Kind tod erklären

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„Wie erkläre ich das meinem Kind?“
Neue Broschüre gibt Eltern praktische Tipps zum Umgang mit Sexualität in den Medien

Darstellungen von Sexualität in den Medien haben zugenommen, sowohl im Rundfunk als auch im Internet. Heranwachsende sind in unserer mediengeprägten Gesellschaft heute stärker damit konfrontiert als früher. Kinder befinden sich noch in der Entwicklung, das Thema Sexualität macht sie neugierig und sie suchen auch in den Medien nach Orientierung. Manche Darstellungen von Sexualität amüsieren Kinder, andere können für sie schwer einzuordnen sein, sie ängstigen oder verunsichern.

Wenn die Medienaufsicht Verstöße gegen den Jugendschutz feststellt, ergreift sie Maßnahmen gegen die Anbieter. Manchmal verletzen Medieninhalte aber die persönlichen Grenzen von Menschen, ohne dass gegen Gesetze verstoßen wird.

Grundsätzlich ist für Kinder wichtig: Ihr Interesse am Thema muss ernst genommen werden und sie sollten Antworten auf ihre Fragen erhalten. Zu welchem Zeitpunkt und in welcher Form, ist aber Sache der Eltern. So kann man entweder kurze Antworten geben – dies reicht Kindern oft schon aus – oder die Gelegenheit für ein Aufklärungsgespräch nutzen. Wem das persönliche Gespräch mit dem Nachwuchs schwerfällt: Auch altersgerechte Bücher zum Vor- oder Selberlesen sowie CDs und Hörbücher können eine Möglichkeit sein. Diese Tipps und mehr finden sich im Kapitel „Was können Eltern tun?“

In weiteren Kapiteln werden wesentliche Entwicklungsstufen von Kindern in Bezug auf Medien und Sexualität aufgezeigt, die Aufgaben der Medienaufsicht und der Medienanbieter kurz beleuchtet und die wichtigsten Gesetze zum Thema steck­briefartig zusammengefasst. Kästen mit Tipps und Hintergrundinformationen erleichtern das Lesen. Ein Stichwortverzeichnis hilft bei der schnellen Suche nach konkreten Themen.

Die Broschüre „Wie erkläre ich das meinem Kind? Darstellungen von Sexualität in den Medien – Informationen für Eltern“ der BLM und der Aktion Jugendschutz, Landesarbeitsstelle Bayern e.V. gibt es ab sofort . In Bayern kann sie zusätzlich kostenfrei als Printversion bestellt werden.

Tod und Trauer – Wie erkläre ich das meinem Kind?

Sollte man Kinder vor diesem schwierigen Thema „Tod und Sterben“ beschützen? Wie trauern Kinder eigentlich – und wie können Eltern sie dabei unterstützen? Antworten zu einem heiklen Thema.

Tod und Sterben – schwere Themen nicht ausklammern!

Beim Thema Sterben und Tod sind schon viele Erwachsene überfordert. Wie kann man da einem Kind erklären, dass der Opa gestorben ist oder ein geliebter Mensch todkrank ist? Es geht darum, Rituale zu schaffen, sagen Experten. Sie helfen den Kleinen, mit ihrer Trauer umzugehen. Eltern sollen das Thema nicht von ihren Kindern fernhalten. Vielmehr gilt es, sich kindgerecht damit auseinanderzusetzen.

Eltern denken oft, Kinder sollten mit dem Thema Tod und Sterben am besten noch gar nicht konfrontiert werden. Sie wollen sie beschützen, sie fernhalten von solch schweren und unangenehmen Themen. Häufig hört man dann: „Kinder können das doch noch gar nicht verarbeiten, die können noch nicht trauern.“ Manch einer befürchtet, damit ginge die Leichtigkeit und Fröhlichkeit eines Kindes verloren.
Doch das ist ein Irrtum. Experten sind sich sicher: Kinder können durchaus trauern. Mehr noch, ihre Trauererfahrungen in der Kindheit legen den Grundstein dafür, wie sie in Zukunft mit einem Verlust umgehen. Das betont auch Corinna Hirschberg in ihrer Broschüre „Wie Kinder trauern“ des Diakonischen Werks der EKD.

Ab wann haben Kinder eine Vorstellung vom Tod?

Grundsätzlich gehen Kinder je nach Alter ganz unterschiedlich mit dem Thema um. In der Fachliteratur werden hier grob vier Phasen der Todesvorstellung genannt. Kinder im Vorschulalter verstehen meist noch nicht, dass der Tod nicht umgekehrt werden kann und etwas Endgültiges ist. Das liegt daran, dass unter Fünfjährige noch kein ausgeprägtes Verständnis von Zeit und Dauer haben. Für sie ist Tod so etwas wie ein langer Schlaf. „Sie erwarten, dass der Verstorbene wieder zurückkommt“, sagt Hirschberg.
Erst Schulkinder können nachvollziehen, dass jemand, der tot ist, nicht wiederkommt. Sechs- bis Neunjährige verstehen den Tod vor allem ganz praktisch, zum Beispiel durch Unfälle. Krankheiten oder das Sterben aufgrund hohen Alters ist für sie meist noch nicht nachvollziehbar, weil es zu abstrakt und nicht greifbar ist. Ebenso verstehen sie oft noch nicht, dass sie selbst sterben können. Kinder in diesem Alter leben im Hier und Jetzt. Für sie hat nur die Gegenwart Bedeutung. Was in der Zukunft kommt, können sie sich noch nicht vorstellen. Das lernen und begreifen Kinder erst etwa ab dem zehnten Lebensjahr. In dieser Phase beschäftigen sie sich vielleicht vermehrt mit der Frage, was nach dem Tod geschieht.
Dann kommt das Interesse am Tod aber vor allem erst wieder in der Pubertät auf, wenn die Suche nach der eigenen Identität beginnt. Die Auseinandersetzung mit dem Ende des Lebens ist hier zwangsläufig. Denn gerade der Übergang vom Jugendlichen zum Erwachsenen ist mit vielen Ängsten und Unsicherheiten verbunden. Auch das Thema Suizid spielt hier eine Rolle.

Schulkind

Für Kinder über den Tod schreiben: „Es war eines der einfachsten Bücher“

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Kinder trauern anders – aber wie?

Egal, wie alt ein Kind ist: Eltern sollten sich bewusst sein, dass die Kleinen anders trauern als Erwachsene. So kann es vorkommen, dass ein Kind auf eine Todesnachricht beispielsweise zunächst gar keine Reaktion zeigt. Die Eltern sind überrascht, wenn es dann erst später ganz unvermittelt aus ihm herausbricht.
Ebenso befremdlich wirkt es auf Erwachsene, wenn die Kleinen spielen, malen, toben – anstatt zu weinen. Einfach machen lassen, raten hier Experten. Denn Kinder sind meist noch nicht in der Lage, ihre Gefühle richtig zu sortieren und sie zum Ausdruck zu bringen. Das geschieht dann eben meist nonverbal und spielerisch. Das Kind verarbeitet auf diese Weise seine Trauer und stellt sein seelisches Gleichgewicht wieder her.
Außerdem wechseln sich bei Kindern scheinbar fröhliche Phasen mit Trauerphasen ab. In einem Moment sind sie traurig, ziehen sich zurück und sind vielleicht sogar verzweifelt, im nächsten sind sie lustig, spielen und lachen. Für uns Erwachsene ist das oft nicht nachvollziehbar. Doch das ist ganz normal und übrigens auch gut so, sagen Experten und Trauerbegleiter. Kinder lassen sich leicht ablenken und schaffen es so, sich Erholungsphasen zu gönnen. „Dieses Verhalten schützt sie vor Überbeanspruchung“, sagt die Pädagogin Gertrud Ennulat. Denn diese Art, von der Trauer abzuschalten, ist im Grunde nur gut für die Seele.

Kinderbücher zum Thema Tod Sterben

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Trauer bei Kindern – so können Eltern helfen

Grundsätzlich gilt: Kinder, gerade wenn sie trauern, sollen aktiv das Thema Tod erforschen und sich damit auseinandersetzen.

„Trauer und Verluste sind Teil unseres Lebens, hier können wir unsere Kinder nicht beschützen“, sagt die Pädagogin Trudi Kühn. Zusammen mit Roxana Petcov ist sie Herausgeberin des STEP Programms, das Elternkurse und Weiterbildungen für Pädagogen anbietet.

Informieren und über Trauer reden

Eins ist sicher: Früher oder später kommt jedes Kind auch mit dem Thema Tod in Berührung. Schreckliche Gedanken, Angst, Unwohlsein – das alles sollen Kinder durchaus auch spüren, weil es Teil unseres Lebens ist. Ablenkung ist da das falsche Rezept. Wichtig ist zu lernen, damit umzugehen. Kinder brauchen Informationen. Sie haben das Recht zu erfahren, was passiert ist. Es geht darum, sie mit einzubeziehen und ihnen die Situation ehrlich und auf kindgerechte, altersmäßig angemessene Weise zu erklären – auch, wenn sie nicht fragen, weil ihnen die Worte fehlen.
Gerade Dinge, die Kinder nicht verstehen, lösen in ihnen Angstgefühle aus. Deshalb sind sachliche Erklärungen, zum Beispiel in Bezug auf Krankheit oder Todesart, wichtig. Bei zu wenig Information besteht die Gefahr, dass sich Kinder selbst etwas zusammenreimen und Dinge fehlinterpretieren, vielleicht sogar die Schuld bei sich suchen.

Konkret heißt das: Eltern helfen ihrem Kind, wenn sie es in Arm nehmen, durchaus auch gemeinsam weinen und ihm zuhören. Gibt es Fragen? Dann erklären Sie in Ruhe, was passiert ist und was die nächsten Schritte sind. Antworten Sie in einfacher Sprache, lassen Sie belastende Details lieber weg, bleiben Sie aber immer ehrlich. Außerdem ist es sinnvoll, die Gefühle des Kindes in Worte zu fassen. „Ich sehe, dass du traurig bist. Das fühlt sich schrecklich an und deshalb musst du weinen.“ So lernen Kinder, ihre eigenen Emotionen zu verstehen und verbal auszudrücken. Das ist auch gut für spätere Erfahrungen im Leben, weiß die Pädagogin Kühn.
Jugendliche machen es den Eltern in der Regel nicht leicht. Sie befinden sich sowieso in einer schwierigen Phase der Selbstfindung. Aber auch da ist die Verarbeitung von Tod und Trauer durchaus wichtig. In der Pubertät ziehen sich die Kinder jedoch meist zurück und wollen – gerade mit ihren Eltern – nicht sprechen. Auch hier gilt aber: Reden, informieren und für Fragen offen sein sind ganz wichtig. Vielleicht kann diese Aufgabe ein Pate oder Freund der Familie übernehmen, falls der Jugendliche sich diesem gegenüber mehr öffnet.

Rituale schaffen

Kühn betont außerdem, wie wichtig Rituale sind – generell im Leben, aber gerade in schwierigen Situationen sind sie ein wichtiger Anker. Sie geben Kindern Stabilität, Geborgenheit und Sicherheit. Lesen Sie zum Beispiel jeden Abend eine Geschichte, die der Oma besonders gut gefallen hat, zünden Sie allabendlich eine Kerze an oder besuchen Sie das Grab regelmäßig. Auch beim Tod des geliebten Hundes gilt es Emotionen ernst zu nehmen. Es geht darum, Erinnerungen zu bewahren und darüber zu sprechen, wie die Verstorbenen in Erinnerung bleiben sollen. Dazu kann es auch gehören, dass sich die Familie gemeinsam Fotos anschaut und über den Verlust spricht. „Dann tut es gut zu wissen, dass die Verstorbenen in der Erinnerung immer ein Teil von uns bleiben werden“, sagt Kühn.
Geben Sie Ihrem Kind die Möglichkeit, über seine Gefühle zu sprechen – wenn es möchte. Vielleicht erinnern Sie sich auch gemeinsam an schöne Momente mit dem Verstorbenen. Als Oma beim letzten Weihnachtsfest den Baum geschmückt hat oder der verstorbene Hund beim Gassigehen immer ausgebüchst ist.

Bücher zum Thema Trauer anschauen und malen

Hilfreich können auch Kinderbücher sein, die sich mit dem Thema beschäftigen. Manche Kinder schaffen es, so leichter über ihre eigenen Gefühle zu sprechen, weil sie sich mit den Personen oder Tieren im Buch vergleichen. Andere Kinder malen lieber. Sie können vielleicht gerade mit Stift und Papier verarbeiten, was sie nicht im Stande sind in Worte zu fassen.

Vorbild in Sachen Trauer sein

Wichtig ist, das Trauern zuzulassen. Und das gilt auch für die Eltern. Verbergen Sie also nicht ihre eigenen Tränen. „Eltern sind Vorbild. Kinder orientieren sich mehr an ihren Eltern als wir denken“, sagt die Pädagogin Kühn. Lassen Sie sie deshalb an Ihrer Trauer teilhaben. Auch so lernen Kinder. Sie bekommen vorgelebt, dass Trauer, Angst, Unsicherheit und Unglücklichsein in Ordnung sind und zum Leben dazugehören.

Terror und Amoklauf – wie erkläre ich es meinem Kind?

Nach den jüngsten Anschlägen in Manchester, Stockholm und London fürchten so viele Bundesbürger wie nie zuvor auch hierzulande weitere Terrorattacken. 80 Prozent glauben laut ZDF-„Politbarometer“, dass es in nächster Zeit in Deutschland zu Anschlägen kommen wird.

Schreckensmeldungen über Terror und Krieg gehen an Heranwachsenden nicht spurlos vorbei. Experten stimmen überein, dass Eltern ihre Kinder nicht vor schlimmen Nachrichten bewahren können – und es auch nicht sollten. So erklären Sie das Geschehen kindgerecht.

Die Bilder und Nachrichten der Weltereignisse halten viele Erwachsene in Atem: Terroranschläge in Europa, Flugzeugabstürze, Bürgerkrieg in Syrien, Naturkatastrophen – die Liste der Schreckensereignisse ist lang.

Soll ich mein Kind von den Nachrichten fernhalten?

„Die Idee hat sich erledigt, die Kinder von den großen, fürchterlichen Weltereignissen fernzuhalten – die Bilder sind omnipräsent“, sagte Medienpädagogin Maya Götz vom Internationalen Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) nach den Terroranschlägen von Paris im November 2015.

Balance finden: Aufklärung ohne Angst

Im Unterricht ist der Umgang etwa mit dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin aus Sicht von Pädagogen eine Gratwanderung. „Man darf keine Ängste wecken, so dass sich die Schüler nicht mehr aus dem Haus trauen, aber auch nicht zu Leichtsinn verführen nach dem Motto ‚Dir kann schon nichts passieren'“, sagte der Sprecher des Lehrerverbands VBE, Michael Gomolzig. Man müsse vermitteln, dass es in der Welt nicht überall friedlich zugehe, dass es hasserfüllte, ideologisch verblendete und auch kranke Menschen gebe.

Ganz jungen Schülern solle man das eher allgemein nahe bringen, wenn sie nicht ganz konkrete Fragen nach dem mutmaßlichen Terroranschlag stellten. Den Rat, etwa Weihnachtsmärkte ganz zu meiden, werde er jedoch nicht geben.

Weitermachen mit dem, das man gern tut

Baden-Württembergs Landeschefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Doro Moritz betont, dass es wichtig sei, dass man Schüler reden lasse – auch über ihre Ängste. „Man muss deutlich machen, dass so etwas passieren kann, es aber wichtig ist, die Dinge weiterzumachen, die wir gerne tun.“

Auch wenn jüngere Kinder noch nicht die volle Dimension solcher Meldungen verstehen, nehmen sie das Entsetzen und die Verunsicherung von Erwachsenen wahr. Sie schnappen womöglich Details auf, die sie nicht einordnen können, die aber in ihrer Fantasie weiterwirken. Deshalb meinen Experten, dass es besser ist, schreckliche Ereignisse kindgerecht zu erklären, statt sie herunterzuspielen.

Mit Blumen, Kerzen und Herzen bekunden Jugendliche ihre Trauer am Schauplatz des Amoklaufs in München. (Quelle: dpa)

Wie viel Wahrheit können Kinder vertragen?

Eltern müssen sich Zeit nehmen und mit den Kindern über die Zusammenhänge und Hintergründe sprechen. Deren größte Angst ist es, ob ihnen Ähnliches zustoßen kann. Deshalb sei es wichtig, dass Kinder über ihre Gefühle und Ängste reden können, betont Kristin Langer von der Medieninitiative „Schau hin!“.

Natürlich sollten Eltern ihren Kindern grausame Details ersparen und versuchen, ruhig und sachlich zu schildern, was geschehen ist. Bei „Spiegel Online“ erklärte Ansbert Kneip, Leiter des Kindernachrichtenmagazins „Dein Spiegel“, wie man Kindern beispielsweise über den Amoklauf in München erzählen konnte: „Jemand hat in einem Einkaufszentrum angefangen zu schießen. Die allermeisten Menschen konnten sich retten, einige leider nicht.“

Womöglich wird ein Kind fragen, warum ein Mensch so etwas Schreckliches tut. Auch dann ist Ehrlichkeit die beste Antwort. Zum Beispiel, dass ein Amokläufer psychisch krank war. Oder das Terroristen Angst verbreiten wollen, um bestimmte Ziele durchzusetzen. Vielleicht lautet die Antwort auch schlichtweg: „Ich weiß nicht, was in diesem Menschen vorgegangen ist.“

Ab wann kann mein Kind Nachrichten schauen?

Grundsätzlich hält die Medieninitiative Nachrichten für Erwachsene für Kinder unter zehn Jahren für ungeeignet. Sie sind noch nicht in der Lage, die Meldungen zu verstehen, einzuordnen und zu verarbeiten. „Ich rate Eltern, die Berichterstattung in jedem Fall zusammen mit ihren Kindern zu verfolgen und auf altersgerechte Formate zu achten“, sagt Langer. Vorsicht ist bei Kindergartenkindern geboten. Sie sind noch nicht in der Lage, große Ereignisse über ihren Lebensalltag hinaus zu erfassen.

Bilder – ob als Foto oder Video – wirken sehr intensiv. Vor allem auf Jüngere können Bilder von Verletzten, blutiger Kleidung oder verzweifelten Gesichtern eine verstörende Wirkung haben. Wer kleine Kinder hat, sollte daher zum Beispiel Zeitungen mit solchen Fotos nicht herumliegen lassen.

Wo gibt es kindgerechte Nachrichten?

Kindgerechte Erklärungen bieten Kindernachrichten wie

Soll man Kindern Gefahren verschweigen?

Eltern sollten ehrlich sein und einräumen, dass eine solche Gefahr auch in Deutschland grundsätzlich besteht. Sie sollten nach Ansicht von Diplompsychologin Svenja Lüthge dabei aber immer betonen, dass diese Bedrohung „so gering ist, dass wir uns nicht alltäglich Sorgen machen müssen“.

Wichtig ist, dem Kind zu erklären, dass solche Anschläge oder Angriffe relativ unwahrscheinlich sind – auch wenn es einem heutzutage anders vorkommt. „Dein Spiegel“-Leiter Kneip nennt einen Aspekt, den sich auch Erwachsene immer wieder klarmachen sollten: „Nachrichten berichten immer, wenn etwas Besonderes geschieht. Nachrichten zeigen also nicht, wie die Welt ist. Sie zeigen, was in der Welt an Außergewöhnlichem passiert.“

Was tun, wenn das Kind nach Terror-Meldungen Angst hat?

Manche Kinder reagieren sehr sensibel auf solche Ereignisse. Dem Kind sollte dann deutlich gemacht werden, dass es Angst haben darf und diese mit der Familie oder Freunden teilen kann, wie Lüthge sagt.

Wichtig ist Langer von „Schau hin!“ zufolge, dem Kind Handlungsmöglichkeiten zu geben: Sie können ihre Gefühle in Briefen, Bildern oder Geschichten ausdrücken, eine Kerze entzünden oder etwas „Gutes tun“. „Kinder haben viele Ideen, vielleicht möchten sie Spielzeug oder Kleidung an Menschen verschenken, die sie nötig brauchen“, sagt Langer. Es gehe darum, „die Ohnmacht und Hilflosigkeit der Kinder aufzuheben“.

„Teenager tendieren dazu, die Ereignisse auf ihr eigenes Leben umzumünzen. Sie fühlen sich manchmal betrogen, weil sie spüren, dass jede Art von Sicherheit nur eine vorläufige ist, dass niemand sie garantieren kann“, sagen die Medienexperten. Eine Möglichkeit, ihre Gefühle zu verarbeiten, seien Solidaritätsbekundungen in sozialen Netzwerken.

Sollten Eltern ihre eigenen Ängste verbergen?

Eltern können dem Kind ruhig ihre eigenen Ängste mitteilen, sollten aber zugleich klar machen, dass sie diese im Griff haben und Angst auch wieder vergeht. „Man darf Angst zugestehen, aber nicht den Alltag beherrschen lassen und zum Beispiel auf Kino- oder Restaurantbesuche verzichten – sonst hat man am Ende keine Lebenslust mehr“, sagt Lüthge.

  • Terroranschläge und Gewalt: Kinder mit Bildern nicht alleine lassen
  • Drei Fragen an Medienexpertin Maya Götz: “Berichterstattung zu Anschlägen ist eine neue Herausforderung der Medienpädagogik“
  • „Kinder haben ein Recht auf Wahrheit“: Wie erklärt man Kindern Krieg und Terror?

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So können Sie Ihrem Kind den Tod erklären

Viele Eltern würden am liebsten alles Schlimme von ihren Kindern fernhalten. Aber es ist keine Lösung, traurige Nachrichten wie etwa den Tod eines geliebten Menschen zu verschweigen. Wie erklärt man Kindern den Tod? Experten geben Antworten.

Wenn ein geliebter Mensch stirbt, bricht für viele eine Welt zusammen. Kinder reagieren auf solch eine Nachricht allerdings anders als Erwachsene, sie haben eine andere Art zu trauern. Wie kann man ihnen dabei helfen? Und wie erklärt man ihnen überhaupt den Tod? Wir klären wichtige Fragen, die in diesem Zusammenhang auftauchen:

Wann sollten Eltern mit ihrem Kind über den Tod reden?

„Den perfekten Zeitpunkt dafür gibt es nicht“, sagt Dana Mundt von der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke). Stirbt jemand aus dem näheren Umfeld, sollten Eltern darüber auf jeden Fall mit ihrem Kind sprechen. Auch andere Situationen könnten den Anlass geben, den Tod zu thematisieren. Ein Besuch auf dem Friedhof etwa. Oder auch, wenn ein Tier tot im Garten oder am Straßenrand liegt.

Wie können Eltern Ihrem Kind den Tod erklären?

Es gibt vier Aspekte des Todes, die Eltern nutzen können, um diesen Kindern zu erklären, so Oliver Junker. Der Kommunikationsexperte arbeitet unter anderem als Trauerbegleiter für Kinder. Die vier Aspekte sind:

  1. Nonfunktionalität: Auch schon ganz jungen Kindern kann man den Tod anhand der Nonfunktionalität erläutern. „Dabei erklärt man den Tod mit sehr einfachen und klaren Worten anhand der Körperfunktionen“, so Junker. Ist der Opa gestorben, könnte man etwa sagen: „Sein Herz schlägt nicht mehr und er atmet nicht mehr. Selbst wenn ich ihn rüttle, reagiert er nicht mehr. Er ist tot.“ Damit können Kinder laut dem Experten viel mehr anfangen, als wenn man versucht, Umschreibungen zu finden.
  2. Irreversibilität: Sind die Kinder schon etwas älter, etwa im Grundschulalter, können Erwachsene diese erste Erklärung ergänzen: „Und er wird dich auch nie mehr in den Arm nehmen oder mit dir spielen können.“ Das klinge zwar sehr hart, sagt Junker, „aber dass jemand tot ist, ist auch hart. Das lässt sich nicht beschönigen.“
  3. Kausalität: Im späteren Grundschulalter könnten Kinder dann verstehen, dass es verschiedene Ursachen für den Tod gibt. Dann können Eltern ihnen auch die Gründe erläutern – also etwa, ob jemand wegen einer Krankheit, eines Unfalls oder aus Altersschwäche gestorben ist.
  4. Universalität: „Dahinter steckt die Erkenntnis, dass der Tod zum Leben dazugehört“, so Junker. Sie spiele für Kinder und für die Erklärung des Todes meist keine so große Rolle. Allerdings komme es vor, dass Kinder fragen, ob sie selbst auch sterben müssen. Darauf können Eltern Junker zufolge zum Beispiel antworten: „Ja, du wirst auch einmal sterben. Aber ich wünsche mir – und du bestimmt auch –, dass du uralt wirst.“

Generell empfiehlt Junker, der auch die Kindertrauer-Akademie im bayerischen Kaufering leitet, kurze und authentische Erklärungen zu geben. Er sagt: „Wenn das Kind etwas nicht versteht oder noch mehr wissen will, dann fragt es noch einmal nach – wenn auch nicht unbedingt sofort.“ Häufig wollten Kinder zunächst nur eine Antwort auf einen ersten Impuls haben. Auch Mundt rät, sich an den Fragen des Kindes zu orientieren. „Kinder stellen häufig Fragen, mit denen man als Erwachsener gar nicht rechnet.“

Wenn Eltern die Worte fehlen, könnten auch Kinderbücher zum Thema Tod eine Unterstützung sein. „Bücher, die man sich gemeinsam mit dem Kind anschaut, können helfen, Formulierungen zu finden.“

Was sollten Eltern bei der Erklärung vermeiden?

Es gibt Formulierungen, die Eltern besser nicht verwenden. Umschreibungen wie „Er/Sie ist eingeschlafen“ oder „Er/Sie ist fortgegangen“ nehmen kleine Kinder im Kitaalter noch sehr wörtlich. „Wenn dann die Mutter ein paar Tage für ein Seminar ebenfalls ‚fortgeht‘ oder der Vater auf der Couch einschläft, könnte das Ängste schüren“, sagt Mundt.

Ab wann verstehen Kinder, dass der Tod endgültig ist?

Kinder entwickeln im Vorschulalter langsam eine Vorstellung davon, was der Tod bedeutet. „Das Verständnis dafür, dass der Tod unwiderruflich ist, kommt dann teilweise erst mit acht oder neun Jahren“, sagt Junker.

Sollten Eltern die eigene Trauer vor dem Kind verbergen?

„Kinder haben so feine Antennen, sie bekommen es mit, wenn es den Eltern nicht gut geht“, sagt Erziehungsexpertin Mundt. Schon allein deswegen sollten Erwachsene den eigenen Kindern gegenüber nicht so tun als wäre heile Welt. Stattdessen sollten sie kurz erklären, dass und warum sie traurig sind. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass Kinder die bedrückte Stimmung auf sich beziehen. „Manchmal haben Kinder ganz verrückte Gedanken und meinen, dass sie Schuld an der Situation sind, weil sie beispielsweise unerlaubterweise nachts zu lange wach waren.“

Zudem sollten Eltern im Blick haben, dass Kinder meist noch keine Vorerfahrung und somit noch keine Bewältigungsstrategien für Trauerfälle besitzen, fügt Junker hinzu. Deshalb orientieren sie sich an ihren Bezugspersonen. „Zeigen sich die Eltern nur stark und trauern nicht vor den Kindern, lernen diese fälschlicherweise, dass man seine Gefühle zurückhalten muss, wenn jemand gestorben ist.“

Wie trauern Kinder?

Kinder trauern anders als Erwachsene. „Bei ihnen kommt die Trauer in Wellen“, sagt Junker. “ Manche Wellen sind größer, andere kleiner.“ Der plötzliche Wechsel von Traurigkeit zu Spiel und Spaß sei deshalb typisch. „Erst sind sie total traurig und weinen. Aber im nächsten Moment sehen sie vielleicht eine Seifenblase oder einen lustigen Hund und kichern und lachen“, sagt Mundt.

Wie können Erwachsene Kindern beim Trauern helfen?

Wichtig ist laut Trauerbegleiter Junker, dass man versucht, den gewohnten Tagesablauf nicht zu unterbrechen, die Strukturen beizubehalten. Wenn sich Essens- und Schlafenszeiten ständig verschieben, verliere der Nachwuchs zusätzlich an Halt. Außerdem bräuchten die Kinder viele Möglichkeiten, sich zu bewegen. Man sollte mit ihnen raus auf den Spielplatz gehen, zum Bolzen oder zum Schwimmen. „Letztendlich ist es ein extremer Stresszustand und Stress lässt sich am besten durch Bewegung und Aktivität abbauen“, so der Experte.

Mundt fügt hinzu, dass Eltern die Trauer klar ansprechen sollten. „Sie können fragen: Was macht dich traurig? Was können wir tun, damit du nicht mehr so traurig bist?“ Meistens hätten Kinder dafür ganz fantastische Ideen: „Weil die Oma gerne Sonnenblumen mochte, kann man gemeinsam eine Sonnenblume aufs Grab legen. Oder man schaut zusammen Fotos an oder lässt einen Abschiedsbrief an einem Luftballon in den Himmel steigen.“

Daraus könnte zudem ein Ritual entstehen, das Eltern und Kinder regelmäßig zur Trauerbewältigung vollziehen könnten. Wichtig sei, dass Mutter und Vater immer ein offenes Ohr für die Fragen des Nachwuchses haben. Wenn sie selbst gerade zu stark in Trauer steckten, könnten sie dem Kind sagen „Ich kann es dir gerade nicht so gut erklären, weil ich noch ganz doll traurig bin“ und auf den Partner verweisen und diesen bitten, einzuspringen. Oder sie bitten einen nahen Verwandten oder auch Bekannten. Das könne sehr hilfreich und entlastend sein. So verhindern sie außerdem, dass der Nachwuchs das Gefühl hat, er dürfe solche Fragen nicht stellen. „Das sind wichtige Fragen“, so Diplom-Sozialpädagogin Mundt.

Sollten Eltern ihr Kind mit zur Beerdigung nehmen?

Diese Frage hören sowohl Mundt als auch Junker sehr häufig von Eltern, die Rat suchen. Mundt rät, sich das Kind und die Situation genau anzuschauen und individuell zu entscheiden. „Sobald das Kind alt genug ist zu verstehen, wofür dieses Ritual ist, sollte es mitgenommen werden“, findet Junker. Wenn das Kind schon in der Lage ist, selber zu entscheiden, ob es mitkommen möchte oder nicht, sollten Eltern es fragen. Besteht die Möglichkeit, den Leichnam noch einmal zu sehen, sollte das Kind ebenfalls mitgenommen werden, so der Experte. Denn: „Es gibt viele Erwachsene, die mit 40 oder 50 Jahren schwer krank werden aufgrund einer nicht bewältigten Trauer oder weil sie nicht Abschied nehmen konnten.“

  • Tod von Geschwistern: So hilft man Kindern in der Trauer
  • Kinderpsychologie: Die zehn größten Enttäuschungen für Kinder
  • Vormund benennen: Wie Eltern für ihren Tod vorsorgen

Auf ein solches Abschiednehmen muss man den Nachwuchs allerdings gut vorbereiten und ihn dabei auch begleiten. „Man sollte erklären, warum es dieses Ritual gibt und ihnen auch aufzeigen, dass sie jederzeit gehen können, wenn es ihnen zu viel wird“, sagt Junker. Wichtig sei zudem, dass Kinder nach der Beerdigung die Möglichkeit haben, rauszugehen und zu toben, um den Stress abzubauen.

Bei Fragen und Unsicherheiten in Erziehungsthemen können Eltern sich zum Beispiel an die Beratungsstellen der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung vor Ort oder online wenden. Informationen finden Sie unter www.bke-elternberatung.de. Die Beratung ist kostenlos.

Wenn Kinder nach Sterben und Tod fragen

Viele Eltern wollen jedes Bewusstsein vom Tod von ihren Kindern fernhalten. Aber die meisten Kinder wissen vom Tod und begegnen ihm täglich (fiktive Tode in Cartoons, Filmen, Büchern oder reale, aber ferne Tode in den Nachrichten und oftmals auch den Tod eines Bekannten, Freundes oder Familienmitgliedes). Auch wenn ein Kind einen toten Vogel auf der Strasse sieht, begegnet ihm die Wirklichkeit des Todes. Es ist also nicht möglich unsere Kinder davor abzuschirmen.

Kinder sollten die Möglichkeit haben, den Tod durch Beobachtung und Erlebnisse in ihrem täglichen Leben kennen zu lernen.

Deshalb sollten wir alle Möglichkeiten wahrnehmen, die sich im Alltag bieten, um unseren Kindern die Grundgedanken von Tod und Trauer nahe zu bringen.

Gerade tote Vögel, verwelkte Blumen, ja die Vergänglichkeit in der Natur bieten gute Gelegenheiten um unseren Kindern zu sagen, was wir selbst über Leben und Tod denken. Gleichzeitig können wir unsere Kinder einladen, über ihre Gedanken und Gefühle dabei zu sprechen.
Wenn wir Kindern sachlich und einfühlsam von Sterben, Tod und Trauer erzählen, entwickeln sie Fähigkeiten, die sie brauchen, um später mit einem realen Todesfall umzugehen.

Den Tod als Teil des Lebens anzunehmen, macht seine Unausweichlichkeit weniger unerträglich. Kinder, die schon vorher von Tod und Trauer erfahren haben, können eher mit einem realen Todesfall umgehen. Sie brauchen dann keine falschen und wenig hilfreichen Bewältigungsstrategien zu entwickeln.

Was denken Kinder über den Tod?
Kinder denken in jedem Stadium ihrer Entwicklung anders über den Tod nach, stellen andere Fragen dazu und sprechen anders darüber. Obwohl viele kleine Kinder den Tod nicht verstehen, sind sie doch neugierig und wollen etwas darüber erfahren. Oft nehmen Erwachsene das Interesse der Kinder am Tod zu wenig ernst, weil sie glauben, dass die Kinder noch zu jung sind, um das zu verstehen.

Tatsächlich aber beeinflusst der Tod das Leben der Kinder in jedem Alter, vom Säugling bis zum jungen Erwachsenen.

Wie verstehen Kinder den Tod in welchem Alter?
(Altersangaben können immer nur Richtlinien sein!)
Kinder von 0-2:
Sie sind noch nicht in der Lage den Begriff „Tod“ zu verstehen, was aber nicht heißt, dass sie den Tod einer nahe stehenden Person nicht empfinden können.

Vorschulkinder:
In dieser Altersgruppe sehen sich die Kinder als Mittelpunkt der Welt, leben ganz in der Gegenwart, sind ausgesprochen neugierig und nehmen alles sehr wörtlich. Es ist wichtig, dass sich Erwachsene das bewusst machen, wenn sie die Begriffe Leben und Tod erklären. Gehen Sie bei Erklärungen von Tatsachen und von der Realität aus, denn vage Erklärungen und bildliches Sprechen führen zu Verwirrung und steigern damit die Verunsicherung des Kindes.

Der Tod wird in diesem Alter als etwas zeitlich Begrenztes wahrgenommen. Oft halten sie den Tod auch als eine Form von Schlaf. In ihrer Vorstellung wird der Tote irgendwann erwachen und ganz zum Leben zurückkehren.
Was kann man sagen oder tun?
Sagen Sie dem Kind, dass der ganze Körper aufgehört hat zu funktionieren. Machen Sie deutlich, dass ein toter Mensch, ein totes Tier nie mehr atmen, laufen, essen, schlafen oder fühlen kann. Ermuntern Sie die Kinder dazu, Fragen zu stellen. Beteiligen Sie sie an den Gesprächen in der Familie.

Erklären Sie dem Kind, dass ein Mensch normalerweise nur stirbt, wenn er sehr, sehr, sehr alt oder sehr, sehr, sehr krank ist oder einen ganz, ganz, ganz schlimmen Unfall hat.

Eine gute Möglichkeit um herauszufinden, wie viel ein Kind bei einem Gespräch verstanden hat und wie weit ein Kind ist, ist die einfache Frage: „Was meinst du dazu?“

Kinder in diesem Alter brauchen keine ausführlichen anatomischen Erklärungen. Das Ziel ist es, ihnen Einsichten und praktisches Wissen zu geben, dass sie verstehen, was der Tod ist, wie und wann er passiert, und wie wir reagieren können, wenn uns ein Todesfall betrifft.

Grundschulkinder:
Kinder in diesem Alter haben schon wieder große Entwicklungsschritte gemacht. Sie sind sozial stärker eingebunden, innerhalb und außerhalb der Familie. Sie können Inhalte erfassen, unterscheiden zwischen belebt und unbelebt, zwischen Realität und Fantasie.

Obwohl Sechsjährige den Tod deutlich anders wahrnehmen als Neunjährige (deren Vorstellung ist der eines Erwachsenen sehr nahe), sind beide grundsätzlich in der Lage, den Tod als Tatsache zu erfassen.

Sie können die Realität und (noch wichtiger) die Endgültigkeit des Todes erkennen.

Das heißt aber nicht unbedingt, dass sie in der Lage sind, den Tod zu akzeptieren. Den Begriff „Tod“ verstehen, heißt auch nicht, dass sie ihn bewältigen können. Sie wissen jetzt, dass der Tod keine Art von Schlaf ist und dass der Verstorbene nie mehr zurückkommt. Obwohl Kinder in diesem Alter verstehen, dass jeder Mensch einmal sterben muss, weil der Tod Teil des Lebens ist, beunruhigt sie der Gedanke doch zutiefst. Die Angst verlassen zu werden ist eine der größten und tiefgreifendsten Ängste kleiner Kinder.

Was kann ich sagen oder tun?
Seien Sie offen und ganz ehrlich, wenn sie über den Tod sprechen. Beantworten Sie die Fragen sachlich und beruhigend. Erklären sie vorsichtig, aber klar die Umstände, die zum Tod geführt haben. Kinder in diesem Alter wollen und sollen auch wissen, warum dieser Mensch gestorben ist. Nehmen Sie sich viel Zeit, in Ruhe über seine Ängste und Sorgen zu sprechen. Zuhören ist sinnvoller, als Belehrungen und Ratschläge zu geben. Geben Sie dem Kind viel Geborgenheit und lassen sie es über den Tod des Verstorbenen oder auch über den Tod allgemein sprechen.

Allgemein Hilfreiches, wenn Kinder nach Sterben und Tod fragen:

  • dem Alter des Kindes angepasste Antworten
  • offen sein für Fragen des Kindes
  • einfühlsam und behutsam mit dem Kind umgehen
  • Gelegenheiten zum Reden aufgreifen ( toter Vogel, Welkes Laub…)
  • Ehrlichkeit und Echtheit ( nur das sagen, was ich selbst auch glaube)
  • zugeben, dass ich selbst auch nicht alles weiß
  • jeder Mensch darf und soll Gefühle zeigen
  • Ausdrücke und Rituale rund um den Tod sind für Kinder oft schwer zu verstehen: z.B.: „das Zeitliche gesegnet“, „dahingegangen“, „entschlafen“
  • Aufpassen auch mit Ausdrücken wie „Ich bin fast gestorben vor Lachen“ oder „Du bringst mich noch ins Grab“. Kinder nehmen das wörtlich!!!
  • Klar und unmissverständlich sagen, dass dieser Mensch gestorben ist., dass er nie wieder kommt,dass sein Körper GANZ aufgehört hat zu funktionieren, dass er nicht mehr laufen, atmen, fühlen kann hilfreich für Kinder, die den Tod ja vom Fernsehen, von Comics usw. kennen, dort stehen Figuren immer wieder auf und sind fröhlich)
  • Zeit lassen, Zeit geben, Zeit haben.
  • Geduld (auch mit sich selbst)
  • Nachfragen! Oft hat da Kind schon eine eigene Anwort parat und will nur eine Bestätigung
  • ein Mensch stirbt normalerweise nur, wenn er sehr, sehr, sehr alt oder sehr, sehr, sehr krank ist oder einen sehr, sehr, sehr schweren Unfall hat. Wichtig: SEHR, SEHR,SEHR!

Kindern Tod und Trauer erklären

Kinder begreifen den Unterschied zwischen Leben und Tod nicht bewusst. Für sie sind es zwei abstrakte Begriffe, denn Kinder leben im Hier und Jetzt. Wie Sie Ihrem Kind erklären, dass der Hund gestorben ist und die Grossmutter im Sterben liegt, erfahren Sie hier.

Wenn ein Familienmitglied stirbt, müssen Kinder mit den Eltern den Tod verarbeiten. Foto: Photodisc, Thinkstock

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Von Natascha Mahle

Ein Gegenstand wie eine neue, unbekannte Frucht ist für Kinder leicht zu begreifen: Eine Melone ist gross wie ein Ball, aussen grün und innen rot. Sie schmeckt süss und erfrischend. Dieses neue Wort wird sofort in den Sprachschatz aufgenommen und ist in Zukunft jederzeit abrufbar. Aber was heisst schon Leben und Tod?

Am besten ist es, Kinder sanft und nebenbei im Alltag an das Leben und Sterben und somit an den Lebenskreislauf heranzuführen: Beim gemeinsamen Gärtnern dem Nachwuchs zeigen, wie aus einem kleinen Samen eine grosse, schöne Blume wachsen kann. Wenn die Blume in voller Blüte steht, gilt es, dem Kind zu erklären, dass jetzt die schönste Zeit im Leben der Blume ist. Sobald die ersten Blätter hängen, bis letztendlich die Blume verdorrt auf dem Kompost liegt – begreift ein Kind den Kreis des Lebens.

Eine gute Möglichkeit den Unterschied zwischen Leben und Tod transparent zu machen, bieten Kleintiere im Garten. Das Kind kennt Regenwürmer, welche sich lustig am Boden schlängeln oder Schnecken, welche durch nasses Gras kriechen. Sobald ein Regenwurm aber einmal komplett regungslos und ausgetrocknet am Boden liegt; von einer Schnecke nur noch ihr leeres Haus zu sehen ist, assoziiert das Kind: Leben ist Bewegung, Tod ist Ruhe und Gleichstand.

  • 1. Teil Kindern Tod und Trauer erklären
  • 2. Teil Wie Kinder den Tod des Haustieres empfinden
  • 3. Teil Wie Kinder trauern

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