Künstliche befruchtung geschlecht bestimmen

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„Ein Mädchen, bitte!“ – Die Sache mit dem Wunschgeschlecht

Mädchen oder Junge – eine Präferenz haben sicherlich viele werdende Eltern, doch letztendlich lässt sich die Natur da nicht beeinflussen. Oder doch? Künstliche Befruchtung und amerikanische Ärzte machen es möglich.

„Am wichtigsten ist doch, dass es gesund ist“, das ist wohl der Satz, der am häufigsten fällt, wenn es um die Frage nach dem Geschlecht des Nachwuchses geht. Der Kern der Aussage stimmt so natürlich auch. Und doch: Ganz insgeheim haben viele von uns doch eine kleine Vorliebe, was das Geschlecht der eigenen Kinder angeht. Sei es, dass man bereits drei Söhne hat und sich deswegen jetzt ein kleines Mädchen wünscht. Sei es, dass man selbst ein junggebliebener Rabauke ist und sich deswegen einen kleinen Abenteurer wünscht. Oft sind es einfach kleine Präferenzen, die im Großen und Ganzen eh unerheblich sind, denn aussuchen kann man sich das Geschlecht des Nachwuchses eben nicht. Bis jetzt – und zumindest in Deutschland.

Präimplantationsdiagnostik: Geschlecht nach Wunsch

In den USA und in wenigen anderen Ländern ermöglichen es Ärzte ihren Klienten, bei künstlichen Befruchtungen nach dem Geschlecht auszusieben. Die Planung des Geschlechts erfolgt also in vitro, das heißt mit Hilfe der Reagenzglas-Befruchtung.
Ein kleiner biologischer Einschub: Über das Geschlecht des Nachwuchses bestimmt in jedem Fall dasSperma des Mannes. Die Eizelle der Frau trägt nämlich immer ein X-Chromosom in sich. Je nach dem welche Samenzelle des Mannes die Eizelle befruchtet, verschmelzen Eizelle und Samen entweder zu einer XX- (also einer weiblichen) oder zu einer XY- (also einer männlichen) -Kombination. Die Wahrscheinlichkeit, einen Mädchen oder einen Jungen zu bekommen, liegt dabei übrigens nicht bei 50:50. Weltweit kommen mehr Jungen als Mädchen zu Welt – auch wenn der Unterschied eher geringfügig ist. Das Verhältnis entspricht 51 zu 49 Prozent. Grund dafür ist vor allem, dass mehr Jungen als Mädchen die neun Monate Schwangerschaft überleben.
Um das Geschlecht des Embryos bei einer künstlichen Befruchtung zu bestimmen, haben Forscher sogenannte Sortiermaschinen für Spermien entwickelt. Diese Maschinen können Spermien, die ein X-Chromosom tragen, von denen mit einem Y-Chromosom trennen. Das Ergebnis ist recht zuverlässig: Spermien mit weiblichen Erbgut können bereits mit einer Zuverlässigkeit von 93% erkannt und herausgefiltert werden. Männliche Spermien allerdings nur mit einer 73-prozentigen Wahrscheinlichkeit. Sortierungsmerkmal ist die um 2,8 Prozent höhere DNA-Menge der weiblichen Spermien.
Eine andere und die am weitesten verbreitete Methode greift etwas später im Prozess der In-Vitro-Behandlung ein: Es werden per In-vitro-Fertilisation mehrere Embryonen gezeugt. Danach wird im Vierzell- oder Achtzell-Stadium jedem Embryo eine einzelne Zelle entnommen und genetisch untersucht, wie es auch bei anderen Arten der Präimplantationsdiagnostik der Fall ist, um z.B. Erbkrankheiten wie Mukoviszidose oder Glasknochenkrankheit auszuschließen. Unter dem Neonlicht-Mikroskop kommt dann das Geschlecht des Embryos zum Vorschein: die weiblichen Zellen leuchten rosarot und die männlichen hellblau.
Jeffrey Steinberg, einer der renommiertesten amerikanischen Reproduktionsmediziner und Arzt an den Fertility Institutes in Los Angeles und New York, garantiert seinen Kunden mit Hilfe dieser Methode ein Baby mit dem gewünschten Geschlecht – und macht damit ein Millionen-Geschäft. Pro Jahr sorgt der Mediziner so für rund 420 Babys mit Wunschgeschlecht. „Für viele Patienten gehört es zum Lifestyle, die Familie geschlechtlich auszubalancieren“, erzählt der Reproduktionsmediziner der Frankfurter Allgemeinen. Auf Englisch hat dieses „Ausbalancieren“ übrigens auch schon einen Namen: „family balancing“.

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In Deutschland verboten

In Deutschland ist die Trennung menschlicher Spermien nicht erlaubt. Und auch wenn die Präimplantationsdiagnostik (die auch nur in Ausnahmefällen erlaubt ist) schon zu Beginn einer Schwangerschaft, beziehungsweise schon vor dem Einsetzen des Embryos, die Geschlechtsbestimmung möglich machen würde, dürfen Mediziner vor der 12. SSW nicht sagen, ob das Kind ein Junge oder ein Mädchenwird. Bis also die Frist für einen straffreien Schwangerschaftsabbruch abgelaufen ist, ist die Bekanntgabe des Geschlechts ausdrücklich verboten.
Viele deutsche Paare suchen deshalb den Weg ins Ausland oder probieren natürliche Methoden, um das Geschlecht ihres Nachwuchses zu beeinflussen.

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Das Geschlecht des Babys beeinflussen

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Die negativen Folgen der Geschlechtsselektion

Geschlechtsselektion ist unter anderem in Teilen der USA, in Zypern, in Mexiko, Thailand, der Ukraine und seit 2013 auch in der Schweiz legal.
In anderen Ländern wird die Geschlechtsselektion zum Urlaubsziel oder das Geschlecht wird auf illegale Weise bestimmt – wie es in Indien häufig der Fall ist. Seit 1994 ist es dort Medizinern eigentlich untersagt das Geschlecht eines Fötus der schwangeren Frau zu enthüllen. Trotzdem sind Abtreibungen weiblicher Föten in den letzten Jahren immer häufiger geworden. Genauso wie in China, wo die gezielte Reagenzglas-Befruchtung auf eine Ein-Kind-Politik traf. In beiden Ländern entwickelte sich bereits ein demografisches Ungleichgewicht. In beiden Ländern sind es weibliche Embryos, die häufiger abgetrieben werden. In beiden Ländern sind es immer noch Frauen, die gesellschaftlich benachteiligt und deshalb weniger „gewollt“ werden. In beiden Ländern herscht ein massiver Frauenmangel.
Dies hat zur Folge, dass sich rapide ein bedeutendes Ungleichgewicht in der Gesellschaft herausbildet. In Indien gibt es heutzutage beispielsweise etwa 50 Millionen mehr Männer als Frauen. Das bedeutet nicht nur, dass, wenn das aktuelle Niveau der Geschlechterselektion bestehen bleibt, fast 10 Prozent der indischen Männer im Alter von 50 Jahren bald alleinstehend sein werden, sondern auch dass heute schon Gewalt, Vergewaltigungen, Kinderehen und sexuelle Belästigungen rasant zunehmen.

Das Unplanbare planbar machen

Angesichts dieser Tatsachen stellt sich die Frage der ethischen Bedeutung der Geschlechtsselektion. Möchte man die Bevorzugung des einen Geschlechtes zu Lasten des anderen wirklich fördern? Noch dazu, wenn es zu gesellschaftspolitischen Konsequenzen wie in China oder Indien führen könnte?
Andererseits, warum sollte das Geschlecht kein Selektionsgrund sein? Was macht überhaupt einen „guten“ Selektionsgrund aus? Ist es gerechtfertigt einem Embryo mit Behinderungen weniger Wert beizumessen als einem gesunden? Müssten wir, wenn wir Geschlechterselektion hinterfragen, nicht auch den generellen Drang zum Perfektionismus hinter der immer mehr ausdifferenzierten Fortpflanzungsdiagnostik ebenso hinterfragen?
John Steinberg bezeichnet sich übrigens selbst als „Assistent Gottes“, der Hand in Hand mit ihm arbeitet, aber nicht selber „Gott spielt“. In der Tat ist der Mediziner für viele Familien wohl eine Art Heilbringer, der einen Jungen oder eine Tochter liefert, wenn die Natur nicht mitspielen konnte. Denn wie sehr die betroffenen Eltern wirklich darunter leiden, keinen Sohn oder keine Tochter auf die Welt zu bringen, können nur die Eltern selbst wissen. Wäre es deshalb nicht anmaßend über das Leid dieser Eltern zu urteilen?
Trotzdem: Die Bestimmung des Geschlechts, die Vorselektion des Embryos, dies alles scheint dazu da zu sein, die eigenen Phantasien und Glaubenssätze erlebbar zu machen. „Der Sohn wird sich später mal um uns kümmern und das Geschäft übernehmen, die Tochter wird dagegen weggehen.“ „Mein Mädchen kann ich rosa anziehen und zu meiner besten Freundin machen, für Jungssachen interessiere ich mich nicht.“ Als wäre es möglich, den Lebenslauf des Kindes schon vorherzubestimmen. Das Unkontrollierbare vorhersagbar, gar kontrollierbar zu machen.

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Die Methode stammt aus den USA und heisst Microsort. Das hiesige Universitätsspital hat sich um eine Lizenz des patentierten Verfahrens bemüht und den Zuschlag erhalten. In wenigen Wochen wird die Klinik für Reproduktionsmedizin im Frauenspital der einzige Standort auf dem europäischen Festland sein, der die Geschlechterauswahl anbietet.

Spermien aus Afrika

Die Basler Ärzte rechnen denn auch mit einer Nachfrage aus ganz Europa und darüber hinaus. In Zukunft, so schätzt man, werden monatlich rund sieben Frauen, die Trägerin eines vererbbaren Gendefekts sind, das Angebot in Anspruch nehmen. „Die Firma Microsort hat uns informiert, dass sie künftig viele Fälle an uns vermitteln wird – unter anderem aus Afrika“, sagt Christian De Geyter, Chefarzt Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin am Uni­spital. Es gibt zwar noch eine Klinik in Nordzypern, welche die Methode zu kommerziellen Zwecken bereits seit September 2011 anbietet. Die Zielgruppe stammt hier jedoch vornehmlich aus dem Mittleren Osten und muss keinen Gendefekt nachweisen. Wer das Paket mit einer In-vitro-Fertilisation inklusive Geschlechterbestimmung bucht, kann dort frei nach Laune ein Bübchen oder Mädchen aussuchen.

In Basel wird man gezielt Mädchen zeugen, da diese viele Erbkrankheiten zwar als mutiertes Gen in sich tragen, aber nicht daran erkranken können. Eine freie Wahl rein aus Vorliebe für ein Geschlecht soll hierzulande auch in Zukunft nicht möglich sein. „Unser Gesetz würde das gar nicht erlauben“, sagt De Geyter. Dies bestätigt das Bundesamt für Gesundheit: „Die Auswahl von Spermien beziehungsweise Keimzellen ist gemäss Art. 5, Abs. 2 des Fortpflanzungsmedizingesetzes in der Schweiz nur dann erlaubt, wenn die Gefahr, dass eine schwere, unheilbare Krankheit auf die Nachkommen übertragen wird, anders nicht abgewendet werden kann“, heisst es auf Anfrage. Die Auswahl nach Geschlecht ohne diesen Grund sei demnach in der Schweiz verboten. De Geyter würde dies auch persönlich ablehnen. „Man muss nur einmal nach China schauen. Weil sich dort fast jeder einen Knaben wünscht, hat das Land einen Männerüberschuss von mehreren Millionen Menschen.“

Angeborene Muskelschwäche

Für die Einführung von Microsort in Basel waren zwei Vorkommnisse ursächlich. Zum einen war da der Fall einer jungen Frau aus der Region. „Die Patientin ist Trägerin eines Gendefekts, der bei Männern zu einer angeborenen, fortschreitenden Muskelschwäche führen kann. Die Frau wusste von der genetischen Belastung, da ihre Brüder erkrankt sind, einer der beiden ist bereits daran verstorben“, so De Geyter.

Für Patientinnen gibt es in solchen Fällen in der Schweiz bis anhin wenig Möglichkeiten, eine Übertragung der Krankheit auf ihr Kind auszuschliessen. Die Präimplantationsdiagnostik, bei der ein im Reagenzglas gezeugter Embryo vor der Einpflanzung in die Gebärmutter einer Patientin auf Defekte hin untersucht wird, ist in der Schweiz verboten. Die Basler Ärzte entschieden sich im vorliegenden Fall deshalb dazu, das Sperma des Partners ihrer Patientin in den USA sortieren zu lassen. Sodass bei der Befruchtung mit über 80 Prozent Wahrscheinlichkeit ein Mädchen entstehen sollte. Nach der Sortierung der Samenzellen nach Trägern des X- beziehungsweise des Y-Chromosoms (Erstere sind für die Zeugung von Mädchen, Letztere für Knaben verantwortlich) in Übersee wurden die Spermien in die Schweiz zurückgeschickt.

Betroffene müssen selber zahlen

Die Basler Patientin wurde als erste Schweizerin nach einer solchen Selektion schwanger und brachte ein gesundes Mädchen zur Welt. „Da kam uns der Gedanke, es wäre sinnvoll und einfacher, die Methode auch hier bei uns anzubieten“, sagt De Geyter. Der zweite Umstand, der zur Einführung von Microsort beitrug, war ein technischer. In einem wissenschaftlichen Wettbewerb – bei dem es eigentlich um ein anderes Thema ging – hatte das Unispital eine Apparatur gewonnen, die auch für die Spermienselektion benutzt werden kann. „Die nötige Infrastruktur hatten wir also bereits“, sagt De Geyter.

Obwohl Microsort legal ist, könnte es aus gewissen Kreisen dennoch Widerstand gegen die Neuerung geben. Immerhin greifen die Ärzte mit der Methode in den Verlauf der Natur ein. Vorgängig haben die Basler deshalb, bevor sie das Sperma der ersten Patientin in die USA schickten, ihr Ansinnen vorsorglich dem Ethischen Beirat im Unispital Basel unterbreitet. Dieser sah kein Problem in der Methode. Und das Fortpflanzungsmedizingesetz erfordere sogar die Selektion von Spermien zur Vermeidung von schweren und unheilbaren Krankheiten beim Kind, so De Geyter. „Auch wenn das Gesetz nicht im Hinblick auf diese neue Methode formuliert wurde, lässt es sich doch hier anwenden.“ Bezahlen müssen die Betroffenen die Methode dennoch selber. Die Kassen übernehmen die Kosten von rund 2500 Franken nicht.

Dank Selektion zum gewünschten Buben?

Probleme in Asien

Geschlechtswahl beim eigenen Nachwuchs ist vor allem in Asien verbreitet. Grund ist oft eine Bevorzugung von Buben. Diese werden als Stammhalter der Familie gesehen. Frauenmangel wegen durch Abtreibung beseitigter Mädchen ist die Folge. Die Zahl lediger Männer in China, die im Land keine Frau finden, wächst stark. Frauenhandel aus Chinas Nachbarländern ist zu einem grossen Problem geworden. Die Situation ist aber auch in Indien nicht gut. Hier werden mittlerweile auf 100 Mädchen 119 Buben geboren. Vergewaltigungen nehmen zu.

Probleme bei uns

Solche Probleme will man natürlich in Europa nicht. Deshalb reagieren Fachleute besorgt auf Möglichkeiten, das Geschlecht des Kindes schon früh in der Schwangerschaft zu bestimmen. Sie sehen eine Gefahr, dass von Eltern Druck aufgebaut wird, das Geschlecht des Nachwuchses zu wählen.

„Ich habe mehrere Elternpaare erlebt, die mit dem klaren Willen zur Geschlechterselektion zu uns in die Pränataldiagnostik kamen“, sagt Thomas Eggimann, Chefarzt der Frauenklinik Münsterlingen.

Gemäss Peter Miny, medizinische Genetik am Universitätsspital Basel, sind in der Schweiz unter den an einer frühen Geschlechtsbestimmung interessierten Paaren besonders solche mit Migrationshintergrund, die einen Buben wollen. „Es besteht die Gefahr, dass Kinder abgetrieben werden, nur weil sie nicht das Geschlecht haben, das sich ihre Eltern wünschen“, sagt Chefarzt De Geyter vom Basler Universitätsspital.

Druck in dieser Richtung entsteht aber auch bei der künstlichen Befruchtung. Hier kann vor der Einpflanzung der im Glas erzeugten Embryonen das Geschlecht festgestellt werden (Präimplantationsdiagnostik). Den Angaben von De Geyter ist zu entnehmen, dass an der Klinik für Reproduktionsmedizin des Universitätsspitals Basel bisher die meisten Anfragen zur Wahl des Geschlechts nicht etwa erfolgt sind, um eine mit dem Geschlecht verbundene Krankheit zu vermeiden, sondern einfach, um das Geschlecht des Kindes zu wählen.

Hintertürchen im Internet

In Deutschland dürfen Ärzte das Geschlecht des Kindes vor der 13. Schwangerschaftswoche den Eltern nicht mitteilen. In der Schweiz gibt es keine solche Regelung. Doch wenn Ärzte feststellen, dass das Geschlecht wegen einer Selektion bestimmt werden soll, werden sie dies u. U. nicht tun. Hier springen dann Internetangebote in die Bresche.

Senden Frauen etwas Blut oder Urin ein, erhalten sie nach ein paar Tagen das Ergebnis. Da mittlerweile Gentests ab der 9. Schwangerschaftswoche vorgenommen werden können, reicht es zur legalen Abtreibung in der Schweiz. Die Verlässlichkeit solcher Tests per Internet ist bei Fachleuten allerdings umstritten.

Dringend notwendige Lösung

In der Schweiz sollte die Geschlechtsbestimmung schon aus Gründen der Gleichstellung verboten werden. Auch besteht die Gefahr, dass die Geschlechterselektion im Rahmen der Präimplantationsdiagnostik (PID) Einzug hält.

Die Schweizerische Hilfe für Mutter und Kind nimmt die gegenwärtige Entwicklung mit Besorgnis zur Kenntnis. Sie will daher ihre Hilfeleistung möglichst auch auf solche Fälle ausdehnen, wo das fragliche Geschlecht des Kindes ein Grund zur Abtreibung sein könnte.

Das Baby liegt beim Ultraschall einfach nicht richtig, so dass Sie das Geschlecht nicht ohne weiteres bestimmen können? Kein Problem! Wenn Sie noch das Datum der Zeugung wissen, schauen Sie doch einfach in den chinesischen Empfängniskalender! Schwachsinn? Mal sehen…

Chinesischer Empfängniskalender: Was ist das?

Der chinesische Empfängniskalender wurde im 13. Jahrhundert von chinesischen Wissenschaftlern entwickelt. Mithilfe des Alters der Mutter zum Zeitpunkt der Zeugung und dem Monat der Empfängnis will er aufzeigen, welches Geschlecht das Baby haben wird.

Der chinesische Empfängniskalender: So funktioniert’s

Wichtig: Das Alter der Mutter richtet sich nach dem Mondkalender! Das heißt, dass zu dem tatsächlichen Alter noch neun Monate dazugerechnet werden müssen!

Das Ergebnis richtet sich ganz nach dem Klischee: Rosa steht für Mädchen, blau für Jungen.

Foto: Wunderweib.de

Wie zuverlässig ist der chinesische Empfängniskalender?

Klingt alles sehr skurril, oder? Dennoch, nordamerikanische Studien bescheinigen dem chinesischen Empfängniskalender eine Trefferquote von 85 Prozent! Auf der einen Seite ergaben modernste wissenschaftliche Studien, dass eine Vorherbestimmung des Geschlechts ohne genetisches Eingreifen nicht funktionieren kann.

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Andererseits wurde beobachtet, dass äußere Einflüsse das Geschlecht des Kindes eben doch beeinflussen können: So kann eine kalorienarme Ernährung der Mutter vor der Zeugung wohl Mädchen begünstigen. Außerdem werden – wegen der Anfälligkeit von Spermien durch Grippeviren im Winter – im Frühjahr mehr Jungen gezeugt. Allerdings sprechen wir hier von Abweichungen im einstelligen Prozentbereich.

Doch vielleicht hatten die alten Chinesen ja beim Erstellen des chinesischen Empfängniskalenders einen besseren Blick auf die Natureinflüsse bei der Geschlechterbestimmung. Auf jeden Fall haben sie die Daten des Kalenders in Jahrhunderte langer Arbeit aus astrologischen und statistischen Daten berechnet. Also vielleicht doch kein Schwachsinn?

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chinesischer Empfängniskalender Mädchen oder Junge

@bri
Hätten drei Mädchen nach dem chinesischen Kalender. Haben aber drei Jungs.
Jungs die macht man, für Mädchen muss mann üben. Beim dritten Kind, hätte ich es auch schön gefunden ein Mädchen. Waren aber wohl zu ungeduldig und wollten nicht warten, da gab es noch einmal ein Junge.
Bin froh über meine drei gesunden Jungs. Können sehr von einander profitieren. Die Mädchen kommen von alleine. Sprich die Jungs bringen sie nach Hause. Geniesse dann die fremden Wybli und bin froh, wenn sie wieder nach Hause gehen. Hm…. Sind mir zu anstrengend . Bei den Jungs weiss ich woran ich bin, da räblets und dann ist es vorbei. Da ist man nicht lange zu tiefst gekränkt oder sonst so irgendwie Stunden lang komisch drauf.
Bin froh, ist es so gekommen wie es heute ist. Wollte einfach in der letzten Schwangerschaft unbedingt das Geschlecht wissen, weil ich mich plötzlich auf ein Mädchen zu fixieren begann. Als mir der Arzt im Ultraschall das Geschlecht zeigte und ich meinte, ach nochmal das Gleiche, war die Sache für mich gegessen. Und ich freute mich riesig auf den dritten Knaben. War so gespannt ob er seinen Brüdern gleicht und welchem mehr oder weniger. Drei Jungs, aber jeder ist so anders, jeder ein Unikat. Und jeder hat seine Eigenheiten. Jeder durchläuft seine Phasen, gewisse stärker als die Anderen, gewisse weniger stark. Einfach interessant.
Überlege Dir für das Dritte Kind. Willst Du ein drittes Kind, weil Du ein drittes Kind möchtest. Möchtest Du das dritte Kind mit allen Konsequenzen, die es mit sich bringt? Hast Du die Energie unabhängig vom Geschlecht für ein drittes Kind? Hättest Du sie für ein behindertes Kind neben den beiden ersten Kindern? Wie wäre es wenn es Zwillinge würden, Drillinge? Dass sind die Gedanken die ich mir gemacht habe zu unserem Dritten Kind. Kann ich ja sagen zu einem Dritten Kind, egal was es mit sich zu uns in die Familie bringt? Mein zwei innigsten und tiefsten Wünsche, dass das Kind gesund ist und dass es nur eines ist wurden mir erfüllt. Der eines Mädchens nicht, den habe ich auch ganz hinten angestellt. Und stell Dir vor ich bin so was von dankbar. Und geniesse die Mädchen der Anderen. So, dass es auch schon Situationen gegeben hat, dass meine Jungs ganz eifersüchtig fragten, wieso ich Mädchen besser fände als Jungs. So dass ich Ihnen klar auch antworten konnte, dass ich es einfach geniesse einmal mit dem anderen Geschlecht abzugeben. Ich aber sehr stolz darauf sei so drei Prachtsexemplare wie sie zu haben und ich auf nichts in der Welt sie gegen andere Kinder eintauschen wolle.
Hm…und wir haben tatsächlich weibliche Meerschweinchen , weil ich das so wollte. Irgendwo muss man dies wahrscheinlich im geheimen doch irgendwo kompensieren……)))
Nein im Ernst, mit drei Jungs bin ich so beschäftigt, dass ich mir seit dem Ultraschall in der 22. Woche und dem Ergebnis dritter Junge, keine Gedanken mehr darüber gemacht habe, wegen einem Mädchen.
Erst als ich dies Zeilen des Eingangtextes gelesen habe.

Lebe den Augenblick

Mehrlingsschwangerschaft

  • Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, mit Zwillingen schwanger zu werden?
  • Wie kommt es zu einer Mehrlingsschwangerschaft?
  • Zwillingsschwangerschaft: Wie wird man mit Zwillingen schwanger?
  • Anzeichen für eine Zwillingsschwangerschaft: Wie erkennt man, dass man mit Zwillingen schwanger ist?
  • Schwanger mit Zwillingen: Wann erkennbar?
  • Wie verläuft eine Mehrlingsschwangerschaft?
  • Welche Komplikationen können bei Zwillingsschwangerschaften auftreten?
  • Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es während einer Mehrlingsschwangerschaft?
  • Was müssen Frauen beachten, die mit Zwillingen schwanger sind?
  • Wann beginnt bei einer Zwillingsschwangerschaft der Mutterschutz?
  • Schwanger mit Zwillingen: Was erwartet Frauen bei der Geburt?
  • Wie können Frauen Problemen während einer Mehrlingsschwangerschaft vorbeugen?
  • Was steht Frauen zu, die mit Zwillingen schwanger sind?

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, mit Zwillingen schwanger zu werden?

Nach der Hellin-Regel ist eine von 85 Schwangerschaften eine Zwillingsschwangerschaft, eine unter 7.000 eine Drillingsschwangerschaft und eine unter 600.000 eine Vierlingsschwangerschaft. Die Zahl der Mehrlingsschwangerschaften hat sich in den letzten Jahrzehnten allerdings erhöht, was unter anderem auf vermehrte Hormonbehandlungen und künstliche Befruchtung zurückzuführen ist.

Laut Angaben des Statistischen Bundesamts gab es im Jahr 2015 13.637 Mehrlingsgeburten in Deutschland. 13.368 dieser Mehrlingsgeburten waren Zwillinge, Drillinge wurden 258 mal geboren. Vierlinge werden in der Statistik unter „sonstige Mehrlingsgeburten“ geführt – davon gab es im Jahre 2015 elf.

Bei Frauen, die älter als 35 Jahre alt sind und bereits ein Kind oder Mehrlinge geboren haben, ist die Wahrscheinlichkeit für eine (erneute) Mehrlingsschwangerschaft erhöht.

Wie kommt es zu einer Mehrlingsschwangerschaft?

Mehrlinge sind zwei oder mehr Kinder, die sich gleichzeitig entwickeln und kurz hintereinander zur Welt kommen. Bei Zwillingspaaren sind lediglich 30 Prozent eineiig. Das bedeutet, dass sie das gleiche Geschlecht und die gleiche Blutgruppe haben und sich äußerlich sehr ähnlich sehen. Während eineiige Zwillinge durch einen Zufall bei der Zellteilung entstehen, ist das Auftreten von zweieiigen Zwillingen oft erblich bedingt.

Zwillingsschwangerschaft: Wie wird man mit Zwillingen schwanger?

Eineiige Zwillinge

Eineiige Zwillinge entstehen, wenn sich eine Eizelle nach der Befruchtung in zwei Zellkerne mit identischen Erbanlagen teilt. Erfolgt die Teilung innerhalb der ersten drei Tage, so nisten sich zwei Keimblasen in der Gebärmutterschleimhaut ein. Die Embryonen entwickeln sich nebeneinander, wobei jedes sich in seiner eigenen Frucht- und Chorionhöhle (diamnitorisch und dichorisch) befindet und über eine eigene Plazenta mit der Mutter verbunden ist.

Findet die Teilung der Eizelle erst nach dem vierten Tag statt, bilden sich nur ein Chorion und zwei Fruchthöhlen aus (monochorisch und diamniotisch). Beide Kinder werden über dieselbe Plazenta von der Mutter versorgt. Bei etwa einer von 50 Schwangerschaften mit eineiigen Zwillingen mit gemeinsamer Plazenta und zwei getrennten Fruchthöhlen (monochorial-diamnial) kommt es zum Zwillingstransfusionssyndrom (fetofetales Transfusionssyndrom). Diese Komplikation muss behandelt werden, da sie beide Kinder gefährdet.

Eine Teilung nach dem achten Entwicklungstag hat zur Folge, dass sich beide Embryonen in derselben Chorion- und Fruchthöhle (monochorisch und monoamniotisch) entwickeln. Auch sie werden über eine einzige Plazenta von der Mutter versorgt.

Wenn die Teilung erst nach dem 12. bis 14. Entwicklungstag erfolgt, entsteht eine besondere Form der eineiigen Zwillinge: siamesische Zwillinge. Hierbei handelt es sich um eine Fehlentwicklung, bei der beide Föten miteinander verbunden bleiben. Sie tritt bei etwa einer von insgesamt 45.000 Geburten auf.

Zweieiige Zwillinge

Zweieiige Zwillinge entstehen aus zwei Eizellen, die ungefähr zur gleichen Zeit heranreifen und befruchtet werden. Die Kinder können sich in gleichem Maße voneinander unterscheiden, wie jedes andere Geschwisterpaar. Sie haben also auch nicht zwangsläufig das gleiche Geschlecht.

Da bei einer In-Vitro-Fertilisation (IVF) in die Gebärmutter einer Frau jeweils mehrere befruchtete Eizellen eingesetzt werden, können hieraus Mehrlinge entstehen. Diese sind stets zweieiig.

Drillinge, Vierlinge, Mehrlinge

Mehrlingsschwangerschaften mit Drillingen, Vierlingen oder mehr Babys können aus verschiedenen Kombinationen eineiiger und zweieiiger Kinder bestehen.

Anzeichen für eine Zwillingsschwangerschaft: Wie erkennt man, dass man mit Zwillingen schwanger ist?

Merkt man, dass man mit Zwillingen schwanger ist? Diese Frage stellen sich viele Frauen. Zwar gibt es keine direkten Anzeichen für eine Zwillingsschwangerschaft, einige Hinweise können aber trotzdem auf Zwillinge deuten. So ist bei einer Zwillingsschwangerschaft mehr HCG im Blut der Frau, was häufig auch zu früherer, stärkerer Übelkeit führt. Außerdem ist die Gewichtszunahme bei einer Schwangerschaft mit Zwillingen früher stärker. Es kann auch sein, dass die Gebärmutter bereits größer ist als es mit einem Einling in der Schwangerschaftswoche üblich wäre.

Schwanger mit Zwillingen: Wann erkennbar?

Eine Zwillingsschwangerschaft oder andere Mehrlingsschwangerschaft wird meist bei der ersten Ultraschall-Untersuchung zwischen der 8. und 12. Schwangerschaftswoche festgestellt. In diesem Stadium der Schwangerschaft sind die Embryonen noch klein genug, um gleichzeitig im Bild dargestellt zu werden. Ärzte nutzen diese Gelegenheit, um die Anzahl der Frucht- und Chorionhöhlen festzustellen. Es ist aber auch möglich, Zwillinge schon in der 6. oder 7. Schwangerschaftswoche festzustellen, wenn zwei Fruchthöhlen zu sehen sind. Leider ist es in diesem frühen Stadium so, dass häufig noch ein Embryo abgeht (Vanishing twin).

Wie verläuft eine Mehrlingsschwangerschaft?

Mehrlingsschwangerschaften werden von Ärzten als Risikoschwangerschaften eingestuft, weil der Schwangerschaftsverlauf für Mehrlinge gewisse Gefahren birgt. Für die werdende Mutter bedeutet eine Mehrlingsschwangerschaft eine wesentlich größere Belastung.

Welche Komplikationen können bei Zwillingsschwangerschaften auftreten?

Bei Mehrlingsschwangerschaften kommt es durch einen vorzeitigen Blasensprung oder eine Zervixinsuffizienz häufig zu einer Frühgeburt.

Im Gegensatz zum Einling gibt es einen Unterschied darin, wie lange Frauen mit Zwillingen schwanger sind: Je mehr Kinder im Leib der Mutter heranwachsen, desto kürzer ist die durchschnittliche Schwangerschaftsdauer. Während eine einfache Schwangerschaft durchschnittlich 267 Tage dauert, verkürzt sie sich bei Zwillingen auf etwa 262 Tage und dauert bei Drillingen im Durchschnitt 247 Tage. Des Weiteren kann es bei Mehrlingsschwangerschaften zu

  • Wachstumsverzögerungen,
  • Fehlgeburten,
  • Fehlbildungen,
  • einem intrauterinen Fruchttod oder
  • einer seltenen Durchblutungs- und Ernährungsstörung (fetofetales Transfusionssyndrom, FFTS) kommen. Das Risiko hierfür ist bei Zwillingen mit einer gemeinsamen Chorionhöhle (monochorisch) erhöht. Beim FFTS entwickelt sich ein Ungeborenes auf Kosten der anderen Kinder. Die Schwächeren bleiben in ihrer Entwicklung zurück.

Generell ist es für eine gesunde Entwicklung der Mehrlinge von großer Bedeutung, wie sie in der Gebärmutter versorgt werden. Beispielsweise ist es bei zwei Kindern am günstigsten, wenn jedes in einer eigenen Fruchthöhle heranwächst und jedes eine eigene Plazenta hat. Die ungünstigsten Voraussetzungen bestehen dann, wenn beide Kinder in einer Fruchthöhle heranwachsen und sich zusätzlich eine Plazenta teilen müssen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es während einer Mehrlingsschwangerschaft?

Ist eine Frau mit zwei oder mehr Kindern schwanger, erhält sie eine besonders intensive medizinische Betreuung. Es werden beispielsweise die Vorsorgeuntersuchungen in einem kürzeren Abstand durchgeführt. So können Ärzte schnell eingreifen, wenn es bei der Mutter oder den Ungeborenen zu Komplikationen kommen sollte.

Zeigt sich bei Kindern, die sich eine Plazenta teilen, dass sich eines erheblich schneller als seine Geschwister entwickelt, kann dieses Ungleichgewicht durch eine spezielle Behandlung ausgeglichen werden. Hierzu wird einem der Kinder im Mutterleib Blut abgenommen. Den anderen Kindern wird Blut zugeführt. Damit soll verhindert werden, dass die schwächeren Kinder zu stark in der Entwicklung zurück bleiben und Schaden nehmen.

Generell versuchen Ärzte, eine Mehrlingsschwangerschaft so lange wie möglich zu erhalten, damit die Kinder weit entwickelt sind, wenn sie geboren werden. Oft lässt sich eine Geburt zu einem früheren Zeitpunkt allerdings nicht vermeiden. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn frühzeitig Wehen eintreten oder eines der Kinder nicht ausreichend versorgt wird. Die Gabe von Medikamenten kann dann dabei helfen, die Lungen der Kinder schneller reifen zu lassen. So haben sie nach der Geburt weniger Schwierigkeiten mit ihrer Atmung.

Wie bei jeder einfachen Schwangerschaft sollten Frauen jegliche Medikamentenaufnahme vorher mit ihrem behandelnden Arzt abklären. Denn nicht jedes Medikament darf wegen seiner möglicherweise schädlichen Wirkung auf die Ungeborenen während der Schwangerschaft eingenommen werden.

Was müssen Frauen beachten, die mit Zwillingen schwanger sind?

Frauen, die mit Zwillingen schwanger sind, sollten besonders auf sich achten. Durch das erhöhte Körpergewicht mit Mehrlingen besteht sowohl für die Beine als auch für die Wirbelsäule, die Muskulatur und das Bindegewebe eine erhöhte Belastung. Es treten vermehrt Schwangerschaftsbeschwerden auf wie

  • Rückenschmerzen
  • Verstopfungen
  • Blutarmut (Anämie)
  • Blutstauung in den Beinen und vermehrte Bildung von Krampfadern
  • Bluthochdruck
  • Zwerchfellhochstand, was zu Herzbeschwerden und Atemnot führen kann
  • Schlaflosigkeit

Bei Mehrlingsschwangerschaften gilt besonders für das letzte Trimester: Körperliche Anstrengungen und allen unnötigen Stress vermeiden, da dies vorzeitige Wehen begünstigen könnte.

Wann beginnt bei einer Zwillingsschwangerschaft der Mutterschutz?

Die Mutterschutzfrist beginnt bei Mehrlingsschwangerschaften sechs Wochen vor dem Entbindungstermin und endet zwölf Wochen nach der Entbindung.

Schwanger mit Zwillingen: Was erwartet Frauen bei der Geburt?

Mehrlingsgeburten werden als Risikogeburten eingestuft. Mediziner raten generell zur Klinikgeburt, damit das medizinische Personal rechtzeitig eingreifen und die Mutter sowie ihre Kinder intensiv betreuen kann, falls es zu Komplikationen kommen sollte. Das Risiko, zu früh zur Welt zu kommen, ist bei jedem Mehrling gegeben. So kommen etwa sieben Prozent der Zwillinge und 15 Prozent der Drillinge bereits vor der 30. Schwangerschaftswoche zur Welt. Eine Mehrlingsgeburt erfordert pro Kind im Kreißsaal die Anwesenheit von mindestens

  • einem erfahrenen Geburtshelfer,
  • einem Experten für Neugeborenenmedizin (Neonatologe),
  • einer Hebamme und
  • einer Kinderkrankenschwester.

Falls es im Verlauf der Schwangerschaft zu Komplikationen oder Risiken für die Ungeborenen kommen sollte, raten Ärzte etwa ab der 32. Schwangerschaftswoche zur Einleitung der Geburt oder zu einem Kaiserschnitt. Generell werden Drillinge, Vierlinge und weitere Mehrlinge in Deutschland immer per Kaiserschnitt geboren. Zwillinge hingegen können bei guter Entwicklung ab der 33. Schwangerschaftswoche oft problemlos vaginal entbunden werden. Da es sein kann, dass sich lediglich der erste Zwilling in einer günstigen Kopflage und der zweite in Beckenendlage befindet, raten Ärzte zur Schmerzbehandlung (Periduralanästhesie) während der Geburt, um auch das zweite Kind ohne Schmerzen für die Mutter in eine günstige Geburtsposition bringen zu können. Falls dies nicht möglich ist, kann nach der vaginalen Geburt des ersten Zwillings für das zweite Kind ein Kaiserschnitt erforderlich werden.

Zwischen den Geburten der Geschwister können jeweils 20 bis 30 Minuten verstreichen. Eine Geburt von Mehrlingen wird oft mittels CTG (Kardiotokographie), bei der die Herztöne des Ungeborenen und die Wehen gemessen werden, überwacht.

Nach einer Mehrlingsgeburt kann es durch die besondere Beanspruchung der Gebärmutter länger als bei einer einfachen Geburt dauern, bis sie sich wieder zurückbildet. Daher werden Mütter nach Mehrlingsgeburten medikamentös gegen einen zu hohen Blutverlust behandelt.

Wie können Frauen Problemen während einer Mehrlingsschwangerschaft vorbeugen?

Der besonderen körperlichen Belastung und den Schwangerschaftsbeschwerden können manche Frauen erfolgreich mit Entspannungsübungen wie Yoga, Atemarbeit, Autogenem Training oder mit Akupunktur begegnen. Besonders im letzten Schwangerschaftsdrittel ist es wichtig, sich körperlich zu schonen, um keine vorzeitigen Wehen auszulösen.

Schwangerschaftsstreifen sollte vorgebeugt werden, denn die Haut kann sich bei Mehrlingsschwangerschaften besonders stark dehnen und Risse bilden. Daher empfiehlt es sich, rechtzeitig besonders beanspruchte Körperstellen wie Hüfte, Brüste und Bauch mit Ölen zu massieren, die das Bindegewebe elastisch werden lassen.

Mehr noch als bei einfachen Geburten sollten Schwangere mit Mehrlingen auf eine ausgewogene Ernährung achten und zusätzlich Eisen, Jod und Kalziumpräparate einnehmen. Es ist ebenfalls wichtig, ausreichende Mengen an Flüssigkeit zu trinken.

Was steht Frauen zu, die mit Zwillingen schwanger sind?

Werdende Eltern von Zwillingen sollten sich frühzeitig bei der Elterngeldstelle über ihren Anspruch auf finanzielle Förderung informieren. Familien, die sich in besonderen Notlagen befinden, können sich bei Schwangerschaftsberatungsstellen dazu beraten lassen, welche Unterstützungen sie zusätzlich erhalten können.

Da Zwillinge eine größere finanzielle Belastung darstellen, kann auch der Erfahrungsaustausch mit anderen Mehlingseltern sinnvoll sein – zum Beispiel, um günstige Angebote für die Babyausstattung empfohlen zu bekommen.

Kann ich das Geschlecht der Embryonen für meinen Transfer auswählen?

Das menschliche Genom besteht aus 46 Chromosomen: 23 davon sind von unserem Vater und 23 von unserer Mutter vererbt. In diesen Chromosomen ist die gesamte genetische Information unseres Organismus gespeichert. Diese 23 Paare werden aufgeteilt in: 22 Paare namens Autosome, und ein Paar Geschlechtschromosome (X und Y), welche die beiden Geschlechter unterscheiden (Mann XY und Frau XX).

Aus technischer Sicht verfügen wir durch die Anwendung einer Präimplantationsdiagnostik über ein Werkzeug, das die gesamte Chromosomenausstattung des Embryos analysieren kann. Diese Technik, die als PGS/PGT-A/CCS (umfassendes Chromosomen-Screening) bekannt ist, erlaubt die Entdeckung von Zugewinnen oder Verlusten jedes Chromosoms des Embryos. So dass wir mit Hilfe des PGS/PGT-A/CCS die komplette Ausstattung des Embryos analysieren und bestimmen können, ob keine Überschüsse oder Fehler in der DNA vorliegen, die die geeignete Entwicklung des Embryos verhindern. Doch wenn wir uns außerdem auf die Geschlechtschromosomen konzentrieren, können wir erfahren, ob der analysierte Embryo zwei X-Chromosomen hat, und daher ein Mädchen wird (XX), oder ein X- und ein Y-Chromosom (XY) hat, und ein Junge wird.

Das Gesetz, das die Anwendung der Techniken der künstlichen Befruchtung regelt (Gesetz 14/2006 vom 26. Mai) legt fest, dass die Präimplantationsdiagnostik nur für die Entdeckung von schweren genetischen Krankheiten oder Krankheiten, die das Bestehen des Embryos gefährden, angewandt werden kann. Daher könnte man Embryonen eines bestimmten Geschlechts lediglich bei Fällen auswählen, deren Ziel es ist, die Übertragung von mit den Geschlechtschromosomen verbundenen Krankheiten zu verhindern. Die Nichterfüllung dieses Gesetzes gilt als sehr schwerer Verstoß.

Schlussfolgerung: obwohl es aus technischer Sicht möglich ist, das Geschlecht der zu transferierenden Embryonen zu erfahren, gestattet das Gesetz, das die Techniken der künstlichen Befruchtung regelt, besagte Auswahl nicht, außer in Fällen von mit dem Geschlecht verbundenen Krankheiten.

Dr. Belén Lledó, wissenschaftliche Leiterin von IBBIOTECH, das zur Gruppe Instituto Bernabeu gehört.

Geschlechtswahl

Vorgeburtliche Geschlechtswahl: Überblick

Die Nachfrage nach vorgeburtlicher Geschlechtswahl ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Ein Grund dafür ist unser Wissenszuwachs auf dem Gebiet der Erbkrankheiten. Da einige Erbkrankheiten nur bei männlichem Nachwuchs zum Tragen kommen, entscheidet sich ein genetisch vorbelastetes Paar vielleicht für ausschließlich weiblichen Nachwuchs. Mit Präimplantationsdiagnostik (PID) können wir die genetischen Merkmale der Embryonen vor der Implantation überprüfen und so das Risiko von Erbkrankheiten senken.

Ein weiterer wichtiger Grund für die Geschlechtswahl ist die Ausgewogenheit einer Familie. Wenn etwa ein Paar schon drei Jungen hat, möchte es vielleicht, dass das nächste Kind mit Sicherheit ein Mädchen wird. Dieses Vorgehen wird „elektive“ Geschlechtswahl genannt, im Gegensatz zur „medizinischen“ Geschlechtswahl zur Verhinderung von Erbkrankheiten.

Wenn Sie sich für Geschlechtswahl interessieren, nehmen Sie bitte unsere kostenlose Email-Beratung zum Thema Geschlechtswahl in Anspruch. So können wir ermitteln, ob Sie dafür in Frage kommen, und Sie über die technischen Möglichkeiten informieren.

Möglichkeiten der vorgeburtlichen Geschlechtswahl

Trotz dubioser Behauptungen, die Sie vielleicht im Internet gefunden haben, gibt es nur zwei zuverlässige Wege zur Geschlechtswahl: Spermiensortierung für X (weiblich) oder Y (männlich), oder IVF in Kombination mit PID. Viele Kliniken behaupten, dass sie Spermien nach Geschlecht sortieren können, aber die momentan einzige verlässliche Sortiermethode ist Microsort.

Microsort ist noch nicht überall erhältlich, weil es sich noch im Versuchsstadium befindet. CHR arbeitet mit dem IVF and Genetics Institute in Fairfax, Virginia zusammen, das Microsort im Rahmen einer staatlich anerkannten Versuchsreihe anbietet. Das endgültige Resultat dieser Studie steht noch aus, aber neusten Forschungsberichten zufolge steigert Microsorting die Chancen auf weiblichen Nachwuchs auf etwa 85%. Die Chancen auf männlichen Nachwuchs scheinen etwas niedriger bei 75-80% zu liegen.

Wie vorgeburtliche Geschlechtswahl funktioniert

Im Vergleich zu Microsort ist IVF in Kombination mit PID sehr viel zuverlässiger. Mit der IVF/PID-Methode liegen die Chancen darauf, das Geschlecht Ihrer Wahl zu erhalten, bei annähernd 100% (wobei es natürlich auch hier zu technischen Fehler kommen kann).

Bei dieser Methode werden Embryonen aus Eizellen und Spermien des Paares erzeugt. Am dritten Tag nach der Befruchtung, wenn die Embryonen das 8-Zell-Stadium erreicht haben, entnehmen wir vorsichtig eine der Zellen des Embryos und analysieren das Chromosomenprofil auf sein Geschlecht. Nur die Embryonen, die das vom Paar gewünschte Geschlecht aufweisen, werden anschließend in die Gebärmutter verpflanzt. Dies ist eine sehr zuverlässige Methode der Geschlechtswahl.

CHR leistet Pionierarbeit auf dem Gebiet der IVF/PID- Geschlechtswahl. Wir bieten in Frage kommenden Paaren sowohl medizinische als auch elektive Geschlechtswahl an. Anders als viele andere Einrichtungen führen wir unsere PID klinikintern durch, um problemlose Abläufe und größte Sorgfalt zu gewährleisten.

Geschlechtswahl: Nächste Schritte

Der nächste Schritt ist ganz einfach: füllen Sie die Emailanfrage zum Thema Geschlechtswahl aus und erfahren Sie, ob sie dafür in Frage kommen.

Norbert Gleicher, MD, FACOG, FACS

Norbert Gleicher, MD, leads CHR’s clinical and research efforts as Medical Director and Chief Scientist. A world-renowned reproductive endocrinologist, Dr. Gleicher has published hundreds of peer-reviewed papers and lectured globally while keeping an active clinical career focused on ovarian aging, immunological issues and other difficult cases of infertility.

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Last Updated: October 8, 2018

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