Lakritze in der schwangerschaft

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Vorsicht in der Schwangerschaft: Lakritz kann deinem Baby schaden

Eine Langzeitstudie aus Finnland hat ergeben, dass der Verzehr von Lakritz in der Schwangerschaft das Kind schädigen kann.

Viele Schwangere haben unerklärliche Gelüste auf allerlei Nahrungsmittel, die sie im nicht-schwangeren Zustand vielleicht gar nicht so gerne mögen. Auch unvorstellbare Kombinationen wie Schokolade mit Essiggurken beispielsweise, verwundern die Schwangere selbst und ihr Umfeld doch sehr. Dennoch sind es genau diese Umstände, die die lustigen Schwangerschafts-Anekdoten bescheren, die später erzählt werden.

Schwangere sollten auf Lakritz verzichten

Allerdings gibt es bestimmte Lebensmittel auf die eine werdende Mutter während der Schwangerschaft verzichten sollte, eines davon ist Lakritz. Die herbe schwarze Süßigkeit sollte höchstens in kleinen Mengen gegessen werden. (Das gilt im Übrigen auch für Salzlakritz und Salmiakpastillen.) Denn zu viel Lakritz kann dem Baby schaden und die Entwicklung des Gehirns beeinträchtigen. Das hat eine lang angelegte Studie aus Finnland ergeben. Die Autorin Katri Räikkönen rät Schwangeren von Lakritz ab, weil dadurch die körperliche und kognitive Entwicklung des Kindes nachhaltig geschädigt werden kann.

Welche Schäden kann Lakritze in der Schwangerschaft verursachen?

Kinder können vermutlich ihr Leben lang unter den Folgen eines übermäßigen Lakritzkonsums der Mutter während der Schwangerschaft leiden. Unter anderem haben die finnischen Forscher festgestellt, dass Jugendliche in Intelligenztests im Durchschnitt um bis zu sieben IQ-Punkte schlechter abschneiden. Auch die Gedächtnisleistung wird durch den Lakritzgenuss in der Schwangerschaft negativ beeinflusst.

Zusätzlich stellten die Forscher nachstehende Folgen für die Kinder fest:
– Schlechtes räumliches Vorstellungsvermögen
– Schwierigkeiten bei der Konzentration
– ein begrenzter Wortschatz
– erhöhtes Aggressionspotenzial
– Mädchen erreichen früher die Pubertät
Gerade bei Mädchen wurde festgestellt, dass diese früher in die Pubertät kommen und sich diese auch schneller entwickelt.

Das Problem bei Lakritz ist der im Süßholz-Extrakt enthaltene Stoff namens Glycyrrhizin. Dieser Stoff beeinträchtigt die schützende Barrierefunktion der Plazenta. Diese schützt das Kind vor bestimmten Stoffen, damit diese nicht oder nur in kleinen Mengen zum Fötus gelangen. Das in Lakritz enthaltene Glycyrrhizin beeinträchtigt diese Schutzfunktion. Das Stresshormon Cortisol kann dann in erhöhten Mengen zum Kind vordringen.

Auf die Entwicklung des Babys spielt das Stresshormon zwar keine entscheidende Rolle, allerdings wirken sich große Mengen Cortisol dennoch schädlich auf den Fötus aus und es könnte eine Erklärung für diverse Beeinträchtigungen des Kindes sein. Dazu muss jedoch noch weiter geforscht werden, um die Folgen abzuklären.

Wie viel Lakritz in der Schwangerschaft?

Als riskante Menge sehen die Forscher mehr als 250 g Lakritz beziehungsweise 500 mg Glycyrrhizin pro Woche. Kleinere Mengen bis zu 125 g Lakritz beziehungsweise 249 mg Glycyrrhizin pro Woche scheinen für das Kind ungefährlich zu sein.

Nach der Studienveröffentlichung hat Finnland reagiert und ​gibt wegen Lakritz offizielle Warnhinweise an Schwangere aus.

Also ja, man kann in der Schwangerschaft Lakritz essen. Eine Schwangere muss also nicht vollständig auf den Genuss von Lakritz verzichten, sollte jedoch genau im Auge behalten wie viel Lakritze sie isst.

Ernährung
 Achtung, Schwangere: Vorsicht vor Lakritz!

Nun hat die Forschergruppe die selben 378 Kinder noch einmal untersucht – sie sind inzwischen 12 Jahre alt. Dafür wurden sie in zwei Gruppen eingeteilt: Die Kinder der Lakritz-Verächterinnen (Die Mütter hatten zwischen 0 und 250 mg Glycyrrhizin in der Woche zu sich genommen) und die Kinder der Lakritz-Liebhaberinnen. (Diese Mütter hatten viel mehr, nämlich mindestens 500 mg Glycyrrhin wöchentlich zu sich genommen.)
Das Ergebnis war eindeutig: Die Kinder der Lakritz-Liebhaberinnen hatten ein dreimal so hohes ADHS-Risiko und sie schnitten beim IQ- und beim Gedächtnis-Test schlechter ab. Die Mädchen waren im Durchschnitt 8 kg schwerer als ihre Altersgenossinnen der ersten Gruppe, und bei 60 % hatte die Pubertät schon eingesetzt. Das war nur bei 40 Prozent der Lakritzverächterinnen-Töchter so. Auf die Reife der Jungen hatte sich der Lakritzkonsum der Mütter dagegen nicht ausgewirkt.
Über welchen Mechanismus der Genuss von Lakritz dem Ungeborenen schaden kann, darüber können die Forscher bisher nur Vermutungen anstellen. Wahrscheinlich bekommt das ungeborene Kind ein Übermaß am Stresshormon Cortisol aus dem mütterlichen Blut, was sich auf die Gehirnentwicklung auswirkt.

Studie: Lakritz in der Schwangerschaft schadet der Entwicklung des Kindes

dpa

Helsinki – Der Verzehr von Lakritz in der Schwangerschaft schädigt möglicherweise nachhaltig die körperliche und kognitive Entwicklung der Kinder. Zu diesem Ergebnis kommt eine Langzeitstudie aus Finnland im American Journal of Epidemiology (2017; doi: 10.1093/aje/kww172). Die Autorin rät Schwangeren dringend vom Verzehr der Süßigkeit ab.

Lakritz enthält Glycyrrhizinsäure. Der natürliche Süßstoff aus der Süßholzwurzel hemmt das Enzym 11-beta-Hydroxysteroid-Dehydrogenase 2, das die Umwandlung von Cortisol in Cortison katalysiert. Das Enzym ist auch in der Plazenta enthalten, wo es 80 bis 90 Prozent des Cortisols inaktiviert, das sonst in den Kreislauf des Kindes übertreten würde. Der Verzehr von Lakritz erhöht deshalb die Cortisol-Konzentration im Organis­mus des Feten.

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In tierexperimentellen Studien hatte dies eine verzögerte Pubertät sowie eine Störung der Fortpflanzung zur Folge. Auch Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen wurden dokumentiert. Die Psychologin Katri Räikkönen von der Universität Helsinki untersucht seit einigen Jahren die möglichen Folgen des Lakritzkonsums in der Schwangerschaft beim Menschen.

Sie begleitet dazu eine Kohorte von 1.049 Frauen, die 1998 von einem Einzelkind entbunden wurden. Darunter waren 51 Frauen, die während der Schwangerschaft mehr als 500 mg Glycyrrhizinsäure zu sich genommen hatten, die ungefähr in 100 Gramm Lakritz enthalten sind.

Bei der letzten Untersuchung der Kinder im Alter von acht Jahren schnitten die Kinder gleich in mehreren Tests zur kognitiven Entwicklung schlechter ab. Sie hatten einen geringeren Wortschatz, ein schlechteres erzählerisches Gedächtnis und ein einge­schränktes räumliches Vorstellungsvermögen. Die Konzentrationsfähigkeit war vermin­dert, die Neigung zum Übertreten von Regeln und zum aggressiven Verhalten erhöht.

Inzwischen haben die Kinder das Alter von zwölf Jahren erreicht. Bei den Mädchen der Lakritz-verzehrenden Schwangeren hat die Pubertät früher eingesetzt. Sie sind mehr als drei Zentimeter größer, acht Kilogramm schwerer und ihr Body-Mass-Index ist um 2,2 kg/m2 höher als von Kindern, deren Mütter kein Lakritz verzehrt hatten. Bei den Jungen, die noch nicht in der Pubertät sind, konnte Räikkönen (noch?) keine Auswirkungen fest­stellen.

zum Thema

  • Abstract der Studie

aerzteblatt.de

  • Schwangerschaft: Risikofaktor Lakritze

Die hoch exponierten Kinder sind in der kognitiven Entwicklung weiter zurückgefallen. Der Intelligenzquotient ist bei Jungen und Mädchen um sieben Punkte niedriger als bei nicht exponierten Kindern. Die Defizite betreffen die allgemeine, die verbale und die praktische Intelligenz (Performance IQ). Die Kindern litten zudem 3,3-fach häufiger an einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung.

Eine Beobachtungsstudie kann den Zusammenhang letztlich nicht belegen. Die Überein­stimmung mit den tierexperimentellen Ergebnissen und der plausible Pathomechanis­mus über die Hemmung der Cortisol-Inaktivierung in der Plazenta sind jedoch überzeu­gende Argumente. Räikkönen rät deshalb allen Schwangeren, in der Schwangerschaft auf den Verzehr von Lakritz zu verzichten. © rme/aerzteblatt.de

Lakritz in der Schwangerschaft: Vorsicht geboten!

Bei der Ernährung in der Schwangerschaft gibt es einiges zu beachten. Während du einige Nahrungsmittel besser komplett meiden solltest, ist der Genuss von Lakritz in Maßen vollkommen ok. Wenn du dir die ein oder andere Schnecke auch schon während der Schwangerschaft hast schmecken lassen, ist das völlig in Ordnung. Dennoch solltest du darauf achten, dass du nicht regelmäßig größere Mengen davon zu dir nimmst, solange du noch schwanger bist. Denn Lakritz enthält einen Stoff, der deinem Baby auch langfristig schaden kann.

Lakritz in der Schwangerschaft: Deshalb solltest du lieber darauf verzichten

Es schmeckt lecker und der in Lakritz enthaltene Saft der Süßholzwurzel ist ein echtes Naturtalent unter den Hausmittelchen. Er wirkt nämlich nicht nur schleimlösend bei Erkältungen, sondern hilft auch bei Magenbeschwerden. Doch eben dieser Wirkstoff namens Glycyrrhizin kann sich in der Schwangerschaft negativ auf die Entwicklung deines ungeborenen Babys auswirken, wie eine Langzeitstudie aus Finnland belegt. Demnach fielen Kinder von Müttern, die während der Schwangerschaft pro Woche mehr als 100 Gramm Lakritz verzehrten, später durch Verhaltens- und Konzentrationsprobleme auf.

Warum ist Lakritz in der Schwangerschaft ungesund?

Glycyrrhizin beeinträchtigt die schützende Barrierefunktion der Plazenta. Diese Schutzfunktion sorgt dafür, dass schädliche Stoffe – wie beispielsweise das Stresshormon Cortisol – gar nicht oder nur in sehr geringen Mengen zu deinem Baby gelangen können. Isst du nun zu viel Lakritz während deiner Schwangerschaft, kann diese Barriere der Plazenta außer Kraft gesetzt werden und dein Baby ist erhöhten Mengen des Stresshormons ausgesetzt. Das wiederum kann sowohl die körperliche als auch kognitive Entwicklung des Babys beeinflussen. Auch wenn es hart ist, den Schwangerschaftsgelüsten zu widerstehen: Zu viel Lakritz kann dein Kind nachhaltig schädigen!

Welche Schäden kann Lakritz in der Schwangerschaft verursachen?

Das Forschungsteam um Katri Räikkönen von der Universität von Helsinki fand heraus, dass sowohl die Gedächtnisleistung als auch die Intelligenz der Kinder und Jugendlichen von Müttern, die während ihrer Schwangerschaft viel Lakritz zu sich genommen hatten, in Intelligenztests im Durchschnitt um bis zu sieben IQ-Punkte schlechter abschnitten.

Weitere Folgen bei Kindern:

  • Konzentrationsprobleme
  • eingeschränkter Wortschatz
  • erhöhtes Aggressionspotenzial
  • schlechtes räumliches Vorstellungsvermögen
  • verfrühte Pubertät bei Mädchen
  • dreimal höheres Risiko für ADHS

Wie viel Lakritz in der Schwangerschaft ist ok?

Bei ein bis zwei Lakritz-Schnecken musst du dir noch keine Gedanken um dein Baby machen. Riskant wird Lakritz laut der Forscher erst ab einer Menge von etwa 250 g bzw. 500 mg Glycyrrhizin pro Woche. Dennoch sollten 100 g Lakritz pro Woche bestenfalls nicht überschritten werden. Dann bist du auf der sicheren Seite und musst nicht komplett auf dein heiß geliebtes Lakritz verzichten. Umgerechnet heißt das: Eine halbe Tüte Lakritz kannst du dir in etwa pro Woche unbedenklich schmecken lassen.

Du fragst dich, ob du Frischkäse in der Schwangerschaft essen darfst oder was es mit Listerien in der Schwangerschaft auf sich hat? Auf BRIGITTE.de findest du viele nützliche Infos rund um Schwangerschaft, Baby und Geburt.

Lakritz in der Schwangerschaft: Das solltest du beachten

Wer während der Schwangerschaft Lakritz naschen will, sollte vorsichtig sein. Denn in größeren Mengen kann das enthaltene Süßholz dem Kind schaden. Komplett verzichten musst du auf die Süßigkeit aber nicht.

Lakritz ist besonders im Norden Deutschlands eine sehr beliebte Süßigkeit. Die schwarze Nascherei ist für ihren herben und salzigen Geschmack bekannt und wird aus Süßholzwurzeln hergestellt. In der Schwangerschaft solltest du aber beachten, dass Lakritz in großen Mengen einen negativen Effekt auf die Entwicklung deines Babys haben kann. Das im Süßholzextrakt enthaltene Glycyrrhizin kann außerdem den Blutdruck gefährlich in die Höhe schnellen lassen. Solltest du in der Schwangerschaft also lieber auf Lakritz verzichten?

Lakritz in der Schwangerschaft: Die Menge macht’s

In der Schwangerschaft solltest du Lakritz nur in kleinen Mengen essen. (Foto: CC0 / / Marys_fotos)

In der Regel kannst du Lakritz auch in der Schwangerschaft essen, solange du nur kleine Mengen zu dir nimmst. Forscher der Universität Helsinki warnen davor, dass zuviel Lakritz erhebliche Beeinträchtigungen der kindlichen Hirnentwicklung zur Folge haben kann. Auch das Gedächtnis des Kindes könne durch den Konsum von Lakritz leiden. Weitere Folgen beim Kind können demnach sein:

  • eingeschränkter Wortschatz
  • Konzentrationsprobleme
  • schlechte räumliche Vorstellung
  • Neigung zu aggressivem Verhalten

Der Studie zufolge kann Lakritz in der Schwangerschaft auch bewirken, dass Mädchen früher in die Pubertät kommen und diese schneller fortschreitest. Aber keine Panik: Du schadest deinem Kind nicht, wenn du weniger als 125 Gramm Lakritz in der Woche verzehrst.

Glycyrrhizin im Lakritz: Gefährlich in der Schwangerschaft

Lakritz besteht aus Süßholz, welches Glycyrrhizin enthätl, dass in der Schwangerschaft schädlich sein kann. (Foto: CC0 / / psaguer)

Die schädlichen Auswirkungen von Lakritz hängen mit dem Inhaltsstoff „Glycyrrhizin“ zusammen. Dieser Stoff ist in der Süßholzwurzel enthalten. Als Starklakritz müssen Lakritzwaren gekennzeichnet werden, die pro 100 Gramm mehr als 200 Milligramm Glycyrrhizin enthalten. In 50 Gramm Starklakritz stecken also bereits 100 Milligramm Glycyrrhizin. Mehr als das solltest du auf keinen Fall zu dir nehmen, wenn du schwanger bist.

Denn ein übermäßiger Konsum kann schlimme Folgen für dich und dein Kind haben:

  • In der Schwangerschaft schützt die Plazenta dein Kind vor bestimmten schädlichen Stoffen. Glycyrrhizin sorgt dafür, dass diese Barrierefunktion für das Stresshormon Cortisol aussetzt. Dadurch gelangt Cortisol in großen Mengen zum Baby und kann schädlich wirken.
  • Zuviel Glycyrrhizin kann außerdem den Blutdruck steigern. Das kann Wehen fördern und das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, nicht mehr als als 100 Milligram Glycyrrhizin pro Tag aufzunehmen. Von normaler Lakritze kannst du daher unbesorgt bis zu 100 Gramm täglich essen, nur beim Verzehr von Starklakritze solltest du vorsichtig sein.

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Wann solltest du komplett auf Lakritz verzichten?

Zuviel Lakritz kann in der Schwangerschaft zu Bluthochdruck führen. (Foto: CC0 / / SilviaStoedter)

In diesen Fällen solltest du am besten komplett auf Lakritz in der Schwangerschaft verzichten:

  • Wenn du ohnehin schon unter Bluthochdruck leidest, kann Lakritz deine Symptome noch verschlimmern. Iss deshalb lieber keine Lakritze, um das Risiko für verfrühte Wehen zu senken.
  • Auch bei Herzrhythmusstörungen kann das in Lakritz enthaltene Glycyrrhizin für Komplikationen sorgen.

Je weniger, desto besser: Aus gesundheitlichen Gründen solltest du Lakritz immer nur in Maßen verzehren. Außerdem wird das verwendete Süßholz vor allem in Südwestasien angebaut. Es sind also weite Transportwege nötig, um Lakritz in unsere Supermärkte zu bringen. Auch aufgrund der entstehenden CO2-Emissionen beim Transport solltest du mit Lakritz sparsam umgehen.

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Die einen lieben Lakritz, die anderen ekeln sich regelrecht davor. An dieser Süßigkeit scheiden sich die Geister. Aber stimmt es wirklich, dass die Produkte schädlich für die Gesundheit sein können?

Lakritzschnecken, Salmiak, Hustenbonbons aus Lakritz: Was genau ist eigentlich Lakritz und wie gesund oder auch gefährlich ist es? Und wussten Sie, dass es bei Lakritz nachweisbare regionale Vorlieben gibt?

Lakritz: So gesund kann es sein

Lakritz wird aus der Wurzel des Süßholzstrauchs gewonnen, der vor allem im mediterranen Raum sowie in Asien zu finden ist. Zur Verwendung kommt hier der Saft. Dieser enthält Glycyrrhizin, ein sekundärer Pflanzenstoff. Mittlerweile ist wissenschaftlich erwiesen, dass Glycyrrhizin die Gesundheit positiv beeinflussen kann: Der Pflanzenstoff soll sowohl antiviral als auch antioxidativ wirken können und die Durchblutung anregen.

Lakritz hilft gegen Husten

Lakritz gilt unter anderem als gesund, weil es auswurffördernd, schleimverflüssigend und schleimlösend wirkt. Somit kann Lakritz gegen die Symptome eines Hustens helfen. Schon die alten Römer wussten dies zu schätzen: Sie tranken Tee aus Süßholz, der nicht nur gegen Husten, sondern auch gegen verschiedene Leberleiden sowie gegen eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) helfen sollte.

Heilmittel – aber auch eine Süßigkeit

Lakritz, wie es heute in jedem Supermarkt verkauft wird, ist natürlich kein reines Heilmittel, sondern vor allem eine Leckerei. Es enthält neben Zutaten wie Kartoffelstärke und Aromen auch Zucker. Mit rund 76 Kalorien pro 20 Gramm ist Lakritz trotzdem vergleichsweise kalorienarm. Auch in Form von Tee ist Lakritz noch heute im Handel verfügbar, beispielsweise in Apotheken als Arzneitee.

Lakritz und Blutdruck: Vorsicht bei größeren Portionen

Der eigentlich gesunde Pflanzenstoff Glycyrrhizin bedeutet unter Umständen jedoch auch ein gewisses gesundheitliches Risiko: Er kann Bluthochdruck hervorrufen. Zudem sind Muskelschwäche, Wassereinlagerungen sowie Ödeme mögliche Nebenwirkungen. Darüber hinaus kann der Konsum von Lakritz den Mineralstoffwechsel negativ beeinflussen: Kalium geht verloren, während Natrium verstärkt aufgenommen wird. Diese Probleme sind vor allem bei Lakritz mit relativ hohem Süßholzanteil denkbar.

Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist deshalb Vorsicht bei entsprechenden Produkten geboten: Im Handel sind demnach verschiedene Erzeugnisse verfügbar, die mehr als 200 Milligramm Glycyrrhizin pro 100 Gramm enthalten. Wer regelmäßig mehr als 50 Gramm täglich von diesen Produkten verzehrt, kann die genannten Symptome entwickeln. Der Konsum von weichem, süßem Lakritz, das meist einen eher geringen Süßholzanteil hat, sollte laut dem Gesundheitsportal „Onmeda“ dagegen 100 Gramm am Tag nicht überschreiten.

Ein weiterer problematischer Inhaltsstoff ist laut BfR Ammoniumchlorid (Salmiak) in Salzlakritz. Ammoniumchlorid führt in höheren Dosen zu metabolischer Azidose (Übersäuerung) sowie zu Beeinträchtigungen des normalen Ionenhaushalts mit Übelkeit, Erbrechen und neurologischen Störungen.

Risikogruppen: Auf regelmäßigen Verzehr verzichten

Die Menge des Pflanzenstoffs Glycyrrhizin ist auf der Lakritzverpackung in aller Regel nicht angegeben. Aus diesen Gründen empfiehlt es sich, vorsorglich nicht regelmäßig größere Mengen zu sich zu nehmen. Darüber hinaus gibt es bestimmte Risikogruppen, die beim Verzehr von Lakritz grundsätzlich sehr vorsichtig sein sollten. Dazu gehören Menschen, die an Diabetes leiden, außerdem Konsumenten mit unterschiedlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch wer bereits einen hohen Blutdruck aufweist, sollte beim Konsum von Lakritz sehr zurückhaltend sein.

Lakritz und Diabetes

Lakritze allein können zwar nicht gegen Diabetes helfen, ihr Rohstoff, die Süßholzwurzel, enthält allerdings Stoffe, die gegen die Krankheit helfen sollen. Die sogenannten Amorfrutine senken auf natürliche Weise den Blutzuckerspiegel, schützen die Leber vor Verfettung und wirken entzündungshemmend.

Doch Lakritze enthalten nicht genug Amorfrutine, um antidiabetisch zu wirken. Sie könnten laut dem Max-Planck-Institut für molekulare Genetik allerdings als präventive Nahrungsergänzungsmittel oder auch als milde Heilmittel wirken. Wegen des in Lakritz zusätzlich enthaltenen Zuckers sollten Diabetiker dennoch vorsichtig beim Verzehr der Süßigkeit bleiben.

Macht Lakritz impotent?

Der in Lakritz enthaltene Wirkstoff Glycyrrhizin soll die Produktion von Testosteron beeinflussen und dadurch indirekt Impotenz verursachen können. Männer, die bereits mit einem Testosteronmangel belastet sind, sollten daher sicherheitshalber auf den Genuss von Lakritz verzichten. Zwar hebt sich der Effekt des Wirkstoffes nach einigen Tagen wieder auf, dennoch sind die tatsächlichen Auswirkungen nicht vollkommen geklärt. Im Gegensatz dazu soll Lakritz die Libido von Frauen sogar fördern.

Lakritz in der Schwangerschaft: Riskanter Genuss?

Schwangere stellen ebenfalls eine Risikogruppe dar, wenn es um den Konsum von Lakritz geht. Schwangere Frauen sollten am besten vollständig auf den Konsum von Lakritz verzichten. Der Grund: Glycyrrhizin könnte sich negativ auf die embryonale Entwicklung auswirken, indem es die Funktionen der Plazenta beeinflusst.

So zeigten verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen, dass Babys und Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft Lakritz konsumiert hatten, häufig höhere Cortisolwerte aufwiesen. Das Stresshormon kann sich im Organismus dabei unterschiedlich auswirken. Unter anderem gibt es die Befürchtung, dass Menschen mit einem höheren Cortisolspiegel dauerhaft stärker auf Stress reagieren beziehungsweise diesen schwerer bewältigen können. Auch könnte das Hormon die Entwicklung von Übergewicht oder Diabetes begünstigen. Beeinträchtigungen im kognitiven Bereich sind ebenfalls denkbar, beispielsweise könnten die Kinder später Konzentrationsprobleme entwickeln.

Niedriger IQ von Kindern durch Lakritzkonsum von Müttern

Eine entsprechende Studie in Finnland, durchgeführt von Wissenschaftlern der Universitäten in Helsinki und Edinburgh, zeigte außerdem, dass Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft besonders viel Lakritz zu sich genommen hatten, im Alter von acht Jahren einen weniger hohen Intelligenzquotienten aufwiesen. Auch litten sie häufiger an verschiedenen Verhaltensauffälligkeiten wie einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Die Wissenschaftler legten im Rahmen der Studie eine Menge von 500 Milligramm Glycyrrhizin pro Woche als riskanten Grenzwert fest.

Salmiak und Lakritz: Wo liegt der Unterschied?

Der Unterschied zwischen Salmiak und Lakritz zeigt sich für Konsumenten zunächst im Geschmack: Während Lakritzprodukte häufig recht süß sind, schmeckt Salmiak kräftig und eher herb. Hauptgrund für diesen geschmacklichen Unterschied ist der Inhaltsstoff Ammoniumchlorid, auch Salmiaksalz genannt, das in Salmiakprodukten einen Aromastoff darstellt.

Dabei gilt: Je höher der Anteil des Chlorids, desto kräftiger der Salmiakgeschmack. Enthält Salmiak, das meist in Form von Pastillen angeboten wird, zwei Prozent des Minerals, muss der Hinweis „Erwachsenenlakritz“ auf der Packung vermerkt sein. Zwischen 4,49 und 7,9 Prozent ist die Bezeichnung „extra stark“ verpflichtend. Ein höherer Gehalt ist in Deutschland nicht zugelassen.

Ähnlich wie der Pflanzenstoff Glycyrrhizin kann sich auch Ammoniumchlorid positiv auf die Gesundheit auswirken, zum Beispiel Schleim in den Bronchien lösen. Darüber hinaus zeichnet es sich durch eine desinfizierende Wirkung aus. Aus diesem Grund kommt Salmiak, gelegentlich auch „Starklakritz“ genannt, häufig bei Erwachsenen mit Atemwegsbeschwerden zum Einsatz.

Kurioses über die Süßigkeit: Der Lakritzäquator kurz erklärt

Vielleicht können Sie das aus eigener Erfahrung bestätigen: Menschen aus Süddeutschland neigen oftmals dazu, Lakritz nicht zu mögen. In Norddeutschland dagegen lieben die Menschen die Produkte viel eher. Diese möglicherweise eher subjektiv geprägte Beobachtung lässt sich durchaus mit Zahlen belegen: So verkauft der Hersteller Katjes mehr als 80 Prozent seiner Lakritzprodukte in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen – das sagt der Pressesprecher des Unternehmens, Heiner Wolters, im Interview mit der Zeitung „Die Welt“. Er spricht deshalb von einem „Lakritzäquator“, der Deutschland etwa auf Höhe der Mainlinie teilt – südlich davon interessieren sich die Bewohner kaum für die schwarzen Produkte. In Bayern hat sich sogar die leicht abschätzige Bezeichnung „Bärendreck“ dafür entwickelt, während die Norddeutschen liebevoll von „Schwarzem Gold“ sprechen.

Im Norden liebt man Lakritz – im Süden eher nicht

Woher kommen diese regionalen Unterschiede? Das ist nicht vollständig geklärt. Möglicherweise sorgten jedoch die norddeutschen Seefahrer vergangener Jahrhunderte mit ihrer Vorliebe für Lakritz dafür, dass ihre Nachfahren in den nördlicheren Bundesländern sich auch heute noch geschmacklich damit verbunden fühlen. Eine andere Theorie vergleicht dagegen das Aroma der Produkte mit der salzigen Meeresluft, die für Norddeutsche eher heimatliche und entsprechend positive Gefühle hervorrufen könnte.

Pferdeblut in Lakritz? Ein Mythos!

Noch eine weitere Kuriosität rankt sich um Lakritz: Angeblich soll die Leckerei Pferdeblut oder auch Ochsenblut enthalten. Das ist jedoch definitiv falsch – üblicherweise beschränkt sich die Zutatenliste auf Süßholz, Zucker, Glukosesirup, Stärke, Weizenmehl, Salz und Gelatine.

Das „Schwarze Gold“ mal anders: Rezept für Lakritzeis

Die Skandinavier haben es wirklich gut – sie kommen ganz selbstverständlich regelmäßig in den Genuss von Lakritzeis. Die Köstlichkeit gibt es hierzulande leider nur selten zu kaufen. Doch das ist kein Problem: Sofern Sie eine handelsübliche Eismaschine zu Hause haben, können Sie das folgende Rezept ganz einfach selber machen.

Diese Zutaten benötigen Sie:

  • 2 Eier (Größe M)
  • 4 Eigelb (Größe M)
  • 80 g Zucker
  • 250 ml Schlagsahne
  • 250 ml Milch
  • 2 TL gereinigter Süßholzsaft
  • 3 Tropfen Anisöl

Geben Sie zuerst die Eigelbe, die Eier und den Zucker in eine hitzebeständige Rührschüssel – und diese wiederum über ein heißes Wasserbad. Mit einem Handrührer schlagen Sie die Zutaten nun etwa fünf Minuten auf, bis die Masse cremig und dicklich ist. Geben Sie dann die Milch und die Sahne in einen Topf und lassen Sie sie einmal aufkochen. Fügen Sie beides portionsweise in die Rührschüssel.

Geben Sie nun den Süßholzsaft hinzu und rühren Sie mit einem Holzlöffel, bis die Masse erneut eine cremige Konsistenz entwickelt. Lassen Sie sie dabei allerdings auf keinen Fall kochen. Die Schüssel stellen Sie anschließend in eine größere Schüssel voll Eiswasser. Rühren Sie weiter, bis die Zutaten erkaltet sind, und fügen Sie dann das Anisöl hinzu.

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Die entstandene Masse füllen Sie nun in Ihre Eismaschine. Bei der Zubereitung des Lakritzeises beachten Sie die Herstellerangaben. Üblicherweise ist Ihr Eis nach etwa 30 Minuten fertig. In dieser Zeit lassen Sie eine große Schüssel im Gefrierfach vorkühlen. Geben Sie dann das Lakritzeis hinein und stellen Sie das Gefäß abgedeckt für etwa eine Stunde erneut ins Gefrierfach.

Zu viel Lakritz in der Schwangerschaft schadet dem Baby

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Eine Schwangerschaft ist eine Zeit voller Veränderung: Der eigene Körper verändert sich, aber auch die Ernährungsweise. Um die Entwicklung Ihres Kindes nicht zu gefährden, gibt es einige Lebensmittel, die Sie in der Schwangerschaft besser meiden sollten.

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Auf Camembert, Brie, Feta und andere Rohmilchkäse sollten Sie in der Schwangerschaft verzichten. Alle pasteurisierten Milchprodukte (z.B. Emmentaler, Gouda, …) sind nicht nur erlaubt, sondern empfehlen sich für eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft!

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Auch Mozzarella aus Rohmilch sollten Sie in der Schwangerschaft meiden. Rohmilchprodukte sind speziell gekennzeichnet: Wenn nicht „Rohmilch“ drauf steht, ist auch keine Rohmilch drin! Mozzarella aus pasteurisierter Milch dürfen Sie auch schwanger genießen.

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Rohe Eier sind nichts für die Schwangerschaft. Das gilt auch für Produkte, die rohe Eier enthalten (z.B. Tiramisu) oder die nicht sicher durchgebacken sind (z.B. Backwaren mit eihaltiger Füllung).

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Salami ist, wie andere rohe Wurstprodukte (z.B. Teewurst), in der Schwangerschaft tabu. Eine leckere Alternative für diese Zeit: italienische Mortadella.

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Auf Carpaccio und anderes rohes Fleisch sollten Sie in der Schwangerschaft vorsorglich verzichten. Alternativ können Sie sich gekochten Schinken schmecken lassen.

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Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren – das gilt nicht für die Schwangerschaft. Alkohol sollte für Sie jetzt absolut tabu sein!

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Kaffee ist in der Schwangerschaft erlaubt – in Maßen! Auch Cola, schwarzer Tee und dunkle Schokolade enthalten Koffein, also aufgepasst!

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Salat gehört zu einer gesunden Ernährung in der Schwangerschaft dazu! Meiden Sie aber abgepackte Salate und waschen Sie Salat immer gründlich, bevor Sie ihn essen!

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Nein, Sie müssen natürlich nicht auf Gemüse verzichten! In der Schwangerschaft sollten Sie aber besonders darauf achten, Obst und Gemüse gründlich zu waschen! Meiden Sie rohes, ungewaschenes Obst und Gemüse.

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Auch rohen oder kalt geräucherten Fisch (z.B. Räucherlachs) sollten Sie in der Schwangerschaft vom Speiseplan streichen. Alternative: gebratener, heiß geräucherter oder gegarter Fisch.

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Traditionelles Sushi ist nichts für die Schwangerschaft, da es rohen Fisch enthält. Für eingefleischte Sushi-Fans: Probieren Sie doch mal die vegetarische Variante.

Besser kein Lakritz in der Schwangerschaft?

Lakritz wird aus Süßholzwurzel hergestellt. Darin ist eine süß schmeckende Substanz enthalten, die dem Fötus in der Schwangerschaft schaden kann.
© Thomas Siepmann – Fotolia.com

Di. 07. Februar 2017

Keine Rohmilchprodukte, kein rohes Fleisch, kein Alkohol: Es gibt viele Dinge, auf die Schwangere besser verzichten sollten. Zu dieser Liste könnte sich nun auch Lakritz gesellen. So warnen finnische Forscher, dass sich ein Zuviel an Lakritz unter Umständen schädlich auf die Entwicklung des Ungeborenen auswirken könnte, mit Folgen, die bis ins Teenager-Alter reichen.

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Jugendliche, deren Mütter während der Schwangerschaft größere Mengen an Lakritz gegessen hatten, schnitten bei Tests zur Denkleistung schlechter ab, berichten Forscher um Professor Katri Räikkönen von der Universität Helsinki im American Journal of Epidemiology. Der Unterschied zu anderen Kindern habe bei umgerechnet etwa sieben IQ-Punkten gelegen. Darüber hinaus meisterten sie Aufgaben, mit denen das Gedächtnis getestet wurde, nicht so gut. Ihren Eltern zufolge hatten sie verglichen mit anderen Jugendlichen auch mehr Probleme, die in Richtung einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) deuteten. Bei Mädchen begann die Pubertät früher und schritt schneller voran.

Die Forscher halten es für sinnvoll, Schwangere auf die möglicherweise schädlichen Effekte von Lakritz aufmerksam zu machen. Dank der Ergebnisse aus Tierversuchen kenne man den biologischen Mechanismus, der hinter der Wirkung des Glycyrrhizins, dem süßem Stoff der Süßholzwurzel, stecke. Glycyrrhizin verstärke die Effekte des Stresshormons Cortisol, erläutern sie. Und obwohl das Stresshormon essentiell für die Entwicklung des Fötus sei, könne es in größeren Mengen schaden. Außerdem sei seit langem bekannt, dass Glycyrrhizin den Blutdruck erhöhe und zu kürzeren Schwangerschaften führe. Ernährungsempfehlungen in Finnland stufen Lakritz für Schwangere als „nicht empfehlenswert“ ein. Diesen Empfehlungen zufolge ist der gelegentliche Konsum von kleineren Mengen Lakritz-Eis oder ein paar Lakritz-Süßigkeiten vermutlich nicht gefährlich. Das Limit für einen sicheren Konsum kenne man jedoch nicht.

In der Studie hatten die Wissenschaftler 378 Jugendliche um die 13 Jahre verglichen, deren Mütter in der Schwangerschaft „große Mengen“ oder „kleine oder keine Mengen“ Lakritz gegessen hatten. Eine große Menge lag per Definition der Forscher ab einem Verzehr von 500 Milligramm Glycyrrhizin pro Woche vor, was im Durchschnitt 250 Gramm Lakritz entspricht. Eine geringe Menge lag unter 249 Milligramm Glycyrrhizin pro Woche. Diese Grenzen basierten allerdings nicht auf Gesundheitseffekten, sondern wurden nur für diese Studie festgelegt, so die Forscher.

HH

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Besser kein Lakritz in der Schwangerschaft

  • Eine Langzeitstudie aus Finnland warnt: Lakritz in der Schwangerschaft könnte dem Kind schaden.

  • Zuviel schwarzes Lakritz während der Schwangerschaft könnte das Gehirn des Ungeborenen schädigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie aus Finnland. Schwangere sollten demnach darüber informiert werden, dass Lakritz und andere Lebensmittel, die den Stoff Glycyrrhizin enthalten, vermieden werden sollten. Er könnte möglicherweise dem Ungeborenen schaden, so Katri Räikkönen, Psychologieprofessorin an der Universität Helsinki.

    Räikkönen begleitete eine Kohorte von 1.049 Frauen, die 1998 ein Kind geboren hatten. In der Langzeitstudie gehörten 75 Prozent der Mütter in die Verzehrgruppe mit weniger als 250 Milligramm Glycyrrhizin pro Woche. Elf Prozent der Mütter zeigten den höchsten Verbrauch von mehr als 500 Milligramm Glycyrrhizin pro Woche, das sind ungefähr 250 Milligramm Lakritz. Die ForscherInnen kontaktierten 451 der Mütter in der Studie erneut, als die Kinder zehn bis zwölf Jahre alt waren. 330 von ihnen waren von Müttern mit geringem und 51 von Müttern mit hohem Lakritzkonsum während der Schwangerschaft.

    Kinder von Müttern, die während der Schwangerschaft viel Lakritz gegessen hatten, zeigten einen um sieben Punkte niedrigeren Intelligenzquotienten als Kinder, deren Mütter wenig oder kein Lakritz verzehrt hatten.

    Außerdem kamen die Töchter von Müttern mit hohem Lakritzkonsum früher in die Pubertät als jene von Müttern mit geringem Konsum. Hoher Lakritzkonsum war außerdem mit einem dreimal höheren Risiko für ein ADHS bei den Kindern verbunden.

    Glycyrrhizin blockiert die Aktivität eines Enzyms, das dafür sorgt, den Fetus vor zu hohen Leveln von Cortisol zu schützen, indem das Cortisol vor dem Durchfluss in die Plazenta abgefangen wird. Hohe Level von Cortisol können die neurologische Entwicklung des Feten beeinträchtigen.

    Obwohl große Gesundheitsorganisationen wie die WHO und die US Food and Drug Administration noch nicht vor Lakritz und Glycyrrhizin warnen, hat das nationale Gesundheitsministerium in Finnland Lakritz jetzt auf die Liste der „nicht empfohlenen Lebensmittel“ für Schwangere gesetzt.

    Rubrik: Schwangerschaft

    Erscheinungsdatum: 16.02.2017

    Lakritz in der Schwangerschaft

    Lakritz – was ist das überhaupt?

    Ob Bonbons und Pastillen aus der Apotheke oder Schnecken aus dem Süßigkeitenregal – Lakritz zeichnet sich durch einen einzigartigen süß-herben Geschmack aus. Für dieses intensive Aroma sorgt der enthaltene Süßholzsaft, der aus den getrockneten Wurzeln der Süßholzpflanze gewonnen wird. Die Pflanze aus dem Mittelmeerraum wird schon seit Jahren als Arzneimittel verwendet.

    Süßigkeiten dürfen als Lakritz bezeichnet werden, wenn sie mindestens drei Prozent Süßholzsaft oder Süßholzextrakt enthalten. Im Handel ist, neben Süßlakritz, das so genannte Salzlakritz zu finden – es enthält zusätzlich Salmiak.

    Was sollte man in der Schwangerschaft nicht essen?

    Wofür wird Lakritz verwendet?

    Der Süßholzpflanze sagt man eine heilende Wirkung nach: Sie wird zur Linderung von Magenbeschwerden oder zur Behandlung von Erkältungskrankheiten eingesetzt. Die Süßholzwurzel soll entzündungshemmend und schleimlösend wirken. Außerdem gilt Lakritz als äußerst kalorienarme Süßigkeit.

    Was passiert bei übermäßigem Lakritzkonsum?

    Neben den vielen positiven Eigenschaften der Süßholzpflanze sind bei einem übermäßigen Lakritzkonsum auch negative Auswirkungen auf die Gesundheit bekannt. Der Grund: Lakritz enthält Glyzyrrhizin. Dabei handelt es sich um ein Glykosid (Süßholzzucker), das aus der Wurzel der Süßholzpflanze gewonnen wird und eine sehr starke Süßkraft besitzt.

    Glyzyrrhizin bewirkt eine Veränderung der Hormonproduktion in der Nebenniere, durch die das Stresshormon Cortisol vermehrt gebildet wird. Außerdem wird durch den Süßholzzucker ein Schlüsselenzym gehemmt, das den Mineralstoffhaushalt reguliert. Beim Bundesinstitut für Risikobewertung heißt es dazu: „Bei ständigem Verzehr von Lakritze mit größeren Mengen von Glycyrrhizin (mehr als 200 Milligramm/100 Gramm Lakritze) kann es zu einer Veränderung des Mineralstoffwechsels mit Natriumanreicherungen und Kaliumverlusten kommen. Die Folge sind Erhöhung des Blutdrucks, Wassereinlagerungen im Gewebe und Muskelschwäche.“ Auch der Bundverband Deutscher Internisten e.V. stellt fest, dass diese Nebenwirkungen durch einen erhöhten Lakritzkonsum auftreten können.

    Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, die Aufnahme von Glycyrrhizin auf unter 100 Milligramm pro Tag je Konsument zu beschränken. In Deutschland gibt es zwar keine gesetzliche Höchstgrenze für Glycyrrhizin in Lebensmitteln, aber es gilt: Enthält das Produkt mehr als 200 Milligramm pro 100 Gramm Lakritz, muss es mit dem Zusatz „Starklakritz“ gekennzeichnet sein.

    Salzlakritz enthält außerdem Ammoniumchlorid. Größere Mengen davon können den Mineralstoffhaushalt ebenfalls beeinflussen und zu Übelkeit und Erbrechen führen. Durch eine tägliche Aufnahme von 100 bis 150 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht entstehen gesundheitliche Beeinträchtigungen. Lakritz mit einem Salmiakgehalt von mehr als zwei Prozent ist für Kinder deshalb nicht geeignet.

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    Lakritz in der Schwangerschaft: Erlaubt oder tabu?

    Der Bundesverband der Frauenärzte e.V. (BVF) empfiehlt schwangeren Frauen, besser auf den Verzehr von lakritzhaltigen Nahrungs- und Genussmitteln zu verzichten, um die Gesundheit ihres Kindes nicht zu gefährden.

    Warum kein Lakritz in der Schwangerschaft?

    Verschiedene Studien haben gezeigt, dass die Bestandteile der Süßholzwurzel möglicherweise Einfluss auf die Entwicklung des Babys haben. So vermutete die Arbeitsgruppe der Psychologin Katri Räikkönen von der Universität in Helsinki in einer Studie im Jahr 2009, dass Glycyrrhizin die Plazenta durchlässiger für die Stresshormone der Mutter macht. Dr. Klaus König, Vizepräsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) erklärt: „Bei Kindern von Frauen, die während der Schwangerschaft Lakritz gegessen hatten, wurden dreimal höhere Cortisol-Level gemessen als bei Kindern gleichen Alters, deren Mütter kein Lakritz gegessen hatten. Cortisol ist ein Stesshormon und besitzt ein sehr breites Wirkungsspektrum im Organismus. So besteht ein Zusammenhang zwischen Cortisol und der Bewältigung von Stress sowie der Entwicklung von Diabetes und Übergewicht.“

    Ist Lakritz in der Schwangerschaft schädlich?

    Im Jahr 2002 kam eine finnische Studie zu dem Ergebnis, dass ein extremer Konsum von mehr als 500 Milligramm Glycyrrhizin pro Woche zu einem erhöhten Frühgeburtsrisiko führt. Die Studie von Katri Räikkönen aus dem Jahr 2009 stellte fest, dass zu viel Lakritz in der Schwangerschaft negative Auswirkungen auf die kognitiven Fähigkeiten des Babys haben kann. Kinder, deren Mütter pro Woche mehr als 100 Gramm Lakritz in der Schwangerschaft (100 Gramm Lakritz entsprechen sechs bis acht Lakritzschnecken) aßen, zeigten im Alter von acht Jahren eine geringere Intelligenz, die sich zum Beispiel durch einen kleinerer Wortschatz, ein schlechteres erzählerisches Gedächtnis oder ein eingeschränktes räumliches Vorstellungsvermögen auszeichnete. Außerdem konnten Symptome einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) festgestellt werden.

    Vier Jahre später wurden die gleichen Kinder noch einmal untersucht: Im Alter von zwölf Jahren zeigte sich, dass bei den Mädchen, deren Mütter in der Schwangerschaft Lakritz verzehrten, die Pubertät früher eingesetzt hatte, sie mehr als drei Zentimeter größer, acht Kilogramm schwerer und sie einen um 2,2 höheren Body-Mass-Index (BMI) hatten. Bei Jungen ließen sich solche Unterschiede nicht feststellen. Die Ergebnisse der Studie stützen die Annahme, dass ein Zuviel an Lakritz in der Schwangerschaft schädlich sein könnte.

    Beim Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF) heißt es von Vizepräsident König zu den Untersuchungen der finnischen Studie von Räikkönen: „Ein Gramm pro Woche reichte dabei schon aus, um bei dem Nachwuchs höhere Cortisol-Werte zu verursachen. Auch wenn die genauen Zusammenhänge bislang noch nicht geklärt sind, sollten Schwangere vorsichtshalber besser auf den Verzehr größerer Mengen lakritzhaltiger Produkte verzichten.“

    Auch das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) empfiehlt Risikogruppen wie Schwangeren oder Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen den ständigen Verzehr von größeren Mengen Lakritz vorsorglich zu unterlassen, da der Gehalt an Glycyrrhizin auf Verpackungen nicht eindeutig ausgewiesen ist. Seit einer im Jahr 2005 in Kraft getretenen Lebensmittelkennzeichnungsverordnung ist zumindest die Kennzeichnung mit dem Vermerk „enthält Süßholz“ für Produkte mit einem Gehalt von 100 Milligramm pro Kilogramm Süßware vorgeschrieben.

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    Der Genuss von Tee in der Schwangerschaft tut nicht nur Deiner Seele gut, sondern kann, je nach Auswahl der Sorte, auch Dein gesundheitliches Wohlbefinden steigern. Besonders in der Schwangerschaft bietet das Trinken von Tee eine entspannende Wirkung. Auch Verdauungsbeschwerden, Erkältungen, Stress und Schlafstörungen können durch das Trinken von Tee auf eine sanfte natürliche Weise gelindert werden. Doch nicht jeder Tee ist in der Schwangerschaft beziehungsweise für jedes Schwangerschaftstrimenon geeignet. Wann Du welchen Tee, für welche Wirkung trinken kannst, erfährst Du im folgenden Artikel. Beachte: bei allen Kräutertees gilt: nicht ohne vorherige Absprache mit Arzt oder Hebamme trinken!

    Wohltuender Tee in der Schwangerschaft

    Zum einen dienen diverse Kräuter- und Früchtetees dazu Deinen erhöhten Flüssigkeitsbedarf in der Schwangerschaft zu decken zum anderen sind sie sind ideale Vitaminlieferanten. Im Winter tut Dir Tee zudem gut, um Dich aufzuwärmen, im Sommer hingegen kannst Du Dich mit einem gekühlten Tee erfrischen.

    Wie bei Nahrungsmitteln gilt: Tee in der Schwangerschaft braucht Abwechslung, um eventuellen unerwünschten Nebenwirkungen vorzubeugen.

    Pfefferminztee

    Oftmals wird eine Schwangerschaft zumindest zeitweise von Übelkeit und Sodbrennen begleitet. Pfefferminztee kann Dir helfen, denn die ätherischen Öle der Pflanze wirken krampflösend auf Magen, Darm und die Gallenwege. Trinke ihn nur in Maßen, da er bei größeren Mengen Gebärmutterkontraktionen auslösen kann.

    Salbeitee

    Verdauungsbeschwerden gehören nicht selten zu den unangenehmen Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft. Schon eine Tasse Salbeitee wirkt krampflösend und beruhigt Deinen Magen und Darm. Du solltest den Salbeitee aber nicht in größeren Mengen oder über einen längeren Zeitraum trinken, da es sonst unter anderem zu Krämpfen, Hitze- und Schwindelgefühl kommen kann.

    Kamillentee

    Kamillentee wird bei entzündlichen oder krampfartigen Magen-Darm-Erkrankungen, Reizzuständen, Sodbrennen und Magengeschwüren empfohlen. Aber auch bei Schlafstörungen kann es hilfreich sein, eine Tasse Kamillentee am Abend zu trinken, um in einen ruhigen Schlaf zu finden.

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    Ingwertee

    Ingwertee gehört zu den Sorten von Tee in der Schwangerschaft die Du in Deiner Schwangerschaft nur in Maßen trinken solltest, da ihm eine leicht wehenfördernde Wirkung zugesprochen wird. Leidest Du unter Übelkeit und Erbrechen kann er jedoch äußerst wirksam sein.

    Grüner und Schwarzer Tee

    Grüner Tee enthält zahlreiche Mineralien und viele Bitterstoffe, welche die Galleproduktion anregen und Deine Verdauung fördern können. Schwarzer Tee hat eine immununterstützende Wirkung, beeinträchtigt aber die Eisenaufnahme aus der Nahrung und begünstigt Verstopfungen. Aufgrund dessen ist der Schwarze Tee weniger zu empfehlen ist. Durch den Koffeingehalt wirken der Grüne und Schwarze Tee allgemein anregend, weshalb Du nicht mehr als zwei bis drei Tassen am Tag trinken solltest. Werden Schwarz- oder Grüntees in sehr großen Mengen getrunken (mehr als 6-8 Tassen am Tag), kann dies zu einem verminderten Folsäurespiegel im Blut führen.

    Himbeerblättertee

    Der wohl bekannteste Tee in der Schwangerschaft ist der Himbeerblättertee. Er wird von vielen Hebammen empfohlen und soll das Gewebe und die Muskeln im Bereich des Beckens lockern, die Gebärmutter stärken und die Gebärmuttermuskulatur anregen. Zudem kann Himbeerblättertee sanft Deine Wehen anstupsen und die Geburt insgesamt erleichtern in dem er eine kürzere, zweite Wehenphase ermöglicht. Wegen der wehenfördernden Wirkung solltest Du Himbeerblättertee, mit einer Tasse erst ab der 37. Schwangerschaftswoche trinken. Ab der 39. SSW wird von Hebammen empfohlen, bis zu 4 Tassen täglich zu trinken und nach einer Woche eine Trinkpause zu machen. Bitte trinke den Tee in hoher Dosierung nur in Absprache mit Deiner Hebamme oder Deinem Frauenarzt um eine Überdosierung zu vermeiden.

    Achtung bei folgenden Teesorten

    Aufgrund der wehenanregenden Wirkung solltest Du Teesorten wie Brombeerblättern, Schafgarbe, Eisenkraut, Kreuzkümmel, Wermutkraut und Frauenmantel erst in Deinen letzten Schwangerschaftswochen trinken. Während der Schwangerschaft solltest Du Fenchel-, Anis- und Lemongras-Tee nicht über längere Zeit in größeren Mengen trinken. Alle diese Pflanzen enthalten Substanzen, die im Tierversuch in hohen Konzentrationen Krebs auslösen. Außerdem solltest Du in Deiner Schwangerschaft nicht mehr als zwei bis drei Tassen von Kräuterteemischungen mit Süßholzwurzel trinken. Der Inhaltsstoff Glycyrrhizin erhöht in sehr hohen Mengen vermutlich das Risiko für eine Frühgeburt. Auf entwässernde Teekräuter wie Brennnessel, Maisbart oder Birkenblättern, Petersilie, Liebstöckl und Sellerie solltest Du in der Schwangerschaft verzichten. Die Nieren haben schon genug Arbeit und ein zusätzlicher Flüssigkeitsverlust könnten Dir und Deinem Baby schaden.

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