pflicht nachzukommen trachte.“

Bei ihrem Urteil über das Leben anderer Frauen ist Brunschweiger allerdings nicht zurückhaltend: „Ich kenne tatsächlich solche sogenannten ,Nur-Hausfrauen’, die in völliger Abhängigkeit von ihrem Mann leben, die nur für Wäsche und Haushalt und Kinder zuständig sind und für nichts sonst – und die in fünf Jahren nicht einmal gelacht haben. Das finde ich schon krass, wie man sich so entscheiden mag – angeblich freiwillig.“

Diskriminierung aufgrund von Kinderlosigkeit

Die Lehrerin gibt an, auch diskriminiert zu werden. Beispielsweise habe sie als Lehrerin bei der Versetzung an ihre Wunschschule immer wieder hinter Kollegen mit Kindern zurückstecken müssen. „Dass man im Jahr 2019 immer noch dafür bestraft wird, kinderlos zu sein, das finde ich schon krass.“

Kinder sind Klima-Killer? Lanz kritisiert Klima-Aktivistin für Aussage

Auch die Kanadierin Sheila Heti befasst sich in ihrem Buch „Mutterschaft“ mit dem Thema. Sie bricht eine Lanze für alle, die keine Kinder wollen oder haben – und keine Lust mehr haben, sich immer erklären zu müssen oder sich schlecht deswegen zu fühlen.

Brunschweiger, die sich als Radikalfeministin bezeichnet, argumentiert aber eben auch mit Umweltgründen. In Deutschland wüssten viele Menschen nicht, „welche Belastung es für das Klima bedeutet, wenn wir so massig neue Leute produzieren“. Sie fasse nur zusammen, was außerhalb Deutschlands längst bekannt sei, sagt die 38-Jährige: „Hier wird das ausgeklammert. Ich finde das heuchlerisch und auch falsch.“ (jb/dpa)

( dpa )

Kein Kind zu bekommen ist etwas, für das sich einige Paare ganz bewusst entscheiden. Und natürlich sind es auch oft die Umstände, die dazu führen, dass manche kinderlos bleiben. Die Entscheidung, keine Kinder zu wollen, ist gesellschaftlich eher weniger akzeptiert. Vor allem Frauen werden (leider) dafür kritisiert, wenn sie beschließen, niemals Mutter werden zu wollen. Das öffentliche Interesse ist bei prominenten Frauen natürlich umso größer. Cameron Diaz, Sarah Silverman oder Jennifer Aniston sind nur einige, die oftmals dafür kritisiert werden, keine Kinder zu haben. Eine sehr intime Sache, die dann öffentlich diskutiert wird. Über kinderlose Väter wird im Übrigen eher weniger gesprochen. In einem Interview im Jahr 2014 äußerte sich Jennifer Aniston über den Druck, der auf kinderlose Frauen ausgeübt wird:

„Ich mag den Druck nicht, den Menschen mir oder allen Frauen machen – so als ob ich als weibliches Wesen versagt hätte, weil ich mich nicht fortgepflanzt habe. Das ist nicht fair. Du hast vielleicht kein Kind aus deiner Vagina gepresst, aber das heißt nicht, dass du nicht mütterlich bist – zu Freundinnen, Hunden oder den Kindern deiner Freunde. Das wird immer wieder von mir behauptet: dass ich rein auf die Karriere und mich fokussiert bin; dass ich keine Mutter bin und wie selbstsüchtig das ist“, erzählt Jennifer Aniston 2014 in einem Interview mit Allure.

Nach der Trennung von Justin Theroux äußert sich Aniston erneut über Liebe & Kinder

In einem Interview mit dem Magazin Elle verriet die 49-Jährige, dass sie die Familienplanung doch noch nicht ganz ad acta gelegt hat. „Wer weiß, was die Zukunft bringt, was ein Kind und Partnerschaften anbelangt“, sagt sie im Interview. „Und jetzt, dank der Wissenschaft und Wundern können wir Dinge in einem anderen Alter machen, als es uns bisher möglich war“, erklärt der „Friends“-Star weiters.

„Meine Ehen waren sehr erfolgreich“

Anfang des Jahres trennte sich die Schauspielerin von Justin Theroux (47), mit dem sie zwei Jahre verheiratet war. Von 2000 bis 2005 war Jennifer Aniston mit Brad Pitt verheiratet. Trotz zwei gescheiteter Ehen blickt Jen positiv auf die Vergangenheit zurück: „Meine Ehen waren sehr erfolgreich, meiner Meinung nach.“ Das Glück stünde im Vordergrund, sagt sie im Interview: „Und manchmal ist Glücklichsein in einer Beziehung nicht mehr möglich.“

Privates bleibt privat

Jennifer Aniston inszeniert sich ganz bewusst nicht in den sozialen Medien: „Ich bewahre mir diesen kleinen, gesunden Kreis, der nur mir gehört.“ Ein Boomerang-Video mit Kaffeetasse oder ein Foto von ihren Hunde komme für sie nicht in Frage.

Thema: Society

Cookie Informationen

Jennifer Aniston, die sich Ende letzten Jahres von ihrem Schauspielkollegen trennte, hat bisher keine Kinder. Berichten zufolge solle sie bei ihrer Verlobung 2012 gehofft haben, dass sie mit Justin endlich Nachwuchs bekommen könne.
Ein Insider verriet dem „People“-Magazin: „Als Jen Justin traf, hatte sie die Idee, Kinder zu haben, schon fast aufgegeben. Sie wollten ein Baby, aber es funktionierte nicht. Sie ist traurig, dass es nie passierte, aber es macht sie nicht fertig.“
Jen lenkt sich ab
Trotz der Trennung soll es Jen aber derzeit ziemlich gut gehen. Der ehemalige „Friends“-Star hat offenbar nach dem Beziehungs-Aus viel Zeit mit Freunden verbracht und wird weiterhin mit dem 46-jährigen „Leftovers“-Darsteller befreundet sein.
zu den Kommentaren Arrow-Right Created with Sketch.

Theroux und Aniston, die im August 2015 heirateten, bestätigten ihre Trennung vor etwa einer Woche in einer gemeinsamen Erklärung, nachdem es bereits monatelang Gerüchte in der Klatschpresse gegeben hatte.
Die zwei Stars wollen weiterhin eine „geschätzte Freundschaft“ hegen und sind daran interessiert, „die Liebe zu bewahren“, die sie füreinander haben.
(red)

Thema Created with Sketch.Weiterlesen

  • Waren Aniston & Theroux nie legal verheiratet?

  • Jennifer Aniston lässt sich scheiden

  • 5 Einrichtungs-Tipps von Jennifer Aniston

  • Brad Pitt hat Aniston seine Kinder vorgestellt

  • „Friends“ gilt plötzlich als sexistisch und homophob

Nav-Account Created with Sketch. red Time Created with Sketch.22.02.2018 15:25| Akt: 22.02.2018 15:44

Jennifer Aniston bekommt Adoptionstipps von Charlize Theron

Wenn momentan über Jennifer Aniston berichtet wird, steht eigentlich immer ihre geplante Hochzeit mit Justin Theroux im Mittelpunkt. Doch was gehört neben einer Hochzeit noch zur perfekten Familie? Natürlich: Kinder! Hierzu soll sich die Schauspielerin nun bei ihrer Kollegin Charlize Theron informiert haben.

So soll Charlize Theron Jennifer Aniston angeblich Tipps für eine Adoption gegeben haben, denn die jüngere Theron hat selbst schon ein Kind adoptiert.

Jennifer Aniston könnte es Charlize Theron bald nachmachen

„Jennifer Aniston hat Charlize Theron über den Adoptionsprozess ausgequetscht. Chelsea Handler spielte die Vermittlerin“, berichtete eine Quelle jetzt gegenüber „Radar Online“. „Jennifer zieht das aufgrund ihres Alters ernsthaft in Erwägung – außerdem erzählte ihr Charlize Theron, dass dies das Beste war, das sie je gemacht hat. Aber sie hat sich noch nicht endgültig entschieden, da eine Leihmutter auch eine Möglichkeit wäre. Jennifer möchte definitiv Kinder haben“, so der Insider weiter über Jennifer Aniston, die sich angeblich noch nicht entschieden haben soll.

Jennifer Aniston zwischen Kind und Hochzeit

Dank Charlize Theron ist Jennifer Aniston allerdings gut informiert und kann sich erstmal wieder ihrer anstehenden Hochzeit widmen. „Jetzt konzentriert sie sich auf ihre Hochzeit mit Justin. Danach wird sie sich entscheiden, was sie machen wird“, konnte der Insider berichten. Die Hochzeitsvorbereitungen laufen derweil schon auf Hochtouren. „Es sieht so aus, als ob es eine kleine, private Feier mit ein paar Auserwählten sein wird. Den Eingeladenen wurde gesagt, dass sie einen Anruf bekommen und dann alles stehen und liegen lassen müssen, um zu dem Ort fahren, wo es stattfindet. Gäste hörten Gerüchte, dass die Hochzeit in Hawaii oder Griechenland vonstatten gehen wird, aber viele glauben, dass es in Kalifornien passiert“, verriet die Quelle über die Pläne von Jennifer Aniston.

Dabei hätten Jennifer Aniston und Justin Theroux bestimmt bildhübsche Kinder. Aber eine Adoption wie die von Charlize Theron müsste man dem Paar auch sehr hoch anrechnen. Wir drücken die Daumen.

Starprofil
Marietta Slomka

Beruflicher Werdegang von Marietta Slomka

Slomkas Vater stammt aus Ostpreußen, ihre Mutter aus Köln. Nach dem Abitur am Kaiserin-Augusta-Gymnasium in Köln studierte sie an der Universität Köln und an der University of Kent in Canterbury Volkswirtschaftslehre und internationale Politik. Sie arbeitete für die Tageszeitung „Kölnische Rundschau“ und danach bei der „Deutschen Welle“ in Bonn, Köln und Brüssel. Für das ZDF arbeitete Slomka von 1998 an zunächst als Parlamentskorrespondentin in Bonn, später in Berlin mit dem Schwerpunkt Finanz- und Witschaftspolitik.
Im April 2000 übernahm sie die Moderation des Nachrichtenmagazins „heute nacht“. Seit dem 29. Januar 2001 moderiert sie beim „heute-journal“. Sie trat die Nachfolge von Alexander Niemetz an. Seitdem arbeitet sie immer wieder auch als Reporterin für das heute-journal: 2003 mit Reportagen aus Osteuropa anlässlich der EU-Osterweiterung, 2005 aus Deutschland zur Bundestagswahl, 2005 aus Moskau sowie anlässlich der Olympischen Spiele 2008 aus China. Zur Bundestagswahl 2013 machte sie die Dokumentation „Wie geht’s, Deutschland“ und moderierte unter diesem Titel im ZDF auch zwei Live-Diskussionsendungen mit Spitzenpolitikern und Bürgern.

Größte Erfolge von Marietta Slomka

2002 wurde Slomka in der Kategorie Beste Moderation Information für den Deutschen Fernsehpreis und als Shooting Star für die Goldene Kamera nominiert. 2003 wurde sie erneut neben Claus Kleber und Peter Kloeppel für den Deutschen Fernsehpreis in derselben Kategorie nominiert. 2015 bekam Slomka den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis verliehen.

Mariette Slomka: Nachts ging sie fremd

Seit 2001 moderieren Sie das „heute-journal“. Wie sieht Ihr Arbeitstag aus?

Um zehn Uhr morgens fangen wir beim „heute-journal“ an. Wobei ich zugeben muss, dass ich ein furchtbarer Morgenmuffel bin und gern mal den Wecker weiterstelle. Was letztlich dazu führt, dass ich oft erst auf den letzten Drücker im Sender bin. Der späteste Termin, an dem ich da sein muss, ist elf Uhr – dann findet unsere Morgenkonferenz statt. Um elf Uhr abends bin ich fertig.

Dreizehn Stunden Arbeit – sehr anstrengend für Sie?

Ja, meist bin ich dann platt. Doch mein Privileg ist, dass ich nach einer Sendewoche eine Woche frei habe. Da klotze ich sozusagen eine Woche ran, und dann kann ich mich erholen.

Haben Sie in der Sendewoche Zeit, Freunde zu treffen?

Sicherlich bleibt wenig Zeit. Aber meine Kollegen und ich gehen meist mittwochs nach der Sendung noch etwas trinken. Hier in Mainz kann man z.B. am Rhein gut abschalten, da gibt es eine schöne Strandbar.

Ist die Moderation des „heute- journals“ Ihr Traumjob?

Ja, nach wie vor. Der Job hat mich noch nie gelangweilt, da jeder Tag anders und unvorhersehbar ist.

Was war die emotionalste Meldung, die Sie vorgetragen haben?

Es gab einige. Ganz nah war mir der Amoklauf von Erfurt. Vielleicht, weil Schule ein Thema ist, an das man sich noch so gut erinnern konnte. Und der 11. September – das war schrecklich. Oder das Enthauptungsvideo, das wir in der Redaktion in ganzer Länge gesehen, aber von dem wir nur einige Bilder gesendet haben. Solche Themen verfolgen einen lange.

Sie ist neben Claus Kleber (57) das Gesicht des „heute-journals“. Am Dienstag fragt Marietta Slomka (44) passend zum Wahlkampf in einer großen TV-Doku: „Wie geht’s, Deutschland?“ (ZDF, 20.15 Uhr).

Im EXPRESS-Interview spricht die Kölnerin über Kanzler, Kitas und Kälte.

Frau Slomka, wie geht es Deutschland?

Aus der Vogelperspektive sehr gut. Aber wenn man in die Mitte der Gesellschaft reist, erkennt man Risse. Da wird ja oft nicht so genau hingeguckt, weil es nicht spektakulär genug ist. Aber die Probleme dieser Menschen sind inzwischen oft größer als früher und teilweise auch existenzbedrohend.

Sie besuchten auch Menschen in Mönchengladbach und Köln. Inwieweit ist das Rheinland typisch für diese Entwicklung?

Zum Beispiel bei der Wohnraumentwicklung, wir haben ein junges Paar aus Köln begleitet, die verzweifelt für sich und ihr Baby eine neue Wohnung suchen und entsetzt sind, welche Preise da in zentraler Lage aufgerufen werden. Die haben das Gefühl: „die Innenstadt ist ja bald nur noch was für Hipster aber nicht mehr für normale Leute wie uns“.

Auch die Betreuungsproblematik finden Sie im Rheinland. Gerade im alten Westdeutschland ist das trotz der neuen Kita-Garantie ja noch nicht flächendeckend gelöst. Freundinnen von mir raufen sich die Haare, wie man in Köln von einer Kita zur nächsten „hoppen“ muss, bis man eine gefunden hat. Von qualitativer Auswahl ganz zu schweigen… In Mönchengladbach haben wir Familien getroffen, die sehr typisch sind für die gutbürgerliche gesellschaftliche Mitte: ein gutes Einkommen, aber kein Dolce Vita sondern Doppelhaushälfte, zwei Kinder, die viel kosten und der Druck, weiterhin genug zu verdienen, um den Lebensstandard zu halten. Diese Mitte hat oft das Gefühl, dass sich die Politik, ähnlich wie die Medien, um sie am wenigsten kümmert, dass sie mit Abgaben am meisten belastet werden. Und natürlich finden Sie im Rheinland auch genügend Alleinerziehende, für die sich noch drängendere Fragen stellen.

Sind alleinerziehende Mütter also fast zwangsweise arm?

Alleinerziehende tragen hierzulande inzwischen das größte Armutsrisiko, sagen Volkswirte und Soziologen. Vor allem wenn die Frau während der Ehe lange zu Hause geblieben ist, kann eine Trennung einen massiven wirtschaftlichen Abstieg nach sich ziehen. Man kann das bedauern, dass so viele Ehen heute zerbrechen, aber es ist eine gesellschaftliche Realität und damit ein großes politisches Thema.

Wissen Sie eigentlich schon, wen Sie wählen?

Ich weiß es, sage es aber nicht. (lacht) Ich bin ein klassischer Wechselwähler – aber jetzt, wenige Wochen vor der Wahl, habe ich meine Wahl dann doch getroffen.

Hat man eigentlich als Moderatorin auch Lieblings-Gesprächspartner unter den Politikern?

Ich mag Politiker, die auf Fragen eingehen, statt nur ihre eigenen Botschaften abzuspulen. Ich mag schlagfertige und kantige Gesprächspartner statt „Gremiensprech“. Die alten Rock’n’Roller in den Interviews wie Fischer oder Müntefering, sterben aber aus. Horst Seehofer poltert gerne mal und auch Peer Steinbrück kann das gut. Aber er hat eben merken müssen, dass es einen Unterschied macht, ob man sich als Minister oder als Kanzlerkandidat äußert. Wenn er sagt, dass Berlusconi ein Clown ist, hat er in der Sache ja Recht. Aber das so zu sagen, wenn man Kanzler und damit auch Außenpolitiker werden will, ist was ganz anderes.

Ist der Wahlkampf auch für Nachrichten-Moderatoren eine besonders stressige Zeit? Auf wieviele Arbeits-Stunden in der Woche kommen sie in den Tagen um die Wahl?

Wahlkampf ist zeitaufwendig, keine Frage. Eine anstrengende, aber auch spannende Zeit. Da habe ich schon 80-Stunden-Wochen. Aber das ist okay, wenn man danach auch mal wieder Urlaub machen kann.

Können Sie?

Leider nein. (lacht) Ich drehe nach der Wahl für eine Reportage aus Südamerika. In diesem Jahr gibt’s keinen richtigen Urlaub für mich, erst im nächsten Jahr wieder. Daran bin ich aber selbst schuld, weil ich auch noch ein Buch geschrieben habe.

Für viele gelten Sie aufgrund ihrer stahlblauer Augen und ausdruckslosem Blick als „kalt“ oder „emotionslos“. Ist das in ihrer Position Lob oder Beleidigung?

Es ist vor allem ein Klischee. Mich als „kalt“ zu bezeichnen ist ganz sicher nicht zutreffend. Und unsere Zuschauerbefragungen zeigen: Die Mehrheit unserer Zuschauer nimmt das auch gar nicht so wahr. Aber „kühl“ kann auch ein Lob sein – als Nachrichtenmoderatorin möchte ich schließlich kein lustiges Muttchen sein.

About the author

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.