Kind 4 hört nicht

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Wenn das Kind nicht hören will

Normalerweise erziehen Eltern ihre Kids bis zu einem gewissen Grad so, wie sie selbst erzogen wurden. Und zwar auch dann, wenn sie es eigentlich besser machen wollen.

Viele Praktiken haben sich in die hierzulande gängigen Erziehungsmethoden eingeschlichen, die eine gute Eltern-Kind-Beziehung auf Dauer belasten. Sie sind mitverantwortlich dafür, dass Kids oft nicht folgen.

Mit dem Aufspüren jener schlechten Angewohnheiten beschäftigt sich dieser kleine Ratgeber für mehr oder weniger leidgeplagte Eltern.

Unterschiedliche Botschaften

Erhält das Kind unterschiedliche Botschaften von den beiden Elternteilen, kann das für die Erziehung nur von Nachteil sein.

Setzt ein Elternteil eine Konsequenz, dann ist es keine gute Idee, ihm in den Rücken zu fallen. Absprachen helfen hier weiter. Dazu muss natürlich die Kommunikation zwischen den Elternteilen stimmen.

Besteht ein Problem seit Längerem, dann am besten miteinander besprechen, wie man vorgehen könnte. So beugt man auch vor, vom Kind gegeneinander ausgespielt zu werden.

Leere Drohungen

Fühlen sich Eltern unter Druck gesetzt, weil das Kind nicht folgen will, reagieren viele folgendermaßen: eine dramatische Konsequenz wird angedroht („Ich lasse dich alleine Zuhause, wenn du weiter trödelst.“). Bereits kleine Kids können sehr wohl zwischen solchen Märchen und realistischen Konsequenzen unterscheiden.

Stressige Situationen, in denen man schnell ein Märchen erfinden muss, lassen sich aber vermeiden. Am besten motiviert man die Kids im Vorhinein, sich richtig zu verhalten. Beispiel: „Wenn du es schaffst, um 7:30 Uhr fertig angezogen zu sein, fahren wir vor der Schule noch zum Bäcker und du darfst dir was Leckeres aussuchen.“ Dieses Beispiel ist natürlich nur für Kids sinnvoll, welche die Uhr bereits kennen. Die Forderungen, welche man an das Kind stellt, sollten immer präzise, verständlich und realistisch sein. Ansonsten kann es zu Enttäuschungen und Diskussionen kommen, die einem das Leben erneut schwer machen.

Unklare Botschaften

Ist die Kommunikation mit dem Kind nicht – wie oben erwähnt – präzise und verständlich, wird das Kind nicht folgen.

Das liegt nicht daran, dass die Kinder nicht wollen. Kennt es die Regeln nicht wirklich, weil sie zu schwammig formuliert wurden, fällt es schwer, sich daran zu halten.

Welche Regeln gelten in Ihrem Haushalt? Sind sie prägnant, vom Kind umsetzbar und verständlich? In den meisten Haushalten gibt es nur eine kleine Anzahl wichtiger Hausregeln, die für jeden gelten. Das ist gut so. Allerdings müssen diese wenigen Regeln ganz klar und allen bekannt sein.

Entscheiden Eltern je nach Situation, wie sich das Kind zu verhalten hat, hat es nie die Chance, etwas richtig zu machen.

Liegt hier das Problem, so stellen Sie einige, klare Alltagsregeln auf. Berücksichtigen Sie dabei beispielsweise folgende Dinge:

  • Verhalten am Esstisch: Sollen die Kids sitzen bleiben, bis alle fertig sind oder legen Sie darauf keinen Wert?

  • Wann und wie sollen die Kids ihre Zimmer aufräumen? Oder übernehmen Sie die Aufräumarbeiten, während die Kids aus dem Haus sind?

Passt Ihnen das Verhalten Ihres Kindes in einer bestimmten Situation nicht, so geben Sie klare Anweisungen, statt sich einfach nur aufzuregen.

Bestechungsversuche

Die oben erwähnte Motivation, gemeinsam zum Bäcker zu fahren, sollte eine Ausnahme darstellen. Erziehen Sie Ihr Kind nicht dazu, für alles eine Gegenleistung zu erwarten. Sonst wird es sich nicht mehr an Ihre Regeln halten, wenn es dafür nicht eine materielle Belohnung gibt.

Stattdessen sollten kleine Geschenke etwas Besonderes darstellen. Zum Beispiel als Trost nach einer Impfung beim Arzt.

Inkonsequenz

Drohungen und unangenehme Konsequenzen für das Kind sind schnell ausgesprochen. Diese dann aber auch wirklich durchzuziehen erfordert eine gewisse Härte, die für eine nachhaltige Erziehung unabdingbar ist.

Fordert man ein bestimmtes Verhalten von einem Kind ein, sollte es wissen: Er bzw. sie meint es ernst. Oft halten sich Eltern nicht an diesen Grundsatz, weil sie denken: „Das Kind hält sich doch sowieso nicht dran.“. Resigniert geben sie nach, weil sie dem Druck des Kindes nicht standhalten können.

Stattdessen ist es besser, dem Kind eindringlich und auf Augenhöhe beizubringen, was man von ihm erwartet bzw. wie es sich zu verhalten hat. Kleinere Kinder lenkt man am besten einfach ab und gibt ihnen damit einen „Schubs“ in die richtige Richtung.

Konsequenz zum falschen Zeitpunkt

Damit ein Kind den Grund einer Konsequenz nachvollziehen kann, muss diese möglichst zeitnah gesetzt werden. Es hilft nicht, sondern ist eher hinderlich, wenn man zuerst nachgibt und etwas später dann doch noch Konsequenzen setzt.

Vergeht zu viel Zeit zwischen dem unerwünschten Verhalten und der Reaktion der Eltern darauf, wird das Kind die Welt nicht mehr verstehen. Auch bei vorangekündigten „Strafen“ ist das so. Schlechtes Beispiel: „Wenn du nicht aufhörst, mit dem Essen zu spielen, gibt’s morgen nur Brot für dich.“ Besser wäre: „Isst du nun ordentlich oder gibst du mir lieber deinen Teller?“.

Übrigens sollte die Konsequenz immer eine logische Folge des unerwünschten Verhaltens sein und mit diesem in Zusammenhang stehen. Schlechtes Beispiel: „Wenn du deine Hausaufgaben nicht sofort erledigst ohne weiter zu trödeln, bekommst du heute kein Abendessen!“ Besser wäre: „Bevor du deine Hausaufgaben nicht erledigt hast, darfst du auch nicht spielen gehen.“.

Viel Lärm um nichts

Wie oben bereits erwähnt sollte man immer so mit dem Kind sprechen, dass es das Gesagte nachvollziehen kann. Lange, ausschweifende Sätze führen dazu, dass man schlichtweg ignoriert wird.

Versucht man immer wieder, dem Kind lang und breit zu erklären, was man von ihm will, kann es auf „bockig“ schalten. Dann hat es keine Lust mehr, sich das ständige Gerede der Eltern anzuhören und tut einfach, wonach ihm ist. In diesem Moment weiß es, dass es die Eltern genau dort hat, wo es sie haben möchte.

Erklären Sie dem Kind kurz und bündig, was Sie von ihm möchten. Haben Sie Ihr Anliegen richtig formuliert, reicht es aus, dies einmal auszusprechen. Lassen Sie keine Diskussion zu und fallen Sie nicht dem Irrglauben anheim, ständige Wiederholungen würden die Sache besser machen.

Sich vom Kind erziehen lassen

Kids wissen, wie sie auf ihre Eltern einwirken können. Befürchten diese den Liebesentzug durch das Kind, lassen sie sich ganz leicht um den Finger wickeln. Sie geben dann leicht nach und lassen dem Kind alles durchgehen.

Denken Sie dran: Es ist völlig normal und zudem erforderlich, ab und zu ganz „hart“ auf gewissen Dingen zu beharren. Das Kind leidet nicht darunter, sondern muss diese Grenzen fühlen. Nur so spürt es: Meine Eltern wissen was sie tun. Sie sind stark und ich kann mich auf sie verlassen. Dieses Prinzip findet sich in der Vertrauenspädagogik nach dem Join-Up Prinzip wieder.

Übrigens ist es nötig, das Kind seine Grenzen spüren zu lassen, um sein Gefühl für die Grenzen anderer zu fördern. So lernt es, die Grenzen anderer Menschen zu achten. Spürt es das (Gedulds-) Limit seiner Eltern, lernt es zudem, dass es auch selbst Grenzen haben darf, die niemand überschreiten sollte.

Sparsamer Umgang mit Lob

Meistens reagieren Erzieher und Eltern nur dann, wenn sich ein Kind nicht so verhält, wie es soll. In diesem Moment läuten unsere innerlichen Alarmglocken und wir wissen: „Jetzt muss ich handeln!“. Anders ist es, wenn sich das Kind richtig verhält. Als Erwachsene gehen wir davon aus, dass sich Menschen in unserer Umgebung regelkonform verhalten. Deshalb registrieren wir oft gar nicht, wenn ein Kind zum ersten Mal etwas richtig macht, das ihm möglicherweise zuvor schwer gefallen ist.

Negative Aufmerksamkeit in dieser Form kann dazu führen, dass unerwünschtes Verhalten verstärkt auftritt. Schließlich steht das Kind in diesem Fall nur dann im Mittelpunkt, wenn es genau das Gegenteil von dem tut, was man sich von ihm wünscht.

Vergessen Sie also nicht, Ihr Kind zu loben, wenn es etwas richtig macht. Weil Kids es genießen, ihren Eltern zu gefallen, verstärkt ehrliches Lob gewünschte Verhaltensweisen.

Keine altersgemäße Erziehung

Während ältere Kids und Jugendliche ihr Verhalten sehr wohl unter Kontrolle haben, ist das bei Kleinkindern nicht der Fall. Sie können ihr Verhalten noch nicht so gut steuern und werden daher immer wieder gegen Regeln verstoßen, ohne sich dessen bewusst zu sein. Auch nonverbale Erziehungsmethoden können daran nichts ändern.

Dieser Umstand sollte jedem Elternteil bewusst sein. Er muss in der Erziehung unbedingt berücksichtigt werden.

Ein Zeichen von Hilflosigkeit: emotionale Nötigung

Grundsätzlich wird das Kind nicht braver werden, wenn man ihm gegenüber abwertende Botschaften äußert. Die Beziehung zwischen Eltern und Kind verschlechtert sich dadurch und die Seele des Kindes kann erheblichen Schaden nehmen. Immerhin sind die Eltern – besonders bis zur Pubertät – die wichtigsten Menschen im Leben der Kinder. Ihre Meinung wird hoch geschätzt. Umso schlimmer ist es für Kids, wenn sie von ihren Eltern abgewertet werden. Beispiele für abwertende Botschaften:

  • „Du bist sowas von faul.“

  • „Du hast doch keine Ahnung vom Leben.“

  • „Warum musst du eigentlich so undankbar sein?“

Auch hilft es wenig, das Kind mit Schuldgefühlen zu erpressen (z.B.: „Na toll, jetzt geht’s mir wieder schlecht, weil du dich so verhältst.“).

Natürlich ist es legitim, dem Kind die eigenen Gefühle mitzuteilen. Allerdings nur bis zu einem gewissen Grad und ohne ihm dabei einen Vorwurf zu machen. Beispiel: „Es tut mir weh, dass du mich beschimpfst.“ oder „Ich habe heute Kopfschmerzen. Deshalb möchte ich jetzt nicht mehr mit dir diskutieren.“

Indirekte Gewaltandrohungen

Fühlt man sich hilflos und weiß nicht weiter, kann es schon einmal so weit kommen, dass Sätze wie „Wenn der Papa nachher erfährt, wie schlimm du bist, puh. Da gibt’s dann aber Zorres.“ fallen.

Das ist schade, sollten sich Kids doch eigentlich darauf freuen, wenn ein Elternteil nach Hause kommt. Stattdessen wird mit Aussagen wie dieser Angst geschürt. Das trägt nicht gerade zu einer guten Eltern-Kind-Beziehung bei und schadet obendrein dem Vertrauen des Kindes in Sie.

Besser ist es, den Partner zu erwähnen, wenn man das Kind für richtiges Verhalten lobt: „Das muss ich aber dem Papa erzählen, dass du mir heute so toll geholfen hast! Der wird sich freuen.“ Hier wirkt das Einsetzen des Partners ebenfalls verstärkend – allerdings im positiven Sinne.

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Über Luise Veltmann

Luise wohnt mit ihrem Mann, ihrem zweijährigen Sohn Max und bald auch mit Kind Nr. 2 in Lübeck. Wenn Sie neben der Arbeit als Autorin für den Elternkompass die Zeit findet, dann geht Luise ins Fitnessstudio oder zeichnet. Die Zeit ist aber knapp, denn der kleine Max liebt es mit seiner Mama zum Kinderturnen zu gehen und Oma und Opa zu besuchen.

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So zeigt sich, wie gut Ihr Kind hört

Ihre Beobachtung liefert nützliche Hinweise

Durch gutes Beobachten und Zuhören können Sie als Eltern dazu beitragen, dass eine mögliche Hörstörung bei Ihrem Kind frühzeitig entdeckt wird. Allerdings muss eine einmalige auffällige Reaktion nicht gleich bedeuten, dass Ihr Kind eine Hörschädigung hat.

  • Zunächst sind es vor allem Verhaltensweisen und Reaktionen auf Geräusche, an denen Sie die Hörfähigkeit Ihres Kindes „ablesen“ können.
  • Mit zunehmendem Alter kann die Sprachentwicklung – das Verstehen wie auch das Sprechen – wichtige Hinweise auf die Hörfähigkeit geben. So kann zum Beispiel eine schlechte Aussprache im Alter von vier, fünf Jahren auch auf eine Hörstörung hindeuten.
  • Auch bei bestimmten Verhaltensauffälligkeiten sollten Sie immer auch in Betracht ziehen, dass Ihr Kind vielleicht nicht gut hört. So können beispielsweise auch aggressives Verhalten oder Kontaktschwierigkeiten mit anderen Kindern ihre Ursache in Hörproblemen haben.

Ihre Beobachtungen in den verschiedenen Altersstufen sind für den Kinderarzt oder die Kinderärztin nützliche Hinweise. Ausgeschlossen werden kann eine Hörstörung jedoch nur über eine ärztliche Hörprüfung.

Kind (3) hört überhaupt nicht 🙁 Bin völlig verzweifelt, bitte Hilfe

Hallo,
bin ich so eine schlechte Mutter? Das frage ich mich langsam wirklich
Meine Tochter ist 3 1/2 Jahre und sie war schon IMMER ein anstrengendes und lebhaftes Kind, von Anfang an …. als Baby hat sie viel geschriien, wenig und schlecht geschlafen, als Kleinkind hatte sie schon immer Hummeln im Po …. sie hat einfach einen wahnsinnigen Bewegungsdrang
Sie geht nun seit einem halben Jahr in den Kiga und unsere Nachmittage sind eigentlich IMMER mit viel Bewegung ausgestattet Wir gehen viel raus an die frische Luft, haben ein Trampolin im Garten wo sie sich austoben darf, sie hat ein Laufrad, wir gehen viel spazieren oder auf den Spielplatz und einmal in der Woche geht sie ins Kinderturnen …. also an Bewegung mangelt es sicher nicht
Seit Monaten ist meine Tochter allerdings noch extremer geworden als vorher …. nicht nur in Sachen "ich muss immer in Bewegung sein" sondern auch in Sachen "Folgen" ……
Sie folgt überhaupt nicht
Ich bin wirklich schon immer sehr konsequent gewesen, ich erkläre immer ruhig und gelassen das sie manche Sachen nicht machen darf …. zum Beispiel, man darf Blumen aus dem Garten (egal ob dem eigenen oder aus fremden Gärten) nicht einfach abreissen oder man darf nicht einfach von Mama wegrennen und auf die Strasse rennen …. ich erkläre ihr auch warum sie die Sachen nicht machen darf … aber sie schaltet auf DURCHZUG!!!!!
Ich sage es ihr meist noch ein zweites Mal mit strengerem Ton und beim dritten Mal wird dann gehandelt, sprich ich nehme sie vom Garten weg oder ich lauf ihr eben nach und hol sie zurück damit sie nicht auf die Strasse rennen kann
Meine Tochter lernt aber daraus nicht, sie findet alles witzig …. und wenn ich dann sage "wenn du jetzt nochmal wegrennst gehen wir rein und dann bleiben wir drinnen" – dann lacht sie, rennt wieder weg und wenn sie dann rein muss ist ein riesen Gebrüll, sie schreit wie am Spieß, sie schmeisst sich auf den Boden und haut mit Händen und Füßen um sich und das kann sich wirklich laaaaaaaaaaaaaange hinziehen bis sie sich wieder beruhigt
Naja, das sind nur kleine Beispiele, es geht bei uns im Moment den ganzen Tag über so …. schon morgens wenn sie aufsteht und wir uns anziehen für den Kiga, sie will sich nicht anziehen, sie will nicht, sie will nicht, sie will nicht …. weiter gehts mit Zähne putzen und waschen …. nein, sie will nicht und will nicht …. ich muss IMMER diskutieren, es ist schrecklich
Dann gehts weiter wenn wir in den Kiga gehen, sie will nicht und will nicht Auf dem Weg dahin läuft sie mir ständig weg oder reisst eben Blumen aus den Gärten usw…..ganz EGAL was ich sage und welche Konsequenz sie bekommt, sie macht es trotzdem
Mittags gehts dann weiter, sie will nicht Mittagessen, es schmeckt ihr nicht (obwohl sie es sich teilweise schon selber aussuchen darf was ich koche) , sie will nicht am Tisch sitzen bleiben usw….
Der Nachmittag geht dann gerade so weiter und auch abends ist bei uns eine einzige Katastrophe Sie will keinen Schlafanzug anziehen, sie will nicht mit uns kuscheln, sie will keine Zähne putzen, sie will nicht ins Bett, sie will nicht schlafen usw…….
Unser Tagesablauf ist momentan eine einzige Katastrophe Immer nur Schimpfen, schimpfen, schimpfen – erklären, erklären, erklären usw……
Natürlich gibt es mal Tage die anstrengend sind, das ist doch ganz klar, mein großer Sohn (er ist 7) ist auch oft anstrengend gewesen, aber SOWAS gab es bei ihm nie …. er hat auch seine Grenzen ausgetestet, aber sobald er dafür eine Konsequenz bekommen hat (zum Bsp. dann gehts eben rein wenn draussen nicht gefolgt wird) hat er daraus gelernt und das kam nicht mehr vor ….. aber bei meiner Tochter beisse ich auf Granit
Ich bin mittlerweile fix und fertig, es geht jeden Tag so, nur noch Ärger und ein Kind was mich regelrecht ausspielt ….. was mache ich nur falsch?????
Ich liebe meine Tochter über alles, ich möchte doch nur das sie Grenzen lernt und das sie Gefahren gezeigt bekommt, sie kann doch mit drei Jahren nicht machen was SIE will, das geht doch nicht Aber ich komme nicht weiter an der Stelle …. ich fühle mich schon wie eine Rabenmutter die nur am Schimpfen und Meckern ist Schlimm, wirklich
Hat Jemand ähnliches erlebt und kann mir weiterhelfen????
Ich bin über jeden Tipp dankbar
lg lollipop
P.S. Bei meinem Mann folgt sie übrigens etwas besser, sie versucht es zwar bei ihm genauso, aber sobald mein Mann etwas lauter wird und einen strengeren Ton angibt hört sie auf ihn …. aber diskutieren muss auch er mit ihr, wie mit einer Erwachsenen

«Hört auf, eure Kinder zu verhätscheln»

Der Familientherapeut Jesper Juul appelliert an Eltern, wieder die Führung in der Familie zu übernehmen.

Seraina Kobler 14.02.2016, 05.30 Uhr Drucken Teilen

Werden Kinder verzogen, bläht sich ihr Ego auf. (Bild: Erin Hull / Redux / Laif)

Die Brust des Anstosses war vor vier Jahren auf dem Titelbild des amerikanischen „Time“-Magazins abgebildet: Eine 26-jährige Mutter stillte ihren fast vier Jahre alten Sohn. Im dazugehörigen Artikel wurde Eltern empfohlen, „ihr Kind jahrelang zu stillen, immer mit sich herumzutragen und bei sich im Bett schlafen zu lassen“. So würde der Nachwuchs selbstsicherer, bindungsfähiger und sogar intelligenter. Erziehe man anders, kämen Sorgenkinder heraus. Die Geschichte löste eine globale Kettenreaktion aus. Experten stritten sich, und Mütter liessen ihren Gefühlen im Internet freien Lauf.

Früher war die Sache klar

Seither ist kein Jahr vergangen, in dem nicht unzählige Erziehungsratgeber erschienen und neue Wortschöpfungen zum Thema kreiert wurden. Die Spannweite erstreckt sich dabei von Drill bis „Laissez-faire“. Meist dominiert aber die Fixierung auf das Kind: Sogenannte Tiger-Eltern verfolgen jeden Schritt ihres Nachwuchses und treiben diesen mit eisernem Willen zu schulischen und musischen Höchstleistungen. Fast ebenso stark umsorgt sind Kinder von Helikopter-Eltern. Die Mütter kontrollieren die gesamte Umgebung sowie die zwischenmenschlichen Beziehungen. Sie wollen ihr Kind vor allem beschützen, was verletzend sein, traurig oder unglücklich machen könnte. Auf öffentlichen Spielplätzen sieht man deswegen vermehrt, wie die Kleinen ausschliessliche mit ihren Müttern und Kindermädchen spielen – statt miteinander.

In jeder Familie gibt es Konflikte. Dies führt zu einer riesigen Nachfrage nach Lösungen, welche einen lukrativen Markt hervorgebracht hat. Verkauft werden etwa Familien- und Einzel-Coachings, Themenabende, Eltern-Kurse oder Erziehungsratgeber en masse. Das Überangebot macht deutlich: Das Konzept elterlicher Führung steckt in einer Identitätskrise. Die antiautoritäre Bewegung nach 1968 sowie der Kampf der Frauen um Gleichberechtigung haben zu einer Auflösung der bürgerlichen Kernfamilie geführt.

Früher war die Sache klar: Der Vater war das Oberhaupt der Familie. Der Chef führte die Firma, der Lehrer bestimmte, was in der Schule passierte. Heute ist an manchen Orten die Firma zur Familie geworden und die Tochter zur besten Freundin. Es fehlt an Vorbildern. Der dänische Familientherapeut Jesper Juul appelliert deshalb in seinem neuen Buch „Leitwölfe sein“ an die Eltern: „Hört auf, eure Kinder zu verhätscheln.“ Sie sollten stattdessen wieder eine Führungsrolle übernehmen. Das kommt nicht nur ihnen selbst zugute – auch ihr Nachwuchs könnte es ihnen eines Tages danken.

„Unsere Welt verändert sich schneller als jemals zuvor“, schreibt Juul. Seit mehr als einer Generation versuchten die Gesellschaft als Ganzes und auch die meisten ihrer einzelnen Mitglieder, die Tatsache zu verarbeiten, dass heute jeder von uns – ungeachtet des Lebensalters – erheblich stärker, kompetenter und selbstbestimmter sei, als es früher überhaupt jemals möglich erschien. „Langsam entdecken wir aber, dass diese Freiheit einen Preis hat, dass wir mehr und mehr für uns selbst verantwortlich sein müssen“, heisst es im Buch.

Ohne Zuckerbrot und Peitsche

Derzeit litten Kinder in vielen Familien an Chaos und Verwirrung, weil Eltern ihre Werte völlig unberechenbar und ohne offensichtlichen Grund änderten. Wenn sie morgens aufstünden, seien sie fest entschlossen, gute, moderne Mamas und Papas zu sein. Weigere sich ihr Zweijähriger dann plötzlich, mit dem Rest der Familie das Haus zu verlassen, fühlten sie sich hilflos und griffen auf die althergebrachten Methoden von Zucht und Ordnung zurück und gäben ihm einen Klaps. Seien Erwachsene nicht authentisch, merkten das die Kinder, sagt Juul. Das Problem dabei ist, dass heutige Eltern in der Erziehung vieles anders machen wollen als die Generationen vor ihnen. Dadurch gehen wichtige Vorbilder und Rollenmuster verloren. Für Juul stellt sich die Grundfrage: Wie können wir Kinder ohne Drohen und Belohnen führen?

Die Lösung liegt in einem gesunden Selbstwertgefühl. Kinder, denen dieses fehle, entwickelten ein aufgeblähtes, dominantes Ego – ein Resultat elterlichen Verwöhnens, überflüssigen Lobs und einer Gesellschaft, die dieses Verhalten fördere. Das Verhalten hängt auch mit dem Trend zusammen, Kinderhaben als persönliches Projekt zu sehen und sie zum absoluten Mittelpunkt der eigenen Lebenswelt zu machen. Die Aufführung der Krabbel-Tanz-Gruppe, das Geigenkonzert oder das grosse Zeugnis-Essen im Kreise der erweiterten Familie dienen dem elterlichen Ego.

Oft würden Kinder zu Werkzeugen ihrer Eltern, um diesen ein persönliches sowie öffentliches Image zu verschaffen, kritisiert Juul. Statistisch gesehen, dienten nur etwa 30 Prozent von dem, was Eltern sagten, dem Kindswohl. Die anderen 70 Prozent seien für das Selbstbild. Dieses egozentrierte Verhalten sei bis zu einem gewissen Grad in Ordnung. Man müsse sich einfach bewusst sein, dass es Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen gebe, und dürfe nicht enttäuscht sein, „wenn Kinder dann nicht so reagieren, als wäre alles, was wir ihnen zu geben versuchen, aus purem Gold“. Oder anders gesagt: Kinder sollen auch mal ungehorsam sein dürfen. Das ist normal – in allen Ländern und Kulturen der Welt.

Hier kommt dann die elterliche Führung ins Spiel. Juul empfiehlt: „Sie müssen dabei maximalen Widerstand leisten und minimalen Schaden anrichten.“ Hilfestellung bieten eigene Werte, Erfahrung und der Überblick von Mutter und Vater. Denn obwohl der Nachwuchs seine Wünsche und Gelüste gut kenne, sei er sich seiner grundlegenden Bedürfnisse nicht bewusst. Hilfreich bei der praktischen Umsetzung ist eine gute Beziehung, die das Selbstwertgefühl des Kindes stärke (siehe Zusatz).

„Perfekte Kindheit“ als Illusion

Ebenfalls schadet es im Alltag auch nicht, die Ansprüche zu senken. Oft ist aber das Gegenteil der Fall: „Heute wollen alle dauernd glücklich sein“, ärgert sich Juul. Das sei ein Wahnsinn und unmöglich, entspreche aber dem Zeitgeist, Statt dem permanenten Glück hinterherzujagen, sollten sich Eltern fragen: Was haben wir für Wertvorstellungen? Aufgrund ihrer Erfahrungen in der eigenen Kindheit könnten Paare gemeinsame Vorstellungen von Führung entwickeln.

Es sei aber nicht so, dass früher alles besser gewesen sei – zumindest nicht in dem Sinn, dass die Erziehung damals dem Wohlbefinden und der gesunden Entwicklung von Kindern gedient hätte. Aber die elterliche Leitung war klarer und konsistenter, und das sorgte dafür, dass es weniger offene Konflikte gab.

Entscheidend sei, resümiert Juul, dass Eltern lernten, den Unterschied zwischen dem zu erkennen, was Kinder wollten und was sie wirklich brauchten. Darum sei eine klare und deutliche Führung, die auf der Erfahrung der Erwachsenen beruhe, unerlässlich. Dies sei manipulativ, ja! Das müsse so sein. Zum Glück gibt es noch ein Leben nach der Kindheit – dort können junge Erwachsene die Werte der Eltern nach ihrem eigenen Empfinden wieder korrigieren.

Zum Thema

NZZ am Sonntag

Es gibt zu viel Therapie und zu wenig Erziehung

Immer wieder sorgen Jugendliche, die in der Schule querschlagen, für Schlagzeilen. In den meisten Fällen fehlt es den Kindern nicht an Behandlung, sondern an Erziehung, findet Gastkommentatorin Sefika Garibovic. 17.04.2015

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Viele Eltern wollen beste Freunde sein mit ihren Kindern und behandeln diese wie kleine Erwachsene. Doch das entspricht nicht den kindlichen Ansprüchen. Daniela Kuhn 11.05.2015

Mein Kind hört nicht auf mich – was kann ich tun?

12. September 2017

  • Autor Christina Schmidt
  • Thema Elternsein, Kommunikation

Kleinkinder müssen erst lernen, auf ihre Eltern zu hören und ihnen zu folgen. Warum brauchen sie die Führung der Eltern? Stell deine Fragen zum Thema beim Workshop am 25. Jänner in 1010 Wien!

„Mein Kind mag nicht schlafen gehen.“, „Unser Kind mag beim Essen nicht sitzenbleiben.“, „Immer muss ich hunderte Male reden, bevor es aufräumt.“, „Ohne kleine Erpressungen komme ich nicht durch den Tag.“ So lauten Beschwerden geplagter Eltern, deren Kinder nicht auf sie hören und so den Alltag zu einem zermürbenden Kampf machen.

Im Kleinkindalter ist es nicht so sehr eine Frage des Mögens, auch nicht immer unbedingt des Folgens, sondern des Erlernens. Alles muss erlernt werden.

Das Essen, der alltägliche Rhythmus, die Gefahr, die von einer Steckdose oder eine heißen Herdplatte ausgeht, die Notwendigkeit des täglichen Zähneputzens und des Waschens genauso wie die Rücksichtnahme auf andere Menschen, nichts kommt von selbst. Von der Jacke, die jedes Mal aufgehängt werden soll, wenn man nach Hause kommt, bis zum Schuhebinden und mühevollen Aufräumen der Spielsachen ist alles Schwerstarbeit für ein Kind. Oder der Supermarkt, der voll von begehrenswerten Sachen ist, die man jedoch nicht alle mitnehmen kann. Selbst das Einschlafen, die natürlichste Sache der Welt, ist für so manches Kleinkind wahrlich kein Spaziergang.

Hinzu kommt, dass jedes Kind Launen hat, denen immer wieder Grenzen gesetzt werden müssen. Auch das muss erlernt sein. Dieses Erlernen erstreckt sich über Jahre und bedarf der Anleitung durch die Eltern.

Folgen ist Übungssache

Genauso wie auch gelernt werden muss, auf die Eltern zu hören. Folgen ist Übungssache. Nicht im Sinne eines sinnlosen Disziplinierens um des reinen Folgens willen, sondern im Sinne eines Vertrauenlernens darauf, dass Mama und Papa das Beste für mich wollen und ich deswegen das tue, worum sie mich bitten.

Wir folgen nicht automatisch von der Wiege an. Genauso wie auch ein Kind selten ein paar Meter vor einem Zaun stehenbleibt und sagt „Oh, dort ist eine Grenze.“ Manche wenige tun das, aber die Meisten gehen, bis sie nicht mehr weiterkönnen. Und wiederum einige werden versuchen zu schauen, was hinter dem Zaun ist. Genauso ist es mit dem Folgen.

Was wiederum zeigt, dass es durchaus auch charakterabhängig ist, wie sehr Kinder auf ihre Eltern hören oder nicht. Es gibt Kinder, die sich von Natur aus leichter tun zu folgen, als andere, die gerne ihre Eltern herausfordern.

Kinder als Kinder wahrnehmen

Häufig haben wir Eltern aber auch einen zu erwachsenen Blick auf unsere Kinder. Wir betrachten sie selber als kleine Erwachsene, denen man die Dinge nur gut und ausführlich genug erklären muss, dann werden sie schon das Richtige tun. Und zwar dieses Mal und jedes weitere Mal ebenso.

Kinder haben ganz andere Prioritäten als wir Erwachsene mit unserem Vernunftdenken, sie können immer wieder neu vergessen, was uns das eine Mal so wichtig war.

Michael Winterhoff spricht davon, dass es z.B. bis zu 12 Jahre dauern kann, bis ein Kind die persönliche Körperpflege vom Zähneputzen bis zum Duschen so internalisiert hat, dass Eltern nicht mehr aktiv dahinter sein müssen.

Es braucht also Zeit, sowie Ausdauer und Konsequenz seitens der Eltern, bis Kinder gelernt haben, auf diese zu hören. Es bedarf aber vor allem einer persönlichen Führung, die proaktiv, empathisch, gelassen und großzügig vorgeht.

Was bedeutet das konkret? Termintipp!

Was bedeutet das ganz konkret? Wie soll das im Alltag aussehen? Wie erreiche ich, dass meine Kinder essen, schlafen, aufräumen und sich anziehen ohne ständiges Schimpfen, Drohen oder Nachgeben?

Es gibt hierzu viele praktische Tipps, was wir in unserer Haltung zum Kind, aber vor allem in unserer Kommunikation und in unserer persönlichen Verhalten beachten können. All dies möchte ich in dem Workshop “Mein Kind hört nicht auf mich – was soll ich tun” vermitteln, sodass Eltern ihren Alltag nicht mehr als zermürbenden Kleinkrieg, sondern als freudvolles Miteinander empfinden.

Die 6- Jahres-Krise

Ein relativ neuer Begriff in der Pädagogik, noch gibt es auch wenig Literatur zu diesem Thema – früher waren nur zwei krisenhafte Zeiten in der Entwicklung definiert, nämlich die Trotzphase und die Pubertät. Die Pädagogik kennt mittlerweile noch zwei weitere Begriffe für krisenhafte Lebensabschnitte, die 6-Jahres-Krise (5.-7. Lebensjahr) und die Vorpubertät (8.-10. Lebensjahr). All diese Entwicklungsphasen sind durch große Veränderungen und damit einhergehenden Konflikten gekennzeichnet. Meiner Meinung nach handelt es sich um einen langfristigen Ablösungsprozess des Kindes von den Eltern, währenddessen es einfach schwierigere und leichtere Zeiten gibt.
Der Vorteil der weiteren Krisenbenennungen mag vielleicht sein, dass wir Eltern leichter damit umgehen können, wenn wir dem Ganzen einen Namen geben können.

Woher kommt die Krise?Elternbildung

Das Kind entwickelt sich vom Kleinkind zum (Vor)Schulkind, auch körperlich. Das Kindchen-Schema im Gesicht verliert sich, die Gestalt streckt sich – Arme und Beine werden länger und schlenkern plötzlich ungelenk am Körper herum. Erinnern Sie sich, wie Sie hochschwanger waren? Die Körperwahrnehmung ist plötzlich eine andere, der Schwerpunkt hat sich geändert, man neigt zum Stolpern und stößt sich an allen möglich Ecken und Kanten an – so geht es jetzt dem Kind. Gleichzeitig beginnen die ersten Zähne auszufallen, was manche Kinder regelrecht Angst macht – sie haben den Eindruck, sie selbst würden auseinanderfallen. Die Ansprüche der Umgebung steigen. „Schließlich gehst Du ja bald zur Schule!“ Spätestens jetzt macht das Kind Bekanntschaft mit der Leistungsgesellschaft.
Es weiß, es muss den gut bekannten Kindergarten und vielleicht auch einige Freunde bald verlassen. Immer wieder hört es von dieser Schule, von der es meist keine Vorstellung hat oder im schlimmeren Fall eine negative („Warte erst, bis Du in der Schule bist ….“).
Das Kind muss jetzt also ein neues Selbstbild entwickeln, all diese Veränderungen, die den Erwachsenen vielleicht gar nicht so auffallen, durchlaufen und integrieren. Das Leben besteht aus Veränderung, nichtsdestotrotz geht mit ihnen Unsicherheit einher und natürlich machen sie auch Angst. Kein Wunder, wenn das Kind plötzlich unsicher und/oder launenhaft ist und wieder mehr Verständnis, Zuwendung und Nähe braucht!

Was genau heißt eigentlich schulreif?Elternbildung

Die Schulreifefeststellung hat nicht mit einem Intelligenztest zu tun, es muss auch nicht extra dafür geübt werden! Schulreife ist vielmehr ein Bündel an Kriterien und Fähigkeiten. Natürlich gibt es eine intellektuelle Komponente, es wird geprüft, ob das Kind einige Zeit bei einer Aufgabe konzentriert verweilen kann, ob es flüssig spricht und wie gut und aufmerksam es beobachten kann.
Ganz wesentlich sind aber auch die emotionalen und sozialen Faktoren. Fühlt sich das Kind persönlich angesprochen, wenn zu einer Gruppe gesprochen wird? Fühlt es sich auch außerhalb der Familie ausreichend sicher, so dass es entspannt von neuen Bezugspersonen lernen kann? Kann es konkrete Aufträge erledigen und einmal auch bei einer Sache bleiben, die grad nicht so hochgradig interessant ist? Weiß es, was ihm gehört und respektiert es den Besitz anderer?
Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie am besten mit Ihrer Kindergartenpädagogin, sie kennt das Kind außerhalb der Familie und hat sicher eine gute Einschätzung.

Ein guter Start in die Schule – was gibt es zu bedenken?Elternbildung

Die Auswahl der Volksschule bereitet vielen Eltern vor allem im städtischen Gebiet viele Gedanken und Sorgen. Eine große Rolle spielt der sichere Schulweg – es gehört übrigens zur Schulreife, dass das Kind den Schulweg alleine bewältigen kann, theoretisch jedenfalls – sowie die Möglichkeiten der Nachmittagsbetreuung.
Kinder lieben es die Schultasche aussuchen zu dürfen, Eltern sollten dabei Qualitätsmerkmale wie das Gewicht und die praktikable Aufteilung der Fächer im Auge behalten. Vorsicht bei recht auffälligen Motiven. Eine gute Schultasche ist ziemlich teuer und wer will schon für die zweite Klasse eine neue kaufen müssen, weil die aufgedruckte Comic-Figur aus der Mode geraten ist!
Ein bekanntes Ritual für den ersten Schultag ist die Schultüte – ich finde es schön, sie mit den Kindern selber zu basteln. Es gibt fertige Rohlinge im Fachhandel, die nur noch bemalt oder beklebt werden, so wird eine ganz persönliche Schultüte daraus – für die Füllung können dann die Eltern selber sorgen, was den Zuckerschock am ersten Schultag in Grenzen hält.
Für mich persönlich unerwartet groß war der „gefühlte“ Unterschied, dass es plötzlich Schulpflicht heißt. Die Kinder im Kindergarten gut aufgehoben zu wissen war eine feine Sache, aber wenn mich plötzlich die Lust überkommen hat, weil das Wetter so schön ist in den Zoo zu gehen, war das kein Thema. Diese Flexibilität ist dahin – wenn das Kind krank wird, muss neben all dem organisatorischen Aufwand der Betreuung auch noch der Schulstoff nachgearbeitet werden.

Taschengeld für die ersten, eigenen WünscheElternbildung

Der Schulstart ist eine gute Gelegenheit Taschengeld einzuführen, damit können Kinder ersten Umgang mit Geld üben und ihre neue Selbstständigkeit in einem festgesteckten Rahmen auskosten. Die Höhe spielt gar nicht die große Rolle, vielleicht einmal mit € 0,50 pro Woche beginnen. Lieber klein anfangen und dann sukzessive erhöhen. Damit darf dann aber gekauft werden, was das Kind möchte – höchstwahrscheinlich Süßigkeiten ;-))
Das Kind lernt damit auf etwas zu sparen, Prioritäten setzen und auch spontane Wünsche von echten Bedürfnissen zu unterscheiden. Es wird wahrscheinlich auch Fehlkäufe tätigen und damit unzufrieden sein, das ist ein Lernprozess, unsere Konsumgesellschaft schafft nun mal Lust und Frust! Klären sie bei der Gelegenheit auch gleich mit Ihrem Kind, was mit größeren Geldgeschenken von Verwandten passiert – bis zu welchem Betrag dürfen die zum Taschengeld wandern und wann geht das Geld in die Sparbüchse?
Wichtig ist, dass Taschengeld keine Bezahlung für eine geleistete Arbeit ist und auch kein Erziehungsmittel (= Entzug als Strafe für unliebsames Verhalten) sein darf!

Handy, Nintendo & CoElternbildung

Eine Spielkonsole ist ein gängiges Geschenk zum sechsten Geburtstag, viele Volksschüler besitzen ein eigenes Handy – ist das alles notwendig?
Das Handy ist für viele Eltern ein Sicherheitsfrage, es gilt zu überlegen, wo sind denn die Unsicherheitsfaktoren? Muss das Kind einen längeren Schulweg allein, vielleicht sogar mit öffentlichen Verkehrsmitteln, bewältigen? Dann ist ein Handy wahrscheinlich eine gute Idee, damit man sich erreichen kann – und wenn ein paar Spiele drauf sind, erledigt sich auch gleich der Nintendo … Wird das Kind täglich zur Schule begleitet und auch wieder abgeholt, ist das Handy eher noch nicht notwendig.
Für Fernsehen und Computerspiele können jetzt Regeln vereinbart werden. Fünf- bis Siebenjährige sollten nicht mehr als 45 Minuten täglich vor einem Bildschirm verbringen, wobei ich in der Praxis wenig von einer täglichen Zeitvorgabe halte. Kinder halten das ganz schnell für ihren persönlichen Rechtsanspruch: „Ich hab heute noch gar nicht ferngeschaut!“
Ich empfehle eine Wochenbildschirmzeit zu vereinbaren und mit dem Kind zu planen, was es wann sehen bzw. spielen möchte. Das darf dann schon mal einen Tag mehr sein, dafür ist ein anderer bildschirmfrei! So kann man die Bildschirmzeit auch besser in den familiären Tagesablauf einbauen und vielleicht sogar ein Ritual daraus machen – am Samstagabend ist Heimkinotag, wir schauen uns gemeinsam einen Film an und machen Popcorn dazu. Ganz pragmatisch, im Winter darf es auch mal mehr sein, wenn im Sommer viel Zeit im Freien verbracht wird und damit die heimischen Bildschirme automatisch in den Hintergrund rücken.

Jede Mutter und jeder Vater ruft irgendwann einmal diesen Satz: „Habe ich dir nicht schon tausendmal gesagt, dass du nicht …“ Doch das Kind hört offenbar nicht zu. Die Psychologin und ausgebildete Psychotherapeutin Silke Rieckenberg weiß, wie Eltern ihr erzieherisches Ziel erreichen können, ohne ständig Schimpfen zu müssen. Das vermittelt sie als Ausbilderin auch Pädagogen, Erziehern und Eltern mit dem Trainingsprogramm Triple P (Positive Parenting Program), das unter anderem die Kommunikation in der Familie verbessern soll.

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„Hör! Mir! Zu!“ Es gibt leisere und weniger stressige Wege, um sich bei seinem Kind Gehör zu verschaffen.

(Foto: Richard Clark/iStockphoto)

Süddeutsche.de: Mütter und Väter wiederholen hundert- und gefühlt tausendmal ihre Verbote und dennoch machen Kinder immer und immer wieder dasselbe falsch. Was läuft da schief?

Silke Rieckenberg: Eltern müssen berücksichtigen, dass jederzeit folgsame Kinder unrealistisch sind. Mit dem Alter werden sie unabhängiger und wollen auch eigene Entscheidungen treffen. Wir haben viele erlernte soziale Regeln im Kopf, die das Kind aber noch nicht kennen kann, es hat ja nicht unsere Erfahrung. Und wenn wir diese Regeln voraussetzen, ohne sie zu äußern, klappt das nicht. Wenn jedoch den ganzen Tag lang eine Aufforderung nach der anderen auf das Kind einprasselt, bekommt es das Gefühl, es sowieso nicht recht machen zu können. Und hört dann gar nicht mehr hin.

Süddeutsche.de: Wann ist der richtige Zeitpunkt, solche Regeln zu vermitteln?

Rieckenberg: Am besten schon im Vorhinein: Besprechen Sie vor dem Gang zum Spielplatz sowohl, welches Verhalten im Sandkasten in Ordnung ist, als auch was Sie nicht wünschen, etwa mit Sand werfen oder beim Restaurantbesuch Herumrennen zwischen den Tischen. Und erklären Sie auch, warum Sie das nicht wünschen, auch schon kleinen Kindern. Gerade beim Essengehen hilft zusätzlich die richtige Vorbereitung, indem Sie überlegen, was Sie zur Beschäftigung mitnehmen. Wenn Kinder nämlich eine halbe Stunde nur ruhig am Tisch sitzen sollen, machen sie sich die Situation selbst interessant. Das ist dann meist nicht im Sinne der Eltern.

Süddeutsche.de: Nun schleudert das Kind aber vergnügt mit Sand auf den Nebenmann, die Eltern müssen reagieren, belohnen den kleinen Übeltäter also mit Aufmerksamkeit – ein Dilemma …

Rieckenberg: Nicht, wenn man es richtig macht. Man muss nicht bei jedem kleinen Fehler gleich eine Ermahnung quer durch den Raum rufen, die kommt sowieso nicht an. Sondern sich überlegen, ob einem die Angelegenheit wirklich wichtig ist, oder ob das Verhalten doch noch tolerabel ist. Wenn andere Kinder in Mitleidenschaft gezogen werden, muss man natürlich aktiv werden. Das heißt, nicht von der Spielplatzbank herüberschreien, sondern zum Kind gehen, es direkt ansprechen und sagen, was man sich wünscht: „Hör bitte auf, mit Sand zu werfen, der tut in den Augen weh. Schaufel den Sand stattdessen in den Eimer.“

Süddeutsche.de: Muss diese Anweisung so exakt sein?

Rieckenberg: Oft wissen Kinder nicht gleich, was sie statt des Fehlverhaltens tun könnten, diese konkrete Handlungsorientierung hilft ihnen da heraus. Wenn sie dann normal weiterspielen, sollten Eltern das loben. So unterstützen sie das Verhalten, das sie sich wünschen – und nicht das Sandwerfen. Wer nur schimpft, belohnt ohne es zu wollen unangemessenes Benehmen mit Aufmerksamkeit.

Süddeutsche.de: Was unternehmen die Eltern, deren Kind dennoch weiter den Sand lieber auf den Nachbarn als in den Eimer schaufelt?

Rieckenberg: Dann müssen sie das Kind aus der Situation holen mit einer kurzen, logischen Konsequenz, zum Beispiel muss es zwei Minuten raus aus dem Sandkasten. Dabei kann man das Kind auch an die Regeln erinnern, die man vereinbart hatte. Nach dieser wirklich nur kurzen Auszeit darf das Kind wieder in den Sandkasten – und wird gelobt, wenn es nun normal spielt. Wer aber wutentbrannt Kind und Spielzeug packt und nach Hause rauscht, bringt das Kind um diese Chance, sich zu bewähren. Und sich selbst auch.

Süddeutsche.de: Wenn Eltern schimpfen, schauen viele Kinder sie nur mit einem eher leeren Gesichtsausdruck an. Dringt da irgendetwas von dem Gesagten zu ihnen durch?

Rieckenberg: Viele Eltern erklären und erklären und erklären in der Hoffnung, dass es bei ihrem Kind irgendwann „Klick“ macht. Aber wenn Kinder in derselben Situation immer wieder dasselbe hören, schalten sie ab. Es ist zwar durchaus wichtig, die möglichen Folgen einer Handlung zu erläutern, aber nicht sechsmal hintereinander. Da bringt eine zweiminütige Auszeit langfristig mehr.

Hilfe, mein Kind hört nicht!

Hände waschen, Zimmer aufräumen – aber dein Kind hört nicht? Wenn Eltern um etwas bitten, werden sie von ihren Kindern oft einfach ignoriert. So finden Mamas und Papas mehr Gehör.

Regel Nr. 1: Durch die Wohnung rufen nützt nichts

Wer von den Kindern gehört werden möchte, der sollte vor allem eines beachten: Durch die Wohnung rufen nützt gar nichts, wenn das Kind nicht hört. „Wichtig ist, dass die Eltern präsent sind. Also hingehen, die Kinder ansehen, sich am besten auf Augenhöhe begeben. Das Kind muss merken: Ich beschäftige mich gerade nur mit dir!“, so Diplom-Psychologe Jürgen Plass, Leiter der Erziehungsberatungsstelle in Fulda.

Kinder merken sofort, wenn man nicht ganz bei der Sache ist und tun weiter das, womit sie gerade so schön beschäftigt sind: Auf dem Sofa herumhüpfen, die Schwester ärgern und natürlich auch ganz friedlich spielen. Alles attraktiver als das, was Eltern von ihnen erwarten: sich beeilen, aufräumen, Zähne putzen, Hände waschen und lauter lästige Dinge mehr. Klar, dass Weghören verlockend ist.

Das Kind hört nicht? So wirkt die Stimme

Hingehen ist das eine – aber was man dann sagt, natürlich genauso entscheidend. Und auch: Wie man es sagt. Stimme, Körpersprache und Worte müssen zueinander passen. „Die Worte und ihre Musik gehören zusammen“, sagt der dänische Familientherapeut Jesper Juul.

Wie wichtig die Stimme ist, erklärt Monika Kiel-Hinrichsen, Pädagogin und Ausbilderin von Tagesmüttern und -vätern. „Eine Stimme, die von oben nach unten geführt wird, vermittelt Klarheit und kommt beim Kind an. Doch oft ist die Stimmlage der Eltern dünn und wird unbewusst am Ende des Satzes nach oben geführt. Den Kindern wird damit signalisiert, dass die Eltern das Gesagte als Frage an sie richten oder selbst nicht so recht wissen, wie sie zu der Situation stehen sollen.“

Auch sehr beliebt, aber ganz besonders unwirksam: Ein kleines „okay?“ an die Sätze hängen. Also: „Wir gehen gleich mal nach Hause, okay?“ Nein, nicht okay, Mama. Spielen macht doch viel mehr Spaß.

Wenn das Kind nicht hört: Konsequenzen sind wichtig

Kinder sollten wissen, was es ihnen nützt, wenn sie mit Mama und Papa kooperieren: Vielleicht bleibt noch Zeit für eine Runde Domino, wenn sie jetzt schnell den Schlafanzug anziehen und die Zähne putzen? Die Konsequenzen müssen möglichst „natürlich“ sein – und die Eltern sich vorher in einer ruhigen Stunde überlegen. Denn Stress ist der Killer für konsequentes Verhalten, wenn das Kind nicht hört, wie Erziehungsberater Plass weiß. Wenn das Kind morgens endlos herumtrödelt, ist die Drohung: „Dann gehe ich gleich ohne dich los“ wenig glaubhaft. Und dass man den Fernseher bald aus dem Fenster schmeißt, sorgt auch bloß für Gähnen. Die Ansage aber: „Wenn du dir jetzt die Schuhe anziehst, dann können wir im Schaufenster des Tierladens noch kurz den Mäusen zugucken“ wirkt hingegen sehr. Das Kind hört nicht? Dann erfährt es echte Konsequenzen – nämlich, dass es schnurstracks daran vorbeieilen muss.

Loben bringt mehr als Schimpfen

Und noch etwas ist dem Erziehungsberater aufgefallen: Es stimmt, dass Kinder oft weghören, wenn Eltern etwas sagen. Aber manchmal reagieren sie eben doch. Und dieses eine Mal, wenn alles klappt, sollte gut beachtet werden. „Eltern belohnen oft das unerwünschte Verhalten – durch Aufmerksamkeit“, sagt Plass. „Richtiges Verhalten wird dagegen oft ignoriert, weil wir es selbstverständlich finden. Etwa, wenn die Zähne tatsächlich gleich geputzt werden. Aber dann lohnt es sich für das Kind gar nicht, es in Zukunft noch mal so toll zu machen“. Und er ergänzt: „Lob ist der Königsweg zur Veränderung.“

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Lachen entspannt die Lage

Prima für alle Seiten ist, wenn es uns Eltern gelingt, innerlich einen Schritt zurückzutreten und die Sache mit Humor zu sehen. Zum Beispiel, indem wir die eigenen Wünsche in das Spiel der Kinder einbeziehen, wie die Pädagogin Monika Kiel-Hinrichsen empfiehlt. Eine Fünfjährige, die ins Puppenspiel vertieft ist, obwohl es Zeit für den Kindergarten ist, ließe sich etwa so sanft in die Wirklichkeit holen: „Achtung, Achtung, schnell den Puppenkoffer packen, der Zug zum Kindergarten fährt gleich ab“.

Richtig viel Spaß macht es kleinen Kindern übrigens, wenn sie zur Abwechslung mal nicht von Mama und Papa aufgefordert werden, sondern direkt mit Kuscheltier, Zahnbürste & Co. kommunizieren dürfen. Oder, in den Worten einer einsatzwilligen Zahnbürste: „Hey, mach mal den Mund auf, was sind denn das für weiße Dinger da? Die muss ich mir aus der Nähe angucken.“ Lachen entspannt Kinder und macht sie aufgeschlossener für unsere Wünsche. Das klappt nicht nur bei Dreijährigen, sondern auch bei den Großen.

10 typische Erziehungsfehler und wie es besser geht

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Wenn nix geht: Locker bleiben!

Gegen Wände reden nervt, schnell wird der Ton lauter und schärfer. Aber nützt das was? Eher nicht, außer dass bald alle schlechte Laune haben. Hier drei einfache Übungen aus dem Yoga, die uns im Nu wieder lockerer für den nächsten Anlauf machen:

  • Zwei Minuten ruhig ein- und ausatmen, dabei jeweils langsam bis fünf zählen.Bei jeder Ausatmung bewusst jede Anspannung loslassen.
  • In kleinen Schlucken ein Glas Wasser trinken – spült den Ärger spürbar herunter.
  • Die Arme seitlich ausstrecken, die Brust weit öffnen, tief atmen, mit jedemEinatmen neue Kraft aufnehmen.

Mein Kind hört nicht auf mich?

Wenn Kinder nicht hören möchten – Wenn Eltern Brüllen und Kinder vor Zorn und Wut trampeln..

Kennt Ihr das auch, wenn Ihr Euer Kind um etwas bitten, habt Ihr das Gefühl erst einmal konsequent überhört zu werden. Wie oft am Tag hört Ihr Euch selbst reden: „Räum doch bitte dein Zimmer auf“ „Komm, geh dir die Hände waschen“ „Beeil dich jetzt“ „Der Fernseher sollte schon seit 10 Minuten aus sein“. Habt Ihr auch das Gefühl: Mein Kind hört nicht?

Dann solltet Ihr unbedingt einen Blick auf den folgenden Ratgeber werfen, denn wir liefern praktische Tipps und Hinweise, wie Ihr Euch endlich bei Eurem Kind Gehör verschafft und klären auf, was Ihr bisher vielleicht immer falsch gemacht habt.

Die BRÜLLFALLE – Warum schreien nichts bringt:

Schau das Video wenn Du wissen willst Warum Dir Brüllen nichts bringt..

Das Buch für den Papa: Einfach Vater werden!

Mein Kind hört nicht – Warum muss ich dir alles dreimal sagen?

Ideen um sich besser Gehör zu verschaffen

Eltern versuchen es in unterschiedlichen Lautstärken, mit eindringlicher Wiederholung und Konsequenz ihre Kinder immer wieder um etwas zu bitten oder Anweisungen zu geben. Besonders peinlich wird es, wenn sich Besuch einstellt oder noch besser Oma und Opa übers Wochenende im eigenen Haus oder in der Wohnung übernachten und Ihre Kinder führen Sie nur noch an der Nase herum.

Zumeist mangelt es an Augenhöhe. So gehen Erzieher und Pädagogen davon aus, dass Kinder ein sehr feines Gespür dafür haben, wenn Mama und Papa eigentlich nur ganz nebenbei ein paar Kommandos loslassen oder es bitterernst meinen. In jedem Fall ist es ratsam,

  1. sich auf die Augenhöhe des Kindes zu begeben,
  2. sich in die Augen zu blicken und
  3. ganz bestimmt die Forderung deutlich zu machen.

Im nächsten Moment wird Euer Kind realisieren, dass Ihr Euch gerade nur mit ihm beschäftigt. Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass die nächsten Anweisungen und Bitten endlich Gehör finden. Andernfalls haben die Kleinen einfach zu viel verlockende Ablenkungen, sich unseren Wünschen zu entziehen.

Wenn Kinder nicht hören – Copyright: LightField Studios bigstockphoto

Das selektive Hörvermögen unserer Kinder

An dieser Stelle sei Euch gesagt, dass Kinder bekannt für ihr selektives Hörvermögen sind, da rutschen einige Anweisungen und Mahnungen einfach durch das Raster. Für uns Eltern ist das eine echte Geduldsprobe, die uns oftmals an den Rand des Wahnsinns treibt. So bleibt uns nichts weiter übrig, als ein paar Tricks von Kommunikationsexperten anzuwenden, um uns Gehör zu verschaffen.

Nachdruck und Satzmelodie machen den Unterschied

Darüber hinaus ist es der Ton, der den eigentlichen Nachdruck unserer Worte bestimmt. Tatsächlich macht es einen Unterschied, wie wir bestimmte Sachen zu unseren Kindern sagen. Dabei nimmt vor allen Dingen die Satzmelodie einen entscheidenden Stellenwert ein. Das haben Familientherapeuten in den letzten Umfragen und Studien herausfinden können. Bestenfalls führen Sie die Stimme von unten nach oben und signalisieren Ihrem Kind, „ich meine es ernst“. Diese Stimmlage kommt bei den Kleinen in den meisten Fällen an. Formuliert das Gesagte auf keinen Fall als Frage. Dann reagieren sie nicht mit dem notwendigen Nachdruck.

Okay?

Dies ist tatsächlich eine der beliebtesten Endungen, wenn es um Anweisungen und Bitten der Eltern gegenüber ihren Kinder geht. Die kurze Rückversicherung, ob denn die elterliche Bitten in Ordnung seien, wird genau das Gegenteil bezwecken. Denn tatsächlich ist es für viele Kinder nicht ok, gerade jetzt den Fernseher auszuschalten, nachhause zu gehen, das Zimmer aufzuräumen oder die Zähne zu putzen. Hier haben wir es mit einer vollkommen überflüssigen Satzendung zu tun, auf die Ihr verzichten könnt.

Was Eure Sätze in Kindern bewirken – Fallbeispiele

„Schatz, magst du vielleicht zum Essen kommen. Ich bin fertig!“

Vollkommen unangebracht, dies als Frage zu formulieren. Oder wollt Ihr es zur Diskussion stellen, ob sich Euer Kind aussuchen kann, zum Essen zu gehen oder lieber am Zimmer zu bleiben? Viel passender ist es, zum Essen zu rufen: „Das Essen ist fertig. Komm doch bitte an den Tisch.“

„Hüpf nicht so wild auf dem Sofa rum!“

Hier können wir, wie in vielen anderen Situationen zu einer positiven Formulierung raten. Zudem geht in diesem Satz nicht zuletzt aufgrund eines gesteigerten Geräuschpegels das kleine Wörtchen NICHT viel zu schnell unter. “Geh vom Sofa runter. Wir wollen darauf sitzen.“ Diese Formulierung klingt eindringlicher und konsequenter.

Das sind klare Anweisungen, mit denen Euer Kind etwas anfangen kann. In vielen Fällen sind es die negativen Sätze, die genau das Gegenteil bewirken. Denkt klar und zielgerichtet, dann findet Ihr gemeinsam mit Eurem Kind ins Ziel, ohne Euch zu ärgern.

„Wie oft soll ich dir bloß noch sagen:“

Wir spielen hier auf die geläufigen Wiederholungen an, die Eltern schon bald genervt und nebenläufig abspulen. Jetzt folgt die große Enttäuschung: Kinder schalten tatsächlich ab und werden Ihr Gesagtes nicht mehr wahrnehmen. Arbeitet vielmehr mit logischen Konsequenzen, denn diese können Kinder nachvollziehen.

Wie wäre es mit zum Beispiel: „Ich sage es dir noch einmal/zweimal, wenn das immer noch nichts bringt, dann:“ Es versteht sich in dieser Situation von selbst, dass die nötigen Konsequenzen auch folgen müssen. Andernfalls machen Sie sich unglaubwürdig.

„Sei mal bitte etwas leiser!“

Ganz ehrlich, diese alternativlose Anweisung wird wohl kaum auf Wohlwollen treffen. Die Gefahr steigt, dass die Kinder sich nur für ein paar Augenblicke zusammenreißen und dann schon bald die Fanfare aus der Tasche herausholen. Hier ist es viel besser, mit Alternativen zu arbeiten.

„Bleib hier bitte ruhig. Du kannst dich gleich auf dem Spielplatz austoben.“ Ihr könnt sicher sein, Eure Kinder werden sich über die gesamte Zeit viel besser benehmen. Sie haben ja im Hinterkopf, was dann folgt.

Praktische Tipps für alle Eltern:

  1. Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass Ihr vielmehr bewirkt, wenn Ihr kurze und klare Anweisungen gebt.
  2. Vermeidet negative Sätze und Formulierungen, arbeitet mit logischen Konsequenzen und Alternativen.
  3. Konzentriert Euch sich auf die Anweisung und rattert diese nicht wiederholt ganz nebenbei herunter.
  4. Wer sich konzentriert, klar und deutlich in seiner Anweisung bleibt, wird schneller zum Erfolg kommen.

Wie geht man mit Wutausbrüchen und Zorn um?

So manches Mal können wir förmlich sehen, wie die Rauchwolken aus unseren Kindern emporsteigen. Sie scheinen vor lauter Wut die Kontrolle über sich zu verlieren. Für uns Eltern wird das immer dann peinlich und aufreibend, wenn wir uns nicht in der schützenden Umgebung befinden, sondern gerade auf dem Weg vom Kindergarten nachhause sind, einkaufen oder beim Arzt im Wartezimmer sitzen. Gerade Geschwister und Eltern haben merkliche Probleme, mit dem Zorn ihrer Kinder umzugehen und darauf zu reagieren. Wir nehmen dies zum Anlass, um der Wut ins Auge zu sehen und Ihnen einen wirklich praktischen Erziehungsratgeber an die Hand zu geben.

Viele Väter die eine kleine Tochter oder der Sohnemann haben – kennen die Situation – das Kind hört nicht – bockt, schimpft, schreiet und sieht partout nicht ein, warum es der Anweisung von Mama und Papa Folge leisten sollen.

Erziehungsschwierigkeiten dieser Art kennen Eltern von Kindern aller Altersstufen, angefangen im Kleinkindalter bis hin zur Pubertät. Doch wie kann es gelingen, dass beide Seiten an einem Strang ziehen.

Mit Absciht frech? Urheber: aletia / 123RF.com

Wutausbrüche bei Kindern, warum passiert das?

Im Prinzip reichen in einem bestimmten Alter Kleinigkeiten aus, und es kommt zwischen Kindern zu einem Handgemenge. Für die Eltern vollkommen ohne Grund, reagieren Kinder übertrieben und rasten von 1 Sekunde auf die andere aus. Dann wird geschrien, gehauen, gestrampelt und sich auf den Boden geschmissen. Was steckt eigentlich dahinter? Bei einem Wutausbruch scheint es keine natürliche Hemmschwelle mehr zu geben. Eure Kinder haben gerade den Wutgefühlen das Kommando übergeben und können sich diesen gar nicht mehr erwehren. Das bringt schlussendlich alle Eltern und Lehrer an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Das mag daran liegen, dass einige Kleinkinder sich selbst nur schwerlich beruhigen und in manchen Situationen übertrieben und viel zu extrem reagieren. Beißen, treten, schreien, Türen schmeißen sind nur einige Beispiele, mit denen sich Familien herumschlagen.

Im Prinzip ist die Wut ein Gefühl der Enttäuschung, da die Kinder das Gefühl haben: Sie würden etwas nicht bekommen, was ihnen eigentlich zusteht. Wir Eltern sollten tatsächlich die Wut unserer Kleinen zulassen. Doch sind wir uns darüber bewusst, im direkten Vergleich zur Freude, kann es bei der Wut zu einem Schaden für die Umgebung für die Kinder selbst kommen: ungebremstes Ausleben ist von daher nicht sinnvoll.

Tipps zum Umgang mit Wut bei kleinen Kindern

In vielen Fällen bereuen die Kinder nach dem Wutausbruch ihre Reaktion. Sie entschuldigen sich bei Mama und Papa und reagieren beim nächsten Wutanfall wieder ähnlich. Ihr solltet versuchen, gemeinsam mit Euren Kinder mit Zorn und Wut umzugehen. Nur auf diese Weise werdet Ihr eine Brücke schlagen und sinnvolle Gegenmaßnahmen einleiten.

Eltern bewahren Ruhe

Immer ruhig Blut: Für die meisten Eltern gilt dieser Grundsatz, wenn die Kleinen mal wieder vollkommen ausrasten. Wir sollten uns immer wieder sagen, dass unsere Kinder nicht aus Boshaftigkeit und aus Respektlosigkeit derart reagieren, sondern absolut orientierungs- und hilflos sind. Unsere Kinder sind ihrer Gefühle nicht mehr Herr. Sie wissen nicht, wie Sie sich weiter verhalten sollten. Bleiben die Eltern ruhig, minimiert das die Gefahr, dass die Wut sich weiter hoch schaukelt.

Regeln und Konsequenzen bei wütenden Kindern

In den meisten Fällen kommt es zu Wutausbrüchen, wenn Bestimmungen und Entscheidungen der Eltern von Kindern nicht verstanden werden. Die Kleinen wollen Ihren Willen durchsetzen und kommen damit bei den Eltern nicht an. Nun aber nachzugeben, um den Wünschen von Kindern zu entsprechen, führt Euch nur unweigerlich an Euer Ziel, die Kleinen zu beruhigen. Auf lange Sicht erzieht Ihr auf diese Weise einen kleinen Tyrannen, da bei der nächsten Gelegenheit wieder ausrastet. Selbst in der Öffentlichkeit ist es kein probates Mittel, auch wenn es in solchen Situationen nicht gerade einfach ist, konsequent zu bleiben.

Kommunikation führt raus aus dem Wutanfall

Sprecht mit Euren Kindern über den Wutanfall. So könnt Ihr den Kleinen helfen, ihre Gefühle besser zu verstehen. Kommt Ihr auf die Spur, was der eigentliche Grund der Wut ist und findet Ihr genau für das Problem und für die Situation eine individuelle Lösung.

„Warst du wütend, weil du nicht mehr Fernsehen durftest?“

Ihr signalisiert mit Euren Fragen Entgegenkommen, dass Ihr Euer Kind ernst nehmt. Das kommt bei den Kleinen gut an. Gemeinsam könnt Ihr Wege entwickeln, wie Ihr wieder schneller aus der Wut herausfindet. In diesem Zusammenhang solltet Ihr Euch die Gelegenheit nicht nehmen lassen, ganz klar und deutlich auszudrücken, dass Geschrei und Ärger kein Mittel zum Erfolg ist. Betont nochmals, dass Ihr Euer Kind dennoch lieb habet, aber diese Reaktionen nicht akzeptiert.

Streitende Eltern erziehen streitende Kinder

Fliegen zwischen Euch wöchentlich die Fetzen und streitet Ihr Euch ungebremst und hemmungslos mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin? So seid Ihr vielleicht auch nicht gerade das beste Vorbild, wenn es um die Wutanfälle geht.

Seid Ihr besonders reizbar, wenn Ihr im Auto im Großstadtverkehr stecken oder Ihr Euch über einen Fehler ärgert? Schimpfwörter und eine intensive Entwicklung von Wut wird Euer Kind sensibel aufnehmen und für sich verarbeiten. Schließlich wird es beim nächsten Wutanfall der Kleinen ganz schwer zu erklären, dass man so nicht reagiert, wenn die Eltern selber sich bei aufkommender Wut nicht im Griff haben.

„Mama, Sch… sollen wir nicht sagen.“

Oftmals sind es die Kleinen, die ihre Eltern dazu anhalten, gewisse Regeln wieder einzuhalten, die doch für die ganze Familie zutreffen. Hier sollte jeder ehrlich sein eigenes Verhalten in wütenden Situationen beleuchten. Vielleicht trefft Ihr hier schon auf die ersten Fehlerquellen, die es abzustellen gilt. Familiäre Wut ist kein Problem. Es ist vollkommen natürlich, in verschiedenen Situationen verärgert zu reagieren. Ein Wutausbruch, Schreien und Aggressionen sowie der Kontrollverlust sind jedoch tunlichst zu vermeiden. Kinder müssen dies erst mühsam gemeinsam mit den Eltern lernen. Investieren Sie Mühe und Zeit, um mit Ihren Kindern darüber zu reden und konsequent sowie nervenstark auf die Wutanfälle der Kinder zu reagieren. Dann werden Sie schon bald eine erste Verbesserung erfahren.

Praktische Tipps für Eltern:

  1. Bleibt ruhig, wenn es zu einem Wutanfall kommt.
  2. Weicht nicht von Euren Regeln und Konsequenzen ab, das führt Euch auf lange Sicht nicht einmal in die Nähe des Ziels.
  3. Redet mit Eurem Kind über die negativen Gefühle.
  4. Beleuchtet Euer eigenes Verhalten bei Wut, rastet Ihr aus? Bedenkt in diesem Zusammenhang, Eure Kinder orientieren sich an den Eltern gerade in den ersten Lebensjahren.

Regeln und Grenzen bei Kindern

Mit zunehmenden Alter werden Kinder unabhängiger, wollen ihre eigenen Entscheidungen treffen, Grenzen austesten und ihren Kopf durchsetzen. Naturgemäß kann es schnell zu Konflikten mit den Eltern kommen, was sich sogar zu einer Art Machtkampf entwickeln kann. Allerdings ist es für die Kinder wichtig zu erfahren, dass in letzter Konsequenz die Eltern am längeren Hebel sitzen, was aber nicht ausschließen soll, gemeinsame Kompromisse zu finden.

Warum sich Kindern nicht an Regeln halten

Häufig steckt hinter auffälligem Verhalten in Form von Widersetzen gegen den elterlichen Willen ganz einfach der Entwicklungsprozess des Kindes – Kinder werden autonom – bilden einen eigenen Willen und möchten Ihre Sicht der Dinge umsetzen, manchmal auch Wunsch nach Aufmerksamkeit; Kinder haben schnell gelernt, dass ihnen diese gewährt wird, wenn sie gegen bestimmte Regeln verstoßen. Oder aber sie fühlen sich ungerecht behandelt und sehen nicht ein, warum sie etwas (nicht) tun sollen oder aus welchem Grund sie nun bestraft werden, und reagieren mit Trotz. Umso wichtiger ist es, ihnen in aller Ruhe zu erklären, auf welches Verhalten welche Konsequenz folgt.

Andere Kinder sind schlicht durch zu viele Regeln überfordert. Hier hilft es, diese gemeinsam aufzustellen – bereits Kindergartenkinder können miteinbezogen werden – und ebenso Strafen für das Nichtbefolgen dieser Regeln zu bestimmen.

Konsequenz

Ein zentrales Stichwort ist Konsequenz: Fehlt diese, d.h. wird in einem Fall ein bestimmtes Benehmen kritisiert bzw. bestraft und dieselbe Verhaltensweise kurz darauf ignoriert, so verwirrt dies das Kind und es wird das ungewünschte Verhalten immer wieder zeigen.

Allgemein kann auch festgestellt werden, dass gebetsmühlenartig sich wiederholende Ermahnungen dazu führen, dass das Kind weghört – eine Tatsache, die vielen Eltern bekannt vorkommt.

Sinnvolle Verhaltens- und Umgangsformen

Wenn das eigene Kind nicht hört, ist guter Rat teuer. Wichtig ist es, Erklärungen altersgerecht zu formulieren, bei Kleinkindern heißt das etwa: Klare Appelle in Form von kurzen Sätzen und einfachen Wörtern verwenden. Zudem sollte man sich nicht auf langwierige Diskussionen einlassen. Besser ist es, in konstruktiver Weise gemeinsam nach Lösungen zu suchen, statt ständig neue Gegenargumente zu finden.

Außerdem sollten Sie sich als Eltern nicht vom Schimpfen und Schreien Ihres Kindes beeindrucken lassen, sondern diese Verhaltensweisen ignorieren – so lernt es, dass dieses Benehmen nicht zum gewünschten Ergebnis führt, und wird es irgendwann aufgeben.

Auch wenn es schwer ist: Versuchen Sie, Ruhe zu bewahren, wenn Ihr kleiner Racker Sie mal wieder zur Weißglut treibt; atmen Sie tief ein und aus, um die Anspannung abzubauen. Wenn Sie das Gefühl haben, wieder etwas ruhiger zu sein, sollten Sie sich der Situation erneut stellen.

Was kann ich tun, damit mein Kind mich ernst nimmt?

Wie bereits erwähnt wird Ihr Kind nicht besser auf Sie hören, wenn Sie es ständig schimpfen und ermahnen. Besser ist es laut Psychologen, die Kommunikation innerhalb der Familie zu verbessern. Sprich: Keine endlosen Erklärungen formulieren, da diese meist wirkungslos sind, sondern dem Kind eine Auszeit geben bzw. es aus der Situation herauszuholen. Bewirft es beispielsweise andere Kinder im Sandkasten und eine erste, scharfe Ermahnung bleibt erfolglos, sollten Sie es zu sich nehmen und ihm deutlich machen, warum es den Sandkasten verlassen musste. Derartige Handlungen versteht das Kind häufig besser als Ermahnungen, die gar nicht wirklich an sein Ohr dringen.

Des Weiteren gilt der Grundsatz: Lieber loben statt schimpfen. Positives Verhalten sollten Sie nicht stets als selbstverständlich hinnehmen, sondern es immer wieder herausstellen und würdigen – das tut Ihrem Kind gut. Ansonsten kann es dazu kommen, dass es sich seine Bestätigung in Form von Aufmerksamkeit durch negative Verhaltensweisen holt.

Auch ein lockerer und vor allem humorvoller Umgang kann in der Erziehung Ihres Kindes weiterhelfen, indem Sie beispielsweise eigene Wünsche bzw. Aufforderungen spielerisch formulieren, etwa dadurch, dass Sie das Lieblingskuscheltier sprechen lassen: „Ich möchte so gerne schlafen gehen, aber vorher musst du unbedingt noch deinen Schlafanzug anziehen!“

Zu guter Letzt sollten Sie folgenden Zusammenhang beachten: Stimme, Körpersprache und Worte müssen zueinander passen, wenn der Appell Ihr Kind erreichen soll. Senken Sie Ihre Stimme am Satzende; so wird Ihrem Kind klar, dass es sich um eine Aussage und nicht um eine Frage handelt.

Redaktion: Foerster, Katja Grüner, Anna Nilsson,

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