Koliken BEI baby

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Das hilft Ihrem Baby bei Bauchweh

Gegen die berühmt-berüchtigten Dreimonats-Koliken mit den vor allem abends auftretenden Schreistunden gibt es kein Wundermittel. Hat Ihr Kinderarzt oder Ihre Kinderärztin keine krankhafte Ursache hinter den Blähungen gefunden, können Sie aber wenigstens damit rechnen, dass sich diese schwierige Zeit nur ungefähr über die ersten zwölf Wochen hinzieht.

Kolikenbaby? Gelassen bleiben!

Versuchen Sie, die Situation gelassen zu akzeptieren und Ihrem Kind zu helfen. Geben Sie vor allem nicht sich selbst die Schuld. Denken Sie daran, dass die Beschwerden in ein paar Wochen wieder verschwunden sind. Dies ist leicht gesagt, denn ein schwer zu beruhigendes, an Koliken leidendes Baby kann eine grosse Belastung für die Eltern und den gesamten Haushalt werden. Versuchen Sie es dennoch, denn je gestresster Sie sind, umso unruhiger wird wiederum das Baby.

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Einige Tipps, wie Sie Ihrem Baby bei Bauchweh ein wenig Erleichterung verschaffen können:

  • Massieren Sie sanft den Bauch des Kindes im Uhrzeigersinn. Bewegen Sie dabei nur die Bauchdecken, nicht aber den Darmbereich.
  • Achten Sie darauf, dass das Kind immer mit den Füssen gegen einen Gegenstand (Kissen, Bettbegrenzung, beim Tragen Ihre Hand oder Ihr Bauch) strampeln kann, dadurch werden die Bauchmuskeln und damit auch die Verdauung angeregt und das Kind hat einen Widerstand beim Herausdrücken von Stuhlgang und Luft. Auch eine regelmässige Fussmassage wirkt sehr wohltuend.
  • Legen Sie das Kind bäuchlings auf eine Wärmflasche (am besten: kleine Bettflasche für Säuglinge) mit warmem, aber nicht heissem Wasser oder auf ein angewärmtes Kirschkernkissen. Lassen Sie Ihr Kind aber in dieser Position nicht unbeaufsichtigt schlafen.
  • Tragen Sie Ihr Baby herum. Legen Sie es dabei mit dem Bauch nach unten auf Ihren Unterarm (Fliegergriff).
  • Machen Sie mit Ihrem Kind eine Spazierfahrt mit dem Kinderwagen. Das wird es ablenken.
  • Tragen Sie Ihr Kind (auch vorbeugend) im Tragtuch oder in einer andern Tragehilfe.
  • Lassen Sie Ihr Baby probeweise in einer Baby-Hängematte schlafen. Vielleicht können sie eine solche im Freundeskreis ausleihen.
  • Bei manchen Babys funktioniert das „Abhalten“ recht gut – eine Haltetechnik, die auch bei „windelfrei“ eingesetzt wird. Dabei stützen die Eltern ihr unten nacktes Baby an den Oberschenkeln, lehnen seinen Oberkörper/Rücken gegen den eigenen Bauch und geben ihm so den Halt, den es selbst noch nicht hat. Überflüssige und quälende Luft im Darm kann so entweichen.
  • Geben Sie ihm einen Nuggi zum Saugen.
  • Verzichten Sie auf blähende Lebensmittel wie Kohl, Zwiebeln und Hülsenfrüchte in Ihrer Nahrung, wenn Sie stillen. Weitere Tipps zur Ernährung in der Stillzeit.
  • Vermeiden Sie als stillende Mutter in Ihrer Ernährung für einige Zeit Kuhmilchprodukte. Vielleicht reagiert Ihr Baby indirekt auf den Milchzucker (Laktose), die mithilfe von Bakterien im Darm zu Gas umgewandelt wird.
  • Aus diesem Grund sollten Sie auch immer erst eine Brust leer trinken lassen und dann erst wechseln. Die erste Milchportion enthält mehr Milchzucker als die spätere Portion aus derselben Brust.
  • Wenn Sie stillen, trinken Sie täglich ca. 3 Tassen Fenchel-, Still- oder Entblähungstee. Das genaue Rezept für einen speziellen Entblähungstee finden Sie in unserer Zusammenstellung altbewährter Hausmittel.
  • Wenn Ihr Kind den Schoppen bekommt, können Sie diesen mit Fencheltee zubereiten. Verwenden Sie einfach anstatt Wasser dieselbe Menge leichten Fencheltee (nur ungesüsst), um das Säuglingsmilchpulver einzurühren.
  • Besprechen Sie die Situation mit Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Mütterberaterin, um sich weitere Hilfe zu holen. Eventuell könnte auch ein Arzneimittel in Tropfenform helfen, das Ihnen Ihr Arzt, Ihre Ärztin verschreiben kann.
  • Manche Kinderärzte und -innen empfehlen ein Mittel aus England, genannt Gripe Water (besteht aus Sternanisöl), erhältlich z.B. in der St. Peter Apotheke in Zürich oder in der Apotheke in Ihrer Nähe auf Bestellung. Nach dem Stillen oder Schoppen oder nach Bedarf wird dem Kind vom 1. bis 6. Monat 5 ml (1 Teelöffel) direkt eingegeben. Maximal 6 mal täglich eingeben, die Wirkung sollte innert 10 Minuten eintreten. Ältere Kinder erhalten jeweils 1 bis 2 Teelöffel, maximal 6 mal täglich.
  • Gut hilft auch das „Bäuchleinöl“ von Weleda, welches man sanft einreiben kann.
  • Holen Sie sich Entlastung – und zwar wann immer es geht. Schon nach ein, zwei Stunden ohne ein schreiendes Kind können Sie das ganze Problem gelassener sehen. Tipps dazu finden Sie im Thema „Schreibaby“.

Beikost: Der passende Brei bei leichtem Bauchweh

Video

Dr. Robert Hamilton, Kinderarzt in Santa Monica, Californien, demonstriert einen Haltegriff, mit dem in kürzester Zeit ein schreiendes Baby beruhigt werden kann – „The Hold“:

Letzte Aktualisierung : 06-11-19, MR/BH/BF

Drei-Monats-Koliken (Babykoliken, Kolik, Schreibaby)

Was ist ein Schreibaby?

Als Schreibabys bezeichnet man nach Wessel (Anm.: Dr. Morris Wessel, Kinderarzt und Professor an der Universität Yale, USA) Babys, die an mehr als 3 Stunden pro Tag an mehr als 3 Tagen pro Woche und seit mehr als 3 Wochen schreien. Meist wird der Begriff erst ab einem Alter von 6 Wochen mit dieser Definition verwendet.

Blähungen können bei Babys vor allem in den ersten drei Lebensmonaten Bauchschmerzen verursachen. Das Baby zieht dabei die Beine stark an, der Bauch ist gespannt, fühlt sich hart an und Luft geht ab. Dafür können ganz unterschiedliche Ursachen verantwortlich sein.

+++Mehr zum Thema: Blähungen bei Babys und Kindern +++

Auslöser von Bauchschmerzen

Ganz genau ist noch immer nicht geklärt, was die Beschwerden auslöst. Der Stoffwechsel von Säuglingen unterscheidet sich von dem der Erwachsenen vor allem durch das rasche Wachstum – in den ersten sechs Monaten wird das Geburtsgewicht etwa verdoppelt, im ersten Lebensjahr etwa verdreifacht – und durch die teilweise unausgereiften Organfunktionen. Bei der Geburt sind einige Enzyme noch nicht vollständig funktionsfähig, beispielsweise die Speichel- und Pankreasamylase oder die Aktivität des Milchzucker spaltenden Enzyms.

Gelegentliche Blähungen sind normal und auf die sich entwickelnde Darmflora zurückzuführen; echte Koliken können vielschichtige Ursachen haben. In den allermeisten Fällen haben die Kinder die Kolik-Phase etwa im 4. Lebensmonat hinter sich.

Im Magen-Darm-Trakt werden durch Ab- und Umbauprozesse verschiedene Gase gebildet. Die Unverträglichkeit von Milchzucker (Laktasemangel) sowie von Gluten (Zöliakie) oder Funktionsstörungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreasinsuffizienz) tragen ebenfalls zur Gasbildung im Körper bei. Psychosomatische Faktoren (Unruhe der Eltern, Spannungen usw.) können ebenso eine Rolle spielen wie Schwierigkeiten in der Eltern-Kind-Beziehung. Dieser negative Kreisprozess kann sich in beide Richtungen drehen und sich verstärken. Oft ist nicht gleich zu erkennen, ob es durch das durch die Bauchschmerzen verursachte Schreien zu erhöhter Unruhe und Konflikten in der Eltern-Kind-Beziehung kommt oder ob umgekehrt Probleme und Spannungen in der Eltern-Kind Beziehung zu vermehrter Unruhe beim Säugling führen. Schreibabys schlucken auch vermehrt Luft, wodurch sie unter häufigeren Koliken leiden können.

Symptome

Oft bewirken Blähungen ein Aufstoßen oder den Abgang von Winden. Säuglinge mit Bauchkrämpfen haben viel Gas im Darm; allerdings ist unklar, ob diese Kinder tatsächlich mehr Gase produzieren als andere oder nur empfindlicher reagieren.

  • Sehr häufig treten die Beschwerden immer um die gleiche Tageszeit auf, bevorzugt am Nachmittag oder Abend.
  • Die Kinder werden unruhig, weinen und machen meistens typische Bewegungen mit den Beinchen: Sie ziehen sie erst krampfhaft an und strecken sie dann heftig wieder weg. Dieser Bewegungsablauf tritt allerdings auch bei allgemeiner Unruhe und starker Verkrampfung beim Schreien eines Säuglings auf und ist somit nicht zwangsläufig ein Hinweis auf Koliken.
  • Babys mit Blähungen sind jedoch ansonsten meist völlig gesund, trinken und gedeihen gut.
  • Wenn die Symptome erstmals auftreten, sollten sich Eltern jedenfalls an ihren Kinderarzt wenden und gegebenenfalls auch entsprechende Unterstützung in entsprechenden Einrichtungen, Schreiambulanzen oder auch bei darauf spezialisierten niedergelassenen Psychotherapeuten oder Psychologen suchen.

Vorbeugung und Behandlung

  • Stillende Mütter von Babys mit Blähungen sollten auf Kuhmilch und blähende Nahrungsmittel verzichten.
  • Lassen Sie Ihr Baby schon während der Mahlzeit häufig aufstoßen, damit sich nicht zu viel Luft in seinem Bäuchlein ansammelt.
  • Auch Fenchel-Kümmel-Anis-Tees, wie z.B. der Stilltee aus der Apotheke, können gut helfen. Stillende Mütter können ihn auch selbst trinken und Babynahrung kann darin zubereitet werden.
  • Wenn Sie die Flasche geben, lassen Sie das Fläschchen nach der Zubereitung so lange stehen, bis sich der Schaum vom Schütteln gesetzt hat.
  • Leichte Bauchmassagen oder ein warmes Bad können die Situation entspannen.
  • Es gibt Spezialnahrungen – besprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt, ob für Ihr Baby eine dieser Nahrungen infrage kommt.
  • Auch Kümmelzäpfchen helfen ausgezeichnet.
  • Achten Sie auf guten Kontakt des Mundes mit der Brustwarze bzw. dem Sauger (richtige Saugerlochgröße beachten!).
  • Zur Behandlung von Blähungen werden außerdem Entschäumer eingesetzt. Sie verwandeln die kleinen Luftbläschen im Darm in mehrere große Blasen, die sich leichter auflösen können. Als Wirkstoffe kommen Substanzen wie Dimeticon oder Simeticon zum Einsatz.
  • Ein gutes Hilfsmittel kann ein Kirschkernkissen sein.
  • Es gibt auch einige wirksame homöopathische Mittel, etwa Chamomilla.
  • Ein Darmrohr oder Fieberthermometer löst oft die Verkrampfung, allerdings sollten diese Maßnahmen nur in Ausnahmefällen eingesetzt werden. Fragen Sie vor Verwendung Ihren Arzt um Rat.

Wann sollte man zum Arzt?

Bei folgenden Symptomen sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen:

  • Bläh- und Schreiattacken nach JEDER Mahlzeit
  • schaumige oder spritzende Stühle
  • sehr feste Stühle (wie Hasenkot)
  • Trinkverweigerung bzw. nur minimale Gewichtszunahme
  • wenn Sie selbst aufgrund der Problematik unter Spannung und Angst geraten

+++ Mehr zum Thema: Drei-Monats-Koliken – was tun? +++

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Autoren:
Prim. Univ.-Lektor DDr. Peter Voitl
Redaktionelle Bearbeitung:
Silke Brenner

Stand der medizinischen Information: April 2017

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Mit unserem ersten Kind ist uns dieses Schicksal zum Glück erspart geblieben. Und ehrlich gesagt konnte ich mir auch nicht vorstellen, wie schlimm 3-Monats-Koliken für Eltern und Baby sein können – bis ich es selbst erleben musste. Denn unser zweiter Sohn hat in den frühen Morgenstunden und vor allem Abends mit scheinbar starken Bauchkrämpfen zu tun und weint teilweise stundenlang. Was wir alles versucht haben, um ihn zu beruhigen und was davon uns tatsächlich hilft, erfährst Du hier.

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Was sind 3-Monats-Koliken?

Natürlich kennen die meisten bereits aus dem Geburtsvorbereitungskurs den Begriff 3-Monats-Koliken, allerdings nur mit halbem Ohr und immer in der Hoffnung, selbst nicht betroffen zu sein. Aber was, wenn doch? Wenn Du nun diese Mutter bist?

Dann möchte ich Dir hier alles an die Hand geben, was Du zu dem Thema wissen solltest – und vor allem, was Deinem Baby helfen könnte.

Eine Kolik beim Menschen ist starker, wehenartiger Schmerz im Magen-, Darm- oder Nierenbereich. Dabei zieht sich die Muskulatur des betroffenen Hohlraums krampfartig zusammen. Dreimonatskoliken sind ein Zustand, bei dem ein Säugling durch exzessives Schreien von mehr als 3 Stunden an mindestens 3 Tagen über einen Zeitraum von mehr als 3 Wochen auffällt. Es gibt dabei keinen erkennbaren Auslöser.

Eltern fühlen sich in dieser Zeit meist völlig hilflos, weil sie dem Nachwuchs die Schmerzen nicht abnehmen können. Dazu kommt Mitleid mit dem kleinen Erdenbürger, der offensichtlich Schmerzen hat und nicht aufhört zu schreien. Viele denken direkt, dass mit dem eigenen Baby irgendetwas nicht stimmt und es vielleicht schwer krank ist.

Aber lass Dir gesagt sein, auch diese Schreiphase geht vorbei!

Ab wann treten 3-Monats-Koliken auf?

Die Beschwerden der 3-Monats-Koliken beginnen meist rund um die zweite Lebenswoche, finden ihren Höhepunkt etwa in der sechsten Lebenswoche und ebben in vielen Fällen bis zum 3. Lebensmonat langsam ab.

Aber auch andere zeitliche Abläufe sind nicht ungewöhnlich. Bei uns fingen die starken abendlichen Beschwerden erst in 7. Lebenswoche an. Bei einer Freundin dauerten die Koliken bis zum 6. Lebensmonat.

Wie lange dauern die Dreimonatskoliken?

Einen genauen Zeitpunkt, wann die Beschwerden endgültig überstanden sind, gibt es also nicht. Einige Babys schreien nur für wenige Wochen, andere weit länger als 90 Tage. In vielen Fällen ist der Darm aber mit etwa 12 Wochen ausgereift genug, sodass die Beschwerden verschwinden oder zumindest nachlassen.

Gegen Ende der Drei-Monats-Koliken halten die Symptome meist nur noch für etwa eine Stunde täglich an.

Alle Symptome der 3-Monats-Koliken

Wie kann man Dreimonatskoliken erkennen?

Wenn Dein Säugling regelmäßig hysterisch und anfallsartig schreit und verkrampft, scheinbar starke Bauchkrämpfe durchlebt und dabei die Beinchen anzieht, dann könnte eine Dreimonatskolik vorliegen. Die einzelnen Anfälle dauern meist zwischen fünf und 20 Minuten und wiederholen sich in regelmäßigen Abständen.

Häufig starten die Beschwerden während oder direkt nach dem Stillen oder Füttern. Blähungen und ein Blähbauch sind ebenso Anzeichen wie die Tatsache, dass die gängigen Beruhigungsversuche mit Flasche oder Anlegen an die Brust nicht helfen und keine Besserung schaffen.

Insbesondere in den Nachmittags- und Abendstunden kommt es vermehrt zu den Symptomen, weshalb viele Eltern denken, dass Dreimonatskoliken nur abends und nachts vorkommen.

Selbst wenn Dein Baby ein schmerzverzerrtes, rotes Gesicht bekommt, brauchst Du Dir bei 3-Monats-Koliken keine schlimmen Sorgen machen. Achte aber auf jeden Fall darauf, dass keine weiteren Beschwerden dazukommen und Dein Säugling sich ansonsten völlig normal verhält.

Falls Du unsicher wirst und Angst bekommst, dann suche immer den Arzt auf, um mögliche andere Ursachen des Schreiens, wie Refluxkrankheit und Analfissur auszuschließen.

Du solltest auf jeden Fall den Kinderarzt konsultieren, wenn zusätzlich zu den genannten Symptomen auch Fieber, Erkältungsbeschwerden und Übelkeit auftreten. Dann könnte eine andere Erkrankung wie Mittelohrentzündung, Grippe oder ein Magen-Darm-Infekt vorliegen, die behandelt werden muss.

Ursachen für die Beschwerden

Heute werden häufig die Begriffe Regulationsstörung oder Schreibaby synonym zu Dreimonatskolik verwendet.

Die genauen Auslöser für Drei-Monats-Koliken sind bis heute (nach 40 Jahren Forschung!) nicht wirklich geklärt!

Wie kommt die Luft, die Unwohlsein verursacht, in das kleine Bäuchlein?

Eine Theorie für die Ursache von 3-Monats-Koliken lautet, dass die Blähungen nicht der Grund für das Schreien sind. Erst durch das exzessive Schreien gelangt vermehrt Luft in den Verdauungstrakt. Die Ursache läge also tiefer.

Sehr häufig liest man, dass ständiges Schreien vor allem eine Mischung aus einem nicht fertig ausgebildetem Schlaf- und Wach-Rythmus, komplette Überstimulation der Sinneswahrnehmung und der Überforderung der Eltern mit dem Schreibaby ist.

Reizüberflutung und Regulationsstörung

Das Brüllen des Säuglings kann dadurch ausgelöst werden, dass er besonders sensibel auf die Reize seiner neuen Umwelt reagiert. Dein Baby war rund 40 Wochen sicher in Deinem Bauch. Plötzlich ist es anderen Lichtverhältnissen, Temperaturen und Geräuschen ausgesetzt.

Manche Neugeborenen können sich nicht gut selbst beruhigen. Diese Theorie wird dadurch gestützt, dass die Schreiattacken häufig am Nachmittag oder Abend auftreten. Dann sind die Kleinen müde und waren bereits vielen neuen Eindrücken ausgesetzt und nun ganz einfach „überreizt“.

In diesem Zusammenhang gelten die 3-Monats-Koliken, genauso wie Schlaf- und Fütterungsstörung, als Teil von Regulationsstörungen. Hören die Dreimonatskoliken das Schreien einfach nicht auf oder bleiben weit über den dritten Lebensmonats des Babys bestehen, wird gegebenenfalls eine frühkindliche Dysregulation diagnostiziert. Die Kleinen beeindrucken häufig durch ihre leicht reizbare und sehr fordernde Persönlichkeit.

Zusätzliche Risikofaktoren

Es gibt Hinweise darauf, dass Babys aus Raucherhaushalten eher von Dreimonatskoliken betroffen sind. Genauso scheinen Konflikte, Stress, eine schwere Schwangerschaft bzw. Geburt sowie psychische Instabilität der Eltern eine Rolle zu spielen.

Mangelhafte Entspannung durch Hormonmangel

Die Melatonin-Theorie findet ebenfalls zahlreiche Verfechter. Der Körper des Babys kann erst ab dem 3. Monat das Hormon Melatonin in ausreichender Menge produzieren. Aufgabe des Stoffes ist es, den Schlaf-Wach-Rhythmus zu regeln.

Ohne ausreichend Melatonin kann möglicherweise auch der Darm nicht richtig entspannen und verursacht Beschwerden.

Probleme durch die Nahrungsaufnahme

Dass Nahrungsaufnahme bei der Entstehung von 3-Monats-Koliken eine Rolle spielt, scheint schlüssig.

Interessant ist, dass Babys in warmen Klimazonen weitaus weniger Spucken, nachdem sie gefüttert wurden. Säuglinge, die beispielsweise in den Tropen aufwachsen, trinken meist aus Durst, in kühleren Gegenden eher aus Hunger.

Dadurch nehmen Babys in heißen Ländern häufig kleinere Mengen Milch zu sich und leiden anschließen weniger unter Verdauungstörungen.

Es könnte sein, dass die vergleichsweise großen Milchmengen, die unsere Babys aus dem Hungergefühl heraus trinken, zu den Koliken führen.

Das Baby wurde im Bauch über die Nabelschnur mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt. Nach der Entbindung müssen sich die Verdauungsorgane erst an die Nahrungsaufnahme gewöhnen. Im Darm werden dafür spezielle Enzyme gebildet. Blähungen sind oft die Folge dieses Prozesses. Um dem Sprössling die Umstellung auf Nahrung zu erleichtern, gibt es einige Tricks.

Welche Nahrung bei Drei-Monats-Koliken?

Stillzeit

Stillen und Muttermilch ist die beste Nahrung für das Kind, allerdings solltest Du darauf achten, das Kleine richtig anzulegen. Falls der Mund die Brustwarze nicht vollständig umschließt und beim Trinken viel Luft eingesaugt wird, entstehen schnell Blähungen.

Als Still-Mami fragst Du Dich vielleicht auch, was Du während der Dreimonatskoliken essen solltest, damit es Deinem Baby besser geht? In Absprache mit einer Hebamme kannst Du verschiedene Lebensmittel weglassen und vor allem blähende Lebensmittel vermieden.

Blähende Gemüsesorten:

  • Zwiebeln
  • Knoblauch
  • Kohl
  • Lauch
  • Milchprodukte
  • Trockenes Obst
  • Unreifes Obst
  • Frische Brote
  • Ballaststoffreiche Vollkorn-Lebensmittel

Vielen gibt das das Gefühl, seinem Kind zu helfen. Der eigentliche Effekt ist allerdings oft nur sehr gering, wenn überhaupt vorhanden. Vielleicht werden die Krämpfe einfach nur deshalb besser, weil das Baby sich weiter entwickelt hat.

Füttern mit der Flasche

Falls Du Dein Kind mit der Flasche fütterst, dann kannst Du versuchen, anderes Milchpulver zu verwenden. Neben Kuhmilchprodukten findest Du auch Präparate auf Ziegenmilchbasis, die von einigen Säuglingen besser vertragen werden.

Es gibt im Handel auch spezielle Anti-Kolik-Fläschchen, bei denen keine Luft eingesaugt wird.

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Achte bei der Zubereitung darauf, das Fläschchen nicht zu stark zu schütteln. Dadurch können sich in der Milch viele Luftblasen bilden, die beim Trinken im Bäuchlein landen.

Nutze stattdessen lieber einen Löffel zum Verrühren und einen Trichter zum Einfüllen in die Flasche.

Wenn Du das Pulver lieber direkt im Fläschchen mischst, dann kippe es vorsichtig hin und her, bis es sich vollständig aufgelöst hat.

Vergiss bitte auch nicht nach dem Füttern mit der Flasche,die Babyflaschen gründlich zu reinigen. Wie Du das am besten machst, habe ich im Beitrag „Babyflaschen richtig sterilisieren“ beschrieben.

Das Baby einer Freundin litt seit der Geburt an einer Laktoseunverträglichkeit. Diese verursachte starke Bauchkrämpfe und sehr häufiges Spucken. Lass diese Möglichkeit vorsichtshalber abklären und gegebenenfalls behandeln.

Egal, wie Du Dein Baby ernährst, es sollte nach dem Essen immer ein Bäuerchen machen.

Drei-Monats-Koliken bei Frühchen

Falls Dein Baby ein Frühchen ist, kann es genauso unter 3-Monats-Koliken leiden, wie andere Säuglinge. Statistisch gesehen sind die Bauchschmerzen nach dem Essen bei Frühchen sogar häufiger. Denn die Darmschleimhaut und der Verdauungstrakt sind dann noch weniger weit entwickelt als bei termingerecht geborenen Babys. Die Symptome sind gleich, allerdings dauert der Zeitraum oft länger als drei Monate.

Obwohl die Koliken im Babyalter keine ernsthafte Erkrankung sind, ist bei Frühgeborenen besondere Vorsicht geboten.

In der gleichen Lebensphase tritt, insbesondere bei Babys mit einem Geburtsgewicht von weniger als 1500 Gramm, die sogenannte Nekrotisierende Enterokolitis auf. Hierbei handelt es sich um eine sehr schmerzhafte Entzündung der Darmwand. Diese Krankheit muss unbedingt zeitnah und fachgerecht behandelt werden.

Konkrete Hilfe: Was hilft gegen Dreimonatskoliken?

Damit es erst gar nicht zu den Beschwerden kommt, solltest Du versuchen, rechtzeitig verschiedene Maßnahmen zu ergreifen.

Wichtig für jedes Baby ist ein ruhiges, sicheres Zuhause mit stabilen, liebevollen Eltern. Sorge während und nach der Schwangerschaft gut für Dich.

Möglichst entspannt kannst Du auch in schwierigen Situationen, wie bei Schreiattacken, gelassener reagieren. Verschaffe Dir also in den Phasen, in denen Dein Baby nicht schreit, genügend Zeitfenster für Dich und ausreichend Schlaf.

Folgende Tipps und Maßnahmen können auf jeden Fall helfen, die Beschwerden einer 3-Monats-Kolik zu lindern und die Gesamtsituation zu verbessern. Lies sie Dir am besten in Ruhe durch und überlege, was für euch denkbar und machbar ist. Und dann einfach ausprobieren.

Hilfe gegen Bauchschmerzen und Blähungen bei Babys

Achtung, manches davon ist sinnlos, wenn das Baby gerade wie am Spieß brüllt. Dann musst Du Dein Baby erst einmal beruhigen (s.u.).

  • Wärme (Baden, Füße wärmen, Kirschkernkissen)
  • Bäuchleinwickel
  • Kümmelzäpfchen
  • Bauchmassage
  • Fußreflexzonenmassage
  • Abhalten (windelfrei)
  • Tapen
  • Medikamente, z.B. SabSimplex Tropfen oder Flatulini
  • Homöopathie, z.B. Nicotiana Globuli von Wala, Camomilla D6
  • Windpulver, Windsalbe
  • Babygmynastik

Maßnahmen zur Stabilisierung von Darmflora und Verdauung:

  • Ostheopathie
  • Bigaia Tropfen
  • Lactobact
  • selbst Fencheltee/Kümmeltee trinken, Kümmel essen, wenn Baby gestillt wird

Maßnahmen zur Beruhigung bei aktuen Schreiattacken

  • Körperkontakt: Tragen auf dem Arm oder im Tuch
  • Pucken
  • Regelmäßige Geräusche wie Staubsauger, Dunstabzugshaube oder einfach Schhhhhhhh
  • Fliegergriff / The Hold (spezieller Griff eines amerikanischen Kinderarztes)
  • Wippen auf Gymnastikball
  • Swing 2 Sleep oder andere Federwiegen
  • Stillen
  • Spazieren gehen im Tuch oder Kinderwagen

Wärme, Liebe, Körperkontakt

Mach Deinem Kleinen den Start in der neuen Welt so leicht wie möglich. Verwöhne Dein Baby bei jeder Gelegenheit mit Körperkontakt und Wärme. Besorge Dir ein gutes Tragetuch, dann ist der Säugling immer nahe an der Mama beziehungsweise dem Papa. Zeitgleich hast Du sogar die Hände frei und kannst Dich beispielsweise um den Haushalt kümmern.

Wärme ist ein hervorragender Helfer bei Blähungen. Besorge Dir ein Kirschkernkissen, das Du dem Baby auf den Bauch oder in den Rücken legen kannst. Wärmflaschen eignen sich weniger, weil sie schnell zu heiß werden und Dein Baby verbrennen können.

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Nimm – zumindest übergangsweise – Pampers oder Stoffwindel ab. Es besteht bei einigen Eltern die Vermutung, dass Säuglinge, die mit der Windelfrei-Methode aufwachsen, weniger unter 3-Monats-Koliken leiden. Ich selber habe auch windelfrei mit meinem Sohn praktiziert.

Sorge dafür, dass Dein Baby sich nicht alleine fühlt.

Hilfreich ist, wenn es selbst beim Schlafen die Alltagsgeräusche mitbekommt. Lass die Zimmertüre einen Spalt offen, damit es nicht zu ruhig ist. In Deinem Bauch war der Nachwuchs Spitzenwerten bis zu 85 Dezibel ausgesetzt. Das entspricht etwa der Lautstärke an einer Hauptverkehrsstraße. Ich kann mir gut vorstellen, dass es irritierend ist, wenn man zehn Monate am Ku’damm gewohnt hat und dann plötzlich Totenstille herrscht.

Falls nur nachts die Schmerzen und das Schreien auftreten, dann überlege, ob es an der Schlafsituation liegen könnte. Übernachtet der Säugling in seinem eigenen Zimmer, ist vielleicht ein Familienbett wie wir es nutzen sinnvoll. Wer die Schlafstätte nicht mit dem Nachwuchs teilen möchte, der kann auch das Babybettchen ins Elternschlafzimmer stellen, sodass das Baby Euch zumindest riechen und hören kann.

Massagen und Tapen gegen einen geplagten Bauch

Eine Soforthilfe bei 3-Monatskoliken ist die Babymassage. Die Deutsche Gesellschaft für Babymassage kennt einige Griffe, die Luftentleerung und Stuhlgang erleichtern.

Lass Dir die richtigen Schritte der Bauchmassage im Vorfeld von Deiner Hebamme zeigen und besorge Dir ein unbehandeltes Pflanzenöl, das frei von Duftstoffen ist. Bei 3-Monats-Koliken eignet sich Kümmelöl hervorragend, weil es ein bewährtes Hausmittel bei Blähungen ist.

Hast Du gerade ein akut schreiendes Baby neben Dir liegen, dann versuche das Bäuchlein mit leichten, im Uhrzeigersinn kreisenden Bewegungen zu entspannen.

Eine bewährte Methode aus der Akupressur ist, mit den beiden Daumen rechts und links vom Nabel des Babys gleichzeitig und für rund sieben bis zehn Sekunden leichten Druck auszuüben.

Fliegergriff

Probiere auch den Fliegergriff aus, bei dem Du Dein Baby bäuchlings auf denen Unterarm legst. Arme und Beine hängen nach unten, der Kopf wird vom Arm gestützt. Unser Baby liebte es im Fliegergriff auf Papas Arm zu liegen, bei mir schrie es Zeter und Mordio.

Egal, welche Methoden Du ausprobierst, achte auf jeden Fall auf die Reaktion des Säuglings. Selbst, wenn die Bauchmassage oder der Fliegergriff bei Geschwisterkindern gut funktioniert haben, muss das nicht immer die passende Lösung sein.

Tapen

Kinesiologisches Tapen kann sowohl bei Erwachsenen als auch Säuglingen gegen Bauchweh helfen. Obwohl es unzählige Anleitungen im Internet gibt, solltest Du beim ersten Mal einen geübten Fachmann aufsuchen. Er kann die Pflaster an den richtigen Stellen anbringen. Zudem wird er die Tapes vorher mit Öl einschmieren, weil sie sich dadurch später von der empfindlichen Babyhaut leichter ablösen lassen.

Hausmittel: Kräutertee

Versuche Deinem Baby ein paar Schlucke eines mildernden Tees einzuflößen. Hilfreich bei Bauchkrämpfen sind Fencheltee und auch Mischungen mit Kümmel oder Anis.

Kräutertee als Hausmittel gegen Dreimonatskoliken

Achtung: Es ist wichtig die Kräuter nicht zu lange ziehen zu lassen, sonst können wiederum Blähungen die Folge sein.

Medikamente gegen Dreimonatskoliken

Wenn sich mit den bisher genannten Mitteln bei Deinem Baby keine Besserung einstellt, dann kannst Du zu Arzneimitteln greifen.

Simeticon-Tropfen sind beispielsweise Bestandteil von Lefax, Espumisan und Sab Simplex. Sie wirken entschäumend und sorgen dafür, dass sich Luftblasen im Bauch auflösen.

Mische dazu ein paar Tropfen auf einen Löffel mit Muttermilch oder in ein Fläschchen und flöße sie dem Baby ein. Den Aufbau einer gesunden Darmflora kannst Du mit der Gabe von probiotische Lactobacillen unterstützen.

Homöopathie und Alternativmedizin bei geblähtem Babybauch

Viele betroffene Familien schwören auf homöopathische Mittel bei der Behandlung der krampfartigen Schmerzen. Je nach genauen Symptomen können beispielsweise Golbuli mit Colocynthis, Lycopodium, Nux vomica oder Chamomilla gegeben werden.

Wie Du bereits erfahren hast, ist Kümmel ein hilfreiches Gewürz bei 3-Monats-Koliken. Wenn Dein Baby Tropfen und Tees verweigert, dann kannst Du es mit einem homöopathischen Kümmelzäpfchen versuchen.

Die Therapie mit Bachblüten bietet sich unterstützend bei Dreimonatskoliken an, weil verschiedene ihrer Präparate beruhigend auf Schreibabys wirken. Durch die Gabe von Goldmelisse, Gartenwolfsmilch, Schöllkraut, Blauem Eisenhut, Aspen, Heather oder Star of Bethlehem entspannen die Kleinen und können so besser schlafen. Bei starken Bauchschmerzen helfen auch Red Chestnut und Cherry Plum.

Osteopathie –Dreimonatskoliken ganzheitlich beheben

Durch die starken Kräfte bei der Entbindung können im Körper des Säuglings Blockaden und Funktionsstörungen entstehen. Die Osteopathie ist eine besonders sanfte Methode, um diese Beschwerden zu lösen.

Der Fachmann tastet dabei mit den Händen und entspannt mit leichtem Druck zum Beispiel Behinderungen innerhalb der Brustwirbelsäule. Diese können unbehandelt zu Bauchkrämpfen führen.

Wie beruhigt man ein Schreibaby?

Sollten alle medizinischen Ursachen auszuschließen sein, dann kann man davon ausgehen, dass das Baby tatsächlich überreizt ist und durch das Schreien vor allem „Dampf ablässt“. Versuche am besten, jetzt einen klaren Tagesablauf mit festen Strukturen und viel Ruhe einkehren zu lassen. Hier sind ein paar Ideen und Vorschläge, was helfen kann, damit sich ein Baby beruhigt und aufhört zu schreien, wenn es „gestresst“ ist.

Was tun, wenn das Baby schreit?

  • Viel Tragen: Nimm Dein Baby so oft es geht hoch in den Arm und drücke es an Dich. Die Nähe bringt Sicherheit und Geborgenheit. Mit leichtem Schunkeln beruhigt es dein Baby und mit etwas Glück fällt es sogar in den Schlaf.
  • Schaffe eine ruhsame Athmosphäre zuhause: Schalte Fernseher, Radio und Laptops aus und versuche die Geräuschkulisse runterzufahren und dämme das Licht ein wenig. Alle Sinneswahrnehmungen, die zu vielen reizen, sollten nun nicht unnötig gestresst werden.
  • Spazieren: Wenn das Baby es zulässt, mach ein paar Spaziergänge. Die frische Luft und die Bewegung schaffen zum einen Abwechslung und einen „Tapetenwechsel“. Grade wenn Dein Baby zum Beispiel den Kinderwagen akzeptiert, kannst Du auch gerne mal Verwandte oder Freunde fragen, ob sie eine kleine Runde drehen wollen, damit Du auch mal ein paar Minuten entspannen kannst.
  • Auto fahren: Manche Babys beruhigen sich schnell, wenn Sie Auto fahren. Auch wenn es eine extreme Maßnahme ist, falls es hilft und dein Baby beruhigt, kann man eventuell auch darauf zurückgreifen
  • Pucken: Beim Pucken werden Baby in ein Tuch oder eine Decke eingebunden, so dass sie sich nicht mehr richtig bewegen können. Dieser Zustand soll sie an den Mutterleib erinnern und beruhigen. Laut Meinungen von Ärzten ist das sogenannte „Pucken“ schädlich, Hebammen allerdings empfehlen es zum Teil bei sehr unruhigen und schreienden Babys. BITTE unbedingt vorher sehr gut informieren, da man sehr viel falsch machen kann!
  • Babyschaukel oder Babywippen: Es gibt Babyschaukeln und Babywippen, die in einigen Fällen eine gute Anschaffung sein können. Die Swing 2 Sleep ist sogar elektrisch betrieben. Für mich der absolute Geheim-Tipp bei unruhigen Babys! Ich kenne auch Babys, bei denen zum Beispiel die Wippe von BabyBjörn Wunder wirkt.

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Meine Erfahrung mit Koliken und Schreiattacken: Das hat uns geholfen

Manchmal weint unser Baby und lässt sich nicht beruhigen, bis zu einer Stunde lang fast ununterbrochen. Es gibt also Situationen, in denen sind uns als Eltern die Hände gebunden. Insgesamt aber haben wir die Situation gut in den Griff bekommen durch folgende Maßnahmen:

  • Regelmäßiges Abhalten: Wir warten nicht mehr, bis unser Kind in die Windel macht. Wenn wir sehen, dass er sich plagt, kommt die Windel einfach ab und er darf in ein Eimerchen oder die Toilette machen. Auf diese Weise bilden sich weniger Gase und Schaum und die Zeit des unangenehmen Geblähtseins ist kürzer.
  • Swing 2 Sleep Federwiege: Den richtigen Durchbruch haben wir erzielt durch die Swing 2 Sleep Federwiege, die mit einem Motor betrieben wird. Das klappt nicht immer, aber doch sehr oft. Und wenn er abends darin einschläft, kann er darin wippen, bis er im Tiefschlaf ist. Das hat uns schon viele ruhige Abende beschert.
  • Babytrage: Die absolute Notlösung ist ein Spaziergang mit Papa in der Trage.
  • Stillen
  • Bauchlage: Fast immer plagen mein Baby auch in den frühen Morgenstunden Bauchkrämpfe, die ihn dann fast stündlich zum Stillen wecken. Einmal auf den Bauch gedreht schläft er viel ruhiger und nochmal einige Stunden länger.
  • Fußreflexzonenmassage und Bauchmassage: Wenn er groß müsste, sich das Geschäft aber nicht löst, hilft oft eine Runde Massage mit Kümmelöl. Danach kommt beim Abhalten was und es ist viel einfacher für ihn. Auch sonst führe ich die Massagen regelmäßig durch.
  • Staubsauger-Playlist: Tatsächlich beruhigt sich unser Baby viel schneller, wenn wir ihm über unseren Streaming-Dienst Lieder wie „Staubsauger“ oder „Dunstabzugshaube“ anmachen. Auch die Spieluhr hilft parallel. Ansonsten gibt es immer noch das gute alte Sssssssh.

Baby hört einfach nicht auf zu schreien – Was soll ich tun?

Mit Sicherheit wird ständiges, schrilles Schreien auch das Nervenkostüm der Eltern beanspruchen. Deshalb ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass das Schreien nur das Ventil zum Abreagieren ist. Egal wie genervt und gefrustet Du als Mutter oder Vater bist, Du darfst niemals die Beherrschung verlieren. Das heißt konkret:

  • Schüttel niemals Dein Baby!
  • Schrei niemals Dein Baby an!

Wer sein Baby schüttelt, kann es folgeschwer verletzen. Bevor Du die Nerven verlierst, geh für wenige Minuten in einen anderen Raum bzw. wechsel Dich mit deinem Partner ab. Auch wenn es schwer fällt, habt Verständnis und seid immer liebevoll. Euer Baby „tyrannisiert“ euch nicht und erst recht nicht willentlich! Das müsst ihr euch immer bewusst machen.

Solltet ihr wirklich gar nicht mehr können, dann sucht euch professionelle und ärztliche Hilfe in einer Schreiambulanz in eurer Nähe. Dort werden vor allem Regulationsstörungen sehr erfolgreich behandelt und auch Eltern können professionelle, psychologische Beratung und Hilfe in Anspruch nehmen.

Mythos – Gibt es die Dreimonatskoliken überhaupt?

Dreimonatskoliken treten besonders häufig bei Jungs auf

Mythen und Geschichten rund um Dreimonatskoliken gibt es viele. Beispielsweise wird im Volksmund häufig behauptet, dass vor allem Jungs unter 3-Monats-Koliken und den Beschwerden leiden. Laut Statistik sind aber beide Geschlechter gleich häufig betroffen.

Flaschenkinder reagieren allergisch auf die Nahrung

Es gibt keinen Unterschied zwischen der Symptomhäufigkeit bei Still- und Flaschenkindern. Es ist auch definitiv nicht nötig vorschnell abzustillen oder die Milch zu wechseln, bevor Du dich mit Deiner Hebamme oder Deinen Arzt unterhalten hast.

Die Dauer der Koliken beträgt genau 3 Monate

Das Phänomen, dass Säuglinge für mehr als drei Stunden an mindestens drei Tagen und über mehr als drei Wochen Brüllen und sich schmerzerfüllt verzehren, gibt es tatsächlich. Oft dauern die Symptome aber keine drei Monate an, sondern können kürzer oder auch wesentlich länger sein.

Dreimonatskoliken und Schreiattacken kommen von der Verdauung

Meist liegen keine körperliche Ursache wie Verdauungsprobleme vor, sondern es handelt sich bei Dreimonatskoliken um eine Reizüberflutung. Der Begriff Dreimonatskolik ist somit etwas irreführend und wird in der Fachwelt mittlerweile meistens mit Regulationsstörung ersetzt.

Fazit

Unabhängig davon, warum es Deinem Baby nicht gut geht, bleib so gelassen wie möglich. Grade dann, wenn Dein Baby ständig schreit, sich nicht beruhigen lässt und auch sonst nichts gegen die Dreimonatskolik wirklich hilft, such schnellstmöglich einen Arzt auf, falls Dir die Beschwerden Sorge bereiten. Lass Dich von Deiner Hebamme und anderen Fachleuten mit Rat, Trost, Massagen und Heilmitteln unterstützen.

Wichtig ist es, Deinem Baby möglichst viel Nestwärme und Liebe zu schenken, damit es schnell und sanft durch die schwierige Phase kommt und ihr als Eltern gut zusammenarbeitet und euch in Stress-Situationen gegenseitig entlasten könnt.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie leid mir meine Tochter damals tat. Als Elternteil möchte man so gern helfen und fühlt sich gleichzeitig doch machtlos.

Bis heute konnte kein bestimmter Grund für die Koliken in den ersten Lebenswochen herausgefunden werden. Man mutmaßt, dass…

  • es sich womöglich um Anpassungsschwierigkeiten des noch unausgereiften Darmtraktes handelt.
  • das Baby beim Trinken zu viel Luft schluckt.
  • blähende Nahrungsmittel, die über die Muttermilch aufgenommen werden, zu Blähungen führen.
  • bestimmte Zusätze in der Säuglingsnahrung im Magen schäumen.

Andere ÄrztInnen sind wiederum der Meinung, dass derartige Koliken psychosomatisch bedingt sind. Stress, Reizüberflutung oder die nicht ausreichende bzw. fehlende Co-Regulation durch die Eltern belasten die junge Psyche und das Kind schreit. Nach dieser Ansicht wären Blähungen nicht die Ursache fürs Schreien, sondern dessen Folge.

20 Tipps um Koliken vorzubeugen und für rasche Hilfe

Bitte nimm Kontakt mit deiner Hebamme, Stillberaterin und/oder Kinderärztin auf, falls Koliken bei euch Thema sind. Besprich unbedingt auch die Tipps in dieser Liste vorab mit ihr!

So kannst du Fragen klären und für dein Baby und dich wichtige Hinweise erhalten.

Außer für die Liebe, das Kuscheln, Streicheln und Schmusen… dafür braucht es keine Freigabe.

  1. Liebe, Zuwendung und viel Körperkontakt. (Haut an Haut)
  2. Bei starkem Milchspendereflex die erste Milch im Handtuch versiegen lassen, damit das Baby nicht zu schnell zu viel Milch trinkt.
  3. Brust öfter anbieten, damit das Baby kleinere Mengen, dafür öfter, zu sich nimmt. (Die Brust nicht seltener anbieten! Immer stillen, wenn das Baby danach verlangt, egal ob Hunger oder das Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit dahinterstecken.)
  4. Bei Flaschenkindern auf die Größe des Saugerlochs achten, evtl. eine kleinere wählen.
  5. Mit dem Easy Start Anti-Colic Fläschchen von MAM füttern. 80 % der befragten Mütter haben bestätigt, dass ihr Kind weniger unter Koliken litt, als vor dem Gebrauch des Fläschchens. Mehr dazu weiter unten.
  6. Die angerührte Säuglingsnahrung darf nicht zu schaumig sein in der Flasche. Kurz abwarten nach dem Schütteln.
  7. Das Baby nach der Mahlzeit Bäuerchen machen lassen, gern auch während des Fütterns bzw. Stillens, etwa beim Brustwechsel.
  8. Beim Stillen aufs korrekte Anlegen achten. Auch hier helfen Stillberaterin oder Hebamme mit entsprechender Fortbildung.
  9. Als stillende Mama eine Zeit lang auf blähende Lebensmittel verzichten. Zwar es gilt mittlerweile als bestätigt, dass derlei Lebensmittel in der mütterlichen Ernährung keinen Einfluss auf Blähungen beim Baby haben, aber einen Versuch ist es wert.
  10. Mamas Darm mit „guten“ Bakterien versorgen, die über die Muttermilch ans Baby weitergegeben werden können. Über entsprechende Nahrungsergänzungen klärt die Ärztin bzw. Apothekerin auf.
  11. Mit dem Arzt besprechen, ob eventuell eine Milcheiweißallergie beim Baby vorliegt. Dann könntest du, sofern du stillst, eine Zeit lang auf Milchprodukte verzichten.
  12. Das Baby nicht zu vielen Reizen aussetzen, damit es abends leichter zur Ruhe kommen kann.
  13. Sanfte Massage, zum Beispiel die bei uns damals so geliebte „Mamassage“. Beim entsprechenden Artikel am Blog findest du weitere Infos zu Blähungen und Babymassage, sowie eine bebilderte Anleitung.
  14. Fliegergriff: Du legst dein Baby Bäuchlings auf deinen Unterarm und trägst es.
  15. Wärme: Ein warmes (nicht heißes!) Kirschkernkissen, ein entspannendes Babybad, Wärmflasche…
  16. Geeignete Tees, die entweder die stillende Mama selbst trinkt oder in die Säuglingsnahrung gemischt werden. Tees mit Kräutern wie Fenchel, Kümmel, Anis und Kamille können hier helfen.
  17. Weitere Möglichkeiten, vor deren Anwendung du unbedingt Rücksprache mit dem Kinderarzt halten solltest:
    1. Homöopathische oder entschäumende Medikamente
    2. Kümmelzäpfchen
    3. Spezialnahrungen
    4. Darmröhrchen

Wenn das Baby nach jeder Mahlzeit schreit, der Stuhl zu weich, schaumig oder sehr hart ist, dein Baby kaum Gewicht zunimmt oder das Trinken verweigert, solltest du umgehend deine Kinderärztin bzw. -arzt kontaktieren. Lieber ein Besuch oder Anruf mehr, als zu wenig Information.

Wenn alles zu viel wird, lass dir helfen!

Babys Schreie gehen an die Substanz. Eltern sind ausgelaugt, traurig, verunsichert… und mitunter vielleicht auch einfach genervt. Es ist viel. Womöglich auch einmal zu viel.

Hier ist es wichtig, keine Angst davor zu haben, sich Hilfe zu holen.

Schreiambulanzen etwa sind eine gute und wichtige Anlaufstelle.

Wenn du meinst, selbst vor Stress und Sorge keine Luft mehr zu bekommen, tritt einen Schritt zurück. Atme. Manchmal kannst du für dein Baby nichts tun, außer da zu sein und es durch seinen Schmerz und den Kummer zu begleiten. Und wenn du wieder Luft bekommst, lass dich unterstützen. Für dich und dein Baby.

Für ein gutes Bauchgefühl: Easy Start Anti-Colic von MAM

Wie bereits in der Liste erwähnt, schafft es das Easy Start Fläschchen mit Anti-Colic Funktion von MAM, Koliken zu verringern. Das Bodenventil der Flasche regelt den Druck im Inneren und sorgt so für einen gleichmäßigen Trinkfluss. Babys schlucken weniger Luft und können ihre Nahrung verträglicher aufnehmen.

Der SkinSoft Silikon Sauger stellt mit seiner weichen Oberfläche und einer Saugerakzeptanz von 94 % sicher, dass sich der Wechsel zwischen Stillen und Flasche so einfach wie möglich gestaltet. Er ist symmetrisch und flach, und liegt somit immer perfekt im Mund. Das hochwertige Material sorgt für ein hautähnliches Gefühl.

Saubere Sache: Die Selbststerilisierungsfunktion von MAM Easy Start Anti-Colic

Nicht nur, dass das Fläschchen sich aufgrund des abnehmbaren Bodens einfach reinigen lässt: Es verfügt zudem über eine selbststerilisierende Funktion.

Dazu wird der Flaschenboden abgeschraubt und mit Wasser befüllt, der Sauger in das Bodenteil gegeben, der Korpus leicht auf dem Bodenteil angeschraubt, die Schutzkappe auf die Flasche gestellt… und dann für wenige Minuten in der Mikrowelle sterilisiert.

Nach Aussage von MAM können so bis zu 85 % CO2 und Energie gespart werden.

Das MAM Easy Start Anti-Colic Fläschchen gibt es in drei verschiedenen Größen, mit unterschiedlichen Saugern, für die Verwendung ab der Geburt oder ab Beginn des 5. Lebensmonats.

Hast du Tipps und Erfahrungen mit Koliken und Anpassungsschwierigkeiten?

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Koliken bei Säuglingen

Mögliche Ursachen

Als Erstes muss das Baby ärztlich untersucht werden, um festzustellen, ob es eine behandlungsbedürftige Erkrankung hat. Wenn dies ausgeschlossen worden ist, kommen folgende Ursachen in Betracht:

  • Rauchen in der Wohnung. Manche Babys reagieren auf Zigarettenrauch mit Bauchschmerzen. Grundsätzlich ist zu empfehlen, nur außerhalb der Wohnung zu rauchen.
  • Bei anhaltendem Weinen können die Babys Luft schlucken, die ihnen dann Bauchweh verursacht. Rasches Trösten und senkrechtes Herumtragen zum Aufstoßen der geschluckten Luft können helfen.
  • Auf Hektik und Anspannungen im Umfeld reagieren manche Babys mit Schreien. Hier kann vielleicht das “Programm” gekürzt und der Tagesablauf anders strukturiert werden.
  • Manche Babys sind nicht gern allein. Von der Schwangerschaft her sind die Kinder an Bewegung und Geräusche gewöhnt.
  • Eltern brauchen Zeit, sich auf die neue Situation einzustellen. Manchmal ist es eine Frage der Übung, herauszuhören, was das Baby braucht und mit seinem Schreien ausdrücken möchte. Auch müssen erst Lösungen gefunden werden, die zu ihm, zu Ihnen und Ihrer Familie passen.

Künstliche Babynahrung

Kinder, die künstliche Säuglingsnahrung erhalten, haben insgesamt mehr Verdauungsprobleme als gestillte Kinder, denn die Nahrung ist schwerer verdaulich. Auch erkranken sie häufiger an Magen-Darm-Infekten. Sie haben genau so viele Koliken. Zu beachten ist in solchen Situationen:

  • Ein Wechsel auf die künstliche Säuglingsnahrung eines anderen Herstellers bringt häufig nicht den gewünschten Erfolg.
  • Bei Verdacht auf Kuhmilchunverträglichkeit oder Allergie kann eine hypoallergene Nahrung sinnvoll sein.
  • Wenn das Saugerloch groß ist und die Flasche steil gehalten wird, trinkt das Kind möglicherweise schneller als ihm gut tut.
  • Das gilt auch, wenn das Kind auf die Mahlzeit warten musste, sehr hungrig ist und deshalb sehr gierig trinkt. Füttern Sie das Kind, wenn es zeigt, dass es Hunger hat.
  • Wenn das Baby zu viel Luft schluckt, können eventuell ein anderer Sauger und eine andere Haltung beim Trinken helfen.

Handhabung des Stillens

Manchmal hilft eine andere Handhabung des Stillens, wenn das Baby Koliken hat.

  • Bei einem starken Milchspendereflex spritzt dem Baby möglicherweise mehr Milch in den Mund als es schlucken kann. Sie können das Baby nach dem Ansaugen noch einmal von der Brust nehmen, bis die Milch aufhört zu spritzen. Sie können sich auch auf den Rücken legen und das Baby auf Ihren Bauch – dann muss die Milch nach oben fließen und spritzt nicht so. Oft reicht es, das Baby senkrecht auf den Schoß zu nehmen, dann kann es die überschüssige Milch einfach aus dem Mund herauslaufen lassen, ohne sich zu verschlucken.
  • Wenn das Kind gierig und hastig trinkt, legen Sie es eher an, damit es nicht so hungrig ist.
  • Manchmal schluckt das Baby beim Stillen Luft, weil es nicht dicht genug an Ihrem Körper liegt. Hier hilft es, das Kind dichter an sich heranzuziehen.
  • Manchmal liegt die Ursache darin, dass Sie beim Stillen zu früh die Seite wechseln. Die Zusammensetzung der Muttermilch verändert sich, während das Kind an der Brust trinkt: Am Anfang enthält die Milch relativ viel Milchzucker (Laktose) und wenig Fett und löscht erst einmal den Durst des Kindes. Wenn das Kind weitertrinkt, wird die Milch immer sahniger und sättigender. An der zweiten Brust erhält das Kind wieder zunächst Milch mit relativ viel Milchzucker und wenig Fett. Dadurch kann es sein, dass sein Magen schon voll ist, bevor es wirklich satt ist, und das Kind deshalb nach dem Stillen noch unzufrieden ist. Das kann gerade bei den Müttern geschehen, die viel Milch haben. Außerdem nimmt das Kind dadurch unter Umständen mehr Milchzucker auf, als es verdauen kann, und bekommt Blähungen.Hier empfiehlt es sich, das Kind so lange an der ersten Brust trinken zu lassen, bis es von alleine aufhört, und ihm die zweite Brust erst bei der nächsten Mahlzeit zu geben – es sei denn, dass es nach der ersten Seite noch Hunger hat. Auch zum Trösten zwischendurch kann es günstig sein, das Kind an der “leeren” Brust anzulegen, um seinen Magen nicht zu überfordern.
  • Essen Sie, was Ihnen schmeckt, und möglichst vielseitig. Es kommt zwar vor, dass das Kind auf Nahrungsmittel reagiert, die die Mutter isst, aber das ist nur eine von vielen möglichen Ursachen für Koliken. Relativ häufig reagieren Kinder auf Kuhmilch, die die Mutter trinkt; hier lohnt sich ein Auslassversuch. Ansonsten sollten Sie ein Nahrungsmittel nur dann weglassen, wenn Sie einen bestimmten Verdacht haben. Je älter das Kind, desto weniger reagiert es auf viele Nahrungsmittel wie z.B. auf Kohlgemüse, so dass Sie dieses nach einigen Wochen vorsichtig wieder probieren können.

Dem Baby Linderung verschaffen

Machen Sie die Suche nach der Ursache nicht zum Stress und damit zu einer neuen Ursache! Oft lässt sich nichts finden. Dann gibt es immer noch Möglichkeiten, dem Baby Linderung zu verschaffen:

  • Beim Herumtragen werden viele Babys ruhig. Wenn Sie das Baby auch tragen, wenn es (noch) nicht schreit, kann das bei manchen Babys dem Schreien vorbeugen. Sie können mit dem Baby in einer geeigneten Tragehilfe Ihren alltäglichen Verrichtungen nachgehen. Manche Babys liegen gerne in Bauchlage auf den Armen oder den Beinen der Eltern. Wenn Ihr Baby auf dem Arm trotzdem noch weint, ist es wenigstens mit seinen Schmerzen nicht verlassen und allein.
  • Oft hilft Wärme – ein warmes Bad, ein Wollhemd – oder Massage oder Bewegungsübungen auf dem Wickeltisch, bei denen Sie miteinander Spaß haben können.
  • Wenn Sie tagsüber mit dem Baby an die frische Luft gehen, werden manchmal auch die Abende ruhiger.
  • Es gibt verschiedene Tropfen, die gegen Blähungen verschrieben werden, aber nur manchmal helfen und zum Teil viel Alkohol enthalten. Bei gestillten Kindern kann die Mutter Fenchel-, Anis- oder Kümmeltee trinken.
  • Vielleicht hilft es Ihnen, eine Art Tagebuch zu führen, um zu sehen, ob Ihr Baby so viel schreit, wie Sie glauben, und ob Sie bestimmte auslösende Situationen erkennen können.
  • Ganz wichtig: Sorgen Sie gut für sich selbst! Nehmen Sie Hilfe an, lösen Sie sich gegenseitig beim Trösten und Versorgen des Kindes ab. Suchen Sie Kontakte, z.B. bei Stilltreffen oder in anderen Eltern-Kind-Gruppen. Sorgen Sie dafür, dass Sie gut und genug essen, z.B. können Sie sich statt Blumen ein Essen mitbringen lassen oder auch auf Fertiggerichte zurückgreifen. Dann bleiben Sie bei Kräften und können gelassener mit dem Kind umgehen. Meistens wird das Kind dann auch gelassener.

Literatur

  • Utta Reich-Schottky: Stillen und Stillprobleme. Hippokrates Verlag, Stuttgart 1998

Weitere Beiträge der Autorin hier in unserem Familienhandbuch

  • Empfängnisverhütung in der Stillzeit

Autorin

Utta Reich-Schottky, Studienrätin für Biologie und Chemie, ist Stillberaterin der Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen (AFS).

3-Monats-Koliken: Nie wieder stundenlanges Schreien!

4) Wenn alle Punkte nicht zutreffen (und das ist beim Großteil der Babys so)

Bei den meisten Babys ist es jedoch eher eine Anpassungsschwierigkeit. Sie waren monatelang in einem abgedunkelten Raum, haben so etwas wie Hunger oder Müdigkeit nicht gekannt und Geräusche „von außen“ nur sehr gedämpft wahrgenommen. Mit der Geburt hat sich für sie jedoch ALLES geändert: Überall gibt es unterschiedliche Geräusche, das Licht ist viel heller, Hunger macht sich ständig breit und es gibt auch noch sowas wie Kälte. Das ist für viele Babys einfach zu viel auf einmal und sie schreien dadurch. Verdauungsprobleme können durch diesen Stress ebenfalls entstehen. Eine solche Reizüberflutung erkennt man häufig durch lange Schrei-Stunden am Abend. Viele solcher Babys haben es schwer in den Schlaf zu finden, ob wohl sie eigentlich müde sind.

So hilfst du deinem Baby:
Versuch den Mutterleib nachzuahmen und gib deinem Baby ein Stück Sicherheit und Geborgenheit zurück. Versuche folgende Strategien miteinander zu kombinieren und du wirst sehen, dass dein Baby deutlich weniger und kürzer schreit und auch du viel entspannter wirst:

  • Baby tragen: Trage dein Baby in einem Tragetuch direkt am Körper. Egal ob bei Mama oder Papa, der Körperkontakt ist wichtig und das enge Umschließen durch das Tragetuch. Achte darauf, dass der Kopf vom Tuch schön fest gehalten wird und ruhig wenig Freiheiten hat, um sich in der Welt umzuschauen. In den ersten Wochen geht es noch gar nicht darum, die Welt zu erkunden, sondern mit ihr klarzukommen. Sicherheit und Geborgenheit sind hier wichtiger. Schirme es also mit dem Tuch ruhig von äußeren Einflüssen ab. Wenn das Baby irgendwann mehr sehen und sich die Welt anschauen möchte, wirst du es schon bemerken und kannst die Trageweise verändern oder es mit einem Kinderwagen probieren.
  • Pucken: Beim Pucken geht es darum, das Baby möglichst eng und fest in ein Tuch zu wickeln. Achte darauf, dass sich die Arme nicht befreien können, ansonsten hat das Pucken keinen Effekt. Wir wollen damit eine Begrenzung schaffen, die das Baby schon aus dem Mutterleib kennt. Lege es dann jedoch nicht ab, sondern nimm es auf den Arm! Zum Pucken kannst du ein einfaches Tuch verwenden. Es gibt auch spezielle Pucksäcke, die jedoch nicht nötig sind.
  • Seiten-und Bauchlage: Einige Babys hassen einfach die Rückenlage. Versuch es also mit der Bauch-oder Seitenlage. Die Bauchlage kannst du mit dem Fliegergriff umsetzen oder auch im Babybett. Eine ganze Zeit lang war das Bauchschlafen bei so jungen Babys sehr verschrien, einen belegten Zusammenhang zwischen dem Plötzlichen Kindstod und der Bauchlage gibt es jedoch nicht. Entscheide selbst, was für dein Baby das Beste ist. Einige Eltern berichten, dass das Schlafen in Bauchlage für ihr Baby sehr viel angenehmer ist. Die Seitenlage erreichst du mit einem zusammengerollten Handtuch, das du unter den Rücken deines Babys schiebst.
  • Weißes Rauschen: Beruhige dein Baby, indem du lange und ausdauernd ein Schhhhh-Geräusch machst. Laut und lange. Du ahmst damit weißes Rauschen nach (wie bei einem Radio, wenn gerade kein Sender eingestellt ist). Auf Dauer wird das allerdings anstrengend – Du kannst dir alternativ auch unsere MP3-Dateien kostenlos herunterladen und abspielen.
  • Schaukeln: Schaukle (Nicht schütteln!) dein Baby, wenn du es auf dem Arm hast. Viele Eltern berichten, dass ein Hoch-Runter-Schaukeln am effektivsten ist. Achte darauf, dass der Kopf gestützt ist und wippe auf und ab – jedoch nicht zu langsam, sondern eher als würdest du zittern. Der Kopf des Babys sollte dabei ein wenig wackeln, als würdest du mit dem Auto über Kopfsteinpflaster fahren. Nochmal der Hinweis: Niemals das Kind schütteln, sondern nur leicht schaukeln.
  • Saugen: Lass dein Baby an deinem Finger oder einem Schnuller saugen, das beruhigt es ebenfalls. Wenn es den Schnuller noch nicht nimmt, dann übe: Sobald das Baby leicht daran saugt, ziehe etwas am Schnuller. Im Idealfall saugt das Baby dann stärker, um ihn im Mund zu behalten und lernt das Saugen.

Bei fast allen Babys, die an den „3-Monats-Koliken“ leiden, trifft Punkt Nummer 4 zu. Es ist trotzdem sinnvoll, alle Punkte zu prüfen, um dem Baby wirklich zu helfen. Mach dir jedoch immer klar: Wenn du durch Wippen, Pucken oder Geräusche dein Baby beruhigen kannst, dann trifft Punkt 4 zu und dein Baby hat keine Schmerzen. Schmerzschreie würden davon nicht aufhören.

Dreimonatskoliken

1.) Lassen Sie vorübergehend – ohne ärztliche Rücksprache maximal für eine Woche – die Vit.D/Fluoridtabl. weg. Sollte sich eine Besserung zeigen, ist das weitere Vorgehen mit Ihrem Arzt abzusprechen.
2.) Individuelle homöopathische Behandlungen gemäß Anamnese und Befund. Bitte keine – wenn auch gut gemeinten – homöopathischen „Universalmittel“.

3.) Insbesondere nach schwerer Schwangerschaft (problematische Lage des Kindes) oder traumatischer Geburt eine osteopathische o. manualtherapeutische Behandlung.
4.) Eventuell nach Rücksprache Zugabe von Entschäumern z.B. Lefax bzw. SAB-Simplex-Tropfen. Sie setzen die Luft aus der Nahrung frei.
Die Tropfen sollten direkt in die Flasche, während der Mahlzeit oder aber nach der Mahlzeit gegeben werden.
Individuell kann das eine oder das andere Mittel besser wirken.
5.) Fahren Sie das Kind viel aus, gerade unebene Wege und Schaukeln bringen dem Kind häufig Erleichterung.
6.) Geben Sie dem Kind Wärme in Form von Wärmflasche und/oder Wolle-/Seidenunterhemden.
7.) Erleichterung bringt dem Kind die Bauchmassage -evtl. mit Windsalbe- im Uhrzeigersinn (= Verlauf des Dickdarms in Richtung Darmausgang).
8.) Gelegentlich helfen auch Kümmelzäpfchen.
9.) Als letztes Mittel kann man ein Carminativum einsetzen. Die freiverkäuflichen sollten nicht über längere Zeit gegeben werden, da sehr viel Alkohol in dieser naturheilkundlichen Zubereitung enthalten ist. Eventuell kann Ihre Apotheke Ihnen Carminativum aquosum herstellen
10.) Bedenken Sie, dass ein Kind, welches schreit oder mit dem Mund sucht, nicht immer nur Hunger hat. Oft hat dieses Kind Bauchschmerzen und versucht sich durch Nuckeln zu beruhigen.
Dies ist manchmal sehr schwer zu unterscheiden, ggf. müsste ein Still- oder Ernährungsprotokoll geführt und mit Ihrem Arzt Rücksprache genommen werden.
11.) Bedenken Sie weiterhin, dass – wie oben schon erwähnt – nicht die Mutter allein die Versorgung übernehmen kann. Es ist die Einbindung des Vater (insbesondere nachts, wenn er z.B. am nächsten Tag nicht zur Arbeit muss), der Verwandten und Freunde erforderlich, um diese schwere Zeit zu überstehen.
Die alleinige Versorgung eines Kindes mit Dreimonatskoliken durch nur eine Betreuungsperson ist nicht leistbar!
12.) Ein Kind, welches Dreimonatskoliken hat, ist durch äußere Einflüsse noch erregbarer als andere Kinder. Bitte achten Sie darauf, dass die Umgebung des Kindes beruhigend wirkt:

  • Verzichten Sie auf grelle Farben. Ein zartlilafarbener Seidenhimmel für das Bettchen ist beruhigend.
  • Besorgen Sie leises Spielzeug (Holzrassel – keine Metallglocken).
  • Kleiden Sie Ihr Kind dezent – zarte, keine grellen Farben.
  • Auch wenn Sie Ihr Kind ansonsten nicht „ganz in Wolle“ kleiden: halten Sie Ihr Kind warm, vor allem den Bauch (und natürlich auch den Kopf). Siehe hierzu unsere Broschüre über „Wärme“.
  • Meiden Sie fremde, unruhige Umgebungen, häufige Besuche und Einkaufsbummel mit dem Kind.
  • Schirmen Sie Ihr Kind vom Fernsehen und Radio ab.

13.) Beratung bei Selbsthilfegruppen oder in Schreiambulanzen

  • www.trostreich.de
  • www.mein-schreibaby.de
  • www.schreibaby-forum.de

DreimonatskolikenIndikationenDreimonatskoliken treten bei Säuglingen in den ersten Lebenswochen auf und halten zwischen drei bis fünf Monate an, um anschliessend von alleine zu verschwinden. Die Kleinen weinen häufig am späten Nachmittag oder abends. Sie schreien während Stunden und sind kaum zu beruhigen. Die genauen Ursachen sind nicht genau bekannt, aber es wird angenommen, dass sie im Verdauungstrakt liegen. Bei der Diagnose müssen mögliche organische Ursachen ausgeschlossen werden. Zur medikamentösen Behandlung werden unter anderem Mittel gegen Blähungen, Probiotika, alternativmedizinische Therapeutika und krampflösende Mittel eingesetzt.

synonym: Dreimonatskrämpfe, Infantile Koliken

Symptome

Die Dreimonatskoliken treten bei Säuglingen in den ersten Lebenswochen auf und halten zwischen drei bis fünf Monate an. Betroffen sind bis zu einem Viertel aller Kinder. Sie äussern sich in häufigem Weinen, Reizbarkeit, Unruhe und aufgeblähtem Bauch. Das Kind ballt die Fäustchen, hat ein gerötetes Gesicht, zieht die Beine an und schreit während geschätzten drei bis sechs Stunden pro Tag. Die Krämpfe treten vor allem am späten Nachmittag und abends auf und das Kind ist kaum zu beruhigen. Die Eltern werden mit der Zeit entnervt, gestresst und übermüdet.

Ursachen

Die genauen Ursachen sind nach wie vor Gegenstand von Diskussionen. Die Koliken werden häufig auf gastrointestinale Ursachen, unter anderem Blähungen, einen unreifen Darm, das Schlucken von Luft, Störungen der Darmflora, eine Hyperalgesie oder auch eine übermässige Peristaltik zurückgeführt. Spekuliert wurde auch, dass es sich um eine Lactoseintoleranz oder eine Kuhmilchallergie handelt. Möglicherweise gibt es nicht eine einzige, sondern mehrere Erklärungen für die Beschwerden.

Diagnose

Bei der Diagnose müssen in kinderärztlicher Behandlung mögliche organische Ursachen ausgeschlossen werden, die ähnliche Symptome verursachen. Dazu gehören unter anderem eine Verstopfung, Kuhmilchallergie, Lactoseintoleranz, Migräne, Infektionskrankheiten und Verletzungen. Das häufige Weinen und Schreien lässt also nicht automatisch auf die Dreimonatskoliken schliessen.

Nicht-medikamentöse Behandlung

Die Beschwerden gehen nach drei bis maximal fünf Monaten von alleine wieder vorbei und es wird angenommen, dass sie keine organische Ursache haben.

  • Das Kind so gut wie möglich beruhigen (Schnuller, Bewegen, Schaukeln, Halten, Spielen, Singen…).
  • Die Eltern sollen das Kind von Zeit zu Zeit an Bekannte oder Familienangehörige abgeben, wenn es ihnen zuviel wird.
  • Falls gestillt wird, weiter stillen, nicht auf adaptierte Milch wechseln.
  • Der Säugling soll beim Trinken keine Luft schlucken.
  • Anpassen der Ernährung, falls eine Intoleranz oder eine Allergie vorliegt.
  • Bei Flaschenkindern eine Umstellung der adaptierten Milch versuchen.
  • Warme Umschläge, eine Bienenwachsauflage, ein Chriesisteisäckli oder eine Wärmeflasche auf den Bauch legen.
  • Leichte Bauchmassage
  • Anlegen eines „Schreitagebuchs“, um beeinflussende Faktoren herauszufinden.

Medikamentöse Behandlung

Mittel gegen Blähungen:

  • Simeticon ist ein Antischaummittel, das ausschliesslich im Verdauungstrakt gegen Blähungen wirksam ist.
  • Pflanzliche Karminativa, zum Beispiel Fenchel, Anis und Kümmel. Auch Melisse, Kamille und andere Kräuter können sich positiv auszuwirken.
  • Äusserlich: Massage mit dem Vier Winde Öl, Bäuchleinöl.

Probiotika:

  • wie Lactobacillus reuteri können möglicherweise das gestörte Gleichgewicht der Darmflora normalisieren. Aufgrund der guten Verträglichkeit ist ein Therapieversuch möglich.

Zucker:

  • Eine Zuckerlösung (z.B. 12%, 2 ml) kann den Säugling beruhigen. Nachteilig ist die mögliche Entwicklung von Karies bei Kindern, die früh zahnen. Die ersten Milchzähne brechen aber üblicherweise erst nach 6 Monaten durch.

Anticholinergika:

  • Anticholinergika scheinen für die Behandlung geeignet zu sein, weil sie die krampflösend sind und die möglicherweise verstärkte Peristaltik verlangsamen. In den USA wurden zum Beispiel Dicyclomin und Cimetropiumbromid verwendet. Ein Problem stellen jedoch die möglichen unerwünschten Wirkungen dar. Aus unserer Sicht sollten die Arzneimittel deshalb nur sehr zurückhaltend eingesetzt werden.

Alternativmedizin:

  • z.B. Chamomilla, Colocynthis und Belladonna Globuli.

Literatur Autor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

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3-Monats-Koliken

  • Kennen Sie schon Aptamil Comfort? Ein Produkt zur diätischen Behandlung speziell entwickelt für die 3-Monats-Koliken, Blähungen und Verstopfung. Sollte Ihr Kinderarzt oder Ihre Kinderärztin Ihnen für Ihr flaschenernährtes Baby eine Spezialnahrung empfehlen, können Sie Aptamil Comfort von Geburt an zur ausschließlichen Ernährung Ihres Babys und nach dem 6. Monat im Rahmen einer gemischten Beikost verwenden. Bereits nach einigen Tagen sollten die Beschwerden abklingen. Ist dies nicht der Fall, wenden Sie sich bitte erneut an Ihren Kinderarzt oder Ihre Kinderärztin.
  • Wenn Sie Ihr Baby stillen, überprüfen Sie Ihre eigene Ernährung und passen diese gegebenenfalls an. Eine eingehende Beratung worauf Sie achten sollten, erhalten Sie bei Ihrem Arzt, Ihrer Ärztin oder Ihrer Hebamme.
  • Lassen Sie Ihrem Baby in jedem Fall Ruhe und Zeit beim Trinken. Aufregung führt zu unruhiger Atmung, wodurch Ihr Kind vermehrt Luft schlucken wird.
  • Super ist auch der Fliegergriff. Dabei heben Sie Ihr Kleines bäuchlings auf dem Arm. Die kleinen Arme und Beine hängen dabei seitlich herunter. Der leichte Druck auf dem Bauch tut gut und hilft Ihrem Baby Luft rauszulassen.
  • Ein guter Schlaf ist für Babys wichtig. Versuchen Sie Ihrem Kind, daher möglichst gut in den Schlaf zu helfen. Meist hilft schon, das Baby auf dem Arm oder in einem Tuch in den Schlaf zu tragen.
  • Oft hilft auch eine sanfte Fingermassage im Uhrzeigersinn auf dem Bauch. Kümmelöl hat sich bei vielen Babys bewährt. Das im Handteller angewärmte Öl sanft auf das Bäuchlein einmassieren.

Versuchen Sie, sich nicht zu sehr zu stressen. Natürlich ist es nicht einfach, erst mal in das Leben als frisch gebackene Eltern reinzuwachsen. Aber lassen Sie sich Zeit und nehmen Sie den Druck raus. Sie werden das Kind schon schaukeln!

Dreimonatskoliken (Regulationsstörungen): Anhaltendes Schreien eines Babys – meist nach dem Füttern – ohne erkennbare Ursache.

Als „Schrei-Baby“ gilt ein Säugling, der mehr als 3 Stunden pro Tag an mind. 3 Tagen in der Woche über mehr als 3 Wochen aus unerklärlichen Gründen schreit und sich kaum beruhigen lässt. Diese sogenannten Dreimonatskoliken beginnen meist um die 2. Lebenswoche und nehmen bis etwa zur 6. Lebenswoche zu. In der Regel geht die „Kolikzeit“ bis zum Ende des 3. Monats völlig zurück – daher auch der Name „Dreimonatskoliken“.

  • Plötzlich auftretendes schrilles Schreien des Säuglings, die Stirn ist gerunzelt, das Gesicht rot, die Fäuste sind geballt, die Beine angezogen
  • Sich ständig wiederholende Anfälle, die meist nach 5–20 Minuten enden
  • Beruhigungsversuche, wie das sonst meist gut wirksame Hochnehmen oder Füttern, helfen nur zeitweilig
  • Vermehrtes Auftreten der Symptomatik nachmittags und in den frühen Abendstunden
  • Ansonsten vollkommen unauffälliges Wachstum und Entwicklung des Säuglings.

Heute noch, wenn

  • Ihr Baby nicht gedeiht, da es nicht gut trinkt (siehe Gedeihstörungen).
  • es apathisch, lustlos oder blass (bzw. blass-grau) ist.
  • es immer wieder erbricht.
  • es länger als 1 Stunde voller Schmerzen oder schrill schreit; dies kann auf einen eingeklemmten Leistenbruch oder eine Darmeinstülpung hinweisen.
  • Ihr Baby über das normale Maß von etwa 3 Stunden am Tag hinaus schreit und sich dabei jedem Einfluss von außen entzieht (wie Hochheben oder Beruhigungsversuche).
  • es Schwierigkeiten hat, sich an Schlaf- und Wachphasen anzupassen, es tagsüber meist nur kurz schläft (oft weniger als eine halbe Stunde) und es auch Probleme beim Einschlafen hat.
  • Sie sich überfordert fühlen und/oder Angst vor einem Kontrollverlust haben (z. B. zu starkes Schütteln, Anschreien, Schlagen des Babys).

Krankheitsentstehung

Viele Säuglinge haben direkt nach dem Trinken eine kurze „K(r)ampfzeit“. Das Baby hat vielleicht einen geblähten Bauch, spuckt ein bisschen oder weint – mit dem „Bäuerchen“ hört das Weinen auf. Anders ist es bei den sogenannten Dreimonatskoliken, an denen nahezu jedes 4. Baby leidet. Die Babys schreien anhaltend und immer wieder, bevorzugt in den frühen Abendstunden, oft aber auch noch in die Nacht hinein, und es bleibt unklar, was dahintersteckt. Die „Koliken“ beginnen oft schon nach den ersten Lebenstagen. Glücklicherweise ist aber Licht am Ende des Tunnels: 85 % der Babys haben ihre „Kolikzeit“ nach 3 Monaten hinter sich.

Die Ursachen für die Schreiattacken sind nicht bekannt. Nur in seltenen Fällen stehen greifbare Ursachen dahinter, die den Kleinen Schmerzen bereiten, wie etwa eine Mittelohrentzündung, eine Refluxkrankheit oder eine Analfissur.

Vieles deutet aber darauf hin, dass es Bauchkrämpfe sind, wie es der Begriff „Kolik“ suggeriert. Der Bauch ist oft angespannt. Die Säuglinge ziehen die Beinchen an und strecken sie dann plötzlich wieder, als wollten sie den Schmerz „wegkicken“. Diese Krämpfe nehmen durch „Winde“ oder Stuhlaustritt ab. Allerdings zeigen Röntgenaufnahmen, dass Schreibabys nicht mehr Darmgas haben als „gesunde“ Säuglinge.

Sensibilität. Heute geht man auch davon aus, dass die Bauchkrämpfe erst als Folge des Schreiens und der damit verbundenen Aufregung entstehen, dass also ganz am Anfang ein anderer Auslöser steht und sich dann „auf den Bauch schlägt“. Vermutet wird deshalb, dass Schreibabys „sensibler“ als ihre Altersgenossen sind und deshalb empfindlicher auf die bei jedem Schreien geschluckte Luft reagieren. Eine andere Vermutung ist, dass der Bauch bei einigen Babys stärker auf Reize reagiert als bei anderen. Zu dieser Vermutung passt, dass die Koliken vor allem abends auftreten, wenn das Baby sowieso müde und möglicherweise überreizt ist. Da diese Babys es noch nicht wie ihre Altersgenossen gelernt haben, sich selbst zu beruhigen, zählen Experten dieses Verhalten zu den sogenannten „Regulationsstörungen“, zu denen auch Schlaf- und Fütterstörungen gerechnet werden.

Melatonin-Theorie. Das für den Biorhythmus mitverantwortliche Hormon wird unter den hiesigen Lichtverhältnissen erst ab 3 Monate nach der Geburt in ausreichenden Mengen gebildet. Bis dahin fehlt seine entspannende Wirkung auf die Darmmuskulatur – Babys neigen in dieser Zeit also mehr zu Darmverkrampfungen.

Überfüllungstheorie. In warmen Klimazonen trinken Babys vor allem „durstgesteuert“ und damit weitaus häufiger als hierzulande, wo Babys eher „hungergesteuert“ trinken. Man vermutet, dass die für hiesige Mahlzeiten typischen großen Milchmengen für einige Babys nicht bekömmlich sind. Diese Theorie wird von zwei Argumenten gestützt: Zum einen tritt das in unseren Breiten häufig beobachtete Spucken in warmen Ländern seltener auf. Zum anderen zeigen Experimente, dass häufiges Füttern tatsächlich bei manchen Babys als eine vorbeugende Strategie gegen Koliken funktioniert.

Frühkindliche Dysregulation. Bei den meisten Babys verschwindet das Schreien. Bei einigen bleibt es jedoch; Ärzte sprechen hier von einem „persistierenden“ Schreien. Die Kinder fallen zudem oft durch andere Persönlichkeitszüge auf – Eltern beschreiben sie als fordernd, unzufrieden und leicht reizbar. Manchmal kommt außerdem eine ausgeprägte körperliche Unruhe hinzu, sodass es kein Wunder ist, dass diese Kinder schlecht schlafen. Kinderärzte bezeichnen dieses Phänomen auch als frühkindliche Dysregulation. Viele der betroffenen Kinder haben im Kleinkindalter Wutphasen und passen sich nur schwer im Kindergarten und in der Schule an. Bei einigen wird später ADS diagnostiziert.

Risikofaktoren

Schwedische Forscher konnten bei Kolikkindern ein Zuviel an bestimmten, auf die Darmbewegungen wirkenden Hormonen nachweisen (z. B. Motilin). Auf eine gestörte Darmflora weist eine Studie der Universität Houston hin, sie kam zu dem Ergebnis, dass Kolikbabys eine ungewöhnlich kleine Vielfalt von Bakterien im Darm haben. Die Forscher hoffen, bald eine Therapie gegen das anhaltende Schreien zu finden, die auf probiotischer Ernährung basieren soll.

Familiäres Umfeld. Was auch immer der Auslöser ist, es scheint wenig damit zu tun zu haben, was Eltern tun oder lassen. Studien zeigen, dass Mütter von Kolikkindern sich in nichts von denen unterscheiden, deren Kinder keine Koliken haben. Sie sind weder „unsicherer“ noch weniger „bindungsfähig“ noch unterscheidet sich der Erziehungsstil Oft ist in derselben Familie das eine Geschwisterkind betroffen, das andere nicht.

Ernährung. Auch „Allergien“ oder „Milchunverträglichkeit“ als Auslöser der Dreimonatskoliken wurde für die allermeisten Fälle nicht bestätigt – solche Krankheiten zeigen sich nicht nur durch Schreien, sondern auch durch andere Zeichen wie Durchfall, Blut im Stuhl oder schlechtes Gedeihen. Dass die Nahrung bei den allermeisten Kindern keine Rolle spielt, zeigt auch die Tatsache, dass „Koliken“ bei gestillten und nicht gestillten Kindern etwa gleich häufig vorkommen. Die ebenfalls manchmal vermutete Unverträglichkeit von Milchzucker (Laktoseintoleranz) ist so selten, dass sie als generelle Erklärung kaum Gültigkeit hat.

Raucherhaushalt. Untersuchungen haben gezeigt, dass es in Raucherhaushalten häufiger Schreibabys gibt als in Nichtraucherhaushalten. Erklärung dafür scheint zu sein, dass Nikotin die Krampfbereitschaft des Darmes fördert.

Überforderung der Eltern. In Deutschland erleiden etwa 400 Kinder pro Jahr ein Schütteltrauma, ein Viertel davon stirbt daran. Wenn Eltern das schreiende Baby in ihrer Verzweiflung schütteln, besteht die Gefahr, dass es innerhalb kürzester Zeit schwerwiegende Schäden erleidet: Da die Nackenmuskulatur noch schwach ist und der Kopf bei Babys einen großen Teil des Körpergewichts ausmacht, wird das Köpfchen durch das Schütteln nach vorne und hinten geschleudert. Die Gehirnmasse bewegt sich hin und her, wodurch im schlimmsten Fall Blutgefäße und Nervenbahnen reißen und es zu Hirnblutungen und Hirnverletzungen kommt. Ebenso sind Blutungen an der Augennetzhaut möglich, mögliche Folgen sind Sehstörungen oder sogar Blindheit.

Komplikationen

Bei der Darmeinstülpung (Invagination) stülpt sich ein Darmabschnitt ohne bisher bekannte Ursache teleskopartig in sich ein; dadurch wird die Durchblutung unterbunden. Etwa 80 % aller Darmeinstülpungen treten bei Babys im 6.–12. Monat auf. Typisch ist plötzlich einsetzendes Schreien, das nicht aufhört. Oft zieht das Kind die Beinchen an, manchmal erbricht es auch. Auch wenn das Baby sich zwischendurch beruhigt, kommen die Schmerzattacken wieder, und möglicherweise wird das Kind blass, unruhig oder sogar apathisch. Blutig-schleimige Stühle können nach ein paar Stunden hinzukommen.

Um eine körperliche Erkrankung (z. B. eine Mittelohrentzündung oder Verstopfung) auszuschließen, helfen die sorgfältige Anamnese sowie die Beschreibungen oder Aufzeichnungen der Eltern über die Verteilung des Schreiens und die Essenszufuhr.

Ultraschallaufnahmen, Röntgenuntersuchungen, Untersuchung von Blut oder Stuhl. Diese Untersuchungen sind selten notwendig, helfen aber, körperliche Erkrankungen auszuschließen.

85 % der Babys haben ihre „Kolikzeit“ auch ohne ärztliche Behandlung spätestens nach 3 Monaten überstanden.

Darmeinstülpung. Besteht der Verdacht auf eine Darmeinstülpung, versucht der Kinderarzt, den betroffenen Darmabschnitt zu ertasten, oder die Diagnose wird durch eine Ultraschalluntersuchung oder eine Röntgendarstellung des Dickdarms mit durch den Po eingeflößtem Kontrastmittel gestellt. Dabei wird in den meisten Fällen gleichzeitig die Ursache beseitigt: Durch den Druck des flüssigen Kontrastmittels wird das eingestülpte Darmstück wieder in die richtige Lage geschoben. Gelingt dies nicht, muss operiert werden.

Videoanalyse. In schwerwiegenden Fällen ist zu erwägen, im Rahmen einer Beziehungsanalyse mit Videofeedback die Verhaltensweisen von Eltern und Baby zu analysieren. Studien haben gezeigt, dass es Eltern danach besser gelang, die Bedürfnisse ihres Kindes zu erkennen und entsprechend zu reagieren.

Trotz des hohen Leidensdrucks beim Säugling und den Eltern: Dreimonatskoliken sind harmlos. Auch wenn die Koliken und das begleitende Schreien eine große Anstrengung für Baby und Eltern darstellen – nach 3 Monaten gehen die Beschwerden von allein zurück und führen auch nicht zu länger andauernden gesundheitlichen Problemen.

Was Sie als Eltern tun können

Prüfen Sie als Erstes, ob Ihr Baby krank ist und deshalb schreit. Bei Blut in der Windel, Apathie, Blässe oder Erbrechen suchen Sie sofort den Kinderarzt auf.

Bei Dreimonatskoliken funktionieren die beim „normalen Schreien“ wirksamen Strategien – wie Stillen, Füttern oder den Schnuller geben – nicht. Oft macht gerade das Anlegen oder Füttern die Sache noch schlimmer. Folgende Strategien können versucht werden:

  • Tragen und Körperkontakt. Bei vielen Babys hilft Herumtragen, Schaukeln und enger Körperkontakt. Dabei bevorzugen manche Babys kräftige Bewegungen, andere mögen es sachte. Sanftes Streicheln des Bauches bringt manchen Säuglingen Erleichterung.
  • Massage. Eine sanfte Massage des Bauches beruhigt und ist oft hilfreich, da dem Schreien manchmal auch gastrointestinale Beschwerden zugrunde liegen. Oder legen Sie den Säugling auf den Bauch und streichen ihm behutsam mit den Fingern über den Rücken.
  • Einwickeln. Viele Eltern haben auch gute Erfahrungen damit gemacht, das Baby fest in ein großes Handtuch einzuschlagen und es dann sanft in den Armen zu wiegen. Auch ein warmes Bad kann möglicherweise eine Kolik „lösen“.
  • Tragetuch oder Tragegestell. Gut bewährt hat sich auch, das Baby in ein Tragetuch zu nehmen, und zwar auf den Rücken; dort lässt sich das Kind ohne viel Mühe schaukeln.
  • Rhythmen. Manche Kolikkinder können durch Rhythmen oder auch durch monotone Töne beruhigt werden, etwa wenn Sie den Staubsauger anstellen, das Baby den Rhythmus der Waschmaschine hört (Kind nur neben, nicht auf die Waschmaschine stellen) oder das Baby auf eine Spazierfahrt mit dem Auto mitnehmen oder mit ihm an der frischen Luft spazieren gehen. Auch Singen hat sich bewährt.
  • Einreiben. Manche Säuglinge mögen es, wenn der Bauch mit Fenchelöl eingerieben wird und zwar langsam im Uhrzeigersinn, immer um das Bäuchlein herum (in dieser Richtung arbeitet auch der Dickdarm).
  • Auflagen. Für die feuchtwarme Auflage wird ein Tee aus Anis und Fenchel oder auch aus Kümmel und Fenchel zubereitet. 1 Esslöffel der Saaten wird mit 0,5 l kochendem Wasser überbrüht und muss dann etwa 10 Minuten ziehen. Tränken Sie mit dem Sud ein Baumwolltuch und legen dies auf den Bauch. Aber testen Sie vorab die Temperatur an Ihrer Handgelenksinnenseite. Legen Sie über die Auflage ein weiteres Baumwolltuch und ein kleines Wolltuch. Lassen Sie die Tücher so lange liegen, bis sie abgekühlt sind.
  • Entspannungsbad. Auch ein warmes Bad „löst“ möglicherweise eine Kolik. Mischen Sie 1 Esslöffel Sahne mit 2 Tropfen ätherischem Öl (zum Beispiel Anis und Kümmel oder Fenchel und Kümmel) und rühren Sie diese Mischung in das Badewasser.
  • Kirschkernkissen. Legen Sie ein warmes Kirschkernkissen auf den Babybauch. Aber testen Sie vorab die Temperatur an Ihrer Handgelenksinnenseite. Machen Sie das Kissen auf keinen Fall zu heiß!
  • Fencheltee. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) rät davon ab, Kindern unter 4 Jahren den sonst gut wirksamen Fencheltee zu geben, da dieser evtl. karzinogene Stoffe enthält.

Für Entlastung sorgen. Am wichtigsten ist aber die eigene Entlastung – denn jeder läuft bei einem unstillbar schreienden Säugling Gefahr, die Nerven zu verlieren. Wann immer möglich, sollte deshalb in den schweren Wochen der Partner, die Tagesmutter, eine Freundin oder Verwandte in den Abendstunden mit aushelfen. Hilfreich ist es auch, wenn jeweils ein Elternteil bei dem schreienden Säugling bleibt, während der andere zur eigenen Entlastung für einige Minuten den Raum verlässt. Nach 5–15 Minuten kann dann getauscht werden.

Ruhe. Babys benötigen ausreichend Ruhe, um die vielen neuen Eindrücke zu verarbeiten. Gönnen Sie Ihrem Kind einen geregelten Tagesablauf und achten Sie auf genügend Zeit zum Schlafen.

Schreiambulanz. Holen Sie sich auch Hilfe von Profis: In jeder größeren Stadt gibt es Schreiambulanzen, die meistens in Kinderkrankenhäusern angesiedelt sind. Oft hilft es, die Probleme zu schildern und sich dann von Fachleuten beraten zu lassen. Fragen Sie den Kinderarzt oder Ihre Hebamme nach Adressen vor Ort.

Geeignete Medikamente

Entschäumende Medikamente mit dem Wirkstoff Simeticon (z. B. in sab simplex® und Lefax®) bringen bei einfachen Blähungen Erleichterung; bei Koliken haben sie keine Wirkung.

Auch Carminativum Babynos® wird als Therapeutikum speziell gegen Blähungen im Säuglings- und Kindesalter vermarktet und empfohlen. Die Tropfen enthalten eine Heilkräuterkombination aus Kamillenblüten, Pfefferminzblättern, Fenchel- und Kümmelfrüchten sowie Pomeranzenschalen, aber auch einen hohen Zucker- und Alkoholgehalt, weshalb sie umstritten sind. Trotzdem (oder deswegen?) scheinen sie bei manchen Säuglingen zu wirken.

Eine Studie aus dem Jahr 2013 zeigt, dass auch Probiotika (Milchsäurebakterien) die Dauer der täglichen Koliken verringern. Frühere Studien kamen jedoch eher zu einem verhaltenen Ergebnis bezüglich der Wirksamkeit, auch wenn manchmal gewisse Effekte erkennbar waren. Dennoch ist es bestimmt einen Versuch wert.

Komplementärmedizin

Homöopathie. Viele Eltern probieren homöopathische Mittel aus, z. B. leicht probiotische Tropfen wie BiGaia®. Wenn der Kopf Ihres Kindes bei den Schreiattacken hochrot ist und sich Schweiß auf der Stirn bildet, soll Belladonna helfen.

Akupunktur. Eine neue Studie hat gezeigt, dass eine Mini-Akupunktur (Akupunkturpunkt L14) das Schreien reduziert.

Prävention

Um Koliken vorzubeugen, werden leider oft Patentlösungen angeboten, die aber immer nur beim Nachbarkind zu funktionieren scheinen. Die meisten Eltern von Kolikkindern stellen fest, dass sich mit den ergriffenen Maßnahmen allenfalls einmal eine Etappe gewinnen lässt.

  • Die Ernährung der stillenden Mutter umstellen. Auch das ist einen Versuch wert, aber mehr nicht. Lassen Sie die blähenden Zwiebeln weg und die Bohnen und vielleicht auch Kraut, aber vermeiden Sie, schließlich bei einer Radikaldiät zu landen, unter der Ihre eigenen Kräfte schwinden. Die Beweise, dass solche Nahrungsumstellungen etwas bringen, sind sehr dürftig.
  • Das gilt auch für einen Wechsel der Milchfertignahrung. Natürlich schadet es nicht, einmal von Hipp auf Beba zu wechseln oder umgekehrt, und oft glaubt man auch in den ersten Tagen, das Schreien würde weniger – aber der Effekt hält meist nicht an. Das gilt grundsätzlich auch für die oft empfohlenen hypoallergenen Nahrungen (HA-Nahrungen): Es gibt zwar durchaus positive Studien, liest man die aber genau, so ist auch hier nicht klar, ob das positive Ergebnis an den (teureren) Nahrungen selber liegt oder nur an der Erwartung der Eltern. Dasselbe gilt für „alternative“ Milch wie Sojamilch.
  • Wenn Sie Ihr Kind nicht stillen, versuchen Sie es stattdessen mit Milchersatznahrung ohne Molke. Das Füttern mit Sojamilch wird bei Säuglingskoliken nicht empfohlen, da die Proteine unter Umständen Allergien auslösen; außerdem ist der Gehalt an pflanzlichen Östrogenen in diesen Präparaten bedenklich.
  • Und anders stillen? Auch das entpuppt sich meist als nutzlos. Ratschläge wie „Pumpen Sie die ersten 30 g ab, damit die Milch nicht in den Mund Ihres Babys schießt“ oder „Begrenzen Sie das Stillen auf 20 Minuten“ sind gut gemeint, aber meist bringen sie nur zusätzliche Arbeit, Anspannung und Verdruss. Einfacher (und laut einzelnen Studien auch erfolgreich) mag es sein, das Baby insgesamt öfter anzulegen – dies könnte den Magen bei den einzelnen Mahlzeiten entlasten.
  • Einfacher umzusetzen ist der Tipp, in einer halb aufrechten Position zu stillen, sodass das Verschlucken von Luft verhindern wird, Ihr Kind häufiger aufstoßen zu lassen (aber wer macht das nicht?), oder, bei Flaschenkindern, kein zu großes Saugerloch zu verwenden (optimal ist angeblich, wenn ein Tropfen pro Sekunde aus der Flasche kommt).

Hinweis: Auf keinen Fall sollten Sie mit dem Stillen aufhören. Es ist nicht die Muttermilch, die an dem Weinen Ihres Kindes schuld ist.

Autoren

Dr. med. Herbert Renz-Polster in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung der Sektionen „Beschreibung“, „Symptome und Beschwerden“, „Wann zum Kinderarzt“, „Die Erkrankung“, „Diagnosesicherung“, „Behandlung“ und „Ihr Apotheker empfiehlt“: Dagmar Fernholz | zuletzt geändert am 07.10.2019 um 10:10 Uhr

„3-Monats-Koliken“

Etwa 30% aller Neugeborenen leidet in den ersten Wochen und Monaten an so genannten „3-Monats-Koliken“ und ihre Eltern mit ihnen. Diese Babys schreien häufiger und andauernder als andere Babys, manche zu bestimmten Tageszeiten, andere unmittelbar nach den Mahlzeiten, wieder andere völlig unregelmäßig. Sie lassen sich weder durch umhertragen, noch durch stillen oder füttern beruhigen. Bei den meisten Babys beginnt das Schreien erst nach 4-6 Wochen, bei anderen fast unmittelbar nach der Geburt. Die genaue Ursache der Koliken ist bis heute ungeklärt, mit Sicherheit gibt es auch keine allgemeine Erklärung, jedes Baby muss individuell betrachtet werden.

Am häufigsten erklären Eltern sich das Schreien wohl durch Blähungen. Die Babys scheinen überfordert mit der Verdauung der (Mutter)Milch und schreien nach jeder Mahlzeit.

Wirkliche Blähungen sind leicht zu erkennen: Das Baby hat ein verhärtetes Bäuchlein, krampfhaft zieht es die Beinchen an den Bauch und drückt, ohne dass die Winde dabei abgehen.

„Du hast etwas Falsches gegessen“, diesen Vorwurf hören stillende Mütter dann häufiger. Für Blähungen aber ist die Ernährung der Mutter nur in wenigen Fällen verantwortlich.

Blähungen entstehen durch Luft. Die wiederum wird entweder direkt vom Kind geschluckt oder entsteht durch die Verarbeitung von Faserstoffen im Darm, und nichts davon bekommt das Kind über die Muttermilch. Kein Labor könnte anhand der Muttermilch feststellen, von welcher Nahrungsmittelgruppe die Stillende gegessen hat. Interessant sind die unterschiedlichen Empfehlungen in jedem Land: In Teilen Afrikas z.B. wird jungen Müttern geraten Hülsenfrüchte zu essen, um „nahrhafte“ Milch zu bilden. In diesen Gebieten sind Säuglingskoliken übrigens so gut wie unbekannt!

Es sollte in erster Linie darauf geachtet werden, dass das Baby möglichst wenig Luft schluckt. Beim Stillkind ist das relativ einfach, denn ein richtig angelegtes und korrekt saugendes Baby kann beim Stillen kaum Luft schlucken, aus der Brust kommt schlichtweg keine Luft heraus (auch nicht, nachdem die Mutter Sport getrieben hat und ihr Busen dabei „geschüttelt“ wurde)!

Bewährt haben sich folgende Tipps:

  • Häufiger stillen: anlegen bevor das Baby großen Hunger anzeigt – ein hungriges Baby wird ungeduldig nach der Brust schnappen und hektisch nuckeln bis der Milchspendereflex einsetzt. Schreit ein Baby gar vor Hunger schluckt es schon beim Schreien viel Luft.
  • Auf perfektes Anlegen achten: Das Baby muss möglichst viel Brust im Mund haben, die Lippen sind aufgeschürzt, Nasenspitze und Kinn berühren die Brust, das Baby muss den Kopf nicht drehen oder zur Brust hin strecken.
  • Das Baby während den Mahlzeiten häufiger aufstoßen lassen, wenn es das akzeptiert
  • Künstliche Sauger möglichst vermeiden: Auch leichtere (unbemerkte!) Formen einer Saugverwirrung können dazu beitragen, dass das Baby an der Brust zuviel Luft schluckt
  • Bei akuten Blähungen helfen warme Anwendungen, z.B. durch ein Kirschkernkissen, und Massagen. Bekannt ist auch der so genannte „Fliegergriff“, bei dem das Baby bäuchlings auf den Unterarmen getragen wird. Hierbei sollte man aber darauf achten, dass das Baby nicht durch viele Reize zusätzlich belastet wird.
  • Tragen im Tragetuch oder in einer anderen, eng geschnallten, geeigneten Bauchtrage. Im Tragetuch bietet sich besonders die „Wickelkreuztrage“ an: Babys Bauch wird am Körper des Tragenden gewärmt und bei jeder Bewegung sanft massiert. Dazu kommen die beruhigenden, tröstenden Aspekte des Tragens, dazu später mehr
  • Nicht gestillten Babys kann es helfen, wenn man ihre Milchnahrung vor dem Füttern einige Minute stehen lässt, so dass die durch das Rühren oder Schütteln entstandenen Schaumbläschen nach oben steigen und sich auflösen können. Möglich ist es auch, diesen Prozess mit einem speziellen Medikament zu unterstützen, hierzu bitte den Kinderarzt befragen. Wichtig ist es auch, geeignete Sauger zu benutzen: Dreht man die Flasche auf den Kopf, sollte pro Sekunde ein Tropfen Milch aus dem Sauger tropfen. Manche Hersteller von Babyflaschen und Saugern versprechen weniger Blähungen durch spezielle Ventilsysteme. Nicht empfehlen möchten wir spezielle „Bauchweh-Milchnahrungen“. Diese sind völlig anders zusammengesetzt als Muttermilch, die Langzeitwirkung auf die Entwicklung der Kinder wurde bis heute noch nicht untersucht!

Ein anderer Grund für Baby´s Weinen können Nahrungsunverträglichkeiten, bzw. Allergien sein. In diesem Fall erkennen die Eltern, dass das Baby unter Bauchschmerzen leidet, allerdings sind keine Darmwinde dafür verantwortlich. Typisch ist es, dass das Schreien wenige Minuten nach den ersten Schlucken Milch beginnt, dann nämlich, wenn die Milch und damit die Allergene des unvertragenen Nahrungsmittels die Magenschleimhäute kontaktiert und Schmerzen bereitet. Häufig sind Babys mit vererbtem erhöhtem Allergierisiko betroffen.

Möglich ist eine Unverträglichkeit über die Muttermilch, vermutet die stillende Mutter eine Reaktion auf ein bestimmtes Nahrungsmittel, so empfiehlt es sich, dieses Nahrungsmittel für 7 Tage (bei Kuhmilch besser 14 Tage!) ganz konsequent aus ihrer Ernährung zu streichen. Bessert sich das Schreien, sollte sie dann einmal eine große Menge des Nahrungsmittels zu sich nehmen um Klarheit zu haben. Anderenfalls können so nach und nach andere Allergen ausgetestet werden. Der häufigste „Übeltäter“ ist Kuhmilch, bzw. deren Produkte; möglich sind auch andere allergene Nahrungsmittel: Soja, Zitrusfrüchte, Eier, Weizen, Fisch, Beerenfrüchte. Besonderes Augenmerk sollte hier auf Nahrungsmitteln liegen, die schon Mutter oder Vater des Babys nicht oder nur schlecht vertragen.

Auch wenn es im Fall einer Allergie mühsam sein kann, das entsprechende Nahrungsmittel zu finden und dann aus der Ernährung wegzulassen, so sollte in jedem Fall weiter gestillt werden. Reagiert ein Baby bereits über die Muttermilch z.B. auf die winzigen Restmengen Kuhmilch, so kann man sich vorstellen, wie es auf eine Flasche mit künstlicher Milchnahrung reagiert.

Für nicht-gestillte Säuglinge kann in Zusammenarbeit mit dem Kinderarzt eine allergenarme Spezialmilch, z.B. ein milchfreies Produkt, gewählt werden. Allerdings sind diese sehr teuer und werden von den Kindern häufig abgelehnt.

Ein völlig anderer Grund für Baby´s Weinen könnte das KISS-Syndrom sein. Ein „Schreibaby“ welches permanent Schmerzen zu haben scheint, sollte wirklich einmal einem auf KISS spezialisiertem Kinderarzt (leider nehmen viele andere Ärzte das Problem überhaupt nicht ernst!) vorgestellt werden. Mögliche Anzeichen können sein: besondere Bevorzugung einer Körperseite, Schiefhals, massives Durchstrecken, Verweigerung oder wundsaugen einer (!) Brust … Mehr zum Thema findet sich z.B. unter: www.kiss-kid.de

Zuletzt zu dem Punkt, der mir persönlich am wichtigsten erscheint:

Meiner Meinung nach der häufigste Grund für schreiende Babys sind schlicht und einfach Anpassungsschwierigkeiten; andere nennen diese Babys reiz-überflutet. Das verwundert überhaupt nicht. Machen wir uns doch einmal klar, was so ein kleiner Mensch erlebt: Vor seiner Geburt kennt er weder Hunger, noch Schmerz, noch Müdigkeit. Jedes seiner Bedürfnisse wird erfüllt bevor es aufkommt. Sein kleines Reich ist angenehm warm, abgedunkelt und ruhig. Geräusche hört er nur gedämpft, überwiegend die rhythmischen Körpergeräusche seiner Mutter, ständig wird er mehr oder weniger geschaukelt und bewegt.

Dann folgt die Geburt, in jedem Fall eine anstrengende Angelegenheit für den kleinen Menschen und häufig auch ein großer Schock. Plötzlich erlebt er: Kälte, trockene, kalte Luft, die in den Atemwegen schmerzen kann. Grelles Licht, was in seinen Augen brennt. Er erlebt Hunger, erschrickt vor unbekannten Geräuschen. Täglich wächst sein Sichtradius, damit fallen ihm täglich neue Dinge ins Auge, die ihn mitunter erschrecken. So viele Eindrücke – sie müssen gar nicht (alle) schlecht sein, aber sie beunruhigen ihn oder machen ihm Angst. Das allein ist schon genug Grund zu schreien. Dazu kommen die Eltern, die voller Sorge um ihr kleines Baby alle möglichen und unmöglichen Tipps versuchen, ihm dabei immer wieder, immer neue Reize liefern und am Ende selber völlig aufgelöst sind, was sich wiederum auf das Baby überträgt.

Vielleicht stimmt es, dass der Verdauungstrakt schmerzt, weil er noch unreif ist. Vielleicht schlägt dem Baby sein ganzer Babystress aber auch einfach nur auf den Magen?! Vielleicht verkrampft sich der kleine Bauch mit dem gesamten Körper, weil das Baby einfach überreizt und überfordert von all dem Neuen ist. Das kennen wir von uns großen Leuten nicht anders: Stress verursacht bei uns oft Schmerzen, ob Magenschmerzen oder Kopfschmerzen; warum sollte es einem Baby anders gehen?!

Typisch für reizüberflutete Babys sind regelmäßige „Schrei-Stunden“, oft am späten Nachmittag, abends oder nachts. Vielen Eltern fällt selbst auf, dass die Babys häufiger verstärkt schreien, wenn der Tag hektischer oder ereignisreicher war.

Diesen Babys zu helfen ist recht einfach: Geben wir ihnen ein Stückchen „Paradies“ zurück! Im Tragetuch eng angebunden an Mutters oder Vaters Körper entspannen sie sich meist, und mit ihnen entspannt sich nicht nur ihr Bäuchlein, sondern auch die Eltern, was wiederum entspannend und beruhigend auf das Baby wirkt.

Wichtig ist, dass das Baby möglichst tief in das Tuch gepackt wird. Zunächst sollte sein Köpfchen allenfalls an einer Seite etwas rausschauen können, so dass es sich jederzeit völlig zurückziehen kann. Von alleine wird es sich bald selbst „entwickeln“ und anzeigen, dass es aus seinem sicheren Hafen aus langsam mehr sehen möchte von der Welt. (Da Bauchtragen meist mehr Sichtfreiheit bieten und das Köpfchen nicht eng umschließen, finde ich sie für unruhige Babys ungeeigneter.) Das Baby hat am Körper seiner Bezugspersonen so immer die Möglichkeit, sich ein Stückchen hinaus in die Welt zu trauen, und sofort wieder in sein kleines, dunkles Paradies zurückzukehren, wenn es merkt, dass ihm die Welt zu viel wird. Das „Geheimnis“ liegt darin, das Baby einzutuchen, bevor es beginnt zu schreien. Wie schon erwähnt, bewirkt das Tragen auch eine leichte wärmende Bauchmassage.

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