Laktoseintoleranz BEI kindern

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Symptome einer Laktoseintoleranz erkennen

Laktoseintoleranz kann unterschiedlichste Symptome hervorrufen. Entgegen der landläufigen Meinung handelt es sich bei Laktoseintoleranz aber nicht um eine Allergie, sondern um eine Fehlleistung des Dünndarms. Diese führt dazu, dass Milchzucker (Laktose) nicht aufgespalten wird. Der nicht umgewandelte Milchzucker wandert, statt von der Darmwand resorbiert zu werden, weiter in den Dickdarm und versorgt dort gasbildende Bakterien mit Energie. Diese Bakterien sorgen dann wiederum für verschiedenste Beschwerden im Verdauungssystem.

Was sind typischen Symptome einer Laktoseintoleranz?

In der Regel äußert sich eine Laktoseintoleranz durch folgende Symptome:

  • Blähungen
  • Bauchschmerzen und __Bauchkrämpfe__
  • Durchfälle
  • Schleimige Stühle
  • Völlegefühl
  • Übelkeit und __Erbrechen__

Du hast Hier geht’s zum Laktoseintoleranz-Selbsttest.

Der überlastete Darm gibt oft zusätzlich laute Geräusche von sich, die als Darm-Rumoren wahrgenommen werden. Neben diesen deutlichen Symptomen reagiert der Körper oftmals zusätzlich mit Beschwerden, die sich nur schwer der Verdauung zuordnen lassen, wie Kopfschmerzen, Schwindel und Schlafstörungen. Einige Patienten klagen außerdem im Zusammenhang mit ihren Verdauungsproblemen über Rückenschmerzen. Ein nicht funktionierendes Verdauungssystem belastet den kompletten Organismus, weshalb auch Konzentrationsstörungen, Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Herzrasen zu den beobachteten Beschwerden zählen.

Die häufigsten Symptome der Laktoseintoleranz im Detail

Das Hauptsymptom einer Laktoseunverträglichkeit sind Blähungen. Diese kommen durch eine starke Gasentwicklung (Wasserstoff und CO2) zustande.

2. Bauchschmerzen

Wenn diese Gase nicht abgelassen werden können, kann dies zu einer Dehnung der Darmwand führen. Dies verursacht Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe. Gerade im oberen Dünndarm kann dies sehr unangenehm sein. Häufig sind dabei Oberbauchschmerzen und Unterbauchschmerzen.

3. Durchfall

Bei der Intoleranz produzieren die Darmbakterien insbesondere kurzkettige Fettsäuren. Diese führen dazu, dass vermehrt Wasser in den Darm gezogen wird. Dadurch entstehen Durchfälle, die zum Teil sehr wässrig sein können.

4. Schleim im Stuhl

Wenn sich der Fettgehalt des Stuhls durch eine Laktoseintoleranz erhöht, sind schleimige und schmierige Stühle die Folge. Hieran sind auch Fettsäuren der Darmbakterien schuld.

5. Völlegefühl

Die vermehrte Gasbildung kann zu einem Völlegefühl führen, das sehr unangenehm sein und den Appetit mindern kann.

6. Übelkeit und Erbrechen

Vielen Betroffenen wird schlecht nach dem Verzehr von laktosehaltigen Lebensmitteln. Dies kann auch zum Erbrechen führen.

Woran lässt sich eine Laktoseintoleranz erkennen?

Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie die Laktoseintoleranz zu erkennen, ist nicht ganz einfach. Viele der für eine Laktoseintoleranz zutreffenden Symptome, wie Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall, treten auch bei anderen Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes auf. Das Verdauungssystem gilt zudem als äußerst sensibel und sein beschwerdefreies Funktionieren hängt von unzähligen Faktoren ab. Da unsere Ernährung sich im Regelfall aus verschiedensten Bestandteilen zusammensetzt, ist es mitunter schwierig, den Verursacher von Verdauungsbeschwerden zu bestimmen. Wurde per Beobachtung beispielsweise das Glas Milch mit Keksen als Bauchweh-Auslöser identifiziert, kann möglicherweise die Laktose der Milch, das Gluten des Weizens oder die zugesetzte Fruktose der gekauften Kekse den Ausschlag geben. Vielleicht enthalten die Lieblings-Kekse auch Erdnüsse und eine unerkannte Nuss-Allergie verursacht die eintretenden Beschwerden. Das Führen eines Ernährungs-Tagebuches bietet gute Erkenntnisse, kann aber äußerst langwierig sein. findet sich ein einfacher Selbsttest, der schnell eine erste Einschätzung bietet, wie hoch das persönliche Risiko ist, an einer Laktoseintoleranz zu leiden.

Welche Diagnose-Verfahren gibt es?

Die sicherste Möglichkeit ist der Gang zum Facharzt, da nur dieser über geeignete Methoden verfügt, eine Laktoseintoleranz zweifelsfrei zu diagnostizieren und andere Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes auszuschließen. Die medizinische Diagnose einer Laktoseintoleranz ist mit gewissem Aufwand verbunden, da lediglich der Atemtest und die Entnahme einer Dünndarm-Gewebeprobe sichere Ergebnisse liefern. Beim sogenannten H2-Atemtest wird der Wasserstoff-Gehalt der Atemluft des Patienten über einen längeren Zeitraum gemessen. Grundlage dieses Tests ist die Tatsache, dass die unverdauten Milchzucker-Moleküle im Dickdarm von Bakterien zersetzt werden, die unter anderem Wasserstoff produzieren. Die Messung der Gasproduktion beim nüchternen Patienten und nach Verzehr einer Laktose-Lösung gibt somit Aufschluss darüber, wie gut die Laktose verstoffwechselt wurde.

Unter bestimmten Bedingungen, wenn etwa mehrere Unverträglichkeiten vermutet werden, kann auch die Entnahme und Untersuchung einer Gewebeprobe des Dünndarms notwendig werden, um den Laktase-Gehalt der Darmwand zu bestimmen. Diese Entnahme kann nur endoskopisch erfolgen und stellt für den Patienten die anstrengendste Prozedur dar.

Treten bei einer Laktoseintoleranz Symptome auf, welche die Haut betreffen?

Zu den Symptomen einer Laktoseintoleranz zählen normalerweise keine Veränderungen des Hautbildes, da sich diese größtenteils auf Beschwerden des Verdauungssystems beschränken. Hautreaktionen, die im Zusammenhang mit dem Verzehr von Milchprodukten beobachtet wurden, legen eher den Verdacht einer Milchallergie nahe, dem ein vollkommen anderer Mechanismus zu Grunde liegt:

Bei einer Allergie interpretiert das Immunsystem eigentlich ungefährliche Stoffe als Erreger und versetzt den Körper in Alarmbereitschaft, um dann die natürlichen Abwehrmechanismen in Gang zu setzen. Nachdem eine Milchallergie im Gegensatz zu einer Laktoseintoleranz den gesamten Körper in Aufruhr versetzt, beschränken sich die Symptome einer Allergie nicht auf den Verdauungstrakt, sondern gehen oft mit Hautreaktionen und Atembeschwerden Hand in Hand.

Ist es möglich, plötzlich unter Laktoseintoleranz zu leiden?

Das Verdauungssystem und die Verträglichkeit von Nahrungsmitteln sind nicht in Stein gemeißelt. Im Laufe des Lebens ändern sich die Ernährung, die Zusammensetzung der Darmflora und die Effizienz der Verdauung. Es erscheint daher nicht abwegig, dass auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie die Laktoseintoleranz sich im Laufe des Lebens verändern oder erst im Erwachsenenalter auftreten können. Besteht der Verdacht einer Laktoseintoleranz, hat sich ein vierwöchiger kompletter Laktose-Verzicht bewährt, durch den der Darm sich im Normalfall wieder beruhigt. Nach dieser Zeit kann langsam begonnen werden, einzelne Laktose-haltige Produkte in die Ernährung einzubeziehen, um vorsichtig zu beobachten, wie der Körper reagiert.

Welche Symptome einer Laktoseintoleranz treten bei Erwachsenen auf?

Erwachsene können von der kompletten Bandbreite der Symptome einer Laktoseintoleranz betroffen sein. Überwiegend sind dies die unmittelbar den Verdauungstrakt betreffenden Symptome. Hierzu zählen Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe und Darmwinde ebenso wie Völlegefühl, Übelkeit, Erbrechen sowie Durchfall. Neben diesen, den Gastrointestinaltrakt betreffenden, Symptomen gibt es allerdings eine Reihe weiterer, die insbesondere von Erwachsenen nicht unmittelbar mit einer Laktoseintoleranz in Verbindung gebracht werden, da sie, je nach persönlicher Konstitution, Lebenssituation und Lebensalter eher mit anderen Ursachen verknüpft werden. Zu diesen Symptomen einer Laktoseintoleranz zählen Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen aber auch Schlafstörungen, Schwindel und sogar Herzrasen.

Welche Symptome einer Laktoseintoleranz treten beim Kind auf?

Grundsätzlich unterscheiden sich die Symptome einer Laktoseintoleranz bei Kindern nicht von denen Erwachsener: also Bauchschmerzen, Blähungen, Völlegefühl, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Bei Kindern ist es allerdings ungleich schwieriger, eine Laktoseintoleranz zu diagnostizieren. Zum einen fällt es Kindern schwer, ihr Unwohlsein zu artikulieren und zum anderen lassen sich manche Untersuchungen unter gewissen Altersgrenzen noch nicht durchführen. Besteht also bei Kindern der Verdacht auf Laktoseintoleranz, ist eine medizinisch begleitete Ernährungsumstellung oft die einzige Möglichkeit, dem Problem entgegenzutreten.

Gehört Müdigkeit zu den Symptomen einer Laktoseintoleranz?

Viele Patienten, die unter Laktoseintoleranz leiden, berichten auch von chronischer Müdigkeit. Zweifellos fühlen sich Menschen müde, wenn sie beispielsweise durch Verdauungsbeschwerden unter Schlaflosigkeit leiden oder der Organismus zu viel Energie in die Verdauung investieren muss. Zusätzlich reagieren die meisten Menschen nach dem Verzehr großer Mahlzeiten mit Müdigkeit – eine natürliche Reaktion, um in Ruhe zu verdauen. Müdigkeit kann also durchaus ein Symptom einer Laktoseintoleranz sein, ohne Beschwerden des Gastrointestinaltraktes dürfte die Ursache aber an anderer Stelle zu finden sein.

Wie lange dauern die Symptome einer Laktoseintoleranz an?

Die Verdauung, ihre Geschwindigkeit und ihre Reaktionsfreudigkeit sind bei jedem Menschen unterschiedlich. Denn hier wirkt sich neben der Genetik zusätzlich das bakterielle Milieu der Darmflora aus. Bei manchen Patienten sind die Symptome nur schwach ausgeprägt, dauern dafür an. Bei anderen Patienten gibt es kurz nach der Mahlzeit eine schnelle heftige Reaktion von kurzer Dauer. Leider gibt es für die Dauer der Beschwerden keine Faustregel – hier müssen immer individuelle Erfahrungswerte gesammelt werden.

Wann treten die Symptome einer Laktoseintoleranz auf?

Viele Patienten mit Laktose-Unverträglichkeit berichten, bereits eine Viertelstunde nach dem Verzehr von Milch oder Milchprodukten unter Flatulenzen, Bauchkrämpfen oder Durchfall zu leiden – üblicherweise lässt die Reaktion nicht länger als zwei Stunden auf sich warten.

Quellen

F. J. Simoons (1970). Primary adult lactose intolerance and the milking habit: A problem in biologic and cultural interrelations. The American Journal of Digestive Diseases. 15:8. 695–710. Online abgerufen am 22.06.2018 unter

Laktoseintoleranz / Milchzucker­unverträglichkeit

Laktoseintoleranz: Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die empfohlene Therapie richtet sich nach Art und Schwere der Nahrungsmittelunverträglichkeit.

Ernährungsumstellung

Da die Symptome sehr variieren und auch die Toleranzgrenze bei Betroffenen sehr differiert, muss die Ernährungsumstellung individuell angepasst werden.

Anfangs empfiehlt sich eine 4-wöchige Karrenzzeit. Danach sollten insbesondere fermentierte Produkte wie Joghurt oder Hartkäse in kleinen Mengen in die Diät aufgenommen werden, bei guter Verträglichkeit kann die Menge gesteigert werden.

Neben der Menge der Laktose spielt die Form der Einnahme eine Rolle. Eine geringe Menge kann, über den Tag verteilt, durchaus verträglich sein.

Selten kommt es bei Aufnahme von kleinsten Mengen Lactose zu erheblichen Symptomen. Diese Patienten müssen ggf. komplett auf lactosehaltige Nahrungsmittel verzichten.

Download: Übersicht über Milchprodukte und deren Laktosegehalt (PDF)

Einige Produkte, wie beispielsweise laktosefreie Milch werden als Ersatz angeboten. Zahlreiche von Natur aus laktosefreie Alternativen, wie etwa Kokos-, Hafer-, Reis-, Mandel- oder Sojamilch werden ebenfalls angeboten.

Besser selber kochen – Verzichten Sie auf Fertigprodukte

Empfehlenswert ist der Verzicht auf Fertigprodukte. In ihnen befindet sich häufig „versteckte“ Laktose.

Laktose / Milchzucker gehört jedoch zu den deklarierungspflichtigen Inhaltsstoffen, Begriffe, die auf ihr Vorkommen im Produkt hinweisen, sind u.a.:

  • Milch
  • Milchzucker
  • Milchpulver
  • Molke
  • Joghurt
  • Kefir
  • Frischkäse
  • E966 (Laktit)

Für die Ernährungsumstellung lassen sich Tabellen nutzen, welche Lebensmittel nach ihrem Laktosegehalt einordnen.

Hier erhalten Sie eine Übersicht über geeignete und ungeeignete Lebensmittel bei Laktoseintoleranz (PDF).

Entsprechend werden Lebensmittel drei Kategorien zugeordnet: wenig, moderat oder viel. Lebensmittel mit geringem Laktosegehalt lassen sich oft unbedenklich verzehren. Bei der Verträglichkeit von Lebensmitteln mit einem moderaten Gehalt an Laktose entscheidet die individuelle Ausprägung der Laktoseintoleranz. Während einigen Betroffenen diese Lebensmittel keine Probleme bereiten, rufen sie bei anderen bereits deutliche Symptome hervor.

Auch Medikamente können Laktose enthalten

Wie bei Fertigprodukten sollte beachtet werden, dass auch Medikamente häufig Lactose als Basissubstanz enthalten.

Medikamente bei Laktoseintoleranz / Laktasemangel

Das Enzym Laktase wird rezeptfrei in der Apotheke angeboten. Es kann entweder der Mahlzeit beigefügt oder zu den Mahlzeiten eingenommen werden und erlaubt, bestimmte Mengen an Lactose beschwerdefrei aufzunehmen. Wie bei der Einstellung der Diät muss auch hier die individuelle Verträglichkeit der Nahrungsmittel bei Zusatz des Enzyms ausgetestet werden.

Laktase ist in Tablettenform, als Kapseln oder Pulver erhältlich. Bei der Einnahme gilt es darauf zu achten, dass die Menge der Laktase im richtigen Verhältnis zur aufgenommenen Laktose steht. Der Begriff „Food Chemical Codex“, kurz „FCC“ definiert, wie viel Milchzucker sich mit der entsprechenden Konzentration von Laktase im Präparat aufspalten lässt. Das Verhältnis wird meist über die Menge einer Tablette oder Kapsel angegeben. Beispiele für einen geringen Gehalt an Laktase sind Präparate mit 3.300 FCC, dagegen stehen 12.000 FCC für einen hohen Laktaseanteil.

Eine grobe Faustregel besagt: Um 5 Gramm Milchzucker zu verdauen, erfordert es 3.000 bis 6.000 Einheiten FCC. Individuelle Abweichungen lassen sich hierbei nicht ausschließen.

Nebenwirkungen durch Überdosierungen sind nicht zu erwarten.

Laktase-Tabletten: Zeitpunkt der Einnahme ist wichtig

Für die Einnahme von Laktase-Präparaten gilt es, neben der Dosierung den richtigen Zeitpunkt der Einnahme zu finden. Laktase wirkt nur im direkten Zusammenspiel mit dem Milchzucker. Je nach Dauer der Mahlzeiten empfiehlt sich eine weitere Einnahme während des Essens.

Bei der Auswahl des richtigen Produktes müssen weitere Inhaltsstoffe berücksichtigt werden, einige Medikamente enthalten Zusatzstoffe. Dazu zählen Geschmacksverstärker wie Süßstoffe, insbesondere obsolet bei Patienten mit einer gleichzeitig bestehenden Fruktoseintoleranz. Laktase ist hitzeempfindlich und verliert bei Temperaturen über 40 Grad Celsius seine Wirksamkeit, bei Lagerung der Präparate sollte dies beachtet werden.

Wichtig: Laktose-Präparate sollten, wie bei Nahrungsergänzungsmitteln, nicht als dauerhafter Ersatz, sondern als Hilfsmittel verstanden werden. Priorität hat die Anpassung der Ernährung an die diagnostizierte Unverträglichkeit.

Weitere Maßnahmen, die Symptome der Laktoseintoleranz lindern

Bei auftretenden typischen Symptomen durch versehentliche Lactosezufuhr können Wärme und Bewegung hilfreich sein. Insbesondere Wärme wirkt muskelentspannend und krampflösend.

Darüber hinaus lassen sich einige Wirkstoffe – z.B. als Spasmolytika bezeichnete Medikamente wie Butylscopolamin anwenden.

Pflanzliche Mittel, wie Pfefferminze, Fenchel, Anis oder Kamille lassen sich in Form von Tees anwenden. Arzneimittel mit pflanzlichen Inhaltsstoffen beinhalten weitere Wirkstoffe wie Kümmel oder die Bittere Schleifenblume.

Ihre Experten für Laktoseintoleranz

Die Laktoseintoleranz ist weltweit weiter verbreitet, als man vielleicht annehmen mag. Rund ein Drittel der Menschheit kann keine Laktose verdauen und leidet entsprechend ein Leben lang unter einer Laktoseintoleranz. Während in Asien und Alaska bis zu 98 Prozent der Menschen und in Südamerika und Afrika 60 Prozent unter einer Laktoseintoleranz leiden, sind es in Europa grade mal 15 Prozent. Dieser große Unterschied kommt zustande, weil in Asien und Alaska traditionell weitaus weniger Milchprodukte verzehrt werden – ein Hinweis darauf, dass eine Laktoseintoleranz auch kulturell, bzw. durch die Esskultur bedingt auftreten kann. Des Weiteren sind die Milchprodukte, die in diesen Regionen auf dem Speiseplan stehen, in der Regel gesäuert und enthalten daher weniger Laktose.

Und wenn man es ganz genau nimmt, stellt die Laktoseintoleranz auch eigentlich kein Problem dar, sondern einen Normalzustand: Denn rund 75 Prozent der Weltbevölkerung kann nach dem Kleinkindalter natürlicherweise keine Laktose mehr verdauen. Der Grund dafür ist ganz einfach: Säuglinge müssen Laktose verdauen können, da Laktose in der Muttermilch vorkommt. Sind wir also nicht mehr auf die Muttermilch als einzige Nahrungsquelle angewiesen, kann der Körper die Fähigkeit Laktose zu vertragen verlieren. Das passiert etwa im Alter von drei Jahren. Unsere Zähne sind voll ausgebildet und wir sind in der Lage von fester Nahrung zu leben. Entsprechend sieht die Natur keinen Grund weiterhin Laktose spalten zu müssen.

Allerdings kam mit dem Beginn der Viehzucht die Milch in großen Mengen auf unseren Speiseplan. Seitdem gehören Milch und Milchprodukte zu den häufig integrierten Nahrungsquellen und entsprechend hat sich auch ein wenig was an unserer Laktose-Verträglichkeit geändert – aber eben nicht bei allen Menschen!

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keinen ärztlichen Rat. Bei akuten Symptomen empfehlen wir, als erstes einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen und sich professionellen Rat einzuholen.

Das geht in deinem Körper vor, wenn du laktoseintolerant bist

Unter dem Begriff Laktoseintoleranz versteht man die Unfähigkeit des menschlichen Körpers Milchzucker, also Laktose, richtig zu verdauen. Da Milchzucker in fast allen Milchprodukten in kleineren oder größeren Mengen vorkommt, vertragen Menschen mit einer Laktoseintoleranz die meisten Milchprodukte nicht.

Der Milchzucker wird normalerweise durch das Enzym Lactase im Dünndarm in zwei Einzelzucker, Galactose (Schleimzucker) und Glucose (Traubenzucker), gespalten. Diese beiden Einzelzucker können dann durch die Darmschleimhaut in den Blutkreislauf gelangen. Von dort wird der Zucker dann im Körper dorthin gebracht, wo er benötigt wird. Fehlt jetzt das Enzym Lactase oder ist es nicht in ausreichenden Mengen vorhanden, kann der Milchzucker nicht gespalten werden.

Die Folge dessen ist, dass der Milchzucker eben auch nicht in den Blutkreislauf aufgenommen werden kann und somit im Dünndarm verbleibt. Von dort wandert der Milchzucker dann mit den restlichen Bestandteilen im Dünndarm in den Dickdarm weiter. Im Dickdarm siedeln bestimmte Bakterienstämme, die sich dann über den Milchzucker hermachen. Bei dessen Verdauung im Dickdarm geht allerdings für uns Menschen nicht alles rund: Die Bakterien produzieren Gase und kurzkettige Fettsäuren. Und genau da liegt das Problem, denn an dieser Stelle entstehen die für die Laktoseintoleranz typischen Symptome.

Symptome: Woran bemerke ich, dass ich eine Laktoseintoleranz habe?

Jetzt fragst du dich wahrscheinlich, an welchen Symptomen du erkennen kannst, ob auch du eine Laktoseintoleranz hast. Die typischen Symptome der Laktoseintoleranz sind leider alles andere als schön und können den Betroffenen den Alltag erheblich erschweren:

Neben einem Blähbauch können auch Bauchschmerzen, Darmwinde, Völlegefühl, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, laute Darmgeräusche, Verstopfungen und Durchfall auftreten. Die Blähungen und die Bauchschmerzen entstehen durch die Gase, die die Bakterien bei der Verdauung des Milchzuckers im Dickdarm produzieren. Wenn die Bakterien überwiegend das Gas Methan produzieren, kann es zu Verstopfungen kommen. Bei der Verdauung des Milchzuckers durch die Bakterien im Dickdarm entstehen aber auch einige Abfallstoffe, wie Milch- und Fettsäuren, die wasserziehend wirken. Dadurch fließt deutlich mehr Flüssigkeit in den Darm ein, was dann das Symptom Durchfall erklärt. Tatsächlich gibt es verschiedene Arten von Laktoseintoleranz – drei an der Zahl. Die erläuterten Symptome gelten für alle drei Arten.

Verschiedene Arten von Laktoseintoleranz: Primäre, sekundäre und angeborene Laktoseintoleranz

#1 Primäre Laktoseintoleranz

Die häufigste Form der Laktoseintoleranz ist die primäre Laktoseintoleranz. Bei dieser Form der Laktoseintoleranz handelt es sich um den natürlichen Vorgang des Rückgangs des Enzyms Lactase. Die verminderte Bildung des Enzyms Lactase kann bereits in den ersten Lebensmonaten einsetzen und ist normalerweise bis zum dritten Lebensjahr abgeschlossen. Entsprechend bilden erwachsene Menschen, die Laktose verdauen können, eigentlich die Ausnahme. Fällt jetzt das Enzym Lactase unter einen bestimmten Wert, kann der Körper den Milchzucker nicht mehr richtig verdauen und es kommt zu den für die Laktoseintoleranz typischen Symptomen. Zumeist treten die ersten Anzeichen für die Laktoseintoleranz erst im Jugendalter auf. Der Grund dafür ist, dass die Produktion des Enzyms Lactase nicht vollständig aussetzt. Vielmehr produziert der Körper weiterhin kleinere Mengen des Enzyms, weswegen Milchprodukte in kleineren Mengen durchaus vertragen werden können. Wie viel von dem Enzym Lactase der Körper nach dem Abstillen tatsächlich noch produziert, ist sehr individuell. Entsprechend können Menschen mit einer primären Laktoseintoleranz unterschiedlich gut und viele Milchprodukte vertragen. Während manche Menschen schon bei kleinsten Mengen Milchzucker mit heftigen Symptomen reagieren, sind andere Menschen weitaus unempfindlicher.

#2 Sekundäre Laktoseintoleranz

Am zweithäufigsten kommt die sekundäre Laktoseintoleranz, also die erworbene Laktoseintoleranz vor. Bei dieser Form der Laktoseintoleranz handelt es sich um die Folge einer anderen Erkrankung. Entsprechend ist hier die Produktion des Enzyms Lactase nicht durch den natürlichen Rückgang bestimmt, sondern durch die Schädigung der Darmschleimhaut, bedingt durch eine andere Erkrankung. Zu den Ursachen für eine Schädigung der Darmschleimhaut können größere Operationen des Magen-Darm-Trakts gehören. Aber auch Autoimmunerkrankungen oder schwere Verläufe der Magen-Darm-Grippe können Schädigungen der Darmschleimhaut zur Folge haben.

Des Weiteren haben Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) häufig im weiteren Verlauf mit einer Laktoseintoleranz zu kämpfen.

Die Glutenunverträglichkeit – besonders die nicht oder erst spät entdeckte Zöliakie – ist ein Problem, das sich über kurz oder lang auch auf die Laktose-Verträglichkeit auswirken kann. Denn bei einer Glutenunverträglichkeit ist die Darmschleimhaut über einen längeren Zeitraum entzündet und gereizt. Entsprechend ist die Produktion von Lactase beeinträchtigt und die Betroffenen leiden doppelt. Sollte die eigentliche Ursache für die Laktoseintoleranz schnell behoben werden können, kann die sekundäre Laktoseintoleranz wieder ausheilen. Sollte die Ersterkrankung aber schwerwiegend sein, kann es durchaus zu einer lebenslangen sekundären Laktoseintoleranz kommen. Dann hat der Darm keine Chance, sich ausreichend von den Strapazen zu erholen.

#3 Angeborene Laktoseintoleranz

Neben der primären und der sekundären Laktoseintoleranz gibt es auch die angeborene/absolute Laktoseintoleranz. Diese Form der Laktoseintoleranz ist äußerst selten und durch einen Gendefekt bestimmt. Bei einer angeborenen Laktoseintoleranz kann der Körper von Geburt an keine Lactase produzieren und somit auch keinen Milchzucker spalten. Babys, die mit einer angeborenen Laktoseintoleranz zur Welt kommen, können natürlich auch die Muttermilch nicht richtig verdauen und haben von Beginn an mit den unangenehmen Symptomen der Laktoseintoleranz zu kämpfen. Glücklicherweise gibt es mittlerweile Alternativen zum Stillen, sodass eine Ernährung mit laktosefreier Säuglingsmilch in der Regel die Lösung des Problems ist.

Sollte die angeborene Laktoseintoleranz zu spät entdeckt werden, kann es allerdings zu Vergiftungserscheinungen kommen. Denn es ist durchaus möglich, dass die nicht gespaltene Laktose doch über die Magen- und Darmschleimhaut in die Blutbahn gerät. Verdauungsbeschwerden bei Säuglingen müssen jedoch nicht zwangsweise ein Zeichen für eine angeborene Laktoseintoleranz sein, denn sie treten in den ersten Wochen nach der Geburt häufig auf, da sich der Darm und die Bakterienbesiedlung im Darm erst noch einpendeln müssen.

#4 Laktoseintoleranz durch Bakterienbesiedlung

Nun möchten wir noch eine weitere Form der Laktoseintoleranz vorstellen: Die Laktoseintoleranz durch eine Bakterienbesiedlung des Dünndarms. Eigentlich sind die für die Verdauung verantwortlichen Bakterien nur im Dickdarm zu finden. In seltenen Fällen kann aber auch der Dünndarm besiedelt sein, was dann zu vielfachen Problemen führen kann. Hier ist die Forschung aber noch nicht so weit, dass man tatsächlich zufriedenstellende Erklärungen abliefern könnte. Vermutet wird, dass die noch nicht gespaltene Laktose im Dünndarm von den Bakterien bereits verdaut wird. Entsprechend kommt es zu den für die Laktoseintoleranz typischen Symptome.

Diagnose: Wie wird eine Laktoseintoleranz diagnostiziert?

Wenn man nun den leisen Verdacht hat unter einer Laktoseintoleranz zu leiden, dann hilft zumeist der Gang zum Arzt, um Klarheit zu bekommen. Um eine Laktoseintoleranz ärztlich festzustellen, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Den Wasserstoffatemtest, den Laktose-Toleranztest, den Gentest, die Dünndarmbiopsie und den Expositionstest.

#1 Wasserstoffatemtest

Bei dem Wasserstoffatemtest, auch H2-Atemtest genannt, kann der Arzt verschiedene Erkrankungen des Darmes diagnostizieren. Dieser Test ist der wohl am häufigsten eingesetzte Test, um eine Laktoseintoleranz festzustellen. Auch Unverträglichkeiten im Bereich des Fruchtzuckers oder der Kohlenhydrate können über den Wasserstoffatemtest festgestellt werden. Aber wieso ist eine Laktoseintoleranz über den Atem messbar? Weil die Bakterien bei der Verdauung des Milchzuckers im Dickdarm (wenn er nicht im Dünndarm gespalten wurde) Wasserstoff freisetzen. Der Wasserstoff fällt bei einer gesunden Verdauung nicht an, weswegen der Test eindeutig ist. Der Wasserstoff gelangt in die Blutlaufbahn und wird über die Lunge ausgeschieden. Entsprechend kann ein Wasserstoffatemtest schnell Gewissheit darüber geben, ob eine Laktoseintoleranz vorliegt.

#2 Laktose-Toleranztest

Eine andere Möglichkeit, um eine Laktoseintoleranz nachzuweisen, ist der Laktose-Toleranztest, auch Blutzucker-Test genannt. Hier wird nach der Einnahme eines laktosehaltigen Getränks vier Mal im 30-minütigen Rhythmus der Blutzuckerspiegel gemessen. Kann der Körper die Laktose verdauen, sollte der Wert mehr als 20mg/dl im venösen Blut ansteigen. Liegt der Wert aber unter 10mg/dl, deutet dies ziemlich sicher auf eine Laktoseintoleranz hin.

#3 Weitere Diagnose-Möglichkeiten

Bei dem Gentest kann ausschließlich eine primäre Laktoseintoleranz festgestellt werden. Wer sich für eine Dünndarmbiopsie entscheidet, erfährt direkt, wie aktiv das Enzym Lactase dort ist. Betroffene, die nicht zum Arzt gehen möchten, können über einen Expositionstest, also eine Art nahrungstechnisches Ausschlussverfahren, herausfinden, ob sie unter einer Laktoseintoleranz leiden.

Therapie: Wie kann man eine Laktoseintoleranz behandeln?

Die einfachste Form der Therapie ist sicherlich einfach auf Milchprodukte zu verzichten. Bei einer primären Laktoseintoleranz bietet es sich an, eine Zeit lang auf Milchprodukte zu verzichten und, wenn man gar nicht auf Milchprodukte verzichten kann, diese dann nach und nach wieder in kleinen Mengen in den Speiseplan zu integrieren. So findet man schnell heraus, welche Milchprodukte man in welchen Mengen verträgt. Dies kann sich allerdings im Laufe der Zeit auch nochmal verändern. Mittlerweile gibt es auch Lactase-Tabletten, die den Betroffenen dabei helfen, Milchprodukte in bestimmten Mengen besser verdauen zu können.

Konkret sollten Menschen mit einer Laktoseintoleranz auf Milch und alle aus Milch hergestellten Nahrungsmittel verzichten. Entsprechend auch auf Kaffeesahne, Sahne, Kondensmilch, Sauerrahm, Quark, Joghurt, Buttermilch, Creme Fraiche, Mascarpone und ähnliches. Dabei geht es nicht nur alleine um Kuhmilchprodukte, sondern auch um Milchprodukte aus Schafsmilch, Ziegenmilch oder Stutenmilch. Denn auch diese enthält Laktose, wenn in der Regel auch nicht ganz so viel wie Kuhmilch. Zu den Milchprodukten gehört natürlich auch der Käse – also fallen Frischkäse, Hüttenkäse, Schmelzkäse und nur wenige Wochen gereifter Käse weg. Bei über einem Zeitraum von mehreren Wochen gereiftem Käse ist meist kaum oder keine Laktose mehr enthalten, weswegen dieser Käse verzehrt werden kann.

Vorsicht ist auch geboten bei milchhaltigem Pulver aller Art: Milchpulver, Molkepulver, Sahnepulver und Ähnliches. Vor allem im Bereich der Fitness-Ernährung gibt es viele Shakes und Pulver, die Milch enthalten. Gehen wir in den anderen Extrembereich der Süßigkeiten. Auch hier gibt es viele süße Köstlichkeiten, die Milch enthalten! Und ein Bereich, in dem die wenigsten Menschen Milch vermuten würden, sollte auch nicht unter den Teppich gekehrt werden: die Medikamente.

Und zum Schluss gilt natürlich auch für den Bereich der Fertigprodukte, dass sich hier und da Milchpulver verstecken kann. Wer gerne zu Müslimischungen, Fertigsaucen, Gewürzmischungen, Backwaren oder verarbeitetem Fleisch greift, der sollte in Zukunft zweimal auf die Zutatenliste gucken.

Welche Nährstoffmängel können auftreten, wenn man auf Milchprodukte verzichtet?

Klar, beim Verzicht auf bestimmte Lebensmittel kommt früher oder später die Frage auf, ob man ausreichend Nährstoffe zu sich nimmt. In Milchprodukten sind nämlich unter anderem die Mineralstoffe Calcium, Phosphor und Kalium sowie verschiedene B-Vitamine zu finden. Kommt es also beim Verzicht auf Milchprodukte im Zuge einer Laktoseintoleranz oder auch einer veganen Lebensweise zu einem Mangel? Die Antwort ist einfach: Wer sich ausgewogen und abwechslungsreich ernährt, der dürfte durch den Verzicht auf Milchprodukte nicht an einem Nährstoffmangel leiden.

Zudem gibt es ja einige Milchprodukte, die kaum oder keine Laktose enthalten und somit auf den Speiseplan dürfen. Da wären zum Beispiel Ghee, Butter und lang gereifte Käsesorten zu nennen. Während Ghee gänzlich laktosefrei ist, enthält Butter kaum Laktose. Zu den nahezu laktosefreien Käsesorten gehören Mozzarella, Gorgonzola, Romadur, Emmentaler, Gouda und Parmesan.

Aber auch in pflanzlichen Produkten kann man die oben erwähnten Nährstoffe wiederfinden. Wer beim Kochen nach einer köstlichen Alternative zur Milch sucht, der dürfte bei der pflanzlichen Milch fündig werden. Auch diese enthält allerhand Nährstoffe, die unser Körper benötigt. Und wer zusätzlich noch einige pflanzliche Calcium-Quellen auf den Speiseplan schreiben möchte, der sollte sich bei Sesam, Mohn, Mandeln, Feigen, Löwenzahn, Brennnessel, Chiasamen, Fenchel, Spinat, Kräutern, Amaranth und Obst austoben.

Die Sango Meereskoralle von Nature Love

Wenn du deinen Ernährungsplan zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung noch mit Calcium ergänzen möchtest, dann kannst du auf die Sango Meereskoralle zurückgreifen.

Die Sango Meereskoralle gibt es bei Nature Love sowohl in Kapsel- als auch in Pulverform. Sie enthält Calcium (20%) und Magnesium (10%) im körpereigenen Verhältnis von 2:1. Zusätzlich sind weitere wichtige Mengen- und Spurenelemente enthalten, die natürlicherweise in der Koralle vorkommen.

Magnesium trägt unter anderem zu einem normalen Energiestoffwechsel und einer normalen psychischen Funktion bei. Calcium trägt mitunter zu einer normalen Funktion von Verdauungsenzymen und einer normalen Muskelfunktion bei.

Fazit

Unser Fazit ist – ein Leben ohne Laktose ist möglich! Um sich das Leben ohne Laktose wirklich entspannt zu gestalten, gilt es auf dem Speiseplan einige Änderungen vorzunehmen. Wer mit Vorliebe zum Nachtisch Milcheis gegessen hat, muss ab jetzt nicht auf sein Eis verzichte. Es gilt vielmehr laktosefreie Alternativen zu finden, wie zum Beispiel Fruchteis. Mittlerweile gibt es so viele Ersatzprodukte, die einem das laktosefreie Leben versüßen können. Und wer sich ein wenig mit der asiatischen Kochkunst befasst, der kann schon bald in der heimischen Küche laktosefreie Köstlichkeiten genießen!

Laktoseintoleranz bei Babys und Kleinkindern

Laktoseintoleranz: Was ist das?

Der Begriff Laktoseintoleranz beschreibt die Unverträglichkeit von Milchzucker (wissenschaftlich: Laktose). Normalerweise wird der über die Nahrung aufgenommene Milchzucker mithilfe des Laktase-Enzyms in kleinere Zucker (Glukose und Galaktose) aufgespalten und dadurch für den menschlichen Organismus verwertbar gemacht.

Menschen, die unter Laktoseintoleranz leiden, produzieren dieses Enzym entweder gar nicht oder zu wenig, sodass ihr Organismus den Milchzucker nicht verwerten kann. Er bleibt unverdaut im Darm und wird dort von speziellen Bakterien in Milchsäure und verschiedene Gase umgewandelt.

Man unterscheidet mehrere Formen der Laktoseintoleranz:

  • Endemische / natürliche Laktoseintoleranz: Dies ist die häufigste Form und genetisch bedingt. Weltweit sind ca. 75% aller Erwachsenen betroffen, in Deutschland ca. 10-15%. In Asien und Afrika ist diese Form Normalität, denn über 90% der Bevölkerung sind betroffen. Die Beschwerden treten nur selten vor dem 5. Lebensjahr auf und die Hälfte der Betroffenen hat keine Symptome.
  • Kongenitaler Laktasemangel (Alaktasie): Diese Form ist extrem selten und führt durch einen vererbten Gendefekt zu einem kompletten Laktasemangel aufgrund fehlender Enzymbildung von Geburt an. Bereits kleinste Mengen von Laktose reichen aus, um Beschwerden hervorzurufen. Die Symptome beginnen mit der ersten Milchaufnahme, die Erkrankung bleibt das ganze Leben bestehen und ist nicht heilbar.
  • Entwicklungsbedingter Laktasemangel: Diese seltene Form betrifft v.a. Frühgeborene. Es besteht ein Enzymmangel aufgrund einer unvollständig entwickelten Darmschleimhaut, der sich üblicherweise im Laufe des ersten Lebensjahres normalisiert.
  • Sekundäre Laktoseintoleranz: Aufgrund einer Schädigung der Dünndarmschleimhaut wird keine oder zu wenig Laktase produziert. Wird die Grundkrankheit erfolgreich behandelt, verschwindet im Normalfall auch die erworbene Milchzuckerunverträglichkeit wieder.

Typische Symptome einer Laktoseintoleranz

  • untröstbares Weinen nach dem Stillen oder Fläschchen
  • anhaltender, teilweise dramatischer Durchfall
  • Blähungen und häufiges Pupsen
  • laute Geräusche im Bäuchlein
  • Bauchschmerzen, starke Koliken
  • Verstopfung
  • Unanagenehmer Geruch des Stuhls

Werden die Symptome nicht rechtzeitig erkannt und wird nicht entsprechend gehandelt, besteht als Folge die Gefahr der Unterernährung mit unzureichender Gewichtszunahme und Austrocknung.

Achtung! Säuglinge, die an einer angeborenen Laktoseintoleranz leiden, vertragen auch keine Muttermilch. Das äussert sich bereits während der ersten Lebenstage durch heftigen Durchfall. Jetzt ist schnelles Handeln gefragt. Im schlimmsten Fall kann der nicht aufgespaltene Milchzucker nämlich in den Blutkreislauf des Babys gelangen und dort schwere Vergiftungen auslösen.

Sofern Eltern bei ihrem Baby die genannten Symptome beobachten, ohne sie einer anderen Krankheit zuordnen zu können, sollten sie umgehend einen Kinderarzt aufsuchen!

Die Diagnose

Auch wenn dem Arzt verschiedene wissenschaftliche Testverfahren zur Verfügung stehen, ist die Diagnose einer Milchzuckerunverträglichkeit bei Babys vergleichsweise schwierig. Die meisten Untersuchungsverfahren dauern mehrere Stunden, während derer der Patient normalerweise nüchtern bleiben muss.

Das ist bei kleinen Kindern nicht praktikabel. Aus diesem Grund empfehlen Mediziner bei Babys und Kleinkindern im ersten Schritt, laktosehaltige Lebensmittel für etwa zwei bis vier Wochen vollkommen wegzulassen. Als Ersatz gibt es spezielle laktosefreie Säuglingsnahrung. Parallel zur Ernährungsumstellung wird dann ein spezieller Gentest durchgeführt, mit dessen Hilfe sich die angeborene Milchzuckerunverträglichkeit eindeutig nachweisen lässt.

Ernährung betroffener Babys und Kleinkinder

Der behandelnde Arzt verschreibt bei entsprechender Diagnose laktosefreie, dem jeweiligen Alter des Babys angepasste Spezialnahrung. Diese Produkte basieren überwiegend auf hochwertigen Sojaproteinen und sind vollständig laktosefrei.

Auch bei der Einführung von Beikost müssen die Eltern, vor allem bei Fertignahrung, sorgfältig auf die Inhaltsstoffe achten. Nicht nur reiner Milchbrei enthält Laktose, sondern oft auch Kekse, Joghurt oder süsse Breisorten. Getreideprodukte, Gemüse, Fleisch und Obst können jedoch zumeist problemlos gefüttert werden.

Einige Anbieter haben auch spezielle laktosefreie Milchbreie im Sortiment. Bei Unsicherheiten empfiehlt sich immer die Rücksprache mit dem behandelnden Arzt.

Wie wird die Kalziumversorgung sichergestellt?

Für den Knochenaufbau und die Entwicklung gesunder Zähne benötigen Babys und Kinder viel Kalzium. Deshalb ist es wichtig, dass Kinder mit Laktoseintoleranz ausreichend laktosefreie Milchprodukte bekommen. Dafür gibt es spezielle Milchpulver-Präparate, in denen alle notwendige Mineralien und Vitamine enthalten sind.

Mit dem Beikoststart können die betroffenen Kinder einen Teil des notwendigen Kalziums über andere Lebensmittel, wie etwa Karotten, grünes Gemüse und Obst zu sich nehmen. Auch stilles Mineralwasser mit einem besonders hohen Kalziumgehalt ist zu empfehlen.

Merke: Laktosefreie Milch und daraus hergestellte Produkte haben den gleichen Kalziumgehalt wie Produkte aus „normaler“ Milch.

Nicht verwechseln: Laktoseintoleranz und Kuhmilchallergie

Oft wird der Begriff Laktoseintoleranz in einem Atemzug mit dem Begriff Kuhmilchallergie genannt oder sogar das eine als Synonym für das andere verwendet. Das ist falsch.

Während bei der Laktoseintoleranz das Laktase-Enzym fehlt und deshalb der Milchzucker in allen Milchprodukten vom Körper nicht gespalten werden kann und damit nicht vertragen wird, ist eine Kuhmilchallergie die Reaktion auf gewisse Milcheiweisse (meist beta-Lactoglobulin und Casein) in der Kuhmilch. Muttermilch vertragen Säuglinge mit Kuhmilchallergie häufig gut. In manchen Fällen ist es jedoch notwendig, dass sich die stillende Mutter kuhmilcheiweissfrei ernährt.

Die Kuhmilchallergie gehört zu dem am häufigsten auftretenden Nahrungsmittelallergien im Säuglings- und Kleinkindalter. Typische Symptome sind Magen-Darm-Probleme, die mit heftigen Koliken einhergehen und Hautausschlag.

Laktoseintoleranz

Bei der Laktoseintoleranz wird das Verdauungsenzym Laktase nicht oder nur ungenügend produziert. Dies führt zu Blähungen, Durchfall oder Bauchschmerzen. Das Enzym ist nötig, um die Laktose (Milchzucker) in seine Bestandteile zu spalten. In der Schweiz leidet ungefähr jede fünfte Person an einer Laktoseintoleranz.

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Ursachen und Auslöser

Der Milchzucker (Laktose) ist ein Zweifachzucker, bestehend aus Schleimzucker (Galaktose) und Traubenzucker (Glukose). Laktose kommt natürlicherweise in der Milch von Säugetieren vor. Kleinere Mengen Laktose werden Nahrungsmitteln aber auch bei der industriellen Herstellung, sowie Fertigprodukten, Gewürzzubereitungen oder Medikamenten zugefügt.

Normalerweise wird der Milchzucker im Dünndarm durch das Enzym Laktase in seine zwei Bestandteile gespalten, denn nur so können diese über den Darm ins Blut aufgenommen werden. Wenn durch Vererbung oder, ausgelöst durch eine andere Krankheit, ein Laktasemangel besteht, wird von einer Laktoseintoleranz gesprochen. Anstatt ins Blut gelangt der Milchzucker unverdaut in den Dickdarm und wird dort von Bakterien vergoren.

Symptome

Die im Dickdarm gebildeten Gase und die Wasseransammlung führen zu den typischen Symptomen wie zum Beispiel Blähungen, Bauchkrämpfe, Durchfall, Übelkeit, Wind, Verstopfung, Erbrechen und saurer Stuhlgang (führt bei Kindern häufig zu entzündlichen Hautveränderungen rund um den Anus). Eine Laktosintoleranz führt nicht zu einer lebensbedrohlichen Situation. Sie kann für Betroffene aber sehr unangenehm und einschränkend sein.

Diagnose und Differenzialdiagnose

Häufig bemerken Betroffene, dass sie Milch und Milchprodukte nicht gut vertragen und beobachten typische Symptome einer Laktoseintoleranz. Es kann für den Arzt hilfreich sein, wenn die gegessenen Nahrungsmittel und die beobachteten Beschwerden in einem Ess-Symptom-Tagebuch festgehalten werden.

Zuverlässige Methoden zur Bestätigung der Diagnose bzw. Differenzialdiagnose liefern der H2-Atemtest und ein Gentest im Blut.

Andere Nahrungsmittelintoleranzen wie Fruktosemalabsorption und Zöliakie können ähnliche Symptome auslösen. Bei Säuglingen und Kleinkindern könnte auch eine allergische Reaktion auf Milcheiweiss für die Beschwerden verantwortlich sein.

Behandlung / Therapie

Die Therapie der Laktoseintoleranz wird in Form einer laktosearmen Ernährung durchgeführt. Betroffene sollten sich nach der Diagnose für kurze Zeit so gut wie möglich laktosefrei ernähren. In einer anschliessenden Testphase wird die individuelle Verträglichkeit der Laktose ermittelt. Mit einer Fachperson (z.B. Ernährungsberatung) können individuelle Ernährungsempfehlungen zusammengestellt werden.

Es besteht die Möglichkeit, das fehlende Enzym Laktase in Form von Kapseln oder Tabletten einzunehmen.

Tipps und Tricks

  • Laktose wird in der Regel besser vertragen, wenn gleichzeitig fett- oder eiweissreiche Nahrungsmittel gegessen werden.
  • Kleine Mengen laktosehaltiger Nahrungsmittel (12 g pro Tag), über den Tag verteilt gegessen, sind meist gut verträglich.
  • Reifer Käse wird oft gut vertragen, denn während des Reifungsprozesses wird der grösste Teil der Laktose durch Bakterien abgebaut.
  • Butter enthält nur Spuren von Laktose und ist daher gut verträglich.
  • Sauermilchprodukte enthalten weniger Milchzucker als reine Milch, weil die Bakterien bei der Milchsäuerung die Laktose in Milchsäure umwandeln.
  • Im Detail- und Fachhandel ist eine grosse Anzahl von laktosefreien Spezialprodukten erhältlich.

Redaktion: aha! Allergiezentrum Schweiz, in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Beirat. Für Prävalenzzahlen siehe Quellenverweise.

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Laktoseintoleranz beim Baby? Stillen bleibt die beste Option

Auch medizinische Fachleute empfehlen mitunter laktosefreie Säuglingsmilch, obwohl diese bei gestillten Kindern deutlich mehr schaden als nützen. (© Blaj Gabriel)

Eltern von Schreibabys hören häufig den Hinweis, ihr Baby könne unter einer Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) leiden und bräuchte deshalb laktosefreie Spezialnahrung für Säuglinge. Dabei kommt eine echte Laktoseintoleranz bei gestillten Säuglingen nur sehr selten vor. Eine Laktose-Überlastung durch eine zu hohe Milchproduktion kann allerdings eine Laktoseintoleranz vortäuschen. Stillende Mütter sollten sich nicht verunsichern lassen und auf keinen Fall abstillen. Sie können das Stillmanagement optimieren oder – in den seltenen Einzelfällen einer tatsächlichen Laktoseintoleranz – das Enzym Laktase zur abgepumpten Muttermilch hinzufügen.

Symptome einer Laktoseintoleranz

Menschen mit Laktoseintoleranz sind nicht in der Lage Milchzucker zu verdauen, da bei ihnen das Enzym Laktase, das im Dünndarm den Milchzucker (Laktose) spaltet, fehlt oder inaktiv ist. Wenn betroffene Menschen milchzuckerreiche Nahrung, vor allem Milch verzehren, treten bei ihnen Krankheitssymptome auf: Unterbauchschmerzen, Bauchkrämpfe, Durchfall, Übelkeit, Völlegefühl, oder Blähungen. Die Symptome beginnen 30 Minuten bis zwei Stunden nach dem Verzehr der Milch. Schulkinder und Erwachsene mit Laktoseintoleranz werden durch den Verzicht auf Milch und Milchprodukte symptomfrei.

Säuglinge mit einer echten Laktoseintoleranz haben anhaltenden Durchfall und eine Gedeihstörung: Sie nehmen nicht genug zu. Wenn ein Baby also viel schreit, sich aber gleichzeitig gut entwickelt, dann kann eine echte Laktoseintoleranz ausgeschlossen werden. Aber selbst Gedeihstörungen sind bei gestillten Kindern kein Anlass zum Wechsel zu einer künstlichen Säuglingsmilch aus der Flasche. Meist muss das Stillmanagement unter professioneller Stillberatung optimiert werden (siehe unser Verzeichnis für Stillberaterinnen).

Was ist der Unterschied zwischen einer Laktoseintoleranz und einer Kuhmilchunverträglichkeit?

Bei einer Laktoseintoleranz kann der Körper Zuckerbestandteile der Milch nicht verdauen (© Yana Gayvoronskaya)

Laktoseintoleranz ist etwas anderes als die Kuhmilchunverträglichkeit. Bei einer Laktoseintoleranz kommt das Verdauungssystem durcheinander, weil es den Milchzucker (Laktose) in der Muttermilch oder der Säuglingsnahrung nicht abbauen kann. Dazu fehlt ihm das Enzym Laktase. Der Milchzucker ist ein Zweifachzucker, der im Darm durch das Enzym Laktase in Glukose (Traubenzucker) und Galaktose (Schleimzucker) gespalten wird. Eine echte Laktoseintoleranz im Säuglingsalter ist sehr selten.

Bei einer Kuhmilchunverträglichkeit reagiert der Körper auf Eiweißbestandteile in der Kuhmilch mit einer fehlgeleiteten Immunreaktion. Diese Kuhmilchproteine kommen auch in normaler Säuglingsnahrung vor. Auch in die Muttermilch können sie in geringen Mengen übertreten, wenn die Mutter Milch oder Milchprodukte verzehrt. Eine Kuhmilchunverträglichkeit kommt im Säuglingsalter recht häufig vor.

⇒ Wenn ein Baby auf Kuhmilch mit Symptomen reagiert, dann handelt es sich fast immer um eine Kuhmilchunverträglichkeit und nicht um eine Laktoseintoleranz.

Bei einer Kuhmilchunverträglichkeit reagiert das Immunsystem auf Proteinbestandteile der Kuhmilch, die auch in die Muttermilch übergehen können, wenn die Mutter Milch oder Milchprodukte verzehrt (© Marek Uliasz)

Beide Unverträglichkeitsreaktionen kommen bei Flaschenkindern deutlich häufiger vor als bei gestillten Säuglingen, d.h. Stillen wirkt vorbeugend. Aber auch gestillte Kinder können manchmal erkranken: Schätzungsweise 1-3% von vollgestillten Babys entwickeln eine Kuhmilchunverträglichkeit. Bei einer Kuhmilchunverträglichkeit muss die Mutter aus ihrem Ernährungsplan Milch und Milchprodukte vorübergehend (meist für wenige Monate) streichen. Nach einer Pause von wenigen Monaten kann die stillende Mutter Kuhmilch wieder langsam zu sich nehmen und testen, ob das Baby Symptome aufweist. Meist geht die Kuhmilchunverträglichkeit noch während der Stillzeit vorüber und die Mutter kann weiterstillen und essen, was ihr schmeckt.

Die Industrie deckt beide Unverträglichkeiten mit derselben Milch- und Laktose-freien Spezialnahrung auf Sojabasis ab, da eine Milchzuckerunverträglichkeit äußerst selten ist und eine eigene Spezialnahrung sich nicht rentieren würde. Gestillte Kinder brauchen keine industrielle Spezialnahrung, weder bei der Kuhmilch- noch bei der Laktose-Unverträglichkeit. Ein Wechsel auf laktosefreie Spezialnahrung bringt bei gestillten Babys deutlich mehr Schaden als Nutzen.

Die angeborene Laktoseintoleranz

Die angeborene (congenitale) Laktoseintoleranz ist extrem selten und entsteht durch eine genetische Mutation des Enzyms Laktase, wodurch dieses Enzym den Milchzucker nicht spalten kann. Die angeborene Laktoseintoleranz geht mit einem schweren Durchfall, Dehydrierung und massiven Gedeihstörungen einher und fällt bereits in der ersten Lebenswoche auf. Betroffene Babys können den Milchzucker, die Hauptenergiequelle ihrer Nahrung, nicht verwerten. Vor dem 20. Jahrhundert hatten betroffene Babys keine Überlebenschance. Diese Erkrankung ist nach wie vor extrem selten. In Finnland, wo die angeborene Laktoseintoleranz weltweit am häufigsten vorkommt, ist schätzungsweise ein Baby von 60.000 betroffen. In Deutschland kommen nur einzelne Babys mit dieser Erkrankung auf die Welt.

Laktoseintoleranz jenseits der Stillzeit: Die primäre Laktoseintoleranz

Eine Laktoseintoleranz macht sich in der Regel ab dem Schulalter bemerkbar und betrifft vor allem Erwachsene. (© Peggy Zoellner)

Bei der Mehrheit (>70%) der Weltbevölkerung tritt eine Laktoseintoleranz mehrere Jahre nach dem Abstillen auf, meist ab dem Schulalter, frühestens ab dem Kindergartenalter. Hierbei bildet der Körper im Laufe der Jahre weniger Laktase. Die Laktoseintoleranz jenseits der Stillzeit, die „primäre Laktoseintoleranz“ genannt wird, ist keine Erkrankung, sondern eine normale genetische Veranlagung. In Europa ist diese genetische Veranlagung relativ selten – es wird geschätzt, dass etwa 5% bis 20% der deutschen Erwachsenenbevölkerung eine Milchzuckerunverträglichkeit haben. In vielen asiatischen und afrikanischen Regionen hingegen haben die meisten Erwachsenen (>90%) eine Laktoseintoleranz, auch in Südeuropa kommt sie deutlich häufiger vor als in Nordeuropa. In diesen Bevölkerungsgruppen verzehren die Menschen keine Milch und Milchprodukte von Tieren, nur Säuglinge und Kleinkinder trinken die Milch ihrer Mutter. Daher wird Laktase jenseits der Stillzeit nicht mehr gebraucht.

Wenn eine Frau mit primärer Laktoseintoleranz ein Baby bekommt, kann das Baby trotzdem normal gestillt werden, schließlich kann es im Säuglingsalter Milchzucker noch problemlos verdauen, selbst wenn die Mutter die primäre Laktoseintoleranz auf ihr Kind vererben sollte. Die Unverträglichkeit tritt erst im späteren Leben auf.

Erworbene Laktoseintoleranz beim Baby

Eine Laktoseintoleranz beim Baby kann in seltenen Fällen vorübergehend auch ohne angeborenen Gendefekt auftreten. Dies ist bei Frühgeborenen, die vor der 34. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommen, der Fall, weil zu diesem frühen Zeitpunkt im Darm noch keine Laktase gebildet wird. Durch die Reifung des Verdauungssystems verschwindet das Problem.

Auch bei termingeborenen Babys kann eine erworbene Laktoseintoleranz infolge von schweren Durchfällen oder entzündlichen Darmerkrankungen auftreten. Die durch Erkrankungen erworbene Laktoseintoleranz wird in Fachkreisen sekundäre Laktoseintoleranz genannt. Möglicherweise führen Infektionen, Antibiotika, Allergien, Autoimmunerkrankungen oder Unverträglichkeitsreaktionen gegen bestimmte Lebensmittel aus der Muttermilch (z.B. eben eine Kuhmilchunverträglichkeit) zu einer vorübergehenden Laktoseintoleranz. Diese erworbene Laktoseintoleranz verläuft allerdings bei weitem nicht so schwer wie die angeborene. Nachdem sich der Darm erholt hat, geht auch die Laktoseintoleranz vorüber, eine spezielle laktosefreie Nahrung ist nicht erforderlich. Die beste Vorbeugung gegen Darmerkrankungen ist übrigens das Stillen selbst. Gestillte Babys und Kleinkinder leiden deutlich seltener unter Darmerkrankungen als nicht gestillte. Selbst wenn sie sich anstecken, werden sie nicht so schwer krank und erholen sich schneller als Babys, die mit künstlicher Säuglingsmilch ernährt werden. Auch während eines Durchfalls ist das weitere Stillen die beste Therapie.

Manche Eltern halten den normalen Stuhlgang eines Babys für einen Durchfall. Daher ist es wichtig zu wissen, dass Muttermilchstuhl goldgelb, weich bis flüssig ist und bis zu zehn Stühle am Tag normal sind. In Bezug auf den Stuhlgang gibt es sehr große individuelle Unterschiede. Auch sehr seltener Stuhlgang ist in der Stillzeit in aller Regel kein Anlass zur Beunruhigung.

Stillfreundliche Behandlung einer Laktoseintoleranz im Säuglingsalter

Auch eine Laktoseintoleranz beim Baby kann im Einklang mit Stillen oder Muttermilchernährung behandelt werden (© Alexander Raths)

In Deutschland bieten mehrere Säuglingsnahrungshersteller laktosefreie Säuglingsmilch auf Sojabasis an, die im Falle einer Laktoseintoleranz oft empfohlen wird. Sie wird gerne auch für weitere Babys, die viel weinen oder Bauchschmerzen haben, eingesetzt, ohne gesicherte Diagnose einer Laktoseintoleranz, zumal es im Säuglingsalter nicht so einfach ist, eine sichere Diagnose zu stellen. Der Nachweis von Laktose im Stuhl kann bei Säuglingen auch andere Gründe haben und ist kein sicherer Nachweis einer Laktoseintoleranz.

Wahrscheinlich erhalten viel zu viele Babys laktosefreie Spezialnahrung, obwohl sie keine Laktoseintoleranz haben. Besonders tragisch ist es, wenn stillende Mütter zur Spezialnahrung wechseln, um ihrem Baby auf diese Weise helfen zu wollen. Künstliche Säuglingsnahrung hat erhebliche gesundheitliche Nachteile im Vergleich zum Stillen, dies gilt auch für Säuglingsnahrung auf Sojabasis. Exzessives Weinen, Koliken usw. können viele Ursachen haben. Eine echte Laktoseintoleranz ist gerade bei gestillten Babys unwahrscheinlich.

In den seltenen Fällen, wo Babys tatsächlich eine Laktoseintoleranz haben, kann der Milchzucker in der abgepumpten Muttermilch durch das zugesetzte Enzym Laktase gespalten und so für das Baby aufbereitet werden. Laktasepräparate sind u.a. in Apotheken und Drogerien erhältlich. Wie viel Enzym zugesetzt wird und wie lange es in der Milch einwirken soll, hängt vom Präparat ab und sollte mit dem behandelnden Kinderarzt oder dem Apotheker besprochen werden. Muttermilch enthält etwa 7 g Laktose in 100 ml. Die so aufbereitete Muttermilch ist sehr viel gesünder als die Milch- und laktosefreie Spezialnahrung der Säuglingsnahrungsindustrie. Auf diese Weise kann eine Laktoseintoleranz im Einklang mit der Muttermilchernährung behandelt werden.

Es gibt auch Laktasepräparate, die man dem Baby direkt in den Mund tropfen oder mit dem Löffel geben kann. So ist direktes Stillen theoretisch möglich. Die Laktasetropfen werden kurz nach dem Stillen oder beim Wechseln von der einen Brust zur zweiten verabreicht. Allerdings wird das Enzym bereits im Magen abgebaut und nur kleine Mengen erreichen den Darm, wo das Enzym wirkt. Daher funktioniert dieser Weg nur in seltenen Fällen.

Eine Laktose-Überlastung lässt sich durch die Änderung des Stillmanagements behandeln

Symptome einer Laktoseintoleranz (Schreien, Blähungen, schwallartige, wässrige, schäumende, grünliche Stühle, evtl. schlechte Gewichtszunahme) können auch durch suboptimales Stillmanagement auftreten, obwohl das Baby gesund ist und Laktose eigentlich verdauen kann. Wenn das Baby zu viel kalorienarme Vorder- und zu wenig Fett- und kalorienreiche Hintermilch trinkt, dann muss es sehr viel Milch trinken, um satt zu werden. Auf diese Weise erreichen große Mengen Milchzucker den Darm des Babys, das es auf einmal nicht verdauen kann. Dies kann zu Symptomen einer Laktoseintoleranz führen. Diesen Zustand nennt man in Fachkreisen Laktose-Überlastung (lactose overload) aufgrund eines Vorder-/Hintermilch-Ungleichgewichts (foremilk-hindmilk imbalance).

Die fettreiche Hintermilch sättigt den Hunger.

Die wässrige Vordermilch löscht hauptsächlich den Durst.

Dieses Ungleichgewicht von Vorder- und Hintermilch tritt auf, wenn die Mutter zu viel Milch hat (vor allem in den ersten Monaten, bis sich die Milchbildung auf die Bedürfnisse des Babys eingestellt hat), über eine große Speicherkapazität verfügt (d.h. ihre Brüste können recht viel Milch auf einmal speichern), und beim Stillen die Seite wechselt, bevor das Baby die erste Seite gründlich geleert hat. Denn je stärker die Brust entleert wird, umso höher ist der Fett- und Kaloriengehalt der Milch. Entleert das Baby eine Brust nur wenig und wird trotzdem auf die andere Brust gelegt, dann erhält es viel Vordermilch und zu wenig Hintermilch.

Dieses Problem kann durch die Optimierung des Stillmanagements behoben werden:

Die Brustkompression imitiert einen Milchspendereflex. Wenn der Milchfluss nachgelassen hat und das Baby nicht mehr schluckt, kann die Brust zusammengedrückt werden. So fließt wieder Milch und die Brust wird stärker entleert (© Lubos Chlubny).

  • Stillen nach Bedarf und nicht nach der Uhr
  • Bei einer Stillmahlzeit nur eine Brust anbieten, bis das Baby diese gründlich entleert hat (die Brust fühlt sich merkbar kleiner und weicher an). Wenn das Baby mit dem Stillen aufhört, bevor es eine Brust gründlich geleert hat, dann beim nächsten Stillen das Baby wieder an dieselbe Brust legen.
  • Wenn das Baby eine Brust weitgehend geleert hat und nicht mehr effektiv trinkt (nur noch nuckelt oder ist dabei einzudösen), kann die Mutter die Brustkompression anwenden. Durch diese Brustkompression wird die Brust noch effektiver geleert und das Baby erhält somit sehr fettreiche Hintermilch.
  • Wenn das Baby die erste Brust gründlich geleert hat und trotz Brustkompression nicht mehr trinkt, dann darf es an der zweiten Brust weitertrinken. Beim nächsten Stillen fängt man dann mit der zweiten Brust an, die noch voller ist.
  • Die zweite Brust, die zunächst nicht entleert wird, kann unangenehm voll werden. Dieser Zustand trägt dazu bei, dass die Milchbildung sich verlangsamt. Dies ist bei einer Laktose-Überladung wünschenswert. Wenn die Spannung der Brust unangenehm ist, dann soll gerade so viel Milch per Hand oder Pumpe entleert werden, dass die Spannung wieder tolerierbar wird.

Diese Vorgehensweise hilft die überschüssige Milchbildung zu drosseln und das Baby bekommt mehr kalorienreiche Hintermilch. Die Symptome einer Laktoseintoleranz gehen zurück.

Auch ein zu starker Milchspendereflex bei der Mutter kann zur Unruhe an der Brust und zu Verdauungsproblemen führen. Auch diese Symptome können mit einer Laktoseintoleranz verwechselt werden. Bei einem sehr starken Milchspendereflex hat die Mutter in der Regel sehr viel Milch, die richtig spritzt, sobald das Baby an die Brust geht. Die Milch kommt sehr schnell, das Baby ist überfordert mit dem starken Milchfluss. Es lässt die Brust los, wird unruhig, verschluckt sich, hustet, weint. usw. Nach einer Pause geht es dann wieder an die Brust zurück. Nach dem Stillen stößt es viel auf, spuckt viel Milch und hat evtl. auch explosive Stühle. Diese Babys nehmen in der Regel sehr schön zu.

In einer zurückgelehnten Position verlangsamt sich der Milchfluss (© Nikolay Suslov)

Folgende Maßnahmen können den Milchfluss verlangsamen:

  • Auf dem Rücken stillen: Stillen gegen die Gravitationskraft verlangsamt den Milchfluss. Wenn das Baby mit dem langsamen Milchfluss nach den ersten Schlücken nicht mehr zufrieden ist oder einschläft, dann kann sich die Mutter aufsetzen und das Stillen so fortsetzen.
  • Die Mutter drückt vor dem Stillen etwas Milch aus der Brust ab, um den ersten Milchspendereflex auszulösen. Anschließend spritzt die Milch nicht mehr so heftig, wenn das Baby rangeht.
  • Die Mutter lässt das Baby viel aufstoßen und ermöglicht ihm häufige Pausen, um sich vom starken Milchfluss zu erholen
  • Bessere Positionierung beim Stillen. Wenn das Baby sein Kinn nach unten, zum Brustkorb hin drücken muss, kann es nicht so effektiv trinken. Ist das Kinn weiter oben, indem der Kopf stärker nach hinten geneigt wird, dann kann das Baby besser schlucken. Das Kinn des Babys soll außerdem in die Brust gedrückt, die Nase frei sein.

Mehr über die Problematik und die Reduktion der Milchbildung siehe im Artikel Zu viel Milch. Bei der Optimierung des Stillmanagements können stillerfahrene Hebammen und Stillberaterinnen sehr hilfreich sein (siehe unser Verzeichnis für qualifizierte Stillberaterinnen).

Quellen:

Laktosetoleranz-Test

Zur Diagnose der Laktosetoleranz gibt es heutzutage zwei Verfahren, die standardmäßig eingesetzt werden. (Dave Pot / )

Um den Verdacht einer Laktoseintoleranz zu bestätigen, stehen verschiedene Tests zur Verfügung. Die heute gängigen Testverfahren zur Ermittlung der Laktoseintoleranz sind der H2-Atemtest und der Laktosetoleranztest.

H2-Atemtest

Der H2-Atemtest (Wasserstoffatemtest) ist derzeit das Standardverfahren zum Nachweis einer Laktoseintoleranz. Der Patient erhält dabei 50g Laktose, aufgelöst in Wasser oder Tee, zum Trinken.

Bei geringer Laktaseaktivität, wie dies bei einer Laktoseintoleranz der Fall ist, wird ein Großteil des aufgenommenen Milchzuckers erst im Dickdarm von den dort vorhandenen Bakterien vergoren. Dabei entsteht unter anderem gasförmiger Wasserstoff (H2), der über das Blut zur Lunge gelangt und abgeatmet wird. Diese Wasserstoffkonzentration in der Ausatemluft kann gemessen werden und liefert Rückschlüsse auf die Laktoseverwertung im Dünndarm.

++Mehr zum Thema: H2-Atemtest ++

Laktosetoleranztest

Mit dem Blutzuckertest wird der Anstieg des Blutzuckerspiegels nach Laktosezufuhr gemessen. Das Prinzip dahinter ist folgendes: Bei einer Laktoseintoleranz wird Laktose nicht bzw. nur vermindert aus dem Darm aufgenommen und verwertet. Steigt der Blutzuckerspiegel nach Einnahme von Laktose nicht an, weist dies daher auf eine Laktoseintoleranz hin.

Durchführung

Vor der Durchführung eines Laktosetoleranztests sollte etwa zehn Stunden (bzw. seit dem Vorabend) nichts mehr gegessen und nur Wasser getrunken werden. Der Arzt wird Sie auch darüber informieren, ob Sie Ihre Medikamente wie gewohnt einnehmen dürfen und was Sie außerdem beachten müssen.

Der Test wird meist morgens, immer jedoch auf nüchternen Magen, durchgeführt. Zunächst wird anhand einer ersten Blutabnahme der Nüchtern-Blutzuckerspiegel gemessen, die Blutabnahme erfolgt aus der Vene.

Danach bekommt man 50g Laktose, aufgelöst in einem Glas Wasser, zu trinken (für Kinder gelten andere Werte!). Anschließend wird über eine Dauer von insgesamt zwei Stunden im Abstand von jeweils 30 Minuten erneut Blut abgenommen (also 30, 60, 90 und 120 Minuten nach Laktoseeinnahme) und der Blutzuckerspiegel wiederholt gemessen.

Wie beim H2-Atemtest kann es dabei zu den typischen Symptomen einer Laktoseunverträglichkeit, wie Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall kommen. Dies kann die Diagnose noch erhärten.

Das Ergebnis

Normalerweise wird Laktose im Dünndarm durch das Enzym Laktase in Galaktose und Glukose gespalten. Nach dieser Spaltung und nach der Aufnahme in die Blutbahn steigt der Blutzucker (Glukose) im Regelfall zumindest in einem gewissen Ausmaß an. Bei einem Blutzuckeranstieg um mehr als 20 mg/dl über dem gemessenen Ausgangswert, kann davon ausgegangen werden, dass Laktose in ausreichendem Maß aufgespalten und resorbiert werden kann.

Wird der Milchzucker bei mangelnder Laktaseaktivität hingegen nur unvollständig gespalten und daher wenig Glukose über die Darmschleimhaut aufgenommen, ist der Blutzuckeranstieg nur gering. Das spricht für das Vorliegen einer Laktoseintoleranz. Da dieser Test viele Blutabnahmen erfordert, wurde er mittlerweile weitgehend durch den Atemtest ersetzt. Außerdem wird dieser Test von der individuellen Verarbeitung von Glukose (z.B. bei Vorliegen von latentem Diabetes mellitus) beeinflusst.

Andere Diagnosemöglichkeiten

Weitere Möglichkeiten, eine Laktoseintoleranz zu diagnostizieren, sind die Durchführung einer Dünndarmbiopsie oder eines Gentests. Diese Verfahren sind jedoch sehr aufwändig und haben in der Praxis kaum Relevanz.

++ Mehr zum Thema: Diagnose Laktoseintoleranz ++

++ Zurück zu: Laktoseintoleranz Übersicht ++

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Autoren:
Helga Quirgst,MSc (Februar 2015)
Medizinisches Review:
OA Dr. Kurt König
Redaktionelle Bearbeitung:
Dr.med. Kerstin Lehermayr, Dr. med. Stefanie Sperlich (Februar 2015)

Stand der medizinischen Information: September 2015

Homepage der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung ÖGE: Laktoseintoleranz; http://www.oege.at/index.php/component/content/article/55-bildung-information/diaetetik/allergien-unvertraeglichkeiten/1810-laktoseintoleranz; (zuletzt abgerufen 21.09.2015)
Renz-Polster H., Krautzig S., Braun J.; Basislehrbuch Innere Medizin; Elsevier GmbH München; 5. Auflage 2012
G. Herold: Innere Medizin – Eine vorlesungsorientierte Darstellung; 2013
Kerber M, Oberkanins C, Elsenmann A, Datta B und Ledochowski M: Neue Erkenntnisse zur Laktoeintoleranz. ERNÄHRUNG/NUTRITION, VOLUME 32, 10-2008
Hovde, O. et al.: A comparison of diagnostic tests for lactose malabsorption – which one is the best? In: Biomed Central Gastroenterology 2009, S. 82.

Laktoseintoleranz-Test – So testet man zuhause und beim Arzt (inkl. kostenlosem Selbsttest)

Die Laktoseintoleranz zählt zu den häufigsten Nahrungsmittelunverträglichkeiten in Deutschland. Man geht davon aus, dass bis zu 20 Prozent der Bevölkerung unter dieser Unverträglichkeit leiden. Dabei werden viele Betroffene nie von einem Arzt getestet, sondern führen Selbsttests durch. Nehmen Betroffene den Milchzucker Laktose mit der Nahrung auf, reagieren sie mit Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall. Die Symptome sind von Person zu Person unterschiedlich ausgeprägt. Deshalb fragen sich viele Menschen in Deutschland, ob sie tatsächlich unter einer Laktoseintoleranz leiden und wie sich dieser Verdacht bestätigen lässt. Im Text erfährst Du, wie man auf Laktoseintoleranz testet und wie verlässlich die gängigen Tests sind.

Welche Tests gibt es für Laktoseintoleranz?

Um zu verstehen, welche Tests bei dem Verdacht auf eine Laktoseintoleranz zum Einsatz kommen ist es wichtig, die Grundlagen dieser Erkrankung zu kennen.

Grundlagen der Laktoseintoleranz

mehr infos

Die Laktose (Milchzucker) ist ein zusammengesetzter Zucker, ein sogenanntes Disaccharid. Sie setzt sich aus den Einzelzuckern (Monosacchariden) Galaktose und Glukose zusammen. Im Darm spaltet das Enzym Laktase die Laktose in ihre Bestandteile. Denn nur die Einzelzucker Galaktose und Glukose können vom Darm aufgenommen werden. Ungespaltene Laktose hingegen kann der Körper nicht verwerten.

Menschen, die unter Laktoseintoleranz leiden, haben weniger Laktase als Gesunde. Die Laktose kann von ihnen nicht vollständig gespalten werden und wandert in tiefere Darmabschnitte. Dort beginnen Bakterien die Laktose zu verarbeiten. Bei diesem Prozess entstehen Gärungsprodukte, zu denen etwa Wasserstoff, Kohlendioxid und kurzkettige Fettsäuren zählen. Eine Anhäufung dieser Abbauprodukte führt zu den typischen Symptomen der Laktoseintoleranz:

  • Blähungen
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall

Um die Diagnose „Laktoseintoleranz“ zu stellen, empfiehlt sich ein Vorgehen in mehreren Stufen. Zuerst sollte, wie bei allen Nahrungsmittelunverträglichkeiten, versucht werden, die auslösenden Nahrungsmittel genauer einzugrenzen. Hier spielen zwei Verfahren eine wichtige Rolle:

  • Intoleranzen-Selbsttest
  • Ernährungstagebuch

Ein Selbsttest zielt darauf ab, das mögliche Vorliegen einer Intoleranz genauer einzugrenzen. Ein solcher Selbsttest, der Beschwerden anhand spezifischer und sorgfältig ausgewählter Fragen analysiert, kann beispielsweis online durchgeführt werden. Ist der Verdacht einer Unverträglichkeit so erhärtet, kann mit Hilfe eines Ernährungstagebuchs dann versucht werden, die auslösenden Lebensmittel und Situationen noch genauer zu erfassen. Wir empfehlen als Ernährungstagebuch die App Cara, die Du hier kostenlos zum Download findest. Aufbauend hierauf haben wir eine spezielle Ernährungstherapie entwickelt, bei der du von deiner Ernährungsberaterin begleitet wirst. Finde hier heraus, ob das Programm für dich in Frage kommt und vereinbare ein kostenloses Erstgespräch.

Diesen ersten Stufen schließt sich in aller Regel eine ausführliche ärztliche Diagnostik an. Der Arzt wird unter anderem ein ausführliches Anamnesegespräch führen, eine Allergiediagnostik durchführen und verschiedene Tests anwenden, um die Diagnose „Laktoseintoleranz“ zu stellen. Zu diesen Tests zählen

  1. Laktose-Provokationstest
  2. H2-Atemtest
  3. genetische Untersuchungen

Diese Tests können das Vorliegen der Erkrankung bestätigen.

Wie funktioniert der Selbsttest auf Laktoseintoleranz?

Ein Selbsttest kann Dir helfen, den anfänglichen Verdacht auf das Vorliegen einer Laktoseintoleranz zu erhärten. Der Selbsttest nutzt sorgsam ausgewählte Fragen zu Beschwerden und Ernährungsgewohnheiten, um zu überprüfen, ob Deine Beschwerden zu dem Bild einer Laktoseintoleranz passen.

Kann man den Laktoseintoleranz-Selbsttest online durchführen?

Hier geht’s zum Laktoseintoleranz-Selbsttest.

Cara Care bietet kostenlos verschiedene, von Ärzten entwickelte, Selbsttests auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten an, unter anderem auch einen Test auf Laktoseunverträglichkeit. Mit Hilfe des Fragebogens, der online in weniger als zehn Minuten ausgefüllt werden kann, erstellt reizdarm.one eine umfangreiche Auswertung, die Patienten sofort per E-Mail erhalten.

Ersetzt der Laktoseintoleranz-Selbsttest den Arztbesuch?

Der Selbsttest auf Laktoseintoleranz ist aufgrund der sorgsam ausgewählten Fragen sehr verlässlich. Er sollte allerdings immer in Ergänzung zu einer ärztlichen Untersuchung durchgeführt werden, nicht als Ersatz für diese. Betroffene können den Test also beispielsweise vor einem Arztbesuch durchführen, um dem Arzt eine Hilfestellung zu geben und vorbereitet in das ärztliche Gespräch zu gehen.

Was, wenn der Selbsttest eine Laktoseintoleranz bestätigt?

Um die Ergebnisse des Tests zu unterstützen ist es sinnvoll, für einige Zeit – zum Beispiel für zwei Wochen – ein Ernährungstagebuch zu führen. In einem solchen Tagebuch wird jede Mahlzeit erfasst und mit möglichen Beschwerden in Verbindung gebracht. Das ermöglicht Patienten eine gute Übersicht über ihre Beschwerden und deren auslösende Faktoren und kann weitere wichtige Hinweise auf das Vorliegen einer Laktoseintoleranz geben.

Gibt es noch weitere Selbsttests auf Laktoseintoleranz?

Es besteht die Möglichkeit, zu Hause selbst einen sogenannten „Provokationstest“ durchzuführen. Im Grunde handelt es sich dabei um die kontrollierte Einnahme von Laktose, um das Auftreten von Beschwerden zu provozieren.

Wichtig ist, dass ein solcher Test nicht durchgeführt werden sollte, wenn Du auf den Verzehr von Milch und Milchprodukten bereits sicher mit Beschwerden reagierst oder wenn bei Dir bereits eine Laktoseintoleranz bekannt ist. Auch wenn Du auf Milch oder Milchprodukte allergisch reagierst (Kuhmilcheiweißallergie), solltest Du den Selbsttest nicht durchführen.

Wie wird der Provokationstest zu Hause durchgeführt?

Provokationstest für zuhause

Der Test wird am besten morgens und auf nüchternen Magen durchgeführt. Trink 250 ml Milch in kurzer Zeit. Im Anschluss daran warte etwa 30 – 60 Minuten und beobachte, ob Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall auftreten. Wenn Du diese Beschwerden beobachtest, ist das Vorliegen einer Laktoseintoleranz wahrscheinlich.

Als zusätzliche Sicherheit kannst Du den Test mit laktosefreier Milch „verblinden“. Das bedeutet, dass Du zusätzlich 250 ml laktosefreie Milch bereitstellst und dann blind eines der Gläser trinkst – ohne zu wissen, ob sich darin laktosefreie oder laktosehaltige Milch befindet. Markiere einfach die Gläser vorher, um später zu sehen, welche Milch Du gewählt hast. Dann fahre wie gewohnt fort und vermerke alle Beschwerden, die auftreten.

Nachdem der Test beendet ist, überprüfst Du, welche Milch Du tatsächlich zu Dir genommen hast. Falls Du tatsächlich unter einer Laktoseintoleranz leidest, sollte laktosehaltige Milch die Beschwerden auslösen, laktosefreie Milch allerdings nicht zu Beschwerden führen.

Wie testet der Arzt auf Laktoseintoleranz?

Dem Arzt stehen verschiedene diagnostische Tests zur Verfügung. Zu aller erst wird der Arzt eine ausführliche Anamnese mit Dir machen, in deren Rahmen er unter anderem Deine Essgewohnheiten und Beschwerden sorgfältig erfasst.

Auch eine Allergieanamnese und –testung sollte durchgeführt werden. So kann ausgeschlossen werden, dass die Beschwerden durch eine Nahrungsmittelallergie und nicht durch eine Laktoseunverträglichkeit zustande kommen.

In seltenen Fällen führt der Arzt einen Provokationstest durch. Er gibt seinem Patienten eine Laktoselösung zu trinken, die 25 Gramm Laktose enthält. Danach erfasst er, ähnlich wie beim Selbsttest, mithilfe eines Symptom-Scores die Beschwerden des Patienten und schließt daraus auf eine Laktoseintoleranz. Statt eines Provokationstests wird heutzutage auch häufig ein sogenannter H2-Atemtest durchgeführt.

Für die Laktoseintoleranz existiert außerdem ein Gentest. Um einen solchen Test durchzuführen, braucht der Arzt das explizite Einverständnis des Patienten. Der Test untersucht die Gene, die für das Enzym Laktase kodieren. So kann der Arzt nachvollziehen, ob das Enzym bei dem jeweiligen Patienten ausreichend vorhanden ist oder ob ein Mangel vorliegt.

Wie verlässlich sind Laktoseintoleranz-Tests für zuhause aus dem Internet?

Im Internet kursieren Tests verschiedenster Anbieter, die eine schnelle und sichere Diagnose versprechen. Meistens handelt es sich dabei um teure Testkits, die zu Hause durchgeführt und dann in ein Labor gesendet werden.

Obwohl solche Tests den Verdacht auf eine Laktoseintoleranz unterstützen können, ersetzen sie nie die ausführliche ärztliche Diagnostik. Die Tests können allenfalls einen zusätzlichen Hinweis auf das Vorliegen der Erkrankung geben. Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Heimtests nicht, weil die Aussagekraft zweifelhaft ist.

Für Patienten bedeutet das oft, dass der Test zwar Kosten verursacht, aber keinen zusätzlichen Nutzen bringt.

Um die Diagnose „Laktoseintoleranz“ sicher zu stellen, sind mehrere diagnostische Schritte notwendig: Am Anfang stehen Selbsttest und Ernährungstagebuch, dann folgt ein Arztbesuch und die ausführliche ärztliche Untersuchung und Diagnostik. Nur so kann man letztendlich mit Sicherheit das Vorliegen der Erkrankung bestätigen und eine erfolgreiche Behandlung in die Wege leiten. Nach der Diagnose empfiehlt sich eine qualifizierte Ernährungstherapie. Wir haben eine Ernährungstherapie entwickelt, die auf die besonderen Eigenschaften einer Nahrungsmittelunverträglichkeit spezialisiert ist. Mit deiner Ernährungsberaterin passt du das Programm zusätzlich an deine persönlichen Symptome an. Unsere Therapie wird sogar von den meisten deutschen Krankenkassen bezuschusst. Vereinbare hier dein kostenloses Erstgespräch.

Quellen

Laktoseintoleranz über Selbsttest ermitteln

Laktoseintoleranz betrifft rund 15 Prozent der Deutschen. Sie reagieren auf Milch und viele Milchprodukte mit Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen. Vier Tests geben wertvolle Hinweise auf eine Unverträglichkeit. Einer von ihnen kann zu Hause durchgeführt werden. Doch er erfordert etwas Mut.

Bei einer Laktoseintoleranz fehlt den Betroffenen das Enzym Laktase, das den Milchzucker Laktose im Darm spaltet. Verdauungsprobleme sind die Folge. Wie stark die Unverträglichkeit ausgeprägt ist, ist individuell verschieden.

Laktoseintoleranz: Vier Beschwerden

Zu den häufigsten Beschwerden zählen Blähungen, starke Bauchschmerzen, Durchfall und Übelkeit. Doch auch unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Herzklopfen, juckende Haut und nächtliches Schwitzen sind häufige Begleiter einer Laktoseintoleranz.

Pure Milch löst die heftigsten Reaktionen aus

„Manche Patienten reagieren bereits auf sehr kleine Mengen empfindlich, andere vertragen 15 Gramm Milchzucker noch recht gut“, erklärt Kristin Mayr, Vorstandsvorsitzende des Vereins für Laktoseintoleranz (VLI). Eines aber haben alle gemeinsam: Ein Glas Milch zu trinken, geht bei keinem von ihnen gut. „Milch löst heftige Reaktionen aus, weil schon 100 Milliliter fast fünf Gramm Milchzucker enthalten“, sagt Mayr.

Nach 15 Minuten auf Toilette

Bereits nach fünf Minuten machen sich bei vielen erste Beschwerden bemerkbar. Im Bauchraum drückt es, der Darm beginnt zu grummeln. „Wenn bei einem Betroffenen die individuelle Toleranzschwelle überschritten ist, treibt es ihn spätestens nach 15 Minuten auf die Toilette“, weiß die Expertin. „Der Körper möchte den problematischen Eindringling so schnell wie möglich wieder loswerden.“

Nur für Mutige: Selbstversuch für Zuhause

Wer nach bestimmten Mahlzeiten immer wieder Beschwerden mit der Verdauung hat und Milch als Auslöser verdächtigt, kann es mit einem Selbsttest versuchen und ein Glas Milch auf nüchternen Magen trinken. Aber: „Das ist was für Mutige“, warnt die Expertin. „Liegt eine Laktoseunverträglichkeit vor, muss man sich darauf einstellen, dass man starke Beschwerden bekommt und es einem den ganzen Tag schlecht geht.“ Man sollte für den Selbstversuch daher einen Tag wählen, an dem man Zeit hat, die Symptome auszukurieren.

Kompletter Verzicht meist nicht nötig

Besser ist es laut Mayr, bei Verdacht gleich einen Arzt aufzusuchen. Neben der eigentlichen Diagnose kommt es dann nämlich auch darauf an, herauszufinden, wie ausgeprägt die Unverträglichkeit ist. „Viele verzichten bereits bei Verdacht komplett auf Milchprodukte. Das ist schade, denn es gibt einige, die von Natur aus laktosefrei sind und auch bei starker Unverträglichkeit ohne Bedenken gegessen werden können.“

Laktoseintoleranz: Butter in der Regel kein Problem

Hartkäse wie Parmesan oder Emmentaler beispielsweise sind komplett laktosefrei. Butter ist arm an Milchzucker, da sie sehr fettreich ist. Auch Joghurt stellt laut der Expertin für die meisten Patienten kein Problem dar. Wie viel Milchzucker der Körper akzeptiert, ist von Person zu Person unterschiedlich. „Wichtig ist, dass sich die Betroffenen langsam an ihre Grenzen herantasten. Das erfordert zwar Geduld, doch meist werden sie belohnt. Viele sind erstaunt, was sie trotz Laktoseintoleranz alles vertragen“, weiß Mayr aus Erfahrung.

Atemtest misst Wasserstoffanteil in der Lunge

Der Arzt wählt meist den Atem- oder den Bluttest, um die Diagnose Laktoseintoleranz zu stellen. Seltener kommt der Gentest zum Einsatz. Der Atemtest ist laut Mayr der am häufigsten durchgeführte Test. Hierfür trinkt der Patient eine Lösung aus 50 Gramm Laktose und 250 Milliliter Wasser. Dann bekommt er eine Atemmaske aufgesetzt, welche die ausgeatmeten Gase auswertet. Je höher der Wasserstoffanteil (H2) in der Atemluft ist, desto ausgeprägter ist die Intoleranz in der Regel.

Atemtest nicht immer zuverlässig

Der Wasserstoff entsteht, wenn der Milchzucker unverdaut in den Dickdarm gelangt und dort von den Bakterien zersetzt wird. Das Gas gelangt über die Darmwand in den Blutkreislauf und von dort in die Lunge. Doch nicht immer ist das Ergebnis dieses Tests zuverlässig. „Es gibt wenige Patienten, die keinen Wasserstoff ausatmen, sondern andere Gase“, erklärt Mayr. „Dann kann der Atemtest negativ ausfallen, obwohl eine Intoleranz vorliegt.“ Zeigt das Testergebnis keine Unverträglichkeit an, obwohl es im Zuge der Messung zu Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen gekommen ist, rät die Expertin, weitere Untersuchungen durchzuführen.

Blutzuckerspiegel enttarnt Laktoseintoleranz

Eine weitere Möglichkeit, die Unverträglichkeit zu diagnostizieren, ist der Bluttest. Auch hierbei muss der Patient eine Laktose-Lösung trinken. Dann werden sechs Blutproben entnommen und ausgewertet. Bei einem gesunden Menschen wird der Milchzucker im Dünndarm in Glukose und Galaktose aufgespalten. In Folge steigt der Blutzuckerspiegel an. Fehlt dieser Verdauungsschritt, weil das Enzym Laktase nur unzureichend vorhanden ist, lässt sich kein Anstieg feststellen.

Gentest kommt ohne Laktose-Getränk aus

Der Vorteil eines Gentests liegt darin, dass der Patient keine Laktose-Lösung trinken muss und ihm so die quälenden Toilettengänge erspart bleiben. Mit einem Wattestäbchen wird ein Abstrich von der Mundschleimhaut gemacht und in ein Labor geschickt. So wird die genetische Veranlagung einer Laktoseintoleranz festgestellt. „Allerdings kann der Gentest weder feststellen, ob die Unverträglichkeit wirklich schon ausgebrochen ist, noch wie weit sich die Produktion des Enzyms Laktase bereits verringert hat“, sagt Mayr. Er zeigt nur die Veranlagung für die Unverträglichkeit an.

Vorsicht vor verstecktem Milchzucker

Steht die Diagnose Laktoseintoleranz fest, ist es ratsam, eine Ernährungsberatung wahrzunehmen. „Wer aufgeklärt ist, dem bleiben so manche Bauchschmerzen erspart“, sagt Mayr. „Je nachdem wie ausgeprägt die Intoleranz ist, kann vor allem versteckter Milchzucker zum echten Problem werden.“

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Laut der Expertin ist Laktose nicht nur in vielen Fertiggerichten enthalten, sondern häufig auch in Wurst, Nahrungsergänzungsmitteln, Süßstoff oder Medikamenten. Der häufige Einsatz von Laktose hat einen Grund: „Laktose ist ein idealer Stabilisator und sorgt für eine angenehme, vollmundige Konsistenz. Das macht sie für die Industrie so attraktiv.“

Laktoseintoleranz bei Babys und Kindern

Laktoseintoleranz bei Kindern bedeutet ebenso wie bei Erwachsenen eine Unverträglichkeit gegen Milchzucker. Die Symptome können heftig und schmerzhaft sein. Hier finden Sie einige Tipps zur Ernährung bei einer vorliegenden Laktoseintoleranz. Wichtig ist, dass Ihr Kind trotz Unverträglichkeit gegen Milchprodukte genügend Kalzium erhält.

Laktoseintoleranz: Typische Symptome bei Babys und Kindern

Bei Laktoseintoleranz ist der Körper nicht in der Lage, den Milchzucker – die Laktose – in die verwertbaren Zuckerarten Galaktose und Glukose aufzuspalten, da er das Enzym Laktase nicht produzieren kann. Laktoseintoleranz bei Kindern und Babys macht sich durch folgende Symptome bemerkbar:

  • Blähungen
  • Blähbauch
  • Bauchschmerzen und -krämpfe
  • Bauchgeräusche
  • Durchfall
  • Häufiger Stuhlgang
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Vermehrtes Aufstoßen
  • Verstopfung
  • Weinen nach dem Trinken (bei Babys)

Die genannten Beschwerden treten meist zwischen 15 Minuten und drei Stunden nach dem Verzehr von laktosehaltigen Nahrungsmitteln auf, wie die Seite „rund-ums-baby.de“ erklärt. Bei älteren Kindern und Jugendlichen können darüber hinaus unspezifische Symptome auftreten, vor allem wenn die Laktoseintoleranz bisher unbehandelt blieb. Dazu gehören:

  • Müdigkeit
  • Antriebsschwäche
  • Innere Unruhe
  • Hautprobleme
  • Konzentrationsstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Anfälligkeit für Infekte

(Quelle: rund-ums-baby.de)

Welche verschiedenen Formen der Laktoseintoleranz gibt es?

  • Primäre Laktoseintoleranz: Diese häufigste Form der Laktoseintoleranz tritt nach der Stillzeit auf und betrifft die Mehrheit der Weltbevölkerung. Ursache ist eine im Laufe der Zeit verminderte Bildung von Laktase. Es handelt sich dabei nicht um eine Krankheit, sondern um eine normale genetische Veranlagung, da natürlicherweise nur Säuglinge die Milch ihrer Mutter trinken und das Enzym Laktase daher nach dem Abstillen nicht mehr gebraucht wird. Eine Mutter mit einer primären Laktoseintoleranz kann ihr Kind aber trotzdem normal stillen, da Babys den Milchzucker noch problemlos verdauen können. Dies ist auch dann der Fall, wenn die Mutter die genetische Veranlagung auf das Kind vererbt hat.
  • Sekundäre Laktoseintoleranz: Diese Form der Milchzuckerunverträglichkeit kann in seltenen Fällen bei Babys auftreten, ist jedoch vorübergehend. Meistens tritt sie bei Frühgeborenen auf, die vor der 34. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen, da Laktase erst in den letzten Wochen der Schwangerschaft im Dünndarm des Babys gebildet wird. Die vorübergehende Laktoseintoleranz verschwindet, sobald der Dünndarm vollständig entwickelt ist. Allerdings können auch entzündliche Darmerkrankungen, Antibiotika, Allergien und Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln (Gluten, Kuhmilch …) zu einer sekundären Laktoseintoleranz führen.
  • Angeborener Laktasemangel: Die angeborene Laktoseintoleranz ist extrem selten und wird durch einen Gendefekt verursacht. Aufgrund dessen wird von Geburt an nur sehr wenig oder gar keine Laktase im Dünndarm gebildet, wie das Portal „netdoktor.at“ erklärt. In diesem Fall wird Muttermilch generell nicht vertragen und es kommt zu einer Gedeihstörung, das heißt, dass die Babys nicht genug zunehmen. Laut der Seite „still-lexikon.de“ fällt die angeborene Laktoseintoleranz bereits in der ersten Lebenswoche auf, da es neben der Gedeihstörung zu schwerem Durchfall und Dehydrierung kommt.

Wie wird Laktoseintoleranz bei Kindern getestet?

Die gängigen Diagnoseverfahren sind insbesondere bei Kleinkindern und Babys kaum durchführbar, da sie mehrere Stunden dauern und das Kind für eine lange Zeit nüchtern bleiben müsste. Die meisten Kinderärzte raten deshalb zunächst dazu, versuchsweise für zwei bis vier Wochen auf eine laktosefreie Ernährung umzustellen. Achtung: Viele Fertigprodukte wie Pommes, Chips und Backwaren aber auch Wurst und Medikamente können Milchzucker enthalten.

Für ältere Kinder und Jugendliche empfehlen sich zum Test auf Laktoseintoleranz der Wasserstoff-Atemtest und der Laktosetoleranztest mittels Blutuntersuchung. Um festzustellen, ob es sich um eine angeborene Laktoseintoleranz handelt, kann zudem ein Gentest durchgeführt werden.

Unterschied Laktoseintoleranz und Kuhmilchunverträglichkeit

Im Gegensatz zu einer angeborenen Laktoseintoleranz ist eine Kuhmilchunverträglichkeit im Säuglingsalter recht häufig, wie die Seite „still-lexikon.de“ erklärt. Dabei reagiert das Immunsystem auf bestimmte Proteinbestandteile in der Kuhmilch, was zu ähnlichen Symptomen wie bei einer Laktoseintoleranz führen kann. Stillende Mütter müssen in diesem Fall für eine gewisse Zeit auf Kuhmilchprodukte verzichten. Nach wenigen Monaten können Sie langsam wieder beginnen, Milchprodukte zu sich zu nehmen und beobachten, ob Ihr Baby Symptome zeigt.

Tipps für den Speiseplan: Kalziummangel ausgleichen

Laktoseintoleranz bei Kindern ist besonders deswegen ein Problem, weil Kinder im Wachstum viel Kalzium benötigen – was verstärkt in Milchprodukten zu finden ist. Hilfe bieten laktosefreie Milchprodukte oder pflanzliche Alternativen, die Sie heute schon in so gut wie jedem Supermarkt erhalten. Außerdem sollte Ihr Kind viel Gemüse wie Brokkoli, Fenchel, Lauch und Grünkohl essen, denn diese Sorten sind reich an Kalzium. Auch Mandeln, Feigen, Bananen, Brombeeren und Erdbeeren enthalten große Mengen davon.

Auf der sicheren Seite ist Ihr Kind zudem mit Fruchtsäften und Mineralwasser, Nüssen, Kartoffeln, Nudeln und Reis, Fisch und Ei, Honig und Marmelade. Tipp: Zum Naschen eignen sich Fruchtgummis ohne Joghurt.

  • Laktoseintoleranz: Symptome erkennen
  • Milchzucker meiden: Laktoseintoleranz – Symptome, Ursachen, Behandlung
  • Schweres Geschäft: Was Verstopfung bei Kindern verursacht und lindert
  • Milchunverträglichkeit: Schon Babys können betroffen sein
  • Ernährung allergiegefährdeter Babys: Wann ist hypoallergene Babynahrung sinnvoll?

Das Umfeld der Kinder unbedingt einbeziehen

Alle Menschen, mit denen Ihr Kind täglich zu tun hat, sollten von seiner Milchzuckerunverträglichkeit wissen – Erzieher im Kindergarten, Lehrer oder auch die Eltern von Freunden. Damit verringern Sie das Risiko, dass Ihrem Kind versehentlich laktosehaltige Speisen oder Getränke angeboten werden – zum Beispiel bei Geburtstagsfeiern. Tipp: Sollte trotzdem einmal Laktose gegessen worden sein, kann Ihr Kind das fehlende Enzym Laktase in Form von Tabletten oder Pulver nachträglich einnehmen. Allerdings sollten Sie das vorher mit dem Kinderarzt absprechen.

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Laktoseintoleranz im Kindes- und Jugendalter: Ursachen, Symptome, Diagnose und Therapie

von IKK Südwest
verfasst am 06.05.2018

Laktoseintolleranz kann sich auch bereits im Kindesalter entwickeln. (© Dejan Ristovski – iStock)Die Laktoseintoleranz, auch Milchzucker-Unverträglichkeit genannt, entwickelt sich typischerweise erst während des Erwachsenenalters. Folglich tritt Laktoseintoleranz im Kindes- und Jugendalter nicht so häufig auf. Dennoch können Kinder und Jugendliche an dieser Form der Lebensmittelunverträglichkeit leiden.

  • Ursachen: Warum entsteht Laktoseintoleranz auf einmal?
  • Symptome: Wie erkennen Eltern, ob Kinder und Jugendliche betroffen sind?
  • Diagnose: Wie werden Kinder und Jugendliche auf Laktoseintoleranz getestet?
  • Behandlung: Was tun bei Laktoseintoleranz?

Ursachen: Warum entsteht Laktoseintoleranz auf einmal?

Laktoseintoleranz kann bei Kindern und Jugendlichen, ebenso wie bei Erwachsenen, mehrere Ursachen haben: Man unterscheidet eine primäre und sekundäre Form. Weiterhin gibt es einen angeborenen Laktasemangel.

Die primäre Form ist entwicklungsgenetisch bedingt und am weitesten verbreitet. Ab dem zweiten Lebensjahr sinkt die Laktaseaktivität kontinuierlich, bis sie im Alter von 20 Jahren einen Schwellenwert unterschreitet.

Laktase ist ein Enzym, das Laktose in die beiden Bestandteile Glucose und Galaktose zerlegt. Fehlt dieses wichtige Enzym oder ist dessen Aktivität stark zurückgegangen, kann die Lactose nicht verarbeitet werden. Folglich kommt es zu einer Laktoseintoleranz mit charakteristischen Symptomen. Anzeichen für eine primäre Laktoseintoleranz gibt es in der Regel erst im Jugendalter.

Im Gegensatz zur primären ist die sekundäre Laktoseintoleranz nicht entwicklungsgenetisch bedingt. Diese Form der Laktoseintoleranz entsteht durch bestimmte Erkrankungen, insbesondere entzündliche Darmerkrankungen wie Gluten-Unverträglichkeit und Morbus Crohn. Eine Darmentzündung schädigt beispielsweise die Dünndarmenzyme, zu denen auch Laktase gehört. Dieses Verdauungsenzym kann den Milchzucker nicht zerlegen, was die Funktionsweise des Körpers beeinträchtigt.

Ein angeborener Laktasemangel zeigt sich schon im Säuglingsalter. Bei dieser sehr seltenen Form der Laktoseintoleranz fehlt das Enzym Laktase, was Entwicklungsstörungen zur Folge hat.

Symptome: Wie erkennen Eltern, dass Kinder und Jugendliche betroffen sind?

Leiden Kinder und Jugendliche an Laktoseintoleranz, treten dieselben Symptome wie bei Erwachsenen auf. Dazu zählen

  • Müdigkeit
  • Übelkeit
  • Blähungen
  • Bauchkrämpfe
  • Durchfall
  • Erbrechen

Laktoseintoleranz bei Babys äußert sich durch weitere Symptome wie Schreien und Weinen nach jeder Mahlzeit.

Da Milch eine große Rolle in der Ernährung von Kindern spielt, sollte eine Laktoseintolleranz früh erkannt werden. (© Printemps – fotolia)Diagnose: Wie werden Kinder und Jugendliche auf Laktoseintoleranz getestet?

Bei Verdacht auf Laktoseintoleranz muss das Kind oder der Jugendliche zunächst auf die Lebensmittelunverträglichkeit getestet werden. Sowohl der Wasserstoff-Atemtest als auch der Bluttest eignen sich ab dem Schulalter.

Der Wasserstoff-Atemtest ist die heutige Standardmethode. Dabei trinkt der vermeintlich Betroffene eine Mischung aus Wasser und Milchzucker. Der Arzt überprüft anschließend mithilfe eines Messgeräts, ob der Patient die typischen Darmgase aufweist.

Anstelle des Wasserstoff-Atemtests lässt sich Laktoseintoleranz zudem über eine Blutuntersuchung feststellen. Der Betroffene trinkt bei dieser veralteten Methode ebenfalls eine Mischung aus Wasser und Milchzucker. Mittels Bluttests überprüft der Arzt, ob und wie stark Traubenzucker im Blut nachgewiesen werden kann. Liegt der Blutzuckerspiegel unter einem bestimmten Wert, deutet das auf eine Laktoseintoleranz hin. Bei Diabetes ist das Ergebnis des Bluttests jedoch nicht repräsentativ.

Die genannten Diagnoseverfahren erfordern eine mehrstündige Nüchternheit, die bei Babys und Kleinkindern schwer durchführbar ist. Besteht ein Verdacht auf Laktoseunverträglichkeit, bietet sich zunächst eine Testphase an, in der sich das Kind zwei bis drei Wochen lang laktosefrei ernährt.

Behandlung: Was tun bei Laktoseintoleranz?

Laktoseintoleranz ist individuell unterschiedlich. Nach der Diagnose muss jeder Betroffene zunächst mithilfe einer Ernährungsumstellung herausfinden, wie viel Laktose er verträgt. Nur ein angeborener Laktasemangel erfordert eine laktosefreie Ernährung. Eine erfolgreiche Ernährungsumstellung gestaltet sich wie folgt:

  • Karenzphase: Der Betroffene sollte zwei Wochen lang auf Laktose verzichten und auf laktosefreie Produkte umsteigen. Eine Liste mit einigen verträglichen und unverträglichen Lebensmitteln gibt es hier.
  • Testphase: Der Betroffene nimmt wieder Laktose zu sich und erhöht dabei schrittweise die Menge. Auf diese Art und Weise wird die individuelle Verträglichkeit ermittelt.
  • Dauerernährung: Jene Menge an Laktose, die der Betroffene individuell gut verträgt, dient als Richtwert für die alltägliche Ernährung. Der Betroffene sollte ständig darauf achten, beschwerdefrei zu bleiben, und gegebenenfalls die Laktosemenge anpassen.

Unterstützung bei der Ernährungsumstellung bieten Facharztzentren, Verbraucherzentralen, spezielle Praxen für Ernährungsberatung und Krankenkassen, die sich auch an den Kosten für die Beratungskurse beteiligen.

Eltern sollten darauf achten, dass die Dauerernährung des Nachwuchses ausreichend Calcium beinhaltet. Das ist wichtig, um einen Calciummangel zu vermeiden. Referenzwerte zur täglichen Menge gibt es auf der Webseite der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Für die Gesundheit des laktoseintoleranten Kindes und Jugendlichen ist es zudem wichtig, Kontaktpersonen wie Erzieher oder Lehrer über die Unverträglichkeit zu informieren.

Weitere Beiträge zum Thema Laktoseintoleranz gibt es hier.

Laktoseintoleranz (Milchzucker-Unverträglichkeit): Symptome

Schon nach einer Viertelstunde kann es losgehen

Die Symptome treten in der Regel etwa nach fünfzehn bis dreißig Minuten auf, spätestens aber bis zu zwei Stunden, nachdem beispielsweise Milch getrunken oder ein Milchprodukt verzehrt wurde. Es kommt zu Gasbildung im Darm mit Blähbauch (Meteorismus), Blähungen (Flatulenz) und Bauchkrämpfen.

Auch ist die Eigenbewegung des Darmes erhöht – dies macht sich durch hörbare Darmgeräusche (Rumoren) und Durchfall bemerkbar. Ebenfalls möglich: ein Völlegefühl, Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe oder schmerzhafter Stuhldrang.

Teilweise klagen Betroffene auch über Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Abgeschlagenheit, Konzentrationsstörungen, Herzklopfen oder Muskel- und Gelenkschmerzen. Dabei handelt es sich jedoch um unspezifische und vieldeutige Allgemeinbeschwerden.

Sie können auf verschiedensten krankhaften Veränderungen beruhen. Manche Fachleute diskutieren auch psychische Einflüsse, etwa eine depressive Störung. Ob ursächlich ein solcher Zusammenhang besteht, ist mehr als unklar, das Zusammentreffen von Laktoseintoleranz und einer psychischen Problematik natürlich prinzipiell möglich. Nach Verzehr laktosehaltiger Nahrungsmittel auftretende Bauchbeschwerden legen aber erst einmal den Verdacht auf eine Milchzucker-Unverträglichkeit nahe.

Eher harmlos: Milchzucker-Unverträglichkeit als solche

Eine Laktoseintoleranz der primären Form, also ohne Grunderkrankung (siehe auch Kapitel „Ursachen“), kann zwar unangenehm sein. Dennoch gilt sie eher als harmlos. Wesentliche Mangelerscheinungen treten – richtige Ernährung vorausgesetzt (mehr dazu im Kapitel „Therapie, Selbsthilfe“) – nicht auf, da die Darmschleimhaut selbst nicht geschädigt ist und alle anderen Substanzen in der Regel normal verdaut und aufgenommen werden können.

Problematischer: Sekundäre Laktoseintoleranz

Anders ein sekundärer Laktasemangel. Je nachdem, welche Erkrankung zugrunde liegt und wie ausgeprägt die damit verbundene Aufnahmestörung von Milchzucker ist, eventuell auch von anderen Nährstoffen, kann es womöglich zu schweren Mangelzuständen kommen – zum Beispiel Mangel an Mineralstoffen, darunter Kalzium, an Spurenelementen wie Eisen, Vitaminen, und natürlich an Energieträgern – Kohlenhydraten, Fetten, Eiweiß – mit ungewolltem Gewichtsverlust.

Wenn ein Baby in den ersten Lebensmonaten häufig weint, unter Blähungen und Verdauungsproblemen leidet, steht schnell ein Verdacht im Raum: Laktoseintoleranz. Allerdings ist eine echte Laktoseintoleranz bei Babys relativ selten. Was viele nicht wissen: Abstillen und auf Hypoallergene Säuglingsmilch umstellen ist meist gar nicht notwendig.

Inhalt

Was ist eine Laktoseintoleranz?

Wer laktoseintolerant ist, kann den in Milchprodukten enthaltenen Milchzucker (Laktose) nicht richtig verdauen. Die Laktose wird nicht vollständig von Enzymen (Laktase) im Darm aufgespalten, sondern verbleibt im Verdauungstrakt. Dort wird sie von Mikroorganismen verwertet, wodurch Milchsäure und Gase entstehen.

Kuhmilchallergie Eine Laktoseintoleranz hat nichts mit einer Kuhmilchallergie zu tun. Hier reagiert das kindliche Immunsystem auf das Kuhmilch-Eiweiß. Das heißt, der Verzehr jeglicher Produkte aus Kuhmilch, auch laktosefreie Milch oder Säuglingsmilch, ruft allergische Symptome hervor. Muttermilch dagegen vertragen diese Kinder problemlos.

Wie äußert sich eine Laktoseintoleranz bei Babys?

Weltweit können nur etwa 10% der erwachsenen Menschen Milchzucker verdauen. Eine Laktoseintoleranz ist bei Erwachsenen also fast normal! Dass in Nord- und Mitteleuropa sehr viele Menschen Kuhmilch relativ gut vertragen, liegt an einer weit verbreiteten Genmutation. Säuglinge hingegen vertragen die Laktose in der Regel gut — weil diese ja auch in der Muttermilch enthalten ist. Beschwerden treten in der Regel erst nach dem Kleinkindalter auf.

Wenn nicht, kann das einen von zwei Gründen haben:

Angeborener Laktasemangel

Bei Babys kann eine Milchzuckerunverträglichkeit angeboren sein, dann bleibt sie ein Leben lang erhalten. Allerdings ist das sehr selten und wird in der Regel in den ersten Lebenstagen entdeckt. Denn diese Kinder haben starke Verdauungsprobleme und Gedeihstörungen.

Sekundäre Laktoseintoleranz

Viel häufiger kommt eine vorübergehende Laktoseunverträglichkeit in den ersten Lebensmonaten vor. Wenn der Darm bei der Geburt noch nicht richtig ausgereift ist, produziert er noch zu wenig Laktase, um den Milchzucker zu verdauen. Diese sekundäre Laktoseintoleranz tritt meist in den ersten Lebenstagen auf und bessert sich allmählich. Meist sind die Symptome nach einigen Tagen oder Wochen verschwunden.

Laktoseintoleranz Symptome beim Baby sind typischerweise:

  • Blähungen und krampfartige Bauchschmerzen
  • (starker) Durchfall
  • laute Darmgeräusche
  • Verstopfung

Diese Beschwerden treten regelmäßig und zeitnah nach der Nahrungsaufnahme auf. Natürlich kann ein Baby noch nicht sagen, dass es Bauchschmerzen hat. Während Durchfall und Verstopfung für die Eltern erkennbar sind, sollten sie zusätzlich darauf achten, ob ihr Säugling nach dem Trinken

  • laut und anhaltend weint
  • häufig pupst
  • laute Darmgeräusche wahrnehmbar sind
  • der Windelinhalt unangenehm riecht

Wie wird eine Laktoseintoleranz bei Babys diagnostiziert?

Der Intoleranz-Test (Wasserstoff-Atemtest) beim Erwachsenen zieht sich über viele Stunden und erfordert Mithilfe und Disziplin vom Betroffenen. Deshalb ist der Laktoseintoleranz-Test bei Babys vergleichsweise schwierig. Trotzdem muss man bei einer starken oder angeborenen Intoleranz schnell reagieren, denn sie kann zu ernsthaften Komplikationen und Entwicklungsverzögerungen führen.

Wenn bei einem Baby der Verdacht auf laktoseintoleranz besteht, wird nach Möglichkeit erst einmal für einige Wochen spezielle laktosefreie Babynahrung auf Sojabasis (z.B. Humana SL, Milupa Aptamil SL milchfrei oder Töpfer Lactopriv) gegeben. Parallel kann ein Gentest zeigen, ob eine angeborene Intoleranz vorliegt.

Wie ernähre ich ein Baby mit Laktoserintoleranz?

Für Flaschenkinder ist die Umstellung auf hypoallergene Säuglingsmilch schnell vollzogen. Für Stillmütter stellt sich dagegen die Frage, ob sie ihr Baby trotz Laktoseintoleranz stillen dürfen.

Stillen trotz Laktoseintoleranz?

Weil Muttermilch genauso wie Kuhmilch Laktose enthält, kann ein Baby mit Laktoseintoleranz auch die Muttermilch nicht richtig verdauen.

Häufig denken Eltern, sie müssten stattdessen auf die oben genannte laktosefreie Säuglingsmilch zurückgreifen. Das ist jedoch meistens gar nicht nötig. Stattdessen gibt es mittlerweile Laktase-Präparate, die Du Deinem Kind oral verabreichen oder der abgepumpten Muttermilch beifügen kannst.

Weil die Symptome einer Laktoseintoleranz häufig mit denen einer Kuhmilchallergie verwechselt werden und die Allergie viel häufiger auftritt, ist es ohnehin sinnvoller, dass Mutter und Kind zunächst auf jegliche Kuhmilchprodukte verzichten. Erst, wenn eine Allergie und verschiedene andere Erkrankungen ausgeschlossen sind, sollte man wirklich darüber nachdenken, abzustillen.

Laktoseintoleranz und Beikost

Mit dem Beikoststart wird es sowohl bei einer Kuhmilchallergie, als auch bei einer Laktoseunverträglichkeit, weitaus schwieriger. Denn vor allem Fertigprodukte und Snacks für unterwegs enthalten häufig Kuhmilcheiweiß – auch Produkte, bei denen man es auf den ersten Blick nicht erwarten würde.

Vor allem im Hinblick auf die Kalziumversorgung besteht bei einer milchfreien Kinderernährung häufig Sorge. Was viele nicht wissen: Auch andere Nahrungsmittel verfügen über ausreichend Kalzium für die wachsenden Kinderknochen. Vor allem Nüsse und dunkelgrünes Gemüse wie Brokkoli oder Grünkohl enthalten viel Kalzium.

Laktoseintoleranz: Das sind die häufigsten Symptome

Wer unter Laktoseintoleranz leidet, muss auf vieles verzichten. Alle Lebensmittel, die Milchzucker enthalten, sind dann tabu, denn der Körper kann den Stoff bei einer Intoleranz nicht wie normal im Dünndarm aufspalten. Und der Stoff steckt in denkbar vielen Nahrungsmitteln: Milch, Käse, Joghurt, Quark etc., aber auch in Schokolade, Lakritz oder Gewürzen kann Laktose stecken. Wer trotz Laktoseintoleranz zugreift, muss mit zahlreichen Symptomen kämpfen. Denn kaum ist das milchzuckerhaltige Lebensmittel verzehrt, beginnen die Beschwerden. Dies sind die häufigsten Anzeichen für eine Laktoseunverträglichkeit. Falls Sie erste Beschwerden haben, sollten Sie übrigens diesen Laktoseintoleranz-Test machen.

1. Blähungen

Eines der typischen Laktoseintoleranz-Symptome sind Blähungen. Kohlendioxid und Methan sammeln sich im Darm und sorgen so für starke Flatulenzen.

2. Blähbauch

Sind die betroffenen Personen in Gesellschaft, halten sie die Blähungen meist zurück. Doch das hat Folgen: Der Darm wird gedehnt und sorgt für Schmerzen. Zudem kommt es zu einem unangenehmen Blähbauch.

Achtung: Diese 6 (gesunden!) Angewohnheiten sorgen ebenfalls für einen Blähbauch!

3. Darmgeräusche

Wer die Blähungen zurückhält, kommt meist auch nicht um unangenehme und peinliche Darmgeräusche herum. Vor allem an Orten, an denen es recht ruhig ist, ist den Betroffenen das oft unangenehm.

4. Bauchkrämpfe

Können die Darmwinde nicht entweichen, entsteht über kurz oder lang Schmerz. Betroffene mit Laktoseintoleranz klagen dann oft über Symptome, zu denen auch Bauchkrämpfe zählen.

5. Durchfall

Ein weiteres der typischen Laktoseintoleranz-Symptome ist Durchfall. Durch die Unfähigkeit des Körpers, die Laktose im Dünndarm aufzuspalten, geschieht dies erst im Dickdarm. Dabei entsteht u. a. Milchsäure, die dafür sorgt, dass vermehrt Wasser in den Darmtrakt gelangt. Dadurch entsteht Durchfall.

6. Verstopfung

Es klingt widersinnig, aber z. T. kommt es bei einer Laktoseintoleranz auch zu ungewöhnlichen Symptomen wie Verstopfung. Das kann dann passieren, wenn bei der Laktosezersetzung Methan entsteht. Der Darm arbeitet durch das Gas langsamer und sorgt für unangenehme Verstopfung.

7. Übelkeit ggf. mit Erbrechen

Da durch die Unfähigkeit des Körpers, die Laktose aufzuspalten, das Verdauungssystem extrem belastet wird, kommt es neben den anderen Laktoseintoleranz-Symptomen z. T. auch zu Übelkeit, im schlimmeren Fall sogar zu Erbrechen.

8. Kopfschmerzen und Schwindel

Eher untypische Symptome der Laktoseintoleranz sind Kopfschmerzen und Schwindelzustände. Besonders schwer ist die Milchzuckerunverträglichkeit als Ursache für diese Beschwerden auszumachen, wenn die anderen Symptome fehlen. Wie es zu diesen Beschwerden kommt, ist noch nicht abschließend geklärt. Möglich ist jedoch, dass durch die Zersetzung der Laktose im Dickdarm Stoffe gebildet werden, die über das Blut in den gesamten Körper gelangen und dort für Beschwerden sorgen.

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Laktoseintoleranz – die Auswirkungen und Symptome

Die typischen Symptome einer Laktoseintoleranz betreffen den Magen-Darm-Trakt.

Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit und Blähungen in Zusammenhang mit dem Verzehr von Milchprodukten können auf eine Milchzucker-Unverträglichkeit hinweisen. Doch die Symptome einer Laktoseintoleranz können unterschiedlich sein und hängen stark vom individuellen Ausmaß des Laktasemangels ab. Außerdem sind die Beschwerden nicht immer eindeutig auf den Magen-Darm-Trakt beschränkt. So ist eine eindeutige Diagnose häufig nicht auf den ersten Blick zu treffen.

Die häufigsten Symptome bei Kindern

Wenn Ihr Kind häufig nach dem Genuss von Milch oder Milchprodukten Verdauungsbeschwerden hat, könnte es sich um eine Laktoseintoleranz handeln. Meistens beträgt der Abstand zwischen Nahrungsaufnahme und Beschwerden zwischen 15 Minuten und drei Stunden.

Typische Beschwerden sind beispielsweise:

  • Durchfall oder durchfallartige Beschwerden: Diese Beschwerden können bereits anfallartig 15 bis 30 Minuten nach dem Genuss laktosehaltiger Nahrungsmittel auftreten, allerdings auch erst einige Stunden später. Dabei können die Durchfälle nur kurz anhalten oder über mehrere Tage hinweg.
  • Erhöhte Stuhlfrequenz
  • Breiiger Stuhlgang
  • Blähungen
  • Abgehende Winde
  • Verstopfungen
  • Übelkeit nach dem Essen
  • Bauchgeräusche
  • Vermehrte Darmgasbildung
  • Blähbauch, aufgetriebener Bauch
  • Bauchschmerzen
  • Luftaufstoßen
  • Krampfartige Schmerzen im Unter- oder Oberbauch

Unspezifische Symptome bei älteren Kindern

Neben den genannten Symptomen im Verdauungstrakt kann es auch zu so genannten unspezifischen Symptomen kommen, die eine Diagnose sehr schwierig machen. Das ist vor allem bei älteren Kindern und Jugendlichen der Fall, die schon lange unter einer unbehandelten Laktoseintoleranz leiden. Konzentrationsschwierigkeiten oder auch eine erhöhte Infektanfälligkeit können Anzeichen sein. Die Ursache ist hier noch unklar, könnte aber daran liegen, dass ihr Körper so angestrengt ist, dass sie die Magen-Darm-Beschwerden nicht mehr so stark wahrnehmen, sondern stattdessen mit Müdigkeit oder Kopfschmerzen reagieren. Da in solchen Fällen aber kein direkter Zusammenhang zu einer Milchzuckerunverträglichkeit besteht, ist die Diagnose nicht immer leicht. Eine ausführliche Anamnese mit Einschluss der Frage, ob es in der Familie Unverträglichkeiten gibt, kann dabei helfen.

Zu den unspezifischen Beschwerden gehören:

  • Müdigkeit
  • Antriebsschwäche
  • Innere Unruhe
  • Hautprobleme
  • Konzentrationsstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Infektanfälligkeit

Ausprägung der Beschwerden

Aufgrund der individuellen Schwere einer Milchzuckerunverträglichkeit sind auch die Ausprägungen der Beschwerden sehr unterschiedlich. Der Schweregrad ist davon abhängig, ob im Dünndarm das Laktase-Enzym nur teilweise oder vollständig fehlt. Manche Kinder leiden unter einer Laktoseintoleranz, vertragen aber problemlos einen Becher Joghurt, während andere schon Durchfall bekommen, wenn sie nur ein Medikament einnehmen, das Milchzucker als Trägerstoff enthält. Hinzu kommt, dass auch die Zusammensetzung der Darmflora, die körperliche Verfassung, das persönliche körperliche Schmerzempfinden sowie das seelische Befinden Einfluss auf die Schwere der Symptome hat.

von Maxi Christina Gohlke

Zuletzt überarbeitet: Januar 2019

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