Kur mit kind

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Mutter/Vater-Kind-Kur

Die Erziehung der Kinder, berufliche Herausforderung sowie familiäre Verpflichtungen prägen den Alltag vieler Mütter. Stress, ständiger Zeitdruck und Müdigkeit lassen sich oft nicht vermeiden. Dies erhöht das Krankheitsrisiko der Mütter und oft auch der Kinder. Kommen dann noch Krankheiten und andere Schwierigkeiten im sozialen Umfeld hinzu, kann die Belastung schnell zu groß werden. Schlafstörungen sowie Selbstzweifel sind dabei erste Anzeichen und können sich mit der Zeit zu schweren physischen und psychischen Erkrankungen entwickeln.

Mütter und Väter haben einen Rechtsanspruch auf medizinische Vorsorgeleistungen. Diese Leistung wird dann in Form einer Mutter-Kind-Maßnahme durchgeführt. Auch Väter haben seit dem Jahr 2002 die Möglichkeit, zusammen mit ihren Kindern eine Kur durchzuführen.

Abzugrenzen ist eine Mutter/Vater-Kind-Kur von einer medizinischen Reha für Kinder und Jugendliche, bei denen Eltern als Begleitpersonen mit aufgenommen werden können. Auch ist es möglich, dass Eltern ihre Kinder mit zur Reha nehmen, wenn keine anderweitige Betreuung möglich ist.

Ziele

Während der meist 3 wöchigen Kurmaßnahme steht die Kräftigung der Gesundheit von Mutter/Vater und Kind im Vordergrund. Durch Bewegung und gesunde Ernährung soll der Körper regeneriert und gestärkt werden. Durch Gespräche mit dem medizinisch therapeutischen Personal, den Psychologen und den vielen anderen, auf die Bedürfnisse von Mutter/Vater und Kind abgestimmte Personalbesetzung und dem Austausch mit anderen Patienten sollen Stress und Probleme abgebaut werden. Die Entlastung von den Alltagsaufgaben sorgt dafür, dass die Patienten mehr Zeit für ihre Kinder haben. Viele gemeinsame Aktivitäten sorgen für neue Erlebnisse und festigen die Mutter/Vater-Kind-Beziehung.

Ein individuell abgestimmter Therapieplan berücksichtigt die gesundheitliche Situation der Mutter/des Vaters und legt mehrdimensional konkrete Behandlungen bzw. Therapiemaßnahmen fest. Auch wird die persönliche Lebenssituation berücksichtigt und gezielt Unterstützungsmaßnahmen identifiziert.

Vater-Kind-Kurmaßnahmen

Immer mehr wird auch für Männer die Vereinbarkeit von Job, Kindern, Partnerschaft und anderen Verpflichtungen zur Herausforderung. Oft zeigt sich dies in langanhaltender Erschöpfung, Abgeschlagenheit, Reizbarkeit und dem Gefühl, besonders den Pflichten als Vater nicht mehr nachzukommen. Vater-Kind-Kurmaßnahmen finden in eigenen Einrichtungen oder in Mutter-Kind-Kliniken statt, dann in Kleingruppen von mehreren Vätern und Kindern. Meist haben diese Kurkliniken ein spezielles Konzept, welches auf Väter spezialisiert ist. Dies zeigt sich bspw. bei der Zusammenstellung der Therapiemaßnahmen. Wie auch bei einer Mutter-Kind-Kur steht die Gesundheit sowie die Stärkung der Vater-Kind-Beziehung im Vordergrund der Kur.

Voraussetzungen und Beantragung einer Kur

Entsprechend §§ 24 und 41 SGB V haben Mütter und Väter einen Anspruch auf medizinische Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahmen. Die gesetzlichen Krankenkassen sind der zuständige Kostenträger für Mutter/Vater-Kind-Kuren. Als Voraussetzung für die Bewilligung der Kur muss ein Gesundheitsproblem vorliegen, welches direkt mit der hohen Beanspruchung und Belastungen im Zusammenhang steht. Der Hausarzt entscheidet beim Ausfüllen eines Attestes, ob die Mutter/Vater-Kind-Kur als eine Vorsorgemaßnahme oder eine Rehabilitationsmaßnahme beantragt wird. Liegt das ärztliche Attest vor, kann die Kur bei der jeweiligen Krankenkasse beantragt werden. Anders als bei medizinischen Maßnahmen sonst üblich gilt bei Mutter/Vater-Kind-Kuren nicht der Grundsatz, dass ambulante Einrichtungen einer stationären Behandlung vorgezogen werden sollen. Die Krankenkassen machen nach Bewilligung der Anträge den Familien Vorschläge mit in Frage kommenden Kurkliniken. Patienten können jedoch das Wunsch- und Wahlrecht nutzen und unabhängig von den Vorschlägen der Kostenträger eine Klinik selbst auswählen, sofern sie für die Behandlung geeignet ist.

Artikel vom Expertengremium Reha lektoriert, 10.08.2018

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Mutter-Kind-Kur Vorraussetzungen, Gründe, Wie, Wo und Wann?

Kategorie(n): Gesundheit

Mütter sind vielfältigen Stress-Situationen ausgesetzt. In der heutigen Zeit kommt es oft zu einer Doppelbelastung durch Beruf und Familie. Im Beruf sollen sie fit und belastbar sein, die Familie darf aber darunter nicht leiden. Wer dabei auf der Strecke bleibt, ist oft die Mutter selbst. Besonders schwierig ist oft auch die Situation alleinerziehender Mütter. Bei ihnen kommen oft noch finanzielle Probleme hinzu. So entwickeln sich erst Befindlichkeitsstörungen wie Konzentrations- oder Schlafproblem, Kopfschmerzen oder Magen-Darm-Probleme. Bleiben die Belastungen bestehen, entwickeln sich aus den Befindlichkeitsstörungen schnell Krankheiten.

Die angeschlagene Gesundheit führt schnell auch zu Beziehungsstress und stört das Verhältnis von Mutter und Kind. Das wirkt sich dann wieder negativ auf die Gesundheit der Mutter aus.

Um diesem Teufelkreis zu entkommen, gibt es die Mutter-Kind-Kuren. Sie sollen der Mutter eine Auszeit ermöglichen, in der sie sich um die eigene Gesundheit kümmern und die Beziehung zum Kind wieder verbessern kann. (Selbstverständlich gibt es auch Väter, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, weil sie z. B. alleinerziehend oder eben aus anderen Gründen die Hauptbetreuungsperson der Kinder sind. Dann kann natürlich ebenso eine Vater-Kind-Kur in Frage kommen.)

In manchen Fällen sind aber nicht nur die Mütter diejenigen, die primär Hilfe benötigen. So kann auch das Kind infolge von Krankheit oder Behinderung eine Behandlung brauchen, die nicht problemlos in das alltägliche Familienleben integriert werden kann.

Eine Behandlung kann auch erforderlich werden, weil sich durch Trennung, Scheidung oder Tod des Partners die Lebenssituation radikal verändert hat und die Mutter bzw. der Vater der Belastung nicht mehr gewachsen ist.

Mutter-Kind-Kuren sind kein Urlaub. Mancher Mutter mag es zwar so erscheinen, weil sie in dieser Zeit von der Sorge um den Haushalt befreit ist, im Zentrum dieser Kuren steht aber die Therapie. Hierbei wird sowohl auf körperliche als auch auf seelische Probleme eingegangen, beim Kind ebenso wie bei der Mutter. Außerdem wird die Kommunikation und Interaktion von Mutter und Kind gefördert.

Wie und wo kann man eine Mutter-Kind-Kur beantragen?

Eine Mutter-Kind-Kur muss bei der Krankenkasse beantragt und von dieser genehmigt werden.

  • benötigte Unterlagen für eine Mutter Kind Kur
    Für die Mutter bzw. den Vater ist ein Attest des Arztes oder Psychologen und für das Kind eine Bescheinigung des Kinderarztes oder Kinderpsychologen erforderlich. Die für die Beantragung vom Arzt notwendigen Formulare sollten im besten Fall direkt bei der Krankenkasse eingeholt und dann vom Arzt ausgefüllt werden. Zudem gilt es einen Antrag für eine Mutter-Kind-Kur auszufüllen, bei dem nach den Beweggründen für die Antragsstellung, also familiäre und gesundheitliche Situation, Angaben zur Betreuung der Kinder etc. gefragt wird. Je detaillierter und ausführlicher dieser Bericht, desto einfacher ist es, für die Kasse eine Entscheidung über die Genehmigung zu stellen. Nur in den seltensten Fällen wird jedoch eine Mutter-Kind-Kur abgelehnt, sofern psychische oder physische Probleme bei Mutter und Kind vorhanden sind.
  • Hilfe bei der Antragsstellung
    Hilfestellung bei der Beantragung der Kur bieten die Beratungsstellen des Müttergenesungswerks an. Diese Beratungsstellen helfen auf Wunsch auch bei der Suche nach einer geeigneten Kurklinik.
  • Alter der Kinder
    Eine Mutter-Kind-Kur kann von Müttern oder Vätern mit Kindern bis zum Alter von 12 Jahren, in Ausnahmefällen bis 14 Jahren, beantragt werden.
  • Wunschklinik für eine Mutter Kind Kur
    In welcher Klinik man die Mutter Kind Kur machen möchte, kann man selbst entscheiden. Eingeschränkt wird dieses Wahlrecht nur dadurch, dass die Klinik für die festgestellte Krankheit passende Therapien anbieten muss. Die Bearbeitung des Antrags durch die Krankenkassen dauernd in der Regel mehrere Wochen. Bei einer Ablehnung kann Widerspruch eingelegt werden.

Was kostet eine Mutter-Kind-Kur?

Die Mutter Kind Kur selbst, sowie die Fahrtkosten vom und zum Kurort zahlt im Normalfall die Krankenkasse. Für die Fahrt müssen höchstens 10 Euro pro Person zugezahlt werden. Die Mutter muss jedoch einen Eigenbeitrag von 10 Euro pro Tag zahlen. Aber nur für sich, nicht für das Kind.

Diese Zuzahlungen werden allerdings nur bis zu einem Betrag, der 2% ihres Jahresbruttoverdienstes bzw. des Brutto-Jahresfamilieneinkommens beträgt, fällig. Bei chronisch Kranken beträgt die Zuzahlungsgrenze 1% des Bruttojahreseinkommens. Das bedeutet bei einkommensschwachen Familien im besten Fall den kompletten Wegfall der Kurgebühren.

Voraussetzungen – Wann bescheinigt der Arzt die Notwendigkeit einer Mutter-Kind-Kur?

Der Arzt wird die Notwendigkeit der Kur bescheinigen, wenn bei der Mutter bzw. dem Vater eine dauerhafte Befindlichkeitsstörung vorliegt, von der zu erwarten ist, dass sich daraus eine Krankheit entwickelt bzw. wenn eine solche Krankheit schon vorliegt.

Dasselbe gilt entsprechend für das Kind und den Kinderarzt. Bei psychischen Problemen kann die Bescheinung auch von einem Psychologen bzw. Kinderpsychologen ausgestellt werden. Oft führen die Probleme der Mutter bzw. des Vaters auch zu Problemen bei den Kindern, so dass beide eine Kur brauchen. Ist nur die Mutter bzw. der Vater betroffen, wird die Mutter-Kind-Kur genehmigt, wenn das Kind während des Kuraufenthalts des Elternteils nicht anderweitig betreut werden kann. Es können auch mehrere Kinder mit dem Elternteil in die Mutter-Kind-Kur fahren, wenn sie nicht anderweitig betreut werden können. Ist nur das Kind betroffen, wird die Kur für beide genehmigt, wenn die Trennung von Mutter und Kind zu psychischen Problemen bei dem Kind führen würde.

Gründe einer Mutter Kind Kur

Folgende Befindlichkeitsstörungen bzw. Krankheiten können beispielsweise eine Mutter-Kind-Kur rechtfertigen:

  • Erschöpfungszustände – Burn-out
  • Chronische Kopfschmerzen
  • Chronische Schlafstörungen
  • Hauterkrankungen
  • Allergien
  • Stoffwechselkrankheiten
  • Atemwegserkrankungen
  • Erkrankungen des Bewegungsapparats
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Psychosomatisch-vegetative Erkrankungen
  • Adipositas
  • Krebsnachsorge
  • Trauerbewältigung

Auch für Eltern mit behinderten Kindern gibt es Mutter-Kind-Kuren. Hier reicht meist die Behinderung des Kindes als Begründung der Kur aus. Allerdings kann die Kur nicht in jeder Klinik durchgeführt werden. Kliniken haben sich auf bestimmte Behinderungen spezialisiert.

Mutter-Kind-Kuren sind eine Pflichtleistung der Krankenkassen. Bei entsprechender Indikation müssen sie also von den Kassen genehmigt werden.

Wie läuft eine Mutter-Kind-Kur ab?

Die meisten Kurkliniken verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz, d. h. sowohl Körper und Seele von Mutter und Kind als auch die Interaktion zwischen ihnen soll gestärkt werden. Hierzu stellt die Klinik einen Behandlungsplan auf.

In der Regel werden in diesem Plan Behandlungen aufgeführt wie:

  • psychologische Beratung
  • pädagogische Gespräche
  • Bewegungstherapie
  • Physiotherapie
  • Heilbäder
  • Ernährungsberatung

Während der Zeit der Anwendungen des Elternteils hat das Kind entweder ebenfalls eine Therapie oder stehen unter pädagogischer Betreuung. Viele Kliniken bieten auch, unabhängig von den Therapiezeiten der Eltern, vor- und nachmittags eine Kinderbetreuung an.

Manche Kliniken sind auf Schwerpunktthemen wie z. B. Asthma oder Adipositas spezialisiert und bieten entsprechende Schwerpunktkuren an.

Weitere Informationen zur Kur

Der Aufenthalt in der Klinik beinhaltet Vollpension.

Die Kur dauert in der Regel drei Wochen. Sie kann um eine Woche verlängert werden, wenn der behandelnde Arzt in der Klinik dies befürwortet.

Ehepartner und Freunde können die Kurenden zwar besuchen, dürfen aber nicht an den Mahlzeiten teilnehmen oder in den Zimmern übernachten.

Mütter (oder eben auch Väter) sollten sich nicht scheuen, eine Kur für sich und die eigenen Kindern zu beantragen wenn der Alltag mit dem Kind aus diversen Gründen bereits zur Last geworden ist. Sie sind eine Vorsorgemaßnahme um rechtzeitig späteren seelischen oder körperlichen Erkrankungen vorzubeugen. Also bitte nicht erst beantragen wenn es bereits zu spät ist.

Nicht umsonst haben Eltern ein Recht auf Mutter-Kind-Kuren und das sogar im Rhythmus von max. 4 Jahren.

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Olsberg. . Mutter-Kind-Kuren sind oft das potenzielle Sparrädchen der Krankenkassen. „Es gab Zeiten, da wurden 30 Prozent der Anträge abgelehnt. Heute sind es immerhin nur noch 13 bis 15 Prozent“, sagt die Sprecherin des Müttergenesungswerks in Berlin, Bettina Müller. Das Müttergenesungswerk ist mit 50 000 Kurteilnehmerinnen (plus 1200 Vätern) sowie mit 72 000 Begleitkindern und 76 Einrichtungen der Marktführer auf diesem Gebiet in Deutschland.

Wenn es mal mit der Kurgenehmigung nicht klappt, bietet das Müttergenesungswerk über Kooperationspartner – zum Beispiel Rotes Kreuz oder Caritas – seine Hilfen an. Es gibt aber auch unabhängig davon private Anbieter, die ihre Unterstützung zusichern. So zum Beispiel einen Verein der Kurberatung. Eine solche Kurberaterin ist Kathrin Röös aus Bigge. Sie ist 38 Jahre alt, von Beruf Ergotherapeutin und arbeitet als ein Teil der therapeutischen Leitung in einer Förderschule.

Wie wird man Kurberaterin? Welche Qualifikationen bringen Sie für diese Tätigkeit mit?

Man braucht prinzipiell keine besondere Qualifikation, um Kurberaterin zu werden. Wichtig ist es, dass man viel Motivation und Herzblut mitbringt sowie die Fähigkeit, sich in die Situation der Mutter oder des Vaters zu versetzen. Ich selbst bin Ergotherapeutin und eben auch Kurberaterin. Das lässt sich sehr gut von den Tätigkeitsgebieten miteinander verbinden.

Warum bedarf es einer Kurberaterin, um seinen Antrag durchsetzen zu können? Ist das Verfahren so kompliziert oder wo setzt Ihre Arbeit an?

Oft ist es so, dass die Kassen den Müttern, die um einen Antrag bitten, erst mal gar keinen gewähren oder an einen anderen Kostenträger verweisen. Wir händigen alle erforderlichen Unterlagen aus und sehen uns als Schnittstelle zwischen den Kassen, Kliniken und Klienten.

Das Verfahren an sich ist weniger kompliziert als die Handhabung durch die Krankenkassen und die Auswahl des richtigen Hauses. Hierbei helfen wir. Ebenso im Falle einer Ablehnung, wo wir mit einem von der Kurberatung getragenen Kooperationsanwalt zusammenarbeiten, der die Ansprüche der Eltern gegenüber den Kostenträgern durchsetzt.

Wie finanziert sich die Kurberatung Deutschland? Müssen die Einrichtungen für eine erfolgreiche Vermittlung zahlen? Wenn ja, ist dadurch eine unabhängige Beratung gewährleistet?

Eine unabhängige Beratung ist schon deswegen gewährleistet, da die Aufwandsentschädigungen der Kliniken sowieso nicht ansatzweise die Unkosten decken. Außerdem ist unsere Geschäftsführerin gelernte Reiseverkehrskauffrau und hatte im Reisebüro aufgehört, weil sie kein Teil mehr davon sein wollte, dort nur Hotels mit hoher Provision zu belegen. Mit Provision hat unsere Arbeit nichts zu tun, wir arbeiten bedarfsgerecht und belegen alle Kliniken in Deutschland, primär aber Kliniken, von denen wir gute Resonanzen haben, die wir besichtigt haben und die alle Indikationen und Kassen abdecken.

Im Zuge allgemeiner Sparmaßnahmen sind auch schon viele Mutter-Kind-Einrichtungen geschlossen worden. Hält dieser Trend an?

Ein Punkt, bei dem man bei unserer Geschäftsführerin auf einen wunden Punkt trifft. Es gibt Kassen, die nur noch nach den Tagessätzen schauen und nicht nach den Indikationen. Wie soll eine Klinik mit 70 Euro am Tag überleben und davon Essen, Behandlungen, Strom, Wasser und vieles mehr stemmen? Wenn die Kassen weiterhin nicht über den Tellerrand schauen und bemerken, dass man bei einem Gesamtbudget aller Kassen im Jahr bei 3,5 Prozent Leistung für die Kuren wirklich nichts mehr sparen kann, ja dann werden leider einige Kliniken schließen, wobei es jetzt schon viel zu wenig (gute) Kurkliniken gibt.

Bezieht sich ihre Beratung „nur“ auf Mutter-Kind-Kuren oder auch auf allgemeine Kuren?

Wir helfen auch bei Akuteinweisungen von Privat- und Beihilfeversicherten. Ansonsten in Ausnahmefällen auch bei Kinder-Rehas oder Rehas. Prinzipiell sind wir aber der Meinung, dass man auf zwei Füßen sicherer steht und da sich die Gesetze so oft ändern im Mutter-Kind-Kur-Bereich und man dort nie auslernt – auch was das Verhalten der Krankenkassen angeht – sind wir auf Mutter-Kind-Kuren spezialisiert.

Im Normalfall geht man zu seinem Arzt und spricht mit ihm über einen Kurantrag. Was ist Ihre Aufgabe dabei?

Das können wir nicht abnehmen, aber wir können z.B. bei den Ärzten Teamgespräche anbieten. Viele Ärzte kennen sich im Bereich der Mutter-Kind-Kuren nicht so gut aus, was auch nicht verwunderlich ist aufgrund der hohen Anzahl der Häuser in Deutschland. Hier nehmen wir die Arbeit ab und klären schon im Vorfeld, welche ICD Diagnosen vorliegen und ob die Mutter oder der Vater überhaupt kurfähig ist. Bei zu schweren Erkrankungen ist dies nicht der Fall, da müssen wir uns mit unseren Kooperationspartnern eine andere Lösung überlegen oder eben mit den Ärzten.

Nutzen eigentlich viele Väter das Angebot?

Leider nicht!

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Kurberatung Deutschland

Über uns

Wir unterstützen Eltern kostenfrei in besonders belastenden Lebenssituationen und beantragen mit den Eltern eine Mutter-Vater-Kind Kur oder helfen bei einer Akuteinweisung bzw. Reha mit Kindern. Wir sind die Schnitt-Stelle zwischen Krankenkassen, Kliniken, Ärzten und Kooperationspartnern. Alle erforderlichen Antragsunterlagen werden von uns ausgehändigt, wir besprechen Wunschkliniken und Wunschtermine, erstellen medizininische Aufnahmeprüfungen bei Kliniken und reichen alle erforderlichen Unterlagen bei den Kassen ein. Bei Bedarf bieten wir Hilfe bis zur Maßnahme aus einem großem Pool an Kooperationspartnern an.
Sollte eine Maßnahme von einem Kostenträger abglehnt werden, bieten wir einen für die Eltern ebenfalls kostenfreien Kooperationsanwalt, welcher Fachwanwalt für Medizin,- Sozial- und Versicherungsrecht ist. Dieser setzt die Ansprüche gegenüber den Kostenträgern durch.
Nach den Maßnahmen werden die Eltern von uns in der Nachsorge betreut. Ebenfalls an uns wenden kann man sich bei einer kurzfristigen Suche nach einem Psychologenplatz als auch Beamte, die u.a. durch Mobbing leiden, kurz vor dem Burn Out stehen oder depressive Episoden haben.
Unsere Schwerpunkte sind:
– Trauer
– Traumata
– drohender Burn Out
– drohender Verlust der Teilhabe am sozialen Leben
– sexueller Mißbrauch
– Mobbing
– Partnerschaftsprobleme
– Erziehungsschwierigkeiten
– finanzielle Sorgen
– postnatale Depression
– depressive Episoden
– Angsterkrankungen
– häufige Infektanfälligkeit
– drohende Chronifizierung
– Kinder mit Behinderungen sowie besondere Kinder
– familienorientierte Maßnahmen nach onkologischem oder kardiologischem Befund

Warum sollte man sich ein Ziel für die Reha setzen?

Wenn das Ziel klar ist, können Arzt und Therapeut die Therapien aussuchen, die für Sie die besten sind. Und Sie selbst strengen sich mehr an, weil Sie genau wissen wofür. Ziele motivieren. Kann der Arzt nicht die Ziele festlegen? Nein, dazu kennt er Ihre persönliche Situation zu wenig. Jeder hat ja ein anderes Leben und andere Probleme. Der Arzt braucht Ihre Angaben: Was muss in Ihrem Leben besser werden, damit Sie leisten können, was Beruf, Alltag oder Familie von Ihnen fordern.

Welche Ziele kann man überhaupt erreichen?

Nach drei Wochen Reha haben die meisten etwas weniger Schmerzen. Sie können sich etwas besser bewegen, sind etwas kräftiger und nicht so schnell erschöpft. Dadurch können sie im Alltag wieder etwas mehr leisten. Im Durchschnitt ist die Wirkung aber nicht sehr groß und hält auch nur etwa sechs Monate an. Wer mehr will, muss zu Hause weiter trainieren.

Gibt es ein Ziel, das für alle gilt?

Ja: In der Reha herausfinden, welche Therapien einem wirklich helfen und wie man sie zu Hause weitermachen kann.

Wie findet man weitere Ziele?

Am besten geht es in zwei Schritten.

Erster Schritt: Fragen Sie sich, was Sie nach der Reha besser können wollen als vorher. Vielleicht wollen Sie zum Beispiel besser gehen oder länger stehen oder mehr heben und tragen können.

Zweiter Schritt: Grenzen Sie das Ziel wenn möglich noch genauer ein. Dabei helfen Fragen wie: Wohin, wie lange, wie weit, wie oft, wie schnell. Also: Wohin wollen Sie gehen können? Wie lange wollen Sie stehen können? Wie viel wollen Sie heben und tragen können? Und wie oft? Formulieren Sie Ihre Ziele so, dass Sie später genau erkennen können, ob Sie sie erreicht haben.

Weiter unten haben wir einige Beispiele aufgeführt. Sie sollen Ihnen Anregungen geben, wie man Ziele gut formulieren kann.

Wie geht es weiter?

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt und Ihren Therapeuten über Ihre Ziele. Fragen Sie: Sind meine Ziele erreichbar? In welcher Zeit? Welche Therapien sind dafür am wichtigsten? Dazu ist es nützlich, wenn Sie sich Ihre Ziele vorher aufschreiben.

Beispiele für Rehaziele

  • Ich möchte soweit gehen können, dass ich die nächste Bushaltestelle ohne Probleme erreichen kann.
  • Ich möchte soweit gehen können, dass ich auch mal eine zweistündige Wanderung mitmachen kann.
  • Ich möchte Treppen steigen können, so dass ich meine Wohnung in der dritten Etage erreichen kann.
  • Ich möchte in mein Auto einsteigen können und mindestens eine Stunde fahren können.
  • Ich möchte es schaffen, Hausarbeiten wie Fensterputzen und Einkaufen gehen zu erledigen.
  • Ich möchte einen Korb mit nasser Wäsche tragen können.
  • Ich möchte 2 Stunden ununterbrochen am Computer sitzen können ohne Nackenschmerzen zu bekommen.
  • Ich möchte lernen, was ich selbst gegen meine Schmerzen machen kann.
  • Ich möchte insgesamt fitter werden, damit ich bei der Arbeit nicht so schnell erschöpft bin und acht Stunden durchhalten kann.
  • Ich möchte mein dreijähriges Kind hochheben können.
  • Ich muss bei der Arbeit häufig 20-kg-Säcke tragen. Das möchte ich wieder schaffen.
  • Ich möchte wieder Skilaufen gehen.
  • Ich möchte mir selbst Schuhe und Strümpfe anziehen können.
  • Ich möchte die Reha nutzen, um Nichtraucher zu werden
  • Als Verkäuferin muss ich 6 Stunden stehen. Ich möchte erreichen, dass meine Rückenschmerzen so weit zurückgehen, dass ich das wieder kann.
  • Ich möchte erfahren, worauf ich im Alltag achten muss, um meine Gelenke nicht unnötig zu belasten.
  • Ich möchte, dass man mir gymnastische Übungen zeigt, die ich zu Hause selbst weitermachen kann.
  • Bei Stress, Ärger und Aufregung kriege ich mehr Beschwerden. Ich möchte in der Reha Tipps bekommen, wie ich ruhiger werden kann.
  • Ich möchte soweit schmerzfrei und beweglich sein, dass ich wieder meinen Garten in Ordnung halten kann.

Dies sind einige Ziele, die andere Reha-Patienten genannt haben. Vielleicht geben Sie Ihnen Anregungen, Ihre eigenen Ziele zu finden – die können ähnlich, aber auch ganz anders sein. Was möchten Sie?

Kur: So bekommen Sie eine Kur bewilligt

Angespannt oder körperlich geschwächt? Dann können Sie eine Kur beantragen. Patienten werden so wieder fit werden und lernen, ihren Alltag gesünder zu gestalten. Auch der stationäre Aufenthalt in einer Kurklinik oder eine Rehabilitationskur sind möglich, wenn besondere Kriterien erfüllt sind. Wir erklären, wo der Antrag zu stellen ist und auf welche Leistungen Sie hoffen können.

Gute Chancen auf ambulante Vorsorgekur

Am einfachsten ist es, eine ambulante Vorsorgekur zu beantragen. Das ist möglich, wenn das Risiko einer möglichen Erkrankung erkennbar ist. Deutlich sollte sein, dass eine Behandlung in der Kur den Ausbruch der Krankheit herauszögern oder verhindern kann. Den Antrag stellen Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt. Fragen Sie Ihren Hausarzt, ob er zur Empfehlung der individuellen Kur berechtigt ist. Wenn nicht, kann er Ihnen einen sogenannten Kurarzt in Ihrer Nähe nennen. Im Antrag muss dieser die Notwendigkeit der Therapie begründen. Danach prüft der Medizinische Dienst Ihrer Krankenkasse den Antrag. Gibt er grünes Licht, erteilt die Kasse eine Genehmigung. Lehnt sie den Antrag ab, können Versicherte Widerspruch einlegen.

Krankenkasse entscheidet über Ort der Kur

Der Nachteil einer ambulanten Kur ist, dass der Patient die Kosten für Unterkunft und Verpflegung selber tragen muss. Die Krankenkasse zahlt nur die therapeutische Behandlung vor Ort. Das Go für den stationären Aufenthalt in einer Kurklinik zu bekommen, ist schwieriger. Eine solche Behandlung vor Ort bewilligt die Krankenkasse in der Regel nur, wenn der Patient körperlich so eingeschränkt ist, dass er eine ambulante Kur nicht antreten kann oder wenn er eine solche bereits ohne Erfolg hinter sich hat.

Was Patienten in der Kur erwartet

Ist die stationäre Kur genehmigt, entscheidet die Krankenkasse über den Kurort und leitet die erforderlichen Maßnahmen in die Wege. Mögliche Kurorte sind aber nur Kliniken, mit denen die sie einen Versorgungsvertrag hat. Zudem bestimmt die Krankenkasse auch Dauer, Art und Umfang der Kur. Bei einer ambulanten und stationären Kur erwarten den Patienten ärztliche Betreuung, Krankengymnastik, Bäder und Massagen, Sport oder Ernährungstherapie. Zudem lernen Sie, sich ausgewogen zu ernähren, Stress abzubauen und zu entspannen. Doch auch bei einer stationären Kur muss der Patient einen Eigenanteil von bis zu zehn Euro am Tag zahlen.

Rehabilitationskur als gesundheitliche Maßnahme

Im Gegensatz zur Vorsorgekur wird eine Rehabilitationskur (Reha) nicht von der Krankenkasse, sondern der Rentenversicherung gezahlt. Sie wird genehmigt, wenn die Arbeitsfähigkeit durch körperliche oder geistige Krankheit gefährdet oder bereits gemindert ist. Diese Kur soll helfen, wieder fit für den Arbeitsalltag zu werden und diesen Zustand möglichst lange zu halten. Die Chance auf eine Reha ist besonders groß, wenn es um die Heilung nach einer Operation geht. Nach einem Arbeitsunfall oder bei einer Berufskrankheit jedoch genehmigt die gesetzliche Unfallversicherung. Bei Rehatherapien zur Krebsnachsorge und Rehakuren für Kinder sind Rentenversicherung und Krankenkasse gleichermaßen zuständig.

  • Rückenschmerzen: Der richtige Sport gegen Rückenschmerzen
  • Gesund bleiben: Immunsystem stärken – Diese 5 Hausmittel helfen
  • Entspannung pur: Wellnessurlaub – 5 beliebte Thermen in Deutschland
  • Dauerhaft nervös: Innere Unruhe – Ursachen, Symptome und mögliche Therapie

Kur innerhalb von vier Monaten antreten

Wurde die Kur genehmigt, beginnen Sie am besten gleich nach ihrer Bewilligung. Alle anderen Kuren sollten spätestens in den nächsten vier Monaten nach der Bewilligung begonnen werden. Patienten sollten hier besonders aufmerksam sein, denn nach dieser Frist kann der Anspruch auf die Kur erlöschen. Weitere Informationen zur Bewilligung einer Vorsorgekur oder Rehabiliationskur erhalten Sie bei Ihrem Arzt und bei Ihrer Krankenkasse.

Reha bei Depressionen

Wann empfiehlt sich bei Depressionen eine Reha und welche Ziele hat sie?

Obwohl Depressionen meist gut therapierbar sind, ist manchmal die Behandlung in einer Klinik erforderlich, um die Erkrankung wirksam zu behandeln.

Indikation und Ziele einer Reha bei Depressionen

Ein Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinik empfiehlt sich insbesondere dann:

  • wenn Sie sich übermäßig lange in einer depressiven Stimmungslage befinden und ambulante Therapien nicht weiterhelfen,
  • wenn depressive Phasen vermehrt auftreten und hinsichtlich ihrer Intensität zunehmen,
  • wenn eine ambulante Psychotherapie nicht ausreichend anschlägt oder
  • wenn sich die Depressionen negativ auf Ihr Alltags- und Berufsleben ausüben (z. B. drohender Verlust des Arbeitsplatzes).

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Die Ziele der Reha bei Depression bestehen darin, die Symptome der depressiven Störung deutlich zu mindern und neue Sichtweisen und Handlungsmöglichkeiten zu eröffnen. Darüber hinaus geht es darum, die psychosoziale und berufliche Leistungsfähigkeit des Patienten wiederherzustellen und das Risiko für einen kurzfristigen Rückfall oder eine spätere Wiedererkrankung zu minimieren. Dies geschieht durch eine intensive Kombination aus Psychotherapie, Sport- und Physiotherapie sowie Sozialberatung.

Dauer einer entsprechenden Reha-Maßnahme

Von der Deutschen Rentenversicherung finanzierte stationäre Reha-Maßnahmen bei Depression dauern im Durchschnitt 37 Tage. Diese ist zuständig, wenn Sie noch im Erwerbsleben stehen.

Bezahlt die Krankenkasse die Reha, beträgt die Verweildauer meist auch 5 Wochen inklusive Verlängerung.

Zuletzt geändert am: 18.07.2019

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Mutter-Kind-Kur

Mutter-Kind-Kur als Vorbeugung

Es soll verhindert werden, dass Mütter aufgrund ihrer starken Belastung ernsthaft erkranken. Mit einem Urlaub auf Kosten der Krankenkasse hat eine Mutter-Kind-Kur als vorbeugende Maßnahme nichts zu tun. Während des dreiwöchigen Kuraufenthaltes sollen die Mütter auch lernen den oftmals sehr anstrengenden Alltag besser zu bewältigen. Darüber hinaus werden sie in der Zeit natürlich auch medizinisch betreut.

Vor Ort wird in den Mutter-Kind-Kliniken für jede Mutter ein individueller Plan erstellt. Dieser besteht zumeist aus Ernährungsberatung, Gesundheitsberatung, Entspannungsübungen, therapeutischen Gesprächen, Bewegungsübungen und Erziehungsberatung. Selbstverständlich werden die Kinder für die Dauer der Kur bestens betreut.

Mutter-Kind-Kur als Erholung

Viele Mütter fungieren heute als Familienmanagerin. Die Kinder müssen versorgt werden und der Haushalt organisiert. Für viele kommt dann noch der Stress und Druck im Beruf hinzu. Zeit an sich zu denken und Zeit für Entspannung ist da keine mehr vorhanden. Dauerstress macht krank und dies äußert sich meist in Symptomen wie Schlaflosigkeit, Dauer-Kopfschmerzen, Herzrasen oder Rückenschmerzen. Ein reiner Urlaub langt dann zur Erholung nicht mehr aus. Mütter brauchen in dieser Situation Abstand von Alltag, müssen die Möglichkeit haben neue Kräfte zu tanken, sich neu zu organisieren. Während einer Mutter-Kind-Kur haben sie die Möglichkeiten dazu.

Und wie bekommt man nun eine Mutter-Kind-Kur?

Wie bei allen anderen Kuren auch ist der erste Schritt der zum Arzt. Der Arzt muss ein ärztliches Attest ausstellen. Dieses wird dann mit dem Antrag zusammen bei den Krankenkassen eingereicht. Es gibt einige Formulierungen, die ein Attest enthalten sollte. Hilfe und Rat bekommen Mütter bei Beratungsstellen und Wohlfahrtsverbänden.

Sinnvoll ist dem Antrag einen Selbsthilfebogen beizulegen. Es sollte unbedingt daran gedacht werden die Situation der Mütter zu beschreiben, nicht zu vergessen sind dabei zusätzliche Belastungen. Diese können finanzieller Natur sein oder ein krankes Kind zur Ursache haben. Auch die Verantwortung als Alleinerziehende kann eine Belastung sein.

Der Antrag sollte unbedingt vollständig eingereicht werden.

Bis zur Genehmigung der Mutter-Kind-Kur kann es Wochen und Monate dauern. Gelegentlich verweisen die Krankenkassen berufstätige Mütter an die Rentenversicherungsträger, mit dem Argument, dass eine Mutter-Kind-Kur der Wiederherstellung der Arbeitskraft dienen soll. Dies ist aber nicht wirklich richtig, denn bei einer Mutter-Kind-Kur steht die familiäre Belastung im Vordergrund. Sollte der Antrag mit dem Hinweis abgewiesen werden empfiehlt sich ein Einspruch bei der Krankenkasse.

Doch wenn die Genehmigung endlich da ist, dann steht der Mutter-Kind-Kur nichts mehr im Wege. Finanziell ist alles bereits durch die Krankenkassen geregelt. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten der Mutter-Kind-Kur, sowohl für die Mutter als auch die mitreisenden Kinder. Für die Mutter wird lediglich ein Selbstkostenanteil in Höhe von €10 pro Kalendertag fällig.

Bei den Privatkassen sieht es etwas anders aus. Hier werden, bei einer entsprechenden Zusatzversicherung für eine Mutter-Kind-Kur, die Kosten für die Mutter übernommen. Die Kosten für das Kind trägt jeder selbst – eine Ausnahme gibt es hierbei nur, wenn das Kind ebenfalls behandlungsbedürftig ist. Dies sollte dann unbedingt schon bei der Antragstellung mit erwähnt werden.

Wenn die Mutter-Kind-Kur eine medizinische Maßnahme ist wird hierfür kein Extra-Urlaub benötig. Verweigert werden kann vom Arbeitgeber die Zeit für die Mutter-Kind-Kur nicht. Es besteht zudem Anspruch auf Lohnfortzahlung.

Mutter-Kind-Kuren müssen nicht zwingend in den Schulferien stattfinden. Mitreisende, schulpflichtige Kinder werden in den Kurkliniken unterrichtet.

Die passende Mutter-Kind Kur Klinik finden | Teil 1

„Gerne übernehmen wir die Kosten für eine 3-wöchige Mutter-Kind-Kur“. Der Brief meiner Krankenkasse hat mich umgehaun. WAS? So schnell? Einfach so? Wo waren die 6 Monate Wartezeit? Warum läuft das ganz ohne Wiederspruch ab? Warum geht das jetzt plötzlich alles so schnell?!

Übersicht: Mutter-Kind-Kur Beiträge

  • Die passende Mutter-Kind Kur Klinik finden | Teil 1
  • Wie bereite ich meinen Mutter-Kind-Kuraufenthalt vor? | Teil 2
  • Kurtagebuch: Aufenthalt in der Celenus Fachklinik Bromerhof | Teil 3

Lange habe ich gehadert, ob ich überhaupt eine Kur machen möchte. Bereits vor der Schwangerschaft mit Marie hatte ich mit dem Gedanken gespielt eine Kur anzutreten. Und den Gedanken wieder verworfen. Dann lagen hier bereits erste Dokumente – die ich dann wieder entsorgt hatte, weil sie mich so überfordert hatten. Um euch die Überforderung zu nehmen, nehme ich euch nun Schritt für Schritt mit. Von A wie Antrag bis Z wie Zugfahrt erkläre ich euch in verschiedenen Beiträgen alles, was ich mir erarbeitet habe.

Den Antrag selbst stellen

„Du brauchst einen Arzt, der dir das ausfüllt!“ Poah, hier habe ich mich echt schwer getan. Zu wem kann ich denn da gehen? Die Antwort fällt immer gleich aus: Zum Hausarzt. Allerdings besuche ich den jedes viertel Jahrhundert Mal. Und dann hatte meine Hausärztin auch noch abgedankt und ein neuer Arzt hatte ihren Platz eingenommen. Kann der das wirklich machen?

Ja, kann er. Ich bin einfach hin – mit einem Termin – und habe meine Probleme geschildert. Gemeinsam haben wir dann den Antrag und das Attest (für die Mutter) ausgefüllt; Stempel und Unterschrift drauf und fertig. Die Mädels sollten als Begleitkinder mit, daher konnte ich ihren Attest beim Kinderarzt ausfüllen und absegnen lassen (veraltet).

Wo bekomm ich den Antrag her?

Vor ein paar Wochen hatte ich mir die Anträge – Antrag für eine stationäre Mutter-Kind Kur, Ärztliches Attest (Kind), Ärztliches Attest (Mutter) – dazu noch von der Webseite der Krankenkasse heruntergeladen und den Ärzten vorgelegt. Jede Krankenkasse hatte da wohl individuelle Anträge.

Seit dem 1.10.2018 gelten aber einheitliche Anträge für Mutter/Vater-Kind-Kuren, die man direkt beim jeweiligen Arzt erhalten soll. Ihr macht also einen Termin beim Hausarzt aus, füllt gemeinsam die Anträge bzw. Atteste (Muster 64 ) aus und schickt sie der Krankenkasse zu. Manche Ärzte geben den Wisch sofort mit, andere lassen sich einige Tage Zeit.

Wenn die Kinder als Begleitkinder mitgehen, kann der Hausarzt das ebenfalls ausfüllen (das ist neu). Sollten die Kinder aber ebenfalls eine Therapie benötigen, müssen die Atteste (Muster 65 ) vom zuständigen Kinderarzt ausgefüllt werden. Da braucht ihr dann einen Extra-Termin.

Anträge über Kurberatungen machen

Ich war von den vielen Bögen und Informationen so überfordert, dass ich meinen Antrag eigentlich über eine Kurberatung laufen lassen wollte. Davon habe ich mir erhofft, auch direkt gemeinsam die passende Klinik zu finden, die zu meinem Bedarf passt. Pustekuchen. Ich habe mich mit einer Stelle in Verbindung gesetzt und dann via Mail erstmal genau die Anträge zugeschickt bekommen, die ich eh schon vorliegen hatte.

Eigentlich hatte ich gehofft, dass ich mit der Beraterin vielleicht persönlich, ansonsten wenigstens telefonisch, die Bögen ausfüllen könnte. Gerade bei den Punkten „Welche Probleme belasten Sie gegenwärtig besonders“ samt Erläuterung war ich sichtlich überfordert.

Auszug aus dem Antrag zur Mutter-Kind-Kur

Welche Möglichkeiten zur Kurberatung gibt es?

Allerdings sollte ich die Anträge auch hier einfach ausfüllen und mich bei Fragen eben melden. Auf meine Frage, wie ich die richtige Klinik für mich finde, wurde gar nicht eingegangen. In diesem Moment entschied ich, meinen Antrag ohne Hilfe auszufüllen und die Kurberatung nicht weiter in Anspruch zu nehmen.

Wer das aber gern machen möchte, kann einfach „Mutter-Kind-Kurberatung + Wohnort* googlen und wird sicherlich fündig. Es gibt ein Meer an Anbietern (Müttergenesungswerk, Caritas, Mutter-Kind-Hilfswerk, DRK, …), unter denen man auswählen kann.

Viel Input von 22.000 Mamas

Es gibt auch auf Facebook die Gruppe Mutter-Kind-Kuren – Kurberatung Deutschland in der sich Kurberaterinnen befinden. Auch sie helfen euch bei den Anträgen. Ihr schickt ihnen alle Unterlagen (ausgefüllt) zu und sie machen sich dann auf die Suche nach einer Klinik, sie zu den Indikationen passt. Wie gut das klappt, kann ich nicht beurteilen.

Neugierig, was ich nun ausgefüllt habe? Ich habe vor allem unsere Erziehungsschwierigkeiten und unsere Eheprobleme in den Fokus gestellt. Weiterhin habe ich angegeben, Angst vor neuen Depressionen zu haben (sowas ist teuer für die Krankenkasse und zieht ganz gut). Natürlich spielen auch ständiger Zeitdruck, der Tod meines Vaters sowie Claires Gefühlsstärke eine Rolle.weitere Gründe könnten sein:

  • Starke Erschöpfungszustände (Schlafmangel, zu wenig Hilfe vor Ort)
  • Angst vor Burn-Out
  • Probleme mit der Bewältigung des Alltags (Haushalt, regelmäßige Mahlzeiten…)
  • Verzweiflung, wenn euch alles über den Kopf wächst 😉

Einige Hausärzte raten gern ein wenig zu dramatisieren, damit der Antrag durchgeht. Da musste ich schon etwas lachen. Als ob ich so tue. als stünde ich kurz vorm BurnOut. Pff

Die Wunschklinik finden

Die Gruppe dient zusätzlich als Austausch für Mamas, die eine Kur beantragen möchten und verunsichert sind. Hier tauscht man Erfahrungen mit Mamas aus, die bereits zur Kur waren und über verschiedene Kliniken berichten können. So habe ich auch meine Wunschklinik – den Bromerhof im Allgäu – gefunden. Es gibt verschiedene Wege zur Wunschklinik. Entweder ihr überlasst es völlig euren Kurberatern und vertraut auf ihre Einschätzung, oder ihr versucht es selbst. Da hat jeder so eine Vorzüge.

„Sie als Patient haben bei der Wahl der Rehabilitationseinrichtung ein Mitspracherecht und können Einfluss darauf nehmen, in welcher Klinik Sie sich behandeln lassen möchten. Dies ist verankert im sogenannten Wunsch- und Wahlrecht der Leistungsberechtigten (§ 9 Abs. 1 SGB IX).“

Viele Mütter in der Gruppe stellen vor allem den Ort in den Fokus – sie möchten gern ans Meer, am liebsten auch in den warmen Monaten zur Kur fahren. Andere wiederum bevorzugen die Berge. Ihre Gemeinsamkeit ist aber, dass ihnen die Region sehr wichtig ist. Andere Mütter stellen vor allem ihre Indikationen in den Vordergrund. Es ist ihnen egal wo sie behandelt werden, aber das wer ist entscheidend. Ist die Klinik kompetent genug auf ihre Indikationen einzugehen? In der Facebookgruppe kann man dahingehend schon einige gute Tipps abgreifen.

Eingewöhnung: Kritisch hinterfragen

Allerdings war für mich weder das Wo noch das Wer entscheidend, sondern das Wie. Und zwar wie findet die Eingewöhnung der Kinder statt? Eine Freundin hat berichtet, dass sie am ersten Kurtag das Kind um 9 Uhr abliefern sollte, um um 9.30 die erste Therapiestunde wahrnehmen zu können. Das hat hinten und vorne natürlich nicht funktioniert. Für sie war die Kur eher eine Tortur und alles andere als erholsam. Dieses Prinzip der kalten Trennung wird in den Kliniken häufig angewandt. Vielleicht nicht sofort, aber viele Eltern werden ermutigt ihre Kinder bereits am ersten Tag nach einer Stunde „Eingewöhnung“ bei den Fremden zu lassen. Da musste ich schlucken.

In dieser Zeit wird keine echte Bindung aufgebaut sein, kaum Sicherheit und Geborgenheit. So könnte ich mein Kind nicht abgeben und die Kur genießen. So wäre ich gedanklich stetig bei meinen Kindern. Zum Glück gibt es aber auch eine handvoll Kliniken, die den bedürfnisorientierten Weg gehen.

Meine Traumklinik im Allgäu

Die Eingewöhnung der Celenus Fachklinik Bromerhof findet vorweg drei Tag statt. Erst dann gibt es eine erste Trennung! Hier kann ich meine Kinder guten Gewissens lassen, denn sie haben scheinbar eine Ahnung von dem, was sie tun. So kann ich entspannen und die Kur auch wirklich wirken lassen. Wenn es meinen Kindern gut geht, geht es mir auch gut!

Die Klinik hatte ich übrigens durch die FB-Gruppe gefunden. Bei der Fragestellung hatte ich klar kommuniziert, dass mir eine bedürfnisorientierte Eingewöhnung am Herzen liegt und habe ganz schön böse Kommentare dazu erhalten.

Ich sollte doch lieber in den Urlaub fahren, eine Eingewöhnung könne nunmal nicht gewährleistet werden. In wie fern mir ein Urlaub bei meinen Indikationen helfen soll, konnte sie mir aber nicht beantworten…

Nunja. Wer FB-Gruppen nutzt benötigt ein dickes Fell. Neben dem Bromerhof wurde mir übrigens noch die Klinik Schwedeneck als Alternative genannt. Da aber so viele positive Reaktionen auf den Hof kamen, entschied ich mich für diese Klinik.

Es wird ernst

Auf der Webseite der Klinik gab es dann einen Vordruck, damit ich diese als Wunschklinik angeben konnte. Wenn eure Klinik keinen solchen Vordruck hat, könnt ihr auch ein formloses Schreiben dazu packen uns euch eben auf euer Wahlrecht beziehen. Ich habe den Wisch ausgefüllt und unterschrieben zu den anderen Unterlagen gepackt und an die Krankenkasse geschickt. Nach nur anderthalb Wochen kam die Zusage. Einfach so.

Kurze Zeit später hatte auch schon der Bromerhof seine Einladung für einen Kurstart im Oktober mitgeschickt. Das wäre dann nur 1 Monat später gewesen! Von Antrag zu Kurantritt wären es damit nur 6,5 Wochen gewesen. Aufgrund der Hochzeit meines Bruder habe ich den Kurstart aber verschieben müssen.

Da ich Weihnachten ebenfalls bei meiner Familie verbringen wollte, soll es nun am 8. Januar losgehen. Jeay! Ich bin tierisch aufgeregt und stehe schon vor den nächsten Herausforderungen, die ich im nächsten Beitrag (Vorbereitungen) aufzeigen möchte.

Zusammengefasste Infos zum Antrag

In der Gruppe habe ich mitbekommen, dass die Zeiträume zur Bewilligung unterschiedlich ausffallen können. Von 1 Tag bis hin zu mehreren Monaten ist alles dabei. Lasst euch also nicht entmutigen, wenn es länger dauern sollte. Ich hatte mit meiner richtig Glück!

Habt ihr Lust auf eine Kur bekommen? Wollt ihr eine Kur beantragen? Hier habe ich nochmal meine wichtigsten Learnings zusammengetragen:

Achtung: Tipps und Kniffe

  • Nicht von der Krankenkasse direkt abwimmeln lassen! (Oft wird am Telefon gesagt, dass eine Kur nicht in Frage käme)
  • Bei einer Absage unbedingt Widerspruch einlegen (Frist beachten)
  • Eine Mutter-Kind Kur ist grundsätzlich alle 4 Jahre möglich (bei neuen Indikationen aber auch früher)
  • Es besteht ein Wunsch-/Wahlrecht für die Klinik
  • Versch. Kliniken bieten die Möglichkeit Kurtermine (auch ohne Zusage) reservieren zu lassen
  • Es gibt Mutter-Kind Kuren oder Vater-Kind-Kuren. Eine Familien-Kur ist nur in Ausnahmesituationen möglich
  • Ihr könnt die Kur selbst oder über eine Kurberatung beantragen
  • Begleitkinder benötigen keine Atteste vom Kinderarzt mehr
  • Antragsunterlagen gibt es direkt beim Hausarzt
  • Wartezeiten bis zu 6 Monate können normal sein
  • Nach positivem Bescheid, muss die Kur innerhalb 6 Monate angetreten werden – es gibt aber die Möglichkeit diese Frist zu verlängern!

Im nächsten Teil der Reihe soll es um die ersten Vorbereitungen zur Anfahrt gehen. Bus, Bahn oder Auto? Was mache ich mit dem Gepäck? Die Möglichkeiten sind vielfältiger, als man zunächst denkt. Bis dahin erzählt mir gern von euren Kur-Erfahrungen:

Ward ihr bereits auf einer Kur? Oder plant ihr eine Kur zu machen? Hat euch bisher etwas von einer Mutter-Kind-Kur abgehalten?

Mutter-Kind-Kur: Was Sie wissen sollten

Wann habe ich Anspruch auf eine Vater- oder Mutter-Kind-Kur?

Möglich ist die Kur als Rehabili­ta­tionsmaßnahme, zum ­Beispiel bei chronischen Krankheiten, einem Bandscheibenvorfall, nach einer Trennung oder einem Trauer­fall. „Oder die Kur dient zur Vorbeugung, um eine drohende Erkrankung abzuwenden“, erklärt Ulrike Albrecht von der Frauenberatung des Caritasverbandes Frankfurt e. V.. Starke Rückenschmerzen, häufige Migräne oder depressive Verstimmungen sind gute Gründe für ­eine Kur.

Wer hilft mir beim Antrag?

Erster Ansprechpartner ist der Hausarzt, er klärt im Gespräch den Grund für die Kur und stellt das Attest aus. Zusätzlich helfen die mehr als 1300 Beratungsstellen des Müttergenesungswerks in Deutschland vom Antrag bei der Kranken­kasse bis zur Kliniksuche.

Welche Klinik ist die richtige?

Kommt darauf an, was die Mutter oder der Vater sich wünscht – und braucht. Jedes Haus hat andere Schwerpunkte, etwa die Behandlung von Hautkrankheiten, andere sind auf Naturheilkunde spezialisiert oder besonders gut geeignet für Menschen mit Behinderung. ­Einige Kliniken bieten „Vater-Kind-Kuren“ an. Hier sind Väter und ihre­ Kinder unter sich.

Auch die Konzepte sind unterschiedlich: Viele Kliniken stellen die Ent­lastung der Mutter in den Mittelpunkt, und so werden die Kinder zum Beispiel während der Mahlzeiten betreut. Andere sehen die Kur als Gelegenheit, die Bindung zwischen Mutter und Kindern zu stärken – und legen Wert auf Gemeinsamkeit, auch beim Mittag­essen. Wer genau weiß, was er sich von der Kur erwartet, kann im Vorfeld besser auswählen. Will ich in Ruhe essen und öfter mal alleine sein? Oder will ich intensiv Zeit mit meinen Kindern verbringen?

Wer bewilligt die Kur?

„Die Krankenkasse entscheidet zwar, wo Sie die Kur verbringen werden, aber alle Versicherten haben ein Wunsch- und Wahlrecht. Und berechtigte ­­Wünsche muss die Kasse erfüllen, etwa wenn Sie wegen ­einer Hautkrankheit oder Therapieform eine bestimmte Klinik ausgewählt ­haben“, sagt Anne Schilling.

Brauchen die Kinder auch ein Attest?

Kinder dürfen bis maximal 14 Jahre mitfahren, auch außerhalb der Ferien – viele Kliniken bieten Unterricht an. Schulkinder müssen allerdings beurlaubt werden. Gesunde Kinder brauchen kein Attest, haben dann aber keinen Anspruch auf Anwendungen und Therapien. Anders mit Attest, zum Beispiel bei Neurodermitis oder ­Asthma. Es ist daher sinnvoll, mit dem Kinderarzt zu sprechen und bei der Klinikwahl auf Therapien für die Kleinen zu achten. Auch eine Auszeit ohne Kinder ist möglich, die sogenannte Mütter-Kur.

Wie lange muss man auf eine Mutter-Kind-Kur warten?

Einige Wochen dauert es vom Antrag bei der Krankenkasse bis zur Zusage. Weil immer mehr Kuren bewilligt werden (fast 90 Prozent), sind die Wartezeiten etwas länger. Gut zu wissen: Bei Ablehnung hat ein Wider­spruch in vielen Fällen Erfolg, auch hier hilft die Beratungsstelle.

Wie läuft die Kur ab?

Und dann: Endlich raus und ausspannen? Eine Kur ist kein Urlaub, jede Mutter, jeder Vater bekommt einen eigenen Therapieplan. Die 21 Tage sind gut gefüllt: Nordic Walking beispielsweise am Morgen, Atemtherapie oder Erziehungs­beratung am Vormittag, Gruppen­therapie nach dem Mittag. Ulrike Albrecht rät: „Sagen Sie, wenn es Ihnen zu viel wird, finden Sie Ihr Ding, und ziehen Sie es durch!“ Reden hilft: Die Kur soll die Frauen animieren, selbst aktiv zu werden, sich wieder mehr um sich selbst zu kümmern.

„Die drei Wochen sind ­eine gute Gelegenheit, sich neu zu kalibrieren, Probleme zu erkennen und zu benennen“, sagt Albrecht, die in Frankfurt Nachsorge-­Gespräche anbietet. Die Herausforderung ist, die Erfahrungen und Vorsätze mit nach Hause zu nehmen und im Alltag umzusetzen. „Es ist wichtig, nach einigen Wochen noch einmal darüber zu sprechen, warum man die Kur gemacht hat, was die Ziele waren“, sagt Albrecht. Bei den Gruppentreffen sind die Frauen froh, offen sprechen zu können – alle machen Ähnliches durch, stützen sich gegenseitig.

Ulrike Albrecht selbst hat erst ­eine Mutter-Kind-Kur, später ­eine Mütter-Kur gemacht. „Das hat mein Leben verändert, ich ­habe 33 Kilo­gramm abgenommen, ­mache ­heute viel Sport – das haben die Kuren bei mir ausgelöst.“ Die Frauen, die sie damals kennengelernt hat, trifft sie heute noch.

Mutter-Kind-Kur: Wer hat Anspruch und was ist beim Antrag zu beachten?

Schlafstörungen, totale Erschöpfung, Depressionen – der ganz normale Wahnsinn des Familienalltags reicht oft aus, um Mütter an die Grenzen ihrer Belastbarkeit zu bringen. In Mutter-Kind-Kuren lernen sie, auf sich selbst zu achten. Wer hat Anspruch auf eine Kur? Welche Anlaufstellen gibt es? Was ist bei der Antragsstellung zu beachten?

Der Druck, unter dem Eltern heutzutage stehen, ist groß: Haushalt organisieren, sich um ein, zwei, drei, vier Kinder kümmern, im Job stets einsatzbereit sein – wenn dann auch noch eine Krankheit oder ein Pflegefall in der Familie dazu kommt, macht der enorme Druck nicht selten krank. Typisch sind psychosomatische Beschwerden wie zum Beispiel:

• Rückenschmerzen
• Herzrasen
• Schlafstörungen
• Depressionen
• Essprobleme

Spätestens dann ist es höchste Zeit, neue Kraft und Zuversicht zu tanken. Doch mit einem Tapetenwechsel in den Ferien ist es meist nicht getan. Damit sich gestresste Mütter wirklich erholen können, brauchen sie eine Auszeit und richtig Abstand vom Alltag. Während einer Mutter-Kind-Kur lernen Mütter Grenzen zu setzen, Kraftreserven zu mobilisieren und Alltagsmuster langfristig zu ändern.

Mutter-Kind-Kur = Vater-Kind-Kur

Um Missverständnissen vorzubeugen: Die Mutter-Kind-Kur kann genauso eine Vater-Kind-Kur sein – wir bleiben bei dem Begriff „Mutter-Kind-Kur“. Einfach weil es nach wie vor allermeist die Mütter sind, die den Spagat Haushalt – Familie – Job bewältigen müssen und dabei oft dauerhaft überlastet sind.

Auf eine Auszeit in Form einer Mutter-Kur oder Mutter-Kind-Kur haben Sie inzwischen sogar Rechtsanspruch. Seit der Gesundheitsreform 2007 sind Kuraufenthalte für Eltern Pflichtleistung der Krankenkassen, der Leistungsumfang ist im Sozialgesetz festgelegt. Voraussetzung für den Kuraufenthalt ist natürlich, dass der Arzt die Notwendigkeit für eine Mutter-Kind-Kur gegeben sieht.

Eine Mutter-Kind-Kur ist kein Urlaub auf Rezept – sondern eine medizinische Leistung, entweder zur Vorbeugung oder als Rehabilitationsmaßnahme nach einer Krankheit.
Mutter-Kind-Kur zur Vorbeugung: Die Kur soll verhindern, dass stark belastete Mütter ernsthaft erkranken. Deshalb werden sie während des dreiwöchigen Kuraufenthaltes nicht nur medizinisch betreut, sie lernen auch, den anstrengenden Alltag besser zu bewältigen. Für jede Mutter gibt es bei der Mutter-Kind-Kur einen individuellen, auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmten Behandlungsplan. Eine Mutter-Kur besteht zumeist aus:
• Bewegungsübungen
• Anleitung zu Entspannungsübungen
• psychotherapeutischen Gesprächen
• Erziehungsberatung
• Gesundheitsberatung
• Ernährungsberatung
• Betreuung der Kinder

Mutter-Kind-Kur als Rehabilitationsmaßnahme: Zur Erholung zum Beispiel nach einer Krebserkrankung oder bei Neurodermitis ist eine Mutter-Kind-Kur eine gute Maßnahme, sich zu erholen oder wieder auf die Beine zu kommen.

>> Lesen Sie weiter:Alles rund um die Beantragung, die Wahl der richtigen Klinik und die Vorbereitung auf die Kur.

Wie kann ich eine Mutter-Kind-Kur beantragen?

Lesen Sie hier, was Sie benötigen, um eine Mutter-Kind-Kur zu beantragen, wo Sie den Antrag einreichen müssen und wer für die Kosten des Kuraufenthalts aufkommt.

Mit einem Gespräch beim Arzt fängt es an.

Im Prinzip brauchen Sie nichts weiter als ein Attest Ihres Hausarztes, in dem die Kurmaßnahme empfohlen wird. Dieses Attest, in dem Ihre gesundheitlichen Probleme (wie chronische Erkrankungen, Schlafstörungen, Rückenprobleme, depressive Verstimmungen, Burn-Out-Symptome etc.) plus verstärkende Faktoren (alleinerziehend, Pflegefall, Trauerfall, Erziehungsprobleme etc.) aufgeführt werden, reichen Sie dann zusammen mit Ihrem Antrag bei der Krankenkasse ein. Bei den Beratungsstellen der Wohlfahrtsverbände bekommen Mütter Hilfe beim Ausfüllen des Antragbogens und Hinweise darauf, welche Formulierungen das ärztliche Attest für die Mutter-Kind-Kur enthalten muss.
Eine sinnvolle Ergänzung zu diesen Pflichtunterlagen ist ein Selbstauskunftsbogen, wie er beim jeweiligen Kuranbieter oder den Beratungsstellen angefordert werden kann. Hier haben Mütter dann Gelegenheit, ihre Gesamtsituation ausführlich zu beschreiben. Weisen Sie auch auf für Sie zusätzliche Belastungen hin, zum Beispiel bei Alleinerziehenden, finanziellen Problemen oder einem kranken Kind.
Bei der Krankenkasse einreichen
➤ Antrag
➤ Attest
➤ Selbstauskunft

Wartezeit bei Mutter-Kind-Kur-Antrag

Rechnen Sie damit, dass Sie mehrere Wochen, im Widerspruchsverfahren auch einige Monate, auf die Genehmigung der Mutter-Kind-Kur warten müssen. Manchmal verweisen die Krankenkassen berufstätige Mütter an Rentenversicherungsträger wie die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA), unter dem Vorwand, die Mutter-Kind-Kur diene der Wiederherstellung der Arbeitskraft. Das stimmt nur bedingt, denn bei einer Mutter-Kind-Kur steht die familiäre Belastung im Vordergrund. In diesem Fall empfiehlt sich ein Einspruch bei der Krankenkasse.

Wer zahlt die Mutter-Kind-Kur?

Halten Sie die Genehmigung für die Mutter-Kind-Kur in den Händen, kann es losgehen. Ums Geld brauchen Sie sich keine großen Sorgen machen: Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Mutter-Kind-Kur – auch für mitreisende Kinder. Sie zahlen lediglich einen Selbstanteil von zehn Euro pro Kalendertag. Privatkassen zahlen nur bei entsprechender Zusatzversicherung für die Mutter-Kind-Kur, die Kosten für Ihr Kind tragen Sie selbst – es sei denn, es ist ebenfalls behandlungsbedürftig. Dann benötigt die Krankenkasse ein Extra-Attest.

Vorbereitung auf die Mutter-Kind-Kur

Informieren Sie Ihren Arbeitgeber beizeiten über die geplante Mutter-Kind-Kur. Verweigern kann er Ihnen diese Zeit nicht. Weil es sich um eine medizinische Maßnahme handelt, müssen Sie auch keinen Extra-Urlaub nehmen. Außerdem haben Sie Anspruch auf Lohnfortzahlung.

Was wird aus der Familie?

Wenn Ihr Kind Sie begleitet, benötigt es nicht unbedingt ein Attest. In diesem Fall hat es allerdings keinen Anspruch auf Therapiestunden. Sollte Ihr Kind auch behandlungsbedürftig sein, sprechen Sie Ihren Arzt auf ein Attest an.
Schulpflichtige Kinder werden beurlaubt – und während der Kur vor Ort unterrichtet. Bleiben die Kinder zu Hause, helfen die Beratungsstellen, eine Betreuung zu organisieren. Für kleinere Kinder gibt es Spielgruppen und einen Kindergarten. Während die Mütter ihre Behandlungs- und Therapiestunden haben, werden die Kinder liebevoll und professionell betreut, so dass sich die Mütter voll auf ihre Erholung und Genesung konzentrieren können.

Wie finde ich die richtige Klinik?

Da es Kliniken mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten gibt, sollten Sie sich vorab genau informieren, welche am besten zu Ihren Bedürfnissen passt. Diese können Sie dann bei der Krankenkasse als Wunschklinik nennen. Seit neuestem sind die Krankenkassen ausdrücklich verpflichtet, das Wunsch- und Wahlrecht zu beachten. Krankenkassen müssen diesen Wunsch bei ihrer Auswahl berücksichtigen oder gegebenenfalls eine Ablehnung begründen. Eine Ablehnung allein aus wirtschaftlichen Gründen – wenn beispielsweise die ausgewählte Klinik einen höheren Tagessatz als die von der Krankenkasse vorgeschlagene Klinik hat – ist nicht ausreichend. Das Müttergenesungswerk empfiehlt allen Müttern und Vätern, sich in einer der rund 1.300 MGW-Beratungsstellen bei den Wohlfahrtsverbänden kostenlos zum Antrag sowie zur Auswahl der richtigen Klinik beraten zu lassen. Die Beratungsstellen unterstützen zusätzlich im Falle einer Ablehnung und helfen bei der Einreichung des Widerspruchs.

Interview: Warum Mütter Erholung brauchen

Viele Mütter tun sich schwer, sich eine Auszeit zu nehmen. Anne Schilling, Geschäftsführerin des Müttergenesungswerks, erklärt, warum Stress so viele Mütter krank macht.

Wie kommt es, dass viele Mütter sich überlastet fühlen?

Anne Schilling

Die meisten Frauen nehmen sich zu wenig Zeit für sich selbst. Sie versuchen, möglichst perfekt zu sein und alle Aufgaben gleichermaßen zu managen. Klappt das dann nicht so, wie sie es sich vorstellen, zweifeln sie an sich. Viele meinen, eine schlechte Mutter zu sein, weil ihnen nicht alles so leicht von der Hand geht. Dabei ist es ganz normal, dass man auch mal nicht perfekt in allen Dingen ist.
Wir versuchen Müttern zu vermitteln, dass es ganz legitim ist, sich Freiräume zu schaffen. Es ist wichtig, auch sich selbst zu pflegen. Nur so geben Sie Ihrem Körper die Möglichkeit, wieder zu Kräften zu kommen. Viele Frauen unterschätzen, dass zu hohe Belastungen auf Dauer zu Krankheiten führen können.
Wer wendet sich an Sie?
Die meisten Frauen kommen erst sehr spät zu uns, wenn sie bereits relativ erschöpft sind. Dabei sind die Mutter-Kind-Kuren mittlerweile durchaus bekannt und werden seit geraumer Zeit von den Krankenkassen leichter genehmigt. Wir wollen Müttern helfen, wieder ins Gleichgewicht zu kommen, damit Körper und Seele wieder gesunden können. Wir bieten Müttern Hilfe zur Selbsthilfe an, auf die sie später im Alltag zurückgreifen können.
Kann denn jeder eine Mutter-Kind-Kur oder Mutter-Kur beantragen?

Alle Mütter, die krank sind. Der Weg ist meistens so, dass Mütter zu uns kommen, um sich beraten zu lassen. Wir klären dann, welche Belastungen vorliegen, wie ihr Alltag aussieht, worunter sie leidet. Dann bekommt die Frau einen Vordruck für ein Attest, dass ihr Arzt ausfüllen muss. Es ist wichtig, dass das Attest möglichst präzise ausgefüllt wird und der Arzt bestätigt, dass die Herausnahme der Mutter aus dem Alltag zwingend notwendig ist. Wenn das Attest dann da ist, füllen wir mit der Mutter gemeinsam einen Antrag für die Krankenkasse aus.
Was sind die häufigsten Beschwerden, an denen Mütter leiden?
Eine Mutter, die zu uns kommt, leidet meistens an drei und mehr Belastungen gleichzeitig. Häufig sind es Rückenbeschwerden, psychosomatische Erkrankungen, wie Ess- oder Schlafstörungen, und Allergien, z.B. Hauterkrankungen. In der Klinik wird sie deshalb sowohl von Ärzten und Physiotherapeuten als auch von Psychologen und Erziehungsberatern betreut. Wichtig ist auch die Nachsorge nach der Kur.
Mehr Informationen: www.muettergenesungswerk.de

Interview mit Sabrina Hennersdorf, Kurberaterin bei der Kurberatung Deutschland

Die Kurberatung Deutschland hilft Müttern und Vätern kostenfrei dabei, eine Mutter-Kind-Kur zu beantragen. Wir haben uns mit der Kurberaterin Sabrina Hennersdorf darüber unterhalten, wann eine Mutter-Kind-Kur Sinn macht und was bei der Antragsstellung zu beachten ist.

Gestresst sind wir ja irgendwie alle. Wann sollte eine Mama oder ein Papa aber darüber nachdenken, eine Kur zu beantragen?
Eigentlich ist das schon der Punkt, an dem man überlegen sollte, eine Kur zu beantragen, denn diese kann im Vorfeld eine weitere Verschlechterung des Gesundheitszustands verhindern. Wenn man etwas als Belastung empfindet, worüber man sich vielleicht Tage vorher noch darüber gefreut hätte, wie ein Besuch bei Freunden, ein Ausflug am Wochenende, Ferienzeiten im Kindergarten oder der Schule, ein bevorstehender Urlaub, häufige Infekte, das sind alles Zeichen um in die Antragstellung zu gehen.

Was sind die häufigsten Gründe für eine Mutter-Kind-Kur?
Das kann man so pauschal nicht sagen, das sind sehr “heftige” Gründe, von Trauer, Traumata, körperlichen Übergriffen, aber auch “nur” finanzielle Sorgen, Erziehungsschwierigkeiten, Mobbing, Partnerschaftsprobleme, Erschöpfung. Jeder, der in der jeweiligen Situation ist, empfindet seine Situation am belastenden.

Was ist beim Gespräch mit dem Arzt, der die Kur verschreibt, wichtig zu beachten?
In der Regel kennen sich die Ärzte mit Mutter-Kind Kuren recht gut aus, wir würden uns nur wünschen, dass nicht immer Seeklima angekreuzt wird. Allgemein sollte man die Erschöpfung, die mit den anderen Belastungen einhergeht, an erste Stelle stellen. Bei Bedarf und Fragen darf sich jeder Arzt gerne an uns wenden.

Wie kann man die Chancen auf eine Bewilligung erhöhen?
In dem man in einer sehr ausführlichen Selbstauskunft schildert, wo momentan der Schuh drückt und was man sich realistisch von der Kur erwartet. Dafür stehen wir den Eltern natürlich zur Seite.

Wie findet man die für sich passende Klinik?
Unsere Chefin kennt fast alle Kliniken persönlich. Ihre Ansicht: Mit der Klinik ist es wie mit einem Brautkleid – eine passt garantiert zu 100 Prozent. Leider spielen die Kassen da nicht immer mit, da es hier oft um günstige Tagessätze geht und nicht um die persönlichen Wünsche und Bedürfnisse des Elternteils.

Was kann ich tun, wenn der Antrag abgelehnt wird?
Wir haben einen für die Eltern kostenfreien Kooperationsanwalt, der von der Kurberatung getragen wird. Dieser übernimmt den Widerspruch. Das gilt auch für Eltern, die die Kur nicht über uns beantragt haben.

Wie viele Väter beantragen eine Kur? Gelten für sie andere Richtlinien als für Mütter?
Sehr wenige leider. Allgemein ist eine Kur eine Pflichtleistung für das Elternteil, welches in der Haupterziehungsverantwortung steht und einer belastenden Situation ausgesetzt ist.

Was, wenn das Kind krank ist? Wird dann auch eine Mutter-/Vater-Kind-Kur beantragt?
Das kommt auf die Krankheit an, ob eine Kinder-Reha dann nicht sinnvoller ist. Bei einer Mutter-Kind-Kur steht die Mutter im Vordergrund, allerdings kommt die Belastung nicht selten durch das Kind. Gerade Trotzalter und Pubertät sind wiederkehrende Themen. Aber auch natürlich Down Syndrom, Autismus oder wenn das Kind ständig erkrankt ist. Das ist belastend für die Familie und hier ist eine Mutter-Kind Kur dann meist sinnvoller. Das muss man aber fallbezogen mit der Mutter und dem Arzt betrachten.

Inwiefern helfen Sie den Müttern und Vätern weiter?
Wir händigen die Antragsunterlagen aus. Denn das alleine scheint schon bei einigen Kassen nicht mehr der Fall zu sein: Die eh schon belasteten Eltern rufen dort an und erfahren dann häufig, dass die Kasse gar nicht zuständig ist oder es wird den Eltern gleich mitgeteilt, dass dem Elternteil keine Kur zusteht.
Wir besprechen ausführlich Wünsche und Indikationen, aber auch die realistische Erwartungshaltung an eine Kurmaßnahme. Wir schauen, wo der Schuh am meisten drückt, versuchen den Schwerpunkt auf nur ein „Päckchen“ zu legen, helfen bei der Zeit bis zur Kurmaßnahme und reichen alle Unterlagen bei der Kasse ein. Außerdem reservieren wir für die Eltern, insofern dies möglich ist, einen Platz bei der Klinik vor und leiten zeitgleich eine medizinische Aufnahmeprüfung ein. Das sind nur einige Aspekte – letzendlich sind wir die Schnittstelle zwischen den Eltern, den Kliniken, den Kassen und den Ärzten.

Was sind nach Ihrer Erfahrung die größten Hürden und die größten Probleme bei der Antragsstellung?
Die Kassen an sich. Manchmal meint man, dass die Sachbearbeiter selbst die Maßnahmen bezahlen müssten. Es geht immer nur um geringe Tagessätze und Wirtschaftlichkeit. Dass die Kurkliniken gar nicht mehr agieren können bei den aktuellen Tagessätzen und dass die gesamten Kuren noch nicht mal 4 % im Gesamtjahresbudget aller Kassen ausmachen, fällt dabei unter den Tisch. Natürlich gibt es auch sehr nette Sachbearbeiter und auch bessere Kassen als andere. Allgemein hat man aber oft das Gefühl dort kein Kunde zu sein, sondern Bittsteller.

Haben Sie das Gefühl, dass sich viele Familien scheuen, eine Kur zu beantragen, weil sie sich schämen? Schließlich gehört es heute ja dazu, dass man gestresst ist…
Nein eigentlich nicht, wir haben eher das Gefühl, dass die Eltern sich selbst nicht wichtig genug nehmen. Zudem kommt dann Druck aus dem Bekanntenkreis dazu. Wie, Du beantragst eine Kur, hast Du das echt nötig? Man wertet heute viel, gerade von außen. Niemand sollte sich schämen, schließlich ist es nicht umsonst eine Pflichtleistung der Kasse – um die Eltern zu stärken und um Chronifizierung zu vermeiden. Wenn man sich selbst komplett isoliert hat oder nur noch durch den Tag schleppt, ist niemandem damit geholfen. Wichtig ist, dass der Gedanke “funktionieren” zu müssen, aus den Köpfen muss. Durch eine Kur lernt man wieder etwas für sich zu tun, und das ist doch letzendlich etwas Wunderbares, was wir alle ab und an brauchen, um nicht nur zu funktionieren, sondern wieder mit Herz und Seele Mama, Ehefrau, Arbeitnehmerin und eben auch eigenständige Person sein zu können.

Über Sabrina Hennersdorf

Sabrina Hennersdorf ist Kurberaterin bei der Kurberatung Deutschland.
Mail-Kontakt: [email protected]

Die Kurberatung Deuschland händigt Antragsunterlagen aus, schickt diese an die Kasse, telefoniert mit den Sachbearbeitern und hilft bei der Suche nach einer geeigneten Klinik. Außerdem hilft die Kurberatung Deutschland mit Tipps und Infos Müttern und Väter weiter. Die Beratung ist kostenfrei, nur BKK-Versicherte zahlen 25 Euro.

Mutter-Kind-Kur: Buch-und Internettipps

Weitere Tipps, Hilfe und Ratschläge zum Thema Mutter-Kind-Kur finden Sie hier:

Buchtipps Mutter-Kind-Kur

Sonja Rüther
Der Weg zum Kur-Erfolg: Ein Ratgeber für Mutter/Vater-Kind-Kuren
Verlag Briefgestöber, 9,80 Euro
Hier gibt’s das Buch bei Amazon.de!
➤ Dieser Leitfaden und Erfahrungsbericht bereitet auf die Mutter-Kind-Kur vor, gibt hilfreiche Tipps für den Kur-Verlauf und beinhaltet Arbeitsblätter, damit die Zeit optimal genutzt werden kann.

Anna Opel
Guten Morgen, du Müde – Berufstätige Mütter erzählen
Schwarzkopf & Schwarzkopf, 9,90 Euro
Hier gibt’s das Buch bei Amazon.de!
➤ Ein Mutmachbuch von Müttern für Mütter. Denn eines ist klar: Sie sind mit Ihren Problemen nicht allein.

Annina Dessauer und Mirko Koch
Generation Burn Out: Mutter-/Vater-Kind-Kuren sinnvoll nutzen
Books on Demand, 9,99 Euro
Hier gibt’s das Buch bei Amazon.de!
➤ Ein Ratgeber für Eltern zur sinnvollen Durchführung einer Mutter-/Vater-Kind Kur, Tipps zur Vorbereitung, der Antragstellung und rechtliche Aspekte, Hinweise zur Klinikauswahl.

Internettipps Mutter-Kind-Kur

Müttergenesungswerk: www.muettergenesungswerk.de
Kur- und Erholungseinrichtungen des Deutschen Roten Kreuz: www.drk.de
Diakonie – Urlaub & Kur: www.diakonie.de
Gesundheitsservice der AWO: www.gesundheitsservice-awo.de
Kurberatung der Caritas: www.caritas.de
Kurberatung Deutschland: www.kurberatung-deutschland.de
Mutter-Kind-Kur Forum: www.mutterkind-kur.de
Arbeitsgemeinschaft Eltern & Kind Kliniken: www.mutter-kind.de

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