Kind selbstbewusstsein stärken

Inhalte

Selbstwertgefühl

ist das Wissen und Erleben, wer wir sind. Es ist sozusagen der innere Kern. Wir haben das Gefühl, in uns selbst zu ruhen, uns durch und durch wohlzufühlen, wenn wir ein gutes Selbstwertgefühl haben.

Selbstvertrauen

ist die Überzeugtheit von unseren Fähigkeiten und unserem Können.

Viele denken ja, dass sie das Selbstbewusstsein (des Kindes) mit Lob und Belohnungen erhöhen können. Leider ist das Gegenteil der Fall!

Lob und Belohnung schwächen das Selbstbewusstsein und auch das Selbstwertgefühl von Kindern beträchtlich.

Belohnungen sind wahre Beziehungskiller

Jesper Juul nennt ein sehr treffendes Beispiel:

Stell dir vor, deine Frau sagt Folgendes:
“Schatz, wenn du jetzt brav den Rasen mähst, kriegst du heute Abend Sex.”

Das ist keine Nähebeziehung, sondern eine Geschäftsbeziehung!

Belohnungen sind etwas für Hunde, die ein Kunststück vollbracht haben, aber nichts für unsere geliebten Kinder. Unser Kind soll nicht mit Belohnungen zu Taten animiert werden.

Lob macht abhängig

Unser Lob ist nichts, als eine gute Note, wir bewerten unser Kind so von oben herab. Sage ich zum Beispiel: “Gut, gemacht!”, “Ganz toll!” oder “Sehr gut!” bewerte ich das Tun meines Kindes. Das Kind dagegen, will gesehen werden und zwar ohne etwas leisten zu müssen.

Wenn es mein Kind geschafft hat, die Rutsche zu erklimmen, will es keine Note für seine Errungenschaft. Mein Kind will ausschließlich von mir gesehen werden. Wenn es freudestrahlend ruft “Mama schau!” kann ich sagen: “Du freust dich, dass du es geschafft hast.” Oder ich sage ganz schlicht: “Ja, ich sehe dich!” Unsere Freude darüber, untermalt unsere Worte.

Jesper Juul beschreibt es im Buch „Dein kompetentes Kind“ so: „Wenn ich einen guten Freund zum Essen einlade und beim Kaffee zu ihm sage: „Wie schön, mal wieder mit dir zusammen zu sein“ und er entgegnet: „Du bist wirklich ein guter Koch geworden.“ dann haben wir uns nicht erreicht. Dasselbe erleben Kinder.“

Lob produziert im Kind ein Lustgefühl, von welchem es abhängig wird. Es wird immer mehr nach außen gerichteter. Das Kind macht dann alle Dinge nur um gelobt zu werden, aber nicht um seiner selbst willen. Wenn das Kind nur aufgrund von äußeren Anreizen motiviert ist, wird es von anderen abhängig, die sein Verhalten mit den Anreizen steuern.

Unser Kind verliert so die Liebe zu seinem Tun, denn alles wird nur für ein Lob gemacht:

  • Das Kind malt nicht, weil es Freude an den Farben und am Kreativ sein hat, sondern um von Papa ein “Super!” zu hören.
  • Das Kind baut den Turm aus Bauklötzen nicht, weil es ihm Freude bereitet diese aufeinander zu legen und zu experimentieren, sondern um ein “Toll!” von Mama zu bekommen.
  • Das Kind liest nicht, aus Freude am Lesen, sondern weil es ein “Sternchen” von der Lehrerin haben möchte.
  • Das Kind hilft seiner Mama im Haushalt nicht, weil es ihr eine Freude machen will, sondern um die Belohnung (Schokolade, ein Spielzeug, … ) zu erhalten.

Loben um das Kind zu manipulieren

Es kommt noch hinzu, dass wir Lob oft verwenden, um unser Kind in eine bestimmte Richtung zu lenken. Immer wenn es etwas macht, was uns gefällt, gibt es ein kräftiges Lob. Wenn uns sein Verhalten nicht gefällt, gibt es oft Strafe oder Liebesentzug.

Merkt ihr die Tragik an dem Ganzen? Der Unterton, der hier deutlich mitschwingt ist:

“Ich liebe dich, nur wenn du so bist, wie ich dich haben will!”

Also halten wir fest:
Loben und Belohnungen lassen den Selbstwert vom Kind drastisch sinken!

Also, wie kann ich nun das Selbstwertgefühl und auch das Selbstbewusstsein meines Kindes stärken?

So kann ich das Selbstwertgefühl meines Kindes stärken:

1. Keine Hilfe (oder Beratung) ohne Auftrag

Ich helfe meinem Kind nur, wenn es darum bittet! Wenn ich ungefragt helfe vermittle ich ihm: “Du schaffst es nicht alleine!”

Wenn meinem Herzensglückskind der Legoturm umfällt, laufe ich nicht hin und baue ihn wieder auf. Ich setze mich zu ihm und nehme Anteil an seinem Frust. Meist sage ich dabei nichts (mein Sohn mag es derzeit nicht, wenn ich seine Gefühle anspreche.) Nach einer Weile voller Wut und Frust, wirft er sich dann in meine Arme und weint bitterlich. Ich frage ihn, nachdem alle seine Tränen geweint sind:

“Kann ich etwas für dich tun?” oder “Brauchst du etwas von mir?”

Seine Antworten auf meine Frage sind sehr vielfältig, doch er will praktisch nie, dass ich den Turm wiederaufbaue. Er sucht lieber selbst nach einer Lösung.

2. Es gibt nicht nur (m)einen Weg

Ich unterstütze mein Kind, ohne bestimmte Resultate zu erwarten. Nichts ist so verletzend für das Kind, wenn ich sage: “Ich hab es dir doch gesagt, dass es so nicht klappen wird!”. So nehmen wir ihm die Experimentierfreude. Ich nehme die Folgen neutral auf und reagiere liebevoll auf den Frust meines Kindes. Ich lasse mich von diesem Leitsatz tragen:

“Ich sehe das anders, aber ich freue mich, wenn du deinen eigenen Weg gehst.”

Ja, ich weiß, es ist schwer unsere festgelegten Meinungen loszulassen. Oft denken wir genervt: “Da haben wir den Salat, hätte mein Kind es doch so gemacht, wie ich es ihm gesagt hab!” Doch wenn wir es schaffen uns davon zu lösen, eröffnen sich neue Wachstumschancen für mein Kind und auch für mich.

3. “DANKE” anstatt Kritik

Ich zeige Dankbarkeit, statt das Tun meines Kindes zu bewerten. Wenn mein Kind für mich Müsli macht, freue ich mich lieber, anstatt zu kritisieren, dass dabei etwas Milch verschüttet wurde. Für Kinder ist es so bereichernd, wenn sie für uns etwas tun können. Machen wir es ihnen nicht kaputt!

4. Erwartungshaltungen loslassen

Ich lasse alle Pläne für mein Kind los. Erwartungen auszusprechen bewirkt nur, dass sich das Kind unfähig fühlt, vor allem wenn es sich zwingt, meinen Erwartungen zu entsprechen. Kinder wollen ihren Eltern gefallen, sie verbiegen sich wahrhaft für sie. Ich lenke mein Kind nicht, in eine von mir gewünschte Richtung. Meine Freude über mein Kind (wie es ist und wie es die Dinge sieht) trägt viel eher zu seinem natürlichen Wachstum bei. Mein Kind ist nicht geboren um meine Erwartungen zu erfüllen. Alles was mein Kind werden soll, ist es selbst. Ersparen wir unseren Kindern, dass sie sich mit 30 Jahren auf die Suche nach sich selbst machen müssen.

5. Nein, nein, nein …

Wenn mein Kind mit mir spricht oder eine Entscheidung trifft, lehne ich nicht sofort alles ab. Das Kind zweifelt sonst an seinen Entscheidungen und denkt, dass es falsch ist. Auch wenn ich meinem Kind den Wunsch nicht erfüllen will, verdient es, dass ich darüber nachdenke. Wenn sich daraus ein authentisches “Nein” ergibt, begründe ich meine Entscheidung.

6. Keine Vergleiche

Ich vergleiche mein Kind nicht mit anderen Kindern. Das wäre so, als ob man einen Hund, ein Eichhörnchen und ein Nashorn auf einen Baum klettern ließe. Und dann alle Tiere, die es nicht schaffen, als unfähig erklärt. Klar ist das Eichhörnchen der Gewinner, doch der Hund kann besser riechen als die anderen und das Nashorn ist das Stärkste von den Tieren.

Dieser Wettbewerb, der aus Vergleichen entsteht, erzeugt Angst vorm Verlieren. Der Vergleich mit anderen ist (auch als Erwachsener) ein Nährboden für Minderwertigkeitsgefühle.
Jedes Kind ist einzigartig und hat seine eigenen besonderen Fähigkeiten.

7. Verantwortung zurückgeben

Ich gebe meinem Kind so viel Verantwortung wie es tragen kann. Denn das vermittelt ihm das Gefühl, sich auf sich selbst verlassen zu können. Wenn ich dagegen alles für es aussuche, vorschlage was es tun soll, ihm sage wann es müde ist, ihm sage wann es satt ist, dann fühlt sich das Kind schnell unfähig für sich selbst zu sorgen.

Jesper Juul betont: “Immer wiederkehrende Konflikte zum selben Thema, deuten meist darauf hin, dass wir dem Kind die Verantwortung zurück geben sollten. “

Als mein Sohn 3 Jahre alt war, lieferten wir uns jeden Abend einen “Gute-Nacht-Kampf”. Schon morgens wurde mir ganz mulmig, wenn ich an das Schlafenlegen dachte. Es war für alle unerträglich. Unsere Beziehung zueinander litt darunter sehr. Eines Tages stieg ich einfach aus dem Kampfring und übergab ihm die Verantwortung für seinen Schlaf zurück. Ich lud ihn zu Kakao und Kuchen ein und sagte:

“Ich höre ab jetzt auf, über deinen Schlaf zu bestimmen. Du hast vollkommen recht, wenn du dich gegen mein Schlafenlegen wehrst, ich kann nicht wissen, wann du müde bist.” Er entgegnete ein schlichtes: “Ja!”

Es war für mich eine unbeschreibliche Erleichterung, aufzuhören gegen mein Herzensglückskind zu kämpfen. Nein, ich habe nicht auf meine Bedürfnisse vergessen, ab 19.00 spiele ich nicht mehr mit ihm, sondern lese oder schreibe meine Blogbeiträge. Ich bin jedoch für Notfälle zur Stelle. Wenn er schlafen gehen will, kann er sich aussuchen, ob ich ihn in den Schlaf trage oder ob wir uns im Bett zusammenkuscheln.

Anfangs musste er verständlicherweise austesten, ob ich mein Versprechen auch wirklich halte. Er war sehr lange wach und in der Folge tagsüber gereizt. Doch nach einer Weile pendelte sich seine Schlafenszeit ein. Er holt sich den Schlaf den er braucht. Wir sind alle sehr glücklich mit dem selbstbestimmtem Schlafen.

8. Zuhören

Meinem Kind höre ich aufmerksam zu, ich schätze den Ausdruck seiner Gefühle. Diese Erfahrung erfüllt mein Kind mit Selbstwertgefühl, weil ich es so annehme wie es ist. Ich höre lieber meinem Kind zu, als auf gutgemeinte Ratschläge von Freunden und Verwandten! Zum Thema “achtsames Zuhören” habe ich den Beitrag Imagodialog geschrieben.

9. Keine Lehrstunden

Das Wissen und die Weisheit meines Kindes respektiere ich. Wenn mich mein Kind etwas fragt, mache ich daraus keine Lehrstunde oder gar einen Test. Das ist demütigend für mein Kind. Ich antworte auf die Frage so respektvoll, als wenn ich zu einem guten Freund sprechen würde.

Ich überprüfe sein Wissen auch nicht, mit Fragen wie “Wie heißt das.”, “Was ist das” oder “Welche Farbe hat das?”. Jedes Kind will lernen, dazu müssen wir sie nicht anspornen.

10. Gleichwürdigkeit

Ich behandle mein Kind gleichwürdig, also als Menschen. Alle seine Gefühle, Gedanken und Empfindungen verdienen Wertschätzung. Ich versuche ihm kein einziges Gefühl auszureden mit “Ist doch nicht schlimm.” Ich ziehe nichts was mein Kind von sich gibt ins Lächerliche. Naomi Aldort drückt es so aus: “Später als ein anderer ins Leben getreten zu sein, macht niemanden weniger wertvoll oder weniger würdig, ganz respektiert zu werden.” Mein Kind tut sein Bestes, ebenso wie ich.

11. Aus Fehlern lernen

Ein Missgeschick ist keine Aufforderung zu Kritik, sondern zur Hilfe, es wieder in Ordnung zu bringen! Wenn meinem Kind ein Fehler passiert, bleibe ich neutral oder helfe ihm. Ich behalte es für mich, wenn mir das Tun meines Kindes dumm oder ungeschickt vorkommt. Wenn mein Kind an sich zweifelt, erzähle ich über meine Missgeschicke. So weiß es, dass jedem sowas passieren kann.

12. Zeit ist das wertvollste, das ich schenken kann

Ich schenke meinem Kind Zeit. Wenn mein Kind noch zu jung ist um zu warten, schenke ich ihm sofort Aufmerksamkeit, wenn es danach verlangt. Bei älteren Kindern, sage ich genau wann ich Zeit habe und halte mich an mein Versprechen. Denn, wenn ich immer wieder sage: “Ich werde später mit dir spielen.” wird sich mein Kind bald für unwichtig halten.

13. Kinder sind Forscher

Ich gebe meinem Kind Raum um Dinge selbst auszuprobieren. Selbst wenn ich weiß, dass es mein Kind noch nicht kann. Dies gilt natürlich nicht, wenn Gefahr besteht, dann biete ich ihm eine andere Möglichkeit an. Ansonsten gestehe ich meinem Kind zu, zu scheitern und daran zu wachsen.

Wenn mein Sohn ohne Schuhe raus gehen möchte, lasse ich ihm diese Erfahrung machen. Ich packe die Schuhe in meine Tasche, falls er sie doch braucht. Kinder wollen alles selbst erfahren, machen wir es möglich.

14. Das Spiel mit dem Kind ist so heilsam

Beim Spiel mit meinem Kind, lasse ich mich von ihm lenken. Mein Kind wird es sagen, wenn es möchte, dass ich die Führung übernehme. Ansonsten halte ich mich an die Anweisungen meines Kindes. “Spielen mit dem Kind” ist ein verkanntes Heilmittel. Mein Kind kann im Spiel mit mir, zum Beispiel Ängste oder Wut abbauen, aufwühlende Erlebnisse verarbeiten oder seine Hilflosigkeit ausgleichen. Hier ist der Beitrag über die wunderbaren Bindungsspiele.

Außerdem achte ich darauf, dass auch ich Freude am Spiel habe. Bevor ich aus Pflichtbewusstsein spiele, schlage ich eine andere gemeinsame Aktivitäten vor. Kinder haben feine Antennen, sie beziehen unsere Unlust (am Spiel) auf sich selbst. Sie denken dann meist, dass an ihnen etwas falsch ist.

Für unsere Beziehung zu unseren Freunden brauchen wir die angeführten Punkte nicht, doch in unserer Kultur sind respektvolle Umgangsformen in der Beziehung zu Kindern oft nicht üblich.

Ich stelle mir im Umgang mit meinem Kind sooft wie möglich die Frage:

“Wie würde ich in dieser Situation reagieren, wenn mein Kind ein guter Freund wäre?”

Meine Gedanken wie “Mein Kind wird es nie lernen!” oder “Mein Kind ist gegen mich!” haben absolut nichts mit meinem Kind zu tun. Dies ist Material für meine Selbsterforschung, welche ich zum Beispiel mittels einer Work bearbeiten kann. Hier ist mein Beitrag zur Selbstreflexion.

Selbsterforschung bzw. Selbstreflektion erhöht übrigens auch unser Selbstwertgefühl als Eltern!

Um das Thema Loben nochmals zu verdeutlichen, habe ich hier ein praktisches Beispiel dafür gefunden:

Ein Zitat aus dem Buch von Jesper Juul:

“Dein kompetentes Kind
Der dreieinhalbjahrige Lars sitzt am Küchentisch und wartet auf seine Mutter, die noch nicht von der Arbeit nach Hause gekommen ist. Sein Vater schlägt ihm vor, ein bisschen zu malen, um sich die Zeit zu vertreiben. Eine Stunde und sechs Bilder später kommt die Mutter nach Hause. Lars läuft ihr sofort entgegen und gibt ihr sein letztes Bild mit den Worten: „Schau Mama, das ist für dich!“ Seine Mutter betrachtet das Bild und entgegnet: „Was für ein schönes Bild, Lars. Du bist richtig gut im Malen geworden.“

Obwohl das Lob sicher lieb gemeint ist, kommt kein richtiger Kontakt zwischen Mutter und Kind zustande, eher Bewertungen. Aber Lars ist seiner Mutter nicht entgegengelaufen, um bewertet zu werden. Er macht ihr vielmehr ein Geschenk, weil er sie liebt und vermisst hat. Hätte er gemeinsam mit seinem Vater gerade ein Bilderbuch angeschaut, hätte er seiner Mutter das Bild gezeigt, das ihn gerade beschäftigt. Hätte er ferngesehen, hätte er vermutlich einfach gesagt: „Mama guck mal!“

Der entscheidende Punkt besteht darin, dass er gewissermaßen sich selbst verschenkt, seiner Mutter einen spontanen persönlichen Ausdruck entgegenbringt und dafür eine Bewertung erhält.

In diesem Zusammenhang spielt es keine Rolle, ob die Bewertung positiv oder negativ ist. Ob er für sein Bild eine gute oder eine schlechte Note bekommt. Wäre sich seine Mutter darüber im Klaren, hätte sie sein Geschenk mit den Worten anerkannt: „Danke Lars, ist das ein Geschenk für mich? Hast Du mich vermisst?“ Oder: „Danke, mein Schatz … ich kann gar nicht alles erkennen, was auf dem Bild drauf ist. Kannst du es mir erklären?“ Oder: „Hallo mein Schatz. Oh, wie sehr ich mich freue, dich wieder zu sehen.“ Es kommt nicht auf die genaue Wortwahl, sondern nur darauf an, dass ihre Reaktion spontan und persönlich ist. Natürlich will die Mutter ihrem Sohn eine persönliche Reaktion nicht willentlich vorenthalten. Doch sie tut es unter anderem, weil sie gelernt hat, dass man so eben mit Kindern spricht, wenn man liebevoll sein und ihnen Selbstvertrauen vermitteln will.

Wenn ihr Mann so mit ihr spräche, würde sie sich vermutlich einsam und von oben herab behandelt fühlen. Auch Lars ist mit ihrer Reaktion unzufrieden, aber da er ein kleiner Junge ist, der seine Mutter liebt und spürt, dass sie ihn auch liebt, kooperiert er! Doch wird er seiner Mutter schon bald kein Bild mehr mit den Worten bringen: „Das habe ich für dich gemalt.“ Er wird sich vielmehr an die erlernten Spielregeln halten und sagen: „Guck mal‘ Mama, ist das nicht schön?“ Oder: „Hab ich das nicht gut gemacht?“

Seine Lebensperspektive hat sich geändert. Wo früher sein bloßes Dasein zählte, zählt jetzt sein Können; wo seine Existenz genügte, ist jetzt Leistung gefordert.”

(Zitat gefunden auf der Webseite bayern-mediator.de)

Es ist so wichtig das Selbstwertgefühl des Kindes zu stärken.

Alles Liebe

Andrea

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Andrea

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So werden Kinder mutiger: Acht Strategien für ein stärkeres Selbstbewusstsein

Janniks Geschichte geht gut aus. Doch leider ist ein Happy End oft nicht ohne vorherige Dramen, enttäuschte Hoffnungen und seelische Krisen zu haben. Die hat Jannik reichlich erlebt, obwohl er erst elf Jahre alt ist. Er merkte früh, dass er anders ist. Im Kindergarten fühlte sich Jannik in der Puppenecke am wohlsten, weil er bei den Jungs keinen Anschluss fand. „Es gibt in jeder Gruppe Kinder, die nicht gemocht werden“, sagt seine Mutter Susanna. Es hat ihren Sohn getroffen. Selten wurde Jannik zu Kindergeburtstagen eingeladen. „Das hat ihm fürchterlich zugesetzt“, erinnert sich Susanna.

Jannik ist ein wenig schüchtern, aber nicht verschlossen. „Ein Mädchenversteher“, sagt seine Mutter. „Er hat krampfhaft versucht, witzig zu sein, um gemocht zu werden. Doch das hat alles nur noch schlimmer gemacht.“ Jannik war nicht mehr er selbst, und das merkte man ihm an. In der zweiten Klasse wurden dann auch seine Noten immer schlechter. In Deutsch rutschte er auf eine Fünf ab.
Der Hintergrund von Janniks Problem ist komplex. Unser Selbstvertrauen speist sich aus guter Leistung und führt wiederum auch zu guter Leistung – und zu sozialer Kompetenz.

„Ich kann das nicht!“ als Lebenseinstellung

Entscheidend ist, wie wir Erfolge bewerten. Sind wir schon mit kleinem Lob zufrieden, oder ist selbst die jubelnde Menge noch nicht genug? Darüber entscheidet unser sogenanntes Selbstkonzept. „Ein positives Selbstkonzept hat derjenige, der seinen eigenen Fähigkeiten vertraut. Ein negatives, wer von vornherein Misserfolge erwartet“, erklärt Annette Scheunpflug, Erziehungswissenschaftlerin an der Uni Erlangen-Nürnberg. „Doch Vorsicht, ein negatives Selbstkonzept ist nicht mit Schüchternheit gleichzusetzen“, warnt Scheunpflug. Im Gegenteil: Schüchterne Kinder können große Stücke auf sich halten, während manches vorlaute Kind nur seine Unsicherheit übertönt.

„Ich kann das nicht!“ als Lebenseinstellung: Bei Jannik kam beides zusammen – eine gewisse Schüchternheit und ein schwaches Selbstvertrauen, das durch die Ablehnung seiner Mitschüler und die schlechten Schulnoten noch schwächer wurde. Auch die Familienkonstellation spielte eine Rolle: „Emily, Janniks zwei Jahre jüngere Schwester, war in vielen sportlichen Dingen besser als er“, erinnert sich seine Mutter. Als Jannik beispielsweise endlich Fahrradfahren lernte und ganz stolz in der Garageneinfahrt herumkurvte, setzte sich die kleine Emily auch aufs Rad und fuhr einfach los. Als hätte sie es ihrem Bruder zeigen wollen.

Misserfolg entsteht im Gehirn

Was ist das für ein Gefühl für einen Jungen, wenn er im Sport von seiner kleinen Schwester überflügelt wird? „Negative Erfahrungen in mehreren Lebensbereichen – gesellschaftlich, sportlich oder schulisch-beruflich“, sagt Scheunpflug, „können bei unsicheren Menschen einen Teufelskreis von erwartetem Scheitern bis hin zu tatsächlichem Scheitern auslösen.“ Jannik hatte immer häufiger Zusammenbrüche, weinte, war aggressiv. In die Schule wollte er bald gar nicht mehr gehen.
Misserfolg entsteht im Gehirn: Dieses verfügt über ein eigenes internes Belohnungssystem, das vor allem dann anspringt, wenn man etwas besser kann als erwartet. Das Gehirn sendet Signale zur Hormonausschüttung, die dem Körper Energie spendet. Andersherum drosselt das körpereigene Hormonsystem die Anstrengungsbereitschaft, wenn man das Gefühl hat, etwas nicht zu können, und legt den Abbruch des Engagements nahe.
Celine hat es deshalb erst gar nicht probiert. Weil die 14-Jährige Angst hat, sich zu blamieren, meldet sie sich in der Schule lieber nicht. „Und wenn ich aufgerufen werde, spreche ich so leise, dass niemand was verstehen kann.“ Sie umgeht die für sie peinliche Situation, weil sie fürchtet, etwas Falsches zu sagen und ausgelacht zu werden.

10 Tipps für ein stärkeres Selbstbewusstsein Ihres Kindes

So stärken Sie das Selbstvertrauen Ihres Kindes

Kinder, die schlecht erzogen sind oder aber sozial auffällig, sind in Wirklichkeit vor allem unglücklich. Dies ist die Erkenntnis des Kinderpsychologen Rudolf Dreikurs. Er hat immer wieder festgestellt, dass diesen Kindern am meisten geholfen wird, wenn sie ermutigt werden, nicht, wenn sie für ihr Benehmen weiteren Tadel bekommen.

Umgekehrt lässt sich auch sagen: Kinder, die immer wieder ermutigt werden, Dinge selbst zu tun, die Liebe erfahren und denen etwas zugetraut wird, sind die Kinder, die wahres Selbstbewusstsein entwickeln. Um dies bei Ihrem Kind zu erreichen, gibt es einige Grundsätze.

10 Tipps für selbstbewusste Kinder

1. Lieben Sie Ihr Kind

Zeigen Sie Ihrem Kind immer wieder Ihre Zuneigung, indem Sie miteinander schmusen, toben, kuscheln und vor allem Zeit miteinander verbringen. Machen Sie diese Liebesbeweise niemals von seinem Verhalten abhängig, also entziehen Sie ihm keine Liebe, nur weil es gerade in der Trotzphase ist. Gerade dann müssen Sie Ihr Kind so annehmen, wie es ist

2. Sehen Sie Ihr Kind positiv

Ihr Kind hat angeblich schlechte Eigenschaften? Versuchen Sie diese in gewissem Rahmen positiv zu sehen, um keinen negativen Einfluss auf das Selbstbewusstsein Ihres Kindes auszuüben. Es ist keine Quasselstrippe, sondern kommunikativ. Sie haben vielleicht ein Schreibaby – häufig sind diese als Kleinkinder aber besonders pflegeleicht. Allerdings bedeutet dies nicht, dass Sie die Augen vor Problemen verschließen und ein Kind, das zum Beispiel immer alle schlägt, als süßen Raufbold bezeichnen sollten. Aber Sie sollten eben nicht zulassen, dass „normale“ Eigenschaften schlechtgeredet werden.

3. Respektieren Sie die Gefühle Ihres Kindes

Gerade wenn es um körperlichen Kontakt geht, respektieren Sie unbedingt das „Nein“ Ihres Kindes, wenn es kein Küsschen oder keine Umarmung will. Dazu sollen und dürfen Kinder nicht gezwungen werden – auch wenn Oma, Opa, Tante oder Onkel dann erst einmal beleidigt sind, wenn sie eben keinen „Knutscher“ geben dürfen bzw. bekommen.

4. Glauben Sie an Ihr Kind

Unterstützen Sie es, zeigen Sie ihm, dass Sie an seine Stärke und Fähigkeiten glauben. Spürt Ihr Kind, dass Sie ihm zum Beispiel zutrauen, alleine die Teller zum Tisch zu tragen oder auf das Klettergerüst zu klettern, wird es diese Aufgaben auch deutlich selbstbewusster und sicherer erledigen.

5. Kleben Sie Ihrem Kind kein Etikett auf

Sicher klingt es ganz niedlich, wenn Eltern über ihr Kind sagen: „Er ist eben ein kleiner Tollpatsch.“ Doch solche Aussagen haben negative Auswirkungen auf das Selbstvertrauen Ihres Kindes. Sie können wie eine selbsterfüllende Prophezeiung wirken und dafür sorgen, dass der kleine Tollpatsch noch eher stolpert oder fällt bzw. die Heulsuse noch näher am Wasser gebaut hat.

6. Gönnen Sie Ihrem Kind Erfolgserlebnisse

Klar, Sie wollen vielleicht weg und haben keine Lust, zu warten, bis Ihr Kleinkind mühsam die Jacke geschlossen und die Schuhe angezogen hat. Doch lassen Sie es allein machen. Selbst wenn das Ergebnis etwas schief ist, ist es doch stolz, etwas „allein geschafft“ zu haben. Kritisieren Sie das Ergebnis dann auch nicht – verkneifen Sie sich Äußerungen wie: „Du hast ja zwei Knopflöcher übersehen, jetzt muss ich es doch machen.“ Loben Sie Ihr Kind und fragen Sie dann, ob Sie ihm helfen sollen, die zwei Knöpfe, die „zu viel“ sind, auch noch unterzubringen. Wenn Ihr Kind seine Schuhe falsch herum an die Füße gezogen hat, sollten Sie nicht eingreifen und sie richtig herum anziehen. Verzichten Sie auch darauf, Ihr Kind sofort mit Worten zu korrigieren. Lassen Sie es einige Schritte laufen, damit es erkennt, wo sein Fehler liegt.

7. Verlangen Sie nicht zu viel von Ihrem Kind

Heute scheint es Gang und Gäbe zu sein, Kindern viel Leistung abzuverlangen. Schon im Kindergartenalter werden sie stark gefordert. Doch vergessen Sie nicht: Es ist nur ein Kind. Verlangen Sie auf Dauer zu viel, wird Ihr Kind sich irgendwann verweigern. Misserfolge, die dann auftreten, führen dazu, dass es völlig an Selbstvertrauen verliert. Das gilt auch dann, wenn Ihr Kind Ihnen Hilfe angeboten hat. Wirft es beim Tischdecken ein Glas herunter, kippt es beim Putzen den Wassereimer um, weil es zu schwungvoll gewischt hat? Tadeln Sie es nicht. Solche Missgeschicke passieren. Trösten Sie es lieber – und sehen Sie auch davon ab, nachzuarbeiten, wenn es Ihnen geholfen hat. Hat es die Fensterscheibe arg streifig „geputzt“, spricht natürlich nichts dagegen, wenn Sie noch einmal nachwischen. Warten Sie aber damit, bis Ihr Kind im Bett oder am nächsten Tag im Kindergarten ist.

8. Lassen Sie Ihr Kind kreativ sein

Kinder sind in der Regel spontan und phantasievoll – hemmen Sie sie nicht mit einem typisch erwachsenen „das geht doch gar nicht“. Wieso sollte der Besen nicht plötzlich ein Schwert sein, der Playmobil Bankräuber nicht auf einmal den Kuhstall ausmisten? Freuen Sie sich über Kreativität und Einfallsreichtum Ihres Kindes.

9. Tadeln Sie nur das Fehlverhalten Ihres Kindes

Wichtig für Ihr Kind ist, dass Sie ihm signalisieren: Ich habe dich lieb, auch wenn ich schimpfe. Aus diesem Grund sollten Sie nie Ihr Kind persönlich angreifen. Nennen Sie es niemals mit Schimpfnamen wie Depp, Trottel oder ähnlichem. Verzichten Sie auf Aussagen wie: „Du musst immer gleich deine Schwester hauen.“ Reden Sie stattdessen in der Ich-Form: „Ich mag es nicht, wenn du deine Schwester haust! Ich möchte das nicht, auch wenn sie deinen Bauklotz-Turm schon wieder umgeworfen hat.“ Auch Liebesentzug bzw. Nicht-Beachtung über Stunden, eventuell Tage hinweg ist keine geeignete Erziehungs-Maßnahme. Wohl aber können Sie Ihr Kind einige Minuten ignorieren bzw. eine kurze Auszeit anordnen.

10. Reden Sie das Selbstvertrauen stark

Wenn Sie in bestimmten Situationen mit Ihrem Kind reden bzw. handeln müssen, haben Sie zwei Möglichkeiten. Sie können Ihr Kind entmutigen. Dies tun wir leider sehr häufig, in der Regel unbewusst, es ist die typische Reaktion auf bestimmte Situationen. Oder Sie wählen Formulierungen, die das Selbstvertrauen Ihres Kindes stärken. Anregungen dazu finden Sie in der Tabelle im Premiumbereich.

„Übersetzungshilfe“ für die altersgemäße Ermutigung (Situationsbeispiele)

Säugling Das entmutigt Ihr Kind So stärken Sie sein Selbstvertrauen
Ihr Baby liegt auf dem Bauch und versucht konzentriert, eine Rassel zu ergreifen, die gerade eben ein kleines Stück zu weit weg liegt. Sie geben ihm die Rassel und sagen: „Schau, da hast du sie!“ (Damit haben Sie ihm die Chance auf einen „spektakulären“ Erfolg genommen.) Sie bleiben dabei und sagen: „Ja, gleich hast du es geschafft, dir die Rassel selbst zu nehmen!“ Eventuell können Sie die Rassel ein kleines bisschen näher schieben, wenn es sie wirklich nicht erreichen kann.
Sie füttern Ihr Baby mit Brei, es will aber partout selbst den Löffel haben und allein essen. Sie entwinden ihm mit einem strengen „Nein, nein, nein! Dann landet ja alles auf dem Fußboden!“ den Löffel. (Wahrscheinlich wird es dann gar nicht mehr essen wollen.) Sie lassen ihm den Löffel und füttern mit einem zweiten immer einen Löffel zwischendurch – so wird Ihr Kind auch satt. Unter das Stühlchen kommt eine abwischbare Unterlage.
Kleinkind im 2. und 3. Lebensjahr Das entmutigt Ihr Kind: So stärken Sie sein Selbstvertrauen:
Ihr Kleinkind hat soeben versucht, einen Stuhl zu erklettern, ist dabei gestürzt (ohne sichtbare Verletzung) und will weinend getröstet werden. Sie nehmen es auf den Schoß, trösten es ausgiebig und sagen: „Lass das lieber, sonst fällst du noch mal runter!“ (Dadurch traut sich Ihr Kind mit der Zeit immer weniger zu.) Sie trösten es kurz und sagen: „Ja, das hat ein bisschen weh getan. Versuch es gleich noch mal!“ Halten Sie eventuell den Stuhl fest, damit er beim Klettern nicht umkippt.
Ihr Kind kommt freudestrahlend zu Ihnen, um zu vermelden, dass es jetzt in die Hose gemacht hat. Sie sagen: „Toll! Aber hättest du das nicht vorher sagen können – jetzt ist es zu spät, ist eh alles in der Hose!“ (Ihr Kind wird Ihnen vermutlich die nächsten paar Male keine Meldung mehr abgeben.) Sie loben: „Prima, du hast schon gemerkt, dass etwas gekommen ist! Lass uns schnell wickeln gehen.“
Kindergartenkind Das entmutigt Ihr Kind: So stärken Sie sein Selbstvertrauen:
Ihr Kind hat ein Bild gemalt und kommt damit stolz zu Ihnen, um es herzuzeigen. Sie können aber nicht erkennen, was es darstellt. Sie betrachten das Bild von allen Seiten und fragen: „Was soll das denn sein?“ – „Ach, ein Auto! Ich zeig dir mal, wie man ein richtiges Auto malt!“ (Und schon fühlt sich das Kind völlig unzulänglich.) Sie sehen sich das Bild interessiert an und sagen: „Schön, dass dir das Malen so viel Spaß macht. Hast du Lust, mir das Bild genauer zu erklären?“
Sie wollen weggehen und Ihr Kind hat immer noch keine Schuhe und keinen Mantel an, obwohl es sich schon selbst anziehen kann. Sie meckern: „Nun trödel doch nicht immer so! Damit’s schneller geht, zieh ich dich am besten gleich selbst an!“ (Und wieder hat Ihr Kind erfahren, dass Mama sowieso alles viel besser und schneller kann.) Sie bleiben gelassen und sagen: „Ich warte draußen auf dich! Hier drin ist es mir im Mantel einfach zu warm.“ Dann verlassen Sie ruhig die Wohnung und vertrauen darauf, dass Ihr Kind sich anzieht und gleich nachkommt.

YES, you can! Selbstbewusstsein bei Kindern stärken wichtiger als Büffeln

Ferien sind für viele Schülerinnen und Schüler eine lang ersehnte Pause von Matheformeln, Grammatik und Vokabeln. Wirklich lernfrei sind die Ferien aber nicht für alle Kinder und Jugendlichen. Mehr als die Hälfte von ihnen muss auch in den schulfreien Zeit pauken. Das zeigt eine forsa-Umfrage im Auftrag des Online-Lernspezialisten scoyo unter 1.003 Eltern schulpflichtiger Kinder.*

Selbstbewusstsein bei Kindern stärken statt Büffeln

Mit 55 Prozent ist der Anteil der Ferienlerner in 2015 im Vergleich zu den Vorjahren jedoch gesunken. Denn auch wenn viele Familien die schulischen Leistungen in den Ferien im Blick behalten – noch wichtiger finden fast alle Eltern, dass sich ihre Kinder in dieser Zeit auf anderen Gebieten weiterentwickeln.

Je 95 Prozent legen Wert darauf, dass ihre Kinder soziale Kompetenzen ausbauen und ihr Selbstbewusstsein stärken. 93 Prozent wünschen sich, dass die Kinder selbstständiger werden, 83 Prozent halten die Weiterentwicklung der Kreativität für wichtig. Erst an letzter Stelle rangieren die schulischen Leistungen: Für 65 Prozent der Eltern ist es von Bedeutung, dass ihre Kinder in der schulfreien Zeit auch in diesem Bereich weiterkommen.

Tipps und Übungen, um das Selbstbewusstsein und soziale Kompetenzen von Kindern zu stärken

„Am sinnvollsten ist es, wenn die Kinder von ihren Eltern in den Ferien das bekommen, was ihnen im Alltag am meisten fehlt: Zeit, die sie selbst gestalten können. Das ist die Grundvoraussetzung für den Ausbau der persönlichen Kompetenzen wie Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit.“, kommentiert Daniel Bialecki, Geschäftsführer von scoyo.

1. Selbstvertrauen fördern – von Anfang an

Positive Motivation ist das A und O, um das Selbstbewusstsein von Kindern zu stärken. Das bedeutet nicht, Kinder wegen jeder Kleinigkeit in den höchsten Tönen zu loben, sondern immer dann, wenn sie sich sehr angestrengt haben. Darüber hinaus sollten sich Eltern aber zurückhalten. Wenn Kinder selbst etwas aus eigener Motivation und Anstrengung heraus geschafft haben, entwickelt sich ein positives Gefühl – im besten Fall nehmen sie zukünftig Herausforderungen gern an und haben keine Angst, auch mal zu scheitern, weil sie wissen, dass sie es beim nächsten Mal schaffen können.

Sätze wie „Wir sind ganz sicher, dass du das schaffst“ wirken also Wunder und sind viel sinnvoller, als auf Schwächen hinzudeuten und ungeduldig zu werden: „Wie? Das hast du immer noch nicht verstanden?“. Das setzt Kinder unter Druck und lässt sie an sich zweifeln.

2. Abenteuer stärken das Selbstbewusstsein

Auch Michael Fritz, Vorstandsvorsitzender im „Haus der kleinen Forscher“, hält die Sommerferien für ideal, um das Selbstbewusstsein zu stärken. „Kinder brauchen Abenteuer und Aufgaben, die sie sich selbst stellen“, erklärt der Pädagoge. „Mit jeder Herausforderung, die sie meistern, erleben sie: ‚Ich kann etwas.‘ Dieses Gefühl ist unschätzbar wertvoll, weil es das Selbstvertrauen der Kinder festigt und sie so stark macht.“

3. Soziale Kompetenz üben – am besten ohne Aufsicht

Die gute Nachricht an alle Eltern, die Sozialkompetenz und Selbstbewusstsein ihrer Kinder stärken möchten: Beides entwickelt sich fast von allein. So sieht es Sabine Vutz, Pädagogin und Schulmediatorin. „Überall da, wo Kinder ungestört miteinander spielen, haben sie Spaß zusammen, müssen sie Kompromisse schließen oder einen Streit aushalten. So erwerben sie soziale Kompetenz.“ Die Betonung läge allerdings auf „ungestört“, mahnt Vutz, „ungestört von Erwachsenen, die ständig korrigierend eingreifen.“ Wer also beispielsweise sein Kind im Urlaub dem Club-Animateur überließe, wähle damit nur die zweitbeste Lösung.

4. Selbstständigkeit fördern

Selbstbewusstein und Selbstständigkeit hängen eng zusammen. Wenn wir etwas ganz alleine schaffen, macht uns das stolz und glücklich. Besonders bei Kindern ist diese Erfahrung der „Selbstwirksamkeit“ wichtig, um ein positives Selbstbewusstein zu entwicklen. Um die Eigenständigkeit von Kindern zu stärken, bietet Sabine Vutz Eltern eine einfache Faustformel an: „Alles was ein Kind ohne Hilfe schafft, sollte es auch selbst tun dürfen – auch wenn es dann länger dauert.“ Für solche Erfahrungen bietet sich die schulfreie Zeit besonders an.

Schulisches Lernen in den Ferien? Nur im Notfall!

Was aber, wenn die Kinder dringend Mathe pauken oder Vokabeln büffeln müssen, um im nächsten Schuljahr den Anschluss nicht zu verpassen? Daniel Bialecki rät dazu, die Lerndauer zu begrenzen. Außerdem sollten die Kinder beim Wiederholen des Lernstoffs möglichst viel Entscheidungsfreiheit bekommen und zum Beispiel spielerisch neue Methoden ausprobieren dürfen – wie digitale Lernangebote.

Persönlichkeitsentwicklung und Lernerfolg seien untrennbar verbunden, erklärt Bialecki: „Selbstbewusste Kinder trauen sich eher, Fehler zu machen – eine wichtige Lernvoraussetzung. Kreative Kinder sind gute Problemlöser, Eigenständigkeit ist wichtig, um sich selbst Wissen anzueignen. Wer mit diesen Fähigkeiten ins neue Schuljahr geht, ist auch Matheaufgaben und Vokabellisten besser gewachsen.“

Mit Spaß in den Ferien lernen? Nur mit scoyo!

Weitere Ergebnisse der Studie „Lernen in den Ferien 2015“

Je gebildeter die Eltern, desto geringer das Lernpensum

Jedes fünfte Kind wiederholt den Stoff laut der Umfrage in den Ferien nicht nur einmalig, sondern regelmäßig. Knapp die Hälfte der Kinder, die in den Ferien lernen (46 Prozent), büffelt in der schulfreien Zeit ein bis zwei Stunden pro Woche, 34 Prozent sogar über zwei Stunden. Deutlich häufiger müssen Kinder an den Schreibtisch, wenn ihre Eltern einen eher niedrigen Bildungsstand haben: Zwei Drittel der Mütter und Väter mit Hauptschulabschluss gaben an, dass ihre Kinder in den Ferien lernen – aber nur die Hälfte der Eltern mit Abitur.

*Bundesweite forsa-Umfrage im Auftrag von scoyo im Mai 2015. Befragt wurden 1003 berufstätige Eltern zwischen 25 und 49 von schulpflichtigen Kindern.

Selbstvertrauen bei Kindern stärken

„Du schaffst das!“ – Das Selbstvertrauen bei Kinder stärken
durch Übungen – Foto: © Alena Yakusheva

Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

  • Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl
  • Wie Eltern Selbstvertrauen stärken können
  • Maßnahmen zur Steigerung des Selbstvertrauens bei Kindern
  • Schüchternen Kindern helfen
  • Langsame Fortschritte akzeptieren

Selbstvertrauen geht mit einem hohen Selbstwertgefühl einher

Alle Eltern wünschen sich, dass ihr Kind mit einem gesunden Selbstvertrauen durchs Leben geht. Denn dadurch kann es Konflikte und Probleme besser lösen, eigene Wünsche formulieren und erfolgreich mit anderen Menschen umgehen. Mit Sorge blicken Eltern dann auf ihre Kinder, wenn sie sich auf dem Spielplatz schnell von der Schaukel vertreiben lassen, sie nicht mit anderen Kindern spielen oder in der Schule ein Außenseiter sind. Das führt oft zu Mobbing in der Schule oder Schulangst.

Wer seine eigene Person nur gering wertschätzt, das eigene Können und Handeln in Frage stellt oder sich unbeachtet fühlt, hat kein hohes Selbstvertrauen. Nur ist diese Charaktereigenschaft wünschenswert, um sich gut im Leben zurechtzufinden. Bereits im frühen Kindesalter, noch vor Schulbeginn, werden die Grundsteine für ein gesundes Selbstvertrauen gelegt. Doch auch später können Eltern ihr Kind dabei unterstützen, das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten und ihre eigene Selbstachtung zu stärken.

Wie können Eltern das Selbstvertrauen ihrer Kinder stärken?

Neigen Sie dazu, schnell an sich selbst zu zweifeln, frustriert aufzugeben oder vertragen Sie keine Kritik? Ihr Kind übernimmt viele Ihrer eigenen Verhaltensweisen. Sie können also das Selbstvertrauen Ihres Kindes nur stärken, wenn Sie es auch vorleben. Als Vater oder Mutter zählt man in der Regel zu den engsten Bezugspersonen eines Kindes und bemerkt das mangelnde Selbstvertrauen des Sohnes oder der Tochter zuerst. Dann ist Ihr Handeln gefragt. Fühlen Sie sich der Situation nicht gewachsen, bieten Kinder- und Jugendberatungsstellen sowie Kinderpsychologen professionelle Hilfe.

Maßnahmen zur Steigerung des Selbstvertrauens bei Kindern

Kinder wollen und verdienen bedingungslose Liebe. Zunächst sollten Sie Ihr Kind so akzeptieren und lieben wie es ist. Unterstützen Sie es durch viel Zuwendung und Aufmerksamkeit. Haben Sie anerkennende Worte für Ihr Kind übrig und zeigen Sie Ihre Wertschätzung auch durch Gesten. Zuhören ist eine große Kunst und besonders bei Kindern wichtig. Fragen Sie, wie sich Ihr Sohn oder die Tochter fühlt, zeigen Sie unbedingt Interesse. Einen sehr großen Stellenwert nimmt das Lob für das Kind ein. Nicht nur für sein Handeln, sondern auch bei einem frustrierten Scheitern. So können Sie den Versuch loben und das Bemühen hervorheben. Gleichzeitig vermitteln Sie Ihrem Kind, dass Sie ihm einen weiteren Versuch zutrauen und es dazu ermutigen. Bestärken Sie es auch, wenn es Dinge allein schaffen möchte: „Du schaffst das! Du bist spitze!“ Unbedingt vermeiden sollten Sie es, Ihr Kind ständig mit anderen zu vergleichen oder zu hohe Anforderungen zu stellen. Ihr Kind wird auf diese Weise den Eindruck erhalten, nichts richtig machen zu können. Dies mindert das Selbstwertgefühl stark.
Eine gute Übung das Selbstvertrauen von Kindern zu stärken ist Verantwortung zu übernehmen. Geben Sie Ihrem Kind eine oder mehrere kleine Aufgaben, die es selbstständig erfüllen muss. (Z. B. den Tisch decken, Abfall rausbringen, mit dem Hund Gassi gehen, einkaufen) Hat es die Aufgabe gut erfüllt, loben Sie Ihr Kind, hat es Fehler gemacht, sagen Sie ihm das. Aber in einem vernünftigen Ton. Ängstliche Kinder wären sonst sofort verschreckt und zweifeln an sich selbst. Ermutigen Sie Ihr Kind die Aufgabe einfach nochmal zu machen.

Schüchternen Kindern Hilfestellung geben

Manchmal ist es gar kein angeknackstes Selbstvertrauen, was die Kinder hemmt. Mitunter sind sie schlicht schüchtern. Auch hier können Sie Vorreiter sein. Gerade am Anfang sollten Sie Ihrem Kind eine Hilfestellung geben. Wird ihm beispielsweise die Puppe von einem anderen Kind weggenommen und weiß es allein nicht weiter, so können Sie gemeinsam mit Ihrem Sohn oder der Tochter das Problem lösen und mit dem anderen Kind sprechen. Erklären Sie ihm, dass das Verhalten falsch war und schlagen Sie Lösungswege, etwa das gemeinsame oder abwechselnde Spielen mit der Puppe, vor. So lernt ihr Kind, aus Konfliktsituationen gestärkt hervorzugehen. Meiden Sie es jedoch, ständig alle Konflikte für Ihr Kind zu lösen. Es soll dadurch nur lernen, dass Sie hinter ihm stehen und es auch selbst für sich eintreten kann. Rollenspiele oder alltägliche Situationen in heimischer sicherer Umgebung sind eine gut Möglichkeit, zu trainieren.

Langsame Fortschritte akzeptieren

Im Kontakt mit anderen Kindern wird Ihr Liebling am einfachsten sein Selbstbewusstsein unter Beweis stellen und trainieren können. Beginnen Sie mit einem oder zwei Freunden statt mit einer großen Gruppe. Nehmen Sie auch an Spielgruppen, Kursen wie Kinderschwimmen oder musikalischer Früherziehung teil. Die sozialen Kontakte, anfangs auch aus sicherer Entfernung beobachtet, werden für Ihr Kind mitunter sehr hilfreich sein.

Das Selbstvertrauen eines Kindes zu steigern, wird nicht von heute auf morgen stattfinden. Es ist ein Prozess mit Höhen und Tiefen. Durch Ihre Zuwendung, viel Lob und Bestätigung kann Ihr Kind Verunsicherungen durch Freunde oder Mitschüler aufgrund seines Äußeren oder seiner körperlichen Statur verringern und mit innerer Stärke Konflikten und Krisen gegenüber stehen.
Text: C. D. / Stand: 02.02.2020

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Seinem Kind Selbstvertrauen mit auf den Weg geben. Sein Kind stark machen. Wie macht man das? Bild © yanlev – Fotolia.com

Dr. Doris Wolf, Psychotherapeutin

Wenn wir gering von uns denken, uns ablehnen und klein machen, dann ist auch unser Selbstwertgefühl gering und damit unser Selbstvertrauen.

Generell kann man sagen: Je positiver unser Selbstwertgefühl und damit unser Selbstvertrauen sind, umso erfolgreicher und besser können wir mit anderen Menschen, Problemen und dem Leben umgehen.

Das Fundament für unser Selbstvertrauen und unsere innere Stärke wird in unserer Kindheit gelegt.

Eltern und Lehrer haben einen großen Einfluss auf das Selbstwertgefühl der Kinder.

Der Grundstein für das Selbstwertgefühl wird in den ersten 6 Lebensjahren gelegt.

Die Erfahrungen, die wir in diesen ersten Lebensjahren machen, prägen unser Selbstwertgefühl entscheidend. Später haben Lehrer und Gleichaltrige einen großen Einfluss.

Kinder die häufig kritisiert werden, haben schnell das Gefühl, nicht in Ordnung und minderwertig zu sein.

Wenn Kinder den Eindruck haben, nichts Recht machen zu können, sie häufig gehänselt und bestraft werden, sie häufig mit anderen verglichen werden, wenn von ihnen erwartet wird, immer alles richtig machen zu müssen, um akzeptiert zu werden, entwickeln sie zwangsläufig ein geringes Selbstwertgefühl.

Mehr über die Ursachen eines geringen Selbstwertgefühls und einer geringen Selbstachtung.

Wenn Kinder in die Pubertät kommen, dann üben andere Faktoren und Personen einen großen Einfluss auf ihr Selbstvertrauen und ihr Selbstwertgefühl aus:

1. Gleichaltrige, Mitschüler und Freunde

Die Beliebtheit bei Gleichaltrigen ist enorm wichtig für den Aufbau eines gesunden Selbstvertrauens und die Stärkung des Selbstwertgefühls.

Wenn Kinder aufgrund ihres Äußeren, ihrer Herkunft oder ihrer schulischen und sportlichen Leistung gemobbt, ausgegrenzt und gehänselt werden, dann erfährt ihr Selbstwertgefühl einen großen Knacks, von dem sie sich nur schwer wieder erholen.

Die Gefahr, dass sie eine soziale Phobie entwickeln ist groß.

2. ihr Äußeres

Für beiderlei Geschlechts ist das Äußere, sowohl die „Schönheit“ aber auch die Kleidung sehr wichtig.

Es ist nun mal eine Tatsache, dass attraktive Menschen leichter und schneller Sympathiepunkte bekommen als andere. Sie sind beliebter und bekommen mehr Aufmerksamkeit.

Wenn Kinder das Gefühl haben, aufgrund körperlicher Eigenschaften oder der Kleidung nicht mit den anderen mithalten zu können, dann fühlen sie sich rasch ausgegrenzt und minderwertig.

3. ihre körperliche Verfassung

Ich erinnere mich noch gut, dass ich mich in der Schule beim Sport hundsmiserabel fühlte. Erstens war ich nicht besonders gut und hatte oft das Gefühl, mich zu blamieren.

Was aber noch viel schlimmer war, war die Tatsache, dass ich bei Mannschaftsspielen immer als Letzter von den Mannschaftsführern ausgewählt wurde.

Eine solche sportliche Niete wollte keiner in seiner Mannschaft haben. Das empfand ich damals immer als eine große Demütigung.

Wenn Sie als Eltern davon erfahren, dass Ihr Kind im Kindergarten und in der Schule gehänselt und ausgegrenzt wird, wenn Sie den Eindruck haben, Ihr Kind kapselt sich ab oder verbringt die Freizeit – statt mit Gleichaltrigen – nur im Internet, dann braucht Ihr Kind Ihre moralische und elterliche Unterstützung ganz besonders.

Wenn Sie sich dabei überfordert oder hilflos fühlen, dann nehmen Sie Kontakt zu einer Kinder- und Jugendberatungsstelle auf.

Hat Ihr Kind Selbstwertprobleme?

Wenn Sie viele der nachfolgenden Fragen mit Ja beantworten können, dann leidet Ihr Kind sehr wahrscheinlich unter einem geringen Selbstwertgefühl.

In diesem Fall benötigt Ihr Kind eine extra Portion Zuwendung und Hilfe – vielleicht auch in Form einer psychologischen Beratung bei einer Kinder- und Jugendberatungsstelle.

  • Redet es oft geringschätzig von sich?
  • Traut es sich viele Dinge nicht zu und meidet Tätigkeiten?
  • Ist es in Gegenwart anderer eher schüchtern?
  • Hat es vor neuen Aufgaben eher Angst?
  • Vergleicht es sich häufig mit anderen und fühlt sich weniger wert?
  • Wäre es gerne jemand anderer?
  • Ist es schnell gereizt und fährt schnell aus der Haut?
  • Geht es nicht gerne in die Schule?
  • Sagt es oft, dass andere alles viel besser können und diese viel beliebter sind?
  • Ist es schnell frustriert, wenn ihm auf Anhieb etwas nicht gelingt und gibt rasch auf?
  • Sucht es ständig nach Bestätigung und Zuwendung?

11 Strategien, mit denen Sie das Selbstvertrauen und die innere Stärke (Resilienz) Ihres Kindes aufbauen können

Unter Resilienz versteht man die innere Widerstandkraft und Stärke eines Menschen. Menschen mit guter Resilienz verfügen über die nötige innere Widerstandkraft, um Krisen, Niederlagen und Misserfolge zu meistern.

Eine gute seelische Resilienz wird in der Kindheit gelernt und kann trainiert werden.

TIPP 1:Wenn Sie etwas für die Selbstachtung und das Selbstwertgefühl Ihres Kindes tun möchten, dann beginnen Sie bei sich selbst.

Sie können nur etwas überzeugend vermitteln und weitergeben, das Sie selbst besitzen.

Wenn Sie mit Kritik nicht umgehen können, wenn Sie bei Niederlagen rasch frustriert und verärgert aufgeben, wie soll Ihr Kind dann lernen, anders mit Niederlagen und Frust umzugehen?

Weit wichtiger als Worte sind Taten.

Wenn Sie sich anders verhalten, als Sie es Ihrem Kind vermitteln, sind Sie für Ihr Kind nicht überzeugend.

TIPP 2:Ermuntern Sie Ihr Kind regelmäßig, über sich zu sprechen. Zeigen Sie Interesse daran, was Ihr Kind zu sagen hat, an seinen Gefühlen und was es beschäftigt.

Auf diese Weise zeigen Sie ihm, dass Sie seine Gedanken, Gefühle und Person ernst und wichtig nehmen.

TIPP 3:Anerkennende und lobende Worte und Gesten sind der einfachste, schnellste und beste Weg, um das Selbstwertgefühl Ihres Kindes zu stärken.

Kinder wollen – wie Erwachsene – um ihrer selbst willen geliebt werden – d.h. ungeachtet ihrer Fehler, Schwächen und Stärken.

Loben Sie wenigstes ein Mal am Tag Ihr Kind bzw. ein Verhalten von ihm. Am besten es, ein Kind dafür zu loben, dass es sich angestrengt und Mühe gegeben hat.

Wenn Sie es für Fähigkeiten und Talente loben, etwa dass es gut zeichnen, gut rechnen kann, dann kann das dazu führen, dass es Angst vor dem Versagen bekommt und an sich zweifelt, wenn ihm Fehler unterlaufen.

Die Gefahr ist dann groß, dass sein Selbstwertgefühl leidet.

Loben Sie Ihr Kind auch dann, wenn ihm etwas nicht gelungen ist – nämlich dafür, dass es den Versuch unternommen hat und den Mut hatte, etwas Neues auszuprobieren.

TIPP 4:Ermutigen Sie Ihr Kind, neue Dinge auszuprobieren und geben ihm die Sicherheit, dass Sie für es da sind, wenn es Sie braucht.

Bieten Sie ihm Hilfe und Unterstützung an, wenn Sie merken, dass es an sich zweifelt oder nicht vorankommt.

TIPP 5:Nehmen Sie Ihr Kind 1 Mal am Tag in den Arm und sagen ihm: Ich mag dich. Ich bin froh, dass du da bist.

TIPP 6:Halten Sie sich mit Kritik zurück und wenn Sie kritisieren, dann nur das Verhalten und niemals die Person.

Sagen Sie ihm z.B.: Ich mag dich (habe dich lieb), aber deine Nörgelei gefällt mir überhaupt nicht. Geben Sie ihm das Gefühl, dass es als Mensch liebenswert und wertvoll ist – auch wenn Sie sein Verhalten kritisieren.

TIPP 7:Zeigen Sie Ihrem Kind, dass es seinen Gefühlen nicht hilflos ausgeliefert ist und diese beeinflussen kann.

Wenn es sich z.B. schlecht fühlt, könnten Sie es auffordern, die Augen zu schließen und sich etwas sehr Schönes aus der Vergangenheit vorzustellen.

Oder fordern Sie es auf, sich eine Situation vorzustellen, in der es stolz auf sich war, weil es etwas Besonderes erreicht hat.

Nach 1 bis 2 Minuten wird es sich besser fühlen. Erklären Sie ihm, dass es seinen Gefühlen nicht ausgeliefert ist und es Einfluss auf sein seelisches Befinden hat.

TIPP 8:Seien Sie Ihrem Kind ein Vorbild, indem Sie ihm z.B. zeigen, wie man mit Fehlern und Schwächen umgeht.

Zeigen Sie ihm, dass man Fehler machen darf und aus diesen lernen kann – ohne sich dafür zu schämen oder zu verurteilen.

TIPP 9:Regelmäßige emotionale Wärme und Zuneigung in Form von wohlwollendem Lächeln, in den Arm nehmen, knuddeln oder liebevoll über die Haare streichen ist sehr wichtig, um einem Kind das Gefühl zu geben, gemocht und geliebt zu werden. Geizen Sie damit nicht.

TIPP 10:Vermitteln Sie Ihrem Kind das Gefühl, einzigartig zu sein. Das beinhaltet keine Vergleiche mit Geschwistern oder anderen Kindern anstellen. Vergleiche untergraben die Selbstachtung.

Sie erzeugen in einem Kind das Gefühl, nicht in Ordnung und damit nicht liebenswert zu sein.

Eine positive Selbstachtung und ein damit verbundenes positives Selbstwertgefühl sind die wichtigsten Grundlagen dafür, dass Ihr Kind eine stabile psychische Verfassung erlangt, die es ihm erlaubt, darauf zu vertrauen, dem Leben gewachsen zu sein und mit Ablehnung durch andere umzugehen.

TIPP 11:Packen Sie Ihr Kind nicht in Watte und behandeln Sie es nicht wie ein rohes Ei.

Dieser Tipp ist enorm wichtig!

Damit Kinder ein gesundes Selbstvertrauen entwickeln können, müssen diese in jungen Jahren Risiken eingehen und lernen, dass Fehler, Zurückweisungen, Kummer, Schmerz und Niederlagen zum Leben gehören.

Eltern möchten ihre Kunder schützen. Wenn Eltern ihre Kinder jedoch überbehüten,

  • indem sie ihnen alle schmerzvollen Erfahrungen, wie Zurückweisung und Niederlagen vorenthalten,
  • wenn sie diese vor allen seelischen und körperlichen Kratzern bewahren wollen,
  • wenn sie ihnen alle Steine aus dem Weg räumen,

dann gauckeln sie ihnen eine heile Welt vor, die es nicht gibt.

Die Folge der Überbehütung und der Samthandschuhe: die Kinder sind nicht fähig,

  • innere Stärke zu entwickeln,
  • beharrlich, stark und widerstandsfähig zu werden,
  • mit auftretenden Problemen fertig zu werden und
  • sich neuen Bedingungen anzupassen.

Schmerzen aushalten können und erleben, dass man sie überlebt, das ist eine wichtige Erfahrung, die einem als Erwachsener hilft, mit Krisen und Schicksalsschlägen, die jeden unweigerlich treffen, umgehen zu können.

Spätestens im Beruf fühlen sich die überbehüteten Kinder schnell überfordert, wenn nicht alles glatt und rund läuft.

Burnout oder eine Depression sind vorprogrammiert.

Untersuchungen zeigen: Erwachsene, die über die nötige innere Stärke verfügen, Krisen zu meistern,

  • wurden in der Kindheit emotional unterstützt und ermutigt
  • hatten Eltern, die ihnen hinsichtlich ihrer Widerstandsfähigkeit ein Vorbild waren
  • machten die Erfahrung, dass sie in der Lage waren, etwas bewirken zu können. Sie hatten Selbstvertrauen entwickelt.

Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein müssen trainiert werden, wenn sie sich entwickeln sollen.

Durch die Vorenthaltung von negativen und schmerzlichen Gefühlen und Erfahrungen lernen Kinder nicht, mit einem Scheitern umzugehen und schwierige Situationen zu meistern.

Dem Druck und den Anforderungen im späteren Berufsleben sind sie dann nicht gewachsen, da ihr mentales Immunsystem in der Kindheit nicht gestärkt wurde.

Wenn Sie Ihrem Kind schmerzvolle Erfahrungen ersparen bzw. ihm diese aus dem Weg räumen, dann vermitteln Sie ihm, dass es nicht fähig ist, damit umzugehen.

Und genau das ist dann auch der Fall.

Wenn Sie Ihr Kind stark machen wollen, dann ersparen Sie ihm keine negativen Erfahrungen!

Zuviel Schutz und Fürsorge im Kindesalter verhindern die Entwicklung einer psychischen Widerstandskraft und machen schwach.

Lebensweisheit – Probleme gehören zum Leben.

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Dr. Rolf Merkle

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Ich arbeite seit 35 Jahren mit Begeisterung als Psychotherapeut. In meiner Freizeit koche ich leidenschaftlich gerne, spiele Squash und interessiere mich für Kunst.

Was ich für das Wichtigste im Leben halte? Sein Leben so erfüllt zu leben, wie nur möglich. Denn nur wer mit sich zufrieden ist, kann mit anderen Menschen positive Beziehungen haben.

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Hochsensible Kinder merken schnell, dass sie in manchen Bereichen anders sind als die Mehrheit. Sie machen die Erfahrung, dass der Alltag in der modernen Welt nicht für HSP, sondern für die weniger sensible Mehrheit konzipiert ist. Dadurch kann das Gefühl entstehen, nicht in Ordnung zu sein. Das können Sie jedoch von Anfang an verhindern, indem Sie bewusst gegensteuern. So bewahren und stärken Sie die Selbstachtung Ihres Kindes:

Sprechen Sie niemals globale Drohungen aus

„Wenn du das tust, wirst dich Papa nicht mehr lieb haben“, „Wenn du dir dies nicht abgewöhnst, wirst du es schwer haben im Leben, wirst du keine Freunde finden, …“Solche Drohungen sind Gift für das Selbstbewusstsein jedes Kindes.

Sie sind das wichtigste Vorbild für Ihr Kind

Fragen Sie sich ehrlich: Liebe und wertschätze ich mich selbst? Bin ich stolz darauf, hochsensibel zu sein? Wertschätze ich mich und meine Anlagen? Bin ich selbstbewusst? Wenn es da Probleme gibt, diese Fragen mit „ja“ zu beantworten, so arbeiten Sie an sich selbst! Stehen Sie zu Ihrer hochsensiblen Veranlagung, und stellen Sie sich den Herausforderungen des Lebens. Das ist nicht einfach. Wertschätzen Sie sich für Ihre Erfolge, mit dieser schwierigen Situation zurecht zu kommen, und tolerieren Sie Ihre Misserfolge. Sie sind das wichtigste Vorbild für Ihr Kind!

Anerkennen Sie Ihr hochsensibles Kind für seine detaillierte Wahrnehmung

Heben Sie die Vorteile der hochsensiblen Anlage immer wieder hervor. Drücken Sie Ihre Wertschätzung aus für seine Neugierde und für seinen Lerneifer bei denjenigen Bereichen, die ihr Kind interessieren. Wenn es z.B. bei einer turbulenten Familienfeier früher müde wird als andere Kinder, so ist es ungünstig, wenn Sie sagen: „Reiß dich zusammen, schau, die anderen Kinder machen doch auch dies oder das. Und was wird Tante Grete denken, wenn du jetzt quengelst.“

Viel besser ist es, wenn Sie sagen: „Ich weiß, da ss du heute schon sehr viel erlebt und alles genau beobachtet hast. Bei den neuen Liedern hast du besonders konzentriert mitgesungen. Ich verstehe, dass du dich zurückziehen möchtest. Ich möchte noch gerne mit … reden, das wird eine Viertelstunde dauern, dann können wir nach Hause gehen.“ Und ganz wichtig: sollte Ihr Kind von Wahrnehmungen berichten, die Sie nicht haben, nehmen Sie Ihr Kind ernst. Fragen Sie nach, erlauben Sie Ihrem Horizont, sich zu erweitern.

Helfen Sie Ihrem Kind, sich in Gruppen von Gleichaltrigen zu integrieren.

Über dieses Thema ist sehr viel zu sagen, deswegen wird es in einem eigenen Infoblatt behandelt.

Lieben Sie Ihr Kind bedingungslos

Vergleichen Sie Ihr hochsensibles Kind nicht mit anderen Kindern. Stellen Sie nicht seine Leistungen in den Mittelpunkt, sondern zeigen Sie, dass sie sich einfach darüber freuen, dass es existiert und Ihr Leben bereichert.

Wie werden deine Kinder selbstbewusst?

Ein starkes oder schwaches Selbstbewusstsein ist nicht angeboren. Wir kommen nicht als selbstbewusste oder unsichere Menschen auf die Welt. Wie selbstbewusst wir als Erwachsene sind, hängt von vielen äußeren Faktoren ab. Wenn du Kinder hast, kannst du vieles tun, um deinen Kindern dabei zu helfen, zu selbstbewussten Menschen heranzuwachsen.

Was aber bedeutet das, selbstbewusst sein? Es bedeutet nicht, mit spitzen Ellenbogen durch’s Leben zu gehen oder auf einem permanenten Egotrip zu sein. Selbstbewusste Kinder sind sich ihrer bewusst, sie sind in Kontakt mit sich selbst und ihren Bedürfnissen und können deshalb gut in Kontakt mit anderen gehen. Sie sind mit sich im Großen und Ganzen im Frieden. Sie brauchen keine permanente Bestätigung von außen, keine Statussymbole, keine Bewunderer, keine Konflikte. Sie können aber, wenn es nötig ist, durchaus Konflikte durchstehen.

Welche Faktoren spielen hier eine Rolle? Das Selbstbewusstsein von Kindern orientiert sich am Selbstbewusstsein ihrer Eltern, oder derer, mit denen die Kinder aufwachsen. Unsichere Eltern, ob sie es zeigen oder überspielen, prägen unsichere Kinder. Eltern, die mit sich im Reinen sind, ermöglichen ihren Kindern das Gleiche – durch ihr Beispiel.

Wie mit Kindern kommuniziert wird, wirkt ebenfalls. Der Kommentar: „Wie kann man nur so blöd sein“ stärkt das Selbstbewusstsein nicht. „Oje, schiefgegangen. Was machst du das nächste Mal anders?“ dagegen schon. Ein liebevoller Umgang stärkt.

Kinder Kinder sein lassen ist eine weitere wichtige Voraussetzung. Ihnen da Verantwortung übergeben, wo es richtig ist und sie selbst tragen, wo es die Kinder nichts angeht. Was ich damit meine, liest du im Blog vom 27. Mai.

Ganz besonders wichtig ist aber, dass du deinen Kindern etwas zutraust. Das heißt, dass du ihnen auch etwas zumuten musst. Kinder, die nicht gefordert werden, über ihre Grenzen zu gehen, bleiben hinter ihren Möglichkeiten zurück. Immer. Wenn Kinder etwas schaffen, das sie sich erst nicht zugetraut haben, stärkt das mehr als alles andere. „Wow, ich kann das ja, ich brauche ja gar keine Hilfe mehr dabei, ich habe das alleine gelöst!“ ist Medizin fürs gesunde Selbstbewusstsein. Das heißt, du musst deine Kinder immer wieder aus der Komfortzone herausholen. Sie dazu bringen, Dinge zu tun oder zu probieren, auf die sie gar keine Lust haben. Den Staubsaugerbeutel wechseln, ein Fenster putzen, sich die neue Hose alleine aussuchen, eine Lösung für die schwierige Hausaufgabe selbst suchen, auch wenn das Ergebnis erst einmal falsch ist, sich entschuldigen, alleine verreisen. Die Konsequenzen tragen, wenn die Hausaufgaben nicht gemacht sind. So ermöglichst du deinen Kindern, etwas zu lernen und über sich hinaus zu wachsen. Nicht stärkt mehr als die Erfahrung, Probleme aus eigener Kraft gelöst zu haben.

Deshalb mein Appell: Mutet euren Kindern mehr zu! Traut ihnen zu, Schwierigkeiten selbst zu bewältigen, auch wenn sie sich erst einmal überfordert fühlen oder sich dagegen wehren. Traut ihnen zu, etwas zu erreichen, was ihr selbst vielleicht nie erreicht habt und wobei ihr ihnen nicht helfen könnt. Und zuletzt: Erlaubt ihnen, anders zu sein als ihr es seid.

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