Kleinkind durchfall essen

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Mein Kind hat Durchfall: Was darf es während dieser Zeit essen?

Wenn die Ursache des Durchfalls eine Magen-Darm-Infektion ist und möglicherweise auch noch Übelkeit hinzukommt, haben die Kinder oft überhaupt keinen Appetit.

Dann sollte man auch nichts erzwingen, außer, dass sie viel trinken. Dauert die Appetitlosigkeit länger an, ist es wichtig, neben der Flüssigkeit auch Mineralien zuzuführen, also zum Beispiel dem Tee eine Prise Salz und etwas Zucker zuzugeben.

Sobald das Kind trotz des Durchfalls Appetit verspürt, sollten Sie das allerdings auch nutzen: Am besten sind dann gut verträgliche, fettarme, aber kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel. Ideal sind Zwieback, Toast, Kartoffelmus, Reis oder Nudeln. Ebenso Bananen oder Möhren. Auch die berühmten Salzstangen sind dann gut geeignet, ebenso leichtere Suppen auf Brühwürfel-Basis (bereichern Sie die Suppen nach Möglichkeit noch mit ein paar Nudeln oder etwas Reis).

Auch ein fein geriebener Apfel oder frisches Apfelmus ist gut bei Durchfall, in Kombination mit Kamille gibt es dafür auch spezielle Säfte in der Apotheke.

Durchfall: Möglichst wenig Fett, nichts Gebratenes und Zurückhaltung mit Milch

Ungünstig sind bei akutem Durchfall alle blähenden Speisen (Erbsen, Linsen, Bohnen, Zwiebeln & Co) und auch Fettes und Gebratenes. Süßigkeiten sind ebenfalls tabu.

Unsere 10 wichtigsten Tipps für eine gesunde Kindheit

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Auch Milch kann zum Problem werden, weil durch den Durchfall mitunter auch viel von dem Enzym Laktase verloren geht, was dann zu einer vorübergehenden Milchzuckerunverträglichkeit führt (Bauchdrücken oder Blähungen nach dem Verzehr von Milchprodukten). Das gilt aber wirklich nur für die akuten Durchfalltage. Bei Flaschenkindern empfiehlt es sich, die Milch etwas zu verdünnen. Wenn Ihr Kind noch gestillt wird, können Sie damit bedenkenlos fortfahren.

Ansonsten gilt: Wann immer das Problem länger als zwei Tage anhält oder Sie sonstwie größere Sorgen entwickeln, ab zum Kinderarzt.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

Was essen bei akutem Durchfall?

Bei der Wahl des Essens sollten Sie aber Einiges beachten. Dr. Birgit Weuffel, medizinische Leiterin bei Imodium akut, gibt Ihnen im folgenden Video Tipps zur richtigen Ernährung bei akutem Durchfall.

Ernährung bei Durchfall: Experten-Video – IMODIUM® akut

Wie sollte man sich bei akutem Durchfall ernähren? Dr. Birgit Weuffel von IMODIUM® akut gibt Ihnen Tipps und erklärt Ihnen Hintergründe.

Das können Sie bei Durchfall gut und gerne essen:

  • Zwieback
    Der Klassiker bei Durchfall ist Zwieback – ein besonders haltbares, doppelt gebackenes Brot, das sehr bekömmlich ist und nicht schwer im Magen liegt. Wenn Ihnen der Zwieback zu trocken ist, können Sie alternativ auch trockenes Weißbrot essen. Wichtig ist nur: Das Brot sollte pur und nicht mit einem leckeren Stück Käse oder einer Scheibe Wurst verzehrt werden. Milchprodukte und fettige Speisen sind bei Durchfall tabu.

  • Geriebener Apfel und pürierte Bananen
    „An apple a day keeps the doctor away“ (Ein Apfel am Tag hält den Doktor fern) – bei Durchfall ist das Sprichwort Programm. Äpfel und Bananen enthalten viel Pektin, ein wichtiger Ballaststoff, der den Stuhl fester macht. Das Pektin quillt im Darm, nimmt Flüssigkeit auf und verdickt dadurch den Stuhl. Es sitzt beim Apfel allerdings in der Schale – daher sollten Sie ihn vor dem Verzehr nicht schälen. Wenn Sie den Apfel reiben, entfaltet das Pektin seine W irksamkeit besonders gut. Bananen enthalten neben Pektin auch viel Kalium, das unter anderem den Flüssigkeitsgehalt in den Zellen aufrechterhält. Da der Körper bei Durchfall Kalium verliert, ist die Aufnahme des Mineralstoffs besonders wichtig.

  • Reis
    Reis ist leicht stopfend, denn beim Kochen entstehen Schleimstoffe, die im Körper das Wasser binden. In Kombination mit Salz schmeckt der Reis noch besser und wird außerdem mit Elektrolyten angereichert, die bei Durchfall vermehrt ausgeschieden werden. Bei leichtem Durchfall und wenn Sie darauf Appetit haben, können Sie den Reis mit gedünstetem Gemüse zum Beispiel Möhren oder Zucchini kombinieren. Vermeiden sollten Sie Kohl oder Hülsenfrüchte als Beilage.

  • Kartoffeln
    Ein weiteres Lebensmittel, das viel Kalium enthält und gleichzeitig gut bekömmlich ist, sind Kartoffeln – entweder in viel Wasser gegart oder als Püree. Achten Sie aber darauf, dass die Kartoffeln keine grünen Stellen haben. Dann enthalten sie leicht giftige Inhaltsstoffe, Chaconin und Solanin, die zu Erbrechen und Durchfall führen können und damit Ihre Beschwerden nur noch verschlimmern.

  • Möhrensuppe
    ​Genau wie Äpfel und Bananen, enthalten auch Möhren viel Pektin. Besonders effektiv wirken sie aber nicht im rohen Zustand, sondern gekocht. Ein schonendes Rezept, das auch noch lecker schmeckt, ist die altbewährte Moro’sche Möhrensuppe, die der Heidelberger Kinderarzt Ernst Moro 1908 auf der Suche nach einem natürlichen Durchfallmittel erfand. Das Rezept ist ganz einfach:

    • ½ kg Möhren
    • 1 l Wasser
    • 3 g Kochsalz

Die Karotten werden geschält und in kleine Würfel geschnitten. Anschließend werden sie für eine Stunde gekocht und dann mit einem Mixer püriert. Der nun pürierte Brei wird mit Wasser wieder auf einen Liter aufgefüllt und mit drei Gramm Salz gewürzt. Drei Gramm Salz entsprechen ungefähr einem Teelöffel.

Das Geheimnis der Möhrensuppe ist nicht das in den Möhren enthaltene Pektin, sondern sogenannte Oligosaccharide (Zuckermoleküle), die erst beim Kochen der Möhren entstehen.

Die Möhrensuppe ist am effektivsten, wenn Sie sich genau an das Rezept halten. Genauso wie auf dem Zwieback Käse nichts verloren hat, gehört in die Suppe natürlich auch keine Sahne.

  • Haferflocken
    Hafer gilt vom ernährungswissenschaftlichen Standpunkt aus als das wertvolles Getreide. Es enthält neben Ballaststoffen viele Mineralstoffe und die Vitamine B1 und E. Die Kombination wirkt sich unter anderem positiv auf den Blutzuckerspiegel und das Immunsystem aus. Auch bei Magen-Darm-Beschwerden sind Haferflocken ein bewährtes Hausmittel, da sie leicht verdaulich sind. Am besten kochen Sie sich bei Durchfall eine Haferschleimsuppe, denn gekocht sind die Haferflocken noch bekömmlicher:
    • 2 EL Haferflocken
    • 250 ml kaltes Wasser
    • Salz oder 1 TL Gemüsebrühe

Alle Zutaten unter Rühren zum Kochen bringen und bei niedriger Hitze so lange köcheln lassen bis alles eingedickt ist. Alternativ können Sie auch nach 20 Minuten die überschüssige Flüssigkeit absieben. Geschmacklich ist der Haferschleim bei vielen nicht beliebt. Unser Tipp: Geben Sie noch etwas geriebenen Apfel dazu.

Das können Sie bei Durchfall trinken:

  • Wasser und Kräutertee
    Wenig falsch machen können Sie, wenn Sie bei Durchfall schlicht und einfach stilles Wasser trinken. Auf Mineralwasser mit viel Kohlensäure sollten Sie lieber verzichten.

Empfehlenswert sind außerdem orale Rehydratationslösungen (Elektrolytlösungen), mit denen Sie Ihren Elektrolythaushalt wieder ins Gleichgewicht bringen. Diese erhalten Sie in der Apotheke oder der Drogerie. Verschiedene Kräuter- und Früchtetees, wie zum Beispiel Kamillen- oder Heidelbeertee, haben eine beruhigende und entzündungshemmende Wirkung. Erfahren Sie mehr unter „Hausmittel gegen Durchfall“.

  • Mythos: Cola und Salzstangen
    Ein ebenso beliebter Klassiker wie Zwieback und geriebener Apfel sind Cola und Salzstangen bei Durchfall, doch diese Kombination kann Ihren Durchfall sogar noch verschlimmern.

Cola enthält enorm viel Zucker und dieser bindet bekannterweise Wasser. Dadurch wird die ohnehin schon verstärkte Flüssigkeitsabgabe aus dem Körper in den Darm noch verstärkt. Das in der Cola enthaltene Koffein in Kombination mit dem Zucker, verstärkt außerdem den Verlust von Kalium. Salzstangen sind zwar nicht so kritisch anzusehen wie Cola, bringen aber trotzdem durch den zu niedrigen Salzgehalt nicht die erhoffte Wirkung. Sie enthalten vor allem Natrium, der Körper benötigt aber auch Kalium. Bei Durchfall geht beides verloren und sollte möglichst gleichmäßig wieder aufgenommen werden.

Was Sie besser nicht essen sollten

Solange Sie unter Durchfall leiden, steht Ihnen meistens nicht der Sinn nach einer üppigen Mahlzeit. Sollten Sie doch Heißhunger bekommen, sollten Sie auf einige Lebensmittel und Getränke verzichten, da sie den akuten Durchfall noch verstärken können.

Unbedingt vermeiden sollten Sie:

  • Scharfe Speisen, z. B. Chili con Carne
  • Fettige Speisen, z. B. Fast Food, Chips, Butter oder Wurst
  • Zuckerhaltige Speisen und Getränke, z. B. Kuchen, Süßigkeiten, Cola oder Limonade
  • Sehr heiße oder sehr kalte Speisen
  • Rohes Obst und Gemüse und Fruchtsäfte
  • Blähende Gemüsesorten, z. B. Zwiebeln, Kohl oder Bohnen
  • Milchprodukte, z. B. Joghurt, Sahne oder Käse
  • Kaffee
  • Alkohol
  • Kohlensäurehaltige Getränke

Wenn Sie Ihre Durchfallerkrankung auskuriert haben, ist es ratsam, in der ersten Zeit erst einmal leicht verdauliche Speisen zu sich zu nehmen. Viele ausgewogene Rezepte, die Ihr Verdauungssystem schonen und weitere Ernährungstipps finden Sie unter „Durchfall vorbeugen“.

Durchfall bei Kindern: Ursachen

Durchfall-Viren werden häufig im Kindergarten übertragen.

Zu den häufigsten Ursachen für Durchfall beim Kind zählen virale Infektionen. Insbesondere Rotaviren oder Noroviren sind häufige Auslöser. Darüber hinaus kann Durchfall auch als Nebenwirkung einer Antibiotika-Therapie auftreten. Anhaltende bzw. immer wiederkehrende Durchfälle können wiederum mit Grunderkrankungen bzw. Nahrungsmittelunverträglichkeiten zusammenhängen und sollten immer ärztlich abgeklärt werden.

Gut zu wissen: Gemäß § 34 Abs. 1 des Infektionsschutzgesetzes dürfen Kinder unter sechs Jahren keine Gemeinschaftseinrichtungen besuchen, wenn sie an einer infektiösen Durchfallerkrankung erkrankt sind. Erst 48 Stunden nach Abklingen der Symptome können z. B. Kindergarten, Kindertagesstätte oder Grundschule wieder aufgesucht werden.

Kinder: Durchfall häufig infektiös bedingt

Das Immunsystem von Kindern ist noch nicht vollständig ausgebildet, daher ist die Anfälligkeit für virale oder bakterielle Infektionen grundsätzlich erhöht. Tatsächlich sind es häufig Viren oder Bakterien (z. B. Salmonellen), die Durchfall bei Kindern auslösen. Seltener sind Pilze oder Parasiten im Spiel.

Zwei der häufigsten viralen Erreger möchten wir Ihnen hier vorstellen:

Rotaviren

Rotaviren gelten als Hauptursache für Durchfall bei Kindern unter 5 Jahren weltweit.1 Tatsächlich sind über 70 Prozent aller Durchfallerkrankungen bei Kindern auf eine Rotavirus-Infektion zurückzuführen. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) sind Rotaviren im Jahr 2009 in 61 Prozent der Fälle für Durchfall bei Kindern im Alter von bis zu 5 Jahren verantwortlich. Der Name Rotavirus ist auf die lateinische Bedeutung von Rota zurückzuführen – Rad. Tatsächlich erinnert das Virus unter dem Mikroskop an ein Rad mit Speichen.

Hier finden Sie die wichtigsten Fakten zu Rotaviren im Überblick:

  • Altersgipfel: zwischen 6 Monaten und 2 Jahren
  • Gehäuftes Auftreten in der Zeit von Februar bis April
  • Hohe Ansteckungsgefahr – bereits 10 Virus-Partikel reichen für eine Infektion aus!
  • Übertragung z. B. durch kontaminiertes Wasser oder Speisen, Gegenstände, Griffe, Spielzeug
  • Meist gehäufte Rotaviren-Ausbrüche in Schulen oder Kindergärten
  • Inkubationszeit: 1-3 Tage (Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung)
  • Krankheitsdauer: 2-6 Tage
  • Ansteckungsgefahr ca. 8 Tage lang
  • Schutzimpfung gegen Rotaviren (Schluckimpfung) für alle Säuglinge unter 6 Monaten von der STIKO empfohlen

Erfahren Sie hier mehr über die Symptome einer Rotavirus-Infektion.

Mehr zur Schluckimpfung gegen Rotaviren lesen Sie hier.

Norovirus

Auch der Norovirus zählt zu den gefürchteten Auslösern für eine „Magen-Darm-Grippe“ bei Kindern. Der Name geht auf die erstmalige Beschreibung eines Ausbruchs in Norwalk (USA, Ohio) im Jahr 1968 zurück.

  • Gehäuftes Auftreten in den Wintermonaten
  • Hohe Ansteckungsgefahr – bereits 10-100 Virus-Partikel sind für eine Infektion ausreichend
  • Übertragung fäkal-oral (ausgeschiedene Erreger werden unbeabsichtigt über den Mund aufgenommen, z. B. durch mangelnde Hygiene, verunreinigtesTrinkwasser oder kontaminierte Lebensmittel)
  • Inkubationszeit 6 bis 50 Stunden (Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung)
  • Typisch ist anfänglich plötzliches, schwallartiges Erbrechen
  • Krankheitsdauer 1 bis 3 Tage
  • Ansteckungsgefahr etwa 7 bis 14 Tage nach der akuten Erkrankung
  • Hält sich hartnäckig auf Gegenständen oder Lebensmitteln

Erfahren Sie hier mehr über die Symptome einer Norovirus-Infektion.

Darüber hinaus kann auch eine Infektion mit dem Adenovirus für Kinder-Durchfall verantwortlich sein.

Weitere Ursachen für Durchfall beim Kinder

Neben viralen Infektionen können weitere Auslöser für Durchfall beim Kind in Frage kommen:

  • Infektion mit Bakterien (E. coli)
  • Ernährung (z. B. abführend wirkende Fruchtsäfte, ballaststoffreiche Ernährung)
  • Probleme beim Abstillen (Abstilldyspepsie)
  • Einnahme von Antibiotika (Antibiotika-assoziierte Diarrhö)
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z. B. Milchzuckerunverträglichkeit)
  • Nahrungsmittelallergie (z. B. Allergie auf Kuhmilch)
  • Grunderkrankungen wie zum Beispiel Morbus Crohn

Fest steht: Wenn Kinder unter 2 Jahren Durchfall haben, ist grundsätzlich ein Arzt aufzusuchen. Auch bei anhaltenden oder wiederkehrenden Durchfällen ist ein Arztbesuch zur Abklärung der Ursachen wichtig.

Weiterführende Artikel:

  • Durchfall bei Kindern: Symptome
  • Durchfall bei Kindern: Behandlung
  • Tipps für Eltern

Durchfall beim Baby oder Kind: harmlos oder gefährlich?

Hier erfährst du, was du tun kannst, wenn dein Baby Durchfall hat. Foto: Adobe Stock, (c) gpointstudio

Durchfall erlebt hin und wieder wohl jedes Baby oder Kind im Laufe seiner Entwicklung. Meistens ist der Spuk schon nach kurzer Zeit vorbei. Doch gerade bei Säuglingen und Kleinkindern kann das Geschehen gefährlich werden, ist Durchfall doch mit dem Verlust von Flüssigkeit und Mineralstoffen verbunden. Und der kann ohne rechtzeitiges Gegensteuern bei kleinen Erdenbürgern viel rascher als bei Erwachsenen zu einer Austrocknung führen. Unter Umständen mit schlimmen Konsequenzen. Spätestens, wenn der Windelinhalt Stunde um Stunde dünner wird, die Windeln ständig voll sind, eventuell der Stuhl einen auffallenden Geruch oder eine ungewohnte Farbe hat, ist es also Zeit zu handeln.

Was bei Durchfall geschieht

Reizungen oder Schädigungen der Darmschleimhaut führen dazu, dass der Nahrungsbrei schneller als gewöhnlich durch den Verdauungskanal fließt, sodass die Schleimhaut nur unzureichend Nährstoffe aufnehmen kann. Gleichzeitig bewirkt die beschleunigte Darmpassage, dass Wasser aus den Zellen ins Darminnere gelangt, nicht rückresorbiert wird und mit dem Kot den Körper verlässt, sodass dieser austrocknen kann.

Was bei Babys und Kindern Durchfall auslöst

An erster Stelle als Ursache von Durchfall (Diarrhoe) bei Kindern stehen Magen-Darm-Infekte, auch weil die Entwicklung ihres Immunsystems seine Zeit braucht. Hervorgerufen werden sie meist durch Viren und zwar bis zum 5. Lebensjahr vor allem durch hochansteckende Rotaviren, sonst durch Noro-, Entero- oder Adenoviren, mit denen die Kinder oft in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, -krippen oder -kliniken in Kontakt kommen. Seltener sind Bakterien, z. B. Escherichia coli, Salmonellen oder Campylobacter für den Magen-Darm-Infekt verantwortlich.

Die Mikroorganismen erzeugen Symptome wie Bauchschmerzen, Blähungen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, eventuell auch Fieber, Kopfschmerzen oder Schwindel.

Die Bakterien oder Viren verbreiten sich vor allem per Schmierinfektion, d. h. von mit ihnen verunreinigten Gegenständen (z. B. Türklinken, Lichtschalter, Wasserhähne, auf den Boden gefallener Schnuller) und Flächen über die Hände zum Mund beim Baby oder Kind. Oder die Kinder bekommen die Keime über damit verseuchte Lebensmittel (Lebensmittelvergiftung durch Bakterientoxine).

Seltener ist akuter Durchfall

  • ein Nebeneffekt von Allgemeinerkrankungen wie etwa Erkältungen,
  • eine Begleiterscheinung anderer Infektionen wie z. B. einer Mittelohrentzündung, Blinddarmentzündung oder eines Harnwegsinfekts,
  • eine Nebenwirkung von verabreichten Antibiotika oder anderen Medikamenten,
  • die Folge eines übermäßigen Verzehrs von Obst oder Säften oder anderer Fehler in der Ernährung,
  • das Symptom einer Vergiftung,
  • eine Auswirkung von Stress (z. B. Reisefieber) oder Aufregung.

Hält die Diarrhoe länger als drei Wochen an, spricht man von chronischem Durchfall. In diesem Fall oder auch, wenn der beschleunigte Stuhlgang immer wiederkehrt, kann er

  • das Zeichen einer Allergie,
  • Ausdruck einer Nahrungsmittelunverträglichkeit wie etwa einer Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) oder Glutenunverträglichkeit (Zöliakie),
  • das Symptom einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (z. B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa),
  • die Auswirkung eines Enzymmangels oder
  • ein Hinweis auf eine funktionelle Störung (z. B. Reizdarmsyndrom)

sein.

Manches Baby hat auch tageweise Durchfall, während es zahnt.

Bei Durchfall sollte man drauf achten, dass das Baby stets eine trockene Windel hat. Foto: Adobe Stock, (c) Prostock-studio

Kindliche Stuhlgewohnheiten: noch normal oder doch Durchfall?

Neugeborene produzieren in der Regel einen sehr weichen Kot. Wie der Windelinhalt im Detail beschaffen ist, hängt aber von der Art seiner Ernährung ab. Stillen bewirkt bei einem Baby, dass es für gewöhnlich mehrfach, bis zu zehnmal, täglich gelblichen, oft mit weißlichen Flocken durchmischten, eher weichen bis flüssigen Stuhl absetzt. Wobei die Entleerung parallel zum Stillen erfolgen kann. Oft pendelt es sich innerhalb eines Monats ein, dass Brustkinder ein- bis zweimal täglich Stuhlgang haben. Flaschenkinder hingegen haben häufig einmal pro Tag ziemlich festen Stuhlgang.

Weicher Stuhl beim Baby ist also normal. Tritt bei Säuglingen aber mehr als fünf Mal bzw. bei Kleinkindern mindestens drei Mal am Tag dünner bis wässriger Stuhlgang auf, spricht man von Durchfall. Teilweise handelt es sich dabei um übelriechenden Kot, der auch eine andere Farbe als sonst, außerdem Schleim- oder auch Blutbeimengungen haben kann. Zudem kann eine deutlich vermehrte Stuhlmenge ein Hinweis auf eine Diarrhoe sein.

Ernährung: was sollen Babys und Kinder bei Durchfall essen?

Da der Flüssigkeitsverlust – vor allem beim Baby – die größte Gefahr bei Durchfall darstellt, heißt das Gebot der Stunde Flüssigkeitszufuhr (150 – 200 ml Flüssigkeit pro kg Körpergewicht). Und zwar in der gewohnten Manier, d. h. bislang gestillte Säuglinge weiterhin stillen, Flaschenkindern weiterhin das Fläschchen geben. Und zwar für sechs bis acht Stunden nur dünnen (Kamillen-, Fenchel-, Schwarz-, Brombeerblätter-, getrocknete Heidelbeeren-) Tee mit einer Prise Salz und ein wenig Zucker. Trinkt ein Kind bereits selbstständig aus dem Becher, erhöht sich oft durch die Verwendung eines Strohhalms die Trinkmenge.

Bei Kindern unter 5 Jahren kann man auch versuchen, eine Elektrolytlösung (anmischbares Fertigpulver) aus der Apotheke zuzuführen, um den Verlust an Nährstoffen und Elektrolyten auszugleichen. Bei Kindern ab 5 Jahren gesalzene klare Suppen oder Obstsäfte (Banane, Marille).

Nicht als Flüssigkeitsersatz taugen gesüßte Getränke wie etwa Limonaden, Cola oder unverdünnte Fruchtsäfte, weil die darin enthaltenen großen Zuckermengen Wasser in den Darm ziehen und dadurch das Problem verschlimmern. Ebenso können künstliche Süßstoffe wirken.

Auch sollten – nach ungefähr sechs Stunden Nahrungskarenz – daran gewohnte Kinder weiterhin feste Nahrung bekommen. Es sei denn, sie müssen sich ständig übergeben. Zum langsamen Kostaufbau eignen sich leicht verdauliche und fettarme Speisen wie Reisschleim, geriebene Äpfel, zerdrückte Bananen, Karottengemüse, Zwieback, trockener Toast, Salzstangen, Reis oder Suppen (z. B. Hühnersuppe mit Karotten). Größere Kinder dürfen 3 bis 5 getrocknete Heidelbeeren, die stopfen, vor jeder Mahlzeit kauen.

Mag das Kind eine Weile nichts essen, ist das noch nicht besorgniserregend. Viel trinken ist am wichtigsten!

Wenn das Baby Durchfall hat, ist viel trinken besonders wichtig! Foto: Adobe Stock, (c) morrowlight

Wie sollen Eltern bei Babys und Kindern Durchfall behandeln?

Mit der Gabe von Probiotika können Eltern beim Baby oder Kind den Organismus unterstützen, den Durchfall einzudämmen. Bei Kindern ab 2 Jahren auch – am besten in Wasser gelöste – Aktiv-Kohle, die von Krankheitserregern produzierte Giftstoffe bindet.

Da sich Kinder bei Durchfall oft nicht sehr wohl fühlen, empfiehlt es sich, sie zu trösten und es ihnen möglichst angenehm zu machen.

Der Po von Babys mit Durchfall sollte trocken gehalten, d. h. oft genug mit einer frischen Windel versorgt werden. Das aber in vorsichtiger und sanfter Manier, da der Po durch den Durchfall leicht gereizt wird. Dem kann mit einer Schutzcreme vorgebeugt werden. Andernfalls kann sich eine Windeldermatitis entwickeln.

Stillende Mütter sollten nichts essen, was dem Baby zusätzlich Beschwerden bereitet. Also nichts Scharfes, Blähendes oder zu viel Obst (v.a. Zitrusfrüchte).

Wann müssen Kinder mit Durchfall zum Arzt?

Hält Durchfall nur kurze Zeit an und vergeht von selbst wieder, besteht in der Regel keine Gefahr. Bei wässrigem Stuhl für mehr als

  • 6 Stunden bei Säuglingen
  • 12 Stunden bei Kleinkindern oder
  • 18 Stunden bei Schulkindern

ist jedoch ärztliche Hilfe gefragt, denn dann droht eine Austrocknung (Exsikkose, Dehydratation). Alarmzeichen für einen Flüssigkeitsverlust bzw. eine mangelhafte Flüssigkeitsaufnahme sind

  • eine trockene Haut (“Knitterfalten“ bleiben stehen, wenn man ein Stück Haut kurz zwischen die Finger nimmt und dann loslässt)
  • trockene Lippen oder eine trockene Zunge
  • seltener Lidschlag, eingefallene Augen und tränenloses Weinen
  • eingesunkene Fontanellen (Knochenspalten im kindlichen Schädel)
  • verfärbte Hände und Füße
  • ein stark gelber bis dunkler oder unangenehm riechender Urin
  • vermindertes Wasserlassen, bei Babys erkennbar an weniger feuchten Windeln
  • wenn das Kind auffällig ruhig oder gar teilnahmslos wird

Symptome, die auch unbedingt zum Arzt führen sollten, sind

  • eine Trinkschwäche oder gar Trinkverweigerung
  • Blut im Stuhl
  • den Durchfall begleitendes hohes Fieber und/oder Erbrechen und/oder starke Bauchschmerzen
  • ein aufgeblähter Bauch oder eine angespannte bis harte Bauchdecke
  • eine blasse oder gelbe Haut oder ein Hautausschlag
  • eine weiße Stuhlfarbe bei gestillten Kindern
  • eine schnelle und flache Atmung

Bei einem zu großen Flüssigkeitsverlust kommt es schlimmstenfalls zu einem Kreislaufkollaps und zu Nierenschäden. Allgemein gilt: Durchfall wird umso gefährlicher, je jünger ein Kind und je größer der Flüssigkeitsverlust ist.

Was beim Arzt passiert

Um sich ein Bild vom Zustand des Kindes machen zu können, muss der Arzt wissen, wie lange der Durchfall bereits besteht, wie oft Stuhl abgesetzt wird und wie dieser aussieht. Aber auch, was gegessen wurde, ob es eine Änderung der Ernährungsgewohnheiten gibt, Medikamente eingenommen wurden, Fieber besteht und es bei Kontaktpersonen wie z. B. Familienmitgliedern ebenfalls Symptome gibt.

Es folgt eine Tastuntersuchung des Bauches, bei Säuglingen auch ein Abwiegen, um einen etwaigen Gewichtsverlust festzustellen und die Flüssigkeitsreserven des Kindes zu beurteilen. Eventuell wird beim Baby oder Kind auch Fieber gemessen.

Unter Umständen (z. B. nach der Rückkehr von einer Reise) ist zusätzlich das Anlegen einer Stuhlkultur aus einer Stuhlprobe in einem Labor erforderlich. Bei schweren Verläufen zudem eine Blutuntersuchung. Bei Bedarf auch eine Abdomensonografie (Bauchultraschall).

Stellt der Arzt eine bedrohliche Austrocknung fest, kann er das Baby oder Kind zwecks Infusionstherapie in eine Kinderklinik überweisen. Bei bakteriell bedingtem Durchfall (Salmonellen) kann eine Antibiotikagabe erfolgen.

Der Arzt nimmt eine Tastuntersuchung beim Baby vor, wenn es an Durchfall leidet. Adobe Stock, (c) JenkoAtaman

Durchfall bei Kindern alternativ behandeln

Viele Eltern schwören auf “sanfte Heilmethoden“ wie etwa Homöopathie. Genauso wie bei Medikamenten obliegt es bei alternativen Heilmitteln aber der ärztlichen Kunst, welcher Wirkstoff in welcher Dosierung und Einnahmehäufigkeit zum Einsatz kommt.

Wie beugen Eltern am besten Durchfall beim Baby oder Kind vor?

Da die Krankheitserreger in erster Linie über die Hände in den Mund und schließlich in den Verdauungstrakt gelangen, bietet täglich mehrmaliges, mindestens 15 Sekunden dauerndes Händewaschen – vor allem vor der Zubereitung der Baby- oder Kindernahrung, vor dem Essen, nach jedem Toilettengang oder dem Anfassen verschmutzter Windeln – einen wirksamen Schutz gegen die Verbreitung von Keimen.

Und zwar indem man die Hände unter fließendem Wasser anfeuchtet, sie mit Seife einreibt und gründlich, d. h. inklusive Handrücken, Daumen, Fingerspitzen, Nägel und den Bereich zwischen den Fingern – reinigt, die Seife unter fließendem Wasser sorgfältig abspült und die Hände mit einem trockenen, sauberen, möglichst nur von einer Person benutzten Handtuch abtrocknet. Auf öffentlichen Toiletten empfiehlt es sich, nur Seife aus Seifenspendern und Papierhandtücher zu gebrauchen.

Die Ansteckungsgefahr verringern auch konsequente Hygienemaßnahmen im Haushalt wie

  • die regelmäßige Reinigung von Waschbecken und Toiletten,
  • die gründliche Säuberung aller Gegenstände und Flächen, die durch Kot oder Erbrochenes verunreinigt wurden, unter Benutzung von Gummihandschuhen,
  • den Gebrauch von Einwegtüchern bei Reinigungsarbeiten und deren anschließende Entsorgung,
  • das Waschen der Hand- und Geschirrtücher, Leib- und Bettwäsche bei mindestens 60° Celsius mit anschließender guter Trocknung.

Gegen eine Infektion mit Rota-Viren gibt es seit ein paar Jahren für Babys eine Impfung (siehe Österreichischer Impfplan 2019).

Leiden Kontaktpersonen eines Kindes unter Durchfall oder Erbrechen, sollten diese das Baby oder Kind weder küssen noch mit ihm schmusen, seinen Löffel nicht ablutschen und den Fläschchensauger oder Baby-Schnuller nicht in den Mund nehmen.

Übrigens: Stillen macht Kinder weniger anfällig für Magen-Darm-Infekte, da sich in der Muttermilch schützende Antikörper befinden. Auch wenn Stillen natürlich keine Garantie dafür sein kann, dass ein Baby während seiner Entwicklung nie Durchfall bekommt.

Ganz wichtig: Küchenhygiene

Eine in Bezug auf Dauer und Temperatur sachgerechte Lagerung und Zubereitung von Speisen beugt Lebensmittelvergiftungen durch Bakterientoxine vor. Vor allem Speisen mit Eiern oder Hühnerfleisch sollten nur frisch bzw. gut durchgebraten verzehrt werden, um sich vor Salmonellen zu schützen.

Bei der Ernährung mit Fläschchen ist auf deren strikte Sauberkeit zu achten. Etwa indem man die sie samt Zubehör im Vaporisator oder Wasserbad keimarm macht. Milchreste nicht aufwärmen bzw. fertig angerührte Milchnahrung nicht warmhalten, sondern wegschütten, da sich andernfalls eventuell darin vorhandene Keime explosionsartig vermehren. Für die Fläschchenzubereitung nachts oder unterwegs kann man abgekochtes Wasser in einer sauberen Thermoskanne aufbewahren.

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Gabriela Gerstweiler

Gabriela Gerstweiler ist Ärztin für Allgemeinmedizin und freie Texterin. Sie schreibt vor allem über Gesundheitsthemen und Ernährung.

Mit dem Begriff Durchfall – oder Diarrhöe – kennzeichnet man zu häufigen Stuhlgang und zu dünne Stühle. Besteht gleichzeitig Erbrechen, spricht man von Brechdurchfall (Magen-Darm-Grippe oder Gastroenteritis). Begleitsymptome sind oft Fieber und schlechter Appetit.

Was kann Durchfall auslösen?

Darmentzündungen werden bei Kindern meist durch Viren (Rotaviren, Noroviren), seltener durch Bakterien (Salmonellen, Campylobacter, bestimmte Coli-Bakterien) verursacht. Blutiger Durchfall deutet auf Bakterien als Erreger. Durchfall kann aber auch ein Hinweis auf eine Kuhmilchunverträglichkeit oder andere seltene Stoffwechselkrankheiten sein.

Muss man überhaupt etwas unternehmen?

Die meisten akuten Durchfallerkrankungen, vor allem die virusbedingten, heilen von allein. Sogar die meisten bakteriellen Diarrhöen zeigen ohne Antibiotika rascher eine Besserung als mit. Ausnahme: Eine Salmonellen-Erkrankung oder andere schwere Infektionen, die dringend und konsequent behandelt werden müssen. Medikamente, welche die Darmtätigkeit dämpfen, sind nicht erforderlich und kaum sinnvoll.

Wie Sie den Flüssigkeitsverlust ausgleichen können

Wichtig ist es, den Salz- und Wasserverlust auszugleichen, damit das Kind nicht austrocknet. 150 – 200 ml Flüssigkeit pro kg Körpergewicht sollte das Kind zu sich nehmen. Elektrolytlösungen oder Tabletten zum Auflösen in Wasser gibt es aber auch in jeder Apotheke. Ideal und schnell zur Hand ist aber auch mit Traubenzucker gesüsster Schwarztee mit einer Prise Salz (1/2 TL auf 1/2 l Tee), evtl. mit Orangensaft verfeinert. Die bewährte „Drittellösung“ besteht aus 1/3 stillem Mineralwasser, 1/3 dünnem Schwarztee und 1/3 Orangensaft, dazu 1 EL Traubenzucker und eine Prise Salz.

Wenn die Elektrolytlösung nicht angenommen wird, muss man Kompromisse machen: Kinder trinken gerne Cola, aus der aber die Kohlensäure herausgeschüttelt werden sollte. Am besten sollte man das Süssgetränke verdünnt geben. Grundsätzlich ist jedes Getränk gut, wenn es das Kind nur akzeptiert.

Eine fettfreie oder fettarme sowie milchzuckerfreie Diät ist zumindest in der Anfangsphase zu empfehlen. Salzstangen oder Salzbrezeln haben sich in der Praxis bewährt, wenn das Kind gar nichts mehr zu sich nehmen will. Auch eine leichte Bouillon versorgt das Kind mit Salz und Flüssigkeit und entlastet den Darm. Geriebener Apfel, schaumig geschlagene Banane, Zwieback, Bitterschokolade oder gekochte Rüebli stopfen. Bei gleichzeitigem Erbrechen lindert Lutschen an einer Zitronenscheibe den Brechreiz. Nach dem Erbrechen kann der Magen mit Haferschleim (20 g Haferflocken in einem Viertelliter Wasser aufgekocht) beruhigt werden.

Wann ist ärztliche Hilfe nötig?

Konsultieren Sie einen Arzt, eine Ärztin, wenn

  • sich der Durchfall nicht innerhalb einer Woche bessert
  • der Durchfall blutig ist
  • Ihr Kind nicht ausreichend trinkt und zuwenig Urin produziert
  • Ihr Kind krank, elend und teilnahmslos wirkt.

Wie ist das mit der Ansteckung?

Viele Betreuungseinrichtungen, Kitas, Kindergärten und Schulen haben als Regel, dass ein Kind mindestens 24 Stunden symptomfrei sein sollte, bevor es wieder mit anderen Kindern zusammentrifft. Kleine Epidemien sollen so verhindert werden. Erkundigen Sie sich, wie es bei Ihnen gehandhabt wird.

Häufige Frage zum Thema

Was sagt die Farbe des Stuhlgangs aus?

Meist sind Nahrungsmittel die Ursache für Stuhlverfärbungen bei Kindern. Das ist besonders deutlich in der Zeit, wenn Beikost eingeführt wird: Der Baby-Darm erst an die für ihn neue Nahrung gewöhnen und nach und nach die passenden Enzyme für die Verdauung der Nährstoffe bereitstellen. Deshalb ist es…

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Newsticker

Salzstangen und Cola helfen nicht: Der weit verbreitete Tipp zur Bekämpfung von Durchfall, Cola und Salzstangen, sei falsch, kommt jetzt von Expertenseite. Cola enthalte zu viel Zucker und könne den Durchfall dadurch verstärken. Und um den Salzverlust des Körpers auszugleichen, reichten auch Salzstangen nicht, weil wichtige Salze wie Kalium und Citrate fehlen. Am besten sei eine Elektrolytlösung aus der Apotheke. Zur Not: In einem Liter abgekochtem Wasser wird je 1/4 TL Salz und Backpulver aufgelöst, dazu 2 EL Zucker oder Honig und 1/2 Tasse Orangensaft. (Newsticker, 17.2.2013)

Durchfall durch Planschbecken: Ob im Planschbecken im Garten oder im hoteleigenen Babypool in den Ferien: Kinder im Windelalter können Stuhl- und Urinabgang noch nicht kontrollieren, so steigt die Erregeranzahl in wenig und warmem Wasser stark an. Gängige Desinfektions- und Reinigungsverfahren reichen nicht aus. Die Keime lösen wässrigen Durchfall, Kopfschmerzen, Bauchkrämpfe, Übelkeit und Fieber aus. Bei Babys kann der Flüssigkeitsverlust bedrohlich werden. Kein Kind darf deshalb mit Durchfall ins Becken. Kleinkinder sollten regelmässige Toilettenpausen einlegen. (swissmom Newsticker 21.7.2013)

Letzte Aktualisierung : 16-01-20, BH

© istockphoto, sb-borg

Bei Durchfall helfen Cola und Salzstangen. Das war schon Großmutters Hausmittel. Seither hat sich bei den Erkenntnissen der passenden Ernährung bei Durchfall viel getan. Doch nach wie vor ist eine Ernährung bei Durchfall empfehlenswert, die sowohl Zucker als auch Salze beinhaltet. Das gleicht den durch Durchfall entstandenen Verlust an Flüssigkeit und Mineralstoffen wieder aus. Hier erhalten Sie nähere Informationen über die passende Ernährung, wenn eine Durchfallerkrankung Sie im Griff hat oder hatte.

Durchfall: Ernährung als Ursache

Durchfall hat verschiedene Ursachen. Unter anderem können bestimmte Lebensmittel und ungesunde Ernährung eine Durchfallerkrankung hervorrufen. Zucker, Süßstoff und Fructose – enthalten in Limonade, manchen Obstsorten und Honig – können bei übermäßigem Verzehr zu Durchfall führen. Ebenso äußern sich Unverträglichkeiten von Nahrungsmitteln oft mit Durchfall.

Auf der anderen Seite gibt es Nahrungsmittel, die förderlich für die Verdauung sind und bei übermäßigem Verzehr auch zu Durchfall führen können. Dazu gehören Ballaststoffe wie Getreide, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse und insbesondere getrocknete Feigen und Aprikosen.

Diät bei Durchfall

Die Ernährung bei akutem Durchfall und das richtige Essen nach einer Durchfallerkrankung sind sehr wichtig für Körper und Gesundheit. Ist Durchfall gegenwärtig, ist es ratsam, für die ersten Tage eine Art von Diät zu halten. Da empfiehlt sich eine Diät bestehend aus leichter Vollkost und magenfreundlichem Essen.

Wenn nach drei Tagen der Durchfall immer noch anhält, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Essen bei und nach Durchfall

Das Wichtigste bei der Ernährung bei Durchfall ist die Zufuhr von ausreichend Flüssigkeit. Dabei sind Getränke mit einem hohen Gehalt an Kalium, Salz und Zucker empfehlenswert, da der Körper nur so die aufgenommene Flüssigkeit binden und speichern kann.

Gut geeignet bei Durchfall ist Mineralwasser mit wenig Kohlensäure, Johannisbeersaft, Karottensaft und in geringen Mengen die bewährte Cola. Ebenso bieten Kamillen-, Fenchel- und Pfefferminztee eine Magen und Darm schonende Flüssigkeitszufuhr. Eine verdünnte Hühnerbrühe kann die schonende Ernährung bei Durchfall positiv unterstützen. Sie enthält viele Mineralien und Elektrolyte, die der Körper nach einer Durchfallerkrankung wieder benötigt.

Sind die Beschwerden des Durchfalls etwas abgeklungen, kann die Ernährung um schonendes magenfreundliches Essen erweitert werden. Ein Mus aus Äpfeln oder Bananen wirken sich ebenso schonend auf die Verdauung aus wie eine milde Karottensuppe, Haferschleim und Kartoffelbrei.

Empfehlenswerte Ernährung bei Durchfall

Folgende Lebensmittel sind bei Durchfall empfehlenswert:

  • Lebensmittel mit geringem Fettanteil und wenigen Ballaststoffen
  • leicht stopfende Nahrungsmittel wie Bananen, Zwieback oder Reis
  • frische Möhren können Flüssigkeit im Darm binden

Was Sie bei der Ernährung bei Durchfall dagegen vermeiden sollten:

  • sehr heiße und sehr kalte Speisen
  • Rohkost und frisches Obst
  • blähende Gemüsesorten, wie Zwiebeln und Kohl
  • Vollkornprodukte, Kleie, Nüsse
  • scharfe und fettige Speisen
  • milchhaltige Nahrungsmittel
  • Kaffee und Alkohol

Durchfall bei Babys, Kleinkindern und Kindern

Wie hilft man den Kleinen am besten, wenn sie unter Durchfall leiden? Auch wenn bei Babys und Kleinkinder gelegentlicher Durchfall normal ist, sollten rechtzeitig Maßnahmen ergriffen werden, den Kleinen zu helfen. Eine spezielle Diät und die gezielte Ernährung bei Durchfall helfen selbst bei Babys, Kleinkindern und Kindern.

Das schonende Essen sollte hauptsächlich aus Brei bestehen. Dazu gehören Brei aus Banane und Apfel, Reisbrei mit Joghurt, Kartoffelbrei, Hafer- und Reisschleim. Auch eine klare Suppe mit frischen Möhren ist eine empfehlenswerte Ernährung bei Durchfall. Leiden Babys, Kleinkindern und Kindern neben dem Durchfall auch unter Übelkeit und Erbrechen, können trockenes Weißbrot, Knäckebrot oder Zwieback helfen.

Aktualisiert: 13.05.2019 – Autor: Astrid Vogel

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Durchfall? Was Ihr Kind jetzt essen sollte

Um einer Austrocknung vorzubeugen, müssen kleine Durchfall-Patienten viel trinken. Geeignet sind Wasser oder Tee, etwa Fenchel oder Kamille. Verzichten Sie auf Kuhmilch, Säfte und Softdrinks (Limonaden, auch Cola!), denn der angeschlagene Darm kann sie nur schwer verdauen. Zum Ausgleich der verloren gegangenen Mineralstoffe und des Flüssigkeitsverlustes sind so genannte Rehydratationslösungen (Glukose-Elektrolyt-Präparate, rezeptfrei in der Apotheke erhältlich, werden aber auch vom Arzt verschrieben) sinnvoll. Sie enthalten eine standardisierte Mischung aus Salzen und Zucker, die in Wasser aufgelöst wird. Trotz kinderfreundlicher Geschmacksrichtungen (z. B. Oralpädon® 240 Apfel, Banane oder Erdbeer, 10 Beutel 4,72 ?) verweigern viele Kinder das salzig-süße Getränk.

Mein Tipp bei Durchfall

Lehnt Ihr Kind die Rehydratationslösung ab, können Sie zur Geschmacksverbesserung etwas Saft dazugeben. Insbesondere wenn Ihr Kind erbricht, sollten Sie die Lösung besser etwas gekühlt und nur teelöffelweise verabreichen, dafür aber alle zwei bis fünf Minuten einen Löffel voll.

Wie viel Trinklösung Ihr Kind benötigt, hängt vom Alter und vom Gewicht ab, aber auch von der Schwere des Durchfalls. Orientieren Sie sich an den Dosierungsangaben im Beipackzettel, sofern Ihr Arzt nichts anderes verordnet hat.

Kein spezielles Essen für Babys bei Durchfall: Sie bekommen weiter ihre gewohnte Milch

Bekommt Ihr Baby Muttermilch, dürfen Sie ganz normal weiterstillen, sollten aber häufiger die Brust anbieten. Geben Sie Ihrem Kind die Flasche, erhält es seine übliche Milchnahrung in normaler Konzentration. Bieten Sie dann zusätzlich Tee oder Wasser an. Will Ihr Baby nicht trinken, können Sie ihm die Milch (ersatzweise Wasser oder gesüßten Tee) mit einem Löffel oder einer Spritze (ohne Nadel) einflößen. Geben Sie, wenn Ihr Kind nur geringe Mengen schafft, regelmäßig alle zwei bis drei Minuten einen Teelöffel Flüssigkeit.

Wichtig bei Durchfall: Bei Babys im ersten Lebensjahr kann heftiger Durchfall schon innerhalb von fünf bis sechs Stunden zu einer starken Austrocknung führen. Bitte gehen Sie mit Ihrem Baby bei Durchfall noch am selben Tag zum Kinderarzt, insbesondere wenn es nichts mehr zu sich nimmt, nichts behält oder gleichzeitig Fieber hat! Mit einem Kleinkind sollten Sie zum Arzt gehen, wenn es Fieber über 39 Grad hat, zusätzlich erbricht, die Beschwerden zwei Tage anhalten oder wenn es in schlechtem Allgemeinzustand ist (müde, schlapp).

Spezielles Essen für Ihr Kind bei Durchfall ist nicht nötig

Eine spezielle Durchfalldiät ist nicht erforderlich. Alles, was Ihrem Kind schmeckt und „drin bleibt“, ist erlaubt. Sie sollten aber darauf achten, dass es sich um leicht verdauliche Nahrungsmittel wie Weißbrot, Zwieback, Nudeln, Kartoffeln oder Bananen handelt. Bieten Sie kleine und dafür häufigere Mahlzeiten an.

Tabu sind:

  • Süßigkeiten,
  • scharf Gewürztes und
  • Fetthaltiges.

Mein Tipp: Für Babys, die schon Beikost bekommen, ist bei Durchfall Karottenbrei ideal.

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