Kinder brauchen fleisch

Salami in der Schwangerschaft

Salamipizza, Salamibaguette, italienische Salami, ungarische Salami – die Versuchung lauert hinter jeder Ecke. Auch wenn es sich nur um ein paar Scheiben handelt, sollte einer Schwangeren nie „Wurst sein“, was sie isst. Beim Thema Salami in der Schwangerschaft spaltet sich die Bevölkerung. Ist Salami in der Schwangerschaft wirklich schädlich für das ungeborene Baby oder kann mit diesem Gerücht endlich aufgeräumt werden?

In der Schwangerschaft achten werdende Mütter besonders kritisch darauf, was sie täglich zu sich nehmen. Fisch und Fleisch, Käse und Salami – in der Schwangerschaft verbergen sich hinter ganz alltäglichen Lebensmitteln plötzlich potentielle gesundheitliche Risiken für das ungeborene Baby. Wie viel Vorsicht ist für werdende Mütter bei der Ernährung bis zur Geburt geboten? Kann der Genuss von Salami in der Schwangerschaft beispielsweise tatsächlich die Gesundheit des Babys gefährden? Und wenn ja, was ist ausgerechnet an dieser Wurstsorte nicht für Deinen kleinen Schatz geeignet? Handelt es sich lediglich um einen harmlosen, herzhaften Belag fürs Brot oder bietet die Salami tatsächlich einen gefährlichen Nährboden für Bakterien? Und natürlich: Ist der Verzicht auf Salami in der Schwangerschaft wirklich notwendig?

Woher kommen die Ängste vor Salami in der Schwangerschaft?

Bei der bloßen Erwähnung von Salami in der Schwangerschaft klingeln bei manchen werdenden Mamis die Alarmglocken. Die kontroverse Diskussion um das Thema entsteht durch die Tatsache, dass Salami bei ihrer Herstellung nicht gekocht wird. Von rohem Fleisch und Fisch wird in der Schwangerschaft aber dringend abgeraten, da sie Krankheitserreger wie Toxoplasmen und Listerien enthalten können. Diese Parasiten und Bakterien können das ungeborene Kind in der Entwicklung schädigen. Sie greifen das Zentralnervensystem und die Organe an und können dort erhebliche Schäden verursachen. Außerdem erhöht sich durch eine Toxoplasmose in der Schwangerschaft das Risiko einer Fehl- oder Totgeburt.

Die Bundesforschungsanstalt für Lebensmittel bestätigt jedoch, dass Salami in der Schwangerschaft dann bedenkenlos zu genießen ist, wenn sie industriell hergestellt wurde und den höchsten Qualitätsanforderungen entspricht. Salami mit langer Reifezeit könne demnach keine Toxoplasmen oder Listerien enthalten, da den Krankheitserregern aufgrund des geringen Wassergehalts der Salami und den darin enthaltenen Milchsäurebakterien der Nährboden entzogen werde. Schnittfeste Rohwurst wie Salami, Cervelat- oder Katenrauchwurst sowie die pikanten Landjäger können Schwangere also bedenkenlos zu sich nehmen.

Um Schwangerschaften und das Schwangerwerden ranken sich viele Mythen. Nicht nur, was man essen darft und was nicht ist häufig umstritten, sondern auch einige andere Dinge halten sich hartnäckig als Gerüchte. Schau Dir hier sieben bekannte Schwangerschaftsmythen an:

Die 12 häufigsten Schwangerschaftsmythen

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Ein Toxoplasmose-Test ist ratsam

Nicht nur, um Salami in der Schwangerschaft zu sich nehmen zu können, sondern auch darüber hinaus ist es ratsam, beim Frauenarzt einen Test auf Toxoplasmose durchführen zu lassen, um jedes gesundheitliche Risiko für die werdende Mama und ihr Baby auszuschließen. Dieser Test kann Dir zeigen, ob Du akut an Toxoplasmose erkrankt bist oder ob Du möglicherweise früher schon einmal daran erkrankt warst. Die Toxoplasmose bedeutet für das ungeborene Baby nur dann ein Risiko, wenn die Mutter in der Schwangerschaft zum ersten Mal daran erkrankt. Falls die Schwangere die Krankheit, die oft unentdeckt bleibt, also schon einmal hatte, besitzt sie Antikörper dagegen und ist vor einer weiteren Erkrankung geschützt. Dieser Schutz umfasst auch das ungeborene Baby. Dem Genuss von Salami in der Schwangerschaft steht dann auf jeden Fall nichts mehr im Weg.

Salami in der Schwangerschaft ist meist unbedenklich

Bei industriell verarbeiteter Salami musst Du Dir keine Sorgen machen.

Der Verzehr von Salami in der Schwangerschaft ist in den meisten Fällen unbedenklich. Salami zählt nicht zu den rohen Lebensmitteln, da sie im Herstellungsprozess geräuchert oder luftgetrocknet wird und damit im verzehrfertigen Zustand nicht mehr roh ist. Von Rohwurstwaren wie Mett oder Teewurst sowie Pökelfleischerzeugnissen wie rohem Kasseler, Lachsschinken, Räucher- oder Schinkenspeck ist in der Schwangerschaft hingegen abzuraten. Alle anderen Wurstwaren sind aber ohne schlechtes Gewissen oder gar Angst zu genießen – so auch die Salami. Allerdings sollte zur Sicherheit immer die Herkunft der Wurstwaren überprüft und Qualitätsprodukte bevorzugt werden.

Auch ist es ratsam, den Verzehr von Salami in der Schwangerschaft aufgrund des hohen Fettgehalts auf ein gesundes Maß zu reduzieren. Wenn Du Dir unsicher bist, welche Lebensmittel in der Schwangerschaft geeignet sind, kann ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt Gewissheit bringen. Er kann beispielsweise spezielle Lebensmitteltabellen für Schwangere zur Verfügung stellen, die alle Lebensmittel aufführen, die ein gesundheitliches Risiko für die Entwicklung des Babys bedeuten können. Ansonsten können Dir sicher auch unsere Artikel über Leberwurst, Zimt oder Mozarella in der Schwangerschaft weiterhelfen, wenn es darum geht, auf was Du verzichten musst.

Diese Snacks darfst Du Dir weiterhin gönnen

Auch wenn Salami nicht ganz oben auf der Liste steht, es gibt noch andere Leckereien, welche Du trotzdem weiterhin verzehren darfst. Gerade Nummer 3 ist bei einem gemütlichen Filmabend unverzichtbar!

Salami in der Schwangerschaft kann grundsätzlich risikofrei genossen werden. Aufgrund des hohen Fettgehaltes sollte aber ein gesundes Maß eingehalten werden. Schwangere sollten bei ihrem Einkauf grundsätzlich zu hochwertigen Produkten von Herstellern mit Qualitätsgarantie greifen. Im Zweifelsfall kann der behandelnde Arzt einen Toxoplasmose-Test durchführen, um jegliches Gesundheitsrisiko für das ungeborene Baby auszuschließen.

So viel Fleisch pro Woche ist UNBEDENKLICH!

Immer mehr Menschen verzichten bewusst auf Fleisch oder essen zumindest weniger davon. Man könnte glatt meinen, Deutschland mutiere zu einer Nation von Vegetariern, Veganern und Flexitariern.

Doch noch immer essen die Deutschen doppelt so viel Fleisch wie empfohlen. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sind es pro Kopf und Jahr rund 60 Kilogramm Fleisch und Wurstwaren. Das ist eindeutig zu viel, sagen Experten – gesunde Ernährung sieht anders aus.

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Bei Wurst und Fleisch aufs Maß achten

Ganz aufs Tier verzichten muss nicht, wer sich ausgewogen ernähren will: Die DGE empfiehlt, pro Woche nicht mehr als 300 bis 600 Gramm Fleisch und Wurst zu essen. Das entspricht 31 Kilogramm pro Kopf und Jahr, erklärt DGE-Sprecherin Antje Gahl. Fleisch enthält nämlich wichtige Nährstoffe.

Aber wie so oft kommt es auf das richtige Maß an. In Wurst steckt meist viel Fett. „Zusätzlich wird beim Zubereiten von Fleisch noch Fett dazu gegeben, zum Beispiel beim Braten und noch mehr beim Panieren“, erläutert Gabriele Janthur, Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale NRW.

Viel rotes Fleisch könnte das Darmkrebsrisiko erhöhen

In Fleisch steckt zudem Cholesterin, das Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen kann. „Die ebenfalls enthaltenen Purine erhöhen die Harnsäure im Blut und können einen Gichtanfall auslösen“, sagt Margret Morlo vom Verband für Ernährung und Diätetik (VFED).

Wer sehr viel rotes Fleisch isst, erhöht womöglich sein Risiko für Darmkrebs. Zum roten Fleisch gehören Fleisch und Fleischerzeugnisse vom Rind, Schaf, Ziege oder Schwein. Der Verzehr von weißem Fleisch, etwa Geflügel, geht dagegen nicht mit einem höheren Krebsrisiko einher.

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Fleisch ist kein Muss

Wer mag, kann auch ganz ohne leben: „Fleisch ist grundsätzlich kein Muss bei der Ernährung“, betont Janthur. Bei einer Ernährung ohne Fleisch stammt das Eiweiß aus pflanzlichen Lebensmitteln wie etwa Bohnen, Linsen, Getreide sowie Milch und Milchprodukten.

„Auch der Vitamin- und Mineralstoffbedarf lässt sich gut decken, solange man Milch und Milchprodukte mit einplant sowie vollwertig und abwechslungsreich isst“, sagt Janthur. Wichtig sind eine bewusste Zusammenstellung von Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten sowie von ausgewählten Ölen und Nüssen.

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Fleisch sollte zur Beilage werden

Wer nicht auf Fleisch verzichten will, sollte es eher als Beilage zu Gemüse, Salat, Kartoffeln und Nudeln essen – und nicht als Hauptbestandteil einer Mahlzeit. „Eine Bolognese muss nicht nur aus Fleisch bestehen“, sagt Morlo. Mit Möhren, Zwiebeln, Tomaten, Pilzen und Paprika wird eine gesündere Alternative daraus.

Auch bei der Zubereitung von Fleisch sollten Hobbyköche einiges beachten: Ideal ist es, Fleisch zu kochen oder mit wenig Öl zu braten. Beim Anbraten auf eine mäßige Bräunung achten. Wird Fleisch lange gegrillt oder gebraten, können Stoffe entstehen, die als krebserregend gelten.

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Ob beim Metzger, im Supermarkt, auf dem Wochenmarkt oder beim Bauern – gutes Fleisch kann es überall geben. Aber es ist für Verbraucher oft schwer zu erkennen, vor allem dann, wenn sie Wert auf bessere Tierhaltung legen. Eine Möglichkeit ist, auf Bio-Qualität zu achten. Janthur rät, sich vom Fachpersonal beraten zu lassen. So gibt es Rassen mit besonders guter Fleischqualität.

Wie viel Fleisch ist das richtige Maß?

Über Fleischmengen lässt sich trefflich streiten, der eine sieht das Fleisch als Hauptbestandteil der Mahlzeit an, für den anderen ist es allenfalls eine feine Beilage.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, Fleisch in Maßen zu essen, insgesamt nicht mehr als 300-600 Gramm (g) Fleisch und Wurst pro Woche für einen Erwachsenen.

Hier finden Sie die 10 Regeln für vollwertiges Essen und Trinken der DGE. Insbesondere verarbeitetes Fleisch – also Wurst- und Fleischwaren – sollte nur in moderaten Mengen genossen werden, wie die Krebsforscher der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zuletzt im Herbst 2015 betonten.

Die richtige Portionsgröße

Je nach Gericht werden verschiedene Fleischmengen empfohlen.

Als Faustregel gelten diese Zahlen pro Portion:

Fleisch ohne Knochen: 125 – 150 g
Fleisch mit Knochen: 150 – 250 g
Hackfleisch: 100 – 150 g
Wurst-Einlage: 50-90 g

Vielfach kann man die Mengen jedoch auch reduzieren. Näheres dazu finden Sie unter Wieviel Fleisch braucht eine Portion?

Geht es auch ohne Fleisch?

Wer auf Fleisch ganz verzichten möchte, kann das ohne Probleme tun. In Milch, Jogurt, Käse, Hülsenfrüchten und Getreide ist ausreichend Eiweiß enthalten; ideal sind Kombinationen wie zum Beispiel Kartoffel mit Ei, oder Milch mit Getreide/Brot. Statt Fleisch kann natürlich auch Fisch gegessen werden. Vitamine und Eisen bieten vor allem Vollkorngetreideprodukte, am besten immer in Kombination mit Vitamin C reichem Gemüse oder Obst.

Wer nicht nur auf Fleisch, sondern zusätzlich auch auf Milchprodukte und Eier verzichten möchte, muss sich allerdings schon etwas intensiver mit der Wertigkeit von Lebensmitteln auseinandersetzen, um sich auch dann noch rundum vollwertig zu ernähren. Über Wissenswertes zu vegetarischer und veganer Ernährung informieren wir Sie in einem eigenen Beitrag.

Themen – ernaehrung

Laut dem Ernährungsexperten und Lebensmittelchemiker Udo Pollmer ist unsere Fleischlust evolutionsbiologisch bedingt: Wir haben Lust auf Fleisch, weil wir es besonders gut verwerten können. Unser Organismus findet im Fleisch vorbereitet, was er zu seiner Regeneration benötigt. Denn der Bauplan des tierischen Organismus ist dem menschlichen viel näher als der Bauplan von Pflanzen. In Fleisch und Wurst sind für den Menschen essentielle Aminosäuren, ungesättigte Fettsäuren, B-Vitamine und Mineralstoffe enthalten – in einer hohen Nährstoffdichte, die der Körper optimal verwerten kann.

Pflanzen wehren sich

Bei pflanzlicher Kost klappt die Verwertung der Nährstoffe nicht so gut. Um sich vor ihren natürlichen Feinden zu schützen, bilden Pflanzen bestimmte chemische Abwehrstoffe, die unserer Verdauung zu schaffen machen. Laut Pollmer werden die in den Pflanzen enthaltenen Vitamine, Mineralstoffen und Eiweiße durch die Abwehrstoffe blockiert. Anders als Pflanzen produzieren Tiere keine für Menschen unbekömmlichen Abwehrstoffe. Dadurch können wir mehr Nährstoffe verwerten: von 100 Gramm Rindfleisch etwa ein halbes Milligramm Eisen. Um die gleiche Menge Eisen aus Spinat zu erhalten, müssten wir die siebenfache Menge davon essen: 700 Gramm.

Zu viel des Guten

Zu viel Fleisch allerdings ist ungesund. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen, pro Woche höchstens 300 bis 600 Gramm Fleisch oder Wurst zu essen. Der durchschnittliche Deutsche verzehrt allerdings über 100 Gramm pro Tag und damit deutlich zu viel. Und ganz ohne? Laut Udo Pollmer könnte der Mensch sehr gut auch ohne Fleisch leben, weil tierische Fette auch durch Eiweiße in Milch und Eiern aufgenommen werden könnten. Wichtig sei nur, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten und den Nährstoffhaushalt im Blick zu behalten.

Das Glück des Gemischtköstlers

Unsere Entwicklung vom Fruchtesser zum Jäger und Sammler hat Spuren in unserem Organismus hinterlassen: Wir Gemischtköstler vertragen tierische und pflanzliche Nahrung. Um zu überleben sind wir auf Fleisch nicht zwingend angewiesen – aber in einem gewissen Rahmen hat es durchaus auch seine Berechtigung.

Als ich bei meinem ersten Kind nach und nach auf Beikost umgestellt habe, bekam ich oft zu hören, dass ich bei bestimmten Lebensmitteln aufpassen soll. Dies sei zu gefährlich, das auf keinen Fall und am besten nur unter Aufsicht. Vieles stellte sich als Gerücht heraus, aber bei manchen Produkten sollte man wirklich aufpassen. Ob und ab wann Du Deinem Baby Eier, Nüsse, Honig und andere “kritische” Lebensmittel geben kannst, erkläre ich Dir hier.

Inhalt

Vorerkrankungen in der Familie

Bevor ich auf unterschiedliche Produkte eingehe, möchte ich Dich auf etwas Wichtiges hinweisen: Gibt es in Deiner Familie jemanden mit einer Lebensmittelallergie, Asthma oder Neurodermitis, sprich mit dem Kinderarzt darüber. Er wird mit Dir besprechen, ob Dein Baby eine spezielle Diät braucht.

Honig: Im 1. Lebensjahr tabu

Honig ist ein Naturprodukt und kann Bakterien enthalten. Das kommt zwar nur selten vor, kann aber im schlimmsten Fall den Darm Deines Babys angreifen. Die Folge ist eine bakterielle Lebensmittelvergiftung, auch Säuglings-Botulismus genannt. Das gilt übrigens genauso für Ahornsirup.

In Honig ist Zucker enthalten, der für die Zähne des Kindes nicht gut ist. Zucker kann zu Karies führen und ist ein weiterer Grund, weshalb Du im ersten Lebensjahr keinen Honig geben solltest.

Nüsse: Achtung, Erstickungsgefahr

Liegt in Deiner Familie keine Nussallergie vor, kannst Du Deinem Baby ab sechs Monaten bedenkenlos gemahlene Nüsse geben. Auch Erdnussbutter und Mandelmus sind gute Energielieferanten, solange sie keinen Zucker und keine industriell gehärteten Fette enthalten.

Ganze Nüsse solltest Du Deinem Baby aber nicht geben. Erst ab einem Alter von fünf Jahren werden ganze Nüsse empfohlen, da sie leicht verschluckt werden können.

Lies hier, was Du tun kannst, wenn sich Dein Baby verschluckt hat.

Eier: Für Babys nur hartgekocht

Ab etwa 9 Monaten darf Dein Kind ab und zu hartgekochte Eier essen. Weil Hühnereiweiß ein hohes Allergierisiko birgt, wurden Eier früher erst ab dem 3. Lebensjahr empfohlen – inzwischen raten Ärzte aber generell dazu, allergenreiche Lebensmittel bei gesunden Kindern schon früh zu geben.

Mehr als ein Ei pro Woche ist für Babys unter zwei Jahren allerdings nicht empfehlenswert, weil der hohe Proteingehalt die Nieren zu sehr beansprucht.

Rohe Eier solltest Du Deinem Baby gar nicht geben, denn sie können Salmonellen-Bakterien enthalten, die eine Lebensmittelvergiftung verursachen. Bedenke, dass sich auch in hausgemachter Mayonnaise, Kuchenteig und Tiramisu rohe Eier befinden.

Kuhmilch: Kleine Mengen im Brei in Ordnung

Mit dem Einführen der Beikost kommt Dein Baby auch mit der Kuhmilch in Berührung, die für den Abendbrei (Getreide-Milch-Brei) empfohlen wird. In diesem Zusammenhang sind kleine Mengen Kuhmilch (max. 200 ml) bereits vor dem sechsten Lebensmonat in Ordnung.

  • Reine Vollmilch zum Trinken solltest Du Deinem Baby allerdings erst mit einem Jahr geben, weil der hohe Mineralstoff- und Proteingehalt die Nieren zu stark belastet. Der Eisengehalt hingegen ist im Vergleich zu Muttermilch oder Pre-Nahrung zu niedrig.
  • Halbfette Milch enthält zu wenig Vitamine und Kalorien, daher solltest Du sie Deinem Kind erst frühestens mit zwei Jahren geben.
  • Von Ziegen- und Schafsmilch wird im ersten Lebensjahr abgeraten, da die wichtige Proteine nicht enthalten sind (das gilt nicht für Pre-Nahrung aus Ziegenmilch, die gibt es nämlich auch). Mit einem Jahr darf Dein Kind diese Milch trinken, sie sollte jedoch pasteurisiert sein.
  • Mit Folgemilch kannst du im Beikostalter beginnen, mindestens sollte Dein Kind sechs Monate alt sein. Folgemilch basiert auf Kuhmilch, der Eisengehalt ist laut Herstellern vergeichsweise hoch.

Käse: Für Babys oft zu salzig

Käse ist für Säuglinge, die gerade mit der Beikost begonnen haben, nicht empfehlenswert, da er oft zu viel Salz enthält und der hohe Proteingehalt die Nieren überfordert. Das gilt auch für weitere Milchprodukte wie Joghurt und Quark.

Für Kleinkinder ab einem Jahr ist milder Käse jedoch kein Problem, er liefert Kalzium und ist eine tolle Energiequelle. Auch Naturjoghurt (z.B. mit frischen Früchten) ist ab dem 1. Geburtstag in Ordnung. Probieren darf Dein Baby aber natürlich auch schon früher.

Obst: Mundgerecht und ohne Kerne

Bei Obst gilt grundsätzlich, dass es so geschnitten sein muss, dass Dein Kind sich nicht daran verschlucken kann. Wichtig für Fingerfood ist auch, dass das Baby richtig kauen und aufrecht sitzen kann und den Pinzettengriff beherrscht. Mehr dazu kannst Du in unserem Artikel über BLW nachlesen.

Bei folgenden Obstsorten für Babys gibt es zusätzlich noch zu beachten:

  • Zitrusfrüchte enthalten viel Vitamin C und können ab sechs Monaten verzehrt werden. Allerdings bekommen manche Babys davon einen wunden Po.
  • Kiwis können bei Allergien bei Babys heftige Reaktionen auslösen, deshalb erst in kleinen Mengen testen.
  • Erdbeeren und Himbeeren können auch Allergien hervorrufen, deshalb erst ab sechs Monaten geben und darauf achten, ob sich ein leicht juckender und roter Ausschlag um den Mund bildet.
  • Trauben solltest Du halbieren oder vierteln und entkernen, damit sich Dein Baby nicht an der Schale verschluckt.

Fruchtsäfte enthalten Fruchtzucker und können in zu großen Mengen die Milchzähne schädigen. Wenn Du Deinem Baby Saft geben möchtest, solltest Du ihn sehr gut verdünnen. Zehn Teile Wasser auf einen Teil Saft sind eine gute Mischung. Aber: Als Durstlöscher ist nach wie vor Wasser am besten.

Was und wie viel sollte Dein Baby trinken?

Fisch und Fischprodukte

Rohe Meeresfrüchte wie Austern oder Sushi können eine Lebensmittelvergiftung verursachen und sind für Babys und Kinder tabu. Große Meeresfische sind heutzutage stark mit Quecksilber belastet. Das kann sich negativ auf die Nerven des Babys auswirken. Davon betroffen sind z.B. Hai, Thunfisch und Schwertfisch.

Ein- bis zweimal in der Woche darf Dein Baby aber fetthaltigen Fisch essen. Das kann frischer Fisch (Kabeljau, Lachs, Forelle), Fischstäbchen oder Dosenfisch sein. Bei Dosenfisch ist jedoch darauf zu achten, dass dieser in Öl eingelegt ist und nicht in Salz. Der Salzgehalt ist für Kinder zu hoch.

Proteine für Babys und Kleinkinder

Proteine für Babys: Zu viel Eiweiß schadet den Nieren

Proteine (Eiweiße) sind wichtig für die Wachstums- und Entwicklungsphase in den ersten Lebensjahren. Aber: Zu viel Protein kann in den ersten Lebensmonaten die Nieren belasten. Daher sind eben auch größere Mengen Kuhmilch, Eier, Fisch und Fleisch in der Beikost-Phase ungesund für Dein Baby.

Als Faustformel gilt: Pro kg Körpergewicht ist 1 g Eiweiß pro Tag vertretbar. Mit 250 ml Vollmilch (ca. 3,4 % Eiweiß pro 100 ml) ist der Bedarf für ein 8 kg schweres Baby also schon nahezu gedeckt.

Proteine für Kleinkinder: Zu viel tierisches Eiweiß macht dick

Proteine sind in Milch, Eiern, Wurst und Fleisch enthalten und stehen somit erst ab dem 2. Lebensjahr regelmäßig auf dem Speiseplan. Allerdings kann ein hoher Konsum von tierischem Eiweiß (insbesondere Milcheiweiß) im Kleinkindalter später zu einem erhöhten BMI und Körperfettanteil führen – es macht also dick. Deshalb solltest Du auf das richtige Maß achten.

Für Kinder zwischen einem und 3 Jahren lautet die Empfehlung

  • 200-300 ml Milch/ Milchprodukte pro Tag
  • maximal 30 g fettarmes Fleisch bzw. Wurst pro Tag
  • 1 bis 2 Eier pro Woche
  • 30 g Fisch pro Woche

Ob Salamipizza, Salamibaguette, italienische Salami oder ungarische – Salami ist in vielen Formen und Variationen beliebt. Gerade Schwangere fragen sich wegen der möglichen Toxoplasmosegefahr, ob sie Salami überhaupt essen dürfen und wenn ja, in welcher Form und welchen Mengen. Ist sie denn wirklich schädlich für das Ungeborene?

Toxoplasmose – was ist das?

Bei gesunden Menschen erfolgt eine Toxoplasmoseinfektion durch Parasiten meist harmlos oder mit grippeähnlichen Symptomen. Weil sie aber eine Gefahr für das ungeborene Kind darstellt, wurde das Toxoplasmose-Screening 1975 in den Mutter-Kind-Pass in Form einer Blutuntersuchung eingeführt.

Das hat zum Vorteil, dass die Rate der auftretenden Infektion auf zwei Fälle pro 10.000 Schwangerschaften reduziert wurde. Aber auch ein bewusster Umgang mit möglichen Ansteckungsgefahren (sei es Katzenkot oder auch Salami) haben ihren Beitrag zu diesem Fortschritt geleistet.

Zeigt das Screening einen positiven Wert, muss das Kind nicht automatisch infiziert sein. Ob dies der Fall ist, wird mithilfe einer Fruchtwasserpunktion ermittelt. Gefährlich ist die Erkrankung nur dann, wenn sie während der Schwangerschaft zum ersten Mal auftritt – hatte die werdende Mutter die Krankheit jedoch schon, verfügt sie über Antikörper, die auch das Baby schützen.

Ein unerfreulich positiver Test

Sollte eine Infektion der Mutter vorliegen, beginnt eine Therapie mit dem Antibiotikum Spiramycin, das die Übertragung auf den Fötus verhindern soll und bis zur Geburt eingesetzt wird. Sollte das Kind bereits infiziert sein, wird eine Kombinationstherapie eingesetzt, die bis zur Geburt notwendig ist. Diese Therapien zeigen in der Regel gute Wirkung, ob jedoch ein Langzeitschaden vorliegt, kann erst nach einigen Jahren festgestellt werden. Beim Neugeborenen können Hirnhautentzündungen, Hydrozephalus oder Augenentzündungen mit Erblindung auftreten, wenn die Infektion im ersten Trimester der Schwangerschaft auftrat. Bei einer Infektion im späteren Verlauf der Schwangerschaft sind Frühgeburten, Schwellungen von Leber und Milz und Lungenveränderungen häufige Folgeerkrankungen.

Schutz vor Toxoplasmose – was können Schwangere tun?

Eine wirksame Möglichkeit ist der konsequente Verzicht auf rohes Fleisch wie Mettwurst, Beef tartare oder Rohschinken. Auch Produkte mit einer langen Reifezeit wie Prosciutto, Serrano – oder Parmaschinken bergen ein theoretisches Risiko, sich mit Toxoplasmose anzustecken. Neben dem Verzicht auf rohes Fleisch ist auch die Küchenhygiene wichtig, denn die Erreger können durch Rückstände am Messer oder Schneidbrett auch auf andere Lebensmittel gelangen. Daher müssen alle Utensilien, die mit dem Fleisch in Kontakt kamen, gut gereinigt werden.

Auch Gartenarbeit oder das Reinigen des Katzenklos wird am besten von anderen Personen oder nur mit Handschuhen erledigt. Die Katze streicheln ist weniger gefährlich, denn wird zur Reinigung der Hände geraten, denn durch die Reinigung des Afters können die Erreger auch auf das Fell übertragen werden.

Nun zur Salami: Erlaubt oder verboten in der Schwangerschaft?

Spricht man das Thema Salami in der Schwangerschaft an, schrillen gerne die Alarmglocken, denn: Salami wird nicht gekocht, es ist somit rohes Fleisch, dass die Erreger Toxoplasmose und Listerien enthalten kann. Das Thema Salami spaltet die werdenden Mütter: Während die einen Salami in Maßen genießen sofern sie industriell hergestellt wurde und den höchsten Qualitätsanforderungen entspricht (nach langer Reifezeit sind kaum mehr Toxoplasmoseerreger enthalten), verzichten andere Schwangere komplett auf den Genuss. Der Toxoplamsetest, der normalerweise mit der Blutuntersuchung durchgeführt wird, gibt Aufschluss: Erkrankte die Mutter bereits vor der Schwangerschaft an Toxoplasmose und hat somit Antikörper gebildet, steht dem Genuss von Salami auch nichts mehr im Wege, denn der Schutz umfasst auch das ungeborene Baby.

Gefahrlos kann z.B. eine Salamipizza gegessen werden, da die Salami hierbei noch stark erhitzt wird und das die Bakterien abtötet. So muss auch bei einem negativen Toxoplasmoseergebnis nicht verzichtet werden. Allerdings wird aus gesundheitlichen Gründen von zu häufigem Konsum abgeraten.

Wenn also Zweifel bestehen, ist es ratsam den Salamigenuss einzuschränken oder das Ergebnis des Titer-Tests abzuwarten, um so ein mögliches Risiko ausschließen zu können.

Vegetarisch essen: Brauchen Kinder Fleisch?

Eine vegetarische Ernährung liegt auch bei Kindern und Jugendlichen im Trend. Obwohl der Anteil der jungen Veggis noch relativ niedrig liegt, stellte das Robert-Koch-Institut in seiner Kiggs-Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland fest: Drei Prozent der unter 18-Jährigen haben sich für eine fleischlose Ernährung entschieden, bei den 14- bis 17-jährigen Mädchen sind es sogar sechs Prozent. Viele von ihnen verzichten aus Überzeugung und Tierliebe auf die früher so geliebte Bratwurst oder das Schnitzel. Dass der Anteil der jungen Veggis nicht höher ist, könnte mit daran liegen, dass viele Eltern aus Angst um die Gesundheit ihres Nachwuchses ein Veto einlegen. Dabei sind solche Sorgen eher unnötig, wenn die Ernährung stimmt. Beispiel geistige Entwicklung und schulische Leistungen: Kids, die schon früh lieber vegetarisch essen, haben damit keineswegs Probleme, im Gegenteil. Wissenschaftler der englischen University of Southampton befragten vor einigen Jahren 8170 Frauen und Männer, die 1970 in Großbritannien zur Welt kamen und im Alter von zehn Jahren einen IQ-Test absolvierten. 20 Jahre später stellte sich heraus: Alle Befragten, die auch als Erwachsene auf Fleisch verzichteten, gehörten zur Gruppe derjenigen, die beim frühen IQ-Test ganz vorne gelegen hatten. Das klingt nicht nach Mangelerscheinungen!

Und tatsächlich meinen heute die meisten Experten, dass eine gesunde Ernährung für Kinder auch ganz ohne Fleisch möglich ist – vorausgesetzt, Ihr Kind mutiert nicht zum „Pudding-Vegetarier“. Wenn nur noch Kuchen, Weißbrot und andere nährstoffarme Lebensmittel statt Fleisch und Co. auf den Tisch kommen, fehlen natürlich wichtige Nährstoffe. Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und vor allem Vollkorngetreide gehören darum unbedingt reichlich auf den Speiseplan. Das Argument vieler besorgter Eltern vom drohenden Eisen- und Eiweißmangel bei Fleischverzicht zieht übrigens auch nicht, wenn die Auswahl an Lebensmitteln stimmt: Das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) in Dortmund erklärt fleischlose Kost für Kinder für unbedenklich – solange sie ausgewogen ist.

Es kommt also entscheidend auf die richtige Kombination an. Das gilt ganz besonders, wenn es um die Versorgung mit Eisen geht. Damit Kinder genügend von diesem Mineralstoff – dem einzigen Nährstoff, der ohne Fleisch knapp werden knapp werden kann – aufnehmen, rät das FKE, Getreideprodukte möglichst immer mit Früchten zu kombinieren. Denn pflanzliches Eisen aus Getreideprodukten kann der Körper am besten in Zusammenhang mit Vitamin C verwerten, während Milchprodukte die Aufnahme im Körper hemmen. Praktische Beispiele: Kombis wie Müsli mit Ananas, ein herzhaftes Quark-Käse-Brötchen, Couscous mit Rahmgemüse oder Mozzarellabrot mit Orangenschorle füllen die Eisenspeicher besonders zuverlässig auf.

Ganz ähnlich sieht es bei der Eiweißversorgung aus: Wer vegetarische Kost clever kombiniert, bekommt genügend davon. Ernährungsexperten empfehlen, die Mahlzeiten aus etwa einem Drittel tierischem und zwei Dritteln pflanzlichem Eiweiß zusammenzustellen. Perfekt sind also Kombis wie Kartoffeln mit Ei, Kartoffeln mit Rahm, Hirse mit Milchprodukten oder Getreide mit Sojaprodukten.

Wichtig: Von einer rein veganen Ernährung, also völlig ohne tierische Lebensmittel, raten die Experten bei Kindern und Jugendlichen ab! Hier wäre das Risiko von Mangelerscheinungen tatsächlich zu groß.

(Koe)

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