Krampfadern in schwangerschaft

Inhalte

Krampfadern in der Schwangerschaft: Diese Tricks helfen

Viele Schwangere leiden unter Krampfadern – nicht nur an den Beinen, sondern auch im After- und Intimbereich. Diese sogenannten Varizen bergen ein hohes Thromboserisiko. Verhindern kann man Krampfadern nicht, aber man kann ihnen mit einigen Tricks entgegenwirken.

Schwangerschaftskalender – Das passiert nach der Befruchtung

Schwangerschaftskalender
Das passiert nach der Befruchtung

Ob eine Schwangere Krampfadern bekommt oder nicht, hängt zu einem großen Teil von ihren Genen ab. Ähnlich wie bei den Schwangerschaftsstreifen gilt: wer ein gutes Bindegewebe hat, bleibt wahrscheinlich verschont oder kommt mit ein paar kleinen Besenreisern davon. Bei allen anderen bilden sich, so das Gefäßzentrum Nürnberg, bereits im ersten Viertel der Schwangerschaft rund 70 Prozent der Krampfadern.

Hormone sorgen für Entspannung

Während der Schwangerschaft arbeitet das Herz der Mutter für zwei. Es transportiert nicht nur das eigene Blut, sondern auch das des Kindes. Das Blutvolumen erhöht sich dabei um rund 40 Prozent. Hinzu kommt ab der zweiten Schwangerschaftshälfte der Druck auf die Bauchvene durch das steigende Gewicht.

Auch hormonell verändert sich der Körper. Hormone sorgen nicht nur dafür, das Gewebe für das Baby vorzubereiten, indem sie es weicher machen, sondern entspannen gleich alles – auch die Muskelwände der Blutgefäße. Diese werden dadurch weiter. Bei schlechtem Bindegewebe hat das negative Folgen. Das vermehrte Blut kann nicht mehr gut zum Herz zurückfließen und staut sich in den Beinen, Krampfadern entstehen.

Nicht immer sind Krampfadern offensichtlich

Normalerweise arbeiten die Beinmuskeln wie eine Pumpe, bei der die Venenklappen verhindern, dass das Blut wieder zurückfließt. Genau dieser Mechanismus funktioniert bei Krampfadern nicht mehr so gut. Die Klappen sind wie ausgeleiert und das Blut staut sich. Geschieht dies direkt unter der Haut, sieht man die bläulich-rote Verfärbung und oft auch knotige Punkte. Befinden sich die Stauungen in tieferen Gewebsschichten, sind sie dagegen erst im Ultraschall erkennbar.

Krampfadern im Intimbereich sind schwer zu behandeln

Typischerweise entstehen die Varizen, wie sie medizinisch genannt werden, an den Beinen, speziell an den Rückseiten der Schenkel. Krampfadern im Bereich des Afters werden als Hämorriden bezeichnet. Sie machen sich meist juckend, schmerzend und blutend am Darmausgang bemerkbar. Auch an den Schamlippen und in der Scheide kann eine Frau Krampfadern bekommen. Im Intimbereich ist die Behandlung besonders schwierig. Aber man kann mit kalten Umschlägen arbeiten, mit lindernden medizinischen Salben und mit dicken Hygienebinden, um den Druck etwas herauszunehmen. Krampfadern im Intimbereich verschwinden nach der Geburt oft von alleine wieder.

Es spricht nichts gegen eine Schwangerschaft

Krampfadern sind aber nicht nur ein kosmetisches Problem, sie können auch sehr schmerzhaft sein. Außerdem bergen sie die Gefahr von Venenentzündungen und Thrombosen. Also Blutgerinnseln, die im schlimmsten Fall zur Lunge wandern und dort zu einer lebensgefährlichen Embolie führen können.

Gerade Frauen, die bereits eine Venenthrombose hatten, haben oft Angst, eine Schwangerschaft zu wagen. Doch dank der regelmäßigen Kontrollen sowie der zur Verfügung stehenden vorbeugenden Maßnahmen müssen die Ärzte nur in den seltensten Fällen davon abraten. „Nur dann, wenn eine Frau zwei, drei Mal eine ausgeprägte Thrombose mit Lungenembolie hatte, wird man das in Erwägung ziehen. Aber generell kann man sagen, dass Probleme mit den Venen kein Grund sind, auf eine Schwangerschaft zu verzichten“, erklärt der beratende Venenspezialist der Deutschen Venen-Liga, Aljoscha Greiner.

Bei den ersten Anzeichen gegensteuern

Als Schwangere ist man den Krampfadern auch nicht hilflos ausgeliefert. Bereits bei den ersten Anzeichen, oder noch besser davor, kann man gegenarbeiten. Mit Fahrradfahren, Schwimmen in kühlem Wasser und zügigem Laufen, flachen Schuhen und Strümpfen, die nicht einschnüren, mit einer kontrollierten Gewichtszunahme und dem Verzicht auf Vollbäder, vor allem auf heiße. Aber die sind während einer Schwangerschaft sowieso tabu.

Den Blutstau mit Tricks in den Griff bekommen

Nimmt das Problem zu, dann sollte man darauf achten, die Beine nicht übereinanderzuschlagen oder unter den Körper zu ziehen und sich immer so zu setzen, dass man die Füße weit von sich streckt und auch mal kreisen lassen kann. Außerdem sollte man die Beine so oft wie möglich hochlegen, auch nachts erhöht betten. Kleine Übungen wie die sogenannte Muskelpumpe, bei der man im Liegen die Zehen immer wieder zu sich zieht, helfen zusätzlich, genauso wie Wechselduschen. Durch die Kälte ziehen sich die Blutgefäße zusammen und die Venenwände können sich nicht so stark ausdehnen.

Homöopathisch konstitutionell gegenarbeiten

Auch kühlende Umschläge oder Cremes aus der Apotheke mit Wirkstoffen wie Calendula oder Rosmarin können helfen. Es gibt zahlreiche naturheilkundliche Mittel, die den Blutkreislauf in Schwung bringen, doch deren Verwendung sollte in einer Schwangerschaft nicht auf eigene Faust geschehen. Eine Rücksprache mit der Hebamme ist immer sinnvoll, um das Baby nicht zu gefährden. Homöopathische Globuli gegen Krampfadern gibt es nicht. „Aber man kann konstitutionell arbeiten“ und so den Körper unterstützen, erklärt die Nürnberger Heilpraktikerin Gudrun Barwig in einem Gespräch mit t-online.de.

Kompressionsstrümpfe: nicht schön, aber sinnvoll

Eine gute Möglichkeit, die Krampfadern im Griff zu halten, sind auch Stützstrümpfe, die der Arzt verschreiben kann. Sie werden individuell angepasst und helfen dem stark beanspruchten weiblichen Körper dabei, das Blut in Richtung Herz zu pumpen. Bei sehr ausgeprägten Krampfadern im Oberschenkelbereich kann auch auf spezielle Strumpfhosen zurückgegriffen werden, die im Bereich des Bauches, aber eben nur da, aus sehr dehnbarem, teilweise auch verstellbarem Material sind.

So fördert man zusätzlich die spontane Rückbildung nach der Geburt des Babys. Ist die Gefahr einer Thrombose sehr hoch, dann greift man auf vorbeugende Spritzen mit dem Wirkstoff Heparin zurück, einem Blutgerinnungshemmer. „Für das Ungeborene besteht dadurch aber keine Gefahr“, so Venenspezialist Greiner.

Thromboserisiko steigt im Wochenbett

Ist das Baby ist erst einmal da, erscheint alles andere schnell unwichtig. Thrombosevorbeugung wird in diesem Moment oft nicht ernstgenommen oder ganz unterlassen. Dabei besteht vor allem nach einem Kaiserschnitt, aber auch nach einem hohen Blutverlust während der Geburt eine erhöhte Gefahr. Frauen mit Venenproblemen sollten also nicht nur bei der Geburt, sondern auch in den Wochen danach ihre Beine entweder gut wickeln oder entsprechende Strümpfe tragen.

Wann eine Operation sinnvoll ist

Auch, wenn es vielleicht nicht schön aussieht, während der Schwangerschaft kommen Eingriffe, die Krampfadern beseitigen, nicht in Frage. Erstens aus gesundheitlichen Gründen und zweitens, weil sich die Krampfadern, die man während des Babywachstums bekommt, sowieso bei vielen Frauen spontan zurückbilden. Denn oft handelt es sich gar nicht um Krampfadern im klassischen Sinn, sondern einfach nur um erweiterte Venen.

„In den ersten drei bis sechs Monaten bilden sich diese Krampfadern zurück. Bleiben sie allerdings über diesen Zeitraum hinaus oder hat die Frau Schmerzen beziehungsweise ein Stauungsgefühl im Unterschenkel und ein Gefühl der Überwärmung, dann sollte man einen Facharzt aufsuchen“, rät Phlebologe Greiner. Das betrifft vor allem die Frauen, die schon vorher damit Probleme hatten.

Wenn Veröden nicht genügt, dann kann man über eine Operation nachdenken. Die Kosten dafür muss man in der Regel selbst übernehmen. Bis zum Abschluss der Familienplanung warten muss man aber nicht. Im Gegenteil: Bei starker Neigung zu Krampfadern kann es sogar gesundheitlich von Vorteil sein, sich zwischen zwei Schwangerschaften behandeln zu lassen.

  • Muskelkrampf: Wie Sie Wadenkrämpfe in der Schwangerschaft vermeiden können
  • Verblüffende Fotos von Neugeborenen : Yoga im Mutterleib
  • Figurprobleme nach der Schwangerschaft: Ruiniert Stillen den Busen?
  • Geburt: 75 Prozent der Klinikgeburten in der “falschen“ Position

Sie finden uns auch auf Facebook – jetzt Fan unserer „Eltern-Welt“ werden und mitdiskutieren!

Krampfadern im Bereich der Schamlippen

Frage: Ich bin in der 29. Woche schwanger. Der Arzt hat bei mir Krampfadern im Bereich der Schamlippe festgestellt. Wodurch sind diese entstanden und was kann man dagegen tun? Verschwinden sie nach der Schwangerschaft wieder?

Antwort: Mit Schreck sieht man manchmal körperliche Veränderungen in der Schwangerschaft, wobei man hofft, dass sie hinterher wieder verschwinden. So auch bei den Krampfadern.

Durch die Auflockerung des Gewebes und der vermehrten Durchblutung kommt es zu einem Hervortreten der Gefäße. Gleichzeitig ist der Abfluss des Blutes durch die vergrößerte Gebärmutter behindert, sodass sich das Blut gerade in den unteren Körperpartien staut. So zeigen sich die Krampfadern an den Beinen oder an den Schamlippen, manchmal bilden sich auch „nur“ Hämorrhoiden.

Nach der Geburt verändert sich das Gewebe wieder und die Aussackungen der Gefäße bilden sich wieder zurück. Gerade im Bereich der Schamlippen bestehen besonders gute Chancen, dass die Krampfadern wieder verschwinden. An den Beinen kann die Situation bei körperlicher Neigung manchmal anders aussehen.

Ansonsten kann man dagegen nicht viel machen. Es heißt, dass Beckenbodengymnastik die allgemeine Zirkulation fördert, so eventuell auch bei den Krampfadern.

Nur keine Sorgen, sonst sind diese Adern nicht schlimm.

Weitere Fragen

Rubriken:

  • Übersicht: „Frage und Antwort“ – Schwangerschaft und Geburt

  • Zur Startseite von NetDoktor.at

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von netdoktor.ch

Autoren:
Britta Bürger
Medizinisches Review:
Dr. med. Alexander Just
Redaktionelle Bearbeitung:
Dr.med. Kerstin Lehermayr

Aktualisiert am: 06.08.2014 | 07:43

Weitere Artikel zum Thema

Blutungen in der Frühschwangerschaft

Blutungen in der Frühschwangerschaft, also in den ersten drei Monaten, treten bei einer von fünf Frauen auf.

Blutungen in der späteren Schwangerschaft

Blutungen in der 2. Schwangerschaftshälfte müssen immer ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden.

Wissenswertes zum Mutter Kind Pass

Der Mutter-Kind-Pass begleitet Eltern durch die Schwangerschaft und die ersten Lebensjahre ihres Kindes.

Das können Sie gegen Krampfadern in der Schwangerschaft tun

Hoch das Bein! – Gegen Krampfadern in der Schwangerschaft

Bei vielen Schwangeren sind die Venen überfordert und weiten sich zu Krampfadern aus. So weit muss es jedoch nicht unbedingt kommen. Viel Bewegung bringt die Venen auf Trab.

Was die Venen leisten, ist enorm: Unermüdlich pumpen sie Tag für Tag Blut durch den Körper – verbrauchtes Blut, das weite Wege zum Beispiel von den Zehenspitzen bis zum Herzen zurücklegen muss, um in der Lunge wieder mit Sauerstoff aufgepeppt zu werden. Das ist echte Arbeit. Der Transport erfolgt nämlich bergauf, entgegen der Schwerkraft, und funktioniert vor allem mithilfe der Wadenmuskeln. Sie drücken die Venen zusammen und pressen das Blut in Richtung Herz. In die Venenwand eingelassene Klappen verhindern, dass das Blut in die Beine zurücksackt. In der Schwangerschaft sind die Venen besonders störanfällig. Bei jeder zweiten werdenden Mutter bilden sich Krampfadern und das Risiko für Venenerkrankungen steigt mit jedem weiteren Kind. Das liegt vor allem an der Hormonumstellung, die generell alle Gewebe lockert und damit auch die Venenwände dehnbarer macht. Gleichzeitig steigt das Blutvolumen um etwa 20 Prozent; das bedeutet für die Venen deutlich mehr Arbeit. Und die größer werdende Gebärmutter übt schon im fünften Schwangerschaftsmonat besonders im Stehen großen Druck auf die Bauchvene aus und erschwert so den Blutrückstrom von den Beinen zum Herzen. In der Folge weiten sich die oberflächlichen Beinvenen, die Klappen können nicht mehr richtig schließen, das Blut staut sich in den Beinen – bis die Venen schließlich aussacken und sich als Krampfadern am Bein entlang schlängeln.

Bewegte Tage entstauen die Venen

Zum Glück bilden sich viele Krampfadern einige Monate nach der Entbindung wieder zurück. Das heißt allerdings nicht, dass Schwangere ihre Venenprobleme akzeptieren sollten. Sie sind nämlich nicht nur ein kosmetisches Problem. Aus Krampfadern können Venenentzündungen, Geschwüre und Thrombosen werden. Bei einer Thrombose gerinnt das Blut in der Vene und es bildet sich ein Blutpropf. Gefährlich wird es, wenn sich ein Blutpropf löst, in die Lungengefäße gelangt und diese verstopft. Eine solche Lungenembolie kann tödlich sein. Um so wichtiger ist die Venenpflege in der Schwangerschaft.

Dazu gehören:

  • Viel Bewegung: Ob Gehen, Wandern, Schwimmen oder Radfahren – Bewegung trainiert die Wadenmuskelpumpe und bringt das Blut mit jedem Schritt ein Stück weiter zum Herzen. Wer keine Gelegenheit hat, Sport zu treiben, wippt so oft wie möglich von den Fersen auf die Zehen.
  • Wenig sitzen und stehen: Wer bei der Arbeit oder wo auch immer lange sitzen muss, sollte oft die Füße kreisen lassen oder auf- und abwippen. Vertreten Sie sich bei langen Autofahrten mindestens alle zwei Stunden die Beine, nehmen Sie im Flugzeug einen Gangplatz und ziehen dort die Füße in Richtung Nase. Ganz wichtig: Nicht mit übergeschlagnen Beinen sitzen, das klemmt die Venen in der Kniekehle ab und fördert den Blutstau in den Beinen.
  • Beine hoch: Beim Fernsehen oder nachts sollten die Beine hoch liegen. Es reicht, das Fußteil um ein bis zwei Zentimeter zu erhöhen. Wird es zu stark gekippt, staut sich das Blut an anderer Stelle, etwa an der Kniekehle.
  • Beine kühlen: Lauwarme oder kalte Güsse vom Fuß aufwärts sorgen für mehr Spannung in den Venen, auch Bürstenmassagen mit kaltem Wasser sind wohltuend.
  • Viel trinken: Flüssigkeit hilft, das Blut im Fluss zu halten. Mindestens zwei Liter kalorienarme Getränke pro Tag sind Pflicht, etwa Leitungs- und Mineralwasser, Fruchtsaftschorle oder Früchtetee.

Kompressionsstrumpf stützt von außen

Wer trotzdem schwere, müde und geschwollene Beine oder Schmerzen hat, gehört in ärztliche Behandlung – je früher, desto besser. Hauptpfeiler der Therapie ist das konsequente Tragen von entstauenden Kompressionsstrümpfen. Das gilt besonders für Frauen, die schon vor der Schwangerschaft Krampfadern hatten. Sie sollten den Strumpf auch im Wochenbett tragen, weil in dieser Zeit das Risiko von Venenentzündungen und Thrombosen besonders groß ist. Manchmal genügt ein wadenlanger Strumpf, der die Venen nur im Unterschenkel entstaut. In der Regel ist in der Schwangerschaft jedoch ein langer Strumpf oder eine Strumpfhose mit verstellbarem Hosenteil sinnvoll, die das ganze Bein unterstützt.

Hat sich schon eine leichte Venenentzündung entwickelt, helfen Bandagen, kühlende Umschläge oder Salben. Verschwinden die Beschwerden auch dann nicht, wird der Arzt eventuell eine kleine Operation erwägen, bei der er das erkrankte Areal örtlich betäubt und das geronnene Blut aus der Vene drückt. Damit sind Druckgefühl und Schmerzen schlagartig verschwunden.

Bewertung: Unbewertet 1 Stern 2 Sterne 3 Sterne 4 Sterne 5 Sterne Bewertungen: 987 Ihre Bewertung: {{rating}}

  • Über den Autor
  • Letzte Beiträge

Über Verena Janssen

Die 38-Jährige Autorin und Mutter lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern Paul Oskar (7) und Ella Marie (4) in schönen Fulda. Sie liebt Musik und versucht momentan ihren Kindern das Klavier spielen beizubringen. Wenn sie mal etwas Zeit für sich hat, powert sie sich beim Volleyball spielen aus.

  • Erfahrungsbericht zu Kinderwagen Hartan Racer GTS – Oktober 24, 2019
  • Mit dem Fahrrad zur Schule: Darauf sollten Eltern achten – September 2, 2019
  • Wie der Muttizettel die Erziehung positiv beeinflusst – Juli 18, 2019
  • Vorbereitung auf die Geburt – Welche Optionen habe ich? – Juni 6, 2018
  • Brustpflege beim Stillen – Juni 2, 2018
  • Der richtige Zeitpunkt zum schwanger werden – so berechnen Sie ihren Eisprung – Januar 11, 2018
  • Mutterbänder – Dezember 11, 2017
  • Männer im Kreißsaal – mit oder ohne die bessere Hälfte? – November 19, 2017
  • Richtig essen für zwei – Tipps zur Ernährung in der Schwangerschaft – November 19, 2017
  • Geschwollene Beine in der Schwangerschaft – November 19, 2017

Alle Beiträge anzeigen

Krampfadern

In diesem Artikel

  • Kann ich Krampfadern verhindern?
  • Sind Krampfadern gefährlich?
  • Wie werde ich Krampfadern wieder los?

Während der Schwangerschaft können sich Krampfadern bilden oder verschlimmern, da die wachsende Gebärmutter auf die Venen im Becken und auf die untere Hohlvene (Vena Cava) drückt. Die Vena Cava ist eine große Vene auf der rechten Körperhälfte, die Blut von den unteren Gliedmaßen, Teilen des Beckens und der Organe im Bauch aufnimmt. Durch den Druck auf die Hohlvene erhöht sich der Blutdruck in den Beinvenen und beeinflusst so die Entstehung von Krampfadern. Wenn das Baby wächst und sich die Gebärmutter weiter ausdehnt, werden die Venen noch markanter.
Der Anstieg des Hormons Progesteron sorgt außerdem dafür, dass die Wände der Blutgefäße entspannen und daher leichter nachgeben. Sie können jetzt die blauen Venen unter Ihrer Haut leichter erkennen, oder die Venen wölben sich stärker aus. Unter Umständen ist das schmerzhaft, unter Umständen fühlen Sie überhaupt keine Beschwerden. Krampfadern sind kein schöner Anblick, aber sie bilden sich in der Regel nach dem Ende der Schwangerschaft zurück. Verschiedene Faktoren, wie die Familiengeschichte oder Übergewicht, können den Zustand auch beeinflussen.
Mit der Schwangerschaft erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Sie Krampfadern in Ihren Beinen entwickeln. Aber sie können sich überall bilden. Hämorrhoiden sind Krampfadern in der Rektalregion. Manche Frauen entwickeln Krampfadern in der Scham, der Vulva, während der Schwangerschaft.

Kann ich Krampfadern verhindern?

Sie können sie unter Umständen verhindern oder zumindest minimieren, wenn Sie möglichst wenig Druck auf Ihre Beine ausüben! Das klingt vielleicht merkwürdig, ist aber nicht unmöglich. Halten Sie sich an die folgenden Hinweise damit Sie gar nicht erst Probleme bekommen:

  • Bewegen Sie sich täglich – selbst ein schneller Spaziergang um den Block kann helfen.
  • Legen Sie Ihre Beine und Füße so oft wie möglich hoch. Legen Sie Ihre Beine unter dem Schreibtisch auf einen Hocker oder eine Kiste. Legen Sie sich zu Hause möglicht oft auf die linke Seite, und legen Sie Ihre Füße auf ein Kissen. Da die untere Hohlvene auf der rechten Körperhälfte ist, wird weniger Druck auf sie ausgeübt, wenn Sie auf Ihrer linken Seite liegen. Das nimmt auch Druck von den Venen in den unteren Gliedmaßen.
  • Versuchen Sie auch, auf Ihrer linken Seite zu schlafen, möglichst mit den Füßen auf einem Kissen hochgelegt. Quetschen Sie ein Kissen in Ihren Rücken, damit Sie diese Lage beibehalten.
  • Ehe Sie morgens aufstehen, sollten Sie spezielle Kompressionsstrümpfe (auch Stützstrümpfe genannt) anziehen (ab der 12. SSW). Indem Sie sie noch im Liegen anlegen, verhindern Sie, dass sich überschüssiges Blut in Ihren Beinen sammelt. Halten Sie frische Wechselunterwäsche und die Strümpfe unter dem Kopfkissen oder neben dem Bett bereit, so dass Sie sie morgens sofort anziehen können. Falls Krampfadern Ihnen große Probleme bereiten, kann der Arzt Ihnen spezielle feste Stützstrümpfe verschreiben, aber die sind sehr dick und bei warmem Wetter sehr unbequem.
  • Stehen Sie nicht für längere Zeit.
  • Überkreuzen Sie Ihre Beine nicht, wenn Sie sitzen.
  • Vorsicht, zuviel Gewichtszunahme kann Krampfadern verschlimmern.

Sind Krampfadern gefährlich?

Krampfadern können jucken und vielleicht sogar wehtun, aber den größten Schaden richten Sie für Ihre Eitelkeit an. Chronische Durchblutungsstörungen oder Thrombose sind unwahrscheinliche Nebenwirkungen. Nur etwa fünf Prozent der Menschen, die an Krampfadern leiden, entwickeln auch kleine Blutpropfen in ihren Venen.
Falls sich auf der Oberfläche einer Krampfader eine empfindliche, gerötete Stelle bildet und Sie außerdem an Fieber, Schmerzen im Bein oder beschleunigtem Herzschlag leiden, sollten Sie allerdings sofort Ihre/n Ärztin/Arzt oder Ihre Hebamme alarmieren. In einem kleinen Prozentsatz der Fälle kann schneller Herzschlag und/oder Atemnot ein Zeichen für eine Lungenembolie sein (wenn Blutpropfen zur Lunge gewandert sind). Wenn Sie an Atemnot leiden und beschleunigtem Herzschlag, sollten Sie das nächste Krankenhaus aufsuchen oder einen Krankenwagen rufen.

Wie werde ich Krampfadern wieder los?

Manchmal verschwinden Krampfadern von selbst innerhalb von drei oder vier Monaten nach der Entbindung. Falls die dicken Venen Ihnen zu unangenehm werden, können Sie die auch operativ entfernen lassen. Sie sollten sich allerdings erst für diesen Eingriff entscheiden, wenn Sie keine weiteren Kinder mehr wollen, da Krampfadern leider mit jeder Schwangerschaft schlimmer werden.
Klären Sie mit Ihrer Krankenkasse, ob sie eine derartige Operation übernimmt. Unter Umständen müssen Sie die Kosten selbst tragen.

Krampfadern in der Schwangerschaft: Was tun?

Krampfadern gehören in der Schwangerschaft zu den lästigen und manchmal schmerzhaften Nebenerscheinungen. Was kann man dagegen machen und wie kann man sie vermeiden?

Sie sind nicht schön, sie tun manchmal weh oder jucken: Krampfadern. Auch Nichtschwangere klagen darüber, aber in der Schwangerschaft sorgen Hormonveränderungen dafür, dass der Körper weichgemacht wird für das Kind. Und leider werden dann auch die Muskelwände der Blutgefäße weichgemacht – die Folge: Blut staut sich und sorgt für hervorstehende Venen, die jucken und auch ziemlich wehtun. Die Krampfadern finden sich zumeist in den Beinen, ob Oberschenkel oder Wade und leider finden sie sich auch in der Scheide wieder, was das Gehen sehr unangenehm macht.

Kompressen und kalte Wickel bringen Linderung bei Krampfadern in der Schwangerschaft.

Was tun gegen die Krampfadern?

Wie gesagt, es betrifft die Hälfte aller Schwangeren – du bist also nicht allein, wenn du stark hervortretende Venen hast und es gibt Mittel, die Linderung verschaffen:

  • Stützstrümpfe – gerade im Sommer ist es sicherlich nicht toll, diese Strümpfe zu tragen, aber sie unterstützen das Bindegewebe

  • Quarkumschläge – Quark auf ein Baumwolltuch auftragen und dann auf die betroffene Region legen

  • Kühlende Gel-Binden – sie sind besonders für Krampfadern in der Scheide geeignet

  • Kühlung und Kompressen – kalte Umschläge bringen Linderung

Unangenehm, aber normal

Hämorrhoiden in der Schwangerschaft: So kannst du sie vorbeugen

Weiterlesen Unangenehm, aber normal Weiterlesen

Wie kann man Krampfadern in der Schwangerschaft vorbeugen?

Wie bei fast allem im Leben gilt: Wehret den Anfängen! Wenn du also schon etwas spürst, solltest du gleich aktiv werden. Und da meinen wir aktiv, denn Krampfadern lassen sich am besten mit Bewegung bekämpfen. Die Beine sollten rhythmisch bewegt werden – das kann alles sein: Walken, Fahrradfahren (das kann auch der kleine Ergometer sein, den man sich vor den Sofa stellt), Schwimmen, Tanzen, Wandern oder Spazierengehen. Alles, um die Muskelpumpe zu aktivieren – dies ist die Anspannung, die auf die Venen ausgeübt wird, damit das venöse Blut wieder zurückfließen kann. Und das geht am besten in flachen und bequemen Schuhen. Du ziehst hierbei bei ausgestreckten Beinen die Zehen zu dir und entspannst wieder.

Außerdem solltest du die Beine so oft hochlegen wie du kannst. Und auch wenn es deine beliebteste Sitzposition ist: Schlag die Beine nicht übereinander, sondern strecke sie lieber – so fließt das Blut besser. Und dann können auch Wechselduschen helfen – der letzte Guss sollte dabei immer kalt sein. Verzichte auf zu heißes Baden. Gewichtskontrolle ist leider auch immer wichtig, denn übermäßiges Zusatzgewicht fördert das Auftauchen von Krampfadern.

Aber Bewegung bleibt das Wichtigste und hier kannst du dir ein paar Anregungen holen:

Krampfadern sehen meistens nur nicht schön aus, in den seltensten Fällen sind sie gefährlich. Aber sie können zu Thrombose und Venenentzündungen führen und das ist nicht zu unterschätzen. Wenn du also in der Gegend einen harten Strang fühlst oder sich auf der Krampfader eine gerötete Stelle befindet, geh gleich zum Arzt. Frauen, die vorbelastet sind, sollten gleich mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin sprechen, damit man gleich zu Vorsichtsmaßnahmen greifen kann.

Bleiben die Krampfadern nach der Schwangerschaft?

Das Gute zuerst: Die meisten Krampfadern verschwinden in den ersten sechs Monaten nach der Geburt. Ist das nicht der Fall und treten Beschwerden auf, solltest du einen Facharzt oder Fachärztin aufsuchen, die mit dir die verschiedenen Maßnahmen wie Veröden besprechen können. Für die allermeisten schwangeren Frauen sind aber die Krampfadern ein vorübergehendes Gespenst, das sich später mit Bewegung und bequemen Schuhen vertreiben lässt.

Deutschlands größtes Arzt-Patienten-Portal

Häufig unerkannt: Was ist das Beckenvenenstauungssyndrom (PCS)?

von Dr. med. Florian Netzer
verfasst am 21.05.2018

Beim Beckenvenenstauungssyndrom ist es wichtig, dass es früh diagnostiziert wird. (© vladimirfloyd)Frauen mit dem Beckenvenenstauungssyndrom berichten über Druckgefühl und Schmerzen, meist im linken Unterbauch. Oft leiden sie auch unter schmerzhaftem Sex oder Schmerzen danach. Ebenso finden sich häufig Krampfadern der Schamlippen und am linken Oberschenkel und Hämorrhoiden.
Dabei müssen nicht alle Symptome auftreten: In manchen Fällen ist es nur der Schmerz, in anderen sind es nur die Krampfadern des linken Beins.

  • Wen betrifft es?
  • Die Erkrankung und ihre Ursachen
  • Der lange Weg zur richtigen Diagnose
  • Wie sehen geeignete diagnostische Verfahren aus?
  • Welche Verfahren können eingesetzt werden?
  • Auf einen Blick

Wen betrifft es?

Die Erkrankung haben ausschließlich Frauen. Meist treten die Symptome vom jüngeren Erwachsenenalter bis zur Menopause auf. Und zwar sehr stark gehäuft bei schlanken Frauen, die jung bereits zwei oder mehr Schwangerschaften hatten.

Die Erkrankung und ihre Ursachen

„Pelvines Beckenvenenstauungssyndrom“ bedeutet, dass sich ein krankhafter Blutstau in kranken Venen des Beckens bildet. Man spricht auch von Beckenvenen-Krampfadern.

Die Ursache ist eine starke Erweiterung der linken Eierstocksvene. Sie verläuft vom linken Eierstock gerade zur linken Nierenvene. Von dort läuft das venöse Blut in die Große Hohlvene und weiter zum Herzen. Die rechte Ovarialvene verläuft schräg auf kurzem Wege direkt in die Hohlvene.

Weil die linke Eierstocksvene im Vergleich zur rechten länger und gerader, d.h. in stehender Position des Menschen senkrecht nach oben verläuft, ist ausschließlich die linke Vene betroffen. In einem langen Gefäß, zumal mit einem geraden Verlauf nach oben wie in stehender Position, baut sich eine entsprechend lange und schwere Blutsäule auf. Analog zu einer langen, senkrechten Wasserleitung herrscht am unteren Ende ein hoher Druck. Gefäße dieser Art neigen zur krankhaften Erweiterung.

Aber auch während der Schwangerschaft erweitern sich die Ovarialvenen sehr stark, weil die Durchblutung der weiblichen Beckenorgane in dieser Zeit massiv erhöht ist.

Besonders Schwangerschaften in jungen Jahren gelten als Auslöser des Beckenvenenstauungssyndroms (© Subbotina Anna – fotolia)Während sich aber die rechte Ovarialvene nach der Entbindung wieder komplett auf Normalmaß zurückbildet, fällt das der linken Seite schwer. In beiden Venen führt die Erweiterung dazu, dass die Venenklappen in diesem Zustand nicht schließen. Das ist nicht möglich, weil das Gefäß zu groß ist. In der linken Eierstocksvene kann sich die natürliche Schrumpfung der Venenwand nach der Entbindung manchmal nicht gegen den höheren Druck der Blutsäule in ihr durchsetzen. Die Vene bleibt weit und in ihr staut sich – in stehender oder sitzender Position – das Blut nach unten zurück, anstatt nach oben in Richtung Herz abzufließen.

Weil sich dieser Erweiterungsvorgang mit jeder Schwangerschaft wiederholt, sind Mehrfachgebärende weitaus häufiger von der Venenerweiterung betroffen.

Die Eierstocksvene selbst verursacht aber keine Schmerzen und ruft auch keine weiteren Symptome hervor. Weil aber die Venen im Unterleib wie ein dicht gewebtes Fischernetz alle Organe bedecken und untereinander in vielfacher Verbindung stehen, erweitern sich nach und nach viele dieser Geflechtvenen.

Die Blutstauung in diesen Venen verursacht dann die beschriebenen Symptome. Sind zum Beispiel die Venen der Gebärmutter stark gestaut, kann das zu zyklusabhängigen Schmerzen führen. Ist das Venengeflecht betroffen, das die Vagina bedeckt, treten oft Schmerzen beim oder nach dem Verkehr auf.

Zu Krampfadern am linken Oberschenkel kommt es, wenn die gestauten Beckenvenen auch zu einer unnatürlichen Blutfülle in den benachbarten Beinvenen führen.

Der lange Weg zur richtigen Diagnose

Viele PCS-Fälle werden erst sehr spät und nach einer wahren „Ärzte-Odyssee“ diagnostiziert. Das liegt vor allem an den „diffusen“ Beschwerden, unter denen betroffene Frauen leiden. Zum Beispiel unter immer wiederkehrenden Unterbauchschmerzen, einem Schwere- und Völlegefühl oder unter Krämpfen wechselnder Lokalisation im ganzen Beckenbodenbereich.

Oft wird ursächlich eine Endometriose vermutet und muss auch ausgeschlossen werden. Es handelt sich dabei um kleine Inselchen von Gebärmutterschleimhautzellen, die außerhalb der Gebärmutter auf den Unterbauchorganen liegen. Auch außerhalb der Gebärmutter reagieren sie auf die zyklischen Hormonveränderungen mit Zunahme der Schichtdicke bis zur Blutung, wenn in der Gebärmutter die Menstruation einsetzt.

Oft wird auch eine Darm- oder Blasenerkrankung angenommen, ebenso Erkrankungen des linken Eierstocks und Eileiters.

Gar nicht so selten werden die Beschwerden als psychosomatisch eingestuft, wenn die bis dahin durchgeführten Untersuchungen ohne Ergebnis blieben. Die Patientinnen werden dann mit Psychopharmaka behandelt.

Zu dieser diagnostischen Irrfahrt tragen zwei weitere Umstände bei:

  1. Die Krankheit ist noch in der Erforschungsphase und daher nicht allen Ärzten sofort als mögliche Ursache der Beschwerden „päsent“.
  2. Die erweiterte linke Ovarialvene ist die Ursache des Syndroms und kann mit einer normalen Sonographie nicht dargestellt werden. Sie liegt sehr tief im Becken und staut sich erst unter „Belastung“, d.h. entweder im Stehen oder z.B. bei der Bauchpresse. Die Standard-Sonographie wird aber an der ruhig liegenden Patientin vorgenommen. Die Vene „kollabiert“ dann und ist praktisch nicht darstellbar.

Wie sehen geeignete diagnostische Verfahren aus?

Zur sicheren Darstellung einer krankhaft erweiterten Ovarialvene und den überfüllten Geflechtvenen steht uns die „venöse Angio-MRI“ zur Verfügung. Dabei handelt es sich um eine Kernspintomographie, bei der ein Kontrastmittel gespritzt wird. Unter wiederholter Aufforderung, in den Unterbauch zu pressen, werden die Beckenvenen dargestellt.

Weniger verlässlich ist der transvaginale Ultraschall. Aber der Vorteil dieses Verfahrens ist seine einfache und schnelle Durchführbarkeit in der Praxis. Als erster Screening-Test ist er sogar ideal geeignet.

Welches Verfahren angewendet wird, hängt vom Ausmaß der Stauung ab. Sprechen Sie dazu mit Ihrem Arzt. (© fotolia – Kurhan)Welche Verfahren können eingesetzt werden?

Eine Behandlung muss nur stattfinden, wenn die gestauten Beckenvenen tatsächlich Beschwerden verursachen. Erstaunlicherweise gibt es nämlich auch stark erweiterte Ovarial- und Beckenvenen ohne Beschwerden und relativ gering erweiterte Venen mit Symptomen. Das heißt, die Indikation zur Behandlung wird nicht ausschließlich aufgrund gemessener Venendurchmesser, sondern anhand des Beschwerdebilds gestellt.

Je nach Schweregrad und Lokalisation der erweiterten Venen kommen folgende Therapien in Frage:

1. Verödung oder Laserabtragung, z.B. der Schamlippenkrampfadern

Möglich ist eine Behandlung der Auswirkungen, also der Venen, die die Patientin stören. Dabei wird das zugrundeliegende Problem, die Ovarialvene, nicht behandelt.
In vielen Fällen reicht diese „symptomatische Behandlung“ aus. Sollten sich nach einiger Zeit wieder störende Venen bilden, können sie erneut verödet werden.

2. Verschluss der linken Ovarialvene mittels Kathetertechnik

Über einen Einstich in der Leiste wird ein Katheter in die Ovarialvene geschoben. Dort werden dann kleine Drahtspiralen deponiert. Um die Spulen bilden sich feste Gerinnsel. Sie werden später von Fresszellen abgebaut und durch Bindegewebszellen ersetzt. So entsteht ein fester Verschluss.

3. Durchtrennung der Ovarialvene

Dieses Verfahren wird bei besonders großen und weiten Venen angewandt, bei denen ein „Coiling“ nicht ausreichend sicher und erfolgreich erscheint. In minimalinvasiver OP-Technik wird die Ovarialvene mit Clips von außen abgeschnürt und zwischen den Schnürstellen durchtrennt. Es handelt sich um eine verhältnismäßig kleine Operation, die entweder einen sehr kurzen Klinikaufenthalt mit sich bringt oder sogar ambulant vorgenommen wird.

Auf einen Blick

Schmerzen Je nach Umfang der Behandlung keine bis normale, leichte Wundschmerzen
Arbeitsunfähigkeit Abhängig von der Art der erforderlichen Behandlung (die Skala reicht von Verödung mittels Spritze bis zur OP in der Klinik) ein bis zehn Tage
Verhaltenstipps nach der Behandlung
  • Nach der operativen Versorgung der kranken Ovarialvene ist körperliche Schonung (Sportpause, nicht schwer heben) für zwei bis drei Wochen angezeigt.
  • Nach einer Verödungsbehandlung ist keine Schonung nötig.
Kostendeckung der Krankenkasse Die Kosten der Behandlung werden von den Versicherungen (GKV und PKV/Beihilfen) getragen.
Selbsthilfe / Hausmittel Dazu ist leider nichts bekannt. Lediglich eine „symptomatische“ Schmerzbekämpfung mit entkrampfenden und schmerzstillenden Medikamenten kann während einer Schmerzattacke empfohlen werden. Die Medikation muss der Arzt verordnen.

Verbreitetes Übel: Was tun bei Krampfadern in der Schwangerschaft?

Krampfadern in der Schwangerschaft sind eine der häufigsten Beschwerden. Dabei sehen sie vor allem hässlich aus. Komplikationen, wie Thrombose oder Venenentzündungen, treten selten auf. Wenn möglich, sollten Sie den Krampfadern trotzdem vorbeugen, besonders wenn Sie zu den Risikogruppen gehören.

Die Beine möglichst oft hochzulegen, beugt Krampfadern vor. Foto: Comstock, Thinkstock

  • 3

Von Julia Wohlgemuth

Vielleicht kennen Sie das ja: Zuerst sind es nur ein paar Besenreiser. Einige Zeit später werden die Venen ganz dick und treten heraus. Krampfadern in der Schwangerschaft sind keine Seltenheit. Der Grund, warum in dieser Zeit ein erhöhtes Risiko besteht, hängt zum Teil mit den hormonellen Veränderungen zusammen. Das Hormon Progesteron sorgt dafür, dass die Blutgefässwände leichter erschlaffen und nachgeben. Hinzu kommt, dass durch das grössere Gewicht der Druck auf die Venen besonders im Beckenbereich erhöht wird. Der Blutfluss wird erschwert. Durch die Blutstauungen werden die Venen vergrössert und es kommt zu Krampfadern. Je dicker Ihr Bauch wird, umso höher ist das Risiko. Deshalb treten Varizen, wie Krampfadern auch genannt werden, hauptsächlich im letzten Teil der Schwangerschaft auf.

Besonders wenn Sie ein schwaches Bindegewebe haben oder schon andere Familienmitglieder von Krampfadern betroffen sind, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie auch bei Ihnen vorkommen werden. Ein erhöhtes Risiko haben auch ältere Schwangere und Frauen mit Übergewicht.

Krampfadern in der Schwangerschaft treten meist an den Beinen auf, da sich dort besonders der Druck durch das Gewicht des Babys bemerkbar macht. Sie können aber zum Beispiel auch am After vorkommen, man spricht dann von Hämorrhoiden. Manche Frauen berichten auch von Krampfadern im Schambereich, sogenannte Vulva Varizen. Falls Sie von Letzterem betroffen sind und Sie befürchten, dass diese bei der Geburt platzen, müssen Sie sich keine Gedanken machen: Die Geburt behindern Krampfadern im Schambereich nicht.

So können Sie Krampfadern vorbeugen

Krampfadern sind zwar oft schmerzlos und ungefährlich, sehen aber hässlich aus. Deshalb ist es verständlich, wenn Sie Krampfadern vorbeugen oder zumindest ein weiteres Ausbreiten verhindern wollen. Um Ihren Venen wenig Gelegenheit zu geben, Varizen zu bilden, sollten Sie den Druck möglichst gering halten. Vermeiden Sie beispielsweise langes Stehen an einem Ort.

Auch langes Sitzen ist nicht gut. Sei es im Büro oder auf einer längeren Fahrt: Legen Sie öfter kleine Gehpausen ein, in denen Sie ein paar Schritte gehen. Besonders ein kleiner Gang auf Zehenspitzen hilft Ihren Venen. Wenn Sie sitzen, sollten Sie Beine nicht überkreuzen, da dadurch der Blutfluss noch zusätzlich erschwert wird. Kleinere Fussübungen im Sitzen sorgen für eine gute Blutzirkulation. Lassen Sie dafür die Ferse am Boden und ziehen Sie die Zehen nach oben, so als würden Sie ein Klavierpedal oder eine alte Nähmaschine bedienten.

Ausreichende Bewegung und Sport sind ebenfalls ein wichtiges Mittel, um Krampfadern vorzubeugen. Wann immer möglich, sollten Sie die Beine hoch legen. Nachts empfiehlt es sich, mit erhöhten Beinen zu schlafen. Am Tag könnten Sie sich zum Beispiel eine kleine Fussbank unter den Schreibtisch stellen.

Zu viel Gewichtszunahme kann den Ausbruch von Varizen begünstigen. Wenn Sie schon schlimme Krampfadern haben oder ein sehr hohes Risiko besteht, sollten Sie eventuell Kompressionsstrümpfe tragen. Am besten sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber.

Sollten die Krampfadern schmerzhaft sein, helfen vor allem kühle Wickel und Umschläge. Bei Wärme erweitern sich die Venen noch weiter. Besonders an heissen Tagen können kühle Duschen von den Füssen aufwärts oder sanfte Bürstenmassagen gut tun.

Wenn die Krampfadern gefährlicher sind

Nur in seltenen Fällen entwickeln sich aus den Krampfadern chronische Durchblutungsstörungen oder Thrombose. Sollten Sie jedoch bemerken, dass sich auf einer Krampfader eine empfindliche und gerötete Stelle bildet, so ist eventuell Achtung geboten. Besonders falls noch Symptome wie Fieber, Atemnot oder schneller Herzschlag dazukommen, sollten Sie bald ein Spital aufsuchen. Es besteht die Gefahr einer Lungenembolie, das heisst, ein Blutpfropfen ist zur Lunge gewandert. Dies kommt zwar nicht oft vor, ist aber sehr gefährlich.

Nach der Geburt gehen die Krampfadern bei den meisten Frauen zurück. Falls dies nicht der Fall ist und Sie erwägen, die Varizen durch eine OP entfernen zu lassen, sollten Sie dies erst tun, wenn Ihre Familienplanung abgeschlossen ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass Krampfadern in Folgeschwangerschaften wieder auftreten, ist nämlich sehr hoch.

Weiterführende Informationen gibt es zum Beispiel:

  • Auf der Website der Deutschen Gefässliga
  • Auf der Website der Schweizerischen Gesellschaft für Angiologie
  • Mehr Informationen zu verschiedenen Kompressionsstrümpfen

Analthrombose: Schmerzhafte Knoten am After sofort behandeln

Eine Analthrombose kommt immer plötzlich. Viele denken sofort, es handelt sich um Hämorrhoiden. Typisch sind jedoch ein oder mehrere bläuliche Knoten am Afterrand. Sie können so schmerzhaft sein, dass normales Sitzen unerträglich wird.

Im Unterschied zu Hämorrhoiden wachsen Analthrombosen, auch Analvenenthrombosen, jedoch nicht aus dem Anus heraus. Die Ausbuchtungen befinden sich vielmehr außerhalb am Afterrand. Sie werden daher auch als „falsche Hämorrhoiden“ oder „äußere Hämorrhoiden“ bezeichnet. Wie die Behandlung aussieht, hängt von der Größe der Knoten und der Intensität der Schmerzen ab.

Symptome
So macht sich eine Analthrombose bemerkbar

Die Ursache für eine Analthrombose ist ein Blutstau am After. Dabei handelt es sich um ein Blutgerinnsel, das eine Vene im Anus oder an dessen Rand verstopft. Am häufigsten treten Analthrombosen im mittleren Alter zwischen 25 und 55 auf. Dabei sind Männer etwas häufiger betroffen als Frauen. Die Beschwerden kommen innerhalb von Minuten oder Stunden: Typischerweise verspüren die Betroffenen nach dem Stuhlgang ein Spannungsgefühl oder einen plötzlichen Schmerz am After. Manchmal können die Schmerzen so stark werden, dass der Betroffene nicht mehr laufen kann. Aber so unangenehm die Analthrombose auch sein mag: Sie ist harmlos und bildet sich bei richtiger Behandlung in der Regel nach kurzer Zeit wieder zurück – meist innerhalb von Tagen, manchmal dauert es wenige Wochen.

Foto-Serie mit 9 Bildern

Unterschied zu Hämorrhoiden
So unterscheiden sie Analthrombose von Hämorrhoiden

Laien verwechseln die Analthrombose häufig mit Hämorrhoiden. Doch beide Enddarmerkrankungen können klar voneinander unterschieden werden: Eine Analthrombose liegt immer am Rand des Anus, ist schmerzhaft und blutet nicht. Hämorrhoiden dagegen verursachen – zumindest im Anfangsstadium – keine Schmerzen und bluten. Zudem treten sie nur innerhalb des Anus auf und sind im Gegensatz zu den Knoten der Analthrombose mit Schleimhaut bedeckt.

  • Auf einen Blick: Alles Wichtige zu Hämorrhoiden

Ursachen
Wie lassen sich Analthrombosen vermeiden?

Die Auslöser für eine Analthrombose können verschieden sein. Sie kann unter anderem durch langes Sitzen auf hartem Untergrund hervorgerufen werden. Aber auch der übermäßige Konsum von Alkohol, Kaffee und scharfen Gewürzen begünstigt die Bildung der Wölbungen. Ebenso können Analsex, Durchfall oder starkes Pressen beim Stuhlgang einer Analthrombose vorausgehen. Bei Frauen tritt die Erkrankung infolge der hormonellen Umstellung bevorzugt vor der Regelblutung oder während der Schwangerschaft auf. Die Größe der Knoten, die von Druckgefühl, stechenden Schmerzen, Juckreiz oder Brennen begleitet sein können, variiert von stecknadelkopf- bis pflaumengroß.

Vermeiden Sie daher langes Sitzen und hohen Bauchdruck, wie beispielsweise bei Pressübungen im Kraftsport, oder beim Stuhlgang. Falls Sie häufig unter Verstopfung leiden, sollten Sie sich mehr bewegen und Ihre Ernährung umstellen. Wenn das nicht hilft, können Sie Ihren Stuhl mithilfe von Quellmitteln aufweichen.

Behandlung
Schmerzmittel, Salben oder Skalpell

Die Diagnose der Analthrombose erfolgt durch einfaches Abtasten. Dabei kann der Arzt andere Erkrankungen wie Hämorrhoiden, einen Abszess oder einen bösartigen Tumor ausschließen. Die Behandlung einer Analthrombose richtet sich nach der Größe der Knoten und den Beschwerden. Bei leichten Schmerzen oder Druckgefühl verschaffen apothekenpflichtige Schmerztabletten mit den Wirkstoffen Paracetamol, Ibuprofen oder Diclofenac Linderung. Vom Arzt können Sie sich auch eine kortisonhaltige Salbe verschreiben lassen. Sie wirkt gegen die Schwellung und Entzündung. Ebenfalls schmerzlindernd wirkt eine örtlich betäubende Salbe. Auch Sitzbäder können helfen.

Bei starken Schmerzen und wenn der Thrombus zu platzen droht, ist dagegen ein chirurgischer Eingriff nötig. Er wird meist mit lokaler Betäubung durchgeführt. Dabei entfernt der Chirurg entweder die gesamte Analvenenthrombose oder schneidet den Knoten ein, so dass sich der Thrombus entleeren kann.

  • Problemzone Po: Hämorriden werden oft verwechselt
  • Alles hat seine Zeit: Sieben Fehler im Bad, die vielleicht auch Sie machen
  • Hämorrhoiden – was tun: Sanfte Hilfe durch Hausmittel

Das können Sie tun
Ausreichend trinken und Analhygiene beachten

Patienten mit einer akuten, schmerzhaften Analthrombose sollten strenge Bettruhe einhalten. Manchmal tun kühlende Kompressen gut. Solange die Analthrombose nicht ausgeheilt ist, sollten Sie versuchen, ihren Stuhl zu beeinflussen. Dieser sollte weich sein, um Druck und Schmerzen am Anus zu vermeiden. Das erreichen Sie mit ballaststoffreicher Nahrung und durch genügend Flüssigkeit. In Absprache mit dem Arzt kann auch ein leichtes Abführmittel genommen werden.

Wichtig ist auch eine schonende Analhygiene mit Feuchtreinigung unter fließendem Wasser oder der Dusche. Dabei sollten Sie möglichst auf Seife oder Duschgel verzichten, um eine weitere Reizung zu vermeiden.

Aus der Geschichte: Napoleon litt offenbar an Analvenenthrombose
Historiker schreiben in ihren wissenschaftlichen Veröffentlichungen, dass Napoleon kurz vor der entscheidenden Schlacht bei Waterloo „akute Hämorrhoiden“ hatte (Welling et al., 1988; Mazier und Surrell, 1988). Der Chirurg Prof. Dr. H.-P. Bruch von der Universität Lübeck schreibt in seiner Dissertation (Bruch, 2004) jedoch, dass bei einer Differentialdiagnose auf Basis der überlieferten Symptome nicht die zunächst im Verdacht stehenden Hämorrhoiden den französischen Kaiser geplagt haben dürften, sondern eben eine Analvenenthrombose. Aber auch eine akute Analfissur könnte der Grund gewesen sein, so Bruch.

  • Hämorrhoiden und Mundgeruch: Peinliche Körperleiden vermeiden
  • Wie viel Sauberkeit muss sein: Sechs Fragen zur Hygiene
  • Blutende Gefäßposter: Alles über Hämorrhoiden

© istockphoto, zlikovec

Artikelinhalt

  • Krampfadern: Ursachen und Symptome
  • Krampfadern: Behandlung

Unter Krampfadern (Varizen) versteht man dauerhaft erweiterte Venen. Haben sich viele solcher Venen gebildet, spricht man von einer Varikose. Krampfadern sind häufig genetisch veranlagt, als Ursache kommt aber auch eine Thrombose in Frage. Erste Symptome können müde, schmerzende oder geschwollene Beine sowie Besenreiser sein. Später scheinen dann oftmals blaue, geschlängelte Venen unter der Haut durch. Liegen Krampfadern vor, müssen diese häufig entfernt werden. Welche Behandlung in Frage kommt, ist unter anderem von der Schwere der Erkrankung abhängig. Wir stellen Ihnen verschiedene Behandlungsmethoden vor und verraten, wie Sie Krampfadern vorbeugen können.

Ursachen von Krampfadern

Krampfadern sind keine Seltenheit – mehr als 50 Prozent aller Deutschen leiden im Laufe des Lebens unter erweiterten Venen. Meist treten sie an den Beinen auf. Daneben bilden sich aber auch öfters Krampfadern in der Speiseröhre (Ösophagusvarizen). Sie werden durch einen erhöhten Druck in der Pfortader hervorgerufen, wie es etwa bei einer Leberzirrhose der Fall ist.

Männern sind insgesamt deutlich seltener von Krampfadern betroffen als Frauen. Bilden sich bei Männern erweiterte Venen, dann sind neben den Beinen auch öfters die Hoden betroffen. Eine Krampfader an den Hoden sollte immer ärztlich untersucht werden, da sie im schlimmsten Fall zu einer Unfruchtbarkeit führen kann.

Generell können Krampfadern viele verschiedene Ursachen haben. Je nach Ursache wird zwischen einer primären und sekundären Varikose unterschieden.

Primäre Varikose

In etwa 95 Prozent aller Fälle stellt eine primäre Varikose die Ursache für die Entstehung von Krampfadern dar. Von einer primären Varikose wird gesprochen, wenn eine Venenwand- oder Bindegewebsschwäche die Ursache der Beschwerden darstellt. Durch die Gewebsschwäche schließen die Venenklappen nicht mehr richtig und das Blut kann nicht mehr problemlos weiter transportiert werden. Versackt das Blut in den Venen, erweitern sich diese und es entstehen unschöne Krampfadern.

Neben der genetischen Veranlagung gibt es noch viele weitere Faktoren, die das Risiko für die Entstehung von Krampfadern erhöhen können:

  • weibliches Geschlecht
  • zunehmendes Lebensalter
  • Schwangerschaft
  • Bewegungsmangel
  • Übergewicht
  • stehende berufliche Tätigkeit
  • enge Kleidung
  • Einnahme der Antibabypille

Sekundäre Varikose

Entstehen die Krampfadern als Folge einer tiefen Venenthrombose, spricht man von einer sekundären Varikose. Durch den Verschluss der tiefen Vene muss sich das Blut einen neuen Weg durch das oberflächliche Venensystem suchen. Je nach Länge und Stärke der Überbelastung können die Venenklappen nachhaltig geschädigt werden. Kann das Blut dadurch nicht mehr wie gewohnt weiter transportiert werden, sondern staut sich zurück, entstehen Krampfadern.

Bei einer tiefen Venenthrombose ist eine frühzeitige Diagnose besonders wichtig, da ansonsten die Gefahr einer Lungenembolie besteht. Typische Symptome, die auf eine Thrombose hinweisen, sind Schmerzen und Schwellung im Bereich der Wade. Oftmals fühlt sich die Wade auch warm an oder verfärbt sich.

Bei vielen Frauen bilden sich während der Schwangerschaft Krampfadern aus. Dies liegt daran, dass es durch die hormonellen Veränderungen in der Schwangerschaft zu einer Lockerung des Muskel- und Bindegewebes kommt. Davon sind auch die Venen betroffen.

Zudem drückt die Gebärmutter im Verlauf der Schwangerschaft immer stärker auf die Venen im Becken sowie auf die untere Hohlvene. Dadurch steigt der Blutdruck in den Beinvenen und die Entstehung von Krampfadern wird begünstigt. Generell gilt, dass das Risiko für eine Venenschwäche mit der Anzahl der Schwangerschaften steigt.

Typische Symptome: Krampfadern erkennen

Oftmals lassen sich Krampfadern direkt erkennen, da sie unter der Haut durchschimmern. Die erweiterten Adern sind dick und blau und haben einen schlangenförmigen und knotigen Verlauf.

Sie sind von kleinen Besenreisern abzugrenzen, die deutlich feiner sind und entweder eine rötliche oder bläuliche Farbe haben. Besenreiser an sich sind zwar harmlos, können aber auf eine Venenschwäche hindeuten. Deswegen sollten auch Besenreiser immer ärztlich abgeklärt werden.

Sind die Krampfadern nicht auf den ersten Blick erkennbar, können folgende Symptome auf die Venenschwäche hinweisen:

  • Schwere, müde und schmerzende Beine können ein Hinweis auf Krampfadern sein.
  • Nach längerem Sitzen oder Stehen sind die Beine zudem oftmals geschwollen.
  • Typischerweise verschlimmern sich die Beschwerden abends sowie bei warmen Temperaturen.
  • Durch Hochlagern und Kühlen der Beine lassen sich die Schmerzen und die Schwellung zumeist lindern.

Mögliche Komplikationen

Wenn Sie den Verdacht haben, dass bei Ihnen ein Venenleiden vorliegt, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Am besten wenden Sie sich an einen Venenspezialisten – einen sogenannten Phlebologen. Dieser kann feststellen, ob es sich bei Ihnen tatsächlich um Krampfadern handelt und anschließend eine entsprechende Therapie in die Wege leiten.

Werden Krampfadern nicht rechtzeitig behandelt, können sie schwere Komplikationen nach sich ziehen. Beispielsweise können Venenentzündungen auftreten, die wiederum zur Bildung eines Blutgerinnsels führen können.

Schreitet das Krampfaderleiden weiter voran, kommt es immer häufiger zu Schwellungen in den Beinen (Ödeme). Dies liegt daran, dass das Blutvolumen in den Venen zunimmt und deswegen Flüssigkeit in umliegendes Gewebe gepresst wird. Ebenso können Ekzeme – entzündliche Reizungen der Haut – auftreten. Durch jahrelange Reizungen der Haut kann es zu dunklen Verfärbungen, Narben und im schlimmsten Fall zu einem offenen Bein kommen.

Aktualisiert: 27.06.2018 – Autor: Kathrin Mehner

Krampfadern (Varizen, Varikose, Varikosis)

Typische Symptome bei Krampfadern sind lokale Schmerzen, Wadenkrämpfe, Schwellungsneigung und später bläuliche Verfärbungen der Haut. (zlikovec / iStockphoto)

Kurzfassung:

  • Risikofaktoren für das Entstehen von Krampfadern sind Hormone, Übergewicht, Alter und Veranlagung.
  • Krampfadern können nach ihrer Ursache und Lokalisation in unterschiedliche Formen eingeteilt werden.
  • Typische Symptome sind lokale Schmerzen, Wadenkrämpfe, Schwellungsneigung und später bläuliche Verfärbungen der Haut bis hin zur Ausbildung eines offenen Beines (Ulcus cruris venosum).
  • Behandelt werden kann eine Varikose mithilfe von konservativen und operativen Methoden.

Krampfadern sind eine Zivilisationskrankheit, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Nur 10% der Bevölkerung sind venös völlig gesund. Am häufigsten entstehen Krampfadern im Bereich der Beine. Seltener treten sie am Hoden, in der Scheide (meist während einer Schwangerschaft) oder als Folge einer Lebererkrankung im Bereich von Magen und Speiseröhre sowie am Bauch im Bereich des Nabels auf.

Abb.: Gestörter Blutfluss bei Krampfadern (© VOLODYMYR GRINKO – fotolia.com) (© VOLODYMYR GRINKO – fotolia.com)

60% der Betroffenen weisen minimale Venenerweiterungen auf, die allerdings keinen Krankheitswert haben. Die restlichen 30% haben behandlungsbedürftige Krampfadern. Varizen treten meist ab dem 40. Lebensjahr auf, können aber auch schon früher entstehen; das Risiko für Varizen steigt mit dem Alter an. Krampfadern stellen nicht nur ein kosmetisches Problem dar, sie können auch zu Komplikationen führen.

Was sind Krampfadern?

Der natürliche Fluss des Blutes durch die Beinvenen verläuft von den oberflächlichen Venen über Verbindungsvenen zu den tiefen Beinvenen. Diese transportieren das Blut dann in die untere Hohlvene, die es zum Herzen weiterleitet. Bei Krampfadern kommt es durch einen mangelhaften Venenklappenschluss zu einer Volumen- und Druckerhöhung und infolgedessen zur Ausweitung und varikösen Umgestaltung der betroffenen Venen.

Je nachdem, ob den Varizen eine andere Erkrankung zugrunde liegt oder nicht, unterscheidet man die primäre und die sekundäre Varikosis.

Die primäre Form ist die häufigste Form der Krampfadern. Ihre Ursache ist eine angeborene Venenwandschwäche. Primäre Krampfadern entstehen durch Blutstau in den Venen, Veränderungen der Venenwände und nicht mehr funktionierende Venenklappen. Risikofaktoren für die Entstehung von Krampfadern sind neben der erblichen Ursache:

  • Geschlecht: Frauen sind häufiger betroffen als Männer.
  • Schwangerschaft: In der Schwangerschaft wird die Entstehung von Varizen durch zahlreiche Faktoren begünstigt: die Schwangerschaftshormone, den erhöhten Druck auf die Beckenvene durch das Kind in der Gebärmutter, die Zunahme des Blutvolumens und die starke Druckeinwirkung auf die Beine im Stehen und Sitzen. Varizen, die in der Schwangerschaft entstehen, bilden sich häufig nach einiger Zeit wieder zurück, können aber auch bestehen bleiben.
  • Hormonelle Einflüsse (Pille)
  • Alter
  • Übergewicht
  • Sitzender oder stehender Beruf
  • Bewegungsmangel
  • Ballaststoffarme Ernährung

Abb.: Besenreiservarizen am Oberschenkel (©-Charles-Benavidez – istockphoto.com) (©-Charles-Benavidez – istockphoto.com)

Je nach Lokalisation und Dicke der Krampfadern spricht man von drei unterschiedlich starken Ausprägungen:

  • Besenreiservarizen: die leichteste Form von Varizen. Sie entstehen durch die Erweiterung von weniger als 1 mm großen, oberflächlichen Venen und bilden ein feines, rötlich-bläuliches, spinnennetzartiges Geflecht. Sie stellen nur ein kosmetisches Problem dar.
  • Retikuläre Varizen: oberflächliche Venenerweiterungen zwischen 2 und 4 mm
  • Stamm- und Seitenastvarizen: häufigste Formen der Krampfadern, die die große Stammvene, die kleine Stammvene und ihre Seitenäste betreffen. Die große Stammvene verläuft an der Innenseite von Ober- und Unterschenkel, die kleine Stammvene an der Rückseite des Unterschenkels.

Die sekundäre Form kommt wesentlich seltener vor (nur 5% der Fälle) und entsteht infolge einer anderen Grunderkrankung. Abflussbehinderungen durch Venenthrombosen oder eine Drucküberlastung bei arteriell-venösen Gefäßkurzschlüssen (direkte Verbindung von Arterie und Vene) sind mögliche Ursachen.

+++ Mehr zum Thema: Vorbeugung von Krampfadern +++

Welche Symptome treten bei Krampfadern auf?

In den Anfangsstadien müssen Varizen keine Beschwerden verursachen. Erste Anzeichen können folgende Symptome sein:

  • Schweregefühl
  • Wadenkrämpfe
  • Spannungsgefühl
  • leichte Schwellungsneigung
  • Schmerzen

In späteren Stadien kann es zu Hautverfärbungen, Hautverdichtungen und diversen Komplikationen kommen.

Komplikationen bei Krampfadern

Abb.: Krampfadern mit einhergehenden Farbveränderungen der Haut (©-DIGIcal – istockphoto.com) (©-DIGIcal – istockphoto.com)

Chronisch-venöse Insuffizienz

Wenn Varizen lange Zeit unbehandelt bleiben, kann sich eine chronisch-venöse Insuffizienz mit bleibenden Knöchelödemen, Verhärtungen und Verfärbungen der Haut entwickeln. Im ungünstigsten Fall entsteht im Rahmen der chronisch-venösen Insuffizienz ein Unterschenkelgeschwür (Ulcus cruris), das oft nur sehr langsam abheilt.

Spontane Blutung

Bedingt durch den venösen Überdruck kann es zur spontanen Blutung von kleinen, oberflächlichen Venenerweiterungen kommen. In diesem Fall lagert man das betroffene Bein hoch und bringt eine saubere Wundauflage und einen Kompressionsverband an.

Entzündung (Thrombophlebitis)

Bei einem Verschluss der oberflächlichen Venen durch einen Thrombus kann in diesem Bereich eine Entzündung (Thrombophlebitis) entstehen. Die Behandlung der Thrombophlebitis erfolgt durch schmerzstillende, entzündungshemmende Medikamente und Blutverdünner.

Wie werden Krampfadern diagnostiziert?

Nach ausführlicher Anamnese (= Erhebung der Krankengeschichte) führt der Arzt eine körperliche Untersuchung durch. Dabei wird vor allem die Haut an den Beinen untersucht. Weiters kann eine Ultraschall-gestützte Abklärung erforderlich sein. Mit der Duplex-Sonografie werden die Durchgängigkeit der oberflächlichen und tiefen Venen und die Funktion der Venenklappen der Stammvenen überprüft. In bestimmten Fällen wird die Phlebografie (Darstellung der Venen mittels Kontrastmittelröntgen) in der Diagnostik angewandt.

Wie werden Krampfadern behandelt?

Zur Behandlung von Krampfadern kommen verschiedene konservative sowie operative Methoden infrage. Mögliche Therapieformen sind:

  • Kompressionstherapie (Kompressionsverbände oder Kompressionsstrümpfe)
  • Medikamente (Tabletten, Tropfen, Salben)
  • Endovenöse Verfahren (dabei verbleiben die Venen im Körper, werden aber durch verschiedenste Verfahren verschlossen)
  • Operationen (Venenstripping, Crossektomie)

+++ Erfahren Sie mehr zum Thema: Behandlung von Krampfadern +++

Das können Sie selbst tun:

  • Bewegen Sie sich ausreichend. Vor allem Sportarten wie Schwimmen, Radfahren und Joggen sind gut.
  • Vermeiden Sie Übergewicht, längeres Sitzen und Stehen.
  • Lagern Sie Ihre Beine hoch! Das sorgt zwischendurch für Entspannung und entlastet die Venen. Auch Zehengymnastik fördert die Venengesundheit.
  • Ernähren Sie sich gesund und trinken Sie ausreichend.
  • Heben Sie keine schweren Lasten.
  • Vermeiden Sie heiße Bäder.
  • Wechselbäder mit kaltem und warmem Wasser regen die Durchblutung an.

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von netdoktor.at

Stand der medizinischen Information: Juli 2019

Krampfadern im Bereich der Schamlippen

Mein Arzt hat bei mir Krampfadern im Bereich der Schamlippe festgestellt. Wodurch sind diese entstanden und was kann man dagegen tun? zur Antwort

Wie gefährlich sind Varikozelen?

Frage: Vor eineinhalb Jahren wurde im Zuge der Musterung festgestellt, dass ich im linken Hoden Krampfadern habe. Man merkt es insofern, als der … zur Antwort

Krampfadern – höheres Risiko für Hämorrhoiden?

Frage: Ich habe eine Bindegewebsschwäche (von meiner Mutter geerbt) und daher vor allem mit Krampfadern an den Beinen zu kämpfen. Kann eine … zur Antwort

Schamlippen-Varizen

Venenleiden sind eine Volkskrankheit. Durchschnittlich 90% aller Erwachsenen leiden unter Veränderungen an ihrem Venensystem. Bei Krampfadern an den Schamlippen, den sog. Schamlippen-Varizen, handelt es sich um eine eher seltene Erscheinungsform – ca. 4% der weiblichen Bevölkerung sind von ihnen betroffen. Sie können episodisch während der Schwangerschaft und prinzipiell bei jedem Ostrogenschub im Leben der Frau auftreten. Sie können allerdings auch ein Symptom einer tief ins Becken und bis zu den Nieren reichenden venösen Erkrankung sein.
Eine solche kann begleitet werden von Drückgefühl, Schwellung und auch Schmerzen im Beckenbodenbereich, die bis in den Unterbauch ausstrahlen können. Häufig berichten betroffene Frauen von Schmerzen beim Wasser-lassen, Regelbeschwerden und von sexuellen Funktionsstörungen, die von Schmerzen bei Vaginalverkehr, dem Verlust der Orgasmusfähigkeit (Anorgasmie) bis zu spontan auftretenden Orgasmen reichen können.
In Fällen, bei denen Schamlippen-Varizen eher ein kosmetisches Problem darstellen, d.h. keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen verursachen, kann eine Verödung das gewünschte Resultat bringen. Dafür wird in das betroffene Gefäß ein Verödungsschaum gespritzt, wodurch eine kontrollierte lokale Reizung entsteht, die den erkrankten Venenabschnitt aus dem Venenkreislauf nimmt. Die so dauerhaft verschlossenen Venen bilden sich mit der Zeit in von außen nicht sichtbare Gewebefasern um und das kosmetisch gewünschte Resultat ist im Idealfall innerhalb weniger Wochen erreicht und kosmetisch sehr zufriedenstellend.
Vor jeder Behandlung wird in der Medical Well Clinic eine Untersuchung mit Doppler-Ultraschall durchgeführt, damit eine Venenerkrankung mit seltenem Ursprung im kleinen Becken oder höher im Vorhinein erkannt werden kann. Wird eine solche diagnostiziert, ist eine Krampfader-Verödung nicht ausreichend. Dann sind bei Krampfadern im weiblichen Genitalbereich zusätzliche radiologische interventionelle Verfahren erforderlich, die bis zu den Venen des kleinen Beckens oder der Nieren reichen können. Hier arbeiten wir zusammen mit einem über die Landesgrenzen anerkannten Angiologen. Unsere Leistung besteht in solchen Fällen im Erkennen einer Krankeheit, die oft viele Jahre lang unaufgeklärt blieb.
Nutzen Sie die über 30-jährige Erfahrung der Medical Well Clinic Dresden auf dem Gebiet der Venenheilkunde (Phlebologie) und vereinbaren Sie einen Termin für ein unverbindliches Beratungsgespräch online oder telefonisch unter der oben eingeblendeten Nummer.

Krampfadern: Wann und wie entfernen?

Krampfadern sind oft genetisch bedingt. Trotzdem gibt es Tipps, um ihnen vorzubeugen. © iStock.com/netris

Krampfadern sind knotig ausgebuchtete Venen, in denen der Blutabfluss behindert ist. Sie werden in der Fachsprache auch auch als Varikose oder Varikosis bezeichnet. Aus medizinischer Sicht sind Krampfadern in den meisten Fällen harmlos und bedürfen keiner ärztlichen Behandlung. Das gilt ebenso für die sogenannten Besenreiser, eine Vorstufe von Krampfadern.

Der Begriff Krampfader stammt vom mittelhochdeutschen Begriff „Krummadern“, das heißt krumme, geschlängelte Ader. Eine Krampfader ist aber nicht nur eine geschlängelte, sondern auch eine erweiterte und in ihrer Funktion gestörte Vene.

Im Überblick:

  • Ursachen für Krampfadern
  • Symptome von Krampfadern
  • Untersuchungen von Krampfadern
  • Behandlung: Wann und wie entfernen?
  • Krampfadern vorbeugen

Lysinhaltiges Essen für ein starkes Bindegewebe und gegen Cellulite

Ursachen für Krampfadern

Es gibt verschiedenen Risikofaktoren, warum sich Venen zu Krampfadern entwickeln. Dazu gehören:

  • genetische Veranlagung
  • hormonelle Veränderungen in der Schwangerschaft und den Wechseljahren oder durch die Pille
  • Bewegungsmangel
  • Übergewicht
  • Rauchen
  • zunehmendes Lebensalter
  • starke Belastung der Beine, zum Beispiel durch Übergewicht oder häufiges langes Stehen

Die Neigung zu Krampfadern und einer allgemeinen Venenschwäche ist in vielen Fällen genetisch bedingt. Bei vielen Menschen kommt es vor allem im fortgeschrittenen Alter in den oberflächlichen und tieferen Venen zu Gefäßschwächen und Beschädigungen. Der behinderte Blutfluss lässt dann mit der Zeit Varizen entstehen.

Es gibt allerdings auch Erkrankungen, die zwar mit einem erhöhten Risiko für Krampfadern einhergehen, allerdings eher selten die Ursache sind:

  • tiefe Beinvenenthrombose
  • angeborene Einengung oder Verschluss der großen Bauchvene
  • Leberzirrhose
  • Herzschwäche (Rechtsherzinsuffizienz)

Das Entstehen oder die Verschlimmerung von Krampfadern während der Schwangerschaft lässt sich zum einen auf hormonelle Veränderungen zurückführen: Vermehrt wird das Hormon Progesteron ausgeschüttet, um das Gewebe, besonders die Gebärmutter, dehnbarer zu machen. Besonders das Bindegewebe und auch die Venenwände werden dadurch elastischer. Der Rücktransport des venösen Bluts aus den Beinen zum Herzen wird so erschwert. Mit dem Fortschreiten der Schwangerschaft drückt die wachsende Gebärmutter auf die Venen im Beckenbereich und erschwert den in der Schwangerschaft erhöhten Blutfluss zusätzlich.

Während einer Schwangerschaft entwickelt jede dritte Frauen Krampfadern. Nach der Entbindung bilden sich Krampfadern bei über 90 Prozent der betroffenen Frauen innerhalb einer Woche nach der Geburt von alleine zurück.

Symptome von Krampfadern

In den meisten Fällen entwickeln sich Krampfadern in den Beinvenen, vor allem an den Waden, in den Kniekehlen und den Innenseiten der Schenkel. Krampfadern sind knotig ausgebuchtet und von bläulich-violetter Färbung. Als fein verästelte Besenreiser können sie auch im Gesicht auftreten. Hämorrhoiden zählen ebenfalls zu den Krampfadern. Dabei handelt es sich um eine mitunter schmerzhafte Venenschwäche im Bereich des Anus.

An den Hoden oder den Schamlippen treten nicht selten ebenfalls Venenverdickungen an die Oberfläche. Ob es sich dabei um Krampfadern handelt und wie sie behandelt werden, sollte beim Arzt abgeklärt werden.

Komplikationen

Meist bereiten Krampfadern keine Beschwerden und stellen eher ein kosmetisches Problem dar. Mitunter kann es durch die Krampfadern jedoch auch zu schwerwiegenderen Komplikationen kommen. Durch den gestörten Blutfluss in den erweiterten Beinvenen können entzündliche Veränderungen der Gefäßwand auftreten. Es kann auch zu einem sogenannten offenen Bein (Ulkus) am Unterschenkel oder Knöchel aufgrund der Minderdurchblutung kommen.

Anzeichen dafür sind:

  • Hautverfärbungen und Hautveränderungen
  • Beinschwellung und Ödeme (Wassereinlagerungen)
  • Juckreiz, Rötung und Schmerzen
  • Blutungen

Unbehandelt können sich eine Venenentzündung und in der Folge gefährliche Blutgerinnsel (Thromben) bilden. Eine Beinvenenthrombose muss immer behandelt werden. Löst sich ein solches Blutgerinnsel, wird es im Blutstrom weitertransportiert und kann an anderer Stelle im Körper Blutgefäße verstopfen. Im schlimmsten Falle droht eine gefährliche Lungenembolie.

Krampfadern erscheinen knotig und bläulich-violett. © iStock.com/Lizalica

Untersuchungen bei Krampfadern

Bei auffälligen Krampfadern und Beschwerden sollte der Hauarzt, ein Internist oder ein Phlebologe (Venenspezialist) aufgesucht werden. Oberflächliche Krampfadern stellt der Arzt meist schon durch Begutachtung und Tastbefund fest. Mithilfe des sogenannten Manschettentests kann zudem untersucht werden, an welcher Stelle genau es zur ursächlichen Blutflussstörung kommt. Dafür muss der liegende Patient ein Bein senkrecht anheben. Danach unterbindet der Arzt mittels einer Manschette den Blutfluss und der Patient muss wieder aufzustehen. So lässt sich beobachten, wo und wie sich die Krampfader mit Blut füllt.

Zur Untersuchung tieferer Venen steht die Dopplersonographie (Duplexsonographie) zur Verfügung. Auch die Phlebographie, eine Röntgenuntersuchung der Beinvenen mit Kontrastmittel kann Teil einer eingehenden Diagnostik sein.

Behandlung von Krampfadern

Die meisten Krampfadern bereiten keine Beschwerden und führen auch nicht zu weiteren Problemen. Treten Komplikationen in Form von Schmerzen, Schwellungen oder Blutungen auf, sollten sie fachgerecht behandelt werden, damit es nicht zu einer Thrombose und Gewebeschäden kommt.

Bestehen nur leichte Beschwerden, können diese folgendermaßen gelindert werden:

  • Beine hochlegen
  • langes Stehen vermeiden
  • viel Bewegung an der frischen Luft
  • Wechselduschen
  • Gymnastik
  • Kompressionsstrümpfe oder Kompressionsverband, vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel und auf Flügen
  • lange Sonnenbäder vermeiden

Zur Behandlung der Krampfadern, die noch keine Beschwerden machen, können auch pflanzliche Mittel eingesetzt werden. Präparate mit Extrakten des Roten Weinlaubs, der Rosskastanie, des Mäusedornwurzelstocks und des japanischen Schnurbaums werden bei Venenschwäche eingesetzt.

Die sieben häufigsten Fußprobleme

Behandlungen zum Entfernen von Krampfadern

Verursachen die Krampfadern Symptome oder sind tiefe Beinvenen betroffen, stehen verschiedene, operative Methoden zur Verfügung:

  • Crossektomie mit Stripping („Ziehen“): Das Ziehen der Krampfader ist derzeit die Methode der Wahl. Die Kosten werden von den Kassen übernommen. Bei der Crosstektomie werden erweiterte Hauptvenen an der Einmündungsstelle ins Bein (Leiste oder Kniekehle) unterbunden und dann meist entfernt, also mit dem Stripping kombiniert. Die OP kann in Vollnarkose oder örtlicher Betäubung durchgeführt werden.

  • Phlebektomie/Miniphlebektomie (nach Muller): Die Phlebektomie wird auch Häkchenmethode oder Häkelverfahren genannt. Dabei wird über kleine Hautschnitte ein Instrument mit einem Häkchen eingeführt und so die Vene herausgezogen und entfernt. Die Phlebektomie kann unter Vollnarkose oder auch nur unter örtlicher Betäubung erfolgen.

  • Endoluminale Lasertherapie (ELT)/Endovenöse Laserablation (EVLA): Über den Unterschenkel wird ein dünner Katheter mit Hitzeelement an der Spitze in die betroffenen Vene bis zur Mündung zur nächsten Hauptvene eingeführt und dann langsam zurückgezogen. Durch die Wärmeabgabe der Spitze wird die Vene so verödet. Der Eingriff wird ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Beide Verfahren sind inzwischen etabliert und können das Stripping ersetzen. Die Kosten werden von einigen, aber nicht allen Krankenkassen übernommen.

  • Verödung (Sklerosierung): In die betroffenen Vene wird ein Mittel gespritzt, sodass sich die Gefäßinnenwände entzünden und verkleben, sodass ein Verschluss der Vene die Folge ist. Die Methode eignet sich vor allem bei kleinen Krampfadern und Besenreisern.

  • Fibrinkleber: Die betroffene Vene wird über einen Katheter mit Fibrinkleber verschlossen. Es gibt noch keine Langzeiterfahrungen und auch die Kostenübernahme muss individuell mit der Krankenkasse geklärt werden.

  • Transilluminationsunterstützte Venenentfernung: Ein Gerät wird unter Leuchtkontrolle in die betroffene Vene eingeführt, zerstört dann den betroffenen Venenabschnitt und saugt ihn ab.

  • Chiva-Methode: Mithilfe von Ultraschall wird der betroffene Venenabschnitt lokalisiert und dann über einen Hautschnitt entfernt. Die Methode gilt als sehr schonend, allerdings liegen noch keine aussagekräftigen Langzeitergebnisse vor.

Krampfadern entfernen sollte ein Facharzt für Phlebologie oder Gefäßchirurgie. Nach den meisten Eingriffen müssen für einige Wochen Kompressionsverbände oder Kompressionsstrümpfe getragen werden.

Geheimtipps gegen Krampfadern

TargetVideo

Krampfadern vorbeugen

Die Neigung zu Krampfadern und einer allgemeinen Venenschwäche ist in den meisten Fällen genetisch angelegt. Doch selbst wer bereits unter einer Venenschwäche leidet, kann durch einen aktiven Lebenswandel die Beschwerden minimieren.

Tipps, um die Venen zu stärken und Krampfadern zu vermeiden:

  • Ausreichend Bewegung und Ausdauersport: Treppe statt Aufzug, Fahrrad statt Auto – Bewegung in den Alltag ewinbauen. Besonders Menschen mit stehenden Berufen sollten für einen Ausgleich in Form einer Ausdauersportart wie Joggen, Fahrrad fahren oder Nordic Walking sorgen. Sportarten mit schnellen Richtungswechseln und Stop-and-Go-Bewegungen, wie beispielsweise Tennis oder Squash, sind hingegen belastend auf die Venenklappen. Auch Kraftsport, bei dem viel Bauchdruck aufgebaut wird, ist zu vermeiden, da so viel Druck auf die Beinvenen ausgeübt wird.

  • Normalgewicht

  • Kalte Duschen für die Beine

  • Verzicht auf lange Sonnenbäder und Saunagänge

  • Enge, einschnürende Kleidung vermeiden

  • Flache Schuhe, wenn möglich viel barfuß gehen

  • Beine im Sitzen nicht übereinanderschlagen

Übungen für die Venen

Am wichtigsten ist, immer mal wieder für Bewegung zu sorgen, vor allem, wenn langes Stehen unvermeidlich ist. Kleine Übungen, die zwischendurch die Muskelpumpe anregen und die Venen stärken, lassen sich einfach in den Alltag einbauen:

  • Bei langem Stehen zwischendurch auf die Zehenspitzen stellen und nach kurzer Zeit wieder die Fersen senken. Mehrfach wiederholen.

  • Im Sitzen oder Stehen mit den Füßen kreisende Bewegungen durchführen. Bietet sich auch im Büro am Schreibtisch an.

  • Auf den Rücken legen, Beine in die Luft strecken und wie beim Radfahren bewegen. Hierbei fließt das Blut gut aus den Beinen.

Wasser in den Beinen: Zehn Tipps gegen geschwollene Füße

About the author

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.