Kinder u untersuchungen

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Gesundheitsuntersuchungen für Kinder und Jugendliche

Die Gesundheitsuntersuchungen für Kinder und Jugendliche (aktuell U1 bis U9 sowie J1) können ein wichtiger Baustein zur gesunden kindlichen Entwicklung sein. Gerade in den ersten Lebensjahren machen Kinder gewaltige Entwicklungsschritte. Es ist wichtig, dass bei den „U“-Untersuchungen der allgemeine Gesundheitszustand und die altersgemäße Entwicklung eines Kindes regelmäßig ärztlich überprüft werden. So können mögliche Probleme oder Auffälligkeiten frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Die Gesundheitsuntersuchungen für Kinder und Jugendliche sind als Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung in § 26 SGB V festgelegt. Die Inhalte, Zeitpunkte und Struktur des Untersuchungsprogramms legt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in der Richtlinie über die Früherkennung von Krankheiten bei Kindern (Kinder-Richtlinie) fest.

Die einzelnen U-Untersuchungen bestehen – neben speziellen Screening-Untersuchungen auf bestimmte Erkrankungen – aus körperlichen Untersuchungen des Kindes sowie einer Beratung der Eltern. Die körperliche Untersuchung des Kindes umfasst – abgestimmt auf das Kindesalter – eine Vielzahl an Parametern, wie z.B. Gewicht, Körperlänge, altersgerechte Entwicklung, Untersuchung einzelner Organe, wie auch des Kopfes und des Bewegungsapparates. Bei der Entwicklungsbeurteilung untersucht der Arzt bzw. die Ärztin u.a. die Grob- und Feinmotorik, die Perzeption und Kognition, die soziale und emotionale Kompetenz des Kindes und die Interaktion des Kindes mit den Eltern. Ergeben diese Untersuchungen das Vorliegen oder den Verdacht auf das Vorliegen einer Krankheit, so soll die Ärztin oder der Arzt dafür Sorge tragen, dass diese Fälle einer weitergehenden, gezielten Diagnostik und gegebenenfalls Therapie zugeführt werden.

Neben der Krankheitsfrüherkennung soll ein stärkeres Augenmerk auf individuelle Belastungen und gesundheitliche Risiken des Kindes und auf eine darauf abgestimmte präventionsorientierte Beratung der Eltern gelegt werden. Bei Bedarf soll der Arzt oder die Ärztin eine Präventionsempfehlung ausstellen und auf regionale Eltern-Kind-Angebote hinweisen. Teil der Untersuchung ist auch die Überprüfung des Impfstatus und die Beratung zur Verbesserung des Impfschutzes des Kindes. Außerdem muss nun bei Erstaufnahme des Kindes in die Kita eine ärztliche Impfberatung nachgewiesen werden.

Dokumentiert werden die U-Untersuchungen im gelben Kinderuntersuchungsheft. Es enthält eine herausnehmbare Teilnahmekarte, mit der die Eltern die regelmäßige Teilnahme des Kindes an den U-Untersuchungen gegenüber Dritten – wie z.B. Kindergärten – nachweisen können, ohne dabei vertrauliche Informationen weiterzugeben.

Neben den gesetzlich festgelegten Untersuchungen des U-Untersuchungsprogramms bieten eine Reihe von Krankenkassen zusätzliche Untersuchungen, insbesondere für Kinder im Grundschulalter (U10 und U11) und für Jugendliche (J2) an. Deren Untersuchungsspektrum ist nicht durch den G-BA festgelegt. Die Kosten werden von einzelnen Krankenkassen als freiwillige Leistung übernommen.

Die Zahngesundheit von Kindern und Jugendlichen kann durch Früherkennungsuntersuchungen und regelmäßige Maßnahmen zur Verhütung von Zahnerkrankungen verbessert werden. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt vielfältige Früherkennungs- und Vorsorgemaßnahmen bei Kindern und Jugendlichen.

U-Untersuchungen

Welche U-Untersuchungen gibt es?

Insgesamt gibt es bis zum zehnten Lebensjahr zwölf verschiedene Kinderuntersuchungen; für ältere Kinder und Jugendliche stehen danach die sogenannten J-Untersuchungen an. Jede Vorsorgeuntersuchung beinhaltet andere Tests. Allen gemein ist aber die Bestimmung von Gewicht und Körpergröße. Die Kosten für die U-Untersuchungen U1 bis U9 (einschließlich U7a) werden sowohl von den gesetzlichen als auch den privaten Krankenkassen übernommen. Die nachfolgenden Untersuchungen, also die U10 und U 11, werden bisher nicht von allen Krankenkassen erstattet.

U-Untersuchungen: Baby und Kleinkind (U1 bis U9)

Direkt nach der Geburt findet noch im Krankenhaus mit der U1 die erste der U-Untersuchungen statt. Hier verabreicht der Arzt dem Baby außerdem die wichtigen Vitamin-K-Tropfen. Auch die U2 findet oft noch im Krankenhaus statt – je nachdem, wann die Mutter aus der Klinik entlassen wird.

Weiterführende Informationen: U1-Untersuchung

Um zu erfahren, was der Arzt bei der U1-Untersuchung macht und was es mit dem Vitamin-K auf sich hat, lesen Sie den Beitrag U1-Untersuchung.

Weiterführende Informationen: U2-Untersuchung

Wann die U2-Untersuchung gemacht wird und welche Tests Ihr Kind erwarten, lesen Sie im Beitrag U2-Untersuchung.

Die weiteren U-Untersuchungen finden nicht mehr im Krankenhaus statt. Die Eltern müssen hierfür einen Termin beim Kinderarzt vereinbaren. Da die U-Untersuchungen teilweise zeitaufwändig sind, empfiehlt es sich, die Termine schon frühzeitig festzulegen.

Weiterführende Informationen: U3-Untersuchung

Wann die U3-Untersuchung stattfindet und warum sie so wichtig ist, lesen Sie im Beitrag U3-Untersuchung.

Weiterführende Informationen: U4-Untersuchung

Was der Kinderarzt bei der U4-Vorsorge untersucht, lesen Sie im Beitrag U4-Untersuchung.

Weiterführende Informationen: U5-Untersuchung

Wann Ihr Kind zur U5-Untersuchung muss und was der Arzt dabei untersucht, lesen Sie im Beitrag U5-Untersuchung.

Weiterführende Informationen: U6-Untersuchung

Wieso die U6-Untersuchung wichtig ist und auf welche Krankheiten der Arzt Ihr Kind testet, lesen Sie im Beitrag U6-Untersuchung.

Weiterführende Informationen: U7-Untersuchung

Wann die U7-Untersuchung gemacht wird und welche Tests Ihr Kind erwarten, lesen Sie im Beitrag U7-Untersuchung.

Weiterführende Informationen: U8-Untersuchung

Wenn Sie wissen wollen, wie die U8-Untersuchung abläuft, lesen Sie den Beitrag U8-Untersuchung.

Weiterführende Informationen: U9-Untersuchung

Was der Kinderarzt bei der U9-Untersuchung überprüft und wann sie stattfindet, lesen Sie im Beitrag U9-Untersuchung.

U-Untersuchungen: Kind im Schulalter (U10 und U11)

Für Kinder ab dem siebten Lebensjahr werden aktuell zwei zusätzliche U-Untersuchungen angeboten: Die U10 im Alter von sieben bis acht Jahren und die U11 mit neun bis zehn Jahren. Mit ihnen wird die Vorsorge im Grundschulalter abgedeckt.

Weiterführende Informationen: U10-Untersuchung

Worin sich die U10-Untersuchung von den anderen Vorsorgeuntersuchungen unterscheidet, lesen Sie im Beitrag U10-Untersuchung.

Weiterführende Informationen: U11-Untersuchung

Wann die U11-Untersuchung gemacht wird und wie sie abläuft, lesen Sie im Beitrag U11-Untersuchung.

U-Untersuchungen: Übersicht

U-Untersuchung

Alter

Das wird untersucht:

U1

direkt nach Geburt

  • allgemeiner Gesundheits- und Organzustand
  • Sauerstoffgehalt des Nabelschnurblutes.
  • außerdem: Vitamin-K-Gabe

U2

3. bis 10. Lebenstag

  • Blutuntersuchung auf Stoffwechselkrankheiten und Hormonstörungen
  • Nervensystem und Reflexe
  • außerdem: Vitamin-K-Gabe

U3

4. bis 5. Lebenswoche

  • Körperfunktionen
  • Hörvermögen
  • kindliche Reflexe
  • Ultraschalluntersuchung des Hüftgelenks

U4

3. bis 4. Lebensmonat

  • Hör- und Sehvermögen
  • Reaktionsvermögen und Beweglichkeit

U5

6. bis 7. Lebensmonat

  • Hör- und Sehvermögen
  • Schieltest mit Augenspiegel
  • Beweglichkeit

U6

10. bis 12. Lebensmonat

  • Beweglichkeit und Körperbeherrschung
  • sprachliche Entwicklung
  • Verhalten

U7

21. bis 24. Lebensmonat

  • geistige Entwicklung
  • Milchzähne

U7a

34. bis 36. Lebensmonat

  • Sprachentwicklung
  • soziale Fähigkeiten und Verhalten

U8

46. bis 48. Lebensmonat

  • Organfunktionen
  • Hör- und Sehvermögen
  • Sprachentwicklung
  • Körperbeherrschung
  • Blutdruckmessung und Urinuntersuchung

U9

60. bis 64. Lebensmonat

  • Hör- und Sehvermögen
  • Sprachentwicklung
  • Körperhaltung
  • seelische und soziale Entwicklung

U10

7. bis 8. Lebensjahr

  • motorische Entwicklung und Verhalten

U11

9. bis 10. Lebensjahr

  • Schulleistung
  • soziale Entwicklung und Verhalten
  • Beratung bezüglich Ernährung, Sport, Stress und Medien

U-Untersuchungen für Kinder

Vorsorge vom ersten Tag an: Alle Vorsorgeuntersuchungen für Kinder im Überblick

Diese Fragen lassen Eltern nie los: Entwickelt sich mein Kind, wie es für sein Alter normal ist? Geht es ihm gut? Ist es gesund? Gesundheitsförderung lautet das Stichwort, das nicht nur Eltern umtreibt, sondern vor fast 50 Jahren auch dazu führte, dass ein bundesweit einheitliches Früherkennungsprogramm für Kinder eingeführt wurde: die U-Untersuchungen.

Diese Vorsorgeuntersuchungen für Babys, Kinder und Jugendliche helfen nicht nur bei der Früherkennung von Krankheiten, sondern auch bei den wichtigsten elterlichen Sorgen und Fragen rund um die Entwicklung und Gesundheit des Kindes. Damit Sie immer wissen, wann es Zeit für die nächste Untersuchung ist, wie viele es überhaupt gibt und was dabei passiert und geprüft wird, geben wir Ihnen in diesem Artikel einen Überblick über die wichtigsten Informationen rund um die einzelnen U-Untersuchungen. Interessant dabei ist: das „U“ steht hier für Untersuchung, der Begriff U-Untersuchungen ist letztlich nur in Bezug auf die Untersuchungsreihe als solcher sinnvoll.

Vorsorge ist die beste Sorge

Kinder machen gerade in den ersten Lebensjahren große Entwicklungssprünge. Deshalb ist es wichtig, neben dem allgemeinen Gesundheitszustand auch die altersgemäße Entwicklung Ihres Kindes regelmäßig ärztlich zu prüfen. Im Rahmen der Früherkennungsuntersuchungen U1 bis U9 ermittelt Ihr Arzt von der Geburt bis zum 6. Lebensjahr den geistigen und motorischen Entwicklungsstand Ihres Kindes. So können Gesundheitsstörungen oder Auffälligkeiten rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Das ist vor allem wichtig, weil die Behandlung einiger Erkrankungen oft nur in einer bestimmten Altersspanne Erfolg hat.

Gut zu wissen: Im Anschluss an U1 bis U9 knüpfen U10 und U11 sowie die Jugendgesundheitsuntersuchungen J1 und J2 an das Vorsorgeprogramm an.

Sind U-Untersuchungen verpflichtend?

Vielleicht haben Sie schon einmal ein Einladungs- oder Aufforderungsschreiben zu einer U-Untersuchung erhalten und sich gewundert – sind die Vorsorgeuntersuchungen etwa verpflichtend? Tatsächlich gibt es keine gesetzliche Pflicht. Eine Ausnahme bilden lediglich die drei Bundesländer Bayern, Hessen und Baden-Württemberg. Hier sind die Untersuchungen U1 bis U9 seit 2009 verpflichtend. Dennoch wird in vielen weiteren Bundesländern eine schriftliche Aufforderung gesendet, damit die Termine nicht einfach versäumt werden. Das ist wichtig zu wissen, denn nehmen Sie die Untersuchungstermine nicht wahr, schalten sich oftmals Jugend- und Gesundheitsämter ein.

Kommt Ihr Kind in den Kindergarten, kann es sein, dass zudem ein Nachweis über die U-Untersuchungen verlangt wird. Damit wird vor allem sichergestellt, dass für einen entsprechenden Impfschutz gesorgt wurde. Auch Fälle von Kindesmisshandlung oder -vernachlässigung können so bedeutend früher erkannt werden.

Verpflichtend sind die U-Untersuchungen zwar nicht – für den Erhalt eines Kita-Platzes aber oft notwendig.

Das Gelbe Heft

Das Gelbe Kinderuntersuchungsheft – oder auch nur „das Gelbe Heft“ genannt – ist quasi das Protokoll für die U-Untersuchungen U1 bis U9. Hier werden Datum und Ergebnisse der jeweiligen Vorsorgeuntersuchungen gesammelt. Sie bekommen das Heft für gewöhnlich kurz nach der Geburt in der Klinik oder bei einer Hausgeburt von Ihrer Hebamme oder Ihrem Entbindungspfleger. Zusätzlich werden in einem grünen Heft die Ergebnisse der ergänzenden Untersuchungen U10 und U11 sowie J1 und J2 notiert.

Das Gelbe Heft dokumentiert nicht nur, sondern enthält auch wichtige Informationen: Die wichtigsten Punkte jeder U-Untersuchung werden kurz beschrieben. So können Sie sich gut auf die Vorsorgeuntersuchungen vorbereiten und sich über deren Inhalte informieren.

Für das Vorzeigen in Kindertagesstätten, Kindergärten, Schulen und Ämtern enthält das Heft außerdem eine abtrennbare Teilnahmekarte. So verfügen Sie über einen Nachweis aller durchgeführten Untersuchungen, ohne vertrauliche Informationen wie die Ergebnisse der jeweiligen Untersuchung offenlegen zu müssen.

Welche Vorgaben gelten für chronisch kranke Kinder oder Kinder mit Behinderung?

Hat Ihr Kind eine Behinderung oder chronische Erkrankung, treffen die Kriterien der U-Untersuchungen vielleicht nicht mehr auf Ihr Kind zu. Denn seine persönliche Entwicklung unterscheidet sich von der von gesunden Kindern. Trotzdem sollten Sie die vorgesehenen Untersuchungszeiträume einhalten und Rücksprache mit Ihrem Arzt halten. Er kann Vergleichswerte heranziehen und Sie über individuelle Maßnahmen und Fördermöglichkeiten beraten.

Was wird bei welcher Untersuchung überprüft?

Jede U-Untersuchung ist genau auf die Entwicklungsstufe in einem bestimmten Kindesalter ausgerichtet. Das bedeutet: Es ist sehr wichtig, die Zeiträume für die jeweiligen Untersuchungen einzuhalten. Während die Termine zu Beginn nah beieinander liegen (anfangs nur durch wenige Tage getrennt), liegen später teils Jahre dazwischen.

Gut zu wissen: Bringen Sie zu den einzelnen Vorsorgeuntersuchungen die Krankenversicherungskarte Ihres Kindes, den Impfausweis und das Gelbe Heft (mit abtrennbarer Teilnehmerkarte) mit.

U-Untersuchungen in den ersten Lebenswochen

U1

Direkt nach der Entbindung findet die Erstuntersuchung statt. Diese ist besonders wichtig, denn hier werden lebensbedrohliche Komplikationen, Beeinträchtigungen und Fehlbildungen erkannt, die eine unverzügliche Behandlung erfordern.

Und was steht noch auf dem Plan?

    • Überprüfung lebenswichtiger Funktionen (Atmung und Herzschlag)
    • Schwangerschafts-, Geburts- und Familienanamnese
    • Kontrolle von Hautfarbe und Reifezeichen
  • Übergabe Gelbes Heft

U2

Zwischen dem 3. und 10. Lebenstag nach der Geburt findet, meist noch in der Klinik, die sogenannte Basisuntersuchung statt – die erste umfassende Vorsorgeuntersuchung für die Gesundheit Ihres Säuglings. Hier werden Sie auch zu wichtigen Themen wie dem Stillen, der Ernährung oder zum Risiko des plötzlichen Kindstodes informiert.

Weitere Untersuchungen:

  • Überprüfung Skelett- und Nervensystem
  • Hautkontrolle
  • Untersuchung aller Organfunktionen

In den Tagen nach der U1 werden Ihnen außerdem drei weitere spezielle Früherkennungsuntersuchungen empfohlen. Diese werden ebenfalls von der Krankenversicherung übernommen und ermöglichen die rechtzeitige Erkennung von Stoffwechselstörungen oder Herzfehlern.

U3

In der 4. und 5. Lebenswoche soll vor allem untersucht werden, ob Ihr Baby Entwicklungsauffälligkeiten zeigt. Kann es seine Hände öffnen? Schaut es aufmerksam in Gesichter und kann es sich in Bauchlage drehen?

Was passiert noch?

    • Untersuchung von Herz, Lunge und Darmgeräuschen
    • Überprüfung von Bewegungsreaktionen und Reflexen
    • Spielerisches Testen des Hör- und Sehvermögens
    • Untersuchung des Hüftgelenks, um angeborene Fehlstellungen zu identifizieren
    • Besprechung des Trink-, Verdauungs- und Schlafverhaltens Ihres Kindes
  • Erste Impfempfehlung gegen Rotaviren

Bis zum 1. Geburtstag

U4

Wenn Ihr Kind sich im 3. oder 4. Lebensmonat befindet, sind neben der Gesundheit, altersgemäßen Entwicklung und Beweglichkeit des Säuglings folgende Themen an der Reihe:

    • Untersuchung von Haut, Sinnes- und Geschlechtsorganen
    • Kontrolle von Wachstum, Motorik und Nervensystem
  • Informationen über anstehende Sechsfachimpfung: Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Kinderlähmung, Haemophilus influenzae (Erkrankung der oberen Atemwege durch eine bakterielle Infektion), Hepatitis B

U5

Bei diesem Termin ist Ihr Kind etwa ein halbes Jahr alt – ein Alter, in dem Sie schon ausgiebig mit Ihrem Baby interagieren. Deshalb untersucht der Kinderarzt neben der Gesundheit der Kinder jetzt vorrangig geistige Fähigkeiten und die Entwicklung des Hör- und Sehvermögens.

Und was passiert noch?

    • Untersuchung der altersgemäßen Entwicklung
    • Untersuchung von Beweglichkeit, Organen, Sinnes-, Geschlechtsorganen, Haut
  • Kontrolle von Wachstum, Motorik und Nervensystem

U6

Zwischen dem 10. und 12. Monat liegt der Fokus auf der Bewegung und Koordination. Auch hier setzt der Kinderarzt spielerische Tests ein, um die Körperbeherrschung des Kindes zu überprüfen.

Dazu kommen:

    • Letzte Sechsfachimpfung: Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Kinderlähmung, Haemophilus influenzae (Erkrankung der oberen Atemwege durch eine bakterielle Infektion), Hepatitis B
  • Weitere Impfempfehlungen: Masern, Mumps, Röteln, Windpocken

Die U6 schließt alle wichtigen Impfungen der ersten zwei Lebensjahre ab – Ihre Kleinen sind nun ausreichend geschützt.

Die ersten Lebensjahre Ihres Kindes

U7

Dieser Termin findet zwischen dem 21. und dem 24. Monat statt und ist damit die erste Voruntersuchung im Kleinkindalter. Deshalb liegt der Fokus hier auf der geistigen und sprachlichen Entwicklung Ihres Kindes, um Auffälligkeiten direkt zu erkennen. Sie werden zum Beispiel gefragt, wie sich Ihr Kind in einer Gruppe von anderen Kindern verhält.

Was passiert noch?

    • Untersuchung der allgemeinen Entwicklung (Motorik und Organfunktionen)
    • Hinweise und Informationen zur Mundhygiene, Kariesprophylaxe mittels Fluorid
  • Bis spätestens zum 23. Lebensmonat: zweite Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken

U7a

Zwischen der U7- und der U8-Untersuchung liegen zwei Jahre. Ganz schön lange, wenn Sie bedenken, wie schnell sich Kinder in dem Alter entwickeln. Aus diesem Grund empfehlen die Kinderärzte eine zusätzliche Untersuchung im vierten Lebensjahr: Die U7a-Untersuchung. Seit 2008 ist das auch kein Kostennachteil mehr – sowohl die gesetzlichen als auch die privaten Versicherungen übernehmen die Kosten wie bei jeder anderen U-Untersuchung.

Und was passiert bei der U7a?

    • Überprüfung der Geschlechtsorgane
    • Hör- und Sehtest
  • Kontrolle der sprachlichen Entwicklung

U8

Zwischen dem 46. und 48. Monat prüft der Kinderarzt erneut die Entwicklung der Sprache und Aussprache, des Seh- und Hörvermögens und des Verhaltens – es werden also auch die sozialen Fähigkeiten getestet. Damit ist diese Vorsorgeuntersuchung vergleichsweise umfangreich.

Was außerdem ansteht:

    • Kontrolle der Milchzähne und der Kieferentwicklung
    • Hinweis auf zahnärztliche Früherkennungsuntersuchung
  • Urintest (für Auskunft über Blutbeschaffenheit, Eiweiß, Zucker und Bakterien)

U9

Jetzt geht es in die Schule. Ihr Kind ist nun fünf bis sechs Jahre alt. Aber noch vor der Einschulung ist es Zeit für die U9-Untersuchung. Hier schätzt der Arzt unter anderem ein, ob Ihr Kind reif für die Schule ist.

Und was passiert noch?

    • Beurteilung der allgemeinen Gesundheit
    • Test von Aussprache und Sprachverständnis
    • Untersuchung von Körperhaltung, Fußstellung, Gang, Feinmotorik und Sozialverhalten
  • Empfehlung zur Auffrischung der Tetanus-, Diphtherie- und Keuchhustenimpfung

Die Schulzeit beginnt

U10

Ihr Kind ist sieben oder acht Jahre alt und lernt fleißig das Lesen und Schreiben. Eine Zeit, in der sich also theoretisch neue Schwächen bemerkbar machen können. Deshalb testet der Kinderarzt insbesondere Störungen der Entwicklung, die den Schulalltag betreffen, beispielsweise eine Lese-Rechtschreib- oder eine Rechenschwäche. Auch auf Verhaltensdefizite wie eine Aufmerksamkeitsdefizit-Schwäche legt er Augenmerk.

Welche Untersuchungen außerdem dran sind:

    • Tests zu den motorischen Fähigkeiten, Prüfung der Organfunktion, Messung von Körpergröße und Gewicht, Überprüfung der Zähne
  • EKG zur Prüfung des Herzrhythmus

Achtung: Die U10-Untersuchung ist keine reguläre, sondern eine zusätzliche Vorsorgeuntersuchung und wird deshalb nicht immer von den Krankenkassen übernommen.

U11

Da bei Neun- und Zehnjährigen häufig Schwierigkeiten in der Schule auftreten, werden Störungen bezüglich Schulleistung, Sozialisation, Entwicklung und Verhalten ermittelt. Darüber hinaus untersucht der Kinderarzt Zähne, Mund und Kiefer auf Anomalien.

Welche Themen stehen außerdem an?

    • Beratung zur Mediennutzung, Bewegung, Ernährung und zum Suchtverhalten
  • Empfehlung für Impfauffrischung: Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten und Kinderlähmung

Mit dem Ende der U-Untersuchungen beginnen die J-Untersuchungen

J1

Die erste J-Untersuchung wird im Alter von 12 bis 14 Jahren durchgeführt und beinhaltet die Überprüfung des allgemeinen Gesundheitszustandes und der Wachstumsentwicklung von Organen und Skelettsystem. So kann nach einer etwas längeren Zeitspanne an die U-Untersuchungen angeschlossen und die Vorsorge aufrechterhalten werden.

Worauf Sie sich außerdem einstellen können:

    • Kontrolle des Impfstatus
    • Untersuchung zum Stand der Pubertätsentwicklung und der seelischen Entwicklung
  • Untersuchung auf psychische Auffälligkeiten, Schulleistungsprobleme und gesundheitsgefährdendes Verhalten (Alkohol- und Drogenkonsum)

J2

Im Alter von 16 bis 17 Jahren richtet sich das Augenmerk der Untersuchung darauf, mögliche Pubertäts- und Sexualstörungen festzustellen sowie Verhaltens- und Sozialisationsfragen zu klären.

Und was passiert noch?

    • Erkennung von Haltungsstörungen und Kropfbildungen
    • Diabetes-Vorsorge
  • Kontrolle des Impfstatus

Übrigens: In der Regel ist Ihr Kind alt genug, um allein zu dieser Untersuchung zu gehen – eine gute Möglichkeit, um vertrauliche Fragen zu stellen.

Die U-Untersuchungen im Überblick:

Milchzähne, Karies und Co – Zahngesundheit bei Kindern

Gesunde Zähne von Anfang an: In den Untersuchungen U1 bis U9 achtet der Arzt auch auf die Zahngesundheit Ihres Kindes. Aber erst die zusätzlichen zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen bieten einen Rundumschutz für kleine Kinderzähne. Derzeit werden drei Zahnuntersuchungen zwischen dem zweiten und sechsten Lebensjahr empfohlen. In einigen Bundesländern erhalten Sie analog zum Gelben Heft einen zahnärztlichen Kinderpass, in welchem Termin und Ergebnis der drei empfohlenen Früherkennungsuntersuchungen dokumentiert werden.

Und nach der Einschulung? Wie für Erwachsene, wird auch für Kinder ab der Schulzeit eine halbjährliche Kontrolluntersuchung empfohlen. Neben dieser „Individualprophylaxe“ bieten viele Kindertagesstätten, Kindergärten und Schulen gruppenprophylaktische Maßnahmen an. In Reihenuntersuchungen werden hier Gruppen oder Schulklassen untersucht, beraten und altersgerecht über die korrekte Mundhygiene aufgeklärt.

Wer trägt die Kosten?

Bisher werden sowohl die U-Untersuchungen U1 bis U9 als auch die Jugenduntersuchung J1 von allen Krankenkassen übernommen. Auch die empfohlenen Impfungen sind von der Versicherung abgedeckt und bis zum 18. Lebensjahr von Zuzahlungen befreit.

Lediglich U10, U11 und J2 bezahlen nicht alle Kassen. Sie sollten dennoch nicht darauf verzichten, da besonders U10 und U11 die große Lücke zwischen U9 und J1 schließen – in acht Jahren kann schließlich viel passieren. Besonders nach Schuleintritt zeigen sich in vielen Fällen motorische Entwicklungs- oder Verhaltensstörungen, die gezielt behandelt werden können. Die J2 als Anschlussuntersuchung bietet Ihrem Kind zudem die Möglichkeit, sich allein und vertraulich beraten zu lassen. Denn spätestens ab diesem Zeitpunkt ist Ihr Kind alt genug, um den Termin allein wahrnehmen und intime Fragen zu Pubertät und Sexualität stellen zu können.

Viele Kassen erstatten inzwischen jedoch Teile der Kosten für U10, U11 und J2 im Rahmen freiwilliger Leistungen. Oft funktioniert das über das Erstattungsverfahren, bei dem Sie die Rechnung zunächst selbst bezahlen und dann bei Ihrer Krankenkasse einreichen können. Es gilt also: Informieren Sie sich frühzeitig, welche Kosten Ihre Krankenkasse genau übernimmt.

Quellen

  • „Wichtige Termine zur Früherkennung von Krankheiten – vormerken, vereinbaren und einhalten“
  • „Vorsorgeuntersuchungen für Kinder und Jugendliche“
  • „Zahnmedizinische Vorsorge und Früherkennung“
  • „Leben mit einem behinderten oder chronisch kranken Kind“
  • Weiterführende Links auf „Vorsorgeuntersuchungen für Kinder und Jugendliche“
  • „Kostenerstattung“

U-Untersuchungen im Überblick

Das Kind lernt seine Kinderärztin mit jeder U-Untersuchung in Ihrer Praxis besser kennen und fasst Vertrauen.

© iStockphoto/Tashi-De

Ein Kind durchläuft bis zu seiner Einschulung rasante Entwicklungsschritte. Die U-Untersuchungen beim Kinderarzt dokumentieren diese – ohne ein Kind in ein allzu festes Schema zu pressen. U1 bis U9 sind Früherkennungsuntersuchungen. Durch sie können mögliche Fehlentwicklungen früh erkannt und therapiert werden. Wir fassen zusammen, wann welche U ansteht und was sie beinhaltet.

Was sind U-Untersuchungen?

  • „U“ steht schlicht für „Untersuchung“. Die zehn Früherkennungsuntersuchungen für Kinder werden, der Einfachheit halber, durchnummeriert.
  • Es gibt die „Us“ seit 1991 in allen Bundesländern.
  • U1 bis U9 gehören zu den Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Diese übernehmen entsprechend die Kosten für die Us. Auch Privatversicherte haben Anspruch auf Vorsorgeleistungen. Welche dies sind, sollten Eltern mit ihrem Versicherer klären.
  • U1 und U2 für Neugeborene finden in der Regel noch in der Geburtsklinik statt.
  • Für die U3 gehen Sie dann meist erstmals mit Ihrem Baby zum Kinderarzt – dieser wird Ihre Familie häufig viele Jahre begleiten.
  • Die Us werden in regelmäßigen Abständen in der kinderärztlichen Praxis durchgeführt.
  • Die U7a kam etwas später hinzu, daher der Zusatz „a“, und hat eine zeitliche Untersuchungslücke zwischen dem 2. und 4. Geburtstag geschlossen.
  • U10 und U11 im Alter von 7 bis 8 Jahren bzw. 9 bis 10 Jahre sind keine Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen, werden aber von vielen Krankenversicherern übernommen. Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach.
  • Die Us sind in den meisten Bundesländern keine Pflicht. Es gibt jedoch in einigen Bundesländern eine ärztliche Meldepflicht für Vorsorgeuntersuchungen sowie eine entsprechende Erinnerung der Eltern, wenn eine U versäumt wurde.
  • Die Ergebnisse einer U-Untersuchung werden jeweils in einem Untersuchungsheft festgehalten, das jedes Kind nach der Geburt erhält.

Tipp: Um Eltern bei der Einhaltung der Impf- und Vorsorgetermine ihrer Kinder zu unterstützen, bietet der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V. (BVKJ) einen kostenlosen Impf- und Vorsorge-Erinnerungs-Service an, der Eltern rechtzeitig per E-Mail über anstehende Impf- und Vorsorgetermine informiert.

Was haben U1 bis U9 gemeinsam?

Bei den Untersuchungen U1 bis U9 wird das Kind gewogen, gemessen und abgehört. Seine Organe werden durch Abtasten untersucht. Hör- und Sehvermögen werden stets geprüft. Der Kinderarzt stellt den Entwicklungsstand des Kindes fest, kontrolliert den Impfstatus und fragt nach möglichen Schwierigkeiten. Auf diese Weise ist bis zur Einschulung mit 6 Jahren gut dokumentiert, wie Ihr Kind sich entwickelt. Der Kinderarzt kann früh erkennen, wenn in irgendeinem Bereich Probleme auftauchen, und dann geeignete Diagnostik und Therapien einleiten, etwa durch Überweisung an einen anderen Facharzt – zum Beispiel, wenn eine U-Untersuchung ergeben hat, dass das Kind nicht optimal hört oder sieht.

Eine Übersichtstabelle zu den Us von der U1 bis zur U9 können Sie hier downloaden.

„Wir verstehen unter den U-Untersuchungen nicht nur das frühe Erkennen oder Aufdecken von Entwicklungsstörungen, Krankheiten oder Aufklärung über Gefahren. Vorsorge bedeutet für uns auch, darüber zu sprechen, wie Ihr Kind gesund bleiben und sich als Mensch in der heutigen Zeit gut entwickeln kann.“ Dr. Genn Kameda

Der glückskind-Experte Dr. Genn Kameda ist Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Kinderhämatologie und -onkologie sowie Arzt für Anthroposophische Medizin in Düsseldorf.

Worum geht es bei den U-Untersuchungen U1 bis U9?

U1 (nach der Geburt)

Die U1 ist die Neugeborenen-Erstuntersuchung nach der Geburt. In der Geburtsklinik wird das Baby auf seine lebenswichtigen Funktionen wie Atmung und das Herz-Kreislauf-System untersucht. Der sogenannte APGAR-Wert (Atmung, Puls, Grundtonus, Aussehen, Reflexe) wird ermittelt. Er sagt aus, wie gut das Kind die Geburt verkraftet hat.

Für das Klinikpersonal und die Eltern ist es eine gewisse Gratwanderung, wann das Neugeborene untersucht werden soll: Das medizinische Personal muss sichergehen, dass es dem Baby nach der Geburt gut geht, die Eltern möchten ihr Kind aber sofort nach der Geburt gleich ausgiebig Haut an Haut in den Armen halten.

Der Kinderarzt, die Hebamme oder die Kinderkrankenschwester schaut, ob das Kind eventuell äußerlich erkennbare Fehlbildungen aufweist. Das Baby bekommt eine Vitamin-K-Gabe, um lebensbedrohlichen inneren Blutungen vorzubeugen. Spätestens bis zum vollendeten 3. Lebenstag wird eine Blutuntersuchung auf Stoffwechselerkrankungen gemacht, das Neugeborenen-Screening.

Was ist das Neugeborenen-Screening?

glückskind-Experte Dr. Kameda erklärt, was es mit dem Neugeborenen-Screening auf sich hat: „Mithilfe von ein paar Tropfen Blut aus der Ferse des Babys können bestimmte erbliche Stoffwechsel- und Schilddrüsenerkrankungen zum frühestmöglichen Zeitpunkt erkannt werden. Dieser Test ist eine überaus sinnvolle, weil teilweise lebensrettende Maßnahme. Seit Neuestem ist dafür das schriftliche Einverständnis der Eltern erforderlich. Das ist eine rein formale Absicherungsmaßnahme – der Gesetzgeber möchte hier juristisch ganz sichergehen, dass diese Untersuchung, die ja Erbmaterial des Kindes betrifft, auch von Ihnen gewollt ist.“

Alle Neugeborenen haben Anspruch auf einen Hörtest zur Früherkennung von Hörstörungen, der in der Regel in den ersten drei Lebenstagen erfolgt. (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, BZgA)

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Das Wichtigste nach der Geburt

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U2 (3. bis 10. Lebenstag)

Die U2 erfolgt meist noch in der Geburtsklinik. Hier wird die Vitamin-D- und Fluorid-Prophylaxe für eine gesunde Knochen- und Zahnentwicklung beim Baby thematisiert. Und das Kind bekommt eine weitere Vitamin-K-Dosis. Messen und Wiegen stehen an. Der Kinderarzt untersucht das Skelettsystem des Kindes sowie seine Organe und schaut in den Mundraum, ob alle Voraussetzungen gegeben sind, damit das Kind gut trinken kann.

U3 (4. bis 5. Lebenswoche)

Die U3 wird meist erstmals in der Kinderarztpraxis durchgeführt. Das Baby wird eingehend untersucht: Der Arzt begutachtet seine körperliche Entwicklung, die Organe und sein Gewicht. Trinkt das Baby gut? Er testet die Augenreaktion des Kindes und sein Hörvermögen. Das Baby bekommt noch einmal Vitamin-K-Tropfen, und notwendige Impfungen werden besprochen. Besonders wichtig ist die Ultraschall-Untersuchung der Hüftgelenke auf eine Fehlstellung.

„Oft ist die U3 der Termin, an dem wir Sie und Ihr Kind erstmals kennenlernen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie zu diesem Termin ein wenig Zeit mitbringen und auch bei der Anmeldung sagen, dass es sich um einen Termin für die U3 handelt. Wir planen das dann entsprechend ein. Bei dieser Gelegenheit besprechen wir auch Fragen wie: Wie lernt mein Kind gut schlafen? Wie und wann schreit das Baby? Was ist bei ,Dreimonatskoliken‘ zu tun?“ Dr. Genn Kameda

Tipp: Damit sich Ihr Kind vor allem bei den ersten Besuchen in der Arztpraxis wohlfühlt, können Sie eine warme Decke mitbringen, die Sie auch zu Hause verwenden. So fühlt es sich geborgen und ist von einem ihm bereits vertrauten Geruch umgeben.

U4 (3. bis 4. Lebensmonat)

Die U4 ist in der Regel der Impftermin für die Schutzimpfung gegen Diphterie, Tetanus, Hib (Impfung gegen das Bakterium Haemophilus influenzae Typ b, einen Erreger für Hirnhautentzündung und Erkrankungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich), Hepatitis B, Kinderlähmung und Keuchhusten sowie gegen Pneumokokken und Rotaviren. Der Kinderarzt untersucht bei der U4 die körperliche und geistige Entwicklung des Babys. Sein Kopfumfang wird gemessen und die Fontanelle begutachtet. Der Arzt macht einen einfachen Hörtest. Er schaut: Wie ist das Bewegungsverhalten des Kindes? Wie reagiert es, wenn Mama seinen Namen ruft? Der Arzt fragt unterschiedliche Themenbereiche ab, unter anderem Ernährung und Verdauung beim Baby.

„Bei der U4 sprechen wir auch die Bedeutung von Krankheiten und den Umgang mit Fieber an.“ Dr. Genn Kameda

Für mein Kind

Vorsorge beim Kinderarzt – U4

Die U4 steht an – worum es bei der Untersuchung im 3. bis 4. Lebensmonat Ihres Babys geht, können Sie im Detail nachlesen.

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U5 (6. bis 7. Lebensmonat)

Bei der U5 steht im Mittelpunkt, wie beweglich das Baby schon ist, wie es mit der Körperbeherrschung klappt. Zeigt das Kind die Reflexe, die seinem Alter entsprechen? Wie geschickt geht es schon mit den Händchen um? Plappert es schon munter vor sich hin? Bei der U5 wird das Seh- und Hörvermögen getestet, es werden Ernährung und Zahngesundheit sowie Möglichkeiten der Unfallverhütung thematisiert.

„Wichtig ist uns bei der U5 auch die Frage danach, wie es Ihnen und Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin geht. In vielen Familien ist gerade diese Zeit eine besonders schwierige, weil viele Kinder nachts nicht durchschlafen und Mutter und Vater häufig ziemlich erschöpft sind.“
Dr. Genn Kameda

U6 (10. bis 12. Lebensmonat)

Im Rahmen der U6 werden auch die weiteren Impfungen besprochen. Denn im zweiten Lebensjahr stehen Impfungen gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken (kurz: MMRV-Impfung) an, gegen Meningokokken sowie die Mehrfachimpfung aus der U4 als Auffrischimpfung. Bei der U6 geht es darum, festzustellen, wie weit das Baby in puncto Feinmotorik ist: Wie greift es? Wie weit ist es grobmotorisch? Kann es schon krabbeln oder alleine stehen? Wie ist sein Verhalten? Ernährung, Verdauung, Zahnpflege und Kindersicherheit sind auch diesmal ein Thema.

„In vielen Familien kehren die Eltern in dieser Zeit wieder an ihren Arbeitsplatz zurück – und für einige Kinder beginnt eine neue Phase: die Betreuung in der Kindertagesstätte oder bei einer Tagesmutter. Viele Kinder haben dann schon einen regelrechten ,Stundenplan‘, und wir sprechen bei der U6 darüber, welche Ruhephasen Sie bewusst einplanen können, um das Kind nicht zu überfordern.“ Dr. Genn Kameda

U7 (21. bis 24. Lebensmonat bzw. 2. Geburtstag)

Der Kinderarzt überprüft bei der U7 Sprachvermögen und Sprachverständnis des Kleinkinds, das jetzt mit zwei Jahren im Trotzalter ist. Wie bewegt es sich? Wie spielt es und womit? Der Arzt fragt zum Beispiel auch nach dem Schlafverhalten des Kindes und geht Hinweisen auf mögliche Allergien nach. Bei der U7 werden auch die Themen Ernährung und Fernsehen angesprochen.

„Die Sprachentwicklung verläuft bei Kindern in diesem Alter sehr unterschiedlich – die einen reden wie ein Wasserfall und formulieren ganze Sätze, andere sind überwiegend stumm wie ein Fisch. Es ist wichtig, dass Sie in dieser Phase nicht in einen Konkurrenzkampf mit anderen Eltern verfallen – welches Kind kann mehr, spricht mehr, läuft schneller … und dergleichen mehr. Stärken Sie Ihr Kind vielmehr darin, dass es richtig ist, so, wie es ist!“ Dr. Genn Kameda

U7a (34. bis 36. Lebensmonat bzw. 3. Geburtstag)

Bei der U7a im Kindergartenalter schaut der Kinderarzt vor allem danach, wie das Kind spricht. Er erkundigt sich, ob das Kind schon trocken ist, also keine Windeln mehr benötigt. Er begutachtet die soziale und motorische Entwicklung. Ist das räumliche Sehvermögen bei beiden Augen gut entwickelt und hört es gut? Einfache Tests geben darüber Aufschluss.

„Der Schwerpunkt bei der U7a liegt darauf, Hör- und Sehstörungen zu erkennen und Maßnahmen gegen Übergewicht zu ergreifen – falls erforderlich. Bei der U7a thematisieren wir auch, worauf Sie bei Ihrem Kind im Umgang mit den modernen Medien achten sollten.“ Dr. Genn Kameda

U8 (46. bis 48. Lebensmonat bzw. 4. Geburtstag)

Auch bei der U8 untersucht der Kinderarzt Ihr Kind gründlich von Kopf bis Fuß. Die grob- und feinmotorische, aber auch die geistige und seelische Entwicklung sowie sein Sozialverhalten stehen im Fokus. Wie sind Haltung und Gleichgewicht? Erkennt das Kind Farben und begreift einfache Mengen von Dingen? Wie steht es um das Zahnwachstum?

U9 (60. bis 64. Lebensmonat bzw. vor der Einschulung mit 6 Jahren)

Ist das Kind schulreif? Kleine Testaufgaben zielen darauf ab, zu sehen, auf welchem Stand das Kind bei der Sprachentwicklung, der Aussprache und im Verständnis für Zusammenhänge und Regeln ist. Ein allgemeiner körperlicher Check umfasst auch eine Urinuntersuchung und Blutdruckmessung. Wie ist das Verhalten des Kindes? Ist es mit seinem Impfschutz für den Schulbesuch ausreichend gewappnet?

„Wir schauen bei der U9, wie gut das Kind mit einem Stift umgehen kann, wie es spricht, ob es Verständnisfragen beantworten und Zusammenhänge verstehen und ob es zuhören und sich konzentrieren kann.“ Dr. Genn Kameda

Tipp: Im Internetangebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) finden Sie zahlreiche weitere Informationen zu den Untersuchungen zur Früherkennung, Näheres zur kindlichen Entwicklung und zum Thema Impfschutz.

Die Vorsorgeuntersuchungen J1 und J2 im 12. bis 14. Lebensjahr bzw. von 16 bis 17 Jahren komplettieren die Reihe von Check-ups von der Geburt bis kurz vor der Volljährigkeit Ihres Kindes. Die J2 ist ebenfalls eine Untersuchung, die nicht von allen gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird.

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vom glückskind-Team

TSVG: keine Zuschläge bei Terminen für U-Untersuchungen

02.10.2019 – Das Bundesgesundheitsministerium hat die Vergütungsregelungen zum Terminservice- und Versorgungsgesetz in einem Punkt beanstandet. Haus- und Kinderärzte sollen für die Terminvermittlung von Früherkennungsuntersuchungen im Kindesalter keinen Zuschlag auf die Versichertenpauschale erhalten.

Für Patienten, die über die Terminservicestellen (TSS) in die Praxis kommen, müssen die Krankenkassen seit dem 1. September extrabudgetäre Zuschläge zahlen – in Abhängigkeit von der Wartezeit auf einen Termin.

Nach den Beschlüssen des Bewertungsausschusses hätte es diese Zuschläge auch für Termine zu Früherkennungsuntersuchungen im Kindesalter (U-Untersuchungen) gegeben. Dies hat das Bundesgesundheitsministerium (BMG) jetzt als „gesetzlich nicht vorgesehen“ abgelehnt (Begründung siehe Kasten unten).

Damit entfallen die Zuschläge, wenn an dem vermittelten Termin ausschließlich die U-Untersuchung erfolgt. Werden jedoch noch andere Leistungen durchgeführt, die zur Abrechnung der Versichertenpauschale führen, wird der Zuschlag gezahlt.

Kennzeichnung als TSS-Terminfall bleibt

Ärzte kennzeichnen weiterhin die Termine, die ihnen die TSS vermittelt hat, als TSS-Terminfall – unabhängig davon, ob nur eine U-Untersuchung oder auch weitere Leistungen durchgeführt wurden.

Durch die Kennzeichnung erhalten Ärzte sämtliche Leistungen in dem Quartal in voller Höhe vergütet – also auch, falls der Patient nach der U-Untersuchung erneut behandelt wird. Die U-Untersuchung selbst wird ohnehin als extrabudgetäre Leistung honoriert.

BMG sieht weiteren Nachbesserungsbedarf

Das BMG hat darüber hinaus weitere TSVG-Regelungen mit einer Auflage versehen. Hier müssen KBV und GKV-Spitzenverband nachbessern. Sobald Details feststehen, werden die PraxisNachrichten berichten.

Begründung der Beanstandung des BMG

Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern sind bereits in die Zuschläge nach Wartezeitlänge einbezogen, da die Durchführung der Früherkennungsuntersuchungen regelmäßig zusammen mit Leistungen der Versicherten- beziehungsweise Grundpauschale abgerechnet werden.

Eine Grundlage für die Gewährung von Zuschlägen auch in Fällen, in denen die gleichzeitige Erbringung und Berechnung der Leistungen der Versicherten- und Grundpauschale und der Früherkennungsuntersuchung unterbleibt, gibt es im SGB V nicht.

Bei planbaren Früherkennungsuntersuchungen für Kinder handelt es sich um Routineuntersuchungen, die bereits nach altem Recht extrabudgetär vergütet werden.

Um eine gesetzlich nicht vorgesehene Abrechnung dieser Zuschläge unabhängig von den Leistungen der Versicherten- und Grundpauschale zu vermeiden, wird die entsprechende Bestimmung im Beschluss beanstandet.

Mehr zum Thema

  • Themenseite TSVG

Wann sollten Kinder und Jugend­liche zu welcher Unter­su­chung?

Meist führt der Kinderarzt die Untersuchungen durch. In der U1 untersucht er das Baby schon kurz nach der Geburt. Die weiteren Untersuchungen folgen zunächst in kurzen, dann in größeren Abständen. Gesetzlich vorgesehen sind die Kinderuntersuchungen U1 bis U9 und die Jugendgesundheitsuntersuchung J1.

Die TK bietet mehr

Zusätzlich zum gesetzlichen Angebot können TK-Versicherte beim Kinder- und Jugendarzt auch die Früherkennungsuntersuchungen U10, U11 und J2 nutzen – ganz einfach auf TK-Gesundheitskarte. Hierzu hat die TK zusammen mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und dem Bundesverband der Kinder und Jugendärzte einen Vertrag geschlossen. Unter bestimmten Voraussetzungen können auch Haus- und Fachärzte am Vertrag teilnehmen, sodass Sie auch hier die Untersuchungen kostenlos in Anspruch nehmen können. Am besten fragen Sie Ihren Arzt, ob er bereits am Vertrag der TK teilnimmt.

Hinweis für Hessen: Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen setzt diesen Vertrag nicht für Hausärzte um. Mit den Kinder- und Jugendärzten wurde ein gesonderter Vertrag abgeschlossen, sodass die Untersuchungen auch hier für Sie kostenlos sind.

Termine

Die Früherkennungsuntersuchungen können Sie für Ihre Kinder zu festgelegten Zeitpunkten innerhalb bestimmter Toleranzgrenzen nutzen. Die folgende Tabelle zeigt Ihnen, wann Sie mit Ihrem Kind zum Kinderarzt gehen sollten.

Gesetzlich vorgesehene Untersuchungen Toleranzgrenze
U1 unmittelbar nach der Geburt keine
U2 3. bis 10. Lebenstag 3. bis 14. Lebenstag

U3

4. bis 5. Lebenswoche 3. bis 8. Lebenswoche
U4 3. bis 4. Lebensmonat 2. bis 4 ½. Lebensmonat
U5 6. bis 7. Lebensmonat 5. bis 8. Lebensmonat
U6

10. bis 12. Lebensmonat

9. bis 14. Lebensmonat
U7

21. bis 24. Lebensmonat (mit etwa 2 Jahren)

20. bis 27. Lebensmonat
U7a 34. bis 36. Lebensmonat (mit etwa 3 Jahren) 33. bis 38. Lebensmonat
U8 46. bis 48. Lebensmonat (mit etwa 4 Jahren) 43. bis 50. Lebensmonat
U9 60. bis 64. Lebensmonat (mit etwa 5 Jahren) 58. bis 66. Lebensmonat
J1 im Alter von 13 Jahren 13. bis vollendetes 15. Lebensjahr
Zusätzliche Früherkennungsuntersuchungen der TK
U10 im Alter von 7 bis 8 Jahren keine
U11 im Alter von 9 bis 10 Jahren keine
J2 im Alter von 16 bis 17 Jahren keine

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Für die zusätzlichen Früherkennungsuntersuchungen gibt es ein besonderes grünes Checkheft des Bundesverbands der Kinder- und Jugendärzte, das Ihnen Ihr Kinderarzt ausstellen kann.

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