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Lungenentzündung: Dauer und Verlauf

Gliederschmerzen, schwere Atmung und hohes Fieber – diese Anzeichen deuten auf eine Lungenentzündung hin. Wie lange die lästige Krankheit dauert und warum sie so schnell wie möglich behandelt werden sollte, erfahren Sie hier.

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Eine Lungenentzündung wird häufig unterschätzt. An der vermeintlich harmlosen Krankheit sterben jährlich circa 20.000 Menschen – oftmals dadurch, dass sie nicht rechtzeitig erkannt wird. Auslöser für die Pneumonie, wie sie von Medizinern bezeichnet wird, sind meist die sogenannten “Pneumokokken”: Bakterien, die die Lunge befallen und eine Entzündung auslösen. Oft gehen einer Lungenentzündung harmlose Erkrankungen wie Bronchitis oder Erkältung voraus; der Übergang ist meist fließend.

Der Verlauf einer Lungenentzündung unterscheidet sich je nach Art: Sind Pneumokokken verantwortlich für die Entzündung, spricht man von einer klassischen oder typischen Lungenentzündung. Sind Viren oder andere Erreger wie Chlamydien, Legionellen oder Mykoplasmen die Ursache, ist von einer atypischen Pneumonie die Rede.

Dauer und Verlauf einer klassischen Lungenentzündung

Handelt es sich um eine typische Lungenentzündung, sind bereits nach zwölf bis 24 Stunden die ersten Symptome erkennbar. Zu den typischen, rasch auftretenden Beschwerden wie Fieber, Schüttelfrost, Atemnot, süßlichem Mundgeruch und beschleunigtem Puls gesellt sich nach kurzer Dauer ein Husten mit gelb-grünlichem, manchmal sogar blutigem Auswurf. Außerdem kann dem Betroffenen durch die Atembeschwerden an Sauerstoff mangeln, sodass sich Nägel und Lippen violett färben.

Im Verlauf der ersten sieben Tage nehmen die Symptome meist zu – durch eine Antibiotikatherapie bessert sich der Allgemeinzustand anschließend wieder. In der Regel ist eine klassische Lungenentzündung nach zwei bis drei Wochen ausgeheilt, wenn die Behandlung mit den Medikamenten anschlägt und keine Komplikationen entstehen. Bei einem ungünstigen Verlauf kann sich die Dauer erhöhen, sodass die Lungenentzündung bis zu zwölf Wochen anhält und ein Aufenthalt im Krankenhaus notwendig werden kann.

Von einer chronischen Erkrankung sprechen Mediziner, wenn nach sechs bis acht Wochen immer noch Anzeichen einer Lungenentzündung vorliegen.

Atypische Lungenentzündung: Milder Verlauf

Der Verlauf einer atypischen Pneumonie ist etwas anders. Der Betroffene fühlt sich zunächst nicht so krank wie bei der typischen Lungenentzündung. Bevor die Erkrankung tatsächlich ausbricht, ähnelt sie eher einer klassischen Erkältung mit den entsprechenden Beschwerden.

Kopf- und Gliederschmerzen sind die Hauptbeschwerden, der Allgemeinzustand der Patienten ist aber eher wenig beeinträchtigt. Die Körpertemperatur steigt nur langsam und hat seine Höchsttemperatur bei 38,5 Grad. Der eitrige Auswurf, der bei einer typischen Pneumonie auftritt, bleibt aus. Der Verlauf der Krankheit ist hier also insgesamt milder – das Risiko, sie zu verschleppen, allerdings auch größer, da man die Lungenentzündung erst spät als eine erkennt.

Mehr zum Thema: Virale Lungenentzündung: Atypische Pneumonie

Komplikationen können sogar zum Tod führen

Wird eine Lungenentzündung nicht rechtzeitig erkannt und verschleppt, kann die Krankheit tragische Folgen nach sich ziehen. Ohne die rechtzeitige Behandlung können Folgeerkrankungen wie ein Lungenabszess oder Lungenbrand entstehen, die im schlimmsten Fall zum Tod führen können. Deshalb sollte schon beim ersten Verdacht einer Lungenentzündung ein Arzt aufgesucht werden.

Mehr zum Thema: Verschleppte Lungenentzündung und andere Komplikationen

Diagnose und Behandlung: Art der Erkrankung entscheidet über die Therapie

Durch ein Röntgenbild kann ein Arzt leicht feststellen, ob der Patient an einer Lungenentzündung leidet. Wird eine Pneumonie festgestellt, sind die wichtigsten Maßnahmen Bettruhe, viel zu trinken und die Therapie mit Medikamenten. Je nachdem, an welcher Art der Lungenentzündung der Patient leidet, entscheidet sich, ob ein Antibiotikum verschrieben wird. Eine bakteriell bedingte Lungenentzündung wird mit Antibiotika behandelt, bei einer viralen Infektion wird stattdessen eher auf allgemeine Maßnahmen zurückgegriffen.

Mehr zum Thema: Behandlung und Therapie der Lungenentzündung

Kleinkinder und ältere Menschen sind besonders gefährdet

Da bei Kindern und vor allem Säuglingen das Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist, tragen diese ein besonders hohes Risiko, an einer Lungenentzündung zu erkranken. Um es erst gar nicht soweit kommen zu lassen, raten Experten dazu, die Kinder so früh wie möglich gegen die Pneumonie impfen zu lassen. Die Impfung ist bei Babys bereits ab zwei Monaten möglich.

Auch Menschen höheren Alters und Personen mit Immunschwäche-Krankheiten sind anfällig dafür, sich mit den Keimen anzustecken, die eine Pneumonie auslösen. Auch ihnen wird zu einer Impfung geraten, um einer Lungenentzündung vorzubeugen.

  • Schwierige Diagnose: Kalte Lungenentzündung – Was ist das?
  • Virale Lungenentzündung: Symptome erkennen und behandeln
  • Senioren, chronisch Kranke und Kinder: Eine Lungenentzündung mit einer Impfung vorbeugen
  • Schwierige Diagnose: Lungenentzündung bei Kindern erkennen
  • Bronchitis und Lungenentzündung erkennen: Wann Husten gefährlich wird

Mehr zum Thema: Lungenentzündung – Großes Risiko für die Kleinsten

Lungenentzündung – Symptom nicht immer Fieber

Lungenentzündung ist gefährlich. Resistente Keime machen Pneumonie zu einem weltweiten Problem, vor allem für Kleinkinder und ältere Menschen.

Fieber und Husten, Schüttelfrost, rasselnde Atemgeräusche in Bronchien und Lungen – das sind typische Symptome einer Lungenentzündung, medizinisch Pneumonie. Weiteres Anzeichen: Auswurf, der weiß, grau oder gelblich-grün bis braun sein kann. Manchmal entwickelt sich eine Lungenentzündung aus einem grippalen Infekt, der Virusgrippe oder einer Bronchitis. Je nach Alter und Gesundheitszustand des Patienten können die Symptome dramatisch oder weniger ausgeprägt ausfallen.

Dazu kommt allgemeines Schwächegefühl; vor allem bei älteren Menschen droht außerdem Atemnot. Denn nicht nur das Immunsystem arbeitet bei Senioren schlechter, sondern auch die Lungenfunktion ist eingeschränkt. Deshalb ist älteren Pneumonie-Patienten eine stationäre Behandlung häufig unumgänglich.

Symptome einer Lungenentzündung beim Kleinkind

Die zweite Risikogruppe für Pneumonie sind Kleinkinder. Doch die Lungenentzündung kann sich bei ihnen anders zeigen als bei Erwachsenen, weshalb Eltern oft nicht gleich an eine Lungenentzündung denken.

Gängige Anzeichen sind:

• Blähbauch
• hohes Fieber
• Appetitlosigkeit
• kein Durst, Trinken wird verweigert
• schnelle Atmung
• erhöhter Puls
• Husten (trocken oder mit Auswurf)

Auch bei Kleinkindern ist häufig eine intensive Behandlung nötig. Nach Berechnungen der WHO ist Lungenentzündung weltweit für rund 15 Prozent der Todesfälle von Kindern unter fünf Jahren verantwortlich. Allerdings gilt dieses Risiko vor allem für Kinder in Entwicklungsländern, wo ein Mangel an medizinischer Versorgung und Hygiene herrscht.

Kalte Lungenentzündung ohne Fieber

Manchmal tritt bei einer Lungenentzündung gar kein Fieber auf oder die Temperatur ist nur leicht erhöht. Schlappheit und Husten sind dann die einzigen Symptome. Die Anzeichen dieser atypischen Pneumonie sind ähnlich wie bei einer Erkältung und werden deshalb oft übersehen.

Vor allem Senioren sind von der sogenannten kalten Lungenentzündung betroffen. Bei ihnen verläuft eine Lungenentzündung oft ohne Fieber, weil ihr Immunsystem nicht so stark auf die Krankheitserreger reagiert. Meist wird die atypische Pneumonie auch von anderen Erregern hervorgerufen als die klassische, typische Lungenentzündung.

Lungenentzündung kann schwer verlaufen

In Deutschland erkranken pro Jahr rund 500.000 Menschen an Lungenentzündung. Nicht eingerechnet sind die Pneumonien, die Patienten in Kliniken bekommen, etwa durch Krankenhauskeime (MRSA). Im Gegensatz zu diesen meist lebensgefährlichen Lungenentzündungen werden die nicht im Krankenhaus erworbenen auch als ambulante Pneumonien bezeichnet.

Bei Pneumonie entzünden sich Lungenbläschen und Lungengewebe. Drohende Komplikationen umfassen:

• Sauerstoffmangel
• Blutvergiftung (wenn die Erreger weitere Organe befallen)
• Hirnhautentzündung
• Lungenentzündung chronifiziert, wodurch irreparable Lungenschäden entstehen können.

Lungenentzündung ist in Westeuropa die häufigste Todesursache unter den Infektionskrankheiten.

Ursache sind meistens Bakterien wie Pneumokokken


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Die mit Abstand wichtigsten Auslöser für Lungenentzündung sind Krankheitserreger wie

• Bakterien, darunter vor allem Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae) – die häufigste Ursache für Lungenentzündung bei Erwachsenen – sowie Staphylococcus aureus bei Kindern. Der Keim Haemophilus influenzae Typ b (Hib), welcher früher bei Kleinkindern die häufigste Ursache für eine Lungenentzündung darstellte, ist durch die für alle Säuglinge empfohlene Impfung stark zurückgegangen.
• Mykoplasmen (besonders kleine Bakterien) wie Mykoplasma pneumoniae
• Bakterien wie Legionellen oder Chlamydien
• Viren
• Pilze (etwa Candida)

Die Lungenentzündung durch Pneumokokken ist dabei die häufigste Form der Atemwegserkrankung. Diese Bakterien können übrigens auch zu Entzündungen

• im Mittelohr (Otitis media),
• den Nebenhöhlen (Sinusitis) und
• Hirnhäuten (Meningitis)
führen.

Nur selten wird eine Lungenentzündung nicht durch Krankheitserreger ausgelöst. Dann spielen eingeatmete Reizstoffe oder Fremdkörper eine Rolle.

So ansteckend ist Lungenentzündung

Pneumokokken-Erkrankungen sind extrem ansteckend. Die Bakterien werden per Tröpfcheninfektion übertragen, also beim Niesen, Husten, Sprechen und Lachen. Die Erreger gelangen dabei in die Luft und werden von anderen Menschen eingeatmet.

Übrigens tragen viele Menschen diesen Keim, erkranken jedoch nicht daran. Ihr Immunsystem hält ihn in Schach. Ein hoher Prozentsatz von Kindern und Klinikpersonal soll beispielsweise Pneumokokken-Träger sein. Erst, wenn die Abwehrkraft schwach ist, vermehren sich die Pneumokokken und können zu Entzündungen führen.

Die Bakterien besiedeln zuerst die Schleimhaut in Nase und Rachen. Bereits wenige Tage nach der Ansteckung kann die Lungenentzündung ausbrechen. Behandelt mit Antibiotika dauert eine Pneumonie je nach Gesundheitszustand des Patienten, Alter und zusätzlichen Erkrankungen drei bis sechs Wochen. Schlagen die Antibiotika an, sind Betroffene etwa vier Tage nach Beginn der Antibiotikatherapie nicht mehr ansteckend.

Doch auch wer eine Lungenentzündung überstanden hat, ist meist nicht immun dagegen. Denn es gibt bis zu 90 verschiedene Pneumokokken-Typen, von denen mindestens elf besonders gefährlich für die Lunge sind.

Lungenentzündung erkennen – wie die Diagnose abläuft

Der Arzt sollte bei folgenden Warnsignalen hinzugezogen werden:

• Fieber über 38 Grad
• Rasselgeräusche beim Atmen
• Atemnot
• heftiger Husten mit buntem Auswurf
• Husten, der länger als eine Woche anhält

Die Anamnese gibt bereits Hinweise, ob eine Lungenentzündung vorliegt. Mittels Abhorchen und Abklopfen erkennt der Arzt, ob die Lunge frei ist oder ob Schleim die Atemwege verstopft und das Lungengewebe verdichtet ist. Oft reichen diese Befunde schon aus, um zur Diagnose Lungenentzündung zu gelangen. Zusätzlich wird der Blutsauerstoff gemessen. Die Sauerstoffsättigung im Blut zeigt an, ob die Funktion der Lunge eingeschränkt ist.

Gemäß der Sauerstoffsättigung im Blut wird die Lungenentzündung in verschiedene Stadien eingeteilt:

• leichte Pneumonie
• mittelschwere und
• schwere Pneumonie

Welche Erreger vorliegen, wird mit folgenden Tests untersucht:

• Urintest (Pneumokokken-Schnelltest)
• Sputum-Test (Untersuchung des Auswurfs)
• Bluttest

Nur in wenigen Fällen kommt zusätzlich Röntgen oder eine Computertomographie (CT) zum Einsatz, um mögliche Schädigung und deren Ausmaß in der Lunge zu erkennen.

Das Ergebnis des Urintests liegt ein bis zwei Stunden später vor, bei den anderen Untersuchungen dauert es Tage, bis der Erregernachweis vorliegt.

Behandlung von Lungenentzündung mit Antibiotika


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Oft verordnet der Arzt dann ein Antibiotikum, das gegen die gängigsten Erreger der Lungenentzündung wirkt, die Pneumokokken. Die Behandlung wird hochdosiert begonnen. Mittel der Wahl sind Penicillinpräparate wie Aminopenicillin. Wer allergisch auf Penicillin reagiert, erhält stattdessen

• ein Fluorochinolon wie Moxifloxacin oder Levofloxacin,
• ein Makrolid wie Azithromycin oder Clarithromycin oder
• ein Tetracyclin wie Doxycyclin.

Bei schwererem Verlauf oder Zusatzerkrankungen wie COPD werden manchmal zwei Antibiotika miteinander kombiniert. Bei starker Lungenentzündung erfolgt die Behandlung meist im Krankenhaus und die Medikamente werden über eine Infusion gegeben.

Ist die Lungenentzündung durch Viren entstanden, etwa den Erreger der Grippe (Influenza), und verläuft sie schwer, stehen antivirale Mittel wie Oseltamivir zur Verfügung.

Selbstverständlich sollte auch bei leichter Lungenentzündung Bettruhe eingehalten werden. Bei erschwertem Abhusten helfen schleimlösende Medikamente. Zusätzlich heißt es: viel trinken und auf vitaminreiche Ernährung achten!

Impfung gegen Lungenentzündung

Rund 5.000 Menschen sterben allein in Deutschland jährlich an einer Infektion der Lunge mit Pneumokokken. Deshalb empfiehlt die Stiko (Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut) Senioren und Kindern ab zwei Jahren eine Impfung gegen Pneumokokken. Der Impfstoff schützt vor den wichtigsten Pneumokokkentypen, die für etwa 90 Prozent der Erkrankungen verantwortlich sind.

Bei Kindern ist die Impfung im Rahmen der Kombinationsimpfung gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Kinderlähmung, Hepatitis B und Haemophilus influenzae Typ b (Hib) möglich. Senioren können bei der Grippeimpfung zusätzlich die Pneumokokkenimpfung erhalten.

Auch Menschen, die nicht zu diesen Altersgruppen zählen, aber gesundheitlich gefährdet sind, Lungenentzündung zu bekommen, wird die Pneumokokkenimpfung empfohlen. Dazu gehören Patienten mit

• Immunschwäche
• Diabetes
• Asthma
• COPD
• Nierenerkrankungen
• Herzerkrankungen

Allerdings sind nur 31 Prozent der Senioren in der Altersgruppe zwischen 65 bis 79 Jahren gegen Pneumokokken geimpft, wie die Deutsche Erwachsenengesundheitsstudie DEGS des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigt.

Lungenentzündung im Fokus der Forschung

In Deutschland ist eine Penicillin-Resistenz gegenüber Pneumokokken noch selten, weltweit sieht das jedoch anders aus. Deshalb – und weil Lungenentzündung so häufig auftritt und mitunter schwer verläuft – wird nach Alternativen zu Antibiotika sowie neuen Impfstoffen gesucht.

Mehrere Forschungsverbände beschäftigen sich mit diesen Themen, etwa das Kompetenznetz „Ambulant erworbene Pneumonie“ (CAPNETZ), das vom Bundesforschungsministerium gegründet wurde.

Ein Therapieansatz, der Antibiotika in Zukunft ablösen könnte, sind bestimmte Enzyme. Sie können Pneumokokken gezielt auflösen, wie Forscher der Charité herausgefunden haben. Dabei handelt es sich um das Enzym Cpl-1: Es wird von für den Menschen ungefährlichen Viren gebildet, die in Bakterien eindringen, sich in diesen vermehren und die Erreger zerstören.

Autor: MONIKA PREUK

Verkannte Gefahr: Atypische Pneumonie

Dieser lästige Husten. Seit Wochen ist er ein treuer Begleiter des Kindes. Morgens, mittags, abends, nachts. Immer mal wieder. Nicht schlimm, aber so richtig gesund ist das Kind auch nicht. Irgendwann fragen sich die Eltern: „Sollten wir besser zum Kinderarzt damit, oder ist es nur ein bisschen Husten?“ Gerade im Winter sind die Wartezimmer voll mit hustenden Kindern. Bei den meisten ist es tatsächlich nur ein harmloser Infekt, bei manchen aber überrascht die Diagnose: Lungenentzündung.

Lungenentzündung? Das Kind hat doch keinen Schüttelfrost, kein Fieber und wirkt auch nicht sonderlich beeinträchtigt. So wie die drei von Christina H. aus Hamburg. Der acht Jahre alte Paul und seine Schwestern, die Zwillinge Lilly und Lotta (5) sind im vergangenen Herbst wie gewohnt unterwegs. Vielleicht ein bisschen quengeliger und anhänglicher als sonst, dazu der Husten und ab und zu mal etwas Temperatur. Aber richtige Alarmsignale gibt es nicht. „Es begann mit dem neuen Schuljahr und dauerte bis zu den Herbstferien“, sagt Christina H., dann endlich wird mit Hilfe von Röntgenbildern gefunden, was die Kinder mit sich herumschleppen. Es ist eine atypische Lungenentzündung, ausgelöst durch ein Bakterium namens chlamydia pneumoniae, aus der Familie der Chlamydien. Mit einem Antibiotikum ist der Infektion gut beizukommen.

Pneumokokken lassen Fieberwerte schnell ansteigen

Eine typische durch Pneumokokken ausgelöste Lungenentzündung (Pneumonie) dagegen wäre wohl nicht zu übersehen: Das Fieber steigt in Rekordgeschwindigkeit über 39 Grad, die Atmung geht immer schneller und schmerzt, die Kinder sind kraftlos, und im Blutbild finden sich hohe Entzündungswerte. Anders ist es bei einer atypischen Lungenentzündung: Bis auf wochenlangen Husten sind keine Symptome zu sehen. „Manchmal ist es wirklich abenteuerlich, weil diese Lungenentzündungen absolut nicht zu hören sind“, sagt der Hamburger Kinderarzt Hans-Ulrich Neumann. In solchen Fällen hilft meist das Röntgenbild, manchmal auch ein tiefer Nasen-Rachenabstrich oder eine Blutuntersuchung.

Wenn der Husten länger als drei Wochen dauert

Oft geht einer Lungenentzündung ein Infekt im Hals- oder Rachenbereich voraus. Dann geht der Husten los. „Husten ist ja an sich nichts Schlechtes“, sagt Neumann, schließlich sei er nur eine körpereigene Reaktion darauf, dass sich etwas Störendes in den Atemwegen befindet. Er rät bei normalem Husten dazu, viel zu trinken, am besten Tee mit Honig. Natursubstanzen wie Thymian, Spitzwegerich, Efeu, Cineol und Lavendelessenz seien meist hilfreicher als künstlich hergestellter Hustensaft. Außerdem sei Geduld nötig: „Bei einem normalen Infekt dauert der Husten zwei bis drei Wochen und ist meist morgens und abends zu hören.“

Auch andere Erreger können dahinter stecken

Aufmerksam müssen Eltern jedoch werden, wenn das Kind beeinträchtigt scheint und in der Nacht Hustenanfälle bekommt. Spätestens nach vier bis fünf Tagen mit leichter Temperatur und Schlappheitsgefühl sollte das Kind zum Arzt. Neben einer atypischen Lungenentzündung könnten schließlich auch andere Erkrankungen dahinter stecken.

Im Fall der Familie H. steckte sich Josefine (5) bei ihren Freundinnen im Kindergarten an und schleppte die Infektion in ihre Familie ein. Wochen später saß Josefine hustend bei der Kinderärztin und erzählt nebenbei von ihren Freundinnen namens Lilly und Lotta. „Ach, die kennst du? Dann weiß ich jetzt, was du hast“, sagte die Ärztin, ein Röntgenbild brachte den letzten Beweis. Auch bei Josefine war beim Abhören der Lungen nichts zu hören gewesen.

Verschiedene Erreger können die Erkrankung hervorrufen

Die atypische Pneumonie wird nicht nur durch Chlamydien, sondern auch durch andere Erreger wie Mykoplasmen hervorgerufen. Das sind sehr kleine Bakterien, die parasitär leben. Sie übertragen sich schnell per Tröpfcheninfektion, haben aber eine eher lange Inkubationszeit und oft nur wenig klinische Symptome. Das bedeutet: Sind Mykoplasmen unterwegs, können sich in einem Kindergarten, einer Schule, einer Familie in kurzer Zeit viele Menschen anstecken, ohne dass es – zunächst – jemand merkt.

Die klassische Lungenentzündung dagegen ist die häufigste lebensgefährliche Infektionskrankheit in den Industrieländern. Sie trifft meist Ältere und Kranke. Weil seit 2006 Kinder bis 24 Monate gegen Pneumokokken-Erreger geimpft werden, geht die Zahl dieser Erkrankungen bei Kindern spürbar zurück. Sie sind eher die Patienten mit atypischen Lungenentzündungen, die laut Dr. Neumann nicht unterschätzt werden sollen. Sind in einer Familie über Monate und ohne Behandlung beispielsweise Mykoplasmen unterwegs, „dann kann aus einer eigentlich harmlosen Bronchitis plötzlich eine schwerwiegende Lungenerkrankung werden“.

Besonderheiten im Kindesalter

Kinder mit Lungenentzündung wirken meist sehr matt, sehen blass und krank aus. Oft schwitzen sie stark. Ebenso wie im Erwachsenenalter treten häufig die typischen Symptome wie Husten, Schüttelfrost, schneller Puls, angestrengte und schnelle Atmung (Tachypnoe), Atemnot (Dyspnoe) und das damit einhergehende NasenflügelnNasenflügeln
Darunter versteht man heftige Bewegungen der Nasenflügel, die synchron mit der Atmung auftreten und als ein Anzeichen für Atemnot bei Säuglingen gelten.
auf. Letzteres ist insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern ein deutliches Zeichen für eine schwere Lungenentzündung. Der Husten ist anfangs oft trocken, quälend und schmerzhaft. Nach einigen Tagen bildet sich meist grünlicher Schleim, den ältere Kinder abhusten, während Säuglinge ihn verschlucken und sich daran erbrechen können. Bei Kindern fallen auch häufig Hauteinziehungen des Brustkorbs, Bauchschmerzen, Übelkeit sowie Ohrenschmerzen (Mittelohr-, Trommelfellentzündung) auf. Kleine Kinder haben v.a. bei einer bakteriellen Pneumonie hohes Fieber, während bei Pneumonien durch Viren und Mykoplasmen die Fieberkurve kaum Werte über 38,5°C übersteigt.

Eine Lungenentzündung kann bei Kindern aber auch völlig uncharakteristisch verlaufen, gerade bei Säuglingen kann der Allgemeinzustand mit nur leicht erhöhter Temperatur kaum beeinträchtigt sein. Erkrankte Säuglinge und Kleinkinder werden in der Regel stationär behandelt.

Oft ist eine Lungenentzündung die Folge einer Erkältungskrankheit, z.B. Bronchitis, sie tritt aber auch als Komplikation bei Masern oder Mukoviszidose auf. Bei Säuglingen und Kleinkindern zählen die Bakterien Staphylokokkus aureus, Haemophilus influenzae Typ b (Hib) und PneumokokkenPneumokokken
Das sind kugelförmige Bakterien, die (im Gegensatz zu Legionellen) mit dem Antibiotikum Penicillin meistens gut in den Griff zu bekommen sind. Gegen die von Pneumokokken verursachte Lungenentzündung gibt es auch eine vorbeugende Impfung.
zu den häufigsten Erregern. Im ersten Lebensjahr sollten Kinder mit einer viermaligen Impfung, die noch gegen weitere Krankheiten immunisiert, gegen Hämophilus influenzae Typ b (Hib) geschützt werden. Gegen Pneumokokken können Kinder ab dem vollendeten 2. Lebensmonat geimpft werden.

Lungenentzündung bei Kindern

Ursachen und Symptome

Bei einer Lungenentzündung handelt es sich um eine Infektion der Lungenbläschen und des Lungengewebes, die häufig durch Bakterien verursacht wird. Vor allem Pneumokokken sind für die Hälfte aller Erkrankungen verantwortlich, die durch eine Tröpfcheninfektion übertragen werden. Aber auch Viren und in seltenen Fällen Pilze können die Ursache für eine Lungenentzündung oder Pneumonie sein.

Kinder, die häufig an einer Entzündung der Atemwege (Bronchitis) leiden (meist durch Viren verursacht) oder Asthma (richtig: Asthma bronchiale) haben, sind für eine Lungenentzündung besonders anfällig.

Eine Pneumonie kann aber auch als Komplikation bei anderen Erkrankungen, wie z.B. bei Masern oder der Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose auftreten. Trotz großer medizinischer Fortschritte gehören Lungenentzündungen auch heute noch zu einer der häufigsten Todesursachen bei Säuglingen und Kleinkindern.

Die Schwierigkeit bei einer Pneumonie: Für Eltern ist es nicht leicht, zwischen einer normalen Erkältung, einer Bronchitis und einer Lungenentzündung zu unterscheiden. Es gibt jedoch einige typische Symptome, die auf eine Pneumonie hinweisen. In diesem Fall sollten Sie umgehend Ihren Kinderarzt aufsuchen und weitere Untersuchungen durchführen lassen:

  • hohes Fieber mit Schüttelfrost
  • schnelle und sehr flache Atmung
  • Husten mit gelbem oder grünem Sekret
  • Herzrasen
  • aufgeblähter Bauch, Bauchschmerzen
  • eingeschränkter Allgemeinzustand mit z.B. abwesendes Verhalten

Die Diagnose wird zusätzlich erschwert, wenn es sich um eine sogenannte „atypische Lungenentzündung “ handelt. Diese Art der Lungenentzündung wird häufig durch Viren oder besondere Bakterienarten hervorgerufen und geht mit Symptomen einher, die weniger ausgeprägt als bei einer klassischen Pneumonie sind.

Häufig deutet ein über Wochen anhaltender trockener Husten sowie Kopf- und Gliederschmerzen oder eine fehlende Besserung nach ausreichender Behandlung mit einem Antibiotikum (das diese Erreger nicht erfasst) auf eine atypische Lungenentzündung hin.

Fieber, Schüttelfrost und Atemnot treten bei einer atypischen Pneumonie eher selten auf und auch der allgemeine Gesundheitszustand der Patienten ist kaum beeinträchtigt. Bei Kindern kann es außerdem vermehrt zu Entzündungen des Trommelfells kommen.

Zur eindeutigen Diagnose einer typischen sowie atypischen Pneumonie werden bei Kindern neben dem Abhorchen in der Regel ein Röntgenbild, ein Rachenabstrich sowie eine Urin- und Blutuntersuchung durchgeführt.

Grundsätzlich gilt: Bei einem Verdacht auf eine Lungenentzündung sollten Eltern ihren Kinderarzt aufsuchen.

Behandlung der Pneumonie bei Kindern

Wie eine Pneumonie therapiert wird, hängt immer vom Alter und dem Schweregrad der Infektion ab. Das Alter beeinflusst hierbei nicht nur die Beeinträchtigung durch die Lungenentzündung sondern auch die Art der Keime, die häufig die Entzündung verursachen.

Eine durch Bakterien verursachte Lungenentzündung wird mit Antibiotika behandelt. Säuglinge bis zu einem Alter von etwa 6 Monaten werden in der Regel im Krankenhaus aufgenommen und überwacht, da die Kinder häufig schwer krank sind und die Antibiotika per Infusion verabreicht werden müssen.

Bei atypischen Pneumonien werden andere Antibiotika zur Behandlung gewählt. Bei Viruserkrankungen sind Antibiotika unwirksam, es sei denn, es handelt sich um eine Infektion mit Viren und Bakterien.

Ältere Kinder können sich in Abhängigkeit von der Schwere der Erkrankung und dem Vorliegen anderer Erkrankungen zu Hause auskurieren. Sie sollten allerdings strikte Bettruhe einhalten und die vom Kinderarzt verordneten Antibiotika regelmäßig einnehmen. Erst wenn die Lungenentzündung vollständig ausgeheilt ist, dürfen die Kinder wieder den Kindergarten oder die Schule besuchen. Die Entscheidung trifft der Kinderarzt.

Komplikationen

Wenn eine Pneumonie rechtzeitig bemerkt und behandelt wird, ist die Infektion gut zu behandeln und dann in der Regel nach 3 Wochen abgeklungen. Wird eine Lungenentzündung allerdings zu spät oder gar nicht erkannt, sind mitunter schwere Komplikationen möglich.

Diese können sich in einer Abkapselung der Entzündung (einem sogenannten Lungenabszess), einer nachhaltigen Veränderung des Gewebes des Lungengerüstes (einer sogenannte Lungenfibrose) oder einer Mitbeteiligung des Brustfells (Pleuritis) äußern.

Außerdem können die Erreger gleichzeitig oder nacheinander eine Mittelohrentzündung, oder eine Hirnhautentzündung hervorrufen. In schweren Fällen kommt es zu einer „Blutvergiftung“(Sepsis), bei der sich die Erreger über die Blutbahn im gesamten Körper ausbreiten. Besonders von der Infektion betroffen und anfällig für die Entwicklung von

Komplikationen sind Kinder und Erwachsene mit chronischen Krankheiten und/oder einem geschwächten Immunsystem.

Pneumonie: Vorbeugung durch Impfen?

Mit vier gängigen Impfungen, die zum Impfplan der Ständigen Impfkommission STIKO gehören, werden Säuglinge und Kinder vor einer Lungenentzündung geschützt. Dazu gehören:

  • Impfung gegen Pneumokokken
  • Impfung gegen Masern
  • Impfung gegen Hämophilus influenza Typ b (Hib)
  • Impfung gegen Windpocken

Außerdem sollten Menschen mit höherem Risiko wie zum Beispiel Patienten mit Immunerkrankungen, alte Menschen und Kinder den Kontakt zu den Erkrankten meiden, um das Ansteckungsrisiko zu reduzieren.

Das sagt die Kinderärztin Dr. med. Nadine McGowan

Eine Lungenentzündung, auch als Pneumonie bekannt, wird häufig erst spät diagnostiziert, da sich die Krankheit auf Kinder unterschiedlich auswirken kann: Einige der kleinen Patienten klagen über Unwohlsein, verweigern das Essen und Trinken und haben Fieber, andere spielen einfach weiter, als wären sie vollkommen gesund. Da die Symptome so unterschiedlich sind, sollten Eltern das Verhalten des Kindes daher genau beobachten. Das erste und meist deutlichste Anzeichen einer Lungenentzündung bei Kindern ist starker Husten, der auch nach mehreren Tagen nicht abklingt. Klagt das Kind außerdem über Schmerzen im Brustbereich, hat Schwierigkeiten mit der Atmung und eine Temperatur über 38,5 Grad, sollten Sie zum Kinderarzt fahren.

Doch was passiert bei einer Lungenentzündung eigentlich und wie wird sie übertragen? Sie entsteht, wenn sich das Lungengewebe und die Atemwege im Brustraum des Kindes entzünden. Kleinkinder sind besonders anfällig dafür: Bedingt durch das gemeinsame Spielen im Kinderkarten oder in der Schule sowie das vergleichsweise schwache Immunsystem der Kleinen kann sich die Entzündung durch eine Tröpfcheninfektion leicht ausbreiten. Tatsächlich handelt es bei der Lungenentzündung um eine recht häufige Atemwegserkrankung im Kindesalter.

Wie wird eine Lungenentzündung bei Kindern diagnostiziert?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Lungenentzündung bei Kindern zu diagnostizieren. Stellt der Arzt beim Abhören Rasselgeräusche in der Atmung fest, ist das für gewöhnlich ein deutlicher Hinweis auf die Krankheit. Aber auch eine Blutuntersuchung kann Aufschluss geben: Beispielsweise ist eine erhöhte Anzahl der weißen Blutkörperchen Anhaltspunkt für eine Entzündung. Dabei lässt sich auch unterscheiden, ob es sich um eine virale oder bakterielle Lungenentzündung handelt. Bei der viralen sind die Entzündungszeichen in der Regel nicht erhöht und es kann auf Antibiotika verzichtet werden. Da die Abgrenzung zwischen einer Bronchitis und einer Lungenentzündung manchmal schwierig ist, wird oft auch eine Röntgenaufnahme der Lunge gemacht, um einschätzen zu können, wie stark sich die Entzündung ausgebreitet hat.

Für welche Kinder ist die Krankheit besonders gefährlich?

Aufpassen sollten Eltern, wenn ihr Kind unter einer Atemwegserkrankung wie beispielsweise Asthma leidet oder es bereits häufig eine Bronchitis hatte. Auch bei Frühchen ist die Lungenentzündung sehr gefährlich, da sie extrem belastend für die kleinen Körper ist. Generell gilt: Je jünger das Kind, desto wahrscheinlicher ist es, dass es im Krankenhaus behandelt werden muss, da gerade Kleinkinder bei Lungenentzündungen erhebliche Schwierigkeiten beim Atmen haben können.

Nicht alle Kinder fühlen sich bei einer Lungenentzündung schlapp. Deshalb sollten Eltern besonders auf mögliche Symptome wie Fieber und einen rasselnden Atem achtenFoto: Fotolia

Wie behandle ich eine Lungenentzündung bei Kindern?

Bei einer Lungenentzündung muss mit Bronchien-erweiternden Inhalationen gearbeitet werden, die es auch schon für Kinder gibt. Ist der Schleim sehr zäh, kann der Kinderarzt eine höherprozentige Kochsalzlösung für ein Inhahaltionsgerät verschreiben, was zusammen mit brochienerweiternden Mitteln inhaliert wird und den Schleim flüssiger und leichter abhustbar macht. Bei einer Lungenentzündung darf auf gar keinen Fall ein Hustenstiller gegeben werden, auch wenn der Husten noch so nervt und teils den Schlaf raubt. Der Schleim kann sonst nicht mehr abgehustet werden und schlimmstenfalls drohen echte Atemprobleme durch Verlegung der Luftwege mit Schleim. Insbesondere im Schlaf kann das sehr gefährlich werden.

Antibiotika sind bei einer bakteriellen Lungenentzündung unverzichtbar, bei viralen Pneumonien hingegeben braucht man sie nicht. Das Medikament wird über mindestens sieben Tage verabreicht. Säuglinge erhalten das Antibiotikum meist über eine Infusion. Gegen das Fieber kann der Arzt fiebersenkende Mittel verschreiben: Es gibt Säfte für Kinder, die mit den Wirkstoffen Ibuprofen oder Paracetamol versetzt sind. Aspirin sollte nicht verabreicht werden – im schlimmsten Fall kann das Kind dadurch am lebensgefährlichen Reye-Syndrom erkranken.

Wie lange die Krankheit dauert, hängt häufig vom Typ des Erregers und dem allgemeinen gesundheitlichen Zustand des Kindes ab. Liegen keine zusätzlichen Erkrankungen vor, kann eine Lungenentzündung bei Kindern innerhalb von sieben bis zehn Tagen auskuriert werden. Allerdings sollte sich das Kind auch dann noch bis zu einem Monat nach der Erkrankung schonen – durch die Entzündung können die Atemwege noch mehrere Wochen geschwächt sein und sind so anfälliger für Infekte.

Lungenentzündung bei Kindern: Großes Risiko für die Kleinsten

Die Lungenentzündung ist bei Kindern eine der häufigsten Todesursachen weltweit. Woran Sie erkennen, ob Ihr Kind an einer Lungenentzündung erkrankt ist und ab wann eine Impfung sinnvoll ist, erfahren Sie hier.

Die typischen Symptome einer Lungenentzündung sind hohes Fieber, das meist bis zu 40 Grad steigen kann, Gliederschmerzen und Schüttelfrost. Weitere Anzeichen sind starker Husten, ein beschleunigter Puls und eine schnelle Atmung. Generell ähneln die Anzeichen einer Lungenentzündung oft denen einer gewöhnlichen Erkältung. Wenn dann noch grün-gelblicher Auswurf hinzu kommt, ist wahrscheinlich auch eine Bronchitis vorhanden, die einer Lungenentzündung oft voran geht.

Lungenentzündung bei Kindern ist nur schwer erkennbar

Die Lungenentzündung ist gerade bei Säuglingen nur schwer erkennbar, da sie sich noch nicht äußern können, welche Beschwerden sie haben. Bei folgenden Anzeichen liegt bei Ihrem Baby eine Lungenentzündung vor:

  • Es trinkt und isst wenig.
  • Der Bauch der/des Kleinen ist aufgebläht.
  • Das Baby atmet schnell und flach, dabei beben die Nasenflügel.
  • Das Kind erbricht das grün-gelbliche Sekret oder verschluckt sich am Schleim.

Eine Lungenentzündung äußert sich bei Kindern außerdem nicht immer in der gleichen Weise: Während einige Kinder blass und sehr krank aussehen, unter Appetitlosigkeit leiden und Desinteresse an ihrer Umwelt zeigen, ist anderen Kindern die Lungenentzündung kaum anzumerken. Deshalb kann es schwierig sein, eine Pneumonie bei Kindern klar zu diagnostizieren.

Diagnose und Behandlung der Lungenentzündung

Zur eindeutigen Diagnose führt der Kinderarzt in der Regel eine körperliche Untersuchung durch und hört mit einem Stethoskop die Lunge ab. Außerdem können Bluttests, Rachen- und Nasenabstriche ebenfalls Aufschluss liefern. Allerdings liefern diese Methoden nicht immer ein klares Ergebnis. Beim Abhören ist beispielsweise nur manchmal ein Rasselgeräusch in der Lunge hörbar – das ist dann der Fall, wenn sich die Entzündung sehr tief in der Lunge gebildet hat. Ein Röntgenbild kann in solch einem Fall Klarheit für die tatsächliche Ursache für die Beschwerden bringen.

Wurde die Lungenentzündung durch Bakterien ausgelöst, muss das Kind meist Antibiotika zur Behandlung schlucken. Bei einer viralen Entzündung zeigen Antibiotika keine Wirkung, weshalb lediglich die Symptome bekämpft werden können. Dafür eignen sich folgende Methoden:

  • viel trinken
  • inhalieren mit Kochsalz
  • schleimlösende und fiebersenkende Medikamente wie Ibuprofen oder Paracetamol einnehmen (jedoch kein Aspirin bei Kindern!)

Vorbeugen: Kinder ab zwei Monaten gegen Lungenentzündung impfen

Einer Lungenentzündung kann man mit Impfungen entgegenwirken. Zum einen kann man das Kind speziell gegen Pneumokokken impfen lassen, die zum Großteil für die Krankheit verantwortlich sind. Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) empfiehlt eine Impfung ab einem Alter von zwei Monaten.

Zum anderen sollten Kinder im Allgemeinen gegen alle Infektionskrankheiten geimpft werden – dazu gehören unter anderem Masern, Mumps und die Grippe. Alle von der STIKO empfohlenen Impfungen werden von der Krankenkasse finanziert.

Ursachen der Lungenentzündung

Von einer Lungenentzündung oder Pneumonie spricht man, wenn das Lungengewebe und die Atemwege von Bakterien, Pilzen oder Viren befallen sind. Zu 80 Prozent sind meist Pneumokokken-Bakterien (Streptococcus pneumoniae) Schuld an der Erkrankung; seltener liegt die Ursache auch in Bakterien wie Mykoplasmen oder Chlamydien, dann ist die Rede von einer atypischen Lungenentzündung. Bei Kindern, die an weiteren Atemwegserkrankungen wie Asthma oder Bronchitis leiden, ist das Risiko an einer Lungenentzündung zu erkranken, besonders hoch.

Ist die Lungenerkrankung die Folge einer Erkältungskrankheit wie Bronchitis, spricht man von einer Superinfektion: Die Viren liefern einen geeigneten Nährboden für Bakterien, weshalb es zu einer weiteren Infektion kommt. Auch in Zusammenhang mit Mukoviszidose oder Masern kann eine Lungenentzündung hervorgerufen werden.

  • Schwierige Diagnose: Kalte Lungenentzündung – Was ist das?
  • Hilfe bei Reizhusten: Bronchitis bei Kindern behandeln und vorbeugen
  • Virale Lungenentzündung: Symptome erkennen und behandeln

Warum Kinder besonders anfällig sind

Kinder, vor allem Säuglinge unter drei Monaten, sind besonders anfällig für die Infektion an der Lunge. Zum einen liegt das daran, dass sie noch kein starkes Immunsystem besitzen und der kleine Körper die Erreger noch nicht gut abwehren kann. Zum anderen haben Kleinkinder häufig noch kein Hygienebewusstsein und stecken sich häufig im Kindergarten oder in der Schule gegenseitig durch Tröpfchen an.

Lungenentzündung bei Kindern

Diagnose und Behandlung einer Lungenentzündung bei Kindern

Die Diagnose einer Lungenentzündung bei Kleinkindern und Kindern entspricht im Wesentlichen derjenigen bei Erwachsenen. Zunächst wird die Krankengeschichte (Anamnese) durch den Arzt erhoben, wobei meist die Eltern genaue Auskunft erteilen. Gezielte Fragen, die dem Arzt bei dem Verdacht auf eine Lungenentzündung bei Kindern weitere Informationen liefern, könnten beispielsweise sein:

  • Leidet Ihr Kind schon seit längerer Zeit an Husten und Fieber?
  • Hustet Ihr Kind viel und wird dabei Schleim abgehustet?
  • Fühlt sich Ihr Kind seit längerer Zeit schlapp und müde?
  • Isst Ihr Kind in letzter Zeit weniger?
  • Verhält sich Ihr Kind anders als sonst (zum Beispiel Wesensveränderung)?

Daran schließt sich eine körperliche Untersuchung an. Mit einem Stethoskop horcht der Arzt an verschiedenen Stellen am Rücken und auf der Brust die Lunge ab. Das entzündete Lungengewebe und der Schleim, der sich zwischen den Lungenbläschen ansammeln kann, verursachen typische Atemgeräusche (klingende, feinblasige Rasselgeräusche).

Weitere Untersuchungen

Um die Ausdehnung der Entzündung beurteilen zu können, wird eine Röntgenaufnahme der Lunge angefertigt. Das Anfertigen einer einzigen Röntgenaufnahme bei Kindern ist hinsichtlich der Strahlenbelastung unbedenklich. Eine zu hohe Strahlenbelastung und entsprechende Folgeschäden wären nur dann zu erwarten, wenn in sehr kurzer Zeit sehr viele Röntgenuntersuchungen durchgeführt würden Die Röntgenuntersuchung ist bei Verdacht auf eine Lungenentzündung die wichtigste Untersuchung.

Um nachzuweisen, welche Erreger die Lungenentzündung verursacht haben, ist eine Laboranalyse nötig. Dazu wird Auswurf (Sputum) kultiviert. Das bedeutet, dass im Labor versucht wird, Bakterien aus dem Sputum zu vermehren. Daraus lässt sich dann das verantwortliche Bakterium für die Lungenentzündung identifizieren. Eine Laboranalyse ist sinnvoll, da verschiedene Erreger unterschiedlich empfindlich auf Antibiotika reagieren. Dies kann ebenfalls anhand der Erregeranzucht aus dem Sputum getestet werden.

Wichtig ist, dass die Sputumprobe vor Beginn der Therapie gewonnen wird, da sie ansonsten durch den Wirkstoff verunreinigt ist und keine genauen Schlüsse mehr zulässt. Eine Sputumprobe ist aber nicht in jedem Fall notwendig. Sie wird in der Regel nur dann genommen, wenn der Arzt anhand der vorliegenden Symptome keine eindeutige Diagnose stellen kann. In komplizierten Fällen, wenn zum Beispiel eine Therapie keine Wirkung zeigt, kann es notwendig werden, eine Schleimhautprobe (Biopsie) zu entnehmen.

Mit einer Blutuntersuchung kann der Verdacht auf eine Lungenentzündung bei Kindern erhärtet werden. Liegt eine Entzündung im Körper vor, so sind typischerweise das C-reaktive-Protein (CRP) im Blut und die Anzahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) erhöht.

Behandlung der Lungenentzündung bei Kindern

Die Behandlung der Kinder richtet sich nach dem Alter des Kindes und der Schwere der Lungenentzündung. Babys bis zu einem Alter von sechs Monaten und Kinder mit Begleiterkrankungen oder einem sehr ausgeprägten Krankheitsverlauf sollten im Krankenhaus behandelt werden. Ältere Kinder ohne begleitende Erkrankungen können zu Hause behandelt werden. Sie müssen jedoch Bettruhe einhalten und die Eltern sollten strikt darauf achten, dass die vom Arzt verschriebene Therapie eingehalten wird.

Antibiotika

Eine bakteriell ausgelöste Lungenentzündung bei Kindern wird mit Antibiotika behandelt. Die Behandlung erfolgt über mindestens sieben Tage, kann sich aber je nach Erreger auch über einen längeren Zeitraum erstrecken. Welches Antibiotikum im Einzelfall verwendet wird, hängt von der Bakterienart ab. Babys und Säuglingen bis zu sechs Monaten wird das Antibiotikum per Infusion zugeführt. Eine orale Einnahme ist in diesem Alter noch sehr schwierig. Um einen kontinuierlichen Wirkstoffspiegel im Blut zu gewährleisten und nicht zu riskieren, dass sich die Erkrankung verschlimmert, wird in diesem Alter von Anfang an eine intravenöse Gabe gewählt.

Fiebersenkende Mittel

Bei hohem Fieber verschreibt der Arzt zusätzlich fiebersenkende Medikamente. Die Einnahme ist in der Regel, bei Einhaltung der vom Arzt verschriebenen Dosierung, auch für kleinere Kinder unbedenklich. Im Handel sind speziell für Kinder geeignete Fiebersäfte mit den Wirkstoffen Ibuprofen oder Paracetamol erhältlich. Keinesfalls dürfen Kinder Aspirin erhalten, da sich dadurch das lebensgefährliche Reye-Syndrom entwickeln kann.

Schleimlösende Medikamente

Bei einer Lungenentzündung sammelt sich viel Schleim in dem Gewebe zwischen den Lungenbläschen (Interstitium) an. Dieser Schleim wird durch Husten nach außen befördert. Um das Abhusten zu erleichtern, können schleimlösende Medikamente verabreicht werden. Hustenstillende Mittel sollten am Tag nicht gegeben werden, da sie den Hustenreiz unterdrücken und das Kind den Schleim in der Lunge nicht mehr abhusten kann und sie nie zum selben Zeitpunkt mit schleimlösenden Medikamenten eingenommen werden dürfen. Nachts ist die Einnahme von hustenstillenden Mitteln allerdings empfehlenswert, da Kinder so besser durchschlafen können.

Weitere Maßnahmen

Das Abhusten von Schleim kann zusätzlich durch eine Inhalationstherapie und durch eine Vibrationsmassage erleichtert werden. Bei einer Inhalationstherapie wird eine Lösung aus Kochsalz und schleimlösenden Zusätzen inhaliert. In der Regel sind die Kinder dabei auf die Hilfe ihrer Eltern angewiesen. Eine sogenannte Vibrationstherapie wird von einem/einer Physiotherapeut/in durchgeführt. Dazu wird ein vibrierendes Gerät auf den Rücken gesetzt, welches durch die Vibrationen den Schleim löst und damit ebenfalls das Abhusten unterstützt. Begleitend zur Therapie ist wichtig, dass Kinder viel trinken, um den Flüssigkeitsverlust durch Husten und Fieber auszugleichen und dass sie sich körperlich schonen.

Eine Lungenentzündung, die ohne Fieber verläuft, wird auch als kalte Lungenentzündung bezeichnet. Durch welche Symptome sie sich äußert und warum sie nur schwer zu erkennen ist – hier erfahren Sie alles wichtige.

Wie äußert sich eine kalte Lungenentzündung?

Die kalte Lungenentzündung ist eine besondere Form der Lungenkrankheit. Sie wird daher auch als atypische Lungenentzündung bezeichnet. Wie auch bei der klassischen Pneumonie handelt es sich bei der kalten Pneumonie um einen entzündlichen Prozess in der Lunge. Da die üblichen Symptome wie erhöhte Temperatur und Fieber nicht auftreten, ist die Diagnose oftmals erschwert.

Die kalte Lungenentzündung ist besonders gefährlich. Da bei ihr kein Fieber auftritt, wird sie oft verkannt Foto: Fotolia

Auch wenn die Anzeichen je nach Alter und von Person zu Person unterschiedlich stark ausgeprägt sind, zeigen sich diese grippeähnlichen Symptome bei der kalten Lungenentzündung jedoch am häufigsten:

  • Allgemeine Abgeschlagenheit
  • Probleme mit der Atmung
  • Gliederschmerzen
  • Trockener Husten
  • Schmerzen im Brust- und Lungenbereich
  • Rückenschmerzen

Ist eine kalte Lungenentzündung ansteckend?

Wie die klassische Pneumonie ist auch die kalte Lungenentzündung ansteckend. Die Krankheitsviren oder –bakterien (sogenannte Pneumokokken) werden in erster Linie durch Tröpfcheninfektion übertragen. Da Kinder in Kindergärten oder Schulen einer höheren Ansteckungsgefahr ausgesetzt sind, tritt die kalte Lungenentzündung häufiger bei Kindern als bei Erwachsenen auf. Auch bei älteren Personen und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem ist die Ansteckungsgefahr groß.

Wie wird eine kalte Lungenentzündung behandelt?

Eine kalte Lungenentzündung wird in erster Linie mit Antibiotika behandelt. Hinzu kommen unterstützende Maßnahmen wie leichte körperliche Bewegung und Atemübungen. Eine reichliche Flüssigkeitsaufnahme und eine vitaminreiche Ernährung sind außerdem ratsam.

Kann eine kalte Lungenentzündung verschleppt werden?

Da eine klare Diagnostik nur eingeschränkt möglich ist und die Symptome irrtümlicherweise häufig für eine Grippe gehalten werden, besteht die Gefahr, die kalte Lungenentzündung zu verschleppen. Sollten die Symptome mehr als sechs bis acht Wochen andauern, sprechen Ärzte von einer chronischen Lungenentzündung. In jedem Fall sollten Sie daher bei den ersten Anzeichen einer Pneumonie einen Arzt aufsuchen.

Lungenentzündung beim Kind: Symptome und Behandlung

Lungenentzündungen kommen bei kleinen Kindern häufig vor. Eine Lungenentzündung oder auch Pneumonie ist eine Erkrankung der unteren Atemwege. Die Lungenbläschen und das Lungengewebe sind, meist aufgrund einer Infektion mit Bakterien wie Pneumokokken, entzündet. Besonders gefährlich ist eine Lungenentzündung für Babys, deren Immunsystem kaum ausgereift ist.

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Was genau ist eine Lungenentzündung?

Eine Lungenentzündung auch Pneumonie genannt, bezeichnet eine Entzündung des Lungengewebes und der Atemwege im Brustraum. Dabei schwillt das betroffene Lungenareal an und wird verstärkt durchblutet. Eine Lungenentzündung beim Kind tritt oft als Begleiterscheinung anderer Krankheiten auf, wie z.B. einer Bronchitis oder auch Masern. Besonders betroffen sind Kinder unter fünf Jahren und ältere Menschen. Circa 40% aller Lungenentzündungen sind auf die Erkrankung durch die Pneumokokken (Bakterien) zurückzuführen.

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Ursachen einer Lungenentzündung

Eine Lungenentzündung kann verschiedene Ursachen haben. Die Erkrankung durch Viren wie dem Influenzavirus, dem Respiratory-Syncytial-Virus (RSV) oder dem Adenovirus sind am häufigsten. Die Übertragung geschieht meistens durch die sogenannte Tröpfcheninfektion, also ganz einfach beim Niesen, Husten oder Sprechen.

Eine Ansteckung durch Pilze ist eher selten und kommt nur bei Neugeborenen und Kindern mit Immundefekten vor. Wahrscheinlicher ist es dagegen, dass Dein Baby durch Erreger wie Clamydien, Listerien oder Pneumocystis carinii an einer Lungenentzündung erkrankt.

Symptome einer Lungenentzündung beim Kind

Die wichtigsten Anzeichen einer Lungenentzündung beim Kind sind:

  • Husten (meist mit einem grünlichen oder gelblichen Auswurf)
  • schnelles, flaches Atmen
  • Nasenflügelatmen: Dabei stellen sich die Nasenflügel Deines Kindes beim Einatmen auf
  • Schmerzen im Brustbereich beim Husten
  • anhaltendes oder hohes Fieber
  • Schüttelfrost
  • Aufgeblähter Bauch
  • Symptome einer Meningitis oder einer Apathie
  • Herzrasen

Oft wirkt ein erkranktes Kind matt und abgeschlagen. Bei Säuglingen kann es auch vorkommen, dass sie untypische Symptome zeigen wie z.B. einen Schnupfen. Außerdem verweigern sie oft jede Nahrung oder Flüssigkeit.

Besonders schwierig ist eine Lungenentzündung zu erkennen, die auf einer Infektion mit Viren beruht: Diese ist kaum von einer hartnäckigen Erkältung mit Kopf- und Gliederschmerzen zu unterscheiden. Weil die Symptome erst einmal nicht so drastisch erscheinen, werden Lungenentzündungen bei Kindern oft erst spät festgestellt. Wenn Du den Verdacht hegst, dass Dein Kind eine Lungenentzündung haben könnte, solltest Du daher unbedingt mit ihm zum Kinderarzt gehen und die Brust abhören lassen. Je kleiner das Kind, desto mehr Vorsicht ist angebracht.

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Diagnose der Lungenentzündung

Zunächst wird Euer Kinderarzt wahrscheinlich die Brust abhören, um Rasselgeräusche festzustellen. Wenn sich der Verdacht auf eine Lungenentzündung erhärtet, kann ein Bluttest Aufschluss geben. Eine erhöhte Anzahl weißer Blutkörperchen weist auf eine bakterielle Entzündung im Körper hin. Eventuell ist auch eine Röntgenuntersuchung notwendig, um herauszufinden, wie weit die Entzündung schon fortgeschritten ist.

Behandlung der Lungenentzündung beim Kind

Steht die Diagnose fest, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Eine leichte Lungenentzündung bei älteren Kindern kann oft zu Hause behandelt werden. Eine Erkrankung bei Säuglingen und Neugeborenen muss dagegen immer stationär behandelt werden. Bei einer bakteriellen Lungenentzündung durch z.B. Pneumokokken, erfolgt fast immer eine Therapie mit Antibiotika. Die Dauer der Behandlung hängt vom Erreger ab, grundsätzlich muss die Therapie aber mindestens 3-10 Tage nach Abklingen des Fiebers weitergeführt werden.

Zusätzlich können am Anfang noch fiebersenkende oder schleimlösende Maßnahmen ergriffen werden. Niemals solltest Du Deinem Kind hustenstillende Medikamente geben. Besser ist es wenn Dein Kind das Sekret abhustet. Wichtig ist dass Du Deinem Kind viel Flüssigkeit gibst und bei schweren Lungenentzündungen zusätzlich eine Inhalationstherapie durchführst. In der Regel heilt die Pneumonie bei richtiger Behandlung innerhalb von 7-10 Tagen ab.

Lungenentzündung und Impfung

Mit ein paar Maßnahmen kannst Du bereits im Vorfeld verhindern, dass Dein Kind erkrankt. Schon die Routineimpfungen wie die gegen Masern oder Influenza schützen vor einer Pneumonie. Seit Juli 2006 empfiehlt die Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut auch eine Pneumokokken-Impfung für alle Kinder als Grundimpfung. Wenn Dein Kind eine Bronchitis bekommt, sollte diese unter ärztlicher Aufsicht behandelt werden. Eventuell empfiehlt es sich, Antibiotika als vorbeugende Maßnahme einzunehmen.

Du möchtest Dich weiter informieren? Hier erfährst Du, ob eine Lungenentzündung ansteckend ist.

Was ist eine Lungenentzündung?

Eine Lungenentzündung (Pneumonie) ist eine akute oder chronisch verlaufende Entzündung der Lungenbläschen (alveoläre Pneumonie) und/oder des Lungengewebes (interstitielle Pneumonie). Dabei kommt es zu einer Anschwellung und vermehrten Durchblutung des betroffenen Lungenareals. Typischerweise geht die Erkrankung mit einer Flüssigkeitsansammlung im Lungengewebe einher.

Die alveoläre Pneumonie wird – je nach Ausdehnung – wiederum in die Lobär- oder Herdpneumonie unterteilt. Bei der LobärpneumonieLobärpneumonie
Die klassische und häufigste unter den Pneumonien ist die Lobärpneumonie. Sie verläuft in mehreren Stadien und kann sich in jedem Lungenlappen ausbreiten. Die erste Phase dauert nur einen Tag und heißt Anschoppung. Es handelt sich um einen Flüssigkeitsübertritt aus den Gefäßen in die Lungenbläschen (Alveolen). Die nächste Phase, die so genannte rote Hepatisation dauert zwei Tage. Dabei treten rote Blutkörperchen und Gerinnungsfaktoren in die Lungenbläschen (Alveolen) über. Die Gerinnungsfaktoren bilden ein dünnes Netz aus Fibrin, das sich in die Alveolen legt. In der nächsten Phase wandern – über vier Tage hinweg – weiße Blutkörperchen in die Lungenbläschen ein. Dieses Stadium wird auch als graue Hepatisation bezeichnet.
Wenn sich nach etwa acht Tagen die Ablagerungen auflösen und verflüssigen, beginnt das Stadium der gelben Hepatisation. Danach löst sich die Lungenentzündung und die Heilung beginnt. Die vollständige Abheilung dauert etwa vier Wochen. Dieser Verlauf kann nicht abgekürzt werden. Dies ist wichtig zu wissen, da sich viele Patienten nach der Einnahme von Antibiotika deutlich besser fühlen und glauben, die Infektion sei überstanden. Häufig wird viel zu früh der normale Arbeitsalltag wieder aufgenommen, statt sich weiterhin zu schonen. Dann besteht die Gefahr eines Rückfalls.
ist meist ein ganzer Lungenlappen bzw. ein ganzes Lungensegment betroffen. Herdpneumonien werden deshalb so genannt, weil ein oder mehrere Entzündungsherde innerhalb eines Lungenläppchens entstanden sind. Eine Lungenentzündung kann aber auch von den Bronchien ausgehen und das umliegende Gewebe angreifen (Broncho-Pneumonie).

An einer Pneumonie erkranken in Deutschland pro Jahr etwa 400.000 Menschen. In Zeiten starker Grippewellen, d.h. speziell im Winter, liegt die Zahl noch deutlich darüber. Zur Risikogruppe gehören v.a. Säuglinge und Kleinkinder sowie ältere Patienten über 60 Jahren und Menschen mit schweren chronischen Erkrankungen. Sie sind durch ihr noch nicht ganz ausgereiftes bzw. geschwächtes ImmunsystemImmunsystem
Das körpereigene Abwehrsystem besteht aus drei Funktionskreisen:
(1) Knochenmark als Bildungsort für Immunzellen.
(2) Verschiedene zentrale Immunorgane wie Thymus (Prägung von T-Lymphozyten) und darmnahe Lymphorgane (für die Prägung von B-Lymphozyten).
(3) Sekundäre Lymphorgane wie Milz, Lymphknoten und Mandeln (Tonsillen).
Man unterscheidet die so genannte humorale Abwehr (über die Körperflüssigkeiten mit darin enthaltenen Antikörpern und Faktoren aus dem so genannten Komplementsystem) und die zellvermittelte Abwehr (mit B- und T-Zellen, Makrophagen, Antigen-präsentierenden Zellen, Granulozyten u.a.).
besonders anfällig für die Entwicklung einer Pneumonie.

Die Auslöser einer Pneumonie sind meist Bakterien, seltener Viren oder Pilze. Die Erkrankung kann sich in Abhängigkeit vom allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten und von der Art des Erregers sehr unterschiedlich entwickeln. Ungefähr jede 7. Lungenentzündung verläuft so schwer, dass sie stationär behandelt werden muss. Die Pneumonie ist die häufigste zum Tode führende Infektion in Westeuropa. Sie steht in der bundesweiten Todesursachen-Statistik auf Platz 5, ungefähr 3 bis 5% der Patienten sterben jährlich daran. Besonders gefährlich sind die Erkrankungen, die im Krankenhaus erworben werden, die so genannten nosokomialen Pneumonien. Sie sind meist schwer behandelbar, denn ihre Erreger erweisen sich gegen viele Antibiotika als widerstandsfähig (resistentresistent
Bakterien können eine Resistenz gegen bestimmte Arzneistoffe entwickeln – das heißt, sie werden unempfindlich gegenüber diesen Medikamente. Die Medikamente, vor allem Antibiotika, sind nicht mehr gegen diese Bakterien wirksam.
Resistente Erreger entwickeln sich – insbesondere bei großen Erregermengen – entweder durch spontane Genveränderungen (Mutationen) oder durch selektive Vermehrung (Selektion) von natürlich vorkommenden resistenten Bakterien-Subpopulationen, z.B. aufgrund einer unzureichenden oder zu früh abgebrochenen Therapie.
).

  • Eine atypische Lungenentzündung beim Kind zu erkennen ist aufgrund fehlender oder schwacher Symptome oft nur schwer möglich.
  • Übertragen werden kann eine Lungenentzündung beispielsweise durch Tröpfcheninfektion, wodurch eine hohe Gefahr der Ansteckung besteht (beispielsweise auch im Kindergarten).
  • Die Behandlung einer Lungenentzündung beim Kind sollte ausschließlich über Ärzte bzw. ggf. im Krankenhaus und nicht mit Hausmitteln stattfinden. Nur so können Langzeitfolgen ausgeschlossen werden.

Starker Husten, Unwohlsein und Fieber sind oft die typischen Symptome einer Lungenentzündung beim Kind. Damit diese für das Kind nicht gefährlich wird, sollte bei einem Verdacht umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Doch wie entsteht eine Lungenentzündung beim Kind und kann man vorbeugen? In diesem Bericht verraten wir Ihnen, wie Sie Ihr Kind ggf. vor einer Lungenentzündung schützen können, wie der Krankheitsverlauf aussieht und warum eine Lungenentzündung in vielen Fällen oft nicht direkt erkannt wird.

1. Bakterien und Viren lösen meist die Lungenentzündung beim Kind aus

In den meisten Fällen wird beim Kind eine Lungenentzündung durch Bakterien ausgelöst. Diese Bakterien (oft Mykoplasmen) befallen das Gewebe der Lunge und führen zu einer Entzündung der Atemwege. Unterscheiden lässt sich eine durch Bakterien und eine durch Viren ausgelöste Lungenentzündung beim Kind oft durch die Symptome. Bakterien führen meist zu einer klassischen, Viren zu einer atypischen Entzündung.

Klassische Lungenentzündung Atypische Lungenentzündung
Das Kind fühlt sich erschöpft und hat oft einen erhöhten Puls. Es können Kopf- und Gliederschmerzen auftreten, die oft für die Anzeichen einer Grippe gehalten werden.
Kind leidet unter Fieber und oft auch Husten mit Auswurf. Fieber tritt nur selten auf und ein Husten zieht sich oft über einen längeren Zeitraum, wird aber nicht immer von Schleim begleitet.
Dem Kind fällt das Atmen schwer, es atmet flach und oft auch schneller. Atmung scheint normal.

Eine atypische Lungenentzündung ist nicht so leicht zu erkennen. Vor allem Kinder, die jünger als 1 Jahr sind, können sich noch nicht so gut über Beschwerden äußern wie beispielsweise ein 3 jähriges Kind. Geht die Krankheit ohne Fieber einher und verweigert das Kleinkind beispielsweise nur das Essen (ohne Anzeichen von weiteren Symptomen), ist eine schnelle Diagnose äußerst schwer.

Achtung: Oft besteht nur eine einseitige Lungenentzündung, wodurch die Symptome oft noch geringer ausfallen!

2. Die Behandlung einer Lungenentzündung beim Kind findet oft auch im Krankenhaus statt

Eine Behandlung kann manchmal nur noch im Krankenhaus zur Linderung der Beschwerden führen.

Leidet Ihr Kind unter Symptomen die Sie nicht zuordnen können, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Je nach Dauer der bisherigen Anzeichen, aber auch dem Alter des Kindes entscheidet dann der Arzt, wann Sie ins Krankenhaus müssen. Vor allem Kleinkinder werden für die Therapie ins Krankenhaus eingeliefert, um die Funktion der Atemwege sicherstellen zu können. Bei einem sehr schweren Verlauf, beispielsweise aufgrund einer verschleppte Lungenentzündung durch falsche Behandlung, kann anschließend sogar eine Mutter-Kind-Kur verordnet werden.

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  • Die Medikation kann individuell täglich angepasst werden, sofern dies erforderlich ist.
  • Es erfolgt eine stete Kontrolle der Atemwege, so dass selbst bei kleinsten Veränderungen eingegriffen werden kann (beispielsweise bei akuter Atemnot).
  • Oft weniger Stress für die Eltern als Zuhause, da gerade bei einem Kleinkind eine korrekte (ärztliche) Betreuung (rund um die Uhr) daheim nicht immer möglich ist.

  • Kinder sind oft unruhiger als Zuhause.
  • Für die Eltern ist es nicht immer einfach, den Alltag so schnell umorganisieren zu können (beispielsweise wenn noch mehr Kinder im Haushalt leben, Tiere versorgt werden müssen oder beide Elternteile arbeiten gehen).

3. Eine Behandlung der Lungenentzündung beim Kind sollte nicht ausschließlich mit Hausmitteln erfolgen

Lungenentzündung beim Kind ist ansteckend!

Schicken Sie Ihr 4 Jahre altes Kind mit Lungenentzündung in den Kindergarten, können durch die Tröpfcheninfektion weitere Kinder angesteckt werden! Schützen Sie daher die anderen Kinder vor der Krankheit!

Viele Eltern setzen, absolut zu Recht, in vielen Fällen bei einer beginnenden Krankheit auf Hausmittel. Auch homöopathische Mittel kommen gern zum Einsatz. Dagegen spricht grundsätzlich auch nichts, wenn es sich um eine harmlose Krankheit wie beispielsweise einen Schnupfen oder beginnendes Halsweh handelt. Bei einer Krankheit ohne Fieber wie leichtem Husten reicht augenscheinlich oft auch schon frische Luft aus, um den Kreislauf in Schwung zu bringen und so den Körper zur Selbstheilung anzuregen.

Doch wer zu lange sein Kleinkind Zuhause mit Hausmitteln bei einer schweren Lungenentzündung behandelt, riskiert nicht nur Langzeitschäden der Lunge, sondern im schlimmsten Fall auch einen tödlichen Verlauf – dies gilt vor allem bei Babys. Antibiotika sind bei einer Lungenentzündung beispielsweise mit starkem Husten unverzichtbar, verkürzen die Dauer der Krankheit und lindern die Beschwerden des Kindes.

4. Wichtige Fragen und Antworten

4.1. Wie lange sollte man sich nach einer Lungenentzündung schonen?

Unterstützen Sie Ihr Kind bei der Genesung und machen Sie den Aufenthalt im Bett so angenehm wie möglich.

Wie lange ein Kind mit Lungenentzündung sich schonen sollte, ist von verschiedenen Faktoren abhängig.

  • Eine Lungenentzündung kann bei leichtem Verlauf und sofortiger Medikation schon nach zwei Wochen ausgeheilt sein. Schonen sollte man sich dennoch danach nochmals für 2-3 Wochen, da die Lunge noch immer gereizt sein kann.
  • Ein 2-jähriges Kind mit verschleppter Lungenentzündung hingegen muss nach dem Krankenhausaufenthalt oft noch für Wochen in die Kur und sich anschließend Zuhause schonen.
  • Wie lange eine Schonung nach erfolgreicher Behandlung erfolgen muss, ist auch vom Erreger abhängig. Waren Bakterien die Ursache oder hat tatsächlich ein Pilz die Atemwege befallen, kann die Dauer der Genesung sehr unterschiedlich ausfallen.

4.2. Kann man einer Lungenentzündung vorbeugen?

Eine gesunde Ernährung kann bereits die Abwehrkräfte stärken, so dass manche Erkrankungen kaum eine Chance haben.

Das Kind vor einer Lungenentzündung zu schützen ist nur indirekt möglich. Durch die Auslöser Viren, Bakterien oder Pilze ist es fast unmöglich, ein Kind konsequent vor diesen fernzuhalten. Einzig unterstützen können Sie den Körper Ihres Kindes, sodass dieses eine verbesserte Abwehrreaktion seines Körpers aufbauen kann. Neben einer gesunden Ernährung und viel Bewegung an der frischen Luft ist auch eine gewisse Hygiene nicht unwichtig. Waschen Sie sich und Ihrem Kind die Hände, wenn Sie unterwegs waren oder essen möchten. Viel mehr können Sie kaum tun.

Ist die Lunge entzündet, erhöht sich in der Regel auch die Körpertemperatur – ein eindeutiges Indiz für die Krankheit. Doch es gibt auch eine andere Form der Pneumonie, die sogenannte kalte Lungenentzündung (auch atypische Lungenentzündung genannt). Bei ihr fällt das Fieber weg.

Wie entsteht eine kalte Lungenentzündung?

Eine kalte Lungenentzündung wird durch Tröpfcheninfektion (Niesen, Husten, Sprechen) von Mensch zu Mensch übertragen. Sie ist bereits im Anfangsstadium ansteckend. Menschen mit geschwächtem Immunsystem (z.B. Ältere) und Kinder sind anfälliger für die Erkrankung, die entweder akut oder chronisch auftreten kann.

Die uneindeutigen Symptome sorgen dafür, dass die Krankheit oft nicht auskuriert, sondern verschleppt wird. Auch das Ausbleiben des Fiebers sorgt dafür, dass viele Patienten den Gang zum Arzt vermeiden, weil sie die kalte Lungenentzündung mit einer herkömmlichen Erkältung verwechseln. Dabei ist ein Arztbesuch unumgänglich bei kalter Lungenentzündung.

Auslöser für die Krankheit sind meistens die Bakterien Pneumokokken. Aber auch Viren oder Pilzsporen (selten auch Würmer) können eine kalte Lungenentzündung hervorrufen. Welche Erreger im speziellen Fall vorliegen, kann der Arzt via Urin-, Blut- und Auswurftest herausfinden.

Angegriffen werden in erster Linie das Lungengewebe und die Lungenbläschen des Patienten.

In Deutschland erkranken etwa 500.000 Menschen pro Jahr an einer Entzündung der Lunge.
Foto: iStock

Symptome der kalten Lungenentzündung

Woran erkennt man nun eine kalte Pneumonie – wenn typische Anzeichen wie Fieber wegfallen? Die Schwierigkeit liegt u.a. darin, dass die Symptome bei jedem Patienten unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Häufig treten folgende – grippeähnliche – Anzeichen auf:

  • trockener Reizhusten (ggf. mit gelb-braunem Auswurf)
  • stoßartiges Atmen
  • Engegefühl im Brustkorb (manchmal Schmerzen im Lungen- und Rippenbereich)
  • Atemnot / Kurzatmigkeit schon bei geringer Anstrengung
  • Schmerzen beim Ein- und Ausatmen
  • kalte Hände (vor allem bei Kindern)
  • Abgeschlagenheit, Unwohlsein
  • Rückenschmerzen (mit schwerer Atmung)
  • ggf. grippeähnliche Gliederschmerzen

Bei erkrankten Kleinkindern kommen häufig auch Appetitlosigkeit, eine schnelle Atmung, ein erhöhter Puls und Blähbauch als Symptome hinzu.

Da das Fieber in der Regel ausbleibt, dauert die Heilung der kalten Lungenentzündung länger. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind weltweit rund 15 Prozent der Todesfälle von Kindern (unter 5 Jahren) auf eine Lungenentzündung zurückzuführen. Grund dafür sind drohende Komplikationen wie Sauerstoffmangel, Blutvergiftung, Hirnhautentzündung und irreparable Lungenschäden – insbesondere, wenn die Lungenentzündung unbehandelt bleibt.

Therapie der kalten Lungenentzündung

Sind die Ursache der kalten Lungenentzündung Bakterien, werden sie häufig mit Antibiotika behandelt. Nach einer Medikamenteneinnahme sollten die Symptome nach zwei bis drei Wochen vollständig abgeklungen sein. Ist dies nach sechs bis acht Wochen immer noch nicht der Fall, sprechen Ärzte von einer chronischen kalten Lungenentzündung.

Liegt die Ursache der kalten Lungenentzündung bei Viren, werden antivirale Arzneien verschrieben, wie z.B. Oseltamivir.

Patienten sollten in jedem Fall viel Tee und Wasser trinken und sich vitaminreich ernähren. Gleichzeitig sollten sie sich schonen (Bettruhe) – wobei leichte körperliche Bewegung an der frischen Luft und Atemübungen zur Heilung beitragen können. Einreibungen und Brustwickel können die Heilung unterstützen.

Wie kann man sich gegen die kalte Pneumonie schützen?

Die ständige Impfkommission des Robert Koch Instituts (STIKO) empfiehlt Kindern ab 2 Jahren, Senioren, Diabetes-, Asthma-, COPD-Patienten eine Impfung gegen Pneumokokken, die für 90 Prozent aller Lungenentzündungen verantwortlich sind. Auch Menschen mit Herz- und Nierenproblemen empfiehlt die STIKO eine Pneumokokken-Impfung.

Die Impfung kann z.B. zusätzlich zur Grippeimpfung verabreicht, bei Kindern mit der Tetanus-Impfung kombiniert werden.

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