Kosten geburtsvorbereitende akupunktur

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In den letzten Jahren hat sich die geburtsvorbereitende Akupunktur immer mehr etabliert. Sie kann die Geburtsschmerzen deutlich reduzieren und insgesamt die Geburt erleichtern. Sogar im Kreissaal selbst wird die Akupunktur angewendet. Sie soll dabei Schmerzen lindern und der werdenden Mama etwas Entspannung bringen. Insgesamt kann die geburtsvorbereitende Akupunktur also schon vor der Geburt helfen und sogar während der Geburt Erleichterung verschaffen. Ich möchte Dir heute erklären, wie eine solche Akupunktur vor der Geburt abläuft, was da genau passiert und worauf Du achten musst.

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Was macht die geburtsvorbereitende Akupunktur?

Eine geburtsvorbereitende Akupunktur kann die gesamte Geburtsdauer verkürzen. Wenn Du bereits vor der Geburt mit der Behandlung beginnst, kann die Geburt weniger lang dauern. Dabei musst Du allerdings etwa vier Wochen vor dem geplanten Entbindungstermin mit der geburtsvorbereitenden Akupunktur beginnen. Es gibt sogar einige Studien die belegen, dass Akupunktur vor der Geburt durchaus wirksam ist.

Eine Studie (durchgeführt von der Mannheimer Universitätsfrauenklinik) hat gezeigt, dass Frauen, die keine geburtsvorbereitende Akupunktur hatten, etwa zwei Stunden länger gebärt haben. Aber warum ist das so?

Geburtsvorbereitende Akupunktur und ihre Wirksamkeit

Während einer Akupunktursitzung werden bestimmte Punkte stimuliert. Dabei wird der Muttermund bei der Reifung unterstützt und der Gebärmutterhals verkürzt sich. Wenn dann die Eröffnungsphase der Geburt beginnt, sind die Wehen wesentlich effektiver, weil sie dann direkt auf den Muttermund bei der Geburt einwirken. Kurz gesagt: geburtsvorbereitende Akupunktur verkürzt die Geburt.

Aber es kommt bei der Behandlung sehr stark drauf, wie die geburtsvorbereitende Akupunktur durchgeführt wird. Bleiben die Nadeln einfach in der Haut stecken, gibt es eine anregende Wirkung. Werden die Nadeln hingegen während der Sitzung regelmäßig gedreht, wirkt die Akupunktur beruhigend. Wenn die Akupunktur also während der Geburt angewendet wird, wird der Arzt die Nadeln drehen, damit Du Dich während einer Wehe besser entspannen kannst. Wenn die Geburt gerade etwas stockt, verbleiben die Nadeln in der Haut.

Wichtig:

Eine geburtsvorbereitende Akupunktur darf niemals selbst durchgeführt werden und schon gar nicht vor der 36. SSW, da sonst eine Frühgeburt drohen kann. Zudem solltest Du auf jeden – nach Rücksprache mit Deinem Arzt – vor der Geburt mindestens eine Akupunktur-Sitzung machen. Du weißt nie, wie Dein Körper auf die Nadeln reagiert. Besonders direkt unter der Geburt möchtest Du keine Überraschungen erleben.

Geburtsvorbereitende Akupunktur – Die Sitzung

Wie schon erwähnt, sollte mein keinesfalls mit der geburtsvorbereitenden Akupunktur vor der 36. SSW beginnen. Dein Arzt wird Dir dann etwa eine oder zwei Sitzungen pro Woche verschreiben, damit die Akupunktur ihre volle Wirkung erzielen kann.

Eine Akupunktur vor der Geburt wird – wie sonst auch – immer auf beiden Seiten des Körpers gemacht. Sonst würde Dein inneres Gleichgewicht aus den Fugen geraten. Während der Sitzung werden folgende Punkte mit den Nadeln stimuliert:

  • ein Punkt, der etwas unterhalb des Knies liegt
  • der kleine Zeh (jeweils rechts und links außen)
  • der Innenknöchel Deiner Füße
  • an der Wade seitlich (jeweils rechts und links)

Hast Du Angst vor der Geburt, dann wird auch noch ein Punkt am Kopf stimuliert. Eine Nadel in diesem Akupunkturpunkt soll die entspannen und Ängste lösen.

Eine geburtsvorbereitende Akupunktur dauert in etwa 20 bis 30 Minuten. Du kannst selbst entscheiden, ob Du dabei lieber sitzen oder liegen möchtest. Der größte Entspannungseffekt wird aber wohl im Liegen eintreten. Bedenke aber, dass Du – besonders bei der ersten Sitzung – vielleicht unter Schwindelgefühlen oder Übelkeit leiden kannst, daher ist Liegen die bessere Variante.

Geburtsvorbereitende Akupunktur – Dein Baby

Um Dein Baby musst Du Dir bei der Akupunktur vor der Geburt keine Sorgen machen, denn Dein kleiner Schatz wird während der gesamten Behandlungsdauer mit einem CTG überwacht. So kannst Du sicher sein, dass die geburtsvorbereitende Akupunktur Deinem Baby nicht schadet.

Leider ist diese Form der Geburtsvorbereitung keine Leistung der Krankenkasse. Das bedeutet, dass Du für die Behandlungskosten selbst aufkommen musst. Pro Sitzung werden etwa 20 Euro fällig. Diese Kosten kannst Du aber später bei der Einkommensteuererklärung als “außergewöhnliche Belastungen” angeben.

Die einzige Chance auf Kostenübernahme besteht dann, wenn die geburtsvorbereitende Akupunktur für Rücken- oder Gelenkschmerzen verschrieben wird. Am Besten telefonierst Du kurz mit Deiner Krankenkasse und informierst Dich ausführlich.

Wann darf ich keine Akupunktur erhalten?

  • bei erhöhter Blutungsneigung (auch durch Medikamente)
  • wenn Du eine Hautinfektionen im Bereich der Einstchstelle hast
  • oder bei Narben im Bereich der Einstichstelle

Welche Komplikationen können auftreten?

  • Blutung oder “blauer Fleck”: Manchmal kann es beim Entfernen der Nadel kurz bluten oder es kann sich ein kleiner “blauer Fleck” bilden.
  • Schwindel, Blässe: Manche Frauen reagieren im Sitzen auf die Akupunktur mit Kreislaufbeschwerden. Nach Entfernen der Nadeln werden die Beschwerden wieder besser.

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  • Akupunktur in der Schwangerschaft

Akupunktur gegen Geburtsschmerzen hilft wenig

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Für Annelie Flaig (Name geändert) war es das erste Kind – und ihre Unsicherheit war groß. Als die Mitte 30-Jährige vor eineinhalb Jahren ihren Sohn in Frankfurt am Main auf die Welt brachte, hatte sie schon viele schlimme Geschichten aus ihrem Bekanntenkreis gehört: Frauen, die sich tagelang durch Wehen kämpften und dann schon völlig mit den Nerven am Ende waren, als die eigentliche Geburt endlich begann.

Werdende Mütter, die drei- oder viermal ins Krankenhaus fuhren, von dort aber wieder zurückgeschickt wurden, weil die Wehen wieder ausgesetzt hatten.

Schmerzlinderung versprochen

Ein solches Erlebnis wollte Flaig vermeiden – und nahm deshalb während der letzten Wochen ihrer Schwangerschaft das Angebot dankbar an, das ihr Gynäkologe in seiner Praxis offerierte. Ein Heilpraktiker, der dort arbeitete, würde sie in ein paar Sitzungen per Akupunktur auf die Geburt vorbereiten. Der Effekt, den der Arzt versprach: Die Schmerzen der Geburt würden spürbar verringert, und die Geburt werde außerdem schneller vorbei sein.

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Denn die Akupunktur rege die Wehentätigkeit an. Pro Sitzung zahlte die Patientin gut 20 Euro, drei Mal ging sie zur Behandlung. Flaig sagt rückblickend, die Geburt ihres Sohnes Max sei unkompliziert verlaufen. „Wahrscheinlich hat die Akupunktur gewirkt“, meint sie.

Akupunktur unter der Lupe

Ob das stimmt, lässt sich für ihren Fall natürlich nicht nachprüfen. Niemand weiß, wie leicht die Frankfurterin die Geburt ohne die Behandlung überstanden hätte. In dieser fehlenden individuellen Nachprüfbarkeit besteht möglicherweise auch ein Teil des Charmes dieser Behandlungsmethode für Schwangere – aus Sicht der Behandler.

Wirkt die Akupunktur tatsächlich spürbar bei Schwangeren oder nicht? Dieser Frage haben sich nun die Experten des Portals „IGeL-Monitor“ angenommen, das vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDS) ins Leben gerufen wurde und systematische Selbstzahlerleistungen in der Arztpraxis unter die Lupe nimmt.

Nutzen ist unklar

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Die Gutachter dort kamen zu einem ernüchternden Ergebnis: „Akupunktur in der Schwangerschaft hilft und schadet kaum“, sagt Michaela Eikermann, Leiterin des Fachbereichs Evidenzbasierte Medizin beim MDS. Die Effekte, schreiben die Tester, seien gering. Die Wissenschaftler kommen somit zum Urteil, der Nutzen von Akupunktur in der Schwangerschaft sei „unklar“.

Für ihre Bewertung sichteten die Experten alle relevanten Studien, die es bislang zu diesem Thema gibt. Sie fanden sechs Übersichtsarbeiten und eine Einzelstudie. Darin waren jeweils Schwangere, die Akupunktur nach den Regeln der Kunst bekamen, mit anderen Schwangeren verglichen worden, die entweder keine derartige Behandlung erhielten oder eine Schein-Akupunktur – bei der etwa die Nadeln an Stellen gestochen wurden, die nicht der chinesischen Lehre entsprachen, oder die Nadeln nicht tief genug in die Haut gestochen wurden, um einen Effekt zu erzielen.

Geringe positive Effekte

Die positiven Effekte, die in den Studien ermittelt wurden, seien durchweg gering gewesen, so die Wissenschaftler von „IgeL-Monitor“. Dies galt für die untersuchten Parameter Schlafqualität während der Schwangerschaft, Übelkeit, Schmerzen während der Schwangerschaft und der Geburt sowie Geburtseinleitung.

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Bieten Gynäkologen ihren schwangeren Patientinnen diese Privatzahlerleistungen an, müssen sie sich bei den Kosten an der Gebührenordnung für Ärzte orientieren, die pro Sitzung einen Satz von rund 20 Euro festlegt.

Angebot für zwei Drittel der Schwangeren

Häufig wird Schwangerschafts-Akupunktur auch in Hebammenpraxen oder von Heilpraktikern angeboten. Die Methode scheint weitverbreitet zu sein: Eine im vergangenen Juli veröffentlichte Studie der Bertelsmann-Stiftung ergab, dass zwei Drittel aller schwangeren Frauen in Deutschland Akupunktur angeboten worden sei. Die Hälfte dieser Frauen – also jede dritte Schwangere – habe das Angebot angenommen.

Das chinesische Heilverfahren ist dabei nur eines von vielen, auf das werdende Mütter zunehmend bei der Geburtsvorbereitung setzen. Auch Kurse für das sogenannte Hypno-Birthing, bei dem die Frauen per Hypnose auf die bevorstehende Geburt vorbereitet werden, verzeichnen bundesweit Zulauf.

Die Schwangerschaftsakupunktur zur Geburtsvorbereitung ist heute inzwischen sehr populär und bekannt, wird auch oft in Anspruch genommen.

Dabei kann Akupunktur viel mehr in der Schwangerschaft und hilft bei vielen Schwangerschaftsproblemen Linderung zu verschaffen. Die werdende Mutter und eine Schwangerschaft kann man mit der Traditionellen Chinesischen Medizin in vielerlei Hinsicht begleiten und unterstützen. Sogar bevor es zu einer Schwangerschaft kommt.

Die Frauenheilkunde und die Geburtshilfe ist seit mehreren Tausend Jahren ein fester Bestandteil in der Traditionellen Chinesischen Medizin und hat tiefe Wurzeln.

Die Akupunktur der Schwangeren wird auch „Akupunktur der Vieräugigen“ genannt.

Es gibt zwei Möglichkeiten der Entbindungsunterstützung mit Hilfe der Akupunktur. Die geburtsvorbereitende und die geburtsauslösende, bzw. geburtsbegleitende Akupunktur.

Rund ein Drittel der Erstgebärenden nimmt diese Formen der Akupunktur in Anspruch. Viele Entbindungskliniken nutzen inzwischen die Akupunktur unter der Geburt, um Schmerzen zu lindern und zusätzlich um die Eröffnungsphase unter der Geburt deutlich zu verkürzen.

Laut einer Studie verkürzt sich die Geburtsdauer im Schnitt von 10 Stunden auf 8 Stunden nach der Akupunkturbehandlung.

Akupunktur zur Geburtsvorbereitung:

Mit der geburtsvorbereitenden Akupunktur fängt man wenige Wochen vor dem geplanten Geburtstermin an und die Behandlungen finden entspannt in der Praxis statt. Die Geburtsvorbereitung mittels Akupunktur beginnt am besten ab der 36. Schwangerschaftswoche, es ist nicht sinnvoll früher damit anzufangen.

Die Akupunktur hat direkten Einfluss auf die Gebärmutter und auf deren Kontraktionen (Wehentätigkeit), deshalb wirkt sie genau und zielgerichtet. Das Ziel der geburtsvorbereitenden Akupunktur ist, dass die werdende Mutter die Geburtswehen weniger schmerzhaft empfindet und die Wehen in der Austreibungsphase zielgerichteter sind. Die Frau kann sich nach der Akupunktur leichter entspannen und besser schlafen, ihr wird die Angst genommen, das wiederum wirkt sich positiv auf die Kraft und ihre Stärke während des Geburtvorganges aus.

Neben der Geburtsvorbereitung ist die energetische Stärkung der Kraftreserven (Qi und Blut) der Mutter auf die bevorstehende Geburt ein wichtiger Teil meiner Behandlungen. Die energetische Konstutionsstärkung der Mutter integriere ich mit in die Akupunktursitzungen ein.

Zur Geburtsvorbereitung sind in der Regel 4 Behandlungen notwendig und die Sitzungen finden einmal in der Woche statt. Genadelt werden ausgewählte Punkte auf den Unterschenkeln und am Fuß, die Nadeln werden ca. 20 min belassen und die Behandlung ist weitgehend schmerzfrei.

Oftmals kombiniere ich die Körperakupunktur mit der Ohrakupunktur, es werden Dauernadeln, oder Pflanzensamen auf ausgewählte Akupunkturpunkte geklebt, die im Ohr bis zu 2 Wochen verbleiben können. Damit haben Sie über die Entbindung hinaus eine Unterstützung und Schmerzreduktion.

Auch bei der Überschreitung des Geburtstermins, im Falle einer Übertragung über die vierzigste Schwangerschaftswoche ist die Akupunktur sehr sinnvoll und effektiv.

Akupunktur zur Geburtseinleitung:

Hier wird die Akupunktur gezielt bei erschwerter Geburt oder bei der Übertragung des Babys eingesetzt. Geburtsbegleitende und die geburtsauslösende Akupunktur wird hauptsächlich eingesetzt, wenn die Kontraktionen (Wehentätigkeit) der Gebärmutter zu schwach oder zu selten sind.

Nach der Traditionellen Chinesischen Medizin sind die häufigsten Ursachen für fehlende oder zu schwache Muskelkontraktionen des Uterus (Gebärmutter) ein Qi-Mangel (Energieschwäche), Xue-Mangel (Blutmangel der Mutter), oder energetische Blockaden (Stagnationen).

Hat die werdende Mutter leichte Wehen, diese sind jedoch nicht stark genug und der Muttermund öffnet sich nicht weiter, so werden Nadeln in Akupunkturpunkte gesetzt, die energetisch sehr dynamisch sind. Die Nadeln werden in regelmäßigen Abständen manipuliert und gedreht, bis sich die Wehen verstärken und der Muttermund sich mehr öffnet.

Zusätzlich kann der/die TherapeutIn die Ohrakupunktur hinzunehmen, es werden mehrere Bereiche im Ohr genadelt, wie zum Beispiel der Bereich für die Gebärmutter. Andere ergänzende Punkte, um der Mutter die Angst und Unruhe zu nehmen und Punkte um die Schmerzempfindung zu reduzieren.

Auch bei Ablösungsschwierigkeiten der Plazenta (Mutterkuchen) kann die Akupunktur hilfreich sein.

Die Schwangerschaft stellt eine energetische Besonderheit dar und sollte deshalb von ausgebildeten Therapeuten praktiziert werden. Hier mehr über die Besonderheit der Schwangerenakupunktur.

Wird die Akupunktur von erfahrenen Therapeuten praktiziert, ist sie beinah nebenwirkungsfrei und viele Schwangerschaftsbeschwerden lassen sich wunderbar und effektiv behandeln.

Es ist wichtig zu betonen, dass während der Geburt die Mutter und das Kind in der Beobachtung des Fachpersonals, des Gynäkologen und der Hebamme stehen und die Akupunkturbehandlung keineswegs der Ersatz einer medizinischen Fachbehandlung ist.

IGeL

Die Akupunktur nach der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) umfasst Verfahren, bei denen verschiedene Punkte des Körpers mit Nadeln, Wärme oder Druck gereizt werden. Seit 2007 kann die Akupunktur unter bestimmten Bedingungen bei lang anhaltenden Kreuz- sowie bei Knieschmerzen Kassenleistung sein. In allen anderen Fällen ist die Akupunktur eine IGeL. Notwendige Untersuchungen, Beratungen, Betreuungen und Behandlungen von Schwangeren gehören grundsätzlich zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Es gibt jedoch eine ganze Reihe von Verfahren, die darüber hinaus angeboten werden, um beispielsweise dem Wunsch der Frauen nach „sanften“ Verfahren nachzukommen. Zu diesen Verfahren gehört die Akupunktur, die der Alternativ- und Komplementärmedizin zugeordnet wird. Eine Akupunktur-Sitzung mit Beratung kostet in der Regel zwischen 25 und 60 Euro. Für eine Behandlung werden meist mehrere Sitzungen veranschlagt.

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Gesundheitsproblem

In der Schwangerschaft macht der Körper der Frau erstaunliche Veränderungen durch, die letztlich dem Wohl des heranwachsenden Kindes dienen. Neben den sichtbaren Veränderungen kann die Schwangerschaft auch zahlreiche Beschwerden mit sich bringen, die in ihrer Stärke von Frau zu Frau sehr variieren können: Rücken- und Beckenschmerzen, Übelkeit, Würgereiz und Erbrechen, Schlafstörungen und Depressionen.

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Methode

Bei der Nadel-Akupunktur müssen die Nadeln nach der traditionellen Lehre auf sogenannte Meridiane gesetzt werden, um eine Lebensenergie, das Qi, zu beeinflussen. Meridiane sind hypothetische Körperlinien, die verschiedene Körperteile verbinden. Es gibt jedoch weder für die Meridiane noch für die Lebensenergie wissenschaftlich begründete Anhaltspunkte. Somit liegt der Akupunktur kein durchgehend rationales Konzept zugrunde.

Um die Wirksamkeit der Akupunktur zu untersuchen, schreibt die Methodik der Evidenz-basierten Medizin Vergleichstudien vor. Bislang wurden hunderte solcher Akupunkturstudien durchgeführt. Im Jahr 2000 beschloss der G-BA, die Wirksamkeit der Akupunktur gegen verschiedene Schmerzen in Modellprojekten zu analysieren. In ihrem Abschlussbericht im Jahr 2006 befanden die G-BA-Experten die Wirksamkeit der Akupunktur für zwei Arten von Schmerz für ausreichend belegt: Bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule, die seit mindestens sechs Monaten bestehen und gegebenenfalls nicht-segmental bis maximal zum Kniegelenk ausstrahlen (pseudo-radikulärer Schmerz), und seit mindestens sechs Monaten bestehenden chronischen Schmerzen durch Kniearthrose ist die Akupunktur seit 1.1.2007 Kassenleistung.

Da viele Frauen in der Schwangerschaft gerne auf Medikamente verzichten, aber dennoch etwas gegen die Beschwerden tun wollen, greifen sie zur Linderung der Beschwerden auf alternativ- oder komplementärmedizinische Verfahren zurück. Diesem Wunsch kommen Hebammen sowie Frauenärztinnen und -ärzte nach und bieten entsprechende Leistungen an. Die Akupunktur spielt dabei eine wichtige Rolle: Laut einer Umfrage der Bertelsmann Stiftung vom November 2014 bekamen zwei von drei Schwangeren Akupunktur angeboten. Die Hälfte davon, also insgesamt jede dritte Frau, nahm das Angebot an.

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Akupunktur zur Geburtsvorbereitung: Nutzen, Kosten, Dauer

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Geburtsvorbereitende Akupunktur zur Schmerzlinderung und Entspannung

Sehr oft hilft die Akupunktur bei Schmerzen. So ist es naheliegend, dass sie sich auch zur Vorbereitung auf die Geburt eignet. Zwei Ziele werden dabei verfolgt: Schmerzlinderung und Entspannung während der Schwangerschaft und der Geburt. Denn je entspannter Du während der Entbindung bist, desto weniger wirst Du aus Angst vor den Schmerzen verkrampfen. Auf diese Weise kann mit der Akupunktur zur Geburtsvorbereitung der Geburtsstress verringert werden.

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Akupunktur kann die Geburt verkürzen

Wenn Du mit der geburtsvorbereitenden Akupunktur schon vier Wochen vor dem errechneten Geburtstermin beginnst, kann die Geburt wesentlich verkürzt werden. Studien an der Universitätsfrauenklinik in Mannheim an 800 Schwangeren haben ergeben, dass Entbindungen ohne Akupunktur zur Geburtsvorbereitung im Durchschnitt zwei Stunden länger dauerten. Deswegen ist es wichtig, mit der Akupunktur nicht erst im Kreißsaal zu beginnen.

Dauer und Kosten der geburtsvorbereitenden Akupunktur

Anfangen mit der Akupunktur solltest Du um die 36. Schwangerschaftwoche. In jeder Woche solltest Du zwei Sitzungen einplanen. Eine einzelne Behandlung dauert rund 20 Minuten. Dabei hast Du die Wahl, ob Du sitzen oder liegen möchtest. Damit auch dem Baby im Mutterleib die Akupunktur zur Geburtsvorbereitung bekommt, wird dieses oft mit einer Kardiotokografie überwacht.

Die entstehenden Kosten werden im Allgemeinen nicht von den Krankenkassen übernommen. Mit 10 bis 20 Euro für eine Sitzung sind diese aber überschaubar. Das Beste wird sein, Du sprichst beim nächsten Besuch Deine Hebamme oder Deinen Arzt oder Deine Ärztin darauf an, ob diese nicht ein paar Tipps für Dich haben.

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Schmerzen bei der Behandlung?

Die Akupunktur zur Geburtsvorbereitung ist nicht schmerzhaft. Es kann an der Einstichstelle zu Rötungen kommen, die bald wieder vergehen. Du kannst ein Gefühl wie Kribbeln, Taubheit, Schwere, Wärme und Druck verspüren, daran gewöhnt sich der Körper bei der nächsten Sitzung. Es kann zu einer gewissen Sensibilität am Anfang wegen eines Angstgefühls vor Nadeln kommen.

Akupunktur ist ein Verfahren der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und wird immer öfter in der Schulmedizin eingesetzt. Als Vorbereitung auf die Geburt und während der Geburt soll Akupunktur eine entspannende Wirkung haben und die Schmerzen bei Schwangeren mildern.

Ursprung in China

Nach den Regeln der TCM ist jeder menschliche Körper von den sogenannten Meridianen (Körperlinien), durchzogen. Diese Linien sind eine Art Energiebahnen, durch sie die Lebensenergie – das Qi – fließen soll. Die zweite Grundregel aus dem TCM besagt, dass es zwei aufeinander wirkende, gegensätzliche Kräfte existieren – das Yin und das Yang. Sie sollten im Idealfall im Gleichgewicht bleiben oder sich abwechseln (wie Kälte und Wärme). Sind diese Kräfte in Balance, kann das Qi, also die Lebensenergie, ungestört durch den Körper fließen. Falls irgendwelche Störungen an dem Energiefluss eintreten, kommt es zu psychischen oder körperlichen Beschwerden und im Endeffekt zu Krankheiten. Durch die Akupunkturbehandlung sollte mithilfe von Nadeln der Energiefluss wieder in Ordnung gebracht werden. Das geschieht durch die Stimulierung bestimmter Punkte auf dem Körper. Ob die Meridiane tatsächlich existieren, gibt es dafür keine wissenschaftlichen Beweise. Allerdings konnten Mediziner die Wirkung der Akupunkturnadeln auf den Körper und Geist belegen.

In der Geburtshilfe wird die geburtsvorbereitende Akupunktur sehr häufig angewendet. Dank der Akupunktur zur Geburtsvorbereitung werden Schwangere körperlich und geistig optimal auf die Geburt vorbereitet. Durch gezielte Stimulierung der Akupunkturpunkte wird die Wehentätigkeit angeregt, die Geburtsschmerzen können gelindert und der eigentliche Geburtsvorgang verkürzt werden. Schon in den frühen Phasen der Schwangerschaft lassen sich mit Nadelstichen Rückenschmerzen, Ängste oder Depressionen behandeln. Im weiteren Verlauf und zum Ende der Schwangerschaft setzt man Akupunktur ein, um:

  • die ausbleibenden Wehen auszulösen,
  • die Wehenschmerzen zu reduzieren
  • die Geburtsdauer zu verkürzen
  • die Ängste vor der Entbindung zu lindern.

Falls der Geburtstermin abgelaufen ist und keine Wehen entstehen, kann man mithilfe von Akupunktur die Geburtswehen auslösen. Genauso funktioniert das bei vorzeitigem Blasensprung – durch die exakt platzierten Nadelstiche kann man versuchen, die Wehen einzuleiten.

Wie gefällt dir der Artikel bisher? Loading… Hinweis Akupunktur in der Schwangerschaft kann in manchen Fällen den Einsatz von schmerzlindernden Medikamenten während der Wehen und der Geburt reduzieren. In der Geburtsvorbereitung leitet sie nicht nur die Wehen ein, sondern sie hilft die Dauer der Eröffnungswehen von durchschnittlich zehn auf acht Stunden zu verkürzen. In der geburtsvorbereitenden Akupunktur setzt man außerdem die Nadeln ein, um die Dehnbarkeit des Gebärmutterhalses (Zervixreifung) zu vergrößern. Kurz nach der Einbindung muss noch die Plazenta ausgeschieden werden. Hierbei hilft auch der Einsatz von Akupunktur – die Nadelstiche fördern das Ablösen der Plazenta.

Auf die Feinheiten kommt es an

Werden die Nadeln bloß in das Gewebe gestochen und ruhig gelassen, haben sie eine anregende Wirkung. Falls man sie jedoch im Gewebe leicht dreht, ist die Wirkung ganz anders – anstatt anzuregen, wirken die Nadeln jetzt beruhigend. Diese Feinheiten sind bei der geburtsvorbereitenden Akupunktur von großer Bedeutung. Sind die Geburtswehen stark, dann lassen sie sich durch das Drehen der Einstichnadeln reduzieren. Falls die Geburt nur langsam vonstattengeht oder gar ins Stocken gerät, werden die Nadeln nicht bewegt. Deswegen ist bei der Akupunktur in der Schwangerschaft ein fundiertes Wissen wichtig. Die behandelnde Person muss genau wissen, was sie tut, eine entsprechende Ausbildung ist dafür dringend erforderlich.

Einsatzmöglichkeiten von geburtsvorbereitender Akupunktur

Neben den aufgeführten Beispielen nutzt man die Möglichkeiten der TCM, um durch Nadelstiche die folgenden Beschwerden in der Schwangerschaft zu lindern:

  • Schlafstörungen. Diese Beschwerde tritt während der Schwangerschaft sehr oft ein. Innere Unruhe und Schlaflosigkeit treten vor allem in den letzten Schwangerschaftswochen, als die Angst vor der Entbindung immer größer wird, vor. Die Akupunktur wirkt sich dann besonders entspannend aus.
  • Verspannungen und Rückenschmerzen. Im Verlauf der Schwangerschaft muss die Schwangere einen immer größer werdenden Bauch vor sich „tragen“. Das Gewicht des heranwachsenden Babys hinterlässt schmerzhafte Spuren in Form von Verspannungen und Rückenschmerzen. Akupunktur kann dabei die entstandenen Blockaden lösen und Schmerzen reduzieren.
  • Akupunktur hilft bei Erbrechen, Übelkeit und Sodbrennen. Über diese Beschwerden klagen oft schwangere Frauen und Akupunktur ist ein erprobtes Mittel dagegen.
  • Bei Kopfschmerzen und Migräne. Während der Schwangerschaft sollten Frauen so wenig Medikamente wie möglich einnehmen, um das ungeborene Leben zu schützen.
  • Durch Akupunktur lassen sich die Schmerzen auf eine sanfte Weise lindern.
  • Akupunktur und Sucht während einer Schwangerschaft. Die drogen-, alkohol- oder nikotinabhängigen Frauen können ihre Entzugserscheinungen durch den Einsatz von Akupunkturnadeln reduzieren.
  • Karpaltunnelsyndrom durch Schwangerschaft. Das sogenannte Karpaltunnelsyndrom tritt während einer Schwangerschaft oft ein, wenn es zu hormonell bedingten Wassereinlagerungen kommt. Die Wassereinlagerungen verstärken den Druck auf einen Nerv in der Handwurzel – den Nervus medianus – sodass Schmerzen, Kribbeln oder Taubheitsgefühlen in den Fingern ausgelöst werden. Diese unangenehmen Symptome können durch Akupunkturbehandlung gelindert werden.
  • Akupunktur beeinflusst die Geburtsposition. In den letzten Wochen vor der Entbindung nehmen die meisten Babys die richtige Geburtsposition ein. Etwa fünf Prozent der Kinder geraten jedoch vor der Geburt in die sogenannte Beckendlage. Damit die Babys doch die Schädellage (Kopflage) einnehmen, wird Akupunktur als Hilfsmittel eingesetzt. Ob das überhaupt hilft und sinnvoll ist, soll mit dem Arzt abgesprochen werden.
  • Die Zeit nach der Geburt. Die chinesische Heilmethode scheint den Frauen nach der Entbindung eine bessere Erholung zu bringen, obwohl diese Behauptung wissenschaftlich noch nicht belegt wurde.

Ablauf der geburtsvorbereitenden Akupunktur

Die Akupunktursitzungen werden in der Regel ab der 36. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Die Dauer einer Behandlung beträgt zwischen 20 und 30 Minuten. Abgesehen von dem Behandlungsziel setzt der Therapeut die Nadeln an bestimmten Körperpunkten. Während einer Behandlung sticht die behandelnde Person spezielle Akupunkturnadel mit einer Dicke von 0,3 Millimetern bis zu 5 Millimeter tief in die Haut ein. Die Punkte an der Haut, die exakt für eine geburtsvorbereitende Akupunktur infrage kommen, sind:

  • der Punkt unter den Knien
  • an den Fußinnenknöcheln
  • an der oberen seitlichen Wade
  • an der äußeren Seite der kleinen Zehen.

Bei der Beckendlage setzt man entweder Akupunktur oder Moxibustion (das Aufwärmen eines bestimmten Punktes an den kleinen Zehen) ein. Das soll die Kindsbewegungen fördern und eine Drehung in die richtige Richtung hervorrufen. Der sogenannte Kopfpunkt sollte beim Stechen eine Beruhigung bringen und die Angst vor der Geburt nehmen. Eine Akupunkturbehandlung kann entweder im Sitzen oder im Liegen erfolgen, die Wahl wird der Schwangeren überlassen. Manchmal jedoch kann es während der Behandlung im Liegen zu Schwindelanfällen kommen, deswegen ist eine Akupunkturbehandlung im Sitzen sicherer.

Kosten der geburtsvorbereitenden Akupunktur

Die Kosten für eine Akupunktursitzung betragen je nach Anbieter zwischen 15 und 60 Euro pro Behandlung. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten dafür in der Regel nicht. Allerdings bezahlen die Krankenkassen die Kosten für die Behandlung der Rücken- oder Gelenkschmerzen in der Schwangerschaft. Die TCM und Homöopathie werden immer öfter von Hebammen eingesetzt. Die privaten Krankenkassen übernehmen meistens die Kosten dafür, wenn auch nur anteilig. Ihr solltet euch vor der Behandlung ausführlich darüber informieren.

Akupunktur in der Schwangerschaft: die Nebenwirkungen

Die Akupunktur gehört zu den Verfahren, die fast keine Nebenwirkungen haben. In seltenen Fällen kommt es bei den behandelten Frauen zu Hautirritationen oder kleinen Blutungen, die an den Einstichstellen erfolgen. Leichte Schwindelanfälle und Kreislaufprobleme gehören ebenfalls zu den möglichen Nebenwirkungen einer Akupunkturbehandlung in der Schwangerschaft. Im Allgemeinen darf die Akupunktur keine Schmerzen verursachen. Falls die Toleranzgrenze während einer Sitzung überschritten sein sollte, informiert bitte darüber den behandelnden Arzt oder Therapeuten. Es wurden manchmal nach der Behandlung verstärkte Kindsbewegungen beobachtet, die aber unbedenklich sind und nach etwa einer Stunde wieder abklingen. Die Behandlung ist jedoch nicht völlig risikolos, deswegen sollte sie immer von Experten, wie behandelnde Ärzte, Therapeuten oder Hebammen, durchgeführt werden.

Ist Akupunktur in der Schwangerschaft erlaubt?

Gegen den Einsatz von Akupunktur in der Schwangerschaft ist nichts einzuwenden, allerdings muss die Behandlung von gut geschulten und erfahrenen Therapeuten erfolgen. In manchen Fällen ist jedoch von der geburtsvorbereitenden Akupunktur abzuraten. Bei einer Risikoschwangerschaft oder bei aufgetretenen Auffälligkeiten sollte von einer Akupunkturbehandlung abgesehen werden. Akupunktur ist nur bei unkomplizierten Schwangerschaften zu empfehlen, bei Plazenta Praevia, Gerinnungsstörungen bei der Schwangeren oder bei einer Beckenendlage sollten keine Akupunkturbehandlungen vorgenommen werden.

Akupunkturbehandlung bei Kinderwunsch

Akupunktur wird immer öfter bei unerfülltem Kinderwunsch eingesetzt. Diese Heilmethode kann zum Beispiel bei künstlicher Befruchtung unterstützend angewendet werden, obwohl es dafür keine aussagekräftigen Studien vorlegen. Die meisten Schwangeren reagieren positiv auf die Nadelstiche: Die Akupunktur reduziert bei ihnen den Stress, hebt die Stimmung und verbessert das allgemeine Wohlbefinden. Diese positiven Einflüsse vergrößern die Chancen auf eine gesunde Entbindung.

Akupunktur in der Schwangerschaft und geburtsvorbereitende Akupunktur

Die Methode der Akupunktur basiert auf dem Verständnis von Gesundheit nach der chinesischen Medizin. Demnach ist jeder Mensch von Körperlinien, den sogenannten Meridianen, durchzogen. Durch diese Linien fließt die Lebensenergie – das Qi. Außerdem existieren in der chinesischen Philosophie die beiden gegensätzlichen Kräfte Yin und Yang. Sie bilden ein dynamisches Gleichgewicht oder wechseln sich ab – zum Beispiel Kälte und Wärme, Ruhe und Aktivität. Nur, wenn die gegensätzlichen Kräfte im Körper im Einklang sind, kann die Lebensenergie ungehindert fließen. Ist der Fluss gestört, treten psychische oder körperliche Beschwerden auf, die zu Krankheiten führen können. Bei der Akupunktur werden bestimmte Punkte am Körper mithilfe von dünnen Nadeln stimuliert, um das Qi zum Fließen zu bringen.

Für die Existenz der Meridiane gibt es zwar keine naturwissenschaftlichen Belege, dennoch ist erwiesen, dass die Akupunkturnadeln eine Wirkung auf Körper und Geist erzielen können. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine Reihe von Krankheiten erfasst, bei denen Akupunktur Erfolge zeigt. Die deutschen Krankenkassen erkennen Akupunktur in zwei Bereichen als wirkungsvolle, wissenschaftlich belegte Heilmethode an und erstatten die Kosten: chronische Schmerzen der Lendenwirbelsäule und chronische Schmerzen durch Kniearthrose.

In der Schwangerschaft wird Akupunktur immer häufiger zur Linderung von Schwangerschaftsbeschwerden und als geburtsvorbereitende Akupunktur angewandt. Hebammen und Frauenärzte führen in Praxen, Kliniken oder Geburtshäusern Akupunktur-Sitzungen durch. Eine Umfrage der Bertelsmann Stiftung ergab im November 2014, dass zwei von drei Schwangeren Akupunktur angeboten bekamen: Die Hälfte davon nahm das Angebot an.

Akupunktur und Schwangerschaft: Typische Beschwerden lindern

Hilfe bei Schlafstörungen

Viele Frauen leiden während der Schwangerschaft an innerer Unruhe und Schlaflosigkeit. Besonders in den letzten Schwangerschaftswochen lässt die Angst vor der Geburt Schwangere nicht zur Ruhe kommen. In solchen Fällen kann die Akupunktur ein wirkungsvolles Mittel zur Entspannung sein.

Hilfe bei Übelkeit, Erbrechen und Sodbrennen

Schwangere Frauen klagen häufig über Erbrechen, Übelkeit oder Sodbrennen. Diesen Beschwerden kann durch Akupunktur entgegengewirkt werden. Ebenfalls hilfreich bei Übelkeit: Akupressur in der Schwangerschaft.

Hilfe bei Verspannungen und Rückenschmerzen

Wenn der Babybauch gegen Ende der Schwangerschaft immer größer und schwerer wird, klagen viele Schwangere über Verspannungen und Rückenschmerzen. Neben Massagen kann die Akupunktur hier Blockaden lösen und Schmerzen lindern.

Hilfe bei Kopfschmerzen und Migräne

Während der Schwangerschaft wird die Einnahme von Medikamenten weitgehend vermieden. Akupunktur gilt als „sanfte“ Methode gegen den Schmerz.

Hilfe bei Karpaltunnelsyndrom

Bei hormonell bedingten Wassereinlagerungen kann während der Schwangerschaft das sogenannte Karpaltunnelsyndrom auftreten. Durch die Wassereinlagerungen wird der Druck auf einen Nerv in der Handwurzel – den Nervus medianus – so groß, dass es zu Taubheitsgefühlen, Schmerzen und Kribbeln in den Fingern kommt. Die Akupunktur hat sich zur Linderung der Symptome bewährt.

Akupunktur bei Suchtmittelentwöhnung

Bei Schwangeren, die drogen-, alkohol- oder nikotinabhängig sind, kann die Akupunktur Entzugserscheinungen mindern.

Alternative: Akupressur gegen Übelkeit & Kopfschmerzen in der Schwangerschaft

Die Akupressur ist eine fernöstliche, naturheilkundliche Massagemethode, bei der mit dem Finger oder einem Hilfsmittel Druck auf bestimmte Stellen des Körpers ausgeübt wird. Wie bei der Akupunktur sollen dadurch die Selbstheilungskräfte aktiviert und der Energiefluss im Körper stimuliert werden.

Akupressur in der Schwangerschaft

Zwar ist die wissenschaftliche Datenlage zur Wirkung von Akupressur in der Schwangerschaft bisher noch relativ dünn, Hebammen bestätigen aber positive Effekte. Empfohlen wird Akupressur in der Schwangerschaft zur Linderung von Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Sodbrennen oder bei Symptomen des Karpaltunnelsyndroms.

Bevor Schwangere mit der Selbstbehandlung durch Akupressur beginnen, besprechen sie dies am besten mit ihrem behandelnden Arzt oder einem erfahrenen Akupunktur-Therapeuten. Jede Form der Behandlung sollte individuell auf die Situation der Frau angepasst sein, denn nicht alle Akupressurpunkte dürfen in der Schwangerschaft stimuliert werden. Während bei Übelkeit häufig zu Akupressur geraten wird, sind andere Druckpunkte – zum Beispiel zur Linderung von Verdauungsbeschwerden – in der Schwangerschaft nicht empfehlenswert.

Akupressur bei Übelkeit in der Schwangerschaft

Akupressur ist ein beliebtes Mittel gegen Übelkeit bei Reisekrankheiten – zum Beispiel auf hoher See. Ebenso soll die alternative Heilmethode bei Übelkeit in der Schwangerschaft helfen. Dazu zwei- bis dreimal täglich für etwa 30 Sekunden mit dem Daumen Druck auf eine bestimmte Stelle auf der Innenseite des Unterarms ausüben. Die Stelle befindet sich einige Zentimeter (etwa drei Finger breit) unterhalb des Handgelenks, es handelt sich dabei um eine Vertiefung zwischen den Sehnen. Dieser Akupressurpunkt trägt den Namen Nei-Kuan (P 6).

Akupressurband als Hilfsmittel

Um dauerhaft auf den korrekten Punkt Druck auszuüben, empfiehlt sich der Einsatz eines Akupressurbands. Das Band ist in der Drogerie oder der Apotheke erhältlich. Es wird um das Handgelenk gelegt und der darin befestigte Kunststoff-Knopf drückt auf den Nei-Kuan-Punkt. Bekannt sind solche Bänder auch als „Reisearmbänder“.

Akupressur bei Kopfschmerzen in der Schwangerschaft

Wie die Akupunktur kommt die Akupressur als alternative Behandlungsmethode bei Kopfschmerzen in der Schwangerschaft zum Einsatz. Auf verschiedene Punkte (an den Augenbrauen, in der Mitte des Nasenrückens oder bei den Vertiefungen hinter den Ohren) kann Druck ausgeübt werden. Weitere Entspannungstechniken können bei Kopfschmerzen ebenfalls helfen. Treten die Schmerzen häufig, stark oder in Kombination mit weiteren Symptomen auf, sollten Sie mit Ihrem Arzt darüber sprechen.

Akupunktur kann Einfluss auf die Geburtsposition nehmen

In den letzten Schwangerschaftswochen drehen sich die meisten Babys in die richtige Geburtsposition. Nur fünf Prozent der Kinder werden aus der Beckenendlage geboren. Wenn ein bisschen Nachhilfe nötig ist, damit das Baby die Schädellage (Kopflage) einnimmt, kann Akupunktur als Mittel eingesetzt werden. Ob und wann das sinnvoll ist, sollten Sie mit Ihrem Arzt abklären.

Akupunktur in der Schwangerschaft: Kleiner Zeh als Akupunkturpunkt

Akupunkturnadeln haben eine Dicke von 0,3 Millimetern und werden bis zu 1,5 Zentimeter tief in die Haut eingestochen. Je nach Beschwerde gibt es verschiedene Akupunkturpunkte, an denen die Nadeln gesetzt werden. Bei der geburtsvorbereitenden Akupunktur handelt es sich meist um folgende vier Punkte: unter den Knien, an den Fußinnenknöcheln, an der oberen seitlichen Wade und an der äußeren Seite der kleinen Zehen.

Bei der Beckenendlage kann eine Akupunktur oder Moxibustion (Erwärmung eines bestimmten Akupunkturpunktes) an den kleinen Zehen (Akupunkturpunkt: Zhiyin (Blase 67)) erfolgen, um verstärkte Kindsbewegungen und eine Spontandrehung auszulösen.

Ab der vollendeten 36. Schwangerschaftswoche kann die geburtsvorbereitende Akupunktur bis zur Geburt einmal wöchentlich von geschulten Ärzten und Hebammen durchgeführt werden. Eine Akupunktur-Sitzung dauert zwischen 20 und 30 Minuten. Akupunktur gilt als wirkungsvolle Methode, um Frauen vor der Geburt zu entspannen, mental zu stärken und sie bei Ängsten vor der Entbindung zu beruhigen. Sie wird dann angewandt, wenn es sich um eine risikoarme Schwangerschaft handelt, bei der Frau und Arzt eine natürliche Geburt anstreben. Die Akupunktur wird nur auf Wunsch der Schwangeren durchgeführt.

Akupunktur bei der Geburt

Die Akupunktur ist eine alternative Methode, um den Schmerz während der Eröffnungsphase der Geburt zu lindern. Eine Schmerzfreiheit kann durch die Akupunktur nicht erreicht werden. Das Setzen der Akupunkturnadeln übt einen entspannenden Effekt auf die Frau aus.

Da die Nadeln die Bewegungsfreiheit einschränken, wird Frauen, die sich durch Bewegung Schmerzerleichterung verschaffen können, davon abgeraten.

Wenn es in der Nachgeburtsphase zu einer Plazentalösungsstörung kommt, ist es möglich Akupunkturnadeln einzusetzen.

Akupunktur zur Erleichterung der Geburt?

Mit der Frage, ob Akupunktur die Geburt erleichtert, beschäftigen sich verschiedene Studien. Sie stellen einen Zusammenhang zwischen einer verkürzten Geburt und dem Einsatz von Akupunktur her. So soll sich durch die geburtsvorbereitende Akupunktur der Muttermund schneller öffnen, die Wehentätigkeit angeregt werden und die Eröffnungsphase schneller vonstattengehen (auf die Austreibungsphase hat Akupunktur keinen Einfluss). Die Geburt könne sich so verkürzen.

Viele Frauen berichten von einer positiven Wirkung der Akupunktur auf die Geburt. Wissenschaftler des „IGeL-Monitor“, ein Portal des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. (MDS), haben die verschiedenen Studien zur Akupunktur in der Schwangerschaft untersucht und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die wissenschaftlichen Belege für die Wirkung noch nicht ausreichend vorhanden sind. Auf der Website von „IGeL-Monitor“ heißt es dazu: „Akupunktur in der Schwangerschaft bewerten wir als ‚unklar’. Es geht dabei um Akupunktursitzungen, die bei Schwangerschaftsbeschwerden oder zur Geburtsvorbereitung wahrgenommen werden. Obwohl wir einige Übersichtsarbeiten und Einzelstudien auswerten konnten, ist die Datenlage unbefriedigend: Manche Parameter scheinen für die Akupunktur zu sprechen, sodass wir geringe Hinweise auf einen geringen Nutzen sehen, doch insgesamt sind die Effekte klein und uneinheitlich. Ebenso sehen wir bestenfalls Hinweise auf einen geringfügigen Schaden.“

Bisher hatten einige Studien einen Zusammenhang zwischen Akupunktur und einer verkürzten Geburt hergestellt, unter anderem die „Mannheimer Studie“. In diese Studie wurden etwa 800 schwangere Frauen einbezogen und drei Gruppen gebildet: Gruppe 1 erhielt ab der 36. Schwangerschaftswoche eine tonisierende Akupunktur, Gruppe 2 erfuhr eine psychologisch ausgleichende Akupunkturbehandlung, und bei Gruppe 3 erfolgte keine Akupunkturbehandlung. Das Ergebnis der Studie: Die Geburt dauerte bei den Frauen ohne Akupunkturbehandlung um etwa zwei Stunden länger als bei den Frauen, die eine tonisierende Akupunktur in Anlehnung an die chinesische Form der Geburtsvorbereitung erhalten hatten und etwa eine Stunde länger im Vergleich zu den Frauen, die mit der ausgleichenden Akupunktur behandelt worden sind. Der Geburtstermin wurde durch die Akupunktur nicht beeinflusst. Die Wirkung der tonisierenden morphologischen Akupunktur wäre demnach längerfristig und scheint die Wehenkoordination (bessere, regelmäßige Wehentätigkeit) zu verbessern.

Akupunktur & Schwangerschaft: Nebenwirkungen vorhanden?

Generell gilt: Akupunktur sollte nicht schmerzhaft sein. Bitte sprechen Sie mit dem behandelnden Heilpraktiker, Arzt oder der Hebamme, wenn Ihre Toleranzgrenze überschritten wird. Durch die Einstiche der Nadeln kann es zu kleinen Blutergüssen kommen. Nach der Akupunktur können verstärkte Kindsbewegungen auftreten, die aber nicht als bedenklich gelten und nach etwa einer Stunde wieder abklingen.

Die Experten von „IGeL-Monitor“ kamen ihrer Untersuchung zufolge zu dem Ergebnis: „Es kommt zwar insgesamt etwas häufiger zu unerwünschten Ereignissen, wie Schmerzen an der Einstichstelle, Blutergüsse und Müdigkeit, aber diese Effekte kann man als geringfügig einstufen. Auch hier war die Qualität der Studien gering und damit ihre Aussagekraft eingeschränkt.“

Wann darf Akupunktur in der Schwangerschaft nicht eingesetzt werden?

Von Akupunktur in der Schwangerschaft ist abzuraten, wenn es sich um eine Risikoschwangerschaft handelt oder Auffälligkeiten vorliegen. Dies können zum Beispiel eine Plazenta Praevia, Gerinnungsstörungen der Frau oder eine Beckenendlage mit angestrebtem Kaiserschnitt sein. Akupunktur wird nur bei einer unkomplizierten Schwangerschaft empfohlen, bei der weder Kind noch Mutter gefährdet werden können. Alle Auffälligkeiten und Komplikationen müssen immer erst schulmedizinisch abgeklärt und den Ursachen auf den Grund gegangen werden, bevor Akupunktur zur Behandlung eingesetzt wird.

Akupunktur in der Schwangerschaft: Kosten pro Sitzung

Je nach Anbieter kostet eine Akupunktur-Sitzung etwa zwischen 15 und 60 Euro.

Akupunktur Schwangerschaft: Krankenkasse – werden die Kosten übernommen?

Die Kosten für die geburtsvorbereitende Akupunktur werden in der Regel nicht von der gesetzlichen Krankenkasse erstattet, es handelt sich hierbei um eine Selbstzahlerleistung. Einige private Krankenversicherer übernehmen die Kosten. Informieren Sie sich vor Beginn der Behandlung bei Ihrer Kasse über die Erstattungsmöglichkeiten.

Akupunktur im Wochenbett

Nach der Geburt kann die Akupunktur ebenfalls als sanfte Therapie eingesetzt werden. Akupunktur-Sitzungen im Wochenbett helfen dabei, dass sich frisch gebackene Mütter besser entspannen. Dies kann auch in Zeiten des sogenannten Baby-Blues – dem kurzfristigen Stimmungstief im Wochenbett – weiterhelfen. Auch bei Rückbildungsstörungen oder Stillproblemen wie zu wenig Milch, Milchstau oder Brustentzündungen, kann die Akupunktur ggf. unterstützen.

Akupunktur bei Kinderwunsch

Akupunktur wird nicht nur in der Schwangerschaft, sondern auch bei Kinderwunsch eingesetzt. Ziel soll es sein, die Fruchtbarkeit bei Frauen und Mann zu erhöhen. Lesen Sie hier alles über Akupunktur bei Kinderwunsch.

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