Kind 22 monate

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Babys Entwicklung
im 2. Lebensjahr
mit 13 bis 24 MonatenHallo ich wachse – 22. Monat

© fotolia, Alena Ozerova

Ins Bett? Ich doch nicht!

Nun wird Ihre Tochter/Ihr Sohn bald zwei Jahre alt. Gut möglich, dass Sie zu den Glücklichen gehören, die sich auf einen ruhigen Abend freuen dürfen, weil Ihr Kleines problemlos ins Bett geht. Ebenso gut kann es aber sein, dass Sie zur großen Gruppe derer zählen, die sich fragen: „Wird das mit dem Schlafengehen jemals besser?“ Darauf gibt es leider keine ganz einfache Antwort.

  • Klar ist: Ein Kind in diesem Alter kann allein in seinem Bett schlafen und ohne nächtliche Ess- oder Trinkaktionen bestens durch die Nacht kommen. Von Ausnahmen wie Krankheiten, Albträumen oder Durst wegen großer Hitze mal abgesehen. Sie müssen also wirklich nicht bei jedem Mukser hellhörig werden und hingehen.
  • Ebenso klar ist: Kleinkinder sind extrem einfallsreich. Wenn sie auch nur die geringste Chance wittern, Mama oder Papa mit „bevor ich einschlafen kann, musst du“-Forderungen auf Trab zu halten, werden sie das tun. Dazu kommt die typische Sorge der Kleinen, etwas zu versäumen. Schließlich wissen sie längst, dass die Großen noch aufbleiben. Nicht zuletzt fällt es Ihrem Kind vielleicht einfach schwer, sich abends von Ihnen zu trennen. Jetzt, wo ihm zunehmend klar wird, dass es eine eigene Person ist, taucht manchmal die Angst auf, allein gelassen zu werden. Und von allem anderen einmal abgesehen, will Ihr selbsbewusster gewordenes Kleinkind einfach wissen, wer die Hosen anhat. Da muss halt manchmal bis zum Letzten getestet werden, ob Mama und Papa auch Geschrei und Getobe aushalten um ihren Willen durchzusetzen.

Das beste Gegenmittel in allen Fällen: eine feste Bettgehroutine

  • Passen Sie die Zeit ab, in der Ihr Kind abends müde wird. Hat es diesen Tiefpunkt erst einmal überwunden, wird es sonst mächtig aufdrehen und kaum noch zur Ruhe zu bringen sein. Kleine Kinder legen sich keineswegs von selbst hin, wenn sie müde sind. Im Gegenteil, sie können trotz Erschöpfung und Übermüdung noch lange herumtoben. Dabei geht ihre Laune aber irgendwann in den Keller, die Quengelei und Nerverei beginnt.
  • Falls Ihr Kleines sehr ausgiebig Mittagsschlaf hält, kann es sinnvoll sein, diesen schrittweise etwas zu verkürzen. Dann steigt die Chance, Ihre Tochter/Ihren Sohn abends pünktlich ins Bett zu bekommen.
  • Sorgen Sie dafür, dass die Zeit vorm Ins-Bett-Gehen möglichst ruhig verläuft. Fernsehen und wilde Spiele sind ungeeignet. Besonders schön und hilfreich ist es, wenn sich feste Abendgewohnheiten einspielen. Etwa Essen, noch etwas auf dem Sofa kuscheln, Schlafanzug anziehen, Zähen putzen und ab ins Bett. Dort gibt’s noch eine Geschichte, ein paar Lieder oder ein Kuschelspiel, dann ist Schlafenszeit. Solche festen Abläufe signalisieren Kindern nicht nur, dass es Zeit zum Schlafen ist. Sie geben ihnen auch Sicherheit und die Gewissheit, dass in ihrer Umgebung alles seine Ordnung hat.
  • Lassen Sie sich nicht breit schlagen, nach dem Gutenachtkuss noch großes Tamtam zu machen. Egal, ob Sie freundlich sind oder schimpfen, Ihr Kind wird alles als willkommene Abwechslung verbuchen. Falls Ihr Kleines ständig ruft, ist es am besten, Sie gehen damit ganz gelassen um. Flitzen Sie nicht gleich zu ihm (es sei denn, es gibt ein echtes Problem), sondern warten Sie von Mal zu Mal ein wenig länger. Wenn Sie dann zu Ihrem Kind gehen, können Sie eine ganz simple Methode probieren: Streicheln Sie Ihr Kleines kurz oder decken Sie es wieder zu und sagen Sie ganz ruhig so etwas wie „Gute Nacht Schatz, schlaf jetzt gut“. Dann gehen Sie wieder. Ohne große Aktionen oder langes Gerede.

    Nach dem gleichen Muster sollten auch die weiteren Stippvisiten im Kinderzimmer ablaufen. Vermutlich wird Ihnen das anfangs reichlich seltsam vorkommen. Die Sache hat jedoch einen großen Vorteil: Sie zeigen Ihrem Kind, dass Sie für es da sind, machen Ihr Erscheinen aber nicht so spannend, dass die Sache nach endloser Wiederholung schreit. Falls Sie es schaffen, das Ganze ein paar Abende durchzuziehen, kann das ein bleibender Erfolg werden. Ganz wichtig ist aber, dass Mama und Papa an einem Strang ziehen.

Juhu, da bin ich wieder!

Ein Problem ist, dass Kleinkinder natürlich schon mobil sind. Sie bleiben nicht unbedingt liegen, nur weil die Großen das wollen. Genau genommen bleibt da nur, es mit einer ähnlichen Methode zu versuchen, wie oben beschrieben: Tragen Sie Ihr Kind stillschweigend immer gleich wieder zurück. Zudecken, gute Nacht sagen, basta. Nur so kann Ihre Tocher/Ihr Sohn begreifen, dass sie/er sich nicht gegen Ihren Willen durchsetzen kann und dass sich Aufstehen nicht lohnt. Nicht verzagen! Wenn Sie einige Tage durchhalten, bleibt Ihr Kind irgendwann vermutlich wirklich liegen.

Abstillen mit 22 Monaten

Wir haben abgestillt. Vor knapp drei Wochen haben wir das letzte Mal zum Einschlafen gestillt, nachts wurde nur gekuschelt und am Morgen wollte der Sohn lieber einen Toast. Nach fast 22 Monaten hat unsere Stillbeziehung ein Ende gefunden.

Eigentlich muss ich mich gleich selbst korrigieren. Ich habe abgestillt. Diese Entscheidung habe ich alleine getroffen, obwohl ich Anfang des Jahres noch sicher war, diesen Schritt meinem Kind zu überlassen.

Unsere Stillbeziehung hatte, wie sicher viele andere, Höhen und Tiefen. Es gab Phasen in denen wir fast stündlich stillten und welche, in denen die Brust nur Nachts und dann wirklich wenig gebraucht wurde. Wir haben zuhause im Bett, auf dem Sofa und auf dem Küchenfußboden gestillt. Unterwegs im Park und Restaurant, im Tragetuch und Babytrage und das sogar schon im Supermarkt, so dezent, dass es selbst mein Mann nicht bemerkte. Wir haben im liegen, sitzen, stehen und gehen gestillt. Stundenlang in Ruhe und manchmal nur wenige Augenblicke und mitten beim Herumturnen, weil alles so schrecklich aufregend war. Wir haben zum Einschlafen, Aufstehen und Entspannen gestillt, gegen den Hunger und zum schnell wieder gesund werden. Es war eine schöne und innige Stillbeziehung und ich bin froh diese Zeit, diese Erfahrung mit meinem Kind gemacht haben zu dürfen. Aber ich bin auch froh darüber, dass ich die Entscheidung getroffen habe, abzustillen. Denn sie war für mich, und dadurch auch für uns, der gerade beste Weg.

Warum ich abgestillt habe

Ich glaube, ich bin nicht die einzige Mutter, die irgendwann Nachts vollkommen entnervt im Bett liegt und nach „Abstillen SOFORT!“ googelt. Morgens ist der Grund meist schon wieder vergessen und beim morgendlichen Stillen ist die Welt wieder in ordnung, die Nerven sind wieder Drahtseile und man lächelt Baby oder Kleinkind an der Brust seelig an.

Aber irgendwann war ich an dem Punkt angekommen, an dem ich auch am Morgen nach der beschissenen Nacht googelte, meine Nerven den Tag über blank lagen und ich am Abend einfach keine Lust mehr hatte.

Bei uns trafen einige Faktoren zusammen. Seit der KiTa-Eingewöhnung im September haben uns die Bazillen von dort heimgesucht. Wir haben so gut wie jede Erkältung mitgenommen und ich war mir bis vor kurzem noch sicher, dass ich nie wieder etwas riechen oder schmecken werde und ganz bestimmt für den Rest meines Lebens durch meinen Mund atmen müsste. Während irgendwann der Sohn die Erkältungen schnell wieder weg steckte, rutschte ich von der einen in die nächste. Für mich ging es aus einer Mandelentzündung zu einer Nasennebenhöhlenentzüng und wieder zurück. Immer wieder! Meine Kraftreserven hatten keine Chance sich wieder aufzufüllen. Ich war am Ende.

Dazu kam eine Phase des Sohnes mit einem beschissenen Schlafrhythmus. Gegen drei Uhr nachts hing er, halb wach, halb schlafend, an mir und meiner Brust, wühlte sich im 10-Minuten-Takt durch das Bett, von einer Brust zur anderen, über mich drüber, um mich herum und, wäre es ihm möglich gewesen, sicher auch durch mich hindurch. Das ging so bis 6 Uhr morgens und das Kind gut gelaunt richtig aufwachte und in den Tag startete. Ich war nicht wach und alles andere als gut gelaunt. Und natürlich wollte der Sohn auch Tagsüber wieder durchgehend stillen.

Und das ich schwanger bin und zu der Zeit einfach ständig müde war, hat sein übriges getan. Nein, meine Milch schien noch immer hervorragend zu schmecken und floss in regen Strömen. Sicher mag die Schwangerschaft mit ein Grund sein, warum unser Kind wieder öfter und mehr stillen wollte, schließlich spüren Kinder schon kleine Veränderungen schnell. Aber ich war einfach nur noch müde, krank, entnervt und kraftlos.

Und weil so die letzten Wochen vor dem Abstillen weder für mich, noch für unser Kind und auch nicht für meinen Mann entspannt, schön oder angenehm waren, wenn ich einfach schrecklich gereizt versuchte Tagsüber krampfhaft nicht mehr zu nahe neben unserem Sohn zu sitzen, weil er dann sofort stillen wollte, ich immer wieder irgendwelche Ablenkungen für ihn suchte und Abends und Nachts manchmal weinend einfach das Schlafzimmer verlassen habe, traf ich die Entscheidung einen Schlussstrich zu ziehen.

Damit ich wieder eine entspannte Mutter bin, die ihr Kind in den Arm nehmen kann, ohne direkt wieder entnervt flüchten zu wollen, weil das einzig interessante an mir meine Brüste sind. Eine Mutter, die Abends wieder geduldig und liebevoll in den Schlaf begleitet und morgens wieder einigermaßen ausgeruht und gut gelaunt dem Kind einen guten Morgen wünschen kann. Und damit unser Sohn, die letzten Monate bevor er sich unsere Aufmerksamkeit mit einem kleinen Geschwisterchen teilen muss, so viel Liebe und gemeinsame, schöne Zeit bekommt, wie sie ihm nur eine ausgeglichene Mutter geben kann.

Wie stillt man eigentlich ein Kleinkind ab?

Eigentlich wollte ich gar nicht komplett abstillen, sondern das nächtliche Stillen reduzieren, bzw. es auf das initiale Einschlafstillen einschränken. Dafür habe ich mir die Methode des
nächtlichen Abstillens nach Gordon herausgesucht, bei der ich mein Kind während der ganzen Zeit begleite und Schritt für Schritt mit viel Kommunikation und Kuscheln auf knapp 7 Stunden in der Nacht komme, in der nicht gestillt wird. Wer sich das „Programm“ genau durchlesen möchte, findet bei Stillkinder.de einen ausführlichen Bericht.

Mit 22 Monaten versteht unser Kind schon viel und lässt immer öfter mit sich reden. Abends war es auch überhaupt kein Problem ihm zu erklären, dass wir ab dem Zeitpunkt, zu dem wir Eltern mit ins Familienbett kommen, nicht mehr stillen, sondern kuscheln, wenn er aufwacht. Fand er okay, er sagte begeistert ja und stillte sich in den Schlaf. Natürlich fand er es dann Nachts, als er aufwachte, nicht mehr okay. Also haben wir gekuschelt, aber er schlug um sich, wir haben gesungen, aber er schrie laut „NEIN!“ und haben getragen, aber er weinte und schrie und ich habe irgendwann weiter gestillt. Unser Kind hat ein starkes Temperament und ging auf keine unser Beruhigungsversuche ein. Nach mehreren Nächten habe ich aufgegeben, denn statt einer minimalen Besserung, stellte sich eine krasse Verschlechterung ein.

Ich kann mein Kind vollkommen verstehen. Fast zwei Jahre wurde er zum Einschlafen und beruhigen in der Nacht gestillt. Dass ich ihm das plötzlich nicht mehr geben wollte fand er unverständlich und richtig doof. Ich würde auch richtig wütend werden.

Aber ich konnte einfach nicht mehr. Also habe ich meinen Mann ins Rennen geschickt und das versucht, was ich eigentlich niemals versuchen wollte. Ich ging ins Nebenzimmer und mein Mann sollte unser Kind ins Bett bringen. Ich hörte ihn summen und singen, beruhigende Worte sprechen und unseren Sohn weinen und schreien. Und ich weinte. Weil es nicht klappte, weil ich es mir so gewünscht habe, weil mir mein Kind so Leid tat und mein Mann und weil ich so müde war. Es ist bei diesem einen Versuch geblieben.

Ich habe das Vorhaben auf Eis gelegt. Ich war erschöpfter als vor den Versuchen, die ja eigentlich alles besser machen sollten. Ein paar Tage bei meinen Schwiegereltern haben die Situation wieder etwas aufgelockert. Ich hatte Zeit zu verschnaufen, wieder etwas zu Kräften zu kommen und entspannter zu werden. Zurück zu hause startete ich einen neuen Versuch. Und es klappte.

Wie wir/ich abgestillt habe

Wie immer brachte ich den Sohn ins Bett und erklärte vor dem stillen, dass wir jetzt nur noch zum Einschlafen stillen, danach würden wir, wenn er aufwacht, kuscheln. Er nickte und stillte sich in den Schlaf. Ich ging beim ersten Aufwachen zu ihm, erklärte ihm ruhig, dass ich bei ihm sei und wir jetzt kuscheln und er ganz ruhig wieder einschlafen könne. Und er tat es. Ohne Probleme. Ich war überwältigt.

Das zweite Mal in der Nacht klappte es allerdings nicht. Er weinte, schrie, ließ sich nicht anfassen und beruhigen. Also bin ich mit ihm aufgestanden. Wir sind ins Wohnzimmer gegangen und haben lange den Mond angeschaut, den er so liebt, danach sind wir in sein Kinderzimmer und haben dort ein paar Bücher gelesen. Wir waren in dieser Nacht etwa 1 ½ Stunden wach. Ich fragte ihn immer wieder, ob er jetzt ins Bett gehen möchte, bis er damit einverstanden war. Ich bot ihm an, auf meinem Schoß einzuschlafen und keine 5 Minuten später hielt ich ein schlafendes Kind im Arm.

In der zweiten Nacht lief es ähnlich, aber schon weitaus besser. Das erste Aufwachen verlief gleich, beim zweiten Aufwachen wurde nur kurz gemeckert und geweint, ich durfte aber daneben sitzen und nach wenigen Minuten kletterte er auf meinen Schoß, schmiegte sich an mich und schlief ein.

So ging das noch zwei weitere Nächte. Das häufige aufwachen und unruhige Suchen, Stillen und Wühlen, war bereits ab der ersten Nacht verschwunden und das Stillen nach dem Aufwachen wollte er ebenfalls ab Beginn nicht mehr. Er wollte viel lieber direkt mit seinem Papa aufstehen und frühstücken.

Weil es plötzlich so unerwartet gut lief, war ich überschwänglich und versuchte in der 5 Nacht auch das Einschlafstillen ausfallen zu lassen. Und siehe da, unser Kind kuschelte sich bereitwillig in meinen Schoß, schlief ein und ließ sich nach einer Weile schlafend auf das Bett legen. Nach dieser Nacht wollte er auch Tagsüber nicht mehr stillen. Plötzlich haben wir abgestillt.

Warum hat das Abstillen plötzlich funktioniert?

Ich glaube tatsächlich, dass unser Kind einen kleinen Sprung gemacht hat und sich selbst langsam, gaaanz langsam, dem Punkt näherte, an dem er auf das Stillen verzichten konnte. In den Nächten davor gab es immer wieder Momente, in denen er sich bewusst von der Brust weg drehte und versuchte nach dem Stillen ohne einzuschlafen.

Außerdem war ich wieder etwas gelassener und konnte entspannter an die ganze Sache herangehen. Ich bin mir sicher, dass sich das auch auf unser Kind übertragen hat, aber auch, dass er spürte wie ernst es mir mit dem Abstillen war.

Wie läuft es so ohne Stillen und vorallem ohne Einschlafstillen?

In der ersten Woche ohne Stillen lief zuhause alle ganz hervorragend. Die Nächte waren ruhig und wurden nur ein bis zwei Mal kurz unterbrochen. Das initiale Einschlafen ging schnell auf meinem Schoß. Dafür lief plötzlich in der KiTa nichts mehr. Beim Abschied wurde wieder bitterlich geweint, es wurde immer wieder nach mir gerufen und auch der Mittagsschlaf war kein Zuckerschlecken mehr, obwohl er vorher dort immer schnell und gut eingeschlafen ist. Es hat etwas über eine Woche gedauert, bis sich auch dort wieder alles eingependelt hat.

Inzwischen sind zwar zuhause die Nächte weiterhin ruhig, aber das Einschlafen dauert laaaaaange. Das Kind möchte nicht mehr auf meinen Schoß einschlafen, sondern lieber alleine auf einem großen Kissen. Dabei müssen Mama und Papa anwesend sein. Es wird noch lange gewühlt, sich immer wieder hingesetzt und erzählt. Manchmal hilft leise Musik um ihn herunterkommen zu lassen, ab und an darf ich meine Hand auf seinen Rücken legen und manchmal rollt er sich auch zu seinem Papa. Wir versuchen ihm vor dem Zubettgehen etwas runter kommen zu lassen, aber Baden kitzelt noch mal die letzte Energie heraus. Bücher lesen findet er gerade doof und Tragen ist auch schrecklich blöd. Wir müssen einfach eine neue Abendroutine für uns finden, aber das bekommen wir schon hin.

Womit ich allerdings nicht gerechnet habe ist, dass sich das Abstillen so stark auf mich auswirkt. Ich bin öfter unentspannt, weitaus entspannter als in der „Horror“-Phase unsere Stillbeziehung, aber eben auch weitaus unentspannter als in den 20 Monaten davor. Ich bin schneller gereizt und habe weniger Geduld, wenn unser Sohn sich partout nicht Anziehen möchte oder beim Essen ständig der Fuß mit auf dem Tisch kommt.

Stillen war auch für mich immer eine Auszeit. Ich habe es wirklich sehr genossen so innig mit meinem Sohn eine kleine Pause einzulegen. Und die fehlt mir jetzt einfach. Kuscheln ist noch immer nicht sein Ding und Bücher sind leider gerade total langweilig. Ich brauche einfach wieder etwas, das ich gemeinsam mit dem Kind machen kann, was aber nicht Klettern, Toben, Rennen und Fangen ist. Vielleicht muss mein Körper aber auch einfach erstmal auf den veränderten Hormonhaushalt klarkommen.

Der perfekte Weg des Abstillens

Wir sind keinen perfekten Weg des Abstillens gegangen und die zwei Umwege würde ich gerne streichen. Sicher hätten wir es anders machen können und ganz sicher werden mir einige sagen, ich hätte einfach durchhalten sollen und wieder andere, dass ich schon viel früher hätte aufhören sollen. Klar, vielleicht hätte eine Woche später wieder alles gut sein können, aber diese eine Woche hätte ich nicht mehr geschafft und wer hätte schon sagen können, ob es besser wird und nicht noch einen Tick schlechter und schwerer?

Ich habe unsere Stillbeziehung geliebt und hätte gerne noch weiter gestillt, aber eben nicht so, wie es zuletzt bei uns lief. Es war für mich keine Option durchzuhalten und davor gab es keinen Grund für mich abzustillen. Ich sah uns eigentlich dieses langzeitstillen noch lange genießen.

Was zählt ist, dass es uns jetzt, so wie es ist, gut geht. Und ich freue mich auf eine neue Stillbeziehung mit unserem zweiten Kind und bin gespannt, wie lange diese gehen wird. Ganz optimistisch möchte ich natürlich auch in dieser Beziehung dem Kind die Entscheidung überlassen, sie zu beenden, aber ich lasse mir auch die Freiheit, wieder diejenige zu sein, die den Schlussstrich zieht. Diesmal aber ohne Umwege.

Wenn Kinder klammern

Die meisten Kinder beginnen im Alter von 7 Monaten zu entdecken, dass sie von der Mutter unabhängige Wesen mit eigenen Handlungs- und Entscheidungsmöglichkeiten sind. Mit dieser Erkenntnis beginnt der Weg in die Selbstständigkeit. Allerdings gibt es auch Kinder, die anders sind: Sie klammern sich vom ersten Tag ihres Lebens an die Mutter und sind auch später noch übermäßig anhänglich.

Wenn das Urvertrauen fehlt

Damit ein Kind Sicherheit in emotionale Bindungen und ein grundlegendes Vertrauen in das Leben entwickeln kann, ist das Urvertrauen von entscheidender Wichtigkeit. In den ersten Lebenstagen und –wochen werden hier die entscheidenden Grundlagen gebildet: Die Eltern sind anwesend, lieben und umsorgen das Kind und erfüllen sein Bedürfnis nach Nahrung, Wärme und Körperkontakt. Das Kind lernt in dieser Zeit: Das Leben ist gut zu mir und ich kann darauf vertrauen, dass für mich gesorgt wird. Allerdings gibt es Situationen, in denen die Vertrauensbildung am Anfang des Lebens gestört wird. Babys, die zu früh oder krank auf die Welt kommen und lange Zeit im Krankenhaus bleiben müssen oder Säuglinge, deren Mutter krank ist oder stirbt, verpassen diese erste Phase leicht und übrig bleibt eine andere Gewissheit: Nämlich die, dass das Leben nicht immer gut ist und emotionale Bedürfnisse nicht wahrgenommen und erfüllt werden. Ähnliche Vorstellungen entwickeln Babys, die vernachlässigt oder gar misshandelt werden und in lieblosen Verhältnissen aufwachsen. Neuere Forschungen und Erfahrungsberichte legen sogar nahe, dass Kinder, die während der Schwangerschaft von ihren Müttern abgelehnt werden, Probleme mit dem Urvertrauen entwickeln.

Wenn das Urvertrauen fehlt, dann hat ein Kind andere, ebenso starke Gefühle. Angst und Unsicherheit bestimmen sein Leben und es sucht dort Schutz, wo es sich trotz allem am sichersten fühlt: nämlich bei der Mutter. Meist sind die Mütter das Ziel des klammernden Kindes. Allerdings liegt dies wohl daran, dass sich in der Regel Mütter noch immer in den ersten Lebensjahren um das Kind kümmern.

Das 24-Stunden-Baby

Manchmal verläuft eigentlich alles normal: Das Kind ist ein Wunschkind und kommt gesund und pünktlich zur Welt, die Eltern haben die Schwangerschaft genossen und freuen sich auf den Familienzuwachs. Das Baby, das geboren wird, hat trotzdem scheinbar extreme Verlustsängste: Es schreit ununterbrochen, außer es ist ganz nah bei der Mutter und hat möglichst engen Körperkontakt. Warum Babys dieses Verhalten entwickeln ist manchmal nicht nachvollziehbar und die Belastung für die Eltern, insbesondere für die Mutter, ist groß, denn sie kann kaum einen Schritt ohne das Baby tun und das 24 Stunden täglich. Dieses extreme Klammerverhalten dauert oft bis ins dritte oder vierte Lebensjahr hinein. Oft entwickeln Kinder, die in ihrem Bedürfnis nach 100%-iger Nähe nicht geachtet werden, psychische Störungen. Sie werden fast autistisch, verweigern teilweise sogar das Essen und beginnen, sich zurück zu entwickeln. Durchstehen Eltern diese Zeit und erfüllen das kindliche Bedürfnis, verschwindet es irgendwann allmählich und aus dem ehemaligen Klammeraffen wird ein aufgewecktes und kontaktfreudiges Kind.

Klammern bei Kleinkindern

In seiner Entwicklung durchläuft ein Kind einige Phasen, in denen es sehr anhänglich ist. So tritt zum Beispiel mit etwa sechs Monaten die Fremdelphase auf, in der alle Personen, die nicht zur engen Familie gehören, ängstlich abgelehnt werden. Wenn diese Phase etwa im Alter von 18 Monaten endet, werden die Kinder wieder aufgeschlossen und kontaktfreudig. Auch später kommt es wieder zu Abschnitten, in denen das Kind viel Nähe und Zuneigung braucht, doch je älter es wird, desto unabhängiger wird es von den Eltern.

Doch manche Kinder sind anders. Sie bleiben bis ins Kindergartenalter hinein ängstlich und schüchtern und weinen, wenn die enge Bezugsperson (dies kann Mutter oder Vater sein), auch nur den Raum verlässt. Andere Kinder entwickeln sich scheinbar ganz normal und werden plötzlich zu Klammerkindern. Verständlich, dass Eltern sich so oder so Gedanken machen, was denn mit ihrem Kind nicht stimmt. Besonders dann, wenn das Klammern plötzlich und ohne ersichtlichen Grund auftaucht, sollten Sie hellhörig werden. Hatte Ihr Kind ein traumatisches Erlebnis, dass das Klammern verursacht hat? Ist dies der Fall und dauert die Klammerphase Ihres Kindes über längere Zeit an, sollten Sie sich professionelle Hilfe im Kindergarten oder bei einer Familienberatungsstelle suchen.

Umgang mit dem Klammerkind

Eltern sollten sich über eines im Klaren sein: Übermäßige Anhänglichkeit ihres Kindes ist ein Bedürfnis des Kindes, das es befriedigen muss. Sie sollten nicht auf den Gedanken kommen, dass Ihr Kind Sie ärgern oder kontrollieren will. Es sucht nach Halt und Sicherheit und wählt dazu natürlich Sie als Eltern. Sie sind die engsten Bezugspersonen Ihres Kindes und es ist darauf angewiesen, dass Sie es beschützen. Die Erfahrung zeigt, dass Bedürfnisse von Kindern, die ausreichend erfüllt wurden, ganz von selbst verschwinden. Ein Kind, das die Nähe seiner Eltern braucht und deshalb lange zusammen mit ihnen im Bett verbringt, wird irgendwann in sein eigenes Bett verschwinden. Kinder, die sich bis ins Kindergartenalter hinein durch die Gegend tragen lassen, werden irgendwann selbst laufen und auch anhängliche Kinder, die die elterliche Nähe übermäßig nötig hatten, werden sich irgendwann lösen.

Der gute Rat ist: Erfüllen Sie die Bedürfnisse Ihres Kindes, denn wenn Sie es nicht tun, dann erfährt Ihr Kind von Ihnen Ablehnung und Abweisung – und das verstärkt die Anhänglichkeit nur und führt zu starken Bindungsproblemen. Kinder, die weinend im Kindergarten zurückgelassen werden (und dort stundenlang weiterweinen), Kinder, denen der Körperkontakt verwehrt wird, weil es gar zu dicht an Sie heranrückt, fühlen sich verlassen und ungeliebt. Allerdings sollten Sie dafür sorgen, dass Ihr Kind mehr als eine enge Bezugsperson hat. Denn jeder braucht mal eine Pause. Selbst wenn Ihr Kind unzufrieden ist, weil die so wichtige Mama mal eben allein unter die Dusche oder zum Einkaufen geht, wird es das schadlos überstehen – wenn Sie als Vater für es da sind und ihm zeigen, dass es nicht allein ist und geliebt wird.

Zum Weiterlesen:

http://www.hallo-eltern.de/m_baby/Entwicklung-Baby-selbststaendigkeit.htm

Ihr Kleinkind verstehen

Die Balance zwischen Abhängigkeit und Unabhängigkeit

Ein Kleinkind ist kein Baby mehr und fühlt sich auch nicht mehr wie eine Verlängerung der Mutter, die als „Kopf“ das Leben lenkt und kontrolliert und in deren Gesichtsausdruck das Baby sich und die Welt erkennt.
Aber ein Kleinkind ist auch noch kein Kind. Es versteht noch nicht, dass Sie ein Mensch mit eigenen Rechten sind, die man respektieren oder missachten kann. Sein Gehirn ist noch nicht weit genug entwickelt, weshalb es sich noch nicht in andere hineinversetzen kann. Es versteht nur seine eigene Perspektive und nicht, weshalb andere Menschen andere Ansichten oder Bedürfnisse haben könnten. Es kann noch keine Verantwortung übernehmen.
Ihr Kleinkind hat gerade erst angefangen zu verstehen, dass Sie beide separate Personen sind – und in seiner Welt ist das noch lange keine verinnerlichte Selbstverständlichkeit.
Manchmal verteidigt Ihr Kleines jetzt seine gerade gefundene Individualität und schreit „Nein!“ und „Lass mich!“ Ihr Kind kämpft vehement gegen Ihre Kontrolle an und kämpft dabei auch jedes Mal gegen seine eigene Hilfsbedürftigkeit. Die neu entdeckte Eigenständigkeit, der eigene Wille, ist gerade so wertvoll, dass Ihr Kind Einschränkungen häufig nicht akzeptieren kann.
Aber manchmal hängt Ihr Kind auch sprichwörtlich an Ihrem Rockzipfel, weint, wenn Sie den Raum verlassen, streckt Ihnen die Arme entgegen, um auf den Arm genommen zu werden, und sperrt den Mund auf, damit Sie es füttern.
Dieses Hin-und-Hergerissensein Ihres Kindes mag Sie verwirren, für Ihr Kleines ist es eine schmerzvolle Zeit. Zwar versteht Ihr Kind langsam, dass es eine eigenständige Person ist, trotzdem fühlt es sich immer noch sicherer an, ein Teil von Ihnen zu bleiben. Ihr Kind kämpft darum, selbstständig zu handeln und seine Freiheit zu erobern- und gleichzeitig macht genau das ihm manchmal Angst, weil es so an Ihnen hängt.
Die Aufgabe für Ihr Kind heißt jetzt, Vorlieben und Abneigungen zu entwickeln und diese auch dann noch zu verteidigen, wenn sie mit Ihren Interessen kollidieren. Doch dieser Konflikt scheint Ihrem Kind unglaublich gefährlich: Es liebt niemanden auf der Welt so wie Sie – und ist von Ihrer uneingeschränkten Liebe abhängig.
In Sachen Entwicklung stehen bei Ihrem Kind alle Zeiger auf „Unabhängigkeit“ und die kollidieren dabei mit der emotionalen inneren Uhr Ihres Kindes, denn die tickt „lieben und geliebt werden“.
Wenn Sie erwarten, dass Ihr Kleinkind bleibt, was es war – ein vergleichsweise gehorsames Baby – dann muss Ihr Kind zwangsläufig mit Ihnen aneinander geraten. Es braucht Ihre Liebe und Anerkennung, aber Ihr Kind spürt die innere Notwendigkeit, heranzuwachsen, und es möchte und sollte für Ihre Liebe nicht den Preis von zu großer Abhängigkeit zahlen.
Wenn Sie erwarten, dass Ihr Kleines über Nacht vernünftig wird (das braucht Zeit!), dann wird es sich unzulänglich fühlen. Ihr Kleinkind braucht Ihre Hilfe und Ihren Trost. Es braucht Verständnis, wenn es „unvernünftig“ handelt und mal wieder ausrastet. Diese Ausraster sind kein böser Wille – Ihr Kind steht diesen starken Gefühlen selbst hilflos gegenüber und braucht dann liebevolle Begleitung statt wütendem Schimpfen.
Gleichzeitig ist es wichtig, dass Sie ihm, wann immer möglich, Freiräume und eigene Entscheidungen zugestehen – sonst provozieren Sie Ihr Kind, aufmüpfig zu werden. Haben Sie Geduld und erwarten Sie keine Entwicklung über Nacht, sonst wird Ihr Schatz weinerlich.

Den Mittelweg finden

Es gibt einen Mittelweg: Ihr Kind kann auf eigene Faust Abenteuer wagen und dabei dennoch geschützt und von Ihnen behütet sein. Ihr Kind kann sich ausprobieren, doch die Niederlagen werden abgefedert.
Ein Mittelweg, der einen festen Rahmen für das Verhalten Ihres Kindes festlegt, der aber gleichzeitig gepolstert ist, so dass Ihr Kleinkind innerhalb der Abmachung seine wachsende Unabhängigkeit ausprobieren kann, ohne sich dabei zu viele blaue Flecken einzuhandeln.
Um diesen Mittelweg zu finden, müssen Sie ein paar Dinge über die Entwicklung Ihres Kleinkindes wissen, die nicht offensichtlich sind. Lassen Sie sich nicht von vordergründigen Anzeichen täuschen! Ihr zwei Jahre altes Kind wirkt äußerlich oft viel älter, als es wirklich ist. Es läuft, spricht und spielt fast wie ein dreijähriges Kind. Aber sein inneres Verständnis und seine Erfahrungen sind noch lange nicht soweit.
Behandeln Sie Ihr Kind wie ein kleines Baby, dann bremsen Sie seine Entwicklung: Ihr Kind muss dazulernen. Es muss neue Erfahrungen machen. Behandeln Sie Ihr Kind aber wie ein Vorschulkind, setzen Sie es unter immensen Druck: Es braucht Ihre Hilfe, um dazuzulernen. Neue Erfahrungen müssen für Ihr Kind machbar und zu bewältigen sein.

Aus Erfahrung lernen

Natürlich kann sich Ihr Kleinkind schon Dinge merken. Es kann sich zum Beispiel vermutlich so gut wie Sie an Menschen, Plätze, Lieder und Gerüche erinnern. Aber andere Dinge kann es sich noch nicht so gut merken.
Als Baby – das ein Babyleben führt – war dies weder notwendig noch besonders offensichtlich. Aber jetzt, wo Ihr Kind sich den Aufgaben eines Kleinkindes zuwendet, ist es notwendig und durchaus offensichtlich. Ein Beispiel: Tag für Tag stolpert Ihr Kind über die Stufe zwischen der Küche und dem Wohnzimmer.
Und Sie ärgern sich und sorgen sich zugleich wegen der vielen Beulen am Kopf Ihres Kindes: Wie oft muss das noch passieren, bis es endlich dazugelernt hat? Ihr Kind wird dazulernen. Aber das braucht Zeit. Ihr Kleines kann sich diese dumme Stufe einfach nicht merken – bis wiederholte Erfahrung sie in sein Gedächtnis geschrieben hat. Und da sind oft so einige Wiederholungen nötig, einfach, weil ihr Kleinkind noch so abgelenkt und ungestüm ist.
Als Ihr Kleinkind noch ein Baby war, mussten Sie es davor bewahren, überhaupt hinzufallen. Später werden Sie Ihr Kind einfach nur auf die Stufe aufmerksam machen müssen. Aber jetzt sorgen Sie dafür, dass die Erfahrung für Ihr Kleinkind nicht zu schmerzhaft ist. Sie sollten die Stelle gut abpolstern und Ihr Kind immer wieder an die Stufe erinnern – ohne aber zu schimpfen oder ihr Kind lächerlich zu machen.

Vorausdenken lernen

Ihr Kind kann sich vergangene Dinge noch nicht so gut merken – genauso hat es noch Schwierigkeiten vorauszudenken. Ihr Kleinkind kann voraussagen, dass Sie jetzt zur Arbeit gehen, weil Sie den Aktenkoffer in der einen Hand tragen. Aber es kann noch nicht sagen, was passiert, wenn es sich in einer bestimmten Weise verhält.
Wenn Ihr Kleines die Leiter hochkommt, dann wird es das auch tun, ohne sich vorher zu überlegen, wie es danach wieder runter geht. Meist sind es Gedächtnisschwierigkeiten kombiniert mit der Unfähigkeit vorauszudenken, die Kinder in Schwierigkeiten bringen.
Immer wieder haben Sie Ihrem Kind gesagt, dass es nicht auf die Knöpfe am Fernseher drücken soll. Aber wenn sich Ihr Kleines dem Fernseher das nächste Mal nähert, hat es Ihre Ermahnung schon wieder vergessen und auch die Ahnung einer Standpauke ist nicht stark genug, um Ihr Kind von den Knöpfen fern zu halten. Diese Knöpfe müssen einfach gedrückt werden. Sie besitzen magische Anziehungskraft! Für Ihr Kind ist alles noch so neu und aufregend!
Und das ist auch der Grund, warum Ihr Kleinkind auf nichts warten kann: Es kann nicht vorausdenken. Wenn Ihr Kind etwas will, dann sofort. Und deshalb ertönt schon lautstarkes Geschrei, während Sie doch gerade die Verpackung vom Eis abmachen. Auf etwas zu warten, ist schwierig für Ihr Kind.
Noch schwieriger ist es, eine kleine Unannehmlichkeit jetzt hinzunehmen, damit es ihm später besser geht. Und deshalb brüllt Ihr Kind zuerst vor lauter Unglück über die klebrigen Eisreste in seinem Gesicht und bekämpft dann trotzdem den Waschlappen, mit dem Sie die klebrigen Reste entfernen wollen. Die meiste Zeit lebt Ihr Kind nur im Jetzt.

Gefühle wahrnehmen lernen

Ihr Kleinkind denkt noch sehr einfach und das kann zu Schwierigkeiten in der Interaktion mit anderen Menschen führen. Ihr Kind liebt Sie. Jeder, der Sie kennt, sagt Ihnen, dass Ihr Kind Sie liebt. Auch Ihr Kleines sagt und zeigt es Ihnen. Und wenn es Sie über beide Ohren anlacht, Sie voller Inbrunst umarmt, wenn es Sie konspirativ anlächelt oder stillvergnügt in sich hineingluckst, dann spüren Sie es auch.
Trotzdem verhält sich Ihr Kind Ihnen gegenüber vermutlich sehr selten „liebevoll“, so wie Erwachsene es verstehen. Es kann sich noch nicht in Ihre Lage hineinversetzen und die Welt durch Ihre Augen sehen. Ihr Kind hasst es, Sie weinen zu sehen. Aber es kann noch nicht verstehen, warum genau Sie traurig sind oder warum jemand anders fühlt als es selbst.
Ihr Kind muss sich auch noch nicht mit den Gefühlen anderer Menschen auseinandersetzen. Es muss erst einmal lernen, die eigenen Gefühle zu verstehen. Wenn Ihr Kind Sie beißt und Sie beißen zurück, um „zu zeigen, wie sich das anfühlt“, dann wird es vor Wut brüllen und völlig enttäuscht darüber sein, dass Sie ihm absichtlich weh tun! Ihr Kind kann keine Verbindung zwischen seiner Aktion und Ihrer Reaktion, zwischen seinen und Ihren Gefühlen herstellen.
Wenn Sie Ihr Kleinkind verstehen wollen, dann müssen Sie verstehen, wie sich sein Denken entwickelt. Erst wenn die Denkprozesse heranreifen, fügen sich widersprüchliche Emotionen und irreführende Fähigkeiten zu einem vernünftigen Ganzen zusammen und lassen sich lenken – dann sprechen wir von einem „Kind“. Zuletzt überarbeitet: Januar 2020

Meilensteine: Trennung und Unabhängigkeit

Wann versteht Ihr Baby, wo Sie aufhören und es selbst beginnt? Bei der Geburt denkt es, es wäre ein Teil von Ihnen und begreift sich nicht als Individuum. Neugeborene verstehen noch nicht einmal, dass diese winzigen Hände und Füße, die sie sehen, ihre eigenen sind. Aber je mehr körperliche, geistige und emotionale Fähigkeiten Ihr Baby sich aneignet, desto stärker wird es sich als Person wahrnehmen (mit eigenem Körper, eigenen Gedanken und Gefühlen). Und es wird zunehmend darauf bestehen, seinen Kopf durchzusetzen.

Wann wird mein Kind seinen Sinn für Individualität entwickeln?

Es braucht viele Jahre, bis sich Individualität voll entfaltet. Zuerst glaubt Ihr Baby, Sie und es wären ein- und dieselbe Person.
Eine Studie aus England zeigt sehr genau, wie wenig Babys von ihrer eigenen Existenz begreifen. Die Forscher setzten mehrere Säuglinge unter einem Jahr vor einen Spiegel. Sie wollten herausfinden, ob Sie das Spiegelbild als ihr eigenes begreifen. Das taten sie nicht. Die Kinder betätschelten die Oberfläche im festen Glauben, einen Spielkameraden vor sich zu haben (Amsterdam 1972).
Im sechsten Monat begreift es dann, dass Sie beide eigenständige Wesen sind – damit einher geht die Angst, Sie könnten für immer weggehen (Sheridan 2008). In dieser Phase beginnt üblicherweise die Trennungsangst, auch Fremdeln genannt. Aber sobald sich Ihr Kind sicherer ist, dass Sie es wieder aus der Krippe oder vom Babysitter abholen, wird es sich wieder mit der Entfaltung seiner eigenen Persönlichkeit befassen. Im Kleinkindalter kann der unbändige Freiheitsdrang sogar manchmal zum Problem werden. „Ich will…“ ist oft der Anfang von großen Wutausbrüchen.

Wie sind die Entwicklungsschritte meines Babys zu Trennung und Unabhängigkeit?

Erster bis sechster Monat
Kinder unter sechs Monaten identifizieren sich vollständig mit demjenigen, der sie hauptsächlich versorgt. Sie denken nicht wirklich über sich nach, nur über das, was sie im Moment brauchen: Essen, Liebe und Aufmerksamkeit. In den ersten drei Monaten überfordert Ihr Baby allein der Gedanke an eine Identität. Es ist viel zu sehr damit beschäftigt, seine Muskel-Koordination in den Griff zu bekommen.

Erst ab dem vierten Monat werden Sie möglicherweise Anzeichen von Freiheitsdrang entdecken. Nämlich dann, wenn Ihr Baby merkt, dass Sie kommen, wenn es weint. Mit diesem Gedankenschritt versteht es, dass es einen eigenen Willen hat und dass sein Verhalten andere (in dem Fall Sie) beeinflusst.
Sieben bis 12 Monate
Etwa im siebten Monat wird Ihr Baby begreifen, dass es unabhängig von Ihnen existiert. Das ist ein großer geistiger Sprung, der gefeiert werden sollte. Dummerweise macht dieses neue Wissen Ihr Baby unsicher. Es wird so anhänglich, dass es in Tränen ausbricht, wenn Sie auch nur für eine Minute den Raum verlassen. Noch fehlt ihm das Wissen, dass Sie zurückkommen werden (Sheridan 2008).
Heimliches Wegschleichen, wenn Sie Ihr Kind beispielsweise in der Krippe abgeben, ist nicht hilfreich. Im Gegenteil: Es wird seine Angst schüren, dass Sie nicht wiederkommen könnten. So hart das sein kann: Verabschieden Sie sich und gehen Sie, während Ihr Baby Sie beobachtet.
Eine guter Trost könnte zum Beispiel ein weiches Tuch sein, das nach Ihnen riecht – als kleiner Ersatz für Sie während Ihrer Abwesenheit.
12 bis 24 Monate
Ihr Baby macht jetzt große Fortschritte bei der Unterscheidung zwischen sich selbst und der restlichen Welt.
Zweijährige regen sich zwar manchmal noch furchtbar auf, wenn man sie in die Krippe oder zu einem Babysitter bringt, aber jetzt beruhigen sie sich viel schneller. Erfahrung und ihr wachsendes Erinnerungsvermögen haben sie gelehrt, dass Sie auf jeden Fall wiederkommen werden. Das Vertrauen Ihres Kleinkindes in Sie wächst nun, weil Sie über lange Zeit bewiesen haben, dass Sie es lieben und sich um es sorgen. Dieses Gefühl von Sicherheit ermutigt es nun zu eigenen Erkundungen.
Was sind Anzeichen für diese neue Unabhängigkeit? Ihr Kind wird fünf Nächte hintereinander auf seinem rosafarbenen Schlafanzug bestehen, nur noch bestimmte Gerichte mögen und ganz allein in den Autositz klettern (NHS nd).
25 bis 36 Monat
Im Alter zwischen zwei und drei Jahren wird Ihr Kleinkind den Kampf um seine Unabhängigkeit fortsetzen. Es wird bei seinen Expeditionen größere Kreise ziehen, auch wenn diese weiter von Ihnen wegführen (Sheridan 2008). Es wird seine Grenzen austesten (z.B. die Wände bemalen, auch wenn Sie ihm das verboten haben). „Ich kann das alleine!“ ist vermutlich einer der Sätze, die Eltern in dieser Zeit am häufigsten hören.

Wie wird mein Kind weitergehen auf seinem Weg in die Unabhängigkeit?

Mit dem Alter wachsen der Wunsch nach Unabhängigkeit und das Selbstbewusstsein. Jedes Jahr wird Ihr Kind nun mehr Dinge allein machen wollen. Je älter es wird, desto mehr Wissen wird es sich aneignen und desto besser kann es seine Fähigkeiten einschätzen. Seine künftige Entwicklung schließt mit ein, dass es sich selbst etwas zu Essen machen kann, Freundschaften schließt und zur Schule geht.

Wie kann ich mein Kind unterstützen?

Wenn Ihr Kind sich auf den Weg macht, die Welt zu erforschen, braucht es Rückhalt. Wenn Sie ihm immer mit Liebe und Unterstützung zur Seite stehen, wird es der Welt voller Selbstvertrauen entgegentreten. Das Band zwischen Ihnen beiden können Sie bereits im Säuglingsalter knüpfen. Einfache Dinge sind der Schlüssel zu dieser Verbindung fürs Leben. Dazu gehören: Sofort auf sein Weinen zu reagieren, es zu füttern, wenn es hungrig ist, seine Windel zu wechseln, wenn sie schmutzig ist, sowie lächeln, mit ihm sprechen und immer ein aufmerksamer Helfer sein.
Sie sollten Ihrem Kind zu Hause eine sichere Umgebung bieten. Babys und Kleinkinder müssen ihre Grenzen testen und ihre Umwelt erforschen, um unabhängiger zu werden. Deshalb sollten Sie gefährliche Gegenstände aus seiner Reichweite halten. Das ist für Sie und Ihren kleinen Forscher weniger frustrierend, als wenn Sie immer in seiner Nähe sein müssen und „Nein“ zu allem sagen, an dem sich Ihr Kind verletzen könnte.
Behalten Sie immer im Kopf: Ihr Baby braucht Ihren Trost und Ihre Liebe, auch wenn es beginnt, seine Welt zu erobern. Die meisten Kinder benötigen mit zunehmendem Alter zwar weniger Hilfe, aber sie lechzen dennoch nach der Aufmerksamkeit ihrer Eltern. Ermutigen Sie Ihr Kind immer, wenn es etwas allein versucht, aber scheuchen Sie es auch nicht weg, wenn es angerannt kommt, um sich von Ihnen helfen zu lassen. Ihr Baby wird noch sehr lange Ihr Lob und Ihre Unterstützung wollen und brauchen.

Wann sollten Sie sich Sorgen machen?

Obwohl Trennungsangst für Kinder zwischen zehn und 18 Monaten normal ist, sollten Sie mit dem Kinderarzt reden, wenn die Angst Überhand nimmt – wenn Ihr Kind so nervös ist, dass es nichts tun kann, solange es nicht an Ihrer Seite ist, oder wenn es untröstlich bleibt, auch wenn Sie schon vor längerer Zeit weggegangen sind.

Quellen

Amsterdam B. 1972. Mirror image reactions before age two. Developmental Psychobiology 5:297-305
Ainsworth MDS and Bowlby J. 1991. An ethological approach to personality development. American Psychologist 46:331-341. www.inamu.edu.sa
NHS. nd. Birth to five development timeline. http://www.nhs.uk/tools/pages/birthtofive.aspx
Sheridan M. 2008. From birth to five years: children’s developmental progress. London: Routledge

Kleinkind-Entwicklung: Das Kleinkind im 22. Monat

Im 22. Monat entwickeln sich Feinmotorik und Spracherwerb weiter. Wie du diese Entwicklungen fördern kannst und wie du auf Anweisungen deines Kindes reagieren solltest.

Körperbau und Motorik

Dein Kind läuft nicht mehr so breitbeinig mit vorgestrecktem Bauch und Hohlkreuz. Es setzt beim Laufen die Füße nun parallel voreinander. Es verliert immer mehr von seinem Babyspeck, stattdessen bilden sich Muskeln. Aus dem Stand kann sich dein Kind bücken, einen Gegenstand aufheben und wieder aufrichten.

Fortschritte in der Entwicklung durch das Spiel

In der feinmotorischen Entwicklung macht dein Kleinkind große Fortschritte. Es spielt gerne mit Gegenständen, die es ineinanderstecken oder stapeln kann, sowie mit Spielsachen zum Schieben und Ziehen. Durch das Spielen lernt dein Kind die Geschicklichkeit seiner Hände einzusetzen, auch die Entwicklung von Seh- und Hörvermögen wird spielerisch weiterentwickelt.
Das Nachahmen spielt in dieser Phase der Kleinkind-Entwicklung nach wie vor eine große Rolle. Das Kind imitiert das Verhalten von Anderen und von Tieren. Das Konzentrieren fällt deinem Kleinkind leichter, so dass es sich schon ganz gut alleine beschäftigen kann.

Sprachentwicklung im 22. Monat

Der Wortschatz deines Kindes erweitert sich rasant. Jetzt versteht dein Kleinkind zusammenhängende Abläufe besser und ist geduldiger, weil es versteht, dass du eine angefangene Arbeit erst zu Ende führen möchtest. Erwarte jedoch nicht zu viel Geduld von deinem Kleinkind, es testet auch seine Grenzen aus.

Entwicklung & Erziehung

Wie Babys das Sprechen lernen

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Wenn dein Kind 22 Monate alt ist, kann es zweiteilige Anweisungen wie „Nimm bitte die Jacke und bring sie her“ befolgen. Allerdings reagiert es unter Umständen frustriert, wenn die ihm gestellten Aufgaben zu schwierig sind oder manches nicht so klappt, wie es sich das vorgestellt hat.
Allmählich gibt dein Kind auch selbst Anweisungen („nicht Bett gehen“ oder „jetzt essen“). Erfülle deinem Kind aber nicht jeden Wunsch, nur weil es ihn ausspricht. Mach ihm deutlich, dass du es verstanden hast und erkläre ihm, warum es seinen Wunsch nun nicht erfüllt bekommt. Oft entwickelt sich daraus ein neuer Wutanfall seitens deines Kindes, welchen du weitgehend ignorieren solltest.

Aber ich will!!!

Trotzphase: Trotz lass nach!

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Das Kind im 22. Monat richtig fördern

Guck mal, so gut kann ich das schon!

Gib deinem Kleinkind einfache Holzpuzzles und Bausteine zum Spielen. Es wird sich stolz freuen, wenn es dir zeigen kann, wie schnell es die Teile richtig zusammensetzen kann. Außerdem kann es so seine neuen motorischen Fähigkeiten trainieren.
Wenn dein Kleinkind gerne mit Bauklötzen oder -steinen spielt, integriere kleine Figuren wie Männchen oder Tiere in das Spiel, so kann es seinem Bedürfnis nach Rollenspielen nachgehen.
Bewegungsspiele, Musik und Reime mag dein Kind in dieser Phase der Kleinkind-Entwicklung sehr gerne. Da es viel über Nachahmung lernt, braucht es dich, andere Bezugspersonen und Spielkameraden als Vorbilder. Beziehe das Kleinkind in deinen Alltag mit ein.
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Gibt es einen Entwicklungsschub mit 22 Monaten??? Bin verzweifelt…

Hallo Ihr Lieben,
wir haben soooo ein schlimmes Jahr hinter uns, Lilly hatte zwei Fieberkrämpfe und mehrere Vorläufer und war überhaupt viel krank.
Mitte Dezember hatte sie einen einfachen Schnupfen, der nach einer Woche in einer Ohrentzündung überging. Laut ärzlichem Rat haben wir dann eine Woche nur mit Fiebersäften und Homöopathie versucht, das Ganze in den Griff zu bekommen. Das war mal wieder der totale Horror, weil ich immer noch so sehr Angst um sie habe… Da es aber nicht besser wurde, folgten dann doch 10 Tage Antibiotika (nach 6 war die Entzündung noch nicht weg und auch nach 10 noch nicht ganz). Ich habe ihr danach Milchsäurepulver gegeben und das homöopathische Mittel Sulfur. Ausserdem versuche ich sie mit Symbioflor wieder aufzupäppeln. Und ich stille sie noch.
Nur ist sie seitdem wie verwandelt. Lilly ist normalerweise ein totaler Sonnenschein, ein Kind, das wirklich jeden zum Lächeln bringt. Und nun hat sie auf einmal vor ganz vielen Sachen Angst, hängt ganz viel an mir, schläft ganz schlecht (sie wühlt nur rum und wird alle 10 Minuten weinend wach), manchmal hat sie wohl sogar richtig schlechte Träume. Sie wird ganz schnell wütend, ist oft schlecht gelaunt und gegen alles. Sie ist sooooo anders….
BITTE SAGT MIR, DAS ES UM DEN ZWEITEN GEBURTSTAG EINEN ENTWICKLUNGSSCHUB GIBT UND DAS ES VORBEIGEHT!!!!!!!
LG
Birgit
Bin soooo müde…

UPDATE: 22 MONATE TOM

Lange ist es her, dass es ein Update über Tom gab. Das fiel mir neulich auf. Deshalb ist es wirklich an der Zeit, euch zu erzählen, wie Tom sich in den letzten Monaten entwickelt hat. Ich hoffe, ihr freut euch darüber! Mittlerweile ist Tom 22 Monate alt. Kaum zu glauben, dass er im Januar schon seinen 2. Geburtstag feiern wird, oder?

Die Zeit ist wirklich gerast und es gibt so viel zu erzählen! Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll! Aber ich versuche es einfach. =)

Viel Spaß mit dem neuen Tom Update!

Wie einige von euch wissen, … zumindest diejenigen unter euch, die uns fleißig auf Instagram folgen, nennen wir Tom zeitweise auch liebevoll „Tomikaze“. Das liegt daran, dass er ein echter Draufgänger ist, … unser kleiner „Kamikaze-Tom“ eben. Man kann ihn nicht eine Sekunde aus den Augen lassen. Und das meine ich auch so! Nicht. Eine. Sekunde.

Tom schafft es nämlich im Bruchteil einer Sekunde, Blödsinn anzustellen und sich dabei stetig selbst in Gefahr zu bringen. Manchmal ist das ja noch recht harmlos. Dann räumt er „nur“ ein paar Schränke aus, sitzt plötzlich auf dem Tisch, malt Wände an, wirft Bücher in die Badewanne, spielt mit der Klobürste oder schüttet sämtliche Cornflakespackungen aus. Wir haben ihn auch schon mit einer Ladung Zahnpasta im Gesicht vorgefunden. Und mit zerschnittenem Body! Wie auch immer das innerhalb einer Sekunde mit einer Kinderschere möglich ist…

Aber manchmal ist es auch gefährlich. Dann klettert er auf einen Stuhl und stützt sich dabei gegen dessen Lehne, sodass dieser bedrohlich kippelt. Oder er spielt am Toaster. Oder er versucht über das Treppenschutzgitter zu klettern. Manchmal hüpft er auch wie wild auf der Couch herum und gerät dabei so sehr ins Wanken, dass ich jede Sekunde damit rechne, dass er herunterfällt und auf die Kante des Couchtisches stürzt. Und in ein Baugrubenloch (nicht wirklich tief) ist er auch schon gefallen.

Jetzt denkt ihr sicher: Huch, wie kann das alles sein? Passt ihr nicht auf?

Doch, das tun wir. Bei ihm sogar extrem. Aber ich bleibe dabei: Es reicht ein(!) unaufmerksamer Wimpernschlag und schon hat Tom etwas Neues angestellt. Und man kann ihn natürlich nicht von morgens bis abends im Auge behalten. Man kocht ja auch, muss zur Toilette, erledigt Arbeit und Haushalt.

Und das Schlimmste an alledem (… überspitzt ausgedrückt): Wenn man Tom von all seinen verrückten Vorhaben abhalten will, schreit und strampelt er herum, weil er fest davon überzeugt zu sein scheint, dass das, was er da tut, völlig legitim ist und es deshalb mehr als unfair ist, sich in die von ihm geschmiedeten Plänen einzumischen.

Was macht Tom neben dieser speziellen Abenteuerlust sonst aus?

Tom ist absolut interessiert an allem, was technisch ist und/oder Räder hat. Er liebt Fahrzeuge, insbesondere Bagger.

Und er liebt es, draußen zu spielen. Egal bei welche Wetter und bestenfalls von morgens bis abends. Ja, Tom wird sogar richtig grantig, wenn es bei zu schlechtem Wetter nicht nach draußen geht. Mit ihm kann man wirklich stundenlang draußen spielen. Er liebt es! Er fährt dann auf seinen Fahrzeugen herum, spielt im Garten, matscht in der Sandkiste, hilft bei Gartenarbeiten oder tobt einfach nur wie verrückt herum.

Machen wir mal weiter mit Toms Ess- und Schlafverhalten:

Schlafen tut Tom momentan … nein, eigentlich schon seit längerer Zeit … ziemlich schlecht. Mittagsschlaf hält er ohnehin nur nach Lust und Laune, egal wie eingespielt das Ritual eigentlich ist. Er will insbesondere dann nicht schlafen gelegt werden, wenn die Mädels zu Hause sind. Ich bin mir sicher, er hat Angst, er könnte etwas verpassen.

Doch an einem geregelten (All)Tag legen wir Tom nach dem Mittagessen hin, das ist etwa gegen 13-13:30 Uhr. Dann schläft er meist bis 15 Uhr. Abends kommt er zwischen 19:30 und 20:00 Uhr ins Bett. Davor werden die Zähne geputzt und danach gibt es nur noch Wasser zu trinken. Vor dem Schlafengehen schauen wir uns dann noch ein Buch mit ihm an. Außerdem wird gekuschelt, bis er einschläft, denn alleine einschlafen kann er (noch) nicht. Das finde ich aber auch überhaupt nicht schlimm. Das war bei Lotte nicht anders.

Allerdings wird er nachts ziemlich häufig wach und hat auch schon einige Nachtschrecke zu verzeichnen. Wenn er dann aufwacht, ist er teilweise kaum zu beruhigen. Das ist dann schon sehr fordernd. Vor allem psychisch, weil man sich als Eltern so hilflos vorkommt und wahnsinnig mitleidet. Ich hoffe, das ist nur eine Phase…

***

Und zum Essverhalten: Grundsätzlich probiert Tom alles. Er ist kein schlechter Esser. Am liebsten isst er Vollkornbrot, Schwarzbrot und Quark, trinkt morgens noch einen Becher Milch und bekommt zwischendurch Obst, Fruchtquetschies oder einen Kinder-Müsliriegel. Mittags isst er fast alles, solange Soße dabei ist. 😀

Was Tom außerdem jedes Mal arge Probleme bereitet, ist das Zahnen. Mittlerweile hat er 16 Zähne. Die Zähne kamen meist im Doppelpack, einmal auch im Viererpack. Und jedes Mal war es eine Tortur. Tom wollte nichts mehr essen, nichts mehr trinken, bekam knallrote Wangen, war sehr sensibel und schlief noch wesentlich schlechter.

Kurzum: Man merkt Tom an, sobald er neue Zähne bekommt.

Bei den Mädels war das ganz anders: Die beiden hatten kaum Probleme beim Zahnen. Da sieht man mal wieder, wie unterschiedlich das sein kann, oder?

Und da mich viele von euch immer wieder fragen, wie ich Tom bei Zahnungsschmerzen Abhilfe verschaffe: Zum einen mit kühlenden Beißringen, zum anderen mit dem Dynexan Mundgel. Das hilft ihm am besten. Das ist ein schmerzstillendes Mundgel, das bis zu viermal täglich auf die schmerzende Stelle im Mund aufgetragen werden kann. Das Gel hilft wirklich schnell! Das merke ich nicht nur an Tom, sondern auch an mir, denn ich benutze das Mundgel zeitweise selbst. Ich habe nämlich öfter mal Probleme am Zahnfleisch, insbesondere dort, wo sich meine Weisheitszähne befinden (… die eigentlich längst raus müssten, aber ich drücke mich) und reagiere zudem sehr empfindlich auf manche Lebensmittel, sodass sich nach dem Essen wunde Stellen in meinem Mund bilden. Damit war ich auch schon beim Arzt. Und auch dagegen hilft das Dynexan Mundgel. Was ich damit sagen will: Ich kann die leicht betäubende und heilende Wirkung bestätigen.

Das Mundgel ist ein echter Geheimtipp für Eltern mit zahnenden Kindern. =)

Außerdem interessant zu wissen: Das Mundgel ist alkoholfrei, zuckerfrei, laktosefrei und glutenfrei.

Zurück zu Tom: Bei jedem neuen Zahn quält er sich eine ganze Weile. Meist isst er dann sehr schlecht, ist sehr launisch und verwandelt sich in einen ganz anderen Charakter. Das hält aber nur solange an, bis die neuen Zähne durch sind. Dann ist der ganze Spuk wieder vorbei. Deshalb bin ich froh, das oben genannte Gel im Haus zu haben. Das hilft ihm wirklich.

Okay, … jetzt haben wir von Toms Draufgänger-Eigenschaften, von seinem Schlafverhalten und seinen Zahnungsproblemen gesprochen. Kommen wir nun zu den wesentlich schöneren und wichtigeren Dingen, die es über Tom zu sagen gibt:

Tom ist ein kleiner Charmeur, ein echter Entertainer und steckt voller Liebe. Und genau das zeigt er uns Tag für Tag. Er himmelt uns an, begrüßt die Mädchen mit einer herzlichen Umarmung, sobald sie von der Schule oder dem Kindergarten nach Hause kommen, ist ganz verkuschelt und strahlt und lacht den halben Tag.

Mit ihm kann man allerhand Blödsinn machen, stundenlang herumalbern und jede Menge Spaß haben. Tom verstreut eine große Portion gute Laune. … Ja, das tut er wirklich.

Mittlerweile trägt er Schuhgröße 23 und Kleidergröße 92. Er ist knapp 89 cm groß und hat nach wie vor große Hände und wunderschöne große Augen.

Seine Augenfarbe ist immer noch ein Mix aus Braun, Grün und Blau – nach wie vor mit einem kleinen braunen Fleckchen im linken Auge. Die Augen sehen je nach Lichteinfall völlig unterschiedlich aus. Mal dunkelbraun, mal türkis, mal blau, mal grün. =)

Zusammengefasst würde ich sagen: Tom ist ein kleiner Frechdachs mit ganz viel Herz. <3

Was vielleicht noch ganz interessant für euch sein könnte: Unser Alltag mit drei Kindern hat sich mittlerweile ziemlich gut eingespielt. Nun haben wir ein Schulkind, ein Kindergartenkind und ein Kleinkind, das noch ein Weilchen bei uns zu Hause bleiben darf. Unser Familienleben ist wesentlich chaotischer, als man auf den ersten Blick meinen mag. Aber wir sind glücklich so, wie es ist. Und das ist die Hauptsache. Da sich das Leben immer wieder verändert und damit all die Umstände, die einen Tag für Tag umgeben, kann man sich ohnehin nie so richtig an einen bestimmten Tagesablauf gewöhnen. Darum wachsen wir weiter mit unseren Aufgaben. Manchmal sind Micha und ich viel zu müde, viel zu erschöpft und viel zu genervt. Aber geht das nicht jedem so? Auf der anderen Seite stecken wir voller Elternliebe, Stolz und Fürsorge und geben wirklich alles, damit wir unseren drei Kindern gerecht werden, um ihnen auf diese Weise eine glückliche Kindheit zu ermöglichen.

Ihr Kind im 22. Lebensmonat

Ihr Kleinkind hat jetzt schon sehr genaue Vorstellungen davon, was es erreichen will: Es will das Spielzeugauto den Flur entlang schieben oder alle Teile in einem Puzzle zusammensetzen. Das Ergebnis wird für Ihr Kind wichtig sein: Es wird sich über einen Erfolg freuen und über einen Misserfolg frustriert sein. Dieser Ehrgeiz kann auch leicht zu einem Wettbewerb werden. Es möchte unbedingt Dinge, die es sich vorgenommen hat zu einem erfolgreichen Abschluss bringen. So wird das Ausziehen der Puppe nicht eher aufgegeben, bis diese wirklich keine Kleider mehr auf dem Leib hat. In dieser Phase der Entwicklung reagiert es auch oft ängstlich auf vielerlei Dinge. Diese Angst ist jedoch normal, denn im 22. Monat muss Ihr Kind noch Selbstvertrauen erlernen. Es gibt ein paar einfache Regeln, bei deren Befolgung sich Ihr Kleines zu einem selbstbewussten Kind entwickelt. Wenn Ihr Kind seine Angst überwindet, dann loben Sie es mit all Ihrer Anerkennung. Dies macht das Kleine stolz und es traut sich bald mehr Dinge zu. So verschwindet Stück für Stück die Angst. Es gibt für ein Kind im 22. Monat nichts Wichtigeres, als das Lob von Ihnen, seiner Mama. Kaufen Sie geeignetes Spielzeug, um Ihr Kind optimal zu fördern. Denken Sie daran Ihr Kind nicht nur körperlich, sondern auch geistig zu fördern und zu fordern, um ihm eine altersgerechte Entwicklung zu ermöglichen.

Der Umzug in ein neues Bett

Bevor Ihr Kind alleine aus dem Kinderbettchen klettern kann, ist es Zeit für Umzug in ein neues, größeres und tolleres Bett. Das kann schon mit 22 Monaten der Fall sein. Lassen Sie Ihr Kind beim Umzug mithelfen und fragen Sie, welches Bett oder welche Bettwäsche es haben möchte. Gestalten Sie das neue Bett gemütlich und einladend! Die ersten Monate der Umstellung könnten hart werden: Vermutlich klettert Ihr Kind aus dem Bett, sobald Sie den Raum verlassen haben. Nächtliche Besuche an Ihrem Bett sind keine Seltenheit. Haben Sie Geduld – Ihr Kind gewöhnt sich schon an die neue Situation.

Welche Hand ist die Richtige?

Dies ist das Alter in dem es sich ziemlich deutlich herauskristallisiert welche Hand Ihr Kleines bevorzugt. Und bestimmt können Sie beobachten dass Ihr Kind entweder bevorzugt die linke oder auch die rechte Hand anwendet. Welche Hand wir benutzen, ist genetisch festgelegt. Fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung sind Linkshänder. Und Bitte: Das zählt definitiv nicht zu den Behinderungen oder Beeinträchtigungen – ihr Kind wird keine Nachteile haben wenn es Linkshänder ist. Vor allem aber: Ihr Kind ist nicht mit Absicht Links- oder Rechtshänder! Ungefähr zwanzig Prozent der Kinder benutzen sogar beide Hände und bevorzugen keine Seite von beiden – hier wird es erst später ersichtlich oder sie bleiben auch so talentiert, dass sie später beide Hände gleich gut einsetzen können.

Fotocredit: kornnphoto, Olena Kryzhanovska /.com

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