Kreativität fördern BEI kindern

Inhalte

  • Freiraum! Geben Sie ihrem Kind keine Spiele vor, sondern stellen Sie ihm unterschiedliche Materialien zur Verfügung, die nicht vorgegeben sind in Form oder Funktion. Mischen Sie sich möglichst wenig ins Spiel Ihres Kindes ein, werten Sie nicht und packen Sie die Tage nicht zu voll mit Terminen. Kreativität braucht Raum und Zeit. Und neben Ungestörtheit manchmal sogar auch Langeweile. Aus ihr entsteht oft viel Neues!
  • Die ideale Umgebung! Dazu gehören ein Maltisch und eine Malkiste mit Kittel, wasserfester Unterlage (Wachstischdecke), Farbstiften, Papierbögen, Pinseln, Glitzer, Schwämmchen, Farben und Schere. Der Maltisch verwandelt sich mit einer Bastelkiste schnell in einen Basteltisch: gefüllt mit unterschiedlichen, wandelbaren Materialien wie Stoffen, Papier- und Tapetenresten, Wollfäden, Pappe, Hölzchen, Kartons, Knöpfen, Silber- und Goldfolie, Klopapier- oder Küchentuchrollen, Korken, Dosen, Eierschachteln, Federn, Zeitschriften, Aufklebern, Knete, Salzteig, Schablonen, Lineal, Schere und Kleber.
  • Eine Verkleidungskiste mit Tüchern, Hüten, alten Kleidern, Röcken, Schuhen, Faschingskostümen, Stoffen und Perücken laden zum Fantasieren, In-andere-Rollen-schlüpfen und freien Spielen ein – oft sogar zu einer verrückten Zauber-Vorstellung oder einem Improvisationstheaterstück.
  • Begleiten Sie ihr Kind, indem sie es ermutigen, Dinge auszuprobieren. Halten Sie sich zurück mit Verbesserungsvorschlägen oder „Das macht man aber so…“-Tipps. Sie sollten ihr Kind so weit wie möglich nicht einschränken.
  • Raus aus der Gewohnheit! Gehen Sie mit gutem Beispiel voran: Erfinden Sie Geschichten, laufen Sie einfach einmal einen anderen Weg nach Hause, machen Sie Blödsinn mit Ihren Kind, gehen Sie zusammen in die Natur, schauen Sie, was man aus Steinchen, Tannenzapfen, Blättern, Moos, Früchten, Gräsern, Baumrinde, Hölzern etc. alles machen kann. Legen Sie Muster auf den Boden, schmücken Sie Bäume und Sträucher, nehmen Sie die Gaben der Natur als Bastelmaterial mit nach Hause.
  • Mobiles Kinderzimmer! Mit Rollschränken und -möbeln, Tüchern, Kissen, Polstern und Decken kann Ihr Kind sein Zimmer immer wieder neu gestalten. Lassen Sie es immer wieder frei werkeln und (um)bauen – heraus kommen die verrücktesten Weltraumschiffe, Burgen, Hüpfparadiese, Höhlen und Fantasiewelten. Sie werden staunen!
  • Staunen und freuen Sie sich! Hängen Sie die Kunstwerke Ihres Kindes auf, vielleicht gibt es eine Wand im Kinder- oder Wohnzimmer, die extra dafür gedacht ist, und loben Sie es für seine Ideen.

Kreativität von Kindern fördern

Kreativität von Kindern fördern – Foto: © frankoppermann

Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

  • So werden Kinder kreativ
  • So können Kinder Kreativität lernen
  • Eltern können die Kreativität fördern
  • Kreatives für Kinder

So werden Kinder kreativ

Früh übt sich! Ob Schokoladenmalereien an der Wand, Farbspuren auf dem Stubentisch oder Mamas Lippenstift verteilt im Gesicht, nach diesem Motto haben schon viele Kinder ihre Kreativität entdeckt. Ab einem bestimmten Alter kann man diese frühkindlichen „Malereien“ ausbauen und fördern. Gibt man einem Kind beispielsweise ein Blatt Papier und ein paar Farben in die Hand, wird man mit Erstaunen feststellen, wie kreativ es sein kann. Anfangs sind es vielleicht wilde Farbstriche ohne große Bedeutung. Aber dem Kind macht es einfach Spaß, den Stift oder den Pinsel frei über das Papier zu schwingen. Das motiviert und darauf kommt es an!
Kinder auf die Schule vorbereiten

So können Kinder Kreativität lernen

Ganz verschiedene Gegenstände und Materialien, wie Sand, Holz, Papier, Stoffe etc., sind für den Lernprozess geeignet. Durch eine Kombination verschiedener Farben, Klänge, Formen und Gerüchen, lassen sich die Kreativität und die Fantasie ausbauen. Um schöpferische Ideen des Kindes zu fördern, muss zunächst das Gehirn angeregt werden. Es muss lernen, nicht immer alles so zu tun, wie es andere machen. Ein Kind muss nicht hochintelligent sein, um etwas Kreatives, Ausgefallenes zu schaffen! Kinder sollen und müssen alles ausprobieren, Grenzen testen, Erfolge haben, Niederlagen verschmerzen und wieder von vorne beginnen.
Um das logische Denken und das Erinnerungsvermögen zu fördern, eignen sich beispielsweise Holzbausteine hervorragend. Beim Aufbauen entdeckt das Kind immer neue Varianten. Generell lernt es aus allen Situationen für sich dazu. Es erfährt zudem, dass nicht immer alles ist, wie es scheint und dass es maßgeblich dazu beitragen kann, etwas zu verändern. Kreative Kinder sind auch später kreative Menschen. Sie haben Selbstvertrauen, sind lebendig, haben die Gabe zuzuhören und sind erfinderisch im Leben. Mit der im Spiel erworbenen Fähigkeit, sich auf eine Sache zu konzentrieren, lernen sie oft besser und können sich im späteren Berufsleben leichter in ein Team einfügen.
So können Sie erste Anzeichen einer Hochbegabung bei Kindern erkennen.

Eltern können die Kreativität fördern

In erster Linie sind natürlich die Eltern für die Förderung verantwortlich. Leben sie dem Kind eine unkonventionelle Lebensweise vor, ist dies meist ein erster wichtiger Schritt. Darüber hinaus spielen die Begriffe Vertrauen und Zutrauen eine große Rolle. Wenn also ein Kind etwas probieren möchte, so soll es die Gelegenheit dazu erhalten. Geht ein Versuch daneben, so ist es an den Eltern, ihr Kind zu trösten und ihm zu erklären, wie es richtig geht. Es sollte in ganz normale Lebensabläufe einbezogen werden, denn nur so kann es lernen und Selbstvertrauen aufbauen. Wenn es dabei auch noch Spaß macht, bleibt es dem Kind für immer in positiver Erinnerung.
Ein Beispiel: Eine Familie befindet sich in der Vorweihnachtszeit und möchte Plätzchen backen. Die fünfjährige Tochter hat sich eben mal Mutters Schürze übergestülpt und möchte helfen. Papa und der dreijährige Sohnemann gesellen sich auch noch hinzu. Was folgt, wird jeder ahnen. Auf der Arbeitsfläche wird großzügig Mehl ausgebreitet und der Teig darauf ausgerollt. Munter werden mit allerhand Förmchen kleine, große, dicke und dünne Plätzchen ausgestochen. Der Papa flachst nur herum und der Kleine steckt sich den ausgestochenen Teig gleich so in den Mund. Das Mehl fliegt in alle Richtungen und alle sehen irgendwann aus wie kleine Schneemänner. Aber es sind eben genau solche Situationen, die zusammenschweißen, Kindern wertvolle Lernmöglichkeiten bieten und die Kreativität fördern.
Und so können Sie Kinder an Musik heranführen.
Text: St. H. / Stand: 02.02.2020

Kreatives für Kinder

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Kinder und Kreativität

Das Fördern der Kreativität ist ein wichtiger Beitrag für gesunde und zufriedene Kinder. Hier gibt es Tipps und Ideen.

Kreativität schafft wichtige Ventile

Kreativität und Kunst bei Kindern hat nicht primär mit dem Vermitteln von künstlerischen Techniken zu tun, sondern mit dem Schaffen von Gelegenheiten für das eigene Erproben, Entdecken, Erkunden und Spielen. Und auch mit dem Ausdrücken von Gefühlen und Emotionen.
Sicher wird die Kreativität der Kinder beim Zeichnen und Malen, beim Spielen mit Klötzen, beim Basteln und Bücher lesen immer noch besser gefördert als mit Computerspielen. Doch auch Computer und Internet bieten für Kinder wie Erwachsene einige Möglichkeiten zur Kreativität.

Kreativität fördert die gesunde Entwicklung

Durch kreative Prozesse, durch das selber Erbauen, Erschaffen oder Kreieren, wie durch das selber Anpacken, wird das Selbstwertgefühl der Kinder gestärkt. Durch den schöpferischen Prozess lernen die Kids mitgestalten und mitmachen.
Sie spüren, dass sie nicht wirkungslos sind, sondern etwas tun können, etwas bewegen können.
Während des kreativen Prozesses können Kinder zudem Erlebnisse verarbeiten, verdauen sozusagen.
Kreativität trägt wesentlich zu einer gesunden Entwicklung der Kinder bei.

Wie wirkt sich Kreativität aus?

Kreative Menschen sind flexibler im Denken. Sie können besser Wichtiges von Unwichtigem trennen. Kreative Menschen haben die Fähigkeit, Probleme zu erkennen, Ideen zu produzieren und zu Lösungen beizutragen.

Sich Gelegenheiten schaffen

Kreativ sein ist ebenso wichtig beim Suchen nach Gelegenheiten, beim sich Möglichkeiten erschaffen oder erarbeiten. Damit kommen kindliche Neugier und Abenteuerlust auf ihre Kosten.
Den Umweg von der Schule nach Hause, den Kinder so gerne wählen, ist zum Beispiel so eine Gelegenheit. Oder wenn die Kinder mit allen Mitteln versuchen noch ein bisschen länger aufzubleiben. Da werden sie so richtig kreativ und mit allen möglichen Tricks schaffen sie es, das Zubettgehen hinauszuzögern.

Ideen und Tipps zur Förderung der Kreativität

Unterstützen Sie Ihre Kinder bei kreativen Prozessen. Schaffen Sie Räume, in denen die Kinder ihrer Kreativität freien Lauf lassen, mit Farben und allerlei Materialien experimentieren dürfen.
Lassen Sie die Kinder auch eigene Wege gehen und quer denken.
Leben Sie Ihren Kids Kreativität vor. Überdenken Sie Ihre eigenen Gewohnheiten und schöpfen Sie neue Möglichkeiten aus. Nehmen Sie mal einen anderen Weg, um nach Hause zu kommen. Gehen Sie in ein anderes Restaurant essen. Sagen Sie nein, wo sie nein fühlen, auch wenn ja erwartet wird, und Sie bisher immer ja gesagt haben.
Neugierig sein wie ein Kind und sich auf Neues einlasssen. Geben Sie sich und Ihren Kindern die Gelegenheit für eigenes Erproben, Erkunden und Spielen. Schaffen Sie Gelegenheiten. Das fördert die Kreativität von Anfang an.

Kreativität in der Schule

Leider fristen die kreativen Fächer wie Musik und Kunst in den Schulen immer noch ein Schattendasein, wie Pisa-Studien zeigen. Neurowisschenschaftler meinen, zu Unrecht.
Denn kaum ein anderes Fach fördert Fantasie und Kreativität besser als der Kunstunterricht. Im künstlerischen Arbeiten können die Kinder Ideen ausprobieren, innovatives kritisches Denken wird angeregt, Vorstellungs- und Gestaltungs-vermögen werden trainiert, ebenso das räumliche Denken.
Im Kunstunterricht wird nicht nur Rationales vermittelt, sondern die Kinder lernen mit Kopf und Händen. Neurowisschenschaftler und Hirnforscher haben längst erkannt, dass ein Zusammenhang besteht zwischen geistiger Entwicklung und der Beschäftigung mit Kunst.
Beim Gestalten, Zeichnen und Musizieren werden die kommunikativen Fähigkeiten geschult. Künstlerisches Arbeiten erhöht zudem die Leistung in anderen Fächern.
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Mehr Kinder und Kreativität
Kinder basteln
Kinderspiele
Kinderlieder
Link-Tipps

Kreativitätsschule
Kita, Schule, Freizeit.
Tänze aus aller Welt
Wie führe ich Kinder ans Tanzen heran? Hier gibt es
gute Hinweise und Tipps.
Kunstschule Bodenseekreis
Jugendkunstschule.
Kreativitätsförderung
auf familienhandbuch.de

Bücher-Tipps

Ideenreich:
Mit Kindern kreativ sein

Die Kunst-Ideen-Kiste für Kinder:
Kreativ experimentieren mit neuen Techniken

Kritzeln, Schnipseln, Klecksen: Erste Erfahrungen
mit Farbe, Schere und Papier und lustige Ideen
zum Basteln mit Kindern ab 2 Jahren in Spielgruppen,
Kindergärten und zu Hause

Lernen Unterricht Wissen

Kreativität Wikipedia
Definitionen und Informatives.
Hochbegabte Kinder in der Grundschule
Erkennen – Verstehen – im Unterricht.
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Geschichte und Wissenswertes.
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Wissenswertes, Infos und Links.

Weitere Gesundheits-Themen

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Erziehungsziel: Kreativitätsförderung

Was Kreativität bedeutet

Als Kreativität bezeichnen wir die Fähigkeit, Dinge hervorzubringen (auch zu denken), die neu sind und die, zumindest für denjenigen der sie hervorbringt, vorher unbekannt waren. Kreativität ist etwas Schöpferisches und Selbsttätiges. Konsequent betrachtet erfordert die Entwicklung von Kreativität eine veränderte pädagogische Betrachtungsweise. Das kreative Kind denkt selbsttätig und neu. Es übernimmt nicht die Denkmuster der Erwachsenen und überträgt ihre Erfahrungen und ihr Wissen nicht einfach auf die eigene Lebenssituation. Es denkt selbst, es macht eigene Erfahrungen, es beschreitet manchmal lange und umständliche Wege und kommt zu eigenständigen Ergebnissen.

Wir leben allerdings in einer Zeit, in der es immer schwerer wird, eigene Erfahrungen zu sammeln und sich einen kreativen Freiraum zu erobern. Kinder spielen auf vorgefertigten eintönigen Spielplätzen mit gleichaltrigen Kindern. Sie leben in kleinen Familien, machen nur noch eingeschränkte Geschwistererfahrungen und stehen eigentlich ständig unter erwachsener Beobachtung. Ihre Welt ist so perfektioniert, dass sie nur noch konsumieren brauchen. Ein Nährboden für Kreativität bietet sich ihnen nicht unbedingt. Das ist sehr schade, denn Kreativität gilt als eine der Schlüsselqualifikationen unserer Zukunft.

Kreativität – eine Schlüsselqualifikation für die Zukunft

Kreative Menschen haben es in vielen Lebensbereichen leichter als andere. Sie können sich schneller auf neue Situationen einstellen, suchen und finden für ihre Probleme Lösungen, die auch vom ausgetretenen Pfad abweichen und meistern schwierige Situationen, indem sie improvisieren und sich von klassischen Denkmustern lösen. Kreative Menschen verfügen über eine besondere Sensibilität im Bereich der Wahrnehmung und Problemlösung und sie haben häufig ein gutes Sozialverhalten. Sie lassen sich gerne auf Neues ein, reagieren auf Anstöße von außen und zeigen eine auffallende Bereitschaft, sich Dinge auch ganz anders vorstellen zu können. Auffallend an kreativen Menschen ist auch ihre Originalität, ihre Spontaneität und ihr Mut, sich anders auszudrücken. Kreative Menschen sind aktive Menschen, deswegen ist ihre Chance, sich ständig weiterzuentwickeln groß.

In Zukunft wird die Entwicklung der Kreativität eine immer größere Rolle spielen, denn in unserer problembeladenen, schnelllebigen Zeit brauchen wir kreative Köpfe, die Probleme als Herausforderung betrachten, Lust auf die Beschäftigung mit neuen Technologien entwickeln, bereit sind, Bestehendes in Frage zu stellen und in vielen Lebensbereichen neue Wege zu beschreiten. Je komplizierter und vielfältige unsere Welt wird, um so notwendiger brauchen wir Menschen, die sich mit innovativen Ideen und originellen Lösungen mit den Alltagsproblemen auseinandersetzen. In vielen Arbeitsbereichen werden schon heute Menschen bevorzugt eingestellt, die über ein hohes kreatives Potenzial verfügen, gegenüber denen, die mit hohem Fachwissen aufwarten können.

Die Beschreibung des kreativen Menschen klingt etwas idealtypisch und so, wie es hier dargestellt wird, gibt es ihn sicherlich auch nicht. Jeder Mensch unterscheidet sich wesentlich von anderen, das ist auch bei kreativen Menschen so. Wenn Sie Ihr Kind genau beobachtet haben, wissen Sie, dass in Ihrem Kind kreative Anlagen vorhanden sind. Und wenn Sie auf sich selbst schauen und sich für wenig kreativ halten, sollten Sie einmal überlegen: Sind Ihre kreativen Fähigkeiten gefördert worden? Wurde Kreativität in Ihrer Familie als positive Eigenschaft angesehen? Sind Sie für kreative Ideen gelobt worden?

Sind Kinder kreativ? Welchen Stellenwert hatte in Ihrer Familie Originalität? Wie wurde mit abweichenden Ideen umgegangen?

Das kreative Kind

Jedes Kind verfügt von Geburt an über kreative Potenziale. Sie werden es längst bemerkt haben, Ihr Kind ist neugierig, es liebt jede Herausforderung und will die Welt entdecken, denn diese bietet Spannung pur. Da gibt es geheimnisvolle Schubladen, die sich öffnen lassen, Grashalme, die man auszupfen kann, Wecker die sich auseinandernehmen lassen und vieles mehr. Kinder wollen wissen, wie die Welt funktioniert. Sie wollen wissen, “wie die Klotür ins Auge kommt” . Sie wollen probieren, wie der Popel schmeckt und herausfinden, ob man mit Penatencreme die Haare “gelen” kann. Sie fragen Ihren Eltern ein Loch in den Bauch und wenn die geduldig bleiben und, statt sofort mit Antworten zu parieren, die Frage zurückgeben oder gemeinsam mit ihrem Kind die Lösung suchen, tragen sie wesentlich zur positiven Neugierentwicklung ihres Kindes bei.

Kinder, die nicht in einem Spielzeugpark versinken, der kaum noch kreative Ideen zulässt, können aus den unglaublichsten Dingen Spielmaterial herstellen und sich stundenlang mit einem umgedrehten Tisch auf Kreuzfahrt begeben, verrückte Sprachspielereien erfinden oder mit der Schreibmaschine Bilder malen. Leider werden Kinder in ihrem Entdeckungs- und Forschungsdrang häufig von Erwachsenen ausgebremst, die längst vergessen haben, dass wir ohne Fantasie und Kreativität noch heute ohne Glühbirnen, Flugzeuge und andere Entdeckungen kreativer Geister leben würden. In der Anlage ist Kreativität durchaus in jedem Menschen vorhanden. Manchmal lauert sie allerdings dort wie ein verborgener Schatz, der erst gehoben werden muss. Das kann durch entsprechende Impulse, Anregungen, Materialien und gemeinsamen Unternehmungen, Bestätigungen und Ermutigungen geschehen. Kinder brauchen, um ihre Kreativität entwickeln zu können, einen entsprechenden Rahmen und sie unterstützende Erwachsene.

Das kreative Kind ist auch ein sinnliches Kind. Es experimentiert mit Draht und spürt, dass er kratzt. Es malt mit Kleisterfarben und genießt dabei das Spiel mit dem glitschigen Material oder muss zunächst seinen Ekel überwinden. Es baut eine Sandburg und lässt dabei den warmen Sand durch die Finger rinnen. So erschließt es sich Zugang zu unterschiedlichen Materialien und schärft die eigenen Empfindungen.

Kinder lernen anders

Kinder lernen vorwiegend selbsttätig, d.h. in der Auseinandersetzung mit ihrer realen Welt. Sie lernen aktiv handelnd und nicht vorwiegend kognitiv wie Erwachsene. Sie müssen die Dinge anfassen, auseinandernehmen und sich langsam mit ihnen vertraut machen. Sie wollen erfahren, wie die Dinge funktionieren und wollen am liebsten keine vorwegnehmenden und kontrollierenden Erwachsenen dabei haben.

Am besten speichern Kinder praktische Lernerfahrungen, wenn diese mit möglichst vielen Sinnen erlebt werden konnten. Sie möchten hören, sehen, anfassen, schmecken, ausprobieren. Kommen mehrere Sinneseindrücke zusammen, ist die Chance groß, dass Gelerntes auch gespeichert wird. Ein sinnlich inszeniertes Erlebnis vergisst kein Mensch so schnell und ein Erlebnis, das mit Erfolg verbunden war ebenso wenig.

Kinder wollen spielen und Spaß haben, dabei mögen sie sich durchaus anstrengen. Sie wollen aber nicht von Erwachsenen belehrt werden und schon gar nicht, wenn sie den Sinn der Belehrung nicht erfassen können.

Wie Sie Kreativität fördern und unterstützen können

Zunächst einmal sollten Sie einen Rahmen schaffen, indem sich die Kreativität Ihres Kindes entfalten kann. Kreativität entwickelt sich auch durch anregende Räume und Materialien, die immer wieder bearbeitet und umfunktioniert werden können. Das beginnt mit einem Kinderzimmer, in dem Ihr Kind die Möbel umstellen und umfunktionieren kann, in dem es Platz für Bewegung gibt und das nicht mit einer großen Spielzeugflut zugestellt ist. Ihr Kind braucht Kissen, Decken und Stoffbahnen, damit es Höhlen bauen und Farben, Stifte, Papier, damit es malen kann. Für das Spielzeug gilt “Weniger ist mehr” . Das Kind, das sich zwischen 50 Spielzeugen entscheiden muss, ist manchmal so verzweifelt, dass es sich lieber vor den Fernseher setzt. Gut geeignet sind Spielmaterialien, die umfunktioniert gestaltet werden können und zu kreativem Spiel anregen. Dabei muss das Material gar nicht und bedingt “kindgerecht” im Sinne von “simpel” sein. Geben Sie Ihrem Kind z.B. einmal eine alte Schreibmaschine oder gestatten Sie Ihrem Kind, mit Holz und einem Werkzeugkoffer zu hantieren. Sie werden erstaunt sein, welche Ergebnisse Ihr Kind hervorbringt. Dabei brauchen Sie sich in der Regel auch keine Gedanken über vermeintliche Gefahren zu machen. Ihr Kind kann lernen, achtsam mit Werkzeug umzugehen und es ist durchaus in der Lage, Werkzeuge fachgerecht zu benutzen und dabei auf Sicherheitstechnik zu achten. Bei der Wahl des Spielmaterials denken Sie ruhig einmal an das Sprichwort “Not macht erfinderisch” .

Ihr Kind benötigt Materialien, die zum Forschen anregen, die selbsttätiges Experimentieren, Nachdenken und Ausprobieren ermöglichen. Kinder holen sich durchaus auch das, was sie zum Spielen brauchen. Sie sind da durchaus erfinderisch, funktionieren Dinge um und lernen, zu improvisieren. Außerdem braucht Ihr Kind einen Platz, an dem es seine “Arbeitsergebnisse” nicht nur stehen lassen und aufbewahren, sondern auch “ausstellen” kann. Ein Gestaltungsergebnis muss zumindest für eine Weile optisch zur Geltung gebracht und so gewürdigt werden.

Kreativität kann sich nur entfalten, wenn genügend Zeit dafür zur Verfügung steht. Kreative Menschen sind hartnäckig. Sie “arbeiten” so lange an ihrem Ziel, bis es erreicht ist und das kann dauern. Nicht immer kommt es dabei zu einem sichtbaren Ergebnis, das Tun an sich ist wichtig. Wird das Kind bei diesem Prozess gestört, verliert es die Lust am Experiment. Es braucht Zeit um neue Wege auszuprobieren, Schwierigkeiten zu bewältigen, neue Techniken zu erfinden, Umwege zu gehen und Erfahrungen zu sammeln. Dabei will es nicht gestört werden. Ist eine Sache spannend, ermüdet sie auch nicht. Denken Sie nur an die Zeit, als Ihr Kind noch mit Bausteinen gespielt hat: Es hat stundenlang immer wieder Stein auf Stein gesetzt, den Turm einstürzen lassen und wieder von Neuem mit dem Turmbau begonnen. Nicht der hohe Turm war das Ziel, die Tätigkeit an sich hat Freude bereitet.

Was Sie tun können, um die Kreativität Ihres Kindes zu fördern

In erster Linie lernen die Kinder immer durch eigenes Tun. Dafür brauchen sie Freiheit, Zeit und Ermutigung. Sie brauchen aber auch anregende Vorbilder. Wer Eltern hat, die selbst nur vor dem Fernseher sitzen, ihre Kuschelecke nicht verlassen und sich mit vorgedachten und vorgefertigten Dingen begnügen, kann nicht erwarten, dass die eigenen Kinder automatisch kreative Potenziale entwickeln. Schauen Sie also auch selbst über den Tellerrand hinaus und lassen Sie sich von Ihrem Kind beim Erforschen und Erfinden anstecken. Probieren Sie gemeinsam aus, was passiert, wenn sie ein Stück Papier und Wasserfarben in die Salatschleuder packen und dann drehen. Besorgen Sie großformatiges Papier und werden Sie selbst zum Künstler oder zur Künstlerin. Experimentieren Sie mit Farben und unterschiedlichen Papieren, malen Sie mit Händen und Füßen und probieren Sie aus was passiert, wenn Sie bunte Kreide ein paar Stunden ins Wasser gelegt haben. Ihrer Fantasie und die Ihrer Kinder sind keine Grenzen gesetzt. Mit vielen Experimenten kommt man schnell zu einem befriedigenden Ergebnis. Gerade das Experiment mit Farben und Papier sorgt für eine Vielfalt an neuen Erfahrungen. Papier kann gerissen, zerschnitten, geknüllt, gefaltet und geklebt werden. Man kann es bemalen und man kann damit sogar einen Turm bauen.

Was Sie noch tun sollten:

  • Ermutigen Sie Ihr Kind dabei “um die Ecke zu denken” .
  • Fordern Sie Originalität und Spontaneität heraus.
  • Finden Sie anerkennende Worte für ungewöhnliche Lösungsvorschläge.
  • Ermutigen Sie Ihr Kind dabei, Dingen auf den Grund zu gehen.
  • Stellen Sie sich gemeinsam Dinge anders vor, als sie in Wirklichkeit sind.
  • Ermutigen Sie Ihr Kind, immer wieder Neues auszuprobieren.
  • Kinder benutzen Dinge gerne anders, als sie gedacht sind. Das ist gut so, erkennen Sie diese Fähigkeit an.
  • Kinder erfinden eigene Kunstformen, kritisieren Sie das nicht.
  • Lachen Sie Ihr Kind nicht aus, wer sich blamiert hat, traut sich nicht mehr, originelle Ideen öffentlich zu machen.
  • Ermutigen Sie Ihr Kind, eigene Spielregeln zu erfinden und Spiele umzufunktionieren.
  • Ihr Kind muss sich angenommen fühlen und Wertschätzung erhalten.
  • Freuen Sie sich über spontane Reaktionen Ihres Kindes und zeigen Sie Ihre Freude auch.
  • Sprechen, lesen, spielen und experimentieren Sie viel mit Ihrem Kind.
  • Gehen Sie gemeinsam auf Entdeckungsreisen.
  • Staunen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind über Erlebnisse, Entdeckungen und Erfahrungen.
  • Loben Sie statt zu kritisieren.
  • Die Neugierde und das Mitteilungsbedürfnis Ihres Kindes sollten Sie würdigen, auch wenn es manchmal anstrengend ist.

Praktische Vorschläge für die Kreativitätsentwicklung

Manchmal reichen schon kleine Impulse, um die Fantasie der Kinder in Bewegung zu setzen.

  • Lassen Sie Ihr Kind eine Geheimsprache erfinden.
  • Unterhalten Sie sich, indem Sie nur das Fantasiewort “Gromulo” benutzen. Klappt die Verständigung?
  • Beginnen Sie eine Geschichte zu erzählen, die von Ihrem Kind beendet wird.
  • Ermuntern Sie Ihr Kind auszuprobieren, was man mit einer Zeitung alles machen kann (sich verkleiden, sie zerreißen, einen Hut falten).
  • Fragen Sie Ihr Kind, ob es ein Schreibmaschinenbild “malen” kann.
  • Erfinden Sie Piktogramme (Zeichen).
  • Legen Sie sich auf eine Wiese und betrachten Sie mit Ihrem Kind Wolkenbilder. Sprechen Sie dabei über ihre Assoziationen.
  • Suchen Sie sich ein paar schöne Steine und überlegen Sie, welche Geschichten die Steine wohl zu erzählen haben.
  • Erlauben Sie Ihrem Kind, eine Schrottskulptur zu bauen.
  • Fördern Sie kreative Rollen- und Verkleidungsspiele.
  • Regen Sie kreative Malereien mit Rasierschaum auf schwarzer Folie.
  • Spielen Sie das “Was wäre wenn Spiel”: Was wäre, wenn wir alle fliegen könnten? … wenn es keinen Fernseher gäbe? … wir nur rückwärtsgehen könnten? … die Kinder zu sagen hätten? … es keine Gesetze gäbe?

Literatur

Weitere Beiträge der Autorin hier in unserem Familienhandbuch

  • Wenn Kinder wütend werden
  • Teamfähigkeit – gemeinsam sind wir stark und erfolgreich
  • Kinder brauchen Flexibilität

Autorin

Petra Stamer-Brandt ist Mutter von vier Kindern, Pädagogin und Fachjournalistin. Sie ist ausgebildete pädagogische Organisationsberaterin, Coach (Advanced Studies Universität Kiel) und hat zahlreiche Fachbücher und Elternratgeber geschrieben.

Erstellt am 13. Dezember 2013, zuletzt geändert am 13. Dezember 2013

Kreativ sein: Das kann doch jedes Kind! Richtig? Tatsächlich fließt in viele unserer Alltagshandlungen und Entscheidungen schöpferische Kraft mit ein. Bei dem einen mehr, beim anderen weniger. Das hängt zu einem kleinen Teil davon ab, wieviel Kreativität uns gegeben ist. Vor allem aber davon, ob wir diese Gabe regelmäßig trainieren und über genügend Mut verfügen, an Aufgaben originell heranzutreten, neue Ideen zuzulassen und ungewohnte Wege zu beschreiten. Menschen, die schon als Kind in ihrer Kreativität bestärkt wurden, tun sich im späteren Leben um ein Vielfaches leichter, eben diese Kraft, diesen Ideenreichtum und letztlich diese Intelligenz zu entfalten und zu nutzen. Darum ist es so wichtig, dass Eltern die Kreativität ihrer Kinder von Anfang an fördern. Aber wie?

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Warum brauchen wir Kreativität?

Ohne Kreativität und ohne Menschen, die kreativ denken, können auch keine Probleme gelöst werden. Es kann keine neuen Erfindungen mehr geben und es können keine neuen Ideen entstehen. Sprich, ohne Kreativität würde die Welt stehenbleiben oder zumindest nur noch sehr langsam, ineffizient und unpraktisch funktionieren. In der sich immer rasanter verändernden Welt ist Kreativität außerdem wichtig, um sich zu behaupten und Mut zu Neuem und zu Veränderung mitbringen zu können. Außerdem stürbe die Kunst aus, die Literatur, die Musik, der Film. Alles also, was unterhält, Spaß macht, bildet und die Menschheit seit vielen Jahrhunderten intellektuell und kulturell voranbringt.

Kreativität, was heißt das eigentlich? Der Begriff umfasst eine bestimmte Grundeinstellung zum Leben und zu den Aufgaben, die es an uns stellt, eine Sichtweise auf die Welt, nämlich:

  • An eine bestimmte Sache, Aufgabe, ein Problem couragiert herangehen
  • Diese Sache ausprobieren
  • Sie von allen Seiten betrachten
  • Sie neu zu denken
  • Quer zu denken
  • Grenzen zu überschreiten
  • Bekanntes umzudeuten und zu verfremden
  • Perspektiven zu wechseln
  • Neue Wege zu gehen

Kinder sprühen vor Ideenreichtum

Kinder sprühen in der Regel vor Ideen, Experimentier- und Spielfreude und originellen Einfällen. Lässt man sie machen und ausprobieren, wächst die Kreativität der Kleinen umso besser. Allerdings erlebt die freie Entfaltung oft schon durch den Schuleintritt einen kräftigen Dämpfer. Dann gilt es, bestimmtes vorgeschriebenes Material auswendig zu lernen. Mit seinen starren Vorgaben und Regeln verkleinert der klassische Frontalunterricht den Kreativitätsspielraum gewaltig. Die Kreativität vieler Kinder nimmt dann langsam ab, der Einfallsreichtum sinkt mit den Jahren und je älter sie werden.

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Schulen mit alternativpädagogischen Ansätzen wie Waldorfschulen, Montessori-Schulen und weitere Reformschulen versuchen, durch ein größeres Maß an Freiheit und Individualität den Raum für keatives Arbeiten und Denken möglichst weit zu lassen. Doch auch wenn private Alternativschulen in Deutschland immer beliebter werden, sind sie doch noch immer die Ausnahme. Die allermeisten Kinder (ca. 90 Prozent) besuchen eine staatliche Regelschule.

Doch ob herkömmlicher Unterricht oder Freiarbeit: Schulen können nicht alles und sind nicht für alles verantwortlich. Das wichtigste und prägendste Lebensumfeld für Kinder ist immer noch die Familie. Umso wichtiger ist es, dass Eltern etwas dafür tun, dass ihr Kind seine angeborene Kreativität kontinuierlich entfalten kann. Denn die Ergebnisse zahlreicher wissenschaftlicher Studien wie beispielsweise eine vom Softwarehersteller „Adobe“ in Auftrag gegebene, zeigen: Kreative sind nicht nur glücklicher und selbstbewusster, sie verdienen im Durchschnitt auch mehr. Grund genug in die Zukunft seiner Kinder mittels Kreativitätsförderung zu investieren.

Kann Kreativität erlernt werden?

Erlernen im klassischen Sinne lässt sich Kreativität nicht. Allerdings müssen die Voraussetzungen dafür gegeben sein, dass Kreativität sich von alleine und frei und ungebremst entfalten kann. Diese Voraussetzungen zu optimieren, ist Aufgabe der Eltern.

Wer Kleinkinder beobachtet, sieht, dass diese ständig versuchen, sich kreativ auszudrücken. Da wird ein Schneebesen zum Musikinstrument, ein Einkaufsnetz zum Hut und Tomatensoße zur Fingerfarbe. Diesem fantasievollen Spiel kann früh ein Ende bereitet werden, indem den Kindern der offizielle Zweck der Gegenstände eklärt wird und sie dazu angehalten werden, diese “richtig” zu verwenden. Stattdessen sollten Eltern den ungefragten Ratgeber in sich bremsen sich vielmehr in zugewandter Zurückhaltung üben. Anders ausgedrückt: Lasst die Kinder spielen und mischt euch nicht ständig ein!

Die meisten Kreativitätsergüsse im Kleinkindalter entstehen durch das Spielen mit verschiedenen Objekten, durch das Umdeuten von Alltagsgegenständen oder auch durch das Bauen von Skulpturen, Gebäuden und Ähnlichem mit Bauklötzen und ähnlichem „gutem Spielzeug“. Später folgen in der Regel Malen, Zeichnen, Singen, Rhythmus und Musik sowie Basteln. Sprache ist lange Zeit noch zu kompliziert, um sie als Kreativitätsventil zu nutzen.

Mitunter sind Spieltrieb und Einfallsreichtum von Kindern für Eltern nervenaufreibend, aber für die Entfaltung von Kreativität unerlässlich.

Eltern sollten ihren Kindern diverse Materialien zur Verfügung stellen, die Kinder entdecken und für eigene Ideen verwenden können. Stifte und Papier sind ein guter Anfang, deutlich bunter wird die Kreativitätswelt allerdings, wenn Sand, Holz, Stoffe, Knete, Perlen und viele andere Dinge hinzukommen. Sie haben unterschiedliche Materialeigenschaften, fassen sich anders an, riechen anders, klingen anders. All diese Eigenschaften regen die Fantasie der Kinder an und sorgen für eigene schöpferische Ideen und deren Umsetzungen durch Spiel und Spaß.

Vermeintlich dröger Unterrichtsstoff, den aber nun einmal jedes Kind irgendwann lernen muss, wie etwa das 1×1, lernt sich übrigens genau nach dem gleichen Prinzip am besten: Alles lernt sich leichter durch Spielen und Ausprobieren mit unterschiedlichen Methoden und Medien. Durch Spaß an der Sache und nicht durch wenige, für die meisten Kinder langweilige begrenzte Bücher oder Listen.

Die Kreativität von Kindern fördern und unterstützen

Gutes Vorbild sein

Bei der Förderung der Kreativität von Kindern ist aber nicht nur eine geeignete Umgebung mit ausreichend Zeit und Material für schöpferisches Arbeiten vonnöten. Wie so oft ist das Vorbildverhalten der Eltern bei der Kreativitätsförderung ebenso maßgeblich. Leben Eltern ihren Kindern also eine unkonventionelle Lebensweise vor, bei der sie selbst kreativ in ihrem Verhalten, ihren Entscheidungen, der Gestaltung ihres Alltags sind, so bildet diese Lebensweise sicherlich eine gute Voraussetzung.

Sicherheit und Ermutigung bieten

Wichtig ist, dass zwischen Eltern und Kindern ein Verhältnis besteht, in welchem Vertrauen und Zutrauen selbstverständlich sind. Möchte ein Kind etwas ausprobieren, sollte es von den Eltern, wenn im Rahmen des unkompliziert Möglichen, auch die Gelegenheit dazu erhalten. Sollte das „Experiment“ des Kindes nicht gelingen oder sollte es Hilfe benötigen, ist es wichtig, dass Eltern als „erfahrene Kreative“ da sind, die dem Kind Tipps und Anstöße geben können, wie es vielleicht gelingen kann. Oder sie trösten, wenn einmal etwas nicht so gelingt, wie das Kind es sich vielleicht erhofft und vorgestellt hat. Wichtig ist außerdem, dass diese Versuche Spaß machen, um in positiver Erinnerung zu bleiben. Zeigen die Eltern Interesse und Freude an den Versuchen der Kleinen, wirkt sich das direkt auf diese aus. Verbote und Gereiztheit dagegen verderben den Spaß und unterbinden auf Dauer den Spiel- und Kreativitätstrieb.

Musik fördert Kreativität

Ein gutes Beispiel ist vielleicht das Experimentieren mit Musik: Viele Kinder fangen recht früh an, mit allen möglichen Dingen Klänge zu erzeugen. Sie trommeln mit Kochlöffeln auf Töpfe, schlagen Bauklötze aneinander, klatschen in die Hände und probieren mit der Lautstärke ihrer Stimme. Davon kann man sich nerven lassen, man kann das Ganze aber auch als Versuch sehen, kreativen und musikalischen Ausdruck zu betreiben. Dieser Versuch sollte nicht unterbunden, sondern in sozialverträgliche Bahnen gelenkt werden. Schließlich weiß man längst, dass das Ausprobieren von Musikinstrumenten aller verschiedener Art und das Experimentieren mit Klängen und Tönen positive Effekte auf Kinder hat: diverse Fähigkeiten, wie die Motorik, die Gehörbildung, das Rhythmusgefühl sowie die Persönlichkeitsbildung und die Kreativität eines Kindes werden durch aktives Musizieren gestärkt.

Spiel im Alltag zulassen

Am besten ist es übrigens, wenn die Kreativitätsförderung auch Einzug in den „normalen“ Alltag hält, der auf den ersten Blick oft eher unkreativ scheint. So unkreativ ist dieser meistens dann doch nicht. Die Küche zum Beispiel ist für Kinder ein Paradies der Kreativität. Diverse Lebensmittel und Koch- und Backutensilien laden aufgrund ihrer Farben und ihrer Haptik zum schöpferischen Spiel ein. Das fertige Essen selbst sollte selbstverständlich im Mund landen. Beim Koch- oder Backprozess dagegen können und sollten Kinder unbedingt miteingebunden werden, wenn sie Interesse zeigen. Selbst, wenn das Mehl beim Plätzchenformen in alle Richtungen fliegt und die Kinderhände eher ungeschickt mit rohen Eiern umgehen: All diese Erfahrungen setzen Kreativitätsprozesse in Gang und schweißen gleichzeitig auch noch familiär zusammen.

Was Eltern sonst noch tun können

Gemeinsam kreativ sein macht Spaß, fördert die schöpferische Kraft und schweißt zusammen.

Das „Tun“ der Eltern bei der Kreativitätsförderung sollte sich bestenfalls natürlich auf ein Unterstützen beschränken, auf ein Anregen und Hinweisen. Denn Kreativität sollte so wenig wie möglich eingeschränkt oder reglementiert, beziehungsweise konkret vorgelebt werden. Jedoch agieren Eltern automatisch natürlich als Vorbilder. Je kreativer diese sich also verhalten, desto eher werden Kinder angeregt, sich ebenfalls kreativ zu betätigen. Weiterhin können Eltern Kinder unterstützen, indem sie ganz bewusst auf die folgenden Dinge achten:

  • Sollten Kinder aus Mangel an Selbstvertrauen häufig Dinge nachmachen und etwa immer die beste Freundin nachahmen, können Eltern ihre Kinder ermutigen, um die Ecke zu denken, die Freundinnen und Freunde mit neuen Ideen zu beeindrucken und zu überraschen. Diese Kindern dürfen darin bestärkt werden, sich einzubringen und auf die eigenen Ideen zu vertrauen.
  • Ungewöhnliche Lösungen und Vorschläge von Kindern sollten positiv gewürdigt werden. Auch wenn ein Lösungsansatz eines Kindes uns Erwachsenen im ersten Moment eher abwegig, weil doch sehr ungewöhnlich, erscheint, darf dieser durchaus ausprobiert werden. Manchmal ist es überraschend, wie sehr kindliche Ideen den eigenen Horizont erweitern können.
  • Gerne werden Dinge von Kindern umfunktioniert und für etwas anderes gebraucht als eigentlich vorgesehen. Solange nichts kaputt geht und niemand Schaden nimmt, ist das ist keinesfalls zu verbessern oder gar zu tadeln.
  • Sich gemeinsam mit den Kindern Dinge anders vorstellen, als sie sind, regt die Fantasie der Kleinen wie der Erwachsenen gleichermaßen an. Eine gemeinsame Fantasiereise kann zusammenschweißen. Oder wer träumt nicht gerne einmal, zum Beispiel auf der Wolke, die einem Elefanten gleicht, emporzuschweben und mit dem Rüssel die Bäume an ihren Blättern zu kitzeln, bis sie niesen?
  • Auch sinnvoll ist das Erfinden von Geschichten, die zum Beispiel der Erwachsene anfängt zu erzählen und die das Kind weitererzählen kann. Besonders lustig wird es, wenn jeder abwechselnd einen Satz oder gar nur ein Wort sagt.
  • Spontane Reaktionen eines Kindes sollten keinesfalls belächelt sondern bestätigt werden, indem auch die Erwachsenen sich etwa spontan freuen. Selbst, wenn das Geschehen für sie vollkommen normal oder belanglos war.
  • Gemeinsam auf Entdeckungsreisen zu gehen, egal in welcher Form, lohnt sich immer. Eltern sind oft überrascht, wie schnell sie selbst auch noch etwas lernen oder wie einfach und fruchtbar es doch ist, manche Dinge wieder einmal „durch die Augen der Kinder“ zu betrachten.
  • Generell mag es manchmal anstrengend sein, die Neugierde und das Mitteilungsbedürfnis von Kindern immer zu würdigen. Für deren kreative Entwicklung aber ist genau das unabdingbar.

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Kreativität – was ist das eigentlich?

Wenn ein Kind auf eine ungewöhnliche Lösung kommt oder etwas auf eine Art tut, die nicht „normal“ ist, wird er oder sie oft als „kreativer Kopf“ bezeichnet. Doch was bedeutet es eigentlich kreativ zu sein? Ist ein Bild ausmalen kreativ oder das Bauen eines Baumhauses?

Auf jeden Fall sind neue Ideen mit im Spiel und es muss etwas bewältigt werden, eine Herausforderung, eine Aufgabe, ein Problem, das gelöst werden muss. Kreativität ist also schöpferisches Denken, denn ein kreativer Mensch ist originell, erfinderisch und produktiv. Dabei erschafft er etwas, was es vorher noch nicht gab. Dabei spielen persönliches Wissen und Erfahrungen eine Rolle, die mit der eigenen Fantasie verknüpft werden. Drei Dinge spielen dabei zusammen.

Mensch – Umgebung – Fachgebiet

Der Mensch an sich ist kreativ, denn dabei handelt es sich um eine angeborene Fähigkeit, die trainiert und damit verbessert werden kann. Besonders im Kleinkindalter ist dies wichtig. Kleine Kinder sollten möglichst weniger vorgefertigtes Spielzeug haben, bei dem sie nur Knöpfe drücken oder was nur zu einem einzigen Zweck verwendet werden kann.

Dies schränkt ihre Fantasie erheblich ein, um sich andere Möglichkeiten der Verwendung zu überlegen. Dagegen regen Bauklötze, Naturmaterialien, Farben und Papiere, Stoffe und alles andere, was für die unterschiedlichsten Zwecke benutzt werden kann, die Kreativität enorm an. Die Umgebung bezieht sich vor allem auf die Menschen mit denen ein Kind zusammen ist. Stellen Eltern oder Erzieher dem Kind ebengenanntes Material zur Verfügung tragen sie einen großen Teil zu dessen kreativer Entwicklung bei.

Auch wenn außergewöhnliche Lösungen von Lehrern oder der Gesellschaft zugelassen werden, anstatt sie schlecht zu benoten oder nicht zu würdigen, bestärkt dies das Kind in seiner kreativen Fähigkeit. Mit dem Fachgebiet ist gemeint, in welcher Domäne jemand kreativ agiert. Kinder sind besonders im künstlerischen und handwerklichen Bereich kreativ. Erwachsene können dann auch in der Medizin oder der Technik auf kreative Problemlösungen kommen.

Kreativ auf der Kinderreise

Bei unserem Kreativcamp in den Winterferien wird Kindern eine Umgebung und ein Programm geboten, bei dem kreativ sein auf jeden Fall erwünscht ist. Besonders im künstlerischen Bereich können sich die Kinder hier austoben und mit unterschiedlichen Materialien sowie Techniken experimentieren. Weiterhin gibt erleben die Kinder dort Abenteuer und sind auf vielerlei Art aktiv.

Draußen begeben sie sich auf eine Schatzsuche durch den angrenzenden Wald, entdecken dabei die Natur und beim Geocaching noch mehr versteckte Schätze. Wer sich traut, kann auch nachts in den Wald auf Nachtwanderung gehen. Zum Auspowern gibt es sportliche Aktionen wie den Waldparcours, bei dem Teamfähigkeit und Einfallsreichtum gefragt sind. Bei Zirkus machen wird es bunt und es geht um Geschicklichkeit sowie Spaß am Ausprobieren von neuen Sachen wie Jonglieren, Tellerdrehen oder Balancieren auf dem Rola-Bola.

Wie man sieht, geht es im Kreativcamp bei Berlin nicht nur ums Basteln von Fensterbildern oder Schmuck. Denn abgesehen davon, dass das nicht unbedingt kreativ ist, wenn man einer Anleitung folgt, hat unsere Kinderreise noch so einiges mehr zu bieten.

Kreativer werden: 7 clevere Tricks

Kreativität hat ein gutes Image. Wer kreativ ist, hat viele Ideen, findet bessere Lösungen, denkt auch mal quer. Nur glauben einige, dass beträfe nur bestimmte Menschen, die eben kreativ seien, andere seien es nicht. Falsch! Jeder Mensch kann kreativer werden. Kreativität hat nur bedingt mit Talent und Veranlagung zu tun. Ganz häufig stecken dahinter bestimmte Verhaltensweisen und Techniken, die die Schöpfungskraft fördern. Ein paar dieser Tricks stellen wir hier vor…

Inhaltsverzeichnis: Das erwartet Sie in diesem Artikel

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Kreativer werden: Definition der Kreativität

Kreativität – der Begriff beschreibt eine Fähigkeit die in allen Berufen wichtig ist. Laut Wikipedia wird die Eigenschaft so definiert:

Der Begriff Kreativität geht auf das lateinische Wort „creare“ zurück, was so viel bedeutet wie „etwas neu schöpfen, etwas erfinden, etwas erzeugen, herstellen“, aber auch die Nebenbedeutung von „auswählen“ hat. Der Begriff enthält als weitere Wurzel das lateinische „crescere“, das „geschehen und wachsen“ bedeutet. Diese Doppelgesichtigkeit der Kreativität zwischen aktivem Tun und passivem Geschehen-Lassen findet sich auch in modernen Kreativitätskonzepten.

Kreativität ist also ein Weg, Informationen und Gedanken miteinander zu verbinden und daraus etwas Neues zu schaffen. Interessanterweise gehört übermäßiges Analysieren und Kritisieren nicht dazu – obwohl das vielen Menschen (gerade in Deutschland) liegt.

Verstehen Sie uns nicht falsch: Der kritisch-analytische Blick ist enorm wichtig, weil er vor Fehlern bewahrt. Er steht aber auch der Kreativität häufig im Weg – vor allem am Anfang des kreativen Prozesses. Denken Sie nur an Kreativitätstechniken wie die Disney-Methode oder die DeBono-Hüte: Bei beiden kommt die Rolle des Kritikers vor, jedoch darf dieser die Idee erst dann bewerten, wenn der eigentliche Schöpfungsprozess abgeschlossen ist.

Kreativ statt kritisch denken: 3 Fragen, um anders zu denken

  1. Wozu?

    Wenn etwas schief läuft, sind die meisten schnell bei der Analyse und fragen: Warum? Produktiver und zukunftsorientierter ist aber, seinen Blick nach vorne zu richten, nicht sich selbst in den Mittelpunkt des Geschehenen zu stellen, und nach dem Zweck zu fragen. So jemand fragt nicht nach dem Warum, sondern: Wozu?

  2. Wie?

    Wer etwas will, findet Wege; wer etwas nicht will, findet Gründe. Kritiker neigen dazu, den advocatus diaboli zu spielen. Klar, wer erst einmal dagegen ist, muss nicht beweisen, dass es dennoch geht. Hätten Leonardo da Vinci, Thomas Edison oder die Gebrüder Wright so gedacht, würden wir heute nicht fliegen, im Dunkeln sitzen und wären um viele Kunstwerke ärmer. Kurz: Entweder Sie sind Teil der Lösung – oder Sie sind Teil des Problems.

  3. Warum nicht?

    Für die meisten Menschen stellen Neuerungen eine Bedrohung dar, weil sie mit Traditionen brechen, lieb gewonnene Gewohnheiten hinterfragen. Betroffene fragen dann: Was soll das bringen? Weshalb sollen wir das ändern? Sie sehen die Dinge und fragen: Warum denn? Wer aber eine Vision hat, kreativer werden und etwas bewegen will, fragt: Warum nicht?

7 Tipps, wie Sie kreativer werden

Die folgenden Tipps und Tricks haben sich in der Praxis bewährt und können das kreative Denken spürbar fördern. Sie verfolgen primär zwei Ziele:

  1. Sie können kreative Flauten und Dürrephasen beenden und eingefahrene Denkmuster aufbrechen. So können Sie sich beispielsweise aus einer gedanklichen Sackgasse lösen, eine Schreibblockade überwinden oder eine neue Perspektive einnehmen.
  2. Sie können, bei regelmäßiger Umsetzung, Ihre Kreativität langfristig steigern und Ihr kreatives Potenzial besser nutzen. Wenden Sie die Tipps regelmäßig an, werden Sie mehr Ideen entwickeln.

Allerdings gilt auch hier: Das volle Potenzial schöpfen Sie erst aus, wenn Sie die Empfehlungen regelmäßig anwenden und wiederholen. Ein wenig Geduld und Ausdauer sind daher notwendig.

  1. Morgenseiten schreiben

    Diese Methode wird von vielen Autoren, Schriftstellern und Künstlern empfohlen. Der amerikanische Bestseller-Autor Tim Ferris nutzt sie zum Beispiel regelmäßig. Mark Twain soll sie ebenfalls verwendet haben. Und so funktioniert es: Setzen Sie sich morgens, idealerweise, bevor Sie E-Mails lesen oder etwas anderes tun, hin und schreiben Sie mindestens eine A4-Seite – von Hand. Das freie Schreiben dient dazu, Ihre Gedanken zu ordnen und anzuregen. Es geht nicht darum, bestimmte Inhalte aufs Papier zu bringen. Das Ziel ist lediglich, den Kopf frei zu bekommen und Ihre Kreativität schon morgens anzuregen.

  2. Freie Assoziation

    Sie stecken bei einem Problem fest, kommen nicht weiter und finden einfach keinen Ausweg? Dann treten Sie gedanklich einen Schritt zurück, nehmen sich wieder ein Blatt Papier und sammeln Sie – ähnlich wie bei einem Brainstorming – alle Begriffe, die Ihnen zur Situation und zum Thema in den Kopf kommen. Ob Sie das in Form einer MindMap (siehe Grafik), an einem Flipchart oder auf einem Tablet-PC machen, liegt ganz bei Ihnen.

    Ein naher Verwandter dieser Technik ist die sogenannte Osborn-Methode. Sie basiert auf einer Reihe von Fragen, durch die neue Ideen entwickelt werden sollen.

  3. Rückwärts-Analyse

    Auch diese Technik kann Denkblockaden lösen – jedoch, indem Sie das Pferd von hinten aufzäumen: Vergessen Sie für einen Moment das Problem und skizzieren das Ergebnis Ihrer Arbeit, also zum Beispiel den erfolgreichen Abschluss des Projekts. Arbeiten Sie sich dann – gerne auch zusammen mit Kollegen – von diesem Ergebnis Schritt für Schritt rückwärts durch die verschiedenen Arbeitsschritte und Phasen, bis Sie beim aktuellen Problem ankommen. So können Sie eine neue Perspektive zum Problem einnehmen und ganz andere, neue Lösungen finden.

  4. Kreativ-Walk

    Diese Übung kombiniert gleich zwei Tricks, um kreativer zu werden: Bewegung und Visualisierung. Begeben Sie sich auf einen Spaziergang und nutzen Sie markante Gebäude, Bäume oder andere Gelegenheiten, um verschiedene Aspekte eines Problems zu visualisieren. Binden Sie dabei die Umgebung bewusst mit ein und versuchen Sie, markante Merkmale und Gegenstände in die Visualisierung einzubinden. Sie werden erstaunt sein, welche Ideen sich daraus entwickeln.

  5. Kindlich denken

    Eine kindliche (nicht kindische!) Sichtweise dient in erster Linie dazu Voreingenommenheit und Traditionsdenken zu lösen. Dahinter verbirgt sich ein gedanklicher Reset-Schalter, bei dem Sie alles auf Null setzen: Hinterfragen Sie alle etablierten Prozesse, nehmen Sie nichts als gesetzt an und fragen Sie (scheinbar) naiv: Warum ist das so? Muss das wirklich so sein – oder kann das weg?

  6. Komfortzone verlassen

    Diesmal buchstäblich. Wer immer nur in der gleichen Umgebung und unter den gleichen Rahmenbedingungen arbeitet, kommt immer seltener auf neue Ideen. Begeben Sie sich daher ganz bewusst an unbekannte (kreative) Orte. Das kann auch bedeuten, mal morgens einen anderen (neuen) Weg zur Arbeit zu fahren oder im Büro über andere Treppen und Flure zu seinem Arbeitsplatz zu gehen.

  7. Tagträume nutzen

    Mittagsschlaf oder ein Powernap sind nicht Ihr Ding? Ihr Chef hätte dafür auch kein Verständnis? Dann nutzen Sie Ihre Pausen oder ein paar ruhige Minuten zum sogenannten Tagträumen: Lassen Sie Ihre Gedanken los und abschweifen. Tagträume sind in erster Linie eine Art Ausgleichsmechanismus des Gehirns der dafür sorgt, dass die körpereigenen Ressourcen und Kapazitäten richtig genutzt werden. Denn wer sich zu lange mit einer Aufgabe beschäftigt, lenkt sein Denken in einen Tunnel und sorgt für geistige Blindheit. Es fehlt die Frischluft der freien Assoziation. Beim Tagträumen aber bekommt das Gehirn die nötige Zeit und Freiheit, damit es Informationen verknüpfen kann und so zur Keimzelle für gute Einfälle mutiert.

So verwandeln Sie Frust in Kreativität

Um kreativer werden zu können, müssen wir uns allerdings auch wohlfühlen. Frust ist dabei eine denkbar schlechte Voraussetzung. Denken wir. Aber wir denken falsch.

Wendy Berry Mendes und Modupe Akinola von der Harvard Universität haben dazu schon im Jahr 2008 eine Versuchsreihe aufgesetzt. Ihre Ausgangsfrage war: Könnte es sein, dass in einem Menschen Kreativität freigesetzt wird, wenn er eine unangenehme Begegnung hat oder wenn er mit einer unschönen zwischenmenschlichen Situation konfrontiert wird?

Also simulierten die Forscherinnen ein paar Jobinterviews, bei denen Sie den vermeintlichen Bewerbern zum Teil ein unschönes Feedback gaben: Mal gähnte der Interviewer demonstrativ, ein andermal rollte er mit den Augen oder ließ einen barschen Kommentar los.

Natürlich gab es auch Gruppen mit positivem Feedback sowie eine Kontrollgruppe. Als alle drei Teilnehmergruppen jedoch anschließend Kreativaufgaben lösen sollten, schnitten die zuvor Frustrierten am besten ab. Sie warfen jetzt ihre ganze Energie in die Waagschale und verwandelten ihren Frust in ein künstlerisches Feuerwerk. Dabei spielten Steroidhormone eine entscheidende Rolle.

Für das Warum haben Mendes und Akinola mehrere Theorien:

  • Das vernichtende Urteil könnte die Teilnehmer dazu veranlasst haben, noch härter an sich zu arbeiten, um das schwache Feedback nachträglich zu falsifizieren.
  • Oder aber es hatte sie dazu veranlasst, noch inniger nachzudenken, in sich zu gehen, Selbstreflexion zu üben, was ihre kreative Arbeit umso mehr beflügelte.

So ähnlich hatte das auch schon Geir Kaufmann von der Norwegian Business School ausgedrückt: „Positive Stimmung kann zu einem weniger vorsichtigen Ansatz führen, wenn man eine Aufgabe vor der Brust hat“, schreibt der Norweger in „The Effect of Mood on Creativity in the Innovative Process“, einem Kapitel in „The International Handbook on Innovation“. „Positive Stimmung führt kurz gesagt dazu, dass man die Dinge umfassender, aber oberflächlicher verarbeitet. Negative Stimmung führt dazu, dass man sie eingeengter, aber tiefgründiger verarbeitet.“

So oder so: Die Beobachtungen widersprechen der gängigen Vorstellung, dass man nur im Wohlfühlmodus kreative Topleistungen erbringen kann. Nicht selten ist das genaue Gegenteil der Fall.

Kreativer werden: Ausgrenzung kann beflügeln

Die Johns Hopkins University kam 2012 in einer Studie sogar zu dem Schluss, dass auch soziale Ausgrenzung die Kreativität fördere. „Für Menschen, die sich ohnehin schon durch die Menge isoliert fühlen, kann soziale Ausgrenzung eine Form der Bestätigung sein“, sagt die Professorin Sharon Kim von der Johns Hopkins Carey Business School. „Ablehnung bestätigt sie darin, was sie ohnehin schon über sich selbst wissen, dass sie nämlich nicht wie die anderen sind. Diese Menschen empfinden das eher als eine Auszeichnung, die sie noch kreativer macht.“

Auch für Unternehmen ist diese Erkenntnis möglicherweise zu gebrauchen: Der kreativste Kopf ist womöglich nicht Everybody’s Darling, sondern eher der störrische Freigeist oder der eigenbrötlerische Nerd. „Wir stellen fest, dass es in der Gesellschaft eine wachsende Sorge über die negativen Folgen von sozialer Ausgrenzung gibt, unter anderem durch Medienberichte über Mobbing an Schulen, am Arbeitsplatz und online. Es ist offensichtlich, dass Mobbing verwerflich und nichts Gutes ist. Was wir aber versucht haben zu zeigen ist, dass auch etwas Positives daraus entstehen kann, wenn jemand, so lange es sich um einen selbstständig denkenden Menschen handelt, von einer Gruppe ausgeschlossen wird“, so Kim.

Auch der britische Journalist Tim Harford machte in seinem TED-Talk darauf aufmerksam, dass uns unser Bauchgefühl manchmal auf die falsche Spur führt. Wenn es uns nämlich instinktiv sagt, dass vor allem die Rahmenbedingungen stimmen müssen, um kreativer werden und erfolgreich sein zu können. „Ich glaube, wir müssen uns mehr auf die unerwarteten Vorteile besinnen, die man hat, wenn man in Schwierigkeiten steckt“, sagt Harford. Situationen, die nerven, frustrieren, herunterziehen, seien oft eher die kreativen Katalysatoren.

Was Kreative mehr als alles andere hassen

Kreativität lässt sich allerdings nicht auf Knopfdruck verordnen. Es gibt keine Termine für herausragende Ideen. Ein Meeting, bei dem angestrengt nach Ideen gesucht werden soll, ist oft der falsche Rahmen für kreative Geistesblitze. Erschwerend hinzu kommt, dass viele Vorgesetzte den Aufwand der Kreativität unterschätzen und nicht anerkennen. Eine Einstellung, die Kreative vor den Kopf stößt – und neue Ideen blockiert.

Um Kreativität bei Mitarbeitern zu fördern und eine Unternehmenskultur zu etablieren, in der Ideen ein wichtiger Teil sind, müssen manche Arbeitgeber umdenken:

  1. Kreativität kann nicht erzwungen werden.

    Im Beruf gibt es zwar Termine und Deadlines und manchmal müssen Dinge relativ schnell geregelt werden. Doch kann die zündende Idee nicht erzwungen werden. Geben Sie kreativen Prozessen daher ausreichend Zeit, wenn bestmögliche Ergebnisse erreicht werden sollen.

  2. Kreativität ist nicht weniger wichtig, als andere Aufgaben.

    Kaum etwas kann kreativen Mitarbeitern so schnell die Motivation rauben, wie der Satz: Jetzt machen Sie sich wieder an die richtigen Aufgaben. Gibt ein Chef seinen Mitarbeitern das Gefühl, dass die Ideenfindung nur Nebensache ist, geht jeder Antrieb verloren, die Qualität der neuen Impulse nimmt ab und der Einfallsreichtum kommt zum Erliegen.

  3. Es benötigt Wertschätzung für Kreativität.

    Gute Ideen sind keine Selbstverständlichkeit und sollten von Chefs auch nicht als solche behandelt werden. Nur durch entsprechende Wertschätzung und positives Feedback kann der Anreiz erhalten werden, den es braucht, um nicht nur eigene Ideen auszuarbeiten, sondern diese auch dem Chef und den Kollegen vorzustellen. Wird eine gute Idee schlichtweg ignoriert oder abgetan, wird es vermutlich der letzte Einfall sein, den ein Mitarbeiter präsentiert hat.

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Klar kann man Kreativität lernen! So geht’s

Man denkt und denkt und denkt – und trotzdem bleibt die eine große Idee aus. Denn neben dem Denken ist vor allem eines wichtig: Kreativität. Diese Tipps helfen dir dabei, mehr aus deiner kreativen Ader herauszuholen.

Mit etwas Übung zu kreativen Ideen

Die eine kann zeichnen, der andere dafür besser Fußballspielen, singen oder schwimmen. Während einem solche Talente mehr oder weniger in die Wiege gelegt werden, gibt es Fähigkeiten, die man auch im Erwachsenenalter selbst erlernen und fördern kann. Unser Stichwort: Kreativität! Die ist nämlich nicht nur wichtig, um beispielsweise den eigenen Kindern spannende Märchen zu erzählen, sondern vor allem auch im Job: um in Krisensituationen oder schnell Probleme zu bewältigen, innovative Lösungsansätze oder neue Geschäftsideen zu entwickeln. Die folgenden neun Methoden, die auf auf inc.com vorgestellt wurden, helfen dir dabei.

1. Kritzle deine Gedanken zu Papier

Ja, richtig gehört. Und zwar nicht nur während eines zähen Telefonats oder Meetings, sondern gern bewusst. Nimm dir ein blankes Blatt Papier und einen Stift und male einfach drauf los. Lass dich nicht von deinen Gedanken stoppen, sondern agiere intuitiv – so banal dir deine Kritzeleien auch erscheinen.

2. Trage dich für einen neuen Online-Kurs ein

Deine Kreativität wird sicherlich nicht mehr werden, wenn du schön gemütlich in deiner Komfortzone verweilst. Melde dich doch mal zu einem Online-Kurs an und mache deine ersten Versuche im Programmieren, Fotografieren oder auch Gitarre spielen.

3. Sorge für die passende Umgebung

Du wirst wohl schon ahnen, dass mit dem Verlassen der Komfortzone auch das zeitweilige Verlassen deines Schreibtisches einhergeht. Um neue Denkreize zu schaffen, eignet sich beispielsweise, eine Beach-Volleyball-Session mit deinen Kollegen oder meinetwegen auch ein Feierabendbier. Das Wichtigste dabei ist, dass du keine Angst hast vor Kritik an deinen Ideen oder negativen Kommentaren – fühlst du dich schon während des Denkens eingeschränkt, wird dir dein Kopf sicherlich nicht die Ideen liefern, die du dir erhoffst.

4. Gönne deinem Körper etwas mehr Bewegung!

Stichwort Beach-Volleyball – gönne deinem Körper etwas Abwechslung zum ständigen Sitzen am Schreibtisch! Ortswechsel bewirken meist nämlich nicht nur physische Distanz zur Arbeit, sondern auch gedanklichen Abstand und neue Perspektiven.

5. Beginne ein Sketch Book

An der Bushaltestelle, zwischendrin im Meeting und beim Warten auf das Mittagessen – da hantierst du sicher schon mal gerne mit deinem Handy. Tausche das Smartphone doch mal gegen ein Skizzenbuch plus Stift aus und skizziere das, was in deiner Umgebung passiert. Du meinst, du kannst nicht malen? Umso besser! Es geht schließlich nicht darum, der neue Picasso zu werden, sondern dem Kopf einfach etwas Ruhe zu gönnen und sich selbst neuen Herausforderungen zu stellen.

6. Lass dein Spielzeug auf dem Tisch

Lego oder Spielfiguren auf dem Tisch? Wurde uns nicht beigebracht, so wenig potentielle ablenkende Objekte wie möglich auf unserem Tisch zu haben?! Einige kreative Unternehmen sehen das anders und ermutigen ihre Angestellten dazu, gerne mal zwischendrin an der Spielfigur herum zu basteln oder mit Lego zu bauen – soll Wunder bewirken, wenn die Hände mal etwas anderes als die Tastatur zu spüren bekommen.

7. Probier’s mal mit Flash Fiction

Noch nie etwas von „Flash Fiction“ gehört? Das ist eine Art des Geschichtenschreibens, und zwar mit maximal 100 Wörtern. Du musst dafür nicht gleich wieder einer Online-Community beitreten (würde die Online-Auszeit schließlich nicht gerade fördern), du kannst es auch einfach für dich persönlich probieren: Schreibe ein sehr kurze Kurzgeschichte!

8. Widme dich dem „30 Circles Test“

Der Autor beruft sich hier auf den TED Talk „Tales of creativity and play“, in dem er das Publikum live aufforderte, den von Bob McKim entwickelten „30 Circles Test“ zu machen. Der Test sieht vor, sich ein Blatt zu nehmen und darauf 30 Kreise zu malen. Innerhalb einer Minute sollen so viele Kreise wie möglich in Objekte umgewandelt werden, also beispielsweise in eine Sonne, eine Weltkugel oder in einen Fußball. Die meisten Erwachsenen, so heißt es in dem Artikel auf inc.com weiter, hätten große Schwierigkeiten gehabt, alle Kreise in Objekte umzuwandeln. Als Grund nennt er den Hang der Erwachsenen zum „Self-Edit“. Anders als Kinder, die einfach handeln und sich keine Gedanken machen über mögliche Fehler oder Misserfolge, würden sich Erwachsene viel zu sehr selbst redigieren.

9. Mach ein Rollenspiel

Nein, Rollenspiele sind nicht nur für Kinder, sondern eignen sich mindestens genauso hervorragend, um mögliche Auftraggeber/Auftragnehmer-Szenarien durchzuspielen. Versetzt man sich nämlich einmal sowohl in die Rolle des Kunden als auch des Unternehmens, eröffnen sich neue Blickwinkel und die Sachlage wird klarer.

Du kannst natürlich nicht verlangen, dass die Kreativität von einem auf den anderen Tag da ist, doch wir können unser Bestes tun, diese weiterhin zu fördern. Ganz ehrlich: Wer lässt sich denn bitte zweimal dazu auffordern, noch mal Kind zu sein, zwischendrin mit Lego zu spielen, herumzukritzeln oder Beach-Volleyball zu spielen? Wir nicht!

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Kreativität: So trainieren Sie sie

„Alles, was wirklich zählt, ist Intuition!“, sagte Einstein mit Blick auf sein Lebenswerk. Für ihn stand fest: Der intuitive Geist ist ein „heiliges Geschenk“, der rationale Geist hingegen „ein treuer Diener“. Wir hätten, so klagte der Jahrhundertwissenschaftler, eine Gesellschaft erschaffen, „die den Diener ehrt und das Geschenk vergessen hat“.

Doch was genau passiert eigentlich in unserem Gehirn, wenn es Theorien entwirft, Opern schreibt oder aus dem zufälligen Inhalt des Kühlschranks neue köstliche Geschmackserlebnisse zaubert?

Neuronale Netze produzieren neue Gedanken und Bilder

Hartnäckig hält sich die Annahme, die rechte Gehirnhälfte sei für alles Musische und Emotionale zuständig, die linke für das rationale und logische Denken. Neuere Studien belegen jedoch anhand von Hirnscans, dass jene Menschen über ein hohes Maß an Kreativität verfügen, bei denen beide Gehirnhälften über den sogenannten Balken besonders intensiv kommunizieren und neuronal vernetzt sind.

Eine Instanz fürs Schöpferische gibt es nicht im Gehirn. Sehr viele Regionen arbeiten zusammen, um etwas Unkonventionelles hervorzubringen. Das Organ fürs Denken und Fühlen verändert sich von der Kindheit bis zum Lebensende; jede Sinneswahrnehmung, jede Emotion und jede Information formt seine Struktur um. Das menschliche Gehirn ist der komplexeste Apparat des bekannten Universums und ein perfekter Netzwerker. 100 Milliarden Nervenzellen tauschen sich ständig untereinander aus, gehen Verbindungen ein und verändern sich neuroplastisch. Diese unendlich vielen Kombinationsmöglichkeiten schenken uns die Fähigkeit, etwas nie Dagewesenes zu schaffen.

Tagträume, Fantastereien und Gedankenspiele

Die Neurowissenschaftler vermuten, dass Kreativität durch das ausgeklügelte Wechselspiel zweier Netzwerke entsteht. Das eine ist der Kontroll- und Entscheidungsverbund unserer Nervenzellen; dieses brauchen wir, um uns zu konzentrieren und analytisch zu denken. Das andere Netzwerk, das die Grundeinstellungen unseres Körpers kontrolliert, gebiert auch unsere Tagträume, Fantastereien und Gedankenspiele. Der Schlüssel zur Entfesselung der Kreativität liegt im gekonnten Umschalten zwischen den beiden Gehirnwelten.

Wird das Kontrollnetzwerk mit einem Problem konfrontiert, sammelt es zunächst einmal möglichst viele Informationen, die es für die Lösung braucht. Auch wenn Kreativität der Schlüssel zum Erfolg ist: Niemand wird einen genialen Gedanken etwa für den Bau eines Flugzeugs fassen, wenn er keinen Schimmer von Aeronautik hat.

Das Denken macht Pause, der kreative Prozess beginnt

Ist das nötige Wissen vorhanden, heißt es loslassen. Das Kontrollnetzwerk pausiert, das Grundeinstellungsnetzwerk übernimmt. Es darf nach Lust und Laune herumspinnen, beim Einschlafen oder Spazierengehen, beim Faulenzen, Malen, Musizieren oder Musikhören. Nur was dem Kontrollnetzwerk machbar, logisch und vernünftig erscheint, wird uns bewusst – im Idealfall als ein Aha-Erlebnis. Wer kennt sie nicht, diese wunderbaren Momente, in denen uns Gedankenblitze durchfahren?

Viele Künstler und Erfinder können Inspirationen wie auf Knopfdruck durch mentale Tricks auslösen. Salvador Dalí nutzte Kurzschlafphasen, um neue Bilder in seinem Kopf entstehen zu lassen. Er nickte im Sitzen ein, stützte dabei den Kopf auf und klemmte zwischen Hand und Kinn einen Löffel. Kaum entspannte sich im Schlaf seine Muskulatur, weckte ihn der fallende Löffel. Der Surrealist griff sofort zu seinem Stift und fing seine Träume in Skizzen ein.

Kaum eine Eigenschaft ist derzeit so gefragt wie Kreativität

Der Musiker und Produzent Brian Eno hat ein Kartenset entwickelt, das er hervorholt, wenn Studioaufnahmen ins Stocken geraten. „Oblique strategies“, schräge Strategien, nennt der Brite seine Geheimwaffe. Anweisungen auf den Karten verpflichten die Musiker, etwas Ungewohntes zu tun. Eine zum Beispiel bringt den Gitarristen zum Schlagzeugspielen. Auch bei der legendären Session zu David Bowies Album „Lodger“ in den Berliner Hansa Studios kam das Set zum Einsatz. Protest ließ Eno nicht gelten. Dank seiner bewussten Provokationen entstanden einige Highlights der Popmusik.

Kaum eine Eigenschaft ist derzeit so gefragt wie Kreativität. Sie ist der Sauerstoff, den das Digitalzeitalter inhaliert, wenn nicht gar hyperventiliert. Der Mensch hat erkannt, wie wichtig es ist, in dieser sich rasant ändernden Welt mitzuhalten. Und das kann nur, wer Neues hervorbringt, mit Originalität überrascht. Kreativität kommt vom lateinischen „creare“, erschaffen.

Ideen sollen erschüttern, die Welt aus den Angeln heben

Als besonders wertvoll gilt die „disruptive“, die störende oder gar zerstörende Idee. Der Begriff gehört zu den Lieblingsvokabeln der Gründergeneration. Radikale Neuerungen sollen alles Bestehende auf den Gnadenhof verfrachten. Als eine Metapher für Disruption gilt mittlerweile Airbnb. Nathan Blecharczyk und zwei seiner Freunde überzeugten 2007 Investoren, in eine schräge Geschäftsidee zu investieren: Privatpersonen vermieten ihre Wohnungen an Wildfremde – über eine Internet-Plattform.

War das nun kontraintuitiv? Oder einfach nur verrückt? Heute zählt Airbnb mit 640.000 Gastgebern und einem Börsenwert von 30 Milliarden Dollar zu den erfolgreichsten Neugründungen. Sie hat eine ganze Branche erschüttert.

In jedem Menschen steckt ein erfinderischer Geist

Judah Pollack und Olivia Fox Cabane leben im Silicon Valley, dem Ort, wo so viel Zukunft entworfen wird wie nirgends sonst auf der Welt. Die beiden Coaches zählen zu den gefragtesten Beratern in den USA. Auf der Liste ihrer Kunden stehen das Startup-Labor der Stanford-Universität, die US-Armee und Unternehmen wie Google, Ideo oder Airbnb.

Das Spezialgebiet der beiden: Kreativität fördern. Über Jahre haben Pollack und Fox Cabane Manager, Ingenieure, Forscher und Finanziers inspiriert. Zuletzt hat das Autoren-Duo ein viel beachtetes Buch namens „The Net and the Butterfly“ veröffentlicht. Darin berichten die Kalifornier nicht über Schmetterlingsforschung, sondern von der „Kunst und Praxis, bahnbrechende Gedanken hervorzubringen“.

Jeder Mensch könne seine kreativen Kräfte von innen heraus wachsen lassen: „Wir wollten mit dem Mythos aufräumen, demzufolge nur ein paar wenige, außergewöhnliche Menschen in der Lage sind, innovative und originelle Ideen zu produzieren“, sagt Pollack. „In jedem von uns steckt ein kreativer Geist.“ Wie ein Hacker könne jeder Mensch zu seinem inneren Genie vordringen.

Tagträume bringen Innovative hervor

Fragt man den Coach nach der einfachsten Technik des Originalitäts-Tunings, antwortet er spontan: Tagträumen! „Mind Wandering“ auf Englisch.

In den Zustand des Flows versetzt sich jeder Mensch auf seine eigene Weise. Der eine beim Duschen, der andere beim Kochen oder beim Mandala-Malen. Bei vielen wandert auch der Geist beim Spazierengehen.

Auf der Liste prominenter Weltgeister, die mit nahezu religiösem Eifer durch die Gegend liefen, stehen unter anderem Charles Dickens, Werner Heisenberg, Immanuel Kant und, um einen Zeitgenossen zu nennen, Mark Zuckerberg. Auf seinen „Power Walks“ läuft der Facebook-Gründer in Adiletten durch das Valley – und seine Mitarbeiter laufen mit.

Konsequenterweise kamen die beiden Stanford-Psychologen Marily Oppezzo und Daniel Schwartz bei einer Runde durch den Park auf die Idee, das Spazierengehen auf seine ideenfördernde Qualität zu untersuchen. In ihrer Studie baten sie eine Gruppe von Probanden umherzuwandern, die andere sollte sitzen. Anschließend forderten sie die Teilnehmer auf, möglichst viele Vorschläge zu machen, wie sich Dinge zweckentfremden lassen, ein Hammer zum Beispiel. Im Ergebnis schnitten die Spaziergänger fast doppelt so gut ab.

Wer läuft oder spazieren geht, denkt origineller

Doch offenbar wirkt schon Bewegung allein, auch ohne stimulierende Umwelteindrücke. Dafür spricht das Ergebnis der dritten Versuchsgruppe, die auf Laufbändern trainierte und ebenfalls mehr Ideen einbrachte als die sitzende Gruppe.

Als eine weitere, besonders ergiebige Quelle neuer Gedanken haben die Kreativitätsforscher Klarträume ausgemacht, die sogenannten luziden Träume. Dass wir in unserem nächtlichen Kopfkino selbst Regie führen können, haben Wissenschaftler schon in den 80er-Jahren bewiesen. Heute erlauben es bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomografie (MRT) den Neurowissenschaftlern und Psychologen, dieses Phänomen genauer zu untersuchen.

In den eigenen Träumen Regie führen

Zu den führenden Expertinnen zählt Melanie Schädlich vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim. Oneironauten, Traumfahrer, nennt die 31jährige Sportpsychologin jene Menschen, die selbst entscheiden, ob sie im Schlaf wie ein Vogel fliegen, hinabtauchen in ihre Vergangenheit, gegen die Bösewichte aus „Game of Thrones“ kämpfen oder durch glühende Lava schwimmen.

Kreatives Arbeiten heißt mutiges Arbeiten.

Was wir von Kindern fürs kreative Arbeiten lernen können.

Letztens lag „Der kleine Prinz“ auf unserem Esstisch. Unsere Tochter nimmt den Text nämlich gerade in Französisch durch. Beim Durchblättern stießen wir direkt auf diese Zeichnung, die wir ganz vergessen hatten: eine Schlange, die gerade einen Elefanten verdaut – ein frühes Werk des in der Sahara notgelandeten Piloten und Ich-Erzählers.

Der Pilot berichtet in diesem Kapitel von seiner Kindheit, als er im Alter von sechs Jahren mit dem Zeichnen begann. Die Reaktionen der Erwachsenen auf seine Zeichenkunst waren für ihn jedoch so ernüchternd, dass er bereits nach zwei Versuchen ganz entmutigt mit dem Zeichnen aufhörte. Denn alle Erwachsenen hielten seine Zeichnungen stets für einen Hut, er hingegen für kreativ. So wurde er schließlich Pilot anstatt Maler. Ein Phänomen, dass wir leider viel zu häufig in unseren Trainings beobachten. Aussagen wie „Ich kann nicht malen“ oder „Ich bin nicht so der kreative Typ“ sind häufig die Folge solcher Entmutigungen. Ein frustrierendes Feedback, das schließlich bei vielen Menschen dazu geführt hat, dass sie „Pilot“ wurden, sprich, sich für einen Job entschieden haben, für den man logisch-rationale Fähigkeiten braucht, eben konvergentes und kein divergentes Denken.

In der Schule läuft Querdenken schief.

Forciert werden solche Entwicklungen schließlich auch von unserem Schulsystem. Hier wurden und werden wir bis heute hauptsächlich darauf getrimmt, uns nahezu ausschließlich mit rationalen Dingen und Fertigkeiten wie Rechnen, logischem Denken und wissenschaftlichem Arbeiten auseinanderzusetzen. Kreatives Arbeiten, querdenken und seiner Fantasie mal freien Lauf zu lassen, findet meistens nur im Kunstunterricht statt, und der fällt häufig aufgrund des Lehrer- und/oder Geldmangels auch noch flach.

Viele Menschen sind deshalb heute sehr verunsichert, wenn es ans kreative Arbeiten geht. Das ist umso bedauerlicher, als dass wir doch extrem kreativ geboren werden. Als Kind bauen wir eine Sandburg aus dem Stand. Wir entwickeln aus einem Schuhkarton ein Bungalow für unsere Playmobilfiguren, und zwar ohne vorher einen Architekten zu beauftragen. Und vor allem: Als Kind interessiert es uns überhaupt nicht, ob jemandem die Burg oder das Haus gefällt. Wir bauen einfach drauflos, sind stolz auf das Ergebnis und haben einfach Spaß daran, etwas Neues zu entwickeln. Und sollte ein Erwachsener unser Werk nicht erkennen, sind wir nicht frustriert, sondern haben nur ein müdes Lächeln übrig: „Mensch, du siehst aber heute schlecht“.

Regeln für einen angstfreien Raum.

Ironie des Schicksals: Kreatives Arbeiten ist in unseren heutigen digitalen Zeiten bekanntlich notwendiger denn je. Umso wichtiger ist es deshalb, seine einstigen kreativen Fähigkeiten wieder zu beleben. Dabei geht es vor allem um unsere als Kind so selbstverständliche, selbstbewusste und mutige Haltung, mit der es uns gelingt, mit einer kreativen Aufgabe einfach mal anzufangen und den Prozess zu genießen. Und zwar ungeachtet dessen, ob direkt etwas Gescheites dabei herauskommt oder nicht.

Hier helfen die Kreativregeln aus dem Design Thinking. Unter ihnen sind es vor allem diese fünf, die einen wertschätzenden und vor allem angstfreien Raum für kreatives Arbeiten schaffen:

  • Quantität zählt
  • Ermutige wilde Ideen
  • Stelle Kritik zurück
  • Scheitere früh und oft
  • Hab Spaß

Denn nur wer mutig ist, findet gute Ideen, und nur wer viele Ideen entwickelt, hat auch eine Chance, überhaupt einen Kracher zu landen. Und nur wer begreift, dass Scheitern notwendig und kein Drama ist, der lernt, am Ball zu bleiben und sich nicht frustrieren zu lassen. Und er erkennt, dass unsere Fantasie durch kreatives Arbeiten mal wieder richtig in die Gänge kommt und kreatives Arbeiten sogar Spaß machen kann.

Die Fantasie unterscheidet uns nicht nur von den Tieren, sondern ist mitunter das Wertvollste, was wir haben. Auch das lernen wir beim kleinen Prinzen. Denn der bittet den Piloten, ein Schaf zu zeichnen. Der Pilot fertigt ihm gleich drei Zeichnungen eines Schafes an, doch an jeder Zeichnung hat der kleine Prinz etwas auszusetzen. Mal ist es krank, mal ein Widder, mal zu alt. Etwas verärgert zeichnet der Pilot daher eine Kiste, in der sich das Schaf befinden soll. Diese Zeichnung macht den kleinen Prinzen – ganz unerwartet – sehr zufrieden.

Also: Seht die Welt mit anderen und vor allem eigenen Augen, seid mutig für neue Lösungen, hört nicht auf frustrierendes Feedback und habt Spaß an wilden Ideen. Die Welt braucht sie.

Kreatives systemisches Arbeiten mit Kindern und Jugendlichen

Kreatives beraterisches und therapeutisches Arbeiten mit Kindern und Jugendlichen

Zielgruppe:

Fachkräfte (Erzieher*innen, Sozialarbeiter*innen, Sozial- und Heilpädagog*innen, Psycholog*innen, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen und -psychiater*innen, Hebammen, Ergo- und Logotherapeut*innen) in Einrichtungen der „Hilfe zur Erziehung“, Beratung und Familientherapie, Psychotherapieeinrichtungen, Kliniken, Offene Kinder- & Jugendarbeit, Jugendamt, Mobile Jugendarbeit/Streetwork, Jugendsozialarbeit, Schulsozialarbeit, auf Anfrage Studierende höherer Semester

Inhalte der Weiterbildung:

  • Wirkfaktoren, Haltungen – theoretische Impulse aus Beratungs- Therapie- und Hirnforschung
  • kreative Gesprächsführung mit Kindern und Eltern
  • kreatives Arbeiten mit Spielen und fertigen Materialien
  • Maltechniken (Squiggle, Cartoonmethode, Ressourcosaurus, Strich durch die Rechnung uvm.)
  • kreatives Arbeiten mit Geschichten und Metaphern, Kamishibai (Japanisches Erzähltheater)
  • Arbeit mit Puppen (Handpuppen – Teilearbeit / Externalisieren)
  • Symbolisches Methoden (Familienbrett, Arbeit mit Tieren, Mikrotieren, Krafttieren)
  • körperorientierte Techniken, Arbeit mit Bewegung
  • kreatives Arbeiten im Raum – Lebensflussarbeit, Arbeit mit Seilen
  • Musikalische Interventionen
  • Arbeit mit Fotographien (Fotogramm)
  • Symptome / Diagnosen – Ideen für Angebote, traumatherapeutisch orientierte Angebote
  • Fallarbeit
  • Reflexion der Umsetzung mit Kindern und Eltern

Methoden:

Abwechslungsreiche Methodenvielfalt – Vermittlung, Demonstrationen, Ausprobieren / Anwenden, Kleingruppenarbeit, Videosequenzen, Reflexion, und natürlich Üben, Üben, Üben! Den Teilnehmer*innen wird umfangreiches Lehrmaterial zur Verfügung gestellt. .

Gerne können Sie auf Anfrage die Dokumentationen abgeschlossener Kurse einsehen.

Abschluss der Weiterbildung:

Bei Teilnahme an allen Blöcken wird das ISA-Zertifikat „Kreatives beraterisches und therapeutisches Arbeiten mit Kindern und Jugendlichen“ ausgestellt.

Kursleitung:

Matthias Freitag, Dipl.-Psych., Fachpsychologe für Klinische Psychologie / Psychotherapie (BDP), Systemischer Therapeut und Berater (SG), Supervisor (SG) sowie weitere Gasttrainer (z.B. zu den Themen Elterncoaching, Sozialtherapeutisches Rollenspiel).

Veranstaltungsorte:

Hochschule Zittau/Görlitz
Zentrum für Wissens- und Technologietransfer
Theodor-Körner-Allee 16
02763 Zittau

Tel: 03583/61 1477
Fax: 03583/61 1496

Kontakt: Robert Viertel, Verantwortlicher Mitarbeiter für Weiterbildung
E-Mail: [email protected]

Janssenfabrik in Chemnitz
Schlossstrasse 12
09111 Chemnitz

Umfang:

6 Seminartage 9 Uhr bis 18 Uhr (60 UE) in 2er Blöcken

Kosten:

380.-EUR inkl. 19% MWST

Anmeldeschluss:

erbeten bis eine Woche vor Beginn, Anmeldung bis zum Beginn möglich (bis Kurs voll)
Maximal 18 Teilnehmer*innen.

Anmeldung / Termine:

Die aktuellen Termine finden Sie auf unserer Terminseite.

Anmeldebogen für alle Weiterbildungen als PDF

Flyer zur Weiterbildung (als Inhouse)

Anfragen zur Weiterbildung:
Institut für Systemische Arbeiten
Matthias Freitag
Michaelstr. 37
09116 Chemnitz
Tel. 0178/8831110
Fax 032223728743
E-mail: [email protected]
E-mail: [email protected]

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