Kind 21 monate

Kleinkind-Entwicklung: Das Kleinkind im 20. Monat

Hast du schon bemerkt, dass das Gedächtnis deines Kindes immer besser wird? Sein Erinnerungsvermögen entwickelt sich jetzt immer weiter. Was dein Kind jetzt schon kann und womit es sich gern beschäftigt.

Was dein Kind schon kann und was es jetzt gerne macht

Wenn dein Kind 20 Monate alt ist, liebt es Ausflüge nach draußen, so kann es seine Fortschritte beim Laufen und seine sonstigen motorischen Fähigkeiten ausleben. Die Ausflüge nach draußen arten nicht selten in eine Entdeckungs- und Abenteuerreise aus. Das Kleinkind untersucht alles was es am Weg findet, hebt Steinchen und Stöcke auf, untersucht Gegenstände genau und ist sehr aktiv. Wahrscheinlich möchte dein Kleinkind nicht mehr im Kinderwagen oder Buggy geschoben werden.

Außerdem hat es schon ein relativ gutes Erinnerungsvermögen. Aus den Augen ist nun nicht mehr aus dem Sinn. Wenn du vom Einkaufen zurückkommst, wird es zielgerichtet in den Beuteln und Taschen nach den gekauften Keksen suchen, die doch vorhin noch im Einkaufskorb lagen.

Dein Kind kann schon zielgerichtet mit seinen Händen umgehen, sodass inzwischen das An- und Ausziehen schon ganz gut klappt. Es kann selbst im Buch umblättern, aus einem Glas trinken und mit einem Löffel essen. Auch der Umgang mit einem Stift klappt immer besser. Ungiftige Knete kann es jetzt begeistern. Es wird sie zwar noch nicht zu erkennbaren Figuren formen können, aber in ihr herumbohren, sie plattdrücken und auseinanderreißen – eine tolle Beschäftigung!

Dein Kleinkind liebt Reime und Fingerspiele und spielt gerne mit dem Ball: kicken, werfen und rollen. Außerdem ahmt es dich und deine Tätigkeiten noch immer nach. Es macht gern Krach und Musik und bewegt sich rhythmisch dazu, indem es mit den Knien wippt, mit der Hüfte wackelt oder sich im Kreis dreht und in die Hände klatscht.

Die Sprachentwicklung macht große Fortschritte

Das Kind kann nun mit zwei oder mehr Wörtern einen sinnvollen Satz bilden und versteht einfache Zusammenhänge. Dabei verwendet es meist Wörter, die sich auf bestimmte vertraute Objekte oder Menschen beziehen, zum Beispiel Geschwister, Großeltern, Haustiere der Familie oder Freunde. Wenn das Kleinkind etwas haben möchte, kann es dir das mitteilen.

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Wie Babys das Sprechen lernen

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Trennungen fallen schwer

Die Bindung zu vertrauten Personen spielt für dein Kind in dieser Phase der Kleinkind-Entwicklung eine große Rolle. Nur ungern trennt es sich von dir und es beginnt wieder zu fremdeln. Möglicherweise ist dein Kleinkind jedes Mal aufgelöst und weint, wenn es von dir getrennt wird.

Kleinkind

Emotionale Bindung schafft schlaue Kinder

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Ein Kleinkind im 20. Monat fördern

Du solltest deinem Kleinkind viel vorlesen, dadurch wird es zum Ausprobieren neuer Wörter animiert. Hierzu eignen sich die einfachsten Bilderbücher. Unterhalte dich mit deinem Kleinkind und höre ihm zu. So lernt es die Sprachregeln kennen und versteht, wann es mit Reden und wann mit Zuhören dran ist.

Beschütze dein Kind vor Gefahren, die es noch nicht selbst als solche erkennen kann. Aber schränke den Entdeckergeist deines Kindes dabei so wenig wie möglich ein und ermuntere es auch dazu, Neues auszuprobieren. Fördere seine Selbständigkeit, indem duihm Aufgaben beim Essen oder Anziehen zuteilst und es „einfach mal machen lässt“.

In dieser Phase der Kleinkind-Entwicklung solltest du dein Kind behutsam auf eine bevorstehende Trennung vorbereiten, wenn du zum Beispiel kurz weggehen musst, damit dein Kleinkind nicht zu unruhig und angespannt ist. Mache deinem Kind klar, dass du sicher wiederkommen wirst. Für dein Kleinkind es einfacher, mit der Trennungssituation in einer gewohnten Umgebung und mit vertrauten Personen umzugehen.

Kleinkind-Entwicklung im 21. Monat
Kleinkind-Entwicklung im 19. Monat

Ihr Kind im 21. Lebensmonat

Sie können nicht nur davon ausgehen, dass Ihr Kind hin und wieder einen Koller bekommt und dass es die Welt erforscht, sondern auch davon, dass Ihr Kind die Dinge auf seine Art und Weise tun will Das zeigt, dass Ihr Kleinkind größer wird und sich sicher genug fühlt, etwas alleine zu tun. Da Ihr kleiner Racker nun jetzt schon richtig klasse mobil ist wird der Tag zum wahren Abenteuer – durch Nachahmung noch zusätzlich angespornt. Besen, Schrubber oder der Staubsauger werden hingebungsvoll durch die Wohnung geschoben, gezerrt oder gezogen. Ob Sie in der Küche oder im Garten arbeiten, sollten Sie Ihr Kind in Ihre täglichen Aktivitäten mit einbinden. Weil der Nachahmungstrieb im zweiten Lebensjahr am stärksten ausgeprägt ist, können Sie sich dieses kindliche Bedürfnis zunutze machen und Ihrem Kind wichtige Verrichtungen des Alltags, wie Händewaschen oder Zähneputzen, ohne Probleme näher bringen. Jeden Morgen und immer nach den Mahlzeiten gehen Sie gemeinsam ins Bad, jeder nimmt seine Zahnbürste und Sie putzen sich gemeinsam die Zähne. Wenn Sie dies nicht zwanghaft tun und es das Kind nicht allein tun lassen, sondern regelmäßig gemeinsam mit größter Selbstverständlichkeit noch einige Monate machen, wird es darüber hinaus nie Diskussionen geben und sich beim Kind als festsitzende Gewohnheit einprägen.

Der Schnuller und die Flasche

Wenn Ihr Kleines jetzt noch immer einer Nuckel hat, den es zum Einschlafen oder als Trost braucht, dann wird es langsam aber sicher Zeit ans Abgewöhnen zu denken. Eine schwierige Zeit für Sie als Elternteil, in der sich aber Geduld und viel Verständnis lohnen wird. Denn wenn die Kleinen zu lange Nuckeln, egal ob nun Schnuller oder Daumen, können das Kiefer und die Zähne geschädigt werden. Auch das bei vielen Kindern beliebte „Dauernuckeln“ an der Flasche sollte jetzt mit Argusaugen beobachtet und unterbunden werden. Denn Dauernuckeln ist nicht nur schlecht für Kiefer und Zähne sondern hemmt auch noch en Appetit. Zudem fördert es auch noch Karies und kann zu erheblichen gesundheitlichen Nachteilen führen. Also weg damit!

Das liebe Essen

Im Prinzip kann Ihr Kind nun alles essen, was auch für die Erwachsenen essen. Falls Sie einmal stark gewürzte oder gar scharfe Speisen für sich zubereiten, nehmen Sie vorab eine Portion für Ihr Kleines aus dem Topf. Falls Sie immer gemeinsam am Tisch sitzen und auch gemeinsam essen, wird es kaum Probleme geben. Das Kleine darf sich auch entscheiden was es probieren möchte und wie viel es essen mag – zwingen Sie niemals Ihr Kind zum essen. Wenn es zwischendurch keine Süßigkeiten gibt, die das Kind anderweitig sättigen, wird es gerne die gemeinsamen Mahlzeiten wahrnehmen und dies als selbstverständliches Ritual anerkennen. Süßigkeiten sind natürlich auch erlaubt, aber bitte in Maßen und vielleicht nur als Nachtisch.

Fotocredit: winterstorm, Mary Beth Charles /.com

Mein Baby ist so anstrengend – Habe ich ein „High Need Baby“?

  • Werde dir bewusst, was du leisten kannst, ohne selbst umzufallen. Denn nur, wenn du selbst gesund bleibst, kannst du auch für dein Kind da sein. Wenn du dir hingegen immer zu viel zumutest, bekommst du früher oder später die Quittung dafür. Wichtig ist, die eigenen Grenzen zu kennen und zu beachten.
  • Fordere Unterstützung ein, wenn du diese brauchst. Es gibt Eltern, die haben solch ein dickes Fell, dass sie selbst anstrengende Babys versorgen können, ohne an ihre Grenzen gebracht zu werden. Aber das ist selten. Wenn du merkst, dass du Hilfe brauchst, sag dies deutlich. Schwäche zeigen ist hier wichtig, um durchhalten zu können. Wenn dir niemand aus der Familie oder dem Freundeskreis beistehen kann, such dir Hilfe beim Jugendamt. Keine Sorge, dein Baby wird nicht weggenommen. Das Jugendamt wird dir Vereine nennen, die Mütter in seelischer und körperlicher Not kostenlos unterstützen. Sprich außerdem deine Hebamme oder deinen Hausarzt auf deinen Erschöpfungszustand an und bitte um konkrete Hilfe.
  • Pfeif auf ungewollte Ratschläge. Nur wenige Babys haben diese Charakterausprägung. Daher wissen die meisten Menschen auch nicht, was es bedeutet, ein solches Baby rund um die Uhr zu versorgen und ihm dabei gerecht zu werden. Hüte dich deshalb vor Ratschlägen von Menschen, die diese Erfahrung nicht selbst gemacht haben und dir ihren eigenen Erziehungsstil aufzwingen wollen. Die haben schlichtweg keine Ahnung. Vertraue auf dein eigenes Bauchgefühl, du machst alles richtig.
  • Vergleich dein Baby nicht mit anderen. Das bringt nichts und führt nur zu schlechten Gefühlen deinem Baby gegenüber. Dein Baby ist so, wie es ist, und wird sich in seinem eigenen Tempo entwickeln.
  • Reagiere immer sofort, wenn das Baby weint. Das ist der schwerste Part. Gerade Mütter, die alles richtig machen wollen, sind schnell ausgelaugt. Dennoch hilft es, die Bedürfnisse des Babys schnell zu erkennen und zu befriedigen. So steigert es sich nicht in einen Zustand völliger Verzweiflung hinein, in dem es nur schwer wieder zu beruhigen ist. High Need Babys brauchen besonders viel Liebe und Zuwendung. Promptes Reagieren gibt Sicherheit. Wenn du in den ersten Jahren eine enge Bindung zum Kind aufbaust, lohnt sich das auf lange Sicht für euch beide.
  • Lass das Baby, wenn möglich, im Elternbett schlafen. Das Elternbett ist die beste Variante, um besonders nähebedürftige Kinder besser schlafen zu lassen. Die Schlafrhythmen von Mutter und Baby synchronisieren sich und du kannst das Baby schneller beruhigen, wenn es zu erwachen droht. Übrigens, wenn du alle Sicherheitsregeln beachtest, ist das Elternbett sicherer, als wenn das Kind im eigenen Zimmer schläft.
  • Stille, wenn möglich, nach Bedarf. Wenn du stillen kannst, ist das sehr hilfreich, da es die Bindung zwischen Mutter und Baby stärkt und gleich mehrere Bedürfnisse gleichzeitig befriedigt. Am besten ist es für ein High Need Baby, wenn es nach Bedarf gestillt werden kann. Auch wenn es dann mehr trinkt, als andere Babys, kannst du dein Baby nicht überfüttern.
  • Trag das Baby viel. Der enge Körperkontakt beruhigt das Baby und du hast endlich wieder die Hände frei. Außerdem schläft es sich prima, wenn Mama das Baby beim Gehen sanft hin und her schaukelt, wie es das aus dem Mutterleib kannte.
  • Reduziere Reize, wo es nur geht. Da High Need Babys besonders sensibel auf ihre Umwelt reagieren, ist es sinnvoll, alle Reize auf ein Mindestmaß zu begrenzen. Schütz das Baby vor zu vielen Menschen, zu viel grellem Licht, zu großer Lautstärke, zu viel Besuch etc. Nach und nach wird sich auch ein solches Kind an seine Umgebung gewöhnen, es dauert meist nur etwas länger als bei anderen.
  • Strukturiere deinen Tag und führe Rituale ein. Je geregelter und vorhersagbarer der Tagesablauf ist, desto sicherer fühlt sich ein Kind. Und auch Babys profitieren bereits von festen Abläufen.
  • Vermeide, wenn möglich, große Veränderungen. High Need Babys reagieren sehr sensibel auf kleinste Veränderungen. Mit großen können sie folglich noch schwerer umgehen. Wenn es sich nicht vermeiden lässt, versuch gut zu planen, damit kein Chaos entsteht und das Baby so wenig wie nötig belastet wird.
  • Versuche, mehr feste Bezugspersonen für dein Baby zu gewinnen. Auch wenn dein Baby stark fremdelt, es wird sich auch an andere Bezugspersonen gewöhnen, wenn es diese häufig sieht. Einmal im Monat ist nicht ausreichend, besser ist mehrmals die Woche. Wenn deine Familie weit weg wohnt, wohnt vielleicht eine Freundin in der Nähe. Oder du freundest dich mit einer vertrauenswürdigen Nachbarin an, die dir später zur Seite stehen kann. Dein Kind wird davon profitieren und später weniger Probleme haben.
  • Denk über eine Tagesmutter statt der Kita nach. Viele High Need Babys tun sich mit großen Gruppen besonders schwer. In normalen Kitas findet zudem oft ein steter Wechsel zwischen den Betreuungspersonen statt. Da dein Baby aller Wahrscheinlichkeit nach eine feste Bezugsperson brauchen wird, müssen die Erzieherinnen entweder besonders verlässlich zur Verfügung stehen oder aber du versuchst, eine Tagesmutter zu finden, die nur wenige Kinder aufnimmt. Diese Konstellation ist der eigenen Familie am ähnlichsten und das Baby hat damit eventuell weniger Probleme.
  • Geh die Eingewöhnung sehr langsam an. Wenn du der Meinung bist, dass dein Kind besonders an dir hängt, plane von Anfang an genug Zeit für die Eingewöhnung ein. Die meisten Kitas bieten etwa 2-3 Wochen Eingewöhnungszeit nach dem Berliner Modell an. Aber selbst das reicht manchmal nicht aus. Besser sind 2-3 Monate. Dazu darf aber auch der Arbeitgeber nicht im Nacken sitzen. Manchmal scheint die Eingewöhnung zu Anfang gut zu laufen, aber nach einigen Monaten, wenn die Faszination nachgelassen hat, weint das Kind bitterlich beim Abgeben. Gib ihm wenn möglich, die Zeit, die es braucht, um sich wirklich wohl zu fühlen.
  • Setz erfüllbare Grenzen. Wenn ein Baby etwa ein Jahr alt ist, beginnt meist die Erziehung. Auch High Need Kinder brauchen Grenzen, aber sie müssen einzuhalten sein. So kann man zum Beispiel nicht verlangen, dass das Baby allein einschläft oder gar durchschläft, wenn es dazu noch nicht bereit ist. Aber das Kind kann lernen, ein klein wenig geduldiger darauf zu warten, dass Mama ihm seine Wünsche erfüllt. Damit ist nicht gemeint, es schreien zu lassen. Aber die Rückversicherung auf Zuruf, dass Mama gleich kommt, muss manchmal genügen.
  • Verwöhn dich selbst, so oft du kannst. Sei nett zu dir. Gönn dir eine Auszeit, so oft es geht. Auch wenn du jetzt noch durchhältst, steht die nächste schwere Phase bestimmt bald bevor und du wirst alle Kraft brauchen, die du aufbringen kannst.
  • Vergiss deinen Partner nicht. Seid nett zueinander. Auch wenn du völlig übermüdet bist, vergiss bei aller Fürsorge für dein Baby deinen Partner nicht. Das Leben mit einem High Need Baby kann jede noch so gute Ehe stark belasten, da Zweisamkeit und Austausch von Zärtlichkeiten völlig in den Hintergrund rücken. Ein guter Partner wird dich unterstützen, aber auch er kann dabei an seine Grenzen geraten.
  • Pass auf dich auf!

Sprachentwicklung

Ein Kind kann nur dann selbst sprechen lernen, wenn die Menschen in seiner unmittelbaren Lebenswelt ständig liebevoll mit ihm in sprachlichen Kontakt treten und es an ihrer sprachlichen Welt teilnehmen lassen. Kein Kind lernt sprechen, indem man es täglich der Einfachheit halber stundenlang vor den Fernseher setzt! Obwohl es dort auch Sprache hören würde, hätte es keine Gelegenheit, mit den Sprechern in emotionalen Kontakt zu treten, sich mit ihnen auszutauschen und nachzufragen. Auch können sich Fernsehsendungen nicht dem augenblicklichen Sprachniveau des Kindes anpassen und bieten daher nicht die geeignete Sprachanregung für Kleinkinder. Eltern hingegen passen sich intuitiv den vorhandenen sprachlichen Fähigkeiten ihres Nachwuchses an, indem sie beispielsweise einem zweijährigen Kind gegenüber in der Regel keine komplexen Satzkonstruktionen oder Fremdwörter verwenden. Aber sogar noch bevor das Kind überhaupt zu sprechen beginnt, wissen Eltern (bzw. alle Erwachsenen und sogar ältere Kinder) intuitiv, wie sie die Sprachentwicklung ihres Kindes am besten unterstützen können. So spricht man normalerweise völlig automatisch höher und langsamer mit Babys als mit Erwachsenen, weil Babys hohe Töne besser wahrnehmen können als tiefe. Außerdem macht man nach einer Frage an das Baby eine kleine Pause, so, als ob man bereits eine Antwort des Kindes erwarten würde. Damit fördert man ihre Sprechfreude, denn sie werden zu einer Reaktion ermutigt (die oft auch als Brabbeln bereits erfolgt) und lernen, wie man miteinander ein Gespräch führt. Natürlich wird auch mit Babys in möglichst einfachen Sätzen gesprochen, wobei die besonders wichtigen Teile des Satzes entweder besonders betont oder wiederholt werden. Dies ermöglicht es Babys, die Grundstruktur des Satzbaus und die Abgrenzungen der Wörter untereinander wahrzunehmen, so dass es schon eine Menge über Sprache weiß, wenn es das erste Wort spricht. All diese sprachentwicklungsunterstützenden Verhaltensweisen wenden wir an, wenn wir mit Babys in Kontakt treten, ohne dass uns je jemand darauf hinweisen musste, wie man am förderlichsten mit Babys spricht – offenbar handelt es sich um instinktives, angeborenes Verhalten.

Wenn die Kleinkinder dann selbst zu sprechen beginnen, können noch einige weitere Hinweise im Gespräch mit den Kleinen berücksichtigt werden, die hauptsächlich die Sprechfreude, den Mitteilungsdrang und die Neugier von Kindern fördern. Zu diesen Verhaltenstips (die aber ebenfalls die meisten Menschen intuitiv berücksichtigen) gehören:

  • Ein anregendes Sprachvorbild für das Kind zu sein, indem gerne und viel über die Welt, den Alltag, Gedanken, Gefühle und Phantasien gesprochen, erzählt und diskutiert wird, wobei das Kind einbezogen wird. Ein lebendiges Sprachvorbild regt das Kind sehr zur Nachahmung an und es wird gern an den Gesprächen teilnehmen und sich selbst mitteilen wollen.
  • Dem Kind immer die Wahl lassen, ob es etwas sagen möchte oder nicht. Keinesfalls sollte Sprechen durch Druck erzwungen werden (“Jetzt sag doch Tante Erna, was das ist!”). Das Allerwichtigste ist, dass das Kind die Freude am Sprechen bewahrt, was unmöglich ist, wenn es anderen ständig etwas beweisen soll.
  • Dem Kind geduldig zuhören, so dass es sich ernst genommen fühlt und den Eindruck bekommt, dass es wichtig ist, was es denkt und sagt und dass es Erfolg hat mit seinen Mitteilungsabsichten. Es fällt nicht immer leicht, abzuwarten, bis das Kind mit seinen Erklärungen endlich zum Punkt kommt, aber es lernt eben sprechen eben nur durch – sprechen!
  • Auch mit Äußerungen des Kindes ganz normal umgehen, die noch fehlerhaft sind und das Kind auf keinen Fall zum Nachsprechen der richtigen Formulierung oder zum Wiederholen seiner Äußerung auffordern. Das Kind muss Zutrauen in seine sprachlichen Fähigkeiten gewinnen und das gelingt nicht, wenn es ständig auf seine Unzulänglichkeit hingewiesen wird, wobei ja der Inhalt seiner Mitteilungen automatisch an Bedeutung verliert. Bereits das Lallen und Brabbeln der ganz Kleinen sollte von ihren Bezugspersonen freudig aufgegriffen werden, so dass das Kind merkt, dass seine Bemühungen anerkannt werden und dass das, was es äußert, eine Bedeutung für seine Umwelt hat.
  • Blickkontakt zum Kind aufnehmen. Zum einen signalisiert dieser Interesse an dem, was das Kind zu sagen hat und stellt eine emotionale Verbindung zwischen zwei Menschen her. Außerdem braucht das kleine Kind auch noch den Blick auf den Mundbereich des Gegenübers, von dem es sich die richtigen Lippen- und Mundpositionen für eine richtige Aussprache abgucken kann (schon Babys beobachten ganz besonders aufmerksam die Münder von sprechenden Personen).
  • Für die Sprachförderung von besonderer Bedeutung ist das Verfahren des korrigierenden Feedback, das von Sprachtherapeuten systematisch angewendet , aber auch von Eltern oft bereits unbewusst beim Sprechen mit ihrem Kleinkind eingesetzt wird. Hierbei werden die unvollkommenen oder fehlerhaften Äußerungen des Kindes unmittelbar nach Ende seiner Mitteilung vom Erwachsenen als Fortführung des Dialogs in korrekter Form wiederholt. Das Kind kommt auf diese Weise nicht in die Verlegenheit, direkt auf seine sprachlichen Schwächen hingewiesen zu werden, sondern hört einfach noch einmal die richtige Form seiner Äußerung. Außerdem bekommt es den Eindruck, dass sein Gesprächspartner ihm zugehört hat und an der Weiterführung des Dialogs interessiert ist.
    Beispiele für das korrigierende Feedback:
    *auf Lautebene: “Das ist meine Dabel.” – “Ja, und ich habe auch eine Gabel.”
    *auf Bedeutungsebene: “Das Ding da.” – “Du meinst die Ampel.”
    *auf grammatikalischer Ebene: “Weh getut!” – “Wo hast du dir denn wehgetan?”
    Die Wiederholung des Erwachsenen sollte nicht künstlich erscheinen, sondern beiläufig erfolgen und durch weitere spontane Äußerungen ergänzt werden. Auch sollen natürlich nicht permanent alle nicht korrekten kindlichen Äußerungen korrigierend wiederholt werden.

Neben diesen förderlichen sprachlichen Verhaltensweisen sollten noch einige Dinge beachtet werden, die im Umgang mit sprachlernenden Kindern vermieden werden sollten (besonders, falls ein Kind schon sprachliche Auffälligkeiten aufweist), um seine Sprechfreude nicht zu bremsen oder es unnötig zu verunsichern. Oft werden solche Verhaltensweisen in dem Glauben angewendet, dass sie dem Kind helfen, sich richtig auszudrücken, was aber wie gesagt nicht der Fall ist, weil das Kind nur das Gefühl vermittelt bekommt, dass es den Ansprüchen nie genügen kann:

  • Die Mitteilungsversuche des Kindes nicht kritisieren oder ihm gar Strafe androhen, wenn es sich nicht mehr Mühe gibt.
  • Das Kind nicht korrigieren oder nachsprechen lassen. Die einzige sinnvolle Möglichkeit der indirekten Korrektur stellt die oben beschriebene des korrigierenden Feedback dar.
  • Das Kind nicht darin unterweisen wollen, wie es zu sprechen habe, wie etwa durch Kommentare wie “sprich langsam” oder “denk erst nach, bevor du sprichst”. Sprechen ist ein weitgehend unbewusst ablaufender Vorgang, in den von Laien keinesfalls eingegriffen werden sollte.
  • Mit dem Kind nicht in der Babysprache reden. Damit ist gemeint, dass der Erwachsene vollständig und richtig sprechen soll, wenn auch in einfachen Sätzen. Kinder bringen in einer bestimmten Entwicklungsphase häufig Wortneuschöpfungen hervor wie “Nana” für alles Essbare oder benutzen Geräuschimitationen als Bezeichnung wie etwa “wauwau” für alle Vierbeiner. Andere Begriffe wie “ata gehen” für den Spaziergang oder “heia” für schlafen hingegen stammen meistens von den Erwachsenen im Umfeld des Kindes, die die Babysprache einfach niedlich finden. Richtiger wäre es aber, die eigenwilligen Ausdrücke des Kindes zwar freudig anzunehmen, aber selbst immer die richtigen Bezeichnungen zu verwenden, damit auch das Kind sie bald lernen kann.

Die Sprachentwicklung nach dem ersten Lebensjahr

Ab etwa 12 Monaten, manchmal auch etwas früher, reagiert ein Kind auf seinen Namen und wendet sich Ihnen zu, wenn Sie es rufen. Es versteht einfache Aufforderungen und sagt „Mama“ und „Papa“. Das Kind verständigt sich auch mit Gesten: Es winkt zum Abschied, zeigt auf Gegenstände, schüttelt den Kopf, wenn es etwas nicht will und nickt, wenn es einverstanden ist. Es versucht, Geräusche nachzuahmen und spricht einige einfache einsilbige Wörter oder vereinfacht mehrsilbige durch Auslassung von Silben und Lauten.

Nutzen Sie jede Gelegenheit, um mit Ihrem Kind zu sprechen, zu spielen und zu singen. Wir haben eine grosse Auswahl der schönsten Schweizer Versli und Fingerreime und Kinderlieder. Jede Art von Verständigung fördert das Sprachverständnis Ihres Kindes! Zeigen und benennen Sie Gegenstände, erzählen Sie, was Sie gerade tun etc. All das sollten Sie in der normalen Erwachsenensprache und ruhigen, einfachen Sätzen machen und keine Babysprache benutzen. Nur so lernt das Kind, richtig zu sprechen.

Lassen Sie sich beraten, wenn Ihr Kind keine ersten Wörter spricht.

Dabei sollten Sie es dann belassen und nicht mit Ihrem Kind üben. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo beim Sprechenlernen. Wenn es genug Sprache in seiner Umgebung hört, wenn Sie ihm vorlesen, singen und viel mit ihm sprechen, ist es ausreichend gefördert.

Aber: Sprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin, Ihrem Kinderarzt, wenn Ihr Kind ausser „Mama“ und „Papa“ noch kaum etwas spricht, wenn es unverständlich spricht oder wenn Sie meinen, Ihr Kind versteht Sie nicht.

Ab ca. zweieinhalb bis drei Jahren umfasst der Wortschatz Ihres Kindes schon etwa 450 Wörter. Es gebraucht jetzt Verben und Adjektive, auch erste Präpositionen wie „auf“ und „unter“ und benennt die Grundfarben. Es gebraucht seinen Vornamen und bildet kleine Sätze, versteht einfache Geschichten und stellt intensiv Verständnisfragen (warum?). Das alles noch in der sogenannten „Babysprache“ – diese vereinfachte Sprache gehört zur normalen Sprachentwicklung dazu und ist unbedenklich. Dabei können die Kinder bestimmte Laute durch andere ersetzen, beispielsweise sagen sie „das Lad ist glün“ oder sie lassen bestimmte Laute einfach weg und sagen „bennen“ statt „brennen“. Nur wenn das Kind dieses Phänomen im Alter von vier Jahren noch zeigt, kann es sich um eine Sprachstörung handeln und die Eltern sollten mit ihrem Sprössling besser zum Kinderarzt oder zur Kinderärztin gehen.

Der Kinderarzt kann dann beurteilen, ob die Sprachentwicklung mit weiteren Massnahmen gefördert werden sollte. Auch Schwierigkeiten beim Satzbau können auf eine Verzögerung oder Störung der Sprachentwicklung hinweisen, etwa wenn ein Kind mit viereinhalb oder fünf Jahren sagt „Ich Ball haben will“ oder wenn sich der Wortschatz offensichtlich nicht erweitert. Grundsätzlich können in der deutschen Sprache aber aufgrund der schwierigen Grammatik häufiger Probleme auftreten.

In diesem Alter kann es bei manchen Kindern ziemlich plötzlich zu unflüssigem Sprechen kommen, was aber normal ist, wenn es sich dabei um Wiederholungen ganzer Wörter handelt. Dieses Sprechverhalten ändert sich meistens innerhalb eines halben Jahres wieder. Allerdings ist es auch das typische Alter des Stotterbeginns und Sie sollten sich beraten lassen, wenn Sie häufige Wiederholungen von Lauten und Silben oder Verlängerung von Lauten sowie Blockierungen in einem Wort bemerken und dieses Verhalten andauert.

Bei manchen Kindern kommt es zu einer Störung in der Aussprache, dem Lispeln; die nicht korrekte Artikulation der S- und anderer Zischlaute ist allerdings in diesem Alter normal und Sie sollten erst den Rat einer Fachperson einholen, wenn die Störung anhält und auch über das 4. Lebensjahr hinausgeht.

Kleinkind-Entwicklung: Das Kleinkind im 21. Monat

Im 21. Monat entwickelt sich das Selbstbewusstsein deines Kindes weiter und sein Bewegungsdrang nimmt zu. Beides zusammen endet meistens in Frust, wenn das Kind dabei an seine Grenzen stößt.

Was dein Kind kann und womit es sich gern beschäftigt

Allmählich muss dein Kind die Arme beim Laufen nicht mehr zum Ausbalancieren benutzen. Die Hände nutzt es lieber für Dinge, die es schieben oder hinter sich her ziehen kann, bspw. ein Ziehauto. Das Kleinkind liebt es auch, den Staubsauger, einen Besen oder Ähnliches durch die Wohnung zu schieben.
Einen Ball anstoßen und zielgerichtet in eine Richtung werfen bereitet deinem Kind in dieser Phase der Entwicklung keine großen Schwierigkeiten. Auch das Hüpfen mit beiden Beinen stellt kein Problem dar.
Dein Kind ist sehr lebhaft und das kann manchmal sehr anstrengend sein. Es reagiert immer wieder verärgert und frustriert, wenn du seinem Bewegungs- und Entdeckungsdrang Grenzen setzen musst.

Stand der Sprachentwicklung

Im 21. Monat ist der Nachahmungstrieb bei deinem Kind stark ausgeprägt. Es genießt Unterhaltungen mit anderen und versucht, einzelne Wörter oder das letzte Wort eines Satzes nachzusprechen.

Vom 1. bis zum 5. Lebensjahr

Sprachentwicklung bei Kindern und Babys: Gemeinsam sprechen lernen

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Bekannte Bilder oder Gegenstände kann dein Kleinkind benennen und es versteht einfache Aufforderungen.

Das Selbstbewusstsein wächst – und mit ihm der eigene Wille

Dein Kind gewinnt immer mehr an Selbstbewusstsein und seine individuellen Eigenschaften kommen nun mehr und mehr zum Vorschein. Es entwickelt eigene Wünsche und Ziele, dabei kann es zu Wutanfällen kommen, wenn du deinem Sprössling Grenzen setzen musst. Das Kleinkind wird auch wütend, wenn es sich noch nicht so verständlich ausdrücken kann. Das legt sich aber, sobald es seinen Wortschatz erweitert.

Das Kleinkind richtig fördern im 21. Monat

Blumengießen ist eine Aufgabe, die dein Kind im Garten übernehmen kann.

Wenn das Baby im Haushalt helfen will: Beziehe dein Kind zum Beispiel bei der Gartenarbeit oder in der Küche in deine Arbeiten mit ein. Du kannst ihm alltägliche Verrichtungen, wie Hände waschen und Zähne putzen vormachen und ihm diese Dinge Dank dem stark ausgeprägten Nachahmungstrieb spielerisch nahe bringen.
Achte darauf, dass dein Kind nicht permanent an der Trinkflasche nuckelt und nicht so viel Süßes isst. Beides schadet den Zähnen. Süßigkeiten solltest du nur als Nachtisch anbieten und nicht zwischendurch geben, damit dein Kind zu den richtigen Mahlzeiten noch Appetit hat. Wenn du deinem Kind Süßigkeiten erlaubst, dann bitte nur in Maßen. Ansonsten lasse dein Kind entscheiden, was es gern essen möchte.
Beziehst du Familie und Freunde in die Kinderbetreuung ein, so fällt deinem Kleinkind eine Trennung von dir nicht zu schwer. Mit einem starken Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein und in einem bekannten Umfeld fühlt das Kleinkind sich nicht so verloren, wenn du einmal nicht gegenwärtig bist.

Vorsorgeuntersuchung U7 – 21. bis 24. Lebensmonat

Gegen Ende des 2. Lebensjahres steht die U7 an. Der Kinderarzt prüft, ob die Kleinkind-Entwicklung altersgerecht verläuft. Im Vordergrund stehen dabei die Sprach- und Hörentwicklung deines Kindes, seine motorische Entwicklung und die Entwicklung seines Sozialverhaltens.

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Kinderarzt: 6 Tipps für den Besuch beim „Onkel Doktor“

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Dein Kleinkind sollte bei der U7 zehn Wörter sprechen und etwa 250 Worte verstehen können. Es sollte sich mit Zwei-Wort-Sätzen verständlichen machen, bekannte Tiere und Gegenstände benennen und außerdem kurzen Aufforderungen folgen können. Der Kinderarzt testet außerdem, ob dein Kind seinen Vornamen kennt.
Die motorische Entwicklung prüft der Kinderarzt im Spiel mit deinem Kleinkind und durch kleine Aufgaben. Um das Sozialverhalten zu beurteilen, achtet er auf die Selbständigkeit und die Interaktionsfähigkeit deines Kindes. Er stellt dir auch Fragen über das Verhalten deines Kindes zu Hause. Außerdem spricht er das Thema Trocken werden an.
Anstehende oder ausstehende Impfungen für dein Kleinkind sollten bei der U7 noch durchgeführt werden.
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