Kosten für künstliche befruchtung

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Künstliche Befruchtung

Kosten – Methoden – Beste Krankenkassen

DIe Kosten für eine künstliche Befruchtung übernehmen die Krankenkassen in jedem Fall zur Hälfte. Dazu sind Sie gesetzlich verpflichtet. Viele Krankenkassen haben ihre Kostenbeteiligung erheblich erhöht. Einige tragen die Kosten zu 100 Prozent. Eine Liste dieser Krankenkassen finden Sie unten auf dieser Seite.

Damit die Kosten für die künstliche Befruchtung überhaupt durch eine Krankenkasse getragen werden können, müssen diese Bedingungen erfüllt sein:

  • Das Paar, das die künstliche Befruchtung in Anspruch nehmen will, muss verheiratet sein und es dürfen nur Ei- und Samenzellen der Ehegatten verwendet werden.
  • Ein Arzt, der die künstliche Befruchtung nicht selbst durchführt, muss das Ehepaar vorher ausführlich beraten.
  • Von beiden Partnern muss ein HIV-Test vorliegen. Die Frau muss über einen umfassenden Impfschutz verfügen. Wichtig sind insbesondere Röteln, Windpocken und Keuchhusten.
  • Beide Partner müssen mindestens 25 Jahre alt sein. Die Frau muss jünger als 40 Jahre, der Mann jünger als 50 Jahre sein.

Vor Beginn der Behandlung muss der Behandlungsplan der Krankenkasse vorgelegt und genehmigt werden. Von den gesetzlichen Krankenkassen werden die Kosten für die Untersuchung der Gründe eine Unfruchtbarkeit vollständig übernommen. Auch reine Hormonbehandlungen sind Teil des gesetzlichen Leistungskatalogs. Anders ist es bei der eigentlichen künstlichen Befruchtung.

Die Kosten für eine „Insemination ohne Hormonstimulation“ belaufen sich auf rund 200 Euro. Bei dieser Methode werden die männlichen Samen direkt in die Scheide, Gebärmutter oder die Eileiter platziert. Die „Insemination mit hormoneller Stimulation“ kostet rund 1.000 Euro (ohne die Kosten für Medikamente).

Bei der „In-Vitro-Befruchtung“ liegen die Kosten bei rund 3.000 Euro pro Zyklus. Bei dieser Methode erfolgt die Befruchtung außerhalb des Körpers im Reagenzglas. Die befruchteten Einzellen werden dann wieder eingesetzt.

Bei drei Versuchen einer In-Vitro-Befruchtung und einigen Versuchen der Insemination im Vorfeld kommen so bis zu 10.000 Euro zusammen. Die Rechnungen für die eigentliche künstliche Befruchtung durch Insemination oder In-Vitro-Befruchtung werden von jeder Krankenkasse bis zu diesen Grenzen zur Hälfte getragen:

  • acht Inseminationen ohne Hormonstimulation,
  • drei Inseminationen mit vorheriger Hormonbehandlung,
  • drei Versuche einer In-Vitro-Befruchtung oder ICSI Behandlung.

Einige Krankenkassen übernehmen einen höheren Anteil der Kosten für die künstliche Befruchtung als gesetzlich vorgeschrieben. Diese Krankenkassen sind in der folgenden Liste aufgeführt.

Bitte beachten Sie, dass sich Satzungsleistungen einer Krankenkasse jederzeit ändern können, und nehmen sie in jedem Fall vor Beginn der Behandlung Kontakt mit Ihrer Krankenkasse auf.

Liste:
KÜNSTLICHE BEFRUCHTUNG – KOSTEN-ERSTATTUNG DER KRANKENKASSEN

Krankenkasse Maximaler Betrag Maximaler Prozentsatz Anmerkungen
IKK Südwest 0,00 € 100,00 % Zusätzlich zu den gesetzlich geregelten Ansprüchen von 50 Prozent weitere 50 Prozent der genehmigten Kosten. Damit übernimmt die IKK Südwest 100 Prozent der genehmigten Kosten für maximal 3 Behandlungsversuche. Jedoch maximal 1000 Euro je Behandlungsversuch. Antrag anfordern “
BKK exklusiv 0,00 € 100,00 % 250 Euro Zuschuss je Versuch für maximal 3 Behandlungsversuche für eine In-vitro-Fertilisation (IvF) oder einer Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI), zusätzlich zu den gesetzlich geregelten Ansprüchen von 50 Prozent der genehmigten Gesamtkosten.
IKK Nord 100,00 % Zusätzlich zu den gesetzlich geregelten Ansprüchen von 50 Prozent weitere 50 Prozent der genehmigten Kosten. Damit übernimmt die IKK Nord 100 Prozent der genehmigten Kosten für maximal 3 Behandlungsversuche. Bestimmte Bedingungen müssen beachtet werden.
BAHN-BKK 0,00 € 100,00 %
IKK Brandenburg und Berlin 0,00 € 80,00 % Zu den gesetzliche vorgeschriebenen 50 Prozent übernimmt die IKK BB noch einmal 30 Prozent. Insgesamt werden also 80 Prozent erstatten. Antrag anfordern “
BKK VBU 75,00 % Zusätzlich zu den gesetzlich geregelten Ansprüchen von 50 Prozent weitere 25 Prozent der genehmigten Kosten. Antrag anfordern “
BKK SBH 75,00 % Zusätzlich zu den gesetzlich geregelten Ansprüchen von 50 Prozent weitere 25 Prozent der genehmigten Kosten. Antrag anfordern “
atlas BKK ahlmann 0,00 € 75,00 % Zusätzlich zu den gesetzlich geregelten Ansprüchen von 50 Prozent weitere 25 Prozent der genehmigten Kosten. Antrag anfordern “
BKK PFAFF 75,00 % Zusätzlich zu den gesetzlich geregelten Ansprüchen von 50 Prozent weitere 25 Prozent der genehmigten Kosten.
BKK Scheufelen 4.500,00 € 50,00 % Wenn beide Eheleute bei der BKK Scheufelen krankenversichert sind, leistet die BKK Scheufelen einen Zuschuss bis zu 500,00 EUR je Behandlungszyklus für maximal 9 Behandlungszyklen je Paar zusätzlich zur hälftigen Kostenübernahme. Antrag anfordern “
BKK Akzo Nobel Bayern 3.000,00 € 50,00 % 1000 Euro Zuschuss je Versuch für maximal 3 Behandlungsversuche, zusätzlich zu den gesetzlich geregelten Ansprüchen von 50 Prozent der genehmigten Gesamtkosten. Pro versicherter Ehepartner je Versuch 500 Euro Zuschuss.
WMF BKK 2.000,00 € 50,00 % Über die gesetzlichen Leistungen (50%) hinaus können Ehepaare einen Zuschuss von bis zu 2.000 Euro (je Person 1.000 Euro) erhalten.
BKK Freudenberg 2.000,00 € 50,00 % Je Ehepaar ist der Zuschuss innerhalb von 24 Monaten, beginnend ab dem 1. Versuch, auf 2.000 Euro begrenzt.
VIACTIV Krankenkasse 1.500,00 € 50,00 % 500 Euro Zuschuss je Versuch für maximal 3 Behandlungsversuche, zusätzlich zu den gesetzlich geregelten Ansprüchen von 50 Prozent der genehmigten Gesamtkosten.
BKK firmus 1.500,00 € 50,00 % 500 Euro Zuschuss je Versuch und Versicherten für maximal 3 Behandlungsversuche, zusätzlich zu den gesetzlich geregelten Ansprüchen von 50 Prozent der genehmigten Gesamtkosten. Antrag anfordern “
KNAPPSCHAFT 1.500,00 € 50,00 % 500 Euro Zuschuss je Versuch für maximal 3 Behandlungsversuche, zusätzlich zu den gesetzlich geregelten Ansprüchen von 50 Prozent der genehmigten Gesamtkosten. Antrag anfordern “
IKK classic 1.500,00 € 50,00 % Zusätzlich zu den gesetzlich geregelten Ansprüchen von 50 Prozent der genehmigten Gesamtkosten: 500 Euro Zuschuss je Versuch für maximal 3 Behandlungsversuche, wenn beide Ehegatten bei der IKK classic versichert sind. Ansonsten 250 Euro Zuschuss je Behandlungsversuch. Antrag anfordern “
Salus BKK 1.500,00 € 50,00 % 250 Euro Zuschuss je Versuch für maximal 3 Behandlungsversuche für eine In-vitro-Fertilisation (IvF) oder eine Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI), zusätzlich zu den gesetzlich geregelten Ansprüchen von 50 Prozent der genehmigten Gesamtkosten. Antrag anfordern “
BKK24 1.200,00 € 50,00 % 300 Euro Zuschuss je Versuch für bis zu 4 Behandlungsversuchen, zusätzlich zu den gesetzlich geregelten Ansprüchen von 50 Prozent der genehmigten Gesamtkosten. Antrag anfordern “
BKK WIRTSCHAFT & FINANZEN 1.000,00 € 50,00 % Einmaliger Zuschuss in Höhe von 500 Euro je versicherter Ehepartner, zusätzlich zu den gesetzlich geregelten Ansprüchen von 50 Prozent der genehmigten Gesamtkosten. Antrag anfordern “
BKK Melitta Plus 750,00 € 50,00 % 250 Euro Zuschuss je Versuch für maximal 3 Behandlungsversuche für eine In-vitro-Fertilisation (IvF) oder eine Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI), zusätzlich zu den gesetzlich geregelten Ansprüchen von 50 Prozent der genehmigten Gesamtkosten.
hkk Krankenkasse 600,00 € 50,00 % 200 Euro Zuschuss je Versuch für maximal 3 Behandlungsversuche, zusätzlich zu den gesetzlich geregelten Ansprüchen von 50 Prozent der genehmigten Gesamtkosten. Antrag anfordern “
HEK – Hanseatische Krankenkasse 600,00 € 50,00 % 200 Euro Zuschuss je Versuch für maximal 3 Behandlungsversuche für eine In-vitro-Fertilisation (IvF) oder eine Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI), zusätzlich zu den gesetzlich geregelten Ansprüchen von 50 Prozent der genehmigten Gesamtkosten. Antrag anfordern “
BKK VerbundPlus 600,00 € 50,00 % 200 Euro Zuschuss je Versuch für maximal 3 Behandlungsversuche, zusätzlich zu den gesetzlich geregelten Ansprüchen von 50 Prozent der genehmigten Gesamtkosten. Antrag anfordern “
BIG direkt gesund 600,00 € 50,00 % 200 Euro Zuschuss je Versuch für maximal 3 Versuche zusätzlich zu den gesetzlich geregelten Ansprüchen von 50 Prozent der genehmigten Gesamtkosten. Antrag anfordern “
Novitas BKK 400,00 € 50,00 % Übernimmt die gesetzlich geregelten Ansprüche von 50 Prozent der Gesamtkosten. Antrag anfordern “
KKH Kaufmännische Krankenkasse 300,00 € 50,00 % 100 Euro Zuschuss je Versuch für maximal 3 Behandlungsversuche für eine In-vitro-Fertilisation (IvF) oder eine Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI), zusätzlich zu den gesetzlich geregelten Ansprüchen von 50 Prozent der genehmigten Gesamtkosten. Antrag anfordern “
IKK gesund plus 300,00 € 50,00 % Antrag anfordern “
Techniker Krankenkasse (TK) 250,00 € 50,00 % 250 Euro Zuschuss je Versuch für maximal 3 Behandlungsversuche, zusätzlich zu den gesetzlich geregelten Ansprüchen von 50 Prozent der genehmigten Gesamtkosten. Antrag anfordern “
BKK DürkoppAdler 0,00 € 50,00 % Zusätzlich zu den gesetzlich geregelten Ansprüchen von 50 Prozent weitere 25 Prozent der genehmigten Kosten.
Audi BKK 700,00 € 0,00 %
Debeka BKK 600,00 € 0,00 %

Die AOKen nehmen auf eigenen Wunsch am Vergleich nicht teil.

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Kosten der künstlichen Befruchtung

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Was kostet eine künstliche Befruchtung?

Die Kosten einer Kinderwunschbehandlung unterscheiden sich stark je nach eingesetzter Methode. Auch die Anzahl der notwendigen Behandlungszyklen und die notwendigen Medikamente spielen eine Rolle.

Kosten einer In-Vitro-Befruchtung

Eine In-Vitro-Befruchtung kostet insgesamt etwa 3.000 Euro pro Zyklus. Dabei fallen ca. 1.500 Euro für Medikamente ab und 1.500 Euro für die Arztkosten. Da die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft pro Zyklus nur bei etwa 30 Prozent liegt, sind oft bis zu drei bis vier Zyklen notwendig. So summieren sich die Gesamtkosten einer In-Vitro-Befruchtung schnell auf 9.000 Euro.

Kosten einer Insemination

Die Kosten für eine Insemination belaufen sich auf ca. 200 Euro für eine Insemination bei Spontanzyklus oder ca. 1.000 Euro für eine Insemination mit hormoneller Stimulation. In beiden Fällen sind jedoch noch nicht die Preise für Medikamente enthalten. Da die Erfolgschancen einer Insemination bei etwa 10 Prozent pro Behandlungszyklus liegen, sind bis zu sechs Behandlungen notwendig. Viele Paare, die mit einer Insemination nicht erfolgreich sind, nehmen danach noch die Möglichkeiten einer IVF in Anspruch. Diese Kosten kommen dann natürlich noch dazu.

Für die Behandlungskosten selbst gibt es einen Festbetrag. Die angeführten Kostenunterschiede ergeben sich durch die Medikamente. Die verschriebenen Medikamente unterscheiden sich von Fall zu Fall und können teilweise sehr teuer sein.

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Ungewollte Kinderlosigkeit ist als Krankheit anerkannt

Ungewollte Kinderlosigkeit ist als Krankheit anerkannt und ihre Behandlung wird deshalb von den Kassen zu großen Teilen erstattet. Seit dem 01.01.2004 übernehmen Krankenkasse die Kosten für einige Leistungen jedoch nicht mehr voll. Nach wie vor voll erstattungsfähig sind aber alle diagnostischen Maßnahmen, um die Gründe einer eventuellen Unfruchtbarkeit zu identifizieren. Auch Hormonbehandlungen werden weiterhin voll von der Krankenkasse übernommen.

Krankenkassen übernehmen folgende Leistungen der künstlichen Befruchtung zur Hälfte

Folgende Behandlungen werden zur Hälfte erstattet, sofern die folgenden Bedingungen erfüllt sind:

  • Acht Inseminationen ohne Hormonstimulation (dies umfasst auch Behandlungen mit Clomifen und hCG)
  • Drei Inseminationen mit vorheriger Hormonbehandlung
  • Drei Versuche einer In-Vitro-Befruchtung oder ICSI Behandlung

Danach hast Du keinen weiteren Anspruch auf Kassenzahlung. Möchtet Ihr überzählige Eizellen für einen späteren Versuch einer In-Vitro-Befruchtung einfrieren lassen, müsst ihr die Kosten von ca. 500 Euro für die Kryokonservierung selbst tragen. Die Kassen erstatten die Kosten nicht.

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Bedingungen für die Kostenübernahme

Folgende Bedingungen müssen laut Sozialgesetzbuch erfüllt sein, damit ein Anspruch auf die anteilige Kostenübernahme besteht:

  • Das Paar muss verheiratet sein.
  • Frau und Mann müssen über 25 Jahre alt sein. Die Frau darf das 40. Lebensjahr und der Mann das 50. Lebensjahr noch nicht überschritten haben.
  • Die Behandlung muss medizinisch notwendig sein.
  • Es muss eine hinreichende Aussicht bestehen, dass durch die Maßnahmen eine Schwangerschaft herbeigeführt wird.
  • Es dürfen ausschließlich Ei- und Samenzellen der Ehegatten verwendet werden.
  • Das Paar muss sich vor der künstlichen Befruchtung von einem Arzt, der die Behandlung nicht selbst durchführt, über die Behandlung informieren lassen.

Es spielt bei der gesetzlichen Krankenversicherung keine Rolle, ob Du bereits ein Kind hast. Die Kosten werden unabhängig davon getragen. Für verheiratete Paare sind die Kosten der Kinderwunschbehandlung außerdem steuerlich absetzbar.

Keine Kostenübernahme

Für einige Behandlungen der Reproduktionsmedizin übernimmt die Krankenkasse keine Kosten:

  • Operative Entnahme von Spermien aus dem Hoden
  • Die Befruchtung durch Spendersamen
  • Kryotransfers und das Einfrieren von Eizellen oder Samen
  • Andere seltene Behandlungen und Anwendungen (z.B. Assisted Hatching, Polkörperdiagnostik (PKD), Embry-Glue)

Zusätzliche finanzielle Hilfe

Neben der anteiligen Kostenübernahme durch die Krankenkassen, stellt auch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanzielle Mittel zur Verfügung. Wie hoch diese staatlichen Mittel ausfallen, ist unter Umständen von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Hier lohnt sich ein „Förder-Check“ auf dem Informationsportal Kinderwunsch. Aktuell kooperieren die Bundesländer Berlin, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen mit der Bundesinitiative. Ein großer Vorteil: Auch Paare, die in einer auf Dauer angelegten nichtehelichen, heterosexuellen Lebensgemeinschaften leben, haben hier die Möglichkeit, einen finanziellen Zuschuss zu erhalten. Allerdings müssen auch hier die Voraussetzungen des § 27a SGB V erfüllt sein.

Weitere Informationen zur künstlichen Befruchtung

Weitere Informationen rund um die Methoden der künstlichen Befruchtung, ihre Erfolgsraten und Risiken findest Du in unserem Bereich „künstliche Befruchtung„.

Jedes 6. Paar in Deutschland ist ungewollt kinderlos. Der Weg zum Wunschkind ist oft steinig und lang. Und wären all die Sorgen, die Ängste und die Hoffnungslosigkeit nicht schlimm genug, ist eine Kinderwunschbehandlung oftmals noch mit hohen Kosten verbunden.

Ich erkläre Dir heute, mit welchen Kosten Du bei einer künstlichen Befruchtung (IVF oder ICSI) rechnen musst und ob und welche Teile davon die Krankenversicherung und / oder gegebenenfalls auch der Staat übernimmt.

Inhalt

Was kostet eine künstliche Befruchtung?

Die Kosten einer Kinderwunschbehandlung sind – je nach Ursache der Unfruchtbarkeit und nach Art der Behandlung – unterschiedlich.

Im Schnitt müsst Ihr von Kosten in Höhe von ca. 2.500 bis 4.000 € bei einer IVF bzw. 3.000 bis 5.000 € bei einer ICSI ausgehen. In diesen Summen sind jeweils bereits die Ausgaben für die Medikamente zur Stimulation der Eierstöcke, die Eizellpunktion, die Spermienaufbereitung, der Transfer und etwaige Ultraschalluntersuchungen eingeschlossen. Die vorangegangene Diagnostik (Blutuntersuchungen, diagnostische Operationen wie zum Beispiel eine Gebärmutterspiegelung etc.) wird von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen erstattet.

Welche Kosten übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung?

Als betroffenes Paar müsst Ihr die Kosten für eine künstliche Befruchtung nicht alleine tragen. Die gesetzliche Krankenversicherung beteiligt sich zu mindestens 50% an den Kosten, die für eine IUI, ICSI oder IVF anfallen.

Dabei werden acht unstimulierte IUI-Zyklen (ohne Hormonbehandlung), drei stimulierte IUIs (mit Hormonbehandlung), drei IVF-Behandlungen oder drei ICSIs bezuschusst.

Es müssen folgende Voraussetzungen vorliegen, damit die Krankenkasse sich an den Kosten beteiligt:

  • Ihr seid verheiratet und es werden jeweils die eigenen Ei- bzw- Samenzellen verwendet. Eine Behandlung mit Spendersamen wird nicht übernommen.
  • Ihr seid mindestens 25 Jahre und höchstens 40 Jahre (die Frau) bzw. 50 Jahre (der Mann) alt.
  • Die künstliche Befruchtung ist notwendig bzw. eine Schwangerschaft kann nicht mit einfacheren Behandlungsmethoden wie z. B. einer Hormonbehandlung erreicht werden.
  • Ihr habt beide einen HIV-Test durchführen lassen.
  • Ihr wurdet über die medizinischen Aspekte und Risiken einer Kinderwunschbehandlung aufgeklärt.

Die aufgelisteten Punkte stellen dabei die generellen Voraussetzungen dar. Viele Krankenkassen bieten auch darüber hinaus eine Kostenübernahme an oder übernehmen die Behandlung oft sogar voll. Ob und welche Mehr-Leistungen Eure Kassen anbieten, kannst Du hier im Dokument (Stand: Januar 2016) nachlesen. Achtung: Oft lohnt sich der Wechsel in eine andere Krankenkasse, um die hohen Behandlungskosten zu reduzieren.

Welche Kosten übernehmen die privaten Versicherungen?

Bei den privaten Krankenversicherungen gilt in der Regel das Verursacherprinzip: Das bedeutet, dass der Versicherer die Kosten bezahlt, wenn die Unfruchtbarkeit durch den eigenen Versicherten begründet ist. Im Versicherungsvertrag ist daneben gegebenenfalls außerdem geregelt, ob und welche Altersgrenzen eingehalten werden müssen und wie viele Versuche bezuschusst werden. Da die Regelungen je nach Versicherungsvertrag unterschiedlich sind, solltest Du unbedingt den eigenen Vertrag zu Rate ziehen und Dich einlesen.

Wann übernimmt die Krankenkasse die Kosten nicht?

Die Krankenversicherung bezuschusst künstliche Befruchtungen in der Regel nicht, wenn Ihr nicht verheiratet seid oder die künstliche Befruchtung nach einer (vorher gewünschten und nicht medizinisch begründeten) Sterilisation erfolgt.

Zudem übernimmt die Kasse keine Kosten für das Einfrieren überzähliger befruchteter Eizellen (Kryokonservierung).

Zusätzliche Kostenübernahme durch Bund und Länder

Einzelne Bundesländer übernehmen die Kosten, die Ihr als Paar selbst bezahlen müsst, anteilig. Dazu gehören Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. In diesen Ländern übernehmen jeweils Bund und Land gemeinsam Teile eures Eigenanteils.

Auch hier sind die Art und der Umfang der Kostenübernahme jeweils unterschiedlich. Einzelne Bundesländer bezuschussen zum Beispiel auch die künstliche Befruchtung bei unverheirateten Paaren.

Wenn das betroffene Paar aus einem dieser Bundesländer stammt, kann die Kostenübernahme des Eigenanteils bzw. beantragt werden. Die Höhe der Zuwendung und die Voraussetzungen für eine Kostenbeteiligung durch Bund und Länder kannst Du hier nachlesen:

  • Berlin
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Thüringen

Bitte beachte, dass sich die Regelungen zur Kostenübernahme bei einer künstlichen Befruchtung regelmäßig ändern. Zum einen passen die Krankenkassen ihre Leistungskataloge an, zum anderen verändern und aktualisieren auch die Bundesländer gegebenenfalls ihre Richtlinien.

Übrigens: Bis zur Gesundheitsreform im Jahr 2004 übernahmen die gesetzlichen Krankenkassen vier künstliche Befruchtungen pro Paar voll. Und obwohl wir über eine zu niedrige Geburtenrate klagen und sich der Staat mehr Kinder wünscht, wird weiter an der 50/50-Regelung festgehalten.

Es ist zwar erfreulich, dass einzelne Versicherungen die künstliche Befruchtung mittlerweile komplett übernehmen, in meinen Augen sollte dies jedoch generell der Fall sein. Damit es Paaren, die sich von Herzen ein Kind wünschen und ohnehin schon so einen schweren Weg gehen müssen, nicht noch schwerer gemacht wird, ihr Wunschkind zu bekommen.

  • Tags:
  • Kinderwunsch
  • künstliche Befruchtung

Künstliche Befruchtung – Kosten, Ablauf und Erfolgschancen

Da die Medizin bei der künstlichen Befruchtung in den Zeugungsakt eingreift und der Vorgang von der natürlichen Sexualität eines Paares entkoppelt ist, wird die Zeugung als „künstlich“ bezeichnet. Wie bei der Befruchtung (Konzeption) durch Geschlechtsverkehr verschmelzen auch bei der künstlichen Befruchtung Ei- und Samenzelle miteinander. Lediglich der Weg dorthin unterscheidet sich.

Kosten einer künstlichen Befruchtung

Die Kosten einer künstlichen Befruchtung liegen je nach Methode und Anbieter in Deutschland bei mindestens 2.000 Euro pro Versuch. In den Kosten enthalten sind die ärztliche Betreuung, sowie Medikamente und die Durchführung der Befruchtung. Da nicht jeder Versuch auch zu einer Schwangerschaft führt, müssen Paare mit deutlich höheren Kosten rechnen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen bei verheirateten Paaren unter bestimmten Voraussetzungen anteilig die Kosten einer künstlichen Befruchtung für bis zu drei Versuche.

Die Methoden der künstlichen Befruchtung im Überblick

Kosten, Ablauf und Erfolgschancen – in diesem Artikel lesen Sie außerdem:

  • Allgemeines zur künstlichen Befruchtung
  • Methoden der assistierten Reproduktion
  • Erfolgschancen bei künstlicher Befruchtung
  • Komplikationen und Risiken der künstlichen Befruchtung
  • Gesetzliche Regelungen zur Durchführung einer künstlichen Befruchtung
  • Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung
  • Voraussetzungen für Kostenübernahme der Kassen
  • Satzungsleistungen lassen den Kassen Spielraum
  • Wenige Kassen übernehmen drei Versuche komplett
  • Im Zweifel bei der Krankenkasse nachfragen, welche Kosten übernommen werden
  • Diese Kassen übernehmen mehr Kosten bei künstlicher Befruchtung als sie müssen
  • Weitere finanzielle Unterstützung der Kinderwunschbehandlung

Allgemeines zur künstlichen Befruchtung

In Deutschland sind zwischen 15 und 20 Prozent aller Paare ungewollt kinderlos. Der Anteil an Paaren, die durch künstliche Befruchtung schwanger werden wollen, ist weiter gestiegen: Wurden im Jahr 2006 in Deutschland noch knapp 60.000 künstliche Befruchtungen vorgenommen, waren es 2013 schon über 80.000. Eine der wesentlichen Ursachen für diese Zunahme ist das Alter der Paare mit Kinderwunsch. So liegt das Durchschnittsalter von erstgebärenden Frauen mittlerweile bei knapp 30 Jahren. Mit zunehmendem Alter nimmt die Fruchtbarkeit stark ab. Aufgrund dieses „Zeitdrucks“ entscheiden sich wiederum viele Paare frühzeitig, dem Kinderwunsch mithilfe der künstlichen Befruchtung zu erfüllen.

Methoden der assistierten Reproduktion

Ob und welche der Methoden der assistierten Reproduktion einem Paar zu einem Wunschkind verhelfen kann, klärt der behandelnde Arzt (ggf. in einem Kinderwunschzentrum) auf Basis der individuellen Voraussetzungen ab. Die Behandlung selbst begrenzt sich nicht auf einen einzigen Termin. Es sind mehrere Untersuchungen und Behandlungsschritte notwendig, die bei einem Misserfolg oft mehrere Male wiederholt werden müssen. Daher kann sich eine Behandlung über mehrere Monate hinziehen.

Zu den Methoden der assistierten Reproduktion zählen:

  • Insemination (Samenübertragung)
  • In-vitro-Fertilisation (IVF)
  • Intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)
  • Intratubarer Gametentransfer (GIFT)

Keine der Techniken garantiert das Eintreten einer Schwangerschaft. Paare, die sich zu einer künstlichen Befruchtung entscheiden, sollten daher ein hohes Maß an Ausdauer, Geduld und psychischer Stärke mitbringen.

Fruchtbare Tage erkennen: so geht’s

Erfolgschancen bei künstlicher Befruchtung

Die Erfolgschancen bei künstlicher Befruchtung sind unterschiedlich. Sie hängen von der jeweiligen Methode und ganz persönlichen Faktoren wie Alter des Paares, Qualität von Eizelle sowie Samenzellen und weiteren Faktoren ab. Oft sind mehrere Behandlungen notwendig, bis eine Schwangerschaft einsetzt. Pro Zyklus liegen die Erfolgsaussichten etwa bei IVF und ICSI durchschnittlich bei 15 bis 25 Prozent.

Besonders das Alter der Mutter spielt hinsichtlich der Erfolgsaussichten der Kinderwunschbehandlung eine Rolle: Statistisch gesehen liegen die Chancen einer 32-Jährigen, per IVF schwanger zu werden, bei knapp 43 Prozent. Eine 42-jährige Frau hat eine etwa 18-prozentige Chance auf Erfolg der IVF.

Bei allen Statistiken und allem Wissen um die Erfolgsraten der künstlichen Befruchtung: Es handelt sich immer nur um Durchschnittswerte. Jede Kinderwunschbehandlung ist individuell und es ist daher ratsam, sie positiv und hoffnungsvoll anzugehen.

Komplikationen und Risiken der künstlichen Befruchtung

Die Methoden der künstlichen Befruchtung bergen unterschiedliche Risiken und Komplikationen. So kann es beispielsweise durch die Hormonstimulation bei einigen Verfahren zu Mehrlingsschwangerschaften kommen. Daneben greift die Stimulation mit Hormonen auch stark in den Körper der Frau ein. Operative Eingriffe können zu Infektionen oder Verletzungen an Blase, Darm oder Blutgefäßen führen. Wird Sperma direkt aus den Hoden entnommen, besteht auch hier eine Verletzungsgefahr für den Mann.

Neben den körperlichen Beschwerden, kann die Therapie auch eine starke psychische Belastung des Paares zur Folge haben. Das gilt vor allem dann, wenn die Behandlung über einen längeren Zeitraum durchgeführt wird und ein großer Teil des Lebens nach Untersuchungs- oder Kontrollterminen beim Arzt ausgerichtet werden muss. Ärzte können in diesem Fall eine psychologische Begleitung empfehlen.

Gesetzliche Regelungen zur Durchführung einer künstlichen Befruchtung

Die medizinischen Einzelheiten und Voraussetzungen zur Durchführung einer künstlichen Befruchtung werden in einer entsprechenden Richtlinie des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen geregelt. Demnach sind in Deutschland Leihmutterschaft, die Verwendung fremder Eizellen (Eizellspende), die Verwendung von Samenzellen Verstorbener sowie die Geschlechtsauswahl bei Samenzellen gesetzlich verboten. Lediglich zum Ausschluss von geschlechtsspezifischen Erbkrankheiten darf eine Geschlechtsauwahl unter bestimmten Voraussetzungen stattfinden. Auch die Präimplantationsdiagnostik ist nach dem Embryonenschutzgesetz lediglich eingeschränkt – zum Beispiel bei schweren Gendefekten oder Erbkrankheiten – sowie nach Zustimmung einer Ethikkommission möglich.

Das Einfrieren von Keimzellen (Kryokonservierung) ist nur unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Unter dem Begriff „Social Freezing“ versteht man das Einfrieren von Eizellen ohne medizinischen Grund.

Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung

Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung sind in Deutschland Bestandteil der Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherungen. Sind bestimmte Voraussetzungen erfüllt, tragen die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel die Hälfte der Kosten für die ärztlich empfohlenen Methoden der künstlichen Befruchtung. Allerdings auch nicht unbegrenzt viele Behandlungszyklen. Grundvoraussetzung für eine Kostenbeteiligung ist, dass die Kinderwunschbehandlung eine Aussicht auf Erfolg hat.

Welche Kosten die privaten Krankenversicherungen übernehmen, ist individuell geregelt. Es sollte vor der Kinderwunschbehandlung mit der Krankenkasse Kontakt aufgenommen werden.

Unverheiratete Paare müssen sich darauf einstellen, dass sie die Kosten für eine künstliche Befruchtung selbst übernehmen müssen. Genaue Informationen zum Einzelfall kann die jeweilige Krankenkasse geben.

Voraussetzungen für Kostenübernahme der Kassen

Während die gesetzlichen Krankenkassen früher die Kosten für bis zu vier künstliche Befruchtungen übernahmen, gibt es seit 2004 nur noch 50 Prozent Zuschuss von der Kasse – und das auch nur für die ersten drei Versuche der künstlichen Befruchtung. Außerdem müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, damit die Kasse überhaupt für die künstliche Befruchtung zahlt: Das Paar muss verheiratet, der Mann zwischen 25 und 50 und die Frau zwischen 25 und 40 Jahre alt sein. Dies schreibt der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung vor.

  • Wenn man weiß, wann der Eisprung stattfindet, lassen sich die Chancen für eine Befruchtung erhöhen. Die Methoden im Überblick!

    zum Artikel

Die Kosten einer künstlichen Befruchtung bewegen sich in den meisten Fällen im Bereich von mindestens 2.000 Euro pro Versuch, da jedoch nicht jeder Versuch zum gewünschten Erfolg, also einer Schwangerschaft führt, kostet das Schwanger werden oft deutlich mehr. Paare, die sich dafür entscheiden, müssen also mit hohen Kosten als Eigenanteil rechnen.

Findet die Kinderwunschbehandlung aufgrund einer vorherigen Sterilisation statt, besteht kein Anspruch Kostenübernahme, es sei denn, die Sterilisation erfolgte aus medizinisch notwendigem Grund.

Satzungsleistungen lassen den Kassen Spielraum

Krankenkassen haben die Möglichkeit, Angebote in ihre Satzungsleistungen aufzunehmen, die über das hinausgehen, was der verbindliche GKV-Leistungskatalog vorsieht. Das GKV-Versorgungsstrukturgesetz, das seit 1. Januar 2012 gilt, erweitert diese Möglichkeiten. Leider haben bereits auch schon einige Krankenkassen ihre erweiterten Leistungen wieder zurückgenommen.

Deshalb bieten einige Krankenkassen ihren Versicherten mit unerfülltem Kinderwunsch höhere Zuschüsse. Die Art der Leistungen sind jedoch sehr unterschiedlich. So übernimmt beispielsweise die AOK Baden-Württemberg seit Juli 2013 statt der vorgeschriebenen 50 Prozent sogar 75 Prozent für die ersten drei Versuche. Auch gibt es bei dieser Krankenkasse keine Altersbeschränkung bis 40 mehr für die Frau und gleichgeschlechtliche weibliche Lebenspartnerschaften können hier sogar unter bestimmten Umständen bezuschusst werden.

Wenige Kassen übernehmen drei Versuche komplett

Ganz ohne Eigenanteil zur künstlichen Befruchtung ist es für Paare, die zum Beispiel bei der AOK Hessen oder der Bahn BKK versichert sind: Diese Kassen übernehmen die Kosten einer bestimmten Anzahl an Versuchen zu 100 Prozent, wenn beide Partner dort versichert sind.

Im Zweifel bei der Krankenkasse nachfragen, welche Kosten übernommen werden

Einen Überblick zu den über das Übliche hinausgehenden Leistungen der Krankenkassen bei künstlicher Befruchtung sehen Sie in der Tabelle. Leider haben einige Krankenkassen, die mit der Übernahme von 100 Prozent der Kosten bei künstlicher Befruchtung geworben haben, inzwischen diese Kostenübernahme wieder zurückgenommen. Wenn Sie eine künstliche Befruchtung vornehmen lassen wollen, lohnt es sich, einen Blick in die Satzungsleistungen Ihrer Krankenkasse zu werfen und am besten direkt dort nachzufragen, um den aktuellen Stand zu erfahren.

Die besten Stellungen zum Schwanger werden

Diese Kassen übernehmen mehr Kosten bei künstlicher Befruchtung als sie müssen:

(Stand 05. Oktober 2017, kein Anspruch auf Vollständigkeit)

Kasse zusätzliche Satzungsleistung Bundesland
AOK Baden-Württemberg 75 Prozent Erstattung für die ersten drei Versuche, auch für gleichgeschlechtliche weibliche Paare (wenn beide unfruchtbar sind), keine Altersgrenze. Voraussetzung: Beide Partner müssen bei der AOK BaWü versichert sein Baden-Württemberg
AOK Bayern Übernahme von 50 Prozent der Kosten auch beim 4. Versuch, wenn beide Partner dort versichert sind Bayern
AOK Bremen/Bremerhaven 100 Prozent Erstattung der ersten drei Versuche, wenn beide Ehepartner bei der Kasse versichert Bremen
AOK Hessen 100 Prozent Erstattung der ersten drei Versuche, wenn beide Ehepartner bei der AOK Hessen versichert sind und Ei- und Samenzellen der Ehepartner verwendet werden Hessen
AOK Nordost unter bestimmten Voraussetzungen können auch die Kosten des Eigenanteils komplett übernommen werden Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern
AOK Nordwest 300 Euro Zuschuss pro Versuch, wenn beide Ehepartner bei der Kasse versichert sind Westfalen, Lippe und Schleswig-Holstein
AOK Plus für Anfragen nach zusätzlicher Leistungen und Kostenbeteiligungen kann Kontakt mit der Kasse aufgenommen werden Sachsen und Thüringen
AOK Rheinland-Pfalz/Saarland 75 Prozent Erstattung für die ersten drei Versuche Rheinland-Pfalz, Saarland
AOK Rheinland/Hamburg 75 Prozent Erstattung für die ersten drei Versuche, wenn beide Eheleute dort versichert sind NRW/Hamburg
Atlas BKK Ahlmann 75 Prozent Erstattung für die ersten drei Versuche Bremen, Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein, NRW-Rheinland
BAHN-BKK Übernahme der gesamten abrechnungsfähigen Kosten, wenn beide Ehepartner bei der Kasse versichert sind; ist ein Partner versichert werden 75 Prozent übernommen bundesweit
Bertelsmann BKK 250 Euro Zuschuss für maximal drei Versuche, wenn beide Ehepartner bei der Kasse versichert sind geschlossene BKK, nur für Betriebsangehörige
BIG direkt gesund zusätzlich 200 Euro je Behandlung für maximal drei Versuche, wenn beide Ehepartner bei der Kasse versichert sind bundesweit
BKK 24 Zuschuss von 300 Euro für die ersten drei Versuche. Sollte es nicht zu einer Schwangerschaft kommen, gibt es für den vierten Versuch ebenfalls einen Zuschuss von 300 Euro, wenn beide Ehepartner bei der Kasse versichert sind bundesweit
BKK Akzo Nobel Bayern obere Altersgrenze Frau auf 45 Jahre erweitert; weitere Zuschüsse bis zu 1.000 Euro Bayern
BKK EWE jeweils bis zu 1.000 Euro Zuschuss bei den ersten drei Versuchen geschlossene BKK, nur für Betriebsangehörige
BKK exklusiv jeder versicherte Ehegatte erhält weitere Zuschüsse von bis zu 250 Euro, für die bei ihm erfolgten (bis zu drei) Behandlungsversuche Niedersachsen, Mecklenburg Vorpommern, Schleswig-Holstein, Bremen, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen
BKK Freudenberg Zuschuss von 2.000 Euro, wenn beide Ehepartner bei der Kasse versichert sind Baden-Württemberg, Bayern, Berlin , Hessen , Niedersachsen , Nordrhein-Westfalen , Rheinland-Pfalz, Sachsen
BKK Melitta Plus 250 Euro Zuschuss pro Versuch für maximal drei Behandlungsversuche Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Baden- Württemberg, Berlin und Bremen
BKK PFAFF Übernahme von 75 Prozent der Kosten Rheinland-Pfalz
BKK RWE Übernahme von 100 Prozent der Kosten unter bestimmten Voraussetzungen geschlossene BKK, nur für Betriebsangehörige
BKK Scheufelen 500 Euro Zuschuss für maximal neun Behandlungszyklen je Paar, wenn beide Ehepartner bei der Kasse versichert sind Baden-Württemberg
BKK VBU 75 Prozent Erstattung für die ersten drei Versuche, wenn beide Eheleute dort versichert sind bundesweit
BKK Verbund plus je 200 Euro zusätzlicher Zuschuss für die ersten drei Versuche, wenn beide Partner bei dieser Kasse versichert sind Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein
BKK Wirtschaft & Finanzen einmalig 500 bzw. 1.000 Euro (wenn beide Ehepartner versichert sind) zusätzlicher Zuschuss zum genehmigten Behandlungsplan bundesweit
Brandenburgische BKK Übernahme von 75 Prozent der Kosten, wenn beide Ehepartner bei der Kasse versichert sind Brandenburg
Daimler BKK Übernahme von 100 Prozent der Kosten, wenn beide Ehepartner bei der Kasse versichert sind geschlossene BKK, nur für Betriebsangehörige
DAK Gesundheit 100 Prozent Erstattung der ersten drei Versuche, wenn beide Ehepartner dort versichert sind bundesweit
Hanseatische Krankenkasse (HEK) je 200 Euro zusätzlicher Zuschuss für die ersten drei Versuche, wenn beide Partner bei dieser Kasse versichert sind bundesweit
hkk zusätzlich 200 Euro je Behandlungsversuch und hkk-Versichertem Partner bundesweit
IKK BB Zuschuss kann bei verheirateten Paaren, die bei der IKK BB versichert sind bis zu 100 Prozent des Eigenanteils betragen Brandenburg & Berlin
IKK classic bis zu 500 Euro zusätzlicher Zuschuss pro Versuch, wenn beide Partner dort versichert sind; 250 €, wenn nur einer dort versichert ist bundesweit
IKK Südwest für ab 1. Januar 2017 genehmigte Versuche: 100 Prozent Erstattung für die ersten drei Versuche, wenn beide Partner bei dieser Kasse versichert sind Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland
KNAPPSCHAFT 500 Euro Zuschuss pro Versuch, wenn beide Ehepartner bei der Kasse versichert sind bundesweit
KKH 100 Euro Zuschuss je Behandlungsversuch für ICSI und IVF, insgesamt maximal 300 Euro bundesweit
Novitas BKK 400 Euro Zuschuss pro Versuch, wenn beide Ehepartner bei der Kasse versichert sind, ansonsten 100 Euro Zuschuss pro Versuch bundesweit
Salus BKK 250 Euro Zuschuss pro Versuch für die ersten drei Versuche, wenn beide Ehepartner bei der Kasse versichert sind bundesweit
TK 250 Euro Zuschuss für die ersten drei Versuche, wenn beide Partner bei dieser Kasse versichert sind bundesweit
VIACTIV 500 Euro Zuschuss pro Versuch, wenn beide Ehepartner bei der Kasse versichert sind bundesweit
WMF BKK 100 Prozent, wenn beide Ehepartner dort versichert sind bundesweit

Sie kennen eine weitere Krankenkasse, die mehr als die gesetzlichen Leistungen bei künstlicher Befruchtung zahlt? Schicken Sie uns eine Mail an [email protected] Danke!

Weitere finanzielle Unterstützung der Kinderwunschbehandlung

Sowohl der Bund als auch die Länder bieten unter bestimmten Voraussetzungen eine zusätzliche finanzielle Unterstützung der künstlichen Befruchtung an. Weitere Informationen darüber gibt es zum Beispiel auf dem Informationsportal zu Kinderwunsch des Bundesfamilienministeriums: https://www.informationsportal-kinderwunsch.de/startseite/.

Sex-Tipps zum Schwanger werden

Kosten

In der Schweiz hängt die Kostenübernahme durch die Krankenkasse erheblich von der Art der durchgeführten Behandlung ab. Einige Behandlungen werden von der Krankenkasse übernommen, andere – wie die künstliche Befruchtung – nicht.

Da die Kosten für künstliche Befruchtungen durch die Medikamente und die sehr aufwändigen Labortechniken hoch sind, bieten wir neben den üblichen Behandlungen auch solche Behandlungen an, die mit einem deutlich niedrigeren Medikamentenverbrauch einhergehen.

Des Weiteren führen wir eine Vielzahl aufwändiger Techniken im Labor ohne zusätzliche Kosten durch, wenn diese die Chancen auf eine Schwangerschaft erhöhen können.

Ob diese Therapien und Labortechniken bei Ihnen möglich und sinnvoll sind, können wir mit Ihnen im persönlichen Gespräch klären.

Das Abrechnungsprinzip bei Behandlungen, die nicht von der Krankenkasse bezahlt werden, beruht bei uns auf Pauschalsummen, die alle Leistungen enthalten. Es gibt somit keine versteckten Mehrkosten und auch keine späteren Nachforderungen, so dass bereits bei Therapiebeginn die Kostenbelastung transparent ist.

Bei einer Abklärung und Therapie eines unerfüllten Kinderwunsches ist mit folgenden Kosten zu rechnen:

  • Die Kosten für die Untersuchungen zur Ursache Ihrer Unfruchtbarkeit werden von der Krankenkasse übernommen. Lediglich sehr spezielle genetische Untersuchungen erfordern eine Rücksprache mit der Krankenkasse.
  • Auch werden normalerweise die Kosten für eine hormonelle Stimulation (6 – 12 Zyklen) sowie für eine Insemination (3 Zyklen) übernommen. Allerdings ist eine Kostengutsprache der Krankenkasse erforderlich, die wir gerne für Sie beantragen.

Künstliche Befruchtungen (IVF, ICSI) sind keine kassenpflichtigen Leistungen und müssen deswegen selbst getragen werden. Die Kosten für die üblichen Behandlungen der künstlichen Befruchtung sind folgende:

  • In-vitro-Fertilisation / Intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)
    Die Ausgaben dieser Behandlung belaufen sich in unserem Zentrum ab Stimulationsbeginn inklusive aller Medikamente, inklusive aller zusätzlich erforderlichen Labortechniken und – falls erforderlich – inkl. der Lagerung überzähliger Embryonen über 5 Jahre je nach Art der Eizellenentnahme und der Anzahl gewonnener Eizellen auf ca. CHF 5’000.- bis 7’600.- pro Behandlungszyklus. In dieser Summe sind des Weiteren auch aufwändige und andernorts oft kostenpflichtige Behandlungen zur Verbesserung der Erfolgsrate wie IMSI, Assisted Hatching per Laser, Polescope-Analysen, Behandlungen zur Verbesserung der Einnistung etc. eingeschlossen.

  • Kryokonservierung und Auftauzyklen
    Wenn überzählige befruchtete Eizellen für einen weiteren IVF-Zyklus aufbewahrt werden, so ist der Preis in der oben genannten Pauschale enthalten. Für den Auftauzyklus als solchen werden aber CHF 1’900.- verrechnet. Auch in diesem Preis sind sämtliche Kosten während des Zyklus enthalten. Sollte nur noch eine fertilisierte Eizelle eingefroren sein, so kann der Auftauzyklus mit einem unten dargestellten Natural Cycle-IVF-Zyklus kombiniert werden, bei dem dann der Auftauzyklus kostenlos durchgeführt wird.

Des Weiteren bieten wir in unserem Zentrum auch folgende Behandlungen an, deren Kosten durch die weitgehende Vermeidung teurer Medikamente und einen deutlich geringeren Laboraufwand erheblich niedriger liegen.

  • Natural Cycle-IVF / IVF-Naturelle
    Die Kosten belaufen sich auf CHF 2’500.- für einen kompletten Behandlungszyklus inclusive einer Kontrolluntersuchung und dem Transfer. Die Kosten setzen sich zusammen wie folgt: 250,- für die Follikelkontrolle inclusive der dabei erforderlichen Laboranalysen, 550.- für die Eizellentnahme und: 1’700.- für den Transfer. Dieses Abrechnungsmodell stellt sicher, dass die Gesamtkosten nur anfallen, wenn auch ein Transfer und damit eine realistische Chance auf eine Schwangerschaft gegeben ist. Da wir auf diese Behandlung spezialisiert sind und somit diese unter optimalen Bedingungen durchführen, ist in den meisten Fällen nur ein Kontrolltermin erforderlich. Der Kontrolltemin kann auch bei dem Frauenarzt oder in ausgewählten Praxen, die mit uns kooperieren, durchgeführt werden, damit keine aufwändige Anreise erforderlich ist. Sollte eine dieser Leistungen nicht durchgeführt werden, so wird diese selbstverständlich nicht abgerechnet.

Um die Chancen auf eine Schwangerschaft maximal zu erhöhen, haben wir in unserem Labor des Weiteren zahlreiche innovative Behandlungen eingeführt, die bei bestimmten Indikationen hilfreich sein können. Die Durchführung dieser Behandlungen ist im Preis eingeschlossen. Gesamthaft sind die Kosten pro erzielter Schwangerschaft gemäss unserer wissenschaftlichen Untersuchungen (siehe www.IVF-Naturelle.ch, Menü „Unsere Wissenschaft“ ) und in unserem Zentrum ca. 1/3 niedriger als bei einer klassischen IVF mit einer Hormonstimulation.

  • Social freezing
    Die Kosten für ein Social freezing betragen CHF 3’850.- bis 4’700.- je nach Eizellentnahmetechnik. In diesem Preis sind alle Medikamente, Besuche während der Behandlung sowie die Kryokonservierung per Vitrifikation erhalten. Die Lagerungsgebühren werden extra berechnet.

Kosten und Kostenplan bei unerfülltem Kinderwunsch

Die Kinderwunschbehandlung wird von den gesetzlichen Krankenversicherungen bezuschußt. Voraussetzungen gemäß den Richtlinien über Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung hierfür sind:

1. das Paar ist verheiratet ist
2. beide Partner sind mindestens 25 Jahre alt
3. die Frau hat das 40. Lebensjahr noch nicht vollendet
4. der Mann hat das 50. Lebensjahr noch nicht vollendet

Der Eigenanteil der EBM (Einheitlicher Bewertungsmaßstab) Vorgabe beträgt durchschnittlich

1. bei einer Insemination ohne Hormonstimulation: 87,64 €
2. bei einer Insemination mit Hormonstimulation: 110,34 €
3. bei einer IVF Therapie: 570,76 €
4. bei einer ICSI Therapie: 748,45 €

Dazu kommen Kosten für die Hormontherapie ca. in Höhe von 30 – 1000 €, abhängig von den individuellen Voraussetzungen und der Therapieform, sowie Kosten für die Anästhesie in Höhe von ca. 50 €.

Bei privatversicherten Patienten erstellen wir Ihnen gerne einen individuellen Kostenplan nach der GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte).

Ist der Hauptverursacher/in privat versichert ist, kann ein Antrag auf komplette Kostenübernahme bei der Krankenkasse gestellt werden. Sprechen Sie uns bitte darauf an.

Künstliche Befruchtung: Wer trägt die Kosten?

Eine künstliche Befruchtung kann teuer werden. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten nur unter bestimmten Voraussetzungen und nur anteilig. Unter Umständen ist eine finanzielle Unterstützung durch Bund und Länder möglich.

© BZgA/HN/Eichhöfer

Die Kosten für Untersuchungen, mit denen die Ursache der Kinderlosigkeit gefunden werden soll, werden in der Regel von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen vollständig übernommen.

Medikamente zur Hormoneinstellung und Stimulation der Eierstöcke werden von vielen Kassen nur unter bestimmten Bedingungen bezahlt. Findet die hormonelle Stimulation vor einer Samenübertragung, In-vitro-Fertilisation oder ICSI statt, gehört sie zur jeweiligen Kinderwunschbehandlung.

Die Kostenbeteiligung der Krankenkasse hängt dann von der Art der Behandlung sowie davon ab, ob das Paar gesetzlich oder privat versichert ist.

Kostenbeteiligung bei gesetzlich Versicherten

Gesetzliche Versicherte haben nach §27a SGB V einen gesetzlichen Anspruch darauf, dass sich ihre Krankenkasse an „Maßnahmen zur Herbeiführung einer Schwangerschaft“ beteiligt. Hierfür müssen sie vor Beginn der Behandlung ihrer Krankenkasse einen Behandlungsplan vorlegen. Dieser muss die geplante Behandlung und die anfallenden Kosten enthalten. Im Allgemeinen übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung 50 Prozent der Behandlungs- und Medikamentenkosten für insgesamt

  • 8 Zyklen einer Insemination ohne vorherige hormonelle Stimulation plus
  • 3 Zyklen einer Insemination mit hormoneller Stimulation plus
  • 3 Zyklen einer IVF oder einer ICSI-Behandlung.

Die Behandlungen können bei Bedarf nacheinander in Anspruch genommen werden, wenn die vorangegangene Therapie erfolglos war. Nur die jeweils drei Zyklen IVF und ICSI schließen einander aus: Entweder wird IVF oder ICSI angewandt.

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein:

  • Das Paar ist verheiratet, und es werden ausschließlich Ei- und Samenzellen der beiden Ehepartner verwendet.
  • Beide Ehepartner sind mindestens 25 Jahre alt. Die Frau ist höchstens 40 Jahre und der Mann höchstens 50 Jahre alt.
  • Die Behandlung ist medizinisch notwendig. Für das ICSI-Verfahren zum Beispiel ist genau festgelegt, welche Grenzwerte im Spermiogramm des Mannes unterschritten sein müssen, damit die Krankenkassen von einer schweren Störung der männlichen Fruchtbarkeit ausgehen und sich an den Kosten beteiligen.
  • Es ist ärztlich bescheinigt, dass die Behandlung ausreichende Erfolgsaussichten hat.
  • Beide Partner haben vor der Behandlung einen HIV-Test machen lassen (ein HIV-Test weist das AIDS-auslösende Virus HIV nach).
  • Beide Partner haben sich zu den medizinischen und psychosozialen Aspekten der künstlichen Befruchtung beraten lassen.

Gesetzliche Krankenkassen dürfen ihren Versicherten über die 50-prozentige Kostenbeteiligung hinaus weitere freiwillige Mehrleistungen anbieten. Die Höhe und die Voraussetzungen können sich von Kasse zu Kasse unterscheiden. Deshalb ist es ratsam, sich vor der Behandlung genau über die Leistungen der eigenen Krankenkassen zu informieren.

Kostenbeteiligung bei privat Versicherten

Die Regelungen der privaten Krankenkassen sind sehr unterschiedlich. Voraussetzung für eine Kostenübernahme oder -beteiligung ist, dass bei dem/der Versicherten eine organische Ursache für die Unfruchtbarkeit gefunden wird. Lässt sich diese nicht feststellen, ist die Krankenkasse nicht verpflichtet, Kosten für die Behandlung zu übernehmen. Je nach Versicherungsvertrag gelten keine Altersgrenzen, und die Anzahl der Versuche ist – wenn nicht anders vereinbart – nicht pauschal vorgegeben. Vor Beginn einer Behandlung ist es deshalb wichtig, die Kostenübernahme einzelner Behandlungen mit der Kasse zu klären.

Einschränkungen und Ausnahmen

Unverheiratete Paare, die gesetzlich versichert sind, müssen sämtliche Kosten für die Kinderwunschbehandlung selbst tragen.

Auch nach einer vorherigen Sterilisation besteht kein Anspruch auf Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung zur künstlichen Befruchtung, es sei denn, die Sterilisation wurde aus medizinischen Gründen vorgenommen.

Für Behandlungen in anderen EU-Staaten werden nur Kosten für diejenigen Leistungen übernommen, die auch in Deutschland erstattungsfähig sind. Außerdem müssen sämtliche Behandlungen mit dem deutschen Embryonenschutzgesetz in Einklang stehen. Die Belastungsgrenze für private Zuzahlungen zu Krankheitskosten in Höhe von zwei Prozent des Jahreseinkommens gilt für Fruchtbarkeits-Behandlungen nicht.

Kostenübernahme bei einzelnen Behandlungen

Die gesetzlichen Krankenkassen fassen eine Kinderwunsch-Therapie als Behandlung eines Paares auf und verteilen die Kosten auf beide Partner. Das heißt, die gesetzliche Krankenkasse der Frau übernimmt – immer anteilig – die bei ihr anfallenden Kosten, zudem in der Regel die Kosten für die verpflichtende ärztliche Beratung vor der Behandlung sowie die Kosten, die im Labor entstehen. Die Krankenkasse ihres Partners ist für die bei ihm entstehenden Kosten zuständig sowie für Kosten, die durch die ärztliche Beratung im Vorfeld einer ICSI und gegebenenfalls für eine humangenetische Beratung anfallen.

Wenn beide Partner privat versichert sind, können sie für eine Kinderwunsch-Behandlung häufig mehr Leistungen in Anspruch nehmen als gesetzlich versicherte Paare. Die privaten Krankenkassen verfahren nach dem „Verursacherprinzip“. Das bedeutet beispielsweise, dass bei männlicher Sterilität (eingeschränktes Spermiogramm) die private Krankenkasse des Mannes sämtliche Kosten der Behandlung übernimmt, auch wenn die Ehefrau gesetzlich versichert ist.

Samenübertragung: Die homologe Samenübertragung, also die Übertragung des Samens des Ehemannes, wird von den gesetzlichen Kassen in einem nicht durch Hormonpräparate stimulierten Zyklus bis zu achtmal zur Hälfte bezahlt. Wird vor der Insemination eine hormonelle Stimulation der Eierstöcke durchgeführt, beteiligen sich die Kassen mit 50 Prozent an bis zu drei Behandlungen.

Samenübertragung mit Spendersamen: Die Kosten werden in der Regel weder von den gesetzlichen noch von den privaten Krankenkassen übernommen.

IVF und ICSI: Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen 50 Prozent der Kosten für drei Behandlungen. Allerdings wird eine dritte Behandlung im Allgemeinen nur dann zur Hälfte bezahlt, wenn es bei mindestens einer der ersten zwei Behandlungen zur Befruchtung einer Eizelle im Laborglas gekommen ist.

Führt die Behandlung zur Geburt eines Kindes, hat ein Paar erneut Anspruch auf bis zu drei Behandlungen, wenn es sich ein weiteres Kind wünscht. Als Geburt gilt die Lebend- oder Totgeburt eines Kindes, nicht jedoch eine Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaft oder eine Fehlgeburt. Bei einer Fehlgeburt kommt das Kind mit weniger als 500 Gramm tot zur Welt.

Eine Behandlung, nach der sich eine Schwangerschaft im Ultraschall nachweisen lässt (klinische Schwangerschaft), die aber nicht zur Geburt eines Kindes führt, wird nicht gerechnet. Das bedeutet, dass in einem solchen Fall das Paar Anspruch auf eine weitere Behandlung hat.

IVF/ICSI mit Spendersamen: Weder gesetzliche noch private Krankenkassen übernehmen die Kosten.

Unter Umständen kann ein Ehepaar die Kosten einer künstlichen Befruchtung mit Spendersamen als außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzen, wenn der Ehepartner selbst keine Kinder zeugen und sein Sperma auch nicht für eine künstliche Befruchtung eingesetzt werden kann.

Weitere Verfahren: Die Kosten für das Einfrieren von Samen- und befruchteten Eizellen oder Behandlungen wie Assisted Hatching oder Polkörperdiagnostik müssen in der Regel privat bezahlt werden. An operativen Verfahren zur Gewinnung von Samenzellen (TESE, MESA) beteiligen sich dagegen die meisten Krankenkassen.

Zusätzliche finanzielle Unterstützung

Auch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend stellt finanzielle Mittel zur Unterstützung ungewollt kinderloser Paare zur Verfügung. Diese Bundesmittel sind jedoch daran geknüpft, dass sich das Bundesland, in dem das Paar seinen Hauptwohnsitz hat, in mindestens gleicher Höhe wie der Bund an den Behandlungskosten beteiligt.

Um herauszufinden, ob in Ihrem Bundesland für Sie die Möglichkeit einer solchen finanziellen Unterstützung besteht, können Sie den „Förder-Check“ im Informationsportal Kinderwunsch machen.

Mithilfe dieser Zuschüsse, die die Kostenbeteiligungen der Krankenversicherungen ergänzen, sinkt der Eigenanteil an den Behandlungskosten erheblich. Je nach Landesförderung wird der erste bis vierte Behandlungszyklus unterstützt. Der Bund übernimmt dabei maximal 25 Prozent des den Paaren nach Abrechnung mit der Krankenkasse verbleibenden Eigenanteils.

Zusammen mit der Kostenbeteiligung der gesetzlichen Krankenkassen kann der Eigenanteil für Paare bei den ersten drei Behandlungen auf bis zu einem Viertel, bei der vierten auf bis zur Hälfte der Kosten gesenkt werden.

Bisher nehmen die Länder Berlin, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Wesfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen an der Bundesinitiative teil. Dabei gelten in jedem Bundesland unterschiedliche Bedingungen für eine finanzielle Unterstützung bei Kinderwunschbehandlungen. Auch Art und Höhe der Zuwendungen variieren.

Mit Inkrafttreten zum 7.1.2016 hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Richtlinie zur finanziellen Unterstützung von Kinderwunschpaaren erweitert. Seitdem können auch Paare, die in einer auf Dauer angelegten nichtehelichen, heterosexuellen Lebensgemeinschaften leben, finanziell unterstützt werden. Voraussetzung ist allerdings auch hier, dass sich das jeweilige Hauptwohnsitzbundesland beteiligt und seine Landesförderung zugunsten unverheirateter Paare anpasst. Sobald die o. g. bisher kooperierenden Länder die Erweiterung ihrer Förderkriterien auf Landesebene nachvollzogen haben, können unverheiratete Paare einen finanziellen Zuschuss für die erste bis dritte Behandlung von bis zu 12,5 Prozent und für die vierte Behandlung von bis zu 25 Prozent der Behandlungs- und Medikamentenkosten erhalten.

Es lohnt, sich beim jeweils zuständigen Landesministerium zu informieren. Auf der vom Bundesministerium eigens dafür eingerichteten Internetseite www.informationsportal-kinderwunsch.de finden sich alle wichtigen Informationen über die Bundesinitiative, den Fortgang der Bund-Länder-Zusammenarbeit, die speziellen Richtlinien in den Ländern und die Voraussetzungen für eine zusätzliche finanzielle Unterstützung sowie eine spezielle bundesweite Datenbank mit Suchfunktion nach vertraulicher, individueller Kinderwunschberatung in Wohnortnähe.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 17.09.2019

Künstliche Befruchtung: Was zahlt die Krankenkasse?

Viele Paare wünschen sich ein Baby, jedoch will es mit der Schwangerschaft auf natürlichem Wege manchmal einfach nicht klappen. Eine Alternative ist die künstliche Befruchtung. Eine solche medizinische Kinderwunschbehandlung kann zwar zu einer erfolgreichen Schwangerschaft führen, ist allerdings mit sehr hohen Kosten verbunden. Inwieweit kann man hier auf finanzielle Unterstützung der Krankenversicherung vertrauen? Welche Kosten übernimmt die Krankenkasse und was müssen Betroffene selbst bezahlen?

  • Die künstliche Befruchtung und ihre Kosten
  • Wann wird die Kinderwunschbehandlung von der Krankenkasse bezahlt?
  • Gibt es weitere Chancen auf finanzielle Unterstützung bei der Kinderwunschbehandlung?

Die künstliche Befruchtung und ihre Kosten

Eine Familie zu gründen, gehört für viele Menschen zum Leben dazu. Doch nicht immer kann ein Kinderwunsch auf natürlichem Wege erfüllt werden. Die Ursachen dafür können ganz unterschiedlich sein. Dennoch muss die Familienplanung nicht zwangsläufig verworfen werden, wenn es mit dem Schwanger-Werden einfach nicht klappen will: Die Medizin bietet heute die Möglichkeit einer künstlichen Befruchtung. Eine solche Kinderwunschbehandlung birgt zwar Chancen, hat jedoch auch einen Haken – enorme Kosten. Je nach Art und Dauer der Behandlung kostet eine künstliche Befruchtung durchschnittlich zwischen 3.000 und 4.500 Euro. Hinzu kommt, dass oftmals mehrere Versuche notwendig sind, bis tatsächlich ein Kind auf die Welt kommt. Nicht selten bezahlen Paare 10.000 Euro und mehr, ohne zu wissen, ob ihr Wunsch nach Nachwuchs tatsächlich erfüllt werden wird.

Trotz dieser schwindelerregenden Zahlen werden Betroffene nicht gänzlich mit dem finanziellen Risiko alleine gelassen: Gesetzliche wie auch private Krankenkassen beteiligen sich an den Kosten für eine künstliche Befruchtung. Doch wie hoch ist dieser Anteil? Und an welche Bedingungen ist die Kostenübernahme geknüpft?

Wann wird die Kinderwunschbehandlung von der Krankenkasse bezahlt?

Zwischen den Leistungen der gesetzlichen und der privaten Krankenkassen klaffen oft gewaltige Unterschiede, so auch bei der Beteiligung an den Kosten einer Kinderwunschbehandlung. Was Sie dazu wissen müssen, erfahren Sie im Folgenden.

In diesen Fällen zahlt die gesetzliche Krankenkasse für die künstliche Befruchtung

Die Voruntersuchungen, die für eine Kinderwunschbehandlung notwendig sind, werden von den Krankenkassen immer bezahlt. In § 27a Sozialgesetzbuch V (SGB) ist darüber hinaus geregelt, dass die gesetzliche Krankenversicherung auch die Kosten für künstliche Befruchtungen unter bestimmten Voraussetzungen zur Hälfte tragen muss. Zu diesen Voraussetzungen gehören, dass

  1. ein Arzt die Notwendigkeit der künstlichen Befruchtung festgestellt hat,
  2. die künstliche Befruchtung nach ärztlicher Einschätzung erfolgsversprechend ist,
  3. die Leistungsnehmer miteinander verheiratet sind,
  4. lediglich Ei- und Samenzellen der verheirateten Ehepartner genutzt werden,
  5. die Frau zwischen 25 und 40, der Mann zwischen 25 und 50 Jahren alt ist und
  6. vor der künstlichen Befruchtung ein Arzt die Ehegatten über medizinische und psychosoziale Aspekte informiert. Dieser darf die Behandlung nicht selbst vornehmen, sondern muss die Leistungsnehmer an einen Arzt oder eine Einrichtung überweisen, welche eine Genehmigung für die gewünschte Behandlung hat.

Paare, auf die alle Punkte zutreffen, sollten darüber hinaus wissen, dass die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für lediglich drei Behandlungsversuche zu 50 % zu tragen hat: Der Gesetzgeber ist der Ansicht, dass bei einem vierten Versuch keine hinreichende Aussicht mehr besteht, dass durch die Behandlung eine Schwangerschaft herbeigeführt wird. Vor der künstlichen Befruchtung muss der Versicherung außerdem ein Behandlungsplan mit einer genauen Kostenaufstellung vorgelegt werden.

Die einzelnen Krankenkassen müssen sich zwar an diese gesetzlichen Vorgaben halten, sie dürfen jedoch auch das Leistungsangebot erweitern. So gibt es beispielsweise trotz der engen Regelungen des Sozialgesetzbuches Versicherungen, die mehr als drei Befruchtungsversuche bezahlen oder die Kosten der Kinderwunschbehandlung bis zu 100 % übernehmen. Versicherungsnehmer sollten sich daher genau über den Leistungsumfang ihrer gesetzlichen Krankenkasse informieren.

Kosten Satzungsleistungen

Zahlreiche gesetzliche Krankenkassen bieten zusätzlich zu der gesetzlich garantierten 50%igen Kostenbeteiligung (nach §27a SGB V) weitere freiwillige Leistungen (sog. Satzungsleistungen) an.
Die unten genannten Krankenversicherungen bieten solche Zusatzleistungen auf freiwilliger Basis an. Vor einem Wechsel der Krankenkasse sollten Sie sich in jedem Fall die Richtigkeit der Angaben bestätigen lassen. Die Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Korrektheit. Darüber hinaus können von den jeweiligen Krankenkassen für eine Kostenübernahme weitere hier nicht genannte Einschränkungen gemacht werden (z.B. dass beide Partner zur jeweiligen Kasse wechseln müssen usw.).

WMF BKK
Seit dem 1.1.2017 unterstützt die WMF BKK ungewollt kinderlose Paare im Rahmen einer künstlichen Befruchtung mit einer Kostenerstattung von 100 % für die ersten drei Behandlungsversuche – vorausgesetzt, die gesetzlichen Vorgaben für eine erstattungsfähige künstliche Befruchtung sind gegeben und beide Partner sind bei der WMF BKK versichert.
Quelle: https://www.wmf-bkk.de/leistungen/unsere-extra-leistungen/kuenstliche-befruchtung-100-kostenerstattung/

BKK Scheufelen
Die BKK Scheufelen übernimmt auch Leistungen für unverheiratete Paare. Dieses Angebot musste aufgrund neuerer Rechtsprechung Ende 2014 eingestellt werden!

Actimonda BKK (ehemals BKK ALP PLUS)
Sind drei bereits genehmigte Versuche erfolglos geblieben, übernimmt die Actimonda BKK die Hälfte der Kosten für einen vierten Versuch. Dieses Angebot richtet sich an Frauen von 25. bis zum 40. Lebensjahr und an Männer vom 25. bis zum 50. Lebensjahr.
Quelle: https://www.actimonda.de/leistungen/beratung/kuenstliche-befruchtung.html

BKK Akzo Nobel -Bayern
Die BKK Akzo Nobel-Bayern (Kassenöffnung für Bayern) hat bei der künstliche Befruchtung die Altersgrenze für Frauen von 40 auf 45 Jahre angehoben. Quelle: http://www.bkk-akzo.de/leistungen/leistung/kuenstliche-befruchtung-neu/

DAK Gesundheit
Seit dem 01.09.2014 erstattet die DAK-Gesundheit für Ehepaare, die beide bei der DAK-Gesundheit versichert sind, zusätzlich zum gesetzlichen Kostenanteil von 50 Prozent nun auch den 50- prozentigen Eigenanteil. Dies gilt für bis zu drei Behandlungsversuche. Diese Mehrleistung wird für alle gesetzlich berechnungsfähigen Leistungen im Zusammenhang mit der Kinderwunsch-Behandlung gewährt. TIP: Sie sollten daher überlegen, nur für IVF/ICSI-Behandlungen die Satzungsleistungen einzufordern und bei eventuellen Inseminationen den Eigenanteil lieber privat bezahlen.
Quelle: http://www.dak.de/dak/leistungen/Kuenstliche_Befruchtung-1078770.html

IKK Classic
Die IKK Classic hat das Angebot der 100%igen Kostenübernahme zum 01.01.2016 leider eingestellt.

Knappschaft
Die Knappschaft hat das Angebot der 100%igen Kostenübernahme zum 01.01.2016 leider eingestellt.

BKK VBU
Wenn Sie als Ehepaar schon jetzt die Voraussetzungen für die künstliche Befruchtung erfüllen, erhöht diese Krankenkasse den Kostenzuschuss auf 75 %. Der Eigenanteil wird damit halbiert. Die zusätzliche Kostenübernahme erfolgt für die Leistungen, die dem Versicherten der BKK VBU zu zuordnen sind. Ist der Partner nicht bei der BKK VBU versichert, übernimmt die Krankenkasse für dessen Leistungen keine zusätzlichen Kosten. Ferner haben Versicherte der BKK VBU bereits einen Anspruch auf einen Kostenzuschuss in Höhe von 75 %, wenn beide Partner 19 Jahre alt und beide bei der BKK VBU versichert sind. Die BKK VBU übernimmt leider keine Leistungen mehr für unverheiratete Paare.
Quelle: https://www.meine-krankenkasse.de/leistungen-extras/zusatzleistungen/kuenstliche-befruchtung.html

Atlas BKK Ahlmann
Die Versicherten erhalten von der Krankenkasse zusätzlich eine schriftliche Kostenzusage für die weitere Übernahme von 25 % der Kosten des Behandlungsplans, so dass sich der Anteil von 75 % erhöht.
Quelle: http://www.atlasbkkahlmann.de/index.php?option=com_content&view=article&id=185&Itemid=291

AOK Baden-Württemberg
Die AOK Baden-Württemberg übernimmt 75% der Kosten für gesetzlich versicherte Paare. Die obere Altersgrenze wurde ausgedehnt. Weibliche gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften (nach LPartG) können ebenfalls mit Unterstützung rechnen, es gibt aber Einschränkungen. Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link: http://www.aok.de/baden-wuerttemberg/leistungen-service/kuenstliche-befruchtung-175786.php

Bahn BKK
Die BAHN-BKK übernimmt alle Kosten des abrechnungsfähigen Gesamtbetrags, wenn beide Ehepartner bei der BAHN-BKK versichert sind. Ist nur ein Ehepartner bei der BAHN-BKK versichert, übernimmt die BAHN-BKK 75 Prozent des abrechnungsfähigen Gesamtbetrags.
Quelle: http://www.bahn-bkk.de/Leistungen_EXTRAS/Page005191.aspx

BKK EWE
Die BKK EWE übernimmt bei einer künstlichen Befruchtung 75 % der vertragsärztlichen Leistungen und Arztneumittel für bis zu 3 Versuche. Besonderheit ist auch, dass Leistungen auch an Frauen gewährt werden, welche das 20. Lebensjahr vollendet haben. Quelle: http://www.bkk-ewe.de/pluspunkte/1246.php

Daimer BKK
Die Daimler BKK übernimmt bei einer künstlichen Befruchtung 100 % der vertragsärztlichen Leistungen und Arztneumittel für bis zu 3 Versuche, wenn beide Partner bei der Daimler BKK versichert sind. Quelle: http://www.daimler-bkk.com/Schnell_finden/Leistungen_von_A-Z/Leistungen_K/Kuenstliche_Befruchtung/

Hanseatische Krankenkasse – HEK
Die HEK bezuschusst maximal 3 Versuche IVF oder ICSI in Höhe von 200,00 Euro je Versuch. Voraussetzung ist, dass beide Ehepartner bei der HEK versichert sind und die Behandlung zu Lasten der HEK abgerechnet wurde.
Quelle: http://www.hek.de/leistungen-beitraege/leistungen-a-z/kuenstliche-befruchtung.html

BKK Verbund Plus
Die Krankenkasse unterstützt die Versicherten bei den ersten drei Versuchen der künstlichen Befruchtung zusätzlich mit je 200,00 Euro, wenn beide Ehepartner bei der Kasse versichert sind.
Quelle: http://www.bkk-verbundplus.de/Gut-informiert/Aktuelle-Neuigkeiten/VerbundPlus-Plus.php

BKK Wirschaft und Finanzen
Die BKK Wirtschaft & Finanzen erstattet zusätzlich zu den genehmigten Kosten eines Behandlungsplans einmalig weitere 500,00 Euro für medizinische Maßnahmen zur Herbeiführung einer Schwangerschaft.
Quelle: http://www.bkk-wf.de/zusatzleistungen/region/niedersachsen/leistung/kuenstliche-befruchtung

Wenn sich nach Ablauf von zwei Jahren keine Schwangerschaft einstellt, wird von einem unerfüllten Kinderwunsch gesprochen. Für Paare, die nicht auf natürlichem Wege schwanger werden können, stellt die künstliche Befruchtung oftmals die letzte Chance dar, doch noch ein Baby zu bekommen.

Zwar sind die Behandlungsmethoden heutzutage relativ aussichtsreich, der Weg bis zum erfüllten Kinderwunsch kann sich jedoch durchaus schwierig gestalten und den Paaren viel abverlangen.

In diesem Artikel klären wird euch unter anderem über die gängigsten Behandlungsmethoden auf, wir informieren euch über die anfallenden Kosten einer künstlichen Befruchtung und was von den Krankenkassen übernommen wird.

Mit künstlicher Befruchtung zum langersehnten Nachwuchs

In Deutschland liegt das Durchschnittsalter der ersten Schwangerschaft mittlerweile zwischen 29 und 31 Jahren und steigt damit seit Jahren kontinuierlich an. Neben dem finanziellen Aspekt lässt sich diese Entwicklung unter anderem damit erklären, dass heutzutage mehr Frauen studieren und einige Paare den Kinderwunsch erstmal hinter ihre Karriere und Bildung stellen.

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So ist es nicht mehr ungewöhnlich, wenn sich der Wunsch auf eigene Kinder später einstellt, als es früher der Fall war. Allerdings nimmt die Fruchtbarkeit bei Frauen bereits ab 35 Jahren ab. Die Anzahl der befruchtungsfähigen Eizellen wird weniger und gleichzeitig verschlechtert sich die Qualität der Eizellen mit zunehmenden Alter.

Auch die Qualität oder die geringe Anzahl des männlichen Spermas können dazu führen, dass eine künstliche Befruchtung durchgeführt werden muss, um bei der Befruchtung der weiblichen Eizelle nachzuhelfen.

Im Idealfall wird beim Geschlechtsverkehr die Eizelle von dem Sperma des Mannes im Eileiter befruchtet. Daraufhin wandert die befruchtete Eizelle in die Gebärmutter, wo sich diese in die Gebärmutterschleimhaut einnistet und zu einem Embryo heranreifen kann.

Bei der künstlichen Befruchtung hingegen wird das Baby nicht durch den natürlichen Geschlechtsakt von Mann und Frau gezeugt. Vielmehr wird das Ei der Frau auf künstlichem Weg mit dem männlichen Samen zusammengebracht und befruchtet. Dabei kann die künstliche Befruchtung außerhalb oder innerhalb des weiblichen Körpers stattfinden.

Um das Heranreifen der Eizellen zu stimulieren, geht der künstlichen Befruchtung häufig eine Hormonbehandlung sowie eine Stimulation der Eierstöcke voran. Bei einer Hormonbehandlung werden bestimmte Hormonpräparate eingesetzt, welche unter anderem die Reifung der Eizellen unterstützen sollen.

Gleichzeitig führen die verabreichten Hormone dazu, dass die Eierstöcke mehrere Eibläschen zur selben Zeit reifen lassen, was wiederum die Anzahl der befruchtungsfähigen Eizellen erhöht.

Unterschiedliche Behandlungsmethoden

Um etwas Klarheit in das komplexe Thema der künstlichen Befruchtung zu bringen, haben wir die drei gängigsten Methoden auf einen Blick zusammengefasst:

Insemination

Die künstliche Samenübertragung, welche in der Fachsprache Insemination genannt wird, ist eine schonende und relativ natürliche Methode für Paare mit unerfülltem Kinderwunsch. Bei der häufig angewendeten und risikoarmen Insemination wird der frische Samen des Mannes direkt in die Gebärmutter übertragen. In den meisten Fällen geschieht dieser Vorgang mit ärztlicher Hilfe und ist unter dem Namen intrauterine Insemination bekannt.

Unterschieden wird auch zwischen der homologen Insemination, bei welcher die Spermien des Partners verwendet werden, und der heterologen Insemination. Bei der letzteren Methode wird zur künstlichen Befruchtung der Samen eines fremden Mannes verwendet, weshalb die heterologe Insemination unter anderem bei lesbischen Paaren angewendet wird oder der Mann unfruchtbar ist.

Bei einer Insemination ist es äußerst wichtig, den gesamten Zyklus sowie den Eisprung im Blick zu behalten. So können zur fruchtbarsten Zeit der Frau viele Samen zur Eizelle gelangen, um diese zu befruchten. Zudem wird im Vorfeld geprüft, ob die Eileiter überhaupt durchgängig sind.

Durch eine Hormonbestimmung im Blut sowie Ultraschall-Untersuchungen erhält der Arzt Auskunft über Reife und Größe des Eis. Der Eisprung wird daraufhin gezielt ausgelöst und die Samenübertragung innerhalb von 36 Stunden durchgeführt.

Für die Samenübertragung ist unbedingt frisches Sperma nötig, welches durch Masturbation gewonnen wird. Das Sperma wird anschließend im Labor aufbereitet und möglichst viele befruchtungsfähige Samenzellen herausgefiltert.

Die Samen werden im Anschluss mit einem dünnen Schlauch direkt in die Gebärmutter gespritzt. Um die Chance auf eine erfolgreiche Befruchtung zu erhöhen, empfiehlt es sich, nach der Samenübertragung noch 15 bis 20 Minuten liegenzubleiben.

Die homogene Insemination ist unter anderem für Paare geeignet, wenn

  • die Zeugungsfähigkeit des Mannes leicht eingeschränkt ist
  • aus unerklärlichen Gründen längere Zeit keine Schwangerschaft eintritt
  • die Eileiter durchgängig funktionstüchtig sind und ein Eisprung stattfindet
  • der Gebärmutterschleim für eine Einnistung geeignet ist
  • die Spermien beweglich und befruchtungsfähig sind

Die Insemination kann unter Umständen auch zu Hause oder in einer Frauenarztpraxis durchgeführt werden. Hierfür wird das frische Sperma beispielsweise mit einem kleinen Becher, einer Inseminationskappe oder einem Trichter durch den Scheideneingang und vor den Muttermund gebracht.

Diese Methode ist allerdings nicht so erfolgversprechend wie die intrauterine Insemination, da unter anderem die Samen zuvor nicht aufbereitet werden und diese den Weg zur Eizelle ohne Unterstützung zurücklegen müssen.

Wichtig Um die Erfolgschancen der Insemination zu erhöhen, werden häufig die Eierstöcke hormonell stimuliert. Durch Hormontabletten oder -spritzen soll die Eizellreifung zusätzlich vorangetrieben und angeregt werden. Negative Folgen einer Hormonbehandlung können starke Stimmungsschwankungen, eine Überstimulation oder auch Mehrlingsschwangerschaften sein.

In-Vitro-Fertilisation (IVF) und Intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)

Entscheidet sich das Paar für die bekannte In-Vitro-Methode, werden der Frau befruchtungsfähige Eizellen entnommen und mit dem Sperma des Mannes befruchtet. Bei einer erfolgreichen Befruchtung werden etwa zwei Tage später, bis zu drei befruchtete Eizellen in die Gebärmutter eingesetzt. Voraussetzungen für eine In-Vitro-Fertilisation sind unter anderem bewegliche Spermien, eine gesunde Gebärmutter sowie Eierstöcke und ein regelmäßiger Zyklus und Eisprung.

Die ICSI-Methode eignet sich vor allem, wenn die Qualität oder die Anzahl des Spermas nicht ausreichend ist oder die Samen in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind. Bei der aufwendigen Methode wird lediglich ein einzelnes Spermium, im Labor und unter einem Mikroskop, direkt in die Eizelle gespritzt. Nach der erfolgreichen Zellteilung werden die Embryonen in die Gebärmutter eingesetzt.

Die Kosten einer künstlichen Befruchtung sind stark von der durchgeführten Methode abhängig. Für eine Insemination mit vorangehender Hormonbehandlung können die Kosten schnell über 1.000 Euro pro Behandlungszyklus betragen.

Dabei sind verschriebene Medikamente häufig noch nicht in den Kosten inbegriffen. Zudem sind für eine erfolgreiche Insemination in der Regel mehrere Behandlungszyklen notwendig, was die Kosten schnell in die Höhe treiben kann.

Eine In-Vitro-Fertilisation kann pro Behandlungszyklus mit rund 3.000 Euro zu Buche schlagen. Dabei sind in der Regel sowohl die Medikamente, als auch die Arztkosten enthalten. Da allerdings häufig bis zu vier Zyklen notwendig sind, um schwanger zu werden, steigen die Kosten nicht selten auf über 10.000 Euro aufwärts. Die Kosten für die ICSI-Methode können sogar noch etwas höher ausfallen, als bei der In-Vitro-Methode.

Bitte beachten: Bei den Kosten handelt es sich lediglich um durchschnittliche Kosten, welche je nach Behandlungsmethode, verschriebenen Medikamenten sowie Anzahl der benötigten Behandlungszyklen variieren können.

Was übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen?

In der Regel übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Hälfte der Behandlungs- sowie Medikamentenkosten einer künstlichen Befruchtung.

Bei der Insemination nach einer hormonellen Stimulation, bei der In-Vitro-Fertilisation sowie bei der Intracytoplasmatischen Spermieninjektion beteiligen sich die Krankenkassen bei insgesamt 3 Zyklen.

Wird die Insemination ohne vorherige hormonelle Stimulation durchgeführt, beteiligen sich die Krankenkassen bei 8 Zyklen. Dabei können die Behandlungen nacheinander durchgeführt werden, sofern die vorangegangene Therapie erfolglos war. Danach habt ihr keinen Anspruch mehr auf eine Kostenübernahme eurer Krankenkasse.

Die Untersuchungen, welche notwendig sind, um der Ursache für die Kinderlosigkeit auf den Grund zu gehen, werden meist vollständig von den gesetzlichen sowie privaten Krankenkassen übernommen. Das Gleiche gilt für die Kosten, die eine Hormonbehandlung verursacht.

Einige Krankenkassen bieten ihren Patienten auch spezielle und freiwillige Mehrleistungen an, weshalb ihr euch eingehend bei eurer Krankenkasse über die künstliche Befruchtung informieren und beraten lassen solltet.

Bitte beachten Damit sich die gesetzlichen Krankenkassen bei den Kosten der künstlichen Befruchtung beteiligen, muss im Vorfeld ein Behandlungsplan eingereicht werden. Dieser muss unter anderem Auskunft über die anfallenden Kosten sowie die geplante Behandlungsmethode geben. Zudem sollte vor der künstlichen Befruchtung eine medizinische sowie eine psychosoziale Beratung vorgenommen werden.

Voraussetzungen für eine Kostenübernahme

Damit sich die Krankenkassen bei den Kosten einer künstlichen Befruchtung beteiligen, muss das Paar unter anderem diese Voraussetzungen erfüllen:

Alter: Das Paar muss mindestens 25 Jahre alt sein. Und auch bei dem Höchstalter gibt es Begrenzungen: Die Frau darf das 40. Lebensjahr nicht überschritten haben, wohingegen der Mann höchstens 50 Jahre alt sein darf.
Keine Samen- oder Eizellspende: Die künstliche Befruchtung darf ausschließlich mit dem Samen sowie den Eizellen des Ehepaars durchgeführt werden.
Familienstand: Das Paar muss zum Zeitpunkt der künstlichen Befruchtung verheiratet sein.
Genehmigung der Krankenkasse: Der zuvor bei der Krankenkasse eingereichte Behandlungsplan muss genehmigt sein.
Weitere Bedingungen: Die Erfolgschancen auf eine Schwangerschaft müssen ärztlich bescheinigt sein, beide Partner müssen zuvor einen HIV-Test machen, die Behandlung ist medizinisch notwendig.

Ausnahmen einer Kostenübernahme

Bei unverheirateten Paaren besteht kein Anspruch auf eine Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen. Das Gleiche gilt, wenn:

  • der Kinderwunschbehandlung eine nicht medizinisch notwendige Sterilisation vorangegangen ist
  • bei einer Befruchtung fremde Spendersamen verwendet werden
  • Eizellen oder Spermien eingefroren werden
  • Samen aus dem Hodensack operativ entfernt werden

Kostenübernahme bei privat Versicherten

Ob und welche Kosten der künstlichen Befruchtung übernommen werden, ist von der jeweiligen privaten Krankenkasse abhängig. Auch sind die Voraussetzungen zum Teil anders geregelt, als bei den gesetzlichen Krankenkassen. So gelten zum Beispiel keine oder andere Altersgrenzen und auch die Anzahl der Versuche ist nicht pauschal vorgegeben.

Wichtig für eine Kostenübernahme ist, dass die Unfruchtbarkeit durch organische Ursachen hervorgerufen wird. Um sich einen genauen Überblick über die Kostenübernahme bei der künstlichen Befruchtung zu verschaffen, sollten sich privat Versicherte bei ihrer Krankenkasse informieren.

Fazit

Künstliche Befruchtung stellt für einige Paare oft die letzte Chance dar, um sich ihren langersehnten Kinderwunsch zu erfüllen. Die Kosten für die verschiedenen Behandlungsmethoden betragen dabei häufig mehrere tausend Euro, da für ein positives Ergebnis meist mehrere Versuche nötig sind. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen in der Regel 50 Prozent der anfallenden Kosten, sofern das Paar bestimmte Voraussetzungen für eine künstliche Befruchtung erfüllt.

Künstliche Befruchtung: So viel kostet der Kinderwunsch

Eine pauschale Aussage über die Kosten der künstlichen Befruchtung ist schwierig. Die Kosten hängen dabei von der eingesetzten Methode, der Anzahl der benötigten Behandlungszyklen und der notwendigen Medikamente ab.

Bei der künstlichen Befruchtung kann zwischen zwei verschiedenen Methoden gewählt werden:

1) In-Vitro-Befruchtung

Bei der sogenannten In-vitro-Befruchtung kostet ein Zyklus etwa 3000 Euro. Bei dieser Methode findet die Befruchtung der Eizelle nicht im Körper der Frau statt, sondern im Labor. Dafür werden die Eizellen entnommen und mit den Samenzellen des Mannes zusammengeführt. Eine Hormonbehandlung bei der Frau ist nötig, weil mehrere Eizellen heranreifen sollen, die anschließend befruchtet werden können. Für die Medikamente und den Arzt werden etwa jeweils 1500 Euro fällig. Bei dieser Methode liegt die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, bei etwa 30 Prozent. Hier sind oft mehrere Zyklen notwendig, um den Kinderwunsch erfüllen zu können.

2) Insemination

Die zweite Methode heißt Insemination und ist deutlich günstiger. Bei dieser Methode werden keine Eizellen entnommen, sondern die Samenzellen direkt in die Gebärmutter der Frau injiziert. Für eine Insemination im Spontanzyklus werden etwa 200 Euro fällig. Wird diese Insemination bei hormoneller Stimulation vorgenommen, fallen etwa 1000 Euro an. Preise für die Medikamente werden aber zusätzlich berechnet. Bei dieser Methode liegt die Chance, schwanger zu werden, bei rund zehn Prozent, sodass auch hier mehrere Behandlungen notwendig sind.

Krankenkasse übernehmen nur einen Teil der Kosten für eine künstliche Befruchtung

Die Krankenkasse übernimmt alle diagnostischen Maßnahmen, um die Gründe für die Unfruchtbarkeit identifizieren zu können. Hormonbehandlungen werden ebenfalls komplett übernommen. Bei der künstlichen Befruchtung gibt es jedoch Einschränkungen bezüglich der Kostenübernahme.

Sofern das Paar verheiratet und über 25 Jahre alt ist, die Frau aber nicht über 40 und der Mann nicht älter als 50 Jahre ist, werden in der Regel die Kosten für acht Inseminationen ohne Hormonstimulation, drei Inseminationen mit vorheriger Hormonbehandlung oder drei Versuche einer In-vitro-Befruchtung zur Hälfte gezahlt. Wichtig: Reichen Sie vorher einen Behandlungsplan bei der Krankenkasse ein.

In der Schweiz kommen jährlich rund 2000 Babys auf die Welt, die künstlich gezeugt wurden. Künstlich heisst die Befruchtung, weil sie ausserhalb des Körpers im Reagenzglas stattfindet.

Für viele Paare ist dies die letzte Möglichkeit, um eine Familie zu gründen. Für viele Kliniken und Institute ist die Hoffnung ein sicheres Geschäft: Pro Jahr lassen sich rund 5500 Frauen künstlich befruchten. 28 Kliniken bieten die Behandlung an.

Krankenkasse zahlt nicht

Paare, die sich für diesen Weg entscheiden, müssen Tausende von Franken aus der eigenen Tasche zahlen. In der Schweiz wird die künstliche Befruchtung nicht von den Krankenkassen übernommen. Braucht eine Frau mehrere Behandlungen, gehen die Kosten für den Kinderwunsch schnell in die Zehntausende von Franken.

Kinderzeugung im Reagenzglas ist für viele immer noch ein Tabuthema. Nur wenige sprechen darum offen darüber, dabei wäre mehr Transparenz dringend nötig. Denn die Unterschiede riesig: Die Kosten und die Erfolgsquoten sind von Klinik zu Klinik unterschiedlich.

Kosten: Tausende von Franken Unterschiede

Legende: SRF

Das zeigt eine Umfrage von „Kassensturz“: Die Kosten für eine In-itro-Befruchtung mit der gängigsten sogenannten ICSI-Methode variieren je nach Klinik zwischen 4000 Franken und 7000 Franken. (Die angegebenen Kosten für die Hirslanden Klinik St. Anna gelten auch für eine Behandlung mit Einfrieren der überzähligen Eizellen.)

Ein ICSI-Zyklus mit eingefrorenen Eizellen ist bedeutend günstiger. Hier bewegen sich die Kosten zwischen 1500 und 2000 Franken. Hinzu kommen die notwendigen Hormon-Präparate.

Je nach Medikament und Patientin kosten diese nochmals zwischen 500 bis 3000 Franken, in schwierigen Fällen gar noch mehr. Die Unterschiede einer in vitro-Befruchtung können je nach Klinik und eingesetzten Medikamenten also schnell mehrere tausend Franken ausmachen.

Da in der Schweiz die Krankenkassen nicht zahlen, spielt der freie Markt. „Jedes Institut kann selber bestimmen, wie wertvoll ihre Behandlung ist“ sagt Felix Häberlin, Leiter des Fiore Fachinstitut für Reproduktionsmedizin in St.Gallen.

Die Klinik liegt in der Umfrage von „Kassensturz“ bezüglich Kosten im Mittelfeld. Rund die Hälfte der Kliniken hat Kassensturz keine Antwort gegeben auf die Fragen nach den Kosten.

Unterschiedliche Erfolgsquoten: von 13 bis 51 Prozent

Legende: SRF

Ganz im Ungewissen werden die Paare bei der Qualität der Behandlung gelassen. Im Jahr 2011 lag die Schwangerschafts-Rate pro Klinik bei 36%. Das heisst: 36% der behandelten Frauen wurden schwanger.

Doch ganz wesentlich: Die Erfolgsquote unterscheidet sich von Klinik zu Klink enorm. Die höchste Erfolgsrate lag deutlich darüber bei 51%. Die schlechteste massiv unter dem Schnitt bei gerade mal 13% Prozent.

Die Gesellschaft für Reproduktionsmedizin sammelt die Daten, veröffentlicht werden sie aber nur anonym. Das heisst: Paare wissen am Anfang der Behandlung nicht, wie hoch die Erfolgsquote in der Vergangenheit in ihrer Klinik war. Sie können diese jeweils nur im Gespräch mit der Klinik erfragen und auf eine ehrliche Antwort hoffen.

„Die Datenabgabe an den Verband erfolgt auf freiwilliger Basis“ betont Christian de Geyter, Präsident der Vereinigung der Reproduktions-Kliniken. Wenn plötzlich ein Ranking veröffentlicht würde, dann bestünde die Gefahr, dass manche Zentren nicht mehr mitmachen.

„Ausserdem wäre man dann versucht, Patientinnen mit ungünstigen Schwangerschafts-Chancen abzulehnen“, sagt De Geyter.

Transparenz in England

Doch sind diese Ängste begründet? In England müssen Fertilitäts-Klinken ihre Erfolgsraten veröffentlichen. Schwangerschafts- und Geburtenraten werden nach Alter der Frauen publiziert. Anders sieht das offenbar eine Mehrheit der Schweizer Kliniken. Man habe das Thema intern schon mehrmals besprochen, sagt Christian De Geyter.

Über die Gründe der unterschiedlichen Erfolgsraten kann selbst der Präsident des Verbandes nur spekulieren: „Es gibt sicher Zentren, die nur wenige aber sehr aussichtsreiche Fälle haben. Ihre Quote ist dann Ende Jahr dementsprechend höher“.

Doch mehr Transparenz fördert die Qualität der Behandlungen, dieser Meinung sind auch Schweizer Experten. Fertilitätsmediziner Felix Häberlin beispielsweise meint: „Persönlich bin ich der Ansicht, dass man die Daten in geeigneter Form publizieren sollte, beispielsweise nach Alter, nach Grund der Behandlung und der Anzahl der Embryonen, die man transferiert“.

So können sich alle ein differenziertes Bild machen von der Qualität der Behandlung in einer Klinik.

Christian de Geyter, Präsident der Vereinigung der Reproduktions-Kliniken im Studio:

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