Kind übergewicht abnehmen

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Wie kann mein Kind abnehmen?

Kategorie(n): Ernährung

„Das ist Babyspeck!
Sobald die Kleinen anfangen zu krabbeln und zu laufen
verwächst sich das ganz schnell…“

So oder so ähnlich beruhigen wir Eltern uns, wenn die eigenen Kinder im Babyalter ein wenig dem guten Buddha ähneln. Tatsächlich ist viel dran an dieser Aussage, denn die meisten Babypfunde lösen sich mit dem Wachstum tatsächlich in Luft auf und man kann tatsächlich zusehen wie die einst dickeren Kinder abnehmen. So sagt „Übergewicht“ im Babyalter noch wenig darüber aus, wie ein Kleinkind oder gar Jugendlicher später aussehen mag. Das wird einem auch bewusst, wenn man sich die Spannbreite der Perzentillen im Untersuchungsheft einmal ansieht. So sind selbst bei Kleinkindern Gewichtsunterschiede von 5 Kg in ein und demselben Alter völlig unbedenklich und das bei gerade einmal einer Körpergröße von 75 oder 80 Zentimetern.

Als Baby noch „normal“, später Grund zur Sorge

Später, im Kindsalter und in jungen Jahren vor der Pubertät wird Übergewicht oder gar eine mögliche Fettleibigkeit mehr und mehr Gesprächsthema und in manchen Fällen tatsächlich zu einem ernst zu nehmenden Problem. Denn, neben den sozialen Auswirkungen, die Übergewicht für Kinder haben können, wie beispielsweise Mobbing, birgt Übergewicht bei Kindern auch langfristig große Probleme vor allem in Punkto Gesundheit. Die weichen Knochen und Gelenke werden durch das Übergewicht stark strapaziert und können sich dauerhaft verformen. Auch Erkrankungen (beispielsweise Asthma, Diabetes oder Bluthochdruck), die eigentlich eher im Erwachsenenalter auftreten, sind bei übergewichtigen Kindern deutlich häufiger anzutreffen. Eltern betroffener Kinder machen sich nicht zuletzt dann Vorwürfe und fragen sich, was sie in der Vergangenheit möglicherweise hätten tun können um das heutige Übergewicht zu vermeiden.

Nun ist das Kind aber, wie man so schön sagt, nun einmal schon in den (wohl sehr nahrhaften) Brunnen gefallen und Vorwürfe helfen nur wenig. Nun ist die Frage wichtiger: „Wie kann mein Kind abnehmen und das möglichst gesund?“ Wichtig ist es an dieser Stelle Eltern mit Hilfestellung zu geben und einige Lösungswege aufzeigen, die langfristig das Potential haben, dem Kind dabei zu helfen abzunehmen.

BMI im Kindesalter? Was sind aussagekräftige Werte?

Der sogenannte Body-Mass-Index, kurz BMI, versucht das optimale Gewicht durch Relation von Gewicht zur Körpergröße zu bestimmen. Dabei gibt es nicht idealtypische Werte, sondern vielmehr Normbereiche, in denen das Gewicht als optimal bewertet wird. Im Bezug auf Kinder und Heranwachsende sollten diese Werte aber dennoch kritisch beäugt werden: Wachstumsprozess und hormonelle Umstellungen können zu deutlich sichtbaren Schwankungen des Körpergewichts führen, die aber nicht partout mit chronischer Fettleibigkeit gleichgesetzt werden sollten. Befindet sich ein Kind beispielsweise in einer Art „Wachstumspause“, so kann es durchaus sein, dass es kurzfristig ein wenig an Gewicht zulegt. Folgt dann aber etwas verspätet der Wachstumsschub werden diese Reserven bitter benötigt und brauchen sich schnell auf. Innerhalb kürzester Zeit kann wieder eine Gewichtsabnahme erfolgen und das kurzfristige Übergewicht laut BMI schon wieder verschwinden.

Erst wenn die Gewichtszunahme über einen längeren Zeitraum trotz stetigem Wachstum oder gar mit mangelnder Bewegung und offensichtlicher Fehlernährung einhergeht, sind Eltern aufgefordert, aktiv einzugreifen.

Gleichgewicht zwischen Ernährung und Bewegung

Natürlich ist es unbestritten, dass bereits die Ernährungsweise in jüngeren Jahren das Risiko für eine langfristige Fettleibigkeit im Verlauf des Lebens erhöhen kann. Gerade Kinder haben aber – solange sie sich noch im Wachstumsprozess befinden – den Vorteil, dass das Gewicht schnell und effektiv reduziert werden kann, ohne dass kindsuntypische Diäten und exzessive Sportprogramme angesetzt werden müssen, die das Kind seiner Lebensqualität berauben. Die modernen Medien und die umfangreichen Facetten des frühkindlichen Entertainments (wie Fernsehen oder Kinder Tablets) tragen einen nicht unerheblichen Teil dazu bei, dass Kinder ihrem kindlichen Spieltrieb nicht mehr ausreichend nachgehen. Wenn Eltern es schaffen, ihr Kind für neue Interessensgebiete, in denen Bewegung einen zentralen Stellenwert hat, zu begeistern, werden sie überrascht sein, wie schnell und einfach das Kind mit viel Freude an neuen Bewegungsmöglichkeiten abnimmt. Das Problem des einstigen Übergewichts wird schon bald der Vergangenheit angehören ohne, dass das Thema Essen richtig in den Vordergrund rückt. Anreize für eine aktive Freizeitgestaltung und Strategien, um das Interesse des Kindes auf ein bewegungsorientiertes Hobby bzw. Sport zu lenken, können diese sein:

  • Sport im Verein, der dem kindlichen Interesse gerecht wird
  • aktive Freizeitgestaltung mit den Eltern
  • Spielen mit den Freunden an der frischen Luft
  • ein neues Sport- bzw. Freizeitgerät anstatt einer Konsole oder eines Smartphones

Abnehmen durch richtige Ernährung

In Punkto Ernährung gibt es verschiedene Teilbereiche, die Einfluss darauf haben ob ein Kind zu- oder abnimmt.

Die üblichen Schuldigen für eine schnelle Gewichtszunahme:

  • Süßigkeiten
    Eine Gewichtszunahme durch Süßigkeiten ist wohl die am naheliegendste Variante. Kinder erfahren schon im frühen Kindesalter Süßigkeiten als etwas Positives. Sie werden von Eltern, Bekannten und Verwandten als Belohnungs- oder gar Bestechungsmittel eingesetzt. Eltern sollten deshalb den Zucker- und Fettkonsum ihrer Kinder gut beobachten, ohne dabei grundsätzliche Verbote auszusprechen. Als Eltern ist es wichtig, das Naschen des eigenen Kindes im Auge behalten, aktiv zu kontrollieren und gegebenenfalls unauffällig zu reduzieren.
  • Zwischenmahlzeiten
    Viele Eltern neigen dazu stets kleine Mahlzeiten anzubieten. Doch die ständige Verfügbarkeit von Essen animiert auch Kinder dazu zuzugreifen, die vielleicht gar keinen Hunger haben, sondern nun lediglich Appetit verspüren. Was bei schlanken Kindern weniger ein Problem darstellt ist bei übergewichtigen Kindern richtig schwierig. Man sollte natürlich stets eine Regelmäßigkeit der Mahlzeiten einhalten, um Hungerattacken zu vermeiden und einen ungesunden Stoffwechsel auszuschließen. Süße und fettige Snacks bzw. Naschereien außerhalb dieser Mahlzeiten aber sollten besonders bei bereits übergewichtigen Kindern die Ausnahme bleiben. Möchten Eltern dennoch jederzeit gegen Hunger gewappnet sein, so sollten Obst und Gemüse im Angebot stehen. Langfristig sättigende Lebensmittel sollten Teil der Hauptmahlzeiten sein, denn meist sind es gerade die Lebensmittel die aufgrund ihrer hohen Kaloriendichte besonders dick machen.
  • ungesunde Hauptmahlzeiten
    Während Naschen auch mal verweigert werden darf, sollte die Regelmäßigkeit der Hauptmahlzeiten jedoch nicht von Einschränkungen betroffen sein. Lediglich die Art der Nahrungszubereitung und die Art der Speisen können umgestellt werden, um den nötigen Abnehmprozess des Kindes zu unterstützen. Besonders Kohlenhydrate und Fette tragen dazu bei schnell an Gewicht zuzunehmen bzw. dick zu werden. Gerichte auf Basis dieser Stoffe sind deshalb eher kontraproduktiv und sollten deshalb bei einer erwünschen Abnahme weniger auf dem Teller zu finden sein. Gesunde Alternativen mit einem niedrigen Anteil an Fett und einem hohen Anteil an Gemüse, Obst und Eiweißprodukten wie Fisch und hellem Fleisch hingegen helfen Kindern dabei schnell an Gewicht zu verlieren, da sie wesentlich kalorienärmer sind.

Eltern in der Vorbildfunktion

Oftmals vergessen wir Eltern einen wichtigen Teil in der Funktionsweise von Erziehung: Das Abkucken. Vielerlei Verhaltensweisen erlernen Kinder rein durch das Kopieren des elterlichen Verhaltens. Das bedeutet: Um ein Kind zu animieren, sich viel zu bewegen und gesund zu ernähren genügt es nicht diese Dinge nur zu predigen. Viel wichtiger ist es sich ebenso selbst gesund zu ernähren und tagtäglich vorzuleben, dass Bewegung ein Teil des Alltags ist.

Druck und Beleidigungen – nicht hier!

Einem Kind ständig zu sagen, dass es zu fett und dick sei oder womöglich aufgrund seines Übergewichtes zu beleidigen ist nicht nur gemein, sondern kontraproduktiv. Ein Kind das sich von der eigenen Familie nicht akzeptiert fühlt wie es ist, wird sich bei selbst bei positiven Veränderungen im Alltag eher zurück ziehen als diese als etwas Gutes zu werten. Auch wir Erwachsene kennen außerdem das Phänomen Essen als eine Art Ersatzbefriedigung zu nutzen. Dieses Verhalten gibt es auch bei Kindern. Auf Ablehnung oder Bestrafungen reagieren sie mit dem heimlichen Verzehr von Lebensmitteln oder Süßigkeiten.

Können Kinder mit Diätprodukten abnehmen?

Auch wenn die Pharmaindustrie bereits eine große Auswahl an kindlichen Diätprodukten und Nahrungsergänzungsmitteln bietet, sollten diese pauschal nicht zum Einsatz kommen, damit ein Kind abnehmen kann.

Für eine gesunde Gewichtsabnahme im familiären Umfeld sind Abnehmprodukte wie Shakes, Pillen oder gar völliger Nahrungsverzicht absolut unsinnig.

Wichtig für die spätere Gesundheit der Kinder ist keine kurze Diät, sondern eine langfristige Umstellung auf eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung.

Natürlich bleiben und mit gesundem Menschenverstand handeln

Wen eine Familie ihr Kind beim Abnehmen unterstützen möchte, sollte sie vermeiden, in extremes Verhalten zu verfallen. Eltern sollten durch feste Mahlzeiten für ein geregeltes Essverhalten sorgen. Es gilt, den Konsum von süßen und fettigen Naschereien zu kontrollieren, ohne diese im Grundsatz zu verbieten. Wir alle wissen, dass Kinder vor allem das Verbotene reizt. Die aktive Freizeitgestaltung der Kinder sollte unterstützt werden. In schlimmen Fällen, wenn Eltern das Gefühl haben, das Problem nicht selbst in den Griff zu bekommen, sollte der Kontakt zu einer professionellen Ernährungsberatung gesucht werden, die weitere alternative Wege aufzeigen kann, wie das eigene Kind abnehmen kann. Ein Klinikaufenthalt oder eine ärztliche Diät sollte grundsätzlich der letzte Weg sein. Dies gilt auch für schwer übergewichtige Kinder und Jugendliche.

Der BMI Rechner ist ein Produkt von www.bmi-kind.de

Das sagt die Kinderärztin Dr. Nadine Hess

Hat Ihnen auch schon einmal gesagt, Ihr Kind sei für sein Alter recht pummelig? Und haben Sie sich antworten hören: Das ist nur Babyspeck, der verwächst sich noch? Viele Eltern fühlen sich sofort angegriffen, wenn andere Leute sie darauf aufmerksam machen, dass sie ein augenscheinlich zu dickes Kind haben. Dabei sollten die Interessen des übergewichtigen Nachwuchses im Vordergrund stehen – denn viele dicke Kinder werden auch zu dicken Erwachsenen, wenn das Gewichtsproblem nicht frühzeitig angegangen wird. Und dieses Übergewicht kann im schlimmsten Fall später Bluthochdruck, Herzinfarkte oder Schlaganfälle begünstigen.

Wenn Sie unsicher sind, ob ihr Kind wirklich nur noch etwas Babyspeck hat oder schlichtweg zu dick ist, sollten Sie das beim Kinderarzt ansprechen. Vielleicht steckt eine ernsthafte Erkrankung hinter dem Übergewicht. Oder es besteht sogar ganz im Gegenteil die Chance, dass der überflüssige Speck durch den nächsten Wachstumsschub von alleine verschwindet. Ist das nicht der Fall, kann der Arzt in Absprache mit Ihnen einen gesunden Ernährungsplan ausarbeiten.

Ein dickes Kind muss motiviert werden

Dann sind Sie als Eltern gefragt: Die richtige Motivation ist für ein zu dickes Kind extrem wichtig, um erfolgreich abzunehmen. Erklären Sie Ihrem Kind anschaulich, zu welchen Problemen Übergewicht führen kann – vermeiden Sie es dabei aber, diese Probleme als Druckmittel zu verwenden. Das kann dazu führen, dass der Nachwuchs sich zurückzieht und aus Trotz sogar noch mehr isst. Helfen kann in diesem Fall der Kontakt zu anderen Kindern mit Gewichtsproblemen, denen sich der Nachwuchs mit seinen Sorgen anvertrauen kann.

Kleine Veränderungen bringen oft schon große Erfolge

Sie müssen nicht von heute auf morgen die komplette Ernährung umstellen: Oft hilft es bereits, nach und nach einzelne Veränderungen einzuführen. Starten Sie am besten damit, süße Getränke vom Speiseplan zu streichen. Statt Säften und Cola sollte das Kind vor allem viel Wasser trinken, zu den Mahlzeiten eignen sich auch kalorienarme Fruchtschorlen. Nach dieser Umstellung können Sie damit anfangen, Weißmehlprodukte mit der Vollkornvariante auszutauschen. Verzichten Sie außerdem auf Fertigprodukte. Grenzen sind vor allem im Bereich Süßigkeiten wichtig: Erlauben Sie Ihrem Nachwuchs beispielsweise nur einmal pro Woche eine Hand voll Gummibärchen oder ein süßes Getränk. So lernt das Kind, dass diese Speisen und Getränke keine Sattmacher sind, sondern etwas Besonderes.

Sie brauchen Süßigkeiten nicht vollständig vom Speiseplan zu streichen. Führen Sie aber feste Regeln ein, wann das Kind etwas Süßes essen darf – eine Hand voll Gummibärchen reicht!Foto: Fotolia

Generell gilt: Ziehen Sie als Familie an einem Strang. Ein zu dickes Kind wird nicht einsehen, warum es sich gesund ernähren soll, wenn Vater und Mutter abends beim Fernsehen in die Chipstüte greifen. Gehen Sie also mit gutem Beispiel voran und setzen Sie die Ernährungsumstellung gemeinsam um. Kochen Sie mit dem Kind und nehmen Sie die Mahlzeiten zusammen ein – Essen bekommt so eine neue, besondere Bedeutung für das Kind.

Der richtige Sport für ein dickes Kind

Genauso wichtig wie die Ernährung ist für eine erfolgreiche Abnehme die Bewegung. Auch hier können bereits kleine Veränderungen helfen: Ist das Kind beispielsweise bisher immer mit dem Bus zur Schule gefahren, könnte es künftig das Rad nehmen. Fragen Sie den Nachwuchs außerdem, ob Interesse an einer bestimmten Sportart besteht. Einige übergewichtige Kinder scheuen Teamsportarten, weil Sie Angst haben, gehänselt zu werden. Gibt es trotzdem Interesse an Fußball, Basketball oder ähnlichen Teamsportarten, sprechen Sie mit dem Trainer und vereinbaren Sie ein gemeinsames Probetraining. Ihr Kind wird so schnell merken, ob es sich in der Gruppe gut aufgenommen und wohlfühlt.

Wenn der kleine Patient unsicher ist, welcher Sport infrage kommt, lassen Sie ihn einige austesten. Letztendlich ist die Chance, dass das Kind motiviert bleibt, dann am höchsten, wenn es sich auch wirklich für die jeweilige Sportart begeistert.

So wird´s leichter: Abnehmkonzepte für Kinder

Übergewichtige Kinder, die etwas gegen die Pfunde tun wollen, brauchen viel Unterstützung. Deshalb gibt es zahlreiche Programme, die sich extra an diese Zielgruppe wenden. Doch welche sind gut? Auf was kommt es bei den Abnehmkonzepten für Kinder an?

Zu schwer: Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die zu viele Kilos mit sich herumtragen, steigt weltweit seit Beginn der 1980er Jahre kontinuierlich an. In Deutschland zählen rund 15 Prozent der 3- bis 17-Jährigen dazu, etwa 6 Prozent davon haben sogar sehr starkes Übergewicht. Alarmierend ist, dass vor allem die stark übergewichtigen Kinder immer schwerer werden.

Gewicht im Blick

Wichtig ist, die Lebensabschnitte im Auge zu behalten, in denen Übergewicht häufig entsteht. Im ersten Lebensjahr nimmt ein Baby enorm zu. Das ist normal für eine gesunde Entwicklung und Babyspeck ist kein Grund sich Sorgen zu machen. Mit etwa drei Jahren ist er in der Regel wieder verschwunden. Bei Kindern, die bei der Geburt sehr leicht oder sehr schwer waren, sollte man die Gewichtsentwicklung aufmerksamer beobachten. Wenn Kinder in die Schule kommen, ändert sich viel. Sie bewegen sich nun weniger. Die Anforderungen steigen und der Stress nimmt zu. Das kann dazu führen, dass sich Kilos ansammeln. In der Pubertät gerät alles aus dem Gleichgewicht. Wenn dann Essen zum Tröster wird, kann sich das schnell auf das Gewicht auswirken. Hinzu kommt, dass die Lebensmittel, die bei Jugendlichen angesagt sind, häufig reichlich Fett und Zucker enthalten.

In den Wachstumsschüben schießen Kinder in die Höhe. Dann können aus moppeligen Grundschülern große, schlaksige Jugendliche werden. Doch die Kinder strecken sich sehr unterschiedlich. Deshalb ist es schwierig vorauszusagen, ob das Übergewicht von allein verschwindet oder bleibt. Ob ein Kind tatsächlich zu dick ist, sollte nicht nach Augenmaß entschieden werden. Untersuchungen zeigen, dass viele Eltern das Übergewicht ihrer Kinder nicht erkennen. Sie stufen selbst sehr dicke Kinder als „gerade richtig“ ein; Mädchen werden zudem eher als dick angesehen, Jungen weniger. Ob ein Kind tatsächlich übergewichtig ist, sollte daher ein Arzt oder eine Ernährungsfachkraft prüfen. Hilfreich ist auch das Internetportal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Ihr Übergewicht in den Griff bekommen Kinder und Jugendliche am besten in einem Programm mit Gleichgesinnten und fachlicher Unterstützung.

Was sind gute Abnehmprogramme für Kinder?

Die BZgA hat umfangreiche Qualitätskriterien für Programme zur Behandlung übergewichtiger Kinder entwickelt. Anhand dieser Kriterien können Eltern, Erzieher oder auch Fachkräfte beurteilen, ob ein Angebot tatsächlich geeignet ist. Folgende Bausteine sollten geprüft werden.

  • Konzeptbaustein Ernährung:
    Das Kind sollte hier lernen, welche Lebensmittel und Mengen zu einer ausgewogenen Ernährung gehören. Außerdem übt es, mit Süßigkeiten, Chips, Hamburgern oder Limo sinnvoll umzugehen. Basis sollten fundierte Empfehlungen z. B. vom Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE), der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) oder der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA) sein. Ein weiterer Pluspunkt ist es, wenn die Vorlieben der Kinder berücksichtigt werden. Kalorien zählen oder strenge Diätpläne können dagegen sogar schaden. Konzeptbaustein Bewegung. ln guten Programmen lernen Kinder, wie sie mehr Sport und Bewegung in ihrem Alltag unterbringen können. Das Training ist gezielt für übergewichtige Kinder aufgebaut und die Teilnahme ist Pflicht. Gute Programme machen auch den „bewegten Alltag“ zum Schwerpunkt. Die Kinder sollen schrittweise lieb gewordene Bequemlichkeit gegen mehr Bewegung austauschen. Manche geben auch nur Sportempfehlungen und vermitteln Kontakte zu Sportvereinen, Fitnessstudios oder Trainern. Dann sollten sich die Kinder verpflichten, regelmäßig Sport zu treiben. Ziel ist auch, sitzende Freizeitaktivitäten wie Fernsehen und Computer, so gut es geht, einzuschränken. Wie das gelingt, dass sollten Kinder, Eltern und Trainern gemeinsam besprechen.
  • Verhaltensänderung:
    Wissen allein reicht nicht. Kinder müssen lernen, wie sie ihr Verhalten ändern können. Wichtig ist auch, über Stress im Alltag zu sprechen und über Möglichkeiten, damit umzugehen. Günstiges Verhalten sollte zudem im Kurs eingeübt und dazu motiviert werden, dies auch im Alltag zu tun. Ungeeignet sind Programme, die nicht kindgerecht sind, das heißt die für Kinder unverständliche Fachbegriffe benutzen und auf alles Spielerische verzichten.
  • Nachbetreuung:
    Auch nach Programmende sollte das geänderte Verhalten beibehalten werden. Daher ist es sinnvoll, z. B. auf Rückfälle vorzubereiten und Nachtreffen anzubieten. Jugendliche können sich auch selbst weiterhin zum Erfahrungsaustausch treffen. Vorgeschlagene Maßnahmen. Ungeeignet zum Abspecken sind für Kinder ganz klar Medikamente und Operationen. Auch Diätpulver, Entschlackungsmittel und extreme Diäten kommen für Kinder und Jugendliche nicht in Frage. Teilnahmebedingungen. Gute Angebote sagen, für wen das Programm geeignet ist und für wen nicht. Auch eine Aufteilung nach der Höhe des Übergewichts, dem Alter oder dem Geschlecht des Kindes ist sinnvoll. Die Bereitschaft von Kind und Eltern zur Teilnahme sollte eingefordert werden. Programmablauf. Ohne Eltern geht es nicht. Väter und Mütter sollten das Programm ihres Kindes kennen lernen und Hilfe erhalten, wie sie Änderungen in den Familienalltag einführen können. Manche Programme bieten praktische Anleitungen oder sogar gemeinsames Kochen an. Bei Jugendlichen sollten die Eltern wenigstens anhand einer Broschüre über den Ablauf informiert werden.
  • Klare Ziele benennen:
    Erfolge machen stolz und spornen an. Wichtig ist, Ziele zu vereinbaren und sie so zu formulieren, dass sie für das Kind erreichbar sind. Es sollte aber nicht nur um verlorene Kilos gehen, sondern auch um Ziele hinsichtlich des Verhaltens (mehr Sport), der Gesundheit (verbesserte Blutwerte) sowie ganz individuelle Ziele für das betroffene Kind. Gewicht ist nicht alles. Entscheidend ist es, dass das Kind sein Verhalten ändert. Eine günstige Ernährungsweise, mehr Bewegung und weniger Sitzen in der Freizeit lauten deshalb die Ziele guter Programme. Dann schwinden auch langsam die überflüssigen Kilos. Allerdings muss das Kind das auch selbst wollen. Denn nur ein eigenes Ziel ist ein gutes Ziel. Unverzichtbar ist, dass Eltern ihr Kind unterstützen.Ablauf und Aufbau des Programms sind in einem Plan schriftlich festgelegt. Er gilt für alle, die im Programm mitarbeiten. So wird Qualität gesichert.Wichtige Rahmenbedingungen sind gute Trainer. Idealerweise arbeiten Fachleute aus den Disziplinen Ernährung, Bewegung und Verhalten zusammen. Es sollten zudem genügend Betreuer für die Gruppe zur Verfügung stehen. In Programmen für stark übergewichtige Kinder und Jugendliche sollten nicht mehr als 12 Teilnehmer in einer Gruppe sein.

  • Auch die Räume müssen stimmen:
    Gut ausgearbeitete und ansprechende Schulungsunterlagen für Trainer, Kind und Eltern führen durchs Programm. So können sich alle, die am Programm mitarbeiten, an den gleichen Grundlagen orientieren. Gute Programme halten Ergebnisse fest und werten sie aus. Zudem dokumentieren sie Verlauf und Erfolg. Dazu zählen auch die Zahl der Abbrecher, unerwünschte Wirkungen oder eine Beurteilung durch die Teilnehmer.

Wie sieht es in der Praxis aus?

In Deutschland gibt es schätzungsweise rund 700 Maßnahmen zur Behandlung übergewichtiger und adipöser Kinder. Zwei Drittel der Anbieter arbeiten ambulant, 18 % stationär, 10 % in Mischformen, der Rest sind vereinzelte nicht spezifische Angebote, z. B.in Schulen, Kindergärten und Sportvereinen. Die vorwiegend ambulant arbeitenden Ernährungsberatungsstellen gehören nach den Kliniken, die 37 % der Angebote stellen, mit einem Viertel aller erfassten Angebote zu den zweitwichtigsten Anbietern von Programmen für zu schwere Kids. Danach folgen mit großem Abstand andere Beratungsstellen, psychotherapeutische Praxen und Gesundheitsämter. Die Anteile kinderärztlicher Praxen, Sportvereine, Krankenkassen, allgemeinärztlicher Praxen sowie sozialpädiatrischer Zentren liegen jeweils unter 5 %.

Weitere Artikel zum Thema Abnehmen finden Sie im UGB-FORUM mit dem Schwerpunktthema
Abnehmen – worauf es ankommt.

Alle erfassten Angebote erfüllen im Mittel nur etwa die Hälfte der genannten Qualitätskriterien. Wünschenswert wäre, dass vor allem das Therapieangebot ambulanter Einrichtungen wie Ernährungsberatungsstellen noch verbessert wird. Dazu gibt es verschiedene Ansätze: Die hier vorgestellten Qualitätskriterien sollten bekannt gemacht werden. Sie sollten beispielsweise Bestandteil entsprechender Aus- und Fortbildungen sein und über Fach- und Berufsverbände verbreitet werden. Auch die Krankenkassen könnten finanzielle Anreize für qualitativ hochwertige Angebote setzen. Verschiedene Berufsgruppen und Einrichtungen sollten verstärkt kooperieren. Mit einem interdisziplinären Team ist die Umsetzung eines multimodalen Ansatzes viel einfacher möglich. Insgesamt sind aber auch gesellschaftliche Anstrengungen nötig, um das Übergewicht von Kindern und Jugendlichen zur Zufriedenheit aller Beteiligten in den Griff zu bekommen.

Onlineversion des Beitrags:
So wird´s leichter: Abnehmkonzepte für Kinder. N.N.: UGB-Forum 5/09, S. 218-221

Foto: Fotolia.com

Weitere Informationen finden Sie hier:
Kochen für Kinder – Theorie und Praxis
Kinder und Jugendliche motivieren

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Anastasia Zampounidis

Die im griechischen Thessaloniki geborene Moderatorin startete ihre Karriere, wie viele Fernsehleute, im Radio. Eigentlich wollte sie Kommunikationswissenschaft studieren, legte nebenbei als DJane in Clubs auf, brach das Studium aber ohne Abschluss ab, weil ihr ein Job beim Rundfunk in Aussicht stand. Anastasia Zampounidis begann als DJane beim Berliner Radiosender „Kiss FM“, wechselte später zum Radiosender „Energy Berlin“ und arbeitete sich zur Redakteurin hoch.

Vom Radio ins Fernsehen

Von da an war es kein weiter Schritt mehr zum Musiksender MTV, wo Anastasia Zampounidis ab 1999 zunächst „MTV Select“ und später „TRL“ moderierte. Nach ihrem Abschied vom jungen, hippen Musikfernsehen sollte es für die deutsch-griechische Moderatorin in den kommenden Jahren etwas seriöser zugehen. Von 2001 bis 2003 war sie Teil einer der größten TV-Shows, die Deutschland jemals hervorgebracht hat: Sie moderierte live die Außenwetten bei „Wetten, dass..?“ im ZDF. Vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen ging es dann wieder zum Privat-TV, Moderationen von Sendungen wie „Comeback – Die große Chance“ auf ProSieben, die RTL-II-Chartshow „The Dome“ und „sixx – Das Magazin“ folgten.

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Das Beauty-Geheimnis von Anastasia Zampounidis

Heute macht Anastasia Zampounidis hauptsächlich mit ihren Ernährungsgewohnheiten Schlagzeilen. Es geht es nur noch um Zucker, Zucker und nochmals Zucker, genau genommen um den Verzicht auf Zucker. Ernährung, die vermeintlich richtige und falsche, scheint ein endloses Dauerthema unter den Stars zu sein, an dem sich die Geister scheiden. Schon seit ihrer Kindheit ernährt sich Anastasia bewusst, in ihrer Jugend lebte sie zunächst vegetarisch, dann vegan und später schließlich gänzlich zuckerfrei. Auslöser für diesen radikalen Schritt war ein Besuch bei einer Ärztin traditioneller chinesischer Medizin, die Anastasia die zuckerfreie Ernährung empfohlen hatte.

Ein netter Nebeneffekt und Motivator: Anastasia Zampounidis sieht erstaunlich jung und faltenfrei aus und scheint in den vergangenen zehn Jahren nicht gealtert zu sein. Doch darum geht es der Fernsehfrau nicht. „Mein Aussehen wird mich niemals so diszipliniert werden lassen wie mein Wohlbefinden. Das wirkliche Zufriedensein funktioniert nicht über den Spiegel. Die Frage ‚Wie fühle ich mich?‘ entscheidet mehr, als das Aussehen. Das hat mich die Umstellung auch diszipliniert durchhalten lassen.“ Doch auf Süßes verzichten muss Anastasias trotzdem nicht. Ihr Lieblingsrezept sind ihre Medjool-Datteln mit einer Walnuss obendrauf – „das sind meine Pralinen“.

Anastasia klärt Verbraucher auf

Und weil Anastasia Zampounidis ihre Moderationen und Jobs schon immer mit dem Herzen ausgesucht hat, passt auch ihre ZDFneo-Sendung „Da wird mir übel“, die 2016 unter dem Namen „Wiso Konsumagenten“ auch im ZDF lief, perfekt zu ihrer Einstellung. In der Dokutainment-Show hat sich Anastasia gemeinsam mit dem Kabarettisten Wolfgang Trepper zur Aufgabe gemacht, Verbraucher vor allem zum Thema Lebensmittel aufzuklären.

Doch damit nicht genug, die Moderatorin engagiert sich auch außerhalb des Fernsehbusiness. Für den Verein „Vier Pfoten“ kämpft sie gegen den illegalen Handel von Welpen und setzt sich mit der Organisation PETA für den Tierschutz ein.

Anastasia Zampounidis: „Kinder kriegen geht noch“

In diesem Jahr feiert Moderatorin Anastasia Zampounidis ihren 50. Geburtstag. Die Entscheidung, keine Mutter geworden zu sein, bereut sie nicht. Möglich wäre es allerdings noch, wie sie im t-online.de-Interview verrät.

Bald hat Anastasia Zampounidis allen Grund zum Feiern: Am 28. Dezember wird sie 50 Jahre alt. Ansehen kann man das der gebürtigen Griechin nicht. Als wir sie treffen, ist sie gut gelaunt, wirkt zufrieden und frisch. Ein Problem mit dem Alter habe sie nicht, erklärt Anastasia uns. Eine große Party soll es dennoch nicht geben: „Es ist einfach so, dass die eine Hälfte gar nicht kommt, weil sie nicht da ist. Die andere Hälfte liegt mit einem Kater im Bett und denkt: ‚Nicht schon wieder Alkohol‘.“ Schuld sei natürlich der ungünstige Zeitpunkt ihres Geburtstages zwischen den Jahren.

Kinderkriegen sei noch möglich

Die Zahl 50 sei der Moderatorin gar nicht bewusst. Verständlicherweise schätzen die meisten sie ohnehin jünger. Das habe sie besonders ihrem Lebenswandel zu verdanken, sie verzichtet komplett auf Zucker. 2017 hat Anastasia dazu auch ein Buch veröffentlicht. „Ich bin immer selbst überrascht, weil Zahlen schon abstrakt sind. Ich denke daran, wie ich mich fühle und noch ist es ziemlich gut“, sagt sie t-online.de lachend. Für ein ganz bestimmtes Thema sei es auch trotz ihres Alters theoretisch noch nicht zu spät: „Bei mir geht das Kinderkriegen ja zum Glück noch“, sagt sie offen.

„Diese Gefühle kamen nicht“

Trotzdem hat sich Anastasia dagegen entschieden: „Ich habe ab 30 gesagt, wenn diese Gefühle kommen, dann werde ich Mutter. Aber sie kamen nicht und dann dachte ich mir, nur ein Kind kriegen, weil ich es kann, finde ich allen nicht fair gegenüber.“ Sie habe sich nie rigoros gegen Kinder entschieden, es läge einfach an den fehlenden Gefühlen.

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Bei einer ungewollten Schwangerschaft wäre Anastasia schon Mutter geworden. „Ich denke auch, dass es hormonell die Natur so vorgegeben hat. Ich habe auch viele Freunde, die gleich alt oder älter sind. Die haben das auch nicht eine Sekunde bereut“, erklärt die 49-Jährige. Das Muttergefühl habe sich bei ihr einfach nicht eingestellt.

Anastasia Zampounidis und Tessa: Mit ihrer Nichte verbringt die Moderatorin gerne viel Zeit zusammen. (Quelle: imago/Future Image)

Die Rolle der Tante will die Moderatorin dennoch nicht missen: „Ich finde meine Nichte toll und ich liebe sie.“ Anastasia steht zu ihrer Entscheidung, ein kinderloses Leben zu führen und bereut sie bis heute nicht.

Dem Autor folgen

Das Buch beschreibt Anastasia Zampounidis Weg weg vom Zucker.
Bereits auf S. 24 (exzessives Essen – starke Emotionen) fühlte ich mich angesprochen, werde mitgenommen…
Ich habe das Buch innerhalb von 2 Tagen aufmerksam gelesen und dabei mit einigen Haftnotizen versehen:
So manches möchte ich nochmals genauer nachlesen und besser verinnerlichen!
Insgesamt gelang es gut, mir die Vorteile des Zuckerverzichts noch etwas deutlicher zu machen.
Zudem haben mich die Argumente bestärkt, mich endlich konsequent mit dem Verzicht auseinanderzusetzen!
Besonders gut gefällt mir:
Die Authentizität, die ganz persönliche Perspektive! Das „Hey, es geht…“!
Anastasia (die nur ein paar Jährchen älter als ich und deren Größe und Gewicht identisch mit dem meinem ist;) sprang nicht auf irgendeinen Zug auf und fährt nicht in jedem mit (so verweigert sie sich z.B. Smoothies und sagt zu Kohlenhydraten wie Vollkornnudeln ja).
Ihr Erfahrungsbericht im lockeren Schreibstil kommt ohne erhobenen Zeigefinger aus. Man liest unter
„Alles kann, nichts muss! Achte und höre (wieder) auf DEIN Körpergefühl!“
Mir gefallen Sätze wie
„Finden sie ihr persönliches Lieblingsnahrungsmittel, das ihnen gefühlt eine Umarmung gibt. Probieren sie…“
-> Vielleicht sind es schlicht Mandeln oder Medjool Datteln mit Walnuss, vielleicht die Glückspralinen oder der Bananenkuchen á la Mama, vielleicht die Müsliriegel oder ganz anderes…
(Ausprobieren: Bei Mandeln oder Nüssen ist bei mir die Packung leer… eine Dattel stillt oftmals meinen Süßhunger).
Was mir fehlt:
Anastasia schreibt, sie habe sich am Anfang ihres zuckerfreien Wegs eine Liste mit garantiert zuckerfreien Lebensmitteln zusammengestellt.
Eine solche fände ich auch in diesem Buch hilfreich und wesentlich sinnvoller als eine Kräuter-Liste und Säure-Basen-Liste (interessiere ich mich für neben Zucker im Buch aufgezeigtes, informiere ich mich gerne anderweitig weiter, habe mir deshalb auch Die Fünf-Elemente-Küche: Gesund essen nach der chinesischen Ernährungslehre gekauft)!
►► Für den Start
* Gemüse (auch Süßkartoffeln und Kartoffeln)
* Obst (viel Fruchtzucker: z.B. Bananen, Weintrauben, Mango / weniger Fruchtzucker: Beeren, Avocado)
* Trockenfrüchte (Aprikosen, Datteln, Feigen… -> allesamt viel Frucktzucker, nur in geringen Mengen genießen / Datteln auch für Süßspeisen und Kuchen toll)
* Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen… Achtung: Kidneybohnen etc. aus der Dose oftmals mit Zucker: abspülen;)
* Nüsse & Nussprodukte (Mandelmus, Erdnussmus… Vorsicht: Erdnussbutter enthält meist Zucker)
* Kerne (Sonnenblumen- , Kürbis-)
* Samen (Leinsamen, Chia…)
* Pflanzenöle (Olivenöl, Leinöl, Kokosnussöl…)
* Gewürze & Co (zuckerfrei: Aceto Balsamico di Modena von Alnatura, echter Dijon-Senf)
* Vollkornreis, Vollkorngetreide -und Produkte (Dinkel, Hirse, Haferflocken…)
* Pseudogetreide (Quinoa, Amaranth, Buchweizen…)
* Pflanzen“milch“ (z.B. Mandeldrink, Haferdrink)
* Sojamilch und Tofu
* Fleisch und Fisch (nicht mariniert)
* Milch, Milchprodukte (griech. Joghurt, Magerquark…)
* Eier
( Wer einer bestimmten Ernährungsform folgt, weiß was er hiervon noch streicht)
m.M. nach gut geeignet sich zuckerfrei gesünder zu ernähren
-> Eine solche Liste sollte man bei evtl. weiteren Auflage unbedingt anfügen!!
Manche Zuckerfrei-Konzepte empfehlen die ersten Wochen auch auf Obst, stärkehaltiges Gemüse und Getreide (schneller Blutzuckeranstieg/abfall-> Heißhunger…) zu verzichten. Hiervon rät Anastasia ab (körperlicher und emotionaler Super-Gau-> Zucker-Jo-Jo-Effekt)!
Die Vorgehensweise da, wie die spätere Handhabung mit Zuckerersatz, individuell:
Ich finde den anfänglichen (!!) Verzicht auf Obst -auch auf Datteln- bzw. max. 2 handvoll Fructose-armes Obst tgl. sinnvoll, denn allzu schnell beschummelt man sich mit einem Zuviel selbst.
Zum Merken:
1. Fertigprodukte weglassen als erster Schritt sehr gut!
2. Ansonsten gilt stets: Blick auf die Zutatenliste nicht vergessen (Kokosmilch, Mandelmilch, Balsamico-Essig, Senf… gerne Zuckerversteck;)
3. Wichtig: Entscheidend ist immer die Zutatenliste, nicht die Nährwerttabelle (mit natürl. Zucker)
Außerdem hätte ich mir im Buch etwas weniger Biographie und mehr Struktur und Farbe (hier schwarz-weißer Fließtext) gewünscht!
Es gibt viel „Drumherum“, da wäre ein Stichwortverzeichnis sehr nützlich (ja, ich benötige tatsächlich meine Haftnotizen und habe mir einige Anregungen abfotografiert;).
Es empfiehlt sich deshalb vllt. sogar die Kindle-Version, mit Möglichkeit der Markierung.
Der Weg ist das Ziel:
„Weniger ist manchmal mehr“ liest man und dies sollte man sich wirklich vor Augen halten.
Denn Anastasia isst nicht nur keinen Zucker, sie ist auch Veganerin und verzichtet zudem weitestgehend auf Alkohol! Auch Weizen (das Getreide;) ist nicht ihr Freund.
Sie richtet sich noch immer nach der Fünf-Elemente-Ernährung der TCM, mit der ihr zuckerfreier Weg begann (Beispiel: Obst mindestens eine halbe Stunde vor und nicht mit ihrem warmen Frühstück, oftmals Porridge, zusammen), orientiert sich zudem an basischen Lebensmitteln, hat eine einjährige Ausbildung zur Pflanzenheilkundlerin…
Nicht zu vergessen: Die mediterrane Küche, die sie schon bei ihrer Mama genießen durfte und die auch heute noch mit einfließt.
Ihr zuckerfreier Weg dauert nun immerhin schon mehr als 10 Jahre!
Und zuckerfrei meint hier zuckerfrei (d.h. auch kein Honig, Agavendicksaft, Stevia, Xylit… lediglich natürl. Zucker durch Obst/Gemüse), das verdient meinen Respekt, ist aber gewiss nicht alleinige Erklärung für Anastasias Wohlbefinden und Aussehen, das „schlank, gesund und glücklich“.
Ich schwamm bereits auf der Low Fat-Welle mit, war ebenso an Low Carb und Paleo interessiert… betrachte Ernährungstrends nun jedoch schon ein Weilchen gelassener:
Offen sein für neues, den eigenen Weg finden -Schritt für Schritt gehen- lohnt und bereits kleine Veränderungen können ein Anfang sein…
Fazit:
„Für immer zuckerfrei“ Inspiration!
Doch wird dieses Buch nicht bei allen punkten, auch wenn daraus wirklich jeder etwas für sich mitnehmen kann (und sei es die Infos im Anhang: Versteckte Zucker / Gut für die Leber / Guter Schlaf…;) ist es kein Ratgeber.
Es beinhaltet keinen Plan, den man folgen kann, keine bunten Bilder oder Tabellen und nur wenige Rezepte, sondern setzt Selbsttätigkeit voraus!
Es bietet „nur“ Hilfestellung durch etliche Denkanstöße, lässt einen manches hinterfragen und so bestenfalls selbst, mit neuen Ideen und hilfreichen Tipps im Gepäck, auf seinen ganz persönlichen, gesünderen Weg finden.
Nicht mehr. Nicht weniger. Eine Art „Wegweiser“….
Befindet man sich schon auf dem zuckerreduzierten Weg, ist mit dem Thema etwas vertraut, so ist dieses Buch weit weniger nützlich!
Tipp:
Tätig werden!!
Weiterführende Infos und zuckerfrei Rezepte findet man (unabhängig von diesem Buch, aber wie ich finde, als sehr gute Ergänzung) z.B. bei Küchengötter, ebenso auf diversen Blogs: Projekt-gesund-leben, meine-Zuckerfreiheit, bakeitnaked, Katharinakocht…. sowie Pinterest!
Sängerin Nicole („Ein bisschen Frieden“) verzichtet übrigens schon über 30 Jahre (!!) auf Zucker.
Nachtrag 23.10.18
Mehr als einen Blick wert, Anastasias neues Buch:
Für immer zuckerfrei – Meine Glücksrezepte
Einige Zuckerfrei-Bücher reicher und „schlauer“ meine Empfehlung für den Einstieg:
Zucker is(s) nicht!: Unsere 90-Tage-Challenge mit 66 genialen Rezepten ohne Industriezucker -> da incl. mentaler Unterstützung (teilweise Erythrit in den Rezepten) ODER
die mittlerweile drei Zuckerfrei-Bücher von Hannah Frey (die z.B. Kokosblütenzucker u. -sirup und Reissirup verwendet) -> da, nur im Challenge-Buch!- verschiedene Phasen (in der ersten Phase neben Zucker-Verzicht auch Verzicht auf stärkehaltiges Gemüse und Getreide…), umsetzbare, vielfältige Backrezepte sowie schnelle Feierabend- und Mitnehmrezepte, EIN Konzept.

Gesunde Ernährung für Kinder

Eltern sollten ihren Kindern in Sachen Ernährung mit gutem Beispiel vorangehen, ihr Kind aber nicht zu bestimmten Lebensmitteln überreden wollen. ©iStock.com/zest_marina

Der Körper eines Kindes befindet sich im Wachstum. Hierfür benötigen Kinder besonders hochwertige Nahrung. Vor allem folgende Mineralstoffe und Vitamine spielen dabei eine Rolle:

  • Kalzium, Phosphor und Vitamin D
  • Eisen, Zink, Selen und Folsäure
  • Jod für die Schilddrüse
  • Vitamin A
  • B-Vitamine
  • Vitamin C

Eine gesunde Ernährung trägt dazu bei, dass aus Kindern gesunde Erwachsene werden – auch weil die in Kindheit und Jugend erlernten Ernährungsgewohnheiten sich im Erwachsenenalter meist fortsetzen. Durch ihr Vorbild und die Auswahl der Lebensmittel können Eltern die gesunde Ernährung ihrer Kinder fördern.

Drei wichtige Regeln für die Kinderernährung

Grundlage der Ernährung von Kindern sollte – ähnlich wie bei Erwachsenen – eine optimierte Mischkost sein. Dieses Konzept wurde vom Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund (FKE) entwickelt und lässt sich in drei Regeln zusammenfassen:

  • Getränke und pflanzliche Lebensmittel: reichlich
  • tierische Produkte: mäßig
  • fett- und zuckerreiche Kost: sparsam

Kartoffeln, Brot, Nudeln, Gemüse, Obst, Milch, Käse und seltener Fleisch, Fisch, Eier und Fett sind die optimalen Zutaten für eine gesunde Ernährung für Kinder.

Im Vergleich mit Erwachsenen haben Kinder einen höheren Kalorienbedarf. Der Aufbaustoffwechsel des Kindes bildet ständig neue Zellen und für die Aufrechterhaltung der Körpertemperatur wird ebenfalls mehr Energie verbraucht. Nicht zuletzt ist der kindliche Bewegungsdrang sehr viel höher als bei Erwachsenen. Deshalb dürfen die Kalorien bei der Kinderernährung auch zu 30 bis 40 Prozent aus Fett bestehen, während der Fettanteil bei Erwachsenen nur 25 bis 30 Prozent betragen soll. Das Kind kann deshalb gelegentlich ruhig ein paar Süßigkeiten oder ab und an Fast Food essen.

Allerdings ist der Verdauungsapparat im Kindergartenalter zwar ausgereift, aber im Vergleich zu dem von älteren Kindern und Erwachsenen noch nicht voll belastbar. Häufig verträgt das Kind daher keine schwer verdaulichen Speisen wie Hülsenfrüchte, sehr Fettes und stark Geröstetes.

Ernährungsregeln: So essen Sie sich gesund und fit

Fünf Mahlzeiten sind für Kinder sinnvoll

Doch nicht nur was, sondern auch wie oft Kinder essen ist wichtig. Sie verfügen im Vergleich zu Erwachsenen über weniger Speicherkapazität Nährstoffe, das betrifft vor allem den Kohlenhydratstoffwechsel. Deshalb ist ein regelmäßiger Mahlzeitenrhythmus angeraten. Zu jeder Mahlzeit sollte Wasser getrunken werden, um den Flüssigkeitsbedarf zu decken.

Empfehlenswert sind drei Hauptmahlzeiten und je einer Zwischenmahlzeit am Vor- und Nachmittag. Die Hauptgerichte sollten nicht zu üppig, salzig oder fettig sein und die Snacks zwischendurch aus kleinen Portionen Obst und Gemüse ergänzt mit Milch- und Getreideprodukten bestehen.

Frühstück

Bei der morgendlichen Mahlzeit fängt die gesunde Ernährung an, sagt Isabelle Keller von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Morgens müssen Kinder ihren Nährstoffspeicher wieder auffüllen. „Es ist wichtig, dass sich dafür Zeit genommen wird“, sagt Keller. Zur Not müssen die Eltern früher aufstehen, um ein gesundes Frühstück vorzubereiten.

Insgesamt sollte das Frühstück folgende Komponenten enthalten: Wasser, Produkte aus Milch und Getreide sowie Obst und Gemüse. Als Getreideprodukt können Eltern etwa auf Müsli oder Vollkornbrot zurückgreifen. Das sorgt durch die komplexen Kohlenhydrate nicht nur für die nötige Energie und langanhaltende Sättigung, sondern enthält auch Mineralstoffe. Und wer das Müsli mit etwas Obst und Joghurt oder Milch bereitet oder neben der Scheibe Brot ein Schälchen mit Obstquark anbietet, kombiniert gleich mehrere der empfohlenen Komponenten.

Pausenbrot – die erste Zwischenmahlzeit

Beim zweiten Frühstück in der Schule ergänzen Eltern und Kinder, was morgens zu kurz gekommen ist: Wer zu Hause Müsli mit Obst gegessen hat, packt jetzt ein Brot und etwas Rohkost aus – zum Beispiel Gurken, Karotten, Paprika oder kleine Tomaten.

Keller empfiehlt, mit dem Kind über den Inhalt der Pausenbox zu sprechen: Was mag das Kind besonders gerne? Darf alles zusammen in eine Box oder sollten die Tomaten lieber vom Brot getrennt liegen? Mundgerechte Häppchen sind mit einem Salatblatt garniert besonders appetitanregend. Auch Obst und Gemüse reizen Kinder mehr, wenn sie in fantasievolle Formen geschnitten sind. Gesunde Ernährung kann und darf auch Spaß machen. Mit Nüssen oder Trockenfrüchten kann das Pausenbrot vollwertig versüßt werden. Tipp: In einer Brotbox bleibt das Pausenbrot appetitlicher als in Butterbrotpapier.

Mittagessen

Entweder das Mittagessen oder das Abendessen sollte aus einer warmen Mahlzeit basierend auf Kartoffeln, Reis oder Nudeln bestehen. An drei bis vier Tagen in der Woche können Fisch oder Fleisch die warme Mahlzeit begleiten. Immer dabei sein sollte viel Gemüse. Essen die Kinder das Mittagessen in der Schule, rät Keller, sich gemeinsam den Speiseplan anzuschauen: So kann man zusammen überlegen, welche Gerichte infrage kommen.

  • Zitronen enthalten Vitamin C, schon klar. Aber wie steht es mit Ihrem Ernährungswissen, wenn es über solche Evergreens hinausgeht? Hier erfahren Sie es:

    zum Vitamin-Quiz

Laut einer Studie des Bundesministeriums für Ernährung zur Qualität des Schulessens gibt es bei der Schulverpflegung in Deutschland erhebliche Defizite. Rund die Hälfte der untersuchten Speisepläne enthält demnach zu wenig Gemüse. Angesichts vielfach langer Transport- und Warmhaltezeiten seien zu viele ungeeignete Gemüsesorten im Angebot enthalten. Kritiker warnen beim Schulessen auch vor zu billigen Produkten, Fertigsoßen und zu viel Fleisch. Sind Eltern mit dem Angebot des Schulessens generell unzufrieden, sollten sie an den Schulträger herantreten und besprechen, inwieweit sich etwas ändern lässt.

Nachmittagssnack – die zweite Zwischenmahlzeit

Wie das Pausenbrot sollte die Zwischenmahlzeit am Nachmittag aus Rohkost, Milch- und Getreideprodukten bestehen.

Abendessen

Am Abend sollte es eine kalte Mahlzeit geben, wenn mittags bereits warm gegessen wurde. Dabei kommen vor allem Getreideprodukte wie Brot, Rohkost, Milchprodukte und eventuell etwas Wurst auf den Tisch.

Praktische Tipps: So essen Kinder gerne gesund

  • Wenn Kinder beim Kochen oder Backen mithelfen, Salat waschen oder Dressing rühren, Frikadellen kneten oder Kartoffelbrei stampfen, erhöht das ihren Spaß am (gesunden) Essen.

  • Mit älteren Kindern lassen sich Kompromisse schließen. Wer ein oder zwei Mal in der Woche Wünsche zum Essen äußern darf, isst an den anderen Tagen ohne groß zu meckern.

  • Gemeinsame Mahlzeiten sind wichtig. Wer sein Kind allein an den Tisch setzt, darf sich nicht wundern, wenn es kaum etwas isst.

  • Das Auge isst mit, dies gilt ganz besonders für Kinder. Vermeintliches Durcheinander wie Eintopf oder Auflauf lehnen sie spontan ab.

  • Kinder spüren genau, wann sie satt sind – im Gegensatz zu manchen Erwachsenen. Allerdings haben sie noch kein Gefühl dafür, welche Mengen satt machen, das heißt, dass das Auge bei den kleinen Essern oft größer ist als der Magen.

  • Spezielles Essen für Kinder wie mit Kalzium oder Vitaminen angereicherte Quarks oder Fruchtsäfte sind weder notwendig noch gesünder, oft sogar recht zuckerhaltig. Die Tagesdosis an Vitaminen lässt sich auch über gesunde Ernährung zuführen.

  • Bei Tränen keine Süßigkeiten zum Trösten verabreichen, das Kind gewöhnt sich daran und hat als Erwachsener nicht selten mit Kummerspeck zu kämpfen.

  • Kinder verstehen abstrakte Argumente wie „Davon wirst du groß und stark“, „Das macht dick“, „Davon bekommst du schlechte Zähne“ nicht, sie bewirken häufig das Gegenteil.

Naschen in Maßen ist gesundheitsverträglich

Ein nahrhaftes Frühstück und ein vollwertiger Pausensnack beugen dem Appetit auf Süßigkeiten vor. Kinder, die gut gefrühstückt haben, verspüren kaum das Verlangen, sich kurz danach den Bauch mit Süßigkeiten vollzuschlagen.

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Süßwaren sind in der Regel zu zuckerhaltig und fett, warnt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Eine einseitig süße Ernährung führt bei Kindern zu Leistungsabfall und Konzentrationsschwäche. Denn Süßigkeiten enthalten zwar jede Menge Kalorien, aber keine Vitamine, die für das Konzentrationsvermögen so notwendig sind. Zu den eigentlichen Mahlzeiten können naschsüchtige Kinder das Defizit kaum aufholen, da es ihnen nach diversen Keksen und Schokoriegeln an Appetit auf Gemüse, Obst, Kartoffeln und Brot mangelt.

Die Folgen der einseitig süßen Ernährung reichen noch weiter: Heute leiden schon Dreijährige und viele Schulanfänger unter Karies. Auch stellen Ärzte bei Kindern und Jugendlichen immer häufiger erhöhte Cholesterinwerte, Bluthochdruck und Diabetes fest.

Durchschnittlich essen Siebenjährige täglich 60 bis 70 Gramm Zucker, fand das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund heraus – Tendenz steigend. Rund ein Viertel dieser Menge stammt allein aus gesüßten Getränken, den Rest nehmen Kinder zumeist mit Süßigkeiten, Puddings und gezuckerten Fruchtjoghurts zu sich. Vorsicht auch bei fertigen Müslimischungen: Sie enthalten meist Zucker oder Schokolade. Auch Nuss-Nougat-Creme und Gebäck enthalten viel Zucker und Fett und gehören deshalb höchstens ausnahmsweise auf den Speisezettel.

Verborgene Süße: 13 fiese Zuckerfallen

Süßigkeiten nicht verdammen

Oft sind es die Erwachsenen, die Kinder zu einem exzessiven Süßigkeiten-Konsum erziehen: Großeltern oder Bekannte bringen Naschereien mit, Eltern reichen Süßigkeiten als Trostmittel und als Belohnung, wenn das Kind den Teller leer gegessen hat oder besonders brav war.

Allerdings sollte es nicht darum gehen, Süßes grundsätzlich zu verdammen. In einer 1998 im British Medical Journal veröffentlichten Untersuchung über den Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Süßigkeiten und der Lebenserwartung, kamen Ärzte und Wissenschaftler zu einem überraschenden Fazit: Kinder, die ab und zu Süßes naschen, haben bessere Chancen ein hohes Lebensalter zu erreichen als Menschen, die wenig Süßes essen.

Trotzdem sollten Eltern alles daran setzen, ihre Kinder zu „moderaten Naschern“ zu erziehen. Denn nur wenn sich Naschen in Grenzen hält, ist es gesundheitsverträglich. Ab und zu können Eltern auch Chips und Salzstangen anbieten – wegen des hohen Fettgehalts aber nicht eine ganze Tüte, sondern für jedes Kind ein kleines Schälchen. Da fast alle Kinder gern Kaugummis naschen, bieten sich als Alternative zu Süßigkeiten auch zuckerfreie Kaugummis an. Mit Obstsalat, Apfelmus und Bananen können Eltern den Appetit ihrer Kinder auf Süßes ebenfalls gut kompensieren. Auch verdünnte Säfte sowie ungezuckerter Fruchtjoghurt eignen sich als Nasch-Alternative – ein Highlight sind sie gefroren als Eis zum Schlecken.

Praktische Tipps für Süßigkeitenkonsum bei Kindern

  • Legen Sie keine Süßigkeitenvorräte an. Das verführt zum Naschen.

  • Süßigkeiten sollten die Kleinen immer nur in kleinen Portionen erhalten.

  • Zähneputzen nach jeder süßen Mahlzeit bietet Schutz vor Karies und macht Kindern die Gefahr von Süßigkeiten bewusster.

  • „Betthupferl“ nach dem Zähneputzen am Abend sind tabu.

  • Nach dem Mittagessen muss es nicht immer ein süßes Dessert sein – ein kleingeschnittener Apfel oder eine Schale mit ungesüßten Erdbeeren ist nicht nur besser für die Zähne, sondern sorgt auch für die Vitaminzufuhr.

  • Eltern sollten Kindern ein Vorbild sein und selbst so wenig wie möglich naschen.

  • Stellen Sie sicher, dass Ihr Kind mit maßlosem Naschen nicht fehlende elterliche Zuwendung kompensiert.

  • Zu den Mikronährstoffen zählen Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Bioflavonoide. Manche der Vitalstoffe sind lebenswichtig

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Heikle Esser: So bekommen Kinder Spaß an gesunder Ernährung

Wenn das Kind lustlos mit dem Essen herumspielt, sind Eltern verzweifelt. In vielen Fällen ist das jedoch unnötig. Einige Kinder werden von Mini-Menüs satt, während andere beherzt wie kleine Bauarbeiter essen. Doch dies sollte Eltern nicht beunruhigen. „Kinder unterscheiden sich in ihrem Energiebedarf, deshalb ist ein Kind kein schlechter Esser“, sagt Ernährungswissenschaftlerin Ulrike Limmer. Die Grundmenge variiert proportional zum Körpergewicht – und dies hat in diesem Alter eine enorme Spannbreite: Es kann je nach Körpergröße zwischen zehn und 15 Kilogramm liegen.

„Das Thema ’schlechter Esser‘ wird von den Eltern oft hochgeschaukelt“, sagt Limmer. Wenn die Eltern genau aufschreiben, was ihr Kind den Tag über isst, stellt sich meist heraus: Das Kleine bekommt genug.

Kinder wissen, wie viel sie essen müssen

„Es ist nur ganz selten, dass ein Kind krank wird, weil es ein schlechter Esser ist“, meint die Expertin. Was hingegen stimmt: Wenn die Kleinen krank werden, dann lässt auch ihr Appetit nach. Da geht es ihnen nicht anders als Erwachsenen – nur, dass ihnen die Lust am Essen meistens schon zwei Tage vor Ausbruch eines Infekts vergeht. Auch dauert es nach der Erkrankung recht lange, bis sie wieder richtig essen mögen, sagt die Expertin. Häufig kommt es dann vorübergehend sogar zu einem Rückschritt – so wollen manche plötzlich nur noch Milch trinken. Diese Phase kann Wochen anhalten. Danach aber findet dann oft ein richtiger Entwicklungsschub statt, sodass die Kinder etwa viel selbstständiger essen als vor dem Infekt.

Auch Annette Kast-Zahn und Hartmut Morgenroth kommen in ihrem Buch „Jedes Kind kann richtig essen“ zu dem Schluss: „Gesunde Kinder können gar nicht zu wenig essen, wenn sie genug angeboten bekommen. Sie wissen ganz genau, wie viel sie essen müssen. Sie wissen es besser als die Eltern.“

Nahrungsneophobie meist angeboren

Eine echte Neophobie, also die Angst vor Neuem, in Bezug auf Nahrungsmittel ist meist keine Laune oder Phase von wählerischen Kindern. Vielmehr sind die Gene schuld daran, jedenfalls zu einem großen Teil. Das fanden Wissenschaftler der Universität von North Carolina heraus. Zu 72 Prozent bestimmt das Erbgut eines Vorschulkinds, ob es neue Nahrungsmittel mag oder ablehnt. Das ändert sich meist erst wieder ab einem Alter zwischen acht und zwölf. Bei Eltern ist derweil Geduld gefragt. Sie sollten ihrem Kind neue Lebensmittel an aufeinanderfolgenden Tagen wiederholt anbieten. Die meisten kleinen Kinder greifen nach acht bis zehn Malen meist doch zu, zeigen Untersuchungen. Überzeugungsarbeit sollten Eltern aber tunlichst unterlassen, denn das erzielt meist nicht die gewünschten Effekte – im Gegenteil.

Viele Zwischenmahlzeiten und Überzeugungsarbeit mindern Appetit

Manche Eltern lassen sich viel einfallen, um ihr Kind zum Essen zu bewegen: Sie kochen auf besonderen Wunsch das Lieblingsgericht des Kleinen, stellen einen wunderbaren Nachtisch in Aussicht oder versprechen einen Besuch im Zoo – zu Lasten des Appetits. Begleitet werden die Bemühungen meistens von Bemerkungen wie „aber du musst doch etwas essen“, „das ist ganz gesund, glaub‘ mir“.

  • Von Artischocke bis Zucchini, von Apfel bis Zitrusfrucht: Wir sagen Ihnen, was drinsteckt und wann die Produkte besonders frisch und gesund sind.

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Wer möchte, dass sein Kind vernünftig isst, sollte derlei Überzeugungsarbeit unterlassen. Am besten ist, gar nicht übers Essen zu reden, meinen Experten. Das Drängen und Bitten führt nämlich gerade zum Gegenteil des erhofften Ziels: Es verleidet den Kleinen den Appetit.

Durch die ständigen Ermunterungen zeigen die Eltern den Kindern, dass sie ihnen nicht zutrauen, das Essen selbst zu regeln, schreiben Annette Kast-Zahn und Hartmut Morgenroth.

Stopfen kann zu Übergewicht führen

Hinzu kommt: Kinder, die geradezu mit Essen gestopft werden, verlieren nicht nur den Appetit, sondern können später leicht Essstörungen entwickeln. Zwingen die Eltern sie nämlich dazu, mehr zu essen, als sie wollen, werde ihr natürliches Sättigungsgefühl gestört, sagt Christian Fricke, Kinderarzt und Jugendpsychiater. Die Folge ist oft Übergewicht. In seltenen Fällen wächst in den Kleinen durch die Stopferei aber auch eine Abscheu gegen Nahrung jeder Art.

Selbst wenn das Drängen nicht in eine Zwangsfütterung mündet – das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern wird durch die ständigen Überredungsversuche allemal belastet: Schon kleine Kinder finden schnell heraus, dass sie Vater und Mutter durch Nicht-Essen empfindlich treffen können. Die Eltern werden erpressbar und die Mahlzeiten zu einem ständigen Machtkampf.

Nie für Kinder „auf Kommando kochen“

Die Buchautoren Kast-Zahn und Morgenroth raten Eltern deshalb auch dringend davon ab, für die Kinder auf Wunsch ein extra Essen zu kochen, wenn es auf das Mittagessen keinen Appetit hat. Das „Kochen auf Kommando“ vermittele Kindern das Gefühl: Die tun alles, nur damit ich esse. Besser ist, zu jeder Mahlzeit Brot auf den Tisch zu stellen: Davon kann das Kind sich nehmen, falls es das Hauptgericht nicht mag.

Eskalieren die Mahlzeiten in der Familie regelmäßig, stehen meistens noch andere Probleme dahinter, meint Christian Fricke. „Oft ist Ärger beim Essen ein Hinweis auf unklares elterliches Verhalten gegenüber den Kindern.“ Es ist nämlich häufig zu beobachten, dass Eltern, die über ständigen Stress am Mittagstisch klagen, ihrem Kind im Allgemeinen wenig Grenzen setzen. Nur beim Essen verlangen sie plötzlich vom Kind, sich an bestimmte Regeln zu halten. Kinder, die diese Strenge nicht gewohnt sind, reagieren darauf mit Wut.

Praktische Tipps bei heiklen Essern

  • Schwankungen im Essverhalten sind völlig normal. An manchen Tagen essen Kinder wie die Scheunendrescher und an anderen wie der Suppenkasper. Das ist kein Grund zur Besorgnis.

  • Wenn das Kind keinen Appetit auf Kohlrabi und Brokkoli hat, lohnt es sich, es mit Erbsen, Karotten und Pastinaken zu probieren: Diese Gemüsearten schmecken leicht süß und kommen darum den Geschmacksvorlieben der Kleinen sehr entgegen.

  • Bei hartnäckigen Verächtern hilft es manchmal, Gemüse zu pürieren und unter das Essen zu geben.

  • Eltern sind gut beraten, ihren Kindern nicht zu viel auf den Teller zu geben, das nimmt den Spaß am Essen. So kommt es leicht zu Widerwillen und Abwehrhaltung.

  • Spaß am Essen entwickeln Kinder auch, wenn sie in die Vorbereitungen einbezogen werden.

  • Die Mahlzeit sollte frei von Ablenkung wie etwa durch einen laufenden Fernseher und Spielzeug sein.

  • Bieten Sie den Kindern wiederholt Lebensmittel an, die sie noch nicht kennen und gehen Sie mit gutem Beispiel voran: Probieren Sie selbst immer wieder neues Essen.

  • Viel Bewegung an der frischen Luft sorgt für einen gesunden Appetit. Nach einem ausgefüllten Spielnachmittag im Freien werden Kinder eher nach einer kräftigen Mahlzeit verlangen.

Ernährung von Kleinkindern: selbstständig essen lassen

Essen ist für Kleinkinder ein Kunststück: Zunächst muss der Löffel beladen werden – allzu leicht gerät dabei der Teller ins Rutschen. Dann heißt es, den Löffel zum Mund zu führen, ohne ihn dabei zu kippen oder den Inhalt an der Wange landen zu lassen. Viele Eltern würden bei diesen ersten Versuchen gern eingreifen – nicht zuletzt um sich Putzarbeit zu ersparen.

Doch Kleinkinder müssen das selbstständige Essen üben. Je mehr Gelegenheit sie haben, mit Löffel oder Gabel zu hantieren, desto geschickter werden sie. Diese Fortschritte sind für sie ein Erfolgserlebnis. Füttern die Eltern ihr 20 Monate altes Kind aus Angst um die saubere Küche noch immer, ist dies für den Nachwuchs frustrierend. „Sein Wille selbstständig zu werden, wird erlahmen. Das Kind wird zur Ansicht kommen, dass es für alle Zeiten gefüttert werden wird. Die Eltern dürfen sich nicht wundern, wenn das Kleinkind in den kommenden Jahren wenig Lust zeigt, selbstständig zu essen“, schreibt der Schweizer Kinderarzt Remo H. Largo in seinem Buch „Babyjahre“.

Auch die Ernährungswissenschaftlerin Ulrike Limmer hat beobachtet: Kinder, die zu lange gefüttert werden, entwickeln sich oft zu schwierigen Essern. „Denn das Kleinkind verbindet mit dem Essen kein Erfolgserlebnis – es ist nichts, was es sich erarbeitet hat“, sagt Ulrike Limmer. Eltern tun also gut daran, ihr Kind selbst löffeln zu lassen. Es spricht aber nichts dagegen, es bei dieser schwierigen Aufgabe zu unterstützen.

Wie Kinder uns erziehen

Es empfiehlt sich auch, den Nachwuchs selbst entscheiden zu lassen, ob und wie viel er sich nimmt. Wählt er ausschließlich Kartoffeln und lässt den Kohlrabi unberührt, müssen die Eltern dies schlucken, meinen die Autoren Annette Kast-Zahn und Hartmut Morgenroth. Ihrer Sorge, das Kind könne sich ungesund ernähren, begegnen die Eltern am besten durch ein ausschließlich vollwertiges Nahrungsangebot auf dem Tisch.

Praktische Tipps: So klappt das selbstständige Essen

  • In einer kleinen Schüssel mit hohem Seitenrand lässt sich das Essen leichter auf den Löffel bekommen als auf einem flachen Teller.

  • Eine kleine Menge Essen in der Schüssel ist für das Kleinkind besser zu handhaben.

  • Kleine Kunststofflöffel eignen sich für den Anfang besser als Metall- oder Silberlöffel, die oft recht scharfe Kanten haben. Besonderes Essgeschirr wie Löffel mit extra dickem Griff sind jedoch nicht nötig.

  • Das Kind sollte bequem auf seinem Kinderstuhl sitzen: Der ein wenig gebeugte Unterarm (etwas mehr als 45 Grad) kann lose auf dem Tisch liegen, die Füße ruhen auf einem Tritt.

  • Am besten essen die Eltern gemeinsam mit ihrem Kleinkind: So lernt das Kind das selbstständiges Essen durch Imitation.

  • Es spricht nichts dagegen, dem Kind gelegentlich zu erklären, wie es den Löffel am besten hält – es ist durchaus in der Lage, Vorschläge wie „Fass doch weiter vorne an“ zu verstehen.

  • Wenn anfangs sehr viel Essen vom Löffel rutscht, ist die 2-Löffel-Methode hilfreich: Vater oder Mutter füttern das Kind, welches aber selbst einen Löffel hält, mit dem es die Speise aufnehmen kann. Sobald das Kind in der Lage ist, größere Portionen zu löffeln, sollten die Eltern ihre Hilfestellung allerdings zurücknehmen.

  • Die Speise sollte nicht zu flüssig sein.

Abnehmen und Ernährung bei übergewichtigen Kinder

In Deutschland ist jedes siebte Kind zu dick, in den USA jedes Dritte. Das Überangebot an Snacks und Süßigkeiten, Bewegungsmangel, stundenlanges Sitzen vor dem Computer, TV oder der Spielkonsole tragen Mitschuld am Übergewicht. Nicht selten leiden Kinder dann an hohem Blutdruck, Haltungsschäden und Gelenkveränderungen, aber auch an seelischen Narben, die durch Ausgrenzung der anderen Kinder entstehen können.

Allerdings sollte man Übergewicht nicht überdramatisieren, meint Silke Restemeyer, Diplom-Ökotrophologin bei der DGE: „Gerade wenn das Kind noch nicht adipös ist, sondern nur etwas pummelig, normalisiert sich das häufig mit dem nächsten Wachstumsschub“, sagt Restemeyer.

Manche Eltern setzen sich dagegen überhaupt nicht mit dem Übergewicht ihrer Kinder auseinander. Amerikanische Wissenschaftler analysierten Daten aus 69 Studien zum Thema Gesundheit in der Familie. Dabei stellte sich heraus, dass 51 Prozent der Eltern mit übergewichtigen Kindern davon überzeugt sind, der Nachwuchs hätte kein Gewichtsproblem. Dabei dürfte eine Rolle spielen, dass Vater und Mutter ebenfalls oft zu dick sind.

Viele übergewichtige Kinder möchten gerne abnehmen, reagieren aber häufig falsch. Beispielsweise lassen sie Mahlzeiten aus, oft das Frühstück, um dadurch Gewicht zu verlieren. Wissenschaftler der Bostoner Tufts University haben nachgewiesen, dass solches Auslassen der Mahlzeiten meist dazu führt, dass die Kinder im Laufe des Tages mehr zu sich nehmen und dadurch letztlich Gewicht zulegen. Um erfolgreich abzuspecken, brauchen sie die Hilfe ihrer Eltern.

Keinen Druck ausüben

Doch Eltern wissen, wie schwierig es ist, Kinder und Jugendliche von gesunder Ernährung zu überzeugen. „Besonders wichtig ist dabei die Motivation der Kinder, ob sie selbst davon überzeugt sind, abnehmen zu wollen oder ob sie einfach nur geschickt wurden“, sagt Kadi Sieben. Die Pädagogin und Diplom-Ökotrophologin behandelt Kinder und Jugendliche mit Essstörungen, die von Magersucht bis zu Adipositas reichen.

Ihr wichtigster Rat, wenn es um Übergewicht bei Kindern geht: „Üben Sie keinen Druck aus, drohen Sie nicht mit den gesundheitlichen Folgen für das Kind.“ Wer einem pummeligen Kind ständig vor Augen führt, es sei zu dick, schadet ihm damit wesentlich mehr als ihm zu nutzen. Die vermutlich gut gemeinten Ermahnungen bewirken nämlich das Gegenteil, beweist eine Studie von Forschern der University of California.

  • Zu dick? Zu dünn? Mit dem BMI-Rechner finden Sie schnell heraus, ob Ihr Körpergewicht im Normbereich liegt.

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Studienleiterin Janet A. Tomiyama untersuchte knapp 2.500 Mädchen, die zu Beginn der Studie zehn Jahre alt waren. Die Wissenschaftlerin und ihr Team ermittelten den Body-Mass-Index (BMI) der Kinder. Mehr als jedes zweite Kind war zu dick. Zusätzlich befragten die Wissenschaftler die Mädchen über ihr Verhältnis zu Eltern, Geschwistern, Freunden, Klassenkameraden und Lehrern. Dabei notierten sie auch, ob und diese die übergewichtigen Mädchen ermahnten, abzunehmen oder hänselten.

Neun Jahre später wurden die Mädchen nochmals untersucht und befragt. Von den anfangs übergewichtigen Kindern waren nur einige zu dicken Erwachsenen geworden. Dabei zeigte sich deutlich, dass vor allem diese als Kinder häufig gehört hatten: „Du bist zu dick“ oder „Du bist zu fett“. Die anderen, die wegen ihrer Pummeligkeit nicht ermahnt worden waren, waren fast alle normalgewichtig.

Ab wann ein Kind zu dick ist – Perzentilkurven für Kinder als Download

Etwas Übergewicht, so die Forscherin, sei kein Grund zur Sorge und sollte nicht ständig Anlass für Ermahnungen sein. „Bei einem BMI von 30 gibt es kein erhöhtes Mortalitätsrisiko. Das haben inzwischen zahlreiche Studien gezeigt.“ Die höchste Sterblichkeit würden untergewichtige Menschen haben, stellt sie fest.

Der Kinderarzt analysiert ob Normal-, Über- oder Untergewicht besteht nach Alter und BMI des Kindes auf den sogenannten Perzentilkurven (PDF zum Download), die es getrennt für Jungen und für Mädchen gibt. Ist das Kind tatsächlich zu dick, bieten zahlreiche spezialisierte Beratungsstellen in Kliniken und Praxen Hilfestellung. Die Kosten für eine Adipositasberatung für Kinder und Jugendliche und eine entsprechende Therapie, die die gesamte Familie mit einschließt, übernehmen in der Regel die Krankenkassen.

Die besten Tipps zum Abnehmen

Praktische Tipps gegen Übergewicht bei Kindern

  • Achten Sie darauf, dass Ihr Kind keine Hauptmahlzeit auslässt.

  • Verändern Sie den Speiseplan und kochen Sie fettärmer.

  • Keine strengen Verbote: Oft reicht es, süße Getränke vom Speiseplan weitgehend zu streichen.

  • Setzen Sie jedoch klare Grenzen. Süßigkeiten sind kein täglicher, sondern ein besonderer Genuss.

  • Horten Sie keine Süßigkeiten zu Hause.

  • Gehen Sie Ihrem Kind mit gutem Beispiel voran.

  • Beziehen Sie Ihr Kind in die Vorbereitung der Mahlzeiten mit ein.

  • Essen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind.

  • Auf keinen Fall darf ein Kind oder Jugendlicher hungern, das schadet Heranwachsenden besonders. Eine Umstellung auf gesunde Vollwertkost reicht, damit ein Kind normalgewichtig wird und bleibt.

  • Neben der Ernährung spielt auch Bewegung eine wichtige Rolle beim Abnehmen. Zum Beispiel könnte das Kind mit dem Fahrrad statt mit dem Bus in die Schule fahren.

Vegetarische und vegane Ernährung für Kinder

Immer mehr Eltern entscheiden sich für eine vegetarische Ernährung und beziehen dabei auch ihre Kinder ein. Manche möchten ihre Familie sogar vegan, also ausschließlich pflanzlich, ernähren. Eine vegetarische Ernährung für Kinder, die sich aus Vollkornprodukten, Gemüse, Hülsenfrüchten und Obst zusammensetzt, ist reich an komplexen Kohlenhydraten, Ballaststoffen, Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Die geringe Aufnahme an tierischen Fetten und Cholesterin beugt Krankheiten wie Übergewicht, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gicht und Diabetes vor.

Eine vegane Ernährung birgt für Kinder allerdings große gesundheitliche Risiken. Die DGE rät Eltern daher ausdrücklich davon ab.

Praktische Tipps für eine vegetarische Kinderernährung

Weil bei einer vegetarischen Ernährungsweise die Versorgung mit Eisen, Eiweiß, Kalzium, Jod und Vitamin B12 oft problematisch ist, sollten Eltern folgende Punkte unbedingt beachten:

  • Eisen wird aus Pflanzen bis zu zehnmal weniger gut aufgenommen als aus Fleisch. Daher müssen Kinder ausreichend Vollkorngetreide, Vollkornreis, Salat, Hülsenfrüchte, Gemüse wie Spinat, Fenchel, Schwarzwurzeln, Karotten, Rote Beete und Brokkoli sowie Obst, etwa getrocknete Aprikosen, Rosinen und Pflaumen verzehren. Damit das Eisen besser aufgenommen werden kann, sollten Eltern Vitamin-C-reiche Lebensmittel anbieten wie ein Glas Orangensaft, Obst und Gemüse (etwa Paprika).

  • Eiweiß aus Pflanzen besitzt eine geringere biologische Wertigkeit als tierisches Eiweiß und kann daher schlechter vom Körper verwertet werden. Werden verschiedene proteinreiche Lebensmittel miteinander kombiniert, erhöht das die biologische Wertigkeit.

  • Den Tagesbedarf an Kalzium sichern Milchprodukte, Grünkohl, Lauch, Fenchel und Brokkoli.

  • Jod sollte das Kind über Jodsalz und daraus hergestellten Produkten zu sich nehmen.

  • Vitamin B12 ist in Eigelb und Milch enthalten.

  • Babybreie als Beikost für vegetarisch ernährte Säuglinge und kleine Kinder sollten Gemüse, Kartoffeln und Getreide enthalten und mit einem Vitamin-C-haltigen Saft versetzt sein, rät das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund. Gemüse-Kartoffel-Breie sollten überdies milchfrei sein, da der Organismus das Eisen anderenfalls nicht so leicht aufnehmen kann.

Lebensmittel mit Vitamin B12: Die besten Lieferanten

10 Abnehmtipps für Kinder

  1. Die Eltern gehen mit gutem Beispiel voran. Vermeide, mit zweierlei Maß zu messen. Es ist unglaubwürdig, deinem Kind Süßigkeiten zu verbieten, selbst aber heimlich zu naschen.
  2. Versuche Mahlzeiten so oft wie möglich gemeinsam einzunehmen. An einem liebevoll gedeckten Tisch sitzen, über das Erlebte sprechen, das wirkt wie ein Anker in der Hektik des Alltags.
  3. Kleine Teller = kleine Portionen. Bei Tisch kommt nur eine kleine Portion auf den Teller. Haben die Kleinen dann noch Hunger, dürfen sie sich einen Nachschlag nehmen.
  4. Auf dein Kind hören. Kleinkinder spüren genau, wann sie genug gegessen haben. Werden sie gedrängt, den Teller leer zu essen, obwohl sie satt sind, verlieren sie ihr natürliches Gefühl für Hunger und Sättigung und werden übergewichtig.
  5. Vor dem Essen trinken. Ein Glas Mineralwasser vor dem Essen bremst den Hunger und füllt den Magen. Und auch während der Mahlzeit gehören Wasser oder stark verdünnte Saftschorlen selbstverständlich dazu.
  6. Keine Ablenkung am Esstisch. Langsam und ungestört essen: Ablenkungen durch Fernseher, Smartphone oder ein Spielzeug vermeiden. Und die Mahlzeit ruhig mal in die Länge ziehen, denn erst nach 15 bis 20 Minuten signalisiert der Magen, dass er voll ist.
  7. Snacks zwischendurch sollten nicht sein. Hat dein Kind mal keinen Hunger, darf es ausnahmsweise eine Mahlzeit ausfallen lassen. Aber: Dann muss es die nächste reguläre Mahlzeit abwarten und darf sich zwischendurch nicht einfach am Kühlschrank bedienen.
  8. Essen ist kein Tröster. Streit mit der Kita-Freundin, ein aufgeschlagenes Knie? Süßigkeiten sind zwar gute Trostpflaster, bahnen aber auch den Weg zu Kummerspeck. Und können dann später als Erwachsene ein gelerntes Muster bei Stress oder Kummer sein.
  9. Süßigkeiten genau zuteilen. Bringen die Großeltern oder Freunde Süßes für die Kleinen mit, wandern die in die Naschdose. Das Kind darf dann eine vorher vereinbarte Portion herausnehmen. Wichtig: Süßes darf nicht verboten werden, sonst wird es zu wichtig.
  10. Erstmal ist alles erlaubt. Dein Kind darf alles essen – es kommt nur auf die Menge und die Kombination an. Ausnahme: wenn der Arzt ein Lebensmittel untersagt hat.

Von Haus aus dick? Wie Eltern das Gewicht ihrer Kinder beeinflussen – Nicht nur falsche Ernährung und zu wenig Bewegung sind Ursachen für Übergewicht

Die Zahlen sind alarmierend: Bereits jeder zweite Erwachsene in Deutschland hat Übergewicht. Oftmals beginnen die Gewichtsprobleme aber schon im Kindesalter. Hierzulande ist mittlerweile jedes sechste Kind übergewichtig, viele sogar adipös – ein gewichtiges Problem, dem Maßnahmen zur Prävention entgegenwirken sollen. „Leider sind diese präventiven Maßnahmen bislang nicht von großem Erfolg gekrönt“, sagt Prof. Dr. Manfred Müller vom Institut für Humanernährung und Lebensmittelkunde in Kiel. Der Grund: Es gibt zahlreiche Faktoren, die das Gewicht von Kindern bestimmen und die bislang nicht von Präventionsmaßnahmen berücksichtigt werden. „Ein Kind wird nicht nur dann übergewichtig, wenn es sich falsch ernährt oder zu wenig bewegt – die Ursachen von Übergewicht im Kindes- und Jugendalter sind vielschichtiger.“ Deshalb erforschen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Forschungsverbund PreVENT, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Kompetenznetzes Adipositas gefördert wird, die Ursachen von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen und entwickeln neue Maßnahmen zur Prävention.

Welche Faktoren erhöhen das Risiko für Übergewicht bei Kindern? „Die Auswertung der Daten von mehr als 34.000 Kindern und Jugendlichen aus Deutschland hat ergeben, dass zum Beispiel der Zigarettenkonsum der Eltern ein wichtiger Risikofaktor für Übergewicht bei Kindern ist“, erläutert Professor Müller. Denn Kinder, deren Eltern rauchen, haben im Vergleich zu Kindern von Nichtrauchern ein um 30 Prozent erhöhtes Risiko übergewichtig zu werden. Und der blaue Dunst ist schon sehr früh für Gewichtsprobleme von Bedeutung: Raucht eine Frau während ihrer Schwangerschaft, ist für das Baby das Risiko, als Kind einmal übergewichtig zu werden, um 40 Prozent erhöht.

„Zwischen den Rauchgewohnheiten der Eltern und dem Übergewicht der Kinder besteht jedoch kein physiologischer Zusammenhang“, betont Professor Müller. Vielmehr sei das Rauchen ebenso wie die Essgewohnheiten oftmals ein indirektes Anzeichen für den Sozial- und Bildungsstatus der Eltern. „Denn Übergewicht tritt besonders häufig in Familien mit geringer Bildung auf“, erklärt Professor Müller. „Und gerade eine geringe Bildung stellt oftmals eine Barriere für erfolgreiche Präventionsmaßnahmen dar.“ Auch Kinder von Alleinerziehenden und Kinder mit Migrationshintergrund haben, den Ergebnissen der Auswertung zufolge, ein erhöhtes Risiko übergewichtig zu werden.

Zu viel Fernsehen macht dick

Auch die Zeit, die Kinder vor dem Fernseher oder dem Computer verbringen dürfen, entscheidet über ihre Körpermaße: Sitzen Kinder am Tag mehr als eine Stunde vor dem Bildschirm, steigt ihr Risiko, dick zu werden. „Im Vergleich zu Kindern, die weniger als eine Stunde pro Tag fernsehen oder am Computer spielen dürfen, haben Kinder, die dort beispielsweise drei Stunden verbringen, ein um 80 Prozent erhöhtes Risiko für Übergewicht“, sagt Professor Müller.

Dicke Eltern haben dicke Kinder

Ebenso ist das Gewicht der Eltern, das deren biologische Anlagen sowie ihren Ernährungs- und Lebensstil widerspiegelt, für das Adipositas-Risiko der Kinder von Bedeutung: Kinder und Jugendliche, deren Eltern übergewichtig sind, haben ein um bis zu 80 Prozent erhöhtes Risiko, selbst einmal Übergewicht zu bekommen. „Sind die Eltern adipös, ist das Risiko der Kinder auch übergewichtig zu werden sogar um 300 Prozent erhöht im Vergleich zu Kindern mit normalgewichtigen Eltern.“

Prävention beginnt schon in der Schwangerschaft

Ein weiterer Risikofaktor für Übergewicht im Kindesalter ist zum Beispiel, wenn Mütter während der Schwangerschaft mehr als 17 Kilogramm zunehmen – als normal gilt eine Gewichtszunahme von zwölf bis 16 Kilogramm. Ebenso ist ein Geburtsgewicht der Babys von mehr als 3.890 Gramm bei Mädchen und 4.030 Gramm bei Jungen ein Risiko für späteres Übergewicht.

Um aus diesen Erkenntnissen geeignete Maßnahmen zur Prävention zu entwickeln, berechnen die Forscher derzeit, wie sich der Alltag der Kinder und ihrer Eltern verändern müsste, um die Sprösslinge vor Übergewicht zu schützen. „Klar ist, dass sich zukünftige Präventionsprogramme nicht mehr nur auf gesunde Ernährung und ausreichende Bewegung beschränken sollten. Vielmehr müssen wir die Eltern der Kinder erreichen und deren Gesundheitskompetenz bereits bei der Familienplanung und während der Schwangerschaft stärken“, so Professor Müller.

Wenn nun alle Eltern auf das Rauchen verzichten, alle werdenden Mütter während der Schwangerschaft nicht rauchen und alle Kinder und Jugendliche weniger als eine Stunde am Tag vor dem Fernseher oder Computer verbringen würden – wären dann tatsächlich deutlich weniger Kinder übergewichtig als bisher? „Genau diese Szenarien berechnen wir derzeit in unseren Modellen, um so die Wirksamkeit und Sinnhaftigkeit neuer und gezielter Präventionsmaßnahmen zu entwickeln. Leider müssen wir realistisch betrachtet aber davon ausgehen, dass wir mit unseren Maßnahmen sicher nie mehr als ein Drittel der Kinder und Eltern erreichen werden“, sagt Professor Müller. Übergewicht im Kindes- und Jugendalter wird also vermutlich ein Problem bleiben – „aber hoffentlich ein abnehmendes“.

Übergewicht oder Adipositas? Der Body-Mass-Index

Mediziner unterscheiden grundsätzlich zwischen Übergewicht und schwerem Übergewicht, also Adipositas oder Fettleibigkeit. Ob eine Person unter-, normal-, übergewichtig oder adipös ist, lässt sich mit dem Body-Mass-Index, kurz BMI, unterscheiden. Dabei wird das Körpergewicht in Kilogramm durch das Quadrat der Körpergröße in Metern geteilt. Für Erwachsene werden von der Weltgesundheitsorganisation WHO feste Grenzwerte zur Definition von Übergewicht und Adipositas empfohlen: Ab einem BMI von 25 kg/m² oder mehr ist ein Erwachsener übergewichtig und ab einem BMI von 30 kg/m² adipös.
Auch im Kindes- und Jugendalter wird für die Definition von Übergewicht und Adipositas der BMI verwendet. Allerdings können bei Kindern und Jugendlichen im Gegensatz zu Erwachsenen keine festen BMI-Grenzwerte festgesetzt werden, da sich der BMI während der Entwicklung verändert. Deshalb müssen bei Kindern und Jugendlichen das Alter und Geschlecht berücksichtigt werden. Tabellen geben Aufschluss über das Ergebnis.

Für Kinder wurden die BMI-Grenzen statistisch festgelegt: Demnach ist ein Kind übergewichtig, wenn sein BMI höher ist als bei 90 Prozent der Kinder aus einer Vergleichsgruppe deutscher Kinder, deren BMI zwischen 1985 und 1999 gemessen wurde. Als adipös gelten Kinder, deren BMI höher ist als bei 97 Prozent der Kinder aus dieser Vergleichsgruppe.

Kompetenznetz Adipositas

Seit 2008 fördert das BMBF das „Krankheitsbezogene Kompetenznetz Adipositas“. Bundesweit vernetzt erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zum Beispiel Ursachen und Risikofaktoren von Adipositas. Zudem entwickeln und verbessern sie die Diagnostik, Therapie und Prävention von Adipositas und Folgeerkrankungen. Das Kompetenznetz Adipositas ist zunächst auf drei Jahre angelegt und soll dann in drei weiteren Förderphasen bis zum Jahr 2020 fortgeführt und ausgebaut werden. Sprecher des Kompetenznetzes ist Prof. Dr. Hans Hauner von der Technischen Universität München. Das Kompetenznetz besteht aus acht Forschungsverbünden. Einer dieser Verbünde ist das Interdisziplinäre Konsortium zur Prävention von Adipositas im Kindes- und Jugendalter (PreVENT), das von Prof. Dr. Manfred Müller von der Christian- Albrechts-Universität zu Kiel koordiniert wird.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Manfred J. Müller
Institut für Humanernährung und Lebensmittelkunde
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Düsternbrooker Weg 17
24105 Kiel
Tel.: 0431 880-5670
Fax: 0431 880-5679
E-Mail: [email protected]

Babyspeck oder schon Übergewicht?

Schon in der Schwangerschaft auf eine gesunde Ernährung achten

Statistisch hält sich Übergewicht bei Babys noch in Grenzen.Die Tendenz ist jedoch steigend. Ärzte warnen vor den gesundheitlichen Folgen und raten, frühzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Diese beginnen bereits in der Schwangerschaft: Ist die werdende Mutter übergewichtig und ernährt sich falsch, überträgt sie das auf ihr ungeborenes Baby. Dasselbe trifft auf stillende Mütter zu. Eine ausgewogene Ernährung während und nach der Schwangerschaft ist die ideale Voraussetzung für ein normalgewichtiges Kind.

Was für die Mutter gilt, trifft natürlich auch auf das Kind zu. Nach dem Abstillen benötigt es eine gesunde Nahrung in angemessener Menge. Insbesondere zuckerhaltige Lebensmittel begünstigen Übergewicht.

Neben der Ernährung ist auf eine kindgerechte Umgebung zu achten. Ein Kind muss seine Neugier und seinen Bewegungsdrang ausleben können. Es benötigt Reize, die die Sinneswahrnehmungen anregen. Wichtig sind außerdem Fürsorge und Geborgenheit, denn emotional vernachlässigte Kinder können psychische Probleme entwickeln, die schließlich zu Essstörungen führen.

Babyspeck oder Übergewicht?

Babyspeck ist wichtig, denn er hat eine schützende Funktion. Es sind jedoch nicht alle Babys gleich rundlich, weshalb es Eltern gelegentlich verunsichert, wenn das eigene Kind vergleichsweise schlank oder aber ein richtiger Wonneproppen ist.

Die bei Erwachsenen übliche Methode, den Body Mass Index als Richtwert für das Verhältnis zwischen Körpergröße und Gewicht hinzuzuziehen, hilft bei Babys nicht. Im ersten Lebensjahr steigt der Körperfettanteil an und kann etwa 25 Prozent des Gesamtgewichts ausmachen. Bei einem Erwachsenen würde das erhebliches Übergewicht bedeutenBei einem Baby verwächst sich das in der Regel.

Um herauszufinden, ob das Gewicht eines Kindes auch nach der Geburt im normalen Bereich liegt, muss seine Entwicklung in den ersten Lebensmonaten und -jahren beobachtet werden. Die regelmäßigen Untersuchungen durch den Kinderarzt sind dabei hilfreich. Dieser kann Sie außerdem bei Unsicherheit beraten.

Richtwerte

In den ersten Tagen nach der Geburt können Babys bis zu zehn Prozent ihres Gewichts verlieren. In diesem Fall erreichen sie es normalerweise innerhalb von ein bis zwei Wochen wieder und nehmen dann stetig zu.

In den ersten drei Monaten sollte das Gewicht um etwa 150-200 Gramm pro Woche steigen.Anschließend verlangsamt sich die Zunahme auf etwa 170 Gramm. Dabei handelt es sich um Richtwerte.Die Gewichtszunahme Ihres Kindes kann also durchaus davon abweichen. Die in den Vorsorgeuntersuchungsheften geführte Perzentilenkurve verrät, ob die Entwicklung im üblichen Bereich liegt.

Mädchen wiegen durchschnittlich im ersten Monat 4.200 Gramm, Jungs 4.500 Gramm. Das Durchschnittsgewicht bei Mädchen im vierten Monat beträgt rund 6.400, im zehnten 8.500 und mit einem Jahr 8.900 Gramm. Bei Jungen sind es analog durchschnittlich 7.000, 9.200 und 9.600 Gramm.

Das tatsächliche Gewicht variiert mit der Größe und Konstitution des Kindes, Abweichungen nach oben bedeuten daher nicht zwangsläufig, dass es übergewichtig ist. Stellt der Kinderarzt keine andere Diagnose, dürfen Sie also unbesorgt sein.

Kontrollen nicht übertreiben

Übertriebene Gewichtskontrollen und ständige Vergleiche mit anderen Kindern sind kontraproduktiv. Sie können zu einer verzerrten Betrachtungsweise führen und schließlich zur Folge haben, dass die Ernährung grundlos eingeschränkt wird und das Kind zu sehr abmagert.

Dreht sich alles um das Gewicht, überträgt sich die Sorge außerdem womöglich auf das Kind, was langfristig zu einem gestörten Essverhalten führen kann.

Was tun bei Übergewicht?

Ist Ihr Kind tatsächlich übergewichtig, muss die Ursache herausgefunden werden. Sicher wird Sie der Kinderarzt zunächst nach der Ernährung fragen. Machen Sie hierzu ehrliche Angaben. Eventuell ist es hilfreich, sich über einen gewissen Zeitraum Notizen zu machen, wann, wie oft und mit was Sie Ihr Kind ernähren. Der Arzt wird dies anschließend mit Ihnen besprechen und gegebenenfalls den Speiseplan anpassen.

Liegt das Übergewicht nicht im Essverhalten begründet, kann Bewegungsmangel die Ursache sein. Achten Sie stets darauf, dass sich Ihr Kind ausreichend bewegen kann, und animieren Sie es bei Bedarf dazu.

Ist Ihr Kind trotz einer an sich ausgewogenen Ernährung und Aktivität übergewichtig, ist möglicherweise eine genetische Veranlagung dafür verantwortlich. Auch dann können die Anpassung des Speiseplans und ein spezielles Bewegungsprogramm helfen.

Sind all diese Ursachen ausgeschlossen, kann eine Erkrankung zugrunde liegen. Eine Stoffwechselstörung kann ebenso verantwortlich sein wie eine Fehlfunktion von Organen oder eine Schilddrüsenunterfunktion.

Neben dem Kinderarzt können Beratungsstellen im Umgang mit dem Übergewicht helfen. Hier wird Ihnen mit einer Ernährungsberatung geholfen und Sie erhalten Tipps zu einem Bewegungsprogramm. Sie erfahren außerdem, welche Folgen Übergewicht bei Kindern haben kann und warum es wichtig ist, gegenzusteuern.

Kleinkinder sollten übrigens keine Diät machen. Sie benötigen vollwertige, aber ausgewogene Nahrung. Bei Übergewicht ist daher eine Ernährungsberatung sinnvoller. Für Kleinkinder gibt es außerdem spezielle Programme, in denen sie spielerisch lernen, welche Lebensmittel gesund sind, welche Übergewicht begünstigen und warum dies ungesund ist.

Möchten Sie eine derartige Möglichkeit in Anspruch nehmen, können Sie sich beim Kinderarzt oder einer Beratungsstelle informieren.

Frühzeitig Maßnahmen ergreifen

Kommt ein Baby übergewichtig zur Welt oder nimmt es nach der Geburt übermäßig zu, vergrößern sich die Fettzellen. Je länger das Übergewicht anhält, umso schwerer wird es, den Körper wieder umzuprogrammieren, denn er neigt dazu, die Fettdepots zu erhalten. Das Abnehmen fällt also mit zunehmendem Alter immer schwerer.

Das kann nicht nur zu psychischen sondern auch zu gesundheitlichen Problemen führen. Kinder mit Übergewicht neigen verstärkt zu Diabetes und können frühzeitig Probleme mit dem Bewegungsapparat bekommen. Das Herz-Kreislauf-System leidet ebenfalls darunter.

Übergewicht bei Kindern: Wie kann ich meinem Kind beim Abnehmen helfen?

Die Zahl der übergewichtigen Kinder ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Laut dem Bundesministerium für Gesundheit ist aktuell fast jedes neunte Kind zwischen drei und 17 Jahren übergewichtig. Viele Eltern fragen sich: Wo endet der Babyspeck und wo fängt ungesundes Übergewicht an?

Sind das noch niedliche Pausbäckchen oder schon ein Zeichen von Übergewicht? In unserer auf Äußerlichkeiten bedachten Welt blicken viele Eltern mit kritischem Blick auf das Gewicht ihrer Kinder. Diesen Eltern stehen jene gegenüber, die gar keinen Gedanken über das Körpergewicht ihres Nachwuchs verschwenden. Aber ist das Gewicht unserer Kinder denn überhaupt wichtig? Es sind doch noch Kinder, der Babyspeck verwächst sich ja noch. Oder doch nicht?

Statistisch gesehen sind heutzutage 8,7 % aller deutschen Kinder zwischen drei und 17 Jahren übergewichtig. Diese Zahl sagt aber noch nichts darüber aus, in welchem Bereich sich das Übergewicht bei Kindern bewegt und ob es ungesund ist. Dafür ist ein individueller Blick auf euer Kinder nötig.

Ist mein Kind übergewichtig?

Ob sich das Übergewicht bei eurem Kind negativ auf die Gesundheit auswirken kann, muss ein Arzt entscheiden. Am besten einer, der sich mit der Thematik auskennt und nicht strikt nach Tabelle geht. Es ist einfach festzulegen, ob ein Kind im medizinischen Sinne übergewichtig ist. Dafür wird der Fettanteil im Körper des Kindes gemessen. Ein weiterer Indikator um Übergewicht bei Kindern festzustellen, ist der sogenannte Body-Mass-Index (BMI), der anhand einer einfachen Rechnung ermittelt wird:

Körpergewicht (kg)/Körpergröße (m) x Körpergröße (m)

Perzentilenrechner

BMI-Rechner Kind: Schnell und einfach den Body-Mass-Index bei Kindern berechnen

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Bei der Errechnung des Body-Mass-Index sind die jeweiligen Wachstumsphasen des Kindes zu beachten. Dafür muss euer Kinderarzt einen Blick auf die Wachstumskurven werfen, die den BMI mit den Durchschnittswerten gleichaltriger Kinder vergleichen. Die Neigung zu Übergewicht ist bei Kindern in bestimmten Wachstumsphasen erhöht. Vor allem während der Zeit der Einschulung und in der Pubertät sind Kinder durch die sich verändernden Lebensbedingungen besonders gefordert. Im ersten Schuljahr muss sich der Körper auf weniger Bewegung und die sitzende Tätigkeit einstellen. In der Pubertät dienen Schokolade & Co. oftmals als Seelentröster. Das alles kann in der jeweiligen Phase zu Übergewicht bei Kindern führen.

Aber nicht jedes übergwichtige Kind ist gleich ungesund übergewichtig. Neben dem Körpergewicht spielen auch die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten eures Kindes eine Rolle. Diese sollten im Rahmen eines Gespräches über ein mögliches Übergewicht bei Kindern immer besprochen werden. Stellt sich zum Beispiel heraus, dass euer Kind sich regelmäßig bewegt und gesund isst, aber dennoch Übergewicht hat, so muss man das Übergewicht mit anderen Augen betrachten als wenn ein Kind eine ungesunde Ernährung hat und ein eher niedriges Aktivitätslevel.

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Babyspeck … geht nicht weg

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Wie entsteht Übergewicht bei Kindern?

Die Neigung zu Übergewicht bei Kindern ist zum Teil genetisch festgelegt. Wie hoch dieser Anteil ist, kann nicht genau definiert werden. Die Wissenschaft hat jedoch eindeutig belegt, dass Kinder, deren Eltern sich selbst ungesund und fettreich ernähren, ihren Kindern ein erhöhtes Risiko für Übergewicht mitgeben. Die Ärzte betonen aber auch, dass eine Veranlagung zum Übergewicht bei Kindern durch die Eltern nicht bedeutet, dass ein Kind zwangsweise übergewichtig wird. So dominant sind die Gene dann doch nicht. Was viel wichtiger ist, ist das spätere Ess- und Bewegungsverhalten der Kinder.

Zwar lässt sich beobachten, dass Familien, in denen die Eltern und Großeltern mit Übergewicht zu kämpfen haben, auch die Kinder übergewichtig sind. Aber daran sind nicht alleine die Gene Schuld. In den meisten Fällen fördern viel mehr eine schlechte Ernährung und mangelnde Bewegung das Übergewicht bei Kindern. Kinder beschäftigen sich heutzutage immer mehr mit sitzenden Tätigkeiten vor Computer, Spielekonsole und Fernsehgerät. Dazu kommen die Verlockungen überzuckerter und fetthaltiger Speisen wie Süßigkeiten, Chips und Fastfood, die Übergewicht bei Kindern fördern. Diese Faktoren sind viel prägender für das Körpergewicht eurer Kinder als die mitgegebenen Gene.

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Die Folgen von Übergewicht bei Kindern

Beim Sport immer der Letzte und auf Klassenfotos immer das Pummelchen? Übergewicht bei Kindern hat nicht nur körperliche, sondern kann auch seelische Folgen haben. Und gerade Kinder können im Umgang miteinander ganz schön grausam sein – da ist ein bisschen mehr Speck auf den Hüften oft ein gefundenes Fressen für Hänseleien, was bei vielen übergewichtigen Kindern zu Minderwertigkeitskomplexen führt. Sie werden aus Gruppen ausgeschlossen und im Sportunterricht veräppelt. Diese traumatischen Erfahrungen können zu Depressionen führen und oftmals essen Kinder aus Frust über dieses gemeine Verhalten ihrer Mitschüler erst recht mehr. Sie suchen Trost im Essen – ein Teufelskreis!

Neben den seelischen Belastungen bringt Übergewicht bei Kindern auch für den kindlichen Körper gesundheitlichen Konsequenzen mit sich: einen erhöhter Blutdruck z. B., der wiederum negative Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel und die Blutfettwerte hat. Im schlimmsten Fall kann Übergewicht auch zu Herz- und Kreislaufkrankheiten sowie Diabetes führen. Da die Gelenke ein vielfaches an Gewicht ertragen müssen, werden diese ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Die Folge sind Haltungsschäden und Verschleißerscheinungen. Keine schönen Aussichten. Aber glücklicherweise ist Übergewicht bei Kindern ja kein Schicksal, dem man ergeben ist, sondern man gemeinsam etwas dagegen tun. Die Betonung liegt auf “gemeinsam”!

Was tun bei Übergewicht bei Kindern?

Wenn ihr den Verdacht habt, dass euer Kind übergewichtig ist, solltet ihr diese Vermutung zuerst mit eurem Kinderarzt besprechen. Noch besser wäre ein Arzt mit einer speziellen Expertise im Bereich Ernährung und Abnehmen.

Stellt euer Arzt bei eurem Kind wirklich Übergewicht fest, könnt ihr im gemeinsamen Gespräch herausfinden, welche Maßnahmen für euch am sinnvollsten sind. Wenn sich in diesem Gespräch z. B. herausstellt, dass euer Kind eigentlich sehr gesund ist und sich auch regelmäßig bewegt, muss euer Arzt vielleicht noch einmal etwas genauer hinschauen, um andere Ursachen für das Übergewicht bei eurem Kind zu klären.

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Richtige Ernährung gegen Übergewicht bei Kindern

Generell sollte bei Übergewicht bei Kindern auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung geachtet werden. Das ist oft leichter gesagt als getan, wie bestimmt viele Erwachsene von uns wissen, die vielleicht schon mal versucht haben, ihr eigenes Gewicht zu reduzieren. Deshalb solltet ihr einen Familien-Ernährungsplan aufstellen, der für alle gilt. Denn wie soll ein Kind abnehmen, wenn Mama und Papa vor seinen Augen Chips und Schoki futtern, sie selber aber nicht dürfen. Eltern sollten deshalb immer mit gutem Beispiel vorangehen. Überlegt euch zusammen leckere Gericht, stöbert nach Desserts, die lecker, aber nicht kalorienreich sind und tauscht ungesunde Nascherein durch gesunde Snack aus.

Wer unsicher ist, wie ein gesunder Speiseplan aussehen soll, kann sich am Ampelprinzip orientieren: Lebensmittel aus dem grünen Bereich können Kinder bedenkenlos essen. Bei „gelben“ Lebensmittel sollten Eltern darauf achten, dass Kinder nicht zu viel davon essen. „Rote“ Lebensmittel sollten nur selten verzehrt werden.

Die Ernährungsampel

Grün: Mineralwasser, ungesüßter Kräuter- und Früchtetee, Obst, Gemüse, Getreideprodukte (möglichst Vollkornprodukte), Kartoffeln, Nudeln, Reis

Gelb: Milchprodukte (möglichst fettarmer Joghurt, Quark, Käse, Milch), Fleisch und Wurst, Fisch, Eier

Rot: Zucker, Fett, Öl, Süßigkeiten, Chips, Fastfood

Diese Ernährungsampel ist natürlich sehr einfach gehalten. Hier noch ein komplexeres Beispiel:

Wenn ihr euch selbst noch nicht so gut mit einer gesunden Ernährung auskennt, ist es vielleicht ratsam, sich Hilfe zu holen. Ihr könnt euch in die Thematik einlesen, z. B. mit diesen Büchern aus unserer Übergewicht bei Kindern-Bücherliste, die meist auch gleich leckere Rezepte bieten:

  • Zuckerfrei für Kinder von Sarah Schocke, GU Verlag, ca. 15 €*
  • Zuckerfrei mit Kindern: Über 70 einfache Rezepte für die ganze Familie von Elisa Täufer und Loreen Eiffler, rica Verlag, ca. 20 €*
  • Für immer zuckerfrei – für Kids: Einfach, gesund und lecker von Anastasia Zampounidis, Lübbe Verlag, ca. 17 €*
  • Veggie for Family: Fleischlos glücklich: abwechslungsreiche Jeden-Tag-Rezepte von Dagmar von Cramm, Inga Pfannebecker und Michael König, GU Verlag, ca. 20 €*
  • Low Carb trotz Familie: Stell dir vor, es gibt Low Carb und keiner merkt’s von Sarah Schocke, Naumann & Goebel Verlag, ca. 12 €*

Wenn ihr euch so gar nicht mit Ernährung auskennt und mit all den Informationen überfordert fühlt, ist vielleicht eine gemeinsame Ernährungsberatung eine gute Idee. Ein ausgebildeter, auch auf Kinderernährung spezialisierter Ernährungscoach kann mit euch euren aktuellen Speiseplan durchgehen und gemeinsam mit euch machbare Änderungen vornehmen, um dem Übergewicht bei Kindern (und vielleicht auch den Eltern) entgegenzuwirken.

Mit Sport gegen Übergewicht bei Kindern

Der zweite entscheidende Faktor für ein gesundes Gewicht bei Kindern, neben der Ernährung, ist die Bewegung. Eigentlich haben Kinder ein natürliches Bedürfnis sich viel zu bewegen, dieses sollte von Anfang an gefördert werden. Ein Kind, das von Kleinkindalter an Spaß an Sport und Aktivität hat, wird diesen mit großer Wahrscheinlichkeit auch im Schulkindalter und späteren Teenageralter noch haben. Deshalb möglichst früh auf möglichst viel Bewegung setzen.

Ihr könnt als Familie gemeinsam mehr Aktivität in euren Alltag bringen, indem ihr zusammen Bewegungsspiele spielt, Wanderungen und Radtouren unternehmt oder ganz einfach mehr Bewegung in den Alltag integriert – z. B. mehr zu Fuß geht oder mit dem Fahrrad fahrt statt mit dem Auto (zum Einkaufen, in die Schule, zu Freunden, etc.).

Und es gibt so viele verschiedene Sportarten da draußen, da ist bestimmt eine dabei, die eurem Kind gefällt. Die meisten Vereine und Kurse bieten Probestunden an, sodass ihr gemeinsam in alle möglichen und unmöglichen Sportarten reinschnuppern könnt, bis ihr eine gefunden habt, die eurem Kind gefällt.

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Das innere Kind nicht vergessen

Übergewicht bei Kindern ist häufig Auslöser für Minderwertigkeitskomplexe. Deshalb solltet ihr versuchen, das Selbstwertgefühl eurer Kinder zu stärken. Zeigt euren Kindern, dass sie auch jetzt schon toll sind, egal, wie viel sie wiegen! Erklärt ihnen, dass es um ihre Gesundheit geht und nicht um ihre Persönlichkeit.

Geht den Weg zu einem gesunden Körpergewicht gemeinsam mit euren Kindern, begleitet von Lob und Vorleben eigener Stärke und Aktivität. Nehmt den Druck raus und macht aus dem Abnehmen keine stressige Aufgabe, sondern einen gemeinsamen gelebten Alltag voller Energie. Stress, Leistungsdruck oder fehlende Zuwendung sind auch oft ein Auslöser für Übergewicht bei Kindern. Checkt euch selbst, ob ihr hier etwas verbessern könnt. Zuwendung und Entspannung sollten auf der Tagesordnung stehen. Durch regelmäßige Erholungsphasen kann sich euer Kind von seinem Schulalltag und den Sorgen ausruhen. Gemeinsame Mahlzeiten, offene Gespräche und Entspannungsmethoden wie beispielsweise Yoga für Kinder sind hilfreiche Partner im Kampf gegen Übergewicht bei Kindern.

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Therapie gegen Übergewicht bei Kindern

Und wenn nichts hilft? Wenn die Zahl auf der Waage einfach nicht sinken will oder euer Kind (und vielleicht auch ihr) jegliche Motivation verloren haben? Bei starkem Übergewicht bei Kindern kann in Absprache mit dem Arzt vielleicht eine spezielle Therapie gegen Übergewicht bei Kindern helfen. Wenn durch das Übergewicht bei Kindern bereits soweit fortgeschritten ist, dass dadurch Gesundheitsrisiken für das Kind entstehen, muss gehandelt werden. Im Bereich der Therapiemöglichkeiten gegen Übergewicht bei Kindern gibt es vielfältige Angebote, die je nach Situation angepasst werden können. Sprecht am besten euren Kinderarzt darauf an oder sucht euch einen Arzt, der auf diese Thematik spezialisiert ist.

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