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Haushaltspauschale und Lebenshaltungskosten: So rechnen die Banken

Wenn Sie einen Kredit aufnehmen wollen, wird zunächst Ihre Kreditwürdigkeit oder Bonität überprüft. Schließlich möchte die Bank natürlich wissen, ob Sie die Raten zuverlässig zurückzahlen können. Beim Kreditantrag müssen Sie deshalb in der Selbstauskunft Angaben zu Ihren Einnahmen und Ihrem Arbeitsverhältnis machen. Ein ausreichend hohes Einkommen und ein unbefristetes Arbeitsverhältnis sind Faktoren, die für eine gute Bonität sorgen.

Ebenfalls wichtig sind aber auch Ihre Ausgaben. Denn wenn Ihre Einnahmen fast vollständig von Ihren Lebensunterhaltskosten aufgebraucht werden, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass Sie langfristig genug Geld für die Kreditraten aufbringen können.

Die Bank führt also eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung durch, deren Ergebnis darüber entscheidet, ob Ihnen ein Kredit gewährt wird oder nicht. Es gibt nur wenige Möglichkeiten, bei einem nicht ausreichenden Ergebnis das Darlehen dennoch zu erhalten.

Die Banken verwenden bei der Berechnung eine Haushaltspauschale, weil viele Kreditnehmer ihre Kosten nicht genau angeben können oder aber zu niedrig einschätzen und später von den Kreditraten überfordert sind. Die Pauschalen werden von jeder Bank individuell festgelegt und können sich deshalb unterscheiden.

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Unterschied: Haushaltspauschale und Lebenshaltungskosten

Die Haushaltspauschale wird von Banken genutzt, um die finanziellen Möglichkeiten eines Antragstellers zu ermitteln, wenn dieser keine genauen Angaben zu Einnahmen und Ausgaben machen kann. Diese Berechnungen erfolgen nach individuellen Maßstäben des jeweiligen Kreditinstituts.

Für die Berechnung der Pauschale können zum Beispiel verschiedene Aspekte einberechnet werden. Während ein Kreditinstitut die PKW-Kosten in die Pauschale einrechnet, verzichtet ein anderer Kreditgeber darauf. Die Haushaltpauschale basiert somit auf einer Schätzung Ihrer Ausgaben, die mit Ihren tatsächlichen Einnahmen gegengerechnet wird.

Wenn das Statistische Bundesamt alle fünf Jahre die Lebenshaltungskosten in Form eines Verbraucherpreisindex ermittelt, wendet es dabei immer die gleichen Kriterien an. Im folgenden Abschnitt wird genauer auf die Berechnung der Lebenshaltungskosten eingegangen.

Haushaltspauschale vs. Lebenshaltungskosten über den VPI

Haushaltspauschale Verbraucherpreisindex
  • Individuelle Schätzungen und Berechnungen der Bank
  • Wird regelmäßig angepasst, keine transparenten Methoden
  • Wird bei der Kreditvergabe angewandt
  • Objektives und transparentes Verfahren des Statistischen Bundesamtes
  • Wird alle fünf Jahre erhoben
  • Regelmäßige Preisermittlungen
  • Fließt in die Berechnung zur Haushaltspauschale mit ein

Einteilung der Lebenshaltungskosten des Statistischen Bundesamtes

Das Statistische Bundesamt ermittelt die durchschnittlichen Lebenshaltungskosten im Abstand von fünf Jahren in Form des Verbraucherpreisindex (VPI) für Deutschland. Dieser Index gibt die Veränderung der Preise für Waren und Dienstleistungen an, die für den privaten Bedarf in Anspruch genommen werden.

Zur Ermittlung des (VPI) stellt das Statistische Bundesamt einen sogenannten „Warenkorb“ aus über 750 Gütern zusammen, die auf folgende Bereiche verteilt werden. Die Waren entsprechen den Gütern, die von Deutschen am meisten gekauft werden. Für den Verbraucherpreisindex werden die Preise für diese Produkte kontinuierlich erhoben.

Dabei handelt es sich meist um mehr als 300.000 Proben.

  • CC01 Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke
  • CC02 Alkoholische Getränke, Tabakwaren
  • CC03 Bekleidung und Schuhe
  • CC04 Wohnungsmiete, Wasser, Strom, Gas
  • CC05 Einrichtungsgegenstände für den Haushalt
  • CC06 Gesundheitspflege
  • CC07 Verkehr
  • CC08 Nachrichtenübermittlung
  • CC09 Freizeit, Unterhaltung und Kultur
  • CC10 Bildungswesen
  • CC11 Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen
  • CC12 andere Waren und Dienstleistungen

Jeder dieser Bereiche wird mit einem eigenen Code versehen. Die Preisermittlung kann anschließend verschiedenen Haushaltstypen zugeordnet werden, die nach Größe und Einkommen segmentiert werden.

Diese Kosten können allgemein zu den Lebenshaltungskosten gezählt werden

Dazu werden die Kosten gezählt, die jeder Haushalt regelmäßig aufwenden muss, um im Alltag zu leben. Im Warenkorb des Statistischen Bundesamts finden sich diese Kosten wieder.

  1. Verpflegung: Hierzu gehören Lebensmittel, Getränke und Tabakwaren
  2. Wohnkosten: Dieser Posten umfasst die monatliche Miete, aber auch Übernachtungskosten in Hotels oder anderen Unterkünften.
  3. Kleidung: Hier werden alle benötigen Kleidungsstücke berücksichtigt.
  4. Bildung und Ausbildung: Müssen Studiengebühren bezahlt werden oder Gebühren für Bibliotheken, zählen diese zu den Lebenshaltungskosten.
  5. Vergnügen: Eintritte in Kinos, zu Konzerten oder Geld, das auf dem Rummel ausgegeben wird, gehört zu diesen Kosten.
  6. Sport: Ausgaben für die Freizeit sind auch Mitgliedsbeiträge in Sportclubs oder Fitnessstudios.
  7. Reisen: Geld für Urlaube gehört ebenfalls zu den Lebenshaltungskosten.
  8. Fortbewegung: Alle Ausgaben für Autos, Monatskarten der ÖPNV oder Flugtickets werden zu den Lebenshaltungskosten gezählt.
  9. Hygiene und Körperpflege: Vom Deo über das Duschgel bis hin zum Parfum oder Klopapier zählen Drogerieartikel zu den Lebenshaltungskosten.
  10. Tierhaltung: Alle Kosten, die im Zusammenhang mit einem Haustier entstehen, werden zu den Lebenshaltungskosten gerechnet.

Versicherungen nicht berücksichtigt

Versicherungen wie die Krankenversicherung werden beim Warenkorb des Statistischen Bundesamtes nicht berücksichtigt.

Lebenshaltungskosten in Deutschland

Als Vergleich für den VPI dient hierfür immer ein Basisjahr. Aktuell ist das Jahr 2010 das Basisjahr für den VPI 2015. Die Lebenshaltungskosten für das Jahr 2016 werden über das Statistische Bundesamt nicht ermittelt. Der nächste Zeitpunkt zur Festsetzung des VPI ist 2020.

Der Verbraucherpreisindex hat den Lebenshaltungskostenindex im Jahr 2000 abgelöst.

Quelle

Gründe für die steigenden Lebenshaltungskosten

Die Lebenshaltungskosten in Deutschland sind seit 1991 kontinuierlich gestiegen. Die Ursachen für diese Steigerung sind vielfältig. So ist zum Beispiel Energie durch den Ausstieg aus dem Atomstrom deutlich teurer geworden. Ebenso passen sich die Lebenshaltungskosten den gestiegenen Löhnen an.

Einen wichtigen Posten stellen die Wohnungspreise dar. In manchen Städten wie Berlin oder München sind die Mietkosten in den letzten Jahren enorm angestiegen – eine Tendenz, die sich in gestiegenen Lebenshaltungskosten niederschlägt.

Durchschnittliche Lebenshaltungskosten in Deutschland

Laut Daten des Statistischen Bundesamts lagen die durchschnittlichen privaten Konsumausgaben je Haushalt in Deutschland 2016 bei 2.480 Euro pro Monat. Den höchsten Anteil hatte dabei der Bereich Wohnen mit 877 Euro (entspricht rund 35%). Für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren lagen die Konsumausgaben bei 342 Euro pro Monat.

Eine Auswertung verschiedener Erhebungen ergibt folgendes Bild von den Lebenshaltungskosten in Deutschland:

Haushaltstyp Einkommen Wohnen Mobilität Ernährung Freizeit
Doppel-Verdiener 3.539 – 4.709 Euro 960 Euro 662 Euro 507 Euro 471 Euro
Junges Paar 2.641 – 3.529 Euro 677 Euro 600 Euro 450 Euro 434 Euro
Alleinerziehende 1.148 – 1.410 Euro 574 Euro 178 Euro 268 Euro 178 Euro
Rentner bis 1.023 Euro 450 Euro 341 Euro 189 Euro k.A.

Datenquelle: Handelsblatt

Lebenshaltungskosten bundesweit

In Deutschland geben Verbraucher laut einer Erhebung in Dresden mit 1.394 Euro pro Monat am wenigsten für ihren Lebensunterhalt aus. Die höchsten Lebenshaltungskosten gibt es in München. Dort liegen sie bei 2.045 Euro. Im bundesweiten Mittel liegen die Lebenshaltungskosten bei knapp 1.600 Euro pro Monat.

Die Funktionsweise der Haushaltspauschale

Um zunächst zu ermitteln, ob Sie sich die geplanten Kreditraten leisten können, führt die Bank eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung durch. Dabei werden Ihre Ausgaben von den Einnahmen abgezogen und überprüft, ob die Differenz ausreicht, um die Raten zu begleichen.

Wenn ein Zwei-Personen-Haushalt Lebenshaltungskosten in Höhe von insgesamt 1.500 Euro hat und das Haushaltsnettoeinkommen 2.500 Euro beträgt, stehen theoretisch 1.000 Euro für die monatliche Rate zur Verfügung.

Was zählt für die Bank zu den Einnahmen?

Bei der Haushaltsrechnung werden als Einnahmen alle regelmäßigen Einkünfte des Haushalts berücksichtigt, also in erster Linie das Gehalt – beziehungsweise bei mehreren Verdienern die Summe der monatlichen Gehaltseingänge. Es wird jeweils das Nettogehalt verwendet, weil nur dieses tatsächlich zur Verwendung verfügbar ist.

Außerdem werden Kindergeld und Renten berücksichtigt, sowie regelmäßige Einkünfte, die Sie zum Beispiel durch Mieteinnahmen erzielen. Das Kindergeld kann allerdings auch wegfallen, wenn abzusehen ist, dass es nur noch für einen kurzen Zeitraum gezahlt wird, weil für die Kinder danach kein Anspruch mehr besteht. Das kann der Fall sein, weil die Volljährigkeit eintritt oder die Ausbildung beendet wird.

Für alle genannten Einnahmen müssen Sie Nachweise vorlegen, also zum Beispiel Gehaltsabrechnungen und Kindergeld- oder Rentenbescheide. Befristete Leistungen wie Elterngeld werden allerdings nicht berücksichtigt, da der Kredit meist über einen längeren Zeitraum läuft, als diese gewährt werden.

Bestandteile der Pauschale

Um die Haushaltspauschale zu berechnen, die für Sie gilt, benötigt die Bank in der Regel nur die Anzahl der Personen, die in Ihrem Haushalt leben. Die Banken und Sparkassen haben für die Haushaltspauschale eine Tabelle vorliegen, in der die Werte für die verschiedenen Haushaltsgrößen verzeichnet sind. Zu der Pauschale gehören Ausgaben für Lebensmittel, Kleidung, Versicherungen, Telefongebühren, Rundfunkbeiträge und ähnliches.

Die Miete gehört in der Regel nicht zur Haushaltspauschale, sondern wird in der Selbstauskunft gesondert angegeben. Bei Immobilienkrediten fällt sie häufig auch nicht an, da die Kreditnehmer dann in ihrem eigenen Haus leben. Auch die Kosten für einen Pkw werden meist zusätzlich berechnet, weil dieser nicht in jedem Haushalt vorhanden ist.

Da allerdings jedes Kreditinstitut selbst die Haushaltspauschale festsetzt, kann es vorkommen, dass bei einer Bank zum Beispiel die Pkw-Kosten in der Haushaltspauschale enthalten sind und bei einer anderen nicht darunter fallen, sondern gesondert abgefragt werden. Die Pauschale ist jedenfalls nur ein Bestandteil der monatlichen Ausgaben. Dementsprechend können sich die Ausgaben von zwei gleich großen Haushalten deutlich unterscheiden, wenn die Mieten unterschiedlich hoch sind und in dem einen Haushalt höhere zusätzliche Kosten vorliegen.

Höhe der Haushaltspauschale

Da die Lebenshaltungskosten sich regional unterscheiden, sind auch die Werte für die Haushaltspauschale bei den Kreditinstituten unterschiedlich hoch. Für einen Single-Haushalt sind Werte zwischen 600 und 800 Euro üblich, für jede weitere im Haushalt lebende Person werden meist 200 Euro addiert. Für eine vierköpfige Familie sind also mindestens 1.200 Euro an Lebenshaltungskosten erforderlich.

Es ist unerheblich, ob es sich bei den Personen um Kinder, Jugendliche oder Erwachsene handelt. Selbst für Säuglinge wird der volle Wert berechnet, da diese innerhalb der Kreditlaufzeit wachsen und damit auch die finanziellen Aufwendungen für sie steigen.

Abweichende Lebenshaltungskosten

Auch wenn Ihre tatsächlichen Lebenshaltungskosten niedriger sind als die von der Bank oder Sparkasse festgesetzte Haushaltspauschale, lässt sich der Wert nicht verändern. In der Regel können die Kreditinstitute keinen abweichenden Wert eintragen, weil die Haushaltspauschale bei der Berechnung bereits voreingestellt ist.

Wenn Ihre monatlichen Kosten dagegen höher sind, geben Sie diese in der Selbstauskunft an. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn in Ihrem Haushalt ein zweites Auto vorhanden ist oder Sie zu Unterhaltszahlungen verpflichtet sind.

Haushaltspauschale und ihre Rolle bei der Genehmigung eines Kredits

Die gewünschte Rate muss niedriger sein als das nach Abzug der Haushaltspauschale und sonstiger Ausgaben verbleibende Einkommen. Es gibt keinen allgemeingültigen Anteil, um den das Einkommen höher sollte die Kreditrate. Allerdings wird jedes Kreditinstitut eine möglichst große Differenz begrüßen, weil das Ausfallrisiko dann besonders gering ist.

Der ausreichende Haushaltsüberschuss ist aber nicht allein ausschlaggebend für die Bewilligung des Kredits. Zur Bonitätsprüfung gehört zum Beispiel auch die SCHUFA-Auskunft. Dabei lassen sich Banken von Auskunfteien wie der SCHUFA einen Überblick darüber geben, wie Sie sich in früheren Geldgeschäften verhalten haben. Wenn es in der Vergangenheit häufiger zu Zahlungsausfällen gekommen ist, sinkt auch bei einem ausreichenden Einkommen die Wahrscheinlichkeit, dass Sie den Kredit erhalten.

Kreditanfragen bei unterschiedlichen Instituten stellen

Da die Höhe der Haushaltspauschale beim Kredit sich zwischen den Banken unterscheidet, können Sie unter Umständen bei einer Bank ein Darlehen erhalten, nachdem Sie bei einer anderen mit denselben Einkommenswerten abgelehnt wurden. Dies gilt zumindest dann, wenn Sie die Anforderungen nur knapp nicht erfüllen. Es lohnt sich also, bei mehreren Instituten eine Kreditanfrage zu stellen.

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Was tun, wenn der Kredit abgelehnt wird?

Wenn Ihre Einnahmen nicht ausreichen, um die Haushaltspauschale zuzüglich Ihrer anderen Kosten zu decken und außerdem die Kreditraten zu bezahlen, wird es Ihnen kaum möglich sein, das Darlehen bewilligt zu bekommen. Schließlich muss die Bank in diesem Fall davon ausgehen, dass Sie nicht in der Lage sein werden, den Kredit abzubezahlen. Unter Umständen können Sie die Bank aber durch zusätzliche Sicherheiten wie eine Lebensversicherung oder einen Bürgen überzeugen.

Außerdem können Sie natürlich erneut einen Kreditantrag stellen, wenn sich die finanziellen Verhältnisse Ihres Haushalts geändert haben, zum Beispiel durch eine Gehaltserhöhung oder eine neue Arbeitsstelle des Ehepartners. Möglicherweise ist das Einkommen dann ausreichend, um die Haushaltspauschale plus sonstiger Kosten zu bezahlen und trotzdem noch genug Geld für die monatlichen Kreditraten zur Verfügung zu haben.

Lebenshaltungskosten Rechner 2020

Haushaltsrechner

Als Lebenshaltungskosten werden alle Aufwendungen bezeichnet, die ein Haushalt aufwenden muss, um das tägliche Leben zu bestreiten. Diese Kosten haben auch bei Darlehensverträgen (z. B. für eine Immobilienfinanzierung) große Bedeutung.

Die durchschnittlichen Kosten für den Lebensunterhalt werden regelmäßig vom Statistischen Bundesamt ermittelt.

Zu diesen Kosten zählen etwa Kosten für Unterkunft (z. B. Miete), Verpflegung, Bekleidung und Körperhygiene. Aber auch Aufwendungen in den Bereichen Bildung beziehungsweise Ausbildung, Tierhaltung, Reisen, Hobbys, Haltung von Fahrzeugen und sogar Kosten für Angestellte wie Dienstboten gehören zu den Lebenshaltungskosten.

Endlich nicht mehr zur Miete wohnen!

Inhaltsverzeichnis:

  1. Kosten in Deutschland
  2. Kosten pro Person
  3. Pauschale

Aktueller Hypothekenzinssatz

5 Jahre 10 Jahre 15 Jahre
-0.16% 0.1% 0.34%

Stand: 31.01.2020 – Quelle: Deutsche Bundesbank

Laut dem Statistischen Bundesamt hat im Jahre 2019 jeder deutsche Haushalt im Schnitt etwa 2.517 Euro pro Monat ausgegeben. Diese Summe bezieht sich auf einen Zweipersonenhaushalt. Aufgrund stetig steigender Preise für Energie und Konsumgüter steigt der monatlich benötigte Betrag immer weiter an.

Dabei sind vor allem in Großstädten wie München, Stuttgart, Hamburg oder Berlin die Kosten für die Lebenshaltung wesentlich höher, als in kleinen Städten oder ländlichen Gegenden.

Lebenshaltungskosten pro Person

Folgt man den Zahlen des Statistischen Bundesamtes, so hat jede Person durchschnittliche Kosten von etwa 1.240 Euro pro Monat. Die Lebenshaltungskosten für ein Kind lagen im Jahre 2014 zwischen 468 Euro und 584 Euro monatlich, je nach Familienkonstellation (z. B. Paar, Alleinerziehender).

Diese Zahlen spielen auch bei der Berechnung der maximalen Darlehenshöhe eine Rolle. Darlehensnehmer und Banken müssen die Lebenshaltungskosten bei der Beantragung eines Darlehens berücksichtigen. Da viele Antragsteller keine detaillierten Aufstellungen ihrer Lebenshaltungskosten für einen längeren Zeitraum vornehmen, arbeiten die Banken zumeist mit Pauschalbeträgen.

  • Auch für die Kosten einer Einzelperson ist von Bedeutung, wo sie lebt. Zwar halten sich die Kosten für Konsumgüter in Deutschland oft die Waage, dafür können beispielsweise die Mietkosten deutlich voneinander abweichen.

Lebenshaltungskosten Pauschale

In der Regel wird für die erste Person eines Haushaltes ein Betrag von maximal 700 Euro genommen, für jedes zusätzliche Mitglied des Haushaltes 200 Euro. Nimmt man an, eine Familie aus Vater, Mutter und 2 Kindern möchte ein Immobiliendarlehen aufnehmen, so legt die Bank eine Pauschale von 1.300 Euro als monatliche Kosten für Lebenshaltung zugrunde.

Für die Pauschale (von den Banken auch als Haushaltspauschale bezeichnet) bezüglich der Lebenshaltungskosten gilt:

  • sie wird aufgrund von Schätzungen von der Bank berechnet
  • die Bank passt sie an, aber ohne transparentes Verfahren
  • die Pauschale findet bei vielen Darlehensverträgen Anwendung

Eine andere Variante ist der vom Statistischen Bundesamt regelmäßig und transparent berechnete Verbraucherpreisindex. Er wird allerdings nur alle 5 Jahre ermittelt und fließt als ein Bestandteil in die haushaltspauschale der Banken mit ein.

Miete, Kinder, Urlaub

So viel müssen Familien verdienen, um in Deutschlands Großstädten leben zu können

Zwei Kinder in einer Großstadt aufziehen, ab und zu mal in Urlaub fahren und am besten noch für die Rente sparen – wer solche Ansprüche hat, muss ganz schön viel Geld verdienen. Unsere Grafik zeigt, welche Städte am teuersten sind.

Wer seine Kinder in München großziehen möchte, der sollte sich schon einmal nach einem gutverdienenden Ehepartner umsehen. Denn pro Jahr braucht eine vierköpfige Familie, wenn sie denn nicht knausern möchte, gut 65.000 Euro im Jahr. Das wiederum entspricht bei zwei Verdienern in der Familie einem Bruttoeinkommen von 113.700 Euro – na dann, Prost Mahlzeit.

So haben wir die Tabelle berechnet

Wir haben für unsere Tabelle die Budgets für die 24 größten Städte Deutschlands ausgerechnet. Dabei haben wir einige Annahmen getroffen, von denen ihr im Realfall natürlich durchaus deutlich abweichen könnt.

– Wohnung: Wir gehen davon aus, dass eine vierköpfige Familie auch Platz braucht. 100 Quadratmeter sollte die Wohnung umfassen. In unserem Rechenbeispiel sind die gemietet, nicht gekauft. Die Zahlen dazu sind die von Immobilienscout24 erfassten Durchschnittsmieten für die jeweilige Stadt.

– Alltägliche Ausgaben: Wer zu viert in einer Großstadt lebt, wird ein Auto brauchen, um die Kinder zur Schule, zu Freunden und Ausflügen zu bringen. Die Kinder selber bekommen von uns Monatstickets für Bus und Bahn. Essen in Restaurants gibt es nur selten, dafür betrieben zumindest die Eltern Sport und einmal die Woche gibt es einen kleinen Familienausflug – zum Beispiel ins Kino. Zudem ist eine Woche günstiger Urlaub im Jahr eingeplant. Um ein bisschen Geld zu sparen, sind alle Nichtraucher. Die Summe für diese Ausgaben nehmen wir von der Vergleichswebseite Numbeo.com.

– Sparen: Zehn Prozent seines Nettoeinkommens sollte ein kluger Sparer zurücklegen. Entweder nutzt ihr das Geld für eure Altersvorsorge oder für größere Anschaffungen in der Zukunft – was auch immer.

Die größten Städte sind auch die teuersten

Wenig verwunderlich ist das benötigte Budget in Deutschlands größten Städten auch am höchsten. Zwar ist hinter München erst einmal eine große Lücke, doch auch in Frankfurt (89.000 Euro) und Hamburg (81.000 Euro) sind extrem hohe Bruttoeinkommen beider Elternteile erforderlich.

Die Bankenmetropole zieht zudem noch ihre nahe Landeshauptstadt Wiesbaden nach oben. Zwar lebt es sich hier etwas günstiger, mit einem geforderten Jahresbrutto von 79.000 Euro landet Wiesbaden aber insgesamt noch auf dem 4. Platz.

Dahinter schieben sich die weitaus luxuriöseren Landeshauptstädte Stuttgart und Düsseldorf. Letztere verlangt zwar nur die zehnthöchste Miete in Deutschland, dafür sind die Lebenshaltungskosten für eine Familie aber die zweithöchsten im Lande.

Welche Städte sich normale Familien noch leisten können

100.000 Euro Jahresbrutto sind für eine Familie schon außerordentlich viel. Das Median-Einkommen für eine vierköpfige Familie liegt laut Statistischem Bundesamt aktuell bei rund 40.000 Euro netto im Jahr. Brutto sind dafür etwa 62.500 Euro erforderlich.

Dieses mittlere Einkommen reicht aber gerade einmal in fünf der 24 von uns untersuchten Städte für das oben genannte Beispielleben. Mit Dortmund, Bochum, Duisburg und Wuppertal liegen gleich vier dieser fünf in Nordrhein-Westfalen in oder am Rande des Ruhrgebietes.

Wer hier lebt, profitiert von den niedrigsten Mieten unter Deutschlands größten Städten. Außerdem sind Duisburg und Wuppertal neben Bremen die einzigen untersuchten Orte, in denen weniger als 2.000 Euro für den Lebensunterhalt pro Monat nötig sind.

Zwischen die NRW-Städte schiebt sich noch Leipzig. Sachsens größte Stadt ist im Aufschwung, lockt aber noch mit vergleichsweise niedrigen Mieten. Den Quadratmeter gibt es hier für unter sieben Euro im Schnitt. 2.040 für den Lebensunterhalt für vier Köpfe der fünftniedrigste Wert im Feld der 24 Städte.

Was ihr bei all den Zahlen bedenken müsst

Die von uns errechneten Zahlen solltet ihr natürlich mit Vorsicht genießen. Die genauen Summen hängen stark davon ab, wo und wie genau ihr lebt. Für wen etwa schon 80 Quadratmeter reichen, der spart im Jahr erheblich. Fahrt ihr ein großes Auto, raucht Kette oder geht es dreimal pro Jahr in Urlaub, steigen die Kosten wiederum deutlich.

So eignet sich die Tabelle als eine gute Übersicht und Einordnung, welche Städte in Deutschland wie teuer sind.

Von Christoph Sackmann

Singles in München leben deutlich teurer als Paare

Das Leben als Single ist verdammt teuer – viel teurer als das vieler Paare! Ein Single muss im Monat 600 bis 650 Euro netto an Lebenshaltungskosten berappen, Ehepaare im Schnitt je Partner nur 400 Euro.

Aber nicht nur das ständige Weggehen und die sicherlich teuren Club- und Barbesuche sind ursächlich, sondern vielmehr die Lebenshaltungskosten die ein Single alleine zu stemmen hat. Weniger brauchen, aber überproportional mehr dafür hinblättern müssen – dieses Los trifft Singles auch bei Strom und Gas. Wie eine Analyse des Online-Vergleichsportals Verivox ergab fällt etwa die Stromrechnung von Singles zwar niedriger aus als bei Wohn- oder Lebensgemeinschaften, die deutlich mehr Saft aus der Steckdose zapfen. Aber im Vergleich zahlen Haushalte mit niedrigem Verbrauch bis zu 22 Prozent mehr für die Kilowattstunde (kWh).

Singles in München wohnen kleiner und teurer

Singles wohnen gerade mal auf bis zu 40 Quadratmetern und müssen sämtliche Ausgaben aber ganz allein bestreiten. Das kann richtig ins Geld gehen, vor allem für Singles in München, da dieser Ballungsraum sicherlich der teuerste in Deutschland ist. „Je kleiner das Appartement, desto teurer der Quadratmeterpreis“, sagt Barbara Schmid vom Online-Portal Immowelt in einem aktuellen Artikel der Zeitung Welt.

Die meisten Wohn- oder Lebensgemeinschaften teilen sich die Miet- und Nebenkosten, wie Schmid erläutert. In München mussten Singles im Jahr 2011 gut 14 Euro pro Quadratmeter an Miete ausgeben – wer also in München mit jemandem zusammenzieht kann seine Wohnkosten kumuliert um bis zu 45% minimieren und gleichzeitig sich auf größerem Wohnraum ausbreiten.

Lebensmittel Einkaufen kostet Singles mehr Geld

Fertigpizzen und Vakuumverpackte Gerichte kosten sicherlich mehr, aber auch auch Singles die ihre Mahlzeiten zubereiten haben meist deutlich mehr an den Preisen zu knabbern als Großverbraucher – denn sie kaufen einfach kleinere Mengen, und diese sind einfach spürbar teurer – über die gesamte Bandbreite des Supermarkt-Sortiments kann dies festgestellt werden – sobald ein Single ein Produkt in einer kleineren Verpackungseinheit kauft, bezahlt er im Schnitt mehr!

Single Urlaub oftmals bis zu 40% teurer

Urlaubsschnäppchen für Singles sucht man meistens vergebens: Wer ein Einzelzimmer braucht muss meistens ein Doppelzimmer buchen oder einen Zuschlag zum verglichenen Doppelzimmerpreis von bis zu 40 Prozent zahlen.

Ein Paar bezahlt Für eine Woche Pauschalreise an die türkische Riviera beispielsweise 804 Euro pro Person während ein Single für die gleiche Reise 1072 Euro, also über 30 Prozent mehr bezahlen muss.

Auch das Finanzamt benachteiligt Singles

Im Vergleich zu Verheirateten mit Ehegatten-Splitting und doppelten Freibeträgen ist der Single klar im Nachteil. Bei einem zu versteuernden Jahresverdienst von 36.000 Euro kassiert der Staat vom Single in Steuerklasse eins 7599 Euro Einkommensteuer plus 417,95 Euro Solidaritätszuschlag – während bei einem verheirateten Paar mit einem gemeinsamen Jahresverdienst von 36.000 Euro, die Steuerlast dagegen bei 4.342 Euro plus 231,81 Euro Solidaritätszuschlag liegt. Meist verdienen aber beide Partner deutlich mehr wie ein Single…

Weggehen, Flirten und Daten geht ins Geld

Während Paare oftmals den heimischen Herd und die Couch dem nächtlichen Trubel in Clubs und Bars vorziehen, treibt es Singles oftmals förmlich in diese Lokale auch aber nicht nur um vielleicht hier den Partner zu suchen. Gerade dieses Weggehen geht aber ins Geld. Selten kostet so ein Abend unter 100 Euro, zumindest für Singles in München oder Kitzbühel – und da ist ein gewisser Teufelskreis zu erkennen. Natürlich könnte man auch als Single zuhause bleiben, aber dann wird ein Single nie jemanden kennenlernen, also muss er weggehen, und geht er weg kostet dies Geld, Geld das er in einer Partnerschaft nicht auszugeben bräuchte…

Lebenshaltungskosten: Singles leben deutlich teurer als Paare

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Millionen Alleinstehende scheinen auf den ersten Blick eher auf der finanziellen Sonnenseite zu leben: Ihr Einkommen haben sie meist ganz für sich. Sie sind frei in der Entscheidung, wie viel Geld sie ausgeben und vor allem wofür – ohne nervige Diskussionen, worum viele Paare und Familien sie beneiden. Wer genau hinguckt, merkt aber schnell: Es ist ausgerechnet das Single-Dasein, das verflixt teuer ist.

Vergeben Banken Baukredite, gehen sie davon aus, dass Alleinstehende im Schnitt Lebenshaltungskosten von etwa 600 bis 650 Euro netto im Monat zu schultern haben. Ehepaare – wohlgemerkt zu zweit – kommen demnach schon mit etwa 800 Euro aus, die Ausgaben für ein Kind sind mit circa 200 Euro veranschlagt. Tatsache ist: Alleinlebende werden in vielen Bereichen kräftiger zur Kasse gebeten als Lebensgemeinschaften, auch vom Staat. Einige Beispiele:

Nach Erhebungen des Statistischen Bundesamts leben zwei Bundesbürger auf durchschnittlich 90 Quadratmetern. Die meisten Wohn- oder Lebensgemeinschaften teilen sich die Miet- und Nebenkosten, wie Barbara Schmid vom Online-Portal Immowelt erläutert.

Zu zweit kann die Mietbelastung um bis zu 32% reduziert werden

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Singles wohnen dagegen gerade mal auf bis zu 40 Quadratmetern, müssen sämtliche Ausgaben aber ganz allein bestreiten. Das kann richtig ins Geld gehen, vor allem in Ballungsräumen. „Je kleiner das Appartement, desto teurer der Quadratmeterpreis“, sagt Schmid.

In München mussten Alleinlebende im Jahr 2011 gut 14 Euro pro Quadratmeter ausgeben, in Freiburg und Frankfurt am Main zwischen 11,40 und 12,80 Euro, in Karlsruhe 7,80 Euro. Wer mit jemandem zusammenzieht, könne allein in Karlsruhe seine Wohnkosten um stolze 32 Prozent reduzieren, sagt Schmid.

Weniger brauchen, aber überproportional mehr dafür hinblättern müssen – dieses Los trifft Singles auch bei Strom und Gas. In Euro und Cent fällt etwa die Stromrechnung von Alleinlebenden zwar niedriger aus als bei Kunden, die deutlich mehr Saft aus der Steckdose zapfen. Aber im Vergleich zahlen Haushalte mit niedrigem Verbrauch bis zu 22 Prozent mehr für die Kilowattstunde (kWh), wie eine Analyse des Online-Vergleichsportals Verivox ergab.

Lebenshaltungskosten: Kleine Packung, großer Preis

Mehr Miniverpackungen – Konzerne reagieren auf wachsende Nachfrage durch Singles

Miniverpackungen verbreiten sich immer mehr. Lebensmittelkonzerne reagieren damit auf die steigende Nachfrage durch Singles und Senioren. Für diese sind die bisherigen Größen zu überdimensioniert.

Quelle: WELT/Mick Locher

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Das liegt daran, dass der Strompreis aus dem Fixposten Grundgebühr und dem Arbeitspreis pro kWh besteht, also dem tatsächlichen Verbrauch. Pech für Singles: Die feste Grundgebühr fällt umso mehr ins Gewicht, je weniger Kilowattstunden verbraucht werden, wie Hans Weinreuter von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz erläutert. Ähnlich kann es auch beim Gas aussehen.

Kein Pardon gibt es auch beim Gang in den Supermarkt: Auch Singles ohne Hang zu Fertigessen oder Vakuumverpacktem haben meist deutlich mehr an den Preisen zu knabbern als Großverbraucher, wie die Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern, Daniela Krehl, berichtet.

Ihre Erfahrung: „Kleinere Gebinde, die nicht so schnell verderben, sind so gut wie immer spürbar teurer.“ Das fängt bei Schokoriegel-Happen, Backwaren, Keksen, Joghurt, Marmelade und Mini-Käse-Laibchen an und hört bei Piccolo-Sekt auf. Ein Liter Frischmilch ist etwa für 1,09 Euro zu haben, die halbe Menge kostet aber gut und gern 69 Cent. Anders sieht es bei loser Ware aus. Gemüse, Obst, Wurst oder Fleisch nach Kilopreis kostet weniger.

Wer als Single reist, zahlt doppelt

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Und auch im Urlaub gibt es keine Erholung – von wegen Urlaubsschnäppchen für Alleinreisende: Wer ein Einzelzimmer braucht, muss meist bis zu 40 Prozent Zuschlag und mehr zahlen.

Für eine Woche TUI-Pauschalreise an die türkische Riviera bei Antalya muss ein Paar beispielsweise 804 Euro pro Person hinblättern. Der Alleinstehende zahlt für die gleiche Leistung 1072 Euro, also über 30 Prozent mehr.

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Manche Hotels verlangen sogar das Doppelte für die Einzelzimmerbelegung. Singles, die gern auf Kreuzfahrt gehen, müssen in jedem Fall richtig viel Geld locker machen. Bis auf wenige Ausnahmen sei in der „Kreuzfahrtbranche ein Aufschlag zwischen 70 und 90 Prozent für eine Einzelkabine üblich“, erläutert der Direktor des Münchner Anbieters FTI-Cruises, Thomas Kusch.

Steuern: Auch der Fiskus kennt kein Erbarmen

So viel zahlen Deutsche im internationalen Vergleich

Fast die Hälfte des Arbeitseinkommens geht in Deutschland für Steuern und Sozialabgaben drauf. Das der zweithöchste Wert aller OECD-Staaten. Kinderlose Single trifft es besonders hart.

Quelle: N24/Michael Wüllenweber

Nicht zuletzt der Staat bittet Millionen Alleinstehende mehr zur Kasse im Vergleich zu Verheirateten bei ähnlich hohem Einkommen. „Wer das Ehegatten-Splitting und die doppelten Freibeträge nutzen kann, ist einfach klar im Vorteil“, erläutert Martina Bruse vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL).

Bei einem zu versteuernden Jahresverdienst von 36.000 Euro kassiert der Fiskus vom Single in Steuerklasse eins 7599 Euro Einkommensteuer plus 417,95 Euro Solidaritätszuschlag.

Bei einem verheirateten Paar mit zusammen 36.000 Euro, liegt die Steuerlast dagegen bei 4.342 Euro plus 231,81 Euro Solidaritätszuschlag. Bruse aber warnt: „Allein wegen der Steuer heiraten, ist aber auch keine Lösung.“

Städtevergleich:

Wohnen, Leben, Kinderbetreuung – Wie Stuttgart bei den Lebenshaltungskosten abschneidet

Das Verbraucherforum mydealz.de hat die Lebensbedingungen in den 16 Landeshauptstädten und acht weiteren größten Städten Deutschlands verglichen. Wie Stuttgart abschneidet? Alle Ergebnisse im Überblick

Das Ergebnis zeigt: Mieter leben in Berlin besonders günstig. Für Eigentümer ist die Hauptstadt aber vergleichsweise teuer. Wer in seiner eigenen Immobilie wohnt, ist andernorts besser aufgehoben: als Single in Münster, als Familie in Dortmund und Magdeburg. Auch sonst zeigten sich bei der Studie große Unterschiede: Von Stadt zu Stadt schwankten die mittleren Einkommen von Alleinverdienern der Steuerklasse 1 nicht nur um 829 Euro (52,3 Prozent). Auch die Kosten für den gleichen Lebensstil unterschieden sich drastisch, nämlich um 501 Euro (76,5 Prozent). Singles in Stuttgart haben nach Abzug aller Kosten so 658 Euro mehr in der Tasche als alleinstehende Potsdamer. Und das Monat für Monat. Bei Familien sieht es ähnlich aus. Doch woran liegt das genau? Eine Spurensuche.

Im Südwesten sind die Gehälter 50 Prozent höher als im Osten und im Ruhrgebiet

2.414 Euro beträgt das mittlere Netto-Monatseinkommen eines Singles in Frankfurt am Main. 1.585 Euro netto verdient ein Alleinstehender in Gelsenkirchen. Geografisch liegen zwischen beiden Städten nur 191 Kilometer Luftlinie. Finanziell trennen sie jedoch Welten. In keiner der 24 größten Städte ist das Mittlere Einkommen höher als in Frankfurt, in keiner Stadt geringer als in Gelsenkirchen. Auf den ersten Blick bestätigt der Vergleich das Bild vom reichen Südwesten und armen Rest der Republik.

Und tatsächlich verfestigt sich der Eindruck auch bei genauerem Hinsehen: Für Singles der Steuerklasse 1, verheiratete Alleinverdiener mit zwei Kindern der Steuerklasse 3 und Familien mit zwei Kindern, in denen ein Ehepartner in Steuerklasse 3 ganztags und ein Ehepartner in Steuerklasse 5 halbtags arbeitet, hat mydealz das mittlere Einkommen verglichen. Frankfurt, Stuttgart, München und Düsseldorf führen die Gehaltsrankings für alle drei Personas an. Leipzig, Schwerin, Halle (Saale) und Gelsenkirchen bilden die Schlusslichter. Bei Singles klaffen die Mittleren Einkommen zwischen Frankfurt (2.414 Euro) und Gelsenkirchen (1.585 Euro) um 829 Euro (52,3 Prozent) auseinander. Bei Familien mit einem Verdiener liegt Frankfurt (2.829 Euro) um 935 Euro (49,4 Prozent) vor Gelsenkirchen (1.894 Euro). Und bei Familien mit zwei Einkommen unterscheiden sich die Gehälter um 49,8 Prozent: Familien, bei denen beide Elternteile berufstätig sind, verfügen in Gelsenkirchen über ein mittleres Einkommen von 2.665 Euro, in Frankfurt über ein mittleres Einkommen von 3.962 Euro.

Lebt es sich im Südwesten Deutschlands also besser als im Ruhrgebiet oder in den nicht mehr ganz so neuen Bundesländern? Pauschal lässt sich die Frage kaum beantworten. Aus zwei Gründen: Das von den Statistischen Landesämtern ermittelte Mittlere oder Medianeinkommen ist ein reichlich theoretisches Konstrukt: Bei ihm handelt es sich um das exakte rechnerische Mittelmaß, von dem aus die Zahl der Haushalte mit niedrigeren Einkommen gleich groß ist wie die Zahl der Haushalte mit höheren Einkommen. In Frankfurt wird also kaum ein Single genau 2.414 Euro netto verdienen. Zudem unterscheiden sich die Lebenshaltungskosten von Stadt zu Stadt stark. Ein hohes Gehalt bedeutet nicht grundsätzlich, dass Frankfurter am Ende des Monats mehr in der Tasche haben als Berliner.

Fürs „Dach über’m Kopf“ zahlen Singles im Schnitt 30,1 und Familien 58,5 Prozent ihres Gehalts

Die Wohnkosten sind bei Singles und Familien der mit Abstand größte Kostenblock. Für die Warmmiete einer 50 m2 großen Wohnung zahlen Singles in den 24 Städten – den durchschnittlichen Quadratmeterpreisen und Grundtarifen zufolge – 638 Euro oder 32,0 Prozent ihres Monatseinkommens. Für ein 120 m2 großes Haus müssen Familien in den 24 Städten monatlich durchschnittlich 1.615 Euro aufbringen. Das entspricht bei Familien mit einem Gehalt 69,6 Prozent, bei Familien mit zwei Gehältern immerhin noch 49,7 Prozent des Monatseinkommens. Je nach Stadt unterscheiden sich die Wohnkosten allerdings stark.

Singles wohnen in Berlin und Gelsenkirchen am günstigsten zur Miete. 320 Euro Kaltmiete müssen Mieter in Berlin, zumindest laut Mietspiegel, für eine 50 m2 große Wohnung aufbringen. Hinzu kommen 109 Euro Wohnnebenkosten. Für 429 Euro, 22,7 Prozent des Haushaltsnettos, können Singles in Berlin also eine Wohnung mieten. In Gelsenkirchen werden warm sogar nur 390 Euro fällig. Dies entspricht angesichts des niedrigen Einkommens jedoch 24,6 Prozent des Monatsnettos. Deutlich teurer wohnt es sich in Hamburg und Potsdam: 879 Euro, 41,2 Prozent ihres Einkommens, müssen Singles in Hamburg für eine 50 m2 große Wohnung ausgeben. In Potsdam ist die Warmmiete einer gleich großen Wohnung mit 791 Euro deutlich günstiger, fällt angesichts des niedrigeren Medianeinkommens aber mit 45,2 Prozent besonders stark ins Gewicht.

Ähnlich stark unterscheiden sich auch die Mietkosten, die Familien stemmen müssen: Für die Warmmiete eines 120 m2 großen Hauses müssen Familien mit einem Einkommen in Potsdam (97,7 Prozent des Einkommens, 1.984 Euro), Hamburg (86,9 Prozent, 2.163 Euro) und München (81,6 Prozent, 2.215 Euro) Großteile ihres Monatsnettos aufbringen. In Saarbrücken (56,9 Prozent, 1.311 Euro), Gelsenkirchen (53,5 Prozent, 1.013 Euro) und Berlin (49,4 Prozent, 1.089 Euro) wohnen sie vergleichsweise günstig. Auch hier übersteigen die Aufwendungen für die Miete aber bei weitem die Marke von 30 Prozent, zu der Experten als Obergrenze raten.

Das Gleiche gilt für Familien mit zwei Einkommen. Einzig in Berlin (34,9 Prozent, 1.089 Euro) und Gelsenkirchen (39,2 Prozent, 1.037 Euro) hält sich die Miete für ein 120 m2 großes Haus annähernd im Rahmen. In den übrigen 22 Städten beträgt die Miete mit 1.680 Euro hingegen 50,7 Prozent des Einkommens. Den Spitzenwert erreicht Potsdam: Für die 2.076 Euro teure Warmmiete eines 120 m2 großen Hauses müssten Familien in Potsdam 71,7 Prozent ihres Nettos ausgeben. Wer finanziell über die Runde kommen möchte, ist so gut beraten, sich zu verkleinern oder in günstigere Gegenden zu ziehen.

Auch der Kauf einer Immobilie kann helfen, Wohnkosten zu senken. Der Kaufpreis für eine 50 m2 große Wohnung beträgt in den 24 Städten 201.032 Euro, der Kaufpreis für ein 120 m2 großes Haus 489.491 Euro. Die für die Studie konfigurierten Singles verfügten über 75.000 Euro, die konfigurierten Familien über 100.000 Euro Eigenkapital. Zahlen sie den nötigen Immobilienkredit mit einem anfänglichen Sollzins von zwei Prozent über zehn Jahre ab, müssen Singles inklusive Wohnnebenkosten monatlich im Mittel 578 Euro für ihre selbstbewohnte Eigentumswohnung, Familien 1.600 Euro für ihr selbstbezahltes Haus aufbringen. Singles mit dem nötigen Kleingeld stellen sich als Eigentümer so deutlich besser: Statt 32,0 Prozent für die Miete einer 50 m2 Wohnung müssen sie als Eigentümer, inklusive des Kredits, nur 28,1 Prozent ihres Monatsnettos fürs Wohnen zahlen. Für Familien bedeutet Eigentum allerdings in der Regel nur eine kleine Verbesserung: Statt 69,6 Prozent ihres Einkommens für die Miete müssen Familien mit einem Gehalt 66,8 Prozent ihres Einkommens für den Kredit und den Unterhalt ihres Eigenheims aufbringen. Familien mit zwei Gehältern müssen fürs Wohnen im Eigenheim statt 49,7 nur 47,8 Prozent aufbringen.

Von Stadt zu Stadt unterscheiden sich die Kosten fürs Wohnen im Eigenheim aber extrem. Singles mit Eigentumswohnung müssen in Münster (15,6 Prozent, 319 Euro), Kiel (16,4 Prozent, 319 Euro), Bremen (17,2 Prozent, 330 Euro) und Dortmund (17,4 Prozent, 300 Euro) nur ein Sechstel ihres Einkommens zur Deckung der Wohnkosten aufbringen. Familien mit einem Einkommen können als Eigentümer in Gelsenkirchen (36,4 Prozent, 689 Euro) und Magdeburg (36,6 Prozent, 735 Euro) relativ günstig wohnen. Für Familien mit zwei Einkommen und dem nötigen Eigenkapital lohnt es sich zusätzlich, über einen Hauskauf in Dortmund (28,3 Prozent, 812 Euro), Halle (29,5 Prozent, 820 Euro), Bremen (29,8 Prozent, 943 Euro), Münster (31,3 Prozent, 1.039 Euro) und Kiel (34,8 Prozent, 1.113 Euro) nachzudenken.

Am anderen Ende der Preisskala bewegen sich Städte im Südwesten der Republik. In Städten wie Stuttgart (7.186 Euro), Frankfurt (7.543 Euro) und – mit großem Abstand – München (9.162 Euro) kennt der Markt Kaufpreise pro Quadratmeter, die Familien, aber auch Singles mit Medianeinkommen Schweißperlen auf die Stirn treiben. In München kosten eine 50 m2 kleine Wohnung beispielsweise 499.669 Euro, ein 120 m2 großes Haus sogar 1,19 Millionen Euro. Singles müssten hier 62,7 Prozent ihres Monatsnettos zum Wohnen aufbringen, Familien 143,7 beziehungsweise 104,4 Prozent. Teurer sind Immobilien in keiner anderen Stadt.

Die Kaltmieten schwanken zwischen 5,96 und 15,94 Euro pro Quadratmeter

Entsprechend stark unterscheiden sich auch die Kaltmieten. Durchschnittlich 532,88 Euro und damit 26,6 Prozent ihres Monatsnettos müssen Singles in den 24 Städten für die Miete einer 50 m2 großen Wohnung ausgeben. Für die Kaltmiete eines 120 m2 großen Hauses müssen Familien in den 24 Städten monatlich im Mittel 1.279 Euro aufbringen, 54,9 Prozent beziehungsweise, bei Familien mit zwei Einkommen, 38,7 Prozent ihres Monatsnettos. Mit hohen Kaltmieten sehen sich Mieter vor allem in München (15,94 Euro/m2), Hamburg (15,79 Euro/m2) und Frankfurt (14,30 Euro/m2) konfrontiert. Schwerin (6,51 Euro/m2), Berlin (6,40 Euro/m2) und Gelsenkirchen (5,96 Euro/m2) bewegen sich hingegen am unteren Ende der Preisskala. Für die Kaltmiete einer 50 m2 großen Wohnung müssen Singles in München mit 797 Euro so 34,3 Prozent ihres Monatsnettos ausgeben. In Gelsenkirchen zahlen Singles für eine gleichgroße Wohnung hingegen nur 298 Euro – 18,8 Prozent ihres Einkommens.

Ähnlich sieht es bei Häusern aus: Berlin ist hier mit einer durchschnittlichen Kaltmiete von 768 Euro für 120 m2 und einer monatlichen Belastung von 34,9 Prozent beziehungsweise 24,6 Prozent des Familieneinkommens besonders günstig. München (1.912 Euro) ist in absoluten Zahlen, Potsdam in relativen Zahlen die teuerste Stadt. Familien müssen in Potsdam für ein Haus „kalt“ zwar nur 1.612 Euro zahlen. Dies entspricht angesichts der niedrigen Löhne aber satten 79,4 Prozent beziehungsweise 55,7 Prozent ihres Einkommens. In München ist die Kaltmiete eines 120 m2 großen Hauses mit 1.913 Euro am teuersten. Wegen des hohen Medianeinkommens müssen Familien aber „nur“ 70,5 Prozent beziehungsweise 50,3 Prozent ihres Monatsnettos für die Miete aufbringen.

Singles müssen 5,8 Prozent ihres Gehalts für Wohnnebenkosten aufbringen, Familien 11,9 Prozent

Zusätzlich zu den Kaufpreisen und Kaltmieten unterscheiden sich auch die Wohnnebenkosten von Stadt zu Stadt deutlich. Singles müssen für Strom, Wasser, Straßenreinigung und Müllabfuhr monatlich 113 Euro ausgeben, 5,8 Prozent ihres Einkommens. Familien mit zwei kleinen Kindern und entsprechend höherem Verbrauch müssen monatlich 287 Euro aufbringen, 12,6 Prozent beziehungsweise 11,1 Prozent ihres Nettos.

Um die Kosten besser vergleichen zu können, hat das mydealz-Team immer die Grundtarife der jeweiligen Versorger berücksichtigt und ist vom immer gleichen Verbrauch ausgegangen.8 Der für die Studie konfigurierte Single benötigt so beispielsweise einen 60 Liter großen Mülleimer und verbraucht 3.990 Liter Wasser, 417 Kilowattstunden Gas und 125 Kilowattstunden Strom pro Monat. Die für die Studie konfigurierte vierköpfige Familie benötigt einen 240 Liter großen Mülleimer und verbraucht 1.667 Kilowattstunden Gas sowie 350 Kilowattstunden Strom pro Monat.

Folgt man diesen Zahlen, so ergeben sich von Stadt zu Stadt große Unterschiede. Besonders hoch sind die Wohnnebenkosten in Saarbrücken mit 157,52 Euro für Singles und 370,16 Euro für Familien. Besonders niedrig fallen sie in Bremen aus. Mit 78,96 Euro zahlen Singles mit dem gleichen Verbrauch hier nur halb so viel wie in Saarbrücken. Familien zahlen nur 207,42 Euro, sparen also immerhin 162,74 Euro. München (111,82 bzw. 262,71 Euro) und Frankfurt (110,83 Euro bzw. 285,01 Euro) liegen bei den Wohnnebenkosten im Mittelfeld, Berlin (123,73 bzw. 294,33 Euro) ist vergleichsweise teuer.

Den größten Teil ihres monatlichen Nettos müssen Singles in Saarbrücken (8,6 Prozent) für die Wohnnebenkosten berappen, den geringsten Teil in Stuttgart. Wohnnebenkosten machen am Neckar mit 103,89 Euro lediglich 4,4 Prozent vom Netto aus. Für Familien ist München besonders günstig: Sie geben hier mit 311,38 Euro nur 11,5 Prozent beziehungsweise 8,2 Prozent ihres Haushaltsnettos für Wohnebenkosten aus. Besonders stark fallen die Wohnnebenkosten hingegen für Familien in Potsdam mit 22,8 Prozent beziehungsweise glatten 16 Prozent ins Gewicht.

In allen Städten sind Wärme und Energie noch vor Wasser die größten Kostenfaktoren. Singles zahlen monatlich im Mittel 41,52 Euro für Strom, der damit einen Anteil von 34,4 Prozent an den Wohnnebenkosten hat. Gas trägt mit 31,68 Euro weitere 26,2 Prozent zu den Kosten bei. Für Trink- und Abwasser zahlen Singles 23,68 Euro (19,6 Prozent der Wohnnebenkosten). Müllabfuhr (13,69 Euro, 11,3 Prozent) und Straßenreinigung (2,47 Euro, 2,1 Prozent) fallen hingegen kaum ins Gewicht. Bei Familien sieht die Kostenstruktur ähnlich aus: Auch hier sind Strom (101,89 Euro, 29,2 Prozent), Gas (101,60 Euro, 29,1 Prozent) und Wasser (70,56 Euro, 20,2 Prozent) die wesentlichen Kostentreiber. Für die Müllabfuhr werden monatlich im Mittel 40,58 Euro und damit 11,6 Prozent der Wohnnebenkosten fällig, für die Straßenreinigung 3,53 Euro und damit ein Prozent der Kosten.

Familien geben gut ein Zehntel ihres Einkommens für die Kinderbetreuung aus

Die Kinderbetreuung bildet bei vielen Familien nach den Wohnkosten den zweitgrößten Kostenblock. Durchschnittlich 178,57 Euro muss die von mydealz beispielhaft konfigurierte Familie mit einem Kind unter und einem Kind über drei Jahren für die Halbtagsbetreuung und 295,51 Euro für die Ganztagsbetreuung ausgeben. Bei Familien mit einem Einkommen entspricht dies im Mittel 7,8 Prozent für die Halbtags- und 12,8 Prozent für die Ganztagsbetreuung. Bei Familien mit zwei Gehältern fällt die Kinderbetreuung mit durchschnittlich 5,5 beziehungsweise 9,0 Prozent ins Gewicht. Alle Kommunen bieten Eltern jedoch an, sich individuell einstufen zu lassen und sehen Härtefallregelungen vor. Die tatsächlichen Betreuungskosten können so abweichen.

Die einzelnen Städte verfolgen unterschiedliche Gebührenmodelle. Die Stadt Hamburg berechnet beispielsweise keine Gebühren für die Halbtagsbetreuung. In Wiesbaden und Düsseldorf wird für die Halbtagsbetreuung monatlich lediglich ein kleinerer Betrag für die Verpflegung von 20 beziehungsweise 30 Euro fällig. Am oberen Ende der Kostenskala bewegen sich Stuttgart (378 Euro), Erfurt (375 Euro) und München (357 Euro). In allen drei Städten werden schon für die Halbtagsbetreuung von zwei Kindern mehr als 300 Euro fällig. In Stuttgart und München müssen Familien mit zwei Einkommen so 9,7 beziehungsweise 9,4 Prozent für die Betreuung aufbringen und Familien mit einem Einkommen 13,6 Prozent beziehungsweise 13,2 Prozent. Härter trifft es Familien in Erfurt: Familien mit nur einem Medianeinkommen müssen stolze 18,7 Prozent ihres Nettos für die Halbtagsbetreuung zahlen, Familien mit zwei Einkommen immerhin noch 13,1 Prozent.

Auch die Gebühren für die Ganztagsbetreuung variieren stark. Potsdam (128 Euro) und Düsseldorf (125 Euro) punkten hier mit den niedrigsten Gebühren. Selbst Alleinverdiener müssen in beiden Städten nicht mehr als 6,3 Prozent beziehungsweise 4,7 Prozent für die Betreuung ausgeben, Familien mit zwei Gehältern sogar nur 4,5 Prozent in Potsdam und 3,3 Prozent in Düsseldorf. Die teuerste Stadt ist hingegen München: Wer seine Kinder in Münchener Kitas ganztags betreuen lassen möchte, zahlt hierfür 658 Euro im Monat. Das entspricht schon bei Familien mit zwei Gehältern 17,3 Prozent des Monatsnettos, bei Familien mit einem Gehalt satten 24,3 Prozent. Die zweithöchsten Gebühren werden in Kiel (504 Euro) fällig, die dritthöchsten in Erfurt mit 500 Euro. In Kiel und Erfurt müssen Alleinverdiener so 22,4 Prozent beziehungsweise sogar 24,9 Prozent für die Kinderbetreuung ausgeben. Bei Familien mit zwei Einkommen schrumpft die Belastung zumindest leicht auf 15,7 Prozent in Kiel und 17,4 Prozent in Erfurt.

Um von A nach B zu kommen, geben Singles im günstigsten Fall 3,0, Familien 7,4 Prozent aus

„Wer Bahn fährt, spart“ lautet sinngemäß ein altes Versprechen der Verkehrsbetriebe, das sich auch bei der Studie wieder bestätigt hat. Singles, die eine Monatskarte für „die Öffentlichen“ im Jahres-Abo kaufen, zahlen in den 24 Städten im Schnitt nur 58,34 Euro, 3 Prozent ihres Monatsnettos. Die Ticketpreise bewegen sich zwar zwischen 82,30 Euro für das KVB-Monatsticket in Köln und 34,17 Euro für das in Potsdam gültige Monatsticket. Da auch die Löhne schwanken, ist der Kostenaufwand aber nirgends größer als 5 Prozent des Nettos. Gemessen am Medianeinkommen, ist das Monatsticket in Gelsenkirchen am teuersten. Hier müssen Singles 4,3 Prozent ihres Einkommens für das 68,85 Euro teure Ticket ausgeben.

Sie fahren damit aber noch immer günstiger als mit dem eigenen PKW. Zwar variieren die monatlichen Kosten für Sprit, Versicherung und Anwohnerparkausweis bei einem für Singles angenommenen VW Golf VII und einer Fahrleistung von 10.000 Kilometern pro Jahr abhängig vom Treibstoff zwischen 321,31 Euro (Super E10) und 279,71 Euro (Autogas). Für Sparfüchse ist das eigene Auto aber in keiner der 24 Städte eine Option. Vielmehr bringt es im Mittel eine Kostenbelastung von 14,4 Prozent (Autogas) bis 16,47 Prozent (Super E10) mit sich. Und dies bundesweit sehr konstant. Einzig beim Sprit zeigten sich beim Test kleinere Unterschiede, die Kosten für die Versicherung und auch für den Bewohnerparkausweis schwanken jedoch kaum. Für letzteren berechnen alle Kommunen – mit Ausnahme von Münster (15 Euro), Berlin (20,40 Euro), Wiesbaden (23,50 Euro), Frankfurt (50 Euro) und Mainz (60 Euro) – pauschal 30 Euro im Jahr.

Was für Singles gilt, muss allerdings nicht unbedingt für Familien gelten. Zwar sind die Kosten für den PKW, für die Studie gingen die Autoren bei Familien von einem VW Passat Variant 1.4 TSI ACT mit einer jährlichen Fahrleistung von 10.000 Kilometern aus, mit durchschnittlich 312,83 Euro (13,8 bzw. 9,7 Prozent des Monatsnettos) relativ hoch. Da Familien statt einem Ticket zwei Monatstickets zum vollen Preis und zwei zum ermäßigten Preis kaufen müssen, fällt die Preisdifferenz zwischen dem Öffentlichen Nahverkehr und Auto aber deutlich geringer aus. Fährt die ganze Familie mit der Bahn und haben alle Kinder ein eigenes Monatsticket, werden für den ÖPNV durchschnittlich 199 Euro fällig. Bei Familien mit einem Einkommen entspricht dies 8,6 Prozent, bei Familien mit zwei Einkommen 6,1 Prozent des monatlichen Nettos. Den größten Teil ihres Einkommens müssen Familien in Köln mit 11,7 beziehungsweise 8,3 Prozent für die 293 Euro teuren Monatstickets aufbringen. Am günstigsten sind „die Öffis“ für Familien in Potsdam. Wer nur in der Stadt Potsdam unterwegs ist, zahlt 110 Euro für vier Tickets. Dies entspricht 5,4 beziehungsweise 3,8 Prozent des Nettos.

Von Stadt zu Stadt schwanken die Kosten für Freizeitaktivitäten um 92 Prozent

Nach Abzug aller Kosten fürs Wohnen, die Kinderbetreuung und Mobilität haben Singles durchschnittlich 1.211 Euro, Familien mit einem Einkommen 97,81 Euro und Familien mit zwei Erwerbstätigen 1.137 Euro in der Tasche – Geld, das sie auch für Freizeitaktivitäten verwenden können. Doch wie teuer ist der Besuch im Zoo oder Schwimmband mit den Kindern und wie viel Geld müssen Singles für die nächtliche Taxifahrt vom Club nach Hause berappen? Um herauszufinden, wieviel Budget Singles und Familien in den 24 Städten für Freizeitaktivitäten benötigen, haben die Studienautoren von mydealz.de zwei Sets konfiguriert. Die für die Studie definierten Familien besuchen jeweils zwei Mal im Monat zu viert den Zoo und das Stadtbad. Der für die Studie konfigurierte Single geht vier Mal im Monat schwimmen, jeweils einmal ins Kino und zum Fußball ins Stadion und fährt zweimal nachts 5 Kilometer mit dem Taxi vom Club nach Hause.

Singles mit diesem Lifestyle bezahlen in allen 24 Städten durchschnittlich 62,29 Euro und damit 3,2 Prozent ihres Monatsnettos. In Halle (43,48 Euro), Mainz (45,40 Euro) und Schwerin (48 Euro) zahlen Singles am wenigsten. In Erfurt (74,75 Euro), Leipzig (74,91 Euro) und Hamburg (83,48 Euro) zahlen sie am meisten. Zumindest in absoluten Zahlen. Gemessen am Gehalt, lebt es sich in Mainz (2,1 Prozent des Nettos, 45,40 Euro), Wiesbaden (2,3 Prozent, 52,50 Euro) und Stuttgart (2,4 Prozent, 56,18 Euro) am günstigsten. Mit jeweils gut vier Prozent ihres Einkommens müssen Singles in Erfurt (4,3 Prozent, 74,75 Euro), Leipzig (4,4 Prozent, 74,91 Euro) und Gelsenkirchen (4,4 Prozent, 69,90 Euro) am meisten für Freizeitaktivitäten ausgeben. Berlin liegt genau im Mittelfeld der 24 Städte: 67,23 Euro kosten die dem Preisvergleich zugrundeliegenden Freizeitaktivitäten in der Hauptstadt, was 3,6 Prozent des Mittleren Einkommens eines Berliner Singles entspricht.

Familien, die zwei Mal im Monat zu viert in den Zoo und ins Schwimmbad gehen, zahlen hierfür in den 24 Städten im Mittel 82,12 Euro. Dies entspricht 3,6 beziehungsweise 2,5 Prozent des Monatsnettos. Von Stadt zu Stadt schwanken die Kosten jedoch stark. Dies liegt vor allem an den unterschiedlich hohen Eintrittspreisen der lokalen Zoos und Tierparks: Hamburger zahlen für ein Kombiticket im Tierpark Hagenbeck beispielsweise 30 Euro pro Erwachsenem. Die monatlichen Kosten alleine für den Zoo summieren sich so auf 120 Euro. Addiert man 38,80 Euro für die beiden Besuche im Schwimmbad hinzu, müssen Hamburger Familien 158,80 Euro allein für Freizeitaktivitäten aufbringen, das sind 6,4 beziehungsweise 4,2 Prozent des Nettos. Andere Städte sind weitaus günstiger. Im Berliner Zoologischen Garten kosten Eintritt in Zoo und Aquarium beispielsweise nur 21 Euro pro Person. Insgesamt summieren sich die Freizeitkosten in Berlin auf 106 Euro, was einem Anteil von 4,8 beziehungsweise 3,4 Prozent des Nettos entspricht. Noch günstiger ist Kiel. Unterm Strich müssen Kieler Familien für Zoo- und Schwimmbadbesuche nur 34 Euro aufbringen – 1,5 beziehungsweise 1,1 Prozent ihres Einkommens.

Berlin ist die günstigste Stadt für Mieter, Magdeburg und Münster für Eigentümer

Die Frage, welches nun die günstige Stadt zum Leben ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Zum einem ist das Definitionssache, zum anderen fällt die Antwort je nach Lebenssituation verschieden aus. Ist es entscheidend, wie viel man insgesamt in absoluten Zahlen ausgibt? Oder sollte man eher darauf achten, wieviel nach Abzug aller Kosten vom Netto übrigbleibt?

In absoluten Zahlen sind Gelsenkirchen, Schwerin und Berlin die günstigsten Städte für Singles, die zur Miete wohnen. Sie müssen hier monatlich nur 721 Euro, 734 Euro beziehungsweise 753 Euro für einen Lebensstil ausgeben, der andernorts deutlich mehr kostet. In Frankfurt zahlen Singles beispielsweise 1.163 Euro für ein ähnliches Leben, in Hamburg 1.213 Euro und in München sogar 1.217 Euro.

Gemessen am Gehalt, ist Berlin hingegen die günstigste Stadt: Nach Abzug aller Fix- und Freizeitkosten bleiben Berlinern 60,2 Prozent beziehungsweise 1.140 Euro des Medianeinkommens von 1.893 Euro. Auf Rang zwei folgt Saarbrücken: In der saarländischen Hauptstadt verbleiben Singles mit Mittlerem Einkommen 58,2 Prozent (1.152 Euro) des ursprünglichen Gehalts von 1,979 Euro. Auf Rang drei folgt Schwerin (56,9 Prozent, 969 Euro), auf Rang vier Karlsruhe (56,6 Prozent, 1.253 Euro). Dresden (43,8 Prozent, 768 Euro), Hamburg (43,1 Prozent, 919 Euro) und Potsdam (37,5 Prozent, 655 Euro) liegen auf den letzten drei Plätzen.

Als Eigentümer wohnen Singles, gemessen am Einkommen, in Münster am günstigsten. 67,3 Prozent beziehungsweise 1.379 Euro ihres durchschnittlichen Monatsnettos von 2.049 Euro verbleiben ihnen nach Abzug der Kosten fürs Wohnen, die Mobilität und Freizeit. Ähnlich günstig sind für alleinstehende Eigentümer lediglich Kiel (64,7 Prozent, 1.260 Euro), Bremen (63,4 Prozent, 1.218 Euro) und Saarbrücken (63,0 Prozent, 1.247 Euro). Berlin findet sich angesichts der hohen Quadratmeterpreise nur auf Rang 18 von 24 wieder: Mit 940,50 Euro bleiben Singles in der Hauptstadt nach Abzug der Kosten noch 49,7 Prozent ihres Nettos von 1.893 Euro. Stuttgart (37,1 Prozent, 882 Euro), Frankfurt (32,4 Prozent, 783 Euro) und München (21,9 Prozent, 508 Euro) sind die drei teuersten Städte für Singles mit Eigentumswohnung.

Immerhin können sich Singles mit durchschnittlichem Einkommen das Leben in allen 24 Städten leisten. Auf Familien mit einem Mittleren Einkommen trifft dies nicht unbedingt zu. Grund sind die hohen Kosten. Diese summieren sich in Städten wie Stuttgart (2.794 Euro), Wiesbaden (2.669 Euro), Köln (2.550 Euro), Erfurt (2.119 Euro), Halle (2.056 Euro), Leipzig (2.117 Euro), Dresden (2.273 Euro) und Hamburg (2.811 Euro) auf Beträge, die das monatliche Einkommen teils deutlich übersteigen. Am teuersten lebt es sich für Familien mit einem Gehalt in München und Potsdam. 3.129 Euro müssten Familien mit einem Einkommen und zwei Kindern in München zum Leben aufbringen, 415,25 Euro mehr als sie einnehmen. In Potsdam steht nach Abzug aller Kosten sogar ein Fehlbetrag von 538,61 Euro unterm Strich. Günstig ist das Leben für Familien mit einem Einkommen in Berlin. Nach Abzug aller Kosten verbleiben 479,91 Euro und damit 21,8 Prozent des Einkommens in den Taschen der Beispielfamilie. Auf Rang zwei liegt Gelsenkirchen (16,4 Prozent, 310 Euro), auf Rang drei Dortmund (15,4 Prozent, 309 Euro).

Der Kauf eines Hauses bringt Familien mit einem Einkommen aufgrund der hohen Kaufpreise in den meisten Fällen kaum finanzielle Entspannung. Selbst mit 100.000 Eigenkapital übersteigen die monatlichen Kosten in Hamburg (2.730 Euro), Potsdam (2.245 Euro), Wiesbaden (3.222 Euro), Frankfurt (3.898 Euro), Stuttgart (3.904 Euro) und München (4.635 Euro) das Einkommen deutlich. In München steht wegen des Kaufpreises von 1,1 Millionen Euro für ein 120 m2 großes Haus und der entsprechend hohen Kreditrate von 3.371 Euro am Monatsende ein Minus von 1.922 Euro (70,8 Prozent des Nettos) unterm Strich. In Städten wie Bremen (34,9 Prozent, 780 Euro), Gelsenkirchen (35,1 Prozent, 664 Euro) und Dortmund (36,0 Prozent, 723 Euro) zahlt sich der Hauskauf hingegen aus: Familien verbleibt hier jeweils ein gutes Drittel ihres Einkommens. Den größten Teil ihres Nettos haben Familien mit einem Einkommen in Magdeburg übrig. 791,13 Euro beziehungsweise 39,4 Prozent des monatlichen Nettos von 2.009 Euro verbleiben nach Abzug aller Kosten.

Auch Familien mit einem vollen und einem halben Medianeinkommen haben in den meisten Städten als Eigentümer einen deutlichen besseren Stand. Einzig in Stuttgart und in München übersteigen die monatlichen Kosten die Einnahmen – in Stuttgart um 1,5 Prozent (57,05 Euro), in München um ein gutes Viertel (26,4 Prozent, 1.004 Euro). In allen anderen Städten steht am Ende jedoch ein Plus unterm Strich. Am größten ist das Plus in Bremen (54,7 Prozent bzw. 1.729 Euro), Dortmund (57,2 Prozent bzw. 1.639 Euro) und allen voran Magdeburg. Hier bleiben Familien mit zwei Einkommen angesichts der sehr überschaubaren Immobilienpreise (211.069 Euro für ein 120 m2 großes Haus) am Monatsende 1.693 Euro oder 59,0 Prozent des Medianeinkommens von 2.869,37 Euro.

Als Mieter können Familien mit zwei Einkommen in allen 24 Städten sehr gut leben. Nach Abzug der Kosten fürs Wohnen, die Kinderbetreuung und Mobilität sowie Freizeitaktivitäten bleiben ihnen zwischen 16,1 und 50,2 Prozent des monatlichen Einkommens. Am teuersten ist das Leben in München und Potsdam. In München verfügen Familien mit zwei Kindern nach Abzug aller Kosten noch über 24,0 Prozent (912 Euro) des Monatsnettos, in Potsdam über 16,1 Prozent (467 Euro). Besonders günstig leben sie Gelsenkirchen (45,2 Prozent, 1.296 Euro) und Dortmund (45,2 Prozent, 1.296 Euro). Auch für Familien mit zwei Einkommen ist Berlin die günstigste Stadt. Von ihrem Einkommen von 3.119 Euro haben sie nach Abzug aller Kosten noch gut die Hälfte übrig – 1.544 Euro nämlich.

(Zuletzt geändert: Freitag, 13.04.18 – 13:08 Uhr – 2587 mal angesehen)

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