Kinder im internet schützen

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Sicherheitstipps für Eltern

2. Überprüfen Sie Apps

Prüfen Sie, welche Berechtigungen eine App verlangt, bevor Ihr Kind diese installiert. Stellen Sie sicher, dass Ihre Kinder nicht selbstständig beliebige Programme installieren können. Um das zu gewährleisten, sollten Sie den App Store mit einem Passwort versehen, das nur Ihnen bekannt ist.

3. Treffen Sie Vereinbarungen

Treffen Sie Vereinbarungen für die Nutzung digitaler Medien. Bestimmte Dienste oder die Nutzung von Smartphone und Tablet generell zu verbieten, macht diese nur noch reizvoller. Ein Verbot scheint auf den ersten Blick die einfachste Lösung zu sein. Allerdings nimmt es Ihrem Kind die Chance, einen verantwortungsvollen Umgang mit den Medien zu erlernen.

Das Medienerziehungsnetzwerk „Schau hin“ empfiehlt diese Zeiten:

3 bis 5 Jahre: eine halbe Stunde pro Tag
6 bis 9 Jahre: eine Stunde pro Tag
ab 10 Jahre: rund 9 Stunden pro Woche

Mit spezieller Sicherheitssoftware können Sie diese Vereinbarungen mit technischer Unterstützung durchsetzen. Legen Ihre Kinder das Gerät nicht nach der abgesprochenen Zeit aus der Hand, schaltet es sich automatisch ab. Bei Apple-Geräten ab der Version 6 legen Sie die Nutzungszeit unter „Geführter Zugang“ fest.

4. Machen Sie den Browser sicher

Mit einer soliden Sicherheitssoftware schützen Sie nicht nur das Gerät vor Viren, Trojanern und anderen Schädlingen. Viele Lösungen bieten einen zusätzlichen Browserschutz an, der Ihr Kind vor jugendgefährdenden Webseiten schützt. Mit einer solchen Software können Sie zudem Listen von als gefährdend eingestuften Seiten hinterlegen oder manuell selbst bedenkliche Seiten hinzufügen.

5. Richten Sie ein Kinder-Konto ein

Richten Sie auf Ihrem Rechner ein eigenes Profil für Ihr Kind ein. So können Sie selbst entscheiden, welche Programme es nutzen kann. Installieren Sie zum Beispiel einen kindersicheren Browser als einzigen Weg ins Netz.

Bei vielen beliebten Diensten lassen sich mit wenigen Klicks die Sicherheits- und Privatsphäre-Einstellungen kindgerecht justieren:

  • Google allgemein: anstößige Inhalte filtern
  • Youtube: eingeschränkten Modus anschalten
  • Bing: SafeSearch aktivieren

6. Schalten Sie Webcam und Mikro aus

Schalten Sie Mikro und Webcam ab. Auf diese Weise können ihre Kinder nicht ohne ihr Wissen beobachtet und gehört werden.

7. Achte Sie auf Veränderungen

Cybermobbing ist ein ernstes Thema in den Kinderzimmern. Zieht sich Ihr Kind zurück? Wirkt es immer öfter traurig und lustlos? Hinter der trüben Stimmung kann Cybermobbing stecken. Da sich viele Kinder schämen, wenn Sie Opfer von digitalem Mobbing werden, ist bei Eltern Fingerspitzengefühl gefragt. Bleiben Sie sensibel für die Sorgen Ihres Kindes und wachsam für Veränderungen an der Stimmung und dem Verhalten Ihres Kindes. Sprechen Sie im Zweifelsfall mit Lehrern oder anderen Vertrauenspersonen über Ihren Verdacht und haben Sie stets ein offenes Ohr für Ihr Kind.

8. Zeigen Sie Interesse

Seien Sie offen für die Erfahrungen, die Ihre Kinder im Netz machen. Stellen Sie sich den Fragen Ihres Nachwuchses. Kaum etwas ist mit Blick auf die digitalen Medien so wichtig wie ein gutes Gespräch, das offline stattfindet.

9. Machen Sie die Offline-Welt attraktiv

Smartphone, Tablet und Laptop bieten so viele Möglichkeiten, dass das Abschalten schwer fällt. Machen Sie Ihrem Kind die reale Welt schmackhaft – jenseits der sozialen Medien, dem digitalen Spielen und der Online-Recherche für Hausaufgaben. Bieten Sie Aktivitäten an, die ganz ohne Stromversorgung auskommen: ein Ausflug auf den Spielplatz, Brettspiele oder ein Vorleseabend. Als gutes Vorbild verzichten Sie bei den gemeinsamen Mahlzeiten und ähnlichen Familienaktionen auf Smartphone und Co..

Damit Kinder nur Webseiten zu sehen bekommen, die für sie auch geeignet sind, gibt es u.a. technische Lösungen – z.B. Internetfilter oder Kinderschutz­software, also Computerprogramme sowie Apps. Wie diese funktionieren, woher man sie bekommt, aber auch, was sie wirklich leisten können und was Sie ergänzend tun können, um Ihre Kinder im Netz zu schützen, erfah­ren Sie in unserer aktuellen neu überarbeiteten Broschüre „Wie schütze ich mein Kind im Internet? Technische Hilfsmittel“ (8. Auflage, 2019).

Ein kleiner Hinweis schon an dieser Stelle:

Kein Kinderschutzprogramm und keine App der Welt können die elterliche Fürsorge und die Aufklärung Ihres Kindes ersetzen. Die Programme bieten dabei lediglich eine Unterstützung. Es ist durchaus wichtig, weiter mit Ihren Kindern im Dialog zu bleiben. Lassen Sie sich erzählen, was Ihr Kind im Internet gemacht hat.

Die Broschüre richtet sich an Eltern und Pädagogen und kann kostenlos bestellt werden:

Hier klicken, um die Broschüren kostenlos zu bestellen!

Download der Broschüre als PDF: Wie schütze ich mein Kind im Internet – 2019

Passend zur Broschüre gibt es einen Film aus der Elternratgeberreihe.

Gestern sahen wieder Millionen Deutsche den Tatort. Die Münchner Kommissare Batic und Leitmayr ermittelten im Mordfall des 14-jährigen Tim. Der Schüler hatte vor seinem Tod freizügige Fotos und Videos von sich ins Internet gestellt und sich von Pädophilen dafür mit Geschenken bezahlen lassen.

Der neueste Tatort zeigt: Kinder haben im Internet immer leichter Zugang zu gefährlichen Webseiten.

Doch wie können Eltern sie davor schützen?

Michael Schnell, Leiter des Kinder-Portals Internet-ABC.de: „Kinder sollten zumindest schon Lesen und Schreiben können, bevor sie an den Rechner dürfen.“

Ein Grundsätzliches Internet-Verbot für Kinder hält der Experte aber für überzogen: „Kinder können vom riesigen Wissensschatz im Netz profitieren – allein die Vorbereitung ist wichtig. Mit ein paar Tipps können Probleme beim ersten Kontakt mit dem Web vermieden werden.“

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► Erklären Sie Ihrem Kind, was Datenschutz ist: Persönliche Informationen sollen persönlich bleiben. Chats und soziale Netzwerke sind eigentlich keine Orte für Kinder. Bei Facebook kann man sich aber bereits mit 13 Jahren anmelden. Dafür hat das soziale Netzwerk das sogenannte Minderjährigen-Profil eingerichtet. Bis zum Alter von 17 Jahren sind alle Privatsphäre-Einstellungen automatisch sehr vorsichtig gesetzt, öffentliche Postings, die vom ganzen Netz gesehen werden können, unmöglich.

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Eltern sollten zudem darauf achten, dass ihre Kinder auf Facebook nur mit Menschen vernetzt sind, die sie aus der realen Welt kennen. Reine Online-Freundschaften sind immer bedenklich, weil man nie weiß, wer sich hinter einem fremden Facebook-Profil verbirgt.

  • Internet-ABC

    Diese Website führt Kindern spielerisch an die neuen Medien heran und zeigt Eltern und Pädagogen wie sie dem Nachwuchs dabei helfen können. Das Projekt wird von der Landesmedienanstalt NRW betreut und steht unter der Schirmherrschaft der UNESCO.

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► Kinder sollten nie unbedacht auf Links oder Buttons klicken: Schärfen Sie Ihrem Kind ein, dass hinter bunten Schaltflächen üble Software lauern kann.

► Ein Virenscanner ist Pflicht: Zeigen Sie Ihren Kindern, wie sie den Virenschutz bedienen.

► Machen Sie Ihr Netz kindgerecht: Im Internet gibt es kostenlose Filter, wie SafeSearch von Google, die jugendgefährdende Webinhalte automatisch blocken.

►Je nach Alter sollten Kinder nur zwischen wenigen Minuten und einigen Stunden surfen dürfen. Kleinkinder sollten nur in Begleitung der Eltern im Netz sein. Grundschüler müssen gelegentlich schon mal ihre Hausaufgaben mithilfe des Internets erledigen. Dafür eignen sich spezielle Suchmaschinen für Kinder, wie www.fragfinn.de oder www.buntekuh.de – doch auch hier sollte täglich eine Stunde nicht überschritten werden.

  • Aschenputtel – Das interaktive Märchen

    Das interaktive Kinderbuch aus dem Carlsen Verlag bietet den Märchen-Klassiker in neuem Gewand. Sie lesen die liebevoll gezeichneten Bilder Ihren Kindern entweder einfach vor oder lassen professionelle Sprecher zu Wort kommen. Ältere Kinder können in die Geschichte aktiv eingreifen und Aschenputtel auf dem Weg zu ihrem Prinzen mit leichten Aufgaben unterstützen. Für Kinder ab drei Jahren. Preis: 5,49 Euro bei iTunes.

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Teenager brauchen mehr Freiheit im Umgang mit dem Internet, auch um eigene Grenzen entwickeln und verstehen zu können. Hier sollten Eltern mit ihren Kindern Zeit-Budgets (wie etwa: 10 Stunden pro Woche) vereinbaren und ihnen dann dabei helfen, diese Zeiten auch einzuhalten.

Übrigens: In den AGB von WhatsApp steht ein Mindestalter von 16 Jahren, bei YouTube, dem größten Videoportal der Welt, steht: Wer die Dienste nutzen will, der muss das „rechtlich erforderliche Alter für den Abschluss eines bindenden Vertrags“ erfüllen. Das ist in Deutschland erst mit 18 Jahren gegeben. Die Initiative Schaut Hin! rät Eltern deshalb, die Apps ihrer Kinder zu prüfen und gegebenenfalls Nutzungsregeln zu vereinbaren.

Kinder und Internet

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Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

Risiken und Schutzmaßnahmen – Kinder im Internet

  • Spam und Phishing
  • Schadprogramme
  • Preisgabe persönlicher Daten
  • Teure Downloads
  • Ungeeignete Inhalte
  • Cyber-Mobbing

Spam und Phishing

Die Risiken:

Sobald Kinder eine eigene E-Mail-Adresse nutzen, sich ein Profil in einem sozialen Netzwerk anlegen oder Nachrichten über Messenger austauschen, wird es nicht lange dauern, bis sie zum ersten Mal mit Spam oder betrügerischen Phishing-Nachrichten konfrontiert werden. Unerwünscht zugesandte Nachrichten werden generell als Spam bezeichnet. Er lässt sich grob in drei Formen unterteilen: Klassischer Spam wird häufig für Werbung genutzt. Mit einem Schadprogramm versehener Spam soll die Systeme der Empfänger infizieren. Dies kann direkt durch das Anklicken eines Dateianhangs oder eines Links erfolgen, der auf ein Schadprogramm oder eine infizierte Webseite verweist. Zuletzt gibt es noch das so genannte Phishing. Diese Betrüger-Nachrichten zielen darauf ab, dem Empfänger persönliche und sensible Daten zu entlocken.

Die Schutzmaßnahmen:

• Vorsicht bei Links: Ob in einer E-Mail oder in einem Chat – selbst wenn Freunde einen Link auf eine Webseite weiterschicken, sollte dieser nur angeklickt werden, wenn die Webseite bekannt ist.
• Umgang mit unbekannten Absender thematisieren: Ihr Kind sollte von Anfang an lernen, E-Mails oder Nachrichten von unbekannten Absendern gar nicht erst zu öffnen. Bringen Sie Ihrem Kind bei, dass Absender, Betreff und etwaiger Anhang sinnhaft zusammenpassen müssen, bevor eine E-Mail geöffnet wird. Hier hilft unser 3-Sekunden-Sicherheitscheck für E-Mails!
• Technische Einstellungen: Richten Sie den Spam-Schutz Ihres E-Mail-Anbieters ein und zeigen Sie Ihrem Kind, wie es Kontakte in sozialen Netzwerken oder Messengern blockieren kann.
• Sensibler Umgang mit der E-Mail-Adresse: Die Mail-Adresse sollte nur bei Bedarf angegeben werden. Auf Spam-Mails sollte nie geantwortet werden. Damit wird dem Absender gezeigt, dass dieses Postfach die Nachricht erhalten hat und aktiv ist.
• Weitere Tipps zu Spam und Phishing

Schadprogramme

Zwar liegt die Einrichtung von Sicherheitswerkzeugen wie einer Firewall und einem Antivirenprogramm auf dem Familien-PC in der Verantwortung der Eltern, dennoch ist es wichtig, Kinder frühzeitig über die Gefahren von Schadsoftware aufzuklären. Besonders die jungen Nutzerinnen und Nutzer lassen sich schnell verleiten, Symbole und Links anzuklicken, die Spannendes versprechen, und tappen so in die Falle von Internetkriminellen.
Durch das Öffnen infizierter E-Mails oder anderer elektronischer Nachrichten, aber auch alleine durch den Besuch von Webseiten können Computer mit bösartigen Programmen wie Viren, Würmern oder Trojanern infiziert werden.

• Erklären Sie Ihrem Kind, was Computerschädlinge sind. Besprechen Sie, welche Konsequenzen der Befall mit einem Schadprogramm haben kann – bis hin zum Verlust sämtlicher Daten, Fotos und Spiele auf dem PC
• Updates: Installieren Sie regelmäßig Updates für das Betriebssystem, den Browser und die weitere von Ihnen genutzte Software. Diese werden vom jeweiligen Hersteller bereit gestellt. Sie schließen auf diese Weise Sicherheitslücken, die Cyber-Kriminelle für eine Infektion mit Schadprogrammen ausnutzen können.
• Schutzprogramme: Stellen Sie sicher, dass auf dem Computer ein Virenschutzprogramm und eine Firewall installiert und aktiviert sind, bevor eine Verbindung zum Internet hergestellt wird. Aktualisieren Sie diese regelmäßig.
• Weitere Informationen unter Basisschutz für den Computer.

Preisgabe persönlicher Daten

Egal ob peinliche Fotos, lästige Spitznamen oder gar Telefonnummern: Was einmal gepostet ist, vergisst das Internet nicht. Kinder sollten deswegen früh lernen, dass sie keine Kontrolle mehr über alle Informationen haben, die sie einmal im Netz geteilt haben. Selbst die Nutzung von Apps und Online-Spielen hinterlässt Spuren. Die Frage, welche Daten von welchen Anbietern wie genutzt werden, ist nicht immer einfach zu beantworten – und fällt selbst Erwachsenen schwer. Deswegen lohnt es sich, bei jeder Online-Anwendung darüber nachzudenken, bevor sie genutzt wird.

• So wenig wie nötig: Sensible Daten wie Name, Geburtsdatum, Telefonnummer oder Adresse sollten Fremden auf keinen Fall preisgegeben werden. Dazu zählen ebenso Fotos. Auch in Chats mit vermeintlichen Freunden ist das nicht ratsam. Besprechen Sie mit Ihrem Kind, was das für Folgen haben kann.
• Unpersönliche E-Mail einrichten: Ihr Kind sollte nach Möglichkeit verschiedene E-Mail-Adressen für die Accounts der verschiedenen sozialen Netzwerke nutzen. So können Sie es zumindest erschweren, dass die Informationen, die Sie auf verschiedenen Seiten über sich preisgeben, zu einem umfassenden Profil über Sie zusammengestellt werden. Wenn möglich sollte die Adresse anonymisiert sein, das heißt keine Rückschlüsse auf das Alter oder den Namen zu lassen.
• Apps sicher einrichten: Laden Sie Apps am besten immer gemeinsam herunter. Achten Sie dann darauf, diese nur aus vertrauenswürdigen Quellen herunterzuladen und prüfen Sie, welche Zugriffsrechte die App für ihre Funktion beansprucht. Passt der Anwendungszweck dazu? Weitere Informationen unter App-Sicherheitstipps.
• Sichere Passwörter wählen: Erklären Sie Ihrem Kind, wie es sich sichere Passwörter zum Schutz von Daten und Accounts überlegen kann. Weitere Informationen unter Passwort-Sicherheit.
• Weiterführende Informationen zum Schutz der Daten hat die Initiative Schau hin! zusammengestellt.

Teure Downloads

Viele Apps bieten mittlerweile die Möglichkeit von In-App-Käufen. So können zunächst kostenfreie Apps schnell zur Kostenfallen werden. Auch beim Herunterladen beispielsweise von Klingeltönen oder Musikdateien können überraschend hohe Kosten entstehen.

• Schränken Sie Bezahlmöglichkeiten in den App-Stores ein oder verhindern Sie sie ganz.
• Machen Sie Ihr Kind darauf aufmerksam, dass durch In-App-Käufe oder Downloads hohe Kosten entstehen können. Bieten Sie an, vorab gemeinsam die Kosten von konkreten Downloads zu prüfen.
• Wertkartenhandys oder Guthabenkarten für den App-Store beschränken das Budget automatisch.

Ungeeignete Inhalte

Neben vielen nützlichen Inhalten sind im Internet insbesondere für Kinder auch ungeeignete Inhalte nur einen Mausklick weit entfernt. Gewaltverherrlichende Online-Spiele, rassistische oder pornografische Äußerungen und Darstellungen sind nur einige Beispiele. Selbst in vermeintlich harmlosen Online-Diensten wie Messengern und sozialen Medien lauern Risiken: Immer wieder gibt es auch Menschen, die mithilfe falscher Profile ihre wahre Identität verbergen und auf diese Weise versuchen, mit Kindern in Kontakt zu kommen.

Richten Sie deswegen für Ihr Kind ein eigenes Profil mit eigenem Passwort auf dem Familien-PC oder Tablet ein und beachten Sie folgende Hinweise:
• Achten Sie darauf, dass geeignete Startseiten wie etwa www.internet-abc.de, www.internauten.de oder www.helles-koepfchen.de für den Interneteinstieg Ihres Kindes eingerichtet sind. Geben Sie dazu den jeweiligen Link in den Browser-Einstellungen ein und legen ihn als Startseite fest. Eine Auflistung von kindergerechten Webseiten finden Sie beispielsweise unter www.seitenstark.de.
• Mit Hilfe von Jugendschutzprogrammen („Filter“) können Sie die Computernutzung Ihrer Kinder einschränken. Nähere Informationen darüber, was diese Werkzeuge leisten, erhalten Sie in den technischen Grundlagen.
• Klären Sie Ihr Kind darüber auf, welche Art von gefährlichen Inhalten es im Internet, in Messengern oder Sozialen Netzwerken gibt, und wie es reagieren soll, wenn es auf solche Inhalte stößt. Die Kommission für Jugendmedienschutz stellt dafür Broschüren bereit.
• Melden Sie bedenkliche Angebote den Beschwerdestellen von jugendschutz.net und der Internet-Beschwerdestelle. Diese Einrichtungen können geeignete Schritte gegen die Seitenbetreiber ergreifen.
• Nehmen Sie sich Zeit für Ihr Kind, wenn es Computer, Tablet oder Smartphone nutzt, und zeigen Sie Interesse an dem, was es im Internet tut.

Cyber-Mobbing

Der Begriff Cyber-Mobbing steht für verschiedene Formen der Diffamierung, Belästigung, Bedrängung und Nötigung anderer Menschen oder Organisationen über das Internet, zum Beispiel über E-Mail, Messaging oder Soziale Medien. Laut JIM Studie 2018 ist ein Drittel der befragten Jugendlichen bereits mit Cyber-Mobbing in Berührung gekommen und hat mitbekommen, wie jemand online fertig gemacht wurde.

• So wenig Daten wie möglich: Auch ganz harmlose Fotos oder Videos können beispielsweise so manipuliert werden, dass sie Ihr Kind in Verlegenheit bringen können. Deswegen sollte es so wenig Fotos und persönliche Informationen wie möglich online stellen.
• Mobbing melden: Beleidigungen, Hass-Postings und gemeine Bilder können in vielen Fällen direkt bei den Diensten gemeldet werden, in denen sie auftauchen.
• Privatsphäre-Einstellungen: Private Informationen und Fotos in Sozialen Netzwerken oder Apps sollten nicht für alle sichtbar sein. Gehen Sie mit Ihrem Kind die Privatsphäre-Einstellungen durch und sensibilisieren sie es, Freundschaftsanfragen von Fremden nicht anzunehmen.
• Sollten die Schutzmaßnahmen nicht reichen und es zum Ernstfall kommen, finden Sie Hilfestellungen unter Tipps für Betroffene.
• Weitere Informationen zum Cyber-Mobbing auf klicksafe.de.

Kindertag 2016 – Gefahren für Kinder im Internet

Viele Eltern gehören nicht zu den „digital natives“. Für einige ist es deshalb auch eine Herausforderung, alle Risiken im Internet zu erkennen und richtig einzustufen. Genau für diejenigen haben wir eine kurze Liste mit den wichtigsten Begriffen zusammengestellt.

Der erste Juni ist nicht nur ein Anzeichen dafür, dass man dem lange ersehnten Sommer näher rückt. Er ist auch ein Feiertag für unsere Kleinsten. Der internationale Kindertag erinnert uns Erwachsene nicht nur daran wie tapfer und couragiert heutige Kinder sind, sondern auch wie verwundbar.

Durch den technologischen Fortschritt und der wachsenden Prominenz von sozialen Netzwerken werden Kinder geradezu in die virtuelle Welt gesogen. Einige verbringen mehr Zeit online als mit Familie und Freunden.

Viele Eltern gehören nicht zu den digital natives. Für einige ist es deshalb auch eine Herausforderung, alle Risiken im Internet zu erkennen und richtig einzustufen. Genau für diejenigen haben wir eine kurze Liste mit den wichtigsten Begriffen zusammengestellt:

Malware

Die Wortmischung von malicious und software ergibt Malware. Sie gehört zu den ständigen Bedrohungen im Internet. Es gibt sehr viele unterschiedliche Methoden, die Malware benutzt, um seine Opfer zu attackieren. Kindern begegnet sie oft in Form von gefälschter Gaming Software. Kompromittierte Versionen werden auf Drittanbieter-Märkten und Foren verteilt. Manchmal finden sich einige dieser kostenlosen Spiele auch im offiziellen Google Play Store. Ein zuverlässiger Antivirenschutz kann den Zugriff auf gefährliche Webseiten verhindern und bösartige Apps blockieren.

Cyberbullying

Dieses feindselige Verhalten ist besonders unter Kinder weit verbreitet. In der Regel wird das Kind dabei von Bekannten im Cyberspace bedroht oder gedemütigt. Das führt nicht selten zu einem emotionalen Trauma bei Betroffenen. Wenn Eltern auch nur eine Vermutung darüber haben, dass das eigene Kind Opfer von Cyberbullying ist, sollte nicht lange gezögert werden. Es ist wichtig, sich mit den Kindern darüber zu unterhalten und Beweise für derartige Diskriminierung sicherzustellen und an Behörden zu übergeben. Das geschieht am besten, bevor sich das betroffene Kind für einen Rachefeldzug entscheidet.

Grooming

In diesem Fall versucht eine erwachsene Person ein Kind zu sexuellen Handlungen zu bewegen. Dabei schafft der Erwachse eine vertrauenswürdige Umgebung und stellt eine emotionale Verbindung zum Kind her. Das wird als „grooming“ (zu Deutsch etwa Anbahnen) bezeichnet. Oft geben sich die Täter als Gleichaltrige aus. Sie versuchen eine enge Beziehung aufzubauen, um später ein Treffen mit dem Kind arrangieren zu können. Für Eltern gibt es hierfür ein spezielles Tool namens Parental Control. Es überwacht die Interaktionen der Kinder im Internet. Auf diese Weise können Eltern „grooming“ vorbeugen.

Sexting

Die Wortschöpfung entstammt den Wörtern Sex und Texting. Damit werden Nachrichten mit sexuellen Inhalten bezeichnet. Oft dienen sie zur privaten Kommunikation. Durch den technologischen Fortschritt und der Tatsache, dass viele Kinder schon ein eigenes Mobiltelefon besitzen, werden zunehmend auch Bilder und Videos verschickt. Heutzutage benutzen dazu viele Jugendliche WhatsApp. Hierbei sollte man wissen, dass man erstens alle Bildrechte automatisch an WhatsApp abtritt und zweitens die Nachrichten im Internet abgefangen werden könnten. Eltern sollten ihre Kinder auf diese Tatsachen hinweisen.

Informationsdiebstahl

Alle Informationen die über das Internet versendet werden, könnten von Dritten abgefangen werden, insofern man keine besonderen Sicherheitsmaßahmen getroffen hat. Nachlässigkeit führt in den meisten Fällen zu Geldverlusten – schlimmstenfalls zu Identitätsdiebstahl. Eltern sollten ihre Kinder über den richtigen Umgang mit Informationen im Netz aufklären und idealerweise ausschließlich selbst die Kontrolle über Online Banking haben.

Spam

Unverlangte E-Mails landen immer wieder im Postfach. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Spam-Mails auch die Endgeräte der Kinder erreichen. Die Anzahl an Malware-Kampagnen steigt stetig. Kinder müssen lernen, Spam-Mails zu erkennen und sofort zu löschen.

Scam

Unter Scam werden trügerische Handlungen, die über das Internet stattfinden, zusammengefasst. Die Formen sind vielfältig. Oft erfolgen Social Engineering Angriffe über soziale Netzwerke. Dabei kann ein Angreifer beispielsweise etwas zum Verkauf anbieten, in Wirklichkeit aber ganz andere Absichten verfolgen. Meistens haben es die Kriminellen auf vertrauliche Informationen abgesehen.

Weitere Tipps:

  1. Es empfiehlt sich, ein extra Benutzerkonto für das Kind anzulegen. Auf diese Weise lässt sich eine effiziente Zugriffskontrolle gewährleisten.
  2. Die verlässliche Sicherheitslösung und das Parental Control Tool sollten auf dem aktuellsten Stand sein.
  3. Eine Überwachung des Browserverlaufs des Kindes bietet sich an. Bei einem gelöschten Verlauf unbedingt das Gespräch mit dem Kind suchen.
  4. Die Benutzung der Webcam sollte eingeschränkt werden. Entweder lässt sie sich vom Computer trennen oder in den Softwareeinstellungen deaktivieren.
  5. Bei der Erlaubnis zur Benutzung von sozialen Netzwerken sollten alle Einstellungen, die insbesondere die Privatsphäre betreffen, im Auge behalten werden. Ein Profil, das öffentlich ohne Einschränkungen geteilt wird, kann die Integrität von Kindern gefährden.

Ondrej Kubovič 1 Jun 2016 – 02:18PM

Eltern

  1. Entdecken Sie das Internet gemeinsam mit Ihrem Kind.

    Suchen Sie interessante und spannende Websites, die dem Alter ihres Kindes entsprechen, und erforschen Sie diese gemeinsam. Gemeinsame Erfahrungen erleichtern es, über positive und negative Erlebnisse bei der Internetnutzung zu sprechen.

  2. Vereinbaren Sie Regeln.

    Einigen Sie sich auf Regeln zur Internet- und Handynutzung. Diese können z. B. den zeitlichen Umfang, die genutzten Inhalte, den Umgang mit Bildern und persönlichen Daten oder die Kosten betreffen. Regeln sind nur dann wirksam, wenn Ihr Kind diese versteht und akzeptiert.

  3. Thematisieren Sie die Weitergabe von persönlichen Daten.

    Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Risiken einer leichtfertigen Datenweitergabe im Internet. Name, Adresse, Telefonnummer und persönliche Fotos sollte Ihr Kind nur nach Absprache mit Ihnen weitergeben. Beraten Sie Ihr Kind zum Schutz seiner Privatsphäre.

  4. Vorsicht bei Treffen mit Online-Bekanntschaften.

    Es ist okay, sich mit Bekanntschaften aus dem Netz zu treffen – aber nur an öffentlichen Orten (z. B. Kinocenter, Café) und in Begleitung von Erwachsenen (oder zumindest von FreundInnen). Sprechen Sie mit Ihrem Kind über mögliche Risiken.

  5. Diskutieren Sie den Wahrheitsgehalt von Online-Inhalten.

    Zeigen Sie Ihrem Kind, wie dieses Inhalte im Internet auf ihre Richtigkeit überprüfen kann, in dem Sie andere Quellen zum Vergleich heranziehen. Auch Werbung ist für Kinder oft nur schwer zu durchschauen.

  6. Melden Sie illegale Online-Inhalte.

    Schauen Sie nicht weg! Melden Sie kinderpornografische oder rechtsradikale Inhalte – z. B. an www.stopline.at.

  7. Ermutigen Sie Ihr Kind zu guter Netiquette.

    Auch im Internet gibt es Regeln. Einfach gesagt: Was im realen Leben erlaubt ist, ist auch im Internet erlaubt. Was im realen Leben verboten ist, ist auch im Internet verboten.

  8. Informieren Sie sich über die Mediennutzung Ihres Kindes.

    Lassen Sie sich von Ihrem Kind aktuelle Lieblingsseiten, -spiele oder -apps zeigen und versuchen Sie zu verstehen, warum es diese toll findet. Machen Sie die Internet- und Handynutzung zu einem gewohnten Thema in Ihrer Familie.

  9. Seien Sie nicht zu kritisch

    Seien Sie nicht zu kritisch mit Ihrem Kind. Ihr Kind kann durch Zufall auf ungeeignete Inhalte stoßen. Nehmen Sie dies zum Anlass, um über diese Inhalte zu diskutieren und Regeln zu vereinbaren. Drohen Sie Ihrem Kind aber nicht mit einem Internet- oder Handyverbot, das kann das Vertrauensverhältnis zu Ihrem Kind empfindlich stören!

  10. Vergessen Sie nicht: Die Chancen digitaler Medien übertreffen die Risiken!

    Internet und Handy sind ausgezeichnete Medien, die sowohl zum Lernen als auch in der Freizeit sinnvoll eingesetzt werden können. Ermutigen Sie Ihr Kind, digitale Medien bewusst zu nutzen und alle Chancen zu erforschen. Unter Anleitung können die Risiken sehr gut eingeschränkt werden.

Jüngere Kinder im Internet – Tipps für junge Surfer bis ca. 10 Jahre

An dieser Stelle listen wir ausgewählte Internetseiten für Eltern. Angebote für Ihre jüngeren Kinder finden Sie unter „Gute Seiten und Apps für Kinder“.

www.klicksafe.de/themen: Im umfangreichen Themenbereich von klicksafe finden Sie Informationen zu allen wichtigen Angeboten des Internets (Digitale Spiele, (Cyber)Mobbing, Chats, Jugendschutzprogramme, …).

www.klicksafe.de/referentensuche: Wenn an der Schule oder im Kindergarten Ihres Kindes ein medienpädagogischer Elternabend geplant ist, können hier passende Referenten gefunden werden. Die ggf. entstehenden Kosten müssen mit der in Ihrem Bundesland gelisteten Einrichtung besprochen werden.

www.internet-abc.de/eltern: Im Elternbereich vom Internet-ABC können sich Eltern Wissen über die Chancen und Risiken des Internets aneignen und lernen, wie sie dieses Wissen gemeinsam mit ihrem Kind nutzen können. Als Ratgeber im Netz bietet das Internet-ABC konkrete Hilfestellung und Informationen über den verantwortungsvollen Umgang mit dem World Wide Web. Die werbefreie Plattform richtet sich mit Erklärungen, Tipps und Tricks an Kinder von fünf bis zwölf Jahren, Eltern und Pädagogen. Hinter dem Projekt steht der gemeinnützige Verein Internet-ABC, dem alle Landesmedienanstalten Deutschlands angehören.

www.mediennutzungsvertrag.de: Um Streit oder Diskussionen über die Handy-, Computer-, Fernseh- oder Internetnutzung in Familien zu vermeiden, kann ein gemeinsam und frühzeitig erstellter Mediennutzungsvertrag helfen. Denn dann ist klar, was erlaubt ist und was nicht. Da jede Familie unterschiedlich ist, reicht ein allgemeingültiger Standardvertrag oftmals nicht aus. Mit dem Angebot von klicksafe und Internet-ABC können Sie den Umgang mit Medien in Ihrer Familie individuell regulieren, und neben Nutzungszeiten auch die Art der inhaltlichen Nutzung vereinbaren.

www.nummergegenkummer.de: Das Kinder- und Jugendtelefon der „Nummer gegen Kummer“ ist unter der Nummer 116 111 montags bis samstags von 14:00 – 20:00 Uhr zu erreichen. Die Anrufe sind kostenlos und anonym. Die [email protected] Beratung ist rund um die Uhr erreichbar. Das Elterntelefon ist montags bis freitags von 09:00 – 11:00 Uhr und dienstags und donnerstags von 17:00 – 19:00 Uhr unter der kostenlosen Nummer 0800 – 111 0 550 zu erreichen.

www.schau-hin.info: „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht“. Die Webseite bietet Eltern praktische Orientierungshilfen zur Medienerziehung. Eine Initiative des Bundesfamilienministeriums.

www.surfen-ohne-risiko.net: Das Angebot unterstützt Eltern bei der Medienerziehung ihrer Kinder. Unter anderem stehen hier einfache Hilfen wie „Meine Startseite“, kreative Internet-Quizspiele und Informationen rund um die Themen „Daten schützen“, „Kosten vermeiden“, „Kinder-Fragen“, „Online-Werbung“, „Mobile Endgeräte“, „Verstöße melden“ und vieles mehr in gut verständlicher Form zum Entdecken bereit. Die Website wurde von jugendschutz.net zusammen mit weiteren Partnern im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erstellt.

Das erste Lachen – klick! Die ersten Schritte – klick! Das erste große Geschäft auf dem Töpfchen – klick! Die ersten Jahre vieler Kinder sind heute nahezu lückenlos dokumentiert. Stolze Eltern halten so viele Momente wie möglich fest – und teilen sie auf Whatsapp mit der Familie oder auf Instagram gleich mit der ganzen Welt.

Wie die Kinder das irgendwann mal finden, diese Frage stellen sich aus Sicht von Experten viel zu wenige Eltern. Das Deutsche Kinderhilfswerk startete die Kampagne #ErstDenkenDannPosten, die Bloggerin Toyah Diebel forderte mit dem Projekt #DeinKindAuchNicht, für das sie Schauspieler Wilson Gonzalez Ochsenknecht aufs Töpfchen setzte, einen sensibleren Umgang mit der Privatsphäre von Kindern.

Mehr als 90 Prozent der Zweijährigen sind im Netz präsent

„Das Thema gibt es nun schon seit Jahren, und ganz ehrlich hat sich fast nichts geändert“, sagt der renommierte Cyberkriminologe Thomas-Gabriel Rüdiger vom Institut für Polizeiwissenschaft der Hochschule der Polizei des Landes Brandenburg. Mehr als 90 Prozent aller Zweijährigen seien laut einer US-Studie heute schon im Netz präsent. Wer auf Instagram nach dem Hashtag #Instakids sucht, kommt auf fast 20 Millionen Treffer. Darunter sind nicht nur erschreckend freizügige Bilder von Kindern, sondern auch solche, die dem Nachwuchs, würde man ihn fragen, womöglich peinlich wären.

Die Pädagogik-Professorin Nadia Kutscher von der Uni Köln, die gemeinsam mit dem Deutschen Kinderhilfswerk eine Studie zur Mediennutzung in Familien erstellt hat, fand heraus, dass die Persönlichkeitsrechte von Kindern oft verletzt werden – von ihren eigenen Eltern. „Kinder selbst haben oftmals genaue Vorstellungen davon, wer welche Bilder von ihnen sehen darf. Sie möchten auch an den Entscheidungen beteiligt werden. Aber die Eltern fragen sie in der Regel gar nicht.“

Rein rechtlich müssen sie das auch nicht, sagt Daniel Kötz, Experte für Medien- und Urheberrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV) – zumindest in sehr jungen Jahren. „Das Recht am eigenen Bild bei Kindern wird von den Eltern ausgeübt. Sonst gäbe es keine Werbung für Windeln oder Kinderkleidung.“ Wenn die „Einsichtsfähigkeit“ beim Kind einsetzt – in der Regel ab 14 Jahren – kann es das Recht selbst ausüben.

Nach Angaben von Pädagogin Kutscher wird vor allem in weniger privilegierten Familien der explizite Wunsch der Kinder, nicht gezeigt zu werden, von den Eltern teilweise sogar übergangen. Die Begründung dieser Eltern: „Aber das sieht doch so witzig aus.“

Ob sich die Betroffenen später einmal freuen, dass ihre skurillen Kinderbilder sie durchs Leben verfolgen? Das Netzt vergisst bekanntlich nichts. Screenshots (Schwärzungen durch die Redaktion)

Dabei könnten viele Eltern gar nicht überblicken, was die Präsenz ihrer Kinder im Netz bedeutet, sagt der Cyberkriminologe Rüdiger. „Wir wissen ja noch nicht, welche biometrischen Daten später mal aus Fotos herausgelesen werden können.“ Die größte Gefahr sei aber weiterhin, dass Kriminelle wie Sexualtäter oder auch Stalker die geteilten Informationen über die Kinder nutzen. Es gebe beispielsweise Seiten, die vollautomatisch Bilder von Instagram-Accounts kopieren und im Netz anbieten, sagt Rüdiger. „Und dazu kommt noch, dass Kindern durch die Eltern eine Art feste digitale Identität gegeben wird, bevor diese selbst die Möglichkeit haben sich auch im Netz zu definieren.“

Eltern stellen ihre Bedürfnisse über die ihrer Kinder

Eltern, die Fotos vom Nachwuchs hochladen, meint Rüdiger, stellten ihre Bedürfnisse über die ihrer Kinder. „Aber das Internet ist ein Ort geschaffen von Erwachsenen für Erwachsene und kein Ort für Kinder.“ So lange das Netz kein kindersicherer Ort sei, hätten „unvorbereitete Kinder dort nichts verloren“.

Auch Fotos als Whatsapp-Status oder Profilbild einzustellen, hält der Kriminologe für unklug. „Sie laufen ja auch nicht durch die Stadt und drücken Menschen, die Sie nur flüchtig kennen, Polaroid-Bilder von ihrem Kind in die Hand.“ Normalerweise sei es Aufgabe der Eltern, die Risiken für ihre Kinder zu minimieren. „Im Netz erhöhen Eltern die Risiken sogar noch, vor allem durch Kinderbilder.“

Rüdiger hält es darum für wichtig, Netzwerke wie Instagram und Facebook in die Pflicht zu nehmen. „Auf der einen Seite ist es möglich, mit Filter-Einstellungen nackte Brüste zu finden und zu löschen. Gleichzeitig gibt es aber Tausende auch von problematischen Bildern von Kindern und Kommentaren sexueller Natur zu diesen Bildern.“

Kinderhilfswerk wirbt für einen Mittelweg

Anders sieht das Anwalt Kötz. „Ich glaube – und das ist meine persönliche Meinung – dass sich 99 Prozent aller Menschen über diese Frage überhaupt keine Gedanken machen“, sagt Kötz. „Die meisten machen sich weder beim Hochladen noch beim Betrachten böse Gedanken. Das Thema wird überbewertet.“

Das Deutsche Kinderhilfswerk wirbt da eher für einen Mittelweg. „Kinder sind Teil unserer Gesellschaft“ und sollten darum auch im Netz sichtbar sein, sagt Sophie Pohle von der Koordinierungsstelle Kinderrechte. „Die wichtigste Frage dreht sich also nicht darum, ob Kinderfotos im Netz überhaupt gepostet werden dürfen oder nicht, sondern in welcher Art und Weise das geschieht.“ Von Britta Schultejans, dpa

Neuer Trend: (gutes) Zeugnis posten – berechtigter Stolz oder Angeberei?

Neun Tipps, um Kinder im Netz zu schützen

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Hannover. Im Internet ist alles für jeden immer und überall erreichbar. Was in vielerlei Hinsicht ein Vorteil sein kann, ist durchaus mit Risiken verbunden. Denn Kinder wissen oftmals nicht, was harmlos und was potenziell gefährlich ist. Wenn Neugierde auf mangelnde Erfahrung trifft, sind Eltern gefragt. Den Kindern fehlt es schlicht an Medienkompetenz.

Selbstschutz durch Medienkompetenz

Selbstschutz ist der beste Schutz. Ein kompetenter Umgang mit dem Internet und dem Smartphone ist allerdings nicht angeboren, sondern muss erlernt werden. Oft sind sich Eltern der Gefahren von jugendgefährdenden Internetseiten nicht im Klaren oder wissen nicht, wie sie ihre Kinder durch entsprechende Sicherheitseinstellungen schützen können.

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Das Ziel von Medienerziehung sollte daher sein, eine Medienkompetenz beim Kind aufzubauen, damit es beim Surfen im Netz schon früh den Umgang mit schädlichen oder jugendgefährdenden Inhalten eigenständig einschätzen kann. Natürlich sollten Eltern ihre Kinder auch aktiv schützen. Wenn Eltern dem Kind zum Beispiel ein Smartphone kaufen, dann sollten sie sich auch um die Sicherheitseinstellung des Gerätes kümmern.

Tipps zu mehr Sicherheit im Internet für Kinder

Eine Zusammenstellung von Tipps, die Kinder im Netz schützen:

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1. Gemeinsam das Internet entdecken

Ein früher Start spielt bei der Medienerziehung eine zentrale Rolle: Wartet man zu lange, eignet sich das Kind intuitiv ganz eigene Regeln im Umgang mit dem Smartphone an und die Medienkompetenz wird zum unkontrollierten Selbstläufer.

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Dann sind Kinder oftmals technisch versierter als ihre Eltern und umgehen die Regeln, die von den Eltern aufgestellt werden. In Folge werden Regelverstöße erst dann von den Eltern erkannt, wenn es zu spät ist. Straftaten wie Urheberrechtsverletzungen sind nur ein Beispiel.

Andersherum spricht nichts gegen eine gemeinsame Entdeckungsreise. Bereits im Vorschulalter sind Kinder schon neugierig auf das Internet. Mit der elterlichen Begleitung können Kinder dann ruhig bereits erste Erfahrungen mit dem World Wide Web machen.

Doch über die herkömmlichen Suchmaschinen wie Google, Bing und Yahoo kann man versehentlich durch Unterverlinkungen auf pornografischen oder gewaltverherrlichenden Websites landen. Wie kann man verhindern, dass das bei der Entdeckungstour mit dem eigenen Kind passiert? Es gibt kindgerechte Suchmaschinen, die jugendgefährdende Angebote automatisch herausfiltern.

Ist das Kind bereits geübt beim Surfen und kennt die wichtigsten Regeln, können auch erste eigenständige Schritte unternommen werden. Diese sollten von den Eltern trotzdem noch aufmerksam mitverfolgt werden.

Ältere Kinder und Jugendliche können dann selbstständiger Gefahren abschätzen und benötigen dementsprechend größeren Spielraum im Internet. Jedoch sollten Eltern auch weiterhin als Vertrauensperson und Ansprechpartner bei Fragen zur Verfügung stehen.

2. Regeln festlegen

Zur Medienerziehung gehört auch das Schaffen von klaren Regeln. Wichtig hierbei ist es, dass die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit für das Kind auch nachvollziehbar ist. Dafür sollten Eltern mit ihrem Kind über die Risiken beim Surfen reden und die Regeln gemeinsam im Dialog vereinbaren. So kann etwa vereinbart werden welche Angebote im Netz erlaubt sind und wieso.

3. Dauer der Internetnutzung bestimmen

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Ob Ausflüge in die Natur oder Sport und Bewegung – der soziale Kontakt mit der Familie oder Freunden in der wirklichen Umgebung sollte nicht zu kurz kommen. Eine feste Dauer der Internetnutzung trägt dazu bei, die Zeit im Internet intelligent zu nutzen.

Ähnlich wie beim Taschengeld bietet sich bei der Festlegung der Surfzeiten ein Wochenkontingent an, das sich das Kind eigenverantwortlich einteilen kann. Die vereinbarten PC- und Internetzeiten sollten sich am Alter orientieren und beschränken sich auf die Freizeit. Die Internetzeit sollte nicht mit der Zeit vermischt werden, die das Kind verbringt um mithilfe von Medien zu lernen.

Wird eine vereinbarte Regel gebrochen, oder andere Lebensbereiche vernachlässigt, können Eltern als Konsequenz die vereinbarte Nutzungsdauer reduzieren.

4. Sicherheitseinstellungen und Downloads

Am Computer können und sollten Eltern einen eigenen Account für das Kind einrichten und in diesem Account sämtliche Sicherheitseinstellungen wie die Installation von Programmen oder den Zugriff auf bestimmte Inhalte nach Altersangabe einschränken. Auf dem Smartphone oder Tablet kann der Internetzugriff eingeschränkt, sowie bestimmte Apps gesperrt werden.

Downloads und die Installation von Software ist bei Kindern bis zwölf Jahren Elternsache. Tauschbörsen für Musik und Videos sowie soziale Netzwerke sollten nicht ohne Absprache mit den Eltern genutzt werden. Insbesondere Tauschbörsen sind gefährlich: Sowohl Kinder und Jugendliche, als auch einige Erwachsene verstehen oftmals das Prinzip von Tauschbörsen nicht.

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Eltern selbst über die Rechtslage Bescheid wissen und mit ihren Kindern darüber reden, was im Internet legal ist und welche Aktionen rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. In dem Moment, in dem zum Beispiel ein Film heruntergeladen wird, wird er gleichzeitig allen Mitgliedern der Tauschbörse angeboten.

Der Downloader wird so automatisch zum Verbreiter einer urheberrechtlich geschützten Datei. Ohne Einwilligung des Urhebers, handelt es sich dabei um eine Urheberrechtsverletzung – das Kind begeht also eine Straftat, ohne dass Kind oder Eltern es bemerken. Je aktueller der geteilte Inhalt, desto größer ist das Risiko, abgemahnt zu werden.

5. Jugendschutzprogramme

Jugendschutzprogramme sortieren ungeeignete Websites mittels technischer Filter aus oder lassen nur vorher geprüfte Websites zu. Diese zu nutzen, schirmt einen Großteil unpassender Inhalte ab. Für Eltern gilt aber: solche Maßnahmen schützen nicht vor ungeeigneten Inhalten.

Es kann immer wieder vorkommen, dass Inhalte und Websites durch die Filter rutschen und somit bieten Jugendschutzprogramme keinen kompletten Schutz. Sie stellen eine Maßnahme dar um die Medienerziehung durch die Eltern zu unterstützen, ersetzen diese aber nicht.

6. Mobile Sicherheitseinstellungen

Insbesondere für Handys ist von Seiten der Eltern auf eine sichere Einrichtung zu achten. Smartphone und iPhone werden – im Vergleich mit dem Computer – von den Kindern schließlich häufiger und oft ohne Anwesenheit der Eltern genutzt.

Um Handys möglichst kindersicher einzurichten, können Eltern zunächst die geräteeigenen Sicherheitseinstellungen aktivieren.

Zahlungsinformationen sollten nach Möglichkeit nicht hinterlegt werden. Alternativ kann für jeden Kauf ein Sicherheitspasswort im jeweiligen App-Shop hinterlegt werden.

ZUM THEMA

Zusätzlichen Schutz bietet die Installation einer Jugendschutz-App. Dabei handelt es sich um eine mobile Variante der Jugendschutzprogramme unter Punkt 5. Abhängig vom genutzten Betriebssystem, also iOS oder Android, können unterschiedliche Sicherheitseinstellungen vorgenommen werden:

Unter iOS gibt es in den Geräteeinstellungen die Möglichkeit die Installation von Apps oder In-App-Käufen zu deaktivieren. Zusätzlich kann mittels Filterfunktion festgelegt werden, welche Anwendungen und Spiele installiert werden dürfen. Hierfür bietet Apple auch die sogenannte “geführte Zugriff”-Funktion an. Diese kann bei den Apple Geräten als Kindersicherung genutzt werden, um den Zugriff auf bestimmte Apps auszuschließen oder um die zeitliche Nutzungsbegrenzung einzurichten.

Für Android hingegen kann in den Einstellungen des Play Stores eine Authentifizierung für Käufe und Jugendschutzeinstellungen eingerichtet werden. Dadurch werden dem Alter nicht angemessene Anzeigen von Apps, Filmen oder Musik aussortiert. Eltern sollten allerdings wissen, dass das Zurücksetzen der Play Store App auch ohne Passwort funktioniert. Dadurch werden alle Einstellungen wieder gelöscht.

Apps für Kinder benötigen in der Regel kein Internet. Daher empfiehlt es sich, die Internetverbindung zu deaktivieren, um zu verhindern, dass das Kind über Links aus der App herausgeleitet wird. Eine weitere Empfehlung ist die Kontrolle der Berechtigungen von Apps bei der Installation: Schauen Sie genau hin, ob und welche Zusatzfunktionen benötigt werden – insbesondere die Standortübermittlung wird von vielen Apps mit verlangt, obwohl diese Funktion für die App Nutzung nicht benötigt wird.

7. Datenschutz

Weitergegebene Daten können zu Werbezwecken oder für Kontaktaufnahme fremder Dritter genutzt werden. Daher sollte mit personenbezogenen Daten nicht unbedacht umgegangen werden.

Ein Tipp für den Kinderschutz im Internet ist daher die Sensibilisierung für den Umgang mit persönlichen Daten. Name, Telefon- oder Handynummer, Adresse, Geburtsdatum, sowie Bilder, Videos, Standorte und selbstverständlich Passwörter sind empfindliche Daten, die nicht unbedacht bei jeder Online Kommunikation, geschweige denn in Gewinnspielen, sowie kostenpflichtigen Angeboten (Vorsicht: Abofalle) preisgegeben werden dürfen.

Profile auf sozialen Netzwerken sollten nur im Beisein der Eltern eingerichtet werden. Zum Schutz der Privatsphäre sollten diese so eingestellt werden, dass nur persönlich bekannte Freunde die Inhalte sehen können. Denn auf sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder Instagram, sowie in Chats und Foren sollten keine persönlichen Informationen preisgegeben werden. Wichtig bei sozialen Netzwerken ist, die Einstellungen der Privatsphäre genauestens zu prüfen: Cyberkriminelle können die Profile auf den sozialen Netzwerken nutzen um sich das Vertrauen des Kindes zu erschleichen.

Bilder sind hierbei in ganz besonderem Maße empfindlich zu behandeln. Je mehr Eindrücke des Privatlebens auf dem Profil öffentlich zur Schau gestellt werden, desto größer ist die Angriffsfläche, die dem potenziellen Übeltäter gegeben wird. Dem Kind muss klar gemacht werden, dass die Identitäten im Internet nicht immer der Wahrheit entsprechen und dass es auch selbst niemals den vollen Namen oder die Adresse an Fremde weitergeben darf. Pädophile haben es im Internet relativ leicht, Kontakt zum Kind aufzunehmen und Vertrauen aufzubauen. Spätestens wenn eine fremde Person aus dem Internet dazu auffordert, sich im realen Leben zu treffen, muss eingegriffen werden!

Darüber hinaus gilt auch im Internet das Recht am eigenen Bild – Verstöße geschehen, insbesondere auf sozialen Netzwerken aber immer wieder. Dabei spielt es keine Rolle ob Partyfoto, Urlaubsbilder oder Kurzvideos: Das Internet merkt sich alles. Theoretisch kann zwar jede hochgeladene Datei wieder gelöscht werden – jedoch nur vom eigenen Account. Eine Google Suche nach dem eigenen Namen kann hierbei interessante Erkenntnisse preisgeben.

Am Besten hilft ein ausführliches Aufklärungsgespräch. Eltern können ihren Kindern erklären, dass man beim Surfen Spuren hinterlässt. Zwar können diese in den Browsereinstellungen vermindert werden – ganz und gar unsichtbar ist man im Internet dann aber trotzdem nicht.

8. Sichere Passwörter

Die Anmeldung auf Internetportalen sollte nur in Anwesenheit der Eltern erfolgen, damit gemeinsam ein geeigneter Benutzername und ein sicheres Passwort erstellt werden können.

Bei der Wahl eines Passwortes sollte kein Bezug auf persönliche Daten, wie den Namen oder das Geburtsdatum, genommen werden. Das Passwort sollte aus einer Kombination aus Klein- und Großbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen bestehen und stets geheim gehalten werden.

Weil ein solch zufällig gewähltes Passwort schnell mal vergessen werden kann – spätestens dann, wenn mehrere Passwörter hinzukommen – gibt es ein paar Tricks, um ein sicheres Passwort zu erstellen, das sie sich garantiert merken können.

Eine Methode: Überlegen Sie sich einen Satz, den Sie niemandem verraten und erstellen Sie aus den Anfangsbuchstaben jedes Wortes das Passwort. Sie können die Buchstaben auch durch ähnlich aussende Zahlen und Sonderzeichen ersetzen: eine 5 steht beispielsweise für ein S, eine 4 für ein A, ein ! für ein i und so weiter.

Ändern Sie regelmäßig Ihre Passwörter und befolgen Sie die genannten Tipps, dann verringern Sie das Risiko und die Passwörter sollten für Unbefugte schwieriger zu entschlüsseln sein.

9. Unterstützung statt Unverständnis

Zu guter Letzt noch ein pädagogischer Tipp: Unterhalten Sie sich viel mit Ihrem Kind. Wenn die Eltern wünschen, dass sich das Kind mitteilt, sobald es auf ungeeignete Inhalte stößt, sollten sie unterstützend statt mit Unverständnis reagieren. Wenn die Eltern dem Kind signalisieren, dass es keine Schuld trifft, wird es sich den Eltern eher anvertrauen und keine Angst davor bekommen.

Das Gespräch mit dem Kind zu suchen, ermöglicht auch die richtigen Umgangsformen zu vermitteln. Achtung und Respekt spielen im Netz aufgrund der eigenen Anonymität bei vielen eine untergeordnete Rolle – jedoch sollten diese ebenso selbstverständlich sein wie in der realen Welt.

RND/tr

Kinder vor ungeeigneten Inhalten schützen

  • Gesetzliche Regelung des Jugendschutzes
  • Wie kann ich Kinder vor ungeeigneten Inhalten schützen?
  • Wie kann ich Filterprogramme auf meinem Computer nutzen?

Gesetzliche Regelung des Jugendschutzes

Der Jugendschutz ist in Österreich durch die Jugendschutzgesetze der Bundesländer sowie durch das Jugendschutzgesetz geregelt. Die Sektion Familien und Jugend des Bundeskanzleramts hat die relevanten Auszüge der Jugendschutzgesetze der Bundesländer zusammengefasst.

Wie kann ich Kinder vor ungeeigneten Inhalten schützen?

Beginnen Sie schon mit Ihren Jüngsten, Regeln zur Internetnutzung zu vereinbaren, sich gemeinsam im Internet zu bewegen und sich ihre Lieblingsseiten zeigen zu lassen. Gemeinsame Erfahrungen beim Internetsurfen erleichtern es, auch in Zukunft positive und negative Onlineerlebnisse zu teilen. Und es ermöglicht Ihnen, Ihre Kinder bei der Internetnutzung gezielt anzuleiten.

Vergessen Sie beim Festlegen von Regeln für Onlineaktivitäten in Ihrer Familie oder in der Schule nicht, dass Regeln nur wirksam sind, wenn Kinder und Jugendliche die Regeln verstehen und ihre Berechtigung akzeptieren.

Sie können – gerade bei jüngeren Kindern – technische Hilfsmittel verwenden (z.B. Filterprogramme).

Je älter Kinder werden, desto weniger stellen diese Filterprogramme einen verlässlichen Schutz dar. Denn Jugendliche können diese umgehen oder an anderen Orten (z.B. bei Freundinnen/Freunden oder in Internetcafés) das Internet nutzen. Daher ist es entscheidend, Themen wie Pornografie, Gewalt, Radikalismus etc. generell zu thematisieren und eine entsprechende Sensibilisierung und Reflexion zu fördern.

Eine hundertprozentige Garantie für einen Schutz vor ungeeigneten Inhalten gibt es im Internet nicht, genauso wenig wie im „richtigen“ Leben. Aber mit einer Mischung verschiedener Maßnahmen können Sie die Risiken problematischer Interneterlebnisse minimieren.

Vergessen Sie dabei nie: Das Internet bietet großartige Möglichkeiten und eine kompetente Nutzung ist für Schule, Freizeit und Beruf eine unerlässliche Fähigkeit. Auf das Internet zu verzichten oder die Nutzung radikal einzuschränken kann daher keine Lösung sein. Darum ist es wichtig, Kinder aktiv auf die möglichen Risiken vorzubereiten.

Tipp

Tipps und Tricks für Eltern finden Sie in der Broschüre „Schutz vor Schmutz im Internet und am Handy“ von Saferinternet.at. Für Kinder von drei bis sechs Jahren gibt es das Bilderbuch „Online-Zoo“, das sie ans Internet heranführen und auf Gefahren aufmerksam machen soll. „Online-Zoo“ gibt es elektronisch, als E-Book und als Bilderbuch.

Wie kann ich Filterprogramme auf meinem Computer nutzen?

Links zu kostenlosen und kostenpflichtigen Filterprogrammen sowie technische Informationen finden sich auf Saferinternet.at. Dort finden sich auch Hinweise zu Jugendschutzeinstellungen von Betriebssystemen und Internetbrowsern.

Weiterführende Links

  • Online-Kinderbuch „Online-Zoo“ zum Erlernen digitaler Kompetenzen (ISPA)
  • Auszüge der Jugendschutzgesetze der Bundesländer (BKA – Sektion Familien und Jugend)
  • Saferinternet.at
  • Schutz vor Schmutz im Internet und am Handy (Saferinternet.at)
  • Links zu kostenlosen und kostenpflichtigen Filterprogrammen (Saferinternet.at)

Rechtsgrundlagen

Pornografiegesetz

Inhaltlicher Stand: 01.01.2020

Abgenommen durch: oesterreich.gv.at-Redaktion

Der ultimative Leitfaden für Eltern, um ihre Kinder im Internet zu schützen

Inhaltsverzeichnis

Einführung

Heutzutage sehen und hören wir laufend in den Nachrichten, wie Technologie unser tägliches Leben beeinflusst. Viele von uns haben schon einmal darüber nachgedacht, welchen Einfluss Technologie auf uns persönlich hat. Aber wie viele haben aufgehört, darüber nachzudenken, wie sie unsere Kinder beeinflusst?

85 Prozent der Mütter haben angegeben, mithilfe von Technologie die Kinder zu beschäftigen.

Kinder bekommen das erste Internet-fähige Gerät immer früher. Die gleiche Studie zeigt, dass 83 Prozent der Haushalte in Amerika Tablets und 77 Prozent Smartphones besitzen.

Selbst in Schulen wird auf Technologie nicht mehr verzichtet. Die Lehrer stellen Hausaufgaben, die man nur mit Online-Recherche lösen kann. Weiterhin benötigen die Kinder Tools und Apps, um die Hausaufgaben zu verwalten.

Technologie entwickelt sich ständig weiter und wird aus unserem Leben auch nicht mehr verschwinden. Viele denken aber nicht über die Sicherheitsrisiken oder die Cybersecurity nach. Eine kürzlich durchgeführte Studie hat eine besorgniserregende Zahl ans Tageslicht gebracht. 68 Prozent der Eltern überprüfen die Online-Aktivitäten ihrer Kinder nicht. Die Online-Aktivität steigt dabei von Jahr zu Jahr.

Für viele Kinder ist die Online-Welt echter als die Realität. Für das Wohlbefinden unserer Kinder ist es wichtig, dass wir wissen, was sie online machen. Wir müssen uns mit den guten und schlechten Seiten des Internets beschäftigen und uns damit befassen, welche physischen und emotionellen Einflüsse es auf den Nachwuchs hat.

Das Problem ist und viele werden das gerne zugeben, dass wir die Online-Welt nicht wirklich verstehen. Instagram, Snapchat und Twitter sind schon verwirrend genug. 4chan und Tor wollen wir erst gar nicht erwähnen. Weiterhin haben wir oft das Gefühl, dass unsere technischen Fähigkeiten nicht ausreichen, um uns in dieser komplexen Landschaft zu bewegen.

Die gute Nachricht ist, dass Du relativ einfach technische Kontrollen implementieren kannst, um Deine Kinder in der Online-Welt zu beschützen. Noch wichtiger ist aber, dass Du mit ihnen sprechen kannst. Definiere klare Grenze, wann sie online sein dürfen und auf was sie zugreifen dürfen. Unterstütze Deine Kinder aber auch, wenn sie einen Fehler machen oder wenn sie über das Ziel hinausgeschossen sind. Genau das macht die Erziehung der Kinder doch aus, oder nicht?

In unserem umfassenden Leitfaden gehen wir auf 8 Bereiche ein, auf die Du Dich in unserer komplexen Online-Welt konzentrieren solltest. Je nach Alter der Kinder treffen vielleicht nicht alle Bereiche auf Dich zu. Behalte den Leitfaden aber auch für die Zukunft im Hinterkopf. Deine Kinder wachsen und früher oder später wirst Du es vielleicht mit allen Bereichen zu tun bekommen.

1. Smartphones und Apps

Laut einer Verbraucherumfrage von Influence Central bekommen Kinder durchschnittlich ihr erstes Smartphone mit 10. Gibst Du Deinem Kind ein Smartphone, hat das gewisse Vorteile. Ein Smartphone ist ein sehr gutes Sicherheits-Tool. Deine Kinder können Dir mitteilen, ob sie ihr Ziel sicher erreicht haben. Sie können Dich auch anrufen, wenn Du sie abholen sollst. Natürlich können sie das Tool auch im Notfall einsetzen. Du kannst darüber hinaus die GPS-Funktion nutzen, um den Standort Deiner Kinder immer zu wissen. Dass Du Deine Kinder jederzeit erreichen kannst, gibt doch ein enormes Stück Seelenfrieden.

Smartphones lassen sich aber auch missbrauchen und machen Kinder in einigen Situationen verwundbar. Weil Smartphones persönliche Geräte sind, wissen wir oft nicht, was Kinder damit machen oder wie sie die Gadgets benutzen.

Denkst Du darüber nach, Deinem Kind ein Smartphone zu geben, solltest Du einige sehr klare Rahmenbedingungen aufstellen und jeder willigt ein, nach den Regeln zu spielen. Hat Dein Kind bereits ein Smartphone, kann man die Regeln auch nachträglich einführen und besprechen. Demonstriere, dass ein Smartphone auch eine große Verantwortung mit sich bringt.

Implementieren Sie Smartphone-Regeln für Ihr Kind. Stellen Sie sicher, dass Sie in die Telefonaktivitäten Ihrer Kinder einbezogen werden, um sie zu schützen.

Du kannst viele Vorkehrungen treffen, um die Sicherheit in Sachen Smartphone zu verbessern:

  • Lass Dein Kind einen Vertrag unterschreiben, bevor Du ihm das Gerät gibst. Drucke die Smartphone-Regeln aus und befestige sie irgendwo im Heim, wo sie jeder sehen kann.
  • Lade Apps für elterliche Kontrolle herunter. Somit lässt sich die Nutzung einschränken. Weiterhin findest Du damit den Standort heraus und kannst Anrufe sowie Nachrichten kontrollieren. Durch einige Apps kannst Du auch bestimmte Funktionen zu bestimmten Zeiten deaktivieren. Es ist zum Beispiel gemeint, Messaging Apps nachts zu deaktivieren.
  • Setze Limits, wann und wie lange Dein Kind ein Smartphone pro Tag nutzen darf.
  • Sei Deinen Kindern ein Vorbild. Nutze Dein Smartphone nicht am Essenstisch und schreibe keine Nachrichten, während Du fährst.
  • Platziere die Aufladestation an einem zentralen Punkt in Deinem Heim. Die Smartphones sollten sich nicht im Kinderzimmer befinden, dann kann der Nachwuchs die Geräte auch nachts nicht nutzen.

2. Inhalte streamen und Smart TVs

Wir denken gerne an die Zeit zurück, als sich die gesamte Familie um den Fernseher versammelte, um gemeinsam etwas anzusehen. Viele von uns hatten wahrscheinlich einen eigenen Fernseher und haben viele Stunden ohne elterliche Kontrolle geguckt.

In der modernen Zeit ist aber das Streamen von Inhalten immer populärer geworden. Es gibt mehr Fernsehserien sowie Filme als zuvor und ein Zugriff darauf ist sehr einfach. Viele Inhalte eignen sich aber nicht für Kinder.

Die Streaming Services bieten aber auch viele Vorteile. Bei den meisten findest Du lehrreiche Programme und Dokumentationen. Die meisten zeigen keine Werbung und Deine Kinder werden nicht von allen Seiten mit Kommerz bombardiert. Das ist beim herkömmlichen Fernsehen oftmals der Fall. Mit Streaming-Inhalten öffnest Du eine komplette neue Welt für Deine Kinder. Wichtig an dieser Stelle ist aber, wie Du das Medium einsetzt.

Die meisten der großen Streaming-Anbieter haben elterliche Kontrollen. Einige sind dabei besser als andere. Bei Netflix kannst Du zum Beispiel separate Profile für Dich und Deine Kinder einrichten.

Mithilfe dieser Tools stellst Du sicher, dass Deine Kinder nur Zugriff auf für sie angemessene Inhalte haben. Das Menü für Kinder hat bei Netflix eine andere Farbe als das normale. Deswegen siehst Du immer sofort, ob die Kinder auf für sie angemessene Inhalte zugreifen oder nicht. Das hindert die Kinder aber nicht daran, das Profil zu wechseln. An dieser Stelle musst Du also vorsichtig sein.

iTunes und Apple TV erlauben es den Eltern, gewisse Bewertungsstufen zu benutzen. Damit stellst Du ein, was die Kinder ansehen können. Im Gegensatz dazu gibt es bei Amazon Prime keine elterlichen Kontrollen. Hier kannst Du Dich nur von Deinem Konto abmelden und das Passwort hältst Du natürlich geheim.

Alle diese Tools ersetzen aber keine ernsthafte Konversation, die Du mit Deinen Kindern führen solltest, was sie ansehen dürfen und was nicht.

Überwachen Sie die Fernsehzeit und begrenzen Sie die Anzahl der Stunden, die sie am Tag fernsehen, integrieren Sie Jugendschutzeinstellungen, sprechen Sie mit Ihrem Kind über den Inhalt der Sendung und verbringen Sie Zeit vor dem Fernseher als Familie.

3. Spielekonsolen und Online-Spiele

Laut der NPD-Gruppe spiele 91 Prozent aller amerikanischen Kinder zwischen 2 und 17 Jahren Videospiele. Spielekonsolen lösen bei vielen Eltern Besorgnisse aus. Es gibt viele Spiele mit gewaltsamen und sexuellen Inhalten. Deswegen musst Du gut aufpassen, welche Spiele Deine Kinder zocken.

Auch der Bereich Multiplayer und Spiele, die komplett online sind, müssen in Betracht gezogen werden, weil Deine Kinder Opfer von Missbrauch werden könnten. Bei vielen Spielen ist es erlaubt, dass Menschen aus aller Herren Ländern miteinander kommunizieren. Deine Kinder werden möglicherweise Opfer von Belästigung und Cybermobbing. Kinder fühlen sich vielleicht auch zu anderen Spielern hingezogen und verraten zu viele persönliche Informationen.

Spiele sind aber auch eine tolle Möglichkeit, um gewisse Fähigkeiten zu erlernen und zu verbesser. Sie helfen, Problemlösungen zu stärken und vermitteln, dass man auf ein Ziel hinarbeiten muss. Auch die Teamarbeit wird möglicherweise gestärkt. Spiele sind weiterhin eine tolle Option, die Familie näher zusammenzubringen. Zum Glück gibt es bei den meisten Spielen strenge elterliche Kontrollen und die Eltern können überwachen, was die Kinder spielen.

Ermutige Deine Kinder, über die Spiele zu sprechen, die sie spielen. Stelle sicher, dass das Profil Deiner Kinder auf privat eingestellt ist. Denke darüber nach, ob die Spielkonsole an einem Platz aufgestellt wird, der allen leicht zugänglich ist und den alle benutzen. Überprüfe die Altersfreigaben der Spiele und nutze elterliche Kontrollen, sofern sie vorhanden sind. Schränke ein, welcher Menschenschlag sich online mit Deinen Kindern unterhalten darf.

4. Soziale Medien

Das Format hat sich zwar geändert, aber Eltern sorgen sich seit Jahren, welche TV-Serien und Video-Spiele ihre Kinder konsumieren. Soziale Medien sind aber ein neues Feld, um das sich Eltern Sorgen machen müssen.

Soziale Medien sind bei Teens allgegenwärtig: 71 Prozent verwenden mehr als eine soziale Plattform. Kinder verbringen heute viel Zeit in sozialen Medien. Eine Studie der gemeinnützigen Gruppe Common Sense Media zeigte, dass 8- bis 12-Jährige bereits 6 Stunden online pro Tag verbringen. Die meiste Zeit davon tummeln sie sich in sozialen Medien. Bei den 13- bis 18-Jährigen sind es sogar enorme 9 Stunden!

Bei den meisten sozialen Plattformen musst Du mindestens 13 Jahre alt sein, um Dich anmelden zu können. Laut einer kürzlich durchgeführten Harvard-Studie haben 68 Prozent der befragten Eltern ihren jüngeren Kindern dabei geholfen, ein Konto einzurichten.

Soziale Medien können vor allen Dingen Tweens und Teens süchtig machen. Außerdem gibt es gewisse Gefahren, wie zum Beispiel Cybermobbing, Teilen von unangemessenen Inhalten und Kontakt zu Fremden (mehr dazu weiter unten).

Zugriff auf soziale Medien steht auch im Zentrum von Teens, um eine soziale Identität zu entwickeln. Sie kommunizieren auf diese Weise mit Freunden und es kann eine gute Option sein, miteinander abzuhängen. Wichtig an dieser Stelle sind Grenzen, damit die gesamte Erfahrung positiv bleibt.

Erzwinge eine sichere Umgebung. Gewähre Deinen Kindern keinen Zugriff auf soziale Medien, bis sie alt genug sind. Am besten wird der Computer an einem Ort platziert, der von allen häufig genutzt wird. Schränke die Zeit ein, die der Nachwuchs auf sozialen Medien verbringen darf. Blockiere den Standortzugriff für alle Apps und konfiguriere die Datenschutzeinstellungen entsprechend. Überwache die Online-Aktivitäten Deiner Kinder.

5. Cybermobbing

Das Leben unserer Kinder spielt sich online ab. Leider sind ihre Tyrannen auch in die Online-Welt umgezogen.

Cybermobbing ist oft in den Nachrichten. Es gibt immer wieder Berichte von Selbstmorden wegen anhaltender Belästigung.

Cybermobbing passiert auf allen Plattformen, die wir bisher genannt haben und es gibt viele verschiedene Formen: Verbreitung von Gerüchten und Versenden von Drohungen über soziale Medien, SMS oder E-Mail. Es werden Identitäten gefälscht und sich für andere Kinder ausgegeben, private Fotos ohne Einverständnis weitergeleitet und so weiter. Es kommt nicht selten vor, dass man andere Kinder erniedrigen oder degradieren möchte.

Cybermobbing ist besonders problematisch, weil es in der Öffentlichkeit stattfindet. Wurde ein Kind in der Vergangenheit auf dem Spielplatz schikaniert, haben das nur einige der Gleichaltrigen mitbekommen. Nun können sehr intime Informationen eines Kindes im Internet auftauchen und sind dort für immer einsehbar, außer es werden eine entsprechende Meldung eingereicht und die Informationen gelöscht.

Cybermobbing kann sowohl den Online-Ruf des Opfers als auch des Täters nachhaltig schädigen. Es sind einschneidende Erlebnisse für die Zukunft der Kinder. Das Problem kann sich unter Umständen auf die Bildung und die Arbeit später auswirken.

Das Problem ist auch anhaltend. Bei herkömmlicher Schikane fand ein Kind im Heim meist einen schützenden Ort. Digitale Plattformen sind aber immer und überall verfügbar. Opfer von Cybermobbing tun sich schwer, irgendwo Linderung oder Entlastung zu finden.

Oftmals ist es sehr schwierig zu erkennen, ob ihr Kind online schikaniert wird. Es spielt sich wie gesagt online ab und Lehrer sowie Eltern bekommen das weniger wahrscheinlich mit. Weniger als die Hälfte aller Kinder, die online gemobbt werden, erzählen ihren Eltern davon. Deswegen wissen die Eltern nicht, was der Nachwuchs gerade durchmacht. Das ist die Aussage der Internet Safety Organization i-SAFE. Laut einer Studie der US-Regierung mussten 21 Prozent der Kinder zwischen 12 und 18 schon Mobbing über sich ergehen lassen. 16 Prozent wurden online schikaniert.

Du kannst Cybermobbing am besten verhindern oder stoppen, indem Du das Verhalten Deiner Kinder beobachtest. Es gibt einige Warnzeichen, die für sich sprechen. Ignoriere sie nicht.

Wir ein Kind gemobbt, schaltet es vielleicht das alte Konto für eine soziale Plattform ab und erstellt ein neues. Vielleicht meidet der Nachwuchs soziale Ereignisse, auch wenn Tochter oder Sohn früher dort großen Spaß hatte. Opfer (und Täter) von Cybermobbing verbergen oftmals den Bildschirm, wenn sich Leute in ihre Nähe begeben. Weiterhin wollen sie nicht darüber sprechen, was sie online tun. Die Kinder leiden emotional oder ziehen sich immer weiter zurück.

Sprich mit Deinem Kind über Cybermobbing.

6. Datenschutz und Informationssicherheit

Als Eltern sorgen wir uns natürlich, welche physischen und emotionalen Auswirkungen die Online-Welt auf unsere Kinder hat. Kinder sind für Bedrohungen in Bezug auf die Informationssicherheit anfällig, die finanziellen Schaden anrichten. Eigentlich sind es genau die gleichen Bedrohungen, mit denen sich auch Erwachsene plagen: Malware und Viren, Phishing-Betrügereien und Identitätsdiebstahl.

Das Problem an dieser Stelle ist, dass Kinder wesentlich unerfahrener sind. Weiterhin vertrauen sie anderen schneller als wir skeptischen Erwachsenen. Für Kinder ist es vielleicht keine große Sache, persönliche Informationen wie Name und Adresse an andere weiterzugeben. Cyberkriminelle schaffen es vielleicht durch geschickte Tricksereien, dass der Nachwuchs Deine Kreditkarteninformationen herausgibt.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie böswilliger Hacker und Diebe durch Deine Kinder an Informationen kommen. Kostenlose Spiele zum Herunterladen, Filme oder auch Klingeltöne sind einige Beispiele. Damit schmuggeln die Angreifer Viren auf die Computer oder mobilen Geräte und stehlen wertvolle Informationen.

Bösartige Hacker imitieren legitime Firmen wie zum Beispiel Google und schicken E-Mails an Deine Kinder, die nach dem Passwort fragen. Vielleicht geben sich die Kriminellen auch als Freunde Deines Nachwuchses aus.

Was solltest Du an Dein Kind zu diesem Thema weitergeben und mit ihm erörtern?

  • Diskutiere mit Deinem Nachwuchs über die Online-Bedrohungen, die heutzutage im Internet lauern. Erkläre ihnen, was ein Phishing-Angriff ist und stelle sicher, dass sie die Thematik verstehen. Erläutere, wie eine schädliche Spiele-Website aussieht und stelle sicher, dass Deine Tochter und Dein Sohn auf solche betrügerischen Angebote, auch Scams genannt, nicht hereinfallen.
  • Stelle sicher, dass alle Informationen geschützt bleiben. Deine Kinder dürfen auf keinen Fall ihren vollen Namen, die Telefonnummer und die Anschrift herausgeben. Das gilt auch für die Schule, auf die sie gehen.
  • Sprich mit Kindern über Passwörter. Ein starkes Passwort ist die erste und eine der besten Maßnahmen, um Hacking und Identitätsdiebstahl zu vermeiden. Verwende einen sicheren Passwortgenerator, wie den von uns zur Verfügung gestellten. Probiere zusammen mit Deinem Kind Passwörter aus und lache über die lustigen Kombinationen. Auf diese Weise stellst Du sicher, dass das Passwort Deiner Kinder so sicher wie möglich ist.
  • Erzähle Deinen Kindern, dass sie niemals ein öffentliches WLAN verwenden sollen. Dadurch werden sie und ihre Geräte ein leichtes Ziel für böswillige Hacker.

Das kannst Du tun, um eine sichere Umgebung zu schaffen:

  • Installiere ein gutes Antiviren-Programm auf dem Heim-Computer und den Geräten Deiner Familienmitglieder.
  • Denke darüber nach, ein VPN auf Deinem Computer zu installieren. Ein VPN oder Virtual Private Network verschlüsselt Deine Verbindung und anonymisiert Deine Online-Aktivitäten. Deswegen ist es für Hacker ungleich schwerer, auf Deine Geräte zuzugreifen und private Informationen zu stehlen.
  • Benutzen Deine Kinder und Du viele verschiedene Geräte in einem Haushalt, installierst Du ein VPN am besten auf Deinem Router. Dann wird sämtlicher Internet Traffic aller Geräte durch das VPN geleitet und ist somit geschützt. In so einem Fall musst Du das VPN nicht auf jedem Gerät einzeln installieren.
  • Installiere eine Werbeblocker und Deine Kinder werden nicht durch Werbung beeinflusst. Weiterhin ist die Gefahr viel geringer, auf dubiose Downloads hereinzufallen und Deine Abkömmlinge fangen sich dadurch keine schädliche Software oder sogenannte Malware ein.
  • Besitzen Deine Kinder ein Smartphone, dann überprüfe, ob die Security-Einstellungen bestmöglich konfiguriert sind.

7. Unangemessene Inhalte online ansehen

Weil das Internet so offen und öffentlich ist, stolpern Kinder vielleicht auch über Inhalte, die nur für Erwachsene bestimmt sind. Kinder finden die Inhalte möglicherweise erschütternd, verwirrend und schmerzlich. “Unangemessener Inhalt” kann für unterschiedliche Menschen andere Bedeutung haben. Einige sehen Fluchen als solche an, andere sexuelle Inhalte.

Es ist nicht leicht, aber irgendwann wirst Du mit Deinen Kindern darüber reden müssen, was sie online sehen könnten. Viele Kinder reden nicht mit ihren Eltern über Inhalte, die sie gesehen haben, die aber nicht für ihre Augen bestimmt waren. Sie haben Angst, dass ihre Eltern verärgert sind und sie vielleicht mit Entzug des Internet-fähigen Geräts reagieren.

Kommt Dein Kind mit dieser Art Problem zu Dir, handle am besten ruhig und besonnen und fange eine Diskussion an. Handelt es sich um sexuelle Inhalte, wird das Thema Deinem Kind vielleicht sowieso schon peinlich genug sein. Das gilt vor allen Dingen, wenn sie mit ihren Eltern über das Thema reden sollen. Lass dem Nachwuchs wissen, dass Du für alle Fragen offen bist.

Junge Leute treffen online wegen verschiedener Gründe auf sexuelle Inhalte. Vielleicht war es ein Versehen oder Freunde haben ihnen entsprechendes Material gesendet. Möglicherweise waren sie einfach nur neugierig und haben selbst danach gesucht.

Offenheit hilft an dieser Stelle sehr und Du solltest mit Deinen Kindern ehrlich über Sex sprechen. Eine Diskussion über Online-Pornografie ist dabei ein wichtiger Teil. Viele Untersuchungen haben ergeben, dass Pornografie einen nachteiligen Effekt auf junge Leute haben kann. Sie bekommen dadurch ein gestörtes und ungesundes Verhältnis zu Sex. Pornografie kann auch dazu führen, dass Leute andere als Objekte sehen und nicht als Mitmenschen mit Gedanken und Gefühlen. Natürlich ist Neugierde zum Thema Sex und Beziehungen auch völlig normal. So ein Gespräch ist eine tolle Möglichkeit, Deine Kinder in Sachen Sex in die richtige Richtung zu leiten.

Es gibt weiterhin einige Maßnahmen, mit denen Du verhindern kannst, dass Deine Kinder Inhalte sehen, die nicht für ihre Augen bestimmt sind. Elterliche Kontrollen für die Internet-Verbindung wäre ein Beispiel. Beachte aber, dass technische Maßnahmen keine offene Kommunikation mit Deinem Kind ersetzen.

Rede mit Deinem Kind:

  • Lass Deine Kinder wissen, dass sie mit allen Problemen jederzeit zu Dir kommen können. Wenn sie Fragen oder online etwas verstörendes gesehen haben, ist Dein Ohr offen und Du bist für sie da.
  • Lass sie wissen, dass eine gewisse Neugierde in Sachen Sex völlig normal ist. Verweise sie an positive Online-Ressourcen wie zum Beispiel Brook und Thinkuknow. Speziell Thinkunow eignet sich sehr gut für jüngere Kinder. Es gibt für gewisse Altersgruppen entsprechende Sektionen. Vielleicht gehst Du die Website zusammen mit Deinem Kind durch und redest über die Themen, die dort aufgeführt sind.

Maßnahmen, mit denen Du unangemessene Inhalte blockieren kannst:

  • Konfiguriere Filter, um unangemessene Inhalte wie zum Beispiel Pornografie zu blockieren. Dein ISP (Internet Service Provider) sollte kostenlose, elterliche Kontrollen zur Verfügung stellen. Das gilt auch für die meisten Spielekonsolen. Die Filter lassen sich normalerweise recht einfach installieren.
  • Setze Google auf den “sicheren” Modus, damit Deine Kinder in den Suchergebnissen keine unangemessenen Inhalte zu sehen bekommen.
  • Installiere einen Werbeblocker, der vor Viren schützt, die unangemessene Inhalte zeigen.

8. Online-Kriminelle

In unserem letzten Kapitel beschäftigen wir uns mit der dunkelsten und schrecklichsten Online-Bedrohung: Online-Kriminelle oder Sexualstraftäter, die es auf Kinder abgesehen haben. Laut dem Justizministerium der USA waren bereits 13 Prozent der jungen Leute mit Internet-Zugriff Opfer von sexueller Belästigung. Jedes 25. Kind wurde nach einem Offline-Kontakt gefragt.

Die Kriminellen praktizieren dabei eine Methode, die auch als „grooming” bezeichnet wird. Sie bauen eine gewisse Beziehung mit den Kindern auf, damit sie sie später missbrauchen können.

Das Internet hat es sexuellen Kriminellen, die es auf Kinder abgesehen haben, viel einfacher gemacht. Die Sexualstraftäter suchen sich ihre Opfer mithilfe allerlei digitalen Medien: soziale Medien, E-Mail, SMS und so weiter. Die häufigste Methode ist allerdings der Online Chat-Raum: 76 Prozent aller Begegnungen mit Sexualstraftätern beginnt in einem Chat-Raum.

Sexualstraftäter nehmen oftmals mehrere Identitäten an und geben sich als andere Kinder aus. Damit bringen sie Kinder dazu, mit ihnen zu reden. Sie versuchen, so viele Informationen wie möglich über die Kinder herauszufinden und recherchieren dabei die Social-Media-Profile. Auch die Aussagen aus den Chat-Räumen dienen als Informationsquelle.

Oftmals kontaktieren sie mehrere Kinder auf einmal, aber sie konzentrieren sich meist auf das anfälligste. Den Kriminellen reicht es meist nicht, dass sie mit den Kindern nur online chatten können. Sie tricksen ihre Opfer aus und verwickeln sie häufig in sexuelle Aktivitäten. Das kann entweder via Webcam passieren oder sie schicken Bilder mit sexuellen Inhalten. Vielleicht versuchen sie auch, die Kinder persönlich zu treffen und sie zu missbrauchen.

Es ist oft nicht einfach herauszufinden, ob Dein Kind von einem Kriminellen kontaktiert wird. Die meisten halten das geheim. Es gibt aber einige Warnzeichen: Wird ein Kind von einem Sexualstraftäter belästigt, ist es oft sehr zurückhaltend. Die kriminelle Person droht nämlich, Informationen mit Eltern oder Freunden zu teilen. Vielleicht wird Deine Tochter oder Dein Sohn auch einfach nur traurig und zieht sich zurück, ist unaufmerksam oder hat starke Stimmungsschwankungen. Es ist sehr wichtig, dass Dein Kind weiß, dass Du immer da bist und ein offenes Ohr hast. Der Nachwuchs soll wissen, dass er mit Dir über einfach alles reden kann.

Über was solltest Du mit Deinem Kind sprechen?

  • Kläre Deine Kinder über die Risiken zum Thema Online-Kriminelle auf. Stelle sicher, dass der Nachwuchs weiß, er muss vorsichtig sein. Den Kindern muss klar sein, dass sie nicht mit jedem online sprechen sollen oder dürfen. Wichtig ist auch, dass sie keine persönlichen Informationen an Fremde ausgeben.
  • Sag Deinen Kindern, dass sie zu Dir mit sämtlichen Problemen kommen können, egal um was es sich dabei handelt.
  • Ziehe in Erwägung, einige lehrreiche Inhalte zusammen mit Deinen Kindern anzusehen. Die ausgezeichneten Videos von Thinkuknow sind ein sehr gutes Beispiel.
  • Glaubst Du, dass Dein Kind gefährdet ist, dann hole Dir Unterstützung von der Schule, einem Sozialarbeiter oder sogar von der Polizei.

Fazit

Es gibt eine Reihe an technischen Tools, mit denen Du die Sicherheit Deiner Kinder verbessern kannst. Wir sprechen unter anderem von VPNs und Antivirensoftware oder Internet-Filtern sowie elterliche Kontrollen. Keine der Maßnahmen sind aber komplett ausreichend, um die Sicherheit Deiner Kinder zu garantieren.

Wir haben in diesem Leitfaden immer wieder darauf hingewiesen, dass Du Dich nicht darauf konzentrieren solltest, die technischen Tools zu meistern. Die meisten davon lassen sich sehr einfach konfigurieren, deswegen sind keine so großen technischen Fähigkeiten gefragt. Du musst auch nicht versuchen, mit den aktuellen Internet-Bedrohungen Schritt zu halten. Das ist fast ein Ding der Unmöglichkeit, glaube es uns!

Viel wichtiger ist, dass Du häufig, offen und ehrlich mit Deinen Kindern über ihre Probleme sprichst. Beachte, dass soziale Netzwerke, Spiele-Provider, Internet-Firmen und auch andere in der Branche oft helfen, Limits in Bezug auf die Inhalte zu setzen. Es ist aber auch so, dass die Firmen sicherlich nicht das Wohlbefinden Deines Nachwuchses ganz oben auf der Liste der Prioritäten haben.

Die beste Option, damit Deine Kinder online sicher bleiben, bist Du. Sprich mit Ihnen darüber, wie sie sich sicher im Internet bewegen. Das ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, Vertrauen aufzubauen und ein positives Verhältnis zu Deinem Kind zu wahren.

Sicherheit im Internet muss für jedes Elternteil und jeden Erziehungsberechtigten eine Priorität sein. Findest Du unseren Leitfaden sinnvoll, dann teile ihn doch mit Deinen Freunden und Deiner Familie via Facebook und Twitter.

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