Kleinkind durchfall hausmittel

Durchfall bei Babys und Kleinkindern

Was tun, wenn das Baby oder Kind Durchfall hat

Wenn Ihr Kind Durchfall hat, sollten Sie zunächst die Körpertemperatur messen, denn gleichzeitiges Fieber und/oder Erbrechen lassen vermuten, dass eine Infektion vorliegt.

Wichtig: Um den Verlust an Flüssigkeit und Salzen auszugleichen, muss Ihr Kind viel trinken, am besten immer wieder in kleinen Mengen. Je nach Alter Ihres Kindes empfehlen sich für die Zufuhr von Flüssigkeit und Salzen unterschiedliche Vorgehensweisen:

Wenn das Baby Durchfall hat:

  • Säuglinge sollten auf jeden Fall weitergestillt werden.
  • Bei Flaschennahrung sollte das Kind statt der Säuglingsmilch sechs bis acht Stunden lang dünnen Tee (Fenchel- oder Kamillentee) mit einer Prise Salz und einem Teelöffel Traubenzucker bekommen.

Wenn das Kleinkind und ältere Kind Durchfall hat:

  • Das Kind sollte etwa sechs Stunden lang kein feste Nahrung zu sich nehmen, sondern nur viel trinken.
  • Die Getränke sollten abwechslungsreich ausgewählt werden.

Besonders empfehlenswert sind Kamillen-, Fenchel- oder dünner schwarzer Tee mit ein bis zwei gestrichenen Teelöffeln Zucker pro 100 ml Tee (entspricht in etwa einer Tasse) und einer Prise Salz. Gesalzene Brühen und kaliumreiche Obstsäfte wie Bananen- oder Aprikosensaft können zusätzlich helfen, Verluste an Nährstoffen, Elektrolyten und Vitaminen auszugleichen.

  • Wenn Ihr Kind schon selbstständig aus dem Becher trinkt, lässt sich die Trinkmenge durch Verwendung eines Strohhalms oft erhöhen.
  • Nach etwa sechs Stunden können Sie Ihrem Kind wieder leicht verdauliche, fettarme Kost anbieten, wie zum Beispiel gesalzene Schleimsuppen aus Hafer oder Reis, geriebener Apfel, pürierte Banane oder Zwieback.

Zum Schutz vor weiteren Ansteckungen ist häufiges Händewaschen und besondere Sauberkeit oberstes Gebot. Das gilt natürlich für alle in der Familie. Nach jedem Toilettengang, nach dem Wechseln der Windeln und vor jedem Essen sollten die Hände gründlich mit warmem Wasser und Seife gewaschen werden. Vor der Zubereitung von Mahlzeiten und vor dem Essen sollten die Hände ebenfalls immer erst sorgfältig gereinigt werden.

Hausmittel gegen Durchfall

Anzeige

Welche Hausmittel helfen bei Durchfall?

Es gibt etliche Hausmittel gegen Durchfall, die Du anwenden kannst. Man unterscheidet grundsätzlich schmerzlindernde von entzündungshemmenden und darmreinigenden Hausmitteln. Die schmerzlindernden Hausmittel zielen darauf ab, die Begleiterscheinungen des Durchfalls wie Bauchschmerzen oder Magenkrämpfe zu lindern. Dagegen wirken andere Hausmittel entzündungshemmend, das heißt, dass bei ihrer Anwendung der Darm von Krankheitserregern gereinigt und somit befreit wird.

Anzeige

Schmerzlindernde Hausmittel bei Durchfall

Durchfall geht oftmals mit Begleiterscheinungen wie Bauchschmerzen oder Magenkrämpfen einher. Einige altbewährte Hausmittel können dabei helfen, die Schmerzen Deines Kindes zu lindern.

  • Wärmflasche gegen Durchfall: Bauchschmerzen sind eine Begleiterscheinung bei Durchfall. Durch die Anwendung einer Wärmeflasche kannst Du die Bauchschmerzen Deines Kindes lindern. Lege Dein Kind dafür bequem aufs Sofa oder ins Bett. Da Übelkeit oder Erbrechen oftmals mit Durchfall einhergehen, stütze den Oberkörper Deines Kindes mit einem Kissen ab und stelle zudem eine Schüssel bereit, falls es sich übergeben muss. Lege nun eine Wärmeflasche, mit einem Handtuch umwickelt, auf seinen Bauch. Das entspannt die Muskulatur und wirkt schmerzlindernd.
  • Kartoffelwickel gegen Durchfall: Genauso effektiv wie die Anwendung einer Wärmeflasche wirken Kartoffelwickel bei Durchfallerkrankungen und den damit einhergehenden Bauchschmerzen. Koche hierfür Kartoffeln, die Du anschließend etwas abkühlen lässt. Für den Wickel sollten die Kartoffeln nämlich nicht allzu heiß sein, da ansonsten Verbrennungsgefahr für Dein Kind besteht. Zerdrücke die Kartoffeln nun und streiche sie etwa einen Zentimeter dick auf eine Mullbinde. Lege die Mullbinde auf den Bauch Deines Kindes und bedecke den Wickel anschließend mit einem weiteren Handtuch. Lasse den warmen Wickel schließlich 60 bis 90 Minuten wirken, bis er völlig ausgekühlt ist.

Entzündungshemmende Hausmittel bei Durchfall

Bei Durchfall gibt es etliche Hausmittel, die eine entzündungshemmende und darmreinigende Wirkung besitzen. Sie helfen Krankheitserreger aus dem Darm zu spülen, bringen auf diese Weise den Durchfall Deines Kindes schnell zum Abklingen und können die Darmflora so rasch wieder herstellen.

  • Bananen können bei Durchfall gleich mehrere Symptome und Begleiterscheinungen lindern. Das in Bananen enthaltene Pektin ist ein wasserlöslicher Ballaststoff, der im Darm aufquillt und so zunächst den Darminhalt „vergrößert“. Diese Erscheinung ist gemeint, wenn davon gesprochen wird, dass Bananen stopfen. Darüber hinaus reinigt das Pektin die Darmwände jedoch auch von Krankheitserregern, indem es diese an sich bindet und aus dem Darm transportiert. Außerdem sind Bananen aufgrund der in ihnen enthaltenen Kohlehydrate ein guter Energielieferant und versorgen Dein Kind zudem mit reichlich Kalium und Magnesium. Da bei Durchfall viele Mineralstoffe aus dem Körper ausgespült werden, kann der Verzehr von Bananen diesen Verlust wieder ausgleichen. Als einfaches Rezept bei Durchfall eignet sich beispielsweise Bananen-Hafer-Brei.
  • Äpfel helfen bei Durchfallerkrankungen, indem sie reinigend und entgiftend auf den Darm wirken. Denn ähnlich wie Bananen weisen auch Äpfel einen hohen Pektingehalt auf. Pektine quellen im Darm auf, binden die Krankheitserreger an sich und reinigen auf diese Weise die Darmwand. Mache Dir diese Wirkung zu Nutze, indem Du 250g rohe und ungeschälte Äpfel reibst und sie anschließend etwas an der Luft stehen lässt, bis sich der „Apfelbrei“ bräunlich verfärbt. Durch das Reiben entsteht eine größere Oberfläche, die noch mehr Pektin freisetzen kann. Dein Kind kann den Apfelbrei ohne Bedenken bis zu 5 Mal täglich zu sich nehmen.
  • Karotten in ihrer rohen Form enthalten viel Pektin und können Deinem Kind bei Durchfall helfen. Gekochte Möhren sind jedoch noch effektiver, wenn auch auf andere Weise. Denn beim Kochen der Karotten entstehen kleinste Zuckermoleküle, sogenannte Oligosaccharide. Sie ähneln in ihrer Struktur den Rezeptoren der Darmwand, sodass sich die Krankheitserreger statt an dieser an den Zuckermolekülen festsetzen. Auf diese Weise können die Krankheitserreger ganz leicht aus dem Körper ausgeschieden werden, was unmittelbar zum Abklingen des Durchfalls führt. Probiere bei Durchfall doch einmal die altbewährte Karottensuppe nach Moro aus.
  • Heilerde ist ein spezieller, feiner Sand, der sich aus verschiedenen Mineralien und Spurenelementen zusammensetzt. Wesentliche Bestandteile sind Kalium, Magnesium, Natrium, Kalzium und Eisen. Heilerde ist in der Lage, Flüssigkeit aufzusaugen und Giftstoffe zu binden. Aus diesem Grund ist sie bei Durchfallerkrankungen prima geeignet, um den Magen-Darm-Trakt zu beruhigen und verloren gegangene Mineralstoffe wieder auszugleichen. Für die Anwendung von Heilerde werden ein bis zwei Teelöffel in einem halben Glas Wasser oder Tee aufgelöst und eingenommen. Heilerde sollte jedoch unter keinen Umständen bei Nierenerkrankungen oder bei Verdacht auf Darmverschluss zum Einsatz kommen. Wenn Du Heilerde bei der Durchfallerkrankung Deines Kindes anwenden möchtest, solltest Du vorher unbedingt Absprache mit einem Arzt halten. Dieser kann Dir hilfreiche Tipps hinsichtlich der Dosierung von Heilerde geben.

Achtung vor der Kombination aus Cola und Salzstangen! Erwachsenen schadet die bekannte Cola-Salzstangen-Kombination bei Durchfall nicht. In der Regel ist sie aber auch nicht sonderlich effektiv. Für Kinder ist sie allerdings absolut ungeeignet.

Salzstangen gleichen zwar den Mineralstoffhaushalt hinsichtlich des Natriumgehalts aus. Ein Mangel an weiteren wichtigen Mineralstoffen wie Kalium oder Chlor bleibt jedoch auch weiterhin bestehen.

Cola enthält viel Zucker und viel Koffein und kann den Durchfall sogar noch verschlimmern. Der Flüssigkeitsverlust wird so gegebenenfalls gefördert.

Anzeige

Einlauf als Hausmittel gegen Durchfall

Ein Einlauf ist sehr effektiv bei Darmbeschwerden wie Durchfall. Das Einleiten von Flüssigkeit über den After in den Darm hat eine darmreinigende und darmentlastende Wirkung. Ein Einlauf ist eine ungewöhnliche, aber dafür effektive Maßnahme bei Durchfall, die die meisten Eltern aus Angst, ihrem Kind wehzutun, viel Überwindung kostet. Bei Unsicherheiten kannst Du ruhig einen Kinderarzt zu Rate ziehen. Dieser kann Dir mit seinen Tipps zur Seite stehen.

  • Als Flüssigkeit für einen Einlauf bei Durchfall kommen Wasser und Kamillentee in Frage. Hierfür kannst Du einfach einen Esslöffel Kamillenblüten mit einem Liter kochendem Wasser aufgießen. Die Temperatur sollte bei einem Einlauf ungefähr 30°C betragen, denn je kühler der Einlauf, desto stärker ist der Reiz auf den Darm.
  • Für die Anwendung kommen sogenannte Klistiere zum Einsatz. Diese kannst Du in der Apotheke und in unterschiedlichen Größen erhalten. Fülle für die Anwendung bei einem Baby 100ml, bei einem Kleinkind 250ml oder bei einem Schulkind 500ml in ein Klistier.
  • Schmiere das Klistier für eine sanfte Anwendung mit Vaseline oder Öl ein.
  • Führe das Klistier dann ganz behutsam ungefähr drei Zentimeter in den After Deines Kindes ein. Bei der Anwendung selbst sollte Dein Kind am besten auf dem Bauch liegen oder die Seitenlage einnehmen.
  • Drücke das Klistier anschließend kräftig zusammen, damit sich die Flüssigkeit, die sich darin befindet, in den Darm Deines Kindes entleert. Ältere Kinder sollten bei der Anwendung versuchen, den Schließmuskel anzuspannen, damit die Flüssigkeit nicht direkt wieder herausläuft. Bei einem Kleinkind oder einem Baby musst Du nachhelfen, indem Du seine Pobacken zusammengedrückt hältst. Tipp: Da Kinder in der Regel ihren Schließmuskel nicht unter Kontrolle haben, legst Du Dein Kind für den Einlauf am besten in die leere Badewanne.

Buchtipp zum Thema

Finde im GU-Buch „Wickel, Tees & Mutterliebe“ von den Buchautoren Petra Kunze und Vivian Weigert weitere hilfreiche Hausmittel für kranke Kinder. Vielen Dank an den GRÄFE UND UNZER Verlag für die Unterstützung.

Haus­mittel gegen Magen- & Darm­be­schwerden bei Kindern

Oftmals halten diese nur kurz an und nach einigen Stunden geht es dem kleinen Patienten wieder besser.

Trinken, trinken, trinken

Je nach Schwere des Erbrechens und/oder Durchfalls kann Ihr Kind sehr viel Flüssigkeit und wichtige Salze (Elektrolyte) verlieren. Daher ist – sowohl bei kleineren als auch bei größeren Kindern – oberstes Gebot, dass sie viel trinken. Um den Elektrolytverlust auszugleichen, können Sie zu fertigen Lösungen aus der Apotheke greifen.

Ein einfaches Rezept bietet auch die Weltgesundheitsorganisation an: sechs gestrichene Teelöffel Zucker und einen gestrichenen Teelöffel Salz in einen Liter Wasser einrühren.

Auf das alte Hausmittel ‚Cola und Salzstangen‘ sollten Kinder eher verzichten, denn sie reagieren empfindlicher auf Flüssigkeitsverluste als Erwachsene. Der äußerst hohe Zuckeranteil in Cola-Getränken fördert die bei Durchfall ohnehin schon größere Wasserabgabe aus dem Körper ins Darminnere, sodass man noch mehr Wasser verliert. Und das in der Cola enthaltene Koffein verstärkt außerdem den schon bestehenden Kaliumverlust.

Notieren Sie sich die Häufigkeit des Erbrechens und der Durchfälle sowie alle Begleitsymptome wie etwa Fieber und wie viel Ihr Kind getrunken hat. Auf diese Weise können Sie den Flüssigkeitsverlust besser abschätzen.

Vorsicht!

Bei Erbrechen oder Trinkverweigerung bieten Sie Ihrem Kind die Flüssigkeit löffel- oder schluckweise an. Es muss trinken, ansonsten suchen Sie bitte umgehend einen Arzt auf.

Bei stark ausgeprägten Beschwerden oder wenn keine Besserung eintritt, gehen Sie mit Ihrem Kind am besten zum Arzt.

Keinen Appetit?

Oft hilft auch eine Nahrungspause – keine Trinkpause! – von sechs bis zehn Stunden. Sobald Ihr Kind wieder Appetit hat, kann es auch schon früher leichte Kost probieren. Beginnen Sie den Kostaufbau mit bindenden Nahrungsmitteln wie Karotten, geriebenen Äpfeln, Bananen, Reis und Kartoffeln. Da Fett die Verdauung anregt, sollten Sie es nur sparsam dosieren. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind ausreichend Kalorien zu sich nimmt.

Gute Wärme

Bei Bauchschmerzen und Erbrechen helfen auch feuchtwarme Umschläge. Dazu ein Tuch in warmes Wasser tauchen, gut auswringen und auf den Bauch legen. Anschließend ein Handtuch darüber legen und das Kind zudecken. Auch hier gilt: Ihr Kind soll sich wohl fühlen.

Das hilft außerdem:

  • Bei Durchfall einen Apfel (mit Schale) reiben. Das darin enthaltene Pektin bindet die Flüssigkeit.
  • Um den Salzverlust auszugleichen, helfen eine kräftige Brühe oder Elektrolytlösungen aus der Apotheke.
  • Reisschleim, in kleinen Portionen, mehrmals am Tag anbieten. Den Schleim nur mit Wasser (niemals Milch) kochen und leicht salzen, nicht zuckern.
  • Eine pürierte Banane liefert viele verlorene Mineralien und ist besonders empfehlenswert, um die Kalium-Speicher wieder aufzufüllen. Erwachsene können ein paar Salzstangen essen. Dadurch kann in erster Linie der Natrium-Verlust ausgeglichen werden.
  • Zum vorsichtigen Kostaufbau nach Abklingen der Beschwerden eignen sich Tee und Zwieback.
  • Ein altes italienisches Hausmittel ist trockenes Risotto (Reis) mit geriebenem Parmesan.

Was essen bei Durchfall? Drei Geheimrezepte gegen Diarrhö

Wer sich mit Durchfall, Magenkrämpfen und Übelkeit plagt, muss nicht gleich zur medizinischen Keule greifen. Die Zutaten für einige Hausmittel finden sich direkt in der Küche. Alles was Sie brauchen, sind Reis, Karotten, Salz, Backpulver, Wasser und Orangensaft. Wir verraten drei wirksame Geheimrezepte gegen den Durchfall.

Durchfallgeplagte haben in der Regel wenig Appetit und fühlen sich einfach nur elend. Dennoch muss der Körper mit Nährstoffen und vor allem Flüssigkeit versorgt werden. Was also essen bei Durchfall? Das fragen sich viele. Tatsächlich kann eine falsche Ernährung die Diarrhö noch verschlimmern. Das gilt beispielsweise für Salzstangen mit Cola. Das beste Essen bei Durchfall sind dagegen Suppen, entweder aus Reis oder aus Karotten.

Geheimrezept Nr. 1: Reis mit Salz stoppt den Durchfall und schont den Magen

„Beim Kochen von Reis entstehen Schleimstoffe, die das Wasser im Körper binden“, erklärt Dr. Miriam Ortiz, Allgemeinmedizinerin und Expertin für Naturheilverfahren an der Charité Hochschulambulanz für Naturheilkunde in Berlin dem Magazin „Baby und Familie“. „Das Salz gibt dem Körper Elektrolyte zurück, die bei Durchfall vermehrt ausgeschieden werden“, so die Expertin.

Das Rezept ist denkbar einfach: Man kocht eine Tasse Reis mit zwei Tassen Wasser und einem halben Teelöffel Salz auf und lässt den Reis ziehen, bis er weich ist. Das Rezept stammt ursprünglich aus der Türkei und wird dort vor allem Kindern mit Durchfall gegeben. Wer keinen Reis mag, kann alternativ auch eine Suppe mit Haferflocken essen. Diese sollte ebenfalls mit Wasser und nicht mit Milch zubereitet sein.

Die richtige Ernährung bei Durchfallerkrankungen: Bei Durchfall und anderen Erkrankungen des Magen und Darms ist es grundsätzlich besser, mehrere kleine Mahlzeiten am Tag zu sich zu nehmen als wenige üppige. Leidet der Patient unter starken Durchfällen, begleitet von Bauchschmerzen, sollten die Mahlzeiten eher klein sein. Mit zunehmender Besserung der Beschwerden kann dann die Menge erhöht werden. Wichtig ist, auf blähende, säuernde und zuckerhaltige Nahrungsmittel zunächst komplett zu verzichten und viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen, damit die Verdauung wieder in Schwung kommt.

Geheimrezept Nr. 2: die Morosche Möhrensuppe

Auch eine Möhrensuppe kann bei Durchfall Wunder wirken – wenn man sich an ein spezielles Rezept hält. Bei der Moroschen Möhrensuppe handelt es sich um ein altes Hausmittel, das dem gefährlichen Flüssigkeitsverlust bei Durchfällen entgegenwirken soll. Als Heilmittel wurde sie vom Heidelberger Arzt Ernst Moro entdeckt und nach ihm benannt. Die Wirkung dieses Hausmittels, das Moro vor allem bei Kindern einsetzte, basiert auf sogenannten sauren Oligogalakturoniden (Oligosaccharide) aus den Karotten. Sie verhindern, dass sich Krankheitserreger an der Darmwand anheften können.

  • Karottensuppe gegen Durchfall: So wirkt die Morosche Möhrensuppe

Das Rezept für die Morosche Karottensuppe: ist denkbar einfach: 500 Gramm geschälte Möhren werden in einem Liter Wasser eine Stunde lang gekocht und dann im Mixer püriert. Der so entstandene Brei wird erneut mit Wasser auf einen Liter aufgefüllt und mit drei Gramm Kochsalz gewürzt. Die Suppe sollte am besten gleich zu Beginn der Beschwerden und mehrfach täglich in kleinen Mengen verzehrt werden.

Ein weiteres bekanntes Hausmittel, das gegen flüssigen Stuhlgang hilft, ist Zwieback. Das Gebäck ist leicht verdaulich, enthält wenig Fett, bindet die Flüssigkeit und eignet sich. Mithilfe von Zwieback und gestampften Kartoffeln lässt sich der Körper auch langsam wieder an feste Nahrung gewöhnen.

Geheimrezept Nr. 3: Elektrolytlösung gegen Durchfall

Tatsächlich geht es bei Durchfall in erster Linie darum, die Verluste von Wasser und Mineralstoffen (Elektrolyten) auszugleichen. So verliert der Körper nicht nur gewöhnliches Kochsalz, sondern beispielsweise auch Kalium und Citrate.

Um die Mineralien zu ersetzen, lässt sich eine Elektrolytlösung leicht selbst herstellen: Dazu werden ein viertel Teelöffel Kochsalz und ein viertel Teelöffel Backpulver in einem Liter abgekochtem Wasser aufgelöst. Dazu gibt man zwei Esslöffel Zucker oder Honig und eine halbe Tasse Orangensaft, der reich an Kalium ist. Anstelle des Saftes kann man auch ein bis zwei Bananen zerdrücken und dazu essen. Doch es gibt weitere natürliche Heilmittel, um den Durchfall zu stoppen. Zum Beispiel geriebenen Apfel (Pektin). pürierte Bananen oder Kartoffelbrei.

Kein geeignetes Essen bei Durchfall: Salzstangen und Cola

Weniger wirkungsvolle Hausmittel gegen den Durchfall sind Salzstangen und Cola. Denn mit Salzstangen wird beispielsweise nur Kochsalz ersetzt. Auch Cola ist nicht zu empfehlen, denn durch den Zucker nimmt die Wasserausscheidung im Darm zu und der Stuhl wird noch weicher. Das enthaltene Koffein regt zudem die Nieren an und der Flüssigkeitsverlust steigt. Milchprodukte sollte man hingegen meiden.

Doch es gibt noch weitere Lebensmittel, deren Verzehr man bei Durchfall vermeiden sollten. Denn sie sind nicht magenfreundlich und belasten den Darm:

  • Milch und Milchprodukte
  • Kaffee
  • Alkohol
  • Fleisch
  • Chili und scharfe Gewürze
  • Hülsenfrüchte
  • Nüsse und Trockenfrüchte
  • Kohl
  • Getränke mit Kohlensäure
  • Finger weg von Salzstangen und Cola: Welche Hausmittel schnell gegen Durchfall helfen
  • Symptome richtig deuten: Diese Ursachen können hinter Durchfall stecken
  • Ständig Stuhlgang: Wässrigen Durchfall ernst nehmen
  • Test und Ernährungstipps: Wie Sie einen Reizdarm erkennen und behandeln
  • Hausmittel bei Bauchschmerzen: Diese Lebensmittel beruhigen Magen und Darm

Wann der Darm Hilfe aus der Apotheke braucht

In jedem Fall sollten Durchfallpatienten viel trinken, um den Flüssigkeitsverlust in ihrem Körper auszugleichen. Bei starkem Durchfall sind drei Liter pro Tag das Minimum. Als Getränke eignen sich stilles Wasser und Tee. Auf Kaffee und Alkohol sollte man in dieser Zeit verzichten. Wenn trotzdem keine Besserung eintritt, der Durchfall weiterhin wässrig ist und von starkem Erbrechen und Bauchschmerzen begleitet ist, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Besonders ältere Menschen vernachlässigen bei Durchfall die Flüssigkeitszufuhr und riskierten eine lebensbedrohliche Austrocknung.

Bei Durchfall ist das richtige Essen gefragt: Bewährte Hausmittel wie Möhren, Kartoffeln und Äpfel machen den Darm schnell wieder fit. Was essen bei Durchfall? PraxisVITA gibt Tipps.

Wenn der Weg zum WC nicht kurz genug sein kann, braucht man nicht gleich starke Medikamente. Auch einfache Mittel aus der Küche helfen. Weil Durchfall dem Körper Wasser entzieht, sollte man zudem reichlich trinken und wieder Elektrolyte – zum Beispiel ein wenig Kochsalz – aufnehmen. Am ersten Tag der Durchfallerkrankung gönnen Sie Magen und Darm am besten eine Erholungspause: Sie sollten möglichst nur Tee und Wasser trinken. Gut geeignet sind die entzündungshemmenden Sorten Kamille, Pfefferminz und Heidelbeere.

Doch, wenn Hunger und Appetit zurückkomenn, stellt sich die Frage: Was essen bei Durchfall? Wichtig ist, dass die Nahrung den ohnehihn gereizten Magen-Darm-Trakt nicht zusätzlich belastet. Deshhalb sollten Sie bei Durchfall Lebensmittel mit geringem Fett- und Ballaststoffanteil essen.

Gekochte Möhren binden im Darm schädliche Bakterien Foto: iStock/GMVozd

1. „Moro-Möhrensuppe“ wirkt bei Durchfallerkrankungen

Das fast vergessene Wundermittel gegen Durchfallerkrankungen, die Moro-Suppe (nach Prof. Dr. Ernst Moro), wurde bis in die 40er Jahre, besonders in Kinderkliniken, regelmäßig verwendet. Dann wurde sie durch Antibiotika verdrängt. Möglicherweise kann die Suppe sogar den berüchtigten Bazillus Ehec lahmlegen und wirkt auch bei Darmkeimen, die nicht auf Antibiotika reagieren. Beim Kochen der Möhren entstehen Zuckermoleküle (Oligosaccharide), die sich im Darm mit schädlichen Bakterien verbinden und zusammen mit ihnen ausgeschieden werden. So können die Keime nicht länger die Darmschleimhaut angreifen.

So geht’s:

Schneiden Sie 500 Gramm geschälte Karotten in Stücke, kochen Sie sie in 1 Liter Wasser eine Stunde. Pürieren Sie alles. Den Brei füllen Sie mit kochendem Wasser wieder auf einen Liter auf und geben drei Gramm Kochsalz (= 1/2 gestrichener Löffel) hinzu. Der Durchfall-Patient verzehrt täglich mehrere kleine Portionen.

Kartoffeln sind das ideale Essen bei Durchfall © iStock/4Kodiak

2. Kartoffel-Sud trinken bei Durchfall

Auch basisch wirkendes Kartoffelwasser ist ein altes Hausmittel und gutes Essen bei Durchfall. Bei Kartoffeln sollten Sie jedoch stets darauf achten, keine grünen Pflanzenteile (wie grüne Bereiche der Schale oder keimende Knospen) mit zu verwenden, weil diese durch das darin enthaltene Solanin unverträglich sind.

Weichen Sie 6 Esslöffel Weizenkleie und 3 Esslöffel ganze Leinsamen über Nacht in 1,5 Liter Wasser ein. Kochen Sie die am nächsten Tag darin 30 Minuten aus, sieben Sie diese durch und stellen Sie die gewonnene Flüssigkeit kurz beiseite. Schälen Sie ein halbes Kilo Kartoffeln. Schneiden Sie diese in Stücke und kochen Sie sie in 1,5 Litern Wasser gut durch. Drücken Sie die Kartoffeln durch ein Sieb und fangen Sie die Flüssigkeit auf. Mischen Sie diese mit dem Leinsamen-Absud und trinken Sie davon alle zwei bis drei Stunden eine Tasse. Wenn nur der Magen drückt, können Sie auch eine rohe Bio-Kartoffel sorgfältig schälen, zerkleinern und ausdrücken und den Saft morgens roh trinken, um den Magen zu kurieren.

Das Pektin im Apfel macht die Frucht zu einem idealen Essen bei Durchfall © iStock/Yingko

3. Geriebenen Apfel essen gegen Durchfall und Appetitlosigkeit

Der Apfel ist ein richtiges kleines Medizinbällchen und genau die richtige Antwort auf die Frage: Was essen bei Durchfall? Nicht umsonst lehrt das Sprichwort, dass ein Apfel am Tag den Arzt fernhält. Dass er aber auch hilft, wenn der Darm bereits Beschwerden verursacht, wissen viele nicht. Das Reiben des Apfels sorgt dafür, dass das enthaltene Pektin leichter aufgenommen wird. Im Darm bindet es Gifte und wird mit diesen ausgeschieden. Zudem beruhigt es die Darmwand.

Waschen Sie einen Bio-Apfel gründlich mit heißen Wasser. Reiben Sie ihn ungeschält und lassen Sie ihn dann langsam im Mund zergehen.

Leicht verdaulich und voller Mineralstoffe – Bananen eignen sich vor allem in zerdrückter Form zur schonenden Ernährung bei Durchfall Foto: iStock/Beornbjorn

4. Bananen essen bei Durchfall

Bananen enthalten ebenfalls viel Pektin. In reifer zerdrückter Form ist dieses Obst noch leichter verdaulich als ohnehin schon. Ein weiterer Vorteil: Bananen enthalten den Mineralstoff Magnesium, der Ihrem Körper bei Durchfall verloren geht.

5. Leicht verdaulich und fettarm – Zwieback

Er gehört wohl zu den bekanntesten Nahrungsmitteln, die bei Durchhfall empfohlen werden: der Zwieback. Er ist leicht verdaulich und belastet den Magen-Darm-Trakt nicht. Genauso gut geeignet bei Durchfall sind auch altbackenes Weißbrot und Knäckebrot.

Gekochte Haferflocken sind genau das Richtige bei Durchfall Foto: iStock/Thomas Demarczyk

6. Haferflocken beruhigen Magen und Darm

Gekochte Haferflocken sind eine Wohltat für einen gereizten Magen-Darm-Trakt. Sie sollten die zarte Variante der Flocken bevorzugen und sie einweichen oder kochen – so sind sie am besten verdaulich. Nehmen Sie für 50 Gramm Haferflocken einen Liter Wasser und kochen Sie das Gemisch auf. Anschließend lassen Sie den Haferschleim einige Minuten ziehen. Wenn Sie möchten, geben Sie etwas geriebenen Apfel oder zerdrückte Banane dazu.

Cola bei Durchfall? Besser nicht. Der viele Zucker und die Kohlensäure belasten den Darm Foto: iStock/jxfzsy

Cola und Salzstangen gegen Durchfall?

Diese bekannten Durchfall-Hausmittel sind keine gute Wahl. Cola enthält viel Zucker – und der kann den Durchfall sogar noch verschlimmern.

Was sollte ich bei Durchfall nicht essen?

Um den angeschlagenen Verdauungstrakt nicht zu reizen, sollten Sie einige Nahrungsmittel bei Durchfall nicht essen. Dazu gehört:

  • Ballaststoffreiches (Vollkornprodukte)
  • Fettiges und Frittiertes
  • Heißes
  • Rohkost
  • Salziges
  • Scharfes

Verzichten Sie am besten auch auf Kaffee, Alkohol und Nikotin, damit Ihr Körper sich vom Durchfall erholen kann.

Mamas Hühnersuppe – Hausmittel für Kinder bei Durchfall und Erbrechen

Ab 1 Jahr

Hilft dir bei:

  • Bauchschmerzen, Durchfällen, Erbrechen, Übelkeit
  • Erkältungen, Fieber, Schnupfen

Du brauchst:

  • 1/2 Suppenhuhn
  • 4 l Wasser
  • 1 Zwiebel
  • 1 TL Salz
  • Pfeffer
  • 1 Lorbeerblatt
  • 200 g Kartoffeln
  • 200 g Karotten
  • 1 Tomate
  • Schnittlauch
  • Petersilie

Und so geht’s:

Du kochst das Suppenhuhn 30 Minuten in 2 l Wasser. Dann wäschst du es und gibst es in 2 l frisches Wasser, welches du erneut zum Kochen bringst, dieses Mal zusammen mit Zwiebel, Salz, Pfeffer und Lorbeer. Die geschälten und gewürfelten Kartoffeln gibst du ebenfalls dazu. Nach 15 Minuten raspelst du die geschälten Karotten und fügst sie sowie die Tomate hinzu. Nach weiteren 15 Minuten kannst du das Fleisch von den Knochen lösen und klein schneiden. Jetzt musst du die Suppe nur noch mit Salz, Pfeffer und Kräutern abschmecken. Tadaa!

Wiederholung:

2-3-mal täglich

Wissenswert:

Denk daran, die Temperatur zu prüfen, bevor du deinem Kind die Suppe servierst. Schließlich soll es sich nicht verbrennen!

Wirkungsweise:

  • Durch den schwefelhaltigen Eiweißstoff Zystein wirkt die Hühnersuppe entzündungshemmend und schleimlösend.
  • Das Allicin der Zwiebel ist ein natürliches Antibiotikum. Zwiebeln wirken abschwellend, schleimlösend und schmerzstillend.
  • Das Salz wirkt abschwellend und entzündungshemmend und liefert die Mineralien, während das Gemüse für neue Nährstoffe und Vitamine sorgt.
  • Pfeffer spricht die Wärme- und Schmerzrezeptoren an und bewirkt so reflektorisch eine vermehrte Speichel- und Magensaftsekretion. Er hat daher eine deutlich appetitanregende und verdauungsfördernde Wirkung,
  • Kartoffeln wirken entkrampfend.
  • Karotten wirken gekocht stuhlfestigend und verhindert die Anlagerung von Krankheitserregern an der Darmwand.
  • Tomaten helfen bei Sodbrennen und unterstützen die Darmflora.

Kategorie:

Lebensmittel

Nicht das passende Hausmittel?

Über die folgenden Links findest du weitere Hausmittel bei

  • Bauchschmerzen, Durchfällen, Erbrechen, Übelkeit
  • Erkältungen, Fieber, Schnupfen

iOS und Android App

Alle Beschwerden und Hausmittel für Kinder findest du auch in unserer App für iPhone und iPad (iOS) sowie für Android-Geräte. Zudem kannst du dort benötigte Zutaten auf einer Einkaufsliste speichern, deine Lieblingsmittel in Favoriten ablegen und sogar persönliche Kommentare hinterlegen.

Startseite – Übersicht Hausmittel für Kinder – Übersicht Beschwerden bei Kindern – Haftungsausschluss

About the author

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.