Kind 12 monate

Entwicklung im zweiten Lebensjahr (13 bis 24 Monate)

Trotzreaktionen und Widerstand gegen die Eltern – „Was ist nur aus meinem Baby geworden?“ fragen sich Eltern im zweiten Lebensjahr manchmal. Die Antwort ist ganz einfach: Es hat sich weiterentwickelt und entdeckt nun Unabhängigkeit und seinen eigenen Willen. Eine nützliche Entwicklung – zumindest langfristig gesehen – aber leider für Eltern mit einigen Mühen verbunden. Wenn es dann mit dem Sprechen einzelner Wörter losgeht, fangen Kinder mit 2 Jahren oft an, Wörter in Zwei-Wort-Sätzen zu kombinieren, also etwa „Mama Auto!“.

Wenn dein Baby 1 Jahr ist, steht ein Meilenstein an: Es beginnt, laufen zu lernen! Laut dem Psychologen und Pädagogen Hartmut Kasten vom Staatsinstituten für Frühpädagogik (IFP-München) werden Kinder zwischen dem 13. und 15. Monat immer sicherer beim Laufen, in den nächsten Monaten können sie Treppen steigen, sich bücken, um etwas aufzuheben oder auf einen Stuhl klettern. Bis zum Ende des zweiten Lebensjahres können sie dann meist auch einen Ball werfen, ohne das Gleichgewicht zu verlieren und langsam rückwärts gehen.

Für Pinquart ist die Sprachentwicklung der Ausgangspunkt bei Kindern, ein Gefühl für ihr eigenes Ich zu entwickeln, also sich selbst als Person wahrzunehmen. Wenn die kleine Lisa also sagt: „Lisa will Schokolade!“ ist der erste Schritt hin zu einem reflektierenden Denkvermögen getan.

Für den Psychologen und Pädagogen Hartmut Kasten vom Staatsinstituten für Frühpädagogik (IFP-München) ist „(…) die Tatsache, dass im 2. Lebensjahr die Bewältigung der vorangehend aufgeführten, vielfältigen Entwicklungsaufgaben ansteht, ein Grund, dieses Jahr als das spannendste und interessanteste Jahr
in der frühkindlichen Entwicklung zu betrachten.“

Da sich Kinder im zweiten Lebensjahr sehr unterschiedlich entwickeln und sich daher schwer sagen lässt, zu welchem Zeitpunkt bei einem Kleinkind welche Fähigkeit erlangt wird, hier eine kleine Orientierungshilfe der Meilensteine im zweiten Lebensjahr:

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Gibt es Lebensmittel, die für Kleinkinder tabu sind?

Kleinkinder können fast so essen „wie die Großen“. Bei der Auswahl von Lebensmitteln gelten für sie die gleichen Empfehlungen wie für eine ausgewogene Familienernährung: reichlich Pflanzliches und Getränke, mäßig Tierisches und sparsam Fettes und Süßes. Nur einige wenige Lebensmittel sollten Kleinkinder noch nicht essen, empfiehlt das Netzwerk Gesund ins Leben: Kleine Lebensmittel oder Lebensmittelstücke – etwa in Erdnussgröße – und rohe tierische Lebensmittel.

Kleine Stücke landen leicht „im falschen Hals“

Kleinkinder nehmen gern alles in den Mund, reden während des Kauens, und ihr Kauvermögen ist durch das Fehlen der Backenzähne noch stark eingeschränkt . Deshalb haben sie ein höheres Aspirationsrisiko: Fremdkörper gelangen häufiger in ihre Atemwege. Wenn dadurch die oberen Atemwege verschlossen werden, besteht akute Erstickungsgefahr. Gelangt der Fremdkörper weiter in die Bronchien oder tief in die Lunge, kann er dort zu schweren Entzündungen führen.

An diesen Lebensmitteln können sich Kleinkinder leicht verschlucken:

  • Nüsse
  • Samen
  • kleine Beeren
  • ganze Weintrauben mit Kernen
  • Hülsenfrüchte
  • rohes Wurzelgemüse (im Ganzen oder in Stücken)
  • Fisch mit Gräten
  • große Fleischstücke
  • harte Lutschbonbons Kaugummis.

In der Praxis hat sich gezeigt, dass Kleinkinder z.B. besser den ganzen Apfel zum „Abnagen“ bekommen sollten als kleine Stücke, an denen sie sich verschlucken können.

Rohe tierische Lebensmittel – nein danke!

Bei Kindern im Alter bis zu 5 Jahren ist Hygiene bei der Zubereitung von tierischen Speisen besonders wichtig, da ihre Immunabwehr noch nicht vollständig ausgereift ist . Lebensmittelinfektionen können daher schwerwiegende Folgen haben.

In rohen tierischen Lebensmitteln kommen vor allem Erreger wie Salmonellen, Campylobacter, Yersinien und enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) in größeren Mengen vor. Sie sind am häufigsten für Lebensmittelinfektionen im Kleinkindalter verantwortlich . Deshalb sollten Kleinkinder diese Lebensmittel nicht essen. Wer sich noch aus der Schwangerschaft an die Empfehlung „keine rohen tierischen Lebensmittel“ erinnert, kann die gleichen Regeln jetzt für sein Kind anwenden.

Diese Lebensmittel sollten Kleinkinder besser nicht essen:

  • Milch, Käse und daraus hergestellte Produkte mit der Aufschrift „Rohmilch“ oder „mit Rohmilch hergestellt“,
  • rohes Fleisch (z.B. Mett oder Hackepeter), Rohwurst (z.B. Salami, Teewurst oder Cervelatwurst), roher Fisch und rohe Meerestiere (z.B. Sushi) und
  • rohe Eier sowie daraus hergestellte, nicht erhitzte Speisen (z.B. selbstgemachtes Mousse au chocolat oder Mayonnaise).

Gut durcherhitzt schmeckt’s allen gut!

Rohe tierische Lebensmittel wie Fleisch, Fisch und Eier sollten vor dem Verzehr ausreichend erhitzt werden. Ausreichend heißt, dass sie im Inneren mindestens 2 Minuten auf 70°C oder darüber erhitzt werden. Ein nur kurzes Aufkochen oder Erhitzen in der Mikrowelle kann unzureichend sein. Auch pflanzliche Lebensmittel können schädliche Keime enthalten. Sprossen wurden als Ursache von teils lebensbedrohlichen EHEC-Infektionen identifiziert , Tiefkühlbeeren konnten als Ursache für Erkrankungen mit Noroviren und Hepatitisviren ermittelt werden . Auch diese Lebensmittel sollten daher vor dem Verzehr durch Kochen oder Braten ausreichend erhitzt werden.

Vielfalt – ja, bitte!

Damit bleibt für Kleinkinder eine große Vielfalt an Lebensmitteln, die sie mit allen Sinnen kennenlernen und essen können. Abwechslung und Vielfalt beim Essen tragen zum Genuss und zur Entwicklung eines gesunden Essverhaltens bei und versorgen Kleinkinder mit wichtigen Nährstoffen.

Entwicklung Kind 1 bis 4 Jahre alt

ENTWICKLUNG DES KINDES IM ALTER VON 1 BIS 4 JAHREN

Die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes geht noch immer in schnellen Schritten voran, auch wenn das Kind sich jetzt etwas langsamer entwickelt als im ersten Lebensjahr. So wächst zum Beispiel ein Baby ungefähr 25 Zentimeter im Jahr, ein Kleinkind 8 Zentimeter im Jahr. Doch natürlich passiert auch in diesen Kleinkinderjahren viel: Ihr Kind wird immer selbständiger, kann und möchte immer mehr selbst tun. Doch es braucht natürlich noch immer viel Unterstützung von Ihrer Seite. Noch ist es viel zu früh, um Ihr Kind echt allein zu lassen.

MOTORISCHE ENTWICKLUNG

Einige superschnelle Babys können bereits vor ihrem ersten Geburtstag laufen, die meisten Kinder werden aber erst im zweiten Lebensjahr richtig mobil. Es beginnt mit ein paar steifen Schrittchen. Am Anfang zieht das Kind noch bei jedem Schritt die Knie an, und wenn es die Füße absetzt, berühren zuerst die Zehen und nicht die Ferse den Boden, oder das Kind setzt den Fuß flach auf den Boden auf. Erst später, wenn das Kind schon eine Weile geübt hat, geht das Laufen leichter vonstatten und wird das Kind den Fuß bei jedem Schritt von der Ferse bis zu den Zehen abrollen. Die Muskulatur wird stärker, das Gleichgewichtsgefühl verbessert sich. Das Kind lernt, je nach Situation schneller oder langsamer zu laufen, stehen zu bleiben, sich umzudrehen und beim Laufen über kleine Hindernisse zu steigen, die auf dem Weg liegen.

Danach folgen noch komplexere Bewegungsabläufe wie rennen, auf eine Bank klettern, mit beiden Füßen in die Luft springen… Ihr Kind wird dies toll finden und wird nichts lieber tun, als die neu gelernten Bewegungsabläufe den ganzen Tag und überall auszuprobieren. Ideal hierfür ist eine mit Gras bewachsene oder mit Sand bedeckte Spielfläche oder ein Spielbereich im Haus, der mit weichen Kissen oder Schaumstoffmatratzen ausgelegt wird. Hier kann Ihr Kind nach Herzenslust klettern und herumtoben, ohne sich dabei zu verletzen oder sich irgendwo zu stoßen. Gewähren Sie Ihrem Kind freien Lauf. Sorgen Sie auch dafür, dass Ihr Haus sicher und kinderfreundlich eingerichtet ist und Ihr Kind genügend Raum hat, um seine Motorik einzuüben.

Im Alter von zwei bis vier Jahren lernt Ihr Kind, sich selbständig auszuziehen und ein wenig später auch sich selbst anzukleiden, auch wenn es dazu anfangs noch Hilfe braucht: So wird es manchmal den rechten Fuß in den linken Schuh stecken, die Hose falsch herum und das T-Shirt von links anziehen. Doch wie stolz wird es darauf sein, sich selbständig angezogen zu haben! Mit Reißverschlüssen und Schnürsenkeln hat das Kind noch Probleme. Ab einem Alter von 3 Jahren können die meisten Kinder schon selbständig Treppenstufen hinauf und hinunter laufen.

FEINMOTORIK

Auch die Feinmotorik entwickelt sich enorm schnell. Türme aus Bausteinen bauen, mit einem Bleistift oder mit Kreide kritzeln, mit Schlamm, Sand oder Wasser spielen, die Seiten eines Bilderbuches umschlagen und selbständig essen sind nur einige der Dinge, die das Kind nun lernt. Mit der Zeit werden aus dem anfänglichen Gekritzel echte Zeichnungen: Das Kind überlegt sich vorher, was es malen möchte, z.B. ein Auto oder eine Puppe und wird versuchen, die Striche so zu ziehen, dass am Ende eine richtige Zeichnung herauskommt. So entstehen die ersten Bilder von „Kopffüßlern“. (In allen Kulturen malen die Kinder ihre ersten Bilder von Menschen auf dieselbe Weise: einen Kreis als Kopf mit Strichen daran für Arme und Beine. Erst später wird auch der Bauch gezeichnet, bekommt der Kopf Haare und werden Arme und Beine nicht mehr mit einem, sondern mit zwei Strichen gezeichnet.)

Wenn das Kind schon etwas älter ist, beginnt es sich vielleicht für das Lesen und Schreiben von Buchstaben zu interessieren. Bringen Sie ihm als erstes den ersten Buchstaben seines eigenen Namens bei oder das ‚O‘ von ‚Oma‘. Forcieren Sie Ihr Kind aber nicht, wenn es noch kein Interesse am Lesen und Schreiben zeigt.

DER ABSTAND ZWISCHEN IHNEN UND IHREM KIND

Da Ihr Kind jetzt viel mobiler ist, wird es nun auf eigene Faust seine Welt entdecken und erkunden. Als Eltern oder Erzieher haben Sie jetzt alle Hände voll zu tun, um dafür zu sorgen, dass dem Kind nichts passiert. Tut das Kind etwas Verbotenes oder Gefährliches, so müssen Sie es davon abhalten. Sorgen Sie dafür, dass Sie mit Ihrem Kind auf gleicher Augenhöhe sind, und signalisieren Sie ihm wenn nötig ein ruhiges und deutliches „Nein“. Schreien Sie Ihr Kind niemals an, und sorgen Sie dafür, dass es sich nicht zu weit von Ihnen entfernt. Auch wenn seine Augen und Ohren prima funktionieren, ist es bei Kleinkindern in diesem Alter noch nicht möglich, über eine größere Entfernung hinweg zu kommunizieren. Die Faustregel ist, dass man sich nur so viele Meter von dem Kind entfernen sollte, wie das Kind an Jahren alt ist. Von einem einjährigen Kleinkind dürfen Sie sich also nicht mehr als einen Meter entfernen. Ein vierjähriges Kind wird Sie auch dann noch verstehen, wenn Sie sich aus einem Abstand von vier Metern mit ihm unterhalten.

TRENNUNGSANGST UND SELBSTÄNDIGKEIT

Ihr Kleinkind ist jetzt ein Stück mobiler als noch im ersten Lebensjahr. Es bestimmt zum größten Teil selbst, wohin es gehen möchte und wohin nicht. Manchmal wird es Ihnen den ganzen Tag am Rockzipfel hängen und Ihr Verhalten nachahmen. An anderen Tagen wird es selbst auf Entdeckungsreise gehen und Sie schnell vergessen, wenn auf der anderen Straßenseite zum Beispiel jemand mit einer interessanten Drehorgel steht.

Viele Kinder beginnen um den zwölften bis vierzehnten Lebensmonat herum erneut zu fremdeln. Ihr Kind begreift immer besser, dass es eine eigene Persönlichkeit hat und ist nicht mehr so abhängig von Ihnen. Es wird körperlich immer mobiler und kann sich schneller von Ihnen entfernen. Andererseits ist es aber natürlich noch lange nicht in der Lage, längere Zeit ohne Sie auszukommen, und diese Erkenntnis kann für Ihr Kind manchmal beängstigend sein. Viele Kinder reagieren deshalb traurig oder fühlen sich im Stich gelassen, wenn Sie zum Beispiel im Kindergarten alleine zurückgelassen werden. Ihr Kind ist inzwischen intelligent genug, um zu begreifen, dass Sie nicht da sind (nur weil es Sie nicht sieht, heißt dies nicht, dass es nicht an Sie denkt), aber muss noch lernen, dass es sich darauf verlassen kann, dass Sie wieder zurückkommen und dass es in der Zwischenzeit auch ohne Sie auskommen kann. Siehe hierzu auch das Kapitel über Trennungsangst.

Andererseits möchte Ihr Kind jetzt vielleicht immer häufiger selbständige Unternehmungen machen, ohne Papa und Mama. Es kann immer mehr und begreift, dass es eine eigene Persönlichkeit und einen eigenen Willen hat. Es will „selber“ essen (oder selbst bestimmen, dass es NICHT essen will!), selbst bestimmen, wohin es gehen möchte, welche Kleider es anziehen will usw. Lassen Sie Ihrem Kind genügend Freiraum, um eigene Erkundungen zu machen und neue Dinge auszuprobieren, aber lassen Sie es dabei niemals ganz aus dem Auge, und lassen Sie Ihr Kind vor allem auch deutlich merken, dass Sie immer da sind, wenn es Hilfe oder Trost braucht (ein sicherer Hafen). Ein Kind, das sich geliebt und geborgen fühlt, wird sich besser entwickeln als ein ängstliches Kind, das kein Vertrauen zu seinen Eltern hat.

ÄNGSTE, WUTAUSBRÜCHE UND PHANTASIE

Auch Kleinkinder haben ihre eigenen Ängste. Es ist ganz normal, dass ein Kind in einem bestimmten Alter nochmals eine Periode durchmacht, in der es wieder stärker fremdelt und emotionaler oder ängstlicher wird. Ein Kleinkind beginnt, nachzudenken, über die Dinge, die es umgeben und lernt die Welt besser zu verstehen – aber eben noch nicht ganz. Was es noch nicht verstehen kann, erfasst das Kind mit seiner Phantasie und schafft sich auf diese Weise seine eigene Zauberwelt. In dieser Welt können ganz gewöhnliche Dinge, wie Schatten an der Wand des Kinderzimmers oder Tiger, die das Kind beim Besuch im Zoo gesehen hat, Angstvorstellungen hervorrufen, die dann dazu führen, dass das Kind zum Beispiel ein Krokodil unter seinem Bett zu sehen glaubt… Manche Kinder beginnen dann wieder zu fremdeln, klammern sich an ihre Eltern oder ihnen vertraute Personen und reagieren ängstlich auf neue Situationen.

Die Angst überfällt ein Kind urplötzlich und ist in diesem Moment für das Kind sehr real. Es geht dann nicht darum, dass Sie selbst das böse Krokodil nicht sehen können, sondern um die Tatsache, dass Ihr Kind Angst hat und erst wieder beruhigt werden muss, um wieder einschlafen zu können. Erklären Sie Ihrem Kind in solchen Situationen nicht, dass es keine Angst haben muss, sondern trösten Sie es, und versuchen Sie zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Angst verebbt ist, nochmals mit Ihrem Kind über seine Ängste zu sprechen, oder warten Sie damit solange, bis das Kind das Thema von selbst anspricht. Versuchen Sie eventuell, ihrem Kind mit Hilfe eines Buches oder einer selbsterfundenen Geschichte bei der Überwindung seiner Angst zu helfen. Im Laufe der Zeit verschwinden solche Ängste meist von selbst.

KUSCHELTIERE UND PUPPEN

Puppe kann Ihrem Kind viel Sicherheit geben. In schwierigen Situationen kann es für das Kind ein Trost sein, wenn es sich an einer Puppe oder an einem Kuscheltier festhalten kann. Auch wird die Puppe oder das Kuscheltier vom Kind als ein Begleiter empfunden, der dieselben Dinge erlebt und dieselben Erfahrungen macht, wie das Kind selbst. Und dieser Begleiter ist immer mit dabei (auch im Bett, wenn sonst niemand in der Nähe ist), läuft nicht davon und bleibt immer derselbe. Es ist auch zweifellos so, dass Kindern das Sprechen mit einer Puppe oder einem Kuscheltier leichter fällt. Beim Spielen mit Puppen erlernen Kinder gewisse Fertigkeiten. Es geht dabei um alle möglichen Dinge: vom Aufpassen auf die Puppe bis zum Umgang mit bestimmten sozialen Situationen. Puppen können den Platz von Freunden oder Freundinnen einnehmen. Das Sprechen mit einer Puppe ist einfacher, denn schließlich erwidern Puppen nichts und kann das Kind daher auch nichts Falsches sagen, wenn es mit seiner Puppe spricht. Auch ‚versteht‘ die Puppe alles, was das Kind sagt. Wenn ein Kind seine Puppe überall hin mitschleppt, kann es seine Erlebnisse immer mit der Puppe teilen. Das Kind kann seiner Puppe auch allerlei Geheimnisse anvertrauen, denn er/sie erzählt nichts weiter. Außerdem denkt sich das Kind selbst aus, was die Puppe ihm „antwortet“. Und es bekommt dabei immer nur die gewünschten Reaktionen zurück.

PHANTASIE

Viele Kinder haben in diesem Alter eine blühende Phantasie. Plötzlich „sind“ sie Bob, der Baumeister oder sprechen mit unsichtbaren Freunden und können gänzlich in Ihren Phantasiespielen und ihrer eigenen Zauberwelt aufgehen.

Die imaginären Freunde oder ihre Spielzeugpuppen erleben allerlei Abenteuer. Meistens geht es dabei um ganz alltägliche, aber für das Kind sehr spannende Dinge, wie ein Besuch beim Arzt oder ein toter Fisch im Wasser. Manchmal ahmt das Kind das typische Verhalten eines verärgerten Vaters oder einer verärgerten Mutter perfekt nach, wenn es seinen Teddybären beschimpft, der angeblich „böse“ war. Wenn Sie gut darauf achten, wie Ihr Kind spielt, und was es sagt, während es spielt, können Sie hierdurch einen besseren Einblick darüber bekommen, was in seinem Kopf vor sich geht. Phantasie ist nichts schlechtes. Im Gegenteil, diese Art von Phantasiespielen hilft Ihrem Kind dabei, neue Ideen zu entwickeln und das Leben von einer anderen Seite aus zu betrachten. Genießen Sie es, Ihrem Kind beim Spielen zuzuschauen, und machen Sie sich seinen Spieltrieb zunutze. Wenn Ihr Kind zum Beispiel Angst davor hat, zum Arzt zu gehen, können Sie zuerst sein Kuscheltier „untersuchen“. Geben Sie Ernie eine Spritze – wonach Ernie natürlich furchtbar anfängt zu schreien und zu weinen. Dann sagen Sie Ernie, dass er sich nicht so anstellen soll, sondern sich lieber ein Beispiel daran nehmen sollte, wie tapfer sein Freund/seine Freundin ist, wenn es eine Spritze bekommt.

Ihr Baby im 12. Monat

Die Sprachentwicklung: Kauderwelsch weiterhin zulassen

Der Wortschatz, den Sie rund um den ersten Geburtstag von Ihrem Baby hören, wird vermutlich nur aus ein paar Worten bestehen. Die Wortmenge, die Ihr Kind schon versteht, würde Sie sicherlich schwer beeindrucken, wenn Sie sie aufgeschrieben sehen könnten.

Um den Wortschatz Ihres Babys zu trainieren und zu erweitern, können Sie jetzt auch kleine Fragen und Anweisungen nutzen. Die Aufforderung „Gib mir bitte Deine Tasse!“ oder die Frage „Wo ist denn Dein Ball?“ versteht Ihr Kind nach und nach immer besser. Zuerst wird es vermutlich mit Gesten und später mit Einwortsätzen darauf reagieren. Das gemeinsame Lesen von Büchern und Benennen von Dingen übt zusätzlich den Wortschatz Ihres Kindes.

Vergessen Sie beim Sprechen mit Ihrem Baby nie die Höflichkeitsformen „bitte“ und „danke“. Von Beginn an angewendet, werden diese auch für Ihr Baby und späteres Kleinkind zur Selbstverständlichkeit. Kinder lernen nämlich durch Ihre Taten, oft nicht durch Ihre Worte. Falls Sie Ihr Baby nicht verstehen, könnte es daran liegen, dass es trotz erster Wortkenntnisse gern mit Lauten experimentiert.

Ein Spiel, was nach wie vor Spaß macht und weiterhin die Sprachfähigkeit schult. Sie selbst sollten jedoch nicht allzu oft in die Babysprache verfallen, da Ihr Baby lernen soll, dass Sie nur die „Erwachsenensprache“ verstehen und es allein mit den richtigen Worte, seine Wünsche verständlich äußern kann.

Alleine neue Spiele entdecken

Im zwölften Monat haben viele Babys ihren Zangengriff (Daumen-Zeigefinger-Griff) perfektioniert und eigenständige Babyspiele halten nun schon bis zu fünf Minuten an. Eine Zeitspanne, in denen Ihr Wonneproppen hin und wieder auf interessante Ideen kommt, die Sie vielleicht nicht so lustig finden.

Das Einreiben von Stoffsofas mit Babybrei, das Bewerfen des Fernsehers mit Holzklötzen oder die Nutzung der Fernbedienung als Hammer stößt nur bei wenigen Eltern auf Verzücken. Bieten Sie von vornherein Spielalternativen und stellen Sie beispielsweise alte Schüsseln und Holzlöffel zum darauf Herumklopfen bereit.

Scheuen Sie sich außerdem nicht davor, Ihrem Baby „Nein“ zu sagen, wenn die Entdeckungs- und Spielideen unerwünschten Schaden verursachen.

Gemeinsam den Mittagsschlaf gestalten

War der Mittagsschlaf bisher eine wichtige Ruhepause für Ihr Baby und Sie? Das kann sich zum ersten Geburtstag ändern. Einige Babys fühlen sich mittags nicht mehr müde und andere protestieren im Zuge Ihres Unabhängigkeitsdrangs gegen das ungewollte Zubettgehen. Um dennoch eine Verschnaufpause in der Mitte des Tages einzulegen, hilft oft ein Kompromiss.

Machen Sie aus der mittäglichen Schlafpause einfach eine Vorlese- und Kuschelstunde. Das lässt Ihr Baby und Sie zur Ruhe kommen und führt bei müden Mittagsschlaf-Protestanten oft doch zum erwünschten Schlaf.

Zusammen die Welt entdecken

Im zwölften Lebensmonat angekommen, erscheint es für viele Eltern unfassbar, wie sich ihr Kleines in den letzten Wochen und Monaten entwickelt hat. Nun ist Ihr Baby sogar soweit, dass Sie es in die Vorbereitungen der ersten großen Geburtstagsfeier einbeziehen können, beispielsweise beim:

  • Kuchenbacken,
  • dem Basteln und Einpacken von Gastgeschenken,
  • Dekorieren.

Außerdem können Sie das Sprachverständnis und die Grob- sowie Feinmotorik mithilfe der folgenden Spiele trainieren:

  • Verstecken spielen,
  • gemeinsam das Lieblingsbuch lesen (lassen Sie Ihr Baby die Geschichten erzählen, sofern es schon ein paar Worte spricht),
  • Türme bauen mit Bauklötzen oder Küchenutensilien (wie Schüsseln),
  • vorm Spiegel Grimassen schneiden.

Sie waren noch nicht gemeinsam im Tierpark, Wald oder auf einem größeren Spielplatz bzw. in einer Indoor-Spielhalle? Dann sollten Sie den ersten Geburtstag als Anlass nehmen, um Ihrem Baby auch einen dieser spannenden Orte zu zeigen.

Nützliches für Babys 12. Monat

Fahrzeuge

Sobald Kinder sitzen und krabbeln können, werden kindgerechte Fahrzeuge für sie interessant. Rutschautos unterstützen die Kleinen in ihrer Fortbewegung und steigern das Interesse an der Mobilität. Für ältere Kinder sind Dreirad, Roller und Fahrrad spannende Fortbewegungsmittel.

Krabbelschuhe

Für die ersten Schritte außerhalb der Wohnung, schützen Krabbelschuhe die kleinen Entdecker vor Witterung und Verletzungen der Fußsohlen. Durch das Laufen mit den ersten Schühchen werden die Kleinkinder in das Tragen von festen Schuhen eingewöhnt. Wichtig sind dabei atmungsaktive, leichte und flexible Materialien, für eine gute Beweglichkeit der kleinen Füßchen.

Holzspielzeug

Mit einem Alter von 12 Monaten sind die Zwerge endlich alt genug, für ihr erstes schönes Holzspielzeug. Die Holzbausteine liegen angenehm in der Hand und laden zum Bauen, Stapeln und Zusammenstecken ein und fördern dadurch die kindliche Feinmotorik. Auch Puzzles aus Holz bieten großen Such- und Kombinierspaß.

Der zwölfte Monat

Bei einem fast Einjährigen wirken alle Bewegungen leicht, lebhaft und locker. Es krabbelt und rutscht. Mühelos gelangt es zum Sitzen und durch eine Seitwärtsdrehung in den Vierfüsslerstand. Ihr Kind kann schon alleine sitzen bleiben, solange es will. Dies bedeutet, dass die Entwicklung der Sitzstellung beendet ist. Das Kind muss sich nicht mehr übermässig konzentrieren und kann sogar die Beine anheben und sich bewegen – es wird nicht mehr das Gleichgewicht verlieren.

Stufen und andere Hindernisse bedeuten keine Grenzen mehr, leicht werden sie krabbelnd erobert. Gerne klettert es auf Ihren Schoss. Es zieht sich an Möbelstücken in den Stand hoch, läuft seitwärts an den Möbeln entlang und kann – sich mit einer Hand festhaltend – mit der anderen Gegenstände vom Boden aufheben. An der Hand geführt, gelingen schon die ersten wackligen Schritte. Vorläufig wird Ihr Kind mit gespreizten Beinen laufen. An ihrem 1. Geburtstag können etwa 60% aller Kinder ein paar Schritte frei gehen.

Beim Spielen werden kleine Gegenstände gezielt mit Daumen und Zeigefinger aufgenommen. Die Schnürsenkel werden gerne aufgemacht. Es setzt ein kleineres Ding in ein grösseres, z.B. einen Löffel in eine Tasse, einen kleineren Becher in einen grösseren. Ein einfaches Ballspiel mit Fangen, Festhalten und Weiterwerfen gelingt.

Obwohl es noch wie eine hoffnungslose Panscherei aussieht, lernt Ihr Kind etwa in diesem Alter, selbständig zu essen. Mit Keksen und Zwieback geht es etwas schneller. Erst lutscht Ihr Kind fröhlich drauf los, bis der Keks weich wird. Dann isst es ihn Stück für Stück. Das Essen mit dem Löffel gestaltet sich da schon komplizierter, denn dabei muss das Besteck, die Finger, das Essen und der Mund koordiniert werden. Helfen Sie ihm dabei und halten Sie den Löffel unterstützend mit fest. Trinken ist da schon wesentlich einfacher. Einen Kinderbecher mit zwei Henkeln kann Ihr Kind bereits recht gut handhaben. Hier sind die praktischen Schnabeltassen ideal, um Flecken (zumindest teilweise) zu vermeiden.

Beachten Sie!

Baby-Kolumne

12. Monat: „Happy Birthday, Emil!“

Die meisten Kinder führen schon kleine Plapper-Dialoge in Doppelsilben (papa, mama, dada) mit ihren Eltern. Das Kind ruft nach Papa und Mama, reagiert auf seinen Namen und versteht kleine Aufforderungen. Es liebt Applaus und wird alles tun, um Ihre Begeisterung und Ihr Lob zu wecken. Kinder sind in diesem Alter ziemlich schmusig und drücken ihre Gefühle jetzt schon mit bewussten Umarmungen aus – ein schönes Gefühl für den Umarmten! Aber gelegentlich wird das dem Kind auch alles zuviel und es folgt ein kleiner Tobsuchtsanfall. Lassen Sie ihm dieses Ventil, und trösten Sie Ihr Kind erst, sobald es sich von selbst etwas beruhigt hat.

Ihr Kind wird nun ein Jahr alt! Damit ist es eigentlich kein Baby mehr, sondern immer mehr ein aufgewecktes, selbstständiges und auch eigenwilliges Kleinkind. Auch Sie haben sich im vergangenen Jahr zweifellos weiterentwickelt. Der erste Geburtstag ist sowohl für Sie als auch für Ihr Kind ein besonderes Ereignis, das nicht unbeachtet bleiben soll. Natürlich wird Ihr Kind die Bedeutung des Geburtstages noch nicht verstehen. Es bemerkt jedoch durchaus, dass Sie Feststimmung verbreiten. Sie müssen gewiss nicht das beste Geschirr und das kostbare Silberbesteck auspacken. Eine bunte Tischdecke, ein Luftballon und ein Kuchen mit Kerze genügen völlig, um aus dem ersten Geburtstag ein festliches Ereignis zu machen. Zu diesem Anlass brauchen Sie nicht alle Familienmitglieder und den gesamten Freundeskreis zusammenzutrommeln. Dies schüchtert Ihr Kind eher ein. Wichtig ist, dass es sich als die Hauptperson, als etwas Besonderes fühlt, weil Sie es so lieb haben.

Denken Sie an ein zweites Kind? Dann sollten Sie frühzeitig an die Spitalversicherung denken: Weshalb das so wichtig ist und warum Sie diese am besten vor der nächsten Schwangerschaft abschliessen, erfahren Sie hier.

Lesen Sie hier alles über den 8. Wachstumsschub.

Erste Schritte und Intelligenz

Häufige Fragen zum Thema

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Sollten wir unser Kind zum Babyschwimmen anmelden?

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Meine Grossmutter sagt, früher waren Kinder mit einem Jahr trocken. Kann das stimmen?

Zum 11. Monat

…und hier geht es weiter mit dem Entwicklungskalender im Bereich „Kind“

Die vergessenen ersten Jahre: Warum sind unsere Erinnerungen an die frühe Kindheit wie ausgelöscht? Was vor dem Alter von etwa drei Jahren geschah, daran können sich die wenigsten Erwachsenen noch erinnern. US-Forscher haben jetzt herausgefunden, dass Veränderungen in der Art der Speicherung von Erinnerungen dabei eine Rolle spielen, zusätzlich aber auch ein schnelleres Vergessen, die sogenannte kindliche Amnesie: Während die Kinder sich im Alter von fünf bis sieben Jahren in 63 bis 72 Prozent der Fälle noch an das Erlebte erinnern konnten, waren es bei den Acht- und Neunjährigen nur noch etwa 35 Prozent. Mit etwa sieben Jahren verlieren wir also die meisten Erinnerungen an unsere frühe Kindheit. (swissmom Newsticker, 30.1.2014)

Letzte Aktualisierung : 16-11-18, BH

Entwicklung Baby – 12. Monat

Letzte Änderung: 28.06.2017
Nächste Aktualisierung von Till von Bracht • Medizinredakteur Dieser Artikel wurde nachNach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst.

Unsere Inhalte basieren auf fundierten wissenschaftlichen Quellen, die den derzeit anerkannten medizinischen Wissensstand widerspiegeln. Wir arbeiten eng mit medizinischen Experten zusammen.

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Mit dem 12. Monat endet die Babyphase Ihres Kindes. Bald ist es ein Jahr alt und wird dann als Kleinkind oder Kleinstkind (bis 3 Jahre) bezeichnet. Es ist jetzt etwa eineinhalb Mal so groß und drei Mal so schwer wie nach der Geburt.

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  • Auf die Füße, fertig, los …
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Das kann Ihr Baby jetzt

Es ist nun an der Zeit, dass Ihr Kind zusätzlich zur Feinmotorik die Grobmotorik trainiert – die Bein-, Rücken- und Armmuskeln wollen beschäftigt werden. Beine und Rücken werden durch den aufrechten Gang trainiert. Das Armtraining wird Ihnen Ihr Kind demonstrieren, indem es mit Vorliebe alles, was es in die Hände bekommt, durch die Gegend wirft.

Dinge zu werfen gehört zur natürlichen Entwicklung Ihres Kindes dazu! Unterdrücken Sie diesen Drang nicht, aber lenken Sie ihn in ungefährliche Bahnen: Sobald Ihr Kind mit einem ungeeigneten Gegenstand wirft, geben Sie ihm einen weichen Ball in die Hand und sagen Sie beispielsweise „Den Ball darfst du werfen“. Ihr Kind erkennt die Worte „Ball / werfen“ und wird sich mit der Zeit merken, dass der Ball zum Werfen geeignet ist.

Im 12. Monat wagen einige Kinder auch schon die ersten freien Schritte – andere lassen sich damit wiederum bis zum 18. Monat Zeit. Die ersten Schritte werden wackelig sein, vermutlich läuft Ihr Kind auch die erste Zeit auf den Zehenspitzen und stakst durch die Gegend, weil es beim Laufen die Knie zunächst nur wenig beugt.

BMI-Rechner für Kinder

Manche Kinder setzen mitunter Babyspeck an. Doch wann ist es zu viel?

Zum Test

Trotz großer Fortschritte in der Grobmotorik wird auch weiterhin feinmotorisch einiges passieren. Im 12. Monat sind viele Kinder in der Lage, Gegenstände auch in kleine Öffnungen zu stecken. Steckspiele mit unterschiedlich geformten Bausteinen sind jetzt sehr beliebt. Oft können Kinder in diesem Alter schon gut die Formen unterscheiden und finden schnell die richtigen Öffnungen. Andere haben einfach großen Spaß daran, den Behälter im Wechsel zu füllen und wieder auszukippen.

Die Feinmotorik lässt sich auch gut beim Malen trainieren. Viele Einjährige nehmen jetzt gerne einen Stift in die Hand (meistens greifen sie diesen mit der ganzen Faust) und kritzeln begeistert drauf los. Neben Stiften sind auch Fingerfarben im 12. Monat gut geeignet – außer dem Erlebnis, etwas Buntes zu Papier (oder auf eine Fensterscheibe) zu bringen, fühlen sie sich wunderbar glibschig an.

Im 12. Monat können Kinder außerdem schon gut einen Ball rollen, sodass man im Sitzen bereits miteinander Ballspielen kann.

Das nimmt Ihr Baby wahr

Um den ersten Geburtstag herum haben sich die Augen Ihres Kindes soweit entwickelt, dass es nun etwa 50 Prozent seiner späteren Sehschärfe erreicht hat.

Im 12. Monat ist Ihr Kind außerdem in der Lage, Verbote zu verstehen und kurzfristig zu akzeptieren – es wird diese aber nach kurzer Zeit wieder vergessen. Daher müssen Sie sprichwörtlich „alles 1.000 Mal wiederholen“, bis sich Regeln fest eingeprägt haben. Das Kind wird jetzt vermutlich auch schon „ja“ und „nein“ verstehen, aber nicht immer so darauf reagieren, wie Sie es sich vorstellen.

Das Kleinkind versteht jetzt 50 bis 100 Wörter und auch einfache Aufforderungen („gib mir den Ball“).

So reagiert Ihr Baby

Im 12. Monat reagieren viele Kinder freudig auf Musik, besonders, wenn sie diese schon öfter gehört haben. Viele wippen im Sitzen mit, klatschen oder „singen“ mit, oft schon einigermaßen melodisch.

Viele Kinder beginnen in diesem Monat, sich engen Bezugspersonen wie Mutter und Vater mehr zuzuwenden, indem sie von sich aus zum Kuscheln kommen oder Aktionen wiederholen, über die die Eltern gelacht haben. Wenn dieselben Aktionen wiederum ein Lachen hervorrufen, zeigen sie ihre Freude deutlich durch lautes Lachen oder sogar Händeklatschen.

Gesunde Ernährung für Babys

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In den ersten Monaten ist Muttermilch das Beste für Säuglinge.

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Alternativ können Sie Ihrem Baby die Flasche geben.

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Etwa ab dem 5. Monat können viele Babys die Flasche auch schon selbst halten und sind mächtig stolz darauf.

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Dann wird es allerdings Zeit, auf eine Schnabeltasse umzusteigen, um das Baby von der Flasche zu entwöhnen.

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Ungefähr ab dieser Zeit können Sie auch mit der Beikost beginngen.

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Achten Sie ab der Beikost darauf, dass Ihr Baby genug trinkt.

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Grundsätzlich gibt es keine guten oder schlechten Lebensmittel. Auf die Menge kommt es an.

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Wichtig: Hochwertige Kohlenhydrate (Kartoffeln, Getreide) fürs Wachstum, …

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… Obst und vor allem Gemüse für die Vitamine, …

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… Fleisch und Fisch für Mineralstoffe, Vitamine und Eisen …

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… sowie Fett in Form von Öl, beispielsweise Rapsöl (nicht kaltgepresst).

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Einige Lebensmittel sind aber im ersten Lebensjahr noch verboten. Dazu gehören Kuhmilch, …

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… Honig, …

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… Blähendes wie Erbsen, Linsen oder Bohnen, …

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… sehr kleine Lebensmittel, die in der Luftröhre stecken bleiben können, …

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… künstliche Süßstoffe oder zu viel Zucker, …

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… Essen, das scharf gewürzt oder gesalzen ist …

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… und Blattsalate – die können Babys auch mit den ersten Zähnchen noch nicht kauen.

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Besonders wichtig: Zwingen Sie Ihr Kind nicht zum Essen! Gesunde Kinder verhungern nicht vor dem gefüllten Tisch.

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Je weniger Sie Ihr Kind bedrängen, desto eher wird es selbstständig und gerne essen.

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Es gilt: Solange das Angebot gesund ist, sollte ein Baby essen dürfen, so viel es möchte.

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Etwa mit zehn Monaten können viele Babys alleine mit dem Löffel umgehen – mit einigen Pannen, versteht sich.

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Mit dem Essen spielen gehört zur Entwicklung dazu – lassen Sie Ihrem Kind die Freude.

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Wenn es nicht zu matschig werden soll: Bieten Sie Snacks an!

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Rohes Obst und Gemüse, …

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… Vollkornzwieback oder Knäckebrot …

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… und schon kann Ihr Kind das selbstständige Essen ausprobieren.

Zum Abschied winken die meisten Kinder jetzt und schütteln den Kopf, wenn sie das Wort „nein“ hören.

Jedes Kind entwickelt sich individuell. Die genannten Entwicklungsschritte können daher nur Anhaltspunkte sein. Wenn Ihr Baby von dieser Entwicklung abweicht, ist das kein Grund zur Besorgnis. Wenn Sie dennoch beunruhigt sind, besprechen Sie sich mit Ihrem Kinderarzt.

Tipps für den 12. Monat

Im 12. Monat verstehen Kinder Ihre Muttersprache schon ganz gut – allerdings ohne die Feinheiten. Abstrakte Begriffe werden sie daher einfach noch ausblenden. Ein „du darfst nicht werfen“ wird im kleinkindlichen Verständnis dann schon mal auf „werfen“ zusammengefasst. Ihr Kind wird das als Aufforderung verstehen und sein nächstes Wurfgeschoss suchen. Versuchen Sie darum, negativ geprägte Sätze zu vermeiden.

negativ geprägte Sätze und positive Alternativen

Anstatt daher Ihrem Kind also zu sagen, was es nicht tun soll, sagen Sie ihm ganz klar, was es tun soll.

Das ist im 12. Monat wichtig

Wenn Sie diese nicht schon im 10. oder 11. Monat wahrgenommen haben, steht jetzt die nächste Vorsorgeuntersuchung an:

  • U6: 10-12. Monat

Außerdem ist es ab dem 12. Monat Zeit für folgende Impfungen:

  • Impfung gegen Pneumokokken
  • Kombinationsimpfung
  • Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln (und Windpocken)

Bei der Kombinationsimpfung können Sie zwischen zwei Varianten entscheiden:

  • 6fach-Impfung gegen Polio, Diphtherie, Wundstarrkrampf, Keuchhusten, Hepatitis B und Infektionen mit Haemophilus influenzae Typ B oder
  • 4fach-Impfung gegen Diphtherie, Keuchhusten, Wundstarrkrampf und Polio

All diese Impfungen können auch als Einzelimpfungen verabreicht werden.

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