Klumpfuß BEI neugeborenen

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Klumpfuß

Klumpfuß: Behandlung

Angeborener Klumpfuß

Bei einem angeborenen Klumpfuß sollte die Behandlung sofort nach der Geburt beginnen. Das Körpergewebe ist nach der Geburt nämlich noch sehr flexibel, sodass sich die besten Erfolge erzielen lassen. Bevor man aber den Klumpfuß operiert, gibt es zahlreiche weniger invasive (konservative) Möglichkeiten der Behandlung.

Neugeborene profitieren am meisten von einer Gipstherapie oder von Taping. Die Kinder tragen dabei für einen längeren Zeitraum einen Gipsverband, wodurch die Füße in die richtige Position gebracht werden. Diese Maßnahme mag für Eltern erschreckender aussehen, als sie letztendlich ist. Das Knorpel- und Knochengewebe ist noch sehr dehnbar, und das Kind erleidet meist keine Schmerzen. Der gepolsterte Gips sollte alle paar Tage gewechselt und neu angelegt werden, da dieser Prozess etappenweise durchgeführt wird.

Beim Taping erfolgt zunächst eine tägliche Mobilisierung der Gelenke durch Krankengymnastik. Anschließend wird der betroffene Fuß mit Hilfe von speziellen Klebebändern fixiert. Die damit erreichten Korrekturen gilt es anschließend zu erhalten. Dazu gibt es spezielle Schienen, orthopädische Schuhe oder Einlagen, die während der Wachstumsphase weiterhin getragen werden müssen. Darüber hinaus sind regelmäßige Kontrollen wichtig.

Manchmal bringt diese nicht-invasive Klumpfuß-Behandlung nicht den gewünschten Erfolg, oder es tritt im Verlauf immer wieder erneut ein Klumpfuß auf. In diesen Fällen sollte man eine operative Therapie in Betracht ziehen, um die Achillessehne zu verlängern. Mittlerweile sind es jedoch nur noch zehn bis 15 Prozent der konservativ behandelten Kinder, die noch eine Operation benötigen.

Erworbener Klumpfuß

Bei einem erworbenen Klumpfuß führt die konservative Therapie nur sehr selten zum Erfolg. Bei nervlichen Ursachen können speziell angefertigte Schienen oder Schuhe noch helfen. Je stärker der Klumpfuß allerdings ausgeprägt ist, desto eher muss eine Operation in Betracht gezogen werden.

Es gibt verschiedene Operationstechniken, die je nach Ausprägung und Schweregrad Anwendung finden. Bei allen Verfahren ist eine begleitende Krankengymnastik sehr sinnvoll, um den Klumpfuß endgültig zu beseitigen. Sie hilft, die Muskeln zu dehnen und eine richtige Haltung einzunehmen.

Klumpfuß bei Neugeborenen

Der Klumpfuß ist die häufigste angeborene Fußfehlform, sie tritt bei ca. 2 von 1000 Kindern auf. Jungen sind doppelt so häufig wie Mädchen betroffen. Beim Klumpfuß steht der Fuß im oberen Sprunggelenk spitz nach unten. Die Ferse steht zur nach innen gedreht, die Fußsohlen zeigen zueinander und der Vorfuß weicht nach innen ab.

Liebe Eltern,

bei Ihrem Kind wurde eine auffällige Fußstellung diagnostiziert. Mit den vielfältigen Möglichkeiten der modernen Kinderorthopädie können wir die meisten solcher Fehlstellungen heute so korrigieren, dass für das spätere Leben keine Einschränkungen bestehen.

Der Klumpfuß ist eine relativ häufige Fehlstellung eines oder beider Füße, die nach der Geburt meist sofort auffällt. Manchmal besteht der Verdacht aufgrund von Ultraschalluntersuchungen bereits während der Schwangerschaft. Es handelt sich dabei um eine komplexe Fehlstellung der Fußwurzelknochen zum Unterschenkel mit einwärts gekipptem Rückfuß, einwärts gehaltenem Vorfuß und Spitzfußstellung bei verkürzter Achillessehne.

Die Korrektur des Klumpfußes erfolgt in unserer Klinik mit einer Gipsbehandlung. Sie geht auf den amerikanischen Orthopäden Prof. Ponseti zurück, der durch eine genaue Untersuchung und Beobachtung von Kinderfüßen eine sehr schonende Therapiemethode entwickelte, die seit über 30 Jahren erfolgreich angewendet wird und sich international durchgesetzt hat.

Wir bieten Ihnen und Ihrem Kind eine umfassende Therapie und Nachsorge nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und bedanken uns für Ihr Vertrauen.

Therapie

1. Phase: Redressierende Gipse

Nach der Geburt legen wir Ihrem Kind Gipse an, die von den Zehen bis zum Oberschenkel reichen. Am besten ist es, wenn Sie Ihr Kind kurz vor der Behandlung stillen oder ihm eine Milchflasche geben. Dann lassen die meisten Kinder die schmerzlose Prozedur ohne Probleme zu. Es ist Bestandteil der Methode nach Ponseti, dass es zunächst so aussieht, als hätten wir die Fehlstellung verstärkt.

Die Gipse werden im Abstand von 3-7 Tagen gewechselt. In der Regel erreicht man nach 5-6 Behandlungen eine fast normale Stellung des Fußes.

2. Phase: Durchtrennen der Achillessehne

Die Spitzfußstellung kann in vielen Fällen nicht ausreichend korrigiert werden. Daher führen wir bei ca. 80 Prozent der behandelten Kinder einen kurzen Eingriff durch, bei dem die Achillessehne unter Narkose durchtrennt wird. Die Achillessehne wächst dann verlängert zusammen und erlaubt dem Fuß das für ein normales Laufen erforderliche Bewegungsausmaß.

Für Sie bedeutet das einen Tag in der Klinik für Allgemeinen Pädiatrie. Sie und Ihr Baby werden aufgenommen und wir führen der kurzen Eingriff am Morgen durch. Nach der Durchtrennung legen wir neue Gipse an und entlassen Sie entweder am gleichen oder am Folgetag. Schmerzen haben die Babys nach der Operation meistens nicht. Die Gipse müssen nun noch drei Wochen getragen werden.

3. Phase: Behandlung mit Schienen

Die Gipsbehandlung ist nun beendet. Der Fuß ist so korrigiert, dass er im weiteren Leben gut funktioniert. Da sich ein Klumpfuß nicht vollständig heilen lässt, muss die korrigierte Stellung für den Rest des Lebens gehalten werden. In den ersten Monaten wird daher eine Schiene verordnet, die die Füße in einer relativ starken Außendrehung hält. Diese muss Tag und Nacht getragen werden. Nach 3-4 Monaten, wenn Ihr Kind aktiver wird, muss die Schiene nur noch während der Schlafphasen getragen werden – das allerdings bis zum vierten Lebensjahr. Danach ist die erste Wachstumsphase, in der es früher häufig zu einem Wiederauftreten der Fehlstellung (Rezidiv) kam, vorbei. Dann müssen die Füße nur noch beobachtet und trainiert werden, z. B. durch viel Barfußlaufen. Eine spezifische Krankengymnastik wird in der Regel nicht verordnet. In manchen Fällen verordnen wir aber Krankengymnastik die die Bewegungsabläufe verbessern hilft. In bestimmten Fällen können auch Einlagen das Ergebnis der Behandlung unterstützen.

4. Phase: Vermeiden von Rezidiven

Der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnis nach ist die Fehlstellung des Fußes durch eine Veränderung in Muskeln und Sehnen am ganzen Bein zu erklären. Da nur Verkürzungen und Verhärtungen mit einer dehnenden Behandlung ausgeglichen werden, die Veränderung der Struktur aber bleibt, kann es immer wieder zu Rezidiven kommen. Diese können bei rechtzeitigem Erkennen aber mit einer erneuten Gipsbehandlung und eventuell kleineren Operationen korrigiert werden. Nur in seltenen Fällen sind heute umfangreiche Operationen zur Klumpfußbehandlung notwendig.

Auch ein korrigierter Klumpfuß sieht etwas anders aus als ein gesunder Fuß. Bei einseitigem Klumpfuß ist dieser etwa ein bis zwei Schuhgrößen kleiner als der andere und die Wade der betroffenen Seite ist schlanker. Die Funktion beeinträchtigt das allerdings nicht.

Diese Informationen als Infoflyer

Behinderung Klumpfuß, Klumpfüße – Behinderungen am Fuß, der Füße

Inhalt: Behinderung Klumpfuß

  • Klumpfuß: Behandlung, Therapie
  • Klumpfuß – konservative Therapien
  • Klumpfuß – operative Therapie
  • Physiotherapie (Krankengymnastik)
  • Ernährung und Körpergewicht

Foto: lepiaf.geo auf flickr.com

Klumpfuß: Behandlung, Therapie

Ob operativ oder konservativ, bei Klumpfüßen kann man eine Behandlung, Therapie bis ins hohe Alter leider nicht ausschließen. Abhängig von den Methoden und Therapien im Baby- und Kindesalter hat man mehr oder weniger Last damit. Ärzte und Wissenschaftler verweisen auf neuere Studien, wonach die konservativen Methoden hervorragende Resultate erzielen, jedoch kommt nicht jeder Klumpfuß ohne Operation davon. Besonders schwere Klumpfüße (mit extremen oder zusätzlichen Fehlbildungen) müssen leider immer noch operiert werden. Die konsequente Umsetzung der ärztlichen Vorgaben, über einen langen Zeitraum hinweg, spielt eine wesentliche Rolle, um Rückfälle (Rezidive) zu vermeiden. Eltern sollten stets versuchen, konsequent zu bleiben, auch wenn es manchmal schwer fällt. Das Kind wird es ihnen danken. Ausdauer und Beharrlichkeit kann das Behandlungsergebnis entscheidend beeinflussen.

Bevor ich auf die verschiedenen Behandlungsmethoden eingehe, möchte ich meine persönlichen Beobachtungen nicht unerwähnt lassen. Im Vorfeld zu dieser Website, also während der Recherche, ist mir aufgefallen, dass einige Therapeuten, Mediziner, Orthopäden und Kinderorthopäden im Vergleich zur Gesamtheit schon etwas weiter sind. In Anlehnung an die Ponseti-Methode oder an andere konservative Therapien wenden sie eigene Verfahren und Behandlungsmethoden an. Nur sind diese leider noch nicht in aller Munde. Ich hoffe im Interesse aller Betroffenen, dass die Methoden, welche die Philosophie von Ponseti sowie andere erfolgreiche Philosophien verfolgen und bereits praktiziert werden, nicht erst nach Jahrzehnten den Durchbruch schaffen, wie es beispielsweise in Deutschland bei Ponseti der Fall war.

Klumpfuß – konservative Therapien

Mittlerweile hat sich die konservative Methode nach Ponseti auch in Deutschland durchgesetzt. Der lange Zeitraum der Behandlung nach Ponseti (über ca. 4 Jahre) ist nicht zu vernachlässigen, wenn sich der Erfolg einstellen soll. Eine gute Zusammenfassung mit Informationen zu Klumpfüßen und deren Behandlung nach Ponseti bietet die kostenlose PDF-Broschüre der Global HELP Organisation, die bereits in mehreren Sprachen vorliegt, wie auch in Deutsch. Die verfügbaren Übersetzungen können auf der Seite der Global HELP im Bereich Clubfoot: Ponseti Management (weiter unten auf der Website!) eingesehen und kostenlos heruntergeladen werden.

Wem die Informationen der Global HELP Organisation zu wissenschaftlich erscheinen, dem helfen die Informationen zur Behandlung nach Ponseti aus Elternsicht (mitunter zur anfänglichen Gipsbehandlung) weiter.

Eine etwas andere Herangehensweise ist mit der Dreidimensionalen, manuellen Fußtherapie nach Zukunft-Huber möglich, womit ebenfalls eine Operation vermieden werden soll. Weitere Details der Therapie nach Zukunft-Huber sowie ein interessanter Vergleich der Therapien nach Ponseti und Zukunft-Huber stellen die Unterschiede heraus, wonach die Frage nach einer Kombination beider Methoden beantwortet wird. Weitere Informationen und Adressen in Sachen manuelle Fußtherapie befinden sich unter Krankengymnastik und Physiotherapie im Bereich Fußtherapie nach Zukunft-Huber.

Als weitere Alternative, jedoch weniger verbreitet und in Deutschland so gut wie noch unbekannt, ist die aus Frankreich stammende Therapie nach Bonnet Dimeglio. Auf Grundlage der Philosophien von Prof. Ignacio Ponseti und Prof. Henry Bensahel hat Frau Bonnet Dimeglio eine Behandlungsmethode mit Griff- und Bandagentechniken entwickelt, die große operative Eingriffe vermeiden soll. In der Schweiz ist diese Behandlung schon etwas weiter verbreitet. Eine ebenfalls aus der Schweiz stammende Klumpfuß Informationsseite zweier Physiotherapeutinnen (siehe unter „Methode und Therapie“!) geht auf die dort praktizierte Kombination aus Bonnet Dimeglio und Zukunft-Huber ein.

Der Weiterentwicklung des französischen Konzeptes haben sich Mediziner und Experten aus der Schweiz gewidmet, wozu auch Frau Haldi-Brändle gehört, die Sie bei Bedarf kontaktieren können. Die Informationen zur Methode und zur Therapie lassen auf eine weitere vielversprechende Methode und Therapie schließen, die jedoch trotz der Veröffentlichung in 2005 noch in den Kinderschuhen zu stecken scheint.

Klumpfuß – operative Therapie

Die operativen Eingriffe hängen vom Schweregrad des Klumpfußes, der Klumpfüße ab. Beim Zugang hat sich der Schnitt nach Cincinnati durchgesetzt. Zumeist wird während einer Operation das Ausmaß eines Eingriffs deutlich. Die operative Therapie mit Zugangsmöglichkeiten, Entflechtungen etc. scheint aufgrund zunehmender konservativer Therapien immer mehr zur Ausnahme zu werden. Obwohl uns Operationen bei Klumpfüßen erhalten bleiben, weil leider auch in Zukunft Kinder mit extremen und zusätzlichen Fuß-Fehlstellungen zur Welt kommen werden, denen nur Operationen weiter helfen können.

Physiotherapie (Krankengymnastik)

Während und im Anschluss an die vorgenannten Behandlungsmethoden bestehen verschiedene Möglichkeiten, welche die Bewegung, Haltung und das Gleichgewicht von Kindern verbessern sowie die Bein- und Fußmuskulatur aktivieren können. Obwohl diese Konzepte aufgrund anderer Erkrankungen entwickelt wurden, eignen sie sich zur Unterstützung von Bewegungs- und Haltungsmustern beim Klumpfuß. Dabei handelt es sich um die Konzepte nach Bobath und Vojta. Unter Therapeuten/Physiotherapeuten befinden sich Informationen zur Suche nach einer Praxis für Krankengymnastik und Physiotherapie, die nach Bobath und Vojta behandelt. Außerdem befinden sich im Bereich Krankengymnastik die nötigen Informationen und Adressen zu weiteren Behandlungsmethoden.

Ernährung und Körpergewicht

Die Ernährung beeinflusst bekanntlich das Körpergewicht. Was bei Kindern und Jugendlichen mit Klumpfuß nicht so sehr ins Gewicht fällt, ist für Erwachsene mit Klumpfuß von entscheidender Bedeutung. Denn schließlich tragen auch die Füße dieser Menschen das gesamte Körpergewicht. Kaum ein anderes Körperteil wird so sehr beansprucht wie die Füße. Im Alter kann jedoch zu viel Belastung und zu wenig Entlastung zu einer Überbeanspruchung der Füße führen, wenn man nicht auf Essen und Gewicht achtet. Je mehr man im Erwachsenenalter wiegt, umso wahrscheinlicher ist es, dass Überlastungsschmerzen an den Füßen auftreten, insbesondere bei Erwachsenen mit Behinderungen am Fuß. Die konservative oder operative Behandlung einer Gehbehinderung beginnt in jungen Jahren und kann abhängig vom Schweregrad bis ins hohe Alter reichen. Dabei trägt das Körpergewicht zum Erfolg einer Behandlung bei, jedoch benötigt der Stoffwechsel eines Menschen mit den Lebensjahren weniger Energie und wir haben bei gleichbleibender Nahrungsaufnahme große Probleme der Gewichtszunahme entgegen zu wirken. Wir werden dicker, wenn wir altern. Neben dem Stoffwechsel sind es individuelle Gründe, warum wir zunehmen oder abnehmen.

  • Kliniken/Ärzte – Welches Krankenhaus, welchen Arzt gibt’s diesbezüglich in meiner Nähe?
  • Therapeuten/Physiotherapeuten – Welcher Therapeut, Physiotherapeut ist geeignet?
  • Bewertungen/Qualität – Wie und Wo kann ich das Krankenhaus, den Arzt auf Herz und Nieren prüfen?

Klumpfuß – Wenn Babys Füßchen verdreht sind

Bei einem Klumpfuß handelt es sich um eine Fehlstellung des Fußes, mit der Babys relativ häufig geboren werden. Alle Infos zu Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten.

Normalerweise kann ein Klumpfuß gut behandelt werden – bleibende Schäden hat das Kind meist keine

Die frischgebackenen Eltern halten ihr kleines Wunder zum ersten Mal im Arm und das Glück könnte kaum größer sein. Doch beim Blick auf die Füßchen des Kleinen erschrecken Mama und Papa: Die Füße des Babys sind stark verformt. Der Arzt erklärt: Das Baby hat einen Klumpfuß. Was das bedeutet und wie die Fußfehlstellung behandelt werden kann, haben wir im Folgenden für Sie zusammengestellt.

Als Klumpfuß (Pes equinovarus) bezeichnet man eine Fußfehlstellung, bei der mehrere Fehlstellungen zusammen kommen. Herausstechendstes Merkmal ist, dass der Fuß nach innen gedreht ist. Dies wird als Supinationsstellung bezeichnet. Dabei zeigen die Fußsohlen nach innen und/oder oben. Die Unterschenkelmuskulatur ist deformiert.
Zusätzlich können auch noch andere Fehlstellungen auftreten:
• Die Sichelfußstellung des Vorfußes, bei der der Vorfuß nach innen abweicht.
• Der Spitzfuß, bei dem ein Hochstand der Ferse vorliegt.
• Der Hohlfuß, bei dem der Spann extrem gewölbt ist.
Dabei können ein Fuß oder beide Füße betroffen sein. Ein Klumpfuß ist auch keine Seltenheit, sondern kommt relativ häufig vor. Durchschnittlich kommen etwa eins bis drei von 1000 Kindern mit dieser Fußfehlbildung zur Welt. Jungen sind doppelt so häufig betroffen wie Mädchen.
In den meisten Fällen ist der Klumpfuß angeboren, kann in selteneren Fällen aber auch später erworben werden. Dies nennt sich neurogener Klumpfuß und wird meist durch eine Störung der Nervenversorgung verursacht – wie zum Beispiel durch eine Myelodysplasie oder eine Kinderlähmung.

Unter einem Klumpfuß versteht man eine Fehlbildung und Versteifung der Fußgelenke, Fußmuskeln sowie Fußwurzeln, die zur Innendrehung der Fußsohle beitragen

Was sind die Ursachen für einen Klumpfuß?

Die Gründe, warum ein Klumpfuß entsteht, sind bislang noch nicht vollständig geklärt. Es wird vermutet, dass verschiedene Faktoren eine Rolle spielen können:
• Ungünstige Lage in der Gebärmutter: Liegt das ungeborene Kind in der Gebärmutter verdreht, kann es sein, dass das Wachsen der Beine eingeschränkt wird.
• Zu wenig Fruchtwasser: Das Baby kann sich nicht richtig entwickeln und sich in der Gebärmutter nicht genug bewegen.
• Eine frühkindliche Hirnschädigung durch Sauerstoffmangel: Diese kann unter anderem zu einem Klumpfuß führen.
• Amniotisches-Band-Syndrom: So werden angeborene Geburtsschäden genannt, die während der Schwangerschaft entstehen, wenn stark klebende fibröse Bänder Körperteile des ungeborenen Kindes abschnüren.

Bei der Entstehung des Klumpfußes können also mehrere Faktoren eine Rolle spielen: Manche davon genetisch – Klumpfüße können also zum Teil vererbbar sein, manche davon begünstigt durch Umwelteinflüsse – wie Rauchen oder Virusinfektionen während der Schwangerschaft.

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Behandlung bei einem Klumpfuß

Mamas und Papas müssen sich nicht allzu große Sorgen machen, wenn ihr Nachwuchs mit einem Klumpfuß zur Welt kommt. Wird früh genug mit der Therapie angefangen und diese kontinuierlich fortgesetzt, können sehr gute Ergebnisse erzielt werden und der Nachwuchs wird später nichts mehr von der Fehlstellung spüren. Wichtig ist, gleich nach der Geburt mit der Behandlung zu beginnen und den Befund regelmäßig kontrollieren zu lassen. Bleibt der Klumpfuß unbehandelt, wird der Betroffene nur unter Schmerzen gehen oder stehen können.
Es gibt verschieden Möglichkeiten einen Klumpfuß zu behandeln:
➤ Ponseti-Methode
Mittlerweile hat sich die Methode des spanischen Arztes Ingacio Ponseti zur am häufigsten angewandten Behandlung von Klumpfüßen entwickelt. Mit dieser Methode kann in den meisten Fällen eine komplette Korrektur des Fußes ohne Operation erreicht werden. Der Säugling erhält wenige Tage nach der Geburt – denn zu diesem Zeitpunkt ist das Körpergewebe noch besonders flexibel – einen geschlossenen Gipsverband, der regelmäßig gewechselt wird. In der Regel kann die Fußfehlstellung nach drei bis acht Gipsen vollständig korrigiert werden. Nach etwas drei Wochen wird der Gipsverband durch spezielle Schienen ersetzt, die anfänglich ganztags getragen werden müssen. Nach und nach wird die Tragezeit verkürzt bis die Schiene nur noch beim Schlafen getragen werden muss. Bis zu einem Alter von drei Jahren ist es für den Therapieerfolg notwendig, dass die Schiene konsequent getragen wird. Unterstützt wird die Methode durch regelmäßige Krankengymnastik, vor allem im ersten Lebensjahr des Kindes.
➤ Bonnet-Dimeglio-Methode
Die Methode der Physiotherapeutin Frédérique Bonnet-Dimeglio wird oft auch die „französische Methode“ genannt und umfasst eine dynamische Bewegungstherapie. Ein spezialisierter Kinder-Physiotherapeut behandelt das Neugeborene anfangs vier- bis fünfmal wöchentlich und nach der Korrektur noch drei- bis viermal pro Woche. Schrittweise wird das verklebte Gewebe gelöst und die Muskulatur stimuliert. Zusätzlich werden Tapingverbände und Gipsschalen verwendet, um den Therapieerfolg sicher zu stellen. Da diese Behandlungsmethode nur von wenigen, gut ausgebildeten Physiotherapeuten übernommen werden kann, ist sie noch nicht sehr weit verbreitet.
➤ Operative Methode
Oft wird eine non-invasive Behandlung mit einem kleineren OP-Eingriff kombiniert, bei dem die Achillessehne verlängert wird. Auch wenn die konservative Methode nicht erfolgreich war oder wenn der Klumpfuß wieder kommt, kann ein operativer Eingriff nötig werden. Dieser sollte im Alter von ca. drei Monaten erfolgen. Bei der Operation wird die Achillessehne verlängert und die Aufrichtung der zwei verantwortlichen Muskel – Talus und Calcaneus – korrigiert. Mittlerweile sind es nur noch zehn bis 15 Prozent der mit anderen Methoden behandelten Kinder, die noch eine größere Operation benötigen.

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1. Was ist ein Klumpfuß ?

Der Klumpfuß (siehe Abbildung) ist eine komplexe, massive Fehlbildung der Füße bei Neugeborenen. Trotz dieser starken Deformität ist heutezutage die Korrektur der Fehlstellung möglich. Ihr Kind wird normal gehen und laufen können und lediglich, je nach Schweregrad der Fehlstellung, leichte Beeinträchtigungen bei intensiver Sportausübung erfahren. Ist der Klumpfuß einseitig, so bleibt die Wade auf der betroffenen Seite stets etwas dünner als auf der nicht betroffenen Seite. Auch die Schuhnummer ist eventuell am betroffenen Fuß um eine bis maximal zwei Nummern kleiner.

Der Klumpfuß ist die häufigste angeborene Fußfehlstellung. Der Fuß ist unbeweglich, zeigt nach unten und ist nach innen rotiert. Der Fuß erscheint ungewöhnlich, weil die Knochen, Muskeln, Sehnen und Bänder sich falsch entwickelt haben. In Österreich hat etwa eines von 900 Babys einen Klumpfuß. Knaben sind dabei häufiger betroffen als Mädchen und in etwa 40 % der Fälle tritt der Klumpfuß beidseitig auf.

Die Ursache für die Entstehung eines Klumpfußes ist unbekannt. Es dürfte sich um ein Problem in der Entwicklung des Fußes im ersten Trimester der Schwangerschaft handeln. Manchmal wird die Fehlstellung in der 16. bis 18. Schwangerschaftswoche im Ultraschall erkannt. In manchen Fällen findet sich in der Familie ein Verwandter mit Klumpfuß. Wenn ein Elternteil selbst einen Klumpfuß bei Geburt hatte, ist die Häufigkeit für jedes Kind zwischen drei und vier Prozent.

Bei den meisten Neugeborenen wird ein sogenannter idiopathischer Klumpfuß diagnostiziert. Alle anderen Untersuchungen sind unauffällig und das Kind entwickelt sich ganz normal. Ein kleiner Prozentsatz von Kindern hat noch zusätzliche Erkrankungen wie zum Beispiel Arthrogrypose, eine neurologische Schwäche oder Spina bifida. In diesen Fällen spricht man von einem syndromassoziierten Klumpfuß. Beide Arten des Klumpfußes können mit der Ponseti-Methode behandelt werden, wobei die Erfolgsraten beim idiopathischen Klumpfuß deutlich höher sind.

2. Was ist die Ponseti-Methode?

Die Ponseti-Methode wurde von Ignacio V. Ponseti über Jahrzehnte hindurch entwickelt und gilt heute als effektivste und erfolgreichste Behandlung des Klumpfußes. Diese Behandlung wurde in Österreich 2002 von Univ.-Prof. Dr. Franz Grill und Dr. Christof Radler eingeführt. Das Orthopädische Spital Speising hat im gesamten deutschsprachigen Raum die längste und größte Erfahrung mit der Ponseti-Methode und behandelt jährlich etwa 50 bis 60 Klumpfüße bei Neugeborenen auf diese Weise.

Die Ponseti-Methode ist eine primär nicht operative Behandlungsform, bei der der Fuß durch wöchentliche zarte Manipulation und durch Anlegen von Ober- und Unterschenkelgipsen für fünf bis acht Wochen korrigiert wird. Dies dehnt die Bänder und Sehnen des Fußes und gibt den Knochen Zeit, sich durch die korrigierenden Kräfte im Gips umzuformen.

Durch Gipsen werden die Fehlstellungen mittelfristig korrigiert.

Nachdem der Fuß korrigiert ist, wird bei über 90 % der Kinder eine perkutane Achillessehnen-Tenotomie (pAST) durchgeführt. Es handelt sich dabei um einen kleinen Eingriff, bei dem in einer Kurznarkose die Achillessehne durch einen fünf mm Schnitt/Stich durchtrennt wird. Dadurch kann der Fuß nach oben bewegt werden und die Achillessehne heilt in dem postoperativ angelegten Gips aus.
Aufgrund des großen Heilungspotenzials bei Neugeborenen und Kleinkindern heilt die Achillessehne wieder vollständig und kräftig zusammen, nur eben in verlängerter Position. Der Gips wird in der Regel für drei Wochen belassen. Ein stationärer Aufenthalt für ein bis zwei Nächte ist für den Eingriff erforderlich, um eine optimale prä- und postoperative Überwachung und Behandlung Ihres Babys zu garantieren. Selbstverständlich bleiben Sie in unserem Mutter-Kind-Zimmer die ganze Zeit bei Ihrem Kind.

Nach Abnahme des letzten Gipsverbandes braucht Ihr Kind spezielle Schuhe, die mit einer Stange verbunden sind und die Füße nach außen drehen. Die größte Gefahr nach erfolgreicher Behandlung ist das Wiederauftreten der Fehlstellung oder von Teilen der Fehlstellung. Daher ist das Tragen dieser Schienen unbedingt notwendig, um die gute korrigierte Stellung des Fußes zu bewahren. Die Schienen müssen in den ersten drei Monaten 22 Stunden am Tag angelegt werden. Nach diesen drei Monaten werden die Schienen nur noch in der Nacht und bei Schläfchen getragen. Erst zwischen dem zweiten und vierten Lebensjahr, je nach Fußform und ursprünglicher Fehlstellung, kann die Schiene weggelassen werde. In manchen Fällen kann eine physikalische Therapie die Beweglichkeit des Fußes noch weiter fördern.

3. Wie geht es mit der Therapie dann weiter?

Es sind regelmäßige Kontrollen in unserer Ambulanz notwendig, um ein eventuelles Wiederauftreten der Fehlstellung (= Rezidiv) rechtzeitig zu erkennen. Ein Rezidiv ist häufig Folge von Problemen mit der Schiene, etwa wenn die Schiene weniger als acht bis zehn Stunden pro Nacht getragen wird. In den meisten Fällen ist es ausreichend, noch einmal drei bis fünf Gipse anzulegen, wenn danach die Schiene regelmäßig getragen wird.
Selbst wenn die Schiene ausreichend verwendet wird, kann es zu einem leichten Einwärtsdrehen des Fußes und der Zehen kommen. Dies passiert oft aufgrund einer unzureichenden Balance zwischen den Muskeln des Unterschenkels, die die Folge der ursprünglichen Fehlstellung ist.

In solchen Fällen kann eine operative Sehnenverlagerung zwischen dem dritten und vierten Lebensjahr notwendig sein. Diese kleine Operation findet weit weg vom Gelenk statt, wodurch keine negativen Folgen für die Beweglichkeit des Fußes und für den Gelenksknorpel entstehen können.

4. Ist die Ponseti-Methode immer erfolgreich?

Mit der Ponseti-Methode kann in etwa 90 % der Fälle eine gute Korrektur erreicht werden. In manchen Fällen (besonders bei schweren Klumpfüßen und syndromassoziierten Klumpfüßen) ist die Korrektur durch den Gips und die Tenotomie nicht ausreichend. In diesen Fällen muss die erreichte Korrektur durch weitere Gipse und/oder Physiotherapie gehalten werden und eine Release-Operation etwa im Alter von sechs Monaten durchgeführt werden. Durch eine hochqualitative Vorbehandlung mit der Ponseti-Methode und einer Tenotomie werden optimale Voraussetzungen für eine Operation geschaffen, wodurch der Eingriff kleiner gehalten und mit vergleichsweise besseren Ergebnissen gerechnet werden kann.

5. Gibt es Alternativen zur Ponseti-Methode?

Ohne oder bei unzureichender Gipsbehandlung muss in 90 % der Fälle eine große Release-Operation durchgeführt werden. Dabei wird der Fuß rundum eröffnet und Bänder werden durchtrennt, Sehnen verlängert und Gelenke eröffnet. Das Ergebnis wird dann mit drei Bohrdrähten gehalten. Postoperativ werden bis zu zwei weitere Gipswechsel in Narkose durchgeführt. Ein postoperativer Gips für sechs Wochen sowie Schienen bis zum sechsten Lebensjahr sind erforderlich.

Weiterführende Links:

>> Informationen und Adressen zum Klumpfuß – www.klumpfuss.at

>> Erfahren Sie mehr über die sogenannten Klumpfußhosen – www.stoffherzerl.at

Klumpfuß beim Baby: Ursachen und Behandlung

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Was ist ein Klumpfuß beim Baby?

Ein Klumpfuß (Pes equinovarus) ist eine Fußfehlstellung bei Babys. In der Praxis bedeutet das, dass die Fußsohlen nach innen oder oben gedreht sind – was auch als Supinationsstellung bezeichnet wird. Ein solcher Klumpfuß ist aber absolut keine Seltenheit: Etwa jedes tausendste Baby hat einen oder zwei Klumpfüße, Jungen häufiger als Mädchen. Bliebe der Klumpfuß unbehandelt, müsste Dein Kind sich auf der Fußkante fortbewegen. Auch wenn die Behandlung eines Klumpfußes recht aufwändig ist, musst Du Dir keine Sorgen um Spätfolgen machen: Früh behandelt lässt sich die Fehlbildung gut korrigieren.

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Ursachen für einen Klumpfuß beim Baby

Die Ursache für einen Klumpfuß ist aus medizinischer Sicht noch nicht vollständig geklärt. Wir haben hier dennoch einige mögliche Faktoren, die einen Klumpfuß bei Babys zur Folge haben können:

  • Unvollständige Ausbildung von Muskeln: Die Wadenmuskulatur ist verkürzt und unterentwickelt. Die Fehlstellung entsteht somit durch eine nicht ausreichend funktionierende Fuß- und Wadenmuskulatur. Meistens handelt es sich hierbei um eine angeborene Beeinträchtigung. Auch nach der Geburt können Muskelbeschwerden die Ursache für einen Klumpfuß sein. Dies kann der Fall sein, wenn auf Grund einer Verletzung die zuständigen Muskeln nicht mehr genutzt werden können.
  • Fruchtwasser-Mangel: Einige Ursachen für Klumpfüße bei Babys entstehen auch schon im Mutterleib. Wie etwa, wenn sich das Baby aufgrund von zu wenig Fruchtwasser nicht ausreichend bewegen kann.
  • Fehllage im Mutterleib: Ebenso kann eine ungünstige Lage in der Gebärmutter einen Klumpfuß beim Baby zur Folge haben. Dies könnte der Fall sein, wenn das Kind extrem verdreht im Mutterleib liegt und seine Beine dadurch nicht richtig wachsen können.
  • Sauerstoffmangel: Falls Dein Baby im frühkindlichen Alter durch Sauerstoffmangel eine Schädigung des Gehirns erleiden sollte, kann dies auch einen Klumpfuß beim Baby bedingen.
  • Amniotisches-Band-Syndrom: Dieses Syndrom bezeichnet angeborene Geburtsschäden, die bereits während der Schwangerschaft entstehen. Beispielsweise durch stark klebende fibröse Bänder, die einzelne Körperteile wie etwa Arme, Finger, Zehen oder auch Beine abschnüren.
  • Komplikationen während der Schwangerschaft: Eine Virusinfektion während der Schwangerschaft, aber auch Rauchen können Klumpfüße bei Babys bedingen.

Diese Faktoren können eine Ursache für Klumpfüße bei Babys sein. Unter Umständen, sind sie auch vererbbar, Du hast also nur eingeschränkten Einfluss.

Diagnose Klumpfuß

Wahrscheinlich hat Dein Arzt schon bei einer Ultraschalluntersuchung während Deiner Schwangerschaft festgestellt, dass Dein Baby einen Klumpfuß hat. Wenn Dein Baby auf der Welt ist, werden dann Röntgenaufnahmen gemacht, um ein genaueres Bild der Fehlstellung zu erhalten. Nach der Diagnose kann die richtige Therapie gewählt werden.

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Klumpfuß OP oder Therapie?

Je eher der Klumpfuß behandelt wird, desto besser. Therapien für Klumpfüße sind demnach schon kurz nach der Geburt möglich, denn dann ist das Gewebe noch sehr flexibel. Außerdem können so Spätfolgen eines Klumpfußes vermieden werden. Bevor also eine Klumpfuß OP nötig ist, könnte eine konservative Therapie weiterhelfen.

  • Ponseti-Methode: Bei dieser Behandlungsform wird der Fuß Deines Babys wöchentlich neu eingegipst. Dadurch wird der Fuß allmählich in die richtige Form gebracht. Dein Kind hat dabei keine Schmerzen, denn das Knochengewebe ist noch sehr flexibel. Anschließend erhält Dein Baby noch spezielle Klumpfuß-Schienen, die mehrere Monate rund um die Uhr und noch einige Jahre nachts getragen werden müssen.
  • Taping: Neben der Gipstherapie kann auch Taping eine Behandlungsmethode bei einem Klumpfuß sein. Dafür wird Deinem Baby zunächst Krankengymnastik verschrieben. Danach wird der Fuß mit den Taping-Bändern fixiert. Dies bewirkt, ähnlich wie ein Gips, eine Korrektur der Fußfehlstellung. Nach dem Taping tragen Patienten auch weiterhin spezielle Klumpfuß-Schienen, Einlagen oder orthopädische Schuhe, um die Korrektur beizubehalten. Dies ist insbesondere während der Wachstumsphasen wichtig.
  • Klumpfuß-OP: Falls der Klumpfuß Deines Babys angeboren ist, können die konservativen Therapiemöglichkeiten oft nicht greifen. Das heißt, je ausgeprägter der Klumpfuß beim Baby, desto wahrscheinlicher muss operiert werden. Dafür gibt es verschiedene Operationstechniken über die Dich Dein Arzt informieren wird.

Einen Klumpfuß beim Baby unbedingt behandeln!

Das wichtigste bei einer Fußfehlstellung ist, dass Ihr als Eltern reagiert und die „Erkrankung“ ernst nehmt. Denn wird ein Klumpfuß nicht behandelt, können Spätfolgen auftreten, die sich immer mehr verschlimmern – bis hin zu einer Versteifung des Fußes, bei der eine OP schließlich unabdingbar ist. Bei rechtzeitiger Behandlung kann ein Klumpfuß aber erfolgreich behandelt werden.

Was kannst Du für gesunde Füße beim Deinem Kind tun? Hier findest Du viele nützliche Informationen.

Bei einem Klumpfuß, einer Fußfehlstellung, kann eine Operation notwendig sein, um ein normales Gehen zu ermöglichen. Der Klumpfuß tritt normalerweise als angeborene Fehlstellung schon beim Säugling in Erscheinung. Der Fuß ist so abgeknickt, dass die Sohle nach innen weist. Die Fehlstellung beinhaltet mehrere Komponenten wie Spitzfuß, Hohlfuß und Sichelfuß.

© Inhaltsverzeichnis

Die Behandlung des Klumpfußes kann erst einmal ohne Operation geschehen. Hauptsächlich wird der Fuß von Hand immer wieder in die normale Position gezogen oder mit einem Gipsverband in die richtige Form gebracht. Wenn dies auf Dauer nicht erfolgreich ist, kann eine Operation am Klumpfuß in Frage kommen.

Ursachen für einen Klumpfuß

Eine solche Fehlstellung am Fuß ist in den meisten Fällen angeboren und tritt schon beim Neugeborenen in Erscheinung. In den Wadenmuskeln besteht ein Ungleichgewicht, die Achillessehne ist zu kurz und die Knochen im Fuß entwickeln sich nicht normal. Der Klumpfuß lässt sich beim Baby üblicherweise auf einen Defekt in einem Gen zurückführen und ist damit vererbbar (kongenitaler Klumpfuß). Neben den entsprechenden Voraussetzungen im Erbgut können verschiedene Einflüsse während der Schwangerschaft begünstigen, dass sich beim ungeborenen Kind ein Klumpfuß entwickelt (wenn zum Beispiel die Mutter raucht). Insgesamt kommt es zu einer gestörten Entwicklung der Muskeln, was auch auf die Knochen einen Einfluss hat.

Es ist auch möglich, dass eine Fehlstellung von der Art eines Klumpfußes nach einer Verletzung auftritt. Als erworbene Ursache kommen des Weiteren Erkrankungen von Nerven oder Muskeln in Frage wie beispielsweise eine Poliomyelitis (Kinderlähmung, Polio), eine Myelodysplasie (Erkrankung der Blutbildung im Knochenmark), eine Gehirnschädigung oder eine Verletzung von Nerven.

Symptome beim Klumpfuß

Der Klumpfuß ist eine Fehlstellung, die nur einen oder beide Füße betreffen kann. Der Fuß befindet sich in einer Stellung, bei der der innere Rand nach oben gezogen ist, während der äußere Rand nach unten zeigt. Die Fußsohle ist folglich nach innen gerichtet (Varusstellung), ebenso wie der Mittelfußbereich und die Zehen (Sichelfuß). Insgesamt wird diese Fußstellung in der Medizin als Supination bezeichnet. Weitere Verformungen können vorhanden sein, insbesondere findet sich oftmals eine zu starke Wölbung des Fußskeletts (Hohlfußbildung) und im Sprunggelenk eine Neigung des Fußes nach unten (Spitzfuß). Meist fällt zudem eine Verschmälerung der Wade auf. Der ganze Fuß ist in seiner Fehlstellung mehr oder weniger steif. Andere Fehlentwicklungen des Körpers sind im Zusammenhang mit einem Klumpfuß untypisch. Eine Fehlentwicklung der Hüfte (Hüftdysplasie) oder Spaltwirbel (Spina bifida) können in einigen Fällen zusätzlich beim betroffenen Baby vorhanden sein.

Unbehandelt führt der Klumpfuß zu Problemen und Schmerzen beim Gehen und Stehen. Durch die Überlastung kommt es zu Folgeschäden an Knochen und Gelenken. Die Fehlstellung kann dadurch verstärkt werden und die Gelenke können versteifen.

Diagnose

Der Klumpfuß fällt bereits beim Anblick deutlich auf. Neben der Befragung der Eltern oder des Patienten (Anamnese) erfolgt eine körperliche Untersuchung. Der Arzt beurteilt vor allem den Fuß und dessen Formveränderung, aber auch andere körperliche Merkmale, zum Beispiel mögliche Veränderungen der Hüfte. Am Fuß schaut der Arzt insbesondere nach folgenden Gegebenheiten:

  • Hautfalten, die sich durch die Fehlstellung entwickeln
  • Stellung der einzelnen Gelenke im Fuß
  • Beweglichkeit der Gelenke am Fuß
  • mögliche Verkürzung der Wade (charakteristisch für einen Klumpfuß)

Die Fehlstellung kann nach einem Schema beurteilt werden und der Schweregrad ermittelt werden. Lässt sich die Fehlstellung des Fußes manuell nicht beheben, so liegt definitionsgemäß ein Klumpfuß vor. Röntgenuntersuchungen können der Sicherung der Diagnose dienen. Auf den Röntgenaufnahmen sind Fehlstellungen der Knochen deutlich zu erkennen. Ebenso wird das Röntgen zur Verlaufskontrolle durchgeführt.

Eine Untersuchung auf den Klumpfuß kann per Ultraschall bereits am ungeborenen Kind im Mutterleib vorgenommen werden. Oft gelingt die Feststellung der Erkrankung bereits in der 13. Schwangerschaftswoche.

Differenzialdiagnose (Abgrenzung von anderen Krankheitsbildern)

Der Arzt stellt fest, ob wirklich eine Fehlbildung vorliegt oder ob die Verformung etwa durch eine ungünstige Lage des Babys im Mutterleib entstanden ist. Vom tatsächlichen Klumpfuß wird eine sogenannte Klumpfußhaltung unterschieden, bei dem die Fußstrukturen nicht stark verändert sind und der Fuß sich ohne Probleme wieder in eine normale Stellung bringen lässt. Von einem Klumpfuß müssen auch weitere Fußfehlstellungen wie ein Sichelfuß unterschieden werden. Zudem wird geschaut, ob nervliche (neurologische) Störungen für die Auffälligkeiten verantwortlich sind.

Therapie

Mit der Therapie des Klumpfußes soll eine Normalisierung der Fußposition erreicht werden. Sie kann oftmals mit einfachen Maßnahmen erfolgen, in speziellen Fällen kann aber eine Operation notwendig werden.

Konservative Therapie

Eine nichtoperative Therapie empfiehlt sich vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern. Anfangs wird der Fuß durch einen Therapeuten in die Normalstellung gebracht. Durch einen Gips, der bereits kurz nach der Geburt angepasst werden kann, kann der Fuß langsam in die richtige Position befördert werden. Der Gips wird anfangs jeden Tag, später seltener gewechselt, bis die normale Lage des Fußes erreicht ist. Auch straffe Verbände können diese Funktion erfüllen. Noch über eine längere Zeit wird der Behandlungserfolg gesichert, indem Schienen oder Schuheinlagen getragen werden und Krankengymnastik ausgeübt wird.

Operation

Wenn nach drei Monaten der konservativen Behandlung keine Normalstellung des Fußes besteht, dann kommt eine operative Korrektur des Klumpfußes in Frage. Die Operation des Klumpfußes erfolgt in Vollnarkose oder in Regionalanästhesie (Betäubung eines größeren Körperbereiches).

Für einen Zugang zu den inneren Strukturen des Fußes und der Wade sind Hautschnitte notwendig. Abhängig vom Befund führt der Operateur verschiedene Maßnahmen durch.

Bei Säuglingen und Kleinkindern wird unter anderem die Achillessehne in Z-Form verlängert, um den sogenannten Spitzfuß zu korrigieren, der eine Komponente des Klumpfußes darstellt. Diese Operation ist häufig ausreichend.

Ebenso kann die Gelenkkapsel von oberem und unterem Sprunggelenk gespalten werden, wenn die Veränderung sich sonst nicht beheben lässt. Weitere Maßnahmen wie eine Durchtrennung von Sehnen, die zum Mittelfuß ziehen, können je nach Befund notwendig werden.

Bei älteren Kindern und Jugendlichen können weitere Vorgehensweisen gewählt werden. Dazu gehören zum Beispiel Korrekturmaßnahmen an den Wadenmuskeln, durch die ein Gleichgewicht des Muskelzuges erreicht werden soll. Eingriffe an den Sehnen (Verlängerung, Verlagerung) sind auch in diesem Alter oft sinnvoll. Insbesondere bei erwachsenen Betroffenen sind manchmal Knochenoperationen erforderlich. Beispielsweise können korrigierende Eingriffe am Fersenbein oder an den Fußwurzelknochen erfolgen. Bei einigen Betroffenen kann es sinnvoll sein, das Sprunggelenk zu versteifen (Arthrodese am Sprunggelenk), um bei zu geringem Muskelzug eine bessere Stabilität beim Gehen zu erreichen.

Nach dem Eingriff wird der Fuß mit einem Verband versorgt. In den allermeisten Fällen wird ein Korrekturgips angelegt, bis die Sehnen zusammengeheilt sind.

Komplikationen einer Operation am Klumpfuß

Bei der Operation am Fuß können Komplikationen nicht ausgeschlossen werden. Strukturen im Operationsbereich können geschädigt werden. Es kann zu Blutungen, Nachblutungen und Blutergüssen kommen. Infektionen, Wundheilungsstörungen und Narbenbildungen können auftreten. Durch Verletzung von Nerven kann es unter anderem zu Sensibilitätsstörungen oder Lähmungserscheinungen kommen. Durch eine eventuell angelegte Blutstauungsmanschette können Druckschäden oder Lähmungen verursacht werden.

Die Knochen können nach einem Eingriff in einer ungünstigen Position zueinander einheilen. Manchmal kommt es zu Verschleiß, zur verminderten Beweglichkeit oder zur Steifigkeit von Gelenken. Knochen und Muskeln können durch die Bewegungseinschränkung schwächer werden. Auch ist es nicht ausgeschlossen, dass es zum sogenannten Sudeck-Syndrom kommt, bei dem der Knochen stark abgebaut wird und sich eine schmerzhafte Entzündung entwickelt. Allergische Reaktionen jeden Schweregrades sind möglich.

Hinweis: Dieser Abschnitt kann nur einen kurzen Abriss über die gängigsten Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationen geben und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das Gespräch mit dem Arzt kann hierdurch nicht ersetzt werden.

Prognose beim Klumpfuß

Bei einem Klumpfuß ist es wichtig, dass der Befund so früh wie möglich behandelt wird. Schon mit den einfachen Methoden (Manipulation, Gips, Verband) kann bei den meisten Patienten im Säuglingsalter dafür gesorgt werden, dass der Fuß später eine normale Form erlangt und keine Probleme bereitet. Wenn dies nicht gelingt oder ein Patient später im Leben eine Fehlstellung am Fuß entwickelt, kann eine Operation unumgänglich werden. In vielen Fällen kann dann durch die operativen Maßnahmen die Fußstellung normalisiert werden. Ein vollständiger Erfolg kann aber nicht gewährleistet werden.

Ebenfalls kann es später zu einem Wiederauftreten des Klumpfußes kommen (Rezidiv). In einem solchen Fall oder bei ungenügender Korrektur im Kindesalter können bei Erwachsenen weitere operative Eingriffe notwendig werden.

Klumpfuß: Mit Aufklärung und der Ponseti-Methode Behinderungen vermeiden

Der Klumpfuß (pes equinovarus) ist eine angeborene Fehlstellung des Fußes: Knochen, Gelenke, Sehnen und Muskeln sind so verdreht, dass die Fußsohlen nach innen zeigen. Oft sind sogar beide Füße eines Babys betroffen. Ohne Behandlung versteifen sich die Gelenke immer mehr, irgendwann wird das Gehen fast unmöglich. Die Betroffenen leiden unter Schmerzen und haben ständig wunde Füße. Hinzukommt, dass sich der Klumpfuß zu einer bleibenden körperlichen Behinderung entwickelt. Zur persönlichen Beeinträchtigung kommt das soziale Stigma. Eine Arbeit zu finden, für eine Familie sorgen zu können: Das ist dann nur sehr schwer möglich.

Doch die Fehlstellung muss sich nicht zwangsweise so drastisch auswirken. Durch frühzeitige Behandlung lässt sich der Klumpfuß komplett beheben und hat keine Auswirkungen auf das spätere Leben. Die Heilungschance sind umso besser, je früher mit der Behandlung begonnen wird – am besten bereits im Babyalter. Hier setzt Handicap International in den Projekten an: Wir klären schwangere Frauen und Eltern vorsorglich darüber auf, wie wichtig die frühe Erkennung und Behandlung ist. So können wir gemeinsam verhindern, dass sich bei den betroffenen Kindern eine dauerhafte Behinderung entwickelt.

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Wie behandeln wir einen Klumpfuß?

Die Behandlungen von Klumpfüßen sind vergleichsweise einfach und sehr wirksam. Die Methode, mit der Handicap International in Kambodscha und anderen Ländern arbeitet, kommt in den meisten Fällen ohne Operation aus und eignet sich daher besonders für die Arbeit in ärmeren Ländern. Sie heißt „Ponseti-Methode“:

Schritt 1: Diagnose nach der Geburt

Der erste wichtige Schritt ist die gezielte Untersuchung kurz nach der Geburt. In Kambodscha und vielen anderen Projektländern bieten wir daher Fortbildungen für medizinisches Personal, v.a. für Hebammen an. Nur wenn alle Beteiligten über die Krankheit aufgeklärt wurden, kann ein Klumpfuß rechtzeitig entdeckt und behandelt werden.

Schritt 2: Die Vorbereitung der Eltern

Je nach Grad der Fehlstellung legen wir gemeinsam mit den Eltern die Methode und Dauer der Behandlung fest. Die Eltern spielen eine entscheidende Rolle bei der Behandlung ihres Kindes: Wir zeigen ihnen, welche Übungen sie täglich zuhause machen müssen. Nur sie können die Heilungschancen hundertprozentig garantieren.

Schritt 3: Die Minimierung der Fehlstellung

Unsere Fachkräfte passen dem Baby einen Gipsverband an, um die Fehlstellung zu korrigieren. Hier kommt es auf die Erfahrung und das Fingerspitzengefühl unserer Fachkräfte an. Jede Woche bringen die Eltern ihr Kind zu uns, um den Gips zu erneuern. Wenn sie zu weit entfernt leben und ihnen die Mittel zur Anreise fehlen, stellen wir ihnen eine Unterkunft in unseren Behandlungszentren zur Verfügung.

Schritt 4: Die Anpassung der Schiene

Nach dem achten Gipsverband bekommen die Kleinkinder eine speziell geformte Schiene, die den Klumpfuß weiter korrigiert. Diese müssen sie fast Tag und Nacht tragen. Sobald das Kind selbständig laufen kann, legen die Eltern die Schiene nur noch nachts an. Im Alter von drei bis vier Jahren darf es die Schiene schließlich ablegen.

Über den gesamten Zeitraum führen wir regelmäßige Kontrolluntersuchungen durch. Mit sechs Jahren wird das Kind dann nur noch einmal pro Jahr untersucht – solange, bis die Füße vollständig ausgewachsen sind. Dann gilt es als geheilt und kann ganz normal laufen. Dank der Behandlung bleibt ihm eine lebenslange Behinderung erspart.

Bei dem angeborenen Klumpfuß handelt es sich um eine angeborene Fehlstellung im Gelenk zwischen dem Sprungbein und dem Os navikulare des Fusses mit gleichzeitiger Verkürzung der Wadenmuskulatur und der Ausbildung eines Spitzfusses. Vorfuß und Rückfuß sind aufgrund der Fehlstellung und der gleichzeitigen Weichteilverkürzung fehl gestellt. Vereinfachend beschrieben liegt eine Verrenkung des Fusses unterhalb des Sprungbeines vor.

Diese Fehlbildung ist angeboren. Genaue Ursachen für das Auftreten solcher Veränderungen sind nicht bekannt. Unterschiedliche Ursachen werden dafür angeschuldigt, ohne dass sich jedoch ein schlüssiges Konzept ergibt.

Ohne Behandlung resultiert eine lebenslang andauernde Fehlstellung in den unteren Extremitäten mit gestörtem Gangbild und der Notwendigkeit, orthopädisches Schuhwerk zu tragen. Es liegt eine nicht nur funktionell störende, sondern auch eine sichtbare Fehlstellung vor, welche das Tragen eines speziell hergerichteten Schuhwerkes notwendig macht. Ohne Behandlung laufen die Kinder und später auch die Erwachsenen auf dem äußeren Fußrand bzw. sogar auf der Fußaußenseite.

Schon früh nach Sicherung der Diagnose setzt die Behandlung ein. Diese umfasst zunächst eine konservative Therapie durch Anlegen von Gipsverbänden in korrigierender Stellung.

Im deutschen Sprachraum wurde bislang die Behandlung nach Imhäuser favorisiert, welche das Ziel hatte, den nach innen geschlagenen äußeren Fußrand nach außen anzuheben durch Korrektur am äußeren Fußrand. Im Laufe dieser Behandlung wurde dann nach Erreichen einer relativ guten Vorfußstellung eine offene Achillessehnenverlängerung notwendig, um die Spitzfußkomponente zu behandeln.

Ponsetti favorisiert die Weichteilbehandlung mit zunächst notwendiger Korrektur des Vorfusses und des Mittelfusses und dann erst notwendiger Außendrehung des Fusses. Auch hier ist der Fersenhochstand, d. h. die Achillessehnenverkürzung, durch operative Maßnahmen auszugleichen. Im Gegensatz zu der Therapie nach Imhäuser wendet Ponsetti einen kleinen operativen Eingriff an, dessen Ziel auch darin besteht, das angehobene Fersenbein in Folge der Achillessehnenverkürzung durch Durchtrennen der Achillessehne und weiterer Gipsbehandlung nach distal zu bringen um auf Dauer einen nahezu normalen Fuß sich entwickeln zu lassen.

Beiden Methoden gemeinsam ist die dann weiter notwendige Gipsbehandlung bzw. Schienenbehandlung und die spätere Benutzung von Schuhwerk in leichter Außendrehung des Fusses gegenüber dem Unterschenkel. Ponsetti hat dafür eigenes Schuhwerk bzw. Schuhwerk entwickelt, welches sich auf einer Schiene fixieren lässt, in der dann zumindest während der Nachzeit die Korrektur der Fehlstellung stabilisiert werden kann.

Imhäuser hat einmal gesagt, dass der Klumpfuß eine „Erkrankung der Eltern“ sei, meinte damit, dass die Kinder nur durch die Kontrolle der Eltern zur Therapie kommen und die Eltern somit auch einen Garant für eine erfolgreiche Behandlung darstellen.

Sollte durch die konservative Vorfußentwicklung und durch die Achillessehnenverlängerung keine ausreichende Korrektur erzielt worden sein, sind dann ab einem gewissen Zeitpunkt weitere Eingriffe notwendig, um vor allen Dingen die Vorfußstellung zu korrigieren. Mehr oder weniger alle Gelenke im Mittelfußbereich werden dabei durch Kapselschnitt eröffnet. Der Vorfuß wird aufgebogen. Eine Überkorrektur ist allerdings sehr leicht möglich, so dass dann die Patienten von einer Restklumphaltung des Fusses in eine Plattfußstellung mit Abspreizung des Vorfusses über dem Rückfuß geraten, so dass bei solchen Therapiemaßnahmen eine gewisse Vorsicht notwendig ist.

Das Wesentliche der Klumpfußbehandlung besteht also in dem frühen Beginn der konservativen Behandlung, so wie der konsequenten Redression durch häufige Gipswechsel. Notwendigerweise muss nicht nur der Fuß, sondern auch um die Korrrekturstellung zu erhalten, auch Unterschenkel und Oberschenkel mit eingegipst werden.

Nur dann sind Ergebnisse möglich, welche später eine ehemals angeborene Fehlbildung des Fusses nicht mehr erkennen lassen und Funktionsstörungen dann allenfalls nur noch in Resten bestehen.

Fußfehlstellung

Hände halten Babyfüße (© Yuri Arcurs – Fotolia.com / Fotolia.com)

Abb.: Füße eines Neugeborenen (©-Catharina-van-den-Dikkenberg- istockphoto.com)

Welche Ursachen haben Fußfehlstellungen bei Kindern?

Fußfehlstellungen bei Kindern können angeboren sein oder während des Wachstums entstehen. Angeborene Fehlstellungen haben meist eine genetische Ursache oder stammen von Zwangshaltungen im Mutterleib. Während der frühen Wachstumsphase können Bewegungsmangel, Übergewicht oder eine ungünstige Schuhwahl Ursachen für spätere Entwicklungsstörungen sein. Weniger als 2% aller Babys kommen mit einer Fußfehlstellung zur Welt.

Viele kindliche Fußfehlstellungen sind harmlos und verschwinden mit dem weiteren Wachstum von selbst. Andere, komplexe Entwicklungsstörungen der Füße benötigen eine rasche Therapie, um in eine gesunde Haltung hineinzuwachsen. Die häufigsten Fußfehlstellungen bei Kindern sind:

  • der Knick-Senkfuß
  • der Plattfuß
  • der Sichelfuß
  • der Klumpfuß
  • der Spitzfuß
  • der Hackenfuß

Funktionelle Fehlhaltungen am Fuß verursachen, wenn sie länger bestehen bleiben, Schäden an anderen Gelenken, etwa an Knien und Wirbelsäule. Ein in Kinderorthopädie erfahrener Arzt sollte Füße und Gangbild möglichst frühzeitig untersuchen und, wenn nötig, korrigieren, um eine normale weitere Entwicklung des gesamten Bewegungsapparats zu gewährleisten.
Aktive Bewegungsübungen sind die Basis der Behandlung von Fußfehlstellungen. Weiters können orthopädische Einlagen oder Schienen während der Nacht nötig sein. Manchmal ist eine mehrmonatige Gipsbehandlung notwendig, die den Fuß in die richtige Stellung lenkt. Nur selten muss die Fehlstellung durch eine Operation korrigiert werden.

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Autoren:
Jochen Niehaus (Arzt und Medizinjournalist)
Medizinisches Review:
Prim. Univ. Prof. Dr. Franz Grill, ärztlicher Direktor, Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendorthopädie, Orthopädisches Spital Speising, Wien
Redaktionelle Bearbeitung:
Mag. (FH) Silvia Hecher, MSc

Stand der medizinischen Information: Februar 2012

Fußfehlstellungen bei Kindern

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Welche Fußfehlstellungen gibt es?

Auch die kleinen Füße unserer Kinder bestehen aus 28 Knochen, 107 Bändern und 19 Muskeln. Der komplexe Aufbau dieser Körperteile bringt auch viele Beschwerden und vor allem Fußfehlstellungen mit sich. Viele treten auch in Kombination miteinander auf. Die häufigsten Fußfehlstellungen sind:

  • Knickfüße: Die Fersen stehen schräg und kippen den Fuß nach innen.
  • Senkfüße: Das Fußlängsgewölbe ist abgeflacht.
  • Hohlfüße: Das Fußlängsgewölbe ist erhöht.
  • Klumpfüße: Das Kind geht auf dem Fußrand oder sogar auf dem Fußrücken. Bei einer Therapie direkt nach der Geburt ist eine vollständige Heilung möglich.
  • Hackenfüße: Der Fußrücken ist in Richtung Schienbein gezogen. Ursache ist meist vorgeburtlicher Platzmangel, deswegen tritt die Heilung oft spontan kurz nach der Geburt ein.
  • Sichelfüße: Die Zehen und der Vorfuß sind einwärts gedreht. Ursache kann die Bauchlage von Säuglingen sein, diese Fußfehlstellung muss behandelt werden.
  • Plattfüße: Die Fußsohle liegt durch Abflachung des Fußlängsgewölbes flach auf dem Boden auf. Plattfüße sind angeboren, aber sehr selten.
  • Knick-Senk-Füße: Eine X-Stellung der Ferse und Abflachung des inneren Fußgewölbes. Sie sind die häufigste Fußfehlstellung bei Kindern, verwachsen sich aber meistens bis zum Schulalter. Sie sollten aber, wenn sie im Erwachsenenalter noch vorhanden sind, behandelt werden.
  • Krallenzehen: Überstreckung des Grundgelenks bei gebeugtem Mittel- und Zehenendgelenk.
  • Hammerzehen: Isolierte, maximale Beugung des Zehenendgelenks.

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Ursachen von Fußfehlstellungen

Ein kleiner Teil der Fußfehlstellungen ist erblich bedingt oder hängt mit Verletzungen zusammen, aber die meisten Probleme kommen vom falschen Schuhwerk. Viele Babys tragen schon viel zu früh Schuhe in der falschen Größe. Da Kinderfüße noch weich und formbar sind, merken die Kleinen oft wenig von dem nicht passenden Schuh. Wenn beispielsweise die Ferse keinen Halt hat, rutschen die Zehen nach vorne und werden gestaucht. Sie versuchen sich im Schuh festzukrallen. So entstehen zum Beispiel Krallenzehen. Auch synthetische Schuhe und Socken sind hier keine Hilfe, sie fördern Fußprobleme wie Schweißfüße.

Fußfehlstellungen vorbeugen

Du solltest so früh wie möglich mit der Förderung der Bewegung beginnen, damit die Füße Deines Babys gesund heranwachsen und belastbar bleiben.

  • Zeitpunkt für Schuhe: Babys sollten so spät wie möglich Schuhe tragen. So können sie viel barfuß laufen und möglichst viele „Bodenerlebnisse“ machen. Sorge also dafür, dass Dein Kind über viele verschiedene Untergründe läuft und auch durch unebene Böden seine Muskeln, Bänder und Sehnen trainiert. So kannst Du schon ganz früh Fußfehlstellungen vorbeugen.
  • Schuhkauf: Beim Schuhkauf musst Du darauf achten, dass die Schuhe genau passen. Spezielle Messgeräte sind hier hilfreich. Auf die „Daumenprobe“ solltest Du verzichten, da sie je nach Schuh ungenau ist. Wichtig ist generell, dass zur effektiven Länge des Fußes Deines Kindes mindestens zwölf Millimeter dazugerechnet werden. Du kannst den Fußumriss auch einfach auf Pappe aufzeichnen, ausschneiden und zum Einkauf mitnehmen.

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Maßnahmen bei Fußfehlstellungen

Bei Fußfehlstellungen solltest Du Dich von einem Arzt beraten lassen. Oft helfen schon orthopädische Schuheinlagen oder spielerische Fußgymnastik. Gerade bei Knick-Senkfüßen, die bei Kindern sehr häufig auftreten, kann eine so genannte „anatomisch intelligente Bewegung“ die Beweglichkeit Deines Kindes stärken und das Wohlbefinden fördern. Je nach Schweregrad der Fußfehlstellung können jedoch auch korrigierende Gipsverbände, Schienen, Maßschuhe oder Krankengymnastik notwendig sein. Erst wenn all diese Maßnahmen nicht helfen, sollte über eine Operation nachgedacht werden.

Sichelfuß beim Baby: So kann er behandelt werden

Beim Sichelfuß handelt es sich um eine Fußfehlstellung des Babyfußes, deren Ursachen ganz unterschiedlich sein können. Sie ist meistens harmlos und verschwindet von allein. Du kannst sie jedoch durch bestimmte Maßnahmen vermeiden und ihr Verschwinden unterstützen.

Daran erkennst du einen Sichelfuß bei deinem Neugeborenen

Bei einem Sichelfuß sind der Mittelfuß und die Zehen deutlich zur Innenseite gewölbt. Dadurch bekommt der Fuß ein sichelförmiges Aussehen. Man nennt dies auch die Adduktionsstellung. Wenn dazu auch die große Zehe stark nach innen gerichtet ist, nennt man diese Zehenstellung auch Hallux varus. Die Hallux-varus-Fehlstellung kann schon beim Neugeborenen auftreten oder sie entwickelt sich im Laufe des Alters durch falsche Haltung und ungünstiges Schuhwerk erst.

Ein angeborener Sichelfuß kommt eher selten vor und wird häufiger bei Jungen festgestellt. Er tritt meist an beiden Füßen auf. Am häufigsten ist die parallele Innendrehung von Zehen und Vorfuß, wobei der Fußinnenrand eine verkürzte Muskulatur und Furche aufweist. Das Kind hat dadurch keinerlei Schmerzen, es kann jedoch bei Nichtbehandlung dazu führen, dass sich ein nach innen gerichteter Gang entwickelt.

Ursachen des Sichelfußes:

  • ungünstige Muskelbewegung des Babys im Bauch und fehlender Platz in der Gebärmutter; betrifft oft sehr große Babys
  • erblich bedingte Entwicklung, wenn beide Elternteile ebenfalls die angeborene Fehlstellung haben
  • häufige Bauchlage eines Säuglings, bei der die Zehen aufliegen und der vordere Fuß nach innen gedreht wird

Ein gesunder Babyfuß ist gerade, beim Sichelfuß würde die Innenseite des Fußes gewölbt sein und die Zehen nach innen zeigen.

Therapie und Behandlung

Eine Eigendiagnose solltest du nicht stellen. Nur ein Facharzt, d.h. ein Orthopäde, kann beurteilen, ob es sich um diese Fußstellung handelt. Wenn dein Neugeborenes bereits eine solche Fehlstellung aufweisen sollte, wird dir das der Arzt bei einer der ersten Untersuchungen bereits mitteilen. Dann solltest du mit ihm besprechen, was zu tun ist bzw. wird er dich an einen Orthopäden überweisen.

Wenn die Diagnose Sichelfuß gestellt wird, muss der Arzt auch die Hüftgelenke untersuchen, da es auch sein kann, dass eine Hüftdysplasie vorliegt. Das ist eine angeborene Unterentwicklung der Hüftgelenkspfanne. Bei der Untersuchung des Fußes wird der Arzt das Baby röntgen, damit er feststellen kann, inwieweit die Fehlstellung korrigiert werden kann. Es ist möglich, den Fuß durch gezielte orthopädische Bewegungsmaßnahmen zu therapieren und zu einer normalen Fuß- und Zehenstellung zu gelangen. Eine operative Korrektur kommt bei einem Neugeborenen nicht infrage. Meist sind jedoch keine großartigen Eingriffe notwendig, da sich der Fuß im Laufe des Wachstums selbst korrigiert.

Hinweis: Wenn du eine Auffälligkeit am Fuß deines Säuglings erkennst, solltest du dazu den Kinderarzt befragen. Sollte dieser deine Annahme bestätigen, wird er entscheiden, was zu tun ist und ggf. Therapiemaßnahmen verordnen. In jedem Fall ist es wichtig, den Fuß regelmäßig zu beobachten und zu prüfen, ob er normal wächst.

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Als junge Mutter ist man meist überbesorgt und extrem vorsichtig. Wenn das Kleinkind krank ist, kann dich das dennoch oft zu den wildesten Gedanken verleiten. Hier siehst du, dass du damit nicht alleine bist. Diese Gedanken kennt jede Mutter!

So kannst du den Sichelfuß deines Babys durch Massage behandeln

Es gibt Möglichkeiten, die Fußhaltung durch kleine Massagen selbst zu korrigieren und zu unterstützen. Diese solltest du jedoch mit einem Orthopäden absprechen und nicht eigenmächtig anwenden.

Dazu legst du ca. eine Minute lang den Fuß mit dem äußeren Knöchel nach oben in deine Hand und streichst mit dem Fingernagel rückwärts über die Außenkante der Fußsohle. Dein Arzt zeigt dir genau, wie du dabei vorgehst. Eine solche Massage kann korrigierend wirken, funktioniert jedoch nicht in jedem Fall.

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Ich würde dir immer empfehlen, zuerst mit deinem Kinderarzt zu sprechen, bevor du dir unnötige Sorgen machst. Es ist richtig, dein Baby genau zu beobachten und bei allem, was dir auffällt, den Arzt zu konsultieren. Mach dich jedoch nicht verrückt und hab Angst, dass dein Kind Fehlbildungen bekommt, wenn es einmal auf dem Bauch liegt. Es sollte lediglich vor allem am Anfang nie dauerhaft auf dem Bauch schlafen, damit die Zehen nicht auffliegen.

Klumpfuß: Ursachen, Symptome, Therapie bei Neugeborenen

Letzte Änderung: 27.08.2019
Verfasst von Till von Bracht • Medizinredakteur Dieser Artikel wurde nachNach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst.

Unsere Inhalte basieren auf fundierten wissenschaftlichen Quellen, die den derzeit anerkannten medizinischen Wissensstand widerspiegeln. Wir arbeiten eng mit medizinischen Experten zusammen.

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Bei einem Klumpfuß ist die Ferse hochgestellt und der Vorderfuß sichelförmig nach innen gedreht. Diese komplexe Fußverformung ist keine Seltenheit: Von 1.000 Neugeborenen kommen in Deutschland etwa ein bis drei mit einem Klumpfuß zur Welt. Die genauen Ursachen für einen angeborenen Klumpfuß sind noch unklar. Sicher ist, dass mehrere Faktoren eine Rolle spielen. Insbesondere genetische Defekte kommen als Ursache infrage – der Klumpfuß tritt nämlich familiär gehäuft auf. Mit speziellen Gipsverbänden kann der Arzt den Klumpfuß nach und nach korrigieren, sodass die meisten Kinder später ganz normal stehen, gehen und laufen können.

© iStock

Inhaltsverzeichnis

  • Überblick
  • Definition
  • Ursachen
  • Symptome
  • Diagnose
  • Therapie
  • Verlauf & Vorbeugen
  • Weitere Informationen

Die frischgebackene Mutter hält zum ersten Mal ihr Baby im Arm – und erschrickt. Denn die Füße ihres Säuglings sind stark verformt. Ein Klumpfuß kann ein- oder beidseitig auftreten und unterschiedliche Schweregrade aufweisen. Jungen sind insgesamt doppelt so häufig betroffen wie Mädchen.

Warum der Klumpfuß genau entsteht, ist bisher nicht vollständig geklärt. Eine mögliche Erklärung ist, dass die Entwicklung des Fußes in einem frühen Entwicklungsstadium stehen bleibt oder die Fußentwicklung durch unbekannte Einflüsse gestört wird.

Bei der Entstehung eines Klumpfußes spielen mehrere Faktoren eine Rolle – insbesondere genetische Defekte. Klumpfüße werden also zum Teil vererbt, können aber auch durch verschiedene Umwelteinflüsse während der Schwangerschaft (z.B. Rauchen oder Virusinfektionen) begünstigt werden.

In seltenen Fällen ist der Klumpfuß nicht angeboren, sondern erworben. Der erworbene Klumpfuß entsteht meist durch Störungen des Nervensystems – zum Beispiel infolge einer Myelodysplasie, durch eine Erkrankung an Kinderlähmung (Polio) oder nach einer Verletzung des Unterschenkels.

© LifeART image/2001/ Lippncott Williams & Wilkins all rights rese Typisch für einen Klumpfuß: Die Ferse ist stark nach innen gekippt, der Vorfuß zeigt nach innen und das Fußgewölbe ist überhöht. ×

Der Klumpfuß ist eine Kombination aus verschiedenen Deformitäten am Fuß – Betroffene haben

  • einen Spitz-,
  • Sichel-
  • und Hohlfuß
  • sowie O-Beine.

Die Ferse zeigt dabei nach innen, sodass sie ohne entsprechende Behandlung auf dem Fußaußenrand gehen müssten.

Bei einem Klumpfuß ist es wichtig, frühzeitig mit einer Therapie zu beginnen und diese kontinuierlich fortzuführen – so lassen sich in der Regel gute Ergebnisse erzielen. Ziel einer Klumpfuß-Therapie ist es, die Fußfehlstellungen und -verformungen auszugleichen, damit die Babys mit „geraden“ Füßen laufen lernen können.

Ärzte behandeln Klumpfüße häufig nach der sogenannten Ponseti-Methode. Dabei erhält der Säugling in seinen ersten Lebenstagen einen geschlossenen Gipsverband, der regelmäßig gewechselt wird und die Fußfehlstellung stufenweise korrigiert. Nach etwa drei Wochen ersetzt der Arzt den Oberschenkelgips durch speziellen Schienen, die zunächst nur zur Physiotherapie und zur Pflege, später auch tagsüber abgenommen werden können.

Bei frühzeitiger und konsequent fortgeführter Behandlung lässt sich ein Klumpfuß meist problemlos korriegieren. Ohne Behandlung bleibt der Klumpfuß bestehen – Betroffene können dann nur unter Schmerzen gehen und stehen.

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Verdrehte Baby­füße: Maßnahmen bei Klumpfuß

Arzt und Geburtshelfer erkennen in der Regel unmittelbar nach der Geburt, wenn die Füße eines Neugeborenen verformt und die Wadenmuskulatur verkrümmt sind. Sie veranlassen in diesem Fall eine gründliche Untersuchung des Babyfußes, unter Umständen auch eine Röntgenuntersuchung. Manchmal ist die Fehlbildung auch bereits während der Schwangerschaft auf dem Ultraschallbild zu erkennen. Der Klumpfuß kann sich nur auf einen Fuß beschränken oder an beiden Füßen gleichzeitig auftreten. In etwa der Hälfte der Fälle sind beide Füße betroffen.

Vier Fußfehlstellungen kommen bei einem Klumpfuß zusammen:

  • Spitzfuß (Pes equinus): Die Achillessehne ist verkürzt und zieht so die Ferse nach oben, der Vorfuß senkt sich nach unten.
  • Einwärtsdrehung des gesamten Fußes (Pes varus): Die Fußaußenkante ist nach unten gedreht.
  • Hohlfuß (Pes cavus oder excavatus): Das Fußlängsgewölbe des Vorfußes ist sehr stark ausgeprägt.
  • Sichelfuß (Pes adductus): Der Vorfuß und die Zehen zeigen nach innen. Von oben betrachtet sieht der Fuß aus wie eine Sichel.

Kinder, die mit Klumpfüßen zur Welt kommen, haben oft zusätzlich eine unterentwickelte Wadenmuskulatur und eine verkürzte Achillessehne, die sogenannte Klumpfußwade, sowie stark ausgeprägte O-Beine.

Ein unbehandelter Klumpfuß und die Folgen

Wird ein Klumpfuß nach der Geburt nicht behandelt, versteift sich der Kinderfuß nach und nach in seiner Fehlhaltung. Das Kind wird ihn beim Gehen nur mit dem Außenrand oder sogar nur mit dem Fußrücken aufsetzen können und Schmerzen bei jeder Belastung haben. Häufig kommt es zu frühzeitigem Gelenkverschleiß (Arthrose). Unbehandelte Fußdeformitäten im Kindesalter ziehen im Erwachsenenalter außerdem häufig Schäden am gesamten Skelettsystem nach sich: Es drohen Fehlstellungen der Hüfte, der Wirbelsäule und der Schultern.

Genaue Ursachen noch unklar

Ein Klumpfuß ist in den meisten Fällen angeboren. Warum er sich während der Schwangerschaft entwickelt, ist nicht abschließend erforscht. Es wird vermutet, dass neben erblichen auch Umweltfaktoren eine Rolle spielen. So könnte Platzmangel in der Gebärmutter, etwa bei Mehrlingsgeburten, die Füße in eine unnatürliche Haltung zwingen und die Ausbildung eines Klumpfußes begünstigen. Eine solche komplexe Fehlbildung kann aber auch im Rahmen anderer Grunderkrankungen auftreten, wie zum Beispiel der frühkindlichen Hirnschädigung (infantile Zerebralparese) oder der Spina bifida .

Selten: nicht angeborener Klumpfuß

In seltenen Fällen kann sich ein Klumpfuß auch im Laufe des Lebens entwickeln. Neurologische Erkrankungen wie etwa Kinderlähmung (Poliomyelitis) oder eingeschränkte Nervenfunktionen, zum Beispiel durch Verletzungen oder Infektionen, können das Risiko erhöhen. Bei neurologischen Ursachen helfen meist Schienen oder spezielle Schuhe. Ist der Klumpfuß stark ausgeprägt, lässt er sich nur durch chirurgische Eingriffe korrigieren.

Gute Chance auf Heilung durch frühzeitige Behandlung

Ein Klumpfuß kann heute meist mit gutem Erfolg behandelt werden, oft sogar ohne Operation. Entscheidend ist, dass die Therapie konsequent und so früh wie möglich erfolgt, idealerweise direkt nach der Geburt. Dann ist das Knorpel- und Knochengewebe noch sehr flexibel.

Gipsverband und Nachtschienen

Häufig wird bereits am Tag der Geburt ein Gipsverband angelegt, der die Füße des Säuglings in die richtige Position bringt. Der Verband ist gepolstert und umschließt Oberschenkel, Knie und Fuß des Kindes. Dabei wird in vielen Fällen bevorzugt nach der sogenannten Ponseti-Methode verfahren, die die Fehlstellung stufenweise korrigiert: Der Gips wird dafür alle paar Tage neu angelegt und nach wenigen Wochen durch spezielle Beinschienen ersetzt, die nachts getragen werden.

In einigen Fällen sind diese Behandlungsverfahren nicht erfolgreich oder der Klumpfuß tritt nach einiger Zeit erneut auf. Dann kann eine operative Korrektur sinnvoll sein.

Unterstützend sinnvoll: Physiotherapie

Welche Behandlung im Einzelfall gewählt wird, hängt immer von der Ursache, der Schwere und der Entwicklung der Fehlstellung ab. Bei allen Therapieoptionen gilt aber gleichermaßen: Begleitende Physiotherapie stärkt die Bein- und Fußmuskulatur. Das hilft dem Fuß, sich normal zu entwickeln.

KlumpfußHäufige orthopädische Fehlbildung bei Neugeborenen

Das junge Paar hatte sich riesig auf den Nachwuchs gefreut. Es würde ein Junge werden, das war rasch klar, Mutter und Kind ging es gut, die Ärztin stellte eine komplikationsfreie Schwangerschaft in Aussicht. Bis sie sich bei einer Routineuntersuchung die Füße des Kindes genauer ansah.

„Das war in der vorgeburtlichen Diagnostik, wie es heute so schön heißt, da ist das im 4. Schwangerschaftsmonat festgestellt worden per Ultraschall. Und da hat man uns das halt gesagt, dass er diese Behinderung hat.“

„Diese Behinderung“, erzählt der Vater des Kindes, heißt umgangssprachlich Klumpfuß. Schon der Begriff ist Furcht einflößend, und wer sich im Internet Bilder dieser Fußdeformation anschaut – was seine Frau und er natürlich sofort getan haben – verliert verständlicherweise jeden Mut.

„Wir waren schon ziemlich erschüttert! Man rechnet ja nicht damit, dass ein Kind behindert auf die Welt kommt. Insofern waren wir schon ziemlich vor den Kopf geschlagen, weil die Ärztin das vielleicht auch nicht ganz so feinfühlig gemacht hat, wie man erwartet hätte. Für Mediziner ist das so eine normale Sache, die haben immer mit Krankheiten zu tun, insofern waren wir da mitgenommen, meine Frau ganz besonders.“

Die Fehlbildung kommt bei Jungen doppelt so häufig vor wie bei Mädchen

Klumpfüße bei Neugeborenen sehen schlimm aus, keine Frage, medizinische Laien können sich kaum vorstellen, dass betroffene Kinder jemals laufen und springen, tanzen und rennen können wie Kinder mit gesunden Füßen. Genau das ist aber der Fall – doch davon später mehr!
Klumpfüße kommen vergleichsweise häufig vor. Auf 1.000 Neugeborene zählen Ärzte einen Fall, womit „Pes equinovarus“ nach der Hüftdysplasie – einer Fehlstellung der Hüfte – die zweithäufigste orthopädische Fehlbildung bei Neugeborenen ist. Jungen sind doppelt so häufig betroffen wie Mädchen, manchmal ist nur ein Fuß erkrankt, manchmal beide, eine bevorzugte Seite gibt es nicht.

„Es ist eine relativ komplexe Fußerkrankung, die besteht aus verschiedenen Komponenten. Einerseits hat man den ausgeprägten Spitzfuß, man hat einen Hohlfuß, man hat einen sog. Rückfuß varus, das heißt, der Fuß ist nach innen geknickt, und aus diesen vier Komponenten setzt sich der Klumpfuß zusammen, …“

Erklärt Dr. Jörn Michael, geschäftsführender Oberarzt an der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie der Universität zu Köln. Klumpfüße werden vererbt, allerdings sind trotz aller Forschung die Ursachen dieser Fehlbildung bis heute unbekannt. Da die Deformation eine gewisse Ähnlichkeit mit dem frühembryonalen Fuß aufweist, vermuten manche Mediziner, dass die Entwicklung des Fußes auf einer frühen embryonalen Entwicklungsstufe stehen geblieben ist. Genaues weiß aber niemand, weshalb Ärzte zunächst einmal nur zwischen dem Primären und den Sekundären Klumpfuß unterscheiden.

„Primär bedeutet idiopathisch, das heißt, die Entstehung ist nicht bekannt, es gibt keine wirkliche Ursache. Man weiß intrauterin vor der Geburt, dass ein Klumpfuß besteht. Und bei dem Sekundären Klumpfuß kann das mit neurologischen Grunderkrankungen zusammenhängen oder auch nach Unfällen. Das ist aber nicht beim Säugling, sondern beim Älteren.“

Behandlung je Schweregrad der Fehlstellung

Ziel jeder Therapie ist es, den Klumpfuß in die richtige Position zu bringen, wobei schon ein Blick auf die Deformation die Schwierigkeiten verdeutlicht. Bei vielen Kinder ist der Fuß so verbogen, dass sie auf dem Fußaußenrand gehen, manchmal auch auf dem Fußrücken, in einigen wenigen Fällen ist die Fußsohle sogar nach oben gerichtet. Solche Fehlstellung lassen sich nicht durch einfachen manuellen Druck ausgleichen.

„Je nach Ausprägung des Klumpfußes ist eigentlich nur entweder eine konservative Therapie mit Gips und Bandagen möglich, oder wenn er sehr ausgeprägt ist, muss man eine Operation machen. Wichtig aber ist, dass man direkt nach der Geburt, wenn die Klumpfußdiagnose gestellt ist, auch mit der Therapie beginnt. Das sieht dann so aus, dass der Fuß über einen Zeitraum von drei bis vier Monaten mit einem entsprechenden Gips, der mehrfach gewechselt wird, weil der Fuß ja wächst, angelegt wird. Das heißt, der Fuß wird in die korrekte Position gebracht, der Sicherfuß wird korrigiert. Der Rückfuß varus wird korrigiert, die nach innen gedrehte Ferse, der Hohlfuß wird ein bisschen korrigiert. Was man belässt, ist der Spitzfuß, weil, man würde, wenn man versucht, die Achillesferse mit einem Gips zu verlängern, einen Schaukelfuß induzieren. Das heißt, diese Achillessehnenverkürzung würde dann operativ angegangen.“

Vereinfacht gesagt: Der deformierte Fuß wird neu modelliert, die Fehlstellung mit kleinen Kräften über längere Zeit nach und nach korrigiert. Dieses Behandlungsprinzip funktioniert umso besser, je früher die Therapie beginnt. Ideal ist unmittelbar nach der Geburt! Wird der Klumpfuß nicht behandelt, bleibt die Fehlstellung bestehen. Die Gelenke rutschen aus ihrer Position heraus, die Knochen wachsen deformiert weiter, die Weichteile verhärten und der Fuß versteift. Unbehandelt führt der Klumpfuß zu einer schweren Behinderung. Bei einer konsequenten Therapie sieht die Situation ganz anders aus. Kinder mit Klumpfüßen lernen zum Beispiel problemlos Laufen.

Jörn Michael vom Universitätsklinikum Köln: „Das geht ohne Weiteres! Wenn man nicht weiß, dass die Kinder einen Klumpfuß haben oder hatten, dann sieht man es nicht. Es fällt nur dann auf, wenn es ein einseitiger Klumpfuß ist. Man hat einerseits eine Verkürzung des Fußes, andererseits auch eine typische Klumpfußwade: das heißt, der Unterschenkel ist etwas dünner. Das fällt aber nur auf, wenn der Patient, das Kind, einen einseitigen Klumpfuß hat. Bei beidseitigen sind beide gleich klein, meist immer eine Schuhnummer kleiner. Und auch die Wade ist entsprechend schmaler ausgebildet, das ist eine typische Erscheinung beim Klumpfuß.“

Auch Sprungsportarten sind ohne Einschränkungen möglich

Es klingt schon etwas merkwürdig, aber Kinder mit beidseitigen Klumpfüßen haben gewisse Vorteile. Optisch fällt die ursprüngliche Deformation des Fußes und der Wade kaum noch auf, außerdem müssen die Eltern nicht jedes Mal zwei Paar Schuhe kaufen. Unabhängig davon, ob der Klumpfuß ein- oder beidseitig vorkommt, beim Sport spielt er keine Rolle.

„Das heißt, auch Sprungsportarten wie Hochsprung, Basketball, Volleyball, es gibt viele biomechanische Untersuchungen, die gezeigt haben, dass die Kraft auch am Klumpfuß die gleiche ist, und die Achillessehne ist genauso kräftig oder anfällig für Verletzungen wie bei der normalen Seite, sportlich ist ohne Einschränkung alles möglich!“

Moderne Orthopädie: Kunststoffe im Einsatz anstatt harter Metallschienen

Für Kinder mit Klumpfüßen und natürlich für deren Eltern ist in diesem Punkt die moderne Orthopädie ein Segen. Wer Bilder von Babys mit Klumpfüßen sieht und Bilder von behandelten Kindern, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Bis dahin ist es aber ein weiter Weg. Zunächst müssen sich die Eltern mit der neuen Situation auseinandersetzen – und manchmal auch mit den Blicken Fremder.

„Es war eigentlich relativ interessant vor allem in der Anfangszeit als er die Gipse noch um die Beine hatte. Wenn Leute Gips sehen, dann denken sie, der hat was gebrochen. Wenn man dann einen Säugling sieht von zwei bis drei Monaten, dann denken die, man hat das Kind fallen gelassen. Das ist lustig, da kann man seine Späße mit machen. Insofern erntet man da manchmal auch merkwürdige Blicke. Abschätzig vielleicht nicht, aber auf jeden Fall gucken die Leute und können nichts damit anfangen.“

Mittlerweile ist sein Sohn 17 Monate jung, die schlimmste Phase hat er hinter sich. Es ist ein aufgewecktes, liebes Kind, es lernt viel und schnell und Laufen sowieso.

„Heute ist es so, dass er nach den Metallschienen Kunststofforthesen hat, also Kunststoffschienen. Die schließen den Unterschenkel ein. Das Kniegelenk ist frei. Die Füße sind natürlich auch mit eingeschlossen in dieser Schiene und am Fußgelenk ist ein Gelenk, dass er den Fuß ein bisschen abrollen kann. Und mit diesen Schienen kann er stehen und laufen. Er fängt jetzt gerade an zu laufen. Das sind Gummisohlen, dass er nicht abrutschen kann. Das ist so aktuell der Stand der Dinge.“

In einigen Jahren wird kein Fremder merken, dass der Junge mit Klumpfüßen zur Welt gekommen ist!

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