Kinderkrankheiten übersicht tabelle

Die klassischen Kinderkrankheiten

Jedes Kind wird mit einem gewissen „Nestschutz“ gegen Infektionskrankheiten geboren. Über die Nabelschnur hat es von der Mutter Abwehrstoffe bekommen, die für einige Wochen, wahrscheinlich mindestens drei Monate lang, vor vielen Infektionen schützen.

Ab dem zweiten Lebenshalbjahr häufen sich dann aber bei vielen Kindern die Infekte (insbesondere Atemwegsinfekte, Mittelohrentzündung und Halsentzündungen). Diese Infektionen können wie ein banaler Schnupfen verlaufen, können aber auch mit hohem Fieber und anderen Krankheitszeichen (z.B. Erbrechen, Durchfälle, Hautausschläge, Mattigkeit etc.) einhergehen.

Infekte sind notwendig

Über Infektionen kann der Körper ein stabiles Abwehrsystem gegen viele Krankheitserreger in unserer Umwelt aufbauen. Eine vermeintlich besondere Infektneigung mit vielen Infektionen pro Jahr ist damit eigentlich normal und reguliert sich im späten Vorschulalter oder Schulalter von allein, wenn das Abwehrsystem gereift ist.

Eine besondere Rolle spielen dabei die sogenannten „Kinderkrankheiten“ wie Masern, Mumps, Windpocken oder Röteln. Sie heissen deshalb so, weil sie früher derart verbreitet waren, dass sich die meisten Menschen bereits als Kinder damit ansteckten. Auslöser sind Bakterien oder Viren, die meist durch Tröpfcheninfektion über die Luft, also über indirekten Kontakt, übertragen werden. Ohne Impfung erkrankt fast jeder Mensch schon als Kind an diesen Infektionskrankheiten.

Viele Kinderkrankheiten zeichnen sich durch einen besonderen Hautausschlag aus und können dadurch unterschieden werden.

Hier finden Sie detaillierte Informationen zu den häufigsten Kinderkrankheiten:

  • Masern
  • Mumps
  • Röteln
  • Windpocken
  • Keuchhusten
  • Scharlach
  • Ringelröteln
  • Hand-Fuss-Mund-Krankheit
  • Dreitagefieber
  • Eiterflechte, Grindflechte (Impetigo)
  • Pneumokokken-Erkrankung

Ausserdem zählt man zu den Kinderkrankheiten noch die weniger häufigen, weil durch die Routine-Impfungen abgedeckten Erkrankungen Diphtherie, Poliomyelitis (infektiöse Kinderlähmung), Tetanus (Wundstarrkrampf) und Hämophilus influenzae (Hirnhaut- und Kehlkopfentzündung).

Sind Impfungen besser als eine durchgemachte Kinderkrankheit?

Kinderkrankheiten verlaufen in der Regel gutartig, wenn auch anstrengend für das Kind und die betreuenden Eltern. Dass auch hier gefährliche Komplikationen und schwere Krankheitsverläufe mit bleibenden Schäden auftreten können, wurde und wird heute häufig nicht mehr bedacht. Sogar eine relativ harmlose Kinderkrankheit wie Masern kann tödlich verlaufen oder bleibende Schäden hinterlassen.

Die Vorteile von Schutzimpfungen liegen also klar auf der Hand. Und heutzutage sind die Impfstoffe sehr verträglich und sicher, sodass die Nebenwirkungen kaum noch eine Rolle spielen bei der Entscheidung der Eltern für oder gegen eine Grundimmunisierung ihrer Kinder. Kinderärzte und das Bundesamt für Gesundheit haben einen Impfplan für die Schweiz erarbeitet. Weitere Informationen finden sich auch unter www.sichimpfen.ch.

Häufige Fragen zum Thema

Unsere einjährige Tochter hat seit vier Tagen Windpocken, aber es geht ihr schon recht gut. Wann darf ich sie wieder in die Krippe geben?

Nach den Empfehlungen der Kantonsärztinnen und -ärzte in der Schweiz (VKS) gibt es keinen vernünftigen Grund, Kinder mit einer Infektionskrankheit wie Mumps, Röteln oder Windpocken vom Besuch von Gemeinschaftseinrichtungen wie Krippen, Kindergärten und Schulen auszuschliessen. Sie sollten aber…

vollständige Antwort lesen Wie lange besteht „Nestschutz“ gegen Krankheitserreger?

Gegen einige Krankheiten wird das Baby bereits im Mutterleib „geimpft“: Es enthält über das Blut der Mutter Abwehrstoffe, die es nach der Geburt noch mehrere Monate vor bestimmten Infektionen – hauptsächlich den „klassischen“ Kinderkrankheiten – schützen. Voraussetzung: Die Mutter hat die jeweilige…

vollständige Antwort lesen Darf mein Mann mit unserem Baby schmusen, wenn er gerade Fieberbläschen am Mund hat?

Nein, das sollte er besser nicht tun, denn der Inhalt der Herpesbläschen ist bei einer Herpes-simplex-Erkrankung, auch beim Herpes labialis (Lippenherpes) hochinfektiös.

Bei Neugeborenen und Säuglingen mit ihrem wenig ausgereiften Immunsystem kann eine Ansteckung gefährlich sein. Je nach…

vollständige Antwort lesen Ist es für den Nestschutz egal, ob die Mutter die Krankheit selbst durchgemacht hat oder ob sie „nur“ dagegen geimpft ist?

Oft hört man die Aussage, dass Frauen, die eine Erkrankung selbst durchgemacht haben, ihren neugeborenen Kindern mehr Abwehrstoffe gegen Infektionen (Nestschutz) mitgeben als geimpfte Mütter.

Für Masern, Mumps und Röteln trifft das nachgewiesenermassen zu. Eine Impfung gegen diese Erkrankungen…

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Letzte Aktualisierung : 06-11-19, BH

Bayern 2 – Gesundheitsgespräch

In Europa gilt eine Krankheit dann als selten, wenn höchstens fünf von 10.000 Menschen davon betroffen sind. Die Widrigkeiten, die so eine Erkrankung mit sich bringt, liegen auf der Hand: Es dauert lange, bis die richtige Diagnose festgestellt ist; ein standardisiertes Therapiesystem gibt es oft nicht, was die Behandlung erschwert; und meistens handelt es sich auch noch um chronische, unheilbare Erkrankungen. Medikamente müssten womöglich erst entwickelt werden, aber Forschungsmittel sind in solchen Fällen selten vorhanden.

Betroffen: Kinder

Prof. Dr. Christoph Klein, Direktor der Kinderklinik und Kinderpoliklinik im Dr. von Haunerschen Kinderspital, FA Kinder- und Jugendmedizin, Kinder-Hämatologie und -Onkologie

Seltene Erkrankungen werden in achtzig Prozent der Fälle durch genetische Faktoren ausgelöst und spielen deshalb schon von Geburt an eine Rolle – Kinder sind also besonders häufig betroffen. Und Kinder bringen als Patienten besondere Herausforderungen mit sich: Sie befinden sich in ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung und brauchen ihr familiäres Umfeld, besonders ihre engsten Bezugspersonen, sonst sind sie für die notwendigen Behandlungen nicht stabil genug oder tragen psychische Schäden davon. Auch das Krankenhauspersonal muss speziell geschult sein, um auf die Bedürfnisse von Kinderpatienten eingehen zu können.

Dem Text liegt ein Interview mit Prof. Dr. med. Christoph Klein, dem Direktor der Kinderklinik und Kinderpoliklinik im Dr. von Haunerschen Kinderspital München zugrunde.

Veranstaltungshinweis

Anlässlich des Tags der Seltenen Krankheiten lädt der Aktionskreis WAKSE in Würzburg zum neunten Mal zu einer Informationsveranstaltung. 29. Februar 2016, ab 17.00 Uhr, ME-Haus. Den Flyer können Sie hier kostenlos herunterladen.

Zu den klassischen Kinderkrankheiten zählt man in Mitteleuropa in erster Linie Keuchhusten, Masern, Mumps, Röteln, Scharlach und Windpocken, darüber hinaus auch Diphtherie, Dreitagefieber und die Ringelröteln. Die gefürchtete Kinderlähmung, an der in Deutschland im Jahre 1952 immerhin noch etwa 10.000 Menschen erkrankten, fehlt in dieser Aufzählung, da Europa 2002 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für poliofrei erklärt wurde.

Da im Zeitalter der Globalisierung das Risiko besteht, dass der Erreger leicht aus nicht-polio-freien Ländern (vor allem Asiens und Afrikas) eingeschleppt wird, kann auf die Polioimpfung noch nicht verzichtet werden.

Gemeinsam ist den klassischen Kinderkrankheiten, dass die Erreger (Bakterien oder Viren, siehe Tabelle) so weit verbreitet sind, dass eine Ansteckung in den meisten Fällen bereits in den ersten fünf Lebensjahren erfolgt. Aber auch Erwachsene können betroffen sein. Bei ihnen und vor allem schwangeren oder immungeschwächten Personen können die Erkrankungen weitaus schwerer verlaufen als im Kindesalter oder mit zusätzlichen Komplikationen verbunden sein.

Nach einer Inkubationszeit von wenigen Stunden bis sechs Tagen tritt bei der Diphtherie ein allgemeines Krankheitsgefühl mit Fieber, Hals-, Bauch- und Gliederschmerzen auf. Am häufigsten ist die Rachendiphtherie mit hochroter Entzündung, dicken grau-weißlichen Belägen auf den Tonsillen, faulig-süßlichem Mundgeruch und „kloßiger“ Sprache. Auch in Hautläsionen (z. B. Hautrissen, Verbrennungen) kann sich der Erreger leicht vermehren. Es sind leichte und schwere Verläufe möglich. Beim Auftreten von Ödemen im Bereich der Luftröhre und des Kehlkopfes besteht die Gefahr lebensbedrohlicher Atemnot. Nach dem Übertritt des Diphtherie-Toxins ins Blut kann es zu toxischen Verläufen der Erkrankung kommen (z. B. Herzmuskelentzündung, Lähmungen, Leber- und Nierenfunktionsstörungen).

Bei fehlender Impfung oder unklarem Impfstatus wird bereits bei Verdacht Diphtherie-Antitoxin verabreicht, da das Toxin des Bakteriums nur neutralisiert werden kann, wenn es noch nicht an Zellen gebunden ist. Die Gabe von Antibiotika (Penicillin, Erythromycin) vermindert die Toxinbildung und verkürzt die Infektiosität. Die Behandlung erfolgt stationär, da im Verlauf der Erkrankung eine Intubation oder Tracheotomie notwendig werden kann.

In Kriegs- und Krisenzeiten forderte diese Erkrankung Tausende Todesopfer; in den vergangenen Jahren wurden in Deutschland jedoch nur noch Einzelfälle gemeldet. Gelegentlich kommt es aufgrund von Impflücken zum Ausbruch lokaler Epidemien (z. B. in Osteuropa).

Dreitagefieber Exanthema subitum

Das Dreitagefieber (auch als Dreitageexanthem oder Roseola infantum bezeichnet) tritt meist noch vor Vollendung des ersten Lebensjahres auf. Nach einer Inkubationszeit von fünf bis 15 Tagen kommt es zum plötzlichen, schnellen Anstieg der Körpertemperatur (39,5 bis 40,5°C), der auch von Fieberkrämpfen begleitet sein kann. Gelegentlich treten Kopf- und Bauchschmerzen oder eine starke Unruhe (besonders in den ersten 12 bis 24 Stunden) auf. Nach drei bis vier Tagen – daher der Name der Erkrankung – fällt das Fieber rasch ab. Am Körper und den Extremitäten breitet sich ein kleinfleckiger, Röteln-ähnlicher Ausschlag aus, der nach ein bis zwei Tagen wieder verschwindet. Die Krankheit hinterlässt eine lebenslange Immunität.

Die Therapie besteht im Wesentlichen aus fiebersenkenden und beruhigenden Maßnahmen sowie ausreichender Flüssigkeitszufuhr. Bei Fieberkrämpfen können Antikonvulsiva (z. B. Diazepam) verabreicht werden. Bei Kindern mit Immunschwäche sind Komplikationen wie z. B. Hepatitis, Pneumonie oder Retinitis möglich; in diesen Fällen ist eine antivirale Therapie (z. B. mit Ganciclovir) notwendig. Eine Schutzimpfung gibt es nicht, die Erkrankung gilt jedoch als relativ harmlos und verläuft oft unbemerkt.

Keuchhusten

Verantwortlich für die Symptome dieser langwierigen, für Neugeborene und Säuglinge auch lebensgefährlichen Kinderkrankheit sind vom Erreger gebildete Toxine, die die Mucosa der Atemwegsschleimhäute lokal zerstören. Nach einer Inkubationszeit von sieben bis 14 Tagen verläuft die Erkrankung über mehrere Wochen in drei Stadien:

  • Stadium catarrhale (Woche 1 bis 2): uncharakteristischer Husten, Schnupfen, subfebrile Temperaturen, Konjunktivitis
  • Stadium convulsivum (Woche 4 bis 6): typische (mit Keuchen), staccatoartige Hustenanfälle (8 bis 50 täglich), Auswurf von zähem, glasigen Schleim bis zum Erbrechen
  • Stadium decrementi (Woche 6 bis 10): allmähliches Abklingen der Hustenanfälle.

Eine Ansteckungsgefahr besteht vom Auftreten des ersten Hustens an über fünf bis sechs Wochen. Die wichtigsten Komplikationen sind Pneumonie, Otitis media, Krampfanfälle und Enzephalopathien.

Säuglinge mit Keuchhusten müssen stationär behandelt werden, da sie wegen möglicher lebensbedrohlicher Apnoen besonders gefährdet sind. Es werden Antibiotika, Salbutamol und Hydrocortison eingesetzt. Durch eine Antibiotikatherapie (erste Wahl Erythromycin, zweite Wahl Cotrimoxazol) im katarrhalischen Stadium können die Erkrankung verkürzt und pulmonale Komplikationen verhindert werden. Innerhalb von fünf Tagen nach Kontakt mit einem Infizierten lässt sich der Ausbruch durch eine 14-tägige Erythromycin-Therapie verhindern (Chemoprophylaxe). Nach der Schutzimpfung bzw. nach durchgemachter Erkrankung besteht eine jahrelange (ca. 10 bis 20 Jahre), jedoch nicht lebenslange Immunität. Es ist daher möglich, dass mit abnehmender Immunität im Alter eine Neuerkrankung auftritt (z. B. Erkrankung der Großeltern nach Ansteckung beim Enkel).

Masern

Die Masern sind hoch ansteckend; die Übertragung der Viren erfolgt durch Tröpfcheninfektion oder direkten Kontakt mit infizierten Sekreten. Das Virus befällt bevorzugt Zellen des Immun- und Nervensystems. Dabei entstehen unter anderem Riesenzellen, die im Frühstadium der Erkrankung bereits im Nasensekret nachweisbar sind. Nach einer Inkubationszeit von acht bis zwölf Tagen verläuft die Erkrankung in zwei Stadien:

  • dem katarrhalischen Vorstadium (vier bis fünf Tage) und
  • dem exanthemischen Hauptstadium.

Zu den Symptomen des ersten Stadiums zählen Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Kopf- und Bauchschmerzen, aufgedunsenes Gesicht, ausgeprägte Lichtscheu, verstärkter Tränenfluss, trockener, bellender Husten, Schnupfen, Fieber um 39°C. Charakteristisch sind weiße Beläge an der Mundschleimhaut (Koplik-Flecken). Am vierten Erkrankungstag tritt ein groß fleckiger, leicht erhabener, teilweise konfluierender (zusammenfließender) Ausschlag auf, der sich innerhalb von drei Tagen hinter den Ohren beginnend, abwärts über Körper und Extremitäten zu den Füßen hin ausbreitet. Die Erkrankung ist durch einen zweigipfligen Verlauf der Fieberkurve gekennzeichnet. Der erste Gipfel tritt während des Vorstadiums, der zweite zu Beginn des Exanthemstadiums auf. Nach dem vierten Exanthemtag kommt es normalerweise zur Entfieberung. Eine Ansteckungsgefahr besteht einige Tage vor Auftreten des Ausschlages bis einschließlich zum vierten Exanthemtag.

Die während einer Masernerkrankung möglichen Komplikationen lassen sich einteilen in:

  • Komplikationen aufgrund einer bakteriellen Superinfektion und
  • durch das Masernvirus verursachte Komplikationen.

Die bakteriellen Superinfektionen sind durch die relativ lang andauernde Immunschwäche bedingt. Es können z. B. Zahnfleisch-Infektionen (Stomatitis ulcerosa), Otitis media, Pneumonie oder Keratitis auftreten, die mit Antibiotika behandelt werden.

Bei den durch das Virus verursachten Komplikationen sind vor allem die akute potinfektiöse Masernenzephalitis mit einer Letalität von etwa 10 Prozent und die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) gefürchtet. Letztere wird auf eine Infektion mit einem modifizierten Masernvirus zurückgeführt und beginnt erst fünf bis zehn Jahre nach der Erkrankung. Sie tritt zwar relativ selten auf (ca. sieben bis elf Fälle pro 100.000 Erkrankte), endet jedoch immer tödlich.

Bei einer Masernerkrankung stehen unterstützende Maßnahmen und Bettruhe im Vordergrund. Bei einer Infektion der Bindehaut des Auges, die mit Lichtscheu einhergeht, sollten die Patienten in abgedunkelten Räumen untergebracht werden. Säuglinge sind während der ersten fünf Lebensmonate bei immunen Müttern durch diaplazentare Antikörper geschützt. Die wichtigste prophylaktische Maßnahme ist die Schutzimpfung.

In den Jahren 2005 und 2006 kam es in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen zu Masernausbrüchen mit Hunderten von Erkrankten. In Baden-Württemberg waren überwiegend Kleinkinder und jüngere Schulkinder (keines von ihnen war geimpft), in Nordrhein-Westfalen darüber hinaus auch Jugendliche und Erwachsene betroffen.

Mumps

Mumps (Parotitis epidemica, „Ziegenpeter“) ist eine hoch ansteckende (vor allem durch Tröpfcheninfektion, direkten Schleimhautkontakt) Erkrankung mit schmerzhafter Ohrspeicheldrüsen-Schwellung als Hauptsymptom. Nach einer Inkubationszeit zwischen 12 und 25 Tagen tritt neben allgemeinen Krankheitssymptomen (Übelkeit, Kopf-, Hals- und Ohrenschmerzen, Fieber) eine schmerzhafte und meist einseitige Entzündung der Ohrspeicheldrüsen auf. Sie ist erkennbar an den typischen „Hamsterbacken“ und abstehenden bzw. angehobenen Ohrläppchen und bildet sich nach vier bis sieben Tagen zurück. Das Öffnen des Mundes, Kauen und Schlucken sind sehr schmerzhaft. Ansteckungsgefahr besteht etwa eine Woche vor und neun Tage nach Auftreten der Schwellung.

Komplikationen können durch den Befall anderer Organe oder Drüsen entstehen. Am häufigsten treten Hirnhautentzündung (Mumpsmeningitis), Schädigung des Hörnervs, bei Jungen Hodenentzündung (Mumpsorchitis) mit möglicher Unfruchtbarkeit, bei Mädchen Eierstockentzündung auf. Ist die Bauchspeicheldrüse betroffen (Mumpspankreatitis) kommt es zu starken Bauchschmerzen und einem fettreichen Stuhlgang („Butterstuhl“).

Die Behandlung erfolgt meist nur symptomatisch, z. B. durch fiebersenkende Maßnahmen (siehe Kasten), nur bei Komplikationen wird ggf. eine Kortikoid-Therapie durchgeführt. Eine aktive Immunisierung ist möglich; bei mütterlicher Immunität sind Säuglinge während der ersten sechs Monate geschützt. Wegen der Möglichkeit von Hörschäden sollte nach der Erkrankung eine Hörprüfung erfolgen.

Ringelröteln Erythema infectiosum

Bei Ringelröteln treten neben einem hellroten Exanthem an den Wangen ein ring- und girlandenförmiger Ausschlag am Körper und den Extremitäten auf, dem die Erkrankung ihren Namen verdankt. Sie ist – außer für Menschen mit geschwächter Immunabwehr und Schwangere – harmlos, häufig verläuft sie unbemerkt. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion, die Inkubationszeit liegt zwischen vier und 14 Tagen. Der Ausschlag verschlimmert sich evtl. durch Sonnenbestrahlung, Hitze und körperliche Belastung. Nach Erscheinen des Exanthems besteht keine Ansteckungsgefahr mehr. Es können Grippe-ähnliche Symptome, subfebrile Temperaturen und Juckreiz auftreten, die Haut ist sehr trocken. Bei Mädchen und Frauen kann es zu Gelenkbeschwerden, vor allem in den Handgelenken, Knien oder Knöcheln kommen, die noch über Wochen andauern können, jedoch keine Spätfolgen haben. Eine Therapie ist in der Regel nicht notwendig, bei Juckreiz können Lotionen (Lotio alba aquosa, Tannosynt® Lotio) empfohlen werden.

Infiziert sich eine Schwangere mit dem Ringelröteln-Virus, kommt es in etwa einem Drittel der Fälle zur Übertragung auf den Fetus. Eine mögliche, auch tödlich verlaufende, Komplikation ist eine fetale Anämie, die einen sogenannten Hydrops fetalis (Flüssigkeitsansammlung in Körperhöhlen und Weichteilen) zur Folge hat. Am risikoreichsten ist eine Infektion zwischen der 13. und 20. Schwangerschaftswoche. Da das Virus fetale Myokardzellen befallen kann, sind beim ungeborenen Kind auch kardiale Komplikationen möglich. Schwangere, die Kontakt zu Kindern mit Ringelröteln hatten, sollte ihren Arzt aufsuchen. Ob eine Infektion stattgefunden hat, kann durch den Nachweis von IgG- oder IgM-Antikörpern festgestellt werden.

Röteln: Auch bei Erwachsenen häufig

Nach einer Inkubationszeit von zwei bis drei Wochen treten im Anfangsstadium der Röteln zunächst Symptome wie schmerzhafte Lymphknoten, vergrößerte Milz, Kopfschmerzen und leichtes Fieber auf. Das zweite Krankheitsstadium ist durch den typischen Ausschlag (kleine, rote erhabene Knötchen) gekennzeichnet, der im Gesicht beginnt und sich rasch über den ganzen Körper ausbreitet. Der Ausschlag verschwindet nach ein bis drei Tagen, eine Ansteckungsgefahr besteht sieben Tage vor und ca. zehn Tage nach seinem Erscheinen. Infiziert sich eine nicht immune Schwangere in der zweiten bis sechsten Schwangerschaftswoche, kann es zu schweren Missbildungen des Feten an Herz, Gehirn, Auge und Ohr kommen (Rötelnembryopathie).

Wegen ihres unkomplizierten Verlaufs ist eine spezielle Behandlung an Röteln erkrankter Kinder meist nicht notwendig. Zur Prävention der Rötelnembryopathie sollten alle Mädchen vor Erreichen des Fortpflanzungsalters geimpft sein.

Scharlach: Ansteckende bakterielle Erkrankung

Beim Scharlach treten nach einer Inkubationszeit von zwei bis fünf Tagen zunächst unspezifische Symptome wie Fieber, Halsschmerzen, vergrößerte Halslymphknoten, Beläge auf der Zunge und eventuell Erbrechen auf. Nach ein bis zwei Tagen erscheint ein typisches, kleinfleckiges Exanthem an Rumpf und Extremitäten, die Haut fühlt sich samtartig an. Das Gesicht ist – mit Ausnahme einer perioralen Blässe (auch als „Nasen-Kinn-Dreieck“ oder „Milchbart“ bezeichnet) – gerötet, die Zunge charakteristisch glänzend-rot gefärbt („Himbeerzunge“), wobei die Geschmacksknospen (Papillen) hervorstehen. Der Hautausschlag verschwindet nach drei bis fünf Tagen. In der zweiten bis vierten Krankheitswoche findet am ganzen Körper eine Hautschuppung statt, die ggf. auch länger andauern kann. Ansteckungsgefahr besteht vom ersten Krankheitszeichen an bis 24 Stunden nach Beginn der Antibiotikabehandlung, ohne Antibiotika bis zu vier Wochen.

Da bei Streptokokken-Infektionen Komplikationen und Folgeerkrankungen, vor allem an Herz, Nieren oder Gelenken (Poststreptokokken-Glomerulonephritis, rheumatisches Fieber, rheumatische Karditis) auftreten können, ist eine antibiotische Therapie mit oralem Penicillin (erste Wahl) oder Cephalosporinen (zweite Wahl) über zehn Tage angezeigt. Die Eltern sollten darauf hingewiesen werden, dass das Antibiotikum wie verordnet über den gesamten Zeitraum – auch wenn sich das Kind schon viel besser fühlt – eingenommen werden muss, um das Risiko für Komplikationen gering zu halten. Weitere Maßnahmen sind reichliche Flüssigkeitszufuhr, leicht schluckbare Nahrung und Schonung. Gegen die Halsbeschwerden können Salbei-Tee oder -bonbons empfohlen werden. Kinder können mehrfach an Scharlach erkranken, da es mehrere Typen von Scharlach-erregenden Streptokokken gibt und sich die Immunität immer nur gegen einen Vertreter richtet.

Windpocken (Varizellen)

Die Erkrankung ist, wie schon der Name sagt, hoch ansteckend. Sie ist charakterisiert durch das typische, zum Teil stark juckende Exanthem an Kopf, Rumpf und den Schleimhäuten (Mundhöhle, Bindehaut des Auges, Genitalbereich), seltener an den Extremitäten. Zunächst bilden sich rote Flecken, die sich rasch in Bläschen und Pusteln umwandeln, sie trocknen schließlich ein und verkrusten. Die Inkubationszeit beträgt zwölf bis 28 Tage, eine Ansteckungsgefahr besteht ein bis zwei Tage vor und zwei bis sieben Tage nach Auftreten des Ausschlages bis zum Eintrocknen der Bläschen.

Der Erreger, das Varizella-zoster-Virus, persistiert in Ganglienzellen des Rückenmarks und kann zu einem späteren Zeitpunkt (meist im Erwachsenenalter) reaktiviert werden und eine Gürtelrose (Herpes zoster) hervorrufen. Infiziert sich eine Schwangere bis zur 20. Schwangerschaftswoche, kann dies zu schweren Fehlbildungen beim Kind führen. Eine Infektion von Neugeborenen (durch Erkrankung der Mutter um den Geburtstermin) kann lebensbedrohlich sein.

Die Therapie erfolgt symptomatisch, wobei die Behandlung des Juckreizes in Vordergrund steht. Dies kann lokal (Zinkoxid, Lidocain) oder oral (z. B. Dimetinden) erfolgen. Bei schwerem Verlauf, immundefizienten Patienten und Neugeborenen wird eine systemische antivirale Therapie (Aciclovir) durchgeführt. Während die Varizellen-Impfung früher nur für Risikogruppen empfohlen war, ist sie seit 2004 eine Standardimpfung im STIKO-Impfkalender.

Kinderkrankheiten – Masern, Mumps und Co.

Die früher häufigen und schwer verlaufenden Infektionskrankheiten wie Kinderlähmung (Polio), Wundstarrkrampf (Tetanus) und Diphterie haben durch die mittlerweile gängigen Impfungen viel von ihrem Schrecken verloren. Ein vollständiger Impfschutz sollte aber nicht nur zum Wohle der Kinder vorhanden sein, sondern auch zum Schutz der pädagogischen Fachkräfte. Besteht eine Schwangerschaft, können manche der scheinbar so harmlosen Kinderkrankheiten zu schweren Schäden am Fötus bis hin zu Fehl- oder Totgeburten führen. Außerdem muss darauf geachtet werden, dass erkrankte Kinder bis zur vollständigen Ausheilung ihrer Krankheit zu Hause bleiben. Ob noch eine Ansteckungsgefahr besteht, klärt der Arzt ab. Erst wenn keine Ansteckungsgefahr mehr besteht, ist der Kita-Besuch wieder möglich. Das sorgt auch dafür, dass keine nachfolgenden Komplikationen auftreten.

Übertragung von Infektionen

Infekte werden in vielen Fällen durch Bakterien hervorgerufen. Bakterien sind einzellige Krankheitserreger, die in den meisten Fällen gut mit Antibiotika bekämpft werden können. Erkrankungen wie Scharlach, Tetanus und Diphterie werden beispielsweise von Bakterien oder deren Giften verursacht. Nicht immer ist eine Behandlung mit Antibiotika möglich. Daher ist eine vorbeugende Schutzimpfung in jedem Fall die sehr viel bessere Maßnahme.
Viren sind die kleinsten bekannten Krankheitserreger. Sie können nur in Ausnahmefällen direkt bekämpft werden, normalerweise müssen die Symptome behandelt werden. Typische Viruserkrankungen sind Windpocken, Masern oder Mumps, gegen die es Impfstoffe gibt.
Dass Krankheiten unter Kita-Kindern auftreten, lässt sich nicht verhindern. Wichtig ist aber, dass sie sich nicht innerhalb der Gruppe ausbreiten. Hygiene und Isolation sind daher oberstes Gebot. Je nach Art der Ansteckung wird unterschieden in Schmier- oder Kontaktinfektionen und Tröpfcheninfektionen.

Bei der Schmier- oder Kontaktinfektion werden Erreger entweder durch direkte Berührung oder indirekt durch den Kontakt mit kontaminierten Gegenständen übertragen. Durch gründliches Händewaschen und durch eine regelmäßige Reinigung der Sanitärräume lässt sich die Infektionsgefahr in vielen Fällen vermindern.
Bei der Tröpfcheninfektion werden die Erreger zum Beispiel durch Niesen, Husten oder Sprechen weitergegeben. Kinderkrankheiten mit Hauterscheinungen wie Masern, Mumps oder Windpocken werden vorwiegend auf diese Weise übertragen.

Schutz durch Impfung

Zu den typischen Kinderkrankheiten zählen beispielsweise Masern, Mumps, Röteln und Windpocken. Einmal erkrankt, entwickelt der Körper bei manchen Infektionen einen lebenslangen Schutz gegen die Erreger. Dennoch empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut zum Schutz vor Komplikationen die Teilnahme an den gängigen Impfungen.

Kinderkrankheiten

Gerade in Kitas sind die sogenannten Kinderkrankheiten oft an der Tagesordnung. Erkrankungen wie Mumps, Masern, Röteln, Windpocken, Keuchhusten, Ringelröteln und Zytomegalie zählt man dazu. Schwangere sind durch die Krankheitserreger besonders gefährdet, weil das ungeborene Kind geschädigt werden kann. Daher ist eine möglichst frühzeitige Impfprophylaxe vor Eintritt der Schwangerschaft bei Infektionskrankheiten, gegen die es eine Impfung gibt, der beste Schutz für die Mutter und das ungeborene Kind. Siehe auch: Schutzmaßnahmen für werdende und stillende Mütter.

Masern
Masern werden durch das Masernvirus verursacht und sind hoch ansteckend. Neben den typischen roten Hautflecken treten im Anfangsstadium hohes Fieber, Husten, Schnupfen und Halsschmerzen auf. Die Inkubationszeit beträgt 8 bis 10 Tage, der Ansteckungszeitraum beginnt bereits fünf Tage vor dem Auftreten des Hautausschlags und dauert bis vier Tage nach Auftreten des Hautausschlags. Bei Nichtbehandlung können schwere Komplikationen bis hin zu Lungen- und Gehirnentzündung auftreten. Nach der Infektion, besteht ein lebenslanger Schutz.

Mumps
Mumps, auch Ziegenpeter genannt, wird vom Mumps-Virus ausgelöst und kann sich nach einer Inkubationszeit von 12 bis 25 Tagen durch eine schmerzhafte Schwellung der Ohrspeicheldrüse und ausstrahlende Schmerzen in den Hals zeigen. Als Komplikation kann es zu einer Hirnhautentzündung (Meninigitis) kommen, bei Jungen nach der Pubertät zu einer schmerzhaften Hodenentzündung, die zur Unfruchtbarkeit führen kann. Die Übertragung der Erreger geschieht durch Tröpfcheninfektion und kontaminierte Gegenstände. Nach einer Erkrankung besteht meistens lebenslanger Schutz.

Keuchhusten
Keuchhusten (Pertussis) wird durch Bakterien ausgelöst und per Tröpfcheninfektion übertragen. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika. Nach anfänglich eher untypischen Beschwerden treten schwere, krampfartige Hustenanfälle auf, die mehrere Wochen anhalten können. Beim Husten löst sich zäher Schleim. Im Säuglingsalter zählt Keuchhusten zu den gefährlichsten Infektionskrankheiten, da es bei Kleinkindern neben dem Husten auch zu Atempausen kommen kann. Als Komplikationen treten häufig Mittelohr- und Lungenentzündungen auf. Keuchhusten hat eine Inkubationszeit von 7 bis 20 Tagen.

Ringelröteln
Ringelröteln werden durch einen Virus ausgelöst, der sich über Tröpfchen und über die Hände ausbreitet. Das charakteristische Erscheinungsbild sind flächig gerötete Wangen und ein Ausschlag, der sich girlandenförmig über den gesamten Körper ausbreitet. Die Inkubationszeit liegt meist bei 8 bis 21 Tagen, eine Übertragung ist dabei schon vor Ausbruch der Krankheit möglich. Ringelröteln während der Schwangerschaft können zu einer Fehl- oder Totgeburt führen; Schwangere sollten also unbedingt auf ihren Immunstatus achten. Eine Impfung gibt es nicht.

Röteln
Röteln (Rubella) sind eine für Kinder oft harmlose Viruserkrankung, die sich über Tröpfcheninfektion ausbreitet und lebenslangen Schutz hinterlässt. 2 bis 3 Wochen nach der Infektion treten erkältungsähnliche Beschwerden mit leichter Lymphdrüsenschwellung und Hautausschlag auf. Wegen dieser eher diffusen Symptome werden Röteln oft gar nicht als solche erkannt. Gefährlich hingegen sind Röteln während der Schwangerschaft. Sie führen beim ungeborenen Kind häufig zu schwersten Missbildungen an Gehirn und Herz, sowie zu Taub- und Blindheit.

Scharlach
Scharlach ist eine Sonderform der eitrigen Angina, die häufig im Kita-Alter auftritt. Verantwortlich ist ein Streptokokken-Bakterium, das sich über Tröpfchen ausbreitet. Zum Vollbild der Erkrankung zählen neben Fieber und den typischen Halsschmerzen auch eine stark gerötete Zunge mit verdickten Zungenknospen („Himbeerzunge“) sowie ein feinfleckiger Hautausschlag. Nach Abklingen der Erkrankung kann sich die Haut an Handflächen und Fußsohlen schuppen. Bis zum Ausbruch der Erkrankung vergehen meist nur 1 bis 3 Tage.

Windpocken
Windpocken (Varizellen) sind eine sehr ansteckende Viruserkrankung. Die Infektion erfolgt über Tröpfchen. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 10 bis 28 Tage. Nach Ausbruch der Krankheit entwickelt sich der typische Hautausschlag mit zahlreichen Bläschen und starkem Juckreiz. Wenn die Bläschen abtrocknen, bilden sich Krusten, die in der Regel narbenlos abfallen. Während die Krankheit für Kinder meist harmlos ist, kann sie bei Schwangeren zu schweren Komplikationen für das ungeborene Kind führen. Tückisch dabei ist, dass Windpocken bereits 1 bis 2 Tage vor Erscheinen des Ausschlages ansteckend sind.

Zytomegalie
Die Zytomegalie wird durch das Zytomegalie-Virus (CMV) übertragen. Der Erreger wird im Urin und Speichel ausgeschieden und durch Schmierinfektion weitergegeben. Die Inkubationszeit beträgt 4 bis 8 Wochen. Problematisch ist, dass die Infektion in ca. 90 % der Fälle unbemerkt verläuft. Gelegentlich treten Fieber und Lymphknotenschwellungen auf. Besonders gefährlich ist die Infektion in der Schwangerschaft. Eine Impfung gibt es nicht.

Bildergalerie: Kinderkrankheiten

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Mumps, Masern & Co. – diese Krankheiten treten vorwiegend im Kindesalter auf. Was zählt sonst noch zu den typischen Kinderkrankheiten?

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Windpocken sind eine sehr ansteckende Viruskrankheit. Am häufigsten sind Kinder zwischen zwei und sechs Jahren von Windpocken betroffen.

Auch Scharlach tritt in der Regel vornehmlich bei kleinen Patienten auf. Eines der typischen Krankheitszeichen ist die rot gefärbte Zunge, die auch Himbeer- oder Erdbeerzunge genannt wird.

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Gleichzeitig zeigt sich ein rauer, dichter und sehr feinfleckiger Hautausschlag. Er beginnt am Brustkorb und breitet sich dann über den gesamten Körper aus. In der Leistengegend ist er besonders ausgeprägt; das Dreieck zwischen Mund und Kinn bleibt dagegen ausgespart.

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Masern sind hochansteckend – nicht nur für Kinder! Mit einer Impfung können Sie vorbeugen.

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Dieser kleinfleckige Hautausschlag (Exanthem) zählt zu den Symptomen einer weiteren klassischen Kinderkrankheit: Röteln. © Dr.med.J.P.Müller/OKAPIA

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Diese typischen „Hamsterbacken“ deuten auf Mumps hin. © NAS/Biophoto Associates/OKAPIA

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Neben allgemeinen Krankheitssymptomen wie Abgeschlagenheit und Fieber kommt es bei Ringelröteln zu einem typischen Hautausschlag. Dieser breitet sich girlandenförmig vom Gesicht auf die Außenseite der Arme und Beine und das Gesäß aus. Auch der Rumpf kann betroffen sein. Quelle: Flicker, csaveanu. CC BY-NC-ND 2.0

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Diphtherie ist eine Infektionskrankheit – am häufigsten kommt es zur sogenannten Rachendiphtherie mit hochrot entzündeter Rachenschleimhaut. Diphtherie wurde durch die aktive Schutzimpfung zurückgedrängt, ist aber bis heute nicht vollständig verschwunden.

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Keuchhusten (Pertussis) gilt zwar als Kinderkrankheit – zunehmend sind aber auch Jugendliche und Erwachsene betroffen. Mit einer Impfung können Sie sich vor einer Ansteckung schützen.

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Polio (auch als Kinderlähmung bekannt) ist eine hochansteckende Infektionskrankheit. Zu den Symptomen zählt u.a. auch Nackensteifigkeit. Durch weltweite Impfungen in den letzten Jahrzehnten kommt es immer seltener zu Polio-Infektionen.

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Der Pseudokrupp kommt hauptsächlich beim Baby oder Kleinkind im Alter von neun Monaten bis viereinhalb Jahren vor. Er entsteht meist durch eine Virusinfektion der oberen Atemwege und zeichnet sich durch einen bellenden Husten aus.

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Das Dreitagefieber ist eine akute, aber meist harmlose Virusinfektion – es gilt ebenfalls als typische Kinderkrankheit, die häufig und weltweit vorkommt.

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Hinter den meisten Durchfallerkrankungen, die nicht durch Bakterien verursacht werden, stecken Noroviren. Diese breiten sich besonders schnell in Gemeinschaftseinrichtungen aus, so z.B. auch in Kindergärten.

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Auch Rotaviren lösen Durchfall und Erbrechen aus. Von einer Rotavirus-Infektion sind oft Säuglinge betroffen.

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Die häufigste bakterielle Hauterkrankung bei Kindern ist die Impetigo contagiosa. Typische Symptome sind rötliche Flecken, auf denen sich Eiterbläschen, Pusteln und dann „honiggelbe“ Krusten bilden. © Neufried/OKAPIA

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Fast jedes Baby entwickelt mindestens einmal eine Windeldermatitis (Dermatitis = Hautentzündung).

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Dies ist ein im Bereich der Windel auftretender entzündlicher Ausschlag.

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Auch Neurodermitis kommt oft bei Kindern vor.

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Eine Mittelohrentzündung hat bei Kindern leichtes Spiel – denn bei ihnen ist die Ohrtrompete noch sehr kurz. So gelangen Erreger leichter aus dem Nasenrachenraum ins Mittelohr.

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Auch mit einer Mandelentzündung haben Kinder und Jugendliche häufiger zu kämpfen als Erwachsene.

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Häufig bei kleinen Kindern: Karies.

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Die Milcheiweißallergie ist in Deutschland, gemeinsam mit einer Allergie gegen Hühnereier, die häufigste Allergie bei Babys und Kindern. In vielen Fällen klingt die Kuhmilchallergie aber spätestens bis zum Schulalter ab.

Wenn das Kind krank ist, sind Eltern in Sorge: Ist es etwas Schlimmes? Brauchen wir einen Arzt oder kommt man mit Hausmitteln weiter? Unsere Übersicht hilft, Krankheiten bei Kindern einzuordnen.

Klassische Kinderkrankheiten

Diese Infektionskrankheiten werden als Kinderkrankheiten bezeichnet, weil sie hochansteckend sind und viele sie deshalb schon im Kindesalter bekommen. Weil sie jedoch alles andere als harmlos sind, wird für die meisten mittlerweile eine Impfung empfohlen.
Keuchhusten (Pertussis)
Kinderlähmung (Poliomyelitis)
Masern
Mumps
Ringelröteln
Röteln (Rubella)
Scharlach
Windpocken

Krankes Baby

Als kleiner Mensch auf diese Welt zu kommen kann ganz schön anstrengend sein und ist nicht immer angenehm. Diese Probleme und Erkrankungen treten bei den Kleinen häufiger auf – was kann man tun, damit sie wieder lachen?

Blähungen beim Baby

Drei-Monats-Koliken beim Baby
Drei-Tage-Fieber beim Baby
Erbrechen beim Baby
Fieber beim Baby
Magen-Darm-Grippe beim Baby
Leistenbruch beim Baby
Nabelkolik
Neugeborenengelbsucht
Ohrenschmerzen beim Baby
Reflux beim Baby
Scheidenentzündung bei Baby und Kind
Schnupfen beim Baby
Verstopfung beim Baby
Windeldermatitis
Zahnungsschmerzen

Allergien und Unverträglichkeiten

Immer mehr Menschen leiden unter allergischen Erkrankungen, oft schon im Baby- und Kindesalter. Ignorieren sollte man Allergien nie, denn dann werden sie meist schlimmer und können weitere Erkrankungen auslösen.
Allergien
Arzneimittelallergie
Heuschnupfen
Zöliakie

Atemwege und Hals-Nase-Ohren

Ohrenschmerzen, Husten, Schnupfen, Heiserkeit und vielleicht noch ein dicker Hals – das kommt bei Kindern häufig vor. Wann sollte man zum Arzt gehen?
Aphten
Asthma
Bronchitis
Husten bei Kindern
Hyperreagibles Bronchialsystem
Paukenerguss
Vergrößerte Mandeln

Augen und Haut

Manche Haut- und Augenerkrankungen können lokal behandelt werden, bei anderen sollte man auf Ursachensuche gehen.
Augenentzündung
Bindehautentzündung
Gerstenkorn
Lidrandentzündung
Abszess
Faulecken
Furunkel
Gürtelrose
Hand-Fuß-Mund-Krankheit
Impetigo contagiosa (Grindflechte, Borkenflechte)
Pilzinfektionen (Hautpilz, Nagelpilz)
Schuppenflechte

Krebserkrankungen

Krebs – diese Diagnose macht Angst. Rechtzeitig entdeckt lassen sich mittlerweile viele Krebserkrankungen heilen. Was man über verschiedene Krebsformen wissen sollte und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.
Hirntumor
Leukämie

Psychische und neurologische Erkrankungen

Wir Menschen sind zerbrechlicher, als wir es wahrhaben wollen. Das gilt für Kinder mindestens so sehr wie für Erwachsene. Sowohl bei psychischen als auch bei neurologischen Erkrankungen kann es schwer sein, überhaupt erst einmal die richtige Diagnose zu bekommen, um dann eine Behandlung beginnen zu können.
ADHS – Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom
Epilepsie
Kopfschmerzen
Migräne

Innere Erkrankungen

Krankheiten der Organe erkennt man nicht immer auf den ersten Blick, sondern anhand der Symptome. Bei anhaltenden Beschwerden kann ein Wechsel vom Kinder- zum Facharzt ratsam sein.
Darmeinstülpung (Invagination)
Darmverschluss
Fieberkrampf
Harnwegsinfekt
Hepatitis
Herzrythmusstörungen
Plötzlicher Kindstod (SIDS – Sudden Infant Death Syndrome)

Orthopädische Krankheiten

Kinder wachsen und mit ihnen ihre Knochen und Gelenke. Aber nicht nur wachstumsbedingt können gesundheitliche Probleme auftreten.
Perthessche Erkrankung (Morbus Perthes)
Rheumatoide Arthritis

Blut und Stoffwechsel

Unerklärliche Gewichtsschwankungen, Blässe, Müdigkeit und Schwäche sowie Frieren oder Schwitzen können Symptome sein, die auf eine Stoffwechselerkrankung hindeuten können.
Anämie
Diabetes Mellitus (Typ 1)
Leukämie
Schildrüsenüberfunktion

Infektionskrankheiten

Vor den meisten dieser Krankheiten ist niemand gefeit, ob jung oder alt. Sie sind ansteckend oder werden durch bestimmte Krankheitserreger ausgelöst. Bei manchen schützen gewisse Vorsichtsmaßnahmen, bei anderen Impfungen. Was kann man tun, wenn es einen doch erwischt hat?
Borreliose
Diphtherie
FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis )
Gastroenteritis (Magen-Darm-Grippe)
Influenza (Grippe)
Knochenmarkentzündung
Nierenentzündung
Pfeiffersches Drüsenfieber (Mononukleose)
Schweinegrippe
Sommergrippe
Tetanus
Tuberkulose (TBC)
Kinderkrankheiten können Eltern Sorgen bereiten, ob es nun klassische Kinderkrankheiten wie Masern, Mumps, Windpocken oder Röteln sind oder ob dein Baby unter Ausschlag, Blähungen oder Bauchweh leidet. Ist der Husten eine Bronchitis oder Keuchhusten? Muss das Kind zum Arzt oder helfen auch Hausmittel? Praktische Tipps zu Symptomen, Diagnose und Behandlung von Kinderkrankheiten.

Hautausschlag bei Kinderkrankheiten

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Hautausschlag (fachlich: Exanthem) betrifft meist große Teile des Körpers. Häufig ist er Folge einer Virusinfektion – hier sieht man den Ausschlag bei Röteln. © Dr.med.J.P.Müller/OKAPIA

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Eine weitere Kinderkrankheit, die zu Hautausschlag führt: Masern. © ulrich niehoff/Imagebroker/OKAPIA

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Bei einer Maserninfektion liegen dunkelrote Flecken dicht nebeneinander und „verbinden“ sich teils zu größeren Arealen. © NAS/Gregory K. Scott/OKAPIA

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Auch Windpocken gehen mit einem typischen Hautausschlag einher.

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Bei Windpocken sind die einzelnen Flecken unterschiedlich groß und treten in verschiedenen Zuständen nebeneinander auf (Flecken, Erhebungen, Bläschen, Schorf). Ärzte sprechen aufgrund dieses Aussehens von einem „Sternenhimmel“. © Christian Grzimek/OKAPIA

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Auch Bakterien können hinter einem Exanthem stecken. Sogenannte Streptokokken lösen zum Beispiel Scharlach aus. © Okapia/imagebroker/Ulrich Niehoff

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Eine bakterielle Infektion mit Staphylokokken kann zu einem klein- oder großblasigen Hautausschlag führen, der sogenannten Impetigo contagiosa. Sie tritt meist bei Kindern auf. © Neufried/OKAPIA

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Neben Erregern können auch Reaktionen auf Arzneimittel (Penicillin etc.) zu einem Hautausschlag führen. Er betrifft weite Teile des Körpers, vor allem den Stamm, die Arme und die Beine.

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Diese sogenannten Arzneimittelexantheme ähneln oft dem Ausschlag, den man von Masern, Röteln oder Scharlach kennt.

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Quaddeln treten bei einer Nesselsucht (Urtikaria) auf. Die Größe des Exanthems variiert. Beispielsweise lösen Medikamente, Kälte und mechanische Ursachen eine Urtikaria aus. © Dr. med. J.P.Müller/OKAPIA

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Bei einer Schuppenflechte (Psoriasis) entwickelt sich der Ausschlag meist an den Ellenbogen, den Kniescheiben und am Haaransatz.

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Die Hautveränderungen bei Psoriasis nennt man Herde. Sie sind rötlich, scharf begrenzt und mit weißen Schuppen bedeckt. © Dr. med. J.P. Müller/OKAPIA

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Bei Neurodermitis ist die Haut rot und gereizt, oft an den Beugeseiten der Beine und Arme (Kniekehlen, Ellenbeugen). Mediziner sprechen hier von einem Ekzem. © Neufried/OKAPIA

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Auch Kontaktallergien führen zu Hautausschlag – häufig an den Händen. Der Fachbegriff lautet Kontaktekzem. © Dr. med. J. P. Müller/OKAPIA

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Nicht selten geht Hautausschlag mit Juckreiz einher.

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Hier sehen Sie die charakteristischen Bläschen einer Gürtelrose (Herpes zoster). Ursache sind wiederum Viren. © Okapia/imagebroker/Siegfried Grassegger

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