Kinder konzentration fördern

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Schritt für Schritt Konzentration bei Kindern fördern

Kinder sind individuell und ihr Lernstil ist es ebenfalls. Während das eine Kind lieber alleine lernt, ist ein anderes im Team leistungsstärker. Doch auch dann, wenn klar ist,zu welchem Lerntyp Ihr Kind gehört, gibt es Phasen, in denen die Konzentration, also die Fähigkeit, seine Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Aufgabe zu lenken, nachlässt.

Die Ursachen für Konzentrationsschwierigkeiten bei Kindern zu finden, ist oft gar nicht so schwer. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie diese aufspüren, mit einfachen Mitteln beseitigen und langfristig die Konzentration und Motivation Ihres Kindes fördern können.

Inhalt dieses Artikels: anzeigen

  • Konzentrationskiller – 8 Probleme und die Gegenmittel
  • Konzentrationshacks – 8 Tricks für mehr Fokus
  • Konzentrationstraining – 8 Übungen zum fit machen

Die Konzentrationskiller – 8 Probleme und die Gegenmittel

1. Ablenkung durch äußere Faktoren

Der Ablenkungsgrund Nummer 1 und somit Ursache für Konzentrationsschwächen bei vielen Schulkindern ist der laufende Fernseher. Aber auch Radio, Telefon oder die spielenden Geschwister können stören, wenn sie sich konzentrieren müssen. Versuchen Sie deshalb ganz bewusst, alle Störquellen zu vermeiden, um die Konzentration Ihres Kindes zu verbessern, wie etwa das Handy außer Reichweite zu deponieren.

Damit Geschwisterkinder nicht beim Lernen unterbrechen, vereinbaren Sie z. B. feste Lernzeiten, in denen das lernende Kind nicht gestört und abgelenkt werden sollte. Ein Hinweisschild an der Tür hilft allen, daran zu denken, in dieser Zeit besonders umsichtig zu sein.

2. Ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel

Erholung und Abwechslung sind wichtig für das Gehirn, um neue Energie zu tanken. Vor allem gesunde Ernährung und Bewegung an der frischen Luft geben Kraft und helfen, die Konzentration langfristig zu fördern.

Wenn Ihr Kind gerade eine Lernblockade hat, gehen Sie doch gemeinsam eine Runde spazieren, trinken Sie einen leckeren Tee mit Honig oder sprechen Sie mal eine halbe Stunde über etwas Anderes.

Süßigkeiten sind hingegen nicht förderlich: Sie heben nur kurz den Blutzuckerspiegel. Schon nach kurzer Zeit sackt er wieder in den Keller, die Müdigkeitsattacke folgt und die Konzentration ist dahin.

3. Desinteresse und wenig Vorwissen

Wer sich für ein bestimmtes Thema nicht interessiert und/oder kein Vorwissen mitbringt, wird sich mit der Konzentration schwertun. Da bringen auch spezielle Konzentrationsübungen nichts, sagt Elsbeth Stern, Psychologin und Professorin für Lehr- und Lernforschung in Focus Schule (2/2014). Die Schüler sind schnell abgelenkt, die Konzentration sackt in den Keller. Doch Kinder, die dranbleiben, ihr Wissen kontinuierlich auf- und ausbauen und vorbereitet in den Unterricht gehen, tun sich leichter.

Sich auch außerhalb der Schule mit dem Lernstoff zu beschäftigen, bringt die Schüler oft schon sehr viel weiter. Außerdem motiviert es Kinder, wenn sie verstehen, warum sie bestimmte Sachen lernen müssen:

  • Für das Fach Biologie lohnt sich deshalb ein Ausflug in den Wald oder in den Zoo.

  • Ein spezielles und vor allem kindgerechtes (Erlebnis-) Museum ist bei trockenen Geschichts-Themen eine gute Idee.

  • Schon gewusst? Laut der Studie Lernen mit Spaß haben 45 Prozent der Kinder am meisten Freude, wenn sie mit Computern, Tablets oder Smartphones lernen dürfen. Bei scoyo, Deutschlands Nummer 1 Lernplattform*, ist der Schulstoff der Klassen 1-7 in spannende Lerngeschichten verpackt – interaktive Übungen und Test festigen das neue Wissen. Die Lerninhalte sind an Klassenstufe, Schulform und Lehrplan des Bundeslandes orientiert – so findet Ihr Kind alle Themen, die es braucht.

Mit scoyo selbstbestimmt und im eigenen Tempo lernen:

4. Überforderung durch zu viele Aufgaben

Kinder lernen von Natur aus gern. Eigentlich. Herrscht allerdings zu viel Druck und sind zu viele Aufgaben (gleichzeitig) vorgegeben, kann genau dieser natürliche Wissensdurst abebben und zu Lernfrust führen, der sich vor allem in Konzentrations- oder auch Motivationsmangel ausdrückt.

Um das zu vermeiden, erlauben Sie Ihrem Kind ruhig auch mal, eine Aufgabe hinten anzustellen oder wegzulassen, solange das keine gravierenden Auswirkungen hat.

Und generell gilt: Multitasking geht oft nach hinten los, besser eine Aufgabe nach der anderen angehen.

5. Schlafmangel

Schlafen macht schlau! Das ist nicht nur ein Spruch, sondern stimmt wirklich – darüber sind sich Schlafforscher einig. Denn während der Nachtruhe festigt sich das am Tag Erlebte und Gelernte im Gehirn, wird geordnet und verarbeitet.

Dadurch gelangen die Informationen, wie zum Beispiel die geübten Vokabeln, ins Langzeitgedächtnis – und das Kurzzeitgedächtnis hat wieder Platz für neue Infos.

Konzentrationsschwächen bei Schulkindern finden deshalb oft ihre Ursache im Schlafmangel. Ausreichend Bettruhe ist also unabdingbar für mehr Konzentration bei Schülern. Achtung: Je jünger das Kind ist, desto mehr Schlaf braucht es: 9 bis 11 Stunden sind in jedem Fall angebracht.

6. Frustration bei zu schwierigen Aufgaben

Scheint eine Aufgabe unbezwingbar, dann macht es absolut keinen Spaß, weiter nach der Lösung zu suchen. Lernfrust ist vorprogrammiert, Ablenkungen locken überall.

Bei solchen Aufgaben ist es immer gut, diese in kleine Teilschritte zu zerlegen. Ihr Kind kommt so Schritt für Schritt zum Endergebnis. Und auf dem Weg dorthin wird es mit kleinen Erfolgserlebnissen belohnt – wunderbar und garantiert motivierend! Denn Kinder brauchen die Zuversicht, dass auch schwierige Aufgaben zu lösen sind.

7. Kinder lernen, weil sie müssen, nicht weil sie wollen

Vor allem Druck durch Noten und Erwartungshaltungen von Lehrern und Eltern blockieren Kinder in ihrem Lernverhalten und verursachen Konzentrationsschwächen und -Schwierigkeiten. Kinder lernen am besten, wenn sie sich selbstbestimmt ihr Wissen erarbeiten können und das durch Aufgaben, die ihren Interessen entsprechen.

Im Interview erklärt scoyo-Geschäftsführer und Familienvater Daniel Bialecki, warum selbstbestimmtes Lernen so wichtig für die Lernmotivation ist:

Zum ganzen Artikel: Mehr Motivation durch selbstbestimmtes Lernen

An alternativen Schulen wie Waldorf-Schulen oder Montessori-Schulen wird das selbstbestimmte Lernen in den Mittelpunkt gerückt.

8. Das Gedanken-Karussell dreht sich und dreht sich

Viele Erwachsene kennen es von der Einschlafphase: Die Themen und Erlebnisse des Tages kreisen im Kopf und lassen einen einfach nicht zur Ruhe kommen. Auch bei Kindern schaltet das Gehirn nicht automatisch auf Konzentration, wenn die Lernzeit beginnt. Manchmal ist einfach zu viel los und die innere Unruhe vermindert den Fokus auf den Schulstoff. Hier können Sie mit einem ruhigen Gespräch zur Verarbeitung der Unruhestifter und Achtsamkeitsübungen helfen. Probieren Sie es aus.

Die Konzentrationshacks – mit 8 Tipps zu mehr Fokus

Während der Schulzeit gibt es immer wieder Phasen, in denen Kinder mehr oder weniger konzentriert sind.

Oft hängen Konzentrationsschwierigkeiten von Schulkindern unmittelbar mit mangelnder Motivation zusammen. Das ist völlig normal und bietet keinen Anlass zur Sorge.

Die folgenden Tipps sollen Ihnen lediglich Anregungen geben, wie Sie Ihr Kind aus einem Lerntief wieder herausholen können, wenn alles Bekannte nicht weiter hilft.

Besonders Punkt 1 und 7 sorgen kontinuierlich für mehr Konzentration und Motivation.

1. Äußern Sie Lob statt Kritik

Erkennen Sie die Anstregung Ihres Kindes an, auch unabhängig vom Erfolg: Das heißt, loben Sie nicht nur für gute Noten, sondern heben Sie besonders die Mühe hervor, die nötig war, um das Lernziel zu erreichen: „Das hast du toll gemacht“ ist besser als „Du bist aber clever“. So lernen Kindern, dass sie alles erreichen können, wenn sie sich anstrengen.

Ganz wichtig: Bewerten Sie Fehler als normalen und notwendigen Teil einer Lernaufgabe und erklären Sie Ihrem Kind, dass Fehler nicht schlimm sind, sondern sogar sein müssen. Durch sie lernen wir nämlich manchmal mehr und effektiver als aus einem gradlinigen Lösungsweg.

Das alles stärkt die Persönlichkeit und das Selbstwertgefühl von Kindern.

2. Fördern Sie die Eigenmotivation des Kindes

Sich selbst motivieren zu können und konzentriert an einer Sache zu arbeiten, sind wichtige Eigenschaften, die Kinder für ihr späteres Leben erwerben sollten. Die meisten Kinder sind am motivierstesten, wenn sie selbst wählen dürfen, was sie lernen möchten. Der oftmals starre Unterricht macht vielen Schülern jedoch genau hier einen Strich durch die Rechnung.

Um die Konzentration zu Hause zu fördern, könnten Eltern ihr Kind deshalb selbst entscheiden lassen, mit welchen Aufgaben es anfangen möchte, mit welchen Methoden es am besten lernt und zu welcher Uhrzeit es am motiviertesten ist (siehe Tipp 5).

Auch kleine Belohnungen, die das Kind sich selbst setzen darf, stärken die Eigenmotivation; das könnte z. B. Musik hören oder ein gemeinsames Spiel sein. Bunte Merkzettel, kurze Lernsprüche oder ein toller Lernplatz können ebenso Anreize darstellen.

Auch Online-Lernplattformen wie scoyo fördern das explorative (entdeckende) Lernen. Hier entscheiden die Schüler selbst, was sie wann, wie und in welchem Maß lernen wollen. Ein gradliniger Weg ist nicht vorgegeben, die Lerner müssen sich selbst einen Lösungsweg „erarbeiten”. Das stärkt das Selbstbewusstsein und schafft einen besonderen Zugang zu den Inhalten.

3. Abwechslungsreich lernen, mithilfe verschiedener Lernmethoden

Mithilfe alternativer Lernmethoden können Eltern sehr schnell die Konzentration und Motivation bei Kindern fördern. Hier gilt: Alles ist erlaubt, was das Lernen interessanter macht.

Muss Ihr Kind beispielsweise Vokabeln lernen? Dann ist vielleicht ein Tandem-Partner eine tolle Alternative zum sturen Auswendiglernen: Hier wird nämlich gemeinsam mit einem Muttersprachler gelernt und sich gegenseitig die fremde Sprache beigebracht. Oder lesen Sie gemeinsam ein fesselndes Buch in der Fremdsprache. So erkennt Ihr Kind auch gleich viel besser den Zweck des Auswendiglernens. Denn der liegt nicht etwa in guten Noten, sondern darin, sich in einem anderen Land verständigen zu können.

Und das kann man auf alle Fächer übertragen. Das Lernen innerhalb eines interessanten Projekts oder an konkreten Beispielen aus dem Alltag macht einfach viel mehr Spaß.

4. Einsatz neuer Medien bringt Spaß am Lernen

Das Lernen am Computer, Tablet oder Smartphone ist heutzutage kaum mehr wegzudenken und begeistert Kinder – das ergab auch eine Studie: Fast die Hälfte der Befragten lernen am liebsten mit digitalen Medien ( die Ergebnisse im Detail). So kann eine auf die Bedürfnisse des Kindes konzipierte Lernsoftware den Spaß beim Lernen erhöhen.

Gute Lernprogramme sind darüber hinaus auf die Lehrpläne der Bundesländer abgestimmt und eignen sich deshalb ideal, den in der Schule behandelten Stoff zu Hause noch einmal spielerisch nachzubereiten und zu verinnerlichen.

Verschiedene Siegel weisen auf die Qualität des Angebots hin – mehr dazu finden Sie in diesem Artikel: So erkennen Sie die Qualität von Online-Lernangeboten.

Ein sicherer Umgang mit digitalen Medien ist hier jedoch das A und O. Nutzen Sie unseren Test, um die Medienkompetenz Ihres Kindes besser einschätzen zu können: kostenloser Medienkompetenz-Test.

Konzentrationsstörungen bei Kindern

Konzentrationsstörungen bei Kindern – Übungen & Tipps

Konzentrationsstörung bei Kindern ist weit verbreitet. Es ist nicht einfach, sich für eine bestimmte Zeit einer Aufgabe zu widmen.

Es gibt viel Ablenkung und Aufregung im Leben, insbesondere unter Berücksichtigung der modernen Medien.

Konzentration bei Kinder fördern ist jedoch eine notwendige und zugleich kritische Aufgabe die Kinder lernen müssen und von denen sie bis ins Erwachsenenalter profitieren können.

Eine Konzentrationschwäche zieht sich wie ein Faden durch das ganze Leben

Ursachen der Konzentrationsschwäche bei Kindern

Oft ist der Grund, warum eine Konzentrationsstörung bei Kindern vorliegt, das Niveau der Aufgabe.

Ist die Aufgabe zu leicht, können die Gedanken der Kinder immer wieder abschweifen und die Fokussierung fällt schwer.

Ist die Aufgabe zu schwer, geht der Spaß verloren.

Das Kind beginnt, im schlimmsten Fall an sich zu zweifeln und fühlt sich überfordert.
Bei langweiligen Aufgaben kommt die Konzentrationsschwäche bei Kindern voll zum Tragen.

Bei monotonen Aufgaben mit dem falschen Niveau langweilen sich die Kinder schnell

Welche Auswirkung und Folge hat eine Konzentrationsschwäche bei Kindern

Kinder mit Konzentrationsschwierigkeiten sehen sich mit einer Reihe von Problemen aus ihrer Umwelt konfrontiert. Ihnen wird oftmals Faulheit, Motivationsmangel oder ein gewisser Unwille vorgeworfen.

Das Kind wird per se schon als problematisch erachtet und oftmals so behandelt. Denn ein Problem wird plötzlich auf die gesamte Person übertragen. Die Kinder werden mit der Zeit unglücklich und fühlen sich unverstanden.

“Konzentration ist etwas, dass gelernt werden muss.”

Oft geraten dann auch noch die Nebenparteien wie Elten und Lehrer resp. Schule in Konflikt. Das Kind ist in dieser negativen Stimmung gefangen und je jünger Schulkinder sind, umso weniger sind sie in der Lage, ihre Situation intellektuell zu erfassen.

Resultate können schlechte Noten sein, Aufsässigkeit, permanente schlechte Laune, bis hin zu Rückzug und Depressionen.

Manche Kinder meiden die Schule, werden zu Schulschwänzern und haben schließlich keinen Schulabschluss.

Kinder mit Konzentrationsschwächen ziehen sich oft zurück und fühlen sich missverstanden

Abgrenzung und Isolatation sind Folgen der Konzentrationsschwäche bei Kindern

Wie kann man der Konzentrationsschwäche bei Kindern entgegenwirken?

Das Gute, es gibt mehrere Lösungen und Möglichkeiten um die Konzentrationsschwäche bei Kindern zu fördern.

In der Praxis und bei der Umsetzung der folgenden Tipps & Tricks gilt der Grundsatz “Übung macht den Meister” und eine abwechslungsreiche Anwendung der Prinzipien.

Konzentration bei Kindern fördern – 10 Tipps & Tricks

1) Große Projekte in kleine Projekte aufteilen

Man kann die Konzentration bei Kinder fördern, in dem man die Aufgabe in kleinere Teile aufteilt.

Große Projekte können überwältigen. Das Teilen der Aufgabe in kleinere Abschnitte gibt einem Kind das Gefühl des Fortschritts, wenn einzelne Abschnitte abgeschlossen wurden.

2) Ablenkungen minimieren

Ein ruhiger Arbeitsplatz dient der Konzentrationsschwäche bei Schulkindern, ihren Fokus auf bestimmte Aufgaben auszurichten. Kinder haben noch keine Fähigkeit, Ablenkungen zu ignorieren.

Sanfte, ggf. auch klassische Musik (z.B. Bach) im Arbeitsbereich kann störende Geräusche ausblenden.

Smartphones werden immer mehr zur Ablenkung für Kinder

3) Einen Timer stellen

Eine der besten Konzentrationsübungen für Schüler ist es, einen Timer für eine bestimmte Aufgabe einzustellen. Das Kind muss dann versuchen, schneller als dieser Timer zu arbeiten. Es wirkt wie ein Spiel.

4) Ziele setzen

Ziele können eine gute Möglichkeit sein, wie man Konzentration bei Kinder fördern kann.

Wenn ein Kind eigene Ziele verfolgt, können Eltern und Lehrer als Motivatoren auftreten, das Kind dabei führen und auch belohnen, wenn das Ziel erreicht wurde.

5) Loben

Wenn man erkennt, dass ein Kind sich einer Aufgabe widmet, sollte man dies bemerken, anerkennen und auch beglückwünschen.

6) Gesunder Lebensstil

Gute Ernährung und ausreichend Schlaf helfen gegen Konzentrationsstörung bei Kindern, um sich auf eine Aufgabe konzentrieren zu können.

Komplexe Kohlenhydrate, Eiweiß sowie frisches Obst und Gemüse tragen dazu bei, die Konzentrationsschwäche bei Schulkindern zu verbessern.

Eine gesunde Ernährung fördert die Konzentration

7) Konzentrations- und Atemübungen

Tiefe Atmung, die Vorstellung von Bildern, das Verwenden einfacher Entspannungstechniken, können gute Konzentrationsübungen für Schüler sein.

Die Kombination einfacher Entspannungstechniken wie Tiefenatmung mit positiven visuellen Vorstellungen helfen dem Gehirn, sich zu verbessern oder neue Fertigkeiten zu erlernen und die Konzentrationsstörung bei Kindern zu verringern.

8) Routiniertes Arbeiten

Routine hilft der Konzentrationsschwäche bei Schulkindern. Sie gewöhnen sich an einen Stundenplan, Zeitmanagement, was das Gehirn des Kindes unterstützt, sich so zu programmieren, dass es weiß, wann es lernen muss (Automatismus).

9) Power Nap

Man kann die Konzentration bei Kinder fördern durch einen Power Nap für zwanzig Minuten nach der Schule. Hungerattacken sollten vermieden werden.

10) Spiele als Konzentrationsübungen für Schüler

Denkspiele: Man kann der Konzentrationsschwäche bei Kindern entgegenwirken, indem man Konzentrationsspiele spielt, die Denken, Planen und die Verwendung des Gedächtnisses erfordern.

Kreuzworträtsel, Puzzles und Kartenspiele wie Memory, Schnapp dir 5, oder Lautspirale verbessern die Aufmerksamkeit für Wörter, Zahlen und Bilder, während Bilderrätsel, bei denen insbesondere jüngere Kinder nach Dingen suchen müssen, die falsch im Bild sind, helfen.

Volle Konzentration auf Klingel und Symbole beim Konzentrationsspiel “Schnapp dir 5”

Eine der Konzentrationsübungen für Schüler ist Statue (einfaches da sitzen). Bei diesem Spiel wird das Gehirn des Kindes trainiert und herausgefordert, was die Verbindung von Geist und Körper stärkt und den Fokus verbessert.
Ein weiterer Tipp: Lernmethode des Kindes verstehen (visuell, auditiv, kinästhetisch).

Fazit

Wie jede Fähigkeit kann man der Konzentrationsschwäche entgegenwirken, speziell indem man Konzentrationsübungen integriert und automatisiert.

Der Trick ist, konsistent zu sein. Es ist eine Win-win-Situation, da sie nicht nur die Konzentrationsschwäche verbessern, sondern auch die Beziehung zu dem Kind stärken kann.

Die Bewältigung der Konzentrationsstörung ist eine Art gemeinsame Arbeit von Eltern, Lehrer und Kinder.

Dabei braucht jedes Kind seinen individuellen Ansatz.

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Volle Konzentration bitte: Aufmerksamkeit lässt sich trainieren!

Konzentration ist eine Fähigkeit, die Kindern zwar angeboren ist, doch wie intensiv und ausdauernd sie die Konzentration später auf eine Tätigkeit richten können, hängt entscheidend davon ab, wie die Konzentration im Kindesalter gefördert wird. Manche Kinder haben von klein auf ein gutes Maß an Konzentration und spielen schon mit zwei Jahren eine lange Zeit mit voller Aufmerksamkeit. Anderen Kindern wiederum fällt es schwer, die volle Konzentration länger als 10 Minuten auf ein Spielzeug oder Buch zu richten. Wenn Ihr Kind eher zur zweiten Sorte gehört, der es ein wenig an Konzentration mangelt, wird es von Ihrer geduldigen Förderung besonders profitieren.

Konzentration: Bitte nicht überfordern!

Verlangen Sie nicht zu viel von Ihrem Kind. Kindergartenkinder können ihre Konzentration entwicklungsbedingt meist maximal 15 bis 20 Minuten am Stück auf eine Sache lenken – das ist normal. Nur selten kommt es vor, dass sich ein Kind gar keine Konzentration aufweist. Meist ist es so, dass es sich in einigen Situationen recht gut konzentrieren kann, in anderen wiederum nur sehr begrenzt. Wenn Ihr Kind mit Feuereifer bei der Sache ist, wird es seine Konzentration länger darauf richten können als auf eine Tätigkeit, die es nicht interessiert. Viele Kinder, die einer Sache nicht aufmerksam folgen, sind daran einfach nicht genug interessiert und damit nicht motiviert. Deswegen kann sich Ihr Sohn z. B. alle Automarken merken, vergisst aber immer wieder, sich nach dem Toilettengang die Hände zu waschen…

Auch Hilfe im Haushalt fördert Ausdauer und Konzentration

Um die Fähigkeit zur Konzentration bei Ihrem Kind zu fördern, müssen es keine speziellen Übungen sein, es reichen auch einfache Lernspiele. Beziehen Sie Ihr Kind einfach in Ihre täglichen Arbeiten mit ein. Es kann Ihnen z. B. beim Kochen helfen. Besonders eifrig wird es bei der Sache sein, wenn Sie etwas zubereiten, das es gerne isst.
Besprechen Sie als erstes mit Ihrem Kind, was alles zu tun ist und wobei es gerne helfen möchte. So kann es beispielsweise Obst und Gemüse waschen, größere Kinder können auch schon beim Schneiden helfen. Es kann Teig anrühren oder eine Pizza belegen. Klären Sie mit Ihrem Kind, wie viel Zeit dafür benötigt wird und machen Sie ihm diese mit einem Vergleich deutlich. Statt fünf Minuten sagen Sie besser „so lange wie das Sandmännchen dauert“ oder statt 20 Minuten „ungefähr so lange wie eine Seite deiner Märchenkassette“.
Will Ihr Kind aufhören, bevor die Arbeit erledigt ist, erinnern Sie es an Ihre Vereinbarung, dass es diese oder jene Aufgabe übernehmen wollte. Stellen Sie heraus, welch wertvolle Hilfe es Ihnen bis jetzt war und motivieren Sie es noch einmal, etwa mit der Aussicht, wie der Papa oder das Geschwisterkind staunen werden, wenn sie erfahren, dass Ihr Kind so tüchtig beim Kochen geholfen hat oder vielleicht sogar die Nachspeise alleine zubereitet hat.
Je länger Ihr Kind bei der Sache bleibt, umso besser. Erkennen Sie seine Bemühungen an! Danken Sie ihm auf jeden Fall für seine Hilfe – das macht stolz und motiviert. Notieren Sie sich die Zeit, die Ihr Kind bei der Sache bleiben konnte, und versuchen Sie diese beim nächsten Mal zu verlängern.

Kinder mit Problemen bei der Konzentration brauchen besonders viel Lob

Ist Ihr Kind ein kleiner „Schmetterling“, der von einer Aufgabe zur nächsten flattert und nicht bei der Sache bleiben kann? Dann benötigt es besonders kurze, überschaubare Aufgaben und eine Extra-Portion Zuwendung, wenn es ihm gelungen ist, seine Konzentration einmal länger auf etwas zu richten.
Bitten Sie Ihr Kind um die tägliche Erledigung einer kleinen Aufgabe, die ihm nicht allzu schwer fällt. Das könnte z. B. Blumen gießen, das Haustier füttern, ein Puzzle machen oder ein Bild malen sein. Hat es daran gedacht und seine Aufgabe erledigt, bekommt es einen Aufkleber, den Sie in einen selbst gestalteten Wochenplan oder in einen Kalender einkleben. Hat es mindestens an der Hälfte der Tage einen Punkt gesammelt, kann es diese am Ende der Woche gegen eine kleine Belohnung eintauschen, z. B. ein besonderes Spiel spielen, ein Eis essen gehen oder ein Päckchen Sammelbilder. Je mehr Punkte Ihr Kind gesammelt hat, desto größer fällt dann auch die Belohnung aus.

Die 10 goldenen Regeln für mehr Konzentration

  1. Schaffen Sie Umgebungsbedingungen, die Ihrem Kind helfen, sich zu konzentrieren. Lüften Sie im Kinderzimmer regelmäßig. Schalten Sie bewusst ablenkende Lärmquellen aus. Damit Ihr Kind seine gesamte Konzentration über einen längeren Zeitraum auf eine bestimmte Sache richten kann, braucht es Ruhe und so wenig Ablenkung wie möglich.
  2. „Verführen“ Sie Ihr Kind nicht durch ein übergroßes Spielzeugangebot, von einer Sache zur anderen zu springen. Besser ist weniger Spielzeug, dafür aber solches, das sich kreativ einsetzen und immer wieder neu kombinieren lässt.
  3. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind genug trinkt. Ein Kindergartenkind sollte möglichst einen Liter Wasser, Tee oder Saftschorle pro Tag trinken. Leidet das Gehirn unter einem Flüssigkeitsmangel, schränkt das die Fähigkeit zur Konzentration ein.
  4. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind sich täglich an der frischen Luft bewegt. Lassen sie es draußen toben und spielen. Kinder, die körperlich nicht ausgelastet sind, werden leicht „zappelig“. Bewegung fördert die Durchblutung, erhöht den Sauerstoffgehalt im Blut und erhöht damit die Fähigkeit zur Konzentration.
  5. Unterbrechen Sie Ihr Kind nicht, wenn es gerade in ein Spiel versunken ist. Alles, was sich verschieben lässt, sollte jetzt besser warten. Ist eine Unterbrechung wirklich dringend nötig, sollten Sie ihm schon einige Minuten vorher ankündigen, dass es nun „zu Ende“ spielen sollte. So hat es genug Zeit, sich von seinem Spiel zu lösen.
  1. Lesen Sie Ihrem Kind regelmäßig vor. Es gibt kaum eine bessere Möglichkeit, seine Fähigkeit zur Konzentration zu fördern.
  2. Gewöhnen Sie Ihr Kind von Anfang an daran, seine Konzentration nur auf eine Sache zu richten: entweder malen oder Musik hören, entweder spielen oder fernsehen. Ständiges „Gedudel“ aus dem Hintergrund ist Gift für die Konzentration!
  3. Setzen Sie sich unter der Woche jeden Tag einige Minuten mit Ihrem Kind zusammen und sprechen Sie mit ihm darüber, was es im Kindergarten erlebt hat.
  4. Üben Sie mit Ihrem Kind, eine angefangene Sache zu beenden. Wenn Sie zusammen ein Bilderbuch ansehen, sollten Sie es erst weglegen, wenn Sie am Ende der Geschichte angekommen sind. Malt Ihr Kind ein Bild und möchte aufhören, bevor es fertig ist, können Sie interessiert nachfragen, was denn die Figur auf dem Bild macht oder anhat, um Ihr Kind zum weitermalen zu motivieren.
  5. Seien Sie Ihrem Kind ein gutes Vorbild. Zeigen Sie ihm z. B., dass Sie nicht abgelenkt werden möchten, wenn Sie ein Buch lesen. Stellen Sie dann bewusst Musik oder den Fernseher aus und erklären Sie ihm, dass Sie das stört und ablenkt. Lassen Sie sich nicht ständig unterbrechen, wenn Sie einen Brief oder die Einkaufsliste schreiben – notfalls muss Ihr Kind mit seinen Wünschen ein wenig warten, weil Sie nicht zwischendurch aufspringen wollen. So erlebt Ihr Kind hautnah, was Konzentration bedeutet.

Mein Tipp

Dem „Nebenbei-Fernsehen“ können Sie vorbeugen und gleichzeitig die Konzentration Ihres Kindes fördern, wenn Sie es zum „Schau-genau-Spiel“ einladen. Sehen Sie sich eine Sendung gemeinsam an und ermuntern Sie Ihr Kind, genau hinzusehen. Wer weiß nach der Sendung noch, welche Farbe die Hose des Hauptdarstellers hatte? Was gab es im Film zum Mittagessen?

Zum Weiterlesen

„So lernt mein Kind sich konzentrieren“ von Uta Reimann-Höhn (Herder 2006; 95 Seiten; 7,90 €); „So fällt´s leichter! Konzentrationsübungen“ von Birgit Hock (Klett 2005; 63 Seiten; 6,95 €)

Konzentration und Aufmerksamkeit fördern

Aufmerksamkeit – was ist das eigentlich?
Aufmerksamkeit ist eine Fähigkeit. Wie gut sich diese Fähigkeit entwickelt, hängt einerseits von bestimmten Genen ab, aber auch von Erfahrungen und der Lerngeschichte des Menschen. Wenn diese Fähigkeit gut ausgebildet ist, gelingt es uns besser:

  • einzelne Reize aus der Umwelt zu filtern
  • uns bestimmten Dingen oder Inhalten zuzuwenden
  • Ablenkungen auszublenden.

Aufmerksamkeit und Konzentration: ein und dasselbe?

Konzentration ist nur ein Teilbereich von Aufmerksamkeit. Konzentriert ist, wer sich über einen längeren Zeitraum auf eine begrenzte Aufgabe oder einen Gegenstand fokussieren kann. Im Großraumbüro konzentrieren wir uns so gut wie möglich auf den Projektantrag, den wir prüfen möchten, und versuchen dabei, uns nicht von den Gesprächen, klingelnden Telefonen und vorbeilaufenden Arbeitskollegen ablenken zu lassen. Ein Grundschulkind am Schreibtisch vertieft sich ganz in das Rechenblatt und widersteht dabei dem Wunsch, mit den Spielsachen zu spielen, die überall in seinem Zimmer verteilt sind und ihm ins Auge stechen. Diese Form der Aufmerksamkeit hat in den letzten Jahren massiv an Bedeutung gewonnen. Ablenkungen lauern überall. Die Fähigkeit, den eigenen Fokus bewusst zu steuern, nicht ständig zwischen Tätigkeiten hin- und her zu hüpfen und sich nicht dauernd unterbrechen zu lassen, ist in unserer hektischen, modernen Welt unerlässlich geworden.

Gleichzeitig ist ein anderer Bereich von Aufmerksamkeit in den Hintergrund gerückt: die Vigilanz, auch allgemeine Wachsamkeit genannt. Gemeint ist die Bereitschaft, genau wahrzunehmen und prompt zu reagieren. Diese Form der Aufmerksamkeit war in früheren Zeiten überlebenswichtig: als Jäger und Sammler galt es, stets auf der Hut zu sein – Vorteile hatte, wem jedes Rascheln im Gebüsch, jede Bewegung im Augenwinkel, jede verwischte Fährte im Wald auffiel. Mithilfe der Vigilanz gelang es unseren Vorfahren, Beutetiere aufzuspüren und nahenden Feinden rechtzeitig die Stirn zu bieten.

Kinder mit klassischen Aufmerksamkeitsproblemen sind oftmals besonders vigilant: sie sind sehr reizoffen – egal ob Bilder, Geräusche oder Gerüche; alle Eindrücke werden aufgesaugt wie ein trockener Schwamm. Gleichzeitig haben sie oftmals Mühe mit der Konzentration: ihr Fokus lässt sich vom Geschehen treiben und verlagert sich dorthin, „wo etwas los ist“. Aufgaben können kaum zu Ende gebracht werden, weil mit allen Ablenkungen mitgeschwungen wird.

Welche Faktoren beeinflussen die Aufmerksamkeitsleistung?

Viele Forscher/innen gehen der Frage nach, welche Bedingungen die Aufmerksamkeit beeinflussen. Typischerweise zollen wir Menschen großen, farbigen Reizen, die sich bewegen mehr Beachtung. Dies erklärt auch, warum bereits Babys wie hypnotisiert an einem laufenden Fernseher kleben. Auch Dingen, die neu für uns sind, uns persönlich betreffen oder emotional anrühren, wenden wir uns eher zu. Vielleicht verfolgen auch Sie manchmal gebannt die rührseligen Bilder, Werbevideos und Geschichten, die auf Facebook & Co. kursieren. Zuletzt orientieren wir uns an unseren Mitmenschen: So fokussieren wir eher auf Geschehnisse, Bilder oder Inhalte, die von anderen mit Neugier aufgenommen werden. Man denke hierbei an die kilometerlangen „Gaffer-Schlangen“ nach Unfällen auf der Autobahn.

Auf der anderen Seite fällt es uns schwerer, uns zu fokussieren, wenn das Material nicht interessant ist oder zu viele Reize auf einmal auf uns einströmen. Nachteilig wirken sich auch emotionale Ablenkungen aus, beispielsweise ein laufender TV oder eine Radiosendung, Textnachrichten, Gespräche im Nebenraum oder Gegenstände, die in uns den Wunsch auslösen, zu spielen oder etwas anderes zu tun. Auch Müdigkeit, Hunger oder Übersättigung und körperlichen Bedingungen (hormonelle Schwankungen, Mangelzustände, Verletzungen des Nervensystems) wird ein negativer Effekt zugeschrieben. Zudem konnte die klinische Psychologie nachweisen, dass Einschränkungen in der Aufmerksamkeitsleistung sich auch bei psychischen Beeinträchtigungen erkennen lassen, z.B. bei Dauerstress, ADHS, Depressionen oder Ängsten.

Aufmerksamkeit – ein Zusammenspiel mehrerer Gehirnnetzwerke

Das menschliche Gehirn verfügt über drei große Aufmerksamkeitssysteme bzw. –netzwerke, die jeweils für unterschiedliche Aufgaben zuständig sind (z.B. Petersen & Posner, 2012).

Sehen wir uns die drei Aufmerksamkeitsnetzwerke im Detail an:

  1. Das „Alerting“-Netzwerk
  2. Das Orientierungsnetzwerk
  3. Die exekutive Kontrolle

Wie Sie im Laufe dieses Artikels lesen werden, sind Auffälligkeiten in diesen Netzwerken mit spezifischen Aufmerksamkeitsproblemen verbunden.

„Ich bin wach und bereit!“ – Das Alerting-Netzwerk

Das sogenannte „Alerting“-Netzwerk hat die Aufgabe, uns Menschen dauerhaft in einem wachen, geistig offenen, konzentrierten Zustand zu halten. Es bereitet den Körper darauf vor, Informationen aufzunehmen und Warnsignale frühzeitig auszumachen. Wir können uns dieses Netzwerk wie einen großen Radarschirm vorstellen, der Eindrücke aus der Umgebung einfängt. Interessanterweise zeigt die Forschung, dass dieser Radarschirm offenbar einem gewissen Arbeitsplan folgt. Denn wie gut dieser funktioniert, hängt auch von der Tageszeit ab. Am frühen Morgen und am späten Abend bzw. in der Nacht kommt es zu verzögerten Reaktionszeiten. In diesen Phasen passieren auch deutlich öfter Verkehrs- oder Arbeitsunfälle – Momente der Unachtsamkeit nehmen zu. Aber nicht nur die Tageszeit, sondern auch Ängste und Stress können dem Alerting-Netzwerk einen Strich durch die Rechnung machen (z.B. Pilar Pacheco-Unguetti et al. 2010), wie das folgende Beispiel zeigt:

(Hinweis für Fachpersonen: Ein Blick ins Gehirn zeigt, dass das Alerting-Netzwerk vorwiegend durch den Botenstoff Noradrenalin moduliert wird. Involvierte Hirnbereiche sind der Locus Coeruleus, der frontale Cortex, parietale Bereiche, der rechte cerebrale Kortex sowie der Thalamus.)

Sina kann nicht lernen

Sina wird von ihren Eltern als ein fröhliches, gesprächiges, zugewandtes Kind beschrieben. Seit Beginn des neuen Schuljahres ist das Mädchen jedoch wie ausgewechselt: sorgenvoll beobachten die Eltern, wie sich ihre Tochter mehr und mehr zurückzieht und kaum mehr ein Wort redet. Sina hütet ein Geheimnis: sie wird in der Schule gemobbt. Fast jede ihrer Wortmeldungen quittieren die Mitschüler/innen mit einem fiesen Kommentar oder hämischen Lachen. Auch die Pausen sind zur Tortur geworden – Sina bleibt nichts anderes übrig, als sich auf dem WC zu verstecken. Durch viele Übergriffe gezeichnet achtet Sina mittlerweile penibel darauf, ihren Nachhauseweg so zu organisieren, dass sie ihren Widersachern ja nicht über den Weg läuft. Die Schule ist kein sicherer Ort mehr. Die tägliche Angst vor neuen Übergriffen bestimmt ihren Alltag. Angetrieben von dieser Angst arbeitet ihr innerer Radarschirm unter Hochdruck. Jedes Gemurmel im Klassenzimmer, jede Gesichtsregung eines Mitschülers, jede Bewegung hinter ihrem Rücken wird angstvoll registriert. Das Ziel: nicht eiskalt überrascht zu werden. Sinas Körper befindet sich im Überlebensmodus, ihr „Alerting-Netzwerk“ arbeitet ohne Unterlass. Es sucht die Umwelt permanent nach möglichen Gefahrenquellen ab. In diesem Zustand wird es für Sina unmöglich, die Inhalte des Unterrichts aufzunehmen und sich mit dem Stoff auseinanderzusetzen.

Solange die Schule kein sicherer Ort für Sina ist, wird sich ihr Gehirn in andauernder Alarmbereitschaft befinden. In diesem Notfallmodus wird ihr Geist von allem in Beschlag genommen, das prinzipiell auf eine Gefahr hindeuten könnte (jeder Blick, jedes Räuspern, jede Bewegung der Klassenkameraden). Daher bekommt sie kaum mehr etwas vom Unterricht mit, die Noten gehen in den Keller. Aber Sina benötigt keine Nachhilfe, kein Lerncoaching und kein Verhaltenstraining. Sie benötigt eine Schule, die Verantwortung übernimmt, das Mobbing auflöst und die Klasse zu einem Ort zu macht, an dem sich alle Schüler/innen angstfrei bewegen können. Denn nur wenn sich Sina sicher fühlt, kann sie sich wieder auf den Unterricht konzentrieren. Nur dann wird das Gehirn in einen aufnahmebereiten Zustand versetzt. Kurzum: Ihr Radarschirm braucht die Rückversicherung, dass keine Gefahr mehr droht und er sich „guten Gewissens“ wieder inhaltlichen Belangen zuwenden kann.

„Was ist denn hier los?!“- Das Orientierungsnetzwerk

Das Orientierungsnetzwerk organisiert alle Informationen, die über unsere Sinneskanäle auf uns einströmen. Blitzschnell nimmt es eine erste Bewertung vor: „Wo kommt der Reiz her? Handelt es sich um ein Bild, ein Geräusch, eine Körperempfindung, einen Geruch oder Geschmack? Ist diese Information wichtig oder unwichtig? Soll ich mich ihr zuwenden?“ Diese Bewertung läuft unbewusst und innert Sekundenbruchteilen ab. Vielleicht erinnern Sie sich an einen Moment, in dem Sie ein lautes Geräusch hörten und sich beinahe instinktiv umdrehten, um nachzusehen, was los ist. Dies ist eine typische Reaktion, die vom Orientierungsnetzwerk gesteuert wird. Es entscheidet also mitunter darüber, wohin sich unser Aufmerksamkeitsfokus verschiebt.

(Hinweis für Fachpersonen: Das Orientierungsnetzwerk wird hauptsächlich über den Botenstoff Acetylcholin gesteuert. Beteiligt sind cholinerge Systeme, die ihren Ursprung im basalen Vorderhirn haben sowie parietale Bereiche).

Sandra vermasselt die Mathe-Prüfung

Nach einer Lehre und mehreren Berufsjahren als Altenpflegerin konzentrierte sich Sandra vollends auf ihre beiden Kinder. Nun, da ihre Töchter flügge geworden waren, flackerte in ihr der langgehegte Wunsch auf, auf ihre „alten Tage“ (wie sie es selbst nannte) noch zu studieren. Bereits im ersten Studienjahr suchte Sandra aufgrund massiver Prüfungsängste einen Lerncoach auf. Die Statistikprüfungen machten ihr das Leben schwer. Schon Wochen vor den Klausuren fühlte sie sich wie gelähmt. Die Angst kroch ihr in die Glieder, sie kam sich „alt, dumm und überfordert“ vor und an der Prüfung selbst „ging gar nichts mehr“. Unter deutlicher Anspannung erzählte sie, wie ihr Sorgenkarussell kaum jemals still steht: „Was ist, wenn ich durchfalle? Was ist, wenn mir plötzlich nichts mehr einfällt? Bist du eigentlich dumm, wieso kapierst du das denn nicht?! Jetzt konzentriere dich endlich!“

Sandra selbst bezeichnete die Angst vor Mathematik als ihren „wohlbekannten Begleiter“. Schon in der Schule war das Rechnen ihr Problem- und Panikfach gewesen. Die leistungsorientierte, strenge Mutter habe oft stundenlang mit ihr gelernt, bei schlechten Noten gab es nicht selten Schimpftiraden und eine Ohrfeige. Noch jetzt, viele Jahre später, zuckt Sandra zusammen, wenn sie diese Erlebnisse schildert.

An der Universität setzen sich die Prüfungsschwierigkeiten fort. Das Austeilen der Prüfungsbögen, das Rascheln der Blätter beim Umdrehen, das Knirschen der Kugelschreiber von fleißig schreibenden Kommilitonen erinnern sie an früher, an ihr Versagen, ihre Unzulänglichkeit. Ihr Herz hämmert wie verrückt, die Hände zittern, am ganzen Körper bricht ihr der Schweiß aus. Ihre Gedanken an das Versagen und ihre Körperempfindungen drängen sich derart in den Fokus, dass Sandra kaum mehr zur Prüfung vordringen kann. So mit sich selbst beschäftigt gelingt es ihr schlichtweg nicht mehr, die Aufgabenstellungen in Ruhe zu lesen und einen Lösungsweg abzuleiten. Sandras Alerting- und Orientierungsnetzwerk laufen auf Hochtouren. Sie fühlt sich gestresst und angespannt. Ihr Fokus richtet sich unbewusst und blitzschnell auf ihre Körperempfindungen. Die kreisenden Gedanken, das pochende Herz, die zitternden Hände werden als störend empfunden. Kognitive Kapazität, um eine Rechenaufgabe zu lösen, ist kaum noch vorhanden.

Im Lerncoaching geht es auch darum, Sandra aus dem „Notfallmodus“ herauszuführen und sie trotz Angst wieder handlungsfähig zu machen. In einem ersten Schritt setzt sich Sandra mit ihren Ängsten auseinander. Die körperlichen Symptome stehen dabei im Zentrum. Gemeinsam mit dem Lerncoach erarbeitet Sandra, welchen Nutzen Ängste haben und welche körperlichen Reaktionen normal sind. Nach und nach gelingt es Sandra, ihre Körperempfindungen anders einzuordnen und sich davon nicht sofort verrückt machen zu lassen. Während sie früher oftmals dachte „Oh Gott, mein Herz rast wie verrückt. Ich falle gleich um!“, konnte sie sich nun sagen „Ja, du bist nervös, dein Herz klopft auch. Das ist o.k., das gehört dazu.“ Auch die blockierenden Gedanken wie „Was ist, wenn ich es nicht schaffe?!“ werden genauer unter die Lupe genommen. Angeleitet durch den Lerncoach beginnt Sandra, Überzeugungen, die ihre Ängste nähren, zu hinterfragen. Gleichzeitig lernt sie, freundlicher und ermutigender mit sich selbst umzugehen. Mit einer Reihe von Vorstellungsübungen wird schließlich die Bewältigung der Prüfungssituation trainiert. Mit zunehmender Übung merkt Sandra, wie ihre Ängste abnehmen. Es tritt ein Gewöhnungseffekt ein. Im Verlauf des Lerncoachings löst der Gedanke an die Prüfungssituation bereits deutlich weniger Nervosität aus. Sandra kann sich dadurch besser auf das Lernen konzentrieren und ihr Wissen in der Prüfung besser abrufen. Diese Kombination aus Entspannung, Neubewertung und Gewöhnung eignet sich dazu, die Aktivität des Alerting- und Orientierungsnetzwerks zu regulieren. Vereinfacht gesagt wird das Gehirn dabei unterstützt, die unbewusste Frage: „Was ist los?! Ist das gefährlich?!“ seltener zu stellen und wenn eine ruhestiftende Antwort bereit zu haben.

„Alles nach Plan!“ – Die Exekutive Kontrolle

Würden wir alle Eindrücke ungefiltert verarbeiten und darauf reagieren, wäre unser Gehirn völlig überlastet. Damit dies nicht geschieht, hat uns die Natur mit einem Netzwerk ausgestattet, das Prioritäten setzt und zwischen verschiedenen Hirnbereichen vermittelt. Das Netzwerk der exekutiven Kontrolle kommt nämlich immer dann zum Zug, wenn ein Reiz die Bewusstseinsschwelle übersteigt. Es hilft uns dabei, Ablenkendes bewusst auszublenden und die Aufmerksamkeit willentlich zu lenken. Dieses Aufmerksamkeitssystem ist zudem für das Kurzzeitgedächtnis, das Schmieden von Plänen, für Aufgabenwechsel und Flexibilität im Denken und Handeln verantwortlich.

(Hinweis für Fachpersonen: Die exekutive Kontrolle entwickelt sich stark von der Babyzeit über die Kindheit hinweg. So können Gedanken, Gefühle und das eigene Verhalten immer besser wahrgenommen und gesteuert werden. Kennzeichnend für dieses Netzwerk sind die Botenstoffe Dopamin und Serotonin. Zu den involvierten Hirnarealen gehören der anteriore cinguläre Cortex, der laterale präfrontale Kortex sowie die Basalganglien.)

Ramon ist chaotisch

Ramon besucht die fünfte Klasse. Bereits im Kindergarten war er durch seine verträumte, chaotische Art aufgefallen. Lange Zeit bereitete es ihm große Schwierigkeiten, Handlungsabläufe zu lernen. Während sein jüngerer Bruder sich bereits selbstständig anziehen, waschen, kämmen und die Zähne putzen konnte, brauchte Ramon dafür die ständige Begleitung von Mutter oder Vater. Ließ man ihn damit alleine, saß er überfordert vor dem Berg von Kleidungsstücken oder spielte gedankenverloren mit dem Wasserhahn und der Zahnpastatube. Trotz der konsequenten Haltung der Eltern gleicht das Kinderzimmer innert kürzester Zeit wieder einem Schlachtfeld. Auch die Lehrpersonen melden zurück, dass Ramon Schwierigkeiten mit der Organisation hat. Er vergesse häufig die Hausaufgaben, verliere Schulbücher und Materialien und könne sich nur schwer an Abgabetermine halten. Auch bei relativ einfachen Aufgaben hat er Mühe, Prioritäten zu setzen und zu entscheiden, was er zuerst und was er später erledigen möchte. Oftmals fühlt er sich im Alltag „völlig erschlagen“ und zieht sich in seine Traumwelt zurück.

In der vierten Klasse wurde bei Ramon eine Aufmerksamkeitsdefizitstörung vom unaufmerksamen Typ diagnostiziert. Die Forschung zeigt, dass diese Kinder besonders häufig mit Einschränkungen in der exekutiven Kontrolle zu kämpfen haben. Typischerweise gelingt es ihnen schlechter als Gleichaltrigen:

  • Die Aufmerksamkeit bewusst zu steuern
  • Unwichtiges auszublenden
  • Informationen im Kurzzeitgedächtnis zu behalten
  • Prioritäten zu setzen und Pläne zu schmieden
  • Handlungsabsichten zu formulieren und Zwischenschritte abzuleiten
  • Von einer Aufgabe zur nächsten zu wechseln
  • Sich flexibel auf Planänderungen und Zusatzinformationen einzustellen

Die wissenschaftliche Forschung konnte nachweisen, dass Hirnbereiche und Netzwerke, die an der exekutiven Kontrolle beteiligt sind, bei Kindern mit ADHS in ihrer Entwicklung verzögert, weniger aktiv und schlechter durchblutet sind (für einen detaillierten Überblick siehe Rietzler & Grolimund, 2016).

Da es Ramon besonders schwer fällt, sich selbst Struktur zu geben, ist er auf ein Umfeld angewiesen, das ihn in diesem Bereich unterstützt. Hilfreich sind Maßnahmen, die die exekutive Kontrolle entlasten und gleichzeitig trainieren. In einem Elternratgeber haben Ramons Eltern unter anderem die folgenden Tipps erhalten:

  1. Reduzieren Sie Ablenkungen.
  2. Führen Sie Abläufe wie „Schulranzen packen“, „sich selbst anziehen“, „Zimmer aufräumen“ schrittweise ein und nutzen Sie Visualisierungen, z.B. bebilderte Checklisten.
  3. Bitten Sie Ihr Kind vor dem Einschlafen, sich wichtige Abläufe bildlich vorzustellen als würde es einen Film ansehen.
  4. Weisen Sie Aufgaben ein begrenztes Zeitbudget zu und stellen Sie dieses visuell dar, z.B. mittels Timetimer.
  5. Führen Sie einfache Organisationssysteme ein, z.B. verschiedene Rollkisten für Spielsachen und Schulmaterial oder ein Farbsystem für die verschiedenen Schulfächer.
  6. Helfen Sie Ihrem Kind, das Arbeitsgedächtnis zu entlasten, indem Aufgaben und Termine aufgeschrieben, abfotografiert bzw. ins Handy einprogrammiert werden.
  7. Planen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind und zerlegen Sie die Aufgaben in überschaubare Teilschritte.
  8. Kündigen Sie Aufgabenwechsel frühzeitig an („Du darfst noch 3 mal rutschen, dann gehen wir nach Hause“).
  9. Sorgen Sie für genügend stressfreie Erholungsräume.

Lässt sich Aufmerksamkeit trainieren?

Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass sich insbesondere das System der Exekutiven Kontrolle trainieren lässt. So scheinen bestimmte Formen der Meditation die exekutive Aufmerksamkeitsleistung zu verbessern und für eine optimalere Vernetzung der beteiligten Hirnbereiche zu sorgen (Tang et al. 2007, 2009).

Offenbar wirken sich auch Übungen für das Arbeitsgedächtnis günstig aus (z.B. Klingberg et al., 2012; Olesen et al., 2004). Diese können im Alltag mit Kindern auch spielerisch gestaltet werden.

Bei Spielen wie „Memory“ oder „der Plumpssack geht um“ üben Kinder beispielsweise, sich die Lage mehrerer Bildkarten einzuprägen und im richtigen Moment abzurufen. Zum konzentrierten Zuhören und Abspeichern von mündlich vorgegebenen Informationen eignen sich Spiele wie „Ich packe meinen Koffer“ oder „Simon sagt“. Bei Letzterem werden abwechselnd immer längere Aufgaben gestellt, z.B. „Berühre mit den Händen deine Zehen, dann gehe zur Tür und mache sie auf, dann hüpfe dreimal auf der Stelle.“ Diese Aufforderung darf aber nur ausgeführt werden, wenn der Satz mit „Simon sagt:“ begonnen wird. Für jede korrekt ausgeführte Spielfolge erhält der Spieler einen Punkt. Wird das Kommando ausgeführt, obwohl „Simon sagt“ fehlt oder wird es falsch umgesetzt, gibt es einen Minuspunkt. Nach jeder Runde werden die Rollen gewechselt. So gibt immer abwechselnd jemand die Kommandos und der andere / die Gruppe führt diese aus.

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Stefanie Rietzler ist Psychologin und leitet die Akademie für Lerncoaching gemeinsam mit ihrem Kollegen Fabian Grolimund. Das Experten-Team führt Seminare für Eltern, Weiterbildungen für Fachpersonen sowie Vorträge an Schulen rund um das Thema Lernen durch. Die beiden verbindet eine große Begeisterung und Leidenschaft für das Schreiben von Büchern.

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