Kleiner kopf baby

Der Kopfumfang

Das Gehirn Ihres Babys – und somit sein Kopf – wächst am schnellsten. Deshalb wird bei jeder Vorsorgeuntersuchung in der Kinderarzt-Praxis auch der Kopfumfang gemessen. So kann man erkennen, ob sich das Gehirn gut und gleichmässig entwickelt. Immerhin beträgt das Gehirngewicht beim Neugeborenen nur 300g, beim Zweijährigen schon 900g.

Schon bei der ersten Untersuchung nach der Geburt misst man den Kopfumfang Ihres Babys, der zusammen mit Körpergewicht und -grösse die wichtigsten Messwerte sind, mit denen das Wachstum des Babys beurteilt wird. Statistisch beträgt der Kopfumfang eines am Termin geborenen Kindes ca. 34 cm; aber Werte zwischen 33 und 38 cm sind auch noch normal.

Aber die Kopfgrösse im Vergleich zu Körperlänge und -gewicht lässt nicht nur Rückschlüsse auf die Gehirnentwicklung sondern auch auf die übrige Entwicklung des Kindes zu. Ein deutlich unterernährtes Baby kann sein Gewicht und seine Grösse kaum steigern, aber der Kopfumfang wird relativ normal weiter wachsen. Der Körper verwendet dann alle Kalorien für das wichtige Gehirnwachstum.

Ist der Kopf eines Kindes auffällig gross im Verhältnis zu Länge und Gewicht, wird der Kinderarzt, die Kinderärztin zunächst einmal einen Blick auf die Köpfe der Eltern werfen. In den allermeisten Fällen stellt sich heraus, dass die „Grosskopfigkeit“ ein familiäres Merkmal ist.

Sehr selten kann allerdings auch ein Problem dahinter stecken: Wird zuviel Nervenwasser (Liquor) im Gehirn gebildet oder kann es durch einen Abflussbehinderung nicht gut zirkulieren, staut es sich und führt zu einer Druckerhöhung im Schädel. Dies nennt man Hydrozephalus oder im Volksmund Wasserkopf. Bei Säuglingen, deren Schädelnähte noch nicht geschlossen sind, kommt es zu einer vorgewölbten Fontanelle und zu einem immer deutlicheren Wachstum des Kopfes. Bei älteren Kindern löst die Druckerhöhung Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen aus.

Die Kopfform – was tun gegen einen flachen Hinterkopf?

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Gegen den flachen Babykopf

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Grosser Kopf liegt vorn | 09.02.2017

Babys, die mit einem überdurchschnittlich grossen Kopf auf die Welt kommen, sind im Schnitt intelligenter als andere Babys. Das fanden internationale Forscher in einer grossangelegten britischen Studie heraus. Biologische, physische und soziale Daten von über 100.000 Menschen wurden ausgewertet und miteinander in Verbindung gebracht. Das Ergebnis: Wer mit einem grossen Kopf auf die Welt kommt, also mit einem Kopfumfang von mehr als 36 cm bei Knaben und 35 cm bei Mädchen, wird später wahrscheinlicher einen Studienabschluss erlangen und mehr Punkte bei einem IQ-Test bekommen, als Babys, die mit einem normal grossen Kopf zur Welt kommen. Weitere Zusammenhänge von Intelligenz, waren bestimmte Gene und ein gutes Immunsystem.

Letzte Aktualisierung : 05-11-19, BH

Zu den Routinedokumentationen im U-Heft zählt auch der Kopfumfang des Kindes. Die Kopfgröße soll Aufschluss über die Entwicklung des Gehirnes geben. Der Kinderarzt vergleicht ihn anhand einer Wachstumstabelle mit anderen gleichaltrigen Kleinkindern des gleichen Geschlechts. Auffälligkeiten können auf eine Entwicklungsstörung oder einen Wasserkopf hindeuten. Dies ist aber nicht zwingend der Fall, gerne steckt auch mal eine weniger ernste Ursache dahinter.

Kopfumfang bei Kindern bis zum fünften Lebensjahr

Grundlage für die Perzentilenkurve, des Kopfumfanges bei Kindern bis zum fünften Lebensjahr, im U-Heft bzw. den U-Untersuchungen, ist die Wachstumstabelle der World Health Organization (kurz: WHO). Sie umfasst die verschiedengeschlechtliche Verteilung unterschiedlicher Kopfumfänge von der Geburt an, bis zum 60. Monat.

Verständnis der Perzentilen:

Die nach Alter (in Lebensmonate) und Geschlecht (weiblich/männlich) unterteilte Tabelle der WHO differenziert zusätzlich den Kopfumfang (in Zentimeter) nach verschiedenen Perzentilen. Dabei handelt es sich um Hundertstelwerte, welche die Verteilung wie folgt angeben:

  1. P3: Kopfumfang bei 3% der Kinder kleiner, bei 97% größer
  2. P15: Kopfumfang bei 15% der Kinder kleiner, bei 85% größer
  3. P25: Kopfumfang bei 25% der Kinder kleiner, bei 75% größer
  4. P50: Kopfumfang bei 50% der Kinder kleiner, bei 50% größer
  5. P75: Kopfumfang bei 75% der Kinder kleiner, bei 25% größer
  6. P85: Kopfumfang bei 85% der Kinder kleiner, bei 15% größer
  7. P97: Kopfumfang bei 97% der Kinder kleiner, bei 3% größer

Bei dem P50-Wert handelt es sich stets um das Median. Es gibt an, dass 50 Prozent der Kinder kleiner und umgekehrt auch 50 Prozent größer sind.

Kopfumfangsabweichungen von der Norm

Geringe Umfangsabweichungen von der Norm sind völlig normal. Die WHO sieht die 15. und 85. als äußere Perzentilen, ehe es in den roten und damit kritischen Bereich übergeht. Unter Umständen wird der Kinderarzt aber auch schon früher genauer hinsehen.

Oftmals ist hinsehen sogar wortwörtlich gemeint, kann die Kopfgröße erblich bedingt sein. Dazu ist allein ein Elternteil mit regelrechten Großkopf ausreichend, um es den Kind mit den Genen in die Wiege zu legen.

Grundsätzlich wird anhand des Kopfumfanges zwar die Entwicklung bzw. das Wachstum des Gehirns beobachtet, jedoch spricht ein großer Kopf nicht zwingend für höhere Intelligenz. Sofern dieser nicht von den Eltern vererbt wurde, kann dieser auch ein Anzeichen eines Hydrozephalus sein. Dabei handelt es sich um den sogenannten Wasserkopf, der durch zu viel Nervenwasser entsteht. Bei Säuglingen zeichnet er sich häufig durch eine vorgewölbten Fontanelle aus. Kleinkinder klagen dagegen vermehrt über Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen.

Die Frage nach der Größe des Nachwuchses ist für alle Mütter und Väter spannend. Schon vor der Geburt ist die Größe des Ungeborenen ein Indikator dafür, ob sich das Kind gesund entwickelt. Bei jeder Untersuchung misst der Frauenarzt via Ultraschall den Umfang des Köpfchens und die Länge vom Scheitel bis zum Steiß. Während der Schwangerschaft wächst der Embryo täglich – insbesondere in den Nachtstunden. Kaum ist das Kind auf der Welt, schon werden die ersten Vergleiche zu den Durchschnittsmaßen von Altersgenossen gezogen. Unmittelbar nach der Geburt werden Gewicht und Größe des Neugeborenen erfasst. In der Bundesrepublik Deutschland liegt das durchschnittliche Geburtsgewicht eines Kindes zwischen 2.800 und 3.800 Gramm, bei einer Durchschnittsgröße von 48 bis 52 Zentimetern und einem Kopfumfang von 34 bis 37 Zentimetern. Im ersten Lebensjahr wachsen Kinder in der Regel am schnellsten. Danach legt das Kind jedes Jahr zwei bis drei Prozent an Größe zu.

Welche Faktoren beeinflussen das Wachstum?

Die Durchschnittsgröße eines Kindes hat sich im Laufe der Jahrhunderte stark verändert. Sie hängt mit den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, aber auch den individuellen Umständen, unter denen das Kind aufwächst, zusammen. Zu zehn Prozent wird die Größe des Nachwuchses von äußeren Faktoren wie den Lebensumständen, Stress oder Umwelteinflüssen beeinflusst. Eine richtige und abwechslungsreiche Ernährung ist für die gesunde Entwicklung eines Kindes besonders wichtig. Der Genuss von Rauschmitteln wie Alkohol oder Zigaretten vor, während oder nach der Schwangerschaft, kann das gesunde Wachstum eines Kindes hemmen. Darüber hinaus ist die spätere Größe des Kindes maßgeblich von der Körpergröße der Mutter und des Vaters abhängig. Zu 90 Prozent ist die spätere Größe der Kleinen genetisch vorbestimmt. Die Gene der Eltern sind auch dafür verantwortlich, wie schnell und wann das Kind wächst. So hat beispielsweise das Gewicht einer Mutter vor der Schwangerschaft Auswirkungen auf die Größe des Kindes bei der Geburt. Das Neugeborene einer zierlichen Frau ist in der Regel kleiner und zarter als das von kräftigeren Frauen. Untersuchungen haben ergeben, dass es Unterschiede zwischen norddeutschen und süddeutschen Kindern gibt. Die Nordlichter sind durchschnittlich zwei Zentimeter größer als ihre Altersgenossen aus dem Süden.

Für die Größe von Mädchen und Jungen gibt es unterschiedliche Normtabellen. Mädchen sind meistens zwischen 16 und 17 Jahren, am Ende der Pubertät, ausgewachsen. Jungen legen bis zum 19. Geburtstag an Größe zu. Ist die Größe des Kindes innerhalb des vorgegeben Normbereichs, ist das Wachstum des Kindes als unauffällig zu beurteilen. Ist das Kind dauerhaft kleiner als Gleichaltrige oder passt es das zweite Jahr in Folge in die gleiche Kleidung, dann wächst es mit hoher Wahrscheinlichkeit weniger als die durchschnittlichen zwei bis drei Zentimeter im Jahr. Kinder, die ihre Altersgenossen deutlich überragen, versuchen ihre Größe oft durch eine gekrümmte Haltung zu verbergen. In beiden Fällen könnte es sich um eine Wachstumsstörung handeln. Aus diesem Grund sollten Eltern die vorgeschriebenen Termine zur Vorsorge U1 bis U9 bei Kinder- und Jungendarzt nicht versäumen. Nur er kann eine Wachstumsstörung sicher ausschließen.

Von Knochenalter und Wachstumskurven

Die gesunde Entwicklung des kindlichen Skelettes ist maßgeblich für die Größe des Kindes. Die genaue Beobachtung des Knochenwachstums ist somit eine der entscheidendsten Beurteilungskriterien der Entwicklungsdiagnostik. Dabei analysieren die Mediziner das Alter des Skeletts, auch Knochenalter genannt. Das Skelettalter eines gesunden und normal großen Kindes ist nie mehr als zwölf Monate vom regulären Alter entfernt. Ist das errechnete Knochenalter über ein Jahr älter, so sprechen die Ärzte von einem sogenannten akzelerierten Wachstum. Liegt es über ein Jahr unter dem Lebensalter des Kindes, ist von einem retardierten Wachstum die Rede. Bei jeder U-Untersuchung beim Kinderarzt trägt dieser die Werte des Kindes wie Gewicht, Kopfumfang und Größe in die Norm-Diagramme des Vorsorgeuntersuchungs-Heftes ein. Die Entwicklung des Kindes kann dann grafisch in Form einer Wachstumskurve dargestellt werden. So sieht der Kinderarzt sofort, wenn die Größe des Kindes nicht der Norm entspricht und kann weiterführende Untersuchungen veranlassen. Bei Neugeborenen und Babys im ersten Lebensjahr werden recht selten Wachstumsstörungen diagnostiziert. Sie zeichnen sich in der Regel erst nach dem vollendeten zweiten bis vierten Lebensjahr des Kindes ab.

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Maßtabelle

Maßtabelle für Kinder von 0 – 7 Jahren

Für Babys und Kinder zu bestellen ist ganz einfach, denn hier gilt: Körperlänge ist gleich (=) Bestellgröße! Messen Sie also Ihr Baby oder Kind vom Scheitel bis zur Sohle und lesen Sie auf der Tabelle die Bestellgröße ab.

Den Kopfumfang messen Sie, indem Sie einfach das Maßband über Babys Ohren um den Kopf legen. Die gemessenen Zentimeter entsprechen der Kleidergröße, die in der Tabelle in derselben Zeile neben dem Kopfumfang steht.

Babys Entwicklung ist sehr individuell. Manche Babys sind einfach größer, andere von Natur aus kleiner. Deshalb kann unsere Tabelle lediglich als Anhaltspunkt dienen.

Damit Ihr Baby sich beim Tragen der Kleidung wohlfühlt, beachten Sie bitte, dass diese nicht zu eng am Körper anliegt. Somit ist auf ausreichende Beinfreiheit zu achten, damit der natürliche Bewegungsdrang des Babys nicht eingeschränkt wird. Falls Sie sich nicht sicher sind, bestellen Sie bitte besser die nächste Größe.

Sie möchten die Kleidung von pagabei gerne verschenken, und wissen die genaue Größe des Babys nicht, dann dient die Altersangabe in der Tabelle als Orientierungshilfe. Fühlen Sie sich mit diesen Angaben unsicher, dann sind wir gerne bei allen Fragen für Sie da, und beraten Sie ausführlich.

Rufen Sie +43 664 281 31 43 oder schreiben Sie uns an [email protected]

Kopfumfang Baby – die Entwicklung

Vieles dreht sich während der Schwangerschaft und auch unmittelbar nach der Geburt des Babys um seinen Kopfumfang. Doch warum ist das so? Was hat es damit auf sich, dass der Kopf so genau vermessen wird? Das erfährst du hier.

Kopfumfang Baby Tabelle

Alter Buben Mädchen

Die Normwerten des Kopfumfanges entsprechen der Perzentilen-Kurve für Jungen und Mädchen im U-Heft. Sie beruhen auf die Wachstumstabelle der WHO für Babys.

Warum ist der Kopfumfang beim Baby wichtig?

Das Messen des Baby Kopfumfangs gehört heute während der Schwangerschaft zu den Standard Vorsorgeuntersuchungen. Dabei geht es vor der Geburt nicht darum, ob das Baby durch den Geburtskanal passt, wenn es so weit ist. Man möchte vielmehr wissen, wie sein Entwicklungsstand ist und es geht auch darum, mögliche Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen. Nichts wächst im ersten Jahr so schnell wie der Kopf. Das liegt daran, dass die Gehirn-Entwicklung geradezu rasant voranschreitet. Deswegen ist der Baby Kopfumfang für Ärzte ein wichtiger Indikator dafür, ob Kinder sich gesund entwickeln.

Nach der Geburt misst man den Kopfumfang, weil dieser Wert neben dem Geburtsgewicht und der Größe des Babys zu den wesentlichen Faktoren zählt, um seine Entwicklung zu beobachten. Sollte der Kopfs des Neugeborenen zu klein sein, könnte dies nämlich auf eine Erkrankung hindeuten. Das müsste man dann entsprechend untersuchen.

Das Kopfumfang Messen bei deinem Baby erfolgt meistens bis zu seinem zweiten Lebensjahr, da sich dann die Fontanellen am Kopf schließen und verfestigen. Das Ziel des Kinderarztes ist es auch hierbei, mögliche Fehlentwicklungen sowohl des Köpfchens als auch des Gehirns rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Den Kopfumfang messen

Im Prinzip muss beim Messen versucht werden, die breiteste Stelle des Kopfs zu finden, wofür der Arzt ein flexibles Maßband direkt an der Stirn anlegt. Das Maßband wird dann oberhalb der Ohren einmal um das Köpfchen herumgeführt. Nun kann direkt an der Stirn der Umfang genau abgelesen werden. Auf ein paar Millimeter hin oder her kommt es dabei im Übrigen nicht an.

Der Kopfumfang in der Schwangerschaft

Schon während der Schwangerschaft wird der Baby Kopfumfang genau beobachtet und gemessen. Protokolliert wird das allerdings erst aber der 20 Schwangerschaftswoche. Auch hier steht der Zusammenhang zwischen der Entwicklung des Kopfumfangs und des Gehirns in einem direkten Zusammenhang.

Der Kopfumfang des Babys bei der Geburt

Es gibt bei der Geburt des Babys gewisse Normen. Die Größe des Köpfchens sollte dabei in einem bestimmten Rahmen liegen. Durchschnittlich hat ein Babykopf direkt nach der Entbindung einen Umfang von 35 cm. Alles zwischen 32 und 37 cm ist im Normbereich.

Generell ist es so, dass Eltern mit eher größeren Köpfen auch Kinder mit größeren Köpfen bekommen. Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen.

Das weitere Wachstum des Kopfs

In den ersten Monaten nach der Geburt wächst Babys Köpfchen geradezu rasant. Ein bis zwei Zentimeter pro Monat Zuwachs sind jetzt völlig normal. Es ist aber auch nicht zwangsläufig besorgniserregend, wenn es etwas weniger ist. Große Babys wachsen für gewöhnlich etwas langsamer als kleine.

Frühchenköpfe wachsen schneller

Tatsächlich legen gerade Frühchen in den ersten Monaten besonders an Kopfumfang zu. Sie holen das auf, was sie im Mutterleib verpasst haben. Ein Baby hingegen, das bereits bei der Geburt einen Kopfumfang im Normbereich hat oder generell groß ist, wächst nicht ganz so rasant. Mit zwei Jahren haben sie meistens in der Größe aufgeholt und sind nicht von Normalgeborenen zu unterscheiden.

Kopfbedeckungen für Frühchen und Neugeborene

Brauchen Neugeborene eigentlich rund um die Uhr eine Kopfbedeckung? Hier gehen die Meinungen auseinander. Es gibt Hebammen, die empfehlen Babys Kopf immer mit einer Mütze zu schützen. Aufgrund der Sorge um den plötzlichen Säuglingstod jedoch wird heute meistens propagiert, dass Neugeborene im Freien immer ein Häubchen tragen sollten. Im Haus kannst du jedoch darauf verzichten. Aber gerade wenn Babys schlafen, stellt eine Mütze immer eine gewisse Gefahr der Überhitzung dar.

Fakt ist aber, dass Babys in den ersten vier Lebenswochen ihre Wärme noch nicht gut halten können. Frühchen im Besonderen. Das bedeutet, sie verlieren Körperwärme über den Kopf. Deswegen ist ein Häubchen als Kopfbedeckung durchaus sinnvoll. Dies kann zum Beispiel aus reiner Baumwolle, aus Wolle/Seide oder aus reiner Wolle sein, um so das Köpfchen ausreichend warm zu halten.

Wähle das Material der Jahreszeit entsprechend. Um die passende Größe zu finden, kannst du hier in der Größentabelle die Mützengröße für dein Baby herauslesen. Der Kopfumfang der Kinder kann jedoch abweichen.

Der Babykopf außerhalb des Normbereichs

Was ist zu tun, wenn der Kopf des Babys deutlich von der Norm abweicht? Eine gewisse Abweichung ist schon aufgrund von Messungenauigkeit eher die Regel als die Ausnahme. Kritisch wird es erst dann, wenn der 15. Perzentile unter- oder der 85. Perzentile überschritten wird. Hier findest du prozentuelle Abweichungen der Perzentile:

Hier gilt ganz klar: sollten Zweifel bestehen, ob mit dem Baby alles in Ordnung ist, frage am besten deinen Kinderarzt.

Kopf-Verformungen und Therapiemöglichkeiten

Nicht immer bleibt der Kopf des Babys schön rund und wohlgeformt. Das Phänomen eines „plattgedrückten“ Hinterkopfs kennen vermutlich viele Eltern. Grund zur Sorge besteht hier allerdings nicht. Wenn Babys in den ersten Monaten viel auf dem Hinterkopf liegen, ist so eine Verformung ganz normal. Der Babykopf ist nämlich im ersten Lebensjahr noch gut formbar. Hinzu kommt, dass aufgrund der empfohlenen Rückenlage der so genannte Schiefkopf deutlich zugenommen hat. Die Rückenlage reduziert das Risiko des Plötzlichen Kindstods.

Vorbeugen kannst du solchen Verformungen, indem du das Baby im wachen Zustand auch immer mal wieder auf den Bauch legst. Dann solltest du aber im Raum bleiben. Liegt es immer nur auf einer Seite, kannst du es mithilfe von Spielzeug dazu animieren, dass es auch mal auf die andere Seite schaut. Außerdem solltest du dein Baby immer mal von der einen und mal von der anderen Seite ansprechen. Wenn du es tagsüber viel trägst, beugst du einer Verformung des Köpfchens am besten vor. Alternativ gibt es speziell geformte Babykissen mit einer Mulde für das Köpfchen. Aber auch hier gilt: Bitte nur dann verwenden, wenn dein Baby wach ist.

Sollte das alles nichts bringen und der Kopf des Babys bleibt immer noch verformt, dann suche am besten einen Kinderarzt auf. Mit Hilfe spezieller Helme kann der Kopf wieder in Form gebracht werden.

Manchmal kann die Ursache für einen verformten Kopf auch an einer Blockade der Halswirbelsäule liegen, die ein Physiotherapeut schnell lösen kann.

Fehlbildungen beim Babykopf und Krankheiten

Babys, die einen deutlich zu großen Kopf haben, leiden unter Umständen an Hydrocephalus. Im Volksmund wird dies auch als Wasserkopf bezeichnet. Die Ursache ist eine Ansammlung von Nervenwasser im Gehirn. Solange die Fontanelle noch nicht geschlossen ist, kommt es dabei häufig zu einer besonders stark wachsenden Stirn. Wird das Kind älter, leidet es oft unter dem verstärkten Druck und bekommt möglicherweise Kopfschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen. Wird das Kind rechtzeitig behandelt, ist meist eine vollständige Heilung möglich.

In ganz seltenen Fällen kann es zu einer Anenzephalie kommen. Das bedeutet, dass das Baby so gut wie kein Gehirn hat und deswegen die Lebenserwartung nach der Geburt nur einige Stunden beträgt. Hier hat sich im Entwicklungsprozess die Schädeldecke nicht geschlossen und Teile des Kopfes fehlen.

Fazit

Das Wachstum von Babys Köpfchen ist wichtig für seine Entwicklung, schließlich wächst auch das Gehirn in den ersten Lebensmonaten geradezu rasant. Deswegen spielt der Baby Kopfumfang bereits in der Schwangerschaft eine zentrale Rolle. Es gibt zwar gewisse Normen in Bezug auf den Kopfumfang, dennoch besteht nicht gleich Anlass zur Panik, wenn dein Baby nicht genau in dieser Norm liegt. Solltest du Sorge haben, frage am besten den Kinderarzt, ob alles so ist, wie es sein sollte.

Weitereführende Links

Baby- und Kindergrößen

In meinem Lebenslauf finden sich neben dem Abschluss eines wirtschaftlichen Studiums auch Stationen im Bereich Marketing und Kommunikation. Als mein Kind zur Welt kam, eröffnete sich ein neues Universum. Selbst erschlagen vom Angebot für Eltern und ihre Kinder, hätte ich mir oft einfache Entscheidungshilfen gewünscht. Zusammen mit dem Team von babysicherheit24.de beschäftige ich mich eingehend mit der Materie. Mein Wissen und meine Erfahrungen der letzten 8 Jahre Elternschaft möchte ich nun mit unseren Lesern teilen.

Kopfumfang mit dem Maßband messen

Der Kopfumfang wird einen Zentimeter über den Augenbrauen – über der Stirn – waagerecht gemessen. | Foto: Ulrike Heidinger

Zum Messen des Kopfumfanges (auch Hutgröße genannt) benötigt Ihr ein Maßband oder alternativ auch eine Schnur und einen Meterstab bzw. Zollstock oder ein langes Lineal.

  • Das Maßband wird etwa einen Zentimeter oberhalb von Augenbrauen und Ohren über die Stirn (nicht oben am Haaransatz!) waagerecht um den Kopf gelegt. Die eine Hand fixiert das Ende, die andere führt das Maßband.
  • Das Band sollte eng anliegen aber nicht einschneiden.
  • Am Schnittpunkt des Maßbandes könnt Ihr direkt den Kopfumfang ablesen.

Wird eine Schnur als Messhilfe verwendet, legt Ihr diese analog zur Maßband-Methode an und markiert den Schnittpunkt. Anschließend nehmt Ihr das Maß, den Abstand vom Anfang bis zur Markierung, mit einem Lineal oder Meterstab ab und bestimmt so Euren Kopfumfang.

Die Hutgröße zählt auch bei Mützen, Caps und Stirnbändern

In welchen Größen es Outdoor-Hüte, Beanies, Stirnbänder oder auch Basecaps zu kaufen gibt, ist reine Herstellersache. Sind die Kopfbedeckungen in S, M, L oder auch Doppelgrößen wie S/M erhältlich, findet Ihr bei uns in den Hersteller-Größentabellen beim Produkt jeweils den entsprechenden Kopfumfang. Viele Hersteller verwenden aber auch die Auszeichnung one size oder uni. Derartige Modelle sind in der Regel für den „Durchschnittskopf“ gemacht und bewegen sich irgendwo zwischen 54 bis 56 Zentimeter für Damen und 58 bis 60 Zentimeter für Herren. Auch hierzu gibt es beim Produkt herstellerspezifische Angaben – sofern diese von den Firmen angegeben werden. Letztlich sind Beanies und Stirnbänder im Normalfall dehnbar und Caps oft per Snapback, Klett oder ähnlichem größenverstellbar.

Größentabelle Mützen, Caps und Stirnbänder (Hutgröße)

Die folgende allgemeine Größentabelle für Hutgrößen dient als Orientierungshilfe für textile Kopfbedenkungen, zu denen keine expliziten Herstellerangaben vorliegen. Wo spezifische Tabellen vorliegen, findet Ihr diese im Bergzeit Shop unter „Größentabelle“ beim jeweiligen Produkt.

Internationale Hutgrößen

Unisex-Größe XS S M L XL
Kopfumfang in Zentimeter 53-54 55-56 57-58 59-60 61-62

Durchschnittswerte Einheitsgrößen

Uni / one size Damen Herren Unisex Kinder
Kopfumfang in Zentimeter 54-56 58-60 56-58 50-55

Welche Größe bei Sporthelmen?

Auch beim Kauf eines Fahrrad-, Ski-, oder Kletterhelms gilt es als Erstes den eigenen Kopfumfang zu messen. Wie das geht, lest Ihr im Absatz „Kopfumfang mit dem Maßband messen“. Danach geht es an die Suche nach dem passenden Produkt. In der Regel ist die Größe bei Helmen innen oder außen am Helm angegeben. Die meisten Modelle verfügen über ein Verstellsystem, das einige Zentimeter ausgleichen kann.

Nur ein gut sitzender Helm schützt beim Sport vor Verletzungen. Deshalb ist die richtige Größe so wichtig. | Foto: Bergzeit

Dennoch ist es wichtig, bereits beim Kauf die optimale Größe auszuwählen. Zum einen kommt auch die Größenverstellung irgendwann an ihre Grenzen und zum anderen schützt nur ein wirklich gut sitzender Helm vor Verletzungen. Ist der Helm zu groß, rutscht er im schlimmsten Fall bei einem Unfall weg und schützt den Kopf nicht mehr ausreichend. Ein zu kleiner Helm dagegen passt erst gar nicht auf den Kopf und verursacht unangenehme Druckstellen.

Viele Helmhersteller nutzen bei der Auszeichnung ihrer Produkte nicht immer die Zentimeter-Angabe. Oft gesehen ist auch die internationale Kennzeichnung mit S, M, L oder Doppelgrößen wie S/M oder L/XL. Leider gibt es keine einheitliche Norm, die festlegt, welcher gemessene Wert den jeweiligen Größenangaben entspricht. Daher sollte man sich vor dem Kauf genau informieren, was zum Beispiel die Auszeichnung S/M beim jeweiligen Hersteller bedeutet. Herstellerspezifische Größentabellen findet Ihr im Bergzeit Shop wie gewohnt beim jeweiligen Produkt unter „Größentabelle“.

  • Tipp: Liegt der ermittelte Kopfumfang zwischen zwei Größen (z.B. 59 Zentimeter bei M (57 bis 59 Zentimeter) und L (59 bis 61 Zentimeter) empfehlen wir die größere Größe zu wählen.

Größenanpassung mithilfe von Drehrad… | Foto: Ulrike Heidinger … oder Ratsche. | Foto: Ulrike Heidinger Die herstellerspezifische Größenangabe kann außen … | Foto: Ulrike Heidinger … oder innen im Helm zu finden sein. | Foto: Ulrike Heidinger

Wie muss ein Helm sitzen?

Im Gegensatz zu Mützen, die sich jeder nach persönlichem Stil mehr oder weniger weit ins Gesicht ziehen kann, sollte ein Helm tatsächlich eher waagerecht auf dem Kopf sitzen. Die Helmweite muss dem Kopfumfang mittels Verstellsystem (z.B. Drehrad oder Ratsche) angepasst werden.

  • Selbstcheck: Ein optimal eingestellter Helm sollte auch mit geöffneten Kinnriemen auf dem Kopf bleiben, wenn man diesen kräftig schüttelt oder sich langsam vornüber beugt.

Als nächstes wird der Kinngurt eingestellt. Die seitlichen Gurtbänder sollen sauber an den Ohren vorbei laufen und sich unterhalb kreuzen. Ist die Schnalle geschlossen, wird empfohlen noch ungefähr einen Finger breit Luft unter dem Kinn zu haben, damit ausreichend Bewegungsspielraum besteht.

  • Selbstcheck: Mit korrekt eingestelltem Kinngurt darf sich ein gut passender Helm nun nicht mehr nach hinten vom Kopf ziehen oder seitlich wegdrehen lassen.
  • Lesetipp: „Fahrradhelm einstellen – Darauf solltest Du achten„

Die Helmgröße kann mittels Verstellsystem angepasst werden. | Foto: Ulrike Heidinger Unter dem Kinngurt sollte bei Helmen noch etwa ein Finger breit Luft sein. | Foto: Ulrike Heidinger Richtig: Skihelm und Skibrille sind kompatibel. | Foto: Ulrike Heidinger Falsch: Zwischen Helm und Brille entsteht eine Öffnung. | Foto: Ulrike Heidinger

Tipp: Brille und Helm müssen harmonieren!

Bei Sport-Helmen ist es außerdem wichtig, dass sie mit der Brille kompatibel sind. Nicht jede Skibrille passt zu jedem Skihelm und auch Fahrradhelme harmonieren unter Umständen nicht optimal mit jeder Sonnenbrille. Eine Skibrille sollte daher so an den Helm anschließen, dass keine unangenehmen Kältebrücken oder Überlappungen entstehen. Mehr dazu verrät unsere Shop-Kaufberatung für Skibrillen. Bei der Fahrradbrille ist darauf zu achten, dass die Kombi aus Helm und Brille keine Druckstellen erzeugt.

Kopfumfang und Helmgrößen bei Kindern

Auch bei Kinderhelmen ist der Umfang des Kopfes die Grundlage für die Auswahl. Das Messen funktioniert wie oben beschrieben am einfachsten mit einem Maßband, gegebenenfalls vor einem Spiegel, so dass das Kind zusehen oder auch mithelfen kann.

  • Wichtig: Auch wenn der Kopf von Kindern gerade in den ersten Lebensjahren rasant wächst, ist eine passende Helmgröße unbedingt erforderlich. Wer sparen will und sein Kind in einen zu großen Helm „hineinwachsen“ lässt, riskiert die Sicherheit seines Kindes. Nur ein passender, gut eingestellter Helm kann zuverlässigen Schutz bieten.

Bei Kinderhelmen ist die richtige Größe besonders wichtig. Nur mit einem gut sitzenden Helm ist das Kind wirklich geschützt! | Foto: Giro

Bei der Größenwahl ist es sinnvoll, den Helm auch mit einer dünnen Mütze anzuprobieren, denn gerade Kinder tragen diese in der kälteren Jahreszeit oft unter dem Helm. Der Verstellbereich sollte daher genügend Spielraum bieten, um mit und ohne Mütze optimal auf dem Kopf zu sitzen. Wichtig: Einstellungen gegebenenfalls immer anpassen!

Neben der optimalen Passform – kein Verrutschen zur Seite oder nach hinten – empfiehlt es sich bei Kinderhelmen, Wert auf eine leichte Handhabung des Verstellsystems und der Verschlussschnalle, ein geringes Gewicht und ein ansprechendes Äußeres zu achten. Denn nur wenn der Kletter-, Fahrrad- oder Skihelm dem Kind gefällt, wird er auch gern aufgesetzt.

Fazit zur Größenberatung Mützen, Helme, Caps & Co.

Nur eine passende Kopfbedeckung schaut im Idealfall gut aus UND erfüllt auch ihren Zweck – sei es als Cap für den Sonnenschutz, als Mütze gegen die Kälte oder als Helm zum Schutz vor Verletzungen. Die eigene Helm-, Hut- oder Mützengröße lässt sich einfach anhand des Kopfumfanges ermitteln. Da es für die Auszeichnung von Helmgrößen (ebenso wie bei Bekleidung) kein normiertes System gibt, wird der gemessene Wert im Anschluss am besten mit den Angaben des Herstellers abgeglichen.

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Folgen von Zika © AP

Sie liegen in den Armen ihrer Mütter oder werden weinend in die Kamera gehalten: Die Bilder von brasilianischen Babys, deren Köpfe viel zu klein sind, gehen um die Welt. Mikrozephalie nennt sich diese erschreckende Folge des in Süd- und Mittelamerika grassierenden Zika-Virus: Der Begriff stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet, was er beschreibt: kleiner Kopf.

Der Zusammenhang mit der tropischen Virusinfektion fiel erst jetzt auf, die Fehlbildung kann auch viele andere Ursachen haben, wie Berndt Urlesberger, Leiter der Neonatologie an der LKH-Uniklinik Graz, erklärt.

Mikrozephalie Foto © Grafik Kleine Zeitung

Definition. „Von Mikrozephalie spricht man, wenn der Kopfumfang eines Kindes zwei Standardabweichungen unter der Norm liegt“, sagt Urlesberger. Nicht bei allen Kindern ist die Fehlbildung so offensichtlich wie bei den Kindern auf den Fotos, die man nun sieht – die Ursache ist aber bei allen dieselbe: „Das Gehirn des ungeborenen Kindes wächst nicht richtig und dadurch wächst auch der Kopf nicht mit“, sagt Urlesberger.

Die Gründe für diese Missentwicklung des Gehirns sind vielfältig: Sie reichen von genetischen Ursachen über den Einfluss giftiger Substanzen oder Infektionen bis zur Unterversorgung des Kindes in der Schwangerschaft.

Ursachen. Zu den genetischen Ursachen zählt sowohl die Anlage zu kleinen Köpfen innerhalb der Familie wie auch genetische Syndrome wie die Trisomie 21, auch Downsyndrom genannt. Giftige Substanzen, die dem Gehirn des Babys schaden können, sind Alkohol oder auch Drogen wie Kokain. „Bei massivem Alkoholkonsum in der Schwangerschaft entsteht das sogenannte embryonale Alkoholsyndrom“, sagt Urlesberger. Dieses Syndrom tritt bei den Kindern von Alkoholikerinnen auf, der zu kleine Kopf ist ein Teil der Erkrankung.

Auf Alkohol und Nikotin sollten Schwangere absolut verzichten. Auch diese Produkte meiden:
Nicht gekochte, nicht pasteurisierte Milchprodukte sowie Weichkäse.
Rohes und nicht ganz durchgebratenes Fleisch sowie Rohwürste und Mettwurst.
Roher, halb roher und geräucherter Fisch, rohe Meeresfrüchte, schwermetallbelastete Fische wie Thunfisch, Schwertfisch, Heilbutt oder Hecht.
Speisen, die rohe, halb rohe oder weich gekochte Eier enthalten: Tiramisu, Mayonnaise, weiches Ei.
Besonders auf Küchenhygiene achten!

„Wie das Zika-Virus und Mikrozephalie zusammenhängen, weiß man noch nicht“, sagt Urlesberger. Von anderen Infektionen ist aber schon lange bekannt, dass sie der Gehirnentwicklung schaden: Dazu zählen Röteln und Toxoplasmose, auf die Schwangere im Rahmen des Mutter-Kind-Passes untersucht werden. Toxoplasmose wird von Katzen auf den Menschen übertragen und ist eigentlich harmlos – nur nicht für Ungeborene.

Prognose. Wie sich die Kinder entwickeln und wie es ihnen im späteren Leben gehen wird, hängt stark davon ab, was die Grunderkrankung ist – und welche Teile des Gehirns betroffen sind. Laut Urlesberger können sich manche Kinder auch normal entwickeln – meist ist aber mit geistigen und motorischen Einschränkungen zu rechnen. „Die Kinder brauchen regelmäßige Kontrollen und spezielle Förderung“, sagt der Neonatologe. Ob Bewegungsstörung oder geistige Entwicklungsverzögerung: Je nach Problem werde therapiert.

Früherkennung. Eine Mikrozephalie kann bereits im Mutterleib festgestellt werden: Bei den routinemäßigen Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft werde auch der Kopfumfang des Kindes gemessen. Denn auch dafür gibt es Normwerte.

Den Händen vertrauen

Meine Rolle als Hebamme sehe ich darin, einerseits der Frau die größtmögliche Selbstbestimmung zu überlassen und gleichzeitig meinen Teil der Verantwortung für Mutter und Kind zu tragen. Ich versuche, die Frauen bereits in den Geburtsvorbereitungskursen oder in Einzelgesprächen zu stärken, denn für die Geburt brauchen sie Geduld, Kraft, Bewegung und Ausdauer. Frauen können gebären – wenn sie mit dem eigenen Körpergefühl arbeiten. In meiner Tätigkeit als freiberufliche Hebamme ist mir sehr deutlich geworden, dass die Eins-zu-eins-Betreuung für die Frauen ideal ist. Nur dies ermöglicht eine enge, ganz auf die Bedürfnisse der Frau abgestimmte Zusammenarbeit.

Jede Frau ist eine eigene Persönlichkeit. Deshalb nehme ich sie an, wie sie ist, mit all ihren Eigenarten. Genau das ist es auch, was ich an dem Beruf der Hebamme so interessant finde. Die Frau und ich gehen auf diese Weise gemeinsam den Weg durch die Geburt, so wie es jede einzelne Gebärende braucht. Ich mache ihr Mut und stärke ihr den Rücken mit Massagen oder mit positiven Worten.

Hören mit dem „Holzstethoskop“

Bereits in der Schwangerschaft betrachte ich jede Frau intensiv, ertaste ihr Baby mit den vier Leopoldschen Handgriffen, höre mit dem „Holzstethoskop“ die kindlichen Herztöne und äußere mich auf Wunsch der Frau zum Gewicht des Babys. Ich erfühle die Lage des Kindes, taste, wo sich der Rücken befindet, wo die Ärmchen und Beinchen liegen, wo das Köpfchen und wie es zum mütterlichen Becken steht. Darauf basieren meine Gewichtsschätzungen des Kindes im letzten Drittel der Schwangerschaft.

Nachdem ich immer wieder nach der Geburt meine eigenen Gewichtsschätzungen mit dem tatsächlichen Geburts-gewicht verglichen habe, schätze ich dieses mittlerweile etwa auf 100 Gramm genau. Den Frauen und Paaren sage ich: „Zu meiner Zeit lernte man noch, alles mit den Händen zu erfühlen. Wir hatten keine elektronische Technik. Ich bin heute noch dankbar, das gelernt zu haben. So kann ich mich auf meine Hände verlassen.“

Ein aktuelles Beispiel bestätigt meine Art zu arbeiten. Vielleicht lernt man mit den Jahren, die Sinne so zu schärfen und dem eigenen Urteil zu trauen.

Verhältnismäßig kleiner Kopf?

Eine junge werdende Mutter erzählte mir, dass sie von ihrem Gynäkologen den Hinweis erhalten habe, dass ihr Baby einen zu kleinen Kopf hätte. Sie holte sich daher eine zweite Meinung ein, von einem Arzt, der bekannt dafür ist, dass er „gute“ Ultraschallbilder macht. Dieser bestätigte die Aussage vom verhältnismäßig kleinen Kopf. Er fügte jedoch hinzu, dass das Gehirn normal entwickelt sei. Er empfahl ihr, sich zur Abklärung noch in Leipzig bei einem Spezialisten vorzustellen. Das lehnte die Frau ab, denn sie wollte keinerlei weitere Ultraschalluntersuchungen mehr. Sie hatte Angst vor weiteren schlimmen Nachrichten.

Die junge Frau kam völlig verzweifelt und verängstigt zu mir in die Sprechstunde. Ich schaute mir ihren Bauch mit meinen Händen an. Sie war in der 31. Schwangerschaftswoche und nach meinem Befinden war das Kind zeitgerecht gewachsen. Den Kopf konnte ich gut ertasten. Er fühlte sich normal groß an, wobei ich mich zur Größe nicht äußern wollte. Ich sagte ihr, dass ich nicht hineinschauen oder zuverlässig von außen messen könne. „Ich kann ihn nur durch die Bauchdecke tasten, und dafür fühlt er sich normal groß an.“

Auf Wunsch der Frau schaute ich mir fast wöchentlich den Bauch an und stellte fest, dass das Baby schön wächst. Seine Herztöne und Kindsbewegungen waren gut. Ich sagte ihr, ich könne mir nicht vorstellen, dass hier etwas nicht stimmen würde.

Jedoch konnte ich ihr die von den beiden Gynäkologen gestellte Diagnose nicht ausreden. Ich versuchte, sie mit einfachen Worten zu stärken. Ich erinnerte sie daran, dass sie eine gesunde junge Frau sei, und dass auch ihre Schwester gesund sei und zwei gesunde wunderbare Kinder geboren habe. „Wieso sollst du jetzt kein gesundes Kind bekommen? Glaube selbst an dich!“

Bei einer weiteren ärztlichen Vorsorgeuntersuchung riet ihr der Gynäkologe, es sei besser, dass sie eine Sectio bekäme, so dass sie nicht so genau wahrnehmen würde, wenn das Baby nicht gesund wäre oder wegen der zu erwartenden Fehlbildungen sogar gleich nach der Geburt sterben müsste.

Wieder erschien die Frau völlig aufgelöst bei mir zum Gespräch und ich konnte ihr die Geschichte nicht ausreden. Doch machte ich ihr stets Mut und sagte ihr, sie möge auf ihren gesunden Körper und den bisherigen guten Verlauf der Schwangerschaft vertrauen. Ich sagte ihr abermals: „Ich habe ein gutes Gefühl.“

Nur Mut!

Auf Empfehlung ihres Gynäkologen stand in der 37. Schwangerschaftswoche ein Termin in der Klinik zur Geburtsplanung an. Sie wollte diesen Termin erst nicht wahrnehmen, aber der werdende Vater und die Eltern der Frau rieten ihr dazu. Im Klinikgespräch erfuhr sie abermals, dass der Kopf zu klein sei. Es wurde hier erneut ein Ultraschall gemacht. Die Schwangere wurde gefragt, ob sie vielleicht Kontakt mit dem Zikavirus gehabt haben könnte, was nicht der Fall war. Die Klinikgynäkologen informierten vorsorglich die Kinderärzte im Haus. Ich dagegen stellte nur immer wieder fest, dass das Kind in einem schönen Bauch einer hübschen Schwangeren gut gedieh und wir von ihm stets optimale CTGs aufzeichneten. Ja, ich schreibe auch CTGs und benutze das Hörrohr, wenn die Frau es wünscht …

Von nun an blieb die Schwangere aus eigenem Entschluss nur noch unter meiner Obhut und wir warteten auf die Geburtswehen. Die Klinikärzte erwarteten derweil mit Spannung die Frau „mit dem kleinen Kindskopf“. In der 41. Schwangerschaftswoche setzten dann endlich die Wehen ein. Anfangs betreute ich die Frau zu Hause, später gingen wir gemeinsam in die Klinik. Der diensthabende Gynäkologe begrüßte uns und bat uns, ihn und den Kinderarzt rechtzeitig zur Geburt zu rufen. Ich hatte immer noch ein gutes Gefühl. Die Gebärende freute sich, dass sie eigene Wehen bekam. Sie war viel in Bewegung, aber auch in innerer Anspannung.

Die Frau hat schließlich spontan ein gesundes stattliches Baby mit einem Kopfumfang von 36 Zentimetern geboren. Sie ließ ihren Tränen freien Lauf und ähnlich erging es auch dem Vater – die Last der Ungewissheit fiel von beiden ab. Der Kinderarzt untersuchte das Baby und diagnostizierte ein gesundes Neugeborenes.

Ich kann nicht erklären, woher ich diese positiven Instinkte hatte. Aber eines ist sicher: Wir müssen den Frauen gut zuhören, den Bauch anfassen, das Baby ertasten, stets genau beobachten, unser Bauchgefühl zulassen – und den Frauen Mut machen!

Blick zurück und nach vorn

Eigentlich wollte ich meine Hebammenlaufbahn langsam ausklingen lassen. Das fällt mir allerdings schwer, denn ich bin immer wieder neu beflügelt und dankbar dafür, wenn ich mit meiner Arbeit die Frauen stärken kann. Es ist wunderbar, mit ihnen den Weg durch die Geburt zu gehen, sie zu ermutigen, dass sie in Bewegung bleiben und möglichst spontan gebären.

In meiner Arbeit haben sich einige Aspekte als besonders wichtig erwiesen: eine gute Beziehung zur Frau aufzubauen und wertfrei auf ihre individuellen Wünsche und Bedürfnisse einzugehen. Meine Intuition und eine intensive Beobachtung der Frau, ihrer Emotionen, ihres Verhaltens und die Gespräche mit ihr geben mir wichtige Informationen über Mutter und Kind. So kann ich sie in ihrem Tun bestärken, in ihrem Vertrauen in ihren Körper und ihre Intuition, und in ihrer Hoffnung auf ein gesundes Kind und eine gute Geburt.

Während der U-Untersuchungen im ersten Lebensjahr des Babys, wird stets auch sein Kopfumfang bestimmt und in die Perzentilen-Kurve des Ü-Heftes eingetragen. Der Kinderarzt kann so den Umfangswachstum verfolgen und mit der Wachstumstabelle der World Health Organization vergleichen. Dies dient der äußerlichen Beurteilung der Gehirn-Entwicklung und der frühzeitigen Feststellung eventueller Komplikationen.

Wachstumstabelle – Kopfumfang des Babys im ersten Lebensjahr

Die Normwerten des Kopfumfanges entsprechen der Perzentilen-Kurve für Jungen und Mädchen im U-Heft. Sie beruhen auf die Wachstumstabelle der WHO für Babys.

Normwert-Abweichungen der Perzentilen-Kurve

Die Normwerte der Kopfumfangstabelle entsprechen der 50. und als mittlere (laut WHO noch nicht äußerst kritisch) der 15. und 85. Perzentile. Sie sind wie folgt zu deuten:

Für den Kinderarzt gilt die Kopfumfang-Tabelle der WHO als Richtwert bei den regelmäßigen U-Untersuchungen, um die Entwicklung des Gehirns augenscheinlich beurteilen zu können.
Ein viel zu großer Kopf kann unter Umständen auf einen Hydrozephalus hindeuten. Dieser ist im Volksmund besser als Wasserkopf bekannt, der durch zu viel Nervenwasser des Gehirns entsteht. Bei Säuglingen kommt es dabei, neben dem stark wachsenden Kopf, häufig auch zu einer vorgewölbten Fontanelle. Ältere Kinder klagen durch die Druckerhöhung vermehrt über Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen.
Meistens jedoch reicht es dem Arzt schon aus, einen Blick auf die Kindeseltern zu werfen, da ein zu großer Kopf auch einfach nur familiär veranlagt sein kann.

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