Kurze geschichten zum vorlesen

Stella ist still – Eine Geschichte für Kinder. Und die, die es geblieben sind. (free eBook)

Am Südpol, dort wo es immer kalt ist und das ganze Jahr lang Schnee liegt, wohnen die Pinguine. Ihnen macht die Kälte gar nichts aus, sie leben sehr gern dort, denn Pinguine finden es klasse, durch den Schnee zu watscheln und auf dem Bauch über das Eis zu rutschen. Und noch viel mehr mögen sie, im eiskalten Wasser zu schwimmen und zu tauchen. Pinguine sind nämlich wahnsinnig gute Schwimmer. Das sollte man gar nicht meinen, denn sie sind doch Vögel. Aber soll ich euch was sagen? Obwohl Pinguine Federn haben, und Flügel, können sie nicht fliegen, nicht mal ein klitzekleines Bisschen.

Mitten in einer riesig großen Pinguinfamilie, die man Kolonie nennt, lebt Stella. Stella ist ein kleines Pinguinmädchen, wie es ziemlich viele am Südpol gibt. Eigentlich, das wisst ihr ja bestimmt, sind Pinguine alle schwarz und weiß und haben einen Schnabel und ein kleines Schwänzchen, mit dem sie lustig wackeln können. Und kalt ist ihnen auch nie, selbst der dickste Schneesturm macht ihnen nichts aus. Sie sind außerdem ziemlich gesellig und unterhalten sich den ganzen Tag. Manchmal sehr laut. Sie zwitschern auch nicht, wie andere Vögel, sie tröten eher. Und das hört sich ein wenig so wie das „I-A“ eines Esels an. Pinguine sind schon lustige Vögel.

Stella aber, ja, das kleine Pinguinmädchen Stella, das friert immer. Deswegen trägt es eine Mütze und einen warmen Pullover. Damit kann Stella natürlich nicht schwimmen, denn sie bräuchte ja ihre Flügel unter Wasser, um Anschwung zu geben, aber sie bleibt sowieso lieber an Land. Und es gibt noch etwas, das Stella anders als die anderen macht: Sie unterhält sich nicht gern. Jedenfalls nicht so gern wie die anderen Pinguine, die in einer Tour schnabbeln und tröten. Stella steht lieber nur da und schaut sich ihre Familie an, beobachtet, was die anderen tun und findet es nicht schlimm, ein bisschen still zu sein.
Stella mag das. Sie muss nicht viel reden, um glücklich zu sein.

(c) Susanne Bohne

Nur die anderen Pinguine ihrer Kolonie, die finden Stella ein bisschen merkwürdig. Manchmal tuscheln sie über Stella und darüber, dass sie einen Wollpullover trägt und nie etwas sagt. Das ist schon sehr seltsam, finden die Pinguine. Stella sieht manchmal, wie sich die anderen heimlich über sie unterhalten und über sie kichern, denn sie beobachtet ja viel.
Und es macht Stella sehr traurig. Sie ist doch kein besserer oder schlechterer Pinguin, nur weil sie ein bisschen leiser ist und friert! Nein, das kann Stella nicht verstehen. Sie hatte es ja schon mal probiert, sich mehr zu unterhalten, aber ihr ist nie etwas wirklich Wichtiges eingefallen, so wie den anderen andauernd. Und überhaupt hatte es ihr keinen Spaß gemacht.
„Es ist schon sehr blöd“, denkt sich Stella, „dass mich meine Kolonie nicht mag, vielleicht sollte ich besser allein leben, ohne die anderen, die mich alle doof finden. Bloß, weil ich so ruhig bin.“

Sie watschelt ein paar Schritte in die weiße Südpollandschaft und ist sehr traurig. Ein paar runde, dicke, Pinguintränen kullern in das Eisloch, vor dem Stella gerade steht und sie überlegt, ob sie nicht einfach davonschwimmen soll. Sicher würde es keiner bemerken. Und dann würden sie endlich nicht mehr über Stella lachen und sie seltsam finden.

Plötzlich bewegt sich das Wasser vor ihr und ein riesig großer Schatten erscheint. Stellas Herz beginnt ganz fest zu schlagen. Doch bevor sie weglaufen kann (was bei einem Pinguin ja sowieso ziemlich langsam geht), taucht ein großer, grauer Kopf aus dem Wasser und pustet mit lautem Getöse einen Schwall Luft in den Himmel.

„Wow!“, denkt Stella.
„Hallo!“, sagt Trudi.

Trudi ist ein ziemlich riesiges Tier, das größte, das es auf dieser Welt gibt: Trudi ist ein Wal.

„Hallo, ich bin Stella! Bitte tu mir nichts, du großer Fisch!“, ruft Stella zu Trudi hinauf und hofft, dass sie sie verstanden hat. Schließlich ist Stella sehr ungeübt im lauten Sprechen.
Trudi lacht.
„Keine Angst!“, kichert Trudi, „ich bin nicht gefährlich. Und ein Fisch, das bin ich schon gar nicht!“
„Du bist kein Fisch?“, fragt Stella ungläubig „Du siehst aber wie einer aus!“
„Naja, nur weil ich wie einer aussehe, heißt das noch lange nicht, dass ich auch einer bin, oder?“, antwortet Trudi und Stella findet, dass Trudi recht hat, „Warum bist du denn so traurig?“
Und da erzählt Stella alles, was mit ihr und der Kolonie so los ist. Und es ist ja eine Menge los, nur halt nicht bei ihr. Weil sie immer so still ist und friert. Und dass die anderen das nicht verstehen könnten und Stella immer auslachen. Dabei mag sie ihre Kolonie doch. Sehr sogar.

Trudi nickt verständnisvoll und sagt dann: „Weißt du wie wir Wale uns unterhalten? Wir singen. Wir singen sogar ganz wunderschön. Soll ich es dir mal zeigen?“
Mit angehaltenem Atem lauscht Stella Trudis Walgesang. So etwas Schönes hat sie wirklich noch nie gehört. Dass so ein großes Tier so leise singen kann, findet Stella beeindruckend.
Als Trudi wieder auftaucht, erklärt sie: „Hör mal, Stella, die anderen denken vielleicht, du willst nicht mit ihnen reden, weil du sie nicht magst. Sie können ja nicht wissen, dass du einfach nur ruhig und still bist. Von mir denken ja auch ständig alle, dass ich ein Fisch bin. Stimmt aber nicht, und dann erkläre ich einfach, dass ich zuallererst mal Trudi bin und außerdem ein Säugetier. Und du, du bist zuallererst Stella, der Pinguin mit dem Wollpullover. Und du bist ein bisschen stiller. Na und? Jeder ist so, wie er eben ist.
Jetzt muss ich aber los. Ich hoffe, wir sehen uns mal wieder!“

Und mit einem leisen Platsch ist Trudi verschwunden und mit ihr Stellas Traurigkeit. Denn Trudi hat ja recht: Jeder ist so, wie er eben ist! Auch die stille Stella.
Auf dem Rückweg zu ihrer Pinguinkolonie fängt Stella an zu summen, sie hat von Trudis Lied einen mächtig großen Ohrwurm. Aus dem Summen wird ein Trällern. Bald danach wird aus dem Trällern ein richtiges Lied. Und soll ich euch etwas verraten? Stella hat eine außergewöhnlich schöne Stimme. Für einen Pinguin jedenfalls. Sie merkt gar nicht, dass immer mehr Pinguine verwundert aufgehört haben, sich zu unterhalten und ihrem Gesang lauschen. Die ganze Kolonie ist plötzlich still. Nur Stella nicht. Die singt und singt auf wunderbare Pinguinart und alle hören ihr zu.
Als Stella den letzten Ton gesungen hat, applaudieren alle.

„Mensch, Stella! Du kannst ja toll singen!“, rufen einige.
„Das hättest du uns ja schon früher mal sagen können, aber du redest ja nie mit uns, weil du uns nicht leiden kannst.“, sagen andere ein bisschen beleidigt.
Und Stella, die freut sich und strahlt und sagt: „Ich kann euch wahnsinnig gut leiden! Ich bin nur lieber meistens still und unterhalte mich nicht so gern. Aber singen, das werde ich von jetzt an öfter. Und das ganz laut. Und mit euch zusammen. Wenn ihr wollt!“

Und alle wollen.

Seitdem schaut niemand mehr Stella seltsam an, weil sie ruhiger ist als alle anderen. Häufig kuscheln sich einige Pinguine mit Stella ganz leise zusammen, um sie zu wärmen. Denn dann friert man nicht mehr und das macht viel wärmer als jeder Wollpullover, den je ein Pinguin getragen hat.

Und morgen, denkt sich Stella, gleich morgen mache ich mich auf den Weg, um zu sehen, was hinter dem großen Eisberg da drüben liegt. Das wollte ich nämlich schon immer wissen. Mit einem Pinguinlächeln schläft Stella ein und sie weiß zwar noch nicht, was hinter dem Eisberg liegt, aber eins weiß sie bestimmt:

Jeder ist so, wie er eben ist. Und das ist gut so.

Diese Geschichte ist Teil meines Buchs
„Stella ist still. Geschichten über das Anderssein.“

(Werbung) Das Buch ist u.a. hier erhältlich:

Inhalt:

Emma ist fünf und entdeckt gerade, dass sie nicht nur unsagbar viele Länder auf ihrem beleuchteten Globus finden kann; sie entdeckt auch, dass nicht alle Menschen gleich sind.
Die einen sind kleiner als andere. Die anderen sind stiller. Es gibt Menschen, die eine andere Hautfarbe haben oder in Familien leben, die so ganz anders sind als Emmas.
Kurzum: Emma entdeckt gemeinsam mit Eddie, dem kleinen Kuscheleisbären, ihre Welt, in der sie sich manchmal schon ziemlich groß fühlt, und findet heraus, dass alle anders sind.

Emma möchte Kinder in Kita, Vor- und Grundschule auf ihre Entdeckungsreisen mitnehmen, die sie im Traum erlebt:

  • Sie treffen am Südpol den stillen Pinguin Stella, der immer friert und nicht viel reden muss, um glücklich zu sein – und trotzdem denkt, mit ihm würde etwas nicht stimmen. Bis er den Walgesang von Trudi hört. (Thema: Introvertiertheit)
  • In Australien begegnen Emma und Eddie dem rosa gefärbten Koala Paul, der von der anderen Seite der Insel flüchten und einen neuen Eukalpytusbaum beziehen musste. Aber hier ist er nicht sehr glücklich, denn die alteingesessenen, grau-weißen, Koalas möchten ihn am liebsten wegen seiner Fellfarbe vertreiben. (Thema: Integration, Flüchtlinge)
  • Im Meer erfährt Emma, dass Seepferdchenmännchen ihren Nachwuchs zur Welt bringen und Seepferdchen Karl berichtet, dass er allein mit seinem Vater lebt. Aber, dass es auch Tierkinder gibt, die nur mit ihrer Mutter aufwachsen, oder sogar von zwei Vätern großgezogen werden – und dass das alles ganz normal ist… (Thema: Alleinerziehend, Familienmodelle)

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Youtube-Videos verdrängen zunehmend klassische Gute-Nacht-Geschichten

1 Immer weniger Kinder bekommen eine klassische Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen (Symbolbild). Foto: dpa

Immer weniger Eltern lesen ihren Kindern zum Einschlafen ein Märchen vor. Experten sehen diese Entwicklung kritisch.

München – Anlässlich des Weltgeschichtentags (20. März) ermutigen Experten Eltern zu intensivem Vorlesen und Erzählen. In jeder dritten Familie gebe es kein solches Gute-Nacht-Ritual mehr, teilte der bayerische Landesverband des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB LV Bayern) am Dienstag in München mit.

Schuld seien vor allem weniger Zeit der Eltern und die zunehmende Bedeutung von Handy, Soziale Medien und das Internet. „Es gibt Hörbücher, Youtube-Videos und sogar Apps, die als ein vermeintlicher Ersatz für das traditionelle Geschichtenerzählen innerhalb der Familie verstanden werden können“, erklärte DKSB LV Bayern-Sozialpädagogin Alexandra Schreiner-Hirsch.

Dabei seien Vorlesen und Erzählen besonders für Kindergarten- und Grundschulkinder ein wichtiger Baustein ihrer sozialen, emotionalen und intellektuellen Entwicklung. Das „analoge“ Zusammensein mit der Familie und der Austausch miteinander sei mit keinem modernen Medium zu ersetzen.

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„Wunderbare Gute-Nacht-Geschichten“ von Erwin Moser bei Der Audio Verlag

Erwin Moser, der beliebte österreichische Bilder- und Kinderbuchautor, zaubert mit seinen Tier-Geschichten ein unvergleichliches Gefühl der Geborgenheit und Wärme in die Kinderzimmer. Auf diesem DAV-Hörbuch begeistern zwanzig frei fabulierte Freundschaftsgeschichten rund um liebenswerte tierische Helden, die erstaunliche Abenteuer erleben. Auf 1 CD werden Kinder ab 3 Jahren von so beliebten Sprechern wie Laura Maire und Christian Baumann durch ein Traumland geführt, streifen durch zauberhafte Wälder, fliegen mit einem klapprigen Flugzeug ins Eisland und tauchen in den tiefsten Tiefen des Meeres. Mit dem Hörbuch „Wunderbare Gute-Nacht-Geschichten“ vergehen selbst lange, dunkle Winterabende in kuschelweicher Gemütlichkeit wie im Flug mit einem von Moser erdachten Schwebesessel.

Das gleichnamige Kinderbuch mit vielen bunten Illustrationen des Autors erschien bei Beltz & Gelberg.

Wundersam geborgen einschlafen mit fantastischen Tiergeschichten

In Erwin Mosers Welt geschehen manch wundersame Dinge: Katze Karla will Pilze suchen. Erst findet sie nichts, doch bald durchstreift sie den eigentümlichsten Pilzwald, den sie je gesehen hat ­– hoffentlich findet sie wieder heraus!

Bolo, der Elefant, flieht unterdessen aus dem Zoo und findet Zuflucht bei zwei freundlichen Mäusen, die ihn liebevoll umsorgen. Doch die Sehnsucht nach seiner Heimat Afrika lässt ihn nicht los.

Der erfinderische Bär Arnulf kreiert aus einem alten und ziemlich kuriosen Staubsauger etwas ganz und gar Fantastisches. Und in den Tiefen des Ozeans liegt ein geheimnisvoller Schatz verborgen …

Bei diesen und vielen weiteren tierischen Abenteuern wird nicht nur Kindern warm ums Herz.

Die schönsten Betthupferl mit beliebten Sprechern wie Laura Maire, Christian Baumann, Thomas Loibl u. a.

Laura Maire, Julia Riedler, Christian Baumann, Burchard Dabinnus und Thomas Loibl lesen Mosers Wunderbare „Gute-Nacht-Geschichten“ und lassen die liebenswerten Tiere lebendig werden, indem sie, jeder auf seine eigene Weise, den wunderbaren Zauber der Geschichten zum Klingen bringen und Mosers kuriose Welt feinfühlig erfassen. Schöner kann ein Kind nicht einschlafen!

Weitere Hörbücher zum Einschlafen und Träumen bei DAV:

  • Peggy Rathmann: Gute Nacht, Gorilla! und weitere Einschlafhörspiele
  • Daniela Kulot: Reim dich nett ins Bett und weitere Reimgeschichten
  • Gina Ruck-Pauquèt: Sandmännchens Geschichtenbuch – Alle 60 Gutenachtgeschichten
  • Theodor Storm u.a.: Der kleine Häwelmann und weitere Geschichten
  • Gerdt von Bassewitz: Peterchens Mondfahrt

Kurze Kindergeschichten

kurze frühlingsgeschichte für kleinere und grössere Kids

Tomi zeigte auf die Wiese: „Schau, wie die Bauern wieder stinkiges Zeugs auf die Felder pissen.“ Jonas, der neben ihm lief, blickte auf die rechte Seite und sah die Bauern auf dem Feld arbeiten.
„Das ist Jauche, und die hilft dem Gras, damit es schneller wächst. Und da hast du recht, die stinkt wirklich eklig.“
„Geht das nicht auch ohne?“ fragte Tomi, der jüngere der beiden. „Ginge schon, aber eben.“ Jonas zuckte mit den Achseln und seufzte leise.
Sie liefen eine Weile still nebeneinander weiter. Ihr Schulweg war lang. Sie wohnten einige Kilometer ausserhalb des Dorfes. Das fanden sie aber gar nicht schlimm, denn auf dem Schulweg gab es immer etwas zu sehen und zu tun. Und mit dem Freund an der Seite wurde es nie langweilig, weil man reden konnte.
Wieder kamen sie an einer Wiese vorbei. Diese Wiese war anders als die vorherige. Das Gras war länger und es gab wunderschöne Blumen darin. Die leuchteten gelb und rot.
„Schau“, sagte Jonas zu Tomi, „das ist eine echte Wiese. Die stinkt überhaupt nicht, die duftet richtig gut und sieht auch noch wunderschön aus.“
„Wieso hat es hier Blumen und dort nicht?“ Jetzt wollte Tomi es genauer wissen.
„Weil hier kein Dünger draufgepisst wird. Das mögen Blumen nicht. Sie ersticken davon,“ antwortete Jonas.
Das gab Tomi zu denken. „Blumen ersticken, das sollte verboten werden.“
„Du sagst es, kluger kleiner Mann.“
Sie rannten auf die Wiese zu und Tomi meinte: „Wir könnten ein paar Blümchen pflücken und Mutti ein Sträusschen bringen.“
„Das ist eine gute Idee,“ sagte Jonas und schon steckten die beiden Buben ihre Köpfe in die Wiese. Es summte ringsum von den fleissigen Bienchen, der Himmel war blau und die Sonne lachte. Ein herrlicher Frühlingstag.
Jonas und Tomi liefen mit ihren Sträusschen weiter. Jetzt noch über die Brücke, dann am Parkplatz vorbei und bald waren sie zu Hause.
Auf dem Parkplatz sahen sie eine verbeulte Blechdose herum liegen. Tomi rannte los und benutzte sie als Fussball. „Komm, nimm sie, wenn du kannst.“ Sie spielten damit, trippelten, kicherten und hatten ihren Spass.
„So, jetzt gehen wir aber nach Hause. Ich habe Hunger,“ sagte Jonas. Die Blechdose steckte er in seine Schultasche:
„Was willst du denn damit?“ fragte Tomi.
„Blechdosen lässt man nicht einfach auf dem Boden liegen. Es könnte sich jemand verletzen. Ein Tier oder ein Mensch. Zudem vermodern sie nicht. Sie belasten die Umwelt. Für Blechdosen gibt es extra Sammelstellen.“
„Und was machen die Dosen auf der Sammelstelle,“ fragte Tomi interessiert. Er fand es immer total spannend mit Jonas, weil er so viel wusste.
„Sie werden von einem Laster abgeholt und in eine Fabrik gebracht. Dort werden die Dosen dann recyclet.“
„Ach so, risklelt,“ versuchte Tomi nachzuplappern. Beide mussten lachen, weil es so lustig klang.
„Nicht risklelt, das heisst r-i-s-e-i-k-l-e-t.“ Jonas sprach es ihm einige Male langsam vor, so dass Tomi den Dreh bald raushatte mit dem schwierigen Wort.
„Und was ist das genau, dieses risklelt, ehm ris-eik-let?“
Jonas schmunzelte, „das heisst, das Material von den Dosen wird wieder verwertet. Aus den Blechdosen gibt es neue Blechdosen oder andere Sachen wie zum Beispiel Nägel, Werkzeuge, Pfannen oder Rohre.“
Damit gab Tomi sich erst einmal zufrieden. Er konnte ja später immer noch weiter fragen. Die beiden Buben nahmen ihre Schultranzen vom Boden auf. Jonas nuschelte noch etwas in seiner Tasche. Nach einer Weile zog er einen Schokoriegel hervor. Er brach ihn in der Mitte entzwei. Die eine Hälfte schenkte er Tom:
„Magst du?“
Und ob, Tomi grinste über alle Massen und sagte:
„Oh ja, vielen Dank!“
Der Riegel war schnell verschlungen. Jetzt ging es nach Hause. In der einen Hand das Blumensträusschen für Mutti, in der anderen die Hand des Freundes.

(© Beat Jan, 17. April 2018)

kurze kindergeschichte zum thema mobbing

Auf den ersten Blick schien in diesem Klassenzimmer alles in Ordnung zu sein. Die Kinder waren vergnügt und freuten sich am Unterricht.
Einzig in den hinteren Reihen spielten sich schlimme Szenen ab, die niemand sonst mitbekam. Maya sass direkt vor Christian und dieser stiess sie immer mit dem Fuss in den Rücken oder kippte ihren Stuhl nach hinten.
Wie oft schon sagte sie: „Hör auf, du tust mir weh.“
Das brachte aber nichts. Mittlerweile bildeten sich auf ihrem Rücken blaue Dellen. Maya hatte Schmerzen. Es bedrückte sie wahnsinnig, dass ihr jemand böse wollte. Sie, die niemandem etwas zu Leide tat, allen half, wo sie nur konnte und immer freundlich und gütig war. Nein, das konnte sie wirklich nicht verstehen.
Sie getraute sich niemandem etwas zu sagen, weil Christian ihr auch ausserhalb der Schule auflauerte und sie mit bösen Worten beschimpfte oder ihr Sachen nachwarf. Immer tauchte er genau dort auf, wo sie war. Maya hatte Angst vor ihm. Er war viel grösser und kräftiger als sie.
Als sie wieder einmal den ganzen Vormittag in den Rücken gestossen wurde, konnte sie am Nachmittag nicht mehr am Turnunterricht teilnehmen. Sie hatte solche Schmerzen, dass sie kaum mehr stehen konnte und im Umkleideraum weinte.
Die anderen Kinder sagten dem Lehrer, Maya weine, sie sei wahrscheinlich krank. Sofort ging der Lehrer nachschauen und fragte Maya, was sie habe. Da sonst niemand da war, erzählte Maya endlich, was los war, und sie zeigte dem Lehrer den Rücken.
Dieser war völlig ausser sich. Er brach die Turnstunde sofort ab und schickte die Kinder nach Hause. Mit Maya ging er ebenfalls nach Hause. Er sprach mit den Eltern und dann mit Christian und seinen Eltern.
Es stellte sich heraus, dass Christian im Fussballverein von einem anderen Jungen gehänselt wurde, und er sich auch niemandem anvertraute. Er getraute es einfach niemandem zu sagen. Er war aber wütend über diesen Jungen und diese Wut musste irgendwo raus. Dass er deswegen Maya plagte, wusste er aber nicht.
Es tat ihm denn auch sehr leid, weil er das gar nicht wollte.
Nach all den Gesprächen wussten jetzt Christian und Maya, dass man darüber reden darf und soll. Dass es ganz wichtig ist, über das, was man nicht richtig findet, was einem verletzt und weh tut, egal ob am Körper oder im Herzen, zu reden.
Es jemanden erzählen oder auch mehreren Leuten. Den Eltern, dem Lehrer, Freunden, der Tante, dem Trainer … .
Christian besuchte Maya zu Hause. Er entschuldigte sich bei den Eltern und bei Maya mit einem kleinen Geschenk. Von da an hat er Maya nie mehr gestossen. Ganz im Gegenteil, sie unternahmen jetzt öfter etwas gemeinsam und redeten über vieles. Und sie hatten eine Idee.
Sie gründeten in der Schule einen „Jammerkasten“. So nannten sie ihre Stelle. Hier können Kinder, die sich nicht getrauen mit ihrem Problem zu den Eltern oder zum Lehrer zu gehen, nach der Schule hingehen und es erzählen. Maya und Christian gehen danach damit zum Lehrer.

(© Monika Minder)

kurze geschichte zum thema sorge tragen zur umwelt

Als der alte Mann die Strasse entlang lief, sah er plötzlich Ruth vor sich, die weggeworfene Pet-Flaschen und Gegenstände aufhob und in eine Tasche steckte. Als er bei ihr war, fragte er sie, warum sie das tue. Die Frau blickte ihn seltsam an und sagte: Weil es die Natur und die Umwelt stark belastet und damit auch uns Menschen schadet. Aber die Strasse, das Land, alles ist voller Abfall, sagte der Mann. Was macht es für einen Sinn mit den paar wenigen Flaschen, die du auflesen kannst? Ruth blickte auf die Flasche, die sie eben aufgehoben hatte und steckte sie in die Tasche. Dann sagte sie eindringlich: Für diesen Meter Natur macht es einen Sinn. Noch mehr Sinn würde es machen, wenn sie nicht achtlos weggeworfen würden.

(© Monika Minder)

Das Geschenk für den Nachbarn

Wir haben dem Nachbarn ein Tännlein geschenkt
und mit ihm Kugeln und so Glitzerzeugs angehängt.
Damit er an Weihnachten nicht einsam ist,
haben wir ihm auch noch ein Päckchen geschickt,
mit Schokolade und einem Gutschein drin.
Darauf heisst es so nach Sinn:
„Du darfst dich im Tierheim umsehen
und ein Kätzchen mit nach Hause nehmen.
Der Nachbar hat sich sehr gefreut,
sogar ein paar Tränen hat er geweint.
Schon am nächsten Tag ging er im Tierheim vorbei,
und bald schon kam er mit einem süssen Kätzchen heim.
Es hat schwarz-weisse Tupfen auf dem Rücken
und ist wirklich äusserst entzückend.
Wir dürfen es auch streicheln gehn,
der Nachbar hat gesagt, er freue sich, wenn wir uns wiedersehn.
Beide sind jetzt glücklich vereint,
das Kätzchen schnurrt und der Nachbar ist nicht mehr allein.

(© Monika Minder)

kurze poetische kindergeschichte

Lieber Nikolaus, ich habe eine Frage:
Was machst du denn in all den langen Sommertagen?
„Ich gehe, genau wie du, gerne baden,
esse Eis und gehe radeln.
Manchmal sitze ich im Biergarten
und spiele mit den anderen Kläusen Karten.
Oder ich liege an der Sonne faul herum,
manchmal bin ich auch einfach still und stumm.
Das ist, damit ich über Kinder wie dich nachdenken kann.
Ja, ja, es liegt mir viel daran,
dass ich den Kindern etwas Sinnvolles schenken kann.“

(© Monika Minder)

Die Welt in Ordnung bringen

Ein kleiner Junge kam zu seinem Vater und wollte mit ihm spielen. Der aber hatte keine Zeit für den Jungen und auch keine Lust zum Spiel. Also überlegte er, womit er den Knaben beschäftigen könnte. Er fand in einer Zeitschrift eine komplizierte und detailreiche Abbildung der Erde. Dieses Bild riss er aus und zerschnipselte es dann in viele kleine Teile. Das gab er dem Jungen und dachte, dass der nun mit diesem schwierigen Puzzle wohl eine ganze Zeit beschäftigt sei.
Der Junge zog sich in eine Ecke zurück und begann mit dem Puzzle. Nach wenigen Minuten kam er zum Vater und zeigte ihm das fertig zusammengesetzte Bild. Der Vater konnte es kaum glauben und fragte seinen Sohn, wie er das geschafft habe. Das Kind sagte:
„Ach, auf der Rückseite war ein Mensch abgebildet. Den habe ich richtig zusammengesetzt. Und als der Mensch in Ordnung war, war es auch die Welt.“

(Verfasser unbekannt)

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Schweizerische Märchengesellschaft
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Märchen

Märchen und Kindergeschichten

Es war einmal: Märchen und Kindergeschichten verzaubern

Was gibt es Schöneres als zu kuscheln und vorgelesen zu bekommen! Kindheit ist geprägt von Geschichten, manche gruselig, manche aufregend, manche romantisch. Und am Ende siegt das Gute – so muss das sein.

Mit der Sprache kamen die Geschichten und Märchen. Sobald Menschen sprechen konnten, haben sie sich wahrscheinlich schon Geschichten erzählt. Und sie machen es immer noch. Für Jahrhunderte wurden diese Erzählungen zur allgemeinen Unterhaltung der Sippe weitergereicht, niemand machte sich die Mühe, diese Volksmärchen, wie sie heißen, aufzuschreiben. Bis Gelehrte kamen und den Wert einer guten Geschichte erkannten und sie für nachfolgende Generationen festhielten.

Brüder Grimm bewahren Märchen für die Nachwelt

In Deutschland haben das die Brüder Grimm zu Anfang des 19. Jahrhunderts gemacht – sie reisten durch die deutschen Lande und schrieben auf, was sie bekommen konnten. So entstanden die Kinder- und Hausmärchen, aber jeder nannte sie Grimms Märchen, denn die Brüder verschafften ihnen bei der sprachlichen Überarbeitung einen einheitlichen Ton. So wurden der Welt dann Rapunzel, Aschenputtel, Hänsel und Gretel, Schneewittchen, Dornröschen und viele andere Märchen geschenkt.

Wichtig bei den Märchen war auch immer, dass das Gute siegte und belohnt wurde – benimm dich richtig, sei nett und bescheiden zu deinen Mitmenschen und du wirst belohnt. Bist du missgünstig und hast einen Hang zum Morden – wird dein Ende ein Graus.

Volksmärchen hatten keine Verfasser, es waren ja Überlieferungen. Anders das Kunstmärchen, hier kennt man den Verfasser oder die Verfasserin. Einer der großen Märchenerfinder war der Däne Hans Christian Andersen, der mit Die Prinzessin auf der Erbse, Des Kaisers neue Kleider, Die kleine Meerjungfrau oder Das hässliche Entlein Kindergeschichten für die Ewigkeit schrieb.

Fabeln: Von sprechenden Tieren

Auch in Märchen tauchen sprechende Tiere auf, aber vor allem sind sie eines der Hauptmerkmale einer Fabel. Im Prinzip handeln hier die Tiere wie die Menschen. Es ist aber ein kluger Schachzug für die Verfasser solcher Fabeln, denn sie beschreiben nicht direkt ihre Zeitgenossen und konnten dafür nicht bestraft werden. Interessanterweise werden den ausgewählten Tieren bestimmte charakterliche Eigenschaften zugeordnet. Der Fuchs wie in Reineke Fuchs ist schlau und listig, auch der Igel in Der Hase und der Igel, während der Hase sich überlisten lässt. Bei Fabeln soll man etwas lernen und deshalb ist die Sprache einfach gehalten, damit auch alle eine Erkenntnis aus der Geschichte ziehen können.

Gute-Nacht-Geschichten

Fabeln können natürlich auch klassische Gute-Nacht-Geschichten sein, aber sie sollten besser nicht zu gruselig sein, sondern sie müssen eher einlullen. Es kommt natürlich auch ganz auf die Zuhörer an, vielleicht vertragen sie auch ein bisschen Aufregung. Allzu lang darf die Geschichte nicht sein, denn die Kinder sollen ja schlafen und nicht noch stundenlang wachliegen. Auch hier muss das Gute siegen oder zumindest das vermeintlich Böse eigentlich gut sein.

Oster-Geschichten

Dann gibt es wiederum Geschichten zu bestimmten Anlässen. Wichtige Feste verlangen nach passenden Geschichten: Zu Ostern erzählt man den Kindern Märchen von Hasen und kleinen Lämmern, die die Fabelwelt bevölkern.

Weihnachtsgeschichten

Ostern mag sich schon zum Geschichtenerzählen eignen, aber Weihnachten noch viel mehr! Welten in Eis und Schnee, Geschichten über das Fest, das Christkind oder den Nikolaus – die Möglichkeiten sind endlos. Wenn es draußen bitterkalt und dunkel ist, braucht man Geschichten, die innerlich wärmen.

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