Kind 28 monate

So wichtig ist Springen für die Motorik

Wann können Kinder springen?

Jedes Kind entwickelt sich anders, deshalb gibt es nur Richtwerte. Kinder machen etwa zwischen 16 und 22 Monaten erste Mini-Hüpfer mit beiden Beinen. Mit ­rund 36 Monaten können sie beidbeinig von der untersten Treppenstufe hüpfen. Ungefähr ein Jahr später schaffen sie es, mit beiden Beinen circa 30 Zentimeter nach ­vorne zu hüpfen.

„Mit fünf Jahren können fast alle Kinder sicher auf einem Bein hüpfen“, sagt Oskar Jenni, der dies mit seinem Team in einer Studie herausgefunden hat. „Kommen die Kinder in die Schule, haben sie die wichtigsten motorischen Meilensteine erreicht“, so Jenni. „Sie verfeinern jetzt ihre Fähigkeiten, springen weiter oder höher.“

Wie schaffen Kleine den Absprung?

Ob Mauer oder Kletterbogen – wenn Kinder von etwas herunter­springen wollen, sollten Eltern auf ­eine alters­angepasste Höhe achten, rät Dr. Axel Kupfer von der Sporthochschule Köln. Nur: Die ist je nach Kind verschieden. In der Regel wissen die Kleinen aber ganz gut, was sie sich zutrauen können. Zögert das Kind, sollten Eltern es daher nicht drängen.

Liegt die Absprunghöhe über schulterhoch, ist ein weicher Untergrund zum Abfedern wichtig, zum  Beispiel ein Sandkas­ten. Tipp: das Kind da­zu anhalten, auf beiden Füßen zu landen, das hilft ihm, ein Gespür dafür zu entwickeln, was es meis­tern kann. „Einfacher und sicherer sind erste Sprünge von Erhöhungen aus der Hocke heraus“, sagt Kupfer. Das senkt den Körperschwerpunkt ab und verringert so die Fallhöhe.

Warum ist Hüpfen gesund?

Kinder heben aus purem Spaß an der Bewegung ab. Sie inte­ressiert herzlich wenig, dass es auch ihrer Fitness guttut. So wirkt Springen positiv auf das Herz-Kreislauf-­System, die Koordination, das Gleichgewicht. Eine Heidelberger Studie zeigte, dass ausgeprägte Sprung­bewegungen bei Erwachsenen depressive Symptome lindern konnten.

Trampolin – genial oder gefährlich?

Zunächst einmal: „Es ist ein unheimlich schönes Sportgerät, weil Kinder sich ­­gerne darauf bewegen, und das immer wieder. Freiwillig!“, sagt der Sport­­wissenschaftler Axel Kupfer. Beim Springen spüren die Kleinen Leichtigkeit, ja fast einen Moment Schwerelosigkeit.

„Das hilft zum Beispiel auch überge­­wichtigen Kindern. Weil der Faktor Gewicht ein wenig wegfällt, ­können sie auf dem Trampolin koordinativ mit normal gewichtigen Kindern mithalten“, erklärt der Experte. „Sie können genauso gestreckt springen oder mal ins Sitzen, mal ins Stehen kommen. Das wirkt sehr motivierend.“

Und das Verletzungsrisiko? Gibt es. Deshalb sollten Eltern auf jeden Fall darauf achten, dass das Trampolin mit einem Sicherheitsnetz umspannt ist, damit das Kind nicht herausfallen kann. Und: immer nur ein Kind springen lassen, nicht mehrere gleichzeitig! Das verhindert, dass die Kinder aufeinanderfallen oder gegeneinanderprallen und sich verletzen. Kupfer rät zudem: „Sobald das Kind müde ist, sollte es ein paar Minuten Pause einlegen. Eltern erkennen den Moment daran, dass ihr Kind beim Springen den Kopf ein wenig schlackern lässt oder die Hüfte nach vorne geht. Dann fehlt die Kraft, die Muskelspannung zu halten.“

Motorik-Test für Kinder: «Nicht jeder kann ein Lionel Messi werden»

Ab wann sollte ein Kind auf einem Bein hüpfen können? Die Neurophysiologin Tanja Kakebeeke hat einen Motorik-Test für Kinder zwischen drei und fünf Jahren entwickelt. So können frühzeitig motorische Störungen erkannt werden. Im Interview erklärt sie, warum es gut ist, dass Kinder mit drei Jahren nicht alles können.

Springen, rennen und laufen: Der Motorik-Test von Tanja Kakebeeke überprüft, was Kinder schon können. Foto: Ryan McVay, Lifesize, Thinkstock

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Frau Kakebeeke, in welchem Alter haben Sie das Laufen gelernt?

Tanja Kakebeeke: Ich war unheimlich schlecht. Mit 16 Monaten habe ich angefangen, mit 17 Monaten konnte ich frei laufen.

Ich war ungefähr 13 Monate alt, als ich die ersten Schritte gemacht habe. Schon bei uns beiden ist der Unterschied sehr gross, denn jedes Kind entwickelt sich anders. Warum ist es wichtig zu wissen, was ein Kind wann können muss?

Uns geht es nicht so sehr darum, wann ein Kind etwas kann, sondern wie es etwas kann. Wenn ein Kind mit 13 Monaten auf Zehenspitzen geht, ist das nicht gut. Ein Kind, das das Laufen erst mit 17 Monaten lernt, dafür aber die Füsse flach auf den Boden aufsetzen kann, entwickelt sich normal. Natürlich müssen wir auch schauen, in welchem Alter ein Kind etwas können sollte.

Warum ist es so wichtig zu wissen, wie ein Kind etwas kann?

Bestimmte Muster sind ein Zeichen dafür, dass neurologisch nicht alles in Ordnung ist. Vielleicht muss man eine Therapie einleiten.

Kann das nicht nur eine Phase sein?

Nein. Ein Kind, das beim Laufen ein Bein nach aussen dreht, wird es wahrscheinlich immer so machen.

Was würde der Kinderarzt raten, wenn das Kind auf Zehenspitzen läuft oder ein Bein nach aussen dreht?

Das kann ich nicht beurteilen, aber ich denke, eine Physiotherapie wäre eine Möglichkeit.

Wie haben Sie Ihren Motorik-Test für Drei- bis Fünfjährige aufgebaut?

Wir haben das Testverfahren, die Zürcher Neuromotorik für Kinder von fünf bis 18 Jahren, vom bekannten Kinderarzt Remo Largo übernommen und mit anderen Aufgaben kombiniert. Zum Beispiel haben wir grobmotorische Tests wie Treppen laufen und auf einem Bein springen oder auf einem Bein stehen hinzugefügt. Ausserdem haben wir spielerische Elemente ergänzt: Die Kinder müssen Perlen auffädeln oder Schrauben drehen. Wir haben diesen Test von 100 Kindern durchlaufen lassen und alles auf Video aufgenommen.

Was haben Sie herausgefunden?

Mit drei Jahren können die Kinder vieles noch nicht: zum Beispiel hüpfen auf einem Bein und länger stehen auf einem Bein. Aber im Alter von fünf Jahren können das die meisten. Was ich nicht erwartet hätte: Alle Kinder, die wir angeschaut haben, schafften es nicht, seitwärts zu springen. Offenbar kommt das erst später.

Wann könnte man Ihren Test in der Kinderarztpraxis anwenden?

Vielleicht in ein bis zwei Jahren. Wir wollen diesen Test noch weiterentwickeln.

Wie können Eltern die Motorik Ihres Kindes fördern?

Bestimmte Entwicklungen, wie aufrecht zu gehen, sind genetisch bedingt. Die Koordination aber ist abhängig von der Übung. Wir wissen allerdings nicht, wann ein Kind mit dem Üben anfangen muss. Das möchte ich sehr gern herausfinden. Wir wissen, dass Roger Federer mit drei Jahren angefangen hat Tennis zu spielen. Tiger Woods hat mit zwei Jahren angefangen Golf zu spielen. Man weiss aber nicht, inwiefern es notwendig ist, so früh anzufangen. Was man weiss ist, dass Kinder möglichst viele Bewegungserfahrungen sammeln und viele Sportarten ausprobieren sollten.

Was halten Sie von Frühförderung?

Das Kind ist der Taktgeber. Es muss den Sport auch mögen. Drill bringt in diesem Alter nichts. Wir haben unsere Ergebnisse nicht veröffentlicht, um Eltern zu verunsichern, sondern um zu zeigen, dass Kinder mit drei Jahren noch nicht alles können und das ist gut so.

Eltern wollen aber immer das Beste für ihr Kind.

Wir wollen unsere Kinder zu den grössten Sportskanonen und Intelligenzbestien machen. Es kann aber nicht jeder ein Lionel Messi werden. Wir müssen von diesem Gedanken wegkommen, dass wir immer alles zu 100 Prozent können. Es ist normal, dass Kinder manches noch nicht können. Das Problem ist, dass es heute immer weniger Kinder gibt, die draussen zusammen spielen. Ich habe als Kind mit meinen Freunden Gummitwist und Himmel und Hölle gespielt. Dabei haben wir ganz nebenbei unsere Koordination trainiert.

Sind Eltern zu vorsichtig?

Ja, man muss mehr Mut haben. In meiner Kindheit hatte man ein unverkrampfteres Verhältnis. Aber in Zürich würde ich mein Kind auch nicht mit dem Fahrrad zum Bellevue hinunter schicken. Das ist eine Kamikaze-Übung. Auf dem Dorf geht das.

Dr. Tanja Kakebeeke ist seit 2007 wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Entwicklungspädiatrie am Kinderspital Zürich. Zuvor arbeitete sie einige Jahre als Physiotherapeutin, studierte in England und den Niederlanden Human Movement Science und promovierte und habilitierte in Fribourg.
(Bild: Angela Zimmerling)

Interview: Angela Zimmerling, im März 2013

Wichtige Grundsteine fürs Sozialverhalten

Die Grenzen und Regeln, die Sie in den ersten Jahren setzen, schaffen die Grundlage für ein gutes Verhalten in den Jahren darauf. Experten sind sich darüber einig, dass die beste Methode, Ihrem Kind gutes Benehmen beizubringen, ist, wenn Sie mit gutem Beispiel vorangehen.

Wenn Sie in Situationen, die nicht so sind wie sie sein sollten, schreien und gewaltsam reagieren, lernt Ihr Kind, dasselbe zu tun. Es ist wichtig, konsequent zu sein und vorhersehbare Routinen zu finden.

Erwünschte Verhaltensweisen belohnen

Wenn Sie Ihrem Kind an einem Tag erzählen, dass es nicht erlaubt ist, beim Abendessen Spielzeug mit an den Tisch zu nehmen, dürfen Sie ihm das am nächsten Tag auch nicht erlauben. Ihr Kind muss wissen, was es erwartet und wann Sie erwarten, dass es sich auf eine bestimmte Art und Weise verhält. Am wichtigsten ist, dass Sie gewünschte Verhaltensweisen belohnen.

Wenn Ihr Kind sieht, dass ihm Aufmerksamkeit geschenkt wird, wenn es etwas richtig macht, hat es weniger Anlass, sich schlecht zu benehmen, um Aufmerksamkeit zu erregen.


Klein, aber voller Charakter

Kinder drücken sich oft sehr deutlich aus. Sie zeigen das ganze Spektrum an Gefühlen und am liebsten innerhalb einer Minute vom Anfang bis zum Ende der gesamten Skala. Jetzt erkennen Sie die Persönlichkeit Ihres Kindes bestimmt deutlicher. Vielleicht verstehen Sie Ihr Kind auf unterschiedliche Weise und begegnen ihm damit auf unterschiedliche Art?

Nicht so leicht auf die Palme bringen lassen

Sie sollten sich darüber im Klaren sein, welche Rückmeldungen Sie Ihrem Kind geben: was erlaubt ist, dieselben Regeln, wann Ihr Kind Süßigkeiten haben darf und wie Sie reagieren, wenn Ihr Kind in einem knatschigen Tonfall fragt. Das sorgt für Voraussagbarkeit und Geborgenheit, sowohl für Sie als auch für Ihr Kind. In der Praxis ist das allerdings nicht immer ganz so einfach.

Auch wenn Sie bestimmt manchmal das Gefühl haben, möchte Ihr Kind Sie ganz sicher nicht ärgern oder bösartig sein. Wenn Sie versuchen herauszufinden, was Ihr Kind beschäftigt, fällt es Ihnen vielleicht leichter, nicht gleich ärgerlich zu werden. Wenn Ihr Kind zum vierten Mal mit seinem Käse-Brot geworfen hat, kann es ja schließlich sein, dass es Ihrem Kind Spaß macht zu schmeißen – nicht mit Essen, sondern einfach etwas vom Tisch zu werfen. Wenn Ihr Kind sein Wasserglas umkippt, kann es sein, dass es sich dafür interessiert, wie das Wasser sich bewegt. Vielleicht sind lustige Spiele in der Badewanne ja die Lösung.


Hallo an alle,
meine kleine Pflegetochter ist nun 28 Monate alt, und spricht nur sehr wenig.
Mit gutem Willen komme ich auf 50 Wörter, die Hälfte davon hat sie aber nur ein oder zwei Mal gesagt, danach nie wieder.
Die Wörter, die sie spricht, sind meist einsilbig, nur wenige zweisilbig – es sind kaum Substantive dabei.
Häufig benutzt sie Mama, da, ja, nein, hallo, Arm, auf, aus, ich, namnam (lecker), Ongong (ihr Wort für Milch), Buch, WauWau.
Es fällt auf, dass meine PT große Probleme hat, Wörter auszusprechen. Es scheint so, als kämen ihr die Wörter einfach nicht über die Lippen. Sie spricht auch kaum Wörter nach.
Oft spricht sie auch „schlampig“, zum Beispiel kann sie „Arm“ korrekt aussprechen, sagt aber oft nur „Mama Aaa“, wenn ich dann deutlich „ich nehme dich auf den A r m “ sage, wiederholt sie es korrekt.
Es kommen auch kleine Zweiwortsätze, aber nur solche Dinge wie „Mama Arm“ oder „nein ich“ oder „ich auch“ oder „Mama da“.
Auffällig war, dass sie als Baby auch kaum lautiert hat, das begann erst mit etwa 11 Monaten. Sie hatte auch immer wieder Phasen, in denen sie plötzlich Wörter, die sie schon konnte, nicht mehr benutzt hat.
Daneben hatte meine PT auch lange Probleme mit dem Essen/Kauen. Sie hat lange Zeit, bis sie weit über 18 Monate alt war, nur kleinste Mengen „gemümmelt“, hat aber nicht richtig abgebissen und auch nur kleinste Mengen feste Nahrung gegessen. Dafür aber noch sehr viel Folgemilch getrunken.
Bis heute habe ich das Gefühl, dass sie sich bei manchen Nahrungsmitteln schnell verschluckt, große Bissen nicht gut kauen kann, und sie braucht sehr lange, bis ein Bissen gekaut und hinunter geschluckt ist. Daher isst sie nach wie vor vergleichsweise wenig, sitzt manchmal über eine halbe Stunde am Mittagessen, und trinkt immer noch 4-5 Flaschen Milch pro Tag, um satt zu werden. (Sie ist für ihr Alter groß und schwer.)
Als Säugling brauchte sie lange, um ihre Milchflasche zu trinken, ich war nachts manchmal 2-3 Stunden mit ihr wach, bis sie – mit Pausen – eine Flasche getrunken hatte. Auch tolerierte sie nur bestimmte Sauger.
Von den Problemen mit dem Sprechen abgesehen, ist meine PT sehr gut und altersgerecht entwickelt. Sie ist mit 11 Monaten frei gelaufen, hat ein exzellentes Sprachverständnis, ist auch feinmotorisch geschickt (mit 18 Monaten Strumpfhose fast alleine angezogen), und kognitiv fit (puzzelt usw).
Also es gibt sonst nichts, was mir in ihrer Entwicklung Sorgen bereiten würde.
Sie ist ein freundliches, fröhliches und sehr sensibles Kind.
Eine Halbschwester meiner Pflegetochter ist nun 4 und auch stark sprachentwicklungsverzögert.
Ach so, im Alter von 3 Wochen wäre meine Pflegetochter um ein Haar an einer Dehydrierung gestorben, weil ihre leiblichen Eltern ihre Hungersignale nicht deuten konnten bzw. vielleicht keine Geduld beim Füttern hatten, und das Kind völlig mangelversorgt war. Meine PT wurde durch einen glücklichen Zufall ins Krankenhaus gebracht und hat dort – gerade noch rechtzeitig – mehrere Tage mit dem Tod gerungen.
Daraufhin kam sie dann hierher zu mir.
Nächste Woche haben wir einen Termin bei der Pädaudiologin. Im ersten Jahr hatte meine PT mehrere sehr schwere Mittelohrinfekte (ein Ohr war bis zum Rand mit Blut und Eiter gefüllt).
Wie ist eure Einschätzung, könnte das in Richtung VED gehen?
Danke schon einmal!

Risiken und Störungen in der Sprachentwicklung

Wann fachliche Hilfe erforderlich ist

Wenn Sie die beschriebenen oder ähnliche Verhaltensweisen bei Ihrem Kind beobachten, sollten Sie spätestens bei der nächsten U-Untersuchung mit Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Kinderärztin darüber sprechen. Auch wenn Sie Zweifel haben, ob Ihr Kind gut hört, sollten Sie dem nachgehen, denn vor allem eine schlechte Aussprache kann auch durch Hörprobleme verursacht sein.

Auf jeden Fall sollten Sie sich um fachliche Unterstützung kümmern, wenn Sie bei Ihrem Kind folgende Auffälligkeiten beobachten:

  • Ihr Kind spricht mit zwei Jahren weniger als 20, 30 Wörter (außer Mama und Papa), oder Sie haben den Eindruck, es spreche weniger und weniger deutlich als Gleichaltrige. Der Kinderarzt oder die Kinderärztin kann feststellen, ob sich Ihr Kind einfach nur mehr Zeit lässt oder ob eine Störung oder Verzögerung vorliegt, die behandelt werden muss.
  • Ihr vierjähriges Kind wird wegen seiner Aussprachefehler von anderen nicht verstanden oder es macht solche Fehler noch mit fünf Jahren.
  • Ihr Kind versteht Sie und andere deutlich schlechter als gleichaltrige Kinder.
  • Ihr Kind stottert über mindestens drei Monate anhaltend oder wiederholt so stark, dass der Sprachfluss deutlich unterbrochen wird.
  • Ihr Kind stottert noch im Schulalter oder fängt erst nach seinem fünften Geburtstag damit an.

Eine Sprachentwicklungsstörung sollte in aller Regel von Fachärztinnen und -ärzten für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen (Phoniatrie und Pädaudiologie) festgestellt und behandelt werden. Je früher eine mögliche Verzögerung oder Störung in der Sprachentwicklung erkannt wird, umso größer sind die Erfolgsaussichten gezielter Fördermaßnahmen.

28 Monate – schon wieder ein Schub oder WAS IST LOS?

Morgen Mädels,
*erstmal ne Tasse Kaffee rüber reiche*
Ich muss mich jetzt mal richtig auskotzen (sorry). Schübe gingen bei uns bisher meistens auf Kosten unseres Schlafes ( – ich habe seit mehr als 3 Jahren nicht mehr durchgeschlafen ) , aber was meine kleine Lady seit ein Wochen nun abzieht, ist wirklich kaum noch erträglich. Letzte Nacht war sie von (Achtung!!!) 21:45 Uhr gestern abend (19:30 Uhr im Bett) bis ca. 05:00 Uhr heute morgen hell wach. Sie lag im Bett, hat gesungen, gelacht, geklatscht … und wir konnten nicht schlafen. Das war allerdings keine ausnahme. Mindestens zwei mal die Woche geht das so extrem. Dazwischen die Tage wird sie dann "nur" bis zu 10 mal die Nacht wach . Mensch, das ganze geht nun seit kurz vor Weihnachten so. Was ist denn los? Schon wieder ein Schub? Schmerzen hat sie keine, gesund ist sie soweit auch. Bitte sagt mir, dass es bald vorbei ist. Ich kann echt nicht mehr. Laufe wie ein Zombie durch den Tag, da madame aufgrund des wenigen Schlafen natürlich alles andere als ausgeglichen und pflegeleicht ist. Für morgen früh habe ich einen Termin beim KiA gemacht. Ich muss generell mal mit ihm über Joanas Schlafverhalten sprechen. Sie hat von Anfang an viel zu wenig und viel zu schlecht geschlafen. Aber DAS nun ist wirklich die Krönung! HIIIIIFE…..Ich bin müde, holt mich hier raus
LG Yvonne mit "schlaflos" – Joana *08.09.2005

Grundzüge der Sprachentwicklung

Der kindliche Spracherwerb folgt „eigenen Regeln“

Kinder lernen Sprache und Sprechen nach eigenen Regeln und anders als Erwachsene. Sie eignen sich nach und nach die Sprache an, die sie in ihrer nächsten Umgebung hören, ihre Mutter- oder Erstsprache. Und sie tun dies aus ihren täglichen Erfahrungen heraus, aus dem, was sie hören, sehen, fühlen und tun.

Fachleute sprechen von „ungesteuertem Spracherwerb“, oder von „natürlichen Bedingungen“, wie sie vermutlich nur in den ersten Lebensjahren gegeben sind:

  • In den ersten Lebensmonaten entwickeln Kinder ein immer besseres Ohr für die Sprach- und Satzmelodie, die Laute der Muttersprache und die Betonung von Wörtern.
  • Gleichzeitig erproben sie auf spielerische Weise ihre eigene Stimme. Wenn sie die eher zufälligen Muskelbewegungen immer besser kontrollieren können, geben sie gezielt ihre ersten Laute von sich.
  • Schließlich beginnen Kinder, das, was sie sehen, hören oder tun, zu benennen. Dabei meinen sie zunächst meist mehr, als es das bloße Wort besagt: So kann das Wort „Ball“ je nach Situation bedeuten, dass Ihr Kind den Ball haben oder mit ihm spielen möchte. Ebenso gut kann es aber auch heißen, dass der Ball weg ist.
  • Aus der gehörten Sprache ihrer Umgebung erschließen sich Kinder selbstständig die innere Logik und Struktur der Sprache: Nach und nach leiten sie die Regeln über den Gebrauch der Wörter und über den Satzbau ab und wenden sie zunächst konsequent an. Dabei erschaffen sie für uns Erwachsene oft ungewöhnliche Wörter und Satzkonstruktionen, wie zum Beispiel „Mama ist fortgegeht“.

Über solche ganz normalen Phasen in der sprachlichen Entwicklung lernen Kinder selbstständig und auf ihre Weise allmählich die vielfältigen Regeln der Wortbildung und des Satzbaus samt deren Ausnahmen – und das, ohne sich die Regeln je bewusst gemacht zu haben!

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