Kiss 2 syndrom

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KISS-Syndrom/KIDD-Syndrom

Aus der Mail einer Pflegemutter:

Bei unserem Sohn wurde vor 2 Jahren ADHS diagnostiziert. Seit der Einschulung nimmt er Medikamente. Wir durchliefen viele Therapien mit ihm (Ergo, Verhaltenstherapie, ..) Es verbesserte sich zeitweise, aber viele Symptome blieben! Speziell die Motorikstörungen und Hand-Augekoordination, Gleichgewichtsstörungen und eine extreme Tollpatschigkeit blieben!
Durch Zufall erfuhren wir, das ADHS und das KISS (KIDD) Syndrom sehr ähnliche Symptome haben! Kein Therapeut (in insgesamt 5 Jahren Behandlung) hat jemals das Wort KISS oder KIDD Syndrom erwähnt. Niemand kam auf die Idee dies einmal abzuklären! Sehr traurig!!!

Was ist Kiss-Syndrom?

KISS = Kopfgelenk- induzierte- Symmetrie- Störung
(engl.: kinematic imbalances due to suboccipital strain)
ist keine Krankheit im eigentlichen Sinne, sondern eine Steuerungsstörung:

  • Schiefhals
  • Durchbiegung der Wirbelsäule
  • Gesichtsasymmetrie
  • asymmetrische Benutzung der Extremitäten (Arme und Beine) stehen im Vordergrund.

Beim Kidd-Syndrom handelt es sich um eine Folgeerscheinung eines Kiss-Syndroms, das im Säuglingsalter nicht behandelt wurde.
Da diese Funktionsstörungen der Kopfgelenke Auswirkungen auf den gesamten Organismus (siehe Kiss-Syndrom) haben, sich nicht „auswachsen“, sondern potenzieren, ist eine frühzeitige Behandlung von Bedeutung.

Eine Folge eines nicht behandelten Kiss-Syndroms, also dem Kidd-Syndrom kann sein:

  • Kopfschmerzen/ Migräne
  • Haltungsschwächen/ -Störungen
  • Gangbild
  • Körperhaltung
  • Stolpern/ Stürzen
  • Turnmuffel
  • Koordinationsschwierigkeiten und motorische Defizite
  • Grobmotorik –> Fahrradfahren, Balancieren
  • Feinmotorik –> Schriftbild, Malen, Basteln, Knöpfe
  • Lern- und Konzentrationsstörungen in der Schule
  • Unruhe, Zappeligkeit
  • Hyperaktivität/ Träumer

ADS/ADHS ähnliche Auffälligkeiten

  • gestörte soziale Integration
  • Sprachentwicklungsverzögerungen
  • Emotionsstörungen
  • Frustration–> Reizbarkeit–> Ungeduld–> Aggressivität
  • Schreib- und Leseschwierigkeiten
  • Ein- und Durschlafstörungen

Es kommt häufig aufgrund dieser Einschränkungen/ Defizite beim Kind/ Jugendlichen/ Erwachsenen zu Vermeidungsstrategien:

  • Verweigern
  • Verhaltensauffälligkeiten

Wenn aus dem KISS- das KIDD-Syndrom wird

Verfechter des KISS-Syndroms warnen vor dem „Auswachsen“ der Unstimmigkeiten. Wenn also ein Kind mit KISS-Symptomen ungehandelt bleibt, was in der Praxis zu erwarten ist, sind Folgeschäden zu erwarten. Im Laufe des Heranwachsens stellt sich der kindliche Organismus auf die besagte Symmetriestörung ein, findet eigene Mittel und Wege mit der Beeinträchtigung umzugehen und zeigt Anzeichen des KIDD-Syndroms.

Was ist das KIDD-Syndrom?

KIDD bedeutet: Kopfgelenk induzierte Dysgnosie und Dyspraxie. Wobei Dysgnosie gestörtes Wahrnehmen und Dyspraxie Entwicklungsverzögerungen oder Koordinationsstörungen ausdrücken. Das Kind kann also motorische Probleme haben; es bewegt sich nicht locker und flüssig, sondern fällt motorisch auf. Letzten Endes ist es ungeschickter als andere.

Ferner weisen laut KIDD-Diagnose folgende Anzeichen auf ein früheres KISS-Syndrom hin:

  • Schwierigkeiten beim Lernen und Konzentrieren
  • Dyslexie (Leseschwäche mit organischem oder psychischen Hintergrund)
  • Dyskalkulie (Rechenschwäche)
  • Kopfschmerzen, Migräne, Rücken- und Kniebeschwerden
  • ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) und ADHS (ADS mit Hyperaktivität)
  • Probleme mit Fein- und Grobmotorik
  • kieferorthopädische Fehlstellung (Fehl-, Über- und Kreuzbiss)
  • nächtliches Wasserlassen, gestörter Schlaf
  • Tinnitus, Schwindel

KIDD – eine Mutmaßung?

Die reine Faktenlage spricht gegen das Kidd-Syndrom. Ein wahres Sammelsurium von Beschwerden vereint unter dem Dach einer Blockierung im Kindesalter. Der Streit zwischen Alternativ- und Schulmedizin geht weiter. Und er bekommt zusätzliche Nahrung aus dem Lager der Manualtherapeuten. Auch sie üben Kritik an den Medizinern der „European workgroup for manual medicine“ (EWMM), den maßgeblichen Fürsprechern beider Diagnosen. Die „Ärztegesellschaft für Atlastherapie & Manuelle Therapie e.V.“ (ÄGAMK) ist der Ansicht statt KISS und KIDD den Begriff Tonusasymmetrie-Störung zu verwenden und beanstandet die Atlastherapie nach Arlen im Kindesalter. Sie warnt vor Behandlungsrisiken. Ärzte der Gesellschaft für Neuropädiatrie sehen die Thematik KISS und KIDD als hypothetisch und nicht zu halten an. Wie bei allen Differenzen liegt die Wahrheit eventuell in der Mitte.

KIDD-Syndrom: Therapie für Jugendliche und Erwachsene

Wer unter den beschriebenen Belastungen leidet, sucht Abhilfe und wird sicherlich fernab von Medikamenten und Apparaten fündig. Verschiedene Methoden und Ansätze sollen KIDD lindern oder ausheilen. Dabei steht manualtherapeutisches Vorgehen nicht mehr so im Vordergrund wie es bei KISS der Fall ist. Andere unkonventionelle oder natürliche Verfahren kommen zum Einsatz, wie z.B.: Psychotherapie für Kind oder Familie, Ergotherapie, Motopädie, sensorische Integrationstherapie (beispielsweise therapeutisches Reiten) oder die Behandlung mit homöopathischen oder herkömmlichen Medikamenten. Wie auch beim KIDD-Syndrom sind diese Therapien generell keine Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Inwieweit die privaten Krankenversicherer Kosten übernehmen, sollte der Patient vor Behandlungsbeginn klären. In manchen Fällen tragen die Kassen einzelne Leistungen, sofern nicht unter KIDD laufen.

Quintessenz

Keinesfalls dürfen Eltern von kleinen und großen Patienten sich beschwichtigen lassen, denn jedes Symptom hat seine Ursache und der sollte nachgegangen werden. Erst wenn organisch kein Befund nachweisbar ist und das Kind schulmedizinisch wohlauf ist, möge die ganzheitliche Sichtweise zur Anwendung kommen. Spirituelle oder esoterische Sitzungen haben mit wissenschaftlicher Medizin nichts mehr zu tun. Vertrauen Sie ruhig auf ihren gesunden Menschenverstand und ihr Bauchgefühl!

11 Bewertungen Handbuch KISS KIDDs: Entwicklungsauffälligkeiten im Säuglings-/Kleinkindalter und bei Vorschul-/Schulkindern – Ein manualmedizinischer Behandlungsansatz

  • 240 Seiten – 20.05.2019 (Veröffentlichungsdatum) – modernes lernen (Herausgeber)

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KiDD – Kopfgelenk induzierte Dyspraxie und Dysgnosie

Kopfgelenk- induzierte- Dyspraxie / Dysgnosie = KiDD

  • Dysgnosie = Störung der Wahrnehmung

  • Dyspraxie = Unfähigkeit zur Ausführung erlernter Bewegungen trotz vorhandener Wahrnehmungs- und Bewegungsfähigkeit – sprich Ungeschicklichkeit

  • Kurz auch „Kopfgelenk-induzierte-Dysfunktion“ genannt = KiD

Beim Symptomenkomplex Kopfgelenk induzierte Dyspraxie und Dysgnosie kann es sich um eine eine Folgeerscheinung eines KiSS-Syndroms, das im Säuglingsalter nicht behandelt wurde, handeln. Auch ohne Vorläufersyndrom ist eine Störung der Kopfgelenke (KiDD) beobachtet worden.

Da diese Funktionsstörungen der Kopfgelenke Auswirkungen auf den gesamten Organismus (siehe KiSS-Syndrom) haben, sich nicht „auswachsen“, sondern sich potenzieren, ist eine frühzeitige Behandlung von Bedeutung.

Die folgende Beschreibung der Symptomatik beruht auf den Erfahrungen der behandelnden Ärzte und wissenschaftlichen Untersuchungen, die jedoch von einigen klassischen Orthopäden angezweifelt werden. Hierbei geht es jedoch eher um den Gebrauch der Begrifflichkeiten des KiSS/KiDD als um die Wirksamkeit der Behandlungsmethode, die auch Gegner der Manualtherapie kaum mehr in Frage stellen.

Es wird darauf hingewiesen, dass es Meinungsverschiedenheiten über die Notwenigkeit einer Röntgenuntersuchung bei Kindern und Säuglingen gibt. Die behandelnden Ärzte verweisen aber darauf, dass die Strahlenbelastung, die ein Kind bei der Erstellung eines Röntgenbildes ausgesetzt ist, weniger stark ist als die Strahlenbelastung, die man auf einem Flug nach Mallorca ausgesetzt ist. Die behandelnden Ärzte weisen darauf hin, dass die Erstellung des Röntgenbildes eine unumgängliche Voraussetzung für die Erstellung einer Diagnose ist. Hierüber können ggf. alternative Ursachen für die Probleme eines auffälligen Kindes ans Licht kommen und es sind gerade diese geschulten Mediziner, die die Erfahrung und Ausbildung haben, dies zu erkennen.

Eine Folge eines nicht behandelten KiSS-Syndroms, also dem KiDD-Syndrom kann sein:

  • Kopfschmerzen/ Migräne

  • Haltungsschwächen/ -Störungen

    • Gang Auffälligkeiten

    • Schiefe Körperhaltung

    • Stolpern/ Stürzen

    • Turnmuffel / Stubenhocker

  • Koordinationsschwierigkeiten und motorische Defizite

    • Auffällige Grobmotorik –> Fahrradfahren, Balancieren

    • Auffällige Feinmotorik –> Schriftbild, Malen, Basteln, Knöpfe

  • Lern- und Konzentrationsstörungen in der Schule

    • Unruhe, Zappeligkeit

    • Hyperaktivität/ Träumer
      –> ADS/ADHS ähnliche Auffälligkeiten

  • gestörte soziale Integration

  • Sprachentwicklungsverzögerungen

  • Emotionsstörungen

    • Frustration–> Reizbarkeit–> Ungeduld–> Aggressivität

  • Schreib- und Leseschwierigkeiten

  • Ein- und Durschlafstörungen

Es kommt häufig aufgrund dieser Einschränkungen/ Defizite beim Kind/ Jugendlichen/ Erwachsenen zu Vermeidungsstrategien –>

  • Verweigern

  • Verhaltensauffälligkeiten

Im Erwachsenenalter kann ein Kidd-Syndrom folgende Auswirkungen haben:

  • Halswirbelsäulenbeschwerden

  • Chronische Rückenschmerzen

  • Bandscheibenvorfall

  • Ohrgeräusche (Tinnitus)

  • Migräne

  • Gleichgewichtsstörungen

  • Bewegungsstörungen

  • Schwindel

Das KiSS-Syndrom

Die Herkunft des Begriffs KiSS

Die Krankheits- bzw. Symptombezeichnung KiSS wurde in den 90er Jahren von einem Chirurgen und Manualmediziner namens Heiner Biedermann geprägt. Da es jedoch nicht deutlich nachweisbar ist, wird das KiSS-Syndrom von der Schulmedizin nicht anerkannt und die Haltungsstörung wird bei entsprechend starker Ausprägung unter anderem den folgenden anerkannten Haltungsasymmetrien zugeordnet:

  • gebogener Rücken
  • (muskulärer) Schiefhals
  • Schädel-Asymmetrie
  • Hüftreifungsstörung sowie
  • Sichelfuß

KiSS I und KiSS II

Mediziner, die von der Existenz des Krankheitsbildes KiSS überzeugt sind, teilen sie in zwei Formen ein. Während KiSS I eine Seitneigung des Kopfes und eine asymmetrische Körperform beschreibt, steht beim KiSS II der Kopf stets in der Rückbeuge.

In beiden Fällen ist die Kopfhaltemuskulatur nicht sehr stark ausgeprägt und es kommt mitunter zu schmerzhaften Bewegungseinschränkungen. Betroffenen Babys ist es häufig nicht möglich an beiden Brüsten zu trinken.

Teilweise drehen sie sich nur zu einer Seite. Die beiden KiSS-Formen erscheinen häufig im Zusammenspiel und können sich auch nach dem Baby- und Kleinkindalter noch spürbar zeigen. Häufige, starke Kopfschmerzanfälle im Jugendalter deuten unter Umständen auf ein unerkanntes KiSS-Syndrom hin.

Die Symptome im Überblick

Die Symptomatik des KiSS-Syndroms zeigt sich sehr vielfältig und lässt nicht immer direkt Rückschlüsse auf Probleme im Halswirbelbereich zu. Zu häufig beobachteten KiSS-Symptomen bei Babys zählen zum Beispiel:

  • Probleme beim Stillen (Stillen nur an einer Seite gut möglich)
  • seitlich abgeflachter Kopf
  • stark ausgeprägtes Sabbern und Schluckprobleme
  • häufiges Schreien, besonders im Autositz oder Kinderwagen
  • sehr unruhige Schlafphasen und einseitige Schlafhaltung in C-Form
  • eine bevorzugte Lage, Blick- sowie auch Bewegungsrichtung
  • häufiges Haare raufen

Gilt ein Baby als Schreibaby so kann neben der Diagnose Dreimonatskolik auch eine KiSS-Problematik vorliegen, deren Dauer sich oft nicht abschätzen lässt.

Die Diagnose erfolgt in der Regel durch eine funktionelle Untersuchung, bei der ein Osteopath, Kinderarzt oder Kinder-Physiotherapeut die Halswirbelsäule und Kopfgelenke abtastet und auf ihre Beweglichkeit untersucht. In seltenen Fällen erfolgt eine Röntgenuntersuchung, die Aufschluss über die Stellung der einzelnen Wirbel geben soll.

Die KiSS-Therapie

Da laut Biedermann schon im Mutterleib oder während des Geburtsverlaufs ein KiSS-Syndrom unvorhersehbar entsteht, gibt es derzeit keine vorbeugenden Maßnahmen. Das KISS-Syndrom ist jedoch angeblich sehr schnell behandelbar. Mit speziellen Handgriffen können Osteopathen und auch Kinder-Physiotherapeuten die Fehlstellung der Kopfgelenke verbessern oder sogar schon in der ersten Behandlung beheben. Erfolge werden von Eltern häufig schon kurz nach der Behandlung berichtet: Das betroffene Baby schreit weniger. Auch die Schlafgewohnheiten wandeln und entspannen sich häufig. Meist dauert eine Behandlung etwa zwei bis drei Wochen an. Dauerbehandlungen sind nur in sehr seltenen Fällen notwendig.

Kritische Betrachtung des KiSS-Syndroms von Seiten der Schulmedizin

Unter Schulmedizinern ist das KISS-Syndrom nach wie vor eine sehr fragliche Diagnose, deren Existenz wissenschaftlich nicht bewiesen ist. Hier wird die Schieflage des Kopfes darauf zurückgeführt, dass es gegen Ende der Schwangerschaft in der Gebärmutter eng wird und der Säugling somit den Körper und den Kopf nur noch in einer bestimmten Lage hält. Dies führt allerdings nicht zu einer Verschiebung der Halswirbel, wie im KISS-Syndrom beschrieben, sondern zu einer Art steifem Hals mit seitlich abgeflachtem Kopf, der noch Monate nach der Geburt anhalten kann. Verstärkt wird die Symptomatik durch die verringerte Zeit, die Babys heutzutage in Bauchlage verbringen (aus Angst vor dem plötzlichen Kindstod). Behoben werden können diese Symptome teilweise, indem man das betroffene Baby öfter in Bauchlage legt. Ansonsten raten die Mediziner zur Geduld, da es nach 3-4 Monaten oft zu einer spontanen Besserung kommt.

Kritisch betrachten Schulmediziner auch die Tatsache, dass ein Röntgenbild oftmals Teil einer KISS-Diagnose ist und die Kleinkinder somit unnötigen Strahlungen ausgesetzt werden.

Es kommt hinzu, dass andere ernstzunehmende Krankheiten gegebenenfalls unbehandelt bleiben, da diverse Symptome (Kopfschmerzen oder Entwicklungsverzögerungen) schlichtweg durch KISS erklärt werden und damit weitere Untersuchungen ausbleiben.

Das KISS-Syndrom ist ein Krankheitsbild auf dem Gebiet der Pädiatrie (Kinderheilkunde) und beschreibt eine Reihe von Störungen im Zusammenhang mit dem kindlichen Kopfgelenk bzw. der Halswirbelsäule. Der Begriff „KISS“ ist ein Akronym für Kopfgelenkinduzierte Symmetriestörungen (engl.: Kinetic imbalance due to suboccipital strain). Das Syndrom wurde durch den Chirurgen und Manualtherapeuten Heiner Biedermann definiert. Eine Symptomatik, die dem KISS-Syndrom entspricht, jedoch im Schulkindalter auftritt, wird als kopfgelenkinduzierte Dyspraxie und Dysgnosie (KIDD-Syndrom) bezeichnet. Diese Kinder fallen durch Unkonzentriertheit sowie Leistungs- und Lernstörungen auf.

Grundlage für die Genese des KISS-Syndroms ist die Annahme, dass eine gestörte Körperhaltung sowie Verhaltensstörungen im Säuglings- und Kleinkindesalter auf einen Symptomkomplex zurückzuführen sind, der in Zusammenhang mit dem Geburtsvorgang und bestimmten Risikofaktoren steht.
Zu diesen Risikofaktoren zählen:

  • HWS-Traumatisierung (Verletzung der Halswirbelsäule) während der Geburt – z. B. durch Extraktionshilfen (Geburtszange)
  • Intrauterine Lageanomalien (Ungünstige Lage des Kindes in der Gebärmutter) – z. B. Beckenendlage
  • Lang andauernde Presswehen
  • Mehrlingsschwangerschaften (z. B. Zwillinge)
  • Sturz in der frühen Kindheit
  • Schneller Geburtsverlauf
  • Sectio caesarea (Kaiserschnitt)

Laut Biedermann fallen betroffene KISS-Kinder durch eine asymmetrische Haltung, eine fixierte einseitige Schlafposition sowie eine Berührungsempfindlichkeit im Bereich des Nackens auf. Häufig sei laut Biedermann eine Seitenbevorzugung bezüglich der Motorik zu finden. Als ursächlich wird eine Distorsion (Zerrung) und Subluxation (unvollständige Gelenksausrenkung) im Atlantoaxialgelenk (Gelenk zwischen dem ersten Halswirbel (Atlas) und dem zweiten Halswirbel (Axis); „Kopfgelenk“) postuliert.
Folgende Symptome, auch als Haltungsasymmetrien bezeichnet, werden in der Diagnose des KISS-Syndroms vereinigt:

  • Gesichtsasymmetrie
  • Glutealfaltenasymmetrie (Pofaltenasymmetrie)
  • Kiefergelenksasymmetrie
  • Ophistotone Haltung (erhöhter Tonus der Streckmuskulatur des Rückens, insbesondere der HWS (Halswirbelsäule), der zu einer stark rückwärts geneigten Körperhaltung führt)
  • Säuglingsskoliose (nichtphysiologische Biegung der Wirbelsäule zur Seite)
  • Schädelverformungen
  • Torticollis (Schiefhaltung des Kopfes)

Des Weiteren werden die folgenden Symptome mit dem KISS-Syndrom in Verbindung gebracht:

  • Armplexuslähmung (Lähmung des Armnervengeflechtes)
  • Fieber
  • Fußfehlstellungen – z. B. Sichelfuß
  • Hüftdysplasie (Hüftreifungsstörung)
  • Koliken (krampfartige Bauchschmerzen)
  • Muskuläre Hyper- oder Hypotonie (erhöhte oder verringerte Muskelspannung)
  • Strabismus (Schielen)

Laut Biedermann treten die beschriebenen Symptome zunächst als funktionelle Störung auf, die sich jedoch bei ausbleibender Behandlung morphologisch manifestieren können. Folgen, die vor allem das kindliche Verhalten betreffen und zu Störungen führen sind:

  • Motorische Entwicklungsverzögerung
  • Schreineigung
  • Schlafstörungen
  • Trinkschwierigkeiten bzw. Stillschwierigkeiten

Das KISS-Syndrom tritt als vielgestaltiges Krankheitsbild in Erscheinung. Die genannten Symptome kommen häufig vor, sodass viele Säuglinge mit nur geringen Auffälligkeiten dieser Diagnose zugeführt werden können. Des Weiteren bilden sich Asymmetrien in den ersten Lebensmonaten spontan zurück und sind somit nicht behandlungsbedürftig. Die Evidenz dieser Erkrankung bzw. die Behandlungsbedürftigkeit wird durch die Schulmedizin nicht anerkannt. Therapeutisch ist dem KISS-Syndrom laut Biedermann hauptsächlich mit manualtherapeutischen Verfahren zu begegnen. Hierzu werden eine Reihe von Methoden genannt, die in der Folge zusammengefasst dargestellt werden. Ziel der Therapieverfahren ist es, dem Kind einen Korrekturimpuls zu geben.

Therapiemöglichkeiten

  • Atlastherapie nach Arlen – Die Atlastherapie nach Arlen ist ein schonendes, manuelles Verfahren, welches der manuellen Medizin zugeordnet wird. Es beinhaltet eine reflektorische und regulatorische Beeinflussung des vegetativen und peripheren Nervensystems durch eine sanfte manuelle Impulstechnik an den Querfortsätzen des ersten Halswirbels (Synonyme: Atlas; C1).
  • Dorntherapie – Bei der Dorntherapie handelt es sich um eine komplementärmedizinische manuelle Methode, die mit der Chiropraktik verwandt ist und auch Elemente der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) beinhaltet.
  • Kraniosakraltherapie – Die Kraniosakraltherapie (Synonyme: Craniosacraltherapie; craniosacrale therapy; CST) ist eine Behandlungsform, die sich von W. G. Sutherlands kraniosakralen Osteopathie (1930) ableitet und zum Bereich der manuellen Medizin gehört. Die Grundlage der Kraniolsakraltherapie ist das kraniosakrale System, welches durch die funktionelle Einheit aus Kranium (knöcherner Schädel) und Sakrum (Kreuzbein) gekennzeichnet ist.
  • Manualtherapie – Bei der Manuellen Therapie (lat. manus: „Hand“) handelt es sich um eine Therapieform, bei welcher der Therapeut ausschließlich mit seinen Händen (manuelle Therapie; Manualtherapie) arbeitet. Dabei werden hauptsächlich Schmerzen in Rücken, Gelenken oder Muskeln behandelt. Grundlage ist die Annahme, dass Verschiebungen der Wirbel aus ihrer physiologischen (normalen) Lage heraus zu Irritationen des Nervensystems führen können. Man spricht im Falle einer solchen Reizung des Nervensystems auch von einer Blockierung der Wirbelsäule. Mithilfe der manuellen Therapie werden diese Blockierungen gelöst und das Beschwerdebild so behandelt.
  • Myoreflextherapie – Bei der Myoreflextherapie handelt es sich um ein therapeutisches Verfahren zur Behandlung einer erhöhten Grundspannung der Skelettmuskulatur, die mit einer Belastung sowohl der umgebenden Weichteilstruktur als auch der Gelenke einhergeht. Durch die Erzeugung sogenannter Umstellungsreize wird der Körper durch eine Balanceherstellung zur Regeneration des Bewegungssystems bewegt.
  • Osteopathie – Die Osteopathie ist ein überwiegend manuelles Diagnose- und Therapiekonzept, das auf den US-amerikanischen Arzt Andrew Taylor Still (1828-1917) zurückgeht. Es bezeichnet die Diagnose und Therapie von Funktionsstörungen jeglicher Art, laut Still können Störungen und Bewegungseinschränkungen der Faszien und Gelenke auch Symptome an anderen Organen und Körperregionen auslösen.
  • Therapie nach Vojta – Das Vojta-Konzept wurde in den 50iger Jahren von dem Neurologen und Neuropädiater Dr. Vaclav Vojta (1907-2000) entwickelt und kommt bei neurologischen, neuropädiatrischen sowie neuroorthopädischen Krankheitsbildern zum Einsatz. Das Prinzip besteht in der sogenannten Reflexlokomotion (Reflexfortbewegung), dabei werden elementare Bewegungsmuster bei geschädigtem Zentralnervensystem und Bewegungsapparat für den Patienten wieder zugänglich gemacht.
  • Therapie nach Castillo-Morales – Bei der Therapie nach Castillo-Morales handelt es sich um ein ganzheitliches Therapiekonzept, dessen Grundlage die Kenntnis der neuromotorischen Entwicklung bildet. Behandelt werden sowohl Kinder als auch Erwachsene, die an neurologischen Störungen leiden. Des Weiteren stellt die sogenannte orofaziale Regulationstherapie einen Behandlungsschwerpunkt dieses Konzeptes dar: Dabei ist eine Verbesserung der Kommunikation und Nahrungsaufnahme Ziel der Intervention.
  • Therapie nach Bobath – Bei dem Bobath-Konzept (Synonym: Neurodevelopmental Treatment – NDT) handelt es sich um ein Konzept, welches sowohl in der Physiotherapie als auch in der Ergo- und Logopädie zur Behandlung von Patienten mit einer zerebralen Bewegungsstörung (CP, z. B. nach Schlaganfall) unabhängig vom Alter eingesetzt wird.
  • Therapie nach Feldenkrais – Bei der Methode nach Feldenkrais handelt es sich um eine Bewegungstherapie, die eine Veränderung der Wahrnehmung bezüglich unbewusster Bewegungsabläufen in den Vordergrund stellt. Durch Bewusstmachen automatisierter, unbewusster Bewegungsabläufe, werden diese der Therapie zugänglich und somit veränderlich gemacht.

Literatur

  1. Biedermann H: Das KISS-Syndrom der Neugeborenen und Kleinkinder. Manuelle Medizin Ausgabe 31, Springer Verlag 1993
  2. Jorch G, Hübler A: Neonatologie: Die Medizin des Früh- und Reifgeborenen. Georg Thieme Verlag 2010
  3. Amshoff T, und Bader-Johanssom C: Physiolexikon: Physiotherapie von A bis Z. Georg Thieme Verlag 2010
  4. Hebammengemeinschaftshilfe e.V. : Praxisbuch: Besondere Stillsituationen. Georg Thieme Verlag 2012
  5. Kahl KG Spiegler J, Puls JH, Schmid G: Praxishandbuch ADHS: Diagnostik und Therapie für alle Altersstufen. Georg Thieme Verlag 2011
  6. Scheepers C, Berting-Hüneke C: Ergotherapie: vom Behandeln zum Handeln; Lehrbuch für die theoretische und praktische Ausbildung. Georg Thieme Verlag 2007
  7. Heller A: Nach der Geburt: Wochenbett und Rückbildung. Georg Thieme Verlag 2002
  8. Nacke A: Ergotherapie bei Kindern mit Wahrnehmungsstörungen. Georg Thieme Verlag 2010

Seit Jahren wird das KISS-Syndrom unter Ärzten und Alternativmedizinern heiß diskutiert. Alternativmediziner sehen in der Fehlstellung die Ursache für viele Entwicklungsstörungen, Ärzte zweifeln an der KISS-Theorie, da die Folgen wissenschaftlich nicht belegt sind. Doch was ist das KISS-Syndrom eigentlich? Wir klären auf.

Was ist das KISS-Syndrom?

Das KISS-Syndrom ist die Abkürzung für Kopfgelenk-induzierte-Symmetrie-Störung. Streng genommen ist das KISS-Syndrom keine Krankheit, sondern eine Steuerungsstörung. Es handelt sich dabei um eine Fehlstellung der ersten beiden Halswirbel, welche die Wirbelsäule mit dem Kopf verbinden.

Das KISS-Syndrom führt zu einer asymmetrischen Haltung. Die Folgen können eine Überstreckung der Wirbelsäule, eine Gesichtsasymmetrie und ein asymmetrischer Einsatz von Armen und/oder Beinen sein.

Was sind die Ursachen des KISS-Syndroms?

Die Steuerungsstörung wird vor allem mit traumatischen Geburtserlebnissen in Verbindung gebracht wie zum Beispiel:

  • einer Zangen- oder Saugglockengeburt
  • einem Not-Kaiserschnitt
  • bei Mehrlingsgeburten
  • bei einer besonderen Belastung auf die Halswirbelsäule des Kinders bei der Geburt (Steißlage)
  • bei einem Geburtsgewicht von über 4.000 Gramm

Woran erkenne ich, ob mein Baby das KISS-Syndrom hat?

Babys mit dem KISS-Syndrom können eine starke Schiefhaltung des Kopfes haben, früher wurde dies oft als Schiefhals betitelt. Eine Schiefhaltung des Rumpfes sowie eine asymmetrische Schädelform mit abgeplattetem Hinterkopf sind ebenfalls typische Symptome. Babys, die unter dem KISS-Syndrom leiden, meiden meist die Bauchlage und krabbeln ungern.

Weitere typische Symptome sind außerdem:

  • Eine asymmetrische Kopfhaltung
  • Eine Schieflage beim Schlafen
  • Schluckprobleme beim Trinken und häuftiges Sabbern
  • Unruhiger Schlaf und häufiges Aufwachen
  • Berührungsempfindlichkeit beim Hochheben
  • Kopfhalte- und Kopfdrehschwäche
  • Einseitige Stillprobleme (5 schnelle Tipps gegen Stillprobleme)
  • Dreimonatskoliken
  • Fehlstellung der Füße
  • Unreifes Hüftgelenk
  • Bevorzuge Blickrichtung

Die Symptome treten nicht alle gleichzeitig auf und können natürlich auch die Folge anderer Entwicklungsstörungen oder Erkrankungen sein.

Wie wird das KISS-Syndrom behandelt?

Hast du die Vermutung, dein Baby könnte unter dem KISS-Syndrom leiden, solltest du deinen Kinderarzt aufsuchen und ihm deine Bedenken mitteilen. Er wird dein Kind eingehend untersuchen und möglicherweise röntgen. Erkennt dein Arzt das KISS-Syndrom an, wird er eine Manualtherapie oder Osteopathie empfehlen.

Grundsätzlich sollte eine KISS-Therapie nur von erfahrenen und qualifizierten Heilpraktikern durchgeführt werden. Die Therapie zielt darauf ab, Blockaden und Verspannungen der Kopfgelenke durch sanften Druck und mobilisierende Griffe zu lösen. Eine Sitzung dauert im Durchschnitt 30 Minuten. Manuelle Therapien werden in der Regel von der Krankenkasse übernommen, eine osteopathische Behandlung muss dagegen oft selbst bezahlt werden.

Bei den meisten betroffenen Kindern mit dem KISS-Syndrom reicht eine einmalig erfolgende manuelle Therapie, um ein überzeugendes Ergebnis zu erzielen. Hat die manuelle Therapie keinen Erfolg, folgt in der Regel Krankengymnastik. Diese sollte jedoch fühestens vier Wochen nach dem Ende der manuellen Therapie beginnen.

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Das Kiss-Syndrom – behandelbare Schmerzen bei Babys

Hat Euer Kind Probleme beim Schlafen, liegt es angespannt und vielleicht mit überdehnter Wirbelsäule im Bettchen? Bemerkt Ihr Probleme beim Trinken oder Stillen, kann Euer Neugeborenes den Kopf sehr schlecht halten oder habt Ihr den Eindruck, dass Euer Nachwuchs ein so genanntes Schreikind ist? In diesen Fällen könnte Euer Kind unter dem KiSS-Syndrom leiden.

Kiss-Syndrom – Erkrankung nach medizinischen Maßstäben?

Unter Medizinern herrscht noch große Uneinigkeit, ob sie das so genannte KiSS-Syndrom tatsächlich als Erkrankung einstufen sollen oder es als Störung zu behandeln ist. Für die meisten Mediziner ist es keine Erkrankung, da viele der möglichen Symptome auch auf andere Ursachen zurückgeführt werden können. Auf jeden Fall solltet Ihr als Eltern wissen, worum es bei diesem KiSS-Syndrom geht, an welchen Symptomen es sich erkennen lässt und vor allem, was Ihr dagegen tun könnt

Typ Klassifizierung Was geschieht mit dem Baby
Kiss I einseitige Haltung, Schiefhals, einseitiger Haarabrieb, abgeplatteter Hinterkopf Schmerzen, die durch Haltung abgeschwächt werden
Kiss II ein mittiger, kreisrunder Verweigerung der Bauchlage, motorische Entwicklungsrückstände, Kopfhalteschwäche, deutliches Überstrecken nach hinten. Durch starke Schmerzen viel weinen, welches zur Kehlkopfverengung führen kann.

Kiss-Sndrom – Definition

Wenn vom KiSS-Sndrom die Rede ist, dann meint die Medizin beziehungsweise die Alternativmedizin damit die so genannte Kopfgelenk-induzierte Symmetrie-Störung. Damit wird eine Haltungsasymmetrie, also eine Fehlstellung der oberen Halswirbelsäule bei Kindern bezeichnet. Als Ursachen für diese Fehlstellung werden von der Schulmedizin folgende Möglichkeiten angegeben:

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  • während der Geburt erlittene Traumata
  • physische Belastungen während der Geburt
  • mögliche Unfälle während der ersten Lebensmonate (z. B. Stürze)

Probleme können ebenfalls durch Not-Kaiserschnitte, Zangen- oder Saugglockengeburten, hohes Geburtsgewicht von mehr als 4000 Gramm oder auch Zwillingsgeburten hervorgerufen werden.

Mögliche Symptome beim Kiss-Syndrom

Wenn Ihr Eltern geworden seid, werdet Ihr ohnehin sehr aufmerksam sein, wenn es um das Kind geht. Besonderes Augenmerk solltet Ihr auf die folgenden Verhaltensweisen Eures Kindes legen, denn sie könnten Symptome für das Kiss-Syndrom sein:

  • Asymmetrie bei der Kopfhaltung
  • Schieflage im Bett
  • Schlafstörungen
  • Entwicklung zum „Schreikind“
  • Probleme beim Trinken (häufiges Sabbern, Schluckbeschwerden)
  • einseitig auftretende Probleme beim Stillen
  • Berührungsempfindlichkeit (Weinen oder Schreien beim Anheben)
  • Kopfhalteschwäche und Kopfdrehschwäche
  • Schädel-/Kopfasymmetrie (gestörte Entwicklung einer Gesichtshälfte)

Zwar treten die genannten Symptome nicht alle zugleich auf, Ihr solltet aber auch bei einzeln auftretenden Symptomen wachsam bleiben und das Verhalten Eures Kindes genau beobachten. In der Folge kann das Kiss-Syndrom auch zu Wachstumshemmungen, HNO-Beschwerden, Motorik-Problemen (Fein- und Grobmotorik) sowie einem verminderten Gewichtszuwachs kommen. Es wird unter Kiss I und Kiss II Syndrom unterschiedene, die sich wie folgt bemerkbar machen:

Die Folgen eines Kiss-Syndroms bei Erwachsenen

Bleibt eine Behandlung des Syndroms im Kindesalter aus, kann dies für Betroffene Folgen bis hinein ins Erwachsenendasein nach sich ziehen. Aus dem KiSS-Syndrom kann sich in der Folgezeit aufgrund einer nicht vorgenommenen Therapie das so genannte KiDD-Syndrom (Kopfgelenk-induzierte Dyspraxie/Dysgnosie) entwickeln und zu anhaltenden Beschwerden führen. So können Haltungsschäden, Gelenk- oder Rückenschmerzen auftreten. Es kann aufgrund der dauerhaften Fehlbelastung zu Hexenschuss oder zum Bandscheibenvorfall kommen. Patienten können auch unter Migräne oder starken Kopfschmerzen leiden. Immer wieder berichten Betroffene auch von Tinnitus. Auch der Hexenschuss kommt bei Erwachsenen durch die dauerhafte Fehlbelastung beim KiSS-Syndrom vor.

Was wird beim Kiss-Syndrom diagnostiziert?

Wenn Ihr bei Eurem Kind die oben aufgeführten Symptome bemerkt, ist der Besuch bei einem Arzt sinnvoll. Er kann beispielsweise durch eine manuelle, chiropraktische Untersuchung, durch das Testen bestimmter Reflexe oder mithilfe einer Röntgenaufnahme eine entsprechende Diagnose stellen. Auch Eure Beobachtungen als Eltern fließen in die Diagnostik mit ein.

Welche Therapien gibt es?

Wurde bei Eurem Kind das KiSS-Syndrom festgestellt, wird der Arzt verschiedene Therapien mit Euch besprechen. Ziel jeder Therapie wird es sein, das blockierte Kopfgelenk wieder beweglich zu machen. Dadurch werden bestehende Verspannungen sowie Verhärtungen in der umgebenden Muskulatur aufgelöst und Adern, Venen und Nerven können wieder in ihre normale Position gebracht werden. Dazu werden hauptsächlich drei Methoden verwendet:

  • Osteopathie
  • Manualtherapie
  • Chiropraktik

Alle drei Therapieformen sind manuell ausgeführte Behandlungen. Dabei werden bestimmte Druckpunkte an der Halswirbelsäule oder auch in anderen Bereichen der Wirbelsäule mit der Hand bearbeitet. Dieses Verfahren wird auch als manuelle Therapie nach Gutmann, als Atlas-Therapie nach Arlen beziehungsweise als Hio-Technik bezeichnet.

Mit der Osteopathie lässt sich die Halswirbelsäule Eures Kindes auf sehr sanfte Art mobilisieren und wieder in die richtige Position bringen. Dadurch stellt sich eine normale Beweglichkeit ein und die Funktionsweise wird deutlich verbessert. Mit einer osteopathischen Behandlung ist es z. B. möglich, die Drehfähigkeit des Kopfes zu verbessern.

Auch die Dorntherapie, die Kraniosakraltherapie, die Myoreflextherapie, die Therapien nach Vojta und Bobath sowie die Therapie nach Feldenkrais finden Anwendung, um das KiSS-Syndrom zu behandeln.

Behandlungskosten beim Kiss-Syndrom

Da diese Erkrankung im Bereich der Schulmedizin umstritten ist und nicht als Erkrankung anerkannt wird, weigern sich meist auch die Krankenkassen, die Behandlungskosten für entsprechende Therapien zu übernehmen. Wenn Euer Kind also am KiSS-Syndrom leidet, müsst Ihr die Behandlung selbst finanzieren. Das gilt auch, wenn der Erfolg einer Therapie von Euch nachgewiesen werden kann und Ihr ein Attest von Eurem Arzt erhaltet.

Lediglich ein Teil der Privatkassen und in Ausnahmefällen vereinzelte gesetzliche Kassen übernehmen die Kosten für die Behandlung.

Wichtig Eine solche Behandlung kostet natürlich Geld. Eine Erstuntersuchung beim Arzt mit Röntgen kommt auf etwa 180 Euro, die einzelnen Therapiebehandlungen kosten je nach Osteopath zwischen 30 und 60 Euro. Die meisten Krankenkassen zahlen die Erstuntersuchung.

Auf jeden Fall ist es sinnvoll, beispielsweise zu einem Facharzt für physikalische oder rehabilitative Medizin zu gehen. Aber auch ein ausgewiesener Osteopath (auch ärztlicher Osteopath genannt) kann sehr hilfreich sein und viele Eltern berichten über die erzielten Erfolge durch eine osteopathische Behandlung. Inzwischen gibt es zahlreiche Osteopathen, die sich auf Säuglinge, Kinder und Jugendliche spezialisiert haben. Am besten erkundigt Ihr Euch bei Eurer Krankenkasse, welche Behandlungsmethoden beim KiSS-Syndrom übernommen wird.

KiSS-Syndrom: So erkennt ihr die Fehlstellung

Das bedeutet KiSS

KiSS ist die Abkürzung für Kopfgelenk-induzierte Symmetrie-Störung. Bei der Fehlstellung können Kopfgelenke sowie die Wirbelsäule bei Säuglingen und Kleinkindern blockiert sein. Dabei ist der Übergangsbereich zwischen der Schädelbasis und den Wirbelgelenken im Bereich der oberen Halswirbelsäule (Atlas) durch das Syndrom betroffen.

Ursachen können Probleme während der Schwangerschaft und unter der Geburt sein

Vorzeitige und lange Wehen, sowie weitere vorgeburtliche Probleme, die Enge und Druck verursachen, können Gründe für die Belastung der Kopfgelenke sein:

  • Steiß- oder Beckenlage im Mutterleib
  • Enge im Mutterleib
  • Mehrlingsgeburten
  • Frühe Wehen

Problematische Geburten üben starken Druck oder Zug auf die noch sehr empfindsamen Kopfgelenke und Wirbel des Säuglings aus, darunter:

  • Saugglocken- oder Zangengeburt
  • Not-Kaiserschnitt
  • hohes Geburtsgewicht

Außerdem können Unfälle Gründe für das Syndrom sein.

Wie ist KiSS zu erkennen?

Das KiSS-Syndrom fällt durch asymmetrische Bewegung und Haltung auf. Oft neigen betroffene Säuglinge den Kopf zu einer Seite, manchmal auch den ganzen Körper. Das Gesicht kann von Asymmetrie ebenso betroffen sein. Dabei ist ein Auge oder die ganze Gesichtshälfte kleiner. Wenn ein Neugeborenes beim Stillen eine Seite zu bevorzugen und bei der anderen Schmerzen zu haben scheint, könnte auch das für das KiSS-Syndrom sprechen.

KiSS-Kinder neigen den Kopf auch weit nach oben – sie überstrecken sich. Oft sind KiSS-Patienten berührungsempfindlich, wenn sie gehoben oder umgezogen werden. Liegen im Kinderwagen und im Autositz ist unangenehm, das wird durch viel Weinen zum Ausdruck gebracht.

Im Allgemeinen könnten Schreibabys KiSS-Kinder sein. Sie schlafen schlecht. Aufschlussreich ist auch ein bildgebendes Verfahren wie Röntgen.

Experten unterscheiden das Kiss-Syndrom in Typ I und Typ II

Das KiSS-Syndrom Typ I zeichnet sich durch die sogenannte „Bananenhaltung“ aus. Das Kind leidet dabei unter einer rechts- oder links-lastigen C-Haltung. Diese Zwangshaltung führt auch zu einer asymmetrischen Kopfform und kahlen Stellen. Typ I-Kinder haben oft eine kleinere Gesichtshälfte, leiden an einseitigen Stillproblemen, schlafen schlecht und haben sogenannten 3-Monats-Koliken. Eine einseitige Entwicklungsverzögerung wäre hier auffällig.

Für Typ II ist eine Überstreckung nach hinten ebenso symptomatisch, wie eine Hinterkopfabplattung. Kinder mit diesem KiSS-Typus suchen im Bett immer den Kontakt. Außerdem liegen Babys mit dem Typ II nicht gerne auf dem Bauch und können schlecht in den Handtellerstütz kommen. Deshalb umgehen sie diese für sie unangenehme Haltung und kompensieren durch Rutschen auf dem Po.

Mögliche Folgen einer nicht behandelten Fehlstellung

  • Funktionsstörungen der Wirbelsäule, Entwicklungsverzögerung
  • Konzentrations- und Lernschwächen
  • motorische Defizite
  • Gesichts- und Schädelasymmetrien
  • Kidd-Syndrom (Kopfgelenk-induzierte Dyspraxie/Dysgnosie)
  • Wahrnehmungsstörungen
  • Hyperaktivität
  • Kopfschmerzen
  • Aggressivität

Behandlung des KiSS-Syndroms

Nach der Diagnose kann eine Atlastherapie oder KiSS-Therapie die Blockaden der Gelenke und Halswirbel, und Verspannungen sowie Verengungen dauerhaft lösen und so die Symmetrie wieder herstellen. Manuelle Therapien, wie Krankengymnastik, Craniosacraltherapie, Chiropraktik oder Osteopathie, können dabei helfen. Je nachdem, wie lange und wie ausgeprägt die Fehlstellungen beim Kind bestanden, brauchen KiSS-Kinder danach auch eine passende Therapie und regelmäßige Untersuchungen.

Bei Verdacht auf Probleme mit der Halswirbelsäule, dem Kiefer, der Haltung, Verdacht auf ein Schreibaby und Störungen im Allgemeinen sollte mit Säuglingen immer sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Weitere Informationen sowie eine Ärzte- und Therapeuthenliste gibt es unter kiss-kid.de

Hier gibt es alle Infos zum Thema Zehenspitzengang bei Kindern.

Vielleicht hat Dich Deine Hebamme oder eine Freundin auf KiSS angesprochen, weil Dein Baby häufig weint und schreit oder eine ungewöhnliche Körperhaltung einnimmt. Was man unter dem KiSS-Syndrom versteht und wie es behandelt werden kann, liest Du hier

Inhalt

Das KiSS-Syndrom

Das KiSS-Syndrom hat nichts mit dem englischen Begriff für den Kuss zu tun, sondern ist die Abkürzung für die sogenannte kopfgelenkinduzierte Symmetrie-Störung. Stark vereinfacht soll es sich dabei um eine Fehlstellung der ersten beiden Halswirbel handeln. Ich schreibe an der Stelle ganz bewusst „soll“, denn wissenschaftliche Beweise für das KiSS-Syndrom gibt es nicht. In der Alternativmedizin jedoch ist das KiSS-Syndrom als solches anerkannt und wird auch behandelt.

Bereits in den 50er Jahren wurde das KiSS-Syndrom entdeckt und damals noch als Atlasblockiersyndrom beschrieben. Dieser Name rührt daher, dass bei einem KiSS-Kind der 1. Halswirbel (Atlas) und der 2. Halswirbel (Axis) blockiert sind beziehungsweise eine Fehlstellung der ersten beiden Halswirbel vorliegen soll. Durch die Blockade der Halswirbel fällt das Baby in eine asymmetrische Haltung, die ihm Schmerzen bereitet und zu zahlreichen körperlichen Entwicklungsstörungen führen kann. Auch Störungen im Verhalten sind möglich. Alternativmediziner schätzen, dass circa jedes 10. Neugeborene am KiSS-Syndrom leidet, oftmals wird es jedoch nicht erkannt.

Wie Du das KiSS-Syndrom erkennst

Viele Symptome, die beim KiSS-Syndrom auftreten können, können auch andere Ursachen haben. Unsere Liste der KiSS-Anzeichen muss deshalb mit Vorsicht gelesen werden: Nicht jedes Baby, das viel weint und gerne auf der linken Seite schläft, ist automatisch von KiSS betroffen.

Folgende Probleme können Anzeichen für ein KiSS-Syndrom sein:

  • Dein Baby schreit häufig, insbesondere bei Bewegung oder wenn Du es zum Halten hochnimmst
  • Das Kind hat Trinkprobleme und Schluckstörungen
  • Dein Neugeborenes bevorzugt beim Stillen eine Brust
  • Die Haltung Deines Babys ist ungewöhnlich schief
  • Dein Baby bevorzugt auch beim Schlafen und Liegen eine Seite
  • Der Hinterkopf des Kindes ist seitlich platt
  • Dein kleiner Schatz schläft schlecht ein, wacht häufig auf und ist unruhig
  • Die bevorzugte Lage Deines Kindes ist die Bauchlage
  • Die Hüftgelenke Deines Neugeborenen sind unreif (Stichwort Hüftdysplasie)
  • Dein Baby hebt den Kopf erst spät und nur zaghaft
  • Der Säugling überstreckt sich im Schlaf, beim Schreien und beim Halten
  • Auch Kinder mit Klumpfüßen und anderen Fußfehlstellungen leiden häufig am KiSS-Syndrom

Nur sehr selten treten all diese Symptome zeitgleich auf. Insbesondere das Überstrecken des Körpers, die schiefe Körperhaltung und die Asymmetrie des Kopfes sind allerdings starke Anzeichen für ein KiSS-Syndrom.

Gründe für die Blockade der Halswirbel finden sich meist bereits in der Schwangerschaft. Daneben kann auch eine traumatische Geburt zu dieser Anomalie bei Deinem Baby geführt haben. Häufig findet sich KiSS bei Mehrlingen, die während der Schwangerschaft wenig Platz im Mutterleib hatten. Ebenfalls häufig betroffen sind Säuglinge, die mit der Zange oder der Saugglocke auf die Welt geholt wurden. Außerdem sind Babys, die bei der Geburt sehr schwer sind, oft von KiSS betroffen.

So wird KiSS diagnostiziert

Einige Kinderärzte kennen das KiSS-Syndrom nicht oder halten das Syndrom für wissenschaftlich nicht nachweisbar. Es kann deshalb sein, dass Dein Arzt nicht der richtige Ansprechpartner ist, wenn Du glaubst, dass Dein Baby an KiSS leidet. Es gibt viele Heilpraktiker, Chiropraktiker, Osteopathen und Physiotherapeuten, die sich auf das KiSS-Syndrom spezialisiert haben und Dein Baby behandeln können.

Wenn an Deinem Kind KiSS diagnostiziert wurde, kann es auch behandelt werden. Für die Behandlungen sind meist mehrere und regelmäßige Sitzungen notwendig, oft bemerken die Eltern allerdings schon nach den ersten ein bis zwei Therapiestunden eine deutliche Verbesserung.

Ziel der Behandlung ist, die Blockaden im Nacken Deines Babys zu lösen. Dafür übt der KiSS-Therapeut sanften Druck auf das Genick des Kindes aus und versucht mit manueller Therapie, die Verspannung im Halswirbelsäulenbereich zu lösen. In der Folge hat Dein Kind weniger Schmerzen, weint seltener und wird insgesamt mobiler. Dein Baby kann seinen Kopf und das Genick besser bewegen und seine Haltung normalisiert sich.

Kosten der Behandlung

Ob Deine Krankenkasse die Behandlungskosten übernimmt, hängt von der Art des Therapeuten und den Bestimmungen der Kasse ab. Viele gesetzliche Krankenkassen erstatten oder übernehmen mittlerweile osteopathische Behandlungen und auch manuelle Therapie. Erkundige Dich am besten vor der Terminvereinbarung bei einem Spezialisten bei Deiner eigenen Krankenkasse, ob und wenn ja, welche Form der Therapie die Krankenversicherung übernimmt.

Du hast Erfahrung mit dem KiSS-Syndrom und der Behandlung? Dein Baby ist ein typisches KiSS-Kind? Wir freuen uns über Deinen Erfahrungsbericht!

Es wird davon ausgegangen, dass solche Hilfsmittel unter Umständen zu Fehlstellungen des ersten und zweiten Halswirbels (Atlas und Axis) führen können, welche dann angeblich eine Asymmetrie des Kopfes zum Körper und somit auch Schmerzen zur Folge hat. Auch eine anhaltend, ungünstige Lage des Ungeborenen im Mutterleib kann angeblich zu einem KiSS-Syndrom führen. Wenn Babys regelmässig eine ungewöhnliche Schlafhaltung einnehmen, einen seitlich abgeflachten Kopf aufweisen, sowie dauerhaft und sehr oft schreien (besonders im Kindersitz oder Kinderwagen), wird das unter Umständen auf die Kopfgelenk-induzierte Symmetrie-Störung (kurz KiSS) zurückgeführt.

Unter Schulmedizinern ist das KISS-Syndrom nach wie vor eine sehr fragliche Diagnose, deren Existenz wissenschaftlich nicht bewiesen ist. Hier wird die Schieflage des Kopfes darauf zurückgeführt, dass es gegen Ende der Schwangerschaft in der Gebärmutter eng wird und der Säugling somit den Körper und den Kopf nur noch in einer bestimmten Lage hält. Dies führt allerdings nicht zu einer Verschiebung der Halswirbel, wie im KISS-Syndrom beschrieben, sondern zu einer Art steifem Hals mit seitlich abgeflachtem Kopf, der noch Monate nach der Geburt anhalten kann. Verstärkt wird die Symptomatik durch die verringerte Zeit, die Babys heutzutage in Bauchlage verbringen (aus Angst vor dem plötzlichen Kindstod). Behoben werden können diese Symptome teilweise, indem man das betroffene Baby öfter in Bauchlage legt. Ansonsten raten die Mediziner zur Geduld, da es nach 3-4 Monaten oft zu einer spontanen Besserung kommt.

Kritisch betrachten Schulmediziner auch die Tatsache, dass ein Röntgenbild oftmals Teil einer KISS-Diagnose ist und die Kleinkinder somit unnötigen Strahlungen ausgesetzt werden.

Es kommt hinzu, dass andere ernstzunehmende Krankheiten gegebenenfalls unbehandelt bleiben, da diverse Symptome (Kopfschmerzen oder Entwicklungsverzögerungen) schlichtweg durch KISS erklärt werden und damit weitere Untersuchungen ausbleiben.

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