Kinder mit waffen

Aus: WWD 2001, Ausgabe 75, S. 8-9

Kinder spielen sich ins Leben – Der Zusammenhang von Spiel- und Schulfähigkeit

Armin Krenz

Es gibt immer wieder drei Kernbereiche in der Elementarpädagogik, die in periodischem Abstand dazu auffordern, immer wieder die hohe Bedeutung des Spiels für die Entwicklung von Kindern herauszustellen. Zum einen sind es die ernst zu nehmenden Fragen von Eltern, die spätestens im letzten Kindergartenjahr danach fragen, ob denn nun auch „etwas Richtiges“ gelernt und damit weniger gespielt werde. Zum anderen bleibt nach wie vor – je nach Umfeld, Region und Bundesland sehr unterschiedlich stark – die alte Frage, ob denn vorgezogene „Vorschularbeit“ nicht besser für die weitere Entwicklung der Kinder sei als „nur zu spielen“. Und schließlich gibt es die „neue“ Diskussion um die gezielte Erfüllung des Bildungsauftrags der Kindertagesstätten, obgleich diese Frage schon 1970 durch die deutlichen Aussagen des „Deutschen Bildungsrates“ eindeutig und fachlich kompetent beantwortet wurde.

Spiel ist keine Spielerei

Das Spiel(en) hat im Leben von Kindern weder etwas mit zufälliger Freizeitgestaltung noch mit einer rein lustbetonten Tätigkeit zu tun. Es ist kein Nebenprodukt einer Entwicklung noch ist es ein verzichtbares Produkt im Lebenszyklus eines Menschen! Das Spiel ist gewissermaßen der Hauptberuf eines jeden Kindes, das dabei ist, die Welt um sich herum, sich selbst, Geschehnisse und Situationen, Beobachtungen und Erlebnisse im wahrsten Sinn des Wortes zu begreifen.

Und neben dem Elternhaus als basale Entwicklungsinstitution, in der das Kind individuelle und kommunikative Fähigkeiten aufbauen kann, ist der Kindergarten der Ort, an dem das begonnene Fundament gefestigt und ausgebaut werden kann. Nicht durch irgendwelche gezielten Förderprogramme oder Trainings, sondern mit Hilfe der Vielfalt des Spiels. Darauf haben schon vor vielen Jahren Entwicklungspsychologen hingewiesen, darauf weisen heutige Entwicklungsforscher noch dezidierter hin. So hat das Spiel grundsätzlich drei Funktionen in sich vereint:

Erstens ist das Spiel von ganz entscheidender Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes; zweitens ist das Spiel der Nährboden für einen darauf aufbauenden Erwerb von notwendigen schulischen sowie beruflichen Fähigkeiten und drittens gibt es einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Spiel- und Schulfähigkeit. Wer daher das Spiel der Kinder durch Eingrenzungen beschneidet, ist mitverantwortlich für daraus resultierende Folgen im personalen und schulischen Verhalten von Kindern. Es ist schwer verständlich und noch schwerer nachzuvollziehen, dass einerseits eine Zunahme von Einschränkungen der Schulfähigkeit schulpflichtiger Kinder immer häufiger beklagt wird, andererseits festgestellt werden muss, dass die Spielfähigkeit von Kindern in gleichem Maße immer weniger ausgeprägt ist. Gleichzeitig wird das Spiel(en) der Kinder durch „besondere Förderangebote“ zerrissen und zeitlich beschnitten. Ein Widerspruch, der offener nicht zutage treten kann.

Spielen bedeutet: Erwerb von Kompetenzen

Alles, was Kinder sehen und hören, fühlen, in Händen halten und begreifen, wird schnell zum Spiel. Ob es das Ziehen von Mustern auf dem Kartoffelbrei, das Selbstunterhaltungsspiel beim Anziehen, das Grimassenziehen beim Waschen vor dem Spiegel, das Aufheben und Werfen eines Steines oder das Klettern auf einen Baum ist: Sofort entsteht schnell eine Spielhandlung. Es ist die „handelnde Auseinandersetzung“ der Kinder mit ihrer gesamten Umwelt. Kinder wollen sie entdecken, verstehen, sich ihren Gesetzmäßigkeiten annähern und sich mit unbekannten Dingen vertraut machen. Für Kinder gibt es – Gott sei Dank – noch keine Routine, keine Gewohnheiten, keine Verhaltensmuster. Es ist ihre Welt der ständigen Begegnung mit Neuem und mit Handlungsmöglichkeiten, die wiederum die Kinder als eine völlig natürliche Handlungsmotivation/-provokation erfassen. Entsprechend dem Motto „Das Unbekannte muss bekannt werden, das Neue wartet auf eine persönliche Entdeckung, das Reizvolle will erlebt werden!“

So wundert es nicht, wenn Spieleforscher davon ausgehen, dass Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr ca.15.000 Stunden spielen (müssen!). Das sind ca. 7 – 8 Stunden pro Tag! Hier kommt die entwicklungspsychologische Lernfolge bei Kindern zum Tragen: Zunächst geraten sie in ein gefühlsmäßiges Ungleichgewicht zwischen Wahrnehmen und Etwas-erfahren-Wollen. Dann gehen Kinder der provozierten Tätigkeit nach, indem sie handelnd tätig werden. Nun gerät ihre Emotionalität in einen Wechsel von Spannung und Entspannung. Schließlich machen sie sich ihre Gedanken über das, was war und ist und denken darüber nach, was werden kann/soll. Einzelne, bedeutsame Erfahrungen verknüpfen sich zu Ein-, An- und Aussichten, die in ähnlichen Situationen wiederverwendet oder vorher verworfen wurden, übertragbar sind oder verändert werden müssen. Dadurch finden Kinder ihre Standpunkte, lernen Situationen und Gegenstände einzuschätzen, können Dinge/Geschehnisse wiedererkennen und entsprechend ihrer besonderen Sinnhaftigkeit zuzuordnen.

Kinder, die viel und intensiv (beachtenswert: Quantität und Qualität) spielen, nehmen dabei ihre Besonderheit, ihre Einmaligkeit, ihre Handlungsmöglichkeiten und -grenzen, ihre Gefühls- und Gedankenwelt wahr. Diese provozieren sie, noch tiefer in das entsprechende Spielgeschehen einzutauchen. Seit Jahren ist aus dem Feld der Spielforschung bekannt, dass Kinder, die viel und intensiv spielen, gerade in allen vier Kompetenzbereichen einer erfolgreichen Lebensgestaltung folgende Verhaltensmerkmale auf- und ausbauen:

a) im emotionalen Bereich: Erkennen, Erleben und Verarbeiten von Gefühlen; besseres Verarbeiten von Enttäuschungen und Versagungen; leichteres Ertragen von eindeutigen Situationen; geringere Aggressionsbereitschaft; stärker ausgeprägte Belastbarkeit; größere Ausdauer; Erleben einer größeren Zufriedenheit; ein gleichwertigeres Verhältnis der Grundgefühle Angst, Freude, Trauer, Wut.

b) im sozialen Bereich: besseres Zuhören-Können bei Gesprächen; geringere Vorurteilsbildung anderen Menschen gegenüber: bessere Kooperationsbereitschaft; höheres Verantwortungsempfinden; höhere Regelakzeptanz, bessere Wahrnehmung von Ungerechtigkeiten; intensivere Freundschaftspflege.

c) im motorischen Bereich: Kinder besitzen hier eine raschere Reaktionsfähigkeit, eine fließendere Gesamtmotorik, eine bessere Auge-Hand-Koordination und eine differenziertere Grob- und Feinmotorik, ein besseres Balance-Empfinden für ihren Körper sowie eine gelungenere Absichtssteuerung.

d) im kognitiven Bereich: Kinder zeigen ein besseres sinnverbundenes Denken (logisches Denken), eine höhere Konzentrationsfertigkeit, bessere Gedächtnisleistungen, eine höhere Wahrnehmungsoffenheit, einen differenzierteren Wortschatz, eine differenziertere Sprache, ein besseres Mengen-, Zahl-, Farb- und Formverständnis, eine größere Fantasie und ein klügeres Durchschauen von Manipulationsversuchen. Kinder lernen im Spiel also gerade die Fähigkeiten und Fertigkeiten, die notwendig sind, ein selbstständiges, selbstverantwortlicheres und teilautonomes Leben zu führen, Situationen zu entschlüsseln und mitzugestalten, Notwendigkeiten für ein soziales Verhalten zu erkennen und fremde sowie eigene Wünsche und Bedürfnisse miteinander abzuwägen. Es ist erstaunlich, das also gerade das Spiel der Kinder die in ihnen liegenden Potentiale unterstützt und sie in der Lage sind, gerade die Fertigkeiten zu entwickeln, die auch für einen späteren Schulbesuch erforderlich sind.

Spielen ist Lernen

Solange der Begriff „Lernen“ als eine Ansammlung von Wissen verstanden wird, solange wird sich auch das Vorurteil halten, Lernen sei lediglich das Ergebnis von gezielten Angeboten zur Erweiterung des Wissens. Vielleicht liegt darin auch der Grund, dass Lernen immer noch als ein Produkt sichtbarer Arbeit des Kindes bewertet wird, welche Liedtexte es kann und welche Bücher es kennt, ob es seinen Namen schreiben kann oder welche geometrischen Formen es zu unterscheiden in der Lage ist. Diese Vorstellung von Lernen bzw. Schulfähigkeit gehört schon lange der Vergangenheit an, und es ist erschreckend festzustellen, dass manche Erzieher(innen) und Grundschullehrer(innen) immer noch an dieser überholten, falschen Einschätzung festhalten. Kinder „lernen“ notwendige Kompetenzen „nebenbei“ – gerade ohne gezielte kognitive Lernangebote. Insoweit wird seit langem das Lernen als ein „Auf- und Ausbau von Verhaltensweisen und deren Verinnerlichung“ verstanden. Das Spiel(en) bietet dafür die reichhaltigste Palette. Kinder handeln in sinnverbundenen Lebensbezügen und qualifizieren dadurch ihre Kompetenzen, die sie für ihr gegenwärtiges und zukünftiges Leben brauchen.

Allerdings – und das erscheint in heutiger Zeit besonders beachtenswert – nur dann, wenn sie auf eine Pädagogik im Elternhaus und Kindergarten treffen, die ihnen auch die ganze Erfahrungsfacette des Spiels ermöglicht, sie gemeinsam mit Kindern erleben und lebendig in Spielhandlungen umsetzen: Entdeckungs- und Wahrnehmungsspiele, Gestaltungs- und Geschicklichkeitsspiele, Konstruktions- und Bauspiele, Steck- und Strategiespiele, Bewegungs- und Musikspiele, Finger- und Handpuppenspiele, Schatten- und Marionettenspiele, darstellendes Spiel und Interaktionsspiele, Aggressionsspiele zum Austoben und Ruhe-/Meditationsspiele, Rollen- und Emotionsspiele, Imitations- und spannende Planspiele, Märchen- und Mobilitätsspiele. Aufgabe der Pädagogik ist es daher, nicht primär dem sogenannten „freien Spiel“ die Hauptbedeutung zuzuweisen. Vielmehr geht es darum, Kindern dabei zu helfen – aktiv und engagiert – , diese vielen Spielformen zu entdecken, um dadurch erst eine Spielfähigkeit auf- und anschließend auszubauen. Kinder „spielen lassen“ ist daher ebenso wenig hilfreich wie eine spielunterdrückende Atmosphäre. Kinder können selbstverständlich erst dann im freien Spiel ihre Möglichkeiten ausschöpfen und erweitern, wenn sie die Grundlage einer Spielfähigkeit verinnerlicht haben. Erst dadurch können Kinder mit dieser Basisfähigkeit eine Vernetzung der zwei Welten herstellen: ihrer seelischen Innenwelt und der dinglichen Außenwelt.

Konsequenzen für die Elementarpädagogik

Die Notwendigkeiten für die Elementarpädagogik liegen auf der Hand: die Spielfähigkeit als eine kindeigene, lebensnotwendige Ausdrucks-, Erfahrungs- und Erlebniswelt muss verstärkt aufgebaut werden, um Kindern ihren ursprünglichen Reichtum an Ausdrucksverhalten und den vielfältigen, damit verbundenen Lernmöglichkeiten wiedererlebbar zu machen. Kinder brauchen daher keine neuen Lernprogramme, geschweige denn spielzeugfreie Kindertagesstätten. Was Kinder brauchen, ist eine unmittelbare Welt und ein entsprechendes Bedingungsgefüge, die ihnen erlauben, intensives Spielen mit aktiven Erzieher(inne)n und Eltern als Mitspieler(innen) zu erleben. Spielen unterstützt die Lernfreude, die Lernmotivation und damit die Neugierde. Albert Einstein hat einmal über sich berichtet, dass er bekannterweise nicht besonders begabt sei oder in irgendwelcher Art und Weise vorschulisch getrimmt wurde. Allerdings sei er stets besonders neugierig gewesen. Heute weiß man, dass Neugierde die Voraussetzung zum Lernen ist. Und der allen bekannte Entwicklungspsychologe Piaget meinte: „Alles, was wir die Kinder lehren, können sie nicht mehr selbst entdecken und damit wirklich lernen.“ Spiele vollziehen sich nicht in Linie auf irgendwelchen Tischen, sondern geschehen dort, wo das Leben pulsiert: in spannenden Projekten, in Höhlen und Buden, auf Bäumen und auf dem Boden, in selbst gebauten Hütten, im Wald und auf Wiesen, in Knicks und im Buschwerk, beim Hämmern und Sägen, Laufen und Buddeln, Schätzeentdecken, bei lebendigen Festen und geheimnisvollen Erkundungen. Dort spielt sich das wirkliche Leben ab.

Literatur

Gottman, Hohn: „Kinder brauchen emotionale Intelligenz“, München, 1997

Huber, Andreas: „Stichwort Emotionale Intelligenz“, München, 1996

Mogel, Hans: „Psychologie des Kinderspiels“, Berlin, 1994

Oerter, Rolf: „Psychologie des Spiels“, Weinheim, 1999

Seitz, Rudolf: „Phantasie und Kreativität“; München, 1998

Biographie

Dr. Armin Krenz, Jahrgang 1952, Dozent am „Institut für angewandte Psychologie und Pädagogik“ Kiel, zugelassen zur heilkundlich, psychologisch-therapeutischen Tätigkeit. Schwerpunkt der Arbeit: Forschung und Fortbildung im Arbeitsfeld der Elementarpädagogik (kindeigene Ausdrucksformen) mit Lehraufträgen.

Wie Spielen die Entwicklung von Kindern fördern kann

Wenn es spielt, bereitet sich Ihr Kind auf das Leben vor, denn es erwirbt dabei aus eigenem Antrieb ganz wesentliche Kompetenzen, Kenntnisse und Fertigkeiten. Dazu gehören beispielsweise Selbstvertrauen, Kreativität, Denkvermögen/strategisches Denken, Verantwortungsbereitschaft, Gemeinschaftsgefühl, Kommunikation, Empathie, Hilfsbereitschaft, Konfliktfähigkeit, regelkonformes Verhalten und der Umgang mit Misserfolgen oder enttäuschten Erwartungen.

So kommt es beim Spielen mit anderen Kindern unter anderem zum Beispiel darauf an, Verständnis füreinander zu entwickeln, den eigenen Standpunkt zu vertreten und Kompromisse zu finden. Freude an der Bewegung und an der körperlichen Aktivität kann nur entstehen, wenn Kinder ausreichende Möglichkeiten für das Spielen außerhalb der eigenen vier Wände haben. An der frischen Luft werden so nicht nur die Muskeln trainiert, sondern zum Beispiel auch das Herz-Kreislaufsystem und die Atmungsorgane.

Darüber hinaus entwickelt das Kind beim Spielen vielfach persönliche Lernstrategien – eine gute Basis für das heute in vielen Bereichen erforderliche lebenslange Lernen!

Entsprechend dieser fundamentalen Bedeutung sehen Kinder auf der ganzen Welt das Spielen als Grundbedürfnis an. Für sie hat es den gleichen Stellenwert wie Essen, Trinken oder Schlafen. So gesehen kann Spielen als „Nahrung für die Seele“ betrachtet werden und tut auch Eltern gut. Lassen Sie sich von Ihrem Kind inspirieren und erleben Sie gemeinsam fröhliche und unbeschwerte Momente beim Spielen! Wann haben Sie zum Beispiel das letzte Mal versucht, zu balancieren? Steht noch eine Revanche für den letzten Wettlauf aus? Vielleicht ist auf dem Spielplatz noch eine Schaukel frei.

Spielen und die Rolle der Eltern

Ausreichend Raum und Zeit zum Spielen schaffen

Eine Ihrer wesentlichen Aufgaben als Eltern ist es, Ihren Kindern altersgerechte Möglichkeiten und Rahmenbedingungen zum Spielen zu schaffen, sowohl räumlich als auch zeitlich! Dazu kann auch gehören, bei der Gestaltung der Wohnung an die Kindersicherheit zu denken. Wenn sich Eltern auf das ‚Größenniveau‘ ihrer Kinder begeben, erkennen sie in der Regel ganz schnell mögliche Risiken und Gefahrenquellen in den eigenen vier Wänden. Wer sich konkrete Tipps und Anregungen zu diesem Thema einholen möchte, findet umfangreiche Informationen auf den Internetseiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: http://www.bzga.de/kindersicherheit/

Spielende Kinder verursachen nicht selten Unordnung oder Chaos in der Wohnung. Kleine Kinder machen wichtige Erfahrungen mit Alltagsgegenständen, wenn sie Schubladen oder Schränke ausräumen dürfen. Größere verteilen Bauklötze oder Puppenkleidung auf dem Boden und üben sich im Bauen von Höhlen. Eltern sollten das nicht komplett unterbinden, jedoch gleichzeitig auch ihre persönlichen Grenzen klar definieren (z.B. welche Räume bleiben frei von Spielzeug). Beteiligen Sie Ihre Kinder schon frühzeitig am Aufräumen, wobei Ausnahmen erlaubt sein sollten: Ein kunstvoll gebauter Turm darf beispielsweise auch mal stehen bleiben und vielleicht am nächsten Tag noch weitergebaut werden.

Soweit möglich, sollte das Kinderzimmer neben Bett, Schränken/Regalen sowie Tisch und Stühlen noch ausreichend Platz für Bewegungsmöglichkeiten der Kinder bieten und so gestaltet sein, dass verschiedene Spielzonen entstehen (beispielsweise Puppen- und Kochecken). Auf diese Weise können auch mehrere Kinder gleichzeitig in einem Raum ihrem Spiel nachgehen. Eine kuschelige Ruheecke dient dem Nachwuchs als Rückzugsort, wenn er müde, wütend oder traurig ist. Die Spielsachen sollten möglichst so untergebracht sein, dass alles seinen festen Platz hat und von den Kindern selbst gut zu erreichen ist.

Ebenso wichtig sind die Spielmöglichkeiten in der Natur. Wer nicht auf dem Land wohnt, kann seinen Kindern Wald- und Wiesenerfahrungen bei Fahrradtouren und Ausflügen in die Umgebung näher bringen. Ein kleiner Tipp: Wechselkleidung nicht vergessen, falls ein Bach in der Nähe sein sollte!

Auch für ausreichend Zeit zum Spielen sind Eltern zuständig. Experten raten zu maximal ein bis zwei fixen Terminen in der Woche für regelmäßige Freizeit- oder Vereinsaktivitäten von Kindern.

Geeignetes Spielzeug auswählen

Bei der Auswahl des Spielzeugs kommt es grundlegend darauf an, dass es zum jeweiligen Entwicklungsstand Ihres Kindes passen sollte. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind weder unter- noch überfordert wird. Einen groben Hinweis können in diesem Sinne Altersangaben bieten, die auf vielen Spielwaren angegeben sind.

Eltern, die sich über geeignetes Spielzeug für Ihr Kind Gedanken machen, können beispielsweise eine Liste seiner Interessen zusammenstellen. Hilfreich kann auch die Beobachtung sein, womit Ihr Kind gerne spielt, wenn es Freunde besucht. Und natürlich können Sie Ihren Nachwuchs auch einfach fragen, was er gerne spielt. Ist das Kind ein kleiner Forscher und Tüftler? Dann steht vielleicht ein Experimentierkasten auf seiner Wunschliste. Malt und bastelt es besonders häufig? Vielleicht schenken Sie Ihrem Kind zum Geburtstag ein Kreativ-Set. Oder liebt es fantasievolle Rollenspiele? Dann freut es sich mit großer Wahrscheinlichkeit über Utensilien zum Verkleiden oder Fingerpuppen.

Grundsätzlich gilt die Regel, aus dem reichen Angebot nach Möglichkeit Spielwaren auszuwählen, die zu den individuellen Stärken Ihres Kindes passen, sich möglichst vielseitig verwenden lassen und die Kreativität anregen. Denn so wird im Spiel die kindliche Neugierde geweckt und der Entdeckergeist gefördert. Auf dieser Basis kann sich dann ganz nach Lust und Laune das so wichtige freie Spiel der Kinder entfalten.

Anders gelagert ist der Ansatz bei den zahlreichen Lernspielen, die es auf dem Markt gibt. Diese sind in der Regel nicht ganzheitlich ausgerichtet, sondern zielen auf die Förderung spezieller Kompetenzen. Häufig werden sie eingesetzt, um Kinder auf die Anforderungen des Schulunterrichts vorzubereiten. Hier sollten Sie beim Kauf ganz genau hinschauen, damit das Material zu den speziellen Bedürfnissen Ihres Kindes passt und ihm das Spielen damit auch wirklich Spaß macht!

Generell gelten auch beim Kinderspielzeug die Faustregeln „weniger ist mehr“ und „Qualität vor Quantität“. Wer im Dschungel der Angebote nach Orientierung sucht, kann sich zum Beispiel nach dem „spiel gut“-Label richten. Der „spiel gut“- Arbeitsausschuss Kinderspiel + Spielzeug e.V. zeichnet seit mehr als 50 Jahren Produkte unter pädagogischen Gesichtspunkten aus. Die Jury setzt sich aus 40 ehrenamtlich tätigen Experten unterschiedlichster Fachrichtungen zusammen. Weiterführende Informationen dazu finden Sie bei Spiel gut.

Kindern Einführungen und Erklärungen geben

Wenn Kinder neues Spielzeug bekommen haben oder neue Dinge lernen möchten, kann es erforderlich sein, dass Eltern ihnen ‚Starthilfe‘ geben (beispielsweise durch Erläuterungen oder Vormachen). In diesem Fall sollten Sie ausreichend Zeit einplanen, um dem Kind Schritt für Schritt zu zeigen, was zu tun ist. Da Kinder gerne beobachten und nachahmen, kommt es dabei weniger auf die Worte an. Diese können die kindliche Konzentration sogar stören! Soweit Erklärungen notwendig sind, sollten Sie langsam reden, auf eine klare Sprache achten und eindeutige Bezeichnungen für Gegenstände wählen. Besonders wichtig ist auch, ein guter Zuhörer zu sein, wenn das Kind spricht!

Eltern als „Lieferant“ von Anregungen und als Mitspieler

Auch wenn Kinder sich eigentlich gerne selbst aussuchen, was sie spielen möchten, sind manchmal kleine Anstöße oder Anregungen vonseiten der Eltern hilfreich.

Positive Auswirkungen auf die Eltern-Kind-Bindung hat vor allem das gemeinsame Spiel. Insbesondere dann, wenn Sie dabei nicht als Animateur auftreten oder mit Ihren Kindern ein fertiges Spielprogramm ‚abarbeiten‘. Lassen Sie sich stattdessen auf die Spielregeln Ihrer Kinder ein, nehmen Sie sich ausreichend Zeit, seien Sie wirklich bei der Sache und genießen Sie die gemeinsamen Spielerlebnisse!

Oft spielen Väter und Mütter auf ganz unterschiedliche Art und Weise mit Ihren Kindern. Forschungsergebnisse zeigen, dass Männer meistens körperliche Aktivitäten beim Spielen bevorzugen und zum Beispiel für das wilde Toben und neue Herausforderungen zuständig sind. Mütter dagegen vermitteln dem Nachwuchs beim Spielen erfahrungsgemäß gerne Erfolgserlebnisse oder decken die kreativen Bereiche des Spielens ab. Wie auch immer die Rollen bei Ihnen persönlich verteilt sind, für die Kinder sind diese unterschiedlichen Schwerpunkte vorteilhaft, denn so steigen die Lernchancen deutlich!

Wie ein Kind lernt, alleine zu spielen

16. Juli 2017

  • Autor Christina Schmidt
  • Thema Elternsein, Kommunikation, Spiel

Wie lernt ein Kind, sich selber zu beschäftigen? Ab wann spielt es alleine, und wie kann ich das Spiel meines Kindes fördern? Tipps und Tricks, die einfach umzusetzen sind.

Gerade habe ich es geschafft, für eine Weile an meiner Seminararbeit weiterzuschreiben, da höre ich schon meine zweijährige Tochter Lara rufen: „Mama, spielst du mit mir?“ Ich habe bereits vier Mal „Halli Galli“ und zwei Mal „Mensch ärgere dich nicht“ hinter mir, abgesehen von einer gemeinsamen Jause und einem Spielplatzbesuch.

Ich frage mich, wann dieses Kind lernen wird, sich selber zu beschäftigen. Ich schaffe es kaum einmal, in Ruhe zu kochen, da Lara laufend meine Aufmerksamkeit beansprucht.

Ist unsere Erwartungshaltung an das Kind zu hoch? Die Veränderungen, die ein Kind mit sich bringt – keine ruhige Morgendusche mehr, Mahlzeiten, bei denen wir selber kaum zum Essen kommen und ein Tagesprogramm ohne Pausenknopf – lässt viele Eltern sehnsüchtig auf den Moment hoffen, an dem sich das Kind endlich einmal alleine beschäftigt. Diese Sehnsucht kann so groß werden, dass wir manchmal einfach zu früh zu viel von unserem Kind erwarten.

Abhängig vom Charakter

Ein Baby schafft es meist nicht mehr als zehn Minuten, sich alleine zu beschäftigen, ein zwei Jahre altes Kleinkind kann das häufig schon bis zu einer halben Stunde, danach steigert sich das Spielvermögen sukzessiv, bis es im Volksschulalter seinen Höhepunkt erreicht. In jedem Fall hängt es sehr vom Charakter des jeweiligen Kindes ab. Es gibt unruhige Kinder, die sich selber schwerer tun, konzentriert bei einer Sache bleiben, und sehr viel länger brauchen können, bis sie lernen, sich selber zu beschäftigen. Dennoch gibt es einige Tricks, um das Spielen des Kindes zu fördern:

#1 Das „Anspielen“

Spielen Sie eine kurze Weile mit oder neben dem Kind. Wenn Sie es in das Spiel vertieft sehen, ziehen Sie sich etwas zurück und beschäftigen sich in der Nähe. Werfen Sie ab und zu etwas ein, sodass das Kind Ihre Nähe spürt. Die Spannen mögen kurz sein, aber es sind wertvolle Gelegenheiten, dem Kind beizubringen, alleine zu spielen.

#2 „Die leere Zeit“

Die leere Zeit ist jene Zeit, in der ein Kind einen Durchhänger hat und die berühmte Frage stellt: „Mami, spielst du mit mir?“ Reagieren Sie nicht reflexartig auf diese Anfragen, sondern lassen Sie Ihr Kind ruhig ein wenig hängen. „Mami, muss jetzt ein wenig bügeln“, sollte dem Kind verständlich machen, dass es jetzt nicht auf Mami bauen kann, und ihm so die Chance geben, das anstehende Problem der Langeweile selber zu lösen. Es gibt kein Kind, das über längere Zeit Langeweile hinnimmt. Auf das Risiko hin, sich ein wenig Blödsinn auszudenken, lernt es dafür, seine Kreativität einzusetzen und sich eine Beschäftigung auszudenken.

#3 Anregungen geben

Oft fällt einem Kind der Wechsel von einer Beschäftigung zur nächsten schwer, und es benötigt nur ein paar Ideen. Ungeeignet sind allgemeine Anregungen wie etwa: „Wie kann das sein, dass du nicht weißt, was du spielen sollst, dein Zimmer geht doch über von Spielzeug?“ Hilfreicher sind konkrete Tipps wie z.B.: „Möchtest Du nicht das Duplo wieder mal rausholen und die Baustelle nachbauen, die du letzthin bei deinem Freund Maxi gesehen hast?“ oder „Willst Du Deine Puppen nicht einmal auf ein Picknick am Strand einladen, ich borg Dir dafür unsere Badehandtücher, wenn Du magst?“

#4 Weniger ist mehr

Gerade zu viele Spielsachen auf einem Haufen hemmen das Spielverhalten. Das Kind nimmt in der Menge die einzelnen Spielsachen nicht mehr wahr, seine Phantasie und Kreativität kommen durch das Überangebot nicht in Fahrt.

Räumen Sie immer wieder einmal einen Teil der Spielsachen weg und reduzieren Sie diese auf ein paar wenige Angebote, die immer wieder gewechselt werden.

#5 Ordnung beeinflusst die Spielfreude

Unaufgeräumte Zimmer, in denen sich die Spielsachen türmen oder in ein paar Boxen unsortiert häufen, hemmen ebenso die Kreativität des Kindes. Es ist immer wieder faszinierend, wie schnell Kinder wieder Interesse am Spielen zeigen, sobald die Sachen ordentlich aufgeräumt in ihrem Regal stehen. Machen Sie die Probe!

#6 Altersgemäßes Spielzeug anbieten

Viele Kinder besitzen Spielsachen, die ihrem Alter noch nicht entsprechen. Beeindruckende ferngesteuerte Autos, Barbies und Ritterburgen werden vom Kind mit großer Begeisterung in Empfang genommen und liegen dann relativ bald zur Enttäuschung der Eltern unbenutzt in irgendeiner Ecke. Oft ist es nichts anderes, als dass das Kind noch nicht so weit ist, das betreffende Spielzeug mit seinen vollen Möglichkeiten zu nützen. Altersvorgaben sind hier meist Mindestvorgaben, die aber nicht der Reife jedes Kindes gerecht werden können.

#7 Medien mit Maß einsetzen

Gerade wenn wir der dauernden Unterhaltung unserer Kinder müde sind, ist die Versuchung groß, sich der Medien zu bedienen. Nur kann gerade das einen Teufelskreis einleiten. Denn Medien können erst recht verhindern, dass Kinder lernen, sich selber zu beschäftigen. Die passive Versorgung, die das Fernsehen bietet, ist in jedem Fall verführerischer als jedes Spiel und daher die größte Konkurrenz in dieser Hinsicht.

Vermeiden Sie daher, immer dann zum Fernseher zu greifen, wenn das Kind gerade einen Durchhänger hat.

#8 An der Hausarbeit teilnehmen lassen

Oft wünschen wir uns, dass unser Kind ausgiebig spielt, damit wir in Ruhe unsere Arbeiten erledigen können. Aber niemand kann nur spielen. Auch ein Kind braucht die Abwechslung in seinen Tätigkeiten und liebt es, wenn wir es an unserer Arbeit teilnehmen lassen. Geben wir ihm kleine Aufgaben: sein Zimmer saugen, den Teig rühren, den Tisch decken oder das Waschbecken putzen. Es bekommt das Gefühl, gebraucht zu werden und „gearbeitet“ zu haben und wird danach wieder glücklich zum Spielen abmarschieren.

#9 Sind alle Grundbedürfnisse gedeckt?

Sollte ein Kind trotz aller Bemühungen zu gewissen Zeiten trotzdem nicht in das Spiel hineinfinden, sind es oft andere Gründe, die es daran hindern. Vielleicht braucht es nur ein wenig Ansprache und zehn Minuten ausschließlicher Zuwendung. Vielleicht ist es bereits müde, hungrig oder benötigt nichts anderes als eine gute Portion Bewegung an der frischen Luft. Sollte das aus irgendeinem Grund nicht möglich sein, machen Sie einfach das Fenster weit auf und ziehen Sie ihm einen Anorak beim Spielen an. Das wirkt oft Wunder.

Spielzeugpistole und Co.: Wieviel Waffen-Faszination ist okay?

Kinder wollen mit Waffen spielen und das ist auch okay, erklären Erziehungswissenschaftler. Doch wo sollte man die Grenze ziehen? Und warum spielen vor allem Jungs so gern mit Waffen?

Besonders Jungen lieben das Spiel mit Pistolen, Gewehren, Schwertern und Helmen. Häufig schon im Alter von drei oder vier Jahren spielen sie gerne mit Waffen. „Das liegt einfach an der unterschiedlichen Rollenerziehung von Mädchen und Jungen“, erklärt Erziehungswissenschaftler Prof. Peter Struck. „Väter rangeln und balgen gern mit ihren Söhnen und erwarten von ihnen Mut, Risikobereitschaft und Stärke.“ Eine Waffe in der Hand – und ist sie nur aus Plastik – verleiht kleinen Menschen mit einem Schlag viel Macht und Kontrolle. Das zieht Jungen magisch an. Dazu kommen die ultrastarken und obercoolen Rollen-Vorbilder, die mächtig Eindruck hinterlassen: Muskulöse Superhelden, römische Legionäre, toughe Polizisten und Kampfroboter geben in Büchern, Comics, auf Tauschkarten, im Fernsehen und nicht zuletzt in Spielzeugregalen den Ton an. Genau so wollen viele Jungen sein.

Spielzeugpistolen: Interesse an Waffen ist kulturell geprägt

Aber: Das Interesse an Waffen ist kulturell gemacht und nicht, wie man vermuten könnte, eine Sache der Gene. Unter ihresgleichen verstärken Kinder dieses Interesse noch – wer vom Opa ein „echtes“ Schwert gezimmert bekommen hat, punktet bei den Geschlechtsgenossen im Kindergarten mächtig und wird beneidet. Schon der bloße Anblick der verwandelten Dachlatte zaubert Glanz in viele Kinderaugen, und wenn die Waffe noch gut in der Hand liegt, lässt sich mit ihr vorzüglich gegen Ritter und Räuber kämpfen. Auf sie mit Gebrüll!

Entwicklung & Beziehung

Geschlechterrollen: Ein aufschlussreiches Experiment

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Waffenfaszination als kleines Kind: Kein Grund zur Sorge

Für Eltern müssen die Waffengänge ihrer Jungen noch lange kein Grund zur Sorge sein: Erstens gehört das Spiel mit Macht und Gewalt nach Meinung von Wissenschaftlern zur Entwicklung eines Kinds einfach dazu. Und zweitens ebben die hoch dramatischen Kampf-Phasen in der Regel nach einigen Monaten von ganz alleine ab. Wenn alle Heldenfiguren zur Genüge durchgespielt wurden (Cowboy und Indianer, Ritter und Angreifer, Räuber und Gendarm usw.), ist die Luft bald raus.

Was denkst du? Unsere Umfrage:

So ist die Leidenschaft für Waffen häufig schon merklich gesunken, wenn Kinder in die Grundschule kommen. Bis heute gibt es keinen Beweis dafür, dass diese Spiele für die weitere Entwicklung von Kindern irgendwie gefährlich sind. Das ist beruhigend für alle friedliebenden Eltern, die sich sorgen, dass Spielzeugwaffen aus ihrem Kind einen fiesen Revolverhelden machen. Ein Mix aus unterschiedlichen Spielen ist zwar sinnvoll, denn die Spielwelt der Kinder sollte nicht nur aus „Kämpfen“ bestehen. Verbote bringen aber wenig – sie machen Waffen eher interessanter.

Sollten Kinder mit Waffen spielen?

Das Thema Waffen beschäftigt viele Eltern und Erzieher: Wie geht man am besten damit um, wenn Kinder anfangen, sich dafür zu interessieren? Fördern? Verbieten? Bedingt zulassen? Die SZ hat sich mit zwei Sozialpädagoginnen unterhalten, die sich bestens damit auskennen: Barbara Stanja ist die Chefin des Deutschen Kinderschutzbundes im Landkreis, Josefine Schuhmacher beschäftigt sich besonders mit den Bedürfnissen jüngerer Kinder.

Frau Stanja, Frau Schuhmacher, in Kitas wird um den richtigen Umgang mit Spielzeug-Waffen gerungen. Das Thema beschäftigt Eltern, Erzieher – die Kinder sowieso. Zu welchem Umgang mit Waffen in Kitas und zu Hause raten Sie?

Josefine Schuhmacher: Kinder spielen aus verschiedenen Gründen mit Waffen. Sie tun es um des Spielens willen. Im Spiel probieren sie Verhaltensweisen aus. Darüber und über Erziehung allgemein denke ich, dass es nicht richtig ist, den Kindern einfach etwas zu verbieten. Es ist vielmehr wichtig, hinzugucken und mit den Kindern darüber zu sprechen, was genau sie fasziniert. Eltern sollten akzeptieren: Es ist ein Spiel, eine kindliche Lebenswelt. In den Kitas sollten die Erzieher sich kritisch selbst fragen: Warum ärgert mich das eigentlich?

Warum sind Waffen bereits für Kindergartenkinder so faszinierend?

Schuhmacher: Star Wars ist ein großes Thema, die dunkle Macht, die Lichtschwerter. Wir wissen, dass Lego diese Science-Fiction-Filme als Spielzeug für Kleine stark vermarktet. Waffen stehen für Aggression und symbolisieren Macht. Mädchen spielen das auch, sie werden aber auch heute noch eher von anderen Inhalten geprägt.

Allen Gendertheorien zum Trotz fällt auf, dass Waffen Jungs mehr zu faszinieren scheinen als Mädchen.

Schuhmacher: Mein Eindruck ist, dass Mädchen noch ein kollektives Erbe mit sich herumtragen. Sie sollen eher die Braven sein, sich eher rosarot als blau kleiden, auch wenn sich das an vielen Stellen ändert.
Barbara Stanja: Das finde ich gar nicht schlecht. Man kann so viel gendern, wie man will: Wenn das Kind sich dafür interessiert, ist das okay. Jungs können auch mal Kleider tragen. Damit schulen wir Toleranz. Dass das Gegenüber damit klarkommt, ist viel wichtiger. Wir alle, auch die Kinder, werden stark von Werbung geprägt. Welche Waffe gerade Mode ist, entscheidet Playmobil oder Lego. Bei Star Wars ist es das Lichtschwert, bei Wilden Western die Pistole oder der Tomahawk.

Das ist nicht entscheidend?

Stanja: Nein. Kinder sind nicht verkopft. Die tauchen in ihre Fantasiewelt ab. Darin beziehen sie Positionen, im Spiel verarbeiten sie Eindrücke, die sie anderswo gewonnen haben. Den Erziehern kann man nur raten: Lasst die Kinder einfach mal spielen. Jedes Mal, wenn man sich einmischt, greift man auch in das Spiel der Kinder ein.

Ist es für Sie kein Unterschied, ob Kinder Sandburgen bauen, puzzeln oder mit Waffen Krieg spielen?

Stanja: Diesen Unterschied machen die Erwachsenen. Wir denken an Krieg und Gewalt. In den Nachrichten sind wir täglich davon umgeben. Kinder kennen das nicht.

Sie sagen, Kinder wissen nicht, wofür Waffen da sind?

Schuhmacher: Doch, sie wollen Macht ausüben. Mit Waffen sind sie so stark, dass sie auch mal Chef sein können.
Stanja: Sie wollen aber ihren Freund nicht wirklich abballern. Wenn sie sagen „Ich schieße dich tot“, ist das nur ein Code im Spiel, der dazugehört, ohne, dass ihnen die Tragweite klar ist. Der Kumpel soll nach dem Mittagsschlaf wieder aufstehen.
Schuhmacher: Kinder erarbeiten sich durch Spiele ihren eigenen Wertekodex. Kinder und Erwachsene ticken unterschiedlich. Kinder brauchen Regeln und ein klares Wertegefüge. Dafür ist das Elternhaus wichtig. Eltern sollen dieses Gefüge altersgerecht anregen und erweitern.

Spielzeug-Waffen bilden die Realität ab. Wenn sie für Kinder Instrumente sind, um Machtgefüge nachzuspielen, wissen sie schon um die Kraft von Waffen.

Stanja: Aber die Kinder wissen doch nicht, was reale Waffen anrichten können. Sie wollen den Tod nicht.

Andererseits wissen auch kleine Kinder, was Tod bedeutet, und entwickeln ihre eigene Vorstellung davon, was mit verstorbenen Verwandten passiert.

Stanja: Ja, wenn man sie lässt. Man sollte nie sagen, die Toten schlafen nur. Die schlafen nicht, die sind tot. Das sollte man nicht verharmlosen. Kinder können damit umgehen, denn sie haben einen Schutz, dass sie die Tragik und den Verlust nicht nachvollziehen können.
Schuhmacher: Im Spiel ist der Tod ein anderer. „Ich schieße dich tot“ heißt: Du bist jetzt im Spiel tot. Und wenn das Spiel zu Ende ist, gehen wir zum Mittagessen.

Wo sollte man im Spiel einhaken? Es gibt Eltern, für die sind Kämpfe mit Holzstöcken okay, für andere das Holzschwert, für wieder andere die Plastikpistolen bei Playmobil oder Lego. Der nächste kommt mit einem Lichtschwert von Star Wars zum Fasching.

Stanja: Das ist doch erst mal alles Plastik, oder? Ich würde das nicht überbewerten. Wenn Kinder sich mit Holzstöcken verletzen, müssen Erwachsene natürlich einschreiten. Schmerzen sind kein Spiel mehr.
Schuhmacher: Alles ist immer eingebettet in das Elternhaus, in den Freundeskreis. Das Allerwichtigste ist eine gesunde Beziehung der Kinder zu ihren Eltern.

Wie schafft man eine gute Beziehung zu seinen Kindern?

Schuhmacher: Indem man eher weniger verbietet und mehr darüber spricht, warum das Kind ein Thema zu einem bestimmten Zeitpunkt besonders beschäftigt. Da geht es viel um Gruppendynamiken.
Stanja: Man sollte bei sich sein. Das kann auch heißen, mal etwas zu verbieten oder sich als Eltern von bestimmten Spielen zu distanzieren. Kindern kann man durchaus sagen: Was dich gerade fasziniert, ist nicht meins. Und in der Realität richten Waffen schlimme Dinge an. Doch um diesen ehrlichen Meinungsaustausch hinzukriegen, muss ich mich zuerst mit den Themen der Kinder ernsthaft auseinandersetzen. Respekt vor und Vertrauen zu den Kindern sind zwei wichtige Säulen guter Erziehung.

Sollte man den Kindern sagen: Zielt nicht auf Menschen?

Stanja: Für meine Begriffe mischen Sie sich dann schon zu sehr in das Spiel ein.
Schuhmacher: Im Spiel würde ich es nicht verbieten. Aber dann, wenn auf nicht beteiligte Kinder oder Erwachsene gezielt wird.

Ist das Waffeninteresse nur eine Phase?

Schuhmacher: Ja, meistens nimmt das Interesse im Alter von zehn Jahren ab. Wenn sich beispielsweise der Stockkampf bei einem Kind verfestigt, kann man das in einen Sport überleiten. Ein Verein kann das Interesse auffangen und so in etwas Positives umwandeln.

Was sagen Sie zu Gewalt in Computerspielen?

Stanja: Es ist Wahnsinn, was technisch möglich ist. Auch dabei sollten Eltern im Kontakt mit ihren Kindern bleiben.

Sie raten, mit dem Kind mitzuspielen?

Stanja: Wenn Sie so ein Spiel kaufen, sollten Sie es mit Ihrem Kind entdecken. Vielleicht haben auch Sie dann den Impuls und merken: Das fetzt.

Sind Sie dafür, die Empfehlungen zur Freiwilligen Selbstkontrolle (FSK) bei Filmen und Videospielen einzuhalten?

Stanja: Unbedingt. FSK 0 heißt übrigens nicht, ein vierjähriges Kind kann einen 90-minütigen Disneyfilm gucken. Das kann die Informationen, die schnellen Schnitte, die Konflikte noch gar nicht verarbeiten.

Das Gespräch führte Franz Werfel.

Schießspiele – Kriegsspiel

Lassen Sie uns im Jahr 2018 ein bisschen Spaß haben mit ein paar aufregenden Shoot-outs, wo es keine Notwendigkeit für Online gibt, da es das beste Offline-Shooter-Spiel ist. Unser Team präsentiert Ihnen die besten Shooter-Spiele dieses Jahres, zum Beispiel Gun Game Simulator: Fire Free – Schiess-Spiel 2k18. Jetzt haben diese Action-Spiele alles, was ein Ballerspiel haben muss. Es hat coole Shootout-Szenarien mit verschiedenen 3D-Grafik-Standorten, wo Sie ein Teil von U.S. Militär sind und einige ultimative Shooting-Szenarien gegeben. Gun Game Simulator: Feuer frei – Schießen Spiel 2k18 hat aufgeregt Waffen, wo Sie unter jeder Waffe Ihrer Wahl wählen können. Zu diesen Waffen gehören Pistolen, Schrotflinten, Maschinengewehre, Scharfschützengewehre und viele weitere Waffen. Also, dieses erstaunliche neue 3D-Spiel gibt Ihnen eine Chance, freie Scharfschütze zu einer langen Reihe von Sturmgeschützen zu haben. Nachdem Sie eine geeignete Waffe haben, fordert dieses Waffensimulator Spiel Ihre Fähigkeiten mit harten und technischen Missionen heraus, die den harten Schießstand haben. Daher können Sie die Gegner frei schießen, um Ihre Mission abzuschließen.
Gun Game Simulator: Feuer frei – Schießen Spiel 2k18 hat viele weitere spannende Funktionen und Effekte. Dazu gehören Zeitlupeneffekte auf Kugeln mit grafischen Effekten wie Rauch, Rückstoß und Mündungsfeuer, die es zu den besten Spaßspielen machen. Auch Shooter in diesem kostenlosen Spiele hat die besten 3D-Shooting-Erfahrung mit Waffen Kamera 3D-und Kamera-Blitzaufnahmen. Dies macht es am besten Freispiele mit Feuerwaffen-Simulator mit verschiedenen anpassbaren Optionen und brillante Soundeffekte. Der Kampf hat ein ww2 Gefühl, wo Sie eine größte Feuergefecht zu erleben, wie Sie eine Feuerwaffe schießen. Also, viel Spaß in diesen Freispielen mit Weltkriegsszenarien, um den Gegnern Schaden zuzufügen.
Gun Game Simulator: Feuer frei – Schießen Spiel 2k18 ist das fps (Ego-Shooter) -Spiel. Es hat süchtig machendes Gameplay. Also, Offline-Spiel-Action mit tollen Spaß-Elementen. Es hat Spaßfaktor, aber kein Kinderspiel. Also genieße #realistisches #freies Spiel und #bestes 3D-Waffensimulator-Spiel. Also spiele jetzt mit Spaß und habe die beste Erfahrung von fps Shooter.
Eigenschaften:
=> Realistischste Waffen und Gewehre
=> Beste Simulation der Feuerwaffe
=> Neben dem echten Simulator können Sie in diesem Spiel echte Kriegsschiessmissionen genießen
=> Aktuelles und echtes Action-Missionsspiel
Bitte vergiss nicht, unser Spiel zu bewerten und zu bewerten.

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