Kind isst nicht

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Baby 1 Jahr isst wenig bis kaum…

Liebe besorgte Mami „HikaruHoshi“,
zunächst einmal: Ein allgemeiner Plan/eine Richtlinie fürs Kleinkindalter könnte grob so aussehen:
Morgens: Milch + Brot oder Müesli
Vormittags: Obst + Knabberei, nur Knabberei, nur Obst oder Getreide-Obst-Brei, hin und wieder ein kleiner Joghurt
Mittags: Gemüse, Beilage und 2-3 mal Fleisch und einmal Fisch
Nachmittags: nach Bedarf etwas Obst + Knabberei oder Getreide-Obst-Brei, hin und wieder ein kleiner Joghurt
Abends: Milchbrei mit Obst, Brot + Käse plus Gemüsesticks, Milch, Müesli
Zwischendurch Getränke wie Wasser, Tee oder Schorle.
Es steht Ihnen jederzeit frei die Mahlzeiten untereinander auszutauschen.
Was die Speisenauswahl betrifft kann ich Ihnen folgendes mit auf den Weg geben.
Diese „ich-ess-jetzt-mal nix“ oder „ich-ess-nur-was-mir-schmeckt“ Phasen kommen häufiger vor als man denkt. Fast jedes Kleinkind zeigt mal diese Marotten. Das Essverhalten der Kleinkinder ist nur in den wenigsten Fällen so wie es „sein sollte“. Kinder in diesem Alter haben ihren eigenen Kopf und entwickeln spezielle Vorlieben. Die Kinder werden wählerischer, haben keine Zeit zum Essen und schaffen oftmals nur Spatzenportionen. Und Neues probieren wollen sie auch nicht (mehr). Während dieser Phase werden Kinder sich auch mehr darüber bewusst wie ein Speisenteller auszusehen hat, sie weigern sich, wenn das Essen nicht „richtig“ aussieht oder der Teller bzw. das Brettchen nicht richtig platziert sind usw.
Auch bestimmte äußere Einschnitte (Kita, Kiga, neues Geschwisterchen, Umzug, familiäre Ereignisse….) können das (Ess)verhalten beeinflussen.
Wichtig ist, dass Ihr Mädchen fit und gesund ist. Das zeigt Ihnen, sie ist gut versorgt. Soweit also alles gut.
Kinder – wie auch wir Erwachsene – entwickeln Vorlieben und es gibt Kinder, die sich – zumindest phasenweise – nicht viel aus täglicher Abwechslung machen. Haben sie eine bestimmte Vorliebe (häufig Nudeln, nackt oder mit Soße) entwickelt, bleiben sie dabei, da dies ihnen auch eine gewisse Sicherheit gibt: „Dies schmeckt mir und ist mir gut bekommen, das merke ich mir und dabei bleibe ich (erst mal)“.
Aber ich weiß aus Erfahrung, das wird wieder besser werden. Irgendwann platzt immer der Knoten. Bis dahin ist Ihr Mädchen eben mit „so wenig“ zufrieden. Lassen Sie sich da nicht entmutigen. Ich bin mir ganz sicher, die Speisenauswahl wird wieder umfangreicher werden.
Kinder loten beim Essen ihre Grenzen aus und schauen wie weit sie gehen können. Sie merken sehr schnell, wie wichtig den Müttern/Eltern das Essen ist. Schnell steht hier die Befürchtung im Raum, die Kleinen könnten zu wenig bekommen oder einen Mangel erleiden. Oder abends hungrig ins Bett gehen oder nicht durchschlafen. Mit „Theater beim Essen“ können die Kleinen die Eltern am meisten „treffen“.
Ein paar lieb gemeinte Anregung meinerseits:
Fragen Sie nicht Ihre Tochter, was sie haben will. Versuchen Sie nicht angestrengt Mahlzeiten zu „finden“, die ihr schmecken könnten. Das ist überhaupt nicht angebracht und notwendig. Nein, Sie als Mama geben vor was es zu essen gibt. Es kann eine gewisse Auswahl geben, bei der Ihre Tochter wählen kann. Ist nichts dabei, gibt es auch ansonsten nichts.
Wenn die Kleine wenig oder gar nichts isst, bekommt sie nichts Beliebteres, sondern bis zur nächsten Mahlzeit nichts. Das ist nicht so schlimm. Also ruhig ab und zu mal den Hunger zum Gehilfen machen.
Auch wenn es schwer fällt. Ich weiß, es ist nicht so leicht, aber versuchen Sie es aus: bieten Sie Ihrem Mädchen eine Auswahl an Speisen an, die Portion auf ihrem Teller dabei eher klein halten. Und dann lassen Sie sie einfach mal in Ruhe!!!!
Schauen Sie nicht auf ihren Teller hin, maßregeln Sie sie nicht dauernd, motivieren Sie sie nicht, interessieren Sie sich nicht für ihr Essverhalten. Sie möchten doch auch nicht, dass Ihr Essen dauernd kommentiert wird, oder? Essen Sie und die Familie selbst mit Genuss, unterhalten Sie sich am Tisch über angenehme Dinge.
Mein Tipp: Leben Sie Ihrer Tochter als Vorbild abwechslungsreiches Essen vor. Zeigen Sie ihr wie viel Freude das Essen macht, und dass es so viele schmackhafte Gerichte gibt. Besetzen Sie das Essen positiv. Vermeiden Sie Tadel, Zwang und zu große Aufmerksamkeit gegenüber ihrem Verhalten. Je weniger Sie dem Verhalten Ihres Kindes Bedeutung beimessen und je weniger Sie erzwingen, umso mehr wird sich Ihre Tochter am Essen interessieren.
Versuchen Sie die Mahlzeiten auf drei Hauptmahlzeiten und zwei Zwischenmahlzeiten zu begrenzen. Snacks zwischendurch mindern den Appetit bei den wichtigen Hauptmahlzeiten.
Also keine kleinen Happen zwischendurch, damit sich ordentlich Hunger aufbauen kann.
Ziehen Sie Mahlzeiten nicht in die Länge. Nach etwa 30 Minuten sollte das Essen beendet sein, egal ob aufgegessen oder nicht. Dann ist wieder Spielzeit etc.
Eine angenehme Atmosphäre, kein Zeitdruck, ein hübsch gedeckter Tisch sind einladend und regen den Appetit an.
Nach Möglichkeit die Kleine ins Einkaufen, Zubereiten, Tisch decken…einbeziehen. Ich bin mir ganz sicher, die Speisenauswahl wird umfangreicher werden. Versteifen Sie sich auch nicht so sehr auf die Mahlzeiten, freuen Sie sich mehr darüber, dass es Ihre Tochter gibt und es Ihrem Mädchen gut geht!
Herzlicher Gruß
Ihr HiPP Expertenteam
PS: Versuchen Sie auch die Milch in der Nacht einzudämmen. Denn trinkt sich Ihre Kleine da gut satt, ist es verständlich wenn sie tagsüber kaum Hunger hat.

Essprobleme bei Kindern: Auch richtig Essen will gelernt sein

Essprobleme bei Kindern können unterschiedlich aussehen

Fast alle Eltern machen sich Sorgen, wenn ihr Kind nicht genug isst. Wird uns doch immer wieder eingetrichtert, dass gerade in den ersten Lebensjahren, in denen die Kleinen so schnell wachsen, eine ausgewogene Ernährung besonders wichtig ist. In den ersten Lebensmonaten, so lange die Kleinen ausschließlich Milch bekommen, verläuft die Nahrungsaufnahme oft noch unproblematisch. Doch mit Beginn des Beikostaltersmöchten manche Eltern schier verzweifeln. Die folgenden Punkte zeigen Ihnen, wie Essprobleme bei Kindern aussehen können:

  • Manche Kinder zappeln herum, schlagen nach dem Löffel und weigern sich, den Mund aufzumachen. Andere Kinder essen und trinken extrem langsam. Manche schlafen beim Essen sogar schlicht ein.
  • Wieder andere sind extrem wählerisch und verweigern die Nahrung, wenn nicht das Gewünschte dabei ist. Vielleicht wird sogar voll Trotz der Teller vom Tisch gefegt.
  • Manche Kinder erbrechen sich nach dem Füttern. Andere Kinder essen nur, wenn daneben der Fernseher läuft, Mama den Clown spielt oder ihnen das Essen beim Herumlaufen „nebenbei“ in den Mund geschoben wird.
  • Kleinkinder bekommen beim Essen regelrechte Tobsuchtsanfälle oder verhandeln mit den Eltern ausgiebig über jede zu essende Portion.

Zwang beim Füttern führt zu Essproblemen

Besonders gefährdet sind Frühchen oder Kinder, die bereits bei Geburt zu leicht waren. Sie sind schon in den ersten Lebensmonaten häufig betroffen. Wenn das Kleine einmal weniger trinkt, haben die Eltern schnell Angst, ihr Kind bekäme nicht alle nötigen Nährstoffe, um sich richtig zu entwickeln. Dann wird getrickst und abgelenkt, nur um noch etwas mehr Milch in das Kleine hineinzubekommen. Letztlich bedeutet das aber, dass die Sättigungssignale des Kindes nicht beachtet werden und das Baby zum Trinken gezwungen wird. Die Reaktion: das Kind verweigert das Essen – ein Teufelskreis beginnt.

Auch wenn die Probleme unterschiedlich aussehen, gibt es eine Grundregel: Empfinden die Eltern die Situation beim Füttern mindestens einen Monat lang als schwierig und belastend, sprechen Experten von Essproblemen bei Kindern. Mit „Essprobleme bei Kindern“ ist hier also ein Wechselspiel zwischen Kind und Eltern gemeint. Essprobleme sind allerdings nicht nur ein psychologisches Problem, sondern können zu Gewichtsverlust und Gedeihstörungen führen. In schweren Fällen kann sogar eine vorübergehende Sondenernährung nötig werden.

Wenn Ihr Kind das Essen verweigert

Wenn Ihr Baby oder Kleinkind das Essen verweigert, nicht (mehr) zunimmt und/oder untergewichtig ist, sollten Sie es als erstes beim Kinderarzt untersuchen lassen. Organische Ursachen für Essprobleme bei Kindern können z. B. akute Erkrankungen, Erkrankungen des Herzens, der Leber, das Magens oder des Darms, Unverträglichkeiten bestimmter Nahrungsmittel oder eine gestörte Mundmotorik sein. Manchmal sind Krankheiten, Operationen oder Stresserlebnisse wie Trennungen lediglich die Auslöser.

Häufig liegen jedoch nicht-organische Gründe vor. Ihr Kind verweigert das angebotene Essen meist deshalb, um etwas Angenehmes zu erreichen oder etwas Unangenehmes zu vermeiden. So kann das Kleine mit seiner Verweigerung sich die erhöhte Aufmerksamkeit der Eltern sichern oder seine Lieblingsspeise „erhungern“. Oder es reagiert auf das Einflößen der Nahrung unter Zwang oder eine emotional angespannte Füttersituation mit Zurückweisung.

Wichtigste Regel: Ihr Kind entscheidet, wie viel es wovon essen möchte

Ein „Suppenkasper“ macht seine Eltern oft hilflos, wütend und unsicher. Je stärker diese Gefühle bei den Eltern werden, umso stärker werden sie auch beim Kind. Bald wird das Essen zu einem Kampf und bedeutet für alle nur noch Stress. Und in einer extrem angespannten Situation vergeht jedem der Appetit oder die Bereitschaft zu essen und die Essprobleme nehmen weiter zu. Bei kleinen Kindern kann die täglich benötigte Nahrungsmenge starken Schwankungen unterliegen. Lernen Sie wieder, Ihrem Kind zu vertrauen: Bieten Sie Ihrem Kind das Essen zu festen Zeiten an. Ihr Kind darf selbst entscheiden, ob es hungrig ist und wenn es essen möchte, wovon. Ihr Kind isst einfach so viel oder so wenig es mag von dem, was es zu den Mahlzeiten gibt und bekommt kein Extra- oder Ersatzessen. Faustregel: Kein gesundes Kind wird freiwillig vor einem vollem Teller verhungern!

Geben Sie ihm weiter Zwischenmahlzeiten, damit sein Blutzuckerspiegel zwischen den Hauptmahlzeiten nicht zu stark abfällt. Vermeiden Sie bei Kleinkindern jedoch zu viele Süßigkeiten oder Knabbereien zwischen den Mahlzeiten. Besser sind etwas frisches Obst oder ein Stück Brot. Da Essprobleme bei Kindern oftmals durch das Verbinden mit etwas äußerst Unangenehmen zustande kommen, muss Essen wieder positiv besetzt werden. Also darf ein betroffenes Kind im Essen herummanschen, es in die Hand nehmen und damit spielen – und die Eltern sollten es dafür sogar loben!

„Minimalprogramm“ für schlechte Esser
(nach dem amerikanischen Kinderarzt Dr. T. Berry Brazelton)

  • zwei Gläser Milch, oder 60 g Käse, oder 1 1/2 Becher Joghurt, oder zwei Kugeln Milcheis
  • 60 Gramm Fleisch, oder ein Ei, oder drei Esslöffel Müsli (keine gezuckerten Frühstücksflocken!)
  • ein halbes Glas Orangensaft, oder eine halbe Kiwi, oder anderes Obst
  • Gabe eines geeigneten Multivitamin-Präparates (zuvor den Kinderarzt fragen!

Wenn Sie nicht mehr weiterwissen: Sprechen Sie zunächst Ihren Kinderarzt auf das Fütterproblem an. Wenn auch dessen Tipps und Ideen keinen Erfolg bringen, brauchen Sie einen Experten, der sich speziell mit Ess- und Fütterstörungen auskennt. Adressen erhalten Sie z. B. über den Berufsverband der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten e.V., www.bkj-ev.de. Hilfe bieten in der Regel auch Sozialpädiatrische Zentren und Kinderzentren an, z. B. im Rahmen von Spezialsprechstunden.

Was Eltern auf keinen Fall tun sollten

  • Zwingen Sie Ihr Kind nicht zum Essen. Schieben Sie ihm niemals den Löffel gegen seinen Willen in den Mund. Absolut tabu: Nase zuhalten, damit der Mund aufgeht, um das Essen reinzubefördern! So wird alles nur noch schlimmer: Kinder, die beim Essen schlechte Erfahrungen gemacht haben, essen noch weniger als zuvor.
  • Laufen Sie Ihrem Kind nicht mit dem Essen hinterher. Wenn Ihr Kind nicht mehr zum Essen sitzen bleiben will, war es von vornherein nicht hungrig genug oder aber ist es schon satt.
  • Verzichten Sie auf Ablenkung jeder Art. Ihr Kind muss weder „bespielt“ werden noch sollte nebenbei der Fernseher laufen oder Mama den Clown geben, wenn es den Mund nicht aufmachen mag. Falls Ihr Kind nur isst, sobald es das gar nicht mitbekommt, ist etwas faul an der Fütterei!
  • Bieten Sie nicht verschiedene Speisen hintereinander an, sobald Ihr Kind die erste abgelehnt hat. Erstens verwirrt das die Kleinen nur, weil sie sehen, dass offensichtlich auch die Eltern nicht wissen, was gut für sie ist. Und zweitens erziehen Sie sich so nur einen heiklen Esser, dem Sie bald vier oder gar fünf verschiedene Speisen vorsetzen müssen, bevor er geruht, ein paar Löffelchen davon zu nehmen.
  • Sprechen Sie bei Tisch nicht über das Essproblem – weder mit Ihrem Kind noch über Ihr Kind mit anderen Familiemitgliedern. Also kein anklagendes „Schau mal, heute hat sie schon wieder nicht gegessen!“ zu Papa und kein erpresserisches „Wenn du dein Gemüse nicht isst, gibt es keinen Nachtisch.“ zum Kind.

6 Tipps für mehr Freude am Essen

  1. Wenn Ihr Kind beim Essen hin- und herzappelt, ist es vielleicht zu unruhig im Raum. Sorgen Sie für eine entspannte Atmosphäre ohne Zeitdruck.
  2. Füttern Sie nicht nebenbei. Ihrem Kind schmeckt es am besten am gemeinsamen Familientisch.
  3. Servieren Sie kleine Portionen, denn ein übervoller Teller entmutigt die Kleinen. Kleine Portionen und kleine Bissen, möglichst ansprechend arrangiert, laden zum Zugreifen ein. Besonders anregend sehen bunte Gemüse in allen Farben aus, aus denen Sie z. B. Muster oder Gesichter legen können.
  4. Manche Kinder mögen keinen Brei. Schon als Babys essen sie lieber stückige Kost. Bieten Sie dann sehr weich gekochtes Gemüse und Kartoffeln in kleinen Stückchen an.
  5. Lassen Sie Ihr Kind selbst löffeln, wenn es das möchte, auch wenn anfangs mehr daneben als im Mund landet. Das fördert die Lust am Essen.
  6. Akzeptieren Sie es, wenn Ihr Kind ein bestimmtes Lebensmittel ablehnt. Bieten Sie dieses einige Tage oder Wochen später, eventuell anders zubereitet, wieder an.

Essensmuffel müssen kein Grund zur Sorge sein.

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Das eine Kind verweigert ganze Mahlzeiten, das andere isst nur noch Reiswaffeln und dann gibt’s auch noch die Kids, die einfach alles in sich hineinstopfen. Eine Expertin gibt Tipps, wie Eltern mit Essensproblemen umgehen können.

„Ich mag das nicht – ich will lieber Nudeln!“ Viele Eltern kennen diesen Satz nur allzu gut. Da steht ein reichhaltiges Gericht auf dem Tisch, und das Kind weigert sich, auch nur einen Löffel davon zu essen. Stattdessen will es lieber spielen gehen oder sich zwei Bananen auf einmal hineinstopfen. Und überhaupt: Kekse gehen immer.

Wenn es ums Essen geht, müssen Eltern viel Geduld haben. Die wenigsten Kinder essen alles und regelmäßig auf, wie man es sich wünschen würde. Doch wenn das Kind ganz Mahlzeiten verweigert oder wochenlang nur Reiswaffeln isst, dann macht man sich auch schnell mal Sorgen – zu Recht?

Schlechte Essensphasen sind bei Kindern normal

Kinder sollten sich auch beim Essen mal ausprobieren dürfen.

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„Es gibt immer Phasen, in denen Kinder schlechter essen“, sagt Hilde Schmitz-Krahm, Ernährungsmedizinische Beraterin (DGE) des Gesundheitsamts Köln, „bei kleinen Kindern ist es sogar normal, dass sie nicht jeden Tag gleich viel Hunger haben. Sie entwickeln sich noch und müssen sich erst an feste Rituale gewöhnen.“ Gründe nicht zu essen gibt es viele. Manchmal brüten sie etwas aus, wachsen oder haben Umstellungen zu verkraften. In vielen Fällen ist es auch ganz simpel: das Kind ist einfach noch müde oder zu abgelenkt mit Spielen, um ans Essen zu denken.

Eltern sollten locker bleiben, einen längeren Atem haben und die Situation auch im Gesamtzusammenhang sehen. „Es ist gut, das Essverhalten in einem größeren zeitlichen Rahmen zu beurteilen, zum Beispiel innerhalb von ein bis zwei Wochen,“, so die Ernährungsexpertin. Wenn das Kind ein paar Tage wenig esse, davor und danach aber normal gegessen habe, gut trinke und auch sonst lebhaft sei, dann sei alles in Ordnung. „Wichtig ist, dass man ihm immer regelmäßig etwas anbietet.“

Irgendwann wird das Kind essen

Es ist beruhigend zu wissen: Kinder haben einen natürlichen Hunger- und Sättigungsmechanismus. Sie werden also irgendwann auch essen und sich holen, was sie brauchen. Nicht selten kriegen sie plötzlich Hunger, zum Beispiel, wenn am Tag einmal Ruhe einkehrt. Insbesondere bei kleinen Kindern ist es für Eltern nicht immer leicht, Hunger-Signale richtig zu deuten. Hier muss man einfach immer genau hinschauen.

Was aber, wenn das Kind auf einmal nur noch Nudeln und Reiswaffeln mag? „Es ist ratsam, sich zu fragen, woher das kommen könnte“, sagt Hilde Schmitz-Krahm. Hat sich das Kind spezielle Vorlieben in der Kita abgeguckt, weil der beste Freund das auch mag? Bietet Oma immer Reiswaffeln an? Außerdem sollten Eltern auch hier wieder den ganzen Tag im Blick haben. „Kinder essen überall anders, manchmal verputzen sie in der Tagesbetreuung ganz normale Portionen und wollen dann daheim nur Einseitiges“, erklärt die Ernährungsexpertin.

Essen bedeutet auch Ausprobieren

Wenn sich das Kind über eine längere Phase hinweg nur von den gleichen Dingen ernährt und Eltern sich Sorgen machen, können sie kaufaulen Kindern zum Beispiel auch ein Glas Milch, einen Joghurt oder Karottensaft anbieten. „So bekommt das Kind wichtige Nährstoffe, ohne essen zu müssen“, sagt Schmitz-Krahm, „und manchmal kann es auch helfen, die begehrten Nudeln einfach für eine Weile zu verbannen.“ Dennoch sollte man nicht anfangen, jetzt jeden Tag extra fürs Kind ein breites Buffet aufzufahren.

Für kleinere Kinder hat Essen am Anfang viel mit Ausprobieren zu tun. Und das sollten sie auch dürfen. Kleine laufen gerne mal mit Snack durch die Gegend, matschen im Essen herum oder testen aus, wie viel sie in den Mund kriegen. „Natürlich müssen auch Grenzen sein, Kinder von den Eltern angeleitet werden und irgendwann eine Tischkultur lernen, das sollte aber Schritt für Schritt und liebevoll vermittelt werden.“

Parolen wie „Teller leer essen!“ sind hinderlich

Es helfe nichts, mit dem Löffel hinter dem Kind herzurennen. Strenge Reglementierungen wie „Der Teller muss leer werden!“ seien kontraproduktiv. Auch die Stigmatisierung von Lebensmitteln wie „Schokolade ist ungesund!“ ist nicht förderlich. „Es ist abzusehen, dass das Kind dann ausbrechen und genau das Verbotene tun möchte“, weiß Ernährungsexpertin Schmitz-Krahm. Man könne stattdessen das Positive mancher Lebensmittel betonen und einfach sagen: „Das gibt dir Power und Kraft“. Vermeiden sollten Eltern aber auf jeden Fall, mit Lebensmitteln zu belohnen oder zu bestrafen. Der Keks als Dank fürs Aufräumen sollte tabu sein.

Natürlich hat die Verweigerungshaltung bei Kindern auch beim Thema Essen oft mit Prinzip zu tun, sie testen auch hier aus, wie weit sie bei ihren Eltern gehen können. Wie man damit umgeht, das gehört dann ins Repertoire der täglichen schwierigen Erziehungsfragen.

Und was mache ich, wenn das Kind ständig essen will, auch wenn es keinen Hunger hat? Weitere Tipps lesen Sie auf der nächsten Seite.

Bei Vielessern unauffällig Mengen reduzieren

Selbstverständlich gibt es nicht nur Kostverächter, manche Kinder lieben Essen und wollen eigentlich kaum mehr damit aufhören. Ab wann sollten Eltern Stopp sagen? „Gar nicht“, sagt Ernährungsberaterin Hilde Schmitz-Krahm, „sie sollten es vor dem Kind nicht zum Thema machen oder Essen offen reglementieren, sondern einfach weniger Essen anbieten.“ Ob ein Kind nur ein guter Esser ist oder tatsächlich zu viel isst, das hänge von der Grundsituation ab. Es spiele eine Rolle, wie viel es sich bewegt und wie die Vorprägung durch die Eltern ist. „Wenn es wirklich schon Gewicht ansetzt, könnten Eltern überlegen, ob sie teilweise fettreduzierte Produkte nehmen, zum Beispiel statt Vollmlich lieber Mlich mit geringerem Fettgehalt. Auch kalorienfreie Getränke sind immer zu empfehlen, am besten natürlich Wasser.“

Jedes vierte Grundschulkind macht Diät

Gibt es überhaupt echte Essstörungen im Kindesalter? „In der Tat hat eine Studie in Jena ermittelt, dass jedes vierte Grundschulkind schon einmal eine Diät gemacht hat“, erzählt Ernährungsberaterin Schmitz-Krahm. Wenn Eltern das Gefühl hätten, da laufe etwas falsch, dann sollten sie ruhig Rat beim Kinderarzt oder bei entsprechenden Beratungsstellen suchen. „Wichtig ist, dass gesellschaftliche Schönheitsideale in der Familie nicht mit Wertschätzung verknüpft werden.“

Zehn Tipps, was Eltern tun können, wenn Kinder nicht gut essen, lesen Sie auch in der Bildergalerie:

Tipps, wenn Kinder nicht gut essen

1. Möglichst nicht meckern

„In vielen Fällen ist es so, dass Kinder durch Herummäkeln am Essen im Mittelpunkt stehen und Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollen“, erklärt Thomas Ellrott vom Institut für Ernährungspsychologie in Göttingen. Dementsprechend verschlimmerten Eltern, die sich Tag für Tag auf Diskussionen einließen, die Situation: Denn dadurch wird das Mäkeln noch zementiert.

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2. Einseitiges Essen tolerieren

Auch wenn das Kind über einen Zeitraum nur Nudeln oder Pfannekuchen essen will, sollten Eltern sich nicht verrückt machen. Wie eine Langzeitstudie der Universität Stanford bewies, droht selbst Kindern, die stark selektiv essen, nicht das Schicksal des Suppenkaspers: Über kurz oder lang holten sie sich die Nährstoffe, die sie brauchen.

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3. Eigene Essgewohnheiten hinterfragen

„Natürlich spielen auch die Essensgewohnheiten der Eltern eine Rolle. Schließlich haben sie Vorbildfunktion für die Kleinen“, nennt Ute Alexy vom Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund einen weiteren Aspekt. Wer etwa als Zwischenmahlzeit selbst nie Obst und Gemüse, sondern stets Schokolade und Chips isst, brauche sich nicht zu wundern, wenn sein Kind es ihm nachtut.

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4. Essverhalten positiv beeinflussen

In umgekehrter Weise könne man sein Essverhalten aber auch positiv beeinflussen: Zum Beispiel indem man vor dem Kind die gewünschten Lebensmittel einfach mit Genuss isst.

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5. Gemeinsame Mahlzeiten

Kinder essen leichter am gemeinsamen Frühstücks-, Mittags- und Abendbrottisch. Wenn die ganze Familie selbstverständlich Butterbrote verspeist oder die Teller leer löffelt. Starren die Eltern hingegen auf den Teller, auf dem das Kind das Essen hin- und herschiebt, vergeht dem Nachwuchs erst recht die Lust am Essen.

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6. Nicht gleich aufgeben

Wichtig ist zudem die Art und Weise, in der man die Kleinen an Essen heranführt. „Wenn sie etwas nicht kennen, sind Kinder oft sehr skeptisch. Das ist eine ganz normale Reaktion, die evolutionsbiologisch veranlagt ist“, erklärt Alexy. Klappt es beim ersten Mal nicht, sollte man daher nicht gleich aufgeben, sondern es unbedingt mehrfach versuchen. „Leider gibt es Kinder, die für die Gewöhnung an neue Lebensmittel etwas länger brauchen.“ Tatsächlich greift manch kindlicher Teilnehmer ernährungswissenschaftlicher Studien erst beim 18. Mal zu.

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7. Verschiedene Varianten anbieten

Häufig lassen sich Erfolge erzielen, indem man variiert – etwa Karottenbrei anbietet, wenn Karottensalat verschmäht wurde. Oder indem man das betreffende Lebensmittel fantasievoll anrichtet: Kinder tendieren nicht selten dazu, Gemüse und Obst in Tieroptik oder als lachendes Gesicht eher zu probieren als in normaler Form.

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8. Lebensmittel kombinieren

Schaffen Eltern es nicht, sie auf diese Weise zu überlisten, gibt es weitere Tricks: zum Beispiel die Kombination der ungeliebten mit geliebten Lebensmitteln – wie Gemüse mit einem Klecks Ketchup, gemeinsames Kochen oder regelmäßige Essenseinladungen an den alles essenden besten Freund.

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9. Nicht argumentieren

Mehr als kontraproduktiv sind hingegen Aussagen wie „Jetzt iss‘ schon, das ist gesund“. „Auf diese Weise verknüpfen Kinder ‚gesund‘ mit der Erfahrung ’schmeckt sowieso nicht’“, erläutert Ernährungspsychologe Thomas Ellrott.

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10. Keinen Zwang ausüben

Woher die ablehnende Haltung auch rührt: Bleibt ein Kind bei vielen Lebensmitteln stur, kostet das die Eltern oft Nerven. Zu etwas zwingen sollten sie es dennoch nie. „Es ist wichtig, die Freude am Essen immer zu fördern und keinen Druck auszuüben“, erklärt Alexy. So sei es an den Eltern, ihren Kindern eine ausgewogene Ernährung zu bieten – was und wie viel sie essen, sollten sie aber selbst entscheiden dürfen. Denn schlimmstenfalls hat ein Essenszwang in ein gestörtes Essverhalten zur Folge.

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Mehr zum Thema:

Das Gesundheitsamt Köln bietet den Kurs „Achtsam essen und trinken“ für Eltern und Kinder im Schulalter an

Der Arbeitskreis Ess-Störungen Köln

Kinderernährung – Informationen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung

Mit Alltagsproblemen beim Essen umgehen – Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzGA)

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Essensverweigerung beim Kind

Essensverweigerung beim Kind ist ein Phänomen, das vermutlich alle Papas kennen oder noch kennenlernen werden. Fast jedes Kind durchlebt eine oder mehrere Phasen, in denen es essenstechnisch seinen Eltern Kummer macht. Wenn dein Kind gerade in einer Phase steckt, in der du es beim Essen als schwierig erlebst, musst du dir wahrscheinlich gar keine großen Sorgen machen. Wie du auf die Essensverweigerung deines Kindes reagieren solltest, kannst du in diesem Papa-Ratgeber lesen.

Probleme beim Essen: Wenn Kinder beim Essen wählerisch werden

Essen schmeckt lecker, kann gesund sein und ist wichtig, damit sich Kinder gut entwickeln und prächtig gedeihen. Darum achtest du als Papa darauf, dass dein Kind ausreichende Portionen zu sich nimmt und darauf, dass du dein Kind möglichst gesund ernährst.

Gesund ernähren heißt:

  • regelmäßige Mahlzeiten
  • abwechslungsreich & ausgewogen
  • wenig Süßes
  • viel Gemüse, Obst und Salat
  • wenig Zucker
  • hochwertige Fette

Jedes Kind hat aber sein eigenes Essverhalten, das sich nicht an Empfehlungen von Ernährungsexperten hält und stellt mit Essensverweigerung oder einseitiger Ernährung seine Eltern vor eine große Herausforderung – die eigentlich gar keine sein muss.

Essensverweigerung bei Kindern vollkommen normal

Experten wie Dr. Mathilde Kersting, Forschungsinstitut für Kinderernährung, sowie der Psychologe Markus Wilken von der Uniklinik Bonn sind sich einig: Essensverweigerung bei Kindern ist völlig normal.

Manche Kinder sitzen lustlos vor ihrer Mahlzeit und spucken jeden Löffel Brei wieder aus oder statt der frisch gekochten Mahlzeit schreien sie solange, bis sie endlich ihr geliebtes Brot mit Leberwurst bekommen, das als einzige Nahrung akzeptiert wird. Zahlreiche Eltern berichten, dass ihr Kind nur Fleisch isst, ausschließlich gelbe Lebensmittel verzehrt oder alle Produkte verweigert, die grün sind. Ebenfalls eine typische Situation in zahlreichen Familien: Das frisch gekochte Essen steht auf dem Tisch, das Kind wird vom Spielen an den Esstisch gerufen und es will nicht mitessen, weil es lieber spielen möchte.

Für Eltern und Kind werden solche Phasen in der Kindheit zum Spießrutenlauf. Während die Anstrengungen der Eltern, das Kind an andere Lebensmittel heranzuführen oder zum Verzehren größerer Portionen zu ermutigen, kaum noch gesteigert werden können, steigert sich indes die Verweigerungshaltung des Kindes. Umso mehr Eltern dafür tun, dass ihr Kind endlich mal Gemüse isst oder mehr als zwei Stückchen Brot, desto hartnäckiger besteht das Kind darauf, sein derzeitiges Essverhalten weiter zu pflegen.

Was kannst du tun, wenn dein Kind nur kleine Portionen isst?

Kinder haben ein sehr gutes Gespür dafür, was ihr Körper braucht. Ein gesunder Körper holt sich das, was er für das Wachstum braucht. Ein Kind isst sich satt und hört auf, wenn der kleine Magen ausreichend gefüllt ist. Ebenfalls melden sich Kinder, wenn sie Hunger verspüren und der Körper Nahrung braucht, um wieder mehr Energie zu haben. Ist dein Kind bereits nach einer kleinen Portion satt, handelt es sich nicht um eine Essensverweigerung, sondern um ein gesundes Essverhalten.

Ein Magen, der ausreichend gefüllt ist, benötigt nicht mehr. Zwang, größere Portionen zu sich zu nehmen, führt eher zu Essstörungen (Bulimie) oder Übergewicht (Adipositas), als das etwas Positives bewirkt werden könnte.
Wenn dein Kind wirklich nur kleinen Portionen am Esstisch verdrückt, kannst du ihm tagsüber mehrere kleine Zwischenmahlzeiten anbieten. Ideal als Zwischenmahlzeit geeignet:

  • frisches Obst (Apfel, Banane, Melone usw.)
  • Gemüse (z. B. Gurken, Paprika, Karotten)
  • Joghurt
  • Vollkornkekse
  • Müsliriegel
  • Frisch gepresste Fruchtsäfte und mit Wasser verdünnte Säfte versorgen ebenfalls mit wichtigen Vitaminen und Energie.

Was du tun kannst, wenn dein Kind nur bestimmte Lebensmittel isst

Steckt dein Kind in einer Phase, in der es am liebsten Nudeln „ohne alles“ isst, dann ist das vollkommen in Ordnung und du solltest auf keinen Fall zu große Bemühungen daran setzen, dass dein Kind etwas anderes verzehrt. Zwang und ständige Überredenskünste, Gemüse, Fleisch oder gar Fisch zu probieren, münden in den meisten Familien in einen Machtkampf, bei dem Kinder regelmäßig mit Trotzreaktionen kontern und erst recht andere Speisen verweigern. Auf Dauer können Machtkämpfe am Esstisch in eine nachhaltige Essensverweigerung bei Kindern führen und Jungen wie Mädchen die Lust am Essen regelrecht verderben.

Gegessen wird, was auf den Tisch kommt?

Ein besserer Tipp ist, dass du dein Kind selbst bestimmen lässt, was es isst. Erfahrungsgemäß verändert sich das Essverhalten bei Kindern, die sich auch über mehrere Tage und Wochen überwiegend einseitig ernähren. Falls dein Kind aber an Körpergewicht verliert oder nicht fit ist, solltest du zur Sicherheit immer mit deinem Kinderarzt sprechen und abklären, dass keine anderen Gründe für die Essensverweigerung vorliegen.

„Noch ein Häppchen, dem Papa zuliebe!“ – warum du das nicht zu deinem Kind sagen solltest

Die Nahrungsaufnahme stellt ein lebensnotwendiges Grundbedürfnis dar. Das bedeutet, dass gesunde Lebewesen dann Nahrung zu sich nehmen, wenn der Körper Energie braucht. Kinder können sehr gut erkennen, wenn Hunger aufkommt. Kleine Jungen und Mädchen haben normalerweise keine Essstörung, so dass übermäßige Sorge bei den Eltern vollkommen unbegründet ist, solange das Kind ansonsten einen fitten Eindruck macht und das Körpergewicht sich im normalen Durchschnittsbereich entwickelt.

Kinder müssen nicht zur Nahrungsaufnahme ermuntert werden, wenn der Körper sich gut entwickelt. Die Aufforderung oder gar Zwang, mehr zu in sich hineinzustopfen oder Lebensmittel zu verspeisen, die dein Kind nicht mag, kann bereits im frühen Kindheitsalter den Grundstein für eine spätere Essstörung legen. Dies passiert nicht nur, wenn Kinder im Teenageralter ihren Köper schlank hungern wollen, sondern auch, wenn Nahrungsmittelaufnahme nicht mehr nur dem Grundbedürfnis, dem Körper Energie zu liefern, geschieht, sondern um Papa oder Mama einen Gefallen zu tun.

Solche gut gemeinten Sätze sind deshalb grundverkehrt:

„Noch ein Häppchen, dem Papa zuliebe!“
„Iss jetzt bitte den Teller leer, sonst bin ich traurig!“
„Wenn du das Gemüse nicht leer isst, gibt es keinen Nachtisch!“
„Du musst Fleisch essen, sonst wirst du nicht groß & stark!“

Wenn dein Kind mal wieder nur trockene Nudeln ohne Soße und Fleisch verdrückt oder es schon nach zwei Gäbelchen satt ist, habe Vertrauen in die Fähigkeiten deines Kindes – es weiß, was sein Körper braucht. Einseitige Ernährung und phasenweise Essensverweigerung bei Kindern führt noch lange nicht zu Untergewicht oder in eine Essstörung.

Interesse am Essen wecken – ohne Druck und Zwang

Mit deinem eigenen Essverhalten und deinem Umgang zu Lebensmitteln kannst du deinem Kind ein gutes Vorbild sein. Unauffällig und fast nebensächlich kannst du deinem Kind Spaß am Probieren neuer Gerichte und Produkte vermitteln, indem du gerne verschiedene Gemüsegerichte kreierst und einzelne Lebensmittel auf verschiedene Arten zubereitest. Manchmal ist nicht das Gemüse das Problem, sondern die Zubereitung.
Vielleicht …

  • mag dein Kind lieber Rohkost, als gekochtes Gemüse mit Mehlsoße.
  • freut sich dein Kind darüber, wenn statt einem Schnitzel eine Ecke Leberwurst neben den Kartoffeln auf dem Teller liegt.
  • schmecken Gemüse und Kartoffeln besser, wenn du die Bratensoße weglässt.

Mit Bento Kindern Nahrungsmittel schmackhaft machen

Eine weitere Idee, Kindern sogar unliebsame Lebensmittel schmackhaft zu machen, ist das farbenfrohe Bento, bei dem viele Lebensmittel auf originelle Weise zu einer Mahlzeit zusammengestellt werden.

Bento kommt aus Japan und ist eine äußerst kreative Art, gesunde und vitaminreiche Lebensmittel in Lunchboxen als „Pausenbrot“ oder zum Mitnehmen auf die Arbeit zuzubereiten. Rohes und Gekochtes werden dabei gemixt. In Japan spielt kalter Reis bei der Ernährung und in Bento-Lunchboxen eine große Rolle, doch jedes Produkt kann nach Belieben ausgetauscht werden, um aus herkömmlichen Nahrungsmitteln witzige Tierfiguren und Formen zu erschaffen.

Bento muss nicht zwingend in einer Bento-Box angerichtet werden, sondern kann problemlos auf einem Teller arrangiert werden. Um im Bento-Stil Grundnahrungsmittel, Gemüse, Obst, Fisch, Fleisch, Soßen usw. zu gestalten, gibt es zahlreiche Tools und Gadgets, die den Spaß am Essen definitiv fördern.

So gibt es beispielsweise Silikonförmchen, in die kleine Mengen Gemüse, Reis, Nudeln oder ein leckerer Dip gefüllt werden können. Außerdem werden kleine Ausstechförmchen dazu genutzt, Brot und Gemüse in Tierform oder als Pilze, Autos oder Glückssymbole auszustechen.

Reiskugeln werden mit Gemüsesticks, Kräutern, Früchten und Gewürzen zu witzigen Küken, Pandas oder anderen essbaren Figuren umgestaltet. Wenn dein Kind so etwas Appetitliches auf seinem Teller vorfindet, macht ihm das Essen garantiert mehr Spaß und wer weiß – vielleicht schmeckt bei einem witzigen Bento-Gericht sogar das, was es die ganze Zeit strikt verschmähte.

Kein Löffelchen für Mama?

© fotolia, Elena Stepanova

Es gibt Zeiten, da wollen Kinder einfach nicht essen.

Experten raten: ruhig bleiben und nicht zum Essen zwingen.

Kennen Sie das auch? Ihr Baby dreht beim Füttern den Kopf weg, Ihr Kleinkind sitzt lustlos vor seinem Teller und stochert im Essen herum. Bei den meisten Kindern kommt das nur ab und zu mal vor, aber manche Kinder scheinen häufig keinen richtigen Appetit zu haben.

Eltern bekommen da schnell Angst, ihr Kind könnte nicht richtig gedeihen. Und der Druck von Omas und anderen Mitmenschen, die immer noch meinen, nur proppere Kinder seien auch gesund, verunsichert sie noch mehr. Fast jeder von uns hat seinen Kindern schon mal mit Konsequenzen gedroht, wenn es sein Gemüse nicht aufisst. Die Kinder merken dabei zwar, wie viel Bedeutung das Essen für die Eltern hat, können es aber nicht verstehen. Warum sollen sie nur essen, wenn sie doch keinen Hunger haben? Manche Kinder begegnen dem Druck der Eltern mit Gegendruck. Und gerade in den Trotzphasen sind Machtkämpfe am Tisch vorprogrammiert.

Lassen Sie Ihr Kind essen, was es will

Damit es gar nicht erst zu Konflikten kommt, rät Dr. Mathilde Kersting vom Forschungsinstitut für Kinderernährung, die Kinder essen zu lassen, was und wie viel sie wollen. Ausgenommen sind natürlich Süßigkeiten oder fettige Snacks wie Chips & Co. Gerade Kleinkinder haben ein natürliches Gefühl für Hunger und Sättigung. Zwingt man sie zum Essen, so überfuttern sie sich. Passiert das häufiger, geht dieser natürliche Mechanismus verloren. Übergewicht oder Untergewicht kann die Folge sein. Wie bei Erwachsenen gibt es auch bei Kindern Vorlieben und Abneigungen beim Essen, Tage, an denen sie viel, andere, an denen sie weniger Hunger haben. Kranke Kinder wollen meist nur wenig oder gar nichts essen, und das ist sogar wichtig, um gesund zu werden. Quirlige Kinder essen in der Regel mehr als ruhige. Solange Ihr Kind fröhlich und aktiv ist und sich normal entwickelt, besteht kein Grund einzugreifen. Isst es jedoch über längere Zeit schlecht, wirkt es inaktiv, schlapp oder müde, braucht es Hilfe. Gute Kontrolle, ob sich ihr Kind altersgemäß entwickelt, geben Ihnen die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt.

Essensverweigerung gehört zur Entwicklung

Psychologe Markus Wilken ist Experte für frühkindliche Fütterungsstörungen an der Uniklinik Bonn. Er bezeichnet die Essensverweigerung bei Kindern als ganz normal. Einfach, weil nicht jedem Kind alles schmeckt und es im Rahmen seiner Persönlichkeitsentwicklung seine Wünsche auch äußert: ob es Hunger hat oder nicht, ob es essen will oder das Weiterspielen wichtiger ist. Die meisten gesunden Kinder lehnen Essen nur zeitweise ab, häufig in speziellen Entwicklungsphasen, zum Beispiel in den Trotzzeiten. Druck macht da keinen Sinn. Wilken therapiert Kinder, die eine Zeit lang mit einer Sonde ernährt wurden und nun wieder lernen müssen, selber zu essen. Selbst schwierigste Fälle fangen wieder von alleine an zu essen, wenn man sie frei entscheiden lässt.

So vermeiden Sie Machtkämpfe beim Essen

Um Konflikte zu vermeiden, rät Wilken den Eltern, die Zuständigkeiten zu verteilen. Die Eltern sind einzig und allein für das Anbieten und Zubereiten des Essens zuständig. Das Kind dagegen dafür, zu essen oder eben nicht zu essen. Das bedeutet nicht, dass Sie dem Kind nachts auf Wunsch noch Nudeln kochen sollen, sondern, dass Sie ihm zu bestimmten Zeiten Essen anbieten. Isst es nichts, muss es bis zur nächsten Mahlzeit warten, auch wenn es hungrig ist. Versuchen Sie dabei gelassen und konsequent zu bleiben. Verschiedene Studien haben ergeben, dass Kleinkinder eine ziemlich konstante Kalorienzahl zu sich nehmen, wenn man sie ihr Essen selbständig auswählen lässt. Und das, obwohl es von einer Mahlzeit zur anderen extreme Unterschiede gab. Vertrauen Sie darauf, dass Ihr Kind etwas isst, wenn sein Körper es braucht. Denn, auch das ist wissenschaftlich bewiesen, Wachstum ist nur in Fällen echter Unterernährung eine Folge der Essensmenge. Wir wachsen nicht, weil wir gegessen haben, sondern wir essen, weil wir wachsen. Denken Sie daran, dass Essen nicht nur gesunde Ernährung ist. Fördern Sie die Lust aufs Essen. Mitbestimmung und eine gute Ess-Atmosphäre gehören dazu.

Kinderleichte Essensregeln

Die Experten vom Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund raten davon ab, Kalorien, Vitamine und Mineralstoffe zu zählen. Das dient weder Eltern noch Kindern und verleidet den Genuss. Es gibt nur 3 einfache Regeln für die Auswahl an Lebensmitteln, die Sie Ihren Kindern anbieten:

Reichlich: pflanzliche Lebensmittel und Getränke
Mäßig: tierische Lebensmittel
Sparsam: fettreiche Lebensmittel und Süßes

Verbotene Lebensmittel gibt es nicht, die richtige Mischung macht’s.

Wann wird Essensverweigerung zum Problem?

Fütterungsprobleme sind normal, wenn Anpassungsleistungen vom Kind gefordert werden: Zum Beispiel beim Übergang vom Stillen zur Beikost oder vom Füttern zum selbständigen Essen. Auch ein Umzug, die Geburt eines Geschwisterkindes oder Probleme in der Familie verderben manchen Kindern den Appetit. Wenn Ihr Kind über mehrere Wochen kaum Appetit hat, das Essen verweigert, Schluck oder Kauprobleme auftreten, sollten Sie Ihren Kinderarzt aufsuchen.

Gesundes kann so lecker sein

Der Geschmack von Kindern ist noch nicht auf Vielseitigkeit programmiert. Wenn also Ihr Kind nur Nudeln und als Gemüse nur Möhren mag, dann darf es das ruhig jeden Tag essen. Irgendwann, so haben Untersuchungen ergeben, tritt die natürliche Sättigung ein und Ihr Kind wird von sich aus etwas anderes mögen.

Viele Kinder lehnen einzelne Lebensmittel ab, lassen Sie sie dann einfach eine Zeit lang weg. Verschmäht das Kind eine ganze Lebensmittelgruppe, darf man auch mal mit Tricks arbeiten, um den Kindern etwas Gesundes anzubieten. Wenn die Tricks nicht ankommen: locker bleiben und keinen Druck ausüben. Es ist bewiesen, dass Kinder viele (aber natürlich nicht alle) Lebensmittel schließlich akzeptieren, wenn man sie ihnen regelmäßig ohne Zwang anbietet und sie sehen, dass ihre Eltern sie auch essen.

  • Milch: Milch ist die wichtigste Calciumquelle. Aber viele Kinder mögen Milch nicht pur: Probieren Sie es mal mit Kakao, Milchshakes mit pürierten Früchten, Müsli oder kochen Sie einen Pudding. Joghurt, Dickmilch oder Quark lassen sich zu leckeren Desserts verarbeiten. Eine gute Alternative zu Milch ist auch Käse.
  • Früchte: Sie lassen sich gut pürieren oder in kleine Würfel schneiden und schmecken dann unter Quark, Joghurt oder Brei nicht mehr so dominant. In Formen für Eis am Stiel wird aus eingefrorenen Fruchtpürees eine gesunde Leckerei.
  • Figuren schneiden: Manchmal hilft auch die Form, Obst und Gemüse besser anzunehmen. Aus Apfelviertel und Aprikosenspalten lassen sich kleine Segelschiffe „bauen“: Der Apfel ist der Schiffsrumpf, die Aprikosenspalte das Segel. In Stifte geschnittene Möhren werden zu Gemüsepommes. Auch Radieschenmäuse sind seit Jahrzehnten der Renner.
  • Fingerfood: Kinder lieben es, mit den Fingern zu essen. Schneiden Sie Obst und Gemüse in kleine Stücke, und servieren Sie es mit einem leckeren Joghurtdipp als Fingerfood.
  • Gemüse und Kräuter anziehen: Experimente mag jedes Kind: Ziehen Sie mit ihm zusammen Kräuter oder Gemüse an. Küchenkräuter wachsen problemlos auf der Fensterbank und Cocktailtomaten gedeihen auch schon auf dem Balkon. Sie werden sehen, ihr selbstgezogenes Gemüse werden die Kleinen auch essen.

So wird Essen zum Vergnügen

Denken Sie immer daran, dass Essen viel mehr ist als nur gesunde Ernährung, Essen ist Genuss und Lebensfreude. Die Lust zu essen hat ebenso wenig ihren Sitz im Magen wie die Liebe im Herzen. Der Appetit wird vom Gehirn gesteuert. Sachen, die man in einen positiven Zusammenhang bringt, werden dort auch positiv vermerkt:

  • Lassen Sie Ihr Kind mitbestimmen. Beziehen Sie es so oft wie möglich in die Essensplanung mit ein, und lassen Sie es, soweit es schon geht, beim Kochen und Tischdecken mithelfen.
  • Geben Sie Ihrem Kind einen Stammplatz am Familientisch. Dazu gehört ein Hochstuhl in der richtigen Höhe, eigenes Geschirr und eine abwaschbare Umgebung, das entspannt die Eltern. Wer Teppichboden hat, legt ein Handtuch unter den Sitzplatz.
  • Ist der Stammplatz pflegeleicht ausgerüstet, lassen Sie Ihr Kind ruhig selber essen. Auch wenn nicht alles im Mund ankommt: es macht mehr Spaß und schult die Feinmotorik. Speziell geformtes Kinderbesteck erleichtert das Selberessen.
  • Geben Sie nur kleine Portionen auf den Teller und zwingen Sie Ihr Kind nie zum Essen. Lassen Sie es von Anfang an selbst entscheiden, wie viel es essen möchte. Damit können Sie Essensverweigerung, aber auch Überernährung vorbeugen.
  • Essen Sie möglichst immer gemeinsam mit Ihrem Kind. In Gesellschaft schmeckt es besser, und wenn alle am Tisch sitzen, kehrt Ruhe in die Familie ein. Das heißt nicht, dass bei Tisch nicht gelacht und geredet werden darf. Das gemeinsame Essen soll gerade dafür da sein. Laden Sie ab und zu andere Kinder zum Essen ein, auch das wirkt Appetit anregend.
  • Abenteuer Essen: Fondue, Raclette oder ein kleines Buffet bringen Abwechslung in die Alltagsküche. Aber auch selbst belegte Pizza oder selbst zusammengestellte Spieße fördern die Freude am Essen. Vielleicht machen Sie ja auch mal ein Picknick mit Ihren Kleinen. Zur Not wandert man einfach mit der Picknickdecke auf den Balkon oder im Winter vor den Ofen.
  • Essen ist mehr als gute Ernährung. Erziehen Sie Ihr Kind nicht nur zum gesunden Essen, sondern zum Genießen mit allen Sinnen. Ein schön gedeckter Tisch und appetitlich angerichtetes Essen gehören dazu. Zeigen Sie Ihrem Kind, wie ästhetisch Lebensmittel aussehen können, animieren Sie es dazu das Essen auch mal zu beschnuppern bevor es genüsslich reinbeißt.

von Anne Malburg, Diplom-Journalistin

Zuletzt überarbeitet: April 2019

Wenn Kinder nicht essen – KITAnGO

Fast alle Eltern erleben diese Phase. Gemeint ist die Phase, in der das Kind nichts essen will. Dabei ist es vollkommen egal was auf den Tisch kommt: es wird gnadenlos abgelehnt.

Oft sind Eltern in solchen Situationen vollkommen verzweifelt. Sie können sich nicht erklären, weshalb ihrem Kind nichts mehr zu schmecken scheint. Dabei ist der Grund meist ein ganz anderer als vermutet.

4 Gründe für die Essensverweigerung:

  • Akzeptanz: Kinder müssen sich an Lebensmittel gewöhnen. Sie tasten sich nur langsam an Neues heran (riechen, fühlen, Konsistenz prüfen), bevor sie es probieren.
  • Vorlieben: Evolutionsgeschichtlich neigen Kinder dazu kalorienreiche und süße Kost zu essen, da es ihr Überleben sichert. Obst und Gemüse passen da nicht auf den Speiseplan.
  • Lebensphasen: Es gibt Momente in denen Kinder vieles zu Entdecken und zu Verarbeiten haben. Dann fehlt ihnen oft die Ruhe um zu essen.
  • Trotz: Wenn Eltern bestimmen was und wie viel davon auf den Tisch kommt, reagieren Kinder mit Wiederstand. Die Machtkämpfe zwischen Eltern und Kind beginnen!

Wenn das Kind beim Mittag- oder Abendessen keine Nahrung zu sich nimmt, sollten Eltern darauf achten, wie viel ihr Nachwuchs zwischendurch knabbert. Denn oft essen sich Kinder schon an Keksen, Salzstangen oder Obststückchen satt und haben bei Tisch keinen Hunger mehr.

6 Tipps für Eltern:

  • Essenszeiten: Festlegen von regelmäßigen Mahlzeiten. Besonders positiv: wenn diese mit der ganzen Familie stattfinden.
  • Nahrungsangebot: Neue Kost immer wieder anbieten. Kinder brauchen meist 5-10 Berührungspunkte mit einem Lebensmittel, bis sie es akzeptieren.
  • Störungen: Bei Tisch sollten die Kinder sich nur auf das Essen (Geschmack, Sättigungsgefühl) konzentrieren. Ablenkungen wie Fernseher vermeiden.
  • Zwang: Eltern legen zwar fest was gegessen wird, Kinder entscheiden jedoch was und wie viel sie davon essen wollen. Wichtig: Nicht unter Druck setzen!
  • Kinderfreundliche Speisen: Das Essen kann spannend und lustvoll angerichtet werden (z.B. lustige Formen und Figuren sowie kleine und mundgerechte Portionen).
  • Beteiligung: Kinder bei der Zubereitung mitmachen lassen. Dadurch steigt das Interesse nicht nur am Nahrungsmittel, sondern auch an der fertigen Mahlzeit.

  • Üben Sie sich in Geduld und zwingen Sie Ihr Kind nicht zum Essen.
  • Besonders schwierig gestaltet sich die Ernährung während der Trotzphase. Dass ein Kleinkind nicht essen will, liegt allerdings selten an der Nahrungsauswahl.
  • Regelmäßige Essenszeiten ohne Ablenkung sind ein exzellenter Weg, um Kinder zum Essen zu animieren.

Wenn ein Kind nicht essen will, kann dies schnell zur echten Belastungsprobe für Eltern werden. Erst einmal heißt es jedoch, ruhig zu bleiben. In den meisten Fällen endet die Phase bereits nach kurzer Zeit wieder von selbst.

Aber was steckt eigentlich dahinter, wenn ein Kind das Essen verweigert? Ab wann ist es angebracht, sich Sorgen zu machen? Und welche Lösungsansätze gibt es, wenn das Kind nicht essen will?

In unserem Ratgeber erfahren Sie, mit welchen Tipps Sie Ihre Kinder zum Essen animieren können, ganz ohne Druck auszuüben.

1. Abwarten und gelassen bleiben

Viele Kinder durchleben Phasen, in denen sie Essen ablehnen.

Sobald ein Kind das Essen verweigert, schrillen bei vielen Eltern die Alarmglocken. Oftmals entstehen jedoch Probleme, wo eigentlich gar keine sein müssten.
Während Kinder mit einem Jahr häufig noch relativ offen sind und gerne neue Lebensmittel ausprobieren, kann sich das Essverhalten im Laufe der Entwicklung durchaus schwierig gestalten. Ein 4-jähriges Kind sagt deutlich häufiger Nein, sodass es hin und wieder zur Nahrungsverweigerung kommt.

Druck und Stress am Tisch machen es für Kinder nur noch schwieriger, sich zu entspannen und etwas zu essen. Sätze wie „Iss dein Gemüse auf, sonst bekommst du keinen Nachtisch.“ oder „Wenn du deinen Teller nicht leer isst, scheint die Sonne nicht.“ sind nicht zielführend.

Haben Kinder keinen besonderen Hunger, erreichen Eltern mit Druck eher das Gegenteil und problematisieren das Essverhalten. Kinder in der Trotzphase nutzen dies aus und versuchen ganz bewusst, sich gegen die strikte Reihenfolge aufzulehnen. Sobald Sie dieses Verhalten aus dem Konzept bringt, ist das Ziel erreicht.

Tipp: Im Schnitt endet die schwierige Zeit mit etwa 6 Jahren. Dies bedeutet allerdings nicht, dass ein 6-jähriges Kind nun alles isst. Meist wird es jedoch zunehmend leichter.

2. Klare Regeln sorgen für Entspannung am Tisch

Essen lässt sich nicht erzwingen.

Wer richtig Hunger hat, isst etwas. Kinder sind im Gegensatz zu vielen Erwachsenen noch sehr stark von ihrem Hungergefühl geprägt. Sind sie noch gesättigt von der letzten Zwischenmahlzeit, fällt es vergleichsweise leicht, das Mittagessen abzulehnen.

Haben Kinder indes seit dem Frühstück nichts mehr bekommen, widerstehen nur wenige Kinder der Versuchung eines gelungenen Mittagessens. Wichtig ist, dass Kinder lernen, dass es lediglich zu bestimmten Zeiten etwas zu Essen gibt.

Wenn ein Kind mittags nicht essen will, muss es bis zum Abendessen warten. So gewöhnt es sich deutlich schneller an einen regelmäßigen Rhythmus. Selbstverständlich gilt dies nicht, wenn das Baby keinen Brei will. Versuchen Sie jedoch auch hier nicht, etwas zu erzwingen. Lehnt Ihr Baby das Essen ab, versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal.

Eine ausgelassene Mahlzeit ist kein Grund, sich Sorgen zu machen. Lediglich die permanente Nahrungsverweigerung stellt ein tatsächliches Problem dar.

3. Die benötigte Nahrungsmenge unterscheidet sich deutlich voneinander

Manche Kinder benötigen deutlich mehr als andere.

Längst nicht alle Kinder essen gleich viel. Einige Babys benötigen lediglich zwei Drittel dessen, was ihre Altersgenossen zu sich nehmen. Bei Kindern, die sich viel bewegen und sehr aktiv sind, kann der Unterschied sogar noch wesentlich größer ausfallen.

Isst Ihr Kind also vergleichsweise kleine Mahlzeiten, benötigt es wahrscheinlich schlichtweg nicht mehr. Will ein Kind hingegen nicht essen, reicht das vorhandene Sättigungsgefühl vielleicht noch aus, um bis zur nächsten Mahlzeit durchzuhalten.
Ist die nächste Mahlzeit bereits absehbar und gibt es regelmäßig Snacks zwischendurch, besteht für Kinder keine Notwendigkeit, beim Mittagessen oder Abendessen zuzulangen.

Tipp: Nicht nur die Nahrungsmenge, sondern auch die Zusammensetzung unterscheidet sich von Kind zu Kind. Oftmals sind jedoch Zyklen zu beobachten, bei denen alle paar Tage ein anderes Lebensmittel im Fokus steht, welches Kinder scheinbar die ganze Zeit über essen können.

4. Das Richtige essen – so bleibt Ihr Kind gesund

Gesundes Essen fördert den Appetit.

Achten Sie auf hochwertige und ausgewogene Lebensmittel und verzichten Sie weitestgehend auf Süßigkeiten und Zwischenmahlzeiten. Vollkornprodukte sowie Obst und Gemüse sind unverzichtbare Bestandteile einer gesunden Ernährung.

Dies funktioniert selbstverständlich nur, sofern Sie als Eltern ein Vorbild sind. Sitzen Sie selbst lustlos am Tisch oder fällt hin und wieder das Mittag- oder Abendessen aus, weil ein paar Süßigkeiten und Chips ausgereicht haben, prägt dies maßgeblich das Verhalten Ihres Kindes.

Achten Sie daher auf folgende Essensregeln:

  • Setzen Sie auf gesunde und wenig verarbeitete Lebensmittel.
  • Achten Sie auf regelmäßige Essenszeiten.
  • Snacks sollten nicht zur Regel werden.
  • Möchten Sie nicht, dass Ihr Kind etwas Bestimmtes isst, kaufen Sie es nicht ein.
  • Ihr Kind entscheidet selbst, ob und wie viel es essen möchte.
  • Hat Ihr Kind die Mahlzeit ausgelassen, bleiben Sie konsequent und warten Sie bis zur nächsten Mahlzeit.

5. Füttern oder selbst essen – ein schwieriger Übergang

Kinder lieben es, selbst zu essen.

Während viele Kinder, die erst 1 Jahr alt sind, meist noch gefüttert werden, ist dies bei älteren Kindern schon komplizierter. Sobald Kinder den Wunsch haben, selbst zu essen, kommt es meist dazu, dass ein Kind nicht essen will. Ihre Hilfe wird abgelehnt, sodass viele Eltern erst einmal überfordert sind.

Respektieren Sie diesen Wunsch jedoch, geht es nach einigen anfänglichen Versuchen meist von selbst. Achten Sie allerdings darauf, bei den ersten eigenen Essensversuchen vorbereitet zu sein.

  • Sorgen Sie für Plastikbesteck und Geschirr.
  • Ziehen Sie Ihrem Kind ein großes Lätzchen an.
  • Decken Sie den Boden ab (meist gibt es anfangs eine große Sauerei).
  • Bieten Sie Ihre Hilfe an, seien Sie allerdings darauf vorbereitet, dass diese abgelehnt werden könnte.

6. Das Essverhalten leidet, wenn Kinder krank sind

Hat ein Kind die Grippe oder ist erkältet, hält sich der Appetit meist in Grenzen. Sofern Kinder krank sind, ist dies unproblematisch. Der Körper benötigt weniger Energie, da sich die Kleinen nur noch wenig bewegen und viel schlafen. Hält der Zustand allerdings länger an oder will ein Kind für mehr als nur einen Tag nichts essen, sollten sie Ihren Kinderarzt kontaktieren.

7. Wichtige Fragen und Antworten – FAQs

Kochen Sie doch einmal zusammen mit Ihrem Kind.

Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?

Haben die obigen Tipps keinen Erfolg und Ihr Kind will über einen längeren Zeitraum hinweg nicht essen, sollten Sie einen Arzt zu Rate ziehen. Unter Umständen sind Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder andere Krankheiten die Ursache des Problems. In den meisten Fällen vergehen die Phasen allerdings rasch wieder.

Macht es Sinn, Kinder mitentscheiden zu lassen?

Grundsätzlich liegt die Auswahl des Essens in Ihrer Hand. Bleiben Sie jedoch offen für Vorschläge. Eine gute Möglichkeit, Kindern ein wenig Entscheidungsfreiheit zu geben ist eine Oder-Frage. Mit der Frage „Möchtest du lieber Hähnchen-Curry mit Reis und Salat oder Ofenkartoffeln mit buntem Gemüse?“ bekommt Ihr Kind das Gefühl, nicht übergangen zu werden.

Warum ist es so wichtig, auf eine gesunde Ernährung zu achten?

Abgesehen von der eigenen Gesundheit leidet nicht nur die aktuelle Gesundheit eines Kindes unter schlechten Ernährungsgewohnheiten. Vielmehr zeigen Studienergebnisse, dass Kinder sich bei der Auswahl ihrer Ernährungsvorlieben und -abneigungen an denen ihrer Eltern orientieren.

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Kleine und große Probleme rund ums Essen

Sehr eingeschränkte Auswahl an Lebensmitteln

Manche Kinder essen über Jahre hinweg nur sehr wenige verschiedene Lebensmittel. Meist lassen sich diese an einer oder zwei Händen abzählen. Diese Kinder wollen ungern neue Lebensmittel ausprobieren, haben oftmals Probleme beim Schlucken von ungewohnten Speisen und zeigen dies vereinzelt auch durch Würgen oder Erbrechen.

Für Sie als Eltern kann die Situation sehr belastend sein, und es ist verständlich, wenn Sie sich sorgen. Doch in der Regel entwickeln sich diese Kinder normal und sind gesund. Auch medizinisch gesehen weisen sie häufig keine Nährstoffmängel auf. Im Kleinkindalter geht dieses auffällige Essverhalten meist von selbst vorüber. Wenn ein Kind zuvor bereits vielseitiger gegessen hat, findet es in den meisten Fällen ebenfalls wieder von allein zu diesem vorherigen Essverhalten zurück – auch wenn dies manchmal etwas dauern kann. Es gibt aber auch immer wieder Kinder, die noch nie eine große Auswahl an Lebensmitteln wollten und dies auch für eine lange Zeit beibehalten werden. Spätestens als Jugendliche erweitern sie meist von selbst ihre Auswahl an Speisen, und als Erwachsene essen sie dann meist ganz normal.

  • Besprechen Sie das Problem mit Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Kinderärztin, um organische Ursachen ausschließen zu können und sicherzugehen, dass sich Ihr Kind altersgerecht entwickelt und keine Nährstoffmängel aufweist.
  • Auch wenn Sie selbst den Eindruck haben, dass sich Ihr Kind nicht altersgerecht entwickelt oder sich aufgrund seines Essverhalten innerhalb der Familie oder im Freundeskreis stark isoliert, sollten Sie dies in der kinderärztlichen Praxis ansprechen.
  • Versuchen Sie, so wenig wie möglich einzugreifen und der Situation nicht zu viel Bedeutung beizumessen.

Gegebenenfalls kann auch die Unterstützung durch eine Ernährungsberatung hilfreich und nützlich sein.

Hilfe, mein Kind isst so schlecht! Wie Sie mit Essproblemen richtig umgehen

Im Säuglingsalter sind schlechte Esser eher die Ausnahme, da die Kleinen bis zum ersten Geburtstag im Verhältnis zum Körpergewicht einen relativ hohen Nahrungsbedarf haben, weil sie so schnell wachsen. Danach verlangsamt sich das Wachstum etwas, und der Energiebedarf sinkt. Deshalb scheinen Kleinkinder auf einmal weniger Hunger zu haben – ohne dass sich Eltern deswegen gleich Sorgen machen müssten! Außerdem werden andere Dinge zunehmend wichtiger, beispielsweise das Laufen, sodass die Kleinen vor lauter Bewegungsdrang und Entdeckergeist gar keine Zeit zum Essen haben.

Gemäkel am Essen ist bei Kleinkindern an der Tagesordnung

Je älter Kleinkinder werden, desto genauer ist ihre Vorstellung davon, was wo auf ihrem Teller zu liegen hat und was sie auf keinen Fall zu essen gedenken. Nehmen Sie Nörgelei am Essen nicht persönlich. Die Kleinen wollen damit ihre wachsende Selbstständigkeit beweisen und zeigen, dass sie allein für sich sorgen können. Selbst eine zeitweilige Essensverweigerung ist bei Kindern normal, insbesondere in heftigen Trotzphasen. Die Kleinen äußern im Rahmen ihrer Persönlichkeitsentwicklung nun sehr deutlich ihre Wünsche, z. B. ob sie Hunger haben oder nicht, ob sie essen wollen oder das Weiterspielen wichtiger ist. Druck wäre jetzt völlig verkehrt und würde nur in einem Machtkampf enden! Überlassen Sie Ihrem Kind die Entscheidung und vertrauen Sie darauf, dass es schon essen wird, wenn es hungrig ist.

Wann wird es bedenklich?

Wie viel ein Kleinkind an einem Tag isst, ist nicht so wichtig, denn der Appetit kann von Tag zu Tag erheblich schwanken. Aussagekräftiger ist die Beobachtung, ob es im Durchschnitt über eine ganze Woche ausreichend gegessen hat. Haben Sie daher das Gefühl, dass Ihr Kind zu wenig isst, sollten Sie eine Woche lang ein Ernährungstagebuch führen. Vergessen Sie dabei nicht, auch alle Getränke, Zwischenmahlzeiten und Naschereien aufzuführen! Vielleicht sind Sie am Ende bass erstaunt, dass Ihr Kind doch deutlich mehr gegessen hat, als Sie geschätzt hätten. Oder es fällt Ihnen dadurch erst auf, wie viel Milch und Saft Ihr Kind über den Tag verteilt trinkt – und wenn es quasi damit schon seinen Kalorienbedarf deckt, hat es natürlich zu den Mahlzeiten nur noch wenig Hunger. Dasselbe gilt natürlich auch für Süßigkeiten oder Knabbereien wie z. B. Salzstangen. Zum Kinderarzt gehen sollten Sie, wenn Ihr Kind

  • über mehrere Monate nicht zunimmt und/oder nicht wächst,
  • an Gewicht verliert,
  • andauernd krank ist,
  • Schluck- oder Kauprobleme hat oder das Essen schmerzhaft zu sein scheint,
  • nicht nur zeitweise, sondern über Wochen und Monate schlecht isst oder
  • vom Gewicht her auf oder unterhalb der 3. Perzentile liegt (Perzentil-Kurven finden sich z. B. im gelben Vorsorgeheft).

Die besten Tipps gegen die 6 häufigsten Essprobleme

  1. Ihr Kind will überhaupt nichts essen. Zwingen Sie Ihr Kind niemals zum Essen, denn Essen soll Genuss sein und Spaß machen. Besprechen Sie mit ihm, was ihm gar nicht schmeckt oder was es lieber anders mag. Führen Sie ein Ernährungstagebuch (siehe oben).Wenn Ihr Kind appetitlos ist, könnte es daran liegen, dass es eine Krankheit ausbrütet, gerade der letzte Backenzahn durchbricht oder ein Wachstumsschub abgeschlossen ist und es deshalb wenig Hunger hat. Versuchen Sie Ihrem Kind mit seinen Lieblingsgerichten wieder Lust aufs Essen zu machen. Richten Sie das Essen besonders liebevoll an (z. B. Clownsgesicht auf der Pizza oder Papierschirmchen in der Quarkspeise). Schimpfen Sie nicht, wenn Ihr Kind mit dem Essen matscht, das könnte ihm den Appetit verderben. Essen Sie gemeinsam, denn wenn Ihr Kind alleine essen muss, schmeckt es nur halb so gut. Oder laden Sie andere Kinder ein, denn durch einen gewissen „Futterneid“ bekommen selbst schlechte Esser oft Appetit.
  1. Ihr Kind mag kein Gemüse. Gekochtes Gemüse ist bei vielen Kindern unbeliebt. Oft mögen sie keine Eintöpfe oder Suppen, bei denen man nicht erkennen kann, was darin enthalten ist. Versuchen Sie es einmal mit rohem Gemüse als Fingerfood mit einem Jogurt- oder Quarkdipp. Manchmal hilft es, wenn Sie geeignetes Gemüse wie Kohlrabi, Möhren oder Paprika in Stifte schneiden und als „Gemüse-Pommes“ anbieten. Auch eine geschälte Karotte wird Ihr Kind vielleicht mit Vergnügen knabbern. Lehnt es nur bestimmte Gemüsesorten ab, tischen Sie die bei ihm beliebten Sorten extra, also nicht mit anderen Speisen vermischt, auf. Ansonsten können Sie bei „Totalverweigerung“ das Gemüse durch mehr Obst und Kartoffeln ausgleichen. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran: Je mehr Gemüsesorten Ihr Kind kennen lernt, umso eher wird sich sein Geschmacksempfinden auf „Gemüsiges“ einlassen können.
  1. Ihr Kind isst kein Obst. Dass ein Kind gar kein Obst mag, kommt sehr selten vor. Meist findet sich doch die eine oder andere Obstsorte, die ihm schmeckt. Schälen Sie diese Obstsorten und bieten Sie sie in mundgerechten Stücken an. Weintrauben müssen Sie oft auch entkernen oder gleich kernlos kaufen. Versuchen Sie es mit Obstspießchen oder selbst angerührtem Naturjogurt mit frischen Obststückchen. Oder Sie legen z. B. aus Apfelvierteln und Aprikosenspalten kleine Segelschiffe (Apfel als Schiffsrumpf, Aprikosenspalte als Segel). Notfalls bieten Sie verdünnte Obstsäfte an oder pürieren die Früchte zu einer Obstsoße. In Formen für Eis am Stiel wird aus eingefrorenem Fruchtpüree eine begehrte Leckerei.
  1. Ihr Kind trinkt keine Milch. Vielleicht mag es stattdessen Kakao? Bieten Sie selbst gekochten, wenig gesüßten Kakao an, denn Kakao-Instantpulver enthält viel Zucker (ein Teelöffel enthält etwa eineinhalb Stück Würfelzucker!). Locken Sie Ihr Kind mit Milchmixgetränken aus frischen Früchten wie Bananen oder Erdbeeren, bieten Sie Milchreis oder auch einmal einen Pudding an. Der Kalziumbedarf lässt sich aber ersatzweise auch mit 150 Gramm Jogurt und 30 bis 40 Gramm Käse decken.
  1. Ihr Kind mag kein Fleisch. So lange es Milch, Milchprodukte, Fisch, Eier, Getreide und Getreideprodukte mag, muss es kein Fleisch essen. Ansonsten reicht eine kleine Fleischportion von 40 bis 60 Gramm zweimal pro Woche für ein Kleinkind aus, um seinen Eisenbedarf zu decken. Versuchen Sie, Ihrem Kind Fleisch in Form von Hackbällchen schmackhaft zu machen. Die kann es gut aus der Hand essen und es muss nicht so lange kauen.
  2. Ihr Kind will ständig etwas Süßes. Süßigkeiten ganz verbieten funktioniert zwar in den ersten Lebensjahren noch, doch spätestens im Kindergarten kriegen die Kleinen mit, was andere Kinder so alles dabei haben. Besser ist es oft, Süßigkeiten in Maßen wie etwa zehn Gummibärchen (es gibt inzwischen auch Mini-Tütchen), einen Riegel Schokolade oder einen kleinen Kinderquarkbecher zu erlauben. Wählen Sie Süßwaren gezielt aus und legen Sie nur Mini- Vorräte an. Sparen Sie generell mit Zucker, geben Sie keine Limonaden, Fruchtsaftgetränke und anderen stark gesüßten Getränke, sondern lieber nur schwach gesüßten Tee. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und überprüfen Sie Ihr eigenes Naschverhalten. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nichts Süßes vor den Mahlzeiten isst. Kleine Zwischenmahlzeiten wie ein Fruchtjogurt oder ein Obstteller verhindern, dass zwischendurch Heißhunger auf Süßes aufkommt. Auch ein süßes Hauptgericht einmal pro Woche oder eine süße Nachspeise können den Süßhunger stillen. Geben Sie keine Süßigkeiten als Trost oder zur Belohnung. Dann könnte sich Ihr Kind „süß – dann ist alles in Ordnung“ einprägen, auch für sein späteres Leben.

was-wir-essen.de

Expertenantwort von Maren Krueger am 01.10.2014 11:11 Uhr

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihren Beitrag.

Dass Kinder phasenweise sehr wenig essen und/oder bestimmte Lebensmittelgruppen gänzlich ablehnen, ist ganz normal. Solange der Kinderarzt zufrieden ist und keine organischen oder physiologischen Erkrankungen vorliegen, muss das kein Grund zur Besorgnis sein. Natürlich kann so ein kleiner „Suppenkasper“ für die Familie belastend sein. Da Ihnen jedoch Ihr Kinderarzt bescheinigt hat, dass Ihre Tochter ganz gesund und fit ist, sollten Sie versuchen, dem aktuellen Essverhalten Ihrer Tochter nicht allzu viel Bedeutung beizumessen. Kinder nutzen das Thema Essen tatsächlich gern auch für kleine Machtkämpfe.

Vertrauen Sie darauf, dass Ihre Tochter essen wird, wenn sie hungrig ist. Bieten Sie ihr wie auch dem Rest der Familie eine gesunde abwechslungsreiche Mischkost, aus der jeder sich das aussuchen darf, was ihm schmeckt. Ihre Tochter sollte das ganz allein entscheiden dürfen. Sie bestimmt auch, ob und wie viel sie essen möchte. Auf keinen Fall sollten Sie sie zum Essen drängen. Bleiben Sie gelassen, auch wenn sie nur wenig oder nichts essen möchte. Keine Sorgen, sie wird nicht gleich unter einem Nährstoffmangel leiden müssen. Decken Sie ihren Teller mit den anderen ab! Loben Sie sie jedes Mal, wenn sie etwas Neues probiert hat, auch wenn es nur eine kleine Portion war.

Für Kinder sind fünf Mahlzeiten am Tag richtig. Dazwischen wird auch nicht genascht! Achten Sie auch drauf, dass Ihre Tochter sich nicht satt trinkt. Circa 30 Minuten vor den Mahlzeiten sollte sie nichts mehr trinken.

Natürlich gibt es auch regelmäßig die Lieblingsspeisen Ihrer Tochter, aber nicht jeden Tag, sondern im Wechsel mit denen der anderen Familienmitglieder. Auch braucht Ihre Tochter nicht regelmäßig Extrawürste (z. B. Nutella) zu den Mahlzeiten. Ablenkungen sind bei den Mahlzeiten überflüssig.

Zeigen Sie ihr, dass Sie konsequent sind, auch wenn es Ihnen schwer fallt. Ganz bestimmt wird Ihre Tochter lernen, ihre Grenzen zu erkennen.

Beteiligen Sie sie Tochter bei der Vor- und Zubereitung der Mahlzeiten. Lassen Sie sie beim Einkaufen, beim Tischdecken zugucken. Lesen Sie ihr Bilderbücher vor, in denen es um Lebensmittel und gesundes Essen und Trinken geht.

Ganz wichtig ist natürlich Ihr Vorbild. Lassen Sie Ihre Tochter bei den Mahlzeiten stets mit am Familientisch vor einem eigenen kindgerechten Gedeck und Besteck sitzen. Zeigen Sie ihr immer wieder ganz bewusst, wie viel Spaß Ihnen die Mahlzeiten machen und wie gut es Ihnen schmeckt.

Fast alle Kleinkinder lieben Fingerfood.

Manchmal kommt es nur auf die richtige „Verpackung“ bzw. das richtige „Versteck“ an:
Gemüse lässt sich z. B. gut in Suppen, Soßen oder auf der Pizza verstecken. Obst lieben die meisten Kinder im Milchshake, als Obstsalat mit Joghurt oder Sahne, als Obstschaschlik oder auf dem Pfannkuchen. Lassen Sie Ihre Fantasie spielen.

Nahrungsergänzungsmittel sollten Sie Ihrer Tochter nur in Absprache mit dem Kinderarzt geben. Anhand einer Blutuntersuchung kann er feststellen, ob es bei einzelnen Nährstoffen eine Unterversorgung gibt.

Tipps und Informationen rund um eine gesunde Kinderernährung finden Sie in dieser Broschüre

Das beste Essen für Kleinkinder

sowie auch beim Netzwerk Gesund ins Leben

Wird „der Esstisch zum Stresstisch“ hat vielen Eltern auch dieses Buch geholfen:
„Jedes Kind kann richtig essen“, Annette Kast-Zahn, Hartmut Morgenroth, Annette Kast- Zahn, Oberstebrink Verlag

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie alles Gute und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen

Maren Krüger

Ernährungswissenschaftlerin

Mein Kind isst nicht – wer sich ein wenig auf den Spielplätzen umhört oder auch mit Ärzten spricht, der wird schnell feststellen, dass diese Problematik gar nicht so selten auftritt. Dennoch stellt sich hier natürlich die Frage, ab welchem Zeitpunkt die Eltern sich wirklich Sorgen machen sollten.

Mein Kind isst nicht: Wie der Fütterungs-Instinkt Eltern und Kinder quält

Es geht bis ganz tief zurück in die Evolution: Der Fütterungs-Instinkt ist den Menschen und auch den Tieren angeboren. Jungtiere und Kinder können nur dann überleben, wenn sie auch genug Essen zu sich nehmen. Schon einem Baby wird immer zuerst, sobald es unruhig wird, Nahrung angeboten. Dies geht auch weiter, wenn kleine Kinder nicht essen möchten. Selbst dann, wenn es einen Grund für diese Appetitlosigkeit gibt, haben Eltern erst einmal das Bedürfnis, den Kindern etwas zu Essen zu geben.

Dabei werden sie besonders kreativ und nehmen auch Tipps aus der Umgebung an, die vielleicht gar nicht so viel Sinn ergeben. Sie verbauen das Gemüse in Soßen, verkaufen den Kindern Süßspeisen mit untergemischten Möhren oder Erbsen als eine Leckerei, spielen das Spiel mit dem Flugzeug und werden selbst zum Kasper am Tisch, um das Kind zum Lachen zu bringen und ihn das Essen in den Mund schieben zu können.

Dies alles lässt sich durch den Fütterungs-Instinkt erklären. Er wurde den Menschen mitgegeben, damit sie ihren Nachwuchs versorgen. Dabei wird aber oft außer Acht gelassen, dass schon kleine Kinder und selbst ein Baby über einen Überlebensinstinkt verfügen und dabei schon von selbst Interesse daran haben, zu essen.

Der Fütterungsinstinkt wurde den Menschen mitgegeben, damit sie ihren Nachwuchs versorgen. (#01)

Mein Kind isst nicht: Der Blick auf die Fakten

Wer vor dem Problem „Mein Kind isst nicht“ steht, der tut gut daran, erst einmal einen Blick auf die Fakten zu werfen. Oft zeigt sich diese Problematik bei Kleinkindern, da diese damit beginnen, ihren Körper kennenzulernen und zu zeigen, was sie möchten und was sie nicht möchten. Ein kindlicher Körper in einem Alter ab einem Jahr bis hin zu drei Jahren hat einen täglichen Kalorienbedarf von bis zu 1100 Kalorien. Diese wird das Kind auf verschiedenen Wegen in der Regel zu sich nehmen, wenn es Appetit verspürt. Das muss nicht unbedingt zu den Mahlzeiten sein. Eltern sollten das Essverhalten ihres Kindes den ganzen Tag beobachten.

Mein Kind isst nicht – wer dies immer nur bei den Mahlzeiten feststellt, der verpasst möglicherweise den Apfel oder den Keks, der zwischendurch in dem kleinen Mündchen verschwunden ist. Auch wenn das Kind in den Kindergarten geht, wissen Eltern meist gar nicht, was die Kinder hier gegessen haben.

Mein Kind isst nicht: Wann sollten sich Eltern wirklich Sorgen machen?

Sorgen sind dann berechtigt, wenn es dem Kind nicht mehr gut geht. Hat es über einen längeren Zeitraum nur sehr wenig oder gar keine Nahrung zu sich genommen, ist es blass und schwach, ständig müde und untergewichtig, dann ist der Zeitpunkt gekommen, an welchem die Sorge berechtigt ist. Es sollte ein Arzt aufgesucht werden. Die Appetitlosigkeit kann dann verschiedene Ursachen haben. Möglicherweise besteht ein Befall von Bakterien oder Viren im Magen-Darm-Trakt, vielleicht hat das Kind psychische Probleme. Eine Abklärung ist auf jeden Fall zu empfehlen. Dabei reicht es nicht aus, dem Arzt die Information: „Mein Kind isst nicht“, zu geben, sondern Eltern sollten für diesen Fall dokumentieren, wann und wie viel das Kind isst, das Gewicht und die Entwicklung des Gewichts kennen und auch das Verhalten beschreiben können. So kann der Arzt seine Diagnose einfacher stellen.

Eltern sollten für den Fall eines Arztbesuchs dokumentieren, wann und wie viel das Kind isst. (#02)

Kein Grund zur Sorge besteht dagegen, wenn das Kind zwar nur sehr wenig isst, dabei aber gesund bleibt, ein normales Gewicht hat und sich gut entwickelt. Dies ist der Punkt, bei dem Eltern teilweise entgeht, was ihr Kind tatsächlich zu sich nimmt. Zur Sicherheit der Eltern kann es sinnvoll sein, auch hier ein Protokoll zu führen. Dies sollte jedoch immer außerhalb des Wissens der Kinder passieren. Sonst kann dies zu großen Druck ausüben.

Die Problematik mit der Essstörung

Mein Kind isst nicht – wenn dieses Problem besteht, dann üben Eltern schnell Druck aus. Dies passiert nicht unbedingt bewusst. Es wird mit kleinen Erpressungen gearbeitet. Besonders beliebt ist der Hinweis, dass man dann ja auch keinen Nachtisch essen kann, wenn man nichts von der Hauptspeise zu sich nimmt. Abhängig vom Kind wird es entweder versuchen, sich das Essen hineinzuzwingen oder darauf verzichten und dann auch keinen Nachtisch bekommen. Damit sind die Grundlagen für eine Essstörung auch schon gelegt. Das Kind misst dem Essen eine so große Bedeutung bei, dass der eigene Alltag davon geprägt wird. Es fühlt sich unter Druck gesetzt, sucht nach Auswegen und verliert das Gefühl für den eigenen Körper.

Magersucht oder Bullimie (#03)

Wird es älter, kann es passieren, dass es die Macht über seinen Körper zurückhaben möchte. Dies kann sich in einer Magersucht oder einer Bulimie äußern. Es kann jedoch auch passieren, dass Kinder, denen Essen immer wieder aufgedrängt wird, damit beginnen, gar kein Gefühl mehr für die Sättigung zu haben. Sie neigen dann zu einem starken Übergewicht.

Mein Kind isst nicht ist also ein Thema, das Eltern mit Vorsicht betrachten sollten. Sie legen den Grundstein für das Gefühl rund um das Essen.

Entspannte Mahlzeiten: So geht es

Besser ist es, dafür zu sorgen, dass die Mahlzeiten mit den Kindern möglichst entspannt und ruhig und ohne Druck verlaufen. Dafür gibt es einige Tipps:

  1. Denken wie das Kind
    Kinder möchten schon in jungen Jahren gerne viele Dinge selbst bestimmten. Das beginnt damit, dass Eltern ihren Kindern die Möglichkeit geben sollten, selbst zu entscheiden, wie viel sie essen möchten und was sie von dem essen möchten, das auf dem Tisch steht. Kinder können auch bereits in den Einkauf der Zutaten und die Zubereitung der Lebensmittel einbezogen werden.
  2. Gemeinsame Mahlzeiten
    Auch wenn der Alltag voll mit Terminen ist, sollten Eltern darauf achten, dass man gemeinsame Mahlzeiten zu sich nimmt. Dabei steht nicht das Essen im Vordergrund, sondern die gemeinsame Zeit. Das Essen ist nebensächlich, man zeigt jedoch seinen Kindern, dass man alles probieren kann.
  3. Lieber nachnehmen
    Dies ist ein Punkt, der oft schon von den eigenen Eltern gepredigt wurde und bis heute nichts von seiner Aktualität verloren hat. So sollte man beim Essen eher kleine Portionen nehmen und sich den Teller lieber zweimal füllen. Das gilt vor allem auch dann, wenn Eltern den Teller von ihrem Kind selbst füllen. Je nach Alter können Kinder noch nicht einschätzen, wie viel das ist, das sie sich auf den Teller tun. Dabei können Eltern helfen oder die Kinder machen lassen, sie dann aber nicht zum Aufessen zwingen.
  4. Dem Kind Vertrauen schenken
    Wer zum Arzt geht und sagt: „Mein Kind isst nicht“, der wird vermutlich auch den Hinweis bekommen, dass Kinder, die vor einem vollen Teller sitzen, in der Regel nicht Hunger leiden. Dies sollten Eltern sich tatsächlich zu Herzen nehmen. Wenn ein Kind Hunger hat, dann wird es essen. Wenn es keinen Hunger hat und später Appetit bekommt, wird es sich vertrauensvoll an die Eltern wenden. Diese sollten dann offen sein und nicht darauf verweisen, dass es ja gerade erst Mittag gegeben hat.

Hilfe, mein Kind isst fast nichts!

von Nicole P.

Hallo,

was mache ich mit meinem Kind, wenn es nichts isst und das meiste nicht mag? Mein Sohn ist 4 Jahre alt und wiegt bloß 14 kg. Er isst nur ganz kleine Portionen und nur bestimmte Sachen, aber er kaut sehr lange. Nicht mal der Kinderarzt weiß Rat.

Antwort von: Dr. med. Andrea Schmelz

Liebe Frau P.,

Ihr Sohn ist sicher ein sehr schlankes Kind. Und genau bei diesen Kindern, die noch nie besonders gut gegessen haben, entwickelt sich schnell ein Kampf ums Essen, weil die Eltern in Sorge sind, wenn ihr Kind nicht richtig zunimmt. Ich vermute, der Kinderarzt hat Ihren Sohn schon daraufhin untersucht, ob es körperliche Ursachen für die mangelnde Gewichtszunahme gibt. Wahrscheinlich ist die schlechte „Esserei“ eher ein psychologisches Problem – das ist im Kleinkind- und Kindergartenalter häufiger, als man denkt!

Bei kleinen Kindern kann die täglich benötigte Nahrungsmenge starken Schwankungen unterliegen. Lernen Sie, Ihrem Sohn zu vertrauen: Bieten Sie ihm das Essen zu festen Zeiten an. Ihr Sohn darf selbst entscheiden, ob er hungrig ist und, wenn er essen möchte, wovon. Er isst einfach so viel oder so wenig er mag von dem, was es zu den Mahlzeiten gibt und bekommt kein Extra- oder Ersatzessen. Kein gesundes Kind wird freiwillig vor vollem Teller verhungern!

Geben Sie Ihrem Sohn Zwischenmahlzeiten, damit sein Blutzuckerspiegel zwischen den Hauptmahlzeiten nicht zu stark abfällt. Vermeiden Sie jedoch zu viele Süßigkeiten oder Knabbereien zwischen den Mahlzeiten. Besser sind etwas frisches Obst oder ein Stück Brot.

Hier noch einige Tipps für Ihren kleinen „Suppenkasper“:

  • Sorgen Sie für eine entspannte Atmosphäre bei Tisch. Sprechen Sie vor allem nicht über das Essproblem Ihres Sohnes! Wenn alle sich beim Essen gut unterhalten, schmeckt es auch gleich viel besser.
  • Füttern Sie nicht nebenbei. Essen Sie gemeinsam am Familientisch. Ihr Sohn sollte dabei nicht „bespaßt“ oder „bespielt“ werden, nur damit er noch ein Häppchen isst.
  • Servieren Sie kleine Portionen, denn ein zu voller Teller entmutigt ihn nur. Kleine Portionen, möglichst ansprechend arrangiert, laden zum Zugreifen ein. Besonders anregend sehen bunte Gemüse in allen Farben aus, aus denen Sie z. B. Muster oder Gesichter legen können.
  • Akzeptieren Sie, wenn er bestimmte Lebensmittel ablehnt. Bieten Sie diese einige Wochen später, eventuell anders zubereitet, wieder an.

Wenn Ihr Sohn auch mit diesen Ratschlägen keinen Appetit bekommt, brauchen Sie vermutlich spezielle psychotherapeutische Hilfe. Wenden Sie sich an Ihren Kinderarzt, der Sie an einen Experten für Ess- und Fütterstörungen überweisen kann. Adressen erhalten Sie z. B. über den Berufsverband der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und Kinderund Jugendlichenpsychotherapeuten e.V. (www.bkj-ev.de). Hilfe bieten auch Sozialpädiatrische Zentren und Kinderzentren an, etwa im Rahmen von Spezialsprechstunden.

Alles Gute und herzliche Grüße

Ihre Andrea Schmelz

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