Kind macht in die hose

Einmal trocken – immer trocken? Warum trockene Kinder wieder in die Hose machen

Das Einnässen oder Einkoten bei einem längst schon „trocken“ geglaubten Kind kann viele Ursachen haben. Einige davon sind körperlich, meist führen jedoch äußere Faktoren dazu, dass die Hose plötzlich wieder nass ist und die längst vergessene Windel erneut ins Gespräch kommt. Oft ist das dem Kind selbst sehr unangenehm, eine ärgerliche Reaktion oder Strafen der Eltern verstärken das Problem in der Regel mehr als dass sie es beseitigen.

Erster Schritt: Der Gesundheitscheck

Nässt Ihr Kind plötzlich wieder ein, obwohl es seit Wochen oder Monaten trocken ist, sollte an erster Stelle Verständnis und gleich danach ein Gesundheitscheck stehen. Eine Blasenentzündung könnte die Ursache sein. Bei kleineren Kindern ist diese oft nicht mit Beschwerden verbunden, da die Schmerzrezeptoren noch nicht voll entwickelt sind. Klarheit schafft ein Urintest beim Kinderarzt. Er untersucht den Urin auf Bakterien und kann im Falle eines Falles die nötigen Therapien anordnen. Manche Kinder haben auch eine geringe Blasenkapazität. Verändert sich die Ernährung oder erhöhen sich die Trinkmengen, zum Beispiel durch einen Wachstumsschub, kann das dazu führen, dass Ihr Kind erst einmal nicht mehr abschätzen kann, wann es höchste Zeit für den Toilettengang.

In einzelnen Fällen kann die sekundäre Enuresis, wie das erneute einnässen wissenschaftlich genannt wird, auch durch Erkrankungen wie Epilepsie oder Diabetes Mellitus ausgelöst werden. Auch hierauf sollte der Kinderarzt achten.

Ins Spiel vertieft

Waren Toilette oder Topf am Anfang der Sauberkeitserziehung noch etwas ganz Besonderes und der selbständige Gang dorthin mit Belohnung und Anerkennung verbunden, so wird – zumindest für die Erwachsenen – der neue Zustand schnell zur gewünschten Realität, die keiner besonderen Wertschätzung mehr bedarf. Für Kinder sieht die Sache manchmal anders aus. Fehlt der Anreiz in Form von Lob oder Belohnung, dann rückt der Toilettengang in den Hintergrund. Gerade dann, wenn Kinder allzu sehr ins Spiel vertieft sind, bleiben sie lieber dabei und warten so lange damit, aufs Klo zu gehen, bis es zu spät ist. Hinzu kommt, dass Kinder mit 2 oder 3 Jahren noch nicht abschätzen können, wie viel Zeit ihnen bleibt, bis es wirklich dringend und dann eben schnell mal zu spät ist.

Ursache Nummer eins: Ein Geschwisterkind kommt an

Gerade dann, wenn der Altersabstand zwischen dem Erstgeborenen und dem neuen Geschwisterkind gering ist, nutzen Kinder das erneute Einnässen auch als Mittel, um Aufmerksamkeit zu erhalten. Sie sehen, welche große Rolle das Windeln wechseln beim Baby einnimmt und möchten nachziehen.

Stress in Familie und Umfeld

Auch Stress kann dazu führen, dass sich ein bereits trockenes Kind wieder einnässt. Es ist mit seinem ganzen Empfinden von der für es selbst unguten Situation beansprucht. Da rücken körperliche Bedürfnisse und Signale in den Hintergrund und der Toilettengang wird einfach vergessen. Besonders sensible Kinder können bereits durch kleinere Unregelmäßigkeiten oder gefühlte Spannungen und Probleme betroffen sein. Gerade in diesen Fällen ist die nasse Hose den Kindern selbst oft ausgesprochen unangenehm, zum Teil geht das so weit, dass sie versuchen, dies geheim zu halten.

Mein Kind nässt sich wieder ein – Was kann ich tun?

Verständnis ist die erste und einzig richtige Reaktion auf das ungewohnte Verhalten des Kindes. Auch wenn es einen Aufwand bedeutet, den Eltern schon längst abgehakt hatten, ist Gelassenheit an dieser Stelle der zielführende Weg. Seien Sie gewiss, dass auch wieder andere Zeiten kommen und dies nur eine Phase im Leben mit Ihrem Kind darstellt. Auf Strafen und Sanktionen jeder Art sollten Sie verzichten. Stattdessen ist es richtig, dem Kind beim Umziehen zu helfen und nur wenig Aufhebens um das Malheur zu machen. Bleibt die Situation nach einiger Zeit und viel Verständnis unverändert und sind körperliche Ursachen ausgeschlossen, dann können tiefere psychische Probleme zu Grunde liegen. In diesem Fall sollten Eltern sich fachliche Beratung suchen.

Mein Kind macht in die Hose

Dieses Problem kennen wohl viele Eltern. Das Kind ist eigentlich schon sauber und plötzlich, wie aus heiterem Himmel, macht es in die Hose. Auch bei Sabine ist es so: Ihr 6-jähriger Sohn macht immer wieder mal in die Hose und sie ist ratlos, was sie nun tun könnte.

Rat gefragt: Warum macht mein Kind in die Hose?

Hallo,

mein Sohn ist 6 Jahre alt und macht immer wieder mal in die Hose. Dabei ist er schon seit seinem dritten Geburtstag sauber. Meistens passiert es dann, wenn er ins Spiel vertieft ist. Ihn scheint es gar nicht zu stören, dass die Hose nass ist. Egal ob ich ihm sage, dass er sich dann selber umziehen, selbst die Wäsche waschen und aufhängen muss oder andere „Strafen“, es ändert sich nicht. Auch mit Stickern zur Belohnung habe ich es schon versucht und auch ein kleines Geschenk in Aussicht gestellt. Es ändert nichts. Er macht einfach in die Hose. Was kann ich tun?

Danke, Sabine

Kind macht in die Hose – Tipps aus unserer Redaktion

Liebe Sabine,

dein Kind macht in die Hose und das verärgert dich. Du ärgerst dich darüber, dass er nicht rechtzeitig auf die Toilette geht, dass es ihm scheinbar gleichgültig ist, dass weder Belohnungen, noch Strafen funktionieren und du auf einem Haufen Wäsche sitzen bleibst. Du hast also schon sehr viel versucht, damit er wieder sauber wird – nur: Du bist nicht dafür verantwortlich, dass er sauber ist. Egal was du machst oder was du ihm anbietest, wenn er gerade vertieft ist oder anders beschäftigt, schafft er es einfach nicht – stattdessen steigt sein Frust, dass er für etwas, das er nicht bewusst steuern kann, eine Strafe bekommt oder die Belohnung nicht erhält. Das trübt natürlich sein Selbstbewusstsein und gibt ihm das Gefühl, dass mit ihm etwas nicht stimmt. So kränkt er sich und die Negativspirale beginnt.

Vom Sauber werden

Das Sauber werden ist ein komplizierter Prozess, der auch sehr störanfällig ist. Ein Kind muss viel Aufmerksamkeit erbringen. Das ist auch mit 6 Jahren noch eine große Aufgabe, weil es doch so viel zu entdecken und zu lernen gibt. Das ist doch wundervoll, dass er so in einer Aufgabe versinken kann, dass er um sich herum alles vergisst. Ich kann jetzt nur Vermutungen anstellen:

Veränderungen

Dein Sohn ist 6 Jahre alt. Es ist nicht ungewöhnlich, dass er nun wieder in die Hose macht – in dieser Phase kurz vor der Einschulung. Schließlich steht eine große Veränderung bevor und das merken sie: Fragen wie „freust du dich schon auf die Schule“, „jetzt bist du dann aber ein großer Bub“ etc. machen unbewussten Druck, denn dein Sohn weiß nicht, was ihn erwartet oder, wenn er schon in der Schule ist, könnte auch sein, dass er unter Stress steht und den Anforderungen noch nicht gewachsen ist. Zum Thema Schulanfang gibt es auch einige empfehlenswerte Bücher. Er war ja schon sauber – vielleicht ist die Ursache eine andere. Gab es Veränderungen wie einen Umzug, die Geburt eines Geschwisterchens, einen Todesfall, Scheidung, etc.? Gibt es innerhalb der Familie Spannungen, die er spürt, aber nicht zuordnen kann und die ihn verunsichern? Geh mit ihm ins Gespräch, höre ihm zu und frage, was er sich denn vorstellen könnte.

Du bist nicht verantwortlich

Noch eine Idee: Nimm den Druck raus und gib ihm die Verantwortung für seinen Körper. Sag ihm, dass er selbst dafür verantwortlich ist. Wenn er nass ist, soll er sich umziehen, sich waschen und trockene Kleidung anziehen. Das kann er mit 6 Jahren schon. Übertrage ihm die Verantwortung. Zeige ihm, dass du ihm vertraust. Biete ihm deine Hilfe an, wenn er sie braucht, aber: DU bist nicht dafür verantwortlich, dass er sauber ist.

Wenn sich die Situation nicht ändert, dann sucht euch Unterstützung in einer Ambulanz für Eneuresis, aber betrachtet nicht immer nur das Kind in seiner Situation, sondern die ganze Familie – es geht dabei nicht darum einen Schuldigen zu finden, sondern um einen neuen Ansatz und eine neue Kommunikation.

Alles Liebe, Anna

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Was machen wenn Kind wieder in die Hose macht ( Pipi und groß)?

Antwort auf:

Was machen wenn Kind wieder in die Hose macht ( Pipi und groß)?

Hallo Ilwi,
ich denke, Sie liegen mit Ihrer Vermutung richtig.
Die Entwicklung der Kontinenz (Trocken- und Sauberwerder) ist ein sehr komplizierter Prozess und leider auch sehr störanfällig. Bis die Kinder absolut verlässlich trocken und sauber sind, müssen sie viel Aufmerksamkeit erbringen und dass ist in dem Alter Ihrer Tochter eine sehr große Aufgabe, gilt es doch so viel zu lernen und entdecken.
Tatsächlich kann es für Ihr Mädchen im Moment schwierig sein, wenn sich ihr vertrautes Kindergartenumfeld verändert – Abschied nehmen gleicht in dem Alter schon Trauerarbeit und kann sehr beherrschend sein. Natürlich können auch familiäre Streitigkeiten verunsichern und in so einer Phase des Umbruchs viel stärker erlebt werden als sonst.
Ich kann von hier aus nur Vermutungen anstellen, aber ich glaube, Ihr kleines Mädchen steckt im Moment in einer großen Bedrängnis: die Trauer um den bevorstehenden Verlust der Freundinnen und die erhöhten Anforderungen im Kindergarten verlangen ihr viel Aufmerksamkeit ab, das kompensiert sie, indem sie sich in ihrem Spiel/Phantasiewelt auslebt und dadurch bekommt sie die Signale von Blase und Darm nicht rechtzeitig mit, so dass sie es zur Toilette nicht mehr schaffen kann. Das irritiert sie sicherlich selber, weil sie es ja tatsächlich nicht wollte.
Das Sie ungeduldig werden ist verständlich, kann aber von Ihrer Tochter als Verstärker ihrer eigenen Anspannung und Verunsicherung erlebt werden.
Wie gesagt, ich kann Ihre Reaktion sehr gut verstehen, sind Sie doch genauso ratlos wie Ihre Tochter und erleben selber auch Druck (Schuldzuweisungen) von außen.
Sie und Ihre Tochter brauchen jetzt etwas Geduld und Akzeptanz; ich rate Ihnen folgendes:
1. Lassen Sie sich nicht von außen irritieren, sie kennen Ihrer Tochter am besten und scheinen ihr Wohl gut im Auge zu haben.
2. Machen Sie einen Termin bei Ihrer Kinderärztin, um zu klären, ob organisch wirklich alles in Ordnung ist (z.B. den Ausschluss einer Blasenentzündung – halte ich eher für unwahrscheinlich, da sie das Einnässen ja nur für den häuslichen Bereich beschreiben – und den Ausschluss einer Verstopfung, bezüglich des Einkotens).
3. Besprechen Sie mit Ihrer Tochter, wie sie die Situation am Nachmittag lösen können; möchte sie erst einmal wieder nachmittags ein Windelhöschen tragen?
Tragen Sie gemeinsam Ideen zusammen, dadurch fühlt sich Ihre Tochter ernst- und angenommen, vielleicht kann sie Ihnen in solch einer vertrauten Situation auch ihre Empfindungen benennen und sich dadurch der Knoten ein wenig lösen.
Machen Sie sich nicht zu viele Sorgen, auch bei größeren Kindern kann es immer noch einmal passieren, dass sie die Signale ihres Körpers nicht richtig wahrnehmen und dann das große oder kleine Geschäft in der Hose landet; das hat in der Regel nichts mit Ihnen als Eltern zu tun.
Mit freundlichen Grüßen
Manuela Thomä

von Manuela Thomä am 20.05.2013

Psychiatrie, Psychosomatik & Psychotherapie

Kontrolle der Blase

Bis zu einem Alter von fünf Jahren sind die meisten Kinder nachts trocken. Machen aber ältere Kinder noch ins Bett (Enuresis) oder tags in die Hose (Harninkontinenz), sind Eltern oft beunruhigt. Ärzte betonen jedoch, dass die Enuresis und Harninkontinenz häufig ist und gut behandelt werden kann.

Eltern sollten wissen, dass:

  • Ungefähr 10 Prozent der Kinder (Jungen doppelt so oft wie Mädchen) im Alter von sieben Jahren noch ins Bett machen
  • Ungefähr 2-3% der siebenjährigen Kinder tags in die Hose machen
  • Bettnässen familiär gehäuft auftreten kann
  • Das Einnässen tags verschiedene Ursachen hat
  • Bettnässen und Einnässen tags mit zunehmendem Alter seltener wird – allerdings nässen auch ein bis zwei Prozent der Jugendlichen noch nachts ein (tags sind es 0,5% bis 1%)

Nässen über 5-jährige Kinder noch ein, ist das nur in seltenen Fällen ein Hinweis auf eine Störung der Niere, der Blase oder auf eine sonstige körperliche Erkrankung. Vielmehr ist eine sich langsamer als bei anderen Kindern entwickelnde Blasenkontrolle häufig die Ursache für das Bettnässen, die überwiegend genetisch bedingt ist. Für das Bettnässen gibt es darüber hinaus auch psychosoziale Gründe, die Auslöser für Rückfälle sein können. Beginnt ein Kind nach Monaten oder gar Jahren des Trockenbleibens wieder ins Bett zu machen, kann das an Ängsten oder Unsicherheiten liegen, die das Kind belasten. Diese können z.B. durch einen Umzug in eine andere Stadt, den Verlust eines Familienmitgliedes oder durch die Geburt eines Geschwisterkindes verursacht werden. Aber auch Ärger mit anderen Kindern, mit Erzieher(innen) oder Lehrern kann zu einem Rückfall führen. Eltern können darauf vertrauen, dass Kinder nie absichtlich ins Bett machen, sie schämen sich in der Regel für den Vorfall. Sie sollten ihrem Kind daher Mut machen und ihm vermitteln, dass sie fest davon überzeugt sind, dass es schon bald nachts trocken bleibt.

Beim Einnässen tags gibt es viele verschiedene Formen, die unterschiedliche Ursachen haben. Auch ist die Rate von begleitenden körperlichen Erkrankungen wie Harnwegsinfekte häufiger als beim Bettnässen, so dass die Kinder besonders sorgfältig vom Kinderarzt untersucht werden müssen.

Ein Besuch beim Kinderarzt kann oft sehr hilfreich sein, um den Ursachen für das Einnässen auf die Spur zu kommen. Er kann bei Bedarf an einen Kinder- und Jugendpsychiater überweisen. Bei seelischen Problemen, wie z.B. ADHS, andauernde Traurigkeit, Verstörtheit oder einer Änderung der Ess- und Schlafgewohnheiten sollten sich Eltern mit dem Kind dagegen an einen Kinder- und Jugendpsychiater wenden. Er versucht gemeinsam mit dem Kind und seinen Eltern die Probleme zu lösen.

Ankündigung

Hallo,
ich weiß nicht, ob dies gerade das richtige Forum ist, mit meinem Problem kann man es wohl in verschiedene Kapite schreiben.
Ich habe seit letztem Jahr ziemliche Probleme mit meinem 10-Jährigen Sohn. Letztes Jahr kam er völlig außer Atem, weindend, aus der Schule nach Hause, mit voller Hose. Den Weg vom Bus hat er nicht geschafft. Ich habe ihn getröstet, dass sei doch nicht schlimm, das kann doch mal passieren usw.
Ich habe ihn daraufhin sauber gemacht, abends beim Zubettgehen sprach er das Thema noch mal an und ich versicherte ihm, dass es wirklich nicht schlimm sei.
In dieser Nacht machte er aber plötzlich das Bett nass. Das war zuletzt vorgekommen, als er vier Jahre alt war. Als ich das mitbekommen hatte, war es ihm erst unangenehm, dann sagte er aber sofort: „Du hast doch gesagt, das ist nicht schlimm und kann mal passieren.“ Ich war dann schon beunruhigt, zwei Unfälle innerhalb von einem Tag. Wollte er eine Bestätigung, dass es wirklich nicht schlimm sei wenn er es mal nicht auf Toilette schafft?
Seit diesem Tag macht er fast jede Nacht ins Bett. Auch tagsüber kommt er jetzt mehrmals die Woche mit voller Hose nach Hause. Es passiert wohl immer auf dem Nachhauseweg. Ich kann ja verstehen, dass er ungern in der Schule auf Toilette geht, aber es dann jedes Mal nicht bis nach Hause schafft…
Aber das ganze weitete sich aus, er kommt mit voller Hose aus der Schule und sagt nichts darüber, setzt sich mit der vollen Hose an den Mittagstisch zum Essen. Durch den Geruch habe ich dann mitbekommen, dass er wieder in die Hose gekackt hat.
Inzwischen mache ich ihn nicht mehr sauber, er muss sich selber waschen und auch die vollgekackten Hosen vorreinigen. Das reduzierte für kurze Zeit das Einkoten. Dann ging es aber auch zu los, dass er zu Hause groß in die Hose machte.
Darauf angesprochen meint er dann er habe es nicht gemerkt, er hatte keine Lust zur Toilette zu gehen, es sei doch seine Hose, es könne mir doch egal sein usw.
Wir haben viele Untersuchungen bei Fachärzten hinter uns. Es war nichts festzustellen. Dann sind wir zum Kinderpsychologen – zu dem wollte er absolut nicht hin. Ich also mit ihm dann zum Kinderpsychologen, das war erst ein ziemlicher Kampf. Inzwischen hat er auch festgestellt, dass er eine erfolgreiche Waffe hat, wenn man einfach in die Hose macht. Beim ersten Termin beim Psychologen, machte er während der Fahrt in die Hose. Und wie er neben mir im Auto saß machte er komische Bewegungen und strengte sich an und dann konnte man schon riechen, was passiert war. Angeblich kam es so plötzlich, aber ich hatte den Eindruck, dass er absichtlich in die Hose gemacht hatte. Wir sind also zurück nach Hause, waschen, umziehen, dann hat er bei der neuerlichen Fahrt in die Hose gepinkelt.
Wir waren ohnehin schon zu spät für den Termin, jetzt bin ich aber mit ihm und seiner nassen Hose rein, dann konnte der Psychologe gleich mal sehen, was los ist. Der schickte uns aber dann gleich wieder weg und meinte, er solle für den nächsten Termin besser Windeln tragen.
Ich war so sauer, bin mit ihm in die Apotheke, noch mit nasser Hose und habe für ihn Windeln gekauft.
Allerdings hat es die Sache nur noch schlimmer gemacht. Er bekommt zwar jetzt nachts auch Windeln, aber wenn er aus der Schule kommt, will er manchmal sofort eine Windel. Wenn ich ihn sage, dass er jetzt keine bekommt, er kann auf Toilette gehen, dann seine Antwort, dass er dann halt in die Hose macht, was er dann auch tut. Pinkelt rein, kackt rein, oder auch beides.
Umziehen macht er nur nach Aufforderung.
Belohnungen und Strafen bringen rein gar nichts. Gibt es z.B. PC-Verbot, dann macht er erst recht in die Hose.
Gestern habe ich versucht seine volle Hose zu ignorieren, dann ging er zwischendurch mit voller Hose zum Urinieren zur Toilette, zog sich aber nicht um.
Als er für die Nacht gewickelt werden wollte, musste ich ihn erst zum Duschen auffordern.
Sein Zimmer stank wie Bahnhofsklo!
Zu unserer Situation – ich bin seit 3 Jahren allein erziehend, Marcel hat keine Geschwister, der Vater kümmert sich um den Jungen überhaupt nicht.
Er ist sonst ein guter Schüler, ist sonst freundlich und man hat ihn gern, aber er ist ein ziemlicher Einzelgänger.
Bis auf sein in die Hose machen, habe ich sonst kaum Probleme mit ihm.
Ich weiß echt nicht, was ich noch machen soll.

Sie war trocken, pinkelt plötzlich wieder in die Hose und will eine Windel….

Hallo,
nach langer Pause bin ich wieder hier weil ich mal wieder einen Rat brauche.
Meine Tochter wird im Dezember 3 Jahre alt und sie war seit ca 6 Wochen komplett sauber, sie brauchte nur noch beim Mittagsschlaf und nachts eine Windel. Das ging alles problemlos, wir haben ihr nichts aufgezwungen, sie wollte „gross“ sein und ohne Windel. Das ging auch alles wirklich super bis auf ein paar Unfälle. Sie hat sich beim spielen vergessen und hat in die Hose gepinkelt. Das fand ich auch überhaupt nicht schlimm, das gehört dazu. Bis ich letztens mitbekommen habe, dass mein Mann sie ganz dolle geschimpft hat als sie mal wieder in die Hose gemacht hat. Er hat sie so angebrüllt dass ich das sogar im Obergeschoss von unserem Haus gehört habe
Seitdem klappt es mit dem Toilettengang gar nicht mehr. Sie pinkelt bis zu 8x am Tag in die Hose. Ich bin ständig am Waschen und habe keine frischen Sachen mehr. Auch wenn ich sie aufs Klo setzen will wehrt sie sich und will nicht. Wenn ich sie dann doch dazu überreden kann kommt auch meistens was und sie ist stolz wie Bolle wenns geklappt hat.
Ich hab mit einer befreundeten Familientherapeutin drüber geredet und sie meinte, ich soll ihr auf unbestimmte Zeit (ca 1-2 Wochen ) wieder eine Windel anziehen und dann einen neuen Versuch starten. Naja… das ist ja nicht grad das was ich wollte. Ich wollte eigentlich keine Rückschritte machen. Ich bin ein wenig sauer auf meinen Mann, total enttäuscht und ehrlich gesagt etwas ratlos.
Was soll ich machen? Ihr wieder eine Windel anziehen und den Rückschritt einfach akzeptieren oder soll ich sie ohne Winel lassen?
Bitte um Hilfe.
LG putput

© OVB Bei unklarem Fieber immer an einen Infekt der Harnwege denken © OVB

Wenn Kinder plötzlich wieder in die Hose machen, nachdem sie schon gelernt hatten, aufs Klo zu gehen, kann das ein Hinweis sein. Andere klagen über Bauchschmerzen oder müssen plötzlich ständig aufs Klo.

Dahinter steckt dann nicht selten ein Infekt der Harnwege.

Eine solche Entzündung ist bei Kindern durchaus häufig. Etwa sieben Prozent aller Mädchen und 1,6 Prozent der Buben leiden bis zu ihrem sechsten Geburtstag mindestens ein Mal daran. Über die Hälfte der Infekte treten dabei vor dem dritten Geburtstag auf. Im ersten Lebenshalbjahr sind überwiegend Jungen, dann deutlich öfter Mädchen betroffen.

Je nachdem, wie alt die Kinder sind, kann sich der Infekt anders zeigen. Bei Neugeborenen und Säuglingen sind die Beschwerden oft relativ unklar. Die Kinder sind teils unruhig, trinken schlecht, reagieren oft empfindlich auf Berührung. Zudem kann es zu Fieber, Durchfall und Erbrechen kommen – selbst Ärzte denken dann oft nicht sofort an einen Harnwegsinfekt. Sind die Kinder schon etwas älter, kann es sein, dass sie wieder einzunässen beginnen oder auch öfter auf die Toilette müssen. Das Wasserlassen kann schmerzhaft sein. Häufig klagen die Kinder auch über Bauchweh. Insgesamt kann man sagen: Hat ein Kind Fieber und ist die Ursache nicht klar, sollte man immer auch an einen Harnwegsinfekt denken.

Um diesen sicher festzustellen, benötigt man eine Urinprobe. Doch ist es gerade bei Kindern nicht immer einfach, den Urin sauber zu gewinnen. Bei kleineren Kindern kann es nötig sein, den Urin direkt aus der Blase zu entnehmen. Bei Mädchen geht das meist am einfachsten mit einem speziellen kleinen Kinderkatheter. Bei Buben kann es für das Kind schonender sein, den Urin über eine dünne Nadel durch die Bauchdecke zu entnehmen.

Für die sorgfältige Untersuchung ist es wichtig, eine Urinkultur anzulegen. So kann man erkennen, welche Keime sich darin befinden und so feststellen, welches Antibiotikum für die Behandlung am besten geeignet ist.

Hat das Kind eine Harnwegsentzündung, ist es zudem wichtig herauszufinden, ob es schon öfter ähnliche Beschwerden hatte, es sich also um einen ersten oder einen wiederholten Infekt handelt. Zudem sollte man abklären, ob es mit dem Wasserlassen Probleme gibt und die Blase sich gut genug entleert. Dabei helfen der Ultraschall und ein Miktionsprotokoll.

Vor allem, wenn bei einer Entzündung der Harnwege Fieber hinzukommt, ist es wichtig, den Infekt früh zu erkennen und mit Antibiotika zu behandeln. Sonst besteht die Gefahr, dass die Nieren dauerhaft geschädigt werden. Nieren, Harnleiter und Blase sollten dann unbedingt per Ultraschall untersucht werden. So lassen sich nicht nur Anzeichen für einen Infekt erkennen, sondern auch Erweiterungen in den Nieren oder Harnleitern.

Bei fast einem Drittel der Kinder, die an einer Harnwegsentzündung mit Fieber erkranken, findet man einen Reflux. Das heißt: Der Urin läuft von der Blase in Richtung Niere zurück. Erkrankt ein Kind bereits als Säugling an einem fieberhaften Harnwegsinfekt mit Nierenentzündung, sollte man daher immer prüfen, ob ein Reflux vorliegt. Ältere Kinder sollte man spätestens dann untersuchen, wenn sich die Harnwege öfter entzünden oder sich im Ultraschall oder einer Szintigrafie Veränderungen an den Nieren erkennen lassen.

Im Ultraschall lässt sich ein Reflux nicht sicher feststellen. Daher sollte zusätzlich eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel, eine Miktionszysturethrografie, durchgeführt werden. Die Blase wird dazu mit Kontrastmittel gefüllt. Ein spezielles Röntgengerät macht dann Aufnahmen, während sich die Blase entleert. Moderne Röntgengeräte mit speziellen Kinderfiltern machen dies heute mit einer geringen Strahlenbelastung möglich. Besteht ein stärkerer Reflux, reicht eine Ultraschalluntersuchung mit Kontrastmittel aus, um den weiteren Verlauf zu kontrollieren. Diese Miktionsurosonografie kommt ohne Strahlung aus. Um eine sichere erste Diagnose zu stellen, genügt sie aber nicht. Vor allem, wenn nur wenig Urin von der Blase zurückfließt, lässt sich das mit Ultraschall nicht sicher erkennen.

In speziellen Fällen, etwa wenn die Diagnose trotz der Untersuchungen unklar ist und es immer wieder zu Infekten kommt, kann man ein PIC-Zystogramm erwägen. Dabei wird die Blase unter Narkose untersucht und ein Kontrastmittel direkt vor die Mündung des Harnleiters gespritzt. So lässt sich auch erkennen, wenn nur wenig Urin in die Niere zurückfließt. Dies kann auch gleich mit einer Unterspritzung behandelt werden.

Leidet das Kind unter einem Reflux, muss man individuell entscheiden, wie die Therapie aussehen soll. Zusätzlich sollte dazu eine nuklearmedizinische Untersuchung, eine Szintigrafie, der Nieren durchgeführt werden. So lässt sich erkennen, ob es dort bereits Schäden gibt.

Sind Narben zu erkennen, sollte man die Therapie nicht aufschieben. Infrage kommt eine Prophylaxe mit Antibiotika. Die Kinder erhalten die Medikamente niedrig dosiert für maximal sechs Monate bis zu einem Jahr. Eine weitere Möglichkeit ist ein minimal-invasiver Eingriff. Dabei wird die Harnleitermündung mit einer Zuckerlösung mit Hyaluronsäure unterspritzt. Ist der Reflux ausgeprägt, kommt auch eine Operation infrage. Ziel ist es dabei vor allem, bleibende Nierenschäden zu verhindern.

Sonja Gibis/Julia Straub

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