Listerine in der schwangerschaft

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Listeriose

RKI-Ratgeber

  • Präambel
  • Erreger
  • Vorkommen
  • Reservoir
  • Infektionsweg
  • Inkubationszeit
  • Klinische Symptomatik
  • Dauer der Ansteckungsfähigkeit
  • Diagnostik
    • 1. Differentialdiagnostik
    • 2. Labordiagnostik
  • Therapie
  • Infektionsschutz und Hygienemaßnahmen
    • 1. Präventive Maßnahmen
    • 2. Maßnahmen bei Einzelerkrankungen
    • 3. Umgang mit Kontaktpersonen
    • 4. Maßnahmen bei Ausbrüchen
  • Gesetzliche Grundlage
    • Meldepflicht gemäß IfSG
    • Übermittlung
  • Beratung und Spezialdiagnostik
    • Beratung zur Epidemiologie
    • Beratung zur Spezialdiagnostik
  • Ausgewählte Informationsquellen
  • Redaktion der Reihe „RKI-Ratgeber“

Präambel

Die Herausgabe der RKI-Ratgeber erfolgt durch das Robert Koch-Institut (RKI) auf der Grundlage des § 4 Infektionsschutzgesetz (IfSG). Zielgruppe der RKI-Ratgeber sind Fachkreise, u.a. Ärztinnen und Ärzte, medizinisches Fachpersonal und der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD). Informationen zu wichtigen Infektionskrankheiten sollen aktuell und konzentriert der Orientierung dienen. Die Beiträge werden in Zusammenarbeit mit den Nationalen Referenzzentren (NRZ), Konsiliarlaboren (KL) sowie weiteren Expertinnen und Experten erarbeitet. Die RKI-Ratgeber sind auf der Internetseite des RKI (www.rki.de/ratgeber) abrufbar. Neu erstellte RKI-Ratgeber und deutlich überarbeitete Folgeversionen werden im Epidemiologischen Bulletin (www.rki.de/epidbull) veröffentlicht.

Erstveröffentlichung im Epidemiologischen Bulletin 16/2000, überarbeitete Fassung vom April 2010. Letzte Aktualisierungen:

  • Abschnitte „Vorkommen“ und „Inkubationszeit“ vom Juli 2015;
  • Abschnitte „Gesetzliche Grundlage“ und „Beratung und Spezialdiagnostik“ vom Februar 2018;
  • Abschnitt „Labordiagnostik“ vom April 2019.

Erreger

Bakterien der Gattung Listeria (L.) sind grampositive, bewegliche, nicht­sporen­bildende, katalasepositive und fakultativ anaerobe Stäbchen. Unter sieben Listeria-Spezies ist L. monocytogenes die weitaus bedeutendste human­patho­gene Spezies; L. seeligeri und L. ivanovii sind nur bei wenigen menschlichen Erkrankungen nachgewiesen worden. L. innocua, L. welshimeri und L. murrayi (Syn. L. grayi) gelten als apathogen, für die neubeschriebene Spezies L. rocourtiae gibt es bislang keine Hinweise auf Humanpathogenität.

Die Spezies L. monocytogenes lässt sich in 13 Serovare subdifferenzieren (Serotypie), von denen die Serovare 4b, 1/2a und 1/2b besonders mit Erkrankungen des Menschen assoziiert sind.

Listerien stellen nur geringe Nährstoffanforderungen. Der Temperaturbereich, in dem sich L. monocytogenes vermehren kann, reicht bei ansonsten optimalen Wachstumsbedingungen von –0,4 °C bis +45 °C. Eine Vermehrung bei Kühl­schrank­tem­pe­ra­turen ist also prinzipiell möglich, hängt jedoch auch von anderen Faktoren wie dem Vorhandensein einer kompetitiven Flora, insbesondere Bacteriocin-produzierenden Laktobazillen, dem pH-Wert und der Salz­kon­zen­tra­tion des Milieus, z.B. des Lebensmittels, ab. Eine Vermehrung kann im pH-Bereich von 4,4 bis 9,4 stattfinden.

L. monocytogenes ist ein fakultativ pathogener Erreger (Opportunist), der bei Tieren vorkommt, jedoch auch außerhalb des tierischen Organismus überleben und sich vermehren kann. Im infizierten Tier oder Menschen kann sich L. mono­cyto­genes intrazellulär vermehren. Die Bakterien können direkt von einer Wirts­zelle in die Nachbarzelle vordringen, ohne dass sie dabei im extrazellulären Milieu erscheinen müssen. Praktisch bedeutsam ist vor allem das Eindringen und Vermehren in Epithelzellen, dadurch können Listerien anatomische Barrieren (Blut-Hirn-Schranke, Schleimhaut) aktiv überwinden.

Vorkommen

Das jährliche Vorkommen von Fällen von invasiver Listeriose schwankt. (Minimum seit 2005: 308 Fälle in 2008; Maximum: 608 in 2014).

Schwangerschaftassoziierte Listeriosen betreffen 10% aller Listeriose-Meldefälle, wobei in dieser Berechnung sowohl die Mutter als auch das Neugeborene einfließen.

Die nicht-schwangerschaftsassoziierten invasiven Listeriosen betreffen vor allem die Altersgruppen ab 50 Jahre. Viele der Betroffenen sind durch eine Grund­er­kran­kung immunsupprimiert (z.B. Tumoren, Patienten unter Cortison-Therapie). Männer sind häufiger betroffen (65%) als Frauen. Die Krankheit ist bei 30% mit einer Meningitis und bei 30% mit einer Sepsis assoziiert.

Ausbruchssituationen von invasiver Listeriose werden durch die schwierig zu ermittelnden Infektionszusammenhänge selten bestätigt. Durch zu erwartende schnellere und verbesserte molekulare Typisierung kann dies in Zukunft häufiger erfolgen. Im Jahr 2015 gab es einen großen Ausbruch von Listeriose Gastro­enteritis in 6 Gemeinschaftseinrichtungen (144 Kinder und 10 Personal) in Paderborn.

Die Letalität liegt im Durchschnitt bei 7%. Die Listeriose gehört damit zu den melde­pflich­tigen Erkrankungen mit der höchsten Letalität.

Aktuelle Fallzahlen und weitere epidemiologische Kenngrößen aller melde­pflich­tigen Krankheiten finden Sie im aktuellen Infektionsepidemiologischen Jahrbuch unter www.rki.de/jahrbuch. Ein vereinfachter Datenbestand der gemäß IfSG meldepflichtigen Krankheitsfälle und Erregernachweise kann mit Hilfe von [email protected] unter www.rki.de/survstat abgefragt werden.

Reservoir

Listeria monocytogenes sowie die übrigen Listeria-Spezies sind weltweit verbreitet. Sie kommen ubiquitär in der Umwelt vor, insbesondere in der Erde und somit auch auf Pflanzen, in Abwässern und auch im landwirtschaftlichen Bereich. Die Bakterien werden hier häufig im Tierfutter, besonders in verdorbener Silage gefunden. L. monocytogenes kann auch im Kot von Tieren und sogar im Stuhl gesunder Menschen nachgewiesen werden.

Infektionsweg

Die Listeriose ist prinzipiell eine lebensmittelbedingte Infektionskrankheit. Neben einer Vielzahl tierischer Lebensmittel wie Geflügel, Fleisch, Fleisch­er­zeug­nisse (z.B. Wurst), Fisch, Fischerzeugnisse (hauptsächlich Räucher­fisch), Milch und Milchprodukte (insbesondere Käse) werden Listerien nicht selten auch auf pflanzlichen Lebensmitteln, z.B. vorgeschnittenen Salaten, gefunden. Eine Kontamination dieser Lebensmittel mit Listerien kann dabei auf verschiedenen Stufen der Gewinnung und Bearbeitung erfolgen, z.B. beim Melken, beim Schlachten oder durch eine Kontamination über die Umwelt. Zudem führt die Verarbeitung und Behandlung der kontaminierten Rohstoffe nicht immer zu einer vollständigen Abtötung der Bakterien, bei­spiels­wei­se bei Rohmilchweichkäse, Rohwurst oder Hackfleisch. Neben einer Kontamination des Ausgangsmaterials können Listerien aber auch in lebensmittelverarbeitenden Betrieben gefunden werden. Ihre Anwesenheit kann zu einer Rekontamination auch derjenigen Lebensmittel führen, die einem Erhitzungsprozess oder einem anderen Listerien abtötenden Herstellungsverfahren unterzogen wurden.

Bei der Listeriose einer Schwangeren bzw. ihres Kindes erfolgt die Infektion während der Schwangerschaft (transplazentar), während der Geburt bei Durchtritt durch den Geburtskanal oder postnatal durch Kontakt.

Für abwehrgeschwächte Patienten in Krankenhäusern besitzen Listerien als Erreger seltener nosokomialer Infektionen Bedeutung.

Inkubationszeit

In der Regel kann bei gastrointestinaler Symptomatik von einer In­ku­ba­tions­zeit von wenigen Stunden bis zu sechs Tagen, bei septikämischen Verläufen von einer durchschnittlichen Inkubationszeit von 1-12 Tagen (Median 2 Tage) und bei neuro­inva­siven Manifestationen von 1-14 Tagen (Median 9 Tage) ausgegangen werden. Bei schwangerschaftsassoziierten Fällen wird in der Literatur eine Inkubationszeit von 17-67 Tage (Median 27,5 Tage) angegeben (Goulet V, et al. 2013).

Klinische Symptomatik

Die Aufnahme von Listerien führt u. U. nur zu einer lokalen Besiedlung des Intestinaltraktes. Bei immunkompetenten Menschen kommt es selten zu einer Infektion und noch seltener zu einer Erkrankung, die häufig nur als leichte, uncharakteristische fieberhafte Reaktion verläuft. Neuere Studien zeigten, dass sich nach dem Verzehr kontaminierter Lebensmittel auch bei Gesunden innerhalb weniger Stunden bis zu 2 Tagen eine schwere, fieberhafte, selbstlimitierende Gastroenteritis einstellen kann.

Die Gefahr einer manifesten Erkrankung besteht hauptsächlich für abwehr­ge­schwächte Personen wie Neugeborene, alte Menschen, Patienten mit chronischen Erkrankungen (z.B. Tumoren, AIDS) oder Glukokortikoid-The­ra­pie, Transplantierte und Schwangere. Die manifeste Listeriose äußert sich mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Muskelschmerzen sowie u.U. auch Erbrechen und Durchfall. Es kann zur Sepsis kommen, die klinisch nicht von einer Sepsis anderer Genese unterschieden werden kann. Eine weitere wesentliche Manifestation ist die eitrige Meningitis. Vereinzelt kommt es ausschließlich zu einer Enzephalitis, meistens einer protrahiert ver­lau­fen­den Rhombenzephalitis, mit diversen neurologischen Ausfällen, Ataxie und/oder Bewusstseinsstörung. Grundsätzlich kann im Verlauf einer Listeriose jedes Organ befallen werden und es können verschiedene lokalisierte, eitrige Infektionen wie z.B. Arthritis, Endokarditis oder Konjunktivitis auftreten.

Nach Kontakt mit infizierten Tieren oder kontaminiertem Erdboden kann es zum Auftreten von lokalen papulösen oder pustulösen Hautläsionen kommen.

Bei Schwangeren verläuft die Erkrankung in der Regel unter einem relativ unauffälligen grippeähnlichen Bild oder zum Teil sogar symptomfrei. Dabei besteht die Möglichkeit eines Überganges der Infektion auf das ungeborene Kind mit der Gefahr, dass das Kind infiziert zur Welt kommt oder es zu einer Früh- oder Totgeburt kommt. Bei der neonatalen Listeriose werden eine Früh­in­fek­tion (Auftreten der Symptomatik in der 1. Lebenswoche) und eine Spätinfektion (Auftreten der Symptomatik ab der 2. Lebenswoche) unterschieden. Die Früh­in­fek­tion ist durch Sepsis, Atemnotsyndrom und Hautläsionen gekennzeichnet (Granulomatosis infantiseptica). Säuglinge mit einer Spätinfektion werden meist zum regulären Termin geboren und nehmen den Erreger auf, während sie den Geburtskanal passieren. Sie erkranken häufig an einer Meningitis.

Dauer der Ansteckungsfähigkeit

Infizierte Personen können den Erreger über den Stuhl für mehrere Monate ausscheiden. Bei Müttern von infizierten Neugeborenen sind die Erreger in Lochialsekreten und Urin bis etwa 7–10 Tage nach der Entbindung nachweisbar, selten länger.

Diagnostik

1. Differentialdiagnostik

Bei nicht schwangerschaftsassoziierte Listeriose kommen je nach Manifestation (Meningitis, Sepsis oder Gastroenteritis) andere bakterielle Infektionen in Frage. Beim Neugeborenen sollten auch andere septikämische bakterielle Infektionen differentialdiagnostisch betrachtet werden.

2. Labordiagnostik

Labordiagnostik in der Humanmedizin
Ein Erregernachweis kann aus Blut, Liquor, Eiter, Vaginalsekret, Lochien, Stuhl, Mekonium oder autoptischem Material erfolgen. Die Art des kulturellen Nach­weises richtet sich nach der zu erwartenden Begleitflora in der Probe (direkter kultureller Nachweis bzw. Anzucht des Erregers nach Anreicherung). Listerien verursachen zwar febrile Gastroenteritiden, werden andererseits aber auch bei bis zu 5% gesunder Personen im Stuhl gefunden. Daher beschränkt sich der Einsatz von Nachweisen aus Stuhl auf Ausbruchsuntersuchungen.

Die angezüchteten Stämme (auf Schafblutagar Morphologie ähnlich Gruppe-B-Streptokokken, grampositive evtl. scheinbar gramlabile, z.T. kokkoide Stäbchen) werden gegenüber anderen Listeria-Spezies durch den positiven CAMP-Test und weiterführende biochemische Untersuchungen abgegrenzt. MALDI-TOF-Massenspektrometer erlauben ebenfalls eine Spezies­be­stim­mung, die aufgrund der Tragweite der Diagnose durch herkömmliche Methoden oder das Konsiliarlabor abgesichert werden sollte.

Ein Nachweis von Listerien in klinischem Untersuchungsmaterial ist auch mittels PCR möglich und hilfreich, falls ein kultureller Nachweis nicht mehr gelingt (z.B. nach antibiotischer Vorbehandlung).

Die Feintypisierung von Listerien ist für epidemiologische Fragestellungen wichtig und dient der Aufklärung von Infektketten und von Zusammenhängen zu ver­däch­tigen Lebensmitteln. Die Serotypisierung ist wenig diskriminativ und nur für eine erste Orientierung geeignet. Molekularbiologische Methoden erlauben hingegen eine Feintypisierung der Isolate mit ausreichender, diskriminatorischer Genauigkeit. Zurzeit wird die höchste Auflösung der Klonalität der Isolate durch die whole genome sequencing (WGS) und core genome multi locus sequence typing (cgMLST) oder SNP calling erreicht. Zur Klärung epidemiologischer Zusammenhänge wäre es sinnvoll, alle humanen L. monocytogenes-Isolate und L. monocytogenes-Isolate aus verdächtigen Lebensmitteln nach einem standardisierten Protokoll mittels Makrorestriktionsanalyse zu untersuchen. Alle L. monocytogenes-Isolate sollten an das Binationale Konsiliarlabor für Listerien nach Wien oder an das Fachgebiet 11 „Bakterielle Infektionen“ des RKI gesendet werden, wo ein Abgleich der L. monocytogenes-Isolate mit einer Datenbank erfolgt, um Krankheitsausbrüche frühzeitig zu entdecken und mögliche Zusammenhänge zu kontaminierten Lebensmitteln herzustellen.

Lebensmittelmikrobiologische Diagnostik
Viele Lebensmittel haben eine ausgeprägte arteigene Mikroflora, aus der L. monocytogenes selektiv isoliert werden muss. Hierzu stehen nationale Methodenvorschriften zur Verfügung. Isolate aus Lebensmitteln sollten an das Nationale Referenzlabor für L. monocytogenes im BfR gesandt werden.

Therapie

Als Medikament der ersten Wahl gelten Amoxicillin oder Ampicillin hoch­do­siert, kombiniert mit einem Aminoglykosid (sofern nicht z.B. wegen Schwan­ger­schaft kontraindiziert). In zweiter Linie ist Cotrimoxazol zu empfehlen. Andere Medi­ka­mente werden in der Literatur zurückhaltend vorgeschlagen oder kontrovers diskutiert (z.B. Moxifloxacin, Makrolide, Linezolid). Die The­ra­pie­dauer sollte angesichts der Gefahr von Rezidiven mindestens 3 Wochen, bei Rhomben­cephalitis oder Hirnabszess sogar 6 Wochen und bei Endo­kar­ditis 4–6 Wochen betragen. Antibiotikaresistenz spielt bei Ampicillin, Genta­micin und Cotrimoxazol derzeit praktisch keine Rolle, so dass die Therapie­ent­scheidung vor dem Vorliegen des Antibiogramms sicher gestellt werden kann. Mangelhaftes Ansprechen auf die Therapie ist trotzdem nicht selten und auf die intrazelluläre Lebensweise des Erregers, die Immunsuppression bei vielen Patienten und die schwierige, oft späte Diagnose zurückzuführen. Trotz gezielter Therapie besteht eine relativ hohe Letalität der manifesten Listeriose (in den letzten Jahren verliefen etwa 21% der Listerien-Septi­kämien und 13% der Listerien-Meningitiden tödlich).

Infektionsschutz und Hygienemaßnahmen

1. Präventive Maßnahmen

Listeria monocytogenes nwerden vor allem in nicht erhitzten vom Tier stammenden Lebensmitteln gefunden (siehe unter Infektionsweg).

Lebensmittel, insbesondere vakuumverpackte Lebensmittel, sollten möglichst zügig nach Einkauf und weit vor Ablauf der angegebenen Mindesthaltbarkeit verbraucht werden. Vakuumverpackung und Kühlschranklagerung schützen nicht, wie bei anderen Lebensmittelinfektionserregern, vor einer Vermehrung der Listerien. Im Gegenteil, bei langen Lagerzeiten kann es hierdurch zu einer selektiven Vermehrung der Listerien kommen.

Risikogruppen, insbesondere Schwangere und Patienten mit schweren Grunderkrankungen bzw. Immunsuppression, sollten auf den Verzehr folgender Lebensmittel verzichten.:

  • Rohfleischerzeugnisse (z.B. Hackepeter) und Rohwurst (z.B. Salami),
  • roher Fisch sowie geräucherte und marinierte Fischerzeugnisse,
  • vorgeschnittene verpackte Blattsalate (Blattsalate selbst frisch zubereiten),
  • Rohmilchweichkäse.

In den letzten Jahren kam es in Deutschland und Österreich zu zwei großen Krankheitsausbrüchen durch Sauermilchkäse (Harzer Käse/Quargel), der aus pasteurisierter Milch hergestellt wurde. Das Infektionsrisiko im Zusam­men­hang mit dem Verzehr von Weich- und Sauermilchkäsen, die aus pasteurisierter Milch hergestellt wurden, kann derzeit nicht abschließend bewertet werden. Ein vor­sorg­licher Verzicht auf deren Verzehr ist aber für Risikogruppen ebenfalls sinnvoll.

Weitergehende Informationen zum Schutz vor lebensmittelbedingten Infektionen allgemein und speziell mit Listerien finden sich auf den Internetseiten und in den Merkblättern des Bundesinstituts (BfR) für Risikobewertung: Merkblättern des BfR.

Eine Impfprophylaxe gegen Listeriose ist nicht verfügbar.

2. Maßnahmen bei Einzelerkrankungen

Eine Isolierung Betroffener ist nicht erforderlich. Eine Ausnahme können Wöch­ne­rinnen nach der Geburt eines an Listeriose erkrankten Kindes darstellen. Hier sind nosokomiale Übertragungen auf geburtshilflichen Stationen beschrieben.

3. Umgang mit Kontaktpersonen

Spezielle Maßnahmen für Kontaktpersonen sind nicht erforderlich. Für die Betreuung von Patienten mit Listeriose kommen die Standard­hy­giene­maß­nahmen zur Anwendung.

4. Maßnahmen bei Ausbrüchen

Das zuständige Gesundheitsamt muss im Rahmen der Meldepflicht über auftretende Listeriosen unterrichtet werden, um Ausbrüche frühzeitig erkennen und Maßnahmen zu deren Eindämmung einleiten zu können.

Bei Verdacht auf Lebensmittelinfektionen sollte unbedingt eine Zusammenarbeit mit den Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsbehörden erfolgen. Nach Möglichkeit sollten Lebensmittel aus Kühlschränken der Patientenhaushalte asserviert und durch das zuständige Lebensmitteluntersuchungsamt untersucht werden. Isolate aus Lebensmitteln sollten an das Nationale Referenzlabor für L. monocytogenes im BfR geschickt werden. Zum Abgleich der Proben mit zentralen Datenbanken sollten Listerien-Isolate zudem an das Binationale Konsiliarlabor oder an das Fachgebiet 11 – Bakterielle darmpathogene Erreger und Legionellen des RKI gesandt werden (Adressen siehe unter Beratung und Spezialdiagnostik).

Gesetzliche Grundlage

Meldepflicht gemäß IfSG

Dem Gesundheitsamt wird gemäß § 7 Abs. 1 IfSG der direkte Nachweis von Listeria monocytogenes aus Blut, Liquor oder anderen
normalerweise sterilen Substraten sowie aus Abstrichen von Neugeborenen, soweit er auf eine akute Infektion hinweist, namentlich gemeldet.

Die Meldungen müssen dem Gesundheitsamt spätestens 24 Stunden nach erlangter Kenntnis vorliegen.

Übermittlung

Das Gesundheitsamt übermittelt gemäß § 11 Abs. 1 IfSG an die zuständige Landesbehörde nur Erkrankungs- oder Todesfälle und Erregernachweise, die der Falldefinition gemäß § 11 Abs. 2 IfSG entsprechen.

Die vom RKI erstellten Falldefinitionen sind auf den Internetseiten des RKI unter www.rki.de/falldefinitionen veröffentlicht.

Weitergehende Mitteilungspflichten

Es bestehen ergänzende Verordnungen in Sachsen.

Beratung und Spezialdiagnostik

Das Robert Koch-Institut führt keine individuelle medizinische Beratung zu Klinik, Therapie oder Impfungen durch. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an Ärzte oder Kliniken in Ihrer Nähe, bei denen möglichst eine Spezialisierung für Infektionskrankheiten besteht.

Bezüglich Fragen zu Infektionsschutz und -prävention kontaktieren Sie bitte Ihr zuständiges Gesundheitsamt (https://tools.rki.de/plztool/).

Beratung zur Epidemiologie

Robert Koch-Institut
Abteilung für Infektionsepidemiologie
Fachgebiet 35 – Gastrointestinale Infektionen, Zoonosen und tropische Infektionen
Seestraße 10, 13353 Berlin
Ansprechpartner: Prof. Dr. Klaus Stark
Tel.: 030 18754 3432
E-Mail: Kontaktformular

Beratung zur Spezialdiagnostik

Binationales Konsiliarlabor für Listerien
(Deutschland/Österreich)
Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES)
Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene Wien
Währingerstraße 25a, 1096 Wien, Österreich
Ansprechpartner: Dr. Steliana Huhulescu
Tel.: +43 50555 37204/ –37111/ –37218
E-Mail: [email protected]
Internet: www.listeriose.eu

Weitere Beratung zur Spezialdiagnostik

Molekulare Subtypisierung
Isolate vom Menschen:
Robert Koch-Institut
Nationales Referenzzentrum für Salmonellen und andere bakterielle Enteritiserreger
Abteilung für Infektionskrankheiten
Fachgebiet 11 – Bakterielle darmpathogene Erreger und Legionellen
Burgstraße 37, 38855 Wernigerode
Ansprechpartner: PD Dr. Sven Halbedel
Tel. 030 18754 4323
E-Mail: Kontaktformular

Isolate aus Lebensmitteln:
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
Fachgruppe 42 – NRL Listeria monocytogenes
Diedersdorfer Weg 1, 12277 Berlin
Ansprechpartner: Dr. Sylvia Kleta
Tel: 030-18412-2107
E-Mail: [email protected]

Weitere Informationen

Ausgewählte Informationsquellen

  1. Dalton CB, Austin CC, Sobel J, et al.: An outbreak of gastroenteritis and fever due to Listeria monocytogenes in milk. N Engl J Med 1997; 336:100–105.
  2. Goulet V, King LA, Vaillant V, de Valk H: What is the incubation period for listeriosis? BMC Infect Dis. 2013:11. doi: 10.1186/1471-2334-13-11.
  3. Harrison innere Medizin: Manfred Dietel, Norbert Suttorp, Martin Zeitz (Hrsg. der 17. dt Ausg.); ABW Wissenschaftsverlag GmbH, 2009, S. 1115–1117
  4. Heymann DL (ed.): Control of Communicable Diseases Manual. American Public Health Association, 2008, S. 357–361.
  5. Hof H: Listeriose. Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz. Springer-Verlag 1999; 42:7:558–561.
  6. Hof H: Listeria monocytogenes: A Causative Agent of Gastroenteritis? Eur J Clin Microbiol Infect Dis 2001; 20:369–373.
  7. Koch J, Stark K: Significant increase of listeriosis in German – Epidemiological patterns 2001–2005. Euro Surveill 2006; 11:631.
  8. Leclercq A, Clermont D, Bizet C, Grimont PAD, et al.: Listeria rocourtiae sp. nov. International Journal of Systematic and Evolutionary Microbiology (IJSEM). Published 13 Nov 2009: doi: 10.1099/ijs.0.017376-0.
  9. Lorber B. Listeria monocytogenes. in: Mandell GL, Bennett J E, Dolin R (Hrsg.): Mandell, Douglas, and Bennett’s Principles and Practice of Infectious Diseases. 6. Auflage, Philadelphia, Elsevier 2005, S. 2478–2484.
  10. Pichler J, Much P, Kasper S, et al.: An outbreak of febrile gastroenteritis associated with jellied pork contaminated with Listeria monocytogenes. Wien Klin Wochenschr 2009; 121:149–156.
  11. RKI: Bakterielle Gastroenteritiden in Deutschland. Listeriose. Epidemiologisches Bulletin 50/2002. www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2002/Ausgabenlinks/50_02.html

Redaktion der Reihe „RKI-Ratgeber“

Hinweise zur Reihe „RKI-Ratgeber“ richten Sie bitte an das Robert Koch-Institut, Abteilung für Infektionsepidemiologie, Dr. Astrid Milde-Busch (Tel.: 030 18754 3312, Kontaktformular) oder an die Redaktion des Epidemiologischen Bulletins (Kontaktformular).

Listerien: Bakterien mit gefährlicher Wirkung

Dr. vet. med. Juliane Bräunig

Listerien sind Bakterien, die praktisch überall in unserer Umwelt vorkommen. Für gesunde Menschen sind die Erreger in der Regel ungefährlich. Personen mit geschwächter Immunabwehr, Kleinkinder und Neugeborene können jedoch schwer erkranken.

Tödliche Listeriosefälle ließen vor knapp einem Jahr die Verbraucher aufschrecken. 24 Franzosen erkrankten, sieben davon starben, weil sie vermutlich belastete Fleischpasteten oder andere Fleischdelikatessen gegessen hatten. Dieses Jahr riefen zwei deutsche Supermarktketten Harzer-Käse und Teewurst zurück, weil in den Produkten Listerien entdeckt wurden. Erkrankungen wurden allerdings nicht bekannt.

Erst Anfang der achtziger Jahre fanden Wissenschaftler den sicheren Beweis, dass Infektionen mit Listeria monocytogenes durch tierische, teilweise aber auch pflanzliche Lebensmittel übertragen werden können. Die Keime sind in unserer Umwelt weit verbreitet und können in allen rohen Lebensmitteln vorkommen. Besonders Fleisch, Geflügel, Fisch und Meerestiere sowie Rohmilchprodukte sind betroffen. Bei erhitzten Produkten wie Brühwurst oder Kochschinken ist eine nachträgliche Kontamination möglich. In Frischgemüse, speziell vorgeschnittenen Salaten, wurden ebenfalls Listerien nachgewiesen. Sie haben die Fähigkeit, sich sowohl in einer sauerstoffhaltigen Atmosphäre als auch in sauerstofffreiem Milieu zu vermehren, also auch in vakuumverpackten Lebensmitteln wie Brühwurstaufschnitt oder Räucherfisch. Hitze tötet die Erreger ab: Bei 72 ?C werden sie in Milch bereits nach 15 Sekunden zerstört. Weil Fleisch eine andere Konsistenz und Leitfähigkeit besitzt, dauert es hier mehrere Minuten.

Listeriose: Gefahr für Risikogruppen

Bei gesunden Erwachsenen verläuft eine Infektion mit Listerien meist harmlos. Wenn die aufgenommenen Keimzahlen sehr hoch sind, kann es zu Entzündungen des Dünndarms kommen, die meist von allein wieder abklingen. In der Regel bleibt es aber bei harmlosen Symptomen, die denen einer Grippe ähneln mit Fieber, Gliederschmerzen, Durchfall und Erbrechen. Weltweit registrieren die Behörden aber immer wieder auch Todesfälle durch Listeriose.

Gefährdet sind in erster Linie Säuglinge, Kleinkinder, ältere und immungeschwächte Menschen wie frisch Operierte, Diabetiker, Krebspatienten oder Aidskranke. Bei diesen Risikogruppen können die Bakterien eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Blutvergiftung (Sepsis) auslösen. Solche schweren Fälle enden zu etwa 30 Prozent tödlich. Die Inkubationszeit, also die Dauer von der Aufnahme der Erreger bis zum Ausbruch der Erkrankung, kann bei dieser Form der Listeriose zwischen einem und 70 Tagen liegen. Im Durchschnitt beträgt sie etwa drei Wochen.

Schwangere Frauen zeigen in der Regel keine oder lediglich grippeähnliche Symptome. Allerdings können sie die Infektion an den Fötus weitergeben. Möglicherweise tritt eine Früh- oder Todgeburt ein oder das Kind kommt mit einer lebensgefährlichen angeborenen Listeriose zur Welt. Die Neugeborenenlisteriose gehört in Deutschland zu den meldepflichtigen Erkrankungen. Pro Jahr werden etwa 30 bis 40 Fälle gemeldet. Aus diesen Meldeergebnissen wird die tatsächliche Zahl der Erkrankungen in der Bevölkerung auf etwa 200 Fälle pro Jahr geschätzt. Das entspricht zwei bis drei Erkrankungen pro eine Million Einwohner. Um die Verbreitung der Infektionen besser einschätzen zu können, müssen Ärzte künftig auch Erreger melden, die sie in Blut, Hirnflüssigkeit oder Abstrichen von Neugeborenen nachgeweisen.

Verbraucherschützer fordern Grenzwert für Listerien-Belastung

Mikrobiologische Untersuchungen zeigen, dass Nahrungsmittel recht häufig mit Listerien belastet sind. Einzelne Produkte wie vakuumverpackte Kochschinken und Räucherfisch waren mit 14 bzw. 8,5 Prozent besonders häufig betroffen. Die Zahl der Keime liegt jedoch überwiegend unter 100 koloniebildenden Einheiten pro Gramm Lebensmittel (KbE/g).

Obwohl recht viele Lebensmittel den Erreger aufweisen, treten Listeriosen im Vergleich zu anderen Lebensmittelinfektionen selten auf. Bei welcher Minimalen Infektionsdosis (MID) die Erreger eine Erkrankung auslösen, ist unbekannt. Experten gehen davon aus, dass eine relativ hohe Anzahl von Keimen notwendig ist. Dazu müssen bereits sehr viele Erreger im Lebensmittel enthalten sein oder die Bakterien müssen Gelegenheit haben, sich während der Lagerung zu vermehren.

Wie viel Listerien-Keime können toleriert werden?

Einen verbindlichen Grenzwert, ab welcher Listerienzahl Lebensmittel nicht mehr verkauft werden dürfen, gibt es in Deutschland nicht. In Österreich gilt eine „Null-Toleranz“, das heißt, Produkte werden aus dem Verkehr gezogen, sobald Listerien nachweisbar sind. Derzeit diskutieren Experten weltweit einen Beurteilungswert, der Produkte als gesundheitlich unbedenklich einstuft. Nach Auffassung des Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) in Berlin sollte eine Zahl von 100 Keimen pro Gramm bzw. Milliliter Lebensmittel gelten, die bis zum Ende des Mindesthaltbarkeitsdatums nicht überschritten werden darf. International wird ein Wert von 102 KbE diskutiert. Listerioseausbrüche aus jüngerer Zeit zeigen, dass erst ab diesen Keimzahlen eine Infektion durch Lebensmittel ausgelöst wurde.

Listerien sind in der Umwelt weit verbreitet und kommen auch in Schlamm oder auf Pflanzen vor. Zahlreiche Tierarten wie Rinder, Schafe, Ziegen oder Geflügel können erkranken. Offenbar fördert der Stress der Massentierhaltung die Anfälligkeit der Tiere gegenüber den Erregern. Häufig infizieren sich Nutztiere über unzureichend gesäuertes Silagefutter, in dem sich die Listerien an der Oberfläche vermehren können.

Fehler meist beim Lagern und Zubereiten

Die Übertragung auf Lebensmittel kann auf verschiedenen Stufen der Gewinnung und Bearbeitung erfolgen. Insbesondere Lebensmittel tierischer Herkunft wie Milch und Fleisch können beim Melken oder Schlachten kontaminiert werden. So ist beispielsweise nicht auszuschließen, dass bei Rohmilchkäse bereits die Ausgangsmilch mit Listerien verunreinigt ist. Bei Käse aus wärmebehandelter Milch werden die Bakterien bei einer ordnungsgemäß durchgeführten Pasteurisierung abgetötet. Durch mangelnde Hygiene in der Weiterverarbeitung können die Produkte jedoch erneut kontaminiert werden. Dies gilt nicht nur für Käse, sondern auch für andere tierische und pflanzliche Lebensmittel. Beispiele für mangelnde Hygiene sind unsaubere Maschinenteile im Herstellungsbetrieb, schlecht oder zu selten gereinigte Aufschnittmaschinen im Handel oder Mängel in der persönlichen Hygiene von Mitarbeitern. In manchen Käsereien und fischverarbeitenden Betrieben treten immer wieder Listerien auf. Die Bakterien sind dort als so genannte Hauskeime gefürchtet, weil sie durch ihre ubiquitäre Verbreitung überall im Betrieb vorkommen können. Auch küchentechnische Fehler bei Lagerung und Zubereitung in der heimischen Küche können Ursache für die Vermehrung der Erreger und Infektionen sein.

Sauer Eingelegtes ist frei von Listerien

Ob die Listerien in Lebensmitteln überleben und sich vermehren können, ist von der technologischen Behandlung bzw. dem Herstellungsverfahren abhängig. Kochen, Braten, Sterilisieren und Pasteurisieren tötet die Bakterien ab. In Lebensmitteln, die wenig Wasser, viel Salz oder Konservierungsstoffe enthalten oder sehr sauer sind wie Sauerkraut, Mixed Pickles und Joghurt ist eine Vermehrung nur noch verzögert oder überhaupt nicht mehr möglich. Gute Wachstumsmöglichkeiten im Vergleich zu konkurrierenden Keimen haben Listerien bei reduziertem Sauerstoffangebot, z. B. in vakuumverpackten Brühwürsten oder Räucherfisch und bei langen Lagerzeiten gekühlter Lebensmittel. Die Erreger können selbst bei Temperaturen bis +1 ?C noch wachsen. Andere Keime haben ihre Aktivität bei solchen Bedingungen längst eingestellt.

Listerien: Ansteckungsrisiko ist immer vorhanden

Aus den genannten Gründen ist bei einigen Lebensmitteln damit zu rechnen, dass sie Listerien enthalten. Eine Infektion lässt sich deshalb nicht mit völliger Sicherheit verhindern. Das Infektionsrisiko kann jedoch vermindert werden, wenn Verbraucher, insbesondere Menschen mit geschwächter Abwehrkraft und Schwangere, sich an einige wichtige Regeln halten.

So beugen Sie einer Listerien-Infektion vor

  • Garen Sie Fleisch- und Fischgerichte vollständig durch.
  • Kochen Sie Rohmilch ab.
  • Essen Sie Hackfleisch nicht roh.
  • Trennen Sie rohe und verzehrsfertige Lebensmittel strikt voneinander.
  • Halten Sie die Kühlschranktemperatur im Haushalt auf unter 7 ?C.
  • Beachten Sie bei Lebensmitteln in Fertigpackungen das Mindesthaltbarkeitsdatum.
  • Schwangere sollten zusätzlich auf den Genuss von Rohmilchweichkäse und den Verzehr von Käserinde verzichten.

Quelle: Bräunig, J.: UGB-Forum 5/00, S. 237-239

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Dieser Beitrag ist dem UGB-Archiv entnommen.

Wir weisen darauf hin, dass die Inhalte durch neue wissen­schaft­liche Erkennt­nisse möglicher­weise neu bewertet werden müssen.

Listerien-Infektionen – selten, aber gefährlich

Ende Jänner 2010 konnte die AGES nach intensiven Untersuchungen das ursächliche Lebensmittel der Infektion ausforschen: Auf einem von den Erkrankten konsumierten Quargel aus einem steirischen Betrieb fanden sich Keime des neuen Stamms. Daraufhin wurde am 23. Jänner die Käseproduktion eingestellt und die betroffenen Waren zurückgerufen. Das Gesundheitsministerium geht davon aus, dass aus derzeitiger Sicht keine Gefahr für Konsumentinnen und Konsumenten besteht.

Infektionsweg über Nahrung

Listerien-Infektionen sind zwar sehr selten, können jedoch lebensgefährlich verlaufen. Das Erkrankungsrisiko lässt sich allerdings durch Küchenhygiene und sorgfältigen Umgang mit rohen Lebensmitteln deutlich senken. Schwangere sollten auf rohen Fisch und Rohmilchkäse gänzlich verzichten.
Listerien sind Stäbchenbakterien, die in der Umwelt weit verbreitet sind. Sie kommen z.B. in Abwässern, Erde oder auf Pflanzen vor. Tierische und pflanzliche Lebensmittel können während der Verarbeitung damit verunreinigt werden. Rohe Lebensmittel sind die häufigste Quelle von Listerien. Die Bakterien sind widerstandsfähig und vermehren sich auch bei niedrigen Temperaturen im Kühlschrank. Listerien-Infektionen (Listeriose) erfolgen hauptsächlich über die Nahrung und werden durch eine hohe Anzahl an Keimen ausgelöst.

Höheres Risiko für Schwangere und Immungeschwächte

Bei gesunden Erwachsenen verläuft die Infektion meistens ohne Krankheitszeichen oder äußert sich durch Durchfall beziehungsweise Symptome eines grippalen Infekts. Schwangere und Personen mit geschwächter Immunabwehr – alte Menschen oder chronisch Kranke – haben ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Auch für neugeborene oder ungeborene Kinder ist die Infektion gefährlich, da sie während der Schwangerschaft übertragen werden kann.

Anzeichen und Therapie

Bei einer Listeriose zeigen sich die Symptome innerhalb von drei bis 70 Tagen. Die Anzeichen sind plötzliche, starke Kopfschmerzen, hohes Fieber, Übelkeit und Erbrechen. Eine Listeriose erfordert rasche medizinische Behandlung. Die Diagnose ist schwierig, weil sie den Krankheitsbildern anderer Erreger ähnelt. Eine Listeriose kann zu lebensgefährlichen Erkrankungen wie Blutvergiftung, Gehirnhaut- oder Lungenentzündung führen. Der Erregernachweis wird im Labor mittels Blutproben erbracht. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika.

Vorbeugende Maßnahmen

Durch sorgfältige Küchenhygiene und vorsichtigen Umgang mit rohen Lebensmitteln kann eine Listerien-Infektion vermieden werden. Kochen, Braten oder Pasteurisieren tötet die Bakterien ab. Schwangere und Risikopersonen sollten auf Rohmilchprodukte verzichten – eine entsprechende Kennzeichnung muss auf der Verpackung angeführt sein.
Wichtige Hygieneregeln sind:

  • Fleisch- und Fischgerichte durchgaren
  • Rohmilch abkochen
  • Rohes Gemüse und Salat gründlich waschen
  • Küchenwerkzeuge heiß abspülen
  • Händewaschen vor und nach dem Zubereiten von Speisen
  • Speisen bei der Lagerung im Kühlschrank abdecken

Nähere Informationen zum Thema „Listerien“ finden Sie auf der Website der AGES.

zuletzt aktualisiert 19.02.10
Freigegeben durch Redaktion Gesundheitsportal

Listeriose während der Schwangerschaft

Was ist Listeriose

Listeriose ist eine Krankheit, die von Bakterien ausgelöst wird. Diese Bakterien finden sich in bestimmten Lebensmitteln, im Erdboden und in tierischem Kot. Der medizinische Name für das Bakterium ist Listeria monocytogenes oder kurz Listerien (NHS Choices 2013a).
In Ihrer Schwangerschaft verändert sich Ihr Immunsystem. Dadurch sind Ihre Abwehrkräfte gegen eine Infektion geringer als normalerweise (Nayeri 2013, NHS 2013b). Die Wahrscheinlichkeit, an Listeriose zu erkranken, ist während der Schwangerschaft um ein Vielfaches erhöht. (Lamont 2011, NHS 2013b).
Trotzdem ist Listeriose eine seltene Krankheit, auch bei Schwangeren. Es gibt, laut Schätzungen des Robert-Koch-Instituts, etwa 200 Infektionen jährlich.
Wenn man sich ansteckt, kann Listeriose sehr gefährlich sein. Eine frühzeitige Diagnose und eine schnelle Behandlung der Infektion mit Antibiotika ist dann beste Schutz für Ihr Baby.

Kann Listeriose meinem Kind schaden?

Die Infektion kann von einer angesteckten Schwangeren an ihr Baby weitergegeben werden, entweder in der Gebärmutter oder während der Geburt (Caserta 2013, Lamont 2011, Nayeri 2013).
Wenn bei Ihnen Listeriose diagnostiziert wurde, kann die Einnahme der verschriebenen Antibiotika einen guten Schutz für Ihr Baby darstellen (Lamont 2011, Nayeri 2013).
Aber unbehandelt kann Listeriose ernsthafte Folgen haben. Leider kann eine unbehandelte Listeriose zu Folgendem führen:

  • Fehlgeburt
  • Frühgeburt
  • Babys, die tot geboren werden
  • (Lamont 2011, Nayeri 2013, NHS 2013b, OTIS 2011)

Wenn Ihr Baby in der Gebärmutter oder während der Geburt Listeriose-Bakterien ausgesetzt ist, kann das nach der Geburt zu schweren Erkrankungen führen, zum Beispiel Lungenentzündung, Meningitis oder einer Blutvergiftung (Sepsis). Manchmal tritt die Infektion nach der Geburt schnell zu Tage, manchmal tauchen die Symptome erst nach ein paar Wochen auf (Caserta 2013, Jackson 2010, OTIS 2011).

Wie finde ich heraus, ob ich Listeriose habe?

Listeriose kann leicht mit einer Grippe verwechselt werden, da die Symptome sehr ähnlich sein können. Sie könnten folgende Anzeichen haben:

  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Muskelschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • (NHS 2013c)

Manchmal tauchen diese Symptome erst Wochen nach einem Kontakt mit dem Bakterium auf (Layeri 2013).
Um kein Risiko einzugehen, sollten Sie immer zum Arzt/zur Ärztin gehen, wenn Sie während der Schwangerschaft Fieber und Schüttelfrost haben (NHS 2013c).
Sehr selten treten auch schwere Kopfschmerzen, ein steifer Nacken, Verwirrung, Schwächeanfälle oder Krämpfe (NHS 2013c) auf.

Kann ich etwas tun, um mich vor einer Listeriose zu schützen?

Am besten halten Sie sich von Lebensmitteln fern, die eine Listeriose auslösen können. Die häufigste Ursache für Listeriose ist die Aufnahme von kontaminiertem Essen (NHS Choices 2013a).
Deswegen sollte man in der Schwangerschaft Nahrungsmittel vermeiden, die bekannt dafür sind, dass sie die Bakterien verbreiten können. Dazu gehören:

  • nicht pasteurisierte Milch, Butter oder Käse
  • mit Schimmel veredelte Weichkäse, wie Camembert oder Brie und Blauschimmelkäse
  • Pastete jeder Art, auch vegetarische
  • Ungekochte oder nur kurz gekochte Fertiggerichte
  • (FSA, NHS 2013e , NICE 2008)

Pasteurisierte oder H-Milch und Joghurts sind dagegen sicher, auch probiotische Joghurts. Hart- und Weichkäse, die pasteurisiert wurden, wie etwa Cheddar, Hüttenkäse oder Schmelzkäse, sind auch ungefährlich.

Passen Sie besonders auf, wenn Sie zuhause Essen zubereiten:

  • Waschen Sie sich vor und nach der Zubereitung die Hände.
  • Reinigen Sie alle Kochutensilien, Schneidebretter und Oberflächen gründlich nach der Zubereitung der Mahlzeit.
  • Überprüfen Sie, ob Kühlschrank und Tiefkühltruhe auf die vom Hersteller empfohlenen Temperaturen eingestellt sind.
  • Überprüfen Sie die Verfallsdaten von Lebensmitteln, bevor Sie sie benutzen.

(FSA, NHS 2013e)
Man kann sich auch mit Listeriose anstecken, wenn man Kontakt mit Schafen, Kühen und Ziegen hat, die gerade werfen (HPA 2014b). Falls Sie auf einem Bauernhof arbeiten oder einen mit Ihren Kindern besuchen, halten Sie sich entsprechend von Schafen, Ziegen und Kühen fern. Dies gilt vor allem in der Lamm-Saison von Januar bis April (NHS 2013f).
Falls Sie oder Ihr Partner etwas mit Viehzucht zu tun haben, ist es besonders wichtig, dass Sie sich vor Listeriose und anderen Infektionen wie Toxoplasmose schützen. Fragen Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin und besuchen Sie die Webseite des Robert-Koch-Instituts, um zu erfahren, wie Sie sich schützen können.

Wie kann eine Listeriose behandelt werden?

Wenn Sie grippeartige Symptome verspüren – insbesondere dann, wenn Sie vorher etwas gegessen haben, was Sie infiziert haben könnte – sprechen Sie sofort mit Ihrem Hausarzt/Ihrer Hausärztin.
Sollte Ihr Hausarzt/Ihre Hausärztin Listeriose vermuten, wird er einen Bluttest machen lassen. Falls die Resultate dieses Tests eine Infektion mit Listeriose-Bakterien zeigen, wird der Arzt/die Ärztin die Einnahme von Antibiotika empfehlen, um Sie und Ihr Baby zu schützen. Darüber hinaus wird er einen Ultraschall machen, um die Gesundheit Ihres Babys zu überprüfen (NHS 2013d). Sie können davon ausgehen, dass die sofortige Behandlung mit Antibiotika normalerweise sehr erfolgreich ist.

Quellen

Caserta MT. 2013. Neonatal listeriosis. In: RS Porter and JL Kapans. eds. The Merck manual for healthcare professionals.
FSA. No date. Listeria. Food Standards Agency.
FSA. No date. The Food Standards Agency’s listeria risk management programme 2010-2015.
FSA. No date. Listeria – keeping food safe. Food Standards Agency.
HPA. 2014a. Listeriosis and risks in lambing season. Health Protection Agency.
HPA. 2014b. General advice to pregnant women during the lambing season. Health Protection Agency.
Jackson KA, Iwamoto M, Swerdlow D. 2010. Pregnancy-associated listeriosis. Epidemiol Infect 138(10):1503-9.
Lamont RF, Sobel J, Mazaki-Tovi S, et al. 2011. Listeria in human pregnancy: a systematic review. J Perinat Med. 39(3):227-36
Nayeri U, Thung S. 2013 Congenital fetal infections. In: A DeCherney and N Lufer. eds. Current diagnosis and treatment: Obstetrics and gynecology. Eleventh edition (international). McGraw-Hill.
NHS. 2013a. Causes of listeriosis. NHS Choices.
NHS. 2013b. Listeriosis: Introduction. NHS Choices.
NHS. 2013c. Symptoms of listeriosis. NHS Choices.
NHS. 2013d. Treating listeriosis. NHS Choices.
NHS. 2013e. Preventing listeriosis. NHS Choices.
NHS. 2013f. Why should pregnant women avoid sheep during the lambing season? NHS Choices.
NICE. 2008. Antenatal care: Routine care for the healthy pregnant woman. National Institute for Health and Clinical Excellence.
OTIS. 2011. Listeriosis and pregnancy. Organization of Teratology Information Specialists.

Listeriose: Selten, aber gefährlich für Alte, Schwangere und Personen mit verminderter Immunabwehr

30/2018, 27.09.2018

BfR empfiehlt, Hygiene- und Verzehrsregeln zum Schutz vor Infektionen mit Listerien einzuhalten

In Deutschland und in der EU steigen die Fälle lebensmittelbedingter Erkrankungen durch Listerien kontinuierlich an. Vor diesem Hintergrund erinnert das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) daran, dass die durch den Verzehr bestimmter Lebensmittel verursachte Listeriose sehr schwer verläuft und auch zum Tod führen kann. „Vor allem ältere Personen sowie Schwangere und Menschen mit verminderter Immunabwehr laufen Gefahr, an einer Listeriose zu erkranken“, sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des BfR. „Deshalb gelten insbesondere für diese Personengruppen ganz besondere Regeln für den Verzehr bestimmter Lebensmittel und die Küchenhygiene.“

Das BfR hat umfassende Verbrauchertipps in seinem Merkblatt „Schutz vor Lebensmittelinfektionen mit Listerien“ zusammengefasst.

https://www.bfr.bund.de/cm/350/verbrauchertipps-schutz-vor-lebensmittelinfektionen-mit-listerien.pdf (213.8 KB)

Die Anzahl der jährlich beim Robert Koch-Institut (RKI) erfassten Listeriosefälle in Deutschland hat seit 2009 deutlich zugenommen (von 396 auf 771 im Jahr 2017). Die Infektionskrankheit tritt zwar vergleichsweise selten auf, hat aber durch die Schwere des Verlaufs eine besonders große Bedeutung. Im Jahr 2016 verliefen sieben Prozent der gemeldeten Fälle tödlich. Auch in der Europäischen Union sind seit 2009 die Listeriose-Fälle angestiegen.

Verbraucherinnen und Verbraucher können sich über Lebensmittel, die mit dem Bakterium Listeria monocytogenes kontaminiert sind, infizieren und erkranken. Aufgrund ihrer weiten Verbreitung in der Umwelt und ihrer geringen Wachstumsansprüche können die Bakterien in einer Vielzahl unterschiedlicher Lebensmittel vorkommen. Sowohl rohe Lebensmittel tierischer Herkunft als auch bereits erhitzte oder anderweitig haltbar gemachte Lebensmittel sowie Fertigprodukte können Listerien enthalten. Aber auch pflanzliche Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Kräuter und Salate können mit Listerien belastet sein.

Da Listerien nicht zum Verderb der Lebensmittel führen, lässt sich ihr Vorkommen weder am Aussehen noch am Geruch der Lebensmittel erkennen. Zu beachten ist außerdem, dass sich Listerien auch bei Kühlschranktemperaturen sowie in Vakuumverpackungen vermehren. Deshalb können länger gelagerte Lebensmittel trotz der Aufbewahrung im Kühlschrank hohe, krankmachende Keimzahlen an Listerien aufweisen. Insbesondere ältere Menschen bewahren Lebensmittel sehr viel häufiger über einen langen Zeitraum auf, z. B. weil sie nur geringe Mengen verzehren oder keine Lebensmittel wegwerfen möchten. Sie setzen sich damit einer erhöhten Gefahr aus, an einer Listeriose zu erkranken.

Durch Erhitzen, also beim Kochen, Braten oder Pasteurisieren, werden Listerien abgetötet.

Ein erhöhtes Risiko, an einer Listeriose zu erkranken, haben insbesondere ältere Menschen, Personen mit verminderter Immunabwehr (zumeist verursacht durch eine schwere Grunderkrankung wie z. B. Tumore oder durch die längerfristige Einnahme immunsuppressiver Medikamente) sowie Schwangere und Neugeborene. Schwere Krankheitsverläufe können zu Blutvergiftungen und Gehirn- und/oder Gehirnhautentzündungen führen, die lebensbedrohlich sind. Bei Schwangeren, die oft keine oder nur grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Erschöpfung und Muskelschmerzen zeigen, kann die Infektion auf das ungeborene Kind übergehen und zu Früh- oder Fehlgeburten führen. Infizierte Neugeborene haben aufgrund der schweren Symptomatik ein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko oder können schwere Schäden davontragen.

Bei gesunden Menschen, die nicht einer der Risikogruppen angehören, kann die Aufnahme großer Mengen Listerien zu einer schweren, fiebrigen, aber in der Regel selbstlimitierenden Magen-Darm-Entzündung mit Durchfall und Erbrechen führen.

Nach Schätzung der EFSA sind ein Drittel der Listeriose-Fälle auf das Wachstum von Listeria monocytogenes in Lebensmitteln zurückzuführen, die zu Hause zubereitet oder im Kühlschrank aufbewahrt werden. Das BfR empfiehlt deswegen, die im Merkblatt „Schutz vor Lebensmittelinfektionen mit Listerien“ genannten Regeln zur Küchenhygiene und Zubereitung von Speisen unbedingt einzuhalten.

Besondere Empfehlungen gelten für Risikogruppen: So sollten ältere Menschen, Schwangere und in ihrer Immunabwehr stark geschwächte Personen darauf achten, dass leicht verderbliche Lebensmittel, die vor dem Verzehr nicht mehr erhitzt werden, möglichst unter hygienischen Bedingungen aus frischen Zutaten zubereitet und rasch verzehrt werden. Dies gilt insbesondere für frisch gepresste Säfte und Smoothies, Sandwiches und belegte Brötchen sowie Backwaren, deren Füllungen nicht mitgebacken wurden (z. B. gefüllt mit Sahne, Creme, Pudding oder Obst). Auch frisches Obst und Gemüse, Blattsalate und frische Kräuter sollten zeitnah verzehrt werden. Leicht verderbliche Lebensmittel in Fertigpackungen (z. B. Käse- oder Wurstaufschnitt, erhitzte Fleischerzeugnisse) sollten nur in kleinen Mengen und lange vor Ablauf der Mindesthaltbarkeit gekauft, ausreichend gekühlt und innerhalb von zwei bis drei Tagen verbraucht werden. Darüber hinaus rät das BfR, auf Lebensmittel, in denen am häufigsten Listerien nachgewiesen werden, grundsätzlich zu verzichten, es sei denn, sie wurden unmittelbar vor dem Verzehr auf mindestens 70 °C Kerntemperatur erhitzt. Detaillierte Verzehrsempfehlungen gibt das BfR im Merkblatt „Schutz vor Lebensmittelinfektionen mit Listerien“.

Zusätzlich stellt das Bundeszentrum für Ernährung auf seiner Homepage ein in Zusammenarbeit mit dem BfR verfasstes Informationsblatt zur Verfügung, welches die wichtigsten Empfehlungen zum Schutz vor Listeriose in der Schwangerschaft enthält.

Informationen zur Listeriose-Erkrankung stellt das Robert Koch-Institut auf seiner Website zur Verfügung (www.rki.de).

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

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Listerien in Lebensmitteln

Die Listeriose gilt heute als klassische Zoonose, d. h. es handelt sich um eine vom Tier auf den Menschen übertragbare Erkrankung. Diese Übertragung erfolgt im Wesentlichen durch den Verzehr von mit Listeria (l.) monocytogenes kontaminierten Lebensmitteln.

Was sind Listerien?

Listerien sind stäbchenförmige Bakterien, von denen derzeit die Art Listeria monocytogenes als Krankheitserreger von Mensch und Tier die größte Bedeutung hat. L. monocytogenes ist sehr widerstandsfähig und übersteht sowohl Tiefgefrieren als auch Trocknen relativ gut. Diese Eigenschaft macht ihn zu einem sogenannten „Nischenkeim“.
Die Überlebens- und Vermehrungsfähigkeit von L. monocytogenes in Lebensmitteln hängt von der technologischen Behandlung bzw. dem Herstellungsverfahren des Lebensmittels ab. Kochen, Braten, Sterilisieren und Pasteurisieren tötet die Bakterien sicher ab. In Lebensmitteln, die wenig Wasser, viel Salz oder Konservierungsstoffe enthalten oder sauer sind, können sie sich nur noch verzögert bzw. nicht mehr vermehren.
Wichtig zu wissen ist, dass sich Listerien auch bei niedrigen Temperaturen, also z. B. auch im Kühlschrank, vermehren können. Gute Wachstumsmöglichkeiten (im Vergleich zu Konkurrenzkeimen) haben Listerien sowohl bei langen Lagerzeiten unter Kühlung als auch bei reduziertem Sauerstoffangebot (z. B. in Vakuumverpackungen von Brühwürsten, Lachs und Räucherfisch).

Wo kommen Listerien vor?

Listerien sind in der Umwelt nahezu überall verbreitet. Bis zu 10 % der Menschen sollen Träger von L. monocytogenes im Darm sein, d. h. sie scheiden die Erreger im Stuhl aus. Dasselbe gilt für viele Säugetierarten (Wild- und Haustiere), Vögel oder Kaltblüter. Tierische und pflanzliche Produkte können daher sowohl über Fäkalien wie auch über die Umwelt kontaminiert werden.

Welche Lebensmittel können betroffen sein?

Eine Kontamination von Lebensmitteln mit Listerien kann auf verschiedenen Stufen der Gewinnung und Verarbeitung erfolgen. Insbesondere Lebensmittel tierischer Herkunft wie rohes Fleisch und rohe Milch können z. B. beim Schlachten, Zerlegen oder Melken verunreinigt werden und damit auch die Produkte aus rohem Fleisch sowie Rohmilch. Beim Erhitzen, z. B. bei der Wärmebehandlung von Milch (u. a. Pasteurisierung), werden Listerien abgetötet.
Eine nachträgliche Kontamination tierischer, aber auch pflanzlicher Lebensmittel kann durch mangelnde Hygiene im Umgang mit Rohstoffen, Zwischen- und Endprodukten bei der Herstellung erfolgen, z. B. durch unzureichende Personalhygiene insbesondere der Hände sowie unsaubere Maschinenteile und Gerätschaften.

Besonders betroffene Lebensmittel sind:

Wie ist das Infektionsrisiko einzuschätzen?

Bei gesunden Erwachsenen verläuft die Infektion durch L. monocytogenes, die Listeriose, meist unauffällig oder nimmt einen harmlosen Verlauf mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber und Muskelschmerzen oder Erbrechen und Durchfall.

Schwere, manchmal tödlich verlaufende Formen der Listeriose kommen bei bestimmten Risikogruppen vor, z. B. bei älteren oder immungeschwächten Personen und Säuglingen (YOPI).

Für Schwangere stellt L. monocytogenes ein besonderes Risiko dar, da es bei dem ungeborenen Kind durch eine Infektion zu Totgeburt, Frühgeburt und Neugeborenenlisteriose bzw. zu Hirn- und Hirnhautentzündung sowie Sepsis (Blutvergiftung) kommen kann. Diese Krankheitsformen verlaufen in etwa 30 % der Fälle tödlich.

Die minimale Infektionsdosis, d. h. die Zahl der Keime, die zur Erkrankung führen können, ist unbekannt und scheint vom Bakterienstamm und der Empfindlichkeit der erkrankten Person abzuhängen. Die Inkubationszeit bei Übertragung durch kontaminierte Lebensmittel liegt bei acht Tagen bis zu acht Wochen.

Wie kann man sich vor einer Infektion durch Listerien schützen?

Da eine Kontamination von Lebensmitteln mit Listerien auf verschiedenen Stufen der Gewinnung und Verarbeitung erfolgen kann, ist auch bei einer Vielzahl von Lebensmitteln mit diesen Keimen zu rechnen. Folgende Regeln sollten deshalb im Umgang mit Lebensmitteln beachtet werden:

  1. Fleisch- und Fischgerichte vollständig durchgaren,
  2. Rohmilch abkochen,
  3. Hackfleisch nicht roh essen.
  4. Schwangere sollten zusätzlich vorsorglich auf den Genuss roher Fleisch- und Milcherzeugnisse verzichten und generell bei Käse die Rinde entfernen.
  5. Bei leicht verderblichen Lebensmitteln auf das Verbrauchsdatum achten und besonders Produkte in Vakuumverpackungen möglichst lange vor diesem Datum verbrauchen.
  6. Zur Vermeidung einer nachträglichen Kontamination allgemein die Regeln der Küchenhygiene einhalten.
  7. Weil sich Listerien auch bei Kühlschranktemperaturen vermehren können, Aufbewahrungszeiten im Kühlschrank möglichst kurz halten und frisch gekochte Speisen vor dem Kühlen gut abdecken, um nachträgliche Kontaminationen zu vermeiden.

Mehr zu diesem Thema

Allgemeine Informationen zum Thema

  • Lebensmittelerkrankungen durch Bakterien

Untersuchungsergebnisse zu mikrobiologischer Belastung durch Listerien

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  • Sensorische und mikrobiologische Beschaffenheit von geräuchertem Heilbutt Untersuchungsergebnisse 2013

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  • Mayonnaisen, emulgierte Soßen, kalte Fertigsoßen, Feinkostsalate – Untersuchungsergebnisse 2008
  • Mikrobiologische Untersuchung von Speiseeis – Ergebnisse 2008

2007

  • Frischobst – Untersuchungsergebnisse 2007
  • Fischerzeugnisse: Untersuchungsergebnisse 2007
  • Fleisch warmblütiger Tiere – Untersuchungsergebnisse 2007
  • Fleischerzeugnisse: Untersuchungsergebnisse 2007
  • Wurstwaren – Untersuchungsergebnisse 2007
  • Pilzerzeugnisse – Untersuchungsergebnisse 2007

Listerien und Listeriose

Was sind Listerien?

Listerien sind grampositive Stäbchenbakterien, die nur geringe Nährstoffbedürfnisse haben und fast überall vorkommen können. Von besonderer Bedeutung ist das Bakterium Listeria monocytogenes, das eine Listeriose beim Menschen auslösen kann.

Listerien sind recht widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse wie Salz oder Säure. Der Keim kann sich sogar bei Kühlschranktemperaturen vermehren. Auch das Tiefkühlen überlebt er, vermehrt sich aber wenigstens nicht. Auch Sauerstoffmangel (z. B. in vakuumverpacktem Brühwurstaufschnitt oder Räucherfisch) ist kein Problem, so dass die Überlebenskünstler oft Wachstumsvorteile gegenüber anderen Bakterien haben.

Wo kommen Listerien vor?

Listerien sind weltweit verbreitet. Sie kommen überall in der Umwelt vor, z. B. in der Erde und auf Pflanzen, im Kompost und in Abwässern. Auch im landwirtschaftlichen Bereich (Tierfutter, Kot) sind sie weit verbreitet. So können sie schon bei der Lebensmittelgewinnung, z. B. beim Melken oder beim Schlachten, in die Lebensmittel gelangen. Deshalb sind vor allem rohe, vom Tier stammende Lebensmittel betroffen. Gemüse kann mit Erde oder tierischem Dünger verunreinigt sein, welche den Erreger enthalten. So können Listerien auch auf Frischgemüse oder Blattsalaten vorkommen.

Sie sind aber auch in Lebensmittel verarbeitenden Betrieben zu finden, insbesondere wenn Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen nicht sachgemäß durchgeführt werden. So können auch erhitzte oder anderweitig haltbar gemachte Lebensmittel bei der Verarbeitung verunreinigt werden (Rekontamination). Erst nach einer Vermehrung (über 100 Keime pro Gramm bzw. Milliliter) werden die Bakterien für die Menschen gefährlich.

Wie gefährlich sind Listerien?

Bei ansonsten gesunden Menschen verläuft die Infektion meist mild. Für Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann die Listeriose aber auch lebensbedrohlich werden. Behandelt wird eine Listeriose mit Antibiotika.

Gefährdet sind vor allem Kranke und Ältere, Kleinkinder, Säuglinge und Menschen mit geschwächtem Immunsystem sowie Schwangere. Da die Bakterien nach einer Infektion der Mutter die Plazentaschranke überwinden können und das Ungeborene noch keine Abwehrmechanismen besitzt, kann eine Totgeburt die Folge sein.

Pro Jahr werden in Deutschland rund 700 Listerien-Infektionen nachgewiesen, Tendenz weiter steigend. Die Dunkelziffer liegt deutlich höher, weil viele nicht zum Arzt gehen.

Symptome einer Listerien-Erkrankung

Die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Listeriose (Inkubationszeit) beträgt in der Regel zwischen 3 und 70 Tagen (meist etwa drei Wochen). Bei ansonsten gesunden Menschen zeigt sich häufig nur eine leichte fieberhafte Reaktion, die oft gar nicht auf eine Lebensmittelursache schließen lässt. Meist kommt es zu Erbrechen und Durchfall, ähnlich einer Magen-Darm-Grippe, sowie Fieber, Glieder- und Muskelschmerzen, Abgeschlagenheit und Krankheitsgefühl. Bei einem leichten Verlauf klingen diese Beschwerden in der Regel innerhalb weniger Tage von alleine ab.

Wie kann ich mich schützen?

  • Als Vorsichtsmaßnahme sollten die Risikogruppen, v. a. Schwangere und Ältere, auf Produkte wie Rohmilch, Rohmilchkäse (Weichkäse), Rinde von anderen Käsesorten, rohes Fleisch (z. B. Hackfleisch) und Fleischerzeugnisse, rohen Fisch bzw. lange gelagerten (auch in der Kühlung) Räucherfisch verzichten.
  • Vorsicht ist bei diesen Personen auch bei küchenfertigen Mischsalaten geboten, insbesondere dann, wenn die Salatmischungen geschnittenen Weißkohl enthalten.
  • Eine starke Vermehrung von Listerien kann auch während der Lagerung im Haushalt (auch im Kühlschrank) stattfinden. Daher spielen eine sachgerechte Lagerung und das Einhalten von Hygieneregeln eine wichtige Rolle.
  • Vollständiges Kochen, Braten oder Backen von Lebensmitteln (Durchgaren bei mehr als 70 °C) tötet die Listerien ab.
  • Was sind Listerien?
  • Welche Symptome treten bei einer Listeriose auf?
  • Welche Personen sind als Risikogruppe einzustufen?
  • Wie werden Listerien übertragen?
  • Welche Lebensmittel sind besonders gefährdet?
  • Wie kann die Vermehrung von Listerien verhindert werden?
  • Wie kann ich mich vor einer Listeriose schützen?
  • Wir wird eine Listeriose behandelt?

Was sind Listerien?

Listerien sind stäbchenförmige Bakterien, die weit verbreitet sind. Derzeit gilt nur Listeria monocytogenes als Krankheitserreger und Auslöser der Listeriose bei Mensch und Tier. Die Keime zeichnen sich durch ihren geringen Nährstoffbedarf aus und können sich auch bei niedrigen Temperaturen, zum Beispiel im Kühlschrank, vermehren.

Welche Symptome treten bei einer Listeriose auf?

Die ersten Symptome treten nach einer Inkubationszeit von 3–70 Tagen auf. In der Regel zeigen sich die ersten Anzeichen nach drei Wochen. Eine Listeriose kann bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem lebensbedrohlich sein. Bei gesunden Erwachsenen verläuft diese Erkrankung dagegen meist symptomlos oder harmlos. Auftretende Beschwerden sind meist grippeähnlich und unspezifisch. Typische Symptome sind Fieber und Muskelschmerzen oder Durchfall und Erbrechen. Bei schweren Verläufen dieser Krankheit kann es zu Blutvergiftungen sowie Gehirn- und Hirnhautentzündungen kommen. Während einer Schwangerschaft kann eine Infektion mit Listerien zu Früh- und Fehlgeburten führen.

Welche Personen sind als Risikogruppe einzustufen?

Bei einer Infektion mit Listerien besteht besonders für Schwangere und ungeborene Babys eine große Gefahr. Als weitere Risikogruppen gelten ältere Menschen und Personen mit einem geschwächten Immunsystem.

Wie werden Listerien übertragen?

Listerien werden in den meisten Fällen durch kontaminierte Lebensmittel auf den Menschen übertragen. Eine Übertragung kann auch durch infizierte Haustiere und belasteten Erdboden erfolgen. Bei Schwangeren ist eine Übertragung auf das ungeborene Kind möglich.

Welche Lebensmittel sind besonders gefährdet?

Listerien sind in den Lebensmitteln nicht zu erkennen, da sie weder den Geruch noch den Geschmack und das Aussehen beeinflussen. Besonders gefährdete Lebensmittel sind:

  • Rohes Fleisch und daraus hergestellte Produkte (zum Beispiel Hackfleisch)
  • Schnell gereifte Rohwurstsorten (zum Beispiel Zwiebelmettwurst)
  • Rohmilch und Rohmilchprodukte, insbesondere Rohmilchkäse
  • Weichkäse, insbesondere Produkte mit Rotschmierbildung (z.B. Romadur)
  • Sauermilchkäse
  • Roher Fisch
  • Bestimmte Fischerzeugnisse (vor allem Räucherlachs und Graved Lachs)
  • Spezielle pflanzliche Lebensmittel (zum Beispiel Tiefkühl-Gemüse, abgepackte Mischsalate)

Bekannt ist, dass sich Listerien in vakuumverpackten Lebensmitteln vermehren können. In Speisen, die wenig Feuchtigkeit, viel Salz und Konservierungsstoffe enthalten oder einen niedrigen pH-Wert haben („sauer sind“), ist eine Vermehrung nur verlangsamt oder kaum möglich.

Wie kann die Vermehrungen von Listerien verhindert werden?

Listerien vermehren sich bei Temperaturen zwischen -0,4 und 45°C. Das bedeutet, dass eine Vermehrung auch im Kühlschrank stattfinden kann. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Lebensmittel vor dem Verzehr ausreichend zu erhitzen (70°C für mindestens 2 Minuten).

Wie kann ich mich vor einer Listeriose schützen?

Den besten Schutz bietet der Verzicht auf bestimmte rohe Erzeugnisse (zum Beispiel Rohmilchkäse, Hackfleisch, kurz gereifte Rohwurst). Vom Tier stammende Lebensmittel müssen ausreichend lange, mindestens 2 Minuten bei 70°C, erhitzt werden. Vakuumverpackte und im Kühlschrank gelagerte Lebensmittel (insbesondere Räucherlachs) sollten so früh wie möglich, niemals jedoch nach Ablauf des angegebenen Verbrauchsdatum verzehrt werden. Weiterhin sollten die allgemeinen Hygieneregeln im Haushalt eingehalten werden.

Schwangere und Personen mit schweren Grunderkrankungen sollten auf den Verzehr folgender Lebensmitteln komplett verzichten:

  • Rohfleischerzeugnisse (wie Hackfleisch) und Rohwurst
  • roher Fisch sowie geräucherte und marinierte Fischerzeugnisse
  • vorgeschnittene verpackte Blattsalate
  • Rohmilchkäse

Wie wird eine Listeriose behandelt?

Die Behandlung ist abhängig von den Symptomen. Bei auftretendem Fieber und Muskelschmerzen sollte unbedingt ein Arzt hinzu gezogen werden.

Weitere Informationen:

  • LAVES: LAVES untersucht Lebensmittel auf das Vorkommen von Listerien/ Kaum Listerien in Käseproben
  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Listerien
  • Robert Koch Institut (RKI): Listeriose
  • Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV): Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdatum

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