Kinder wurzeln flügel

Pseudo-Goethe-Zitat.

Dieses Pseudo-Goethe-Zitat kam vor knapp 20 Jahren auf und wurde in einer germanistischen Fachzeitschrift längst als Falschzitat entlarvt.
Auf Englisch ist das angebliche Goethe-Zitat – wie Garson O’Toole herausgefunden hat – als Ausspruch einer unbekannten „weisen Frau“ seit 1953 nachweisbar .
Das Zitat wird in Amerika einigen Personen unterschoben, in den letzten 10 Jahren auch sehr oft Johann Wolfgang von Goethe.
Zeitschriften wie Stern und Focus haben neben Facebook und Twitter zu seiner Verbreitung beigetragen und es fehlen auch keine Online-Zitatesammlungen sowie die üblichen Ratgeber für Manager, wie: „Maucher und Malik über Management: Maximen unternehmerischen Handelns“, die mit diesem Falschzitat Nähe zu Bildung und Tradition simulieren.

  • „Zwei Dinge sollten Kinder von Ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.“
  • „There are two things children should get from their parents: roots and wings.“

Pseudo-Goethe quote.

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Quellen:
Jahrbuch für internationale Germanistik, Band 37: 2005, S. 165
Über die Metapher (ohne Goethebezug): Gabriele Meyer: „Spuren lesen im Ego-Tunnel: Autobiographisches Schreiben im 21. Jahrhundert“, Diplomica Verlag: 2013, Kapitel: „Die Wirkungsebene – Wurzel und Flügel spüren“, S. 25ff. Garson O’Toole: „‚There Are Two Lasting Bequests We Can Give Our Children: Roots and Wings ‚: Henry Ward Beecher? Jonas Salk? Hodding Carter? Wise Woman? Ronald Reagan? Jean W. Rindlaub? Anonymous?“, 2014
Beispiele für falsche Zuschreibungen: Google-Statistik, Deutsch: „Ungefähr 1 480 Ergebnisse“ Google-Statistik, Englisch: „Ungefähr 958 Ergebnisse“ mysmallboat.info , 2006 (frühe englische Zuschreibung)
Helmut Maucher, Fredmund Malik, Farsam Farschtschian: „Maucher und Malik über Management: Maximen unternehmerischen Handelns“, Campus: 2012, S. 344 Stern
Focus
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Dank:
Ich danke wieder einmal Ralph Bülow sehr für seinen Hinweis auf Garson O’Tooles Recherchen.
Artikel in Arbeit.

Herzletteranmeldung

Wurzeln und Flügel – sinnbildlich sind das die beiden wichtigsten Dinge, die Eltern ihren Kindern mitgeben können. Wurzeln und Flügel zu geben ist das einfachste und zugleich schwerste an der Elternschaft.

Wurzeln und Flügel als wichtigste Säule dessen, was ich – was wir – unseren Kindern für das Leben mit geben wollen.

Vor viereinhalb Jahren platze ein kleines Wesen in unser Leben. Stellte alles auf den Kopf und war einfach da. Hilflos, schutzlos und mit einem Urvertrauen zu uns ausgestattet. Heute, heute da befindet sie sich auf ihrem ersten kleinen Kurz-Urlaub mit Oma und Opa und berichtet an den Abenden glücklich von ihren Abenteuern.

Ich habe in den letzen Tagen viele Gefühle durchlebt. Von Sehnsucht bis hin zu Freude und dabei war immer ganz viel Stolz, das sie sich das traut. Das ich uns das zutraue und irgendwie eine tiefe Gewissheit: Wir gaben Ihr Wurzeln und Flügel wachsen gerade.

„Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.“
— J. W. von Goethe

Der Mann und ich, wir haben einen wunderbaren kleinen Menschen geschaffen und versuchen ihr das Fundament für ihr Leben zu bieten. Leben muss und darf sie es dann irgendwann selbst – mit uns an ihrer Seite.

Wurzeln und Flügel – vom Wachsen und Entfalten

Immer wieder dachte ich in den letzen Tagen an diese Wurzeln und Flügel. Es ist so wichtig das unsere Kinder ein stabiles Umfeld mit viel Sicherheit und Vertrauen haben. Wir arbeiten daran das wir einen guten Nährboden schaffen, in dem die Wurzeln unserer Kinder wachsen und sich ihre Flügel entfalten können. Daran können wir zum Glück kaum etwas ausrichten, an diesem Entfalten der Flügel. Nur da sein. Eine Basis schaffen und immer mit offenen Armen und Ohren bereit sein. Ein offenes Herz und ein Zuhause. Wir sind der Nährboden, aus dem unsere Kinder wachsen können. Dabei dürfen wir sie begleiten.

Oft suchte ich meine Wurzeln und auch meine Flügel, waren mir nicht immer ganz klar vor Augen. Ich musste mir erst selber eine Basis bauen, in dem ich der Motte und dem großen Jungen eine schaffe. Während dieser Metamorphose bin ich erstaunt, wie dieses kleine wunderbare Mädchen mich jeden Tag auf neue das Leben lehrt.

Wie sie jedem Moment die Chance gibt, der Moment der Momente zu werden. Wie stark sie mein eigenes Leben reflektiert. Ihre Offenheit, Unvoreingenommenheit und ihr Mut. Sie ist jeden Tag fröhlich und sagt was sie denkt. Mein Kind findet Menschen, denen sie vertrauen kann. Neben mir und ihrem Papa sind andere Menschen für sie wichtig. Zuerst erschrak ich beim Gedanken daran, nun erfüllt es mich mit Stolz.

Du brauchst Wurzeln um Flügel zu bekommen

Die Wurzeln die sie braucht um Flügel zu bekommen, die geben ihr ihr Papa und ich. Wir ermutigen sie, jeden Tag ein Stück mehr zu fliegen. Zu leben und zu sein. Wir lernen derweil los zu lassen und zuzusehen. Zu sehen, was wir geschaffen und weitergegeben haben….

Wie empfindet Ihr diese Wurzeln und Flügel bei Euren Kindern und wie verdammt schaffe ich es, sie fest zu halten und sie dabei los zu lassen?

In diesem Sinne – zwischen Wurzeln und Flügeln liegt manchmal nur ein kleines Abenteuer….

Editorial: Wurzeln und Flügel für unsere Kinder

„Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen“, hat Johann Wolfgang von Goethe einmal gesagt. Wurzeln, solange sie klein sind, und Flügel, wenn sie größer werden. In der Zeit dazwischen, da spielt sich das Abenteuer Erziehung ab. In Deutschland leben knapp 15 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Ihre Eltern sind jeden Tag gefordert, Aufmerksamkeit zu schenken, Probleme zu meistern, Regeln aufzustellen und Konsequenzen zu ziehen. Ein Drittel, so schätzen Fachleute, sind damit total überfordert und leider oft auch total desinteressiert. Ein weiteres Drittel der Eltern kommt mal besser, mal schlechter zurecht und braucht nur gelegentlich Hilfe und Unterstützung. Allein das letzte Drittel ist wirklich souverän bei der täglichen Erziehungsarbeit, hat ein gutes Verhältnis zum Nachwuchs und kommt höchstens in extremen Situationen mal an seine pädagogischen Grenzen. Vor allem für das mittlere Drittel der Eltern ist unsere Titelgeschichte gedacht. stern-Redakteurin Anette Lache hat dafür die 100 am häufigsten gestellten Fragen gesammelt, bei Lesern und Kollegen, Freunden und Bekannten, Nachbarn und bei Eltern, die sie auf Spielplätzen, im Zug und in Kindergärten angesprochen hat.

Die Fragen haben wir dann renommierten deutschen Erziehungsexperten vorgelegt und sie von ihnen beantworten lassen. Das Ergebnis drucken wir in zwei Teilen: 50 Fragen zum Alter von 11 bis 17, vor allem also zur Pubertät, in dieser Ausgabe (ab Seite 54). 50 Fragen und Antworten zum Alter bis 10 Jahren folgen in der kommenden Woche. stern-Redakteurin Anette Lache hat nicht nur selbst schon viel über Erziehung geschrieben. Sie hat das Abenteuer auch hautnah erlebt – als Mutter eines Sohnes, der in der Pubertät nichts ausließ: Schulschwänzen, Verweise, kurzzeitig auch Kiffen, schräge Bekannte. Nach fünf Jahren war der Albtraum vorbei. Der Junge studiert heute deutsches und europäisches Wirtschaftsrecht und ist der ganze Stolz seiner Mutter.

Nach der Entführung von zwei deutschen Bauingenieuren in der Unruheprovinz Wardak in Afghanistan meldeten sich die Taliban zu Wort und forderten den sofortigen Abzug der Bundeswehr. Auch die Mehrheit der Deutschen ist mittlerweile der Meinung, dass unsere Soldaten dort nichts zu suchen haben. Wie sehen das aber die Menschen in Afghanistan? Wir haben zwei uns bekannte Kollegen vor Ort gebeten, eine Straßenumfrage zu machen: Yaqub Ibrahimi, 26, ist Reporter des Kabuler Radiosenders „Good Morning Afghanistan“. Er war im Dezember 2006 zu Besuch in Berlin gewesen, um auf Einladung der Deutschen Welle an einem 10-tägigen Presselehrgang teilzunehmen. Die Bilder machte der Kriegsfotograf Thorne Anderson, 40, ein in Amsterdam lebender Amerikaner, der sich gerade in Kabul aufhielt. Die Umfrage war kein leichtes Unterfangen, wie Ibrahimi berichtet: „In Afghanistan ist es viel einfacher, Politiker zu interviewen als Menschen auf der Straße. Viele sind den Medien gegenüber misstrauisch und können sich gar nicht vorstellen, dass ihre Meinung die Leute im fernen Deutschland interessiert.“ Die überraschenden Antworten lesen Sie ab Seite 28.

Herzlichst Ihr

Thomas Osterkorn

Dem Autor folgen

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Wer einen Ratgeber mit zehn goldenen Regeln für die perfekte Erziehung braucht, liegt falsch: Denn Ursula Neumann verzichtet auf schnelle Universal-Tipps und geht stattdessen in die Tiefe. Die Autorin weckt in ihrem einfühlsamen psychologischen Lesebuch Verständnis für kindliches Erleben und Verhalten und fordert in diesem Zusammenhang die Eltern immer wieder auf, sich selbst kritisch zu hinterfragen. Aber keine Angst: Der Mythos vom immer seeligen Kind und der stets perfekten Mutter wird gleich verabschiedet.

Anhand von Beispielen aus ihrer langjährigen psychotherapeutischen Praxis zeigt Ursula Neumann die breite Palette neurotischer Entstehungsursachen auf. Vom Baby, das die Reizüberflutung nicht verdauen kann, woraufhin sein kleiner Magen streikt über das Kleinkind, das zu früh auf Sauberkeit getrimmt wird und dadurch eine nachhaltige negative Leistungserfahrung macht bis hin zum sozial isolierten Kindergartenkind, das auf frühes Lesenlernen dressiert wird, wodurch sich seine Absonderung von der Welt noch verstärkt. Tiefe Einblicke gewähren auch die Schilderungen von als problematisch empfundenen älteren Kindern und Jugendlichen. Die Expertin stellt dabei allerdings nie monokausale Zusammenhänge her, für sie ist die „Familie als System“ entscheidend.

Ursula Neumann betont, dass kleine Kinder klare Anweisungen brauchen, größere überzeugende Argumente und Jugendliche auf den Rat ihrer Eltern angewiesen sind. Und bei alldem ganz wichtig ist Empathie, denn: „Erziehung geht nicht zwischen zwei Köpfen vor sich, sondern zwischen den Herzen von Eltern und Kindern.“

Das ebenso engagierte wie lesenswerte Lesebuch, das gesonderte Kapitel zu den Themen Erziehung und Kindergarten enthält, gibt so manchen Denkanstoß und ermöglicht Eltern, Erziehern und Lehrern aufschlussreiche Einblicke ins Innenleben junger Menschen. –Judith Kunz

Pressestimmen

„Ursula Neumann weckt in ihrem einfühlsamen psychologischen Lesebuch Verständnis für kindliches Erleben und Verhalten. Sie nimmt die klassischen Problemfelder der Kindererziehung in den Blick, greift Erziehungsfragen wie Trösten, Toleranz, Trotz und Eifersucht auf-undogmatisch, lebensnah, anhand von exemplarischen Szenen und Beispielen.“ (neue Gespräche)

Klappentext

„Ursula Neumann weckt in ihrem einfühlsamen psychologischen Lesebuch Verständnis für kindliches Erleben und Verhalten. Sie nimmt die klassischen Problemfelder der Kindererziehung in den Blick, greift Erziehungsfragen wie Trösten, Toleranz, Trotz und Eifersucht auf-undogmatisch, lebensnah, anhand von exemplarischen Szenen und Beispielen.“
neue Gespräche

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Ursula Neumann war Psychotherapeutin für Kinder, Jugendliche und Familien, Erziehungsberaterin und Supervisorin. Nach langer klinischer Tätigkeit arbeitete sie viele Jahre als Leiterin einer Münchner Erziehungsberatungsstelle, danach in freier Praxis.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Ich möchte ermutigen, sich auf „fremde“ Kinder und „fremde“ Erwachsene einzulassen. Es sind Kinder aus ganz normalen Familien, auch wenn wir sie Problemkinder nennen. Manche Problemkinder werden besonders offenkundig machen, wie sich Ängste und Unsicherheiten auswirken können. So unerwartet es klingen mag, gerade deutliche Auffälligkeiten zeigen meist eine gesunde vitale Abwehr gegen eingeschränkte Lebensfreude an. Vorhandene Lebensenergien sind gleichsam in falsche Kanäle geflossen und versperren das im Menschen angesiedelte Bedürfnis nach Nähe, Erfolg und Selbstwerdung.
Mein Beruf bringt es mit sich, in ungezählten Stunden mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen bekannt zu werden. Bekannt aber nicht im üblichen Sinn. Ich lerne den Menschen auf dem Weg zu seinen Ängsten und Sehnsüchten kennen, in seinem Zorn und seiner Traurigkeit, in seinen Beziehungsschwierigkeiten. Ich lerne den Menschen durch den Menschen kennen. Psychologische und pädagogische Fachbücher sind mir dabei bis heute eine brauchbare Hilfe geblieben. Sie sind wie Landkarten nützlich, auch wenn Landkarten das Land selbst nicht zeigen können.
Eltern zu sein hat sich in den vielen Jahren meiner Tätigkeit gewandelt, ich habe dazugelernt. Wichtig war mir in diesem Buch vor allem die Aufnahme aktueller Fragestellungen, die sich zum Teil deutlich von den Fragen unterscheiden, die noch vor 15 oder 20 Jahren gestellt wurden. Zum Beispiel die Fragen, ob schon Kinder Konflikte haben können, ab wann und wie man ihre Intelligenz fördern solle und was Schulreife ausmacht. Auch zum heutigen Kindergarten habe ich ein eigenes Kapitel geschrieben, da mir die Beziehung zwischen dem nun rechtlichen Anspruch auf einen Kindergartenplatz für alle Kinder und der individuellen Förderung des Einzelnen mehr als diskussionswürdig erscheint.
Viel Zeit habe ich für die Erstellung des pädagogischen Kapitels Über das Erziehen – ein unendliches Thema verwendet. Noch immer scheint mir das kleine Kind in seinen ersten fünf bis sechs Lebensjahren der am wenigsten verstandene Mensch. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass vielen Erwachsenen diese ersten Lebensjahre wie eine Landschaft im Meer versunken sind und dass sie sich dadurch wie Fremdlinge diesen Kindern gegenüber vorkommen und sich auch so verhalten. Sie können oft spontan nicht viel mit
ihnen anfangen. Der moderne Mensch fühlt sich nicht sel-
ten durch kleine Kinder um seine Zeit betrogen. Er ist gewohnt, mit Vernunft und Argumenten seinem Gegenüber zu begegnen.
Kinder fordern uns aber auf andere Weise heraus. Ihre wachsende Lebenskraft, ihre Freude am Tun und Ausprobieren und ihre Neugier auf diese Welt führen sie zu ständig wechselnden Aktionen, die sich so gar nicht voraussehen lassen. Kinder kennen die geschriebenen und ungeschriebenen Gesetze unserer Kultur und unserer Gesellschaft noch nicht. Über lange Zeit verlassen sie sich darauf, „König“ in dieser Welt zu bleiben und nur ihren eigenen Impulsen nachzugehen. Zugleich schenken sie uns den Glauben an unsere Autorität. Sie lernen sich uns anzuvertrauen und bewerten die Erwachsenen als Weltenkenner. Sie sind jedoch auch ausgestattet mit Gefühlsantennen, die dem Erwachsenen vielfach verloren gegangen sind. Und mit dieser Mitgift dringen sie in unser Inneres ein und erspüren mit der Sicherheit eines Seismographen, wie wir zu ihnen stehen.

Bindung

Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.
Wilhelm von Humboldt (1767-1835)

Jegliches Handeln hat nur im Kontext von Beziehung Sinn,und ohne Verständnis der Beziehung wird es auf allen Ebenen nur zu Konflikten führen. Ein Verständnis der Beziehungen ist viel, viel wichtiger als die Suche nach einem Handlungsplan.
Jiddu Krishnamurti (1895-1986)

Unsere Kinder brauchen uns

Mit den Kindern muß man zart und freundlich verkehren. Das Familienleben ist das beste Band.
Otto Eduard Leopold Fürst von Bismarck (1815 – 1898)

Übergießt die Neugeborenen mit Eurer Liebe, dann sind sie gut getauft.
Thomas Häntsch (*1958)

Kinderherzen schreien – oftmals stumm und ungehört – nach Liebe, nach ungeteilter Aufmerksamkeit und Zuwendung. Was bekommen sie? Eine Erhöhung des Taschengeldes, ein Handy, einen Computer.
Helga Schäferling (*1957)

Kinder sollten keine Vögel ohne Nest sein.
Unbekannt

Auf der Eltern Schoß werden die Kinder groß.
Vergil (70 v. Chr. – 19 n. Chr.)

Kinder haben den Elternteil am liebsten, der schweigen kann und sie nicht fortwährend korrigiert.
Johannes von Müller (1752 – 1809)

Kinder erfordern ein dickes Fell – aber ein ganz weiches.
Ruth W. Lingenfelser (*1952)

Skulptur von Frau Christa Rogger

Kinder verstehen

Kinder sollten gesehen und nicht gehört werden.
Aus England

Was ein Kind tut, soll nicht als eine Handlung, sondern als ein Symptom aufgefaßt werden.
Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach (1830 – 1916)

Wie oft habe ich mir gesagt, daß in einem Kinderherzen viel mehr vorgeht, als es ahnen läßt.
Albert Schweitzer (1875 – 1965)

Ich würde nur von der Kindheit predigen, von dem, was die Menschen so leicht vergessen im Leben: daß sie Kinder sind.
Hugo Ball (1886 – 1927)

Trennungsangst

Die Zubettgehzeit der Kinder ist der Sturm vor der Ruhe.
Unbekannt

Zu frühe Förderung

Man darf um keinen Preis die Gegenwart der Kinder irgendeiner Zukunft opfern.
Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher (1768 – 1834)

Schon dem Kinde rauben die Vorbereitungen zum Alter die Jugend.
Emanuel Wertheimer (1846 – 1916)

Zum Glück können Babys nicht lesen,
was aus ihnen gemacht werden soll.
Billy (*1932)

Lernen

Ein Kind ist kein Gefäß, daß gefüllt, sondern ein Feuer, das entzündet werden will.
François Rabelais (1494 – 1553)

Wir versuchen den Kindern ständig die Welt zu erklären, anstatt sie uns von ihnen erklären zu lassen.
Gudrun Kropp (*1955)

Wachstum und Reifung

Die Natur will, daß die Kinder Kinder seien, ehe sie Erwachsene werden.
Jean-Jacques Rousseau (1712 – 1778)

„Wenn Kinder klein sind,
gib ihnen Wurzeln,
wenn sie groß sind,
verleih ihnen Flügel.“
Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)

Zwei Kindergarten-Kinder unterhalten sich:
„Wirst Du auch von Deinen Eltern groß gezogen?“…
„Nein, ich wachse von allein!
Unbekannt

Ungare Speisen zieht man nicht vom Feuer, um sie zu essen. Bedeutung: Man darf nicht vergessen, daß ein Kind wächst und sich entwickelt.
Aus Afrika

Die Zweige geben Kunde von der Wurzel.
Aus Arabien

Verletzlichkeit

Der Mensch kommt moraliter ebenso nackt auf die Welt als physice. Daher ist seine Seele in der Jugend so empfindlich gegen die äußere Witterung.
Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)

Wehe dem, der ein Kind kränkt!
Fjodor Michailowitsch Dostojewskij (1821 – 1881)

Kreativität

„Un-verzogene“ Kinder sind Erinnerungen an eine Welt, die wir vergessen haben.
Irina Rauthmann (*1958)

Der überschäumend fruchtbare Geist des Kindes bedarf keiner Ereignisse der äußeren Welt, um Beschäftigung und Erheiterung zu finden.
Edgar Allan Poe (1809 – 1849)

Spiel

Willst du einen Menschen kennenlernen, so schau auf sein Benehmen, bei einem Kind aber schau dir seine Spiele an.
Aus der Mongolei

Aus der Art, wie ein Kind spielt, kann man erahnen, wie es seine Lebensaufgabe ergreifen wird.
Rudolf Steiner (1861 – 1925)

Das Kleinkind im Buddelkasten, ein Weltenschöpfer.
Manfred Hinrich (*1926)

Im Spiel eines Kindes liegt oft eine tiefere Bedeutung.
Johann Christoph Friedrich von Schiller (1759 – 1805)

Niemals sollte man irgendein Spiel, das Kinder sich ausgedacht haben, verachten oder belachen, sondern ihnen immer vollen Ernst entgegenbringen. Bedenke doch, sie sind Erfinder! Sie bekunden sich in ihren Spielen als freie, denkende Geister.
Heinrich Lhotzky (1859 – 1930)

  • Khalil Gibran
    libanesisch-amerikanischer Maler, Philosoph und Dichter
  • Antoine de Saint-Exupéry
    französischer Schriftsteller
  • Mahatma Gandhi
    indischer Rechtsanwalt, Asket, Moralist und Pazifist
  • Dalai Lama
    14. Dalei Lama und tibetisches Staatsoberhaupt
  • Buddha
    lehrte als Buddha den Dharma
  • Hermann Hesse
    deutschsprachiger Dichter, Schriftsteller und Freizeitmaler
  • Paulo Coelho
    brasilianischer Schriftsteller und Bestseller-Autor
  • Jiddu Krishnamurti
    indischer Philosoph, Autor, Theosoph und spiritueller Lehrer
  • Douglas Adams
    britischer Schriftsteller
  • Franz Kafka
    deutschsprachiger Schriftsteller
  • Albert Einstein
    theoretischer Physiker und Nobelpreisträger
  • Eckhart Tolle
    deutscher Mystiker und Buchautor
  • Viktor Frankl
    österreichischer Neurologe und Psychiater
  • Martin Luther King
    US-amerikanischer Bürgerrechtler
  • Laotse
    Chinesischer Philosoph, Autor des Dao-de-dsching, Begründer des Taoismus
  • Albert Schweitzer
    ein evangelischer Theologe, Organist, Philosoph und Arzt
  • Virginia Satir
    Familientherapeutin
  • Kodo Sawaki
    Zen-Meister des zwanzigsten Jahrhunderts in Japan
  • Jean-Paul Sartre
    französischer Philosoph und Publizist
  • Oscar Wilde
    irischer Schriftsteller

„Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.“

— J. W. von Goethe

Heute mal ein Zitat, das eine wundervolle Anregung für Eltern und für alle anderen ist, die mit Kindern oder jungen Menschen zu tun haben. Darüber hinaus können diese Zeilen aber auch sehr gut als Inspiration für die eigene Lebensgestaltung dienen, denn es ist nie zu spät, an dem zu arbeiten, was es uns ermöglichen kann, glücklich und zufrieden zu leben.

„Wurzeln und Flügel“ – mit so einfachen Worten kann man so genau das anschaulich beschreiben, was wir alle gut gebrauchen können, um tatkräftig und lebensfroh durchs Leben zu gehen.

Wir benötigen Wurzeln, um fest stehen zu können, auch wenn um uns mal alles stürmt und tobt. Diese Erdung stellt sicher, dass wir uns nicht in Luftschlössern verlieren, sondern aktiv handeln können. Sie schenkt uns Stärke.

Gerade in schweren Zeiten ist es gut, zu wissen, wo man steht und in bewegten Zeiten hilft es, mit beiden Beinen fest auf dem Boden zu bleiben.

Die Flügel aber brauchen wir zum Träumen und damit wir uns nicht allein mit der Bodenhaftung zufrieden geben. Denn ein Leben ganz ohne Höhenflüge wäre nur halb so schön!

Mit unseren Flügeln können wir uns ausmalen, was alles möglich ist und wir können uns ein Stück emporheben, um dort mit den Vögeln am Himmel zu tanzen.

„Wurzeln und Flügel“ – vielleicht auch für Ihr Leben ein brauchbares Bild?

Von Wurzeln und Flügeln, von Eltern und Kindern

„Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel“: Was verbindet sich für uns mit diesen Worten von Johann Wolfgang von Goethe? Um die Frage zu beantworten, habe ich ihre Bedeutung und einen Zusammenhang gesucht.

Wurzeln zu bekommen bedeutet, einen Ort gefunden zu haben, der einem Halt und Kraft gibt, um sich zu entwickeln und erwachsen zu werden. Keine Pflanze kann sich zu voller Blüte entfalten, wenn sie nicht verwurzelt ist.

Wir haben Wurzeln geschlagen, wenn es für uns Orte gibt, an denen wir Unterstützung und Anteilnahme erfahren. An diesen Orten können wir uns mitteilen, unabhängig davon, ob wir Erfolg oder Misserfolg haben, Glück oder Traurigkeit verspüren. Flügel zu haben, macht es uns möglich, diesen schützenden Ort zu verlassen. Wir können neue Erfahrungen sammeln, wir können Neues kennenlernen, auf eigenen Beinen stehen und neue Orte entdecken. Wie bedeutend sind für jeden von uns die ersten Schritte auf eigenen Beinen, der erste Schultag und der erste beste Freund.

Für viele von uns ist es nicht selbstverständlich, dass uns Wurzeln und Flügel gegeben werden. Die Gründe hierfür sind sehr vielfältig. Die Eltern arbeiten zu viel oder gar nicht. Trennungen innerhalb der Familie oder Alkoholismus und andere Abhängigkeiten führen zu Problemen, die auch wir zu spüren bekommen. Die zunehmende Präsenz von Medien wie Fernsehen oder Internet kann ebenfalls Ursache für weniger Miteinander innerhalb der Familie sein. Anstatt uns mitzuteilen, suchen wir unsere Antworten und Problemlöser etwa in Castingshows und Chatrooms. Anstelle aufmunternder Worte oder einer liebevollen Umarmung finden wir Aufmerksamkeit und Anerkennung im virtuellen Leben. Goethe kann uns nachdenklich machen – und daran erinnern, was uns im Leben wichtig ist und wie es uns weiterbringen kann.

Marie E. Helten, Klasse 8b, Goethe-Gymnasium, Wilmersdorf

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