Mädchen 10 jahre alt

So entwickeln sich Mädchen

„Du bist aber groß geworden!“ oder „Ja, Wahnsinn, hast du dich verändert . . . !“ – das sind Sätze, die du im Moment vielleicht häufig zu hören kriegst. Tatsächlich kommen Mädchen oft ein, zwei Jahre früher als Jungs in die Pubertät. Auch ihre körperliche Entwicklung verläuft meist etwas schneller . . .

Wann geht’s los?

Das hängt von deinen Erbanlagen ab, durchschnittlich aber im Alter von 10 Jahren. Die ersten Veränderungen bekommst du möglicherweise gar nicht so richtig mit, weil sie sich im Inneren deines Körpers abspielen.

Was passiert zuerst?

Hirnanhangdrüse und Eierstöcke produzieren Hormone, die zum Beispiel für die Brustentwicklung und die Reifung von Gebärmutter und Scheide zuständig sind. Östrogen, das wichtigste weibliche Hormon, reguliert außerdem den Menstruationszyklus und sorgt für die schönen weiblichen Rundungen an deinem Körper.

Wie geht’s weiter?

Manchmal etwas schneller und manchmal etwas langsamer. Die erste Periode gilt als die eindrücklichste Veränderung in der Pubertät. Es kann jedoch ein paar Monate, manchmal sogar ein, zwei Jahre dauern, bis sich ein regelmäßiger Zyklus von etwa 27 Tagen eingependelt hat.

Ist meine Figur okay?

Wenn die Hormone richtig loslegen, nimmt dein Körper neue Formen an. Besonders Po, Brüste und Hüften kommen auf einmal in Schwung. Eine Phase, die nicht immer ganz harmonisch verläuft, denn es wächst nicht alles gleichzeitig. Manchmal passen die Proportionen deshalb nicht so richtig zusammen und dann wirkt vielleicht dein Becken im Vergleich zum restlichen Körper viel breiter, als es eigentlich ist. Oder eine Brust ist der anderen um eine Körbchengröße voraus. Da hilft nur Geduld – spätestens bis zum Ende der Pubertät gleicht sich das meistens wieder aus. Kleine Unregelmäßigkeiten lassen sich auch oft mit einem neuen Style kaschieren. Wenn dir dafür das Gespür fehlt, hol dir Tipps von Freundinnen.

Entwickelt sich bei mir alles richtig?

Auch wenn du das Gefühl hast, als Einzige in der Clique aus der Reihe zu tanzen, lass dich nicht verunsichern! Wenn deine gleichaltrigen Freundinnen schon ihre Periode haben und du nicht oder ihre Brüste schneller wachsen als deine, bedeutet das erst mal gar nichts. Die Pubertät hält sich an kein Standard-Programm, sondern entwickelt für jedes Mädchen einen eigenen „Bauplan“. Und wenn sich mal äußerlich nichts bei dir tut, ist sie vielleicht mit Innenarbeiten beschäftigt. Schließlich passiert da auch eine ganze Menge. Also bleib cool.

TIPP: Kein Stress! Vergleich dich nicht mit anderen, denn die Pubertät läuft bei jedem verschieden ab. Um ein besseres Körpergefühl zu bekommen, ernähre dich gesund, mach regelmäßig Sport und – das ist das Wichtigste: hab Spaß!

Die wichtigsten Fakten:

  • Die Entwicklung der Brüste beginnt im Alter zwischen 9 und 12 Jahren.Die Periode setzt etwa ein Jahr nach Beginn der Brustentwicklung ein.
  • Die Periode setzt etwa ein Jahr nach Beginn der Brustentwicklung ein.
  • Das Becken wird breiter und die Hüften werden runder.
  • Mädchen werden pro Jahr um bis zu 10 cm größer. Mit 15 oder 16 ist dann meistens Schluss.

Körpergrößen-Rechner für Kinder und Jugendliche

Der Körpergrößen-Rechner informiert Sie, in welchen Bereichen sich die Größe Ihres Kindes bewegt – doch letztendlich spielen sehr viele Faktoren eine Rolle (wie z.B. Größe der Eltern oder Herkunft), die sich nicht berechnen lassen. Ihr Kinder- und Jugendarzt kann Ihnen nähere Auskunft geben.
Er kann u.a. mit Hilfe von Wachstumskurven erkennen, ob Ihr Kind sich „normal“ entwickelt. Die 50er Perzentile, die Mittelllinie, weist darauf hin, dass Kinder, deren Wachstum sich auf dieser Kurve befindet, eine ‚durchschnittliche’ Größe haben, d.h. 50% der Mädchen bzw. Jungen sind größer bzw. 50% der Mädchen bzw. Jungen sind kleiner als das gemessene Kind . Unter der 3er-Perzentile neigt das Kind zum Kleinwuchs. Ein Höhenwachstum auf dieser Linie besagt, dass nur 3% der Mädchen bzw. Jungen kleiner als das untersuchte Kind sind. Die 97er-Perzentile stellt den Grenzbereich zum Hochwuchs dar, denn bei einem Wachstum unter dieser Linie sind 97% der gleichaltrigen Mädchen bzw. Jungen kleiner als das untersuchte Kind.

Körpergröße Rechner

für Kinder und Jugendliche

Jugendliche in der Gruppe. (Fotolia / Syda Productions)

Körperliche Veränderungen

Die körperlichen Veränderungen Pubertierender unterliegen der Steuerung durch eine Reihe von unterschiedlichen Hormonen. Bereits in der Kindheit werden Sexualhormone produziert. Ein fein abgestimmtes Rückkoppelungssystem hemmt jedoch die Produktion, sodass nur kleinste Mengen im Blutkreislauf zirkulieren. Diese Hemmung nimmt gegen Ende der Kindheit deutlich ab. Daraus resultiert eine vermehrte Ausschüttung von Hormonen der Hirnanhangdrüse (Hypophyse), wodurch die Pubertät eingeleitet wird.

Viele Faktoren können die Entwicklungsgeschwindigkeit der hormonellen Veränderungen beeinflussen. Mangelernährung, extreme körperliche Belastung oder Krankheiten können den Beginn der Pubertät verzögern oder sogar anhalten. Starke emotionale Belastungen führen hingegen oft zu einem beschleunigten Einsetzen der Pubertät.

Der Startzeitpunkt der Pubertätsentwicklung wird überwiegend durch genetische Faktoren bestimmt, jedoch spielt auch die körperliche Verfassung eine große Rolle. Kinder und Jugendliche sind im Vergleich zu ihren Altersgenossen vor 100 Jahren deutlich schwerer und größer und erleben ihre Pubertät früher. Verantwortlich für diese Entwicklung sind das kontinuierliche Angebot an Nahrung und eine verbesserte medizinische Versorgung.

Bei Mädchen beginnt die Pubertät im Durchschnitt im Alter von 10 Jahren, bei Buben zwei Jahre später.

+++ Mehr zum Thema „Weibliche Pubertät“ lesen Sie hier +++

+++ Mehr zum Thema „Männliche Pubertät“ lesen Sie hier +++

Merkmale der Pubertät

  • Reifung und Wachstum der Keimdrüsen (Eierstöcke, Hoden) und der Geschlechtsorgane
  • Körperwachstum
  • Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale wie Scham- und Achselbehaarung, Brustentwicklung bei Mädchen, Bartwuchs bei Jungen
  • Einsetzen der ersten Monatsblutung (Menarche)
  • Veränderungen in der Körperzusammensetzung: Einlagerung von Fettdepots bei Mädchen, mehr Muskelmasse bei Jungen
  • Beginn der Fruchtbarkeit
  • Körpergeruch, Akne, Stimmbruch
  • Psychische Veränderungen

Diese körperlichen Veränderungen sind für Pubertierende nicht immer einfach zu bewältigen, und gehen oft mit einer erhöhten psychischen Verletzlichkeit, Selbstzweifeln und Schamgefühl einher.

Seelische und soziale Entwicklung

Die Phase der seelischen und geistigen Veränderungen wird als Adoleszenz bezeichnet. Zeitlich reicht sie vom 11. bis zum 21. Lebensjahr. Sie kennzeichnet den langsamen Übertritt in die Erwachsenenwelt und ist nicht selten von tief greifenden Veränderungen und Schwierigkeiten begleitet. Wertigkeiten, Bewertungen und Gefühle sind in der Pubertät einem ständigen Wandel unterworfen. Stimmungsschwankungen sind charakteristisch für Pubertierende und zumeist völlig unbedenklich.

  • Strukturierung der Persönlichkeit, Identitätsfindung

Im Gehirn vollziehen sich in der Pubertät weitreichende Umbauprozesse. Neue Verbindungen zwischen Nervenzellen werden geschaffen, alte verschwinden wieder. Jenes Hirnareal, das für Emotionen zuständig ist, ist zur Zeit des Umbauprozesses relativ groß; jenes, in dem das vernünftige Denken abläuft, hingegen relativ klein. Diese Veränderungen in der Gehirnstruktur können mit ein Grund für die besondere Launenhaftigkeit, Entscheidungsschwäche und die Unberechenbarkeit Pubertierender sein. Am Ende der Pubertät gleichen sich die beiden Hirnbereiche jedoch wieder an, das subjektive Erleben wird stabiler.

  • Ablösung vom Elternhaus

In dieser Phase versuchen die Jugendlichen das Verhältnis zu ihren Eltern und anderen Autoritäten neu zu ordnen und unabhängig von ihnen zu werden. Konflikte zwischen Kindern und Eltern sowie unterschiedliche Wertesysteme dienen der Abgrenzung sowie der Findung einer eigenen, stabilen Identität. Das wachsende Autonomiestreben hat also positive Auswirkungen auf die Entwicklung der Jugendlichen.

  • Erfahrung in außerfamiliären Strukturen, Orientierung an Gleichaltrigen

Pubertierende suchen nach Orientierungs- und Identifikationsmodellen. Da sie im Begriff sind, sich von den Eltern zu lösen, scheiden diese als Identifikationsfiguren aus. Die Zugehörigkeit zu einer Person oder Gruppe wird durch Äußerlichkeiten wie gleiche Kleidung oder Styling demonstriert, wodurch mangelnder Selbstwert eine Aufwertung erfährt. Pubertierende brauchen Freunde zur Aussprache, als Vertraute, Verbündete und als Orientierungshilfe.

+++ Mehr dazu: Vorzeitige Pubertät (Pubertas praecox) +++

+++ Mehr dazu: Verzögerte Pubertät (Pubertas tarda) +++

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Aktualisiert am: 22.08.2016 | 00:00

Dtsch. Ärzteblatt (2009): Störungen der Pubertätsentwicklung; http://www.aerzteblatt.de/archiv/64313
Kahl H, Schaffrath Rosario A, Schlaud M (2007): Sexuelle Reifung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland; edoc.rki.de
Journal für Urologie und Urogynäkologie (2013): Der frühe, späte und ausbleibende Pubertätsbeginn bei Jungen; www.kup.at

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Kinder werden so schnell groß – dieser Aussage würden wohl die meisten Eltern zustimmen. Wenn Kinder nicht mehr nur Kinder sind und sich langsam zu Teenagern entwickeln, sind Veränderungen am deutlichsten. Dieses Stadium der körperlichen und geistigen Entwicklung wird in der Medizin Pubertät genannt. Bei Mädchen beginnt die Pubertät generell früher als bei Jungen. Sie befinden sich etwa vom 10. bis zum 18. Lebensjahr in der entscheidenden Entwicklungsphase, Jungen hingegen erst zwei Jahre später. Die wichtigsten Anzeichen dafür, dass Mädchen vor der Pubertät stehen oder diese gerade beginnt, sind im Folgenden übersichtlich zusammengefasst.

Anzeichen dafür, dass Mädchen in die Pubertät kommen:

Die U11 Untersuchung richtet sich an Kinder zwischen neun und zehn Jahren. In diesem Alter ist die körperliche und geistige Entwicklung bereits so weit fortgeschritten, dass die Pubertät bevorsteht. Vor diesem erneuten Entwicklungsschub werden das Leistungslevel und die körperliche Konstitution der Kleinen untersucht. Für Eltern gilt es also, die eigenen Kinder richtig einzuschätzen und sich zu fragen, ob neun oder zehn Jahre das passende Alter ist.

  1. Wachstum
  2. Die äußerlichen Veränderungen sind für Eltern und die Personen im nahen Umfeld besonders deutlich zu sehen. In erster Linie läutet ein Wachstumsschub die Pubertät ein. Dabei ist es unerheblich, wie groß Kinder vorher gewesen sind. Wer im Kindesalter eher zu den Kleineren gehört, ist jedoch manchmal stärker vom Wachstum betroffen und hier fällt es dann auch deutlicher auf. Eine plötzliche Zunahme bei der Größe von rund 5-8 cm in wenigen Monaten ist keine Seltenheit. Diese Schübe gehen manchmal auch mit Knochen- und Gelenkschmerzen einher.

  3. Brustentwicklung
  4. Bei Mädchen sind körperliche Veränderungen nicht nur an der Körpergröße zu sehen. Die Brüste beginnen, sich zu Beginn der Pubertät ebenfalls auszubilden. Dies liegt vor allem daran, dass im Gehirn Hormone ausgeschüttet werden. Gonadotropin-Releasing-Hormone heißen die betreffenden Botenstoffe, die in der Hirnanhangdrüse für die Ausschüttung von Geschlechtshormonen zuständig sind. Durch diese Hormone beginnt das Brustgewebe zu wachsen, Milchdrüsen bilden sich aus und auch die Brustwarzen vergrößern sich allmählich. Dieses Wachstum bedingt, dass das Volumen der Brust sichtbar zunimmt. Eltern sollten dieses Brustwachstum zum Anlass nehmen, ihren Töchtern den ersten BH oder Bustier zu kaufen.

  5. Beckenstellung
  6. Ähnlich sichtbar ist die Ausbildung des Beckens. Mit Beginn der Pubertät werden Mädchen geschlechtsreif – sie sind also in der Lage, selbst Kinder zu bekommen. Zu diesem Zweck ändert sich Stellung des Beckens. Es wird etwas breiter, damit Kinder später einfacher durch den Geburtskanal gelangen. Zu Beginn dieser Entwicklungsphase passen vielen Mädchen dadurch ihre Hosen und Röcke nicht mehr. Insgesamt bildet sich rund um die Hüften mehr Fettgewebe. Dies bedeutet nicht, dass Mädchen zunehmen, weil sie zu viel oder falsch essen. Für Eltern gilt es, ihren Töchtern die Pubertät zu erklären. Sie müssen verstehen, dass die körperlichen Veränderungen ganz normal sind. Sie dürfen sich in dieser Zeit auch nicht mit ihren Freunden vergleichen, denn die Pubertät läuft bei jedem ganz verschieden ab.

  7. Schambehaarung
  8. Ebenso beginnt mit dem Eintritt der Pubertät die Schambehaarung. Achselhaare und Haar im Intimbereich wachsen bei Mädchen etwa ab dem 10. Lebensjahr. Erklären Sie Ihren Töchtern auch hier, dass dies vollkommen natürlich ist. In der heutigen Zeit gehört es zur Aufklärung außerdem dazu, unterschiedliche Methoden der Haarentfernung zu besprechend. Bei jungen Mädchen ist das Rasieren am weitesten verbreitet. Kaufen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind einen eigenen Rasierer für Damen und den nötigen Rasierschaum. Wenn Mädchen die Schamhaare jedoch nicht entfernen möchten (dies gilt auch für die Beinbehaarung), ist es wichtig, sie bei dieser Entscheidung zu unterstützen.

  9. Die erste Periode
  10. Zugleich finden im Körperinneren in der Pubertät erste Veränderungen statt. Durch die Hormone wachsen die Eierstöcke und der Körper stellt sich langsam auf die erste Menstruation ein. Die Eileiter wachsen, schon bald folgt der erste Eisprung. Eltern haben nun die Aufgabe, ihren Kindern die Abläufe im menschlichen Körper zu erklären. Wer sich damit etwas schwer tut, sollte nicht davor zurückschrecken, einen Arzt um Hilfe zu bitten. Beim Gynäkologen bekommen Mädchen alle wichtigen Informationen rund um die erste Regel und verstehen so besser, was mit ihrem Körper geschieht. Für viele Mädchen ist es zu Beginn nicht leicht, über die Menstruation zu sprechen. Belächeln Sie die Scham davor nicht, sondern nehmen Sie Ihr Kind ernst. Mit der Zeit wird das Thema immer mehr zu einer Selbstverständlichkeit, doch der Umgang muss erst erlernt werden. Oft hilft auch der Austausch mit Gleichaltrigen und Freunden. Hier begegnen sich die Mädchen auf Augenhöhe. Eltern dürfen sich nicht zurückgewiesen fühlen. Mädchen machen nicht nur körperliche, sondern auch mentale Veränderungen durch – und diese bedingen auch die natürliche Abnabelung von den Eltern.

  11. Psychische Veränderungen und Entwicklung
  12. Die psychischen Veränderungen bereiten vielen Eltern die größten Schwierigkeiten. Mädchen in der Pubertät verhalten sich oftmals vollkommen anders, als man es noch aus Kindertagen gewohnt ist: Einige werden sehr schnell zickig, wieder andere sind eher aufgedreht und manche ziehen sich immer mehr zurück. All diese Verhaltensweisen sind vollkommen normal und sie auszuleben steht den Heranwachsenden zu. Sie müssen als Eltern ebenso wie die Pubertierenden lernen, damit umzugehen. Zum Prozess des Erwachsenwerdens gehört auch die Ausbildung der eigenen Persönlichkeit. Bei fast jedem Mädchen kommt es auch zur „Eltern-sind-doof-Phase“. Hier zeigt sich, dass sie sich nichts mehr sagen lassen. Weiterhin wissen sie alles besser und die Eltern können sie sowieso nicht verstehen. Der beste Umgang mit dieser Phase der Pubertät sind Ruhe und Gelassenheit – selbst wenn es noch so schwer ist. Setzen Sie klare Grenzen und stellen Sie Regeln auf, die einfach nicht überschritten oder verletzt werden dürfen. Dies gilt vor allem für die Ausgehzeiten, die Schule einschließlich der Hausaufgaben und die Zeiten mit der Familie. Auch wenn es dabei zu Streitigkeiten kommt, brauchen Mädchen in der Pubertät diese festen Strukturen – denn auch sie gehören zum Prozess des Erwachsenwerdens dazu.

    Für die gängigen Teenager-Lästereien oder das eine oder andere Augenverdrehen heißt es jedoch – Ruhe bewahren. Eltern helfen Ihren Kindern am besten durch die Pubertät, wenn sie Verständnis zeigen und nicht jedes Verhalten zu ernst nehmen.

Seeli­sche Verän­de­rungen in der Pubertät

Neben den körperlichen Veränderungen beeinflussen die Hormone in der Pubertät auch das psychische und geistige Erleben. Das Gedächtnis und das Denkvermögen werden besser. Zwischenmenschliche Beziehungen bekommen eine neue Qualität, da sich Jugendliche im Gegensatz zu Kindern auch mit Erwartungen, Moral und Wertvorstellungen von anderen Menschen auseinander setzen und ihr Verhalten reflektieren können.

Die neue Selbstreflexion bringt aber auch Probleme mit sich: Jugendliche denken oft darüber nach, wie sie auf andere Menschen wirken und gehen davon aus, dass die Anderen das auch ständig tun. Das heißt, sie glauben, dass ihre Freunde, Mitschüler, Lehrer und Eltern sie ständig beurteilen. Dieses Denkweise lässt erst zum Ende der Pubertät nach.

Gefühlschaos und Stimmungsschwankungen

Viele Jugendliche leiden in dieser Zeit unter einem Gefühlschaos und Stimmungsschwankungen, sie fühlen sich aufgrund der vielen Veränderungen verunsichert und sind leicht gereizt. Je besser sie sich anpassen können, desto weniger Stress haben sie – und auch weniger Auseinandersetzungen mit den Eltern.

Diese bekommen jetzt im Leben ihres Nachwuchses eine andere Rolle: Die Jugendlichen suchen ihren eigenen Weg und nabeln sich zunehmend von den Eltern ab. Gleichaltrige Freunde werden dafür wichtiger. Die gute Nachricht: Die Mehrheit der pubertierenden Mädchen und Jungen können sich ohne eine große Krise mit Dauerkonflikten und radikaler Entfremdung von ihren Eltern loslösen.

Eltern und Pubertierende

Doch Mutter und Vater bleiben wichtige Bezugspersonen – vor allem, wenn sie ihren Nachwuchs nicht mehr wie Kinder behandeln, sondern wir Jugendliche. Dazu gehört, dass die Eltern den Pubertierenden zwar Raum für Eigenständigkeit geben, sie aber weiter unterstützen und an ihrem Leben teilhaben. Das ist nicht immer einfach, denn manchmal haben Eltern das Gefühl, bei ihrem Nachwuchs gegen eine Wand zu reden. Tipp: Eltern und Jugendliche sollten sich auf Augenhöhe unterhalten, alle Gesprächspartner haben das Recht auf eine eigene Meinung und die sollte auch von allen respektiert werden.

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