Kind vergisst alles

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Vergesslichkeit und Schusseligkeit bei Kinder

Wenn Kinder immer wieder etwas verlieren oder wichtige Dinge vergessen werden die Nerven der Eltern strapaziert – was man dagegen tun kann.

Vergesslichkeit und Schusseligkeit: Ursachen

Das teure Geburtstagsgeschenk, die neue Armabnduhr oder die tollen Fußballschuhe. Gerade haben sich die Kleinen noch wie wild darüber gefreut, doch ein paar Tage später dann die schlechte Nachricht – „Mama ich hab` etwas verloren“. In solch einer Situation ist es besser das Kind zu trösten, als den Frust beim Kind durch eine Standpredigt zum Thema Ordnung noch größer zu machen. Eine gute Reaktion, findet auch Psychologe Michael Thiel. Denn: „Etwas zu verlieren, liegen zu lassen oder zu vergessen, ist gerade für Kinder ziemlich normal“, betont der Familie&Co-Experte – und bestätigt damit die Erfahrungen der meisten Mütter und Väter. Allerdings gilt es, genauer hinzuschauen, wenn Sachen wie Handschuhe, Turnbeutel, ein Federmäppchen oder gar der neue Tretroller verbumfiedelt werden. „Kleine Kinder zum Beispiel haben noch gar kein Bewusstsein dafür, dass Dinge, die sie irgendwo stehen oder liegen lassen, auf Nimmerwiedersehen verschwinden könnten“, sagt Thiel. Und: „Kinder müssen erst lernen, zwischen wichtig und unwichtig zu unterscheiden, sich auf etwas zu konzentrieren, aufmerksam zu sein und bestimmte Dinge eben nicht zu vergessen oder aus den Augen zu verlieren.“

Vergesslichkeit als Zeichen von Unlust

Erst wenn sie ins Kindergarten- bzw. Schulalter kommen, sind die Kleinen in ihrer Entwicklung so weit, dass sie auf ihr Zeug achten können. Verlieren sie dann etwas, ist das oft ein Zeichen dafür, dass ihnen der Gegenstand nicht wichtig ist. „Haben sie keine Lust auf Sport oder Hausaufgaben, verlieren sie den Turnbeutel oder lassen das Hausaufgabenheft liegen“, erklärt der Psychologe den Zusammenhang zwischen persönlichen Vorlieben und dem Verschwinden bestimmter Dinge.
Dann gilt es, den Ursachen nachzugehen und zu fragen, warum das Kind so ungern Hausaufgaben macht oder den Turnunterricht nicht mag. Schusseligkeit ist ein weiterer Grund, warum Sachen wie das Pausenbrot einfach vergessen werden. Thiels Erklärung: „Kinder in diesem Alter lassen sich noch schnell ablenken und können noch nicht an so viele Dinge gleichzeitig denken.“ Das sollte aber kein Grund sein, ihnen alles hinterherzutragen oder das verlorene Matchboxauto sofort zu ersetzen: „Kinder dafür zu bestrafen, dass sie etwas vergessen oder verloren haben, ist sinnlos. Vielmehr sollte man sie die Folgen ihrer Unachtsamkeit spüren lassen“, schlägt der Psychologe vor.
Taucht ein Kind zum Beispiel wiederholt ohne Federmäppchen im Unterricht auf und wird dafür von seinem Lehrer ermahnt, ist ihm das irgendwann so peinlich, dass es sein Schulzeug beieinander behält.

Vergesslichkeit als Anzeichen für Probleme

Manchmal, so Thiel, ist Verlieren auch ein Zeichen für Überforderung. Dann sollten die Eltern den Terminplan ihres Kindes durchforsten und in Absprache mit ihm Aktivitäten streichen, die unnötig Stress verursachen. Nimmt man nämlich Tempo aus dem Tagesablauf, bleibt dem Kind mehr Zeit, sich auf einzelne Dinge zu konzentrieren – also wird auch weniger vergessen oder verloren. Auch Reizüberflutung, Unordnung und dauernde Ablenkung können dazu beitragen, dass Kinder Sachen vergessen oder verlieren. So kann ein unaufgeräumter Schreibtisch dazu führen, dass das Kind sein Matheheft nicht findet oder einen Teil der Hausaufgaben einfach vergisst. Michael Thiel appelliert an Eltern, dafür zu sorgen, dass sich ihr Kind möglichst oft mit nur einer Sache beschäftigt: „Wenn es Lego spielt, sollte der Fernseher eben Sendepause haben“, sagt der Psychologe. Auch die Möglichkeit, sich mal ohne das nervende Geschwisterkind in ein Zimmer zurückziehen zu können, beugt Schusseligkeit und Zerstreutheit vor. Wenn Kinder ständig etwas verlieren und sich nicht oder nur sehr kurze Zeit konzentrieren können, kann das ein Hinweis auf eine Aufmerksamkeitsstörung (ADS) sein. In diesem Fall, so Thiel, sollten die Eltern einen Test, z.B. beim Kinderarzt, ins Auge fassen. Auf jeden Fall sollten sie mit dem Kind über das Problem reden: „Mir fällt auf, dass du so viel verlierst. Wo bist du mit deinen Gedanken?“ So könnte ein vertrauensvolles Gespräch beginnen, in dessen Verlauf sich dann vielleich herausstellt, dass das Kind ernste Sorgen hat. „Leidet ein Kind z.B. unter Mobbing oder hat es Angst, die Eltern könnten sich trennen, dann erscheinen ihm Dinge, die es normalerweise sehr ernst nimmt, als nebensächlich – und es verliert oder vergisst sie“, sagt Thiel.

Kinder: Wenn sie sich selbst verlieren

Verlieren können Kinder auch sich selbst – und machen dann die vielleicht schönste und beglückendste Erfahrung ihres Lebens. Diese kostbaren Augenblicke höchster Konzentration und Anstrengung stellen sich ein, wenn sich Kinder intensiv mit etwas beschäftigen. In der spontanen Hingabe an eine Sache – das kann beim Lesen des neuesten Harry-Potter-Bandes oder beim genauen Abzirkeln einer bestimmten Menge Mehl beim Kuchenbacken passieren – erfahren die Kleinen, was es heißt, übend und lernend seinen ureigensten und tiefsten Interessen nachzugehen. Psychologen nennen diesen Moment des sich Verlierens an eine Sache „Flow“. „Dann kommt das Gehirn in einen optimalen Spannungszustand, erreicht sein höchstes Aufmerksamkeitniveau – und erzeugt Glücksgefühle ungeahnten Ausmaßes“, sagt Michael Thiel. Sein Rat: „Jetzt bloß nicht ,Komm zum Essen!´ rufen.

Vergesslichkeit abgewöhnen: 7 Tipps

1. Fordern Sie Ihr Kind auf, seine Spielsachen, z.B. den Roller oder das Skateboard, im Auge zu behalten und nicht achtlos längere Zeit irgendwo herumliegen zu lassen – Gelegenheit macht Diebe! 2. Gewöhnen Sie Ihrem Kind an, bestimmte Dinge, z.B. sein Portemonnaie oder den Hausschlüssel, immer in derselben Schublade, Jackentasche oder demselben Schulranzenfach aufzubewahren. So bemerkt es schnell, wenn etwas nicht mehr da ist. 3. Versehen Sie Sportbekleidung, Jacken, Mäntel, Handschuhe, Schals und Mützen mit Namensschildern. Auf die Akkus von Handy, Walkman und Gameboy sollten Sie Schildchen mit Adresse und Festnetznummer kleben. 4. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind sein Fahrrad oder seinen Roller abschließt bzw. nur dort unterstellt, wo die Fahrzeuge vor dem Zugriff Fremder sicher sind. 5. Sorgen Sie dafür, dass die Jacken- und Hosentaschen Ihres Kindes mit Knöpfen, Reiß- oder Klettverschlüssen versehen sind, sodass nichts herausfallen kann. 6. Geben Sie Ihrem Kind nur mit, was es unbedingt braucht. 7. Beziehen Sie Ihr Kind in die Suche nach verlorenen Gegenständen mit ein, indem Sie es zu Hause, in der Schule oder im Kindergarten nachforschen lassen oder gemeinsam mit ihm zum Fundbüro gehen.

Tochter(5) vergisst immer alles wieder

hallo,
meine Tochter ist noch zu klein, um solche Phaasen zu haben. Und vielleicht ist das ja bei Jungs anders. Unser Großer (4) hat manchmal auch so Momente, da ist er so in sein Spielen versunken, dass er nicht hört, wenn ich ihn was frage. Und zum Schlafanzuaganziehen muss ich ihn auch mindestens dreimal auffordern. Ebenso Zähneputzen, Schuhe anziehen etc etc. Manchmal fragt er mich auch was und sobad ich geantwortet habe, ist seine Reaktion „Was hast du gesagt?“
Ich schätze schon, dass das nicht ungewöhnlich ist. Kinder in diesem Alter lernen unglaublich viel und müssen ganz viele Einflüsse, Erlebnisse und Details aufnehmen und im Kopf sortieren, mit bekanntem abgleichen oder als neu verbuchen. Da fallen so banale Dinge wie Zähne putzen, Geschirr wegräumen und anderes alltägliches einfach hinten runter. Manchmal beschäftigen sie sich auch stundenlang mit einem Thema in ihrem Kopf, bis sie eine Lösung finden und die kommt dann eben, wenn Mama grad eine Geschichte vorliest, die gar nichts damit zu tun hat.
Ich glaub nicht, dass diese Fahrigkeit ein Zeichen von Schwäche oder Mangel an irgendwas ist, sondern eher das Gegenteil. Da ist das Gehirn sowas von beschäftigt, dass eben nicht alles reinpasst.
Bummelei ist besonders blöd, wenn man nen wichtigen Termin hat oder eben irgendwoe pünktlich sein möchte. Manchmal hilft es aber einfach, als Mama nicht so gestresst zu sein und ein bisschen mehr Puffer einzubauen und einmal mehr zu loben, wenn was geklappt hat. Zumindest habe ich bei mir festgestellt, dass die Kinder besser kooperieren, wenn ich etwas entspannter bin.
Viel Geduld und Ausdauer
wünscht Ernaka

“ In dem Moment, wo die Hirnfunktionen vollständig und ausgewogen

ablaufen, erreichen die Körperbewegungen ihr höchstes Maß an

Anpassung, ist Lernen eine relativ einfache Aufgabe und richtiges

Verhalten ein ganz natürlicher Prozess. “ (Zitat: Jean Ayres)

Was ist der Inhalt dieses Zitates?

Es handelt sich um Kinder und Jugendliche, welche zur Freude ihrer Eltern und ohne großes Zutun zu geschickten, wissbegierigen und gut umgänglichen Personen heranwachsen.

Nun gibt es aber auch Kinder, welche ihre Eltern immer wieder an ihre Belastungsgrenze bringen können. Das Leben mit ihnen wird häufig als eher schwieriger und anstrengender beschrieben.

Erste Probleme zeigen die Kinder häufig schon im Baby- und Kleinkindalter z.B. durch eine verzögerte motorische oder sprachliche Entwicklung, das Auslassen wichtiger motorischer Meilensteine (z.B. Kriechen/Krabbeln), häufiges Schreien (KISS?), „schlechter Esser“ oder starkes Klammern an der Bezugsperson.

Mit Eintritt in die Schule verstärken sich die Probleme dann häufig noch einmal. Das Schulkind kann Probleme in der Konzentration und Aufmerksamkeitsspanne zeigen, das Erlernen von Lesen/Schreiben und Rechnen bereitet ihm Mühe oder das Erlernen sportlicher Aktiviäten (z.B. Rad fahren, Schwimmen, Rolle vorwärts etc…) fallen schwer. Nachfolgend können dann vermehrt Simmungsschwankungen oder gar Wutanfälle auftreten.

Die Hausaufgaben können zum „täglichen Kampf“ werden oder das Kind geht nur noch ungern zur Schule und zeigt dies in einer Verweigerung oder Unlust.

Welche Kinder würden nun konkret von dem Behandlungsansatz profitieren?

Kinder mit einer neuromotorischen Entwicklungsverzögerung können oft einzelne oder mehrere der folgenden Symptome in den unterschiedlichen Lebensbereichen zeigen. Hier nun ein paar Hinweise aus der Kindheitsgeschichte.

Wichtig: Nur selten stellt ein einzelner Faktor allein ein Hinweis auf eine neuromotorische Entwicklungsverzögerung dar!

Schwangerschaft:

  • Heftiges Schwangerschaftserbrechen
  • Schwere Virusinfektion während der ersten 22 Schwangerschaftswochen bzw. zwischen der 26.-30. Schwangerschaftswoche
  • Exzessiver Alkoholgenuss und / oder Drogenmissbrauch
  • Drohende Fehlgeburt
  • Hoher Blutdruck
  • Starker Stress / Traumen
  • Rauchen
  • nicht behandelter Diabetes
  • Unfälle oder Infektionen

Geburt:

  • verlängerte Wehen oder Sturzgeburt
  • Zangen- oder Saugglockengeburt
  • Steißgeburt
  • Kaiserschnitt
  • Nabelschnur um den Hals
  • schlechte CTG-Werte beim Fötus
  • Früh geboren (mehr als zwei Wochen vor dem errechneten Termin) oder übertragen (mehr als zwei Wochen nach dem errechneten Termin)

Neugeborenenzeit:

  • Geringes Geburtsgewicht (unter 2500g)
  • Brutkasten
  • verformter Schädel
  • schwere Neugeborenengelbsucht
  • Blutergüsse, blaue Flecke
  • Probleme beim Stillen und Füttern während der ersten sechs Monate

Kleinkindzeit:

  • Das Kind entwickelt nur schwer einen festen Schlafrhythmus
  • Das Kind hat schnelle Stimmungsumschwünge
  • Das Kind ist oft unruhig und fordernd, hat häufige Wutanfälle und verharrt scheinbar im Trotzalter
  • Das Kind „klammert“ an der Bezugsperson und zeigt ein überängstliches Verhalten.
  • Das Kind ist ungeschickt und tolpatschig
  • Das Kind ist allergieanfälliger und häufiger krank z.B. Mittelohrentzündung
  • Spätes Laufenlernen (älter als 18 Monate)
  • Spätes Sprechenlernen (älter als 18 Monate)

Im Schulalter:

  • Das Kind ist visuell, auditiv leicht und schnell abgelenkt und wirkt unkonzentriert.
  • Das Kind vergisst schnell wieder bereits Geübtes und Gelerntes.
  • Das Kind zappelt auf dem Stuhl umher und kann nur schwer seine Sitzposition halten.
  • Das Kind bewältigt Aufgaben nur sehr langsam.
  • Das Kind hat Schwierigkeiten, Fakten und Ereignisse in eine logische Abfolge oder Reihenfolge zu bringen.
  • Das Kind verdreht Buchstaben beim Lesen und Schreiben, es treten vermehrt Abschreibfehler von der Tafel ins Heft oder vom Heft ins Heft auf.
  • Das Kind zeigt eine verkrampfte Stifthaltung und übt beim Schreiben viel Druck aus. Es kann nur schwer Kästchen oder unlinierte Zeilen einhalten.
  • Das Kind hat Schwierigkeiten beim Rechnen.
  • Das Kind hat ein undeutliche Aussprache und das Vorlesen ist meist mühevoll, ausdruckslos und monoton. Es liest nur ungern ein Buch, Zeitschriften etc.
  • Das Kind zeigt Haltungsfehler z.B. einen Rundrücken oder eine Skoliose.

Verpeilt? Vergesslich? Dann bist du laut Studie außergewöhnlich intelligent!

Tadaaaa, hier ist sie: Die Studie, auf die wir alle gewartet haben. Wir, die wir immer erst Tage nach einem Geburtstag gratulieren (oder nie). Wir, die wir die Treppe hochstürmen, um uns dann auf Stufe 13 zu fragen, was wir oben überhaupt nochmal wollten. Wir, die wir sehr viel Lebenszeit damit verbringen, unsere Schlüssel, Geldbörsen, Handschuhe und superwichtige Dokumente zu suchen. Ja, genau wir freuen uns wie Bolle über eine wunderbare Studie, denn jetzt ist es endlich amtlich: Wir sind nicht dümmer als unsere gut organisierten Mitmenschen, die uns so oft fassungslos anstarren. Nein, es wird sogar noch besser: Wir sind klüger. Und zwar einzig und allein, WEIL wir vergesslich sind. HÄÄÄÄ?

Das Gehirn muss vergessen, um zu funktionieren

Wie das gehen soll? Ganz einfach: Erinnerungen sind überhaupt nicht dazu da, um besonders lange in unserem Gehirn zu verweilen. Zumindest nicht alle. Ein wirklich gut funktionierendes Gehirn speichert langfristig nur die wirklich wichtigen Dinge ab. Solche, die benötigt werden, um in Zukunft die besten Entscheidungen zu treffen. Alle Details (und ja, dazu gehören auch die zweiundfünfzig Geburtsdaten, die manche Menschen im Kopf haben) sollten regelmäßig rausfliegen. Wenn du nun also zu den Menschen gehörst, bei denen Informationen schnell überschrieben werden, dann könnte das dafür sprechen, dass dein Gehirn sehr effektiv arbeitet und du in der Lage bist, besonders kluge Entscheidungen zu treffen. Das haben Blake A. Richards und Paul W. Frankland von der University of Toronto herausgefunden. Blake und Paul, ihr seid Helden!!!

Überhaupt haben alle Unrecht

Übrigens sollte man sich so und so nicht auf das Image einiger Charaktereigenschaften verlassen. Menschen ziehen nämlich generell recht merkwürdige Schlüsse, die so gar nicht zutreffen. Zum Beispiel halten wir schon als Kinder schöne Menschen für klüger als weniger schöne. Völlig haltlose Behauptung! Und Menschen, die häufig kleckern, werden als besonders zerstreut angesehen und unterschätzt. Dabei ist es ganz anders: Kleckern spricht für ein sehr aktives Gehirn. Es ist also kein Zufall, dass besonders verpeilte Menschen auch gerne mal Flecken auf der Bluse tragen. Wenn beides auf dich zutrifft, sehen wir das einfach mal als doppelte Beweisführung. Wir sind schlau. Wir sind toll. Wer trotzdem über uns spotten will, soll es ruhig tun. Solche unwichtigen Details vergessen wir zum Glück sofort wieder! Und wenn das nicht megaschlau von uns ist, wissen wir´s auch nicht mehr.

Vergesslichkeit: Warum intelligente Menschen oft schusselig sind

Mal wieder den Hausschlüssel vergessen, die Herdplatte angelassen oder das Password vergessen? Manchmal lässt uns das Gedächtnis im Stich, egal ob Alt oder Jung. Treten die Aussetzer nur gelegentlich auf, ist das kein Grund zur Sorge. Im Gegenteil: Vergesslichkeit kann sogar ein Zeichen für Intelligenz sein, sagen kanadische Forscher. Doch welche Ursachen stecken hinter Gedächtnisstörungen und ab wann sind sie krankhaft?

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Vergesslichkeit hilft dem Gehirn, Prioritäten zu setzen

Auch wenn Vergesslichkeit lästig ist und unseren Alltag erschwert, erfüllt sie medizinisch gesehen eine wichtige Funktion. Sie hält dem Gehirn sozusagen den Rücken frei, während dieses aus einer Flut von Daten herausfiltert, welche Informationen wichtig sind. Informationen, die das Gehirn lange erhalten möchte, gelangen ins Langzeitgedächtnis. Was nur kurzfristig benötigt wird wie die Einkaufsliste oder der Ablageort der Lesebrille, wird vorübergehend im Kurzzeitgedächtnis verankert.

Was genau ist das Gedächtnis? Unter dem Gedächtnis versteht man die Fähigkeit des Gehirns, Informationen zu speichern und sie bei Bedarf später wieder abrufen zu können. Grundsätzlich gibt es drei Arten von Gedächtnis: das Kurzzeitgedächtnis, das Langzeitgedächtnis und das Arbeitsgedächtnis. Es gibt für das Gedächtnis keine klar abgrenzbare Struktur im Gehirn. Vielmehr ist für die Merk- und Erinnerungsfähigkeit ein Netzwerk von Nervenzellen zuständig, die sich über verschiedene Hirnbereiche erstrecken.

Wer viel vergisst, trifft bessere Entscheidungen

Für die kanadischen Hirnforscher Paul Frankland und Blake Richards von der University of Toronto ist Vergesslichkeit nicht nur ein Zeichen von Intelligenz, sondern bestimmt sogar, wie gut wir darin sind, sinnvolle Entscheidungen zu treffen. Ihre Aussagen stützen auf eine Studie, die sie im Fachmagazin „Neuron“ (7/2017) veröffentlichten.

Demnach können sich Menschen schneller an neue Situationen anpassen, wenn sie belanglose Dinge aus der Erinnerung „löschen“ und nebensächliche Details gedanklich schnell wieder loswerden. Das Paradebeispiel hierfür ist der zerstreute Professor. Unterm Strich heißt das, dass man neuen Erfahrungen und Herausforderungen leichter entgegen tritt und bessere Entscheidungen trifft, wenn man sich nicht jedes Detail aus der Vergangenheit eingeprägt hat.

Die Gedächtnisleistung unterliegt Schwankungen

Wie gut die Leistungsfähigkeit des Gedächtnisses ist, hängt generell von vielen Faktoren ab und ist von Schwankungen geprägt. Diese hängen mit der persönlicher Verfassung und Tagesform der jeweiligen Person zusammen. So tragen Stress, Müdigkeit, psychische Belastungen und körperliche Anstrengungen zu Konzentrationsschwäche bei, die häufig zu Vergesslichkeit führen.

In solchen Situationen treten Wortfindungsstörungen gehäuft auf, Termine werden vergessen oder Gegenstände verlegt. Diese Form der Gedächtnisschwäche, die überwiegend das Kurzzeitgedächtnis betrifft, ist jedoch in der Regel nur vorübergehend. Auf die leichte Schulter nehmen sollte man Gedächtnisstörungen trotzdem nicht. Denn Vergesslichkeit ist ein Symptom, hinter dem auch komplexe Krankheitsbilder stecken können.

Demenz: Wenn Vergesslichkeit zur Krankheit wird

Kommt es häufiger zu Gedächtnislücken, sollte die Ursache von einem Arzt abgeklärt werden. Bei jüngeren Menschen ist eine Demenz so gut wie ausgeschlossen. Laut Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft fallen weniger als zwei Prozent aller Demenzerkrankungen auf das Alter unter 65 Jahren.

Allerdings können andere Krankheiten der Grund für eine zunehmende Vergesslichkeit sein. So gehen Schilddrüsenstörungen und Erkrankungen des Zentralnervensystems wie Multiple Sklerose oder Parkinson häufig mit Vergesslichkeit und Gedächtnisproblemen einher. Auch Depressionen und Angststörungen wirken sich negativ auf die Gedächtnisleistung aus und setzen die Konzentrationsfähigkeit herab. Das gleiche gilt bei Hormonstörungen, beispielsweise in den Wechseljahren. Ebenso können Alkohol, bestimmte Medikamente und Drogen zu verstärkter Vergesslichkeit führen. Vor einigen Jahren haben Forscher herausgefunden, dass auch ein bestimmtes Protein, das C-reaktive Protein, im Blut zu Vergesslichkeit fürhren kann.

  • Demenz und Alzheimer: Verlauf und Unterschiede

Die große Angst vor Alzheimer

Mit zunehmendem Alter fällt es Menschen immer schwerer, sich Dinge zu merken. Sie brauchen länger, um Neues zu lernen, verlieren in Gesprächen den Faden oder haben Wortfindungsstörungen. Bis zu einem gewissen Grad sind Aussetzer und Gedächtnispannen bei Älteren völlig normal und Teil eines natürlichen Alterungsprozesses im Gehirn. Eine ausgewogene Ernährung, körperliche Bewegung und ein gezieltes Gedächtnistraining helfen den grauen Zellen oftmals auf die Sprünge.

Allerdings steigt mit zunehmendem Alter aber auch das Risiko für Alzheimer oder eine vaskuläre Demenz. Bei dieser ist die Durchblutung des Gehirns dauerhaft gestört und es kommt zu Schäden. Das Tückische ist, dass sich eine Demenz meist schleichend entwickelt und im Frühstadium oft unbemerkt bleibt. Offensichtlich wird sie erst, wenn zu der Vergesslichkeit noch ei gestörter Orientierungssinn kommt oder sich die Persönlichkeit verändert. Eine pauschale Empfehlung, ab wann man sich bei Vergesslichkeit und nachlassenden Gehirnleistungen Sorgen machen und einen Arzt aufsuchen und einen Demenztest machen sollte, gibt es nicht. Im Zweifelsfall ist Vorsicht die bessere Alternative. Denn je eher die Erkrankung erkannt wird, desto besser kann sie auch behandelt werden.

Alzheimer-Tests: Diese Symptomen deuten auf eine Demenzerkrankung hin

Im Alter werden Menschen zunehmend vergesslicher. Dahinter können Mangelerscheinungen, aber auch ernsthafte Krankheiten stecken. (Quelle: ozgurcankaya/Getty Images)

  • Gedächtnislücken: Wie viel Vergesslichkeit ist noch normal?
  • Foto-Show: So trainieren Sie Ihr Gedächtnis
  • Gedächtnisverlust: Ursachen und Symptome von Demenz
  • Übungen und Tests: Was bringt Gedächtnistraining wirklich?
  • Vitamine gegen Vergesslichkeit: So essen Sie sich schlau
  • Gedächtnislücken: Wie viel Vergesslichkeit ist noch normal?

Altersvergesslichkeit kann viele Ursachen haben

Wenn der Arzt anhand von Untersuchungen Alzheimer ausschließen konnte, geht die Ursachenforschung weiter. Ein häufiger Auslöser für nachlassende Gedächtnisleistung bei älteren Menschen sind Durchblutungsstörungen, die in Folge einer Arterienverkalkung auftreten. Sie können sich negativ auf die kognitive Leistungsfähigkeit auswirken, da das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt wird. So entsteht Altersvergesslichkeit. Doch auch Vitamin- und Mineralstoffmangel, Bluthochdruck, ein schlecht eingestellter Diabetes oder Flüssigkeitsmangel führt bei Senioren nicht selten zu Gedächtnisproblemen und Wortfindungsstörungen. In seltenen Fällen stecken Gehirntumore und Entzündungen der Hirngefäße hinter Vergesslichkeit und zunehmenden Gedächtnislücken.

ADS? Autismus? Verpeiltheit? Oder doch nur geringer IQ?

MeinAnliegen lässt sich nicht in einigen wenigen Sätzen beschreiben, deswegen
schonmal sorry für den langen Text 😊
Ich bin 23 und studiere an einer weltweit sehr bekannten Uni in den USA, davor
Ingenieursabschluss aus sehr bekannter deutscher TH, Note „sehr gut“,
Regelstudienzeit. Abi ebenfalls sehrgut. Obwohl ich auf dem Papier oft überzeugen kann, hat es etliche Situationen,
ob einmalig oder dauerhaft, gegeben, wegen dieser ich mich sehr oft frage, was mit
mir nicht stimmt:
– Ich habe praktisch in keiner Situation, wo ich mich in der „wirklichen“ Welt
außerhalb der Uni beweisen musste, gut performt (Praktikum, Hiwi,
Abschlussarbeit).
Ich hatte ein halbjähriges Praktikum bei einer technischen Abteilung eines sehr
bekannten Industrieunternehmens. Ich habe dort praktisch nichts gelernt, es gab
recht selten etwas für mich zu tun. Es lief ungefähr so ab: mein Betreuer gab
mir einen Task ohne Deadline, ich wusste am Anfang nicht wo ich anfangen und
was ich tun sollte, deswegen habe ich den Task so lange hinausgezögert wie ich
konnte. Oft war es die Suche von irgendwelchen wissenschaftlichen Papers, ich
hatte sehr wenig Motivation, ich glaube das hatte etwas damit zu tun, dass es
zu einem Thema unendlich viele Paper geben kann, und die Wahrscheinlichkeit,
dass ich die gesuchte Information irgendwo darin finde bzw diese aus der genau
richtigen Kombination an Papers herausarbeite, verschwindend gering ist. Und
selbst wenn ich sie fände, wäre ich nie stolz darauf, wie bspw nach dem Lösen
eines schwierigen logischen Problems (Mathe, Physik etc.). Ich fühlte mich fast
als litt ich unter dem Boreout-Syndrom. Mein Betreuer kümmerte sich sehr selten
um mich, Zwischenfeedback war gut (obwohl ich praktisch nichts gemacht hatte),
irgendwann ist ihm aber meine flache Lernkurve aufgefallen…
Hiwi lief genau so ab, nur dass mein Betreuer wohl keinen Stress wollte und mir
nie irgendwas zu meiner Leistung sagte. Ein Jahr lang. Tätigkeiten fand ich
zugegeben genauso uninteressant wie im Praktikum.
Bei der Bachelorarbeit stritten wir uns mit meiner Betreuerin, da sie ziemlich
fordernd war. Ich bemühte mich auch ihre Anweisungen zu verstehen, doch oft
klappte es erst beim zweiten, dritten Versuch, und das ging ihr auf die Nerven.
Für sie lag es ausschließlich nur an mangelnder Motivation und Konzentration, ich
erklärte ihr, dass ich auf beides selbst keinen Einfluss habe und ich
wahrscheinlich nur zu dumm bin, was auch nicht meine Schuld ist. Nach einem
heftigen Streit war ich die folgenden Tage nur noch nervös, machte deswegen mehr
Fehler, welche zu noch mehr Nervosität führten, welche zu noch mehr Fehler
führten usw.
Klar, mich motiviert Forschung einfach nicht. Das tut sie aber auch bei vielen
nicht, und trotzdem war keiner den ich kannte so schlecht wie ich. Es hat
vielleicht damit was zu tun, dass ich keine Motivation habe, Wissen in Form
unstrukturierter, auswendig gelernter Begriffe und Abläufe ohne offensichtlichen
streng logischen Zusammenhang zu erlangen, einfach weil ich das Wissen dann
nirgendwo anders anwenden kann. Es gibt auch kein klares Ziel worauf man
hinarbeiten kann, wie eine 1.0 zum Beispiel. Mir haben im Studium nur die Grundlagenfächer
Spaß gemacht, wo man nichts auswendig lernen und Probleme lösen musste, die wie
kleine Rätsel aussahen, quasi auf reiner Logik basierten. Der Rest machte
einfach keinen Spaß, lernte quasi ausschließlich wegen der Note.
– Ich funktioniere in Teams nicht. Das ist für mich sehr schlimm, vor allem
weil mein Traumjob Unternehmensberater ist. Mein Traum ist es auch in Harvard
einen MBA zu machen, da muss ich Führungserfahrung vorweisen können, wie soll
ich das machen wenn ich nicht mal in Teams als normales Mitglied funktioniere?
Das habe ich gerade jetzt in den USA vor allem gemerkt, da es zahlreiche
Teamprojekte gab. Bei den Projekten war ich quasi der einzige, der nicht sofort
verstand, was wir machen mussten. Und falls ja, kann ich nur zu kleinen Sachen
bzw. Routinetätigkeiten beitragen, weil ich z. B. CAD und Design überhaupt
nicht kann. Generell kann ich nicht behaupten, dass ich im Studium irgendeine
Software gelernt habe zu beherrschen oder irgendwelche relevanten Ingenieurskenntnisse/Interessen
habe, hab quasi nur das Wissen aus dem Studium für eine sehr gute Note aufgenommen,
2 Wochen nach der Klausur wieder vergessen.
Das Problem ist, dass ich auch in Diskussionen meistens der bin, der am leisesten
ist. Ich sage selten mal was, einfach weil ich mich unheimlich bemühe, das Besprochene
zu verstehen und mich zu konzentrieren (wobei beides zusammenhängt, wenn ich
einige Punkte nicht verstehe komme ich weiterhin nicht mit, und dann schweift
die Konzentration ab). Ich kann mich praktisch nie daran erinnern, etwas
wirklich einleuchtendes zu einer Diskussion beigetragen zu haben, meistens
versuche ich, Fragen zu stellen, die nicht allzu peinlich sind und ich böse Blicke
ernte (weil ich offensichtlich nicht alles verstanden habe), oder Sachen zu
sagen, die richtig sind, aber diese offensichtlich jedem klar sind (heißt ich
sage sie nur, um Mitarbeit zu demonstrieren). Es geht entweder um recht
technische Themen (wo ich keine Ahnung habe bzw nicht so viel Ahnung und Intuition
wie der Rest) oder um Sachen zwar, genauso wie ich, keiner Ahnung hat, jedoch
alle komischerweise viel schneller Ideen Brainstormen sowie Pläne vorweisen
können als ich. Bei beiden Situationen herrscht also die Angst, etwas falsches
zu sagen.
Hab mittlerweile das Gefühl, dass keiner wirklich mit mir zusammenarbeiten
will. Ich verstehe das Projekt quasi nur vollständig, wenn ich mir im
Nachhinein den Bericht sorgfältig durchlese.
– Ich hab bei Vorlesungen, Vorträgen etc. Konzentrationsprobleme, passe also
nach gefühlt 10 min nicht mehr auf. Das war schon seit der Schule im Unterricht
so. Im Grundstudium ging das ziemlich gut, da Besuche von Veranstaltungen
freiwillig waren und ich nichts besucht habe (heißt alles zu Hause gelernt). Jetzt
in den USA muss man hin, und das ist enorme Zeitverschwendung. Erstens
interessieren mich die Sachen nicht, zweitens, selbst wenn sie mich interessierten,
erzählen die Professoren die Sachen auf eine so unstrukturierte und
zusammenhangslose Art und Weise, dass ich wieder den Faden verliere und nichts
verstehe. Da es keine Grundlagenfächer mehr sind und ich grundsätzlich kein
Interesse mehr an Ingenieurssachen habe (und ich keine Intuition für diese
entwickeln konnte), macht das Lernen auch keinen Spaß mehr, und die Leistungen
sind auch nicht so exzellent wie vorher (zum Glück werden die Noten hier
hinterhergeschmissen, man zahlt ja).
– Ich habe generell keine große Neugier, keine wirklichen Interessen mehr (vielleicht
finden mich viele deswegen langweilig). Das einzige was ich will ist mal viel
Geld zu verdienen, und habe seit einiger Zeit mein Leben daran ausgerichtet.
Deswegen entwickelte sich wahrscheinlich in meinem Unterbewusstsein der
Anschein, Hobbies wären Zeitverschwendung (auch wenn ich seit ein paar Monaten
wieder Sport angefangen habe).
Meine Motivation, Unternehmensberater zu werden, lag am Anfang auch nur im Geld,
mittlerweile könnte ich mir aber schon vorstellen, dass die generelle
Vorgehensweise Spaß macht (Cases, also das strikt logische, rigorose strukturieren
von unbekannten Problemen, ohne Vorwissen aus der jeweiligen Industrie, machen
Spaß). Hab auch zwei Interviews bei Top-Beratungen bekommen, bei beiden wurde
es leider nichts.
Ich habe erst mit 21 angefangen, mich für das Weltgeschehen zu informieren (durch
das Lesen von Online-Artikeln). Ein Jahr lang 3 Artikel pro Tag, mittlerweile
etwa 5. Davor kam ich mir quasi dumm und ungebildet vor. Nicht, dass jetzt davon
vieles hängen bleibt (es interessiert mich nicht wirklich), jedoch kann ich in
solchen Gesprächen zumindest mitwirken oder diese zumindest verstehen. Dies
liegt vielleicht aber auch daran, dass ich relativ langsam und sehr ungerne
Text lese (also ohne Zahlen, Formeln, strikt logische Zusammenhänge etc.)
Ich war schon bei Psychologen, keiner half. Könnte ich ADS haben, vielleicht Autismus?
Bin ich einfach zu dumm oder verpeilt, um auf dieser Welt erfolgreich zu werden?

Teilleistungsstörungen bei Kindern

Probleme in der Schule, Schwierigkeiten, sich in soziale Gruppen einzufügen oder Ungeschicklichkeit können bei Kindern Anzeichen für das Vorhandsein von Teilleistungsstörungen sein. Darunter versteht man verschiedene Funktionsstörungen in Bereichen des Denkens, Fühlens oder Sprechens, erklären die Experten der Psychologischen und Psychotherapeutischen Praxis im 9. Wiener Gemeindebezirk.

Bei leicht ausgeprägten Störungen dieser Art spricht man von Teilleistungsschwächen. Nicht erkannte oder behandelte Teilleistungsstörungen und -schwächen können Ursache für spätere Lern-, Leistungs- und Verhaltensprobleme sein und Betroffene bis ins Jugend- und Erwachsenenalter begleiten.

Ursachen von Teilleistungsstörungen

Wodurch Teilleistungsstörungen hervorgerufen werden, konnte bislang nicht restlos geklärt werden. Ärzte vermuten einerseits bei Störungen im Bereich der Sprach- und Lese-Rechtschreib-Fähigkeiten entwicklungsbezogene und familiäre Gründe als Ursache. Jedoch werden auch biologische Ursachen, etwa Beeinträchtigungen im Zentralnervensystem, nicht als Verursacher ausgeschlossen, erklärt die deutsche Heilpädagogin und Kinder-, Jugend- sowie Elternberaterin Angela Rodeck-Werner.

Teilleistungsstörungen oder -schwächen sind laut Rodeck-Werner erhebliche Leistungsminderungen, die sich nicht durch eine allgemeine Intelligenzminderung, neurologische Erkrankungen, Sinnesbeeinträchtigungen oder durch mangelnden (schulische) Förderung erklären lassen.

    Teilleistungsstörungen werden unterteilt in

  • Sprach- bzw. Sprechstörungen
  • Wahrnehmungsstörungen
  • Gedächtnisstörungen
  • Störungen der schulischen Fähigkeiten (z.B. Lese-Rechtschreib-Schwäche)
  • Störungen der motorischen Fähigkeiten
  • oder einer Kombination mehrerer Störungen

Probleme beim Lernen

Besonders im (schulischen) Lernprozess kann die Leistungsfähigkeit durch Teilleistungsstörungen negativ beeinflusst werden, erklärt die BundesArbeitsGemeinschaft zur Förderung der Kinder und Jugendlichen mit Teilleistungs-/Wahrnehmungs-Störungen (BAG-TL). Beeinträchtigen die Störungen eine Stufe des Lernprozesses – also die Aufnahme, Verarbeitung, Abspeicherung oder Weitergabe von Information – können dadurch auch die anderen Bereiche beeinflusst werden und letztlich der gesamte Prozess, das Kind in vielen seiner Entwicklungsbereiche, betroffen sein.

Die Informationsaufnahme wird bei Teilleistungsstörungen nicht durch Seh- oder Hörschwächen gemindert, sondern durch Fehlwahrnehmungen. Die betroffenen Kinder nehmen Zahlen oder Buchstaben vertauscht wahr oder haben Konzentrationsprobleme und überspringen beim Lesen ganze Wörter oder Sätze. Andere Kinder können Gesprochenes nicht richtig verstehen und verarbeiten, fragen immer wieder nach oder fühlen sich nicht angesprochen. Hierbei handelt es sich um sogenannte auditorische Wahrnehmungsstörungen. Bei der Verarbeitung von Informationen kann es zu Beeinträchtigungen der Organisation und Ordnung im Gehirn kommen, Wochentage werden beispielsweise nicht in der richtigen Reihenfolge aufgezählt.

Bei der Speicherung neuer Information bereitet das Kurzzeitgedächtnis oft Probleme, die betroffenen Kinder müssen Dinge überdurchschnittlich oft wiederholen, um sie sich zu merken. Zudem kann es schwer fallen, Gelerntes in Beziehung zu vorhandenem Wissen zu setzen. Bei der Informationsweitergabe können auch Sprachstörungen auffallen – Kinder haben Schwierigkeiten auf Fragen zu antworten, selbst wenn sie ungefragt problemlos sprechen können.

Woran erkenne ich Teilleistungsstörungen bei meinem Kind?

Teilleistungsstörungen können sich auf unterschiedliche Art bemerkbar machen. Oft beginnen sie mit unscheinbaren Symptomen wie ausgeprägter Aktivität, kleinen Rechen- und Schreibfehlern, schneller Gereiztheit, Konzentrationsproblemen oder Unaufmerksamkeit. In weiterer Folge können sich die Schulleistungen verschlechtern und mangelnde Motivation oder Angst vor der Schule auftreten. Kleine Kinder, die von Teilleistungsstörungen betroffen sind, können Probleme beim Nachsprechen, dem Merken von Wochentagen, Namen, Farben oder Buchstaben oder von Reimen haben.

Störungen in der Wahrnehmung von Entfernungen können ebenso in Zusammenhang mit Teilleistungsstörungen auftreten. In diesem Fall wirkt das betroffene Kind ungeschickt, wirft Dinge um oder greift daneben. Gleichgewichtsstörungen, die sich durch Hinfallen bemerkbar machen, einfache Sprache und einseitige Kommunikation, Probleme mit der richtigen Reihenfolge beim Anziehen von Kleidung oder der Strukturierung von Geschichten, Hyperaktivität oder Teilnahmslosigkeit sind weitere mögliche Symptome, erklärt Rodeck-Werner.

Werden Teilleistungsstörungen bei Schulkinder nicht erkannt oder behandelt, können die entstehenden Problem zu sozialer Ausgrenzung führen, warnt die BAG-TL. Bei den betroffenen Kindern können zudem Selbstzweifeln entstehen, es ist verwirrt oder frustriert. Die Probleme in der Schule nagen damit am Selbstwertgefühl und verderben den Spaß am Lernen. Die aufgrund von Teilleistungsstörungen entstehende Verunsicherung kann in weiterer Folge Verhaltensauffälligkeiten mit sich bringen.

Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten sind in vielen Fällen sehr impulsiv, unaufmerksam, leicht ablenkbar, hyperaktiv oder unflexibel sein. Sie können aber ebenso aufgrund sozialer Fehlwahrnehmungen in bestimmten Situationen unangemessen oder unreif reagieren, weil sie Stimme, Gestik und Mimik anderer Personen nicht richtig deuten können.

Was tun bei Teilleistungsstörungen?

Teilleistungsstörungen werden besonders oft nach dem Schuleintritt, also im Alter von sieben oder acht Jahren festgestellt. Es ist möglich, dass erst Pädagogen in der Bildungseinrichtung Auffälligkeiten oder Lernprobleme bei dem betroffenen Kind feststellen und die Eltern darauf aufmerksam machen.

Wenn Auffälligkeiten bemerkt werden, die den zuvor beschriebenen Symptomen ähneln oder die Schulleistungen deutlich nachlassen und das Gespräch mit den Lehrern keine Ursachen aufzeigt, sollte ein Kinderarzt aufgesucht werden. Dieser prüft zuerst das Seh- und Hörvermögen des Kindes. Bei Verdacht auf vorliegende Teilleistungsstörungen oder -schwächen kann der Betroffene an Spezialisten, etwa einen Therapeuten in Gebieten der Kindesentwicklung und Förderung oder einen Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie überwiesen werden. Um das Vorhandensein von Teilleistungsstörungen aufzuzeigen, gibt es spezielle Testbögen, die schon am Ende der ersten Klasse ausgefüllt werden können. Tatsächlichen Aufschluss über eine oft sehr komplex geartete Problematik kann dieser natürlich nicht geben, jedoch möglich Indizien.

Steht die Diagnose Teilleistungsstörung fest, werden Therapien mit ausgebildeten Pädagogen vereinbart, um die entstandenen Beeinträchtigungen zu mindern. So gibt es beispielsweise Lese- und Rechtschreib- oder Lernprogramme bei Legasthenie oder Lern-Rechtschreib-Problemen.

Eine frühe Förderung des betroffenen Kindes kann die vorhandenen Teilleistungsstörungen abschwächen und weiteren Problemen vorbeugen. Eltern sollten deshalb nicht abwarten, ob sich die Probleme von selbst lösen, sondern versuchen, dem Kind durch richtige Behandlung rechtzeitig zu helfen.

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Ihr Kind hat vor 20 Minuten Vokabeln gelernt? Dann hat es in diesem Moment schon wieder 40 Prozent des Gelernten vergessen. Klingt dramatisch? Nein, das ist normal.

Der Vergessenskurve des Psychologen Hermann Ebbinghaus zufolge kann sich ein Mensch nach 20 Minuten nur noch an 60 Prozent des Gelernten erinnern. Nach einer Stunde ist das Wissen nur noch zu 45 Prozent aufrufbar. Am nächsten Tag kann er noch ein Drittel des Gelernten wiedergeben und hat bereits zwei Drittel vergessen. Und nach sechs Tagen ist nur noch 23 Prozent des Wissens vorhanden. Zum Glück geht es allen Menschen so.

Gegen das Vergessen kämpfen

Was kann Ihr Kind also tun, damit sein gerade gelerntes Wissen nicht Opfer des Vergessens wird? Mit diesen 5 Lernstrategien kann Ihr Kind das Vergessen vergessen:

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Strategie 1: Wiederholen mit Ablenkung

Die Vergessenskurve zeigt deutlich, dass Gelerntes wiederholt werden muss, damit es dauerhaft im Gedächtnis bleibt. Trotzdem sollte Ihr Kind beim Wiederholen beachten, dass es sich zwischendurch mit anderen Themen beschäftigt. Denn um Wissen langfristig abrufen zu können, muss es im Langzeitgedächtnis gespeichert werden. Wiederholt Ihr Kind immer wieder dieselben Informationen läuft es Gefahr, dass diese nur im Kurzzeitgedächtnis gespeichert und schnell wieder vergessen werden.

Tipp: Ihr Kind sollte sich während des Lernprozesses immer mal wieder zwischen den Themen und Lerninhalten wechseln, bevor es den gleichen Lernstoff wiederholt.

Strategie 2: Vergessen gegen das Vergessen

Die Überschrift verwirrt Sie? Tatsächlich klingt sie zunächst unlogisch. Diese Strategie funktioniert aber ähnlich wie das „Wiederholen mit Ablenkung“. Denn der Psychologieprofessor Robert A. Bjork und die -professorin Elizabeth L. Bjork sind der Meinung, dass gelernte Informationen erst langfristig in Erinnerung bleiben, also ins Langzeitgedächtnis verschoben werden, wenn sie zunächst wieder vergessen werden.

Tipp: Ihr Kind sollte dem Gehirn erst einmal ein bisschen Zeit geben, neue Informationen zu verarbeiten, bevor es diese wieder und wieder wiederholt.

Strategie 3: Emotionale Lerninhalte

Wenn wir uns einmal vor Augen führen, welche Dinge wir über Jahre nicht vergessen, sind es die, die uns emotional berührten, z. B. der erste Kuss, der erste Arbeitstag, die Geburt des eigenen Kindes.

Tipp: Gelingt es Ihrem Kind die Lerninhalte nicht nur stumpf auswendig zu lernen, sondern sie mit starken Gefühle, z. B. Stolz, Angst, Freude, zu verbinden, bleiben sie langfristig im Gedächtnis.

Strategie 4: Geschichten fürs Gedächtnis

Um sich viele Informationen gleichzeitig zu merken, ist die effektivste Methode, sie in einer Geschichte zu verpacken. Viele Gedächtniskünstlerinnen und -künstler arbeiten mit dieser Technik. Dabei können die Geschichten einfache Eselsbrücken sein oder so ausgeschmückt sein, dass viele verschiedene Bilder und Emotionen Platz finden. Hier gilt: Je absurder und verrückter eine Geschichte ist, desto länger bleibt sie im Gedächtnis.

Tipp: Ihr Kind sollte seiner Kreativität freien Lauf lassen und sich die buntesten Geschichten rund um die Lerninhalte überlegen. Muss es die verpackten Fakten und Informationen z. B. in der Klassenarbeit wiedergeben, kann es sich einfach die Geschichte ins Gedächtnis rufen.

Strategie 5: Viele Abspeicherungsorte

Es ist ein Irrglaube, dass alles Wissen an einem zentralen Ort in unserem Gehirn gespeichert ist. Denn je nachdem, um welche Informationen es sich handelt, werden diese an verschiedenen Orten abgelegt. Bestimmte Bilder befinden sich in unserem Gehirn an einer anderen Stelle als z. B. ein Geruch oder ein bestimmtes Geräusch oder auch Emotionen. Was sagt uns das? Wenn wir etwas nicht vergessen wollen, müssen wir es an vielen verschiedenen Orten abspeichern.

Tipp: Ihr Kind sollte mit allen Sinnen lernen, z. B. Hören, Sehen, Anwenden, Riechen, um die Informationen schnell wieder abrufen zu können.

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Warum ist mein Kind unkonzentriert und was kann ich dagegen machen?

Gleich vorneweg: Nicht jedes unkonzentrierte Kind leidet an einer Krankheit wie Legasthenie, Dyskalkulie oder gar ADHS. Trotzdem fällt es vielen Kindern schwer, sich zu konzentrieren, sie sind zappelig, vergesslich, eben unkonzentriert. Konzentration bedeutet, seine gesamte Aufmerksamkeit einer Person oder einer Sache zu widmen, ist meist situationsabhängig und das Beste: Sie kann mit einfachen Mitteln verbessert werden. Konzentrationsschwächen können unterschiedliche Ursachen haben und hängen von verschiedenen Faktoren ab: dem Interesse an der Sache, der Tageszeit und
-verfassung sowie dem äußeren Umfeld.

Ursachen für Konzentrationsschwäche finden

Wer seinem Kind helfen will, sollte also zunächst die Ursachen der Konzentrationsschwäche finden und sich als Erstes folgende einfache Fragen stellen: Arbeitet mein Kind sorgfältig? Hält es Schwierigkeiten aus oder verzweifelt es schnell? Ist das Kind müde oder verärgert? Oder bin ich als Elternteil zu ungeduldig? Wenn die Antwort auf die letzte Frage Nein lautet, geht es an die Ursachenfindung für die Konzentrationsschwäche.

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Sowohl Reizüberflutung als auch Unordnung stören unsere Konzentration. Beide Ursachen können einfach behoben werden: Sorgen Sie dafür, dass TV, Spielkonsole oder Musik nicht zu oft und vor allem nicht gleichzeitig laufen. Und: Halten Sie stets Ordnung in den eigenen vier Wänden. Denn eine aufgeräumte Umgebung verhilft zu klaren Gedanken und lenkt Kinder weniger vom Wesentlichen ab. Kinder lernen durch Nachahmung, gehen Sie also mit gutem Beispiel voran!

Konzentrationsphasen brauchen Pausen

Genauso wie ein ordentlicher Haushalt bringt auch ein regelmäßiger Tagesablauf Struktur in den Alltag. Das wiederum hilft dem Kind, ruhig in den Tag zu gehen und gibt ihm Sicherheit. Geregelte Lernzeiten etwa können dem Kind helfen, sich auf die Konzentrationsphase einzulassen. Stellen Sie dabei die Lernphasen möglichst auf den „Wecker des Kindes“ ein! Ob es lieber am frühen Nachmittag lernt oder etwas später, weiß es oft selbst am besten. Nicht vergessen: Jeder Mensch braucht Pausen. Die Hausaufgaben sind etwa für die Kinder in kleinen Portionen eingeteilt besser zu bewältigen. Nach jeder erledigten Einheit darf eine kleine Pause sein. Strecken, dehnen oder ein paar Runden im Raum zu drehen, ist dabei absolut erwünscht. Apropos Runden drehen: Jedes Kind spürt einen gewissen Bewegungsdrang und einen natürlichen Spieltrieb, die auch ausgelebt werden sollen. Genügend Bewegung hilft Kindern sich auszupowern und sich beim Lernen aufs Wesentliche zu konzentrieren.

Mit gutem Beispiel voran

Konzentrationsschwächen bei Kindern sind oft hausgemacht. Kinder lernen vom Zusehen und durchs Nachahmen. Wenn die Eltern also vorleben, sich zu konzentrieren, geben sie das dem Kind als positives Beispiel mit. Legen Sie das Handy deshalb weg, wenn Sie mit ihren Kindern sprechen und hören Sie selbst konzentriert zu! Gewöhnen Sie sich einen ruhigen Lebensstil an und handeln stets bewusst! Statt viele Tätigkeiten gleichzeitig zu tun, verfeinern Sie Ihr Handeln im Detail! Eine einfache Übung sowohl für Eltern als auch für Kinder, ist das Schulen der Wahrnehmungsfähigkeit durch genaues Hinsehen, -hören, und -fühlen. Welche Formen haben die Wolken am Himmel? Welche Geräusche sind zu hören? Welche Rottöne hat das Blattwerk? Solche Spiele machen Spaß, und eine geschulte Wahrnehmungsfähigkeit ist das beste Gift für Konzentrationsschwächen.

Spielverderber beim Lernen vermeiden

Konzentration erfordert Interesse und Spaß an einer Sache. Wer seinen Kindern den Spaß vermiest, braucht sich nicht zu wundern, wenn sie sich nicht konzentrieren können. Spaßkiller sind Vorwürfe und Besserwissen („Hättest du besser aufgepasst“) ebenso wie neugieriges Ausfragen und Drohungen. Wer mit seinem Kind lernt oder spielt, sollte an erster Stelle zuhören, um es dann zu unterstützen. Im Idealfall kommt dem Kind selbst die Lösung während des Gesprächs. Hilfreich ist es, wenn Sie das Gesagte in eigenen Worten wiederholen, um zu prüfen, ob alles richtig verstanden wurde. Heben Sie schlussendlich die Stärken hervor, die Sie kennen und schätzen, und kritisieren Sie Schwächen nur dann, wenn es wirklich nötig ist.

Wenn gar nichts hilft, beim Arzt abklären

Medizinisch gibt es übrigens keine fixen Kriterien, ab denen man von einer Konzentrationsstörung oder Konzentrationsschwäche spricht, die behandelt werden sollte. Konzentrationsschwächen können aber auch körperliche, also organische Ursachen haben, wie zum Beispiel eine Phosphatempfindlichkeit. Diese Ursachen sind für den Laien nur schwer zu erkennen und zu lösen. Wenn der Eindruck entsteht, dass sich das Kind wirklich gar nicht konzentrieren kann und es stets hibbelig ist, sollte man im Zweifelsfall auch abklären lassen, ob vielleicht ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADHS) vorliegt.

Tipp: Konzentrationsübung für zwischendurch

Rechtes Knie heben und mit dem linken Ellenbogen dieses Knie berühren. Dabei schwingt der rechte Arm nach hinten. Dann wieder aufrecht hinstellen. Anschließend das linke Knie heben und es mit dem rechten Ellenbogen berühren. Mehrmals am Tag wiederholen, das Tempo bestimmt jeder individuell. Weitere Übungen haben wir hier zusammengetragen.

Tipp: Übungen aus dem Buchladen

In vielen Buchhandlungen gibt es Hefte mit Konzentrationsübungen. Die meisten Kinder arbeiten gerne mit diesen Heften. Geschult werden dabei die visuellen Fähigkeiten, das Beachten von Details und das logische Denken.

Mehr Unterstützung bei Konzentrationsproblemen? Hier geht’s lang!​

Über die Autorin

Karin Bornett ist als freiberufliche Journalistin und Texterin tätig. Sehr gerne schreibt sie über schülerrelevante Themen und motiviert mit Tipps und Impulsen Schüler und deren Eltern.

Erziehung: Verlegt, vergessen, verloren – wenn Kinder schusselig sind

Mal geht der Turnbeutel verloren, mal das Mäppchen oder sogar die Lieblingsjacke. Viele Eltern wissen ein Lied davon zu singen, wenn ihr Kind dauernd etwas verschludert. Der permanente Kampf gegen die „Schwundquote“ strapaziert vor allem die Nerven von Vätern und Müttern. Was hinter der Schusseligkeit und Vergesslichkeit steckt, erklärt ein Experte.

„Du hast ein Gedächtnis wie ein Emmentaler Käse – überall sind Löcher“, beschwert sich Martha über ihre siebenjährige Tochter, weil diese mal wieder etwas verbummelt hat. Dieses Mal sind es die nagelneuen Turnschuhe, die entweder noch irgendwo im Umkleideraum der Sporthalle liegen oder inzwischen einen neuen Besitzer gefunden haben. Lustig findet die junge Mutter die Verlustraten mittlerweile nicht mehr. Denn ihr vergesslicher Sprössling vermisst mindestens einmal in der Woche einen mehr oder weniger wichtigen Gegenstand, der manchmal auch gar nicht mehr auftaucht – trotz aller Recherche und Suchbemühungen der gesamten Familie.

Schusseligkeit und Vergesslichkeit sind bei Kindern normal

Dass es solche „Schusselkinder“ offenbar ziemlich oft gibt, belegen zahlreiche Berichte von verärgerten und ratlosen Eltern in einschlägigen Chats. So erzählt Luisa, dass auch ihr elfjähriger Sohn ständig etwas verliert und dass sich leider daran gar nichts ändert – im Gegenteil: „Vor allem seit er die weiterführende Schule besucht“, schreibt sie, „ist seine Zerstreutheit und Unachtsamkeit besonders schlimm. Das nimmt jetzt Maße an, die meiner Meinung nach nicht mehr tragbar sind. Entweder ist es die Brotbox, ein Schulbuch oder die Trinkflasche. Das ist die stolze Bilanz von nur einer Woche.“

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Bei Grundschülern sei diese Schusseligkeit völlig normal, sagt Dana Urban von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung. „Vor allem beim Wechsel von der Kita zur Schule tritt das auf.“ Auf die Kinder stürme hier viel auf einmal ein. Sie müssen sich viel merken, sind durch ihre Mitschüler schneller abgelenkt – da bleiben schon mal Dinge nach Schulschluss liegen. Eltern rät Urban in dieser Phase zur Gelassenheit. „Ein Kind schafft das mit Eintritt in die Schule nicht automatisch.“

Trotzdem sei das alles halb so wild, sagt Diplompsychologe Andreas Engel gegenüber der Elternredaktion von t-online.de: „Grundsätzlich kommt Schusseligkeit und Vergesslichkeit bei Kindern genauso wie bei Erwachsenen vor. Das sind individuelle Eigenschaften wie etwa die Körpergröße, die beim einen mehr und beim anderen weniger ausgeprägt sind und für das ganze Leben typisch bleiben können.“

Kindern lassen sich schnell ablenken

Trotzdem wird gerade während der Kindheit der Kampf gegen die „Schwundquote“ besonders intensiv geführt. Kinder im Kindergartenalter haben noch kein Bewusstsein dafür, dass Dinge, die sie irgendwo stehen oder liegen lassen, auf Nimmerwiedersehen verschwinden können. Sie müssen erst lernen, sich selbst zu organisieren und auf ihre Sachen zu achten. „Je jünger Kinder sind“, erklärt Engel, „desto schneller wechselt ihre Aufmerksamkeit. Dabei treten die Dinge, die ihnen unwichtig erscheinen, oftmals in den Hintergrund. Der Fokus ist dann dort, wofür sich das Kind gerade am meisten interessiert.“ Verstärkt würde diese Eigenschaft auch dadurch, dass Kinder sich viel schneller als Erwachsene ablenken ließen und ständig offen für neue Reize seien. Ihre Prioritäten könnten so von einem Moment auf den anderen wechseln.

Ungeliebte Gegenstände gehen öfter verloren

Dass Kinder häufig ausgerechnet Gegenstände verschludern, die zum Beispiel mit der Schule oder anderen nicht besonders beliebten Verpflichtungen zu tun haben, sei nicht zufällig, ergänzt Engel: „Manchmal ist die Vergesslichkeit der Menschen besonders groß bei Dingen, die als unangenehm empfunden werden. So verdrängen auch Kinder gerne unpopuläre Themen wie etwa die Schule und alles was damit zu tun hat. Dieses Verhalten läuft aber unbewusst ab.“

Kinder müssen mit den Folgen ihrer Vergesslichkeit konfrontiert werden

Dennoch kann kindlicher Schludrigkeit mit bestimmten Maßnahmen entgegengewirkt werden. Strafen würden dabei allerdings überhaupt nicht helfen. Sie hätten noch nie einen Menschen besser gemacht, sagt Engel. Doch könne man ruhig die Kinder mit den Folgen ihrer Vergesslichkeit konfrontieren und ihnen vermitteln dass sie auch verantwortlich für ihr Tun sind. So sollten Kinder zum Beispiel immer mit gehen, wenn etwa beim Hausmeister der Sporthalle oder der Schule oder im Fundbüro nach verlorenen Objekten gefahndet wird. Die Erfahrung‚ dass das Suchen oft mit einem großen Aufwand verbunden ist, ist in vielen Fällen eine sehr heilsame Methode. Sie kann dazu führen, dass das Kind „beim nächsten Mal“ seine Sinne besser beisammen hat und nichts verliert.

Wichtig ist aber auch, dass Eltern gute Vorbilder sind, denn Kinder lernen gerade durch Nachahmung. Deshalb sollten Mütter und Väter sich selbstkritisch fragen: Wie sieht es denn mit meiner Ordnungsliebe aus? Hat jedes Ding auch seinen Platz? Räume auch ich immer auf? Außerdem sollten Eltern ihren Kindern vermitteln, dass Materielles einen bestimmten Wert hat und es nicht selbstverständlich ist, Verlorenes immer gleich durch einen Neukauf zu ersetzten – auch wenn man es sich leisten könnte.

Kleine Hilfsmittel wirken Schludrigkeit entgegen

Damit Kinder schon von vornherein gewappnet sind, können Mütter und Väter bereits im Vorfeld einiges unternehmen. Nützlich sind hier zunächst Hilfsmittel wie etwa „To-do-Zettel“, die auch für Erwachsene eine bewährte Gedächtnisstütze darstellen. Aber auch konsequent eingehaltene Rituale helfen, wie der stets am Abend fertig gepackte Schulranzen, in den die Monatskarte, der Geldbeutel oder der Hausschlüssel immer im selben Fach deponiert werden. So spielt sich zuverlässig eine gewisse Routine in bestimmten Abläufen ein, die Kinder dabei unterstützt, ihre sieben Sachen beisammen zu halten. Erfahrungsgemäß helfen dabei auch immer gute Verschlüsse und Knöpfe an den Taschen von Jacken, Hosen oder Ranzen. So wird verhindert, dass Gegenstände unbemerkt rausfallen können und verloren gehen.

Sollte trotzdem mal etwas irgendwo liegen bleiben, ist es von Vorteil, wenn ein ehrlicher Finder das Fundstück gleich zuordnen kann. Deshalb sollten Eltern gerade bei jüngeren Kindern Namensschilder in der Bekleidung anbringen oder elektronische Begleiter wie etwa Handys oder MP3-Player mit Adressklebern und Festnetznummer beschriften.

Ohne Vergesslichkeit wäre das Gehirn überlastet

Helfen alle Strategien nichts, und die Verluste häufen sich, sollten Eltern sich fragen, ob ihr Kind zu viel zu tun hat: Ist es mit Schule, Hobbys und anderen Freizeitaktivitäten überfordert? Hat mein Kind eventuell eine Konzentrationsschwäche? Hier kann der Kinderarzt weiterhelfen.

Grundsätzlich empfiehlt Diplom-Psychologe Andreas Engel allen geplagten und genervten Eltern, möglichst gelassen auf ihre vergesslichen Sprösslinge zu reagieren: “ Vergesslichkeit ist eigentlich eine sinnvolle Eigenschaft. Kinder lernen so mit der Zeit, Wichtiges und Unwichtiges voneinander zu unterscheiden – nur dass ihre Prioritäten noch ganz andere sind, als die der Erwachsenen. Müssten wir uns alles merken und das zentrale Nervensystem würde alles ohne Filter abspeichern, wäre es hoffnungslos überlastet. Das wäre fürchterlich.“

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