Kind adoptieren in deutschland

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Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, wenn ich ein Kind aus dem Ausland adoptieren möchte?

Wenn Sie ein Kind adoptieren möchten, dann müssen Sie nach deutschem Recht unbeschränkt geschäftsfähig und mindestens 25 Jahre alt sein. Ein jüngerer Ehepartner muss mindestens 21 Jahre alt sein. Ein Höchstalter für Adoptiveltern ist gesetzlich nicht festgelegt. Der Altersunterschied zwischen Adoptiveltern und Kindern sollte laut Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter einem natürlichen Abstand entsprechen.

Ein Ehepaar – ob gleichgeschlechtlich oder nicht – kann ein Kind normalerweise nur gemeinsam adoptieren. Ob eine Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare möglich ist, hängt wesentlich von der Rechtslage im Herkunftsland des Adoptivkindes ab. Aber auch Alleinstehende können ein Kind adoptieren.
Als Erstes überprüft die Adoptionsvermittlungsstelle Ihre allgemeine Eignung als Bewerberin oder Bewerber. Dabei sind unter anderem folgende Kriterien wesentlich:

  • Persönlichkeit – Dazu zählen etwa Ihre Motivation zur Adoption, die Fähigkeit, sich auf das Kind einzulassen, Toleranz, Bereitschaft zur Aufklärung des Kindes über seine Abstammung und zum kontinuierlich offenen Umgang mit der Vorgeschichte des Kindes.
  • Partnerschaftliche Stabilität – Für ein Kind ist es wichtig, in einer stabilen Partnerschaft aufzuwachsen. Das kann eine Ehe, eine eingetragene Lebenspartnerschaft oder eine nicht eheliche Lebensgemeinschaft sein. Wichtig ist, dass Sie eine gute gemeinsame Grundlage in Ihrer Partnerschaft haben und wissen, wie Sie konstruktiv mit Konflikten umgehen.
  • Gesundheit – Es soll sichergestellt sein, dass Sie zukünftig über einen langen Zeitraum für das Kind sorgen können. Deshalb sollten Sie gesund sein und keine psychischen oder psychosomatischen Einschränkungen oder andere Erkrankungen haben, die es erheblich erschweren, sich um das Kind zu kümmern.
  • Erziehungsvorstellungen – Sie sollten sich mit Ihren Vorstellungen von Erziehung auseinandersetzen. Es gilt, die selbst erlebte Erziehung nicht unreflektiert auf das Kind zu übertragen.
  • Wohnverhältnisse – Der Wohnraum sollte ausreichend groß sein, sodass das Kind Rückzugsmöglichkeiten hat. Im Wohnumfeld sollte der Kontakt zu anderen Kindern möglich sein.
  • Wirtschaftliche Verhältnisse – Sie müssen den Nachweis erbringen, dass das Kind in einer wirtschaftlich stabilen Situation aufwachsen kann.

Als Zweites überprüft die Adoptionsvermittlungsstelle im Speziellen Ihre Eignung für eine Auslandsadoption. Zur Beratung und Vorbereitung gehören dabei insbesondere:

  • Die Vorbereitung auf das Leben als Familie mit unterschiedlichen Kulturen,
  • Ihr Wissen und Ihre Auseinandersetzung mit der Kultur und der sozialen Situation im Herkunftsland des Kindes und die Empfehlung, sich damit zu befassen,
  • Ihr Umgang mit Diskriminierung und Rassismus,
  • Informationen über Risiken, die wegen fehlender oder mangelhafter Informationen über die Geschichte, Persönlichkeit und Gesundheit des Kindes auftreten können.

Kann ich den Namen des adoptierten Kindes ändern?

Informationen zum Namensrecht bei adoptierten Kindern finden Sie hier.

Kind adoptieren: Welche Voraussetzungen?

3.733 Kinder wurden laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2018 adoptiert. In den Jahren zuvor waren es ähnlich viele Adoptionsverfahren. Damit all diese Verfahren immer das Wohl des Kindes im Blick haben, müsst Ihr als potentielle Adoptiveltern viele verschiedene Bedingungen erfüllen. Das Jugendamt wird überprüfen, ob Ihr bestimmte partnerschaftliche, finanzielle, gesundheitliche und berufliche Voraussetzungen habt, um ein Kind adoptieren zu können. Im Großen und Ganzen ist es eine weitreichende Entscheidung ein Kind zu adoptieren. Gerade im Alltag werden einige Herausforderungen auf Dich und Deinen Partner zukommen. Erfahre in folgendem Artikel, wie Ihr gemeinsam die eventuellen Probleme löst:

Adoptivkind – Herausforderungen im Alltag meistern

Wie Du und Dein Adoptivkind mit Herausforderungen am besten umgeht, erfährst Du hier.

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Unter welchen Voraussetzungen ein Kind adoptieren?

Wir haben eine Checkliste mit den unterschiedlichen Anforderungen an Adoptiveltern für Dich zusammengestellt.

  • Dein Alter: Damit Du ein Kind adoptieren kannst, sollte entweder Dein Partner oder Du selbst mindestens 25 Jahre alt sein. Der andere Ehepartner muss mindestens 21 Jahre alt sein. Eine obere Altersgrenze ist nicht festgelegt. Allerdings sollte der Altersabstand zwischen Euch und dem Kind 35 bis 40 Jahre nicht überschreiten.
  • Stabile Partnerschaft: Gemeinschaftlich adoptieren könnt Ihr nur, wenn ihr ein Ehepaar seid. Eure Partnerschaft sollte mindestens seit vier Jahren bestehen und selbstverständlich intakt sein. Eine Adoption dient ja dazu, einem Kind ein geborgenes, stabiles Zuhause in einer intakten Familie zu geben. Ihr solltest Euch vorher also gut überlegen, ob Eure Partnerschaft von Dauer ist und die zukünftigen Belastungen aushalten wird.
  • Kinderlosigkeit: Eure Auseinandersetzung mit dem (bisher) unerfüllten Kinderwunsch sollte jetzt abgeschlossen und positiv verarbeitet sein. Alle medizinischen Kinderwunschbehandlungen sollten beendet sein und auf keinen Fall neben der Bewerbung zur Adoption weiterlaufen!
  • Finanzielle Situation: Ihr solltet finanziell so abgesichert sein, dass Ihr das Kind in seiner Entwicklung angemessen fördern könnt.
  • Berufstätigkeit: Eure berufliche Situation muss Euch genug Zeit bieten, um Euch um das Kind kümmern zu können. Euer Adoptivkind sollte die Gelegenheit haben, viel Zeit mit Euch zu verbringen und überwiegend zuhause erzogen zu werden. Die Regelungen zu Elternzeit und Elterngeld gelten übrigens auch für Adoptiveltern.
  • Zustimmung der leiblichen Eltern: Grundsätzlich müssen beide leiblichen Eltern, sofern sie noch leben, einer Adoption zustimmen. Mit der Zustimmung der Eltern geht dann die Vormundschaft für das Kind auf das zuständige Jugendamt über, dass sich auch um die Adoption kümmert. Das Kind muss ebenfalls seine Zustimmung zur Adoption geben. Wenn es noch nicht 14 Jahre alt ist, gibt das Jugendamt als Vormund die Zustimmung, wenn es 14 Jahre oder älter sein sollte, gibt es selbst seine Zustimmung.
  • Alleinstehende Bewerber: Wenn Du Alleinerziehend bist, gibt es auch die Möglichkeit einer Adoption. Du kannst zum Beispiel das Kind eines Verwandten aufnehmen oder das Kind Deines Partners adoptieren. Voraussetzung ist allerdings, dass bereits ein Eltern-Kind-Verhältnis zwischen Dir und dem Kind besteht oder noch entstehen wird.
  • Gesundheit: Ihr braucht ein Gesundheitszeugnis vom Gesundheitsamt, um nachzuweisen, dass Ihr körperlich in der Lage seid, das Kind zu pflegen und zu erziehen.
  • Vorstrafen: Bei der Bewerbung um eine Adoption müsst Ihr ein Führungszeugnis vorlegen, das keine Einträge erhalten darf.
  • Religionszugehörigkeit: Die Religionszugehörigkeit des Kindes oder der Wunsch seiner leiblichen Eltern, sollten diese noch leben, wird bei der Vergabe berücksichtigt.

Du möchtest Dich über das Adoptionsverfahren informieren? Dann findest Du in unserem Artikel „Adoptionsverfahren: 10 häufige Fragen zur Adoption“ viele hilfreiche Antworten. Zudem haben alle Beteiligten an einem Adoptionsverfahren, so ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 6. November 2019, zukünftig einen Rechtsanspruch auf eine Begleitung auch nach der Adoption. Dadurch soll eine umfassende Beratung und Unterstützung während des gesamten Prozesses gesichert werden.

Hier findest Du alle wichtigsten Anlaufstellen, die in Deutschland Adoptionen vermitteln.

Unser Buchtipp: Handbuch Adoption

Mehr Informationen über die Voraussetzungen für eine Adoption, die rechtliche, menschliche sowie finanzielle Seite und vieles mehr, findest Du in diesem umfassenden Ratgeber.Anzeige

Adoption in Deutschland: Das sind die Voraussetzungen

Ist von einer Adoption die Rede, ist meist die Adoption eines minderjährigen Kindes gemeint. Die Adoption volljähriger Kinder ist jedoch auch möglich. Hierfür entscheiden sich oft Stiefeltern, die sich seit Jahren als Vater oder Mutter um das Kind des Partners kümmern und nun den Status (nicht zuletzt aus erbrechtlichen Gründen) gesetzlich verankern möchten.

Die Adoption eines fremden Kindes, das als Kind in die eigene Familie aufgenommen werden soll, ist streng geregelt. Schließlich muss sichergestellt sein, dass es dem Kind bei seinen neuen Eltern wirklich gut geht und dass diese über viele Jahre hinweg für das Kind sorgen können. Geregelt ist der Adoptionsvorgang im Bürgerlichen Gesetzbuch. Das vollständige Adoptionsgesetz können Sie unter diesem Link nachlesen.

Die Voraussetzungen für die Adoption eines Kindes

Wer ein minderjähriges Kind adoptieren möchte, muss dafür zahlreiche Voraussetzungen erfüllen. Die wichtigsten Punkte:

  • Adoptieren dürfen Paare und Alleinstehende
  • Bei unverheirateten Paaren darf nur einer der Partner das Kind adoptieren
  • Gleichgeschlechtlichen Paaren ist die Adoption nur unter bestimmten Umständen erlaubt
  • Mindestens ein Partner muss 25 Jahre alt sein, der andere Partner muss mindestens 21 Jahre alt sein
  • Eine obere Altersgrenze gibt es nicht
  • Die leiblichen Eltern müssen beide in die Adoption einwilligen

Die persönlichen Voraussetzungen der Adoptionswilligen

Neben den gesetzlichen gilt es weitere Voraussetzungen zu erfüllen, die die Adoptionsvermittlungsstelle des Jugendamtes überprüft. Machen Sie sich darauf gefasst, Ihr gesamtes Privatleben offenlegen zu müssen. So will das Jugendamt beispielsweise sicher sein, dass das Kind in einem stabilen Umfeld aufwächst, sprich: dass Sie und Ihr Partner eine solide, stabile Beziehung führen. Auch werden Sie ausführlich zu Ihrer Motivation für die Adoption befragt und zu Ihren erzieherischen Konzepten. Machen Sie sich rechtzeitig Gedanken darüber. Außerdem müssen Sie einige Dokumente vorlegen:

  • Ihre Geburts- und gegebenenfalls Heiratsurkunde
  • Ein polizeiliches Führungszeugnis
  • Ein Gesundheitszeugnis

Sie müssen nicht vermögend sein, um ein Kind adoptieren zu können. Allerdings sollten Sie ihm stabile wirtschaftliche Verhältnisse bieten können, sprich: regelmäßige Einkünfte durch Berufstätigkeit vorweisen können und weitgehend schuldenfrei sein. Bei einem Hausbesuch überzeugt sich das Jugendamt zudem davon, dass Sie dem Kind in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung genügend Platz bieten können.

Adoption muss dem Wohl des Kindes dienen

Eine Adoption wird nur dann bewilligt, wenn sich das Leben des Kindes dadurch stark verbessert. Das kann etwa der Fall sein, wenn eine mittellose jugendliche Schwangere ihr Baby zur Adoption freigibt, weil sie weiß, dass sie das Kind nicht angemessen versorgen kann, während ein wohlhabendes Ehepaar ihm weit bessere Chancen bieten kann.

Auch bei Adoptionen aus dem Ausland kommt das zum Tragen. Die leiblichen Eltern erteilen die Zustimmung, wenn das Baby acht Wochen alt ist (§1747). Die Einwilligung des Kindes selbst wird durch einen gesetzlichen Vertreter erklärt. Lediglich bei Kindern über 14 Jahren geben diese selbst ihr Einverständnis.

Eine weitere wichtige Voraussetzung ist, dass es keine Dritten gibt, die den Interessen des Kindes entgegenstehen oder diese gefährden. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn sich ein älteres Ehepaar, dessen leibliche Kinder mittlerweile erwachsen sind, für die Adoption eines weiteren Kindes entscheiden. Fürchten die leiblichen Kinder nun um ihr Erbe und lehnen die Adoption ab, kann es sein, dass der Adoptionsantrag der Eltern abgelehnt wird. Schließlich soll das Kind nicht in einer vergifteten Familienatmosphäre aufwachsen.

Antrag beim Vormundschaftsgericht

Das Adoptionsverfahren wird erst mit dem Antrag der Annehmenden (also des adoptionswilligen Paares) beim Vormundschaftsgericht begonnen. Beachten Sie, dass erst dann die sogenannte Adoptionspflegezeit beginnt. Bei Säuglingen dauert diese in der Regel ein Jahr, bei älteren Kindern etwas länger. In dieser Zeit müssen die Adoptionseltern unter Beweis stellen, dass sie als Eltern geeignet sind.

Adoption ist auch in Deutschland keine Seltenheit mehr. Doch immer wieder sorgt das Thema für Diskussionsstoff, viele Gerüchte sind im Umlauf: Als Single darf man nicht adoptieren, wenn man über 40 Jahre ist sowieso nicht und es müssen Unsummen dafür bezahlt werden. Aber was davon stimmt?

Die Autorin und Adoptivmutter Sam Jolig räumt in ihrem neuesten Buch mit weit verbreiteten Missverständnissen auf („Mein Weg zum Herzkind“).

Sam Jolig „Mein Weg zum Herzkind“, 192 Seiten, 7,99 Euro, Goldmann VerlagFoto: Goldmann Verlag

Hier benennt BILD.de die fünf größten Irrtümer zum Thema:

Zu alt um ein Kind zu adoptieren
Es gibt kein gesetzlich bestimmtes Alter, ab welchem man kein Kind mehr adoptieren darf. Viele Jugendämter raten von einer Adoption in mittlerem Alter zwar ab, doch wer kann schon beurteilen, bis zu welchem Alter man eine gute Mutter oder ein guter Vater sein kann. Das Alter sagt nicht viel über die Fähigkeit aus, ein gutes Elternteil zu sein.

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Als Single darf man kein Kind adoptieren
Das sich das Adoptionsverfahren als Single schwerer gestaltet im Vergleich zu einem Paar, steht fest. Doch auch hier gibt es kein Gesetz, welches eine Adoption verbietet. Ein Single hat das gleiche Recht eine Adoption zu beantragen wie ein Pärchen. Jedoch sind dabei Durchhaltevermögen und Selbstvertrauen gefragt. Unmöglich ist eine Adoption als Single aber nicht.

Es gibt nicht genug Kinder in Deutschland
Oft wird behauptet, dass es in Deutschland keine Kinder gibt, die zur Adoption freigegeben werden. Das stimmt so natürlich nicht. Die Anzahl der zu vermittelnden Kinder ist regional verschieden. Nimmt man sich die Zeit, sich nicht nur bei dem Heimatjugendamt zu bewerben, sondern auch in anderen Teilen Deutschlands, ist die Erfolgschance gar nicht mehr so klein.

Adoptieren ist zu teuer
Diese Aussage trifft auf Auslandsadoptionen tatsächlich zu, wo bis zu 30 000 Euro gezahlt werden müssen. Doch eine inländische Adoptionsvermittlung durch das Jugendamt ist kostenfrei. Bezahlt werden müssen nur Beglaubigungen, Führungszeugnisse und Notare. Diese Summe variiert, bleibt aber meist überschaubar. Zur Sicherheit überprüfen Sie die Vereinbarungen, um kein Risiko einzugehen.

Scheidung ist bei einem adoptierten Kind nicht erlaubt
Eine Adoption heißt nicht, dass man für immer mit dem Ehepartner zusammenbleiben muss. Falls die Ehe nicht mehr funktioniert, ist es weder für das Kind noch für die Eltern förderlich, eine Partnerschaft zu erzwingen. Eine Scheidung bedeutet also nicht die Wegnahme des Kindes. Etwas kritisch werden Eheprobleme nur, sobald sie noch in der Adoptionspflegezeit stattfinden. Zu diesem Zeitpunkt wird die Familie von Sozialarbeitern besucht um die Familienverhältnisse zu überprüfen.

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Auslandsadoption: Mehr Kinder als Eltern

Viele Kinder in Ländern wie Haiti, Russland oder Indien hat im eigenen Land nur geringe Überlebens- und Zukunftschancen. Sie leben unterhalb des Existenzminimums, sind unterernährt, müssen betteln. Sehr viele der Babys werden anonym als Findelkinder vor die Waisenhäuser gelegt. Oft sind die Mütter noch äußerst jung. In anderen Fällen hat die Familie oder die allein erziehende Mutter schon mehrere Kinder und kann ein weiteres nicht mehr ernähren. Manchmal hinterlässt die Mutter ein Foto von sich. Die Zahl der Kinder ist größer als die Zahl adoptionswilliger Paare in ihren Ländern. In manchen Ländern ist es nicht üblich, Kinder aus anderen als der eigenen Familie aufzunehmen.
Waisenhäuser sind überfüllt
Die Waisenhäuser sind total überfüllt. Das Personal ist meist überfordert, die Bedingungen, unter denen die Kinder leben, oft erbärmlich. Es mangelt an Essen, sauberem Wasser, in Russland an warmer Kleidung und Heizung. Frauke Ilg-Möllers und ihr Mann Werner aus Iserlohn adoptierten Drillinge aus dem russischen Kaliningrad. Die Kinder waren damals bereits sechs Jahre alt: „Als sie zu uns kamen, haben sie die ersten Wochen ununterbrochen gegessen. Sie trauten der Situation nicht, nie wieder hungern zu müssen.“ Da es global viel mehr Kinder gibt, die eine neue Familie suchen, als potenzielle Eltern, haben Adoptionsbewerber im Ausland im Gegensatz zum Inland sehr hohe Chancen.

Zwei Wege für Auslandsadoption
Die Adoption eines ausländischen Kindes muss entweder über eine der staatlich anerkannten Adoptionsvermittlungsstellen oder über das jeweilige Landesjugendamt laufen. Der erste Weg ist der einfachste. Die Vermittlungsstelle hilft bei der Erstellung der notwendigen Papiere und organisiert den Ablauf im Herkunftsland. Mit dieser im Rücken kann nichts schief gehen. Die einzelnen Vermittlungsstellen haben Zulassungen für jeweils unterschiedliche Länder. Sie geben Auskunft über die Bedingungen für die Bewerber in den jeweiligen Ländern und die Umstände, unter denen die Kinder in den Heimen leben.
Auch Single-Frauen über 40 haben Chance
Das Prinzip, nach denen die Vermittlungsstellen arbeiten, lautet: Nicht für die Eltern wird das passende Kind gesucht, sondern für das Kind die passenden Eltern. Meist werden Ehepaare gesucht, aber auch Einzelpersonen, so beispielsweise Single-Frauen über 40 Jahren haben eine Chance. „Die allein stehende Bewerberin kann für ein verlassenes Kind, das traumatische Erfahrungen mit dem misshandelnden oder missbrauchenden Partner seiner Mutter machen musste, die beste Chance für die Überwindung dieses Traumas und für seine gesunde Entwicklung sein“, sagt Monika Müllers-Stein, Chefin der Münchner Vermittlungsstelle AdA. Ihr ist wichtig zu betonen, dass sich jeder bewerben kann, sich aber bewusst sein muss, dass neben dem Kriterium der Eignung auch das Gebrauchtwerden ein wichtiger Indikator für den tatsächlichen Erfolg der Adoptionsbewerbung ist.
Der zweite mögliche Weg ist die Privatadoption. Bewerber wählen zumeist diesen Weg, weil sie sich mehr Einfluss auf die Auswahl des Kindes erhoffen. Im jeweiligen Herkunftsland müssen sie sich um alle Kontakte und Schritte selbst kümmern (Gerichtsverfahren, Übersetzungen, Kontakt zur Adoptions-Zentrale). Partner in Deutschland ist das Landesjugendamt. Diese Variante ist ohne Sprachkenntnisse und gute Kontakte im Land sehr schwierig. Von 1184 Kindern, die 2005 zur Adoption nach Deutschland vermittelt wurden, kamen 896 durch die Vermittlungsstellen, 288 als Privatadoption.
Das Bewerbungsverfahren
Oft werden die bürokratischen Hürden als unüberwindbar oder gar bedrohlich geschildert. Von den durch eine Vermittlungsstelle organisierten Auslandsadoptionen scheitern jedoch angeblich nur ein bis zwei Prozent. „Es ist aufwändig, aber nicht unüberwindlich“, so die Erfahrung der Adoptiv-Mama Sylvia Torre Flores aus Stuttgart. Sie und ihr Mann Pio adoptierten über die Agentur AdA in München nacheinander zwei Kinder aus Kolumbien. „Alles wird immer schwieriger dargestellt, als es am Ende ist“, so Torre Flores.
Zunächst müssen die Interessenten mehrere Fragebögen ausfüllen, in denen sie mit möglichen Belastungs-Situationen konfrontiert werden wie beispielsweise: „Wie würden Sie reagieren, wenn das Kind als Kanake, Schlitzauge oder ähnliches beschimpft wird?“- „Wie würden Sie reagieren, wenn Sie zum Beispiel als „Negerhure“ oder „gehörnter Ehemann“ bezeichnete werden?“ – „Glauben Sie, dass Ihre Eltern das ausländische, eventuell dunkelhäutige Enkelkind akzeptieren können?“ – „Was müsste für Sie in jedem Fall vor einer Aufnahme geklärt sein?“ (zum Beispiel HIV, Hepatitis, mentale Defizite) oder „Wo sehen Sie die Grenzen Ihrer Belastbarkeit?
Persönliche Gespräche mit Sozialarbeiter
Der nächste Schritt sind mehrere persönliche Gespräche mit den Mitarbeitern der Vermittlungszentrale und dem zuständigen Sozialarbeiter im Jugendamt. Natürlich sind die Prüfer so verschieden wie Menschen nur unterschiedlich sein können. Adoptivbewerber in München und Stuttgart können sich glücklich schätzen, denn die dortigen Verantwortlichen für Adoption im Jugendamt führen die Gespräche auf eine äußerst angenehme Art. Mit viel Verständnis auch für die Ängste der Bewerber klopfen sie unaufdringlich die Motivation und Fähigkeit der Bewerber zur Adoption ab. Während in München Bewerber nur dreimal für eine Stunde im Abstand von einem Monat zum Gespräch geladen werden, müssen sich Bewerber in anderen Gemeinden den erforderlichen Sozialbericht härter verdienen. Teilweise stehen fünfmal dreistündige Intensivgespräche auf dem Programm.
Aber selbst die Atmosphäre der einzelnen Gespräche mit den Mitarbeitern in ein- und derselben Vermittlungsorganisation kann ganz verschieden sein. Eigentlich sollten die Gespräche auch einen Gewinn für die Bewerber bedeuten, das ist aber nicht immer der Fall. Möglicherweise weiß der prüfende Gesprächspartner wenig von den Umständen und den Abläufen im Herkunftsland und ist kaum über die Krankheiten der Kinder informiert.
Papiere schon nach zwei Wochen
Parallel dazu müssen die Unterlagen besorgt werden. Es ist wichtig, zu Beginn zu ordnen, welche Papiere man bei welchem Amt erhält. Sinnvoll ist es, vorher telefonisch im Amt die richtige Ansprechperson ausfindig zu machen und mit ihr Grund und Zeit des Kommens zu besprechen. Die Wege sollten gebündelt werden, die Öffnungszeiten der einzelnen Ämter auf einem „Fahrplan“ aufeinander abgestimmt werden. Gut gedanklich sortiert, sind manche Bewerber schon nach zwei Wochen im Besitz der meisten Papiere. Dann bleiben oft noch ein paar offen, die schrittweise nachgeholt werden. Insgesamt ist es durchaus realistisch, nach zwei bis drei Monaten im Besitz aller Unterlagen zu sein.
Folgende Unterlagen müssen eingereicht werden:
Lebenslauf, Heiratsurkunde, Einkommensnachweis, Nachweis von Wohneigentum oder Mietvertrag, Reisepasskopien, Gesundheitszeugnis durch den Hausarzt, Lohnsteuerkarte, Geburtsurkunden bereits vorhandener Kinder, polizeiliches Führungszeugnis ohne Eintrag. Beglaubigungen und Überbeglaubigungen der einzelnen Papiere durch Ärztekammer, Notar, Landgericht, Regierungspräsidium
Wie lange dauert das Verfahren?
Je nach den Umständen im Herkunftsland des Kindes trifft nach Abgabe aller Papiere der Kindervorschlag in der Regel innerhalb von eineinhalb bis zweieinhalb Jahren ein. Manche Länder haben aber auch Wartezeiten von unter einem Jahr.
In der Regel müssen beide Partner im Ausland zum Gerichtsverfahren erscheinen. Manchmal muss wenigstens einer der Partner mehrere Wochen im Herkunftsland bleiben. Eltern haben das Recht, für diese Zeit einen Antrag auf unbezahlten Urlaub zu stellen.
Die Kosten für die Dokumente, die Vermittlungsstelle und die Reise belaufen sich je nach Land zwischen 8000 und 15 000 Euro. Auch für Adoptivkinder erhalten Eltern die Elternzeit, selbst wenn das Kind schon älter ist, bis zum Ende des achten Lebensjahres. Durch die Adoption bekommt das Kind aus dem Ausland die deutsche Staatsbürgerschaft, kann aber seine ursprüngliche behalten.
Mehr zum Thema Auslandsadoption finden Sie im neuen FOCUS 20/06, nächste Woche am Kiosk.

Laut dem Statistischen Bundesamt wurden im Jahr 2016 über 3900 Adoptionen in ganz Deutschland vollzogen. Die Anzahl der adoptierten Kinder ist dabei seit 2013 relativ stabil, wohingegen die Jahre zuvor weniger Adoptionen vorgenommen wurden. Dass die Zahl der adoptierten Kinder nicht größer ist, liegt zum Teil auch an den strengen Voraussetzungen, die für eine Adoption gegeben sein müssen.

Bei einer Adoption handelt es sich um eine Eltern-Kind-Beziehung, bei der die biologische Abstammung nicht berücksichtigt wird. Gesetzlich ist die Adoption im BGB, also im Bürgerlichen Gesetzbuch, verankert. Nach einer rechtlich vollzogenen Adoption besteht in der Regel keine familienrechtliche Beziehung mehr zwischen dem adoptierten Kind und seinen biologischen Eltern.

Nicht nur minderjährige und fremde Kinder können adoptiert werden. Neben volljährigen Personen können auch verwandte Kinder sowie Stiefkinder adoptiert werden. Stiefkindadoptionen machen dabei mit Abstand den größten Teil der Adoptionen aus. Hier weichen die geltenden Regelungen jedoch etwas ab.

Ziel einer Adoption ist es, verlassenen oder elternlosen Kindern eine Chance auf ein normales Familienleben zu ermöglichen, indem das Wohl des Kindes an erster Stelle steht. Bei minderjährigen Kindern sind die öffentlichen Träger in Form von Jugendämtern verantwortlich oder aber karitative Einrichtungen, die als anerkannte freie Träger fungieren. Zu den freien Trägern zählen unter anderem die Caritas sowie die Diakonie.

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Gemeinsam an einem Strang ziehen

Für kinderlose Paare ist eine Adoption oft die letzte Möglichkeit, um selbst das Elternglück erfahren zu dürfen. Bevor sich Paare für den langwierigen und auch nervenaufreibenden Adoptionsprozess entscheiden, haben diese oft einen jahrelangen und unerfüllten Babywunsch hinter sich.

Hormontherapien, alternative Methoden zur Fruchtbarkeitsstimulierung, unzählige Termine beim Frauenarzt und in einer Kinderwunschklinik sowie künstliche Befruchtung sind Möglichkeiten, endlich schwanger zu werden und um eine eigene Familie zu gründen. Fällt der Schwangerschaftstest hingegen immer wieder negativ aus, stellt dies jede noch so gute Beziehung auf eine starke Zerreißprobe.

Stellt sich auch nach Jahren und nachdem alle Möglichkeiten unternommen wurden, weiterhin keine Schwangerschaft ein, bleibt für viele Paare nur die Adoption eines fremden Kindes. Doch eine Adoption muss gut überlegt sein, denn an erster Stelle steht das Wohl und die Sicherheit des Kindes.

Die Entscheidung ein Kind zu adoptieren ist eine weitreichende Entscheidung, die sich auf euer komplettes Leben auswirken wird. Deshalb ist es oberste Priorität, dass ihr euch als Paar absolut sicher seid, was den gemeinsamen Kinderwunsch und eure allgemeinen Zukunftspläne angeht.

Zudem muss die Bereitschaft vorhanden sein, ein fremdes Kind wie sein eigenes Fleisch und Blut großzuziehen, ihm grenzenlose Liebe und die nötige Geborgenheit sowie ein stabiles Zuhause zu geben.

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass ihr euch als Paar bewusst macht, was es für euch und eure Beziehung bedeutet, ein Kind zu adoptieren, was sich verändern wird, aber auch wie aufreibend ein solcher Prozess sein kann und es letztendlich nicht immer zu einem positiven Ergebnis kommt.

Voraussetzungen einer Adoption

Bevor ihr einen Adoptionsantrag stellt, solltet ihr euch über verschiedene Fragen Gedanken gemacht haben: Ist eure Beziehung gefestigt genug, um auch eine mögliche Ablehnung zu verkraften? Ist es euer absoluter Herzenswunsch, ein Kind zu bekommen? Und habt ihr bereits verarbeitet, kein eigenes Kind bekommen zu können?

Um euch einen hilfreichen Überblick über die gängigen Adoptionsverfahren zu verschaffen und euch hilfreiche und möglichst unkomplizierte Antworten auf all eure Fragen zu geben, haben wir die wichtigsten Aspekte rund um das Thema Adoption für euch zusammengefasst.

Hier erfahrt ihr alles über die Voraussetzungen, an wen ihr euch wenden müsst und welche Kosten bei einer Adoption entstehen können.

Wenn ihr euch sicher seid, dass eine Adoption für euch infrage kommt, müsst ihr zuerst mit einer Vermittlungsstelle Kontakt aufnehmen. Hier ist entweder das Jugendamt vor Ort des Antragsstellers oder freie Träger wie die Caritas oder die Diakonie zuständig. Diese werden euren Antrag genau unter die Lupe nehmen und prüfen.

Damit einem Adoptionsantrag zugestimmt wird, müssen sowohl berufliche, finanzielle, gesundheitliche sowie partnerschaftliche Voraussetzungen seitens der Antragsteller erfüllt werden:

Zustimmung der leiblichen Eltern: Um ein Kind adoptieren zu können, müssen zuallererst die Herkunftseltern in eine Adoption notariell beglaubigt einwilligen. Zudem kann die Einwilligung erst erfolgen, wenn das Baby acht Wochen alt ist. Bis das Adoptionsverfahren abgeschlossen ist, hat das zuständige Jugendamt die vorübergehende Vormundschaft für das Kind.

Zudem muss das Kind seine Zustimmung zu der Adoption erteilen. Ist das Kind unter 14 Jahre alt, geschieht die Zustimmung durch das Jugendamt.

Familienstand: Wenn ihr zusammen als Paar ein Kind adoptieren wollt, solltet ihr bestenfalls seit mindestens zwei Jahren verheiratet sein und eine intakte sowie harmonische Ehe führen. Zwar können auch unverheiratete Paare ein Kind adoptieren, allerdings kann dann nur ein Partner adoptieren. Zudem erschwert dies unter Umständen das Adoptionsverfahren, denn in der Regel werden verheiratete Paare bei der Auswahl bevorzugt.

Auch eine alleinstehende Person kann ein Kind adoptieren. Vor allem, wenn zwischen dem Antragssteller und dem Kind bereits ein Eltern-Kind-Verhältnis besteht. Dies ist unter anderem der Fall, wenn es sich um ein Kind aus der Verwandtschaft handelt oder um das Kind des Partners. Hier wird auch von der sogenannten Stiefkindadoption gesprochen, die häufiger durchgeführt wird.

Seit Oktober 2017 dürfen auch homosexuelle Paare Kinder adoptieren, sofern diese verheiratet sind und alle Voraussetzungen erfüllt sind.

Alter: Einer der Partner muss mindestens 25 Jahre alt sein und der andere Partner mindestens 21 Jahre alt. Nach oben hin gibt es theoretisch gesehen keine Altersgrenze. Allerdings wird empfohlen, dass zwischen den Antragsstellern und dem Adoptivkind nicht mehr als 40 Jahre Altersunterschied liegen. Zudem sinken die Chancen, wenn die Eltern älter als 40 Jahre alt sind.

Ärztliche Atteste: Es spielt eine große Rolle, dass beide Elternteile gesund sind und sich ohne gesundheitliche Einschränkungen, hier gilt sowohl die geistige sowie körperliche Gesundheit, um das Kind kümmern können. Daher sind bestimmte ärztliche Atteste sowie ein Gesundheitszeugnis vom Gesundheitsamt notwendig.

Finanznachweise: Der Einkommensnachweis sowie der Vermögens- und Schuldennachweis sind nötig, da die Antragssteller finanziell abgesichert und wirtschaftlich gefestigt sein müssen. Unter anderem durch regelmäßige Einkünfte aus einem Arbeitsverhältnis wird dem Adoptivkind eine stabile sowie sichere Zukunft geboten.

So wird zudem gewährleistet, dass sich die Lebensumstände für das Kind verbessern und dieses angemessen versorgt werden kann.

Ausreichend Wohnraum: Für eine Adoption ist selbstverständlich kein Haus oder eine große Wohnung notwendig. Allerdings prüft das Jugendamt, ob ausreichend Platz für ein Kind sowie ein Kinderzimmer vorhanden sind.

Berufliche Situation: Auch die berufliche Situation beider Elternteile fließt natürlich in die Entscheidung des Jugendamtes mit ein. Die Chancen für eine Adoption stehen besser, wenn nicht beide Elternteile, zumindest in der kritischen Eingewöhnungsphase, beruflich voll eingespannt sind.

So wird sichergestellt, dass genügend Zeit für das Adoptivkind vorhanden ist und dieses die nötige Zuwendung erhält. Nur so kann sich eine stabile und nachhaltige Eltern-Kind-Beziehung entwickeln und das Adoptivkind kann sich besser in seine neue Familie und Wohnsituation einleben.

Gut zu wissen: Wird ein Adoptivkind in die Familie aufgenommen, gelten die üblichen Bestimmungen zum Elterngeld sowie für die Elternzeit. Wie bei leiblichen Eltern auch besteht Anspruch auf drei Jahre Elternzeit sowie auf Elterngeld. Dieser Anspruch ist jedoch hinfällig, wenn das Adoptivkind das achte Lebensjahr vollendet hat.

Keine Sozialleistungen: Die Adoptiveltern dürfen während der Bewerbungsphase keine Sozialleistungen vom Staat beziehen. So wird sichergestellt, dass das adoptierte Kind finanziell abgesichert ist und nicht dauerhaft von Sozialleistungen abhängig ist. Die wirtschaftliche Gesamtsituation muss ausreichen, um für den Unterhalt des Kindes aufzukommen.

Weitere nötige Dokumente, welche eingereicht werden müssen:

  • Erweitertes Führungszeugnis
  • Geburtsurkunde
  • Heiratsurkunde
  • Lebensläufe
  • Ausgefüllter Adoptionsantrag
  • Staatsangehörigkeitsnachweis

Kosten einer Adoption

Das Adoptionsverfahren an sich ist, zumindest im Inland und über das Jugendamt, nicht mit Kosten verbunden. Die Adoptiveltern müssen lediglich Kosten für einen Notar, die Beglaubigungen der verschiedenen Unterlagen sowie für das Führungszeugnis einplanen. Diese halten sich jedoch mit ein paar hundert Euro in Grenzen. Bei einer Adoption über private Träger können allerdings höhere Gebühren anfallen.

Anders sieht es bei Adoptionen aus dem Ausland aus. Hier müssen Adoptionsbewerber mit Kosten von einigen tausend Euro rechnen. Alleine das Adoptionsverfahren schlägt mit ungefähr 1000 Euro zu Buche.

Zudem kommen unter anderem Vermittlungsgebühren sowie Kosten für Flüge, Unterkünfte, Beglaubigungen, Übersetzungen von Urkunden und Eignungsberichten sowie für den Dokumentenversand zustande. So können sich die Kosten sogar auf bis zu 15.000 Euro und mehr summieren.

Prüfung

Nach dem Einreichen der Unterlagen prüft das Jugendamt oder die freien Träger unter anderem die Wohnsituation der möglichen Adoptiveltern und ob ausreichend Platz sowie ein eigenes Kinderzimmer für das Adoptivkind vorhanden sind. So wird gewährleistet, dass sich das Kind frei entfalten und sich zurückziehen kann. Dies ist für die Entwicklung des Kindes überaus wichtig.

Zudem wird durch mehrere Befragungen geprüft, ob die Eltern mental in der Lage sind, sich auf die oft sehr schwierige Situation einer Adoption einzulassen. Da die Kinder schon sehr früh mit dem Verlassen werden konfrontiert wurden, sind die Verlustängste häufig sehr stark. Daher ist es umso wichtiger, dass die Eltern Stabilität vermitteln und für ein geborgenes Elternhaus sorgen.

Neben einer hohen Belastbarkeit sind bei Adoptiveltern vor allem Einfühlungsvermögen, Bindungsfähigkeit, Offenheit, Toleranz, Wärme sowie die Bereitschaft für Konfliktlösungen von großer Wichtigkeit.

Auch die Beziehung des Paares wird genau unter die Lupe genommen. Nur wenn die Partnerschaft harmonisch und gefestigt ist, können die Eltern zu einer funktionierenden Eltern-Kind-Beziehung beitragen. Die Erziehungsziele sowie die Zukunftspläne müssen bei den Partner übereinstimmen.

Da den Adoptionswünschen in den meisten Fällen ein unerwünschter Kinderwunsch zugrunde liegt, wird außerdem geprüft, ob das Paar darüber hinweg ist und die bisherige Kinderlosigkeit verarbeitet ist. Da die Fragen sehr persönlich sein können, werden diese von den Bewerbern häufig als unangenehm empfunden.

Gehört das Paar einer bestimmten religiösen oder weltanschaulichen Gruppierung an, wird das von der zuständigen Stelle genauestens geprüft. Da diverse Gruppierungen mit einer ungewöhnlichen Lebensführung in Verbindung stehen können, muss gewährleistet sein, dass die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes dadurch nicht eingeschränkt wird.

Ablauf eines Adoptionsverfahrens

Um ein Kind adoptieren zu können, muss ein umfangreiches Eignungsverfahren absolviert werden. Dafür muss die Adoptionsvermittlungsstelle des zuständigen Jugendamts aufgesucht werden.

Nach einem ersten Beratungsgespräch erhalten die Antragssteller einen ausführlichen Fragebogen. Dieser wird zusammen mit den erforderlichen Unterlagen, wie zum Beispiel der Heiratsurkunde, Geburtsurkunde, Führungszeugnissen sowie Lebensläufen, beim Amt abgegeben.

Ist alles vollständig eingereicht, geht es mit dem zweiten Teil des Eignungsverfahrens weiter. Hier stehen mehrere Gespräche mit dem zuständigen Amt an sowie ein Hausbesuch vor Ort. So können die Wohnsituation, die Privatsphäre und die soziale sowie pädagogische Eignung des Paares überprüft und sichergestellt werden. Auch die Teilnahme an einem Seminar mit dem Thema Adoption ist in der Regel erforderlich.

Für das gesamte Verfahren ist von den Bewerbern in erster Linie Geduld gefragt. Bis die Prüfungen vollständig abgeschlossen sind und eine Entscheidung zum Wohl des Kindes gefällt werden kann, gehen mehrere Monate ins Land.

Das Verfahren erscheint häufig langwierig und kompliziert, allerdings muss sich vor Augen gehalten werden, dass passende Eltern für ein verlassenes Kind gesucht werden und nicht umgekehrt. Zudem stehen für ein Adoptivkind mehrere Bewerber zur Verfügung, welche alle eingehend geprüft werden müssen.

Übrigens: Die wichtige Adoptionseignung wird auch durchgeführt, wenn ein Kind aus dem Ausland adoptiert wird.

Von der vorübergehenden Adoptionspflege zur Adoptionsfamilie

Sind die Bewerber von der zuständigen Stelle als geeignet empfunden worden, darf das Adoptionskind zur vorübergehenden Adoptionspflege aufgenommen werden. Diese Kennenlernphase dient dazu, um festzustellen, ob sich ein Eltern-Kind-Verhältnis sowie eine Beziehung zwischen Kind und zukünftigen Adoptiveltern entwickelt.

Das Matching, wie die Kennenlernphase auch genannt wird, dauert unterschiedlich lang. Bei einem Säugling können die zukünftigen Adoptiveltern mit etwa einem Jahr rechnen. Sind die Kinder älter, dauert das Matching dementsprechend länger. Bei Auslandsadoptionen ist die Matching-Phase in der Regel verkürzt.

In der Phase des gegenseitigen Kennenlernens und Beschnupperns gilt der vorübergehende Status einer Pflegefamilie. Dies bedeutet, dass das Kind rechtlich gesehen noch zu seinen Herkunftseltern gehört, die zukünftigen Adoptiveltern jedoch bereits unterhaltspflichtig sind.

Die Pflegefamilie wird in dieser Zeit auch noch intensiv vom Jugendamt betreut, welches beratend zur Seite steht.

War die Kennenlernphase erfolgreich, sprich zwischen Adoptivkind und den zukünftigen Eltern hat sich eine nachhaltige Eltern-Kind-Beziehung entwickelt, wird die Adoption rechtskräftig. Hierfür stellen die Adoptiveltern einen Aufnahmeantrag und das Jugendamt reicht eine Stellungnahme sowie ein Gutachten ein. Der letzte Schritt ist, dass das zuständige Familiengericht über die Adoption entscheidet.

Was sich für das adoptierte Kind ändert

Sobald die Adoption vollzogen ist, gilt bei adoptierten Kindern die gleiche rechtliche Stellung, wie bei einem biologischen Kind. Zudem besteht ab diesem Zeitpunkt nicht mehr das Verwandtschaftsverhältnis zu der leiblichen Familie, sondern gegenüber der gesamten Adoptivfamilie.

Die vorhandenen Rechte und Pflichten, wie zum Beispiel das Erb- und Sorgerecht sowie die Unterhaltspflichten und -rechte, treten gegenüber der leiblichen Familie außer Kraft und bestehen nach der Adoption gegenüber den Adoptiveltern.

Bei einer Adoption erhält das Adoptivkind den Nachnamen seiner Adoptiveltern. Der Vorname hingegen kann nur in speziellen Fällen und auf Antrag verändert werden. Ausnahmen sind zum Beispiel, wenn der kindliche Vorname unaussprechlich ist oder der ursprüngliche Name Schwierigkeiten bei einer möglichen Integration bereiten könnte.

Neben einem neuen Nachnamen erhält das adoptierte Kind auch eine neue Geburtsurkunde, welche beim Standesamt ausgestellt wird. Dabei gibt die Geburtsurkunde keinen Hinweis darauf, dass es sich um ein adoptiertes Kind handelt. Der Nachweis einer Adoption geht lediglich aus dem Geburtenregister hervor, der alle mit der Geburt zusammenhängende Daten sowie die leiblichen Eltern enthält.

Unterschiedliche Adoptionsformen

Hierzulande wird zwischen drei Arten von Adoptionen unterschieden:

Inkognito-Adoption: Bei dieser Form der Adoption besteht kaum bis gar kein Kontakt zwischen den Herkunfts- sowie den Adoptiveltern. Zudem werden nach der Adoption keine Informationen, Bilder oder andere persönliche Belange untereinander ausgetauscht.

Offene Adoption: Eine offene Adoption impliziert, dass sich Adoptiveltern und die leiblichen Eltern des Kindes kennenlernen und weiterhin in Kontakt bleiben. Diese Form der Adoption ist in der Regel jedoch unüblich.

Halboffene Adoption: Die halboffene Adoption ist für gewöhnlich die gängigste Form der Adoption und hat für alle Beteiligten Vorteile. So kann sich das Adoptivkind beispielsweise besser mit der Gesamtsituation und seiner Herkunft auseinandersetzen.

Der Kontakt zwischen den leiblichen Eltern und den Adoptiveltern wird unter anderem durch das Jugendamt aufrechterhalten und es besteht die Möglichkeit Briefe und Bilder auszutauschen.

Um eine Auslandsadoption handelt es sich, wenn die Adoptionsbewerber in Deutschland leben und ein Kind aus dem Ausland adoptieren wollen. Genau wie bei einer Inlandsadoption müssen die möglichen Adoptiveltern das gängige Eignungsverfahren durchlaufen sowie alle nötigen Voraussetzungen erfüllen, um das Wohl des Kindes zu gewährleisten. Dabei werden internationale Adoptionen im Haager Übereinkommen geregelt.

Inländische sowie ausländische Adoptionsfachstellen arbeiten bei Auslandsadoptionen eng miteinander zusammen. Neben dem örtlichen Jugendamt muss zudem eine staatlich anerkannte Auslandsvermittlungsstelle aufgesucht werden, die bei einem internationalen Adoptionsverfahren behilflich ist.

Das Jugendamt stellt den Bewerbern, sofern das Eignungsverfahren positiv ausgefallen ist, einen länderspezifischen Sozialbericht aus, welcher an die Auslandsvermittlungsstelle weitergeleitet wird. Hierfür ist eine Gebühr fällig, die je nach Bundesland bis zu 1200 Euro betragen kann. Zudem wird für die Vermittlungsstelle ein Gutachten von einem Psychologen erstellt.

Bei einer positiven Entscheidung werden die Bewerbung sowie der Sozialbericht anschließend von der Auslandsvermittlungsstelle an das ausgewählte Heimatland des Adoptivkindes gesendet. Von dort aus wird ein geeignetes Kind für die Adoptionsbewerber gesucht.

Bevor die möglichen Adoptiveltern über den Kindervorschlag in Kenntnis gesetzt werden, wird dieser zuerst von der Auslandsvermittlungsstelle, der zuständigen Adoptionsvermittlungsstelle sowie dem entsprechenden Jugendamt des jeweiligen Bundeslandes überprüft.

Entscheiden sich die Eltern für das vorgeschlagene Adoptivkind, wird das gerichtliche Adoptionsverfahren in dem Herkunftsland des Kindes vorgenommen. Die anschließende Betreuung und Beratung wird dann in der Regel in Deutschland von dem zuständigen Jugendamt übernommen.

Eine Adoption aus dem Ausland kann unter anderem durch eine andere Hautfarbe sowie generelle Integrationsschwierigkeiten zusätzlich erschwert werden. Die Adoptiveltern müssen sich besonders auf die kulturelle Entwurzelung ihres Kindes einstellen und viel Geduld, Toleranz sowie Wertschätzung für das Herkunftsland und seine Kultur sowie Brauchtümer mitbringen.

Auch wird empfohlen, sich mit der Sprache und Kultur sowie den Sitten des kindlichen Herkunftslandes einschlägig auseinanderzusetzen. Zudem ist es nicht immer leicht, eine eindeutige Einschätzung über den kindlichen Gesundheitszustand sowie die genau Abstammung der Herkunftseltern und deren Lebenssituation zu erhalten.

Für eine Auslandsadoption entstehen unter anderem Kosten für die Unterkunft, Flüge, Beschaffung und Übersetzung der Dokumente, einen Dolmetscher, allgemeine Verwaltungskosten sowie die Versendung von Dokumenten. Diese können, je nach Herkunftsland, mehrere tausend Euro betragen. In einigen Fällen können sogar Kosten von bis zu 20.000 Euro entstehen.

Anlaufstellen bezüglich einer Adoption

Denkt ihr über eine Inlands- oder Auslandsadoption nach, könnt ihr verschiedene Anlaufstellen kontaktieren. In erster Linie stehen die jeweiligen Landesjugendämter für Beratungen und sämtliche Informationen bereit. Hier kommt ihr zu den jeweiligen Kontaktdaten der Bundesländer.

Interessiert ihr euch für eine Auslandsadoption, könnt ihr euch bei den folgenden zugelassenen Auslandsvermittlungsstellen informieren. Hier findet ihr unter anderem auch die unterschiedlichen Herkunftsländer sowie die dazugehörigen Kontaktdaten.

Verbände wie die Caritas, die Diakonie oder andere gemeinnützige Vereine stehen euch außerdem beratend zur Seite. Auch der Evangelische Verein für Adoption und Pflegekinderhilfe e. V. hilft euch bei der Vermittlung von In- und Auslandsadoptionen und ist bundesweit anerkannt.

Wir wünschen euch von Herzen alles Gute für die Zukunft und wenn ihr euch für den Weg einer Adoption entscheiden solltet, viel Geduld, Durchhaltevermögen und auch Verständnis. Denn bei jeder Adoption, egal ob in Deutschland oder im Ausland, steht das Wohl und die Sicherheit des Kindes immer an erster Stelle.

Ein Kind adoptieren: Wie das geht und was ihr wissen müsst

Viele Paare wünschen sich an einem Punkt in ihrer Beziehung ein gemeinsames Kind. Doch nicht für alle geht dieser Wunsch in Erfüllung. Wenn es auf natürlichem Weg nicht klappt und auch eine künstliche Befruchtung erfolglos bleibt, denken einige Paare darüber nach, ein Kind zu adoptieren.
Damit ihr wisst, wie genau eine Adoption überhaupt funktioniert, worauf man achten muss, wie lange es dauert und, ob man auch als Single ein Kind adoptieren kann, haben wir das Wichtigste für euch zusammengefasst.

Kind adoptieren – wie geht das überhaupt?

Ein Kind zu adoptieren heißt, einem nicht leiblichen Kind ein Zuhause zu geben, es anzunehmen, zu lieben und es für den Rest seines Lebens zu begleiten. Keine leichte Aufgabe. Deshalb werden potentielle Adoptiveltern auf Herz und Nieren geprüft.
Ganz am Anfang einer Adoption steht der Kontakt zu einer Adoptionsvermittlungsstelle. Öffentliche Adoptionsvermittlungsstellen befinden sich im örtlichen Jugendamt. Bei einem ersten Gespräch gilt es, Frauen und Männer, die die Adoption eines Kindes erwägen, ausführlich zu beraten und aufzuklären. Was heißt es, ein Kind zu adoptieren, welche Hürden müssen überwunden werden, was kommt da wirklich auf uns zu? Es ist wichtig, dass Paare, die ein Kind adoptieren wollen, sich sicher sind, dass das der richtige Weg für sie ist.
Wenn der Entschluss feststeht, ein Kind zu adoptieren, muss anschließend der Antrag auf Adoption gestellt werden. Dafür sind folgende Dokumente und Unterlagen notwendig:

  • der Antrag auf Adoption und ein persönliches Bewerbungsschreiben, in welchem die Adoptionseltern begründen, warum sie ein Kind adoptieren wollen
  • Geburts- und Heiratsurkunde
  • die Lebensläufe der Partner
  • Polizeiliche Führungszeugnisse
  • Verdienst- und Vermögensnachweise
  • ​Schuldennachweise
  • Gesundheitszeugnisse

Hinzu kommt außerdem noch ein Fragebogen, in welchem unter anderem Fragen zu Religion und Erziehungsvorstellungen gestellt werden, aber beispielsweise auch, was im Fall einer Trennung passieren würde. Ist die erste bürokratische Hürde im Adoptionsprozess genommen, folgt das Eignungsprüfungsverfahren.

Das sagt das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB):

(1) Die Annahme als Kind ist zulässig, wenn sie dem Wohl des Kindes dient und zu erwarten ist, dass zwischen dem Annehmenden und dem Kind ein Eltern-Kind-Verhältnis entsteht.
(2) Wer nicht verheiratet ist, kann ein Kind nur allein annehmen. Ein Ehepaar kann ein Kind nur gemeinschaftlich annehmen. Ein Ehegatte kann ein Kind seines Ehegatten allein annehmen. Er kann ein Kind auch dann allein annehmen, wenn der andere Ehegatte das Kind nicht annehmen kann, weil er geschäftsunfähig ist oder das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.
(Hier könnt ihr den vollen Gesetzestext nachlesen.)

Wie lange dauert es, ein Kind zu adoptieren?

Im Eignungsprüfungsverfahren werden die Eltern, wie es der Name verrät, in Gesprächen mit dem Jugendamt auf ihre Eignung als Adoptiveltern geprüft. Es finden Einzel- und Paargespräche mit einem Sozialarbeiter statt, in denen Fragen zur eigenen Kindheit gestellt werden, zur Beziehung zueinander, zum Kinderwunsch und zu den Zukunftsvorstellungen.
Wichtig ist es, die persönlichen Grenzen der potentiellen Adoptiveltern herauszufinden, denn ein nicht leibliches Kind, dass unter Umständen einen schwierigen Start ins Leben hatte und möglicherweise ganz anders als die Adoptiveltern ist, kann zu Ablehnung führen. Es ist wichtig herauszufinden, was Eltern wichtig ist und vor allem, was ihnen zuzumuten ist.
Tatsächlich dauert das Eignungsprüfungsverfahren zwischen 4 – 9 Monate. Wurde die Eignung des Paares festgestellt, dann besteht diese für 2 Jahre. Auf Wunsch des Paares kann ein Sozialbericht erstellt werden, der notwendig ist, wenn es ein Kind im Ausland adoptieren will.
Weil das Prüfungsverfahren so lange dauert und auch, weil die Eignung des Paares nur für zwei Jahre gilt, ist es wichtig, dass Paare den regelmäßigen Kontakt zum Jugendamt pflegen. Es gibt in Deutschland rund acht Mal so viele Paare, die ein Kind adoptieren wollen wie Kinder, die adoptiert werden können.

Was kostet es, ein Kind zu adoptieren?

Die Besuche einer öffentlichen Adoptionsvermittlungsstelle eines Jugendamtes und das dortige Eignungsprüfungsverfahren sind kostenfrei. Nur wer sich an eine Adoptionsvermittlungsstelle in freier Trägerschaft wendet – welche eine entsprechende Zulassung der zentralen Adoptionsstellen der Landesjugendämter haben – und dort das Eignungsverfahren durchläuft, muss mit Kosten um die 1000 Euro rechnen.

Wie geht es weiter und was ist die Adoptionspflegezeit?

Haben die Eltern die Prüfung auf Eignung erfolgreich durchlaufen, ist es üblich, dass sie ein Pflegekind aufnehmen. Die so genannte Adoptionspflegezeit dauert durchschnittlich ein Jahr und kann als Testphase für die Adoption angesehen werden. In dem Jahr lebt das Kind bei den Adoptiveltern, die Rechten und Pflichten der leiblichen Eltern sind jedoch nicht völlig außer Kraft gesetzt und gesetzlicher Vertreter des Kindes ist für diese Zeit das Jugendamt.
Hat sich in der Adoptionspflegezeit eine gute Eltern-Kind-Beziehung zwischen Adoptivkind und -eltern gebildet, kann das Kind endgültig adoptiert werden.

Wer kann überhaupt ein Kind adoptieren?

Verheiratete Paare, aber auch Einzelpersonen können ein Kind adoptieren. Für ein in Deutschland zu adoptierendes Kind müssen die potentiellen Adoptionseltern das 21. Lebensjahr vollendet haben. Es hat sich außerdem gezeigt, dass sie nicht älter als 35 Jahre sein sollten, wenn sie ein Baby oder Kleinkind adoptieren möchten.
Bei unverheirateten Paaren kann nur eine Person das Kind adoptieren.

Können Homosexuelle ein Kind adoptieren?

Die Adoption eines Kindes ist für homosexuelle Paare schwieriger, denn noch immer wird ihre Lebensgemeinschaft als ’nicht optimal‘ angesehen. Eine Adoption kann für sie leichter werden, wenn sie es nicht als Paar versuchen, sondern als Einzelperson.

Was gilt es bei einer Adoption im Ausland zu beachten?

Weil die Anzahl der Paare, die ein Kind in Deutschland adoptieren wollen um ein Vielfaches höher ist, als die Anzahl der zu adoptierenden Kinder in Deutschland, erwägen einige, ein Kind aus dem Ausland zu adoptieren. Aber auch hier gilt es einiges zu beachten!

Möchte man als verheiratetes Paar ein Kind aus dem Ausland adoptieren, muss einer der Partner mindestens 25 Jahre alt sein, der andere muss mindestens 21 Jahre alt sein. Es ist nicht möglich, dass bei einem verheirateten Paar nur einer das Kind adoptiert, es müssen immer beide den Antrag stellen.

Am besten wendet man sich für eine Adoption im Ausland als erstes an anerkannte Vereine oder Agenturen. Denn hier weiß man am besten, welche Unterlagen von Nöten sind, welche Kosten in etwa auf einen zukommen und in welchem Land welche rechtlichen Bestimmungen gelten.
Wie bei einer Adoption in Deutschland müssen Paare sich auch für eine Adoption im Ausland bei der Adoptionsvermittlungsstelle melden und das Eignungsprüfungsverfahren durchlaufen. Mit einem positiven Eignungstest erhalten die Eltern den Sozialbericht und sind rechtlich in der Lage, ein Kind aus dem Ausland zu adoptieren.

Oft finden Adoptionen im Ausland im Heimatland des Kindes statt

Die Unterlagen müssen dann übersetzt werden und den zuständigen Adoptionsstellen im Ausland übermittelt werden. Diese können anschließend einen Adoptionsvorschlag machen, der von der deutschen Vermittlungsstelle geprüft wird. Stimmen alle Stellen der Adoption zu, kann es sein, dass das Kind den Eltern in Deutschland zur Pflege anvertraut wird. Die eigentliche Adoption erfolgt dann ebenfalls in Deutschland.
Häufiger finden Adoptionen jedoch im Heimatland des Kindes statt. Ein Kind im Ausland zu adoptieren ist oft damit verbunden, dass die potentiellen Adoptionseltern auch längere Zeit mit ihm in seinem Heimatland verbringen. Ist die Adoption im Herkunftsland des Kindes gültig, benötigen die Eltern zudem Einreisepapiere und die Zustimmung der deutschen Ausländerbehörde und anschließend muss die Adoption auch in Deutschland vom zuständigen Familiengericht anerkannt werden.

Die Kosten für eine Adoption im Ausland sind höher als für eine Adoption in Deutschland. Die größten Ausgaben sind dabei für Anwalt und Reisen zu beanschlagen.

Erwachsenenadoption – Wie hoch sind die Kosten und wie läuft das Verfahren ab?

Voraussetzungen für die Adoption eines Erwachsenen. (© md3d – Fotolia.com )

Von der Adoption eines Erwachsenen hört man weniger oft, als der eines Kindes oder eines / einer Minderjährigen. Wenn gute Gründe dafürsprechen, wie beispielsweise die Übergabe eines Betriebes oder die Weitergabe einer Wohnung, dann macht die Adoption eines Erwachsenen durchaus Sinn und ist auch ein gerechtfertigtes Anliegen. Dieser Ratgeber liefert eine Übersicht über Voraussetzungen, Möglichkeiten, Durchführung und Kosten der Adoption von Erwachsenen.

Welcher Unterschied zwischen Kindes- und Erwachsenenadoption liegt

Grundsätzlich wird bei Erwachsenen, also Personen, die nicht mehr minderjährig sind, die Verbindung zur leiblichen Familie nicht zwingend zerschnitten, dennoch begründet die Adoption die rechtliche Stellung eines Kindes desjenigen, der adoptiert wird.

Es gibt im Adoptionsrecht den Begriff der „schwachen Wirkung“ und damit wird der am meisten gewählte Vorgang bei der Adoption Erwachsener beschrieben: Die familienrechtlichen Beziehungen gibt es nur für die Adoptiveltern, nicht aber zu den anderen Verwandten der Adoptivfamilie. Es gibt beispielsweise auch nicht den Status der „Großeltern“.

Für die Adoptiveltern der angenommenen Person entsteht hinsichtlich deren Kindern jedoch eine vorrangige Unterhaltsverpflichtung vor deren leiblichen Verwandten. Ebenso werden durch die Adoption Verantwortungen gegenüber den neuen Eltern begründet, beispielsweise die finanzielle Unterstützung. Im Bedarfsfall können Pflege- und Unterhaltskosten regressiert werden.
Adoptierte Erwachsene erben von beiden Elternfamilien auf gleicher Ebene mit den anderen Kindern.

Ebenso sind noch folgende Auswirkungen möglich:

  • Namensänderung der angenommenen Person
  • Unterhaltsrechte und -pflichten werden begründet oder vermehrt
  • Gegenüber den leiblichen Eltern kann eine Unterhaltsverpflichtung entstehen
  • Wenn die so adoptierte Person stirbt, stehen die leiblichen Eltern und die Adoptiveltern als „Erben 2. Ordnung“ auf einer Ebene nebeneinander.

Bei bereits verheirateten Personen, die adoptiert werden sollen, empfiehlt es sich jedenfalls über die Namensgebung eine Vereinbarung zu treffen.

Um eine erwachsene Person mit den gleichen Wirkungen zu adoptieren (Volladoption), die auch eine Minderjährigen-Adoption hat, sind folgende Voraussetzungen erforderlich:

  • wenn auch ein minderjähriges Geschwisterkind des zu adoptierenden angenommen werden soll
  • bereits eine Familienzugehörigkeit über einen längeren Zeitraum besteht (der Anzunehmende hat schon als minderjähriges Kind in der Adoptivfamilie gelebt)
  • Stiefkindadoption, wenn das leibliche Kind des Ehegatten angenommen werden soll
  • der Anzunehmende war zum Zeitpunkt der Antragstellung noch minderjährig

Eine Volladoption muss gesondert beantragt werden.
Die rechtlichen Grundlagen für die Erwachsenenadoption finden sich im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB), §§ 1767 – 1772 BGB.

Wenn Ehegatten Geschwister werden

Dieser Fall kann eintreten, wenn die Eltern, den Gatten oder die Gattin adoptieren. Das Paar ist miteinander verheiratet, gleichzeitig sind sie rechtlich gesehen auch Geschwister. Diesen Status kann selbst eine Trennung oder Scheidung nicht mehr aufheben.

Voraussetzungen für die Adoption eines Erwachsenen

Vom Familiengericht wird geprüft ob hinter der Adoption ein gerechtfertigtes Anliegen steht, und die Adoption sittlich gerechtfertigt ist. Eine sittliche Rechtfertigung liegt insbesondere dann vor, wenn die Person schon lange (zum Beispiel als minderjähriges Kind) in der aufnehmenden Familie gelebt hat, oder die leiblichen Eltern die Adoption bisher verweigert haben.

Allerdings gibt es auch Grenzen, die gegen eine Adoption sprechen und die in der Regel auch zu einer Ablehnung des Ansuchens durch das Familiengericht führen. In erster Linie ist das dann der Fall, wenn sich herausstellt, dass die wirtschaftlichen Interessen überwiegen. Schließlich kann eine Adoption ja auch ein spannendes Modell sein, um die Erbschaftssteuer zu verringern oder gar einen Adelstitel zu erhalten.

Wenn die Person, die adoptiert wird, verheiratet ist, ist auch die Zustimmung des Ehepartners erforderlich.

Wodurch das Annahmeverhältnis aufgehoben werden kann

Wenn später wichtige Gründe auftauchen, kann das Gericht das Annahmeverhältnis aufheben (§ 1771 BGB), wenn der Annehmende oder der Angenommene einen entsprechenden Antrag stellt. Sinngemäß sind hier die Vorschriften des § 1760 Abs 1 bis 5 BGB) zutreffend, der Antrag also unter anderem durch Drohungen, Täuschungen und Störungen der Geistestätigkeit zustande gekommen ist.

Wie das Verfahren der Adoption Erwachsener abläuft

Jede Adoption – so auch die von erwachsenen Personen – wird vom zuständigen Familiengericht geprüft. Sämtliche erforderlichen Unterlagen müssen notariell beglaubigt sein. Die erforderlichen Unterlagen dazu sind:

  • der Antrag
  • Einwilligungserklärung der künftigen Adoptiveltern
  • Einwilligungserklärung des Angenommenen
  • Einwilligungserklärungen möglicher Ehepartner des Angenommenen

In einem ersten Schritt wird das Gericht prüfen, ob Gründe gegen die Adoption sprechen. Falls die Adoptivfamilie Kinder hat, wird geprüft ob eine eventuelle Schmälerung der Unterhalts- oder erbrechtlicher Ansprüche gegen die Interessen der Kinder verstößt.
Ebenso kann es sein, dass leibliche Kinder der adoptierten Person gerechtfertigte Einsprüche erheben könnten. Kindern beider Seiten steht somit ein Anhörungsrecht zu.

Es wird auch geprüft, ob bereits ein Eltern-Kind-Verhältnis besteht, oder dieses auch tatsächlich entstehen kann. Ein Beispiel eines solchen Verhältnisses könnte ein langjähriges Pflegeverhältnis sein, dass dann durch Adoption einem leiblichen Verhältnis gleichgestellt wird.
Es können wirtschaftliche Gründe für eine Adoption bestehen, die sollten aber nicht der Hauptgrund und ausschlaggebend für die Adoption sein. Laut gängiger Rechtsprechung soll ein „gewisser Abstand“ an Lebensjahren vorliegen. Eine Altersbegrenzung – nach oben oder unten – ist nicht vorgegeben.

Falls alle Voraussetzungen gegeben sind, spricht das Gericht, nach einer Anhörung aller Beteiligten, die Annahme des Volljährigen durch Beschluss aus. Die Dauer vom Antrag bis zur Genehmigung kann regional unterschiedlich sein und hängt auch von der Vollständigkeit und Richtigkeit aller Unterlagen ab. Nur ein gut vorbereiteter Adoptionsantrag führt zu einer schnellen Adoption.

Erwachsenenadoption von ausländischen Personen

Es können auch Personen, mit ausländischer Staatsbürgerschaft adoptiert werden, wenn sie über 18 Jahre alt sind. Die Adoption begründet aber keine deutsche Staatsbürgerschaft und es gibt auch keine Sicherheit ob das Aufenthaltsrecht zuerkannt wird.
Es liegt auch keine sittliche Rechtfertigung vor, wenn durch die Adoption eine drohende Ausweisung unterbunden werden soll.

Die Kosten einer Erwachsenen-Adoption

Abhängig davon, ob das Ansuchen mit Unterstützung eines Rechtsanwaltes erfolgt, fallen zu den Anwaltskosten noch die Kosten des Notars an. Für die Bemessung ist dafür der sogenannte „Gegenstandswert“ ausschlaggebend. Zur Berechnung dieses Wertes wird das Vermögen und die Einkommensverhältnisse des Adoptierenden herangezogen.

Ab 500.000 EUR Gegenstandswert belaufen sich die Kosten auf ca. 800 EUR, zuzüglich Steuern und Auslagen, insgesamt also rund 1000,– EUR (falls alle Dokumente gemeinsam beurkundet werden).
An Gerichtsgebühren sind nochmals rund 900,– EUR zu kalkulieren und schlussendlich kommen noch die Kosten eines Anwalts hinzu, wenn dieser in Anspruch genommen wird.

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Lassen Sie sich von der Adoptionsvermittlungsstelle des Jugendamtes beraten.

  • Sollten Sie sich für eine Bewerbung als Adoptiveltern entscheiden, müssen Sie einen Fragebogen ausfüllen, den Sie im Beratungsgespräch erhalten. Diesen müssen Sie zusammen mit verschiedenen Unterlagen bei der Adoptionsvermittlungsstelle abgeben.
  • Sie prüft Ihre Bewerbung sorgfältig. Dabei spielen neben den rechtlichen Aspekten auch soziale Faktoren eine sehr wichtige Rolle. Auf die Feststellung der Eignung haben Sie keinen Rechtsanspruch, nur auf die Überprüfung der Eignung.
  • Wird Ihre Eignung festgestellt, bedeutet dies nicht, dass Sie ein Kind adoptieren werden, da es mehr geeignete Bewerber als Adoptivkinder gibt. Die Adoptionsvermittlungsstelle orientiert sich jeweils daran, welche Bewerber für das zu vermittelnde Kind als Adoptiveltern am besten geeignet sind. Sie müssen warten, bis sich die Adoptionsvermittlungsstelle mit einem Kindervorschlag bei Ihnen meldet. Der Kindervorschlag enthält in der Regel alle bekannten Informationen über das Kind und ein Foto.
  • Sie haben dann die Gelegenheit, sich in Ruhe zu entscheiden, ob Sie das Kind kennenlernen wollen. Sollten Sie sich dafür aussprechen, findet ein Treffen statt. Bei älteren Kindern werden in der Regel mehrere Begegnungen organisiert.
  • Wenn Sie das Kind schließlich bei sich aufnehmen, beginnt die Zeit der Adoptionspflege. Deren Dauer orientiert sich am Alter des Kindes. Je älter das Kind ist, desto länger sollte die Adoptionspflegezeit sein. Während der Adoptionspflegezeit stellen Sie einen Adoptionsantrag beim örtlich zuständigen Familiengericht. Dieser Antrag muss notariell beurkundet werden. Wenn die Einverständniserklärungen der leiblichen Eltern und gegebenenfalls des Kindes vorliegen, kann das Familiengericht nach Beteiligung unter anderem der Adoptionsvermittlungsstelle über den Adoptionsantrag entscheiden.
  • Wird die Adoption befürwortet und der Adoptionsbeschluss rechtskräftig, erhält das Kind die gleichen Rechte wie ein leibliches Kind und trägt Ihren Familiennamen. Die neu ausgestellte Geburtsurkunde weist Sie als Eltern aus.

Im Gegensatz zur Inkognitoadoption lernen sich im Fall der offenen Adoption Herkunfts- und Adoptivfamilie kennen.

Ein Kind adoptieren

Wer ein Kind adoptiert, hat neben Elternfreuden auch sehr viel Verantwortung zu tragen. Das Referat für Adoptiv- und Pflegekinder sucht für Adoptivkinder die geeignetste Familie aus.

Die Zahl der Eltern, die Kinder adoptieren wollen, ist ungebrochen hoch, die Gründe für die Entscheidung vielfältig. Das Adoptieren eines Kindes ist ein längerer Prozess, da sichergestellt werden muss, dass in der Familie die Voraussetzungen für das jeweilige Kind gegeben sind.

Der Weg zu Adoption

Am Anfang steht ein erstes Informationsgespräch mit den Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern des Referats für Adoptiv- und Pflegekinder. Wenn Sie ein Kind adoptieren möchten, müssen Sie die persönlichen, sozialen, gesundheitlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen dafür mitbringen.

Wichtig ist, dass Sie gegenüber der Herkunft des Kindes offen eingestellt sind. Ein Adoptivkind sollte mit dem Wissen um seine biologische Abstammung aufwachsen. Adoptiveltern sollten sich darüber im Klaren sein.

Verpflichtende Vorbereitungsseminare helfen Adoptiveltern, sich auf ihre künftigen Aufgaben vorzubereiten. Der Verein Eltern für Kinder Österreich führt im Auftrag der Wiener Kinder- und Jugendhilfe die Ausbildung der Bewerberinnen und Bewerber auf eine Adoption durch.

Bei einem positiven Abschluss des Bewilligungsverfahrens erteilt das Referat für Adoptiv- und Pflegekinder die gesetzliche Bewilligung zur Aufnahme eines Adoptivkindes (für Familien mit Hauptwohnsitz in Wien).

Personen, die diese Bewilligung haben, werden beim Referat für Adoptiv- und Pflegekinder vorgemerkt.

Auslandsadoption

Wenn Sie ein Kind aus dem Ausland adoptieren möchten, überprüft das Referat für Adoptiv- und Pflegekinder nur Ihre generelle Eignung als Adoptiveltern. Weitere Leistungen (wie zum Beispiel die sogenannte „Home Study“ oder die ausführliche Darstellung der Familiensituation) werden vom Adoptionsverein Eltern für Kinder Österreich kostenpflichtig durchgeführt.

Auslandsadoption

Weiterführende Informationen

  • Verein Eltern für Kinder Österreich
  • Alles rund ums Baby

Die Adoption in Frage und Anwort:

Wie lange dauert das Adoptionsverfahren?

Bis es zu einer erfolgreichen Adoption kommt, dauert es in der Regel mindestens ein bis zwei Jahre. Manche Paare warten sogar bis zu fünf Jahre auf das passende Adoptivkind.

Was passiert beim Familiengericht?

Das Familiengericht prüft die Einwilligungen auf ihre Wirksamkeit. Insbesondere aber prüft es, ob die beantragte Adoption dem Wohle des Kindes dient und zu erwarten steht, dass ein „echtes“ Eltern-Kind-Verhältnis entstehen wird. Hierzu wird es im Regelfall einen oder mehrere Berichte des Jugendamtes und der staatlichen Adoptionsvermittlungsstelle einholen und die Beteiligten mündlich anhören.

Was ist mit einer Probezeit?

Der Adoption soll eine angemessene Pflegezeit vorangegangen sein, § 1744 BGB. Diese Probezeit, auch Adoptionspflegezeit genannt, muss aber nicht zwingend der Fall sein. Die Länge dieser Testphase lässt sich nicht allgemein bestimmen sondern richtet sich nach den Gegebenheiten des Einzelfalls. Die Pflegezeit für Säuglinge und Kleinkinder wird kürzer zu bemessen sein als ältere Kinder. In dieser Zeit ist das Jugendamt noch der gesetzliche Vertreter des Adoptivkindes. Läuft die Adoptionspflegezeit erfolgreich ab, kommt es zur offiziellen Adoption.

Welche Unterlagen sind für eine Adoption erforderlich?

Die Vermittlungsstelle erwartet in der Regelfolgende Unterlagen von den potentiellen Adoptiveltern:

  • Geburtsurkunde
  • Lebenslauf
  • Einkommensnachweise (inkl. Arbeitsvertrag)
  • schriftliche Nachweise über Schulden und Vermögen
  • ein aktuelles polizeiliches Führungszeugnis
  • Gesundheitszeugnis

Wie läuft eine Adoption eines Kindes aus dem Ausland (Auslandsadoption) ab?

Nach der Vorschrift des § 2 Abs. 1 AdVermiG liegt eine Auslandsadoption bzw. internationale Adoptionsvermittlung vor, wenn ein Kind oder die Adoptionsbewerber ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland haben oder ein Kind innerhalb von zwei Jahren vor Beginn der Vermittlung in das Inland gebracht worden ist. Wie bei der Adoption ohne Auslandsbezug sind die Adoptionsvoraussetzungen durch die zuständigen Behörden zu überprüfen und das Vermittlungsverfahren von qualifizierten Fachstellen durchzuführen. Eine grenzüberschreitende Adoption ist eine nachrangige Hilfsmaßnahme für ein Kind. Grundsätzlich gilt: Wenn immer möglich, soll ein Kind in seiner Herkunftsfamilie aufwachsen dürfen. Eine Vermittlung in ein anderes Land soll erst erwogen werden, wenn es nicht möglich ist, es in seiner eigenen Familie oder aber in einer anderen Familie in seinem Heimatland zu belassen. Nur solche Organisationen oder Behörden dürfen tätig werden, die durch ihre fachlichen und persönlichen Voraussetzungen die Gewähr für eine zuverlässige und seriöse Vermittlung bieten. Auf internationaler Ebene würde mit dem Haager Adoptionsübereinkommen (HAÜ) eine Rechtsgrundlage geschaffen, die unmittelbar anzuwendende Recht- bzw. Verfahrensvorschriften enthält. Die Bundesrepublik Deutschland ist seit dem 1. März 2002 Vertragsstaat. Ein wichtiger Regelungsgegenstand des Übereinkommens ist die gegenseitige Anerkennung der ausländischen Adoptionsentscheidung. Wenn die Annahme als Kind entsprechend den Vorgaben des HAÜ in einem Vertragsstaat zustande gekommen ist, wird sie kraft Gesetzes ohne weitergehende Prüfungen einen anderen Vertragsstaaten anerkannt. Mit der Adoption erhält ein ausländisches Kind die deutsche Staatsangehörigkeit, § 6 des Staatsangehörigkeitsgesetzes (StAG).

Gibt es Kontakt zu den leiblichen Eltern und was meint in diesem Zusammenhang „Inkognito-Adoption“?

Inkognito bedeutet den einseitigen Schutz der Daten der Adoptivfamilie (Name und Anschrift) vor dem Zugriff durch Dritte (Adoptionsgeheimnis). Damit soll sichergestellt werden, dass besonders die Herkunftsfamilie des Kindes die Beziehung des Kindes zu den Adoptiveltern stören kann. Adoptiveltern und Adoptierte (unter 16 Jahren nur mit der Zustimmung ihrer Adoptiveltern) können ihre Vermittlungsakte unter fachlicher Begleitung einsehen. Auch haben adoptierte Kinder ab dem 16. Lebensjahr das Recht auf Einsicht in die Geburtsdokumentationsunterlagen beim Standesamt, aus der sich die Daten der leiblichen Mutter, teilweise auch des leiblichen Vaters, ergeben.

Halboffene Adoption

Bei der so genannten halboffenen Adoption kann der Kontakt zwischen leiblichen Eltern und Kind mittels Briefen und Fotos über die Adoptionsvermittlungsstellte (meist das Jugendamt) aufrechterhalten werden. Die leiblichen Eltern und die Adoptiveltern hätte die Möglichkeit, sich kennenzulernen. Dies geschieht meist an einem neutralen Ort, beispielweise in der Vermittlungsstelle.

Offene Adoption

Bei der offenen Adoption sind Kontakte zwischen leiblichen Eltern, den Adoptiveltern und dem Kind gewünscht und es finden selbstorganisierte Treffen statt.

Wie wird das Adoptionsgeheimnis geschützt?

Das Adoptionsgeheimnis wird rechtlich durch § 1758 BGB geschützt. Diese Vorschrift normiert ein Offenbarung-und ein Ausforschungsverbot. Das Offenbarungsverbot richtet sich an jede Person, die amtlich oder Privatkenntnis von Tatsachen hat, deren Mitteilung zur Aufdeckung einer Adoption beitragen können. Dies gilt auch gegenüber den leiblichen Eltern, die auf legalem Weg den Aufenthaltsort des Kindes nicht erforschen können. Offenbart werden darf nur dann, wenn die annehmenden Eltern und das Kind der Aufdeckung des Annahmeverhältnisses zugestimmt haben. Das adoptierte Kind hat, sofern es das 16. Lebensjahr vollendet hat, grundsätzlich einen eigenen Anspruch auf Einsichtnahme in die Vermittlungsakten Adoptionsvermittlungsstelle, wie auch Akteneinsicht Ansprüche gegenüber dem Gericht, dem Jugendamt, dem Geburtskrankenhaus usw.

Wie läuft eine Adoption von Erwachsenen ab?

Für die Erwachsenen oder Volljährigenadoption gelten die gleichen Vorschriften, die auch bei der Minderjährigenadoption von Bedeutung sind. Des Weiteren gibt es noch einige Sondervorschriften der §§ 1767-1772 BGB. Eine wichtige Bestimmung ist, dass die Adoption sittlich gerechtfertigt sein muss (§ 1767 Abs. 1 BGB).

Wann ist eine Erwachsenenadoption sittlich (nicht) gerechtfertigt?

Die sittliche Rechtfertigung ist gegeben, wenn zwischen dem Annehmenden und dem anzunehmenden bereits ein Eltern-Kind-Verhältnis entstanden ist. Ist das noch nicht der Fall ist eine Prognose Entscheidung hierzu zu treffen. Indizien für das Bestehen der Eltern-Kind-Beziehung sind:

  • ausreichender Altersabstand (natürliche Generationenfolge)
  • persönlicher Umgang der Beteiligten, beispielsweise gemeinsame Feste, gemeinsame Feiern zu Geburtsnamens Tagen, gegenseitige Mitteilung von wichtigen Familienereignissen
  • gegenseitige Unterstützung bei Krankheit und wirtschaftlichen Schwierigkeiten (Betreuung und Pflege)

Dagegen können der Annahme einer Eltern-Kind-Beziehung und damit einer Adoption entgegenstehen:

  • ein geringer Altersunterschied von 11,12, 14 oder 15 Jahren (wobei diesem speziellen Falle einer Stiefkindadoption nicht zwingend entgegensteht)
  • ein sehr hoher Altersunterschied, der der üblichen Generationenfolge widerspricht,
  • eine lediglich freundschaftliche oder gar kollegiale Beziehung
  • sprachliche Verständigungsschwierigkeiten
  • unterschiedliche Kultur Kreise oder gesellschaftliche Schichten
  • eine sexuelle Beziehung zwischen den Beteiligten
  • keine Kenntnis der persönlichen Lebensumstände des anderen
  • Einbindung in eine intakte Familie

Nicht gerechtfertigt ist eine Adoption aus:

  • aus ausschließlich erbschaftssteuerlichen Gründen
  • aus ausländerrechtlichen Gründen (Erlangung eines Aufenthaltstitels)
  • Nur wirtschaftliche Zielrichtung
  • Nur zur Sicherung der Namensnachfolge

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass auch eine Adoption von Erwachsenen aus familienbezogenen Motiven angestrebt werden muss. Als Nebenzwecke dürfen aber auch andere Vorteile verfolgt werden, zum Beispiel die Senkung der Steuerlast im Erbfall oder der Namenserwerb. Anerkannter Fall, bei dem auch wirtschaftliche, insbesondere erbschaftssteuerliche Erwägungen eine Rolle spielen dürfen, ist derjenige der Adoption vorgesehenen Unternehmens-, Praxis-bzw. Hofnachfolgers also die Adoption mit dem Ziel der Fortführung des Lebenswerkes durch den adoptierten.

Welche Folgen hat eine Erwachsenenadoption?

Die Folgen einer Adoption eines Erwachsenen unterscheiden sich von denen einer Minderjährigenadoption: Zwar wird der Angenommene mit allen Rechten und Pflichten zum Kind des Annehmenden, die bisherigen Familien- und Verwandtschaftsverhältnisse erlöschen jedoch nicht, daher auch die Bezeichnung als „schwache Adoption“. Alle unterhalts- und erbrechtlichen Ansprüche bleiben bestehen. Der adoptierte Erwachsene hat damit zwei Elternpaare. Hinsichtlich des Unterhalts haften die Adoptiveltern vor den leiblichen Eltern. Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein Erwachsener mit den Wirkungen einer Minderjährigenadoption, sogenannte Volladoption (§ 1772 BGB), angenommen werden. Dies ist in folgenden Fällen möglich:

  • Die Adoptiveltern haben bereits einen minderjährigen Bruder oder eine minderjährige Schwester des Erwachsenen angenommen.
  • Der Erwachsene wurde bereits als Minderjähriger in die Familie der Adoptiveltern aufgenommen oder der Adoptivantrag wurde zu einem Zeitpunkt gestellt, als der Anzunehmende noch minderjährig war
  • Und schließlich der praktisch wichtigste Fall: Der Annehmende nimmt ein Kind seines Ehegatten aus einer früheren Beziehung an.

Was kostet eine Adoption (Notar und Behörden)?

Es fällt nach der Gebührenordnung für Notare mindestens eine Gebühr von 60 € für die Beurkundung des Adoptionsantrags (bei inländischen wie ausländischen Adoptionen) an. Für die Beurkundung der Einwilligungen des Kindes, der Eltern und des Ehegatten fallen mindestens 30 € an Beurkundungsgebühr an (nicht bei ausländischen Adoptionen). Bei der Adoption von Erwachsenen werden die Einkommensverhältnisse und das Vermögen des Annehmenden für die Berechnung der Notargebühren zu Grunde gelegt. Da es hier im Gegensatz zu Minderjährigenadoption also keinen festen Geschäftswert gibt, sind die Notarkosten also vom Einzelfall abhängig.Das Jugendamt erhebt Gebühren nach den Gebühren setzen für Amtshandlungen von Jugendämtern. Durch die fachliche Äußerung der Adoptionsvermittlungsstelle bei der Annahme minderjähriger dürfen grundsätzlich keine Kosten berechnet werden. Bei einer Auslandsadoption gilt die Adoptionsvermittlung Anerkennung und Kostenverordnung (AdVermiStAnKoV).

  • Für die Durchführung eines internationalen Adoptionsvermittlungsverfahrens einschließlich der Eignungsprüfung maximal 2.000,00 €
  • Eignungsprüfung maximal 1.200,00 €
  • Durchführung eines internationalen Adoptionsvermittlungsverfahrens ohne Eignungsprüfung maximal 800,00 €

Daneben sind die Auslagen zu erheben, die für die Beschaffung von Urkunden und Übersetzungen sowie für die Vergütung von Sachverständigen aufgewendet werden. Nicht zu vergessen sind die ggf. mehrfach anfallenden Reisekosten. Die Bundeszentrale für Auslandsadoption erhebt für ihre etwaigen Leistungen Gebühren nach der JVKostO. Diese sind:

  • bei der Mitwirkung an Übermittlungen an die zentrale Behörde des Heimatsstaates: 10,00 -150,00 €
  • Bestätigungen und Bescheinigungen nach dem Adoptionsübermittlungsauslagen und Adoptionsvermittlungsgesetz: 40,00 -100,00 €

Lässt sich eine Adoption aufheben bzw. rückgängig machen?

Eine Minderjährigenadoption ist auf Antrag nach § 1760 BGB aufzuheben, wenn bestimmte wesentliche Grundvoraussetzungen der Annahme gefehlt haben. Dazu gehören der Antrag des Annehmenden, die Einwilligung des Kindes oder die erforderliche Einwilligung eines Elternteils. Ist eine Aufhebung aus schwerwiegenden Gründen zum Wohl des Kindes erforderlich, wird die Adoption gemäß § 1763 BGB von Amts wegen vom Familiengericht aufgehoben. Zu solchen schwerwiegenden Gründen gehören insbesondere schwere Verfehlungen des Adoptivelternteils, wie zum Beispiel sexueller Missbrauch des Adoptivkindes. Eine Aufhebung nicht rechtfertigen können die Trennung der Annehmenden bzw. die Scheidung ihrer Ehe. Die Aufhebung ist nur während der Minderjährigkeit des Kindes zulässig. Eine Aufhebung der Adoption und Rückführung zu den leiblichen Eltern ist grundsätzlich nicht vorgesehen. Bei Volljährigen kann auf Antrag des Annehmenden und des Aufgenommenen kann eine Volljährigenadoption gemäß § 1771 S.1 BGB aufgehoben werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Einseitig kann die Aufhebung nicht beantragt werden, dies gilt auch wenn der Annehmende bereits verstorben ist. Ein wichtiger Grund liegt beispielsweise vor wenn es den Beteiligten nicht um die Herstellung eines Eltern-Kind-Verhältnisses, sondern nur um die Erlangung aufenthaltsrechtlicher, erbschaftssteuerlicher oder sonstiger wirtschaftlicher Vorteile ging. Auch der nachträgliche Eintritt entsprechender Umstände, wie zum Beispiel das Entstehen einer gleichgeschlechtlichen sexuellen Beziehung, ist als wichtiger Grund anzusehen. Hingegen können die mit der Namensänderung verbundenen Schwierigkeiten für den angenommenen nach der Rechtsprechung nicht ohne weiteres als wichtiger Grund für die Aufhebung der Adoption angesehen werden.

Wer unterstützt mich im Vorfeld bei der Adoption?

Der erste Eindruck ist entscheidend. Schon der erste Kontakt zwischen der ausländischen oder der inländischen Vermittlungsstelle und den adoptionsinteressierten ist wegweisend für das gesamte Verfahren. Eine entsprechende Beratung durch uns trägt zur Orientierung und zu einem Verständnis für das komplexe Verfahren der Adoption bei. Wir stehen Ihnen für Ihre Fragen zur Verfügung und beraten Sie in jedem Stadium der Adoption. Deutschlandweit. Kompetent. Vertraulich. Sollten Sie sich gegen ein Verhalten einer Fachkraft wenden wollen, beraten und vertreten wir Sie im formlosen und förmlichen Rechtsbehelfsverfahren. Ebenso setzten wir Ihr Akteneinsichtsrecht durch. Wichtig ist schließlich, wie der Antrag für die gewünschte Adoption vor dem Familiengericht begründet wird. Gleiches gilt für den Antrag auf Aufhebung der Adoption. Hier sollten Sie nichts dem Zufall überlassen, sondern einen im Adoptionsrecht tätigen Rechtsanwalt bzw. Rechtsanwältin beauftragen. Im Adoptionsrecht sind STELTZER Rechtsanwälte + Mediatoren deutschlandweit tätig.

Adoption

Der Wunsch, durch Adoption ein Kind aufzunehmen, betrifft in der Regel Paare oder alleinstehende Frauen, deren Kinderwunsch sich nicht erfüllen lässt oder Personen, die das Kind des Partners adoptieren möchten (Stiefkindadoption), das aus einer vorherigen Beziehung stammt oder homosexuelle Paare, die eine Regenbogenfamilie gründen möchten. Eine Adoption ist keine einfache Angelegenheit, sondern vielmehr ein meist langwieriger Prozess, der für den oder die Adoptierenden oftmals große Hürden bereitstellt. Alles dreht sich hierbei letztendlich um das Wohl des Kindes.

Rückgang der Adoptionen in den letzten 20 Jahren

Zwischen 1995 und 2015 ist die Zahl der Adoptionen in Deutschland stetig gesunken. Während 1995 noch knapp 8.000 Kinder adoptiert wurden, waren es im Jahr 2005 nur noch knapp 4.800 und im Jahr 2015 noch 3.812.

Ein nicht unerheblicher Anteil der Kinder wird vom neuen Partner des Elternteils adoptiert (in 2015: 2.319 Stiefkindadoptionen), um die rechtliche Situation dieser sogenannten Patchworkfamilien zu verbessern. Bei 1.362 Adoptionen standen die Adoptiveltern vorher nicht in einem verwandtschaftlichen Verhältnis zum Adoptivkind. Auf ein zur Adoption freigegebenes Kind kommen in Deutschland aber immer noch sieben adoptionswillige Paare bzw. Personen.

Der Rückgang der Adoptionen wird auf die stetige Weiterentwicklung der Möglichkeiten der künstlichen Befruchtung zurückgeführt. Unter anderem kann das dazu führen, dass potentielle Adoptanten auch älter werden. Zwar gibt es kein gesetzlich festgelegtes Höchstalter für Adoptionen, der Gesetzgeber spricht sich aber für einen „natürlichen Abstand“ des Elternalters im Verhältnis zum Kindesalter aus. Das bedeutet: Ein älteres Paar hat unter Umständen größere Chancen auf die Bewilligung der Adoption, wenn es ein bereits älteres Kind adoptieren möchte.

Voraussetzungen für eine Adoption

Für Ehepaare gilt, dass ein Ehegatte mindestens 25 Jahre alt sein muss, der andere mindestens 21. Eine Annahme eines gemeinschaftlichen Kindes einer eheähnlichen Gemeinschaft ist nicht möglich. In einer Ehe ist es jedoch möglich, dass ein Ehepartner ein Kind des anderen Partners aus einer vorherigen Beziehung adoptiert und dieses dann zum gemeinsamen Kind wird. Dies gilt seit Februar 2013 auch für gleichgeschlechtliche eingetragene Partnerschaften. Bei unverheirateten Paaren kann jedoch nur ein Partner ein Kind adoptieren. Hier wird die Situation allerdings besonders kritisch geprüft, da die Gesetzgebung erzielt, dass das Kind in einer „intakten Familie“ leben soll. Auch Alleinstehende können ein Kind adoptieren.

Adoption: Kosten

Die Adoption an sich ist in Deutschland kostenfrei. Es entstehen allerdings Kosten für Beglaubigungen, Notare oder Führungszeugnisse. Eine Auslandsadoption ist kostenpflichtig. Ihre Höhe hängt unter anderem vom Herkunftsland des zu adoptierenden Kindes mit den entsprechenden Vorschriften ab.

Kritische Prüfung durch Behörden vor einer Adoption

Generell müssen bei einer Adoption beide leiblichen Eltern sowie das Kind zustimmen. Ist das Kind unter 14 Jahre alt, bestimmt der gesetzliche Vertreter (Elternteil, Vormund) die Entscheidung. Bei allen bezüglich einer Adoption abzugebenden Erklärungen bedarf es notarieller Beurkundungen. Außerdem legen Adoptionsbehörden großen Wert darauf, dass der Altersunterschied zwischen Eltern und Kind nicht größer als 40 Jahre ist, allerdings bestätigen auch hier Ausnahmen die Regel. Nach einer „Probezeit“, in der das zu adoptierende Kind ein Jahr oder länger in der Familie als Pflegekind lebt, kann dann bei Zustimmung der Behörden die Adoption vollzogen werden. Eine Aufhebung einer Adoption ist so gut wie unmöglich. Sie kann nur bei schwerwiegenden Gründen, etwa Missbrauch des Kindes, ausgesprochen werden. Eine Aufhebung einer Adoption zum Wohl der Eltern ist hier unmöglich.

Die Auslandsadoption oder internationale Adoption unterliegt in Deutschland neben den deutschen Vorschriften auch dem Haager Adoptionsübereinkommen. Grundsätzlich ist eine Auslandsadoption möglich. Sie muss nach dem Adoptionswirkungsgesetz in einem gerichtlichen Verfahren anerkannt werden. Ein über die Auslandsadoption adoptiertes Kind hat nach Feststellung der Anerkennung genau den gleichen Status wie ein aus dem Inland adoptiertes Kind. Mit der Rechtskräftigkeit der Adoption erhält das Kind automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft (bzw. die Staatsbürgerschaft der Eltern).

Die Kosten einer Auslandsadoption belaufen sich neben den auch im Inland anfallenden Kosten für Notar, Führungszeugnisse und Bescheinigungen auf 800 Euro. Darüber hinaus müssen noch Kosten für Übersetzungen und ggf. national spezifische Besonderheiten eingeplant werden. Die Kosten einer Auslandsadoption sind insgesamt wesentlich höher als die einer Adoption im Inland.

Anlaufstellen

Zuständig sind die Adoptionsstellen der Jugendämter sowie freie Träger, die für eine internationale Adoption zugelassen sind. Wie lange so ein Adoptionsverfahren dauert, hängt auch von den Vorschriften im Herkunftsland ab.

Haager Adoptionsübereinkommen

Um illegale Vermittlungen von Kindern, Kinderhandel und Kindesentführungen zu verhindern und damit die Rechte von Kindern zu sichern, wurde mit dem Haager Adoptionsübereinkommen über den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der internationalen Adoption ein Abkommen über die Zusammenarbeit der Behörden bei Auslandsadoptionen geschlossen. Es besagt unter anderem, dass ein Kind erst zur Adoption ins Ausland vermittelt werden darf, wenn vor Ort alle Möglichkeiten der Adoption ausgeschöpft wurden, sich im Heimatland also keine Adoptanten für ein Kind finden lassen.

Adoption – eine weitreichende Entscheidung

Paare oder Einzelpersonen sollten sich der Tragweite einer Adoption bewusst sein. Alle Überlegungen sollten ausschließlich dem Wohl des Kindes dienen und gut durchdacht sein. Es geht bei einer Adoption nicht darum, ein Kind für ein Paar zu finden, sondern Eltern für ein Kind. Adoptiveltern sollen dem Kind so lange wie möglich zu Seite stehen, nicht nur bis zur Volljährigkeit und sollten dem Kind gegenüber möglichst offen mit dem Thema Adoption umgehen.

Rechtliche Folge einer Adoption

Die Verwandtschaftsverhältnisse zur leiblichen Familie mit allen Rechten und Pflichten erlöschen mit der Adoption. Das adoptierte Kind steht nun zur Familie und Verwandtschaft der Adoptiveltern im gleichen Verhältnis wie ein leibliches Kind. Es erhält in der Regel auch den Familiennamen seiner Adoptiveltern.

Für das Adoptivkind wird eine neue Geburtsurkunde mit dem neuen Familiennamen ausgestellt. Aus der Geburtsurkunde ist nicht ersichtlich, ob es sich um ein leibliches oder um ein Adoptivkind handelt. Lediglich aus dem Abstammungsbuch ist die familiäre Herkunft des Kindes ersichtlich. Verfügt ein Kind über eine ausländische Staatsbürgerschaft, erhält es automatisch mit der Adoption die deutsche Staatsbürgerschaft, sofern die Eltern auch deutsche Staatsangehörige sind.

Recht auf Kenntnis der Abstammung

Die Adoptionsakten sowie alle Umstände im Zusammenhang mit der Adoption unterliegen der Geheimhaltung. In Deutschland hat ein Adoptivkind allerdings ein Recht auf Kenntnis seiner Herkunft und seiner familiären Herkunftsgeschichte. Ab seinem 16. Lebensjahr hat es die Möglichkeit, Einsicht in die Gerichts- und Vermittlungsakten zu nehmen. Die Vermittlungsakten müssen ab der Geburt des Kindes 60 Jahre lang aufgehoben werden.

Kind zur Adoption freigeben

Wer ein Kind zur Adoption freigeben möchte, kann dies entweder direkt nach der Geburt oder auch zu einem späteren Zeitpunkt tun. Der frühestmögliche Zeitpunkt zur Einwilligung in eine Adoption ist jedoch acht Wochen nach der Geburt des Kindes. Voraussetzung ist, dass beide leiblichen Elternteile der Adoption zustimmen, unabhängig davon, wer das Sorgerecht hat. Bei unbekanntem Vater reicht die Einwilligung der Mutter aus. Kinder über 14 Jahre müssen ebenfalls ihr Einverständnis zur Adoption geben. Bei Kindern unter 14 Jahren willigt der gesetzliche Vertreter stellvertretend für das Kind ein. Beide Einwilligung müssen notariell beurkundet werden.

Sein Kind zur Adoption freizugeben, ist ein großer, nicht mehr rückgängig zu machender Schritt, der aber manchmal für Eltern die einzige Möglichkeit darstellt, dem Kind ein gutes und sicheres Zuhause zu bieten. Anlaufstellen sind die Adoptionsvermittlungsstellen des Jugendamtes oder von freien Trägern. Dort erhalten leibliche Eltern eine umfassende und vertrauliche Beratung, auf Wunsch auch anonym. Da es immer auch das Ziel ist, erst einmal zu schauen, ob es nicht doch Möglichkeiten gibt, das Kind in der leiblichen Familie zu belassen, kommt der Adoptionsprozess auch erst nach einer ausführlichen Beratung in Gang.

Die leiblichen Eltern können neben der offenen (bei der offenen Adoption lernen sich Adoptiveltern und leibliche Eltern kennen) auch eine Inkognitoadoption wählen und wenn sie mögen, auf die Bewerberauswahl Einfluss nehmen und so das Adoptionsverfahren mitgestalten. So kann zum Beispiel festgelegt werden, in welcher Religion die künftigen Adoptiveltern das Kind erziehen.

Der Einfluss auf das Adoptionsverfahren ist unabhängig davon, ob Kontakt zu den Adoptiveltern gewünscht wird oder nicht. Wer sein Kind zur Adoption freigibt sollte wissen, dass dieses ab Vollendung des 16. Lebensjahrs ein gesetzliches Recht auf Einsicht in die Adoptionsakten und die familiären Gesundheitshintergründe hat.

Ablauf einer Adoption

Zunächst stellt die Adoptionsstelle fest, ob ein Paar oder eine Person grundsätzlich dafür geeignet ist, ein Kind zu adoptieren. Wird die Eignung festgestellt, heißt das aber nicht automatisch, dass es auch zur Adoption kommt, da auf ein Kind sieben Adoptions“bewerber“ kommen. Die Adoptionsstelle entscheidet, welche Eltern am besten für ein Kind geeignet sind. Es kommt dann ggf. mit einem Vorschlag auf die Adoptionsinteressenten zu. In der Regel erhalten die Bewerber Informationen über ein Kind sowie ein Foto. Sie können dann entscheiden, ob sie das Kind kennenlernen möchten.

Wenn geeignete Adoptiveltern für ein Kind gefunden wurden und die Adoption von der Adoptionsstelle befürwortet wird, müssen die leiblichen Eltern zustimmen, dass das Kind zunächst zu den Adoptiveltern kommt (Adoptionspflegschaft). Wie lange die Adoptionspflege dauert, richtet sich unter anderem nach dem Alter des Kindes. Ältere Kinder sind normalerweise etwas länger in der Adoptionspflege als jüngere.

Danach haben die leiblichen Eltern das Recht zur Freigabe, indem sie eine Einverständniserklärung beim Notar unterschreiben. Diese wird vom Notar beurkundet. In seltenen Fällen, etwa wenn die Eltern ihre Pflichten gegenüber dem Kind schwer verletzen, kann die Einwilligung auch vom Jugendamt abgegeben werden. Die Einwilligung geht zum Familiengericht und ist mit Eingang wirksam, das heißt, in dieser Zeit ruht das elterliche Sorgerecht und liegt beim Jugendamt. Ab diesem Zeitpunkt kann die Adoption in der Regel nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Rechtsgültig ist die Adoption, wenn die Adoptiveltern den Adoptionsanstrag beim Familiengerecht gestellt haben und das Familiengericht mit Beteiligung der Adoptionsvermittlungsstelle die Adoption bewilligt. Das Kind hat nun die gleichen Rechte wie ein leibliches Kind und in der neu ausgestellten Geburtsurkunde werden die Adoptiveltern als Eltern angegeben. Die Adoption ist damit abgeschlossen.

Zahl adoptierter Kinder in Deutschland nimmt immer mehr ab

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Berlin. Adoptieren ist für viele der letzte Ausweg: Tausende Paare, die sich vergeblich um eigene Kinder bemühen, setzen ihre Hoffnung auf ein Adoptivkind. Doch die Chancen sind gering. Auf ein Kind kamen zuletzt mehr als sieben Bewerbungen. Insgesamt hat sich die Zahl der Adoptionen in Deutschland in den letzten 25 Jahren halbiert. Union und SPD wollen die Adoption in Deutschland reformieren. Die Verfahren sollen einfacher werden, auch ältere Bewerber sollen zum Zug kommen dürfen.

Anfang der 90er-Jahre wurden pro Jahr noch mehr als 8000 Adoptionen abgeschlossen, in den letzten Jahren waren es jeweils nur noch weniger als 4000. Doch warum ist das so? Die Antwort lautet: Keiner weiß es genau. Die Adoptionspraxis in Deutschland ist in vielen Bereichen eine Blackbox. „In Deutschland gibt es bislang kaum Forschung zum Thema Adoption“, sagte Paul Bränzel vom Deutschen Jugendinstitut in München unserer Redaktion.

In Deutschland ist fast jedes zehnte Paar ungewollt kinderlos

In den USA oder Großbritannien sei das anders. „Wir wissen hierzulande bisher zu wenig über die Lebenswirklichkeit von Adoptierenden, Adoptivkindern und abgebenden Eltern und über die Praxis der Adoptionsvermittlung.“ Bränzel gehört zum Team des neuen Expertise- und Forschungszentrums Adoption (EFZA), das im Auftrag von Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) dabei ist, diese Lücke zu schließen.

Anfang der 90er-Jahre meldeten sich noch jedes Jahr mehr als 20.000 Paare für eine Adoption – in den letzten Jahren waren es dagegen weniger als 6000. Einer der wichtigsten Gründe dafür liegt auf der Hand: Die Kinderwunschmedizin, etwa die hormonelle Fruchtbarkeitsbehandlung oder die künstliche Befruchtung, hat sich erfolgreich weiterentwickelt, so dass viele Paare doch noch zum leiblichen Kind kommen.

Staatliche Hilfen ausgebaut

Doch warum stehen gleichzeitig immer weniger adoptionsbereite Kinder zur Verfügung? Liegt es daran, dass es heute leichter ist als vor 20 Jahren, ein Kind großzuziehen – etwa, weil Alleinerziehende heute keine Ausnahme mehr sind oder weil die staatlichen Hilfen ausgebaut wurden? Oder hat es damit zu tun, dass die Jugendämter bedürftige Kinder heute länger in der Herkunftsfamilie lassen oder eher in Pflegefamilien geben statt Adoptiveltern zu suchen?

Immerhin wurden im Jahr 2015 in 239 Fällen Kinder ohne Einwilligung der Eltern von den Familiengerichten zur Adoption freigegeben. Das ist gesetzlich möglich, wenn die Eltern ihre Pflichten anhaltend grob verletzen oder schwer psychisch erkrankt sind. Besonders viele Fälle gab es in Bremen, Berlin, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg.

Vielen Kindern würde es in einer stabilen Adoptivfamilie besser gehen

Den Berliner Rechtsmediziner Michael Tsokos ärgert es, dass bei Adoptionen extrem hohe Anforderungen an die potenziellen Eltern gestellt würden, man aber oft zu zögerlich sei, Kinder bei Anzeichen für Missbrauch von ihren leiblichen Eltern zu trennen. Adoptionen sollten erleichtert werden, damit mehr misshandelte Kinder eine liebevolle Familie finden können. Auch Jugendforscher Bränzel streitet nicht ab, dass es manchem Kind in einer stabilen Adoptivfamilie besser gehen könnte.

Insgesamt wurden 2015 in Deutschland 3812 Kinder adoptiert. Zwei Drittel davon waren Stiefkinder oder weiter entfernt verwandte Kinder, ein Drittel waren fremde Kinder. Die Zahl der Auslandsadoptionen hat sich laut einer Studie der Technischen Universität Dortmund zwischen 2005 und 2015 nahezu halbiert – von rund 550 Fällen auf zuletzt rund 260 Fälle.

Während es bei den Stiefkind­adoptionen vor allem um Kinder im Schulalter ging, wurden bei den Fremdadoptionen mehrheitlich Kleinkinder vermittelt: 2015 waren 65 Prozent dieser Kinder unter drei Jahre alt. Die meisten kamen aus südamerikanischen Ländern (29 Prozent), gefolgt von Kindern aus asiatischen Ländern (25 Prozent) sowie aus europäischen Nicht-EU-Staaten (18 Prozent).

Wer älter als 40 Jahre ist, hat oft keine Chance mehr

Seit Langem klagen Mitarbeiter in den öffentlichen Vermittlungsstellen über uneinheitliche Regelungen – etwa bei der Frage, welche Voraussetzungen Paare mitbringen müssen, die ein Kind adoptieren wollen. Nur das Mindestalter ist gesetzlich geregelt: Adoptiveltern müssen in der Regel älter als 25 Jahre sein. Ein Höchstalter ist nicht festgelegt.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter spricht sich jedoch dafür aus, dass das Alter der Adoptiveltern im Verhältnis zu den Kindern einem natürlichen Abstand entsprechen soll. In der Richtlinie der Berliner Vermittlungsstelle des Senats heißt es daher: „Für das Wohl des Kindes sollte ein Altersabstand von 35 bis 40 Jahren nicht überschritten werden.“ Das heißt: Wer älter als 40 ist, hat kaum noch Chancen.

Marcus Weinberg findet das falsch: „Wir haben uns im Koalitionsvertrag auf eine Modernisierung des Adoptionsrechts verständigt, weil wir eine Anpassung an die veränderten Lebensrealitäten brauchen“, sagte der familienpolitische Sprecher der Unionsfraktion unserer Redaktion. Die gestiegene Lebenserwartung und die Tendenz, später Familien zu gründen, müssten sich auch im Adoptionsrecht wiederfinden. „Damit könnte es uns möglicherweise auch gelingen, wieder mehr Kindern eine Chance auf ein neues glückliches Zuhause zu geben.“

Kein Gesetz mehr in dieser Legislaturperiode

Ministerin Schwesig dagegen will abwarten, welche Empfehlungen die Forscher des EFZA der Politik machen – sie sollen im Sommer vorliegen. Das hieße: In dieser Wahlperiode wird es nichts mehr mit einer Reform werden. Beim Koalitionspartner runzeln sie deswegen die Stirn: „Wir als Union halten weiterhin am Ziel fest, noch in dieser Legislaturperiode das Adoptionsverfahren weiterzuentwickeln und das Adoptionsvermittlungsgesetz zu modernisieren“, so Weinberg. Zentral sei, dass bei allen Änderungen das Kindeswohl im Mittelpunkt stehe.

Gegen eine schnelle Reform spricht jedoch auch, dass Union und SPD nach wie vor uneins sind in der Frage, ob homosexuelle Paare Kinder adoptieren sollten. In Deutschland gilt: Ehepaare und Alleinstehende dürfen adoptieren. Ehepartner können zudem ein leibliches Kind oder ein vor der Ehe adoptiertes Kind des anderen Ehepartners adoptieren – zwei Varianten, die seit einigen Jahren auch Homosexuellen in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft zustehen. Eine gemeinsame Adoption ist ihnen dagegen nicht erlaubt. SPD, Grüne und Linke werben seit Langem dafür – die Union wehrt ab. Ganz so weit soll die Modernisierung des Adoptionsrechts dann doch nicht gehen.

Kurz und Knapp

Welche Formen der Adoption gibt es?

Neben der Annahme eines Kindes durch ein Ehepaar bzw. eine Person kennt das Adoptionsrecht die Erwachsenenadoption.

Können unverheiratete Paare ein Kind gemeinsam adoptieren?

Nein. Das Gesetz erlaubt es nur, dass Verheiratete ein Kind gemeinsam annehmen. Paare, die nicht verheiratet sind, können zusammen nicht adoptieren. Mehr dazu lesen Sie hier.

Gibt es Beschränkungen bezüglich des Alter der Adoptiveltern?

Um eine Adoption durchzuführen, muss der Annehmende mindestens 25 Jahre alt sein. Adoptiert ein Ehepaar, muss der jüngere Gatte mindestens 21 Jahre alt sein. Wie das Adoptionsverfahren abläuft, erläutert der Ratgeber hier.

Alles rund um die Adoption lesen Sie in diesem Ratgeber.

Im Jahr 2015 adoptierten Annehmende insgesamt 3.812 Kinder. In den meisten Fällen wurde ein Stiefkind angenommen. 1.362 Adoptivkinder sind mit ihren Eltern nicht verwandt. 602 Babys nahmen die Eltern gleich nach der Geburt an. Doch nicht nur die Adoption eines Kindes ist in Deutschland möglich, auch bei Erwachsenen kann diese durchgeführt werden. Wir erklären, welche Voraussetzungen bei einer Adoption in Deutschland erfüllt sein müssen und was es sonst noch zu beachten gilt.

Inhalt

Was besagt das Adoptionsrecht in Deutschland?

Ein Stiefkind zu adoptieren ist die häufigste Form der Annahme.

Adoptionen begründen immer ein Eltern-Kind-Verhältnis zwischen den Annehmenden und den Kindern, unabhängig der biologischen Abstammung. Das Adoptionsrecht findet sich im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). Dabei unterscheidet die Gesetzgebung zwischen der Annahme als Kind (§§ 1741 – 1766 BGB) und der Annahme als Volljähriger (§§ 1767 – 1772 BGB).

Ursprünglich kannte das BGB ausschließlich die Erwachsenenadoption. Dahinter stand die Idee, im Alter einen Erben zu haben. Daher konnten erst Personen über 50 Jahren adoptieren. Später wurde das Mindestalter auf 35 Jahre herabgesetzt. Weitere Voraussetzung war, dass der Annehmende kinderlos sein musste. Ein Vertrag reichte, um die neuen familiären Verhältnisse zu besiegeln.

Zwar konnte später dann eine Adoption von Kindern vorgenommen werden, allerdings ergaben sich daraus kaum Rechte bzw. Pflichten. Das Verwandtschaftsverhältnis zur leiblichen Familie blieb von der Adoption unberührt, entsprechend entstand zur Verwandtschaft der Adoptiveltern keine rechtliche Beziehung.

Erbrechtlich veränderte die Adoption kaum etwas. Die Eltern hatten gegenüber dem Kind keine erbrechtlichen Verpflichtungen und auch das Erbrecht des Kindes gegenüber seinen Adoptiveltern konnte vertraglich versagt werden. 1973 sank das Mindestalter für den Annehmenden auf 25 Jahre, was bis heute noch gilt.

Weitere drei Jahre später trat das Adoptionsvermittlungsgesetz (AdVermiG) in Kraft. Seitdem ist ein minderjähriges Adoptivkind einem leiblichen Kind gleichgestellt. Ihm kommen damit sämtliche Rechte bzw. Pflichten zu, die auch ein leibliches Kind innehaben. Gleichzeitig besteht keine verwandtschaftliche Beziehung mehr zur leiblichen Familie (mit Ausnahme einer Stiefkindadoption).

Das Adoptionsvermittlungsgesetz regelt das Adoptionsverfahren und reglementiert vor allem alles rund um die Adoptionsvermittlungsstellen. Darüber hinaus geht aus diesem Gesetz das Verbot der Ersatzmutterschaft hervor.

Kinderadoption in Deutschland: Das Kind zur Adoption freigeben

Bevor eine Adoption von einem Baby oder Kind erfolgen kann, müssen die leiblichen Eltern ihre Einwilligung geben. Ist der Vater unbekannt, wird dessen Zustimmung nicht benötigt. Nur wenn dieser beweisen kann, dass er der rechtliche Vater des Kindes ist, kann er am Adoptionsverfahren mitwirken.

Nehmen die Adoptiveltern ihren Antrag auf Adoption zurück, versagen die Betreuungsgerichte die Annahme. Wird das Kind nicht binnen drei Jahren angenommen, verfällt die Einwilligungserklärung.

Adoption: Auch eine alleinstehende Frau kann laut Gesetz adoptieren. Die letzte Entscheidung trifft aber das Jugendamt.

Soll ein Baby zur Adoption freigegeben werden, so ist dies frühestens acht Wochen nach der Geburt durch eine Einwilligungserklärung vor einem Notar möglich (§ 1747 BGB). Tragen sich die Eltern bzw. die Mutter mit diesem Gedanken, hilft das Krankenhaus oder die Adoptionsvermittlungsstelle des Jugendamtes weiter.

Willigen die leiblichen Eltern in die Adoption ein, ruht ihre elterliche Sorge und das Jugendamt wird Vormund des Kindes (§1751 BGB). Ist die Adoption vollzogen, erhält das Kind eine neue Geburtsurkunde. Aus dieser geht nicht hervor, dass das Kind ein Adoptivkind ist. Dies ist lediglich aus dem Abstammungsbuch ersichtlich.

Liegt eine grobe Verletzung der elterlichen Pflichten vor, kann das Familiengericht die Einwilligung der Eltern durch einen Beschluss ersetzen (§ 1478 BGB). Neben den Eltern muss aber auch das Kind selbst der Adoption zustimmen (§ 1746 BGB). Ist das Kind noch keine 14 Jahre alt, entscheidet der Vormund. Fehlt diese Einwilligung, kann diese ebenfalls durch das Familiengericht ersetzt werden. Nach Vollendung des 14. Lebensjahres ist das Kind selbst zu befragen.

Welche Voraussetzungen für eine Adoption eines Minderjährigen gelten

Für eine Adoption müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein. Grundsätzlich gilt, dass eine Annahme zulässig ist, wenn es dem Wohle des Kindes dient und davon auszugehen ist, dass zwischen dem adoptierten Kind und den Eltern ein Eltern-Kind-Verhältnis entsteht (§ 1741 Abs. 1 BGB).

Kann ein Single eine Adoption vornehmen?

Nach § 1741 Abs. 2 BGB können Nichtverheiratete ein Kind nur alleine adoptieren. Dagegen kann ein Ehepaar nur gemeinsam ein Kind annehmen. Zwar können demnach Alleinstehende eine Adoption anstreben, allerdings liegt die letzte Entscheidung bei der Adoptionsvermittlungsstelle.

Ist bei einer Adoption eine Altersgrenze zu beachten?

Das Mindestalter für eine Adoption liegt bei 25 Jahren (§ 1743 BGB). Nimmt ein Ehepaar ein Kind an, muss der jüngere Ehegatte mindestens 21 Jahre alt sein. Ein Höchstalter gibt es rechtlich nicht, allerdings spricht sich die Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter für einen maximalen Altersabstand von 40 Jahren aus.

Berufstätigkeit, ja oder nein?

Kinder können zur Adoption freigegeben werden – frühstens jedoch acht Wochen nach der Geburt.

Kritiker äußern immer wieder, dass die strengen Voraussetzungen für eine Adoption an den realen Lebenssituationen vorbeigingen und viel zu hohe Anforderungen an die Annehmenden gestellt werden. Unter diesem Gesichtspunkt ist auch die Frage nach der Berufstätigkeit zu betrachten.

Die Jugendämter achten häufig darauf, dass ein Elternteil seine Berufstätigkeit aufgibt oder zumindest einschränkt, wenn ein Kind unter 10 Jahren adoptiert werden soll. Allerdings kündigte das Bundesfamilienministerium bereits im Jahr 2011 an, diese Voraussetzung zu lockern.

Wohnverhältnisse, psychologische Eignung und Gesundheit

Die Annehmenden müssen sich darauf einstellen, psychologisch geprüft zu werden. Das Jugendamt hinterfragt nicht nur die partnerschaftliche Stabilität, sondern beispielsweise auch den Erziehungsstil. Darüber hinaus nehmen die Sachbearbeiter die Wohnverhältnisse unter die Lupe. Sind diese für ein Kind geeignet und hat es dort ausreichend Platz?

Darüber hinaus müssen die Annehmenden vor der Adoption ein Führungszeugnis vorlegen, wobei nur Sexual- oder Körperverletzungsdelikte von Interesse sind. Des Weiteren steht den Eltern ein Besuch beim Hausarzt bevor. Dieser muss auf einem Vordruck die gesundheitliche Verfassung notieren. Lebensverkürzende und psychische Krankheiten sowie Suchterkrankungen sind ein Ausschlusskriterium.

Adoption für Homosexuelle: Erlaubt dies das Adoptionsrecht?

Das deutsche Adoptionsrecht sah es lange Zeit nicht vor, dass ein homosexuelles Paar gemeinschaftlich ein Kind adoptiert. Es war nur möglich, dass ein Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft ein Kind adoptiert. Der andere musste allerdings zustimmen (§ 1749 BGB). Es bestanddann die Option, dass dieser das Kind im Rahmen einer sukzessiven Zweitadoption annahm, das entschied das Bundesverfassungsgericht im Jahr 2013.

Im Jahr 2015 entscheid der Bundesgerichtshof, dass die deutschen Behörden eine Adoption im Ausland anerkennen müssen. Das Adoptivkind des homosexuellen Paares ist entsprechend auch im Geburtenregister einzutragen. Das Amtsgericht München entschied 2016, dass Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft gemeinsam die Vormundschaft für ein Pflegekind übernehmen dürfen.
Bringt ein Partner ein leibliches Kind mit in die Partnerschaft, kann der andere dieses adoptieren. Dem muss allerdings der andere Elternteil des Kindes zustimmen. Alternativ kann diese Einwilligung durch das Familiengericht ersetzt werden.

Seit dem 01. Oktober 2017 dürfen nunmehr auch gleichgeschlechtliche Paare eine bürgerliche Ehe eingehen. Damit haben sich auch die Rechte hinsichtlich einer Adoption angeglichen. Bestehende Lebenspartnerschaften können in eine bürgerliche Ehe umgeschrieben werden.

Welchen Namen trägt der Adoptierte?

Einer Adoption von Stiefkindern muss auch der andere Elternteil zustimmen.

Nach einer Adoption erhält das Kind als Geburtsnamen den Familiennamen des Annehmenden bzw. der Adoptiveltern. Führt das annehmende Ehepaar keinen Ehenamen, so bestimmen sie gemeinsam den Geburtsnamen.

Der Vorname des Kindes kann nur auf Antrag und mit Einwilligung des Kindes bzw. des Vormundes geändert werden. Der alte Familienname kann dem neuen Familiennamen hinzugefügt werden, wenn dies aus schwerwiegenden Gründen dem Wohle des Kindes entspricht (§ 1757 Abs. 4 BGB).

In der Praxis werden Vornamen häufig geändert, wenn sie sehr ungewöhnlich oder unaussprechlich sind. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn eine Kinderadoption aus dem Ausland erfolgte.

Adoptieren in Deutschland: Ablauf, Formen und Kosten

Das Adoptionsvermittlungsgesetz legt fest, dass die Aufgabe der Adoptionsvermittlung Minderjähriger den Jugendämtern obliegt. Bevor eine Adoption vollzogen wird, können mitunter mehrere Jahre ins Land gehen.

Wie läuft das Adoptionsverfahren ab?

Entscheidet sich ein Ehepaar oder eine alleinstehende Person dazu, ein minderjähriges nicht leibliches Kind adoptieren zu wollen, wendet es bzw. sie sich an die Adoptionsvermittlungsstelle des Jugendamtes. Die Mitarbeiter führen mit den Interessierten ein Informationsgespräch. Sind sich diese sicher, müssen diese alle nötigen Unterlagen ausfüllen.

Nun prüft die Vermittlungsstelle die Dokumente und stellt fest, ob eine allgemeine Eignung gegeben ist. Folgende Unterlagen müssen eingereicht werden:

  • ausgefüllter Antrag
  • Bewerbung
  • Geburtsurkunden
  • Lebensläufe
  • polizeiliche Führungszeugnisse
  • ärztliche Atteste
  • ggf. Heiratsurkunde
  • Staatsangehörigkeits-, Verdienst-, Vermögens-, und Schuldennachweise

Welche Voraussetzungen müssen für eine Adoption erfüllt sein?

Es folgen dann zwei Gespräche mit den Mitarbeitern des Jugendamtes. Im Anschluss erhalten die Bewerber einen Fragebogen, welchen sie ausgefüllt abgeben müssen. Darin erklären sie z. B., warum sie ein Kind adoptieren möchten und was sie für Veränderungen erwarten. Dann beginnt das Eignungsverfahren und weitere Gespräche folgen. Ist die Eignung festgestellt und hat der Mitarbeiter des Jugendamtes einen Sozialbericht verfasst, beginnt die Zeit des Wartens.

Wird ein Kind zur Adoption freigegeben, prüft die Adoptionsvermittlungsstelle nach § 7 AdVermiG den Pool der Bewerber.

Dabei ist insbesondere zu kontrollieren, ob die Adoptionsbewerber unter Berücksichtigung der Persönlichkeit des Kindes und seiner besonderen Bedürfnisse für die Annahme des Kindes geeignet sind. Mit den Ermittlungen der Adoptionsbewerbern soll schon vor der Geburt des Kindes begonnen werden, wenn zu erwarten ist, dass die Einwilligung zur Annahme als Kind erteilt wird. (§ 7 AdVermiG)

Ist dieses Verfahren abgeschlossen und sind passende Adoptiveltern gefunden, beginnt nach § 1744 BGB eine „Adoptionspflege“. Das Kind soll sich in dieser Phase in die Familie eingewöhnen. In diesem Zeitraum betreut das Jugendamt die Familie weiter. Während dieser Zeit haben die zukünftigen Adoptiveltern noch nicht die elterliche Sorge inne, allerdings sind sie bereits unterhaltspflichtig (§ 1751 BGB).

Nach Ablauf der „Probezeit“ stellen die werdenden Adoptiveltern einen Aufnahmeantrag zur Annahme des Kindes beim Notar. Dieser geht dem Vormundschaftsgericht zu. Das Jugendamt wird dann um Stellungnahme gebeten und reicht ein Gutachten ein. Das Familiengericht entscheidet abschließend über die Adoption.

Stehen die überwiegenden Interessen des Kindes denen der Annehmenden entgegen oder könnten diese das Kind gefährden, kann das Familiengericht die Annahme versagen (§ 1745 BGB).

Für eine Adoption fallen in Deutschland Kosten für das Familiengericht an. Diese belaufen sich auf ca. 75 bis 100 Euro. Darüber hinaus verlangt der Notar ca. 60 Euro (zzgl. Steuern) für die Erstellung des Antrags. Für jede weitere Einwilligungserklärung, die nicht mit dem Antrag zusammen erstellt wird, fallen weitere 30 Euro (zzgl. Steuern) an.

Sie denken über eine Adoption nach? Dann wenden Sie sich an das Jugendamt.

Durch die Adoption erhält das Kind die rechtliche Stellung eines leiblichen Kindes (§ 1754 BGB). Darüber hinaus führt die Annahme zur Löschung des Verwandtschaftsverhältnisses zur leiblichen Familie. Dies gilt auch für alle Rechte und Pflichten. Lediglich wiederkehrende Leistungen wie Renten oder Waisengeld sind davon ausgenommen. Unterhaltsansprüche gegenüber der leiblichen Familie bestehen nicht weiter (§ 1755 BGB).

Nach § 1758 BGB ist es nicht ohne das Einverständnis der Annehmenden und des Kindes gestattet, die Adoption aufzudecken und Nachforschungen anzustellen.

Kann eine Adoption aufgehoben werden?

In bestimmten Fällen kann eine Adoption aufgehoben werden. Zum einen kann auf Antrag diese beendet werden, wenn eine Einwilligung einer betreffenden Person oder der Adoptionsantrag fehlte. § 1760 Abs. 2 BGB legt fest, wann ein Antrag bzw. eine Einwilligung unwirksam ist:

Der Antrag oder eine Einwilligung ist nur dann unwirksam, wenn der Erklärende
a) zur Zeit der Erklärung sich im Zustand der Bewusstlosigkeit oder vorübergehenden Störung der Geistestätigkeit befand, wenn der Antragsteller geschäftsunfähig war oder das geschäftsunfähige oder noch nicht 14 Jahre alte Kind die Einwilligung selbst erteilt hat,
b) nicht gewusst hat, dass es sich um eine Annahme als Kind handelt, oder wenn er dies zwar gewusst hat, aber einen Annahmeantrag nicht hat stellen oder eine Einwilligung zur Annahme nicht hat abgeben wollen oder wenn sich der Annehmende in der Person des anzunehmenden Kindes oder wenn sich das anzunehmende Kind in der Person des Annehmenden geirrt hat,
c) durch arglistige Täuschung über wesentliche Umstände zur Erklärung bestimmt worden ist,
d) widerrechtlich durch Drohung zur Erklärung bestimmt worden ist,
e) die Einwilligung vor Ablauf der in § 1747 Abs. 2 Satz 1 bestimmten Frist erteilt hat.

Stimmt der Erklärende allerdings im Nachhinein oder nach Wegfall des Hindernisses zu, ist eine Aufhebung ausgeschlossen. Darüber hinaus kann diese von Amts wegen vollzogen werden. Sofern das Kind minderjährig ist, kann diese erfolgen, wenn sie zum Wohle des Kindes ist.

Grundsätzlich kann auch das Annahmeverhältnis von nur einem Ehegatten aufgehoben werden. Dies ist allerdings nur möglich, wenn der andere Ehegatte bzw. ein leiblicher Elternteil die elterliche Sorge übernimmt. Alternativ wird dem Antrag stattgegeben, wenn durch die Aufhebung eine erneute Annahme möglich gemacht werden soll.

Ein Antrag auf Aufhebung kann ab Kenntnisnahme des Hindernisses innerhalb eines Jahres gestellt werden, sofern seit der Annahme noch keine drei Jahre vergangen sind.

Elterngeld und Elternzeit auch nach einer Adoption?

Laut Adoptionsrecht können verheiratete Paare gemeinsam adoptieren. Unverheiratete können nur alleine Kinder annehmen.

Nimmt ein Ehepaar oder eine Einzelperson ein Kind mit dem Ziel der Adoption in den Haushalt auf, besteht ab diesem Zeitpunkt Anspruch auf Elternzeit.

Die Elternzeit umfasst wie bei leiblichen Eltern drei Jahre.

Nach Vollendung des achten Lebensjahres entfällt dieser Anspruch allerdings. Gleiches gilt für das Elterngeld.

Ein Kind adoptieren: Die Minderjährigenadoption

Welche Voraussetzungen für die Minderjährigenadoption zu erfüllen sind, konnten wir nun bereits klären. Im Folgenden soll es um die verschiedenen Formen dieser Art von Adoptionen gehen.

Inkognito-Adoption, halboffene oder offene Adoption: Was bedeutet was?

Werden minderjährige nicht leibliche Kinder adoptiert, so handelt es sich zumeist um eine Inkognito-Adoption. Ziel ist es, die Daten der Adoptivfamilie zu schützen, sodass die leibliche Familie keinen Einfluss auf das Kind nehmen kann.

Die Vermittlungsstelle muss die Vermittlungsakte 60 Jahre aufbewahren. Sowohl die Adoptiveltern wie das Adoptivkind können diese einsehen. Ist letzteres keine 16 Jahre alt, benötigt es das Einverständnis der Eltern. Ab diesem Zeitpunkt kann das Kind auch Einsicht in den Geburtseintrag beim Standesamt erhalten. Hieraus gehen Informationen zur leiblichen Mutter hervor, teilweise auch zum leiblichen Vater.

Unabhängig von der Inkognito-Adoption steht es den Eltern frei, ob sie ihr Kind über diese aufklären. Jugendämter und Experten raten allerdings zu einem offenen Umgang mit diesem Thema, um das Verhältnis nicht zu gefährden und das Vertrauen des Kindes nicht zu verlieren.

Im Gegensatz dazu, stehen die halboffene und die offene Adoption. In diesen Fällen besteht zwischen der Herkunftsfamilie und der Adoptivfamilie Kontakt. Bei einer halboffenen Adoption tauschen die Familien Briefe und Fotos über das Jugendamt aus. Im letzten Fall besteht sogar Gesprächskontakt. Mitunter entwickeln sich daraus regelmäßige Treffen, sodass die leiblichen Eltern eine Beziehung zum Kind aufbauen können.

Was ist eine Stiefkindadoption?

Adoption: Auch Erwachsene können von anderen Volljährigen angenommen werden.

Wie wir bereits zeigen konnten, ist dies die häufigste Form der Adoption. Hierbei handelt es sich um eine Verwandtschaftsadoption, sodass sich meist alle Beteiligten kennen. Bei einer solchen Adoption ist der Annehmende mit einem Elternteil des Kindes verheiratet oder verpartnert.

Soll eine Stiefkindadoption vollzogen werden, müssen die leiblichen Eltern dieser zustimmen. Der Stiefelternteil muss dann beim Notar einen Antrag beurkunden lassen. Das Betreuungsgericht stimmt diesem zu, sofern das Jugendamt keine Einwände äußert und auch das Gericht nach Anhörung der Beteiligten keine Bedenken hat.

Sofern das Kind bereits 14 Jahre alt ist, muss auch dieses vor dem Notar zustimmen. Hat der Annehmende weitere Kinder, werden auch diese zur Adoption befragt. Sinn und Zweck einer Stiefkindadoption ist es, dass hiernach beide Eheleute rechtliche Eltern des Kindes sind. Im Unterschied zu anderen Adoptionen werden die Verwandtschaftsverhältnisse in diesem Fall nur zu einem leiblichen Elternteil aufgegeben.

Sofern der familienferne Elternteil der Adoption nicht zustimmt, kann in Ausnahmefällen dessen Einwilligung vom Betreuungsgericht ersetzt werden. Dies ist laut des Bundesgerichtshofes allerdings nur möglich, wenn die Adoption einen erheblichen Vorteil für das Kind bietet.

Adoption von Erwachsenen: Erwachsenenadoption

Im Gegensatz zu einer Kinderadoption handelt es sich bei einer Adoption eines Erwachsenen meist nicht um eine sogenannte Volladoption. Die familiären Verflechtungen zur leiblichen Familie bleiben damit bestehen, sodass beispielsweise auch Unterhaltsansprüche weiter relevant sind (§ 1770 BGB).

Die Adoption Erwachsener zeichnet sich dadurch aus, dass ein Volljähriger einen anderen Volljährigen annimmt. Zulässig ist dies immer, wenn die Annahme sittlich gerechtfertigt ist. Davon ist laut BGB dann auszugehen, wenn zwischen dem Kind und dem Annehmenden ein Eltern-Kind-Verhältnis besteht.

Auch für eine Erwachsenenadoption ist ein Antrag beim Familiengericht zu stellen. Soll eine volljährige geschäftsunfähige Person angenommen werden, muss der Antrag vom gesetzlichen Vertreter eingereicht werden (§ 1768 BGB).

Nach § 1772 BGB besteht die Option, eine Erwachsenenadoption nach dem Minderjährigenrecht durchzuführen. Dies bedeutet, dass der Angenommene einem leiblichen Kind gleichgestellt wird und somit auch rechtlich entsprechende Ansprüche hat. In einem solchen Fall kann das Kind dann auch den Nachnamen des Adoptierenden annehmen.

Für eine Adoption brauchen Sie verschiedenste Unterlagen.

Das BGB sieht folgende vier Fälle vor, in denen eine Erwachsenenadoption nach Minderjährigenrecht möglich ist:

  • wenn gleichzeitig auch ein minderjähriges Geschwisterkind des Anzunehmenden adoptiert werden soll,
  • der Anzunehmende schon als Minderjähriger in die Familie gekommen ist,
  • der Annehmende das leibliche Kind seines Ehegatten annehmen möchte (Stiefkindadoption),
  • der Anzunehmende zum Zeitpunkt der Antragsstellung noch minderjährig war.

Auslandadoption: Über Umwege zum Nachwuchs

Seit 2001 setzt die deutsche Gesetzgebung das sogenannte Haager Übereinkommen um. In diesem wird alles zu einer internationalen Adoption geregelt. Es schreibt beispielsweise vor, dass im Rahmen einer internationalen Adoption eine behördlich zugelassene Auslandsadoptionsvermittlungsstelle am Verfahren beteiligt sein muss.

Dieses unterscheidet sich von den Grundzügen her nur wenig von dem nationalen Adoptionsverfahren. Der Antragstellung gehen meist Informationstreffen voraus, die über die Auslandsadoption aufklären. Während bei einer nationalen Adoption die Unterlagen gleich ans Jugendamt weitergehen, treten die Bewerber bei einer internationalen Adoption erst mit sogenannten Beratungseltern in Kontakt.

Diese sichten die Unterlagen und führen Gespräche mit den Eltern. Die Beratungseltern werden von der Vermittlungsstelle bestimmt und haben selbst eine internationale Adoption getätigt. Die Unterlagen und ein Bericht der Beratungseltern geht dann an die Vermittlungsstelle weiter, die dann über die Aufnahme in das Bewerbungsverfahren entscheidet.

Erst wenn dieses positiv ausfällt, wird das Jugendamt hinzugezogen. Wie bei einer nationalen Adoption verfassen die Sachbearbeiter des Jugendamtes einen Sozialbericht. Nur wenn das Jugendamt die Bewerber als geeignet einstuft, nehmen diese am weiteren Verfahren der Vermittlungsstelle teil.

Eine Adoption aus dem Ausland kostet mehrere Tausend Euro.

Im Anschluss ist ein Gespräch mit einem Psychologen zu führen, der ein Gutachten über die Bewerber verfasst. Dann fällt die Vermittlungsstelle eine endgültige Entscheidung über den Antrag.

Ist diese positiv, folgt ein weiteres Gespräch und die Bewerber werden über das folgende Verfahren unterrichtet. Dann stellen die werdenden Eltern eine Antrag im Herkunftsland des Kindes.

Die Vermittlungsstelle unterbreitet den Eltern dann Kindervorschläge. Entscheiden sich diese für ein Kind, reisen sie in das Herkunftsland und holen das Kind ab.

Bei all diesen Schritten stehen die Mitarbeiter der Stelle beratend zur Seite.

Welche Voraussetzungen sind zu erfüllen?

Im Grund werden an die Bewerber ähnliche Anforderungen gestellt wie bei einer Inlandsadoption. Sie sollten zwischen 25 und 45 Jahre alt sein und einen angemessenen Altersabstand zu dem Kind haben. Der Abstand des älteren Ehegatten sollte nicht mehr als 40 Jahre betragen.

Meist vermitteln die anerkannten Vermittlungsstellen nur an verheiratete Paare. Die Ehe sollte bereits zwei Jahr oder länger bestehen. Ausnahmen sind möglich, wenn das Paar bereits länger zusammenlebt.

Darüber hinaus müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Beide Partner müssen gesund sein. Liegt eine Krankheit vor, prüft die Stelle, inwieweit diese eine Belastung für das Kind darstellen könnte.
  • Die Wohnsituation muss angemessen sein und Platz für ein Kind bieten.
  • Die Einkommensverhältnisse sollten stabil sein. Dies ist insbesondere hinsichtlich einer Elternzeit zu beachten, die ein Elternteil nach Ankunft des Kindes nehmen soll.

Mit welchen Kosten müssen Annehmende rechnen?

Kinder bereichern das Leben. Doch bis die Adoption durchgeführt werden kann, vergehen meist mehrere Jahre.

Im Gegensatz zu einer Adoption im Inland ist die Auslandsadoption nicht gebührenfrei. Das Jugendamt erhebt solche in Höhe von rund 800 Euro. Zusätzlich entstehen Kosten durch die Vermittlungsstelle und durch die Reisen ins Herkunftsland des Kindes.

Darüber hinaus sind weitere Auslagen im Herkunftsland wie die Verwaltungs-, Gerichts-, und Anwaltskosten zu beachten.

Auch die Beschaffung und Übersetzung der Dokumente sind weitere Posten. Insgesamt müssen Bewerber mit Kosten zwischen 15.000 und 20.000 Euro rechnen.

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