Kind eifersüchtig auf baby

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Mit der Geburt eines Geschwisterkindes ändert sich in einer Familie vieles. Ob Kinder sich eine Vorstellung von dieser Veränderung machen können, hängt vom Alter ab. Zwar haben die Kids meist Freunde mit jüngeren Geschwistern, doch das bedeutet noch lange nicht, dass sie wissen, inwieweit sich ihr Familienleben zukünftig verändert. Eifersucht unter Geschwistern wird erst nach der Geburt zum Thema.

Schwangerschaft: Kinder warten gespannt auf den neuen Spielkameraden

Die Schwangerschaft der Mutter weckt die Vorfreude auf den neuen Erdenbürger. In den schönsten Farben malen sich Kinder das zukünftige Leben aus. Bei Mädchen erwacht der Mutterinstinkt. Sie freuen sich, ihrer Mutter beim Füttern und Windeln wechseln helfen zu dürfen und auf lange Spaziergänge mit dem Buggy, bei denen sie stolz das Baby ihren Freundinnen vorführen können. Jungen sind meist etwas pragmatischer veranlagt. Sie denken an einen Spielkameraden, der jederzeit verfügbar ist. Zu diesem Zeitpunkt sind Kinder noch nicht auf ihr Geschwisterchen eifersüchtig. Dass diese Vorstellungen weit von der Wirklichkeit entfernt sind, liegt auf der Hand. Nach der Geburt müssen sich auch die Eltern erst einmal an den neuen Rhythmus gewöhnen, da Babys eine Menge Aufmerksamkeit fordern – Zeit, in der sich die Eltern weniger um das ältere Kind kümmern.

Mama und Papa lieben das Baby mehr als mich

Eifersucht unter Geschwistern entsteht, wenn Kinder das Gefühl haben, ihre Eltern zu verlieren. Während vor der Geburt die Welt noch scheinbar in Ordnung war, scheint sich nun die gesamte Liebe von Mama und Papa auf den Winzling zu konzentrieren. Er wird gehegt und gepflegt. Schreit das Baby, kommen gleich alle, um es zu trösten. Weint das ältere Kind, sind die Eltern genervt. Hinzu kommt, dass auch Freunde und Verwandte verzückt mit dem Baby spielen.

Auch negative Aufmerksamkeit bedeutet Beachtung

Das Gefühl der Eifersucht unter Geschwistern ist immer da. Kinder leben mit der Angst, die Liebe ihrer Eltern zu verlieren. Damit es nicht so weit kommt, streiten sie um die Gunst von Mama und Papa. Wer mehr Aufmerksamkeit bekommt, ist Sieger im Liebesduell. Dabei ist es egal, wie man sich bemerkbar macht. Das Ringen um Beachtung nimmt manchmal seltsame Züge an. Scheinbar wird derjenige mehr geliebt, der lauter, auffälliger ist.

Eifersucht unter Geschwistern: Ermutigen Sie Ihre Kinder

Bekommen Kinder durch Schimpfen mehr Zuwendung, als wenn sie sich still und brav fügen, wählen sie meist den aktiven Weg. Je lauter sie sind und je unmöglicher sie sich benehmen, desto mehr Zeit erübrigen die Eltern für sie. Aus welchem Grund sollten Kinder dieses Verhalten ändern? Haben sie sich erst einmal in dieser Aufmerksamkeitsspirale verfangen, ist es für die ganze Familie schwer, dort wieder herauszukommen. Mit ein paar Strategien lässt sich dieses Benehmen verhindern und Eifersucht unter Geschwistern minimieren:

Heben Sie die persönlichen Eigenschaften hervor

Jedes Kind ist einzigartig. Eine Abgrenzung individueller Persönlichkeitsmerkmale erfolgt spätestens im Schulalter. Eltern, die diese Eigenschaften erkennen und fördern, stärken das Selbstbewusstsein ihrer Kinder. Eine Gleichbehandlung des eigenen Nachwuchses in allen Situationen ist nicht nötig, erzeugt sogar meist Eifersucht unter Geschwistern. Der gut gemeinte Wunsch, es jedem Kind recht zu machen, geht nach hinten los, wenn man nicht die persönlichen Bedürfnisse und Vorlieben jedes Einzelnen berücksichtigt.

Verteilen Sie Ihre Zuneigung

Sicherlich haben Eltern manchmal eine Vorliebe für ein Kind. Sei es, weil es Charaktereigenschaften besitzt, die den eigenen ähneln oder es in einem von Stress geprägten Tagesablauf keine Ansprüche stellt. Diese Vorlieben führen zu Eifersucht unter Geschwistern, wenn sie offen ausgelebt werden. Vorverurteilungen eines Kindes, beispielsweise als „Heulsuse“ oder „Stressverursacher“ sind kontraproduktiv. Wer die Stärken seiner Kinder hervorhebt und nicht nur die Schwächen thematisiert, wird seinen Kindern eher gerecht.

Kinder gegeneinander auszuspielen ist ein No-Go

Oft denken Eltern, ihren Kindern durch Vergleiche einen Sachverhalt besonders anschaulich darstellen zu können. Solange sie dieses Verfahren bei Gegenständen anwenden, ist nichts dagegen einzuwenden. Kritisch wird es, wenn der Nachwuchs miteinander verglichen wird. Denn Können und körperliche Voraussetzungen sind nicht gleichmäßig verteilt. Fliegen dem älteren Bruder gute Noten ohne viel Aufwand zu, kann dies nicht in Relation zu mittelmäßigen Klassenarbeitsergebnissen der kleinen Schwester gesetzt werden. Vor allem, wenn sie für das Ergebnis bereits einen erheblichen Aufwand betrieben musste. Auch Charaktereigenschaften wie Hilfsbereitschaft oder Gesprächigkeit sind bei jedem Kind anders verteilt. Unnötige Vergleiche schüren die Eifersucht unter Geschwistern.

Loben Sie richtig

Lob ist ein sehr wichtiger Baustein der Erziehung. Allerdings kommt es auf das „Wie“ an. Pauschale Lobgesänge bringen wenig. Mit Sätzen wie „Du hast eine tolle Arbeit geschrieben“ können Kinder nicht viel anfangen. Diese Aussage ist zu beliebig. Vielmehr sollten Eltern einzelne Punkte besonders hervorheben, z. B. dass die Rechtschreibübungen zum Erfolg im Diktat geführt haben. Auch kleine Sportler wollen nicht nur hören, wie gut sie gespielt haben. Besser ist es, beispielsweise das Angriffsspiel oder eine andere Situation im Spiel herauszustellen. Auch zu häufiges Lob erreicht nicht die gewünschte Wirkung.

Effektive Konfliktlösung

Eifersucht unter Geschwisterkindern ist kein Thema, solange sich jedes Kind ernst genommen fühlt. Das gilt im täglichen Miteinander, aber auch in Sondersituationen, wie einem Streit. Häufig sind Eltern überfordert, wenn ihr Nachwuchs versucht, sie bei Konflikten auf ihre Seite zu ziehen. Förderlich ist in diesem Fall, eine neutrale Position einzunehmen und jedem Kind die Möglichkeit zur Darstellung seiner Meinung zu geben. Wer nicht vorverurteilt, sondern das Geschehene durch ein vernünftiges Gespräch zu klären versucht, ist auf dem besten Wege, Konflikte effektiv zu lösen. Viele Dinge lassen sich in einer Familienkonferenz klären. Führen Sie Gespräche mit dem Ziel, Einsicht zu bewirken, nicht zu bestrafen.

Eifersucht und Aggression auf das Baby – wie unsere Familie wieder zueinander fand

Gastbeitrag von Anna

Als unsere zweite Tochter geboren wurde, war die erste nur 20 Monate alt. Damals, als wir das zweite Kind geplant hatten (“mit höchstens zwei Jahren Unterschied, damit sie bald miteinander spielen können”), waren uns die Zweijährigen wahnsinnig groß und selbstständig vorgekommen. Nach der Geburt kam mir meine noch nicht ganz Zweijährige auch ziemlich groß vor. Aber wenn ich jetzt im Nachhinein Bilder sehe, muss ich manchmal fast weinen, wenn ich sehe, wie klein sie noch war.

„Wenn du ein tolles Bild von Geschwistern siehst und dich fragst, wieso es bei euch auch nicht so schön ist, denk daran: vielleicht war es nicht immer so.“ Anna

Ein kleiner Altersabstand ist ganz toll. Die Kinder erinnern sich kaum daran, wie es alleine war, es gibt also keine große Eifersucht, und wenn man dann auch noch Tandem stillt, werden sie von Anfang an die innigste Beziehung haben, die man sich nur vorstellen kann. Natürlich, die erste Zeit ist erst mal anstrengend, aber danach werden die Kinder so viel miteinander spielen können.

So weit die Theorie. Und dann kam das Baby.

Schon seit Beginn meiner Schwangerschaft hatte unsere große Tochter starke Aggressionen gegenüber anderen Kindern gezeigt. Inwiefern das mit dem Baby zu tun hatte, werden wir wohl nie herausfinden, aber es ist durchaus so, dass Kinder viel mehr mitbekommen als wir uns vorstellen können.

Als ihre Schwester dann geboren war, reagierte sie sofort sehr ambivalent. Sie umarmte und küsste das Baby – und fuhr ihm dann urplötzlich mit den Fingern durchs Gesicht, sodass dieses winzig kleine Wesen blutige Kratzer hatte. So ging es weiter. Natürlich versuchten wir, unser Baby so gut wie möglich zu schützen, aber wir wollten die Kinder auch nicht ganz voneinander fernhalten. So sehr wir auch aufpassten, immer wieder zerkratzte die Große ihrer Schwester das Gesicht. Wir haben kaum Babyfotos gemacht, und auf allen von den wenigen, die wir haben, sieht man das völlig zerkratzte Babygesicht.

Es war schrecklich. Ich war innerlich völlig zerrissen.

Da war dieses kleine, süße Baby, dem ich so starke Liebesgefühle entgegen brachte, wie ich es mir nie hätte vorstellen können. Ich spürte eine unbändige Wut auf das große Kind, das meinem winzigen Baby weh tat. Das Baby, das sonst nie weinte und immer zufrieden war, wenn es nur nah bei mir sein durfte. Und gleichzeitig war diese unstillbare Trauer in mir, das Mitgefühl für meine Erstgeborene, der ich mit der Geburt ihrer Schwester so große Schmerzen zugefügt hatte, dass sie sich nicht anders zu äußern wusste.

Ich wandte sämtliche “Techniken” an, von denen ich je gelesen hatte. Ein Bindungsgespräch à la Jesper Juul, mit Keksen und Kakao, in dem ich darüber zu sprechen versuchte, wie schwierig es manchmal war, eine große Schwester zu sein. Ich appellierte an ihr Empathievermögen (“Schau mal, sie weint! Das tut ihr weh!”), das einfach noch nicht genug ausgereift war mit ihren nicht ganz zwei Jahren.

Ich stillte sie ein halbes Jahr lang weiter, trug jeden Mittag zwei Kinder im Tuch, bis sie eingeschlafen waren, ließ sie weiterhin bei uns im Bett schlafen, beschäftigte mich so oft es ging ausschließlich mit ihr, las ihr sehr viel vor (was die einzige Aktivität war, bei der sie gefangen genug war, um ihre Schwester in Ruhe zu lassen). Nichts half wirklich, und ich wusste einfach nicht mehr weiter. Ich las sämtliche Bücher, in deren Titel das Wort “Aggression” oder “Geschwisterstreit” vorkam. Ich schrieb lange Emails mit Katrin von Nestling, deren große Tochter ähnlich starke Aggressionen anderen Kindern gegenüber gezeigt hatte. Wir begannen eine Familientherapie, erst mit einem Familylab-Berater, dann mit der wundervollen Katia Saalfrank. Und langsam, sehr langsam verbesserte sich die Situation.

Nachdem ich vor kurzem auf meinem Instagram-Account in einem Nebensatz erwähnt hatte, wie schwierig die erste Zeit für uns gewesen war, erhielt ich einige Nachrichten von Eltern, denen es genauso ging. Sie fragten, wie es bei uns schließlich geklappt hatte, dass die Kleine in unserer Familie akzeptiert wurde. Ich kann mir vorstellen, dass es einigen Eltern so geht, sich aber wahrscheinlich alle ziemlich allein gelassen fühlen. Mit diesem Artikel hoffe ich, das, was wir gelernt haben, weitergeben zu können.

Der erste Schritt auf dem Weg zur Besserung war, sämtliche externe Stressfaktoren zu minimieren.

Wir hatten uns nach der Geburt von der Krankenkasse eine Haushaltshilfe finanzieren lassen, die wir weiterhin beschäftigten mit so vielen Stunden, wie wir es uns irgendwie leisten konnten. Ich gab mit blutendem Herzen das Windelfrei mit dem Baby auf, weil ich merkte, wie sehr ich mich damit nur unter Druck setzte. Schließlich gab ich sogar die Stoffwindeln auf, von denen ich so sehr überzeugt war und bin, weil es einfach weniger Wäsche und damit weniger Stress war. Wir ließen uns eine Zeit lang die Einkäufe liefern, probierten sämtliche Kochboxen aus. All dies waren kleine Dinge, die sich aber summierten.

Nach einem halben Jahr Tandem-Stillen bekam ich vier Brustentzündungen in zwei Monaten, lag jedes Mal mit Fieber und Schüttelfrost flach und stillte die Große schließlich ab. Tatsächlich schlief sie plötzlich durch (was sich später wieder veränderte) und ich hatte auf einmal wieder so etwas wie Energie.

Ich legte meine Vorurteile dem Tablet gegenüber ab und machte mittags mit dem Baby eine halbe Stunde lang Mittagsschlaf, während die Große von Petterson und Findus unterhalten wurde. Und wenn wir länger schliefen, schaute die Große länger. So sehr ich dagegen plädiere, das Tablet einzusetzen, um sich Ruhe zu verschaffen, wenn die Kinder anstrengend sind – in Ausnahmesituationen wie dieser ist es für mich mittlerweile eine absolut akzeptable und lebensrettende Maßnahme.

Anfangs hatte ich das Baby sehr viel im Tragetuch gehabt. Häufig auf dem Rücken, um beide Hände frei zu haben für die Große, aber dennoch stellten wir für meine Tochter eine untrennbare Einheit dar. Sobald es möglich war, ließ ich das mittlerweile zum Krabbelkind herangewachsene Baby also spielen, drehte ihm den Rücken zu und spielte mit der Großen.

Ich schützte ihr Spielzeug vor den neugierigen Händen ihrer Schwester und zeigte ihr, wie wichtig mir die Zeit mit ihr war. Natürlich klappte das meistens nicht lange, aber ich hatte dennoch das Gefühl, dass meine Erstgeborene in diesen Momenten besonders aufblühte. Wir fanden schließlich eine Babysitterin, die zumindest ab und zu das kleine Kind im Tuch um den Block trug, während ich Zeit allein für die Große hatte. Das ist ein Tipp, den man immer und überall hört und der dennoch einfach schwer umzusetzen ist.

Wir verbrachten sehr viel Zeit draußen, denn dort schlief die Kleine meistens länger, und meine Hoffnung war, dass die Große in den vielen Bewegungsspielen, die ich ihr anbot, ihre innere Wut abbauen konnte. Meistens waren wir allein, da uns die Aggression anderen Kindern gegenüber ziemlich isoliert hatte. Wir wurden aus Turngruppen und Kindercafés hinausgeworfen. Und selbst die bedürfnisorientiertesten Eltern müssen irgendwann auch einfach ihre Kinder schützen. Wir hatten eigentlich nur noch eine Freundin mit älteren Kindern, der ich ewig dankbar sein werde.

Ein Buch, das ich gern früher gekannt hätte, ist “Spielen schafft Nähe – Nähe löst Konflikte” von Aletha Solter. Sie schlägt darin speziell bei Geschwisterrivalität einige Bindungsspiele vor. Viele klappen zwar noch nicht, wenn das zweite Kind ein Baby ist, aber das nicht-direktive Spiel mit Figuren, die die Familienmitglieder darstellen, hätte ich gern zumindest versucht.

Das Wichtigste aber war, immer anwesend zu sein.

Schneller zu sein, die Hände abzufangen, die Energie umzulenken. Die Große aus diesem Muster, das sich festgesetzt hatte, herauszuholen. Meine Glaubenssätze in Richtung “Aber Kinder können doch Konflikte selbst lösen, wir müssen ihnen nur vertrauen” loszulassen. Vielleicht können “Kinder” das, aber mein Kind konnte es nicht. Und ich glaube mittlerweile, dass die meisten unter Dreijährigen das nicht können, sondern einfach noch unsere Begleitung brauchen.

Ich war immer so nah wie möglich am Kind, begleitete sie in ihren sozialen Interaktionen, entwickelte ein Gespür dafür, wann sie an ihre Grenzen kam und unterstützte sie darin, frühzeitig “Stopp!” zu sagen. Nicht zu schimpfen, aber dennoch ganz klar zu zeigen, dass andere Kinder nicht gehauen, gekratzt, gebissen oder geschubst werden (hierbei habe ich wahrscheinlich viel zu viele “nicht”-Sätze verwendet, die bei Kindern gar nicht ankommen können.

Etwas, das mir sehr viel Energie gab, war schöne Momente sofort zu fotografieren. Wenn die Große ihrer Schwester vorlas, wir ein gemütliches Picknick im Park hatten, die Kleine versunken spielte, während die Große auf meinem Schoß saß. Diese Fotos waren es, die mir halfen, die Hoffnung nicht völlig zu verlieren. Zu sehen, dass es diese Momente gab und wie sie nach und nach immer häufiger wurden. Ich glaube daran, dass es wichtig ist, sich auf das Gute zu fokussieren.

Mit knapp 3,5 Jahren wurde es dann fast schlagartig besser.

Plötzlich zeigte mein Kind so etwas wie Empathie. Sie wandelte sich vollkommen, entwickelte innerhalb weniger Minuten Freundschaften mit den Kindern auf dem Spielplatz und suchte sich Ruhe, wenn sie sie brauchte. Die Kleine war mittlerweile auch schon 1,5 Jahre alt geworden und wurde immer mehr als Spielpartnerin akzeptiert. Auf einmal waren die beiden beste Freundinnen.

Der Sommer, der dann folgte, war der schönste meines Lebens. Wir waren mittlerweile nach Berlin umgezogen, meiner absoluten Wahlheimat. Jeden Tag fuhren wir an einen See oder in den Wald. Wir bauten neue Freundschaften auf, ohne Angst zu haben, wieder abgelehnt zu werden. Die Große kam in einen wirklich tollen Kindergarten und ich hatte endlich das Gefühl, all die Zeit, die mir für die Kleine als verloren vorkam, aufzuholen. Sie war trotz allem immer ein glückliches Baby gewesen, hatte auf meinem Körper gelebt, ihre Bedürfnisse waren sofort erfüllt worden, und doch war ihr sehr selten volle Aufmerksamkeit zuteil geworden. Wir genossen die Zeit am Vormittag zu zweit und die Nachmittage zu dritt.

Was letztendlich dazu geführt hat, dass es besser wurde, weiß ich nicht. Ich fürchte, dass die Schwierigkeiten bei uns vor allem daran lagen, dass die Große einige Entwicklungsschritte zur Empathie einfach noch nicht vollzogen hatte und die Ankunft des Babys sie noch einmal völlig durcheinander brachte. Trotzdem glaube ich, dass unser Ansatz einen Großteil dazu beigetragen hat, dass es jetzt so schön ist. Nicht perfekt – die Große haut immer noch ein bisschen zu schnell zu, wenn ihr etwas nicht passt (allerdings nur noch bei der Schwester), aber es läuft doch zumindest so, dass ich mich im Begleiten der Konflikte (worüber ich übrigens beim Gewünschtesten Wunschkind einen Gastartikel schreiben durfte) sicher und kompetent fühle und meistens ruhig bleiben kann.

Hätten wir auf die Aggressionen reagiert, indem wir die Große bestraft und ausgeschlossen hätten, dann hätte dies ihre Wut auf die Schwester und ihre innere Verzweiflung nur noch verstärkt, dessen bin ich mir absolut sicher.

Ich sehe jetzt jeden Tag, wie wundervoll es ist, Geschwister zu haben.

Daran müssen wir immer denken, wenn es gerade schwierig ist. Geschwister zu haben ist ein großes Geschenk. Ich bin überzeugt davon, dass es überall irgendwann besser wird. Und dass es länger schön als anstrengend sein wird.

Ich habe durchaus manchmal bereut, dass wir einen so kleinen Altersabstand gewählt haben. Aber die Entscheidung zum zweiten Kind habe ich nie bereut. Dieses wunderbare, unheimlich soziale und empathische Wesen bereichert unsere Familie unglaublich.

Letztendlich dürfen wir einfach nie vergessen, wie schwierig es für unsere Großen ist, ihre Eltern plötzlich zu teilen. Wir brauchen unheimlich viel Verständnis und teilweise auch einfach Durchhaltungsvermögen. Ich glaube, dass eine schwierige Anfangszeit nicht bedeutet, dass die Geschwister keine gute Beziehung haben werden, sondern vielmehr, dass es entscheidend ist, wie empathisch wir damit umgehen können. Ich hoffe, dass mein Artikel vielleicht dem ein oder anderen Elternpaar dabei helfen kann.

Eifersucht auf das Baby ist normal

Die Ankunft eines Babys ist immer von emotionalen Reaktionen begleitet. Das ist bei Erwachsenen so; um wie viel mehr muss es erst für kleine Kinder gelten!

Gestatten Sie Ihrem erstgeborenen Kind eifersüchtige Reaktionen, die vor allem dann heftig sein können, wenn es zwischen zwei und vier Jahre alt ist. Schliesslich muss es nun die Aufmerksamkeit der Eltern teilen. Nicht selten fällt ein Kind in diesem Alter für eine gewisse Zeit in seine Babyphase zurück. Sie wollen auch aus der Flasche trinken, einen Schnuller haben oder sie sprechen in der Babysprache. Dazu kommen unschöne Begleiterscheinungen wie Bettnässen, Wutausbrüchen, Trotzreaktionen – Experten sprechen von regressivem Verhalten. Auch ein feindseliges Verhalten gegenüber dem Baby ist ein Anzeichen für innere Konflikte. Ganz gleich, wie alt das Kind ist: Es muss sich immer erst an die neue Situation mit einem Geschwisterchen gewöhnen.

Auf gar keinen Fall sollte es in der Zeit nach der Geburt aus der gewohnten Umgebung gerissen und woanders untergebracht werden, damit es aus der „ersten Hektik“ raus ist – jedes Kind empfindet solch einen Ausschluss als furchtbare Zurückweisung. Deshalb ist die Auseinandersetzung mit dem Kind von Anfang an sehr wichtig, egal, ob es nun Anzeichen von Eifersucht zeigt oder nicht. Viel besser ist es, das ältere Kind in die Beschäftigung mit dem Baby einzubeziehen; so wird der Zuwachs eine echte Familienangelegenheit. Das Kleinkind sollte möglichst viel in die Versorgung des Babys einbezogen werden. So kann es beispielsweise beim Wickeln die Utensilien, Tücher, Waschlappen oder Creme, reichen und erfährt auf diese Weise, das Gefühl, gebraucht zu werden.

Auch Sie werden vielleicht mit gemischten Gefühlen zu tun haben: Da ist das kleine Neugeborene, das noch so verletzlich wirkt und so viel Fürsorge benötigt. Und da ist das ältere Kind, von dem man schon einiges erwarten kann – und es deshalb gerade in dieser Situation gelegentlich überfordert. Versuchen Sie deshalb, die Bedürfnisse des oder der „Grossen“ recht genau zu erfassen. Viel miteinander reden, zuhören, auch mal Zeit nur für das Ältere haben, damit es merkt: Es ist genau so wichtig wie das neue Baby! Die Zeit, in der Mama das Baby füttert, ist meist besonders schwierig, da das Baby dann ihre ungeteilte Aufmerksamkeit bekommt. Nun darf das Kind vielleicht mit seinem Lieblingsspielzeug spielen oder es darf eine Geschichte anhören. Auch hilfreich: Viel toben und viel Bewegung. Dabei kann das Kleinkind eventuelle Aggressionen ausleben. Hin und wieder sollten Unternehmungen mit einem Elternteil auf dem Programm stehen, dabei erhält das Kind das Gefühl der ungeteilten Aufmerksamkeit.

Letzte Aktualisierung : 02-05-16, AG / BH

Geschwister

Eifersüchtig auf das neue Baby: So können Eltern ihrem älteren Kind helfen

„Du bekommst ein Geschwisterchen!“ – diese Botschaft sorgt bei Kindern nicht nur für helle Begeisterung. Denn neben Vorfreude kann dabei auch Eifersucht aufkommen. Das muss aber nicht sein. „Wenn sich die Eltern auf das zweite Kind freuen und diese Freude vermitteln, dann freut sich auch das erste Kind“, sagt Heidemarie Arnhold, Vorstandsvorsitzende des Arbeitskreises Neue Erziehung (ANE).

Geschwisterkind schon während der Schwangerschaft einbeziehen

Arnhold rät zu einem altersgemäßen Einbeziehen des ersten Kindes von Anfang an: „Wenn der Bauch schon da ist, kann man das Große den Bauch anfassen lassen. Wenn er noch nicht da ist, kann man sagen: Da wird bald ein dicker Bauch sein, da ist das Kind drin, aber jetzt ist das noch ganz klein.“ Eltern können daraus schon vor der Geburt ein Ritual machen. Sie können abends etwa immer sagen: „Jetzt singen wir dem Baby noch ein Lied“, schlägt Judith Peltner vor. Sie ist Pflegedienstleiterin für das Eltern-Kind-Zentrum im Klinikum Nürnberg.

Zugleich sollten Eltern falschen Erwartungen entgegenwirken. Häufig stellen Geschwisterkinder sich vor, dass sie mit dem neuen Bruder oder der neuen Schwester gleich spielen können. „Hier kann man ihnen erklären: Das ist ein Baby, das ganz viel Hilfe braucht, das kann nicht gleich mit dem Auto oder der Puppe spielen“, sagt Peltner.

Eltern dürfen keine Konkurrenz fördern

Drei Jahre sind der schwierigste Altersabstand, hat Judith Peltner beobachtet. „Dann ist das Geschwisterkind in der Trotzphase.“ Es habe gelernt, die alleinige Aufmerksamkeit der Eltern zu bekommen. „Es steckt sowieso gerade seine Grenzen ab, und dann kommt, in den Augen des Großen, ein Rivale ins Haus.“ Aber eine Konkurrenz entsteht laut Heidemarie Arnhold nur, wenn Eltern diese fördern, etwa indem sie die Kinder gegeneinander ausspielen. Was überhaupt nicht geht, sei ein Satz wie: „Du hast ja immer so viel geschrien, und dieses schreit überhaupt nicht!“

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Wenn ein Kind helfen möchte, darf es das gerne. Viele Kliniken oder Geburtshäuser bieten sogenannte Geschwisterkurse an, so auch das Klinikum Nürnberg. In einer Stunde lernen dort drei- bis sechsjährige Kinder an einer Puppe, ein Baby zu wickeln, zu halten oder die Flasche zu geben. So soll der Stolz auf das Geschwisterkind gestärkt werden, erklärt Pflegedienstleiterin Peltner.

Geschwisterkinder ahmen Verhalten des Babys nach

Wenn das Baby da ist, will manches ältere Geschwisterkind auf einmal auch wieder Baby sein. Eine ganz normale Reaktion, findet Inés Brock, Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin in Halle (Saale). „Für einen Drei-, Vier-oder Fünfjährigen ist das natürlich faszinierend zu beobachten, dass das Baby schreit und einkackt, und alle freuen sich drüber.“ Entsprechend will das Große das auch ausprobieren, möchte aus der Flasche oder an der Brust trinken oder nässt vielleicht sogar wieder ein. „Sie versuchen, das Verhalten des Babys nachzuahmen, um zu sehen, ob Mama auch so reagiert.“

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Kein Grund zur Sorge, findet Brock. „Man kann das spielerisch aufgreifen und gleichzeitig die Vorteile des Großseins wieder in den Vordergrund rücken.“ So sollten Eltern etwa das Kind für Dinge loben, die es schon kann. Für sie ist Eifersucht verständlich – nur das Verhalten sei je nach Alter unterschiedlich. Ein Zweijähriger kneift, ein Vierjähriger schmeißt sich auf den Boden, eine Siebenjährige verschwindet schmollend und türenknallend im Zimmer. Je gelassener Eltern damit umgehen, desto besser. Weiterer Rat von Brock: Wochenbettbesucher sollten sich nicht ausschließlich um das Baby kümmern, sondern auch das andere Kind noch wahrnehmen.

Von RND/dpa

Viele Kinder reagieren bei der Geburt eines Geschwisters mit Eifersucht. Was können die Eltern tun, damit sich dieses Gefühl legt?

Liselotte Braun, individualpsychologische Beraterin und zertifizierte STEP-Kursleiterin

Die meisten Kinder reagieren auf das neugeborene Geschwister mit Eifersucht. Jedes Kind hat aber seine Art, mit der Eifersucht umzugehen. Die einen bemuttern und umsorgen das Baby übermässig. Andere plagen es und wollen es einfach weghaben. Oft ist es für die Eltern kaum erkennbar, was ihr Kind bewegt. Alles Schimpfen, Ermahnen und Bestrafen verstärkt und verfestigt das schwierige Verhalten des eifersüchtigen Kindes. Gerade diese Kinder brauchen viel Verständnis und wollen von den Eltern in den Arm genommen werden. Durch gemeinsames Beobachten und Pflegen des Geschwisters können die Eltern beim älteren Kind Interesse und Mitgefühl für das jüngere wecken. Das ältere Kind braucht einen speziellen Platz in der Familie. Diesen können ihm die Eltern geben, indem sie ihm zum Beispiel erlauben, fünf Minuten später ins Bett zu gehen. Zudem braucht es neue, seinem Alter entsprechende Aufgaben. Die Eltern sollten ihm zeigen, wie froh sie um seinen Entwicklungsvorsprung sind, und sich für seine Mitarbeit bedanken. Wenn das ältere Geschwister plötzlich wieder einen Nuggi haben oder Windeln tragen will, dürfen die Eltern diesen „Rückfällen“ keine grosse Beachtung schenken. Das Kind möchte auch wieder klein sein, weil es dadurch mehr Zuwendung erhält. Die Eltern können dem älteren Kind Sicherheit geben und sein Selbstwertgefühl stärken, indem sie es ermutigen und sich für sein Tun interessieren.

Welches Verhalten der Eltern fördert die Eifersucht?

Wenn Eltern die Entwicklungsschritte ihrer Kinder miteinander vergleichen, Stellung für das eine oder andere Kind beziehen oder plötzlich erwarten, dass das ältere Kind nun selbständig sein soll. Ebenfalls nicht klug ist es, das ältere Kind zu entwerten, wenn es „Rückfälle“ hat oder Aufgaben noch nicht lösen kann. Jegliche Art von Bevorzugung oder Mitleid ist wie Gift für die Geschwisterbeziehung.

Was raten Sie Eltern, wenn das ältere Kind das Baby plagt?

Die Eltern müssen sofort eingreifen und das jüngere Kind entfernen. Sie können dies zum Beispiel kommentieren, indem sie sagen: „Gell, das tut weh. Du möchtest doch lieber mit deinem Geschwister spielen.“ Auch wenn es den Eltern schwerfällt, sollten sie auf keinen Fall mit dem älteren Kind schimpfen oder es für seine Tat bestrafen. Das würde die Eifersucht nur noch mehr anstacheln.

Zwischen den meisten Geschwistern gibt es mal Knatsch, zum Beispiel wenn beide mit dem gleichen Spielzeug spielen wollen. Wie sollen die Eltern eingreifen?

Hier empfehle ich den Eltern, den Konflikt einfach nur aufzugreifen, indem sie zum Beispiel sagen: „Ihr wollt jetzt beide mit diesem Spielzeug spielen“, ohne zu werten oder Partei zu ergreifen. Damit nehmen die Eltern die Emotionen der Kinder auf, sie fühlen sich verstanden und beruhigen sich. Dann kann man die Kinder fragen, wie sie sich jetzt arrangieren wollen. In der Regel finden Kinder eine Lösung, die sich von den Ideen der Erwachsenen unterscheiden kann. Manchmal müssen die Eltern beim Finden der Lösung helfen oder auch mal den Gegenstand des Streits an sich nehmen, bis die Kinder eine Lösung gefunden haben.

Wann müssen Eltern bei einem Konflikt unbedingt eingreifen, wann ist Abwarten in Ordnung?

Wenn ein Kind verletzt werden könnte, der Altersunterschied sehr gross ist und das jüngere Kind sich nicht wehren kann, wenn Gegenstände kaputtgehen könnten oder die Eltern sich durch das laute Geschrei beeinträchtigt fühlen. Sonst rate ich, lieber abzuwarten, wenn Kinder streiten. Gelingt es ihnen, den Konflikt zu lösen, spielen sie meist in Ruhe weiter. Wichtig ist, dass beide Kinder sich wehren und für sich einstehen können.

Eltern nehmen sich wahrscheinlich immer vor, alle ihre Kinder gleich zu lieben. Warum gelingt das in der Realität meistens nicht?

Es ist schlicht nicht möglich, alle Kinder gleich zu lieben. Jedes Kind ist ein Individuum. Es ist ganz normal, dass man bei jedem Kind gewisse Persönlichkeitsmerkmale mehr schätzt.

Wie sollen die Eltern damit umgehen, wenn ihnen ihr Kind vorwirft, dass sie das Geschwister mehr lieben?

Anstatt der Lüge „Ich habe euch doch beide genau gleich gern“ sagt man lieber ehrlich: „Ich habe jedes von euch anders gern.“ Danach kann man aufzählen, welche Merkmale man an jedem Kind besonders schätzt. Um dazu in der Lage zu sein, sollten sich die Eltern diese Frage immer wieder mal stellen. Auf keinen Fall sollte man die Kinder wegen ihrer Persönlichkeitsmerkmale kritisieren und entwerten. Auch wenn der Vorwurf, das andere Geschwister mehr zu lieben, sehr trifft, ist es besser, wenn die Eltern dabei ruhig bleiben. Manche Kinder werden sonst dazu verleitet, diese Vorwürfe zu wiederholen, um mehr Zuwendung zu erhalten.

Tipps zur Vorbereitung eines Kindes auf ein Geschwister

  • Bereiten Sie Ihr Kind realistisch auf das Baby vor, indem Sie ihm zum Beispiel erklären, wie gross Babys sind und was sie den ganzen Tag machen.
  • Erklären Sie ihm, dass das Baby die Mama viel in Anspruch nehmen wird (z.B. beim Stillen).
  • Sagen Sie Ihrem Kind nie, dass es einen Spielkameraden erhalten wird, sonst ist die Enttäuschung umso grösser.
  • Schauen Sie mit Ihrem Kind Bilderbücher zum Thema an.
  • Hören Sie dem Kind zu und interessieren Sie sich dafür, wie das Kind die Ankunft des Geschwisters versteht.
  • Beziehen Sie es in die Gestaltung des Bettchens und des Zimmers ein.
  • Besprechen Sie mit Ihrem älteren Kind, was es gerne mit Mami und Papi macht und wie Sie nach der Geburt Zeit mit ihm verbringen werden.

Viele Eltern sind heutzutage schnell stark in Sorge, wenn ein Kind Eifersucht zeigt. Oftmals schildern mir Eltern, was sie alles unternehmen, wie sehr sie einzelnen Kindern viel an einzelner Zeit einräumen, sie sich zwischen ihren Kindern aufteilen, sich oftmals geradezu zerreißen, weil ein Kind sich eifersüchtig zeigt, sie als Eltern dann folgern, dass sie sich jetzt deutlich stark, mit enorm viel Zeit um dieses eine Kind kümmern müssen.

Eifersucht zwischen Geschwistern ist völlig normal

Die allererste, wichtigste Botschaft für Sie als Eltern:
So sehr man als Kind auch zwischendurch eifersüchtig auf Geschwister sein kann, Geschwister zu haben ist dennoch das, was nahezu alle Kinder sich sehnlichst wünschen. Trotz Ärger, trotz Streit zwischendurch mit ihnen, trotz Einschränkungen, die man durch sie miterlebt – es ist auf der Wunschliste von Kindern ganz oben, dass sie Geschwister haben wollen; sehr häufig auch bei jüngeren Kindern (vor der Pubertät), dass Mama und Papa doch bitte nochmal ein Baby bekommen sollen!
Ja, so spürt man schon als Kind – das Leben ist wunderschön, vielfach noch schöner, wenn sich Sehnsüchte erfüllen – und doch hat man dann natürlich immer Licht und Schatten, beides, das man erleben muss. Das Gute: Allein dadurch erleben Kinder wunderbar realistisch, wie das Leben nun einmal ist: Schön und zeitweise weniger schön – einfach immer beides.
Also dürfen Sie als Eltern jeden Tag drauf vertrauen, dass etwas Eifersucht ganz normal zu den Prozessen des Aufwachsens unter mehreren Kindern dazugehört und im alltäglich eintretenden, üblichen Rahmen von einem Kind auch zu verkraften ist, diese Erfahrung zu einer realistischen Einstellung zum Leben eben dazu gehört.

Kindern lernen fürs Leben: Gönnen, Teilen, Rücksichtnahme

Ja, man muss in der Familie teilen mit den anderen Kindern. Ja, man muss es manchmal für kleine Momente aushalten, dass das andere Kind zuerst mit etwas dran ist, bei mehreren Kindern das Warten immer wieder auch länger dauern kann und man das wirklich aushält! Ja, man kann nicht immer alles bekommen, weil Alles für alle reichen muss – also lernt man ganz normal, dass etwas Einschränkung zu verkraften ist und man es trotzdem mit Geschwistern weiterhin schön hat – auch bei etwas Verzicht durch die Anwesenheit Anderer neben sich.
Erfahrungen, die eine gute, realistische Vorbereitung bedeuten auf das, was das Leben einem sowieso noch alles zumuten wird … (Das Leben auf diesem Planeten bietet für jeden nicht ständig unbegrenzt alles. Diese Tatsache ist etwas, was vielen Erwachsenen der reichen Länder immer noch schwer fällt, diese Tatsache heutzutage realistisch zu erleben und einfach auszuhalten. Wir Bürger der reichen Länder benehmen uns – gemäß den Berichten von Verbänden, die sich um die Ressourcen unseres Planeten sorgen – weiterhin so, als hätten wir mehr als eine Erde zur Verfügung; wir muten einfach unseren Enkeln, den zukünftigen Generationen, später, die Einschränkungen zu).

Ein paar einfach Tipps für weniger Eifersucht und mehr gemeinsame Freude

Ein paar Dinge kann man beherzigen, damit Kinder mit eifersüchtigen Gefühlen nicht überfordert sind, sie dem Alter des Kindes entsprechend auch gut verkraftet und ausgehalten werden können:
Wenn ein neues Kind geboren ist, ist es für das nächst größere Kind schön (und bei mehreren Kindern, die alle eher noch kleinere Kinder sind, gilt das für alle Kinder, die Sie haben), dass es auch viel zu Hause sein darf und die Nähe und Geborgenheit, die das kleine Baby jetzt bekommt, miterleben kann. Dies mitzuerleben nährt im Kind ganz real das wichtige Gefühl: „Unsere Eltern haben wirklich ausreichend Wärme für alle ihre Kinder“; zusätzlich lässt das Miterleben ein größeres Kind herrlich eintauchen in den Zauber, der von kleinen, neugeborenen (aber auch etwas größeren) Babys ausgeht. Diesen Zauber miterleben zu dürfen, das alleine gleicht vieles an möglicher Eifersucht aus.

Je kleiner das zuvor geborene Kind noch ist, umso dringender sollte man es auch mit gleich viel Zeit wie das kleinere Baby um sich herum haben, weil ein noch kleines Geschwister, real körperlich, mit viel Zeit erleben muss, dass es tatsächlich weiterhin gleichermaßen erwünscht und umsorgt ist.
Aber auch etwas größere Geschwister genießen das Dasein mit einem Baby enorm.
Es stärkt größere Kinder (das geht früh los, schon ab einenhalb, zwei Jahren des größeren Kindes), wenn man sie in die Versorgung des Kleinen mit einbezieht. Wenn Größere mitversorgen dürfen (und sei es, dass sie nur den Schnuller finden und bringen, den das Baby gerade braucht), werden sie stolz, dass sie schon „richtig“ großer Bruder, große Schwester sind und diese Erfahrung des Groß-Seins und des „etwas schon können, was das Kleine noch nicht kann“ stärkt deutlich das Selbstwertgefühl des größeren Kindes; genau das besänftigt mögliche Eifersucht.
Wenn man dazu kleine Privilegien haben darf (aber wirklich kleine, sie reichen vollkommen aus!), weil man schon etwas größer ist als der kleine Winzling (z.B. beim Einkaufen mitkommen und mithelfen darf, oder abends, wenn das Baby „nur“ gestillt wird, nah dabei sitzen darf und man eine kleine Geschichte erzählt oder vorgelesen bekommt etc. etc.), dann kann man als Kind spüren, dass es gut ist, groß zu sein und zu werden, und man als Kind gar nicht immer nur neidisch sein muss.

Teilen üben und warmherzig und pragmatisch gemeinsam gute Lösungen finden

Bei Spielsachen ist es am besten, man führt früh ein, dass alle Sachen einfach für alle Kinder zum Spielen da sind; dass Spielsachen von vornherein weniger Eigentum bedeuten, sondern sie eben einfach Sachen zum Spielen für jegliche Kinder sind – das beugt vielem Streit vor. Lediglich Puppen und Kuscheltiere sind die „Kinder“ einzelner Kinder und müssen weniger geteilt werden (wobei auch Puppen und Kuscheltiere durch Geschwister „Tanten“ und „Onkels“ haben, was auch schon wieder schön ist und Einfälle bietet für gemeinsames Spielen …)
Was Eltern heute ebenfall oft vergessen: Es ist für Kinder schön, gemeinsam abends im selben Zimmer einzuschlafen, oft noch schöner, gemeinsam mit Geschwistern im selben Bett zu liegen!
Generell kann man besten Gewissens sagen: Kinder sind in den meisten Fällen nicht gerne alleine in Räumen, genau besehen brauchen sie die meisten Jahre ihres Aufwachsens kein eigenes Zimmer. Der eigene Raum, in dem man gerne alleine wohnt, bekommt erst dann stärkere Bedeutung, wenn man ein Erwachsener wird, bedeutet, etwa ab der Pubertät. Erst als Erwachsener prägt sich die ganze Persönlichkeit mit ihren stärkeren Ecken und Kanten aus, dann sehnt man sich zeitweise nach dem eigenen Raum.

Davor, während der langen Jahre als Kind, lieben Kinder es sehr (trotz allem Streit, den sie zwischendurch natürlich auch haben – keine Sorge, das ist normal im realen Zusammenleben unter kleinen wie größeren Kindern), dass ein oder zwei Kinder (in größeren Familien durchaus auch mehrere Kinder ) das Zimmer und die gemeinsame Atmosphäre teilen.
Warum? Im gemeinsam belebten Zimmer spielt sich wenig Einsamkeit, aber sehr viel Leben ab; ganz besonders auch reichlich Viel an kindlichem, unentwegtem Spielen und den dazugehörigen wunderbaren Spinnereien, die vielen Momente des witzigen Zusammenseins unter Kindern; Erfahrungen, die man schnell vermisst, wenn man alleine sein soll als Kind. Viele von Ihnen kennen das, wie man stundenlang gespielt hat unter Kindern im selben Zimmer, oder was man sich unter Geschwistern vor dem Einschlafen noch alles ausgedacht und erzählt hat. Oder wie sonderbar es war und wie sehr man seine Geschwister vermisste, wenn man plötzlich irgendwo alleine, ohne sie bleiben sollte.

Fragen Sie mal bei Kindern aus größeren Familien nach, wie sehr sie es als Kinder genossen haben, dass sie immer jemanden zum Spielen und Spinntisieren hatten, sie Einsamkeit nicht kannten; auch bei Streit es gut war, dass man Räume zusammen erlebt hat und man jemanden vertraut und nah hatte; und zwar jemand, der auch Kind war.
Seien Sie pragmatisch als Eltern, machen Sie sich weniger Sorgen – Kinder streiten mal, aber vertragen sich schnell wieder. Das grundsätzliche Gefühl: „Unsere Eltern haben uns alle gleichermaßen gern und uns auch alle gerne weiterhin viel um sich herum, in ihrer Nähe“ , dieses Gefühl ist lange wichtig; aber genau diese Erfahrung reicht im Alltag auch aus, um Geschwister zu stärken und zu nähren.
Sie erinnern sich ? Genau …

Bis bald wieder
Ingrid Löbner

Wenn Dein Kind eifersüchtig ist

Eifersucht zwischen Geschwistern ist ein alltägliches Problem. Sie kommt in allen Kulturkreisen vor. Je größer der Altersunterschied zwischen den Kindern ist, desto eifersüchtiger sind in der Regel Deine Kinder. Anders ist es, wenn Dein Kind zwei oder drei Jahre alt ist und dann ein jüngeres Geschwisterchen bekommt. In diesem Alter kann Dein Kind noch sehr eifersüchtig werden und reagiert sehr emotional. Auch kann Dein Kind noch nicht richtig einschätzen, welche Wirkung eine kräftige Umarmung oder ein kleiner Schubs haben kann, weder gegenüber einem Neugeborenen, noch gegenüber älteren Geschwistern, auf die es eifersüchtig ist.

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Warum ist Dein Kind eifersüchtig auf das Baby?

Das ist für Dein Kind eine große Umstellung. Es durchlebt eine Fülle von Gefühlen: Aufregung, Angst, Stolz, Liebe, Eifersucht, Wut und Enttäuschung. Bisher war es mit Dir und Deinem Partner allein. Das ist jetzt vorbei. Es erlebt eine Art Entthronung, denn es ist nicht länger der Mittelpunkt Eures Lebens. Das kann für Dein Kind eine enttäuschende und komplizierte Erfahrung sein. Das Baby weint oder schreit, und an den Lärm muss sich Dein Kind erst noch gewöhnen. Und mit ihm spielen kann es auch nicht.

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Du bekommst Dein drittes oder viertes Kind

Dein älteres Kind ist schon größer und wird vermutlich weniger stark eifersüchtig reagieren. Es hat in der KiTa oder Kindergarten Freunde gefunden und ist selbstständiger. Dagegen erlebt Dein Jüngstes eine Art Entthronung, denn jetzt kommt ein neues Nesthäkchen. Für Dein Kind ist das eine starke Veränderung. Wurde bisher auf seine Bedürfnisse besonders Rücksicht genommen, dann findet es sich auf einmal in der Rolle des älteren Geschwisterchens wieder und ab jetzt ist es derjenige, der Rücksicht nehmen soll. Dein Kind muss jetzt viel lernen.

Wie Dein Kind auf ein neues Geschwisterchen reagiert, hängt ganz von seinem Temperament ab, vom Altersunterschied und ob es ein Junge oder ein Mädchen ist. Ist Dein Kind sehr eigenständig veranlagt, dann wird es in der Regel mit den Veränderungen einfacher umgehen können, als wenn Dein Kind einen sensiblen Charakter hat. Vielleicht testet es Dich und Deinen Partner. Oder es fällt in alte Gewohnheiten zurück, will gefüttert werden und benimmt sich wie ein Baby. Damit kämpft Dein Kind um Deine Aufmerksamkeit. Viele Kinder reagieren so auf die Geburt eines Babys. Möglicherweise reagiert es auch aggressiv. Auf jeden Fall wird Dein Kind einige Zeit brauchen, um sich an die neue Situation zu gewöhnen.

Wie hilfst Du Deinem Kind, nicht eifersüchtig auf das neue Geschwisterchen zu sein?

  • Erkläre Deinem Kind, was passiert: Erzähle Deinem Kind in einfachen Worten, was passiert. Wenn „plötzlich“ eine kleine Schwester oder ein kleiner Bruder da ist, ist es viel wahrscheinlicher, dass es eifersüchtig wird, als wenn Dein Kind genügend Zeit hat, sich an den Gedanken zu gewöhnen. Bilderbücher können Dir dabei helfen, Deinem Kind die Situation zu erklären.
  • Zeig Deinem Kind Erinnerungen an die Schwangerschaft: Erzähle Deinem Kind von der Zeit, als Du mit ihm schwanger warst. Zeige ihm Fotos, als es ein Säugling war.
  • Fördere liebevolle Gefühle: Lass Dein Kind fühlen, wenn Dein Ungeborenes im Bauch strampelt. So hilfst Du Deinem Kind, eine positive Bindung zu seinem Geschwisterchen aufzubauen.
  • Lass Dir von Deinem Kind helfen: Für das Baby muss einiges vorbereitet werden: eine Wickelkommode wird aufgestellt, ein Bett aufgebaut und vieles mehr. Lass Dir von Deinem Kind helfen. Vielleicht kann es mitentscheiden, wo die Wickelkommode aufgestellt wird? Überlegt beispielsweise gemeinsam, wie das Zimmer dekoriert werden könnte.
  • Rede mit Deinem Kind über die Veränderungen: Indem Du mit Deinem Kind über die kommenden Veränderungen sprichst, hilfst Du ihm, sich auf die neue Situation vorzubereiten.
  • Behalte viel von der Alltagsroutine: Versuche während der Geburt, der Zeit im Krankenhaus und danach möglichst viele der täglichen Gewohnheiten aufrechtzuerhalten. Starke Veränderungen im Alltag können Dein Kind verunsichern.
  • Bereite den ersten Besuch vor: Dein Kind kommt ins Krankenhaus und sieht Dich mit dem Baby auf dem Arm. Für manche Kinder ist das ein kleiner Schock. Es könnte Deinem Kind helfen, wenn es das Baby zum ersten Mal im Wagen sieht. Du könntest ihm erklären, warum das Neugeborene in Deinem Arm liegen soll. Du könntest Dir dabei von Deinem Kind helfen lassen, beispielsweise indem es eine Decke auf Deinen Arm legt, bevor Du Dein Baby hochnimmst. Aber auch dann kann Dein Kind eifersüchtig reagieren. Es kann auch hilfreich sein, wenn der Papa das Baby gemeinsam mit Eurem Kind auf der Säuglingsstation abholt und es dann im Bettchen zur Mama ins Zimmer bringt.
  • Begrüße Dein älteres Kind wie immer: Wenn Du aus dem Krankenhaus kommst und Dich Dein Kind begrüßt, versuche die üblichen Begrüßungsrituale einzuhalten. Nimm Dein Kind in den Arm. Sprich auch mit anderen Leuten darüber und mach sie darauf aufmerksam, dass sie doch bitte das ältere Kind zuerst begrüssen sollen, bevor sie sich dem Baby zuwenden.
  • Zieh Dich zurück, wenn Du Dein Kind stillst: In den ersten beiden Wochen solltest Du versuchen zu vermeiden, Dein Baby vor den Augen Deines älteren Kindes zu stillen. Manche Kinder reagieren sehr eifersüchtig und fühlen sich zurückgesetzt, wenn sie sehen, wie ihr Geschwisterchen gestillt wird. Erkläre Deinem Kind, dass es schon groß ist und richtiges Essen zu sich nehmen kann, während Babys anders essen.

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Wie solltest Du reagieren, wenn sich Dein Kind eifersüchtig verhält

  • Gib Deinem Kind besondere Aufgaben: Lass Dir von Deinen älteren Kindern helfen. Wenn Dein Baby badet, lass ihm von Deinen älteren Kindern die Füße waschen. Oder sie wickeln die Puppe oder den Teddy, während Du das Baby wickelst.
  • Unterstütze den Kontakt zwischen den Geschwistern: Wenn Dein Kind dem Baby etwas vorsingt oder es sanft streichelt, dann wird Dein kleineres Kind bald anfangen auf seine Stimme zu reagieren und es anzulächeln.
  • Überfordere Dein Kind nicht: Achte darauf, dass sich Dein Kind nicht überfordert, wenn es Dir hilft.
  • Rede deutlich, aber schimpfe nicht: Erkläre Deinem Kind deutlich, wie es sich verhalten soll und warum. Schimpfe Dein Kind nicht aus. Es zeigt mit seiner Eifersucht, dass es Angst hat, Dich zu verlieren.
  • Nimm Dir Zeit für Dein Kind: Zeige Deinem Kind, dass Du es noch genauso lieb hast wie vor der Geburt. Es könnte hilfreich sein, wenn Du spezielle Rituale mit Deinem Kind entwickelst. Organisiere ab und zu ein Sonderprogramm für Dein älteres Kind, wenn möglich ohne das Baby.
  • Achte auf gleiche Behandlung: Du und Dein Partner sollten besonders darauf achten, Eure Kinder gleich zu behandeln. Ihr solltet Eurem Kind zeigen, dass Ihr alle Eure Kinder gleichermaßen liebt.
  • Ungleiche Behandlung erklären: Es hat für Dein Kind auch Vorteile, älter zu sein. Es darf und kann mehr tun als das Baby. Mach Deinem Kind die Vorteile klar. Dann erkläre ihm, warum Du das Baby manchmal anders behandelst.
  • Unterbreche vorübergehend längere „Erziehungsprojekte“: In der Zeit der Geburt und kurz danach sollten Du und Dein Partner keine längerfristigen anstrengenden Erziehungsprojekte, wie etwa „aufs Töpfchen gehen“ oder den „Schnuller abgewöhnen“, in Angriff nehmen.
  • Vermeide Verbote im Zusammenhang mit dem Baby: Wenn Du Dein älteres Kind ständig ermahnst, leise zu sein, dann ist es irgendwann genervt.
  • Erkläre deutlich und immer wieder, wie sich Dein älteres Kind verhalten soll. Dein Kind kann seine Kräfte noch nicht richtig einschätzen. Es ärgert sich vielleicht und gibt dem Baby einen Schubs. Du solltest ihm ruhig und immer wieder erklären und zeigen, wie es mit dem Neugeborenen umgehen soll.
  • Der Besuch beim Fachmann: Streiten sich Deine Kinder nur noch und beherrscht der Streit der Kinder das Familienleben, kannst Du Dir einen Rat in einer Erziehungsberatungsstelle geben lassen. Ziel der therapeutischen Arbeit ist es, die rivalisierenden Geschwister stückweise wieder zusammenzuführen.

Hallo, ich hätte eine Frage: Meine Tochter ist 2,5 Jahre alt. Vor 3 Wochen wurde sie große Schwester und sie ist sehr lieb zu ihrem Bruder. Doch seit ihr Bruder da ist, testet sie ihre Grenzen noch mehr aus – sie steckt Sachen in den Mund, wirft Gabeln und andere Sachen durch die Gegend, sie ist uns gegenüber sehr grob, sie malt an der Wand und auf der Couch herum…..Das hat sie so bisher nicht gemacht und ich glaube schon, dass es mit dem Baby zusammenhängt. Ich bin davon schon ziemlich genervt und oft bestrafe ich sie oder drohe ihr, dass ich dir dann etwas wegnehme. So gerne würde ich ihr durch diese Situation helfen, aber es fällt mir schwer. Habt ihr Tipps, wie ich anders damit umgehen kann? Danke! Liebe Grüße, Silvia

Hallo Silvia,

danke für deine Frage. Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zu eurem Baby!

Wenn ein Baby in die Familie kommt, bedeutet das immer eine große Umstellung. Für die Eltern ist die Geburt des ersten Kindes die größte Umstellung, aber auch das zweite Kind stellt Eltern vor neue Herausforderungen – nicht mehr im Umgang mit dem Baby, denn beim Wickeln, Anziehen und Kuscheln seid ihr schon Meister. Aber es gibt ein Geschwisterkind, das – natürlich – eifersüchtig wird. Das gehört dazu und darf auch so sein. Wie sich die Eifersucht ausdrückt kann ganz unterschiedlich sein. Manche Kinder werden ganz ruhig und ziehen sich zurück, andere Kinder verfallen in ein Babystadium und brauchen vielleicht wieder eine Windel, andere hören auf zu sprechen, andere reagieren brutal auf das Baby und andere versuchen mit allen Mitteln die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Ihr alle müsst als Familie in diese neue Situation erst reinwachsen. Vor allem eure Tochter muss ihren Platz finden.

Was ihr nun tun könnt, um die Situation auch für eure große Tochter entspannt zu gestalten:

    • Catch her by being good:

      Deine Tochter scheint begriffen zu haben, dass sie von euch Aufmerksamkeit bekommt, wenn sie etwas „anstellt“. Ihr ist es egal, ob die Aufmerksamkeit positiv oder negativ ist – Hauptsache, ihr wendet euch ihr zu. Daher: Schenke ihr nicht nur Aufmerksamkeit wenn sie etwas anstellt oder etwas macht, was du nicht möchtest, sondern auch dann, wenn sie mal 5 Minuten gewartet hat, dir geholfen hat, etc. So muss sie gar nichts mehr anstellen, um Aufmerksamkeit zu bekommen.

    • Hilfe annehmen:

      Alles dreht sich zurzeit um das Baby. Das ist normal, für dein Kind aber nur schwer auszuhalten, denn bisher war sie der Mittelpunkt. Vielleicht kannst du mit dem Papa oder mit den Großeltern fixe Zeiten vereinbaren, in denen sie nur Zeit mit deiner Tochter verbringen.

    • Das Problem beim Namen nennen:

      Verbünde dich mit deiner Tochter und rede mit ihr über die Situation. Sag ihr, dass es auch dich nervt, dass du weniger Zeit für sie hast, dass das Weinen des Bruders anstrengend ist. Sei empathisch mit ihr und zeige ihr, dass du sie verstehst. Sie ist nicht alleine!

    • In die Babypflege mit einbeziehen:

      Kinder im Alter von 2,5 Jahren lieben Rollenspiele. Nutze diese Vorliebe und binde dein Kind in die Babypflege mit ein: Sie kann dir beim Wickeln helfen, die Feuchttücher bringen, das Baby ausziehen, den Schnuller holen, ein Lied singen, etc. Das gibt ihr das Gefühl, gebraucht zu werden und wichtig zu sein.

    • Das Bedürfnis hinter dem Verhalten sehen:

      Hinter jedem Verhalten steckt ein Bedürfnis – ich vermute mal, dass hinter den beschriebenen Situationen das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit steckt und der Versuch der Rückversicherung, dass sie von euch noch geliebt wird. Da wären wir wieder bei Punkt 1: Schenkt ihr Aufmerksamkeit, aber positive.

    • Dein Kind darf noch klein sein:

      Viele Eltern erwarten von dem „großen Geschwisterchen“, dass es sich auch groß verhält und Verständnis zeigt. Es soll plötzlich warten können, empathisch sein, Rücksicht nehmen, Verständnis zeigen – doch in Wahrheit geht das alles noch nicht, weil es dein Kind noch gar nicht kann. Empathie entwickelt sich erst mit etwa 4 Jahren, davor ist dein Kind entwicklungsbedingt noch nicht in der Lage sich in das Baby hineinzuversetzen, sich zurückzunehmen und zu warten. Dein Kind darf noch klein sein und seine Bedürfnisse entsprechend äußern.

    • Wenn-dann:

      Du hast geschrieben, dass du deine Tochter für ihr Verhalten bestrafst und ihr drohst. In der Verzweiflung und in der Überforderung finde ich das eine sehr menschliche Reaktion, ich finde es aber schön, dass du daran etwas ändern möchtest. Statt Wenn-dann ist es wichtig, dass du mit deiner Tochter in Beziehung bleibst. Sag ihr, „Ich will das nicht“, „Mir tut das weh“, – es braucht jetzt von deiner Seite viel Zeit und Verständnis, bis dein Kind merkt, dass du es noch genauso liebst. Und wenn sie die Wand anmalt, dann biete ihr Alternativen: vielleicht eine Tafelfolie, eine Staffelei oder einen Aqua Doodle für die Wand oder erinnere sie daran, dass sie auf dem Papier malen soll. Wenn gar nichts mehr geht, dann kannst du ihr auch erklären, dass du die Stifte wegräumen wirst, weil du dich nicht ärgern möchtest.

    • Die Geschwisterbeziehung fördern:

      Dass sie auf ihren Bruder nicht hinhaut ist ein sehr großes Zeichen – ihre Wut, Enttäuschung und Verunsicherung lässt sie auf anderen Wegen raus. Dennoch tut ihr gut daran, da Geschwisterbeziehung zu fördern – und das klappt am besten mit Berührung. Bindung entsteht durch Berührung und die braucht sowohl deine große Tochter, als auch das Baby. Warum also nicht ein Ritual ins Leben rufen: Die Geschwistermassage. Lass deine Tochter das Baby massieren. Zeig ihr einfache Bewegungen und Griffe, einfache Kitzelspiele und stärke so die Bindung zwischen den Geschwistern.

    • Zeit und Geduld:

      Was ihr als Familie nun braucht ist viel Zeit. Zeit, damit ihr alle gut in der neuen Situation ankommt. Für deine Tochter ist die Umstellung gleichzusetzen mit einer Liebhaberin, die dein Mann plötzlich hat, die dann Zimmer, Bett und Liebe mit dir teilt. Das würde dich genauso aus der Fassung bringen. Der Unterschied ist der: Wir sind erwachsen und können über die Situation reden und diskutieren. Das können Kinder meist noch nicht, also protestieren sie anders. Mal lauter, mal leiser. Aber sie sind da und brauchen uns weiterhin. Sie wollen, dass wir ihre Ängste und Sorgen annehmen, dass wir mit Empathie auf sie eingehen, sie verstehen. Das ist nicht einfach, doch wichtig, denn sie wollen sich nur versichern, dass wir sie noch immer lieben. Es ist unsere Aufgabe, die Bedürfnisse aller Familienmitglieder zu berücksichtigen und zu vereinen – aber nicht, die Bedürfnisse des Kindes der Situation anpassen.

    • Büchertipps:

Wenn Kinder ein Geschwisterchen bekommen

3. Nichts erzwingen

Locker bleiben und keine Ansprüche stellen wie etwa „Du musst das Baby lieb haben, denn es ist dein Bruder/deine Schwester“. Das kann sich nur ins Gegenteil wenden. Auch können Kleine nicht nachvoll­­ziehen, wenn sie Spielzeug, an dem sie noch hängen, für das Baby hergeben sollen.

Allgemein gilt: „Weder eine Überthema­tisierung noch ein In-Watte-­­Packen ist sinnvoll“, sagt Pater. Jedes Kind reagiert anders. Daher individuell schauen, was zu seinem Temperament passt. „Manche finden viel Gerede nervig. Ihnen reicht die Info, dass sie ein Geschwisterchen kriegen, und ein Buch zum Thema.“

4. Ein realistisches Bild entwerfen

Wenn Kinder erfahren, dass sie einen Bruder oder eine Schwes­ter bekommen, freuen sich die meisten darauf, ab jetzt immer jemanden zum Spielen zu haben. Wissen die Kleinen, dass sie sich auch nach der Geburt noch mal gedulden müssen, ist die Ent­täuschung nicht zu groß. „Ich rate aber, kein zu ne­gatives Bild des Neugebo­renen zu zeichnen, dass es zum Beispiel viel schreien könnte“, sagt Alexandra Pater. Lieber darüber informieren, dass Babys oft ganz andere Sachen brauchen als ­größere Kinder, sich noch nicht gut äußern können und vieles erst lernen müssen.

5. Exklusive Zeit mit den Eltern

Sobald das Baby auf der Welt ist, brauchen große Geschwister vor allem eines: Zeit mit Mama und Papa allein. „Das ist nicht immer leicht, aber ganz wichtig!“, sagt Alexandra Pater. Vielleicht können Großeltern oder ein Babysitter mit dem Baby spazieren gehen, während man selbst mit dem Großen spielt?

Und wenn sich das neue Familienleben schon ein bisschen eingependelt hat, mag das Große vielleicht auch mal alleine mit Oma oder Opa unterwegs zu sein – ohne sich abgeschoben zu fühlen. Und Nähe zulassen: Das ältere Kind viel mit dem Baby kuscheln lassen und ihm immer wieder sagen, wie wichtig und schön seine Hilfe bei den alltäglichen Arbeiten mit dem Kleinen ist.

6. Plötzlich wieder Baby

Auf einmal will das ältere Kind wieder eine Windel. Oder es beginnt in Babysprache zu reden. Ein Phänomen, das normal ist, aber Feingefühl erfordert. „Ich würde zu großer Achtsamkeit raten und nicht nur abblocken und ‚Du bist doch schon groß‘ sagen“, erklärt Pater. Falls das Kind schon gut sprechen kann, können Eltern nach­fragen, warum es wieder eine Windel möchte. Oder eine ­Alternative anbieten, etwa den Teddy oder die Puppe zu wickeln.

Auch beim Thema Babysprache gilt: zunächst darauf eingehen, dann abwägen. Entweder dem Kind erklären, warum man nicht möchte, dass es in Baby­sprache spricht, oder es hinnehmen. Schlecht wäre, ängstlich oder unwirsch zu reagieren. „Rollenspiele und Erprobungen sind völlig normal.“

7. Frust vermeiden

Auch gut vorbereitete Kinder ­zeigen manchmal Eifersucht oder Aggressionen, wenn das Baby auf der Welt ist. „Hinter diesen Gefühlen stehen echte Bedürfnisse und gerade bei Kleinkindern kein planvolles Verhalten oder Kalkül“, erklärt Alexandra Pater.

Fangen Kinder nach der Geburt des Geschwisterchens an zu hauen oder zu beißen, ­füh­len sie sich oft nicht richtig gesehen. Zum Beispiel, weil die Eltern die Bedürfnisse des ­Babys immer zuerst befrie­digen müssen. Da gilt: genau hinschauen, in welchen Situa­tionen das Verhalten auftritt, und überlegen, wodurch der Frust entstanden sein könnte.

Geschwisterkind & Eifersucht – Was tun?

„Du bekommst bald ein Geschwisterchen!“ Juhu, dann ist ja immer jemand da zum Spielen! Doch wenn das neue Baby endlich da ist, stellt das ältere Kind oft mit Enttäuschung fest: Das kann ja gar nichts, sondern schläft fast die ganze Zeit. Und wird es auch noch von allen ständig angehimmelt…

Warum hab ich Mama jetzt nicht mehr für mich allein?

Für erstgeborene Kinder, die bisher Mama und Papa ganz für sich allein hatten, ist das erst mal schwer zu verdauen. Sie reagieren häufig mit Eifersucht auf das Geschwisterchen und zeigen sich dem Baby gegenüber demonstrativ desinteressiert, wollen sich mit allerlei Aktionen (wieder) in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rücken, und manchmal piksen oder knuffen sie das Kleine sogar.

Warum sind Geschwisterkinder eifersüchtig?

Zunächst einmal ist diese Eifersucht eine völlig natürliche Reaktion. „Das ältere Kind fürchtet, dass es die bisherige Liebe und Zuwendung mit dem Nachzügler teilen muss, und das ist ja auch ganz realistisch“, sagt der Hamburger Diplom-Psychologe Michael Thiel. Erwachsene wissen, wie viel Zuwendung, Zeit und Pflege ein Neugeborenes braucht. Geschwisterkinder, auch wenn sie schon im Schulalter sind, erkennen das erst, wenn das Baby auf der Welt ist – und fragen sich, wie das denn nun weitergehen soll mit Mama und ihnen! Sie müssen einen Weg finden, mit ihren Ängsten umzugehen – dafür sollten Eltern Verständnis haben. Das heißt natürlich nicht, Hänseleien durchgehen zu lassen. Geben Sie Ihrem Kind viel Zeit, das Geschwisterchen zu beschnuppern. „Geschwisterkinder können ganz unterschiedliche Temperamente haben, die müssen sich erst mal kennenlernen“, weiß der Experte Michael Thiel. Aber dann erwächst immer mehr Sicherheit in einer zunächst als dramatisch empfundenen Umbruchsituation.

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Geschwister-Eifersucht in der Schwangerschaft vorbeugen

Eltern können einiges dafür tun, dass das erste Kind mit der neuen Lage gut zurechtkommt. Das beginnt bereits in der Schwangerschaft: Berichten Sie Ihrem „großen“ Kind nicht allzu früh davon, vor allem, wenn es selbst erst ein oder zwei Jahre alt ist. Es reicht, ab dem fünften, sechsten Monat von dem Baby zu erzählen – wenn der Bauch langsam erklärungsbedürftig ist. Wenn die Neuigkeit offiziell ist, lassen Sie Ihr Erstgeborenes an den Vorbereitungen für das zukünftige Geschwisterchen teilhaben. Ob Ultraschall-Untersuchung, Aufbau des Babybetts oder das Einräumen der Baby-Ausstattung – überall darf Ihr Kind dabei sein, wenn es passt.
Freilich sollte man bei Gelegenheit auch erklären, was eigentlich mit Mamas Bauch in der Schwangerschaft passiert: Aufklärungs-Kinderbücher helfen, die geheimnisvolle Veränderung anschaulich zu machen. Wenn die Eltern die nahende Geburt als etwas Natürliches betrachten und vor dem älteren Kind nicht zu viel Aufhebens darum machen, kann das vorbeugend gegen übermäßige Eifersucht helfen, davon ist Psychologe Thiel überzeugt.

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Baby Nr. 2 ist da – die Eifersucht beim Geschwisterkind auch?

Auch wenn das Neugeborene den Familien-Alltag gewaltig durcheinander bringt und eigentlich alle Aufmerksamkeit auf sich konzentriert, achten Sie darauf, dass das erste Kind nicht zu kurz kommt. „Auf jeden Fall sollte an eine Extra-Portion Aufmerksamkeit für das Erstgeborene gedacht werden“, sagt Michael Thiel. „Reservieren Sie Zeiten, in denen Sie oder die Oma oder ein anderer geschätzter Mensch nur für das erste Kind da ist.“ Auch über die ersten turbulenten Monate hinaus.
Viele Gratulanten bringen heute übrigens nicht nur der Mutter nach der Entbindung ein kleines Geschenk mit, sondern auch dem älteren Kind. Eine gute Sache ist es natürlich auch, weiterhin viel mit Ihrem größeren Kind zu reden, im Alltag zu Hause, in der Küche, beim Einkaufen, Unterwegssein. Das ältere Geschwisterchen soll wissen: Mama und Papa haben mich immer noch ganz arg lieb! Erzählungen über die eigene Zeit als Baby ergeben sich häufig von ganz allein: „Habe ich etwa auch mal an einem Schnuller genuckelt? Und im selben Bett geschlafen?“ Wenn Sie Fotos und andere Erinnerungsstücke aufbewahrt haben, ist jetzt der beste Zeitpunkt, sie Ihrem älteren Kind zu zeigen und zu erklären.
Ab dem Grundschulalter können ältere Geschwister auch schon mit dem Baby helfen, zum Beispiel beim Breilöffeln oder Eincremen. Das macht große Kinder stolz und stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Familie. Drängen Sie es aber nicht dazu, sondern schaffen Sie Verständnis dafür, dass der winzige Mensch ganz viel Pflege, Zuwendung und Zeit bedarf. Das gemeinsame Spielen, Toben und Quatschmachen wird schon kommen.

Aufklärungsbücher für Kinder und Jugendliche

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Eifersucht aufs neue Baby: Ein Geschwisterchen? Neiiiiin!!

Wenn Mama und Papa noch ein Baby kriegen, ist das für das erstgeborene Kind nicht immer eine gute Nachricht. Es sieht in dem Baby am Anfang manchmal nicht einen kleinen Bruder oder eine kleine Schwester, sondern einen echten Rivalen.

Die Psychologin Penelope Leach hat in einem ihrer Bücher über Kindererziehung versucht, den Eltern das Entsetzen Iher Kinder zu verdeutlichen: „Stell dir vor, dein Mann kommt eines Tages nach Hause und erzählt dir, dass er noch eine zweite Frau heiraten möchte. Er sagt all diese Sätze, die Eltern immer sagen, wenn sie die Geburt eines weiteren Babys ankündigen. Er würde dich so sehr mögen, dass er unbedingt noch eine so wundervolle Frau haben will. Sie wäre auch deine Frau, ihr würdet euch zusammen um sie kümmern.“

Manche Kinder verkraften diese erste große Veränderung in ihrem Leben überraschend gut. Sie freuen sich über den neuen Nachwuchs und stören sich nicht an der reduzierten Aufmerksamkeit. Doch häufig verläuft der Abschied vom Einzelkind-Dasein nicht so harmonisch. Es kommt zu Eifersuchtsanfällen sobald Mama das Baby stillt oder Papa es auf den Arm nimmt.

Eltern können jedoch versuchen, es ihren Kindern leichter zu machen – mit ein paar Tricks vor und nach der Geburt des Babys.

Vor der Geburt

• Vorbereitung ist alles: Lesen Sie zusammen

Bücher über Geschwister

und beziehen Sie Ihr Kind in kleine Entscheidungen rund um das Baby mit ein. Welche Wickelunterlage findest du schöner? Meinst du das Baby mag dieses Bild?

• Lassen Sie Ihr Kind an der Schwangerschaft teilhaben und erklären Sie, was gerade in Ihrem Bauch passiert. DierSchwangerschaft wird realer, wenn es einen Tritt spüren oder dem Baby eine Geschichte erzählen darf.

• Viele Kinder sind enttäuscht, wenn sie herausfinden, dass man mit

einem Baby gar nicht spielen kann

. Sie finden es blöd, dass das neue Baby immer nur schläft. Bereiten Sie Ihr Kind vorsichtig darauf vor, wie die erste Zeit nach der Geburt ablaufen wird. Erwähnen Sie auch, dass Mama vielleicht für ein paar Tage im Krankenhaus bleiben muss, so ist die Angst des Kindes später nicht so groß.

• Bringen Sie Ihrem Kind, wenn es schon alt genug ist, ein Schlaflied bei, das es zuerst Ihrem Bauch und später dann dem Baby vorsingen kann.

• Basteln Sie für Ihr Kind

einen Geschwisterpass

, der aussieht wie Mamas Mutterpass. Darin kann Ihr Erstgeborenes Stempel vom Arzt oder der Kita sammeln, ein Ultraschallbild einkleben und Pläne für die Zeit nach der Geburt machen.

Nach der Geburt

• Immer öfter denken Freunde und Familie daran, den Großen zur Geburt des neuen Familienmitglieds auch ein Geschenk mitzubringen. Bitten Sie Gäste doch einfach, erst ein paar Wörter

mit dem älteren Kind zu sprechen

, bevor sie sich dem Baby zuwenden. Schon das kann helfen, Eifersuchtsanfälle zu vermeiden.

• Binden Sie Ihr Kind in die Pflege des Babys mit ein. Abhängig vom Alter kann es Windeln anreichen, Spieluhren aufziehen oder dem Baby etwas vorsingen. So verhindern Sie, dass es sich überflüssig fühlt.

• Sagen Sie Ihrem Kind, wie gut es

seinen Job als großer Bruder oder große Schwester

macht. Erzählen Sie auch anderen davon, wenn Ihr Kind dabei ist. Das bestärkt es in seiner neuen Rolle.

• Die Vorteile des Älteren: Betonen Sie Ihrem Kind gegenüber, was es schon alles darf und das Baby noch nicht. Einen Schokokeks zu essen ist schließlich viel besser, als immer nur Milch zu trinken.

• Planen Sie

Dates mit Ihrem Kind

. Verbringen Sie regelmäßig Zeit mit nur einem Kind, während Ihr Partner oder die Großeltern mit dem anderen zusammen sind. Sie müssen gar nichts Besonders unternehmen, Hauptsache, Sie konzentrieren sich nur auf eines der Kinder.

• Bleiben Sie gelassen. Auch wenn es eine Zeit dauern kann, es werden sich alle an die neue Situation gewöhnen. Jeder Eifersuchtsanfall wird vorübergehen. Sie kennen doch die goldene Regel der Kindererziehung:

Es ist alles nur eine Phase!

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