Kann man mit diabetes schwanger werden

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Idealerweise sollten Frauen mit Typ-1-Diabetes ihre Schwangerschaft planen, damit die Empfängnis bei normnaher Blutzuckereinstellung stattfinden kann, um das Risiko von Komplikationen möglichst niedrig zu halten. Zudem sollte die Schwangerschaft von einem Gynäkologen und Diabetologen interdisziplinär betreut werden. Dies schafft die besten Voraussetzungen, dass eine Typ-1-Diabetikerin ebenso ein gesundes Kind zur Welt bringen kann wie jede andere Frau auch.

Eine schlechte Stoffwechseleinstellung in der Frühschwangerschaft ist mit einem deutlich erhöhten Risiko von schweren Fehlbildungen des Kindes verbunden. Ein hoher HbA1c-Wert geht mit einer erhöhten Häufigkeit an Fehlgeburten einher. Man weiß, dass sich durch eine normnahe Blutzuckereinstellung vor der Empfängnis und in der Frühschwangerschaft die erhöhten Raten an Fehlbildungen und Fehlgeburten bei Diabetikerinnen fast vollständig vermeiden lassen. Deshalb müssen alle Frauen mit Diabetes, unabhängig von einer vorliegenden Schwangerschaft, über Schwangerschaft und Empfängnisverhütung informiert sein.

Während der gesamten Schwangerschaft ist eine möglichst normnahe Blutzuckereinstellung nötig, um die postpartale Morbidität der Neugeborenen (Kranke Kinder z.B. mit Unterzuckerungen, zu große unreife Kinder, Kinder mit Lungenunreife) möglichst gering zu halten, dabei sind vereinzelte BZ-Werte bis 200 mg/dl bei sonst guter Stoffwechseleinstellung ohne Bedeutung.

Besondere Vorsicht ist bei Schwangeren mit systemischen Gefäßerkrankungen geboten. Hier ist das Geburtsgewicht signifikant niedriger gegenüber Diabetikerinnen ohne Gefäßerkrankung. Ein Glukosemangel im Rahmen einer Placentainsuffizienz wegen herabgesetzter Durchblutung der Gebärmutter kann für einen Insulinmangel des Kindes und einer pränatalen Dystrophie (Minderwachstum) verantwortlich sein.

Zielwerte und Behandlung

Als Zielwerte gelten Nüchtern-Blutzucker unter 90 mg/dl und 2 Stunden nach den Hauptmahlzeiten unter 130 mg/dl, der HbA1c-Wert sollte deutlich unter 6,0% liegen.

Bei Insulin-behandelten Diabetikerinnen ist dieses Ziel durch eine intensivierte Insulintherapie oder eine Insulinpumpentherapie erreichbar.

Die Betreuung und Beratung muß deshalb vor der Empfängnis und während der gesamten Schwangerschaft in einer diabetologischen Schwerpunktpraxis oder Schwerpunktambulanz mit Erfahrung auf diesem Gebiet erfolgen. Nach Feststellung einer Schwangerschaft sollten über die ganze Schwangerschaft zwei- bis vierwöchentliche ambulante Kontrollen einschließlich HbA1c, Urin- und Blutdruckkontrolle erfolgen, sowie in jedem Drittel der Schwangerschaft eine Kontrolle des Augenhintergrundes. Die Zusammenarbeit des Diabetologen mit einem geburtshilflichen Zentrum ist unverzichtbar Die Entbindung sollte bei den geringsten Komplikationen in einem Perinatalzentrum der Maximalversorgung mit angeschlossener Kinderklinik und räumlich angeschlossener Kinder-intensivmedizinischer Versorgung geschehen.

Die Insulintherapie wird als intensivierte Therapie oder Pumpentherapie durchgeführt nach den bekannten Prinzipien (siehe ICT). Die Blutzucker-Selbstkontrolle sollte jedoch häufiger erfolgen, nämlich vor jeder Mahlzeit, 1 ½ – 2 Stunden nach jeder Mahlzeit und abends vor dem Schlafengehen also mindestens 7-8 Mal täglich. Bei instabilem Verlauf muss auch bei manchen Patientinnen 1-2x/Woche nachts gegen 2 Uhr kontrolliert werden.

Schwangerschaftsverlauf

In der ersten Hälfte der Schwangerschaft sind die Blutzuckerwerte eher schwankend, Unterzuckerungen häufiger und der normale Blutzucker schwieriger zu erreichen als in der zweiten Hälfte. In der zweiten Hälfte der Schwangerschaft ist der Blutzucker in der Regel wesentlich stabiler als in der Nicht-Schwangerschaft und leichter einstellbar. Im ersten Drittel der Schwangerschaft ist der Insulinbedarf eher niedriger und nimmt erst wieder ab der 16. Schwangerschaftswoche zu, um dann bis zur 36. Schwangerschaftswoche anzusteigen. Im Laufe der Schwangerschaft steigt der Insulinbedarf um ca. 50 – 100% an.

Unterzuckerungen

Unterzuckerungen (Hypoglykämien) der Mutter sind nach derzeitiger Erkenntnis selbst bei schweren Hypoglycämien, die mit Bewußtseinsstörungen der Mutter einhergehen, für das Kind nicht gefährlich, wohingegen jeder erhöhte Zucker (Hyperglykämie), insbesondere jede ketonische Entgleisung, für die Gesundheit des Kindes von Nachteil sind. Durch die strengere Blutzuckereinstellung ist die Hypoglycämie-Wahrnehmungsschwelle bei Diabetikerinnen häufig niedriger, so dass Hypoglycämien zum Teil erst bei Blutzuckerwerten zwischen 30 und 40 mg/dl wahrgenommen werden. Manche Patientinnen entwickeln während der Schwangerschaft eine vollständige Wahrnehmungsstörung von Hypoglycämien, die sich nach Beendigung der Schwangerschaft jedoch wieder normalisiert.

Entbindung

Während der Entbindungsphase sinkt der Insulinbedarf deutlich ab, um dann ca. 3 Wochen nach Entbindung wieder den üblichen Ausgangswert vor der Schwangerschaft zu erreichen. Eine unter Umständen drastische Dosisreduktion des Insulins nach Entbindung muss durchgeführt werden, um häufige Unterzuckerungen zu vermeiden, teilweise ist in den ersten Tagen nach Entbindung überhaupt kein Insulin nötig.
Bei gut eingestellten Diabetikerinnen ohne zusätzliche Risiken ist in der Regel eine Spontanentbindung möglich. Ist das Kind jedoch zu groß oder ist zuviel Fruchtwasser vorhanden, ist eine vorzeitige Geburtseinleitung sinnvoll.

Stillzeit

Stillen hat einen blutzuckersenkenden Effekt für die Mutter, so dass in diesem Fall die Insulindosis abgestimmt werden muss. Es hat eine Wirkung ähnlich der körperlichen Aktivität.

Schwanger mit Typ-1-Diabetes: Wie beeinflusst der Diabetes die Schwangerschaft? Was muss ich beachten während der Schwangerschaft? Wie wichtig ist eine normnahe Blutzuckereinstellung? Was sind die Risiken? Fragen, auf die Heike eine Antwort weiß.

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Es gibt nichts Schöneres im Leben, als so ein kleines schreiendes Würmchen in den Armen zu halten! Ich selbst als Dia-Mama spreche aus Erfahrung. Die Freude bei mir als Mama einer bald 3-jährigen Tochter und meinem Mann war riesengroß, als wir unser Töchterchen Emilia das erste Mal im Arm hielten. Doch als Typ-1-Diabetikerin geht man keinen gewöhnlichen Weg durch eine Schwangerschaft!

Meine erste Schwangerschaft kam ungeplant. Ich habe unser erstes Kind leider verloren. Ursache war nicht der Diabetes, sondern es gab Probleme mit meiner Gebärmutter. Meinen großen Schmerz habe ich mit Planung meiner nächsten Schwangerschaft dann in den folgenden zwei Jahren verarbeitet.

Gut geplant ist halb gewonnen!

Von großem Vorteil während einer Schwangerschaft ist sicher eine intensivierte Insulinbehandlung mit Mehrfachinjektionen oder Pumpe. Noch besser wäre es sicher, wenn man es zusätzlich schafft, einen Sensor, der einen guten Überblick über die Zuckerwerte gibt, in sein Diabetesmanagement zu integrieren. Um Fehlbildungen beim Kind vorzubeugen, sollte die Einstellungsqualität des Stoffwechsels schon vor Eintritt der Schwangerschaft optimal sein. Empfehlenswert ist ein HbA1c unter 7%, besser noch unter 6,5%. Denn speziell in den ersten Schwangerschaftswochen ist das Risiko von Fehlbildungen bei einer Dia-Mama mit Typ-1-Diabetes erhöht. Aber das alles sollte euch keine Angst vor einer Schwangerschaft machen!

Die ersten drei Monate sind wirklich sehr kritisch für alle werdenden Mamas! Das Streben nach optimalen Blutzuckerwerten erhöht leider auch das Risiko für das Auftreten schwerer Unterzuckerungen. Ich selbst hatte bei meiner Schwangerschaft im ersten Schwangerschaftsdrittel eine schwere Hypoglykämie, bei der ich auf Fremdhilfe angewiesen war. Als ich damals in der Klinik auf der Notfallstation aufwachte, war meine erste Bitte – unbedingt einen Ultraschall von meinem Baby! Als mir die Ärztin dann zwei Stunden später versicherte, dass alles o.k. mit dem Baby war, fiel mir ein riesiger Stein vom Herzen!

Wenn ich eine Schwangerschaft plane, sollte meine Basalrate im Vorfeld optimal passen. Ich habe damals im Vorfeld bereits einen Basalratentest gemacht. Zudem wurde mein „Vorhaben“ im Vorfeld mit dem betreuenden Diabetologen abgesprochen. Im ersten Drittel der Schwangerschaft würde ich jeder Diabetikerin empfehlen, immer genügend Traubenzucker oder andere Hypohelfer jederzeit in Griffweite mit sich zu führen. Äußerst wichtig und unbedingt empfehlenswert ist es, seinen Partner und das Umfeld nochmals auf die Unterzuckerungsgefahr und die Schwangerschaft hinzuweisen. Ein Glucagon-Spritzenset für den Notfall gehört standardmäßig in jeden Kühlschrank eines Diabetikers (ob schwanger oder nicht).

Wie schwer ist der Blutzucker nach den ersten drei Monaten unten zu halten?

© mmphoto – Fotolia

Nach den ersten drei Monaten fängt der Insulinbedarf dann allmählich wieder an zu steigen. Sehr hilfreich waren bei mir damals die monatlichen Besprechungen mit meinem Diabetologen. Wir schauten uns die Werte an und begannen, schrittweise die Basalrate der Pumpe zu erhöhen. Sehr nützlich war mir damals ein extra geführtes Blutzuckerprotokoll. Wenn man als Schwangere häufig seinen Blutzucker testet und das auch schriftlich notiert, kann mit Absprache durch den Diabetologen eigentlich nichts schiefgehen. Ich selbst hatte ab und zu auch Werte bis zu 200–250 mg/dl (11,1–13,9 mmol/l) nach dem Essen. Ich habe mich aber immer bemüht, die Werte möglichst kurz auf so einem erhöhten Niveau zu lassen. Mein Baby wurde damals vom betreuenden Gynäkologen regelmäßig durch Ultraschall untersucht. Dieser hätte dann Hinweise gegeben, falls das Baby zu schwer gewesen wäre oder sonstige Auffälligkeiten sichtbar gewesen wären.

Wie verläuft die Entbindung bei einer Typ-1-Diabetikerin?

Mein ursprünglicher Wunsch als Dia-Mama war, mein Baby mit einer natürlichen Geburt auf die Welt zu bringen. Die meisten Kliniken raten schwangeren Diabetikerinnen jedoch, ihr Kind per Kaiserschnitt auf die Welt zu bringen. Ich musste damals in meiner Klinik unterschreiben, dass dies nicht mein Wille ist und ich alle Risiken trage. Das habe ich getan. Trotzdem wurde es dann doch ein Kaiserschnitt. Mein Töchterchen wollte trotz Einleitung und 2-tägigem Warten nicht auf die Welt kommen.

Beim Kaiserschnitt stand mein Mann neben mir. Ich habe ihm Instruktionen gegeben, wie er mir bei Unterzucker oder sonstigen Komplikationen helfen kann. Sofort nach der Entbindung wurde meine Basalrate wieder auf den Wert von vor der Geburt eingestellt. Der Körper braucht nach der Entbindung nicht mehr das Insulin für zwei Lebewesen, sondern nur noch für die Dia-Mama.

Extrem wichtig war mir das Bonding direkt nach der Geburt. Bonding bedeutet, dass das Neugeborene direkt nach der Entbindung auf den Bauch der Mutter gelegt wird. Dieser erste Kontakt war mir daher so wichtig, dass ich mit meinem Baby einen ersten, engen Kontakt habe. Oftmals wird durch die Krankenhausroutine dieser Kontakt verhindert. Die Forschung konnte nachweisen, dass sich Bonding positiv auf den Gesundheitszustand eines Babys auswirkt. Neugeborene, die früh in (Haut-)Kontakt mit ihrer Mutter traten, zeigten in Vergleichsstudien bessere Blutzuckerwerte und eine höhere Körpertemperatur als Babys, die direkt nach der Geburt von der Mutter getrennt wurden. Außerdem wirkten sie insgesamt entspannter: Sie schliefen ruhiger, weinten seltener und hatten weniger Probleme beim Saugen an der mütterlichen Brust (mehr Infos zum Bonding unter: www.schwanger.at).

Zusammenfassend: Was ist für eine Schwangerschaft mit Typ-1-Diabetes wichtig?

Hier geht es zu den Patientenleitlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft.

  • HbA1c sollte vor Eintritt der Schwangerschaft unter 7%, besser unter 6,5% sein.
  • Bestandsaufnahme und Besprechung der Schwangerschaft beim Diabetologen und beim Gynäkologen.
  • Netzwerk aufbauen: Ideal ist ein Zusammenwirken zwischen Diabetologe, Gynäkologe und Hebamme.
  • Bereits vor der Schwangerschaft ist die Kontrolle beim Augenarzt wichtig! Er erkennt diabetesbedingte Netzhauterkrankungen. Sind Netzhauterkrankungen vorhanden, unbedingt vor Schwangerschaft lasern lassen.
  • Schon im Vorfeld Folsäure oder Jodtabletten einnehmen.
  • Als Dia-Mama den Partner darüber informeren, wie er bei einer schweren Unterzuckerung das Glucagon-Notfallset benutzen kann.
  • Ausreichend Zeit für frauenärztliche Termine sowie beim Diabetologen einplanen.
  • Lernen, weitgehend selbstständig die Insulindosis an den steigenden Bedarf während der Schwangerschaft anzupassen.
  • Planung der Entbindung in einer Klinik mit angeschlossener Kinderklinik, Vorbesprechung mit der Hebamme und kurze Erläuterung des Diabetesmanagements (Mutter-Kind-Pass und Blutzucker-Protokollheft vorlegen).
  • Die Klinik/Hebamme um ein Bonding direkt nach der Entbindung bitten.
  • Das Kind nach der Entbindung stillen! Muttermilch ist auch bei einer Dia-Mama die beste Nahrung für das Kind (ein neuer Artikel dazu folgt).

Falls ihr noch Fragen habt zum Thema Schwangerschaft mit Typ-1-Diabetes, schreibt mir bitte. Ich freue mich über jede Nachricht!

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Diabetikerinnen können gesunde Kinder bekommen

Pressemitteilung: diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe

Auf gute Stoffwechseleinstellung in der Schwangerschaft mit Diabetes achten

Vorfreude, aber auch Sorgen begleiten werdende Mütter in den neun Monaten bis zur Geburt: Jede Schwangere hofft, dass ihr Kind gesund zur Welt kommt. Insbesondere jene mit einer chronischen Erkrankung wie Diabetes mellitus haben im Vorfeld Angst vor Komplikationen. Frauen mit Diabetes Typ 1 oder Typ 2 können jedoch gesunde Kinder bekommen. Im Jahr 2011 entbanden 6.500 Mütter mit einem bereits vor der Schwangerschaft bekannten Diabetes.

Betroffene müssen auf eine gute Stoffwechseleinstellung achten und regelmäßig ihre ärztlichen Kontrolltermine wahrnehmen. Dies gilt ebenso für bislang gesunde Schwangere, denn Gestationsdiabetes (GDM) zählt nach wie vor zu den häufigsten Schwangerschaftskomplikationen. Darauf macht diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe anlässlich des Weltkindertags am 20. September 2013 aufmerksam.

Im Jahr 2011 wurden in Deutschland rund 640.000 Neugeborene erfasst. Von den Müttern hatten 6.500 einen bereits vor der Schwangerschaft bekannten Diabetes. In rund 28.000 Fällen wurde bei bis dahin stoffwechselgesunden Frauen ein Schwangerschaftsdiabetes festgestellt. Zwischen 2002 und 2011 haben sich die Fälle mit bekanntem Typ-1- und Typ-2-Diabetes verdoppelt und die Anzahl der Fälle von Schwangerschaftsdiabetes verdreifacht. „Schwangere Frauen mit bereits bekanntem Diabetes benötigen eine gemeinsam von spezialisierten Diabetologen, Geburtsmedizinern und Neugeborenenärzten in enger Kooperation mit Hebammen, Augenärzten und anderen Experten durchgeführte Betreuung“, empfiehlt Professor Dr. med. Thomas Danne, Vorstandsmitglied von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe und Chefarzt des Kinderkrankenhauses „Auf der Bult“ in Hannover. Insulinbehandelte Frauen sollten in Perinatalzentren der Stufen 1 und 2, alle anderen Frauen mit Diabetes mindestens in einer Geburtsklinik mit angeschlossenem Kinderkrankenhaus entbunden werden.

Gestationsdiabetes (GDM) ist definiert als eine Glukosetoleranzstörung, die erstmals während einer Schwangerschaft festgestellt wird. Er macht keine Beschwerden und wird daher häufig übersehen. Für werdende Mütter erhöht Schwangerschaftsdiabetes das Risiko, Bluthochdruck, Harnwegsinfekte oder Schwangerschaftsvergiftungen zu erleiden. Darüber hinaus haben sie häufiger Frühgeburten. Sie gebären übermäßig große Babys, die häufiger über einen Kaiserschnitt zur Welt kommen. Mitunter leiden die Babys unter einem Atemnotsyndrom, Unterzuckerungen oder Trinkschwäche.

Zudem haben die Mütter ein sehr hohes Risiko, später einen manifesten Diabetes mellitus zu entwickeln: Innerhalb von zehn Jahren nach der Geburt erkranken rund 50 Prozent an Diabetes mellitus Typ 2. Seit dem 3. März 2012 ist ein Blutzucker-Suchtest in den Mutterschaftsrichtlinien verbindlich festgeschrieben. Danach haben Frauen zwischen der 24. und der 28. Schwangerschaftswoche Anspruch auf eine Blutzucker-gestützte Früherkennung eines Gestationsdiabetes. „Diese Untersuchung sollte jede Schwangere unbedingt wahrnehmen“, betont Professor Danne.

Anlässlich des Weltkindertags am 20. September 2013 startet diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe die Fotoaktion „Welcome – senden Sie uns Ihr Babyfoto“. Mütter oder Väter, die an Diabetes erkrankt sind, können Fotos ihres Nachwuchses an [email protected] einsenden.

Mehr Informationen unter:

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  • Schwangerschaft mit Diabetes mellitus – Ein Interview mit Sabine Semmler auf dem Diabetes-Portal DiabSite

zuletzt bearbeitet: 19.09.2013

Schwangerschafts­diabetes: Die richtige Ernährung bei Gestations­diabetes

Als Schwangerschaftsdiabetes bezeichnet man eine Form der Zuckerkrankheit, die während der Schwangerschaft auftreten kann. In den meisten Fällen ist eine Ernährungsumstellung und mehr Bewegung ausreichend, um den Schwangerschaftsdiabetes erfolgreich zu bekämpfen.

Zirka ein bis fünf Prozent aller schwangeren Frauen leiden unter Schwangerschaftsdiabetes, auch als Gestationsdiabetes oder Typ-4-Diabetes bezeichnet. Schwangerschaftsdiabetes ist die am häufigsten auftretende Erkrankung während der Schwangerschaft. Auch wenn Gestationsdiabetes nach der Schwangerschaft meist wieder von selbst abklingt, so birgt die Erkrankung während der Schwangerschaft nicht zu unterschätzende Risiken für Mutter und Kind.

Wer ist betroffen?

Grundsätzlich kann jede Frau an Schwangerschaftsdiabetes erkranken. Als stärker gefährdet gelten jedoch: Frauen mit Übergewicht, einer erblichen Vorbelastung mit Diabetes mellitus und ab einem Alter von über 30 Jahren, also bei einer Risikoschwangerschaft. Auch wiederholte Fehlgeburten sind Risikofaktoren für Schwangerschaftsdiabetes.

Ursachen für Schwangerschafts­diabetes

Für den Schwangerschaftsdiabetes gibt es mehrere Auslöser. Zum einen produziert Ihr Körper während der Schwangerschaft mehr Glukose, um den erhöhten Energiebedarf zu decken. Und damit die Glukose auch da ankommt, wo sie hingehört, nämlich in den Zellen, braucht der Körper Insulin. Bei manchen Frauen kann er aber nicht genug Insulin produzieren, so dass die Glukose nicht in den Zellen ankommt, sondern im Blut bleibt. Dadurch steigt dann der Blutzuckerspiegel.

Ausgewogene Ernährung senkt das Risiko für Gestationsdiabetes.

Eine andere Ursache für Schwangerschaftsdiabetes ist die Ausschüttung bestimmter Hormone in der Schwangerschaft. Diese, unter anderem das hCG, sorgen zunächst dafür, dass der Körper sensibler auf Insulin reagiert. Im Verlauf der Schwangerschaft entwickelt er aber eine zunehmende Resistenz gegen das Insulin. So kann der Blutzuckerspiegel nicht gesenkt werden, obwohl eigentlich genug Insulin verfügbar wäre – ein Schwangerschaftsdiabetes entsteht.
Auch falsche Ernährung kann ein Auslöser für Schwangerschaftsdiabetes sein. Kalorienreiche Ernährung, eine starke Gewichtszunahme während der Schwangerschaft und fehlende Bewegung steigern das Risiko für Gestationsdiabetes.

Wie wirkt sich Schwangerschafts­diabetes aus?

Schwangerschaftsdiabetes bleibt oft unbemerkt, da die Betroffenen keine Beschwerden verspüren. Mögliche Anzeichen sind Entzündungen der Harnwege und Nieren, sowie gesteigerter Durst. Auch Schwankungen der Fruchtwassermenge können auf einen Schwangerschaftsdiabetes hinweisen. Das Baby reagiert mit einer erhöhten Produktion von Insulin auf die Erhöhung des mütterlichen Blutzuckerspiegels. Dadurch sondert es mehr Urin ab und die Menge des Fruchtwassers nimmt zu. Eine starke Gewichtszunahme, sowie eine Erhöhung des Blutdrucks der Schwangeren können ebenfalls auf einen Gestationsdiabetes hinweisen.

Risiken für Mutter und Kind bei Schwangerschafts­diabetes

Die Auswirkungen eines Schwangerschaftsdiabetes betreffen hauptsächlich die Gesundheit des ungeborenen Kindes. Die gesteigerte Insulinproduktion führt zu Fetteinlagerungen im Körper des Fötus. Ein Schwangerschaftsdiabetes kann deshalb zu abnormalem Wachstum des Kindes führen, es wird größer und dicker. Bei Frauen mit Gestationsdiabetes wird daher häufiger ein Kaiser- oder Dammschnitt, beziehungsweise eine Entbindung mit einer Saugglocke durchgeführt.

Schwangerschaft

Die Entwicklung vom Embryo zum Baby

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Darüber hinaus kann das gesteigerte Größenwachstum des Kindes zu Entwicklungsverzögerungen, wie zum Beispiel einer Störung der Lungenreifung, führen. Durch die Erhöhung der Fruchtwassermenge steigt außerdem das Risiko für eine Frühgeburt. Für die Mutter kann die Erkrankung bedeuten, nach der Geburt einen Diabetes-Typ-2 zu bekommen. Dies passiert bei etwa neun Prozent der Schwangeren.

Das hilft gegen Schwangerschafts­diabetes

Wenn Schwangerschaftsdiabetes erkannt wird, ist sie gut zu behandeln. In den meisten Fällen sind eine Umstellung der Ernährung und mehr Bewegung ausreichend. Konkret bedeutet das: achten Sie besser darauf, wie viele und welche Kohlehydrate Sie essen. Zu den „schlechten“ Kohlehydraten, die sie vermeiden sollten gehören neben Zucker auch Weißmehlprodukte wie Weißbrot, helle Nudeln oder Parboiledreis. Essen Sie stattdessen lieber die Vollkornvarianten. Sie beeinflussen Ihren Blutzuckerspiegel nicht so stark. Ebenso zu empfehlen sind allgemein Vollkornprodukte, fettarme Nahrungsmittel und natürlich viel Obst und Gemüse.
Sollten diese Maßnahmen zu keiner Verbesserung führen, hilft eine Insulintherapie. Diese muss jedoch in Absprache mit Ihrem Arzt gemacht werden und ist wirklich nur für den „Notfall“. Ernähren Sie sich schon vor der Schwangerschaft gesund achten weiterhin auf eine bewusste Ernährung in der Schwangerschaft können sie dem Gestationsdiabetes gut vorbeugen.

8 wichtige Lebensmittel in der Schwangerschaft

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So kann Schwangerschafts­diabetes nachgewiesen werden

Damit die Erkrankung nicht unentdeckt bleibt, werden Sie im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen auf Zucker im Urin untersucht. Das reicht zwar noch nicht aus, um Schwangerschaftsdiabetes sicher nachzuweisen, ist aber ein guter Indiz dafür. Dann können Sie sich gezielt darauf untersuchen lassen. Ab der 25. SSW wird dazu geraten diesen standardisierten Screeningtests zu machen. Schwangere, die zur Risikogruppe für Schwangerschaftsdiabetes gehören, können einen genaueren oralen Glukosetoleranztest (Zuckerbelastungstest) in Anspruch nehmen.
Mehr Informationen zum Thema Schwangerschaftsdiabetes erhalten Sie bei Ihrem Frauenarzt.

Schwangerschaftsdiabetes

Schwangerschaftsdiabetes: Krankheitsverlauf und Prognose

Für eine erfolgreiche Behandlung bei Schwangerschaftsdiabetes ist meist nur eine Ernährungsumstellung (und eventuell mehr Bewegung) nötig. Bei den allermeisten betroffenen Frauen verläuft die Schwangerschaft ansonsten normal, und sie bringen ein gesundes Kind zur Welt. Nach der Geburt verschwindet der Gestationsdiabetes meist von allein.

Dennoch wird eine Schwangerschaft mit Schwangerschaftsdiabetes als Risikoschwangerschaft eingestuft. Der erhöhte Blutzuckerspiegel kann diverse Komplikationen und Folgen für Mutter und Kind verursachen:

Präeklampsie, Eklampsie und HELLP-Syndrom

Ein schlecht eingestellter Schwangerschaftsdiabetes begünstigt das Entstehen von Bluthochdruck (Hypertonie) während der Schwangerschaft. Bei einigen Frauen wird der Bluthochdruck noch von einer Eiweißausscheidung im Urin (Proteinurie) und von Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme) begleitet. Diese Symptom-Trias während der Schwangerschaft wird auch als Präeklampsie bezeichnet. Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes (oder anderen Diabetes-Erkrankungen) sind anfälliger dafür als Nicht-Diabetikerinnen.

Die Präeklampsie ist eine Vorstufe der potentiell lebensbedrohlichen Krankheitsbilder der Eklampsie und des HELLP-Syndroms. Die Eklampsie zeigt sich durch neurologische Störungen. Es kann zu Kopfschmerzen, Flimmersehen und Krampfanfällen kommen. Das sogenannte HELLP-Syndrom kann sich innerhalb sehr kurzer Zeit (etwa einer Stunde) ausbilden. HELLP steht dabei für H = Hämolyse (Zerfall der Blutzellen), EL = Erhöhte Leberwerte und LP = Niedrige Blutplättchenzahl (low platelets). Heftige Oberbauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie eventuell Durchfall sind häufige Anzeichen.

Die Eklampsie sowie das HELLP-Syndrom treten bei Patientinnen mit Schwangerschaftsdiabetes ebenfalls öfter auf als bei gesunden Schwangeren.

Infektionen im Harntrakt

Normalerweise findet sich im Urin kein Zucker. Anders bei Schwangerschaftsdiabetes (und anderen Diabetes-Formen): Bei zu hohen Blutzuckerspiegeln wird Zucker mit dem Urin ausgeschieden (Glukosurie). Das begünstigt die Ausbreitung von Krankheitserregern wie Bakterien und Pilzen in den Harnwegen der Schwangeren – die Keime nutzen den Zucker als Nahrung. Deshalb sind Frauen mit Gestationsdiabetes anfälliger für Harnwegsinfekte wie etwa eine Blasenentzündung. Aus dieser kann sich eine Nierenbeckenentzündung entwickeln, wenn die Keime aus der Blase über die Harnleiter in die Nieren aufsteigen.

Ketoazidose

Gelegentlich kommt es bei Schwangerschaftsdiabetes (noch viel öfter aber bei Typ1-Diabetes) zu einer schweren Unterzuckerung – etwa wenn die Insulinpsritzeoder anderen Diabetes-Formen) eine schwere Unterzuckerungen (Hypoglykämie) auftritt, kann es gefährlich werden: Der Körper baut dann verstärkt seine Fettreserven ab, um seinen Energiebedarf zu decken. Beim Fettabbau entstehen sogenannte Ketonkörper. Diese sauren Verbindungen übersäuern das Blut – es entsteht eine sogenannte Ketoazidose. Wichtige Anzeichen dieser schweren Stoffwechselentgleisung sind etwa Durst, Erbrechen, ein Acetongeruch in der ausgeatmeten Luft sowie Benommenheit bis hin zum Bewusstseinsverlust (ketoazidotisches Koma). Das ist ein Notfall, der sofort ärztlich behandelt werden muss!

Übrigens: Eine diabetische Ketoazidose kann sich zum Beispiel entwickeln, wenn ein ausgeprägter Schwangerschaftsdiabetes nicht behandelt wird oder man die Insulinspritzen vergisst.

Frühgeburt und Fehlgeburt

Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes haben ein erhöhtes Risiko für eine Früh- und Fehlgeburt. So können zum Beispiel mütterliche Infektionen oder zu viel Fruchtwasser (siehe unten) eine vorzeitige Geburt begünstigen.

Zu viel Fruchtwasser (Polyhydramnion)

Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes (oder anderen Diabetes-Formen) haben oft zu viel Fruchtwasser (Polyhydramnion). Kann die Gebärmutter die ungewöhnlich große Flüssigkeitsmenge nicht halten, kann es zu einem vorzeitigen Blasensprung kommen. Ob eine Schwangere übermäßig viel Fruchtwasser hat, kann der Arzt mittels Ultraschalluntersuchung feststellen.

Übermäßiges Wachstum des Kindes (Makrosomie)

Auf die erhöhten Blutzuckerwerte bei Schwangeren mit Schwangerschaftsdiabetes (oder anderen Diabetes-Formen) reagiert der Körper des Ungeborenen mit einem Überschuss an Insulin (Hyperinsulinismus). Die Folge ist, dass das Kind übermäßig stark wächst (Makrosomie): Solche makrosomen Kinder wiegen bei der Geburt mehr als 4.000 Gramm. Aufgrund ihrer Größe kann es zudem Probleme bei der Geburt geben.

So kann etwa die Schulter des Kindes im Becken der Mutter hängenbleiben (Schulterdystokie). Dann besteht die Gefahr, dass das Kind nicht genug Sauerstoff bekommt. Ärzte und Hebamme müssen deshalb schnell eingreifen – mit dem Risiko für Geburtsverletzungen bei Mutter und Kind.

Manchmal wird bei sehr großen Babys gar nicht erst eine vaginale Entbindung versucht, sondern gleich ein Kaiserschnitt (sectio caesarea) gemacht.

Sonstige Komplikationen beim Kind

Obwohl makrosome Neugeborene überdurchschnittlich groß und schwer sind, sind sie funktionell unreif. Sie leiden deshalb oft unter Atemproblemen (Atemnotsyndrom) aufgrund der noch nicht ausgereiften Lunge. Außerdem kann die Makrosomie erhöhte Bilirubin-Spiegel und Gerinnungsstörungen mit sich bringen. Erhöhte Bilirubinwerte im Blut können eine Neugeborenengelbsucht (Neugeborenen-Ikterus) auslösen.

Die gesteigerte Insulinproduktion des Ungeborenen als Reaktion auf den vielen Zucker im mütterlichen Blut, kann nach der Geburt zu einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) führen.

Besonders bei einem früh auftretenden Schwangerschaftsdiabetes (im ersten Trimenon), der nicht entdeckt und behandelt wird, besteht ein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen, etwa am kindlichen Herz.

Langzeitfolgen für Mutter und Kind

Etwa vier von zehn Frauen, die schon einmal einen Schwangerschaftsdiabetes hatten, erkranken in einer weiteren Schwangerschaft wieder daran. Das gilt besonders, wenn noch weitere Risikofaktoren bestehen (wie etwa starkes Übergewicht).

Außerdem entwickelt mehr als die Hälfte aller Frauen, die einen Schwangerschaftsdiabetes hatten, innerhalb der nächsten zehn Jahre eine bleibende Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Diese Gefahr besteht vor allem dann, wenn der Gestationsdiabetes mit Insulin behandelt werden musste. Deshalb sollten Frauen auch nach Abklingen des Schwangerschaftsdiabetes ihre Blutzuckerwerte regelmäßig kontrollieren lassen und Risikofaktoren wie Übergewicht reduzieren.

Diese Maßnahmen können auch bei den Kindern ratsam sein: Denn der Nachwuchs von Müttern mit Schwangerschaftsdiabetes hat ebenfalls ein erhöhtes Risiko für einen Diabetes mellitus. Dieser kann sich schon in den ersten beiden Lebensdekaden zeigen. In diesem jungen Alter entwickeln sich oft auch Übergewicht (oder Fettleibigkeit), Bluthochdruck und das Metabolische Syndrom. Das Risiko für diese Erkrankungen ist höher als bei Kindern, deren Mütter keinen Schwangerschaftsdiabetes hatten.

Schwangerschaftsdiabetes

Mögliche Ursachen eines Schwangerschaftsdiabetes

Bis heute sind die Ursachen noch nicht abschließend und bis ins kleinste Detail geklärt. Wissenschaftler und Mediziner gehen aktuell von einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren aus:

  • Einige Schwangerschaftshormone wirken dem Hormon Insulin, welches für die Senkung des Blutzuckerspiegels verantwortlich ist, entgegen. Um einen gesunden Blutzuckerspiegel aufrechtzuerhalten, muss die Bauchspeicheldrüse deshalb immer mehr Insulin produzieren. Bei Frauen, die unter Schwangerschaftsdiabetes leiden, ist die Bauchspeicheldrüse zu einer solchen Mehrleistung nicht fähig.
  • Manche Frauen neigen aufgrund bestimmter Risikofaktoren, wie Übergewicht (BMI größer 27) oder familiäre Veranlagung allgemein zu Diabetes.
  • Einen Grund für die Ausbildung eines Schwangerschaftsdiabetes sehen viele Experten auch in einer häufig vorkommenden Fehl- oder Überernährung während der Schwangerschaft. In der irrigen Annahme „für zwei essen“ zu müssen, kann die Insulinausschüttung teilweise erheblich ansteigen.
    Kommt noch Übergewicht hinzu, kann das Insulin jedoch nicht richtig wirken. Innerhalb der Zellen entsteht eine sogenannte Insulinresistenz. Als Folge verbleibt der Zucker in der Blutbahn. Der Blutzuckerspiegel steigt.
  • Auch die Ernährungsweise mit viel Weißmehlprodukten, Süßigkeiten und süßen Getränken erhöht das Risiko.

Typische Symptome

Das Fatale ist, dass dieser spezielle Diabetes zumeist bis zur 24., oft sogar bis gegen Ende der Schwangerschaft unentdeckt bleibt, weil er keine Beschwerden auslöst. Typische Symptome eines stark erhöhten Blutzuckerspiegels, wie übermäßiger Durst oder häufiger Harndrang fehlen bei schwangeren Frauen oft. Er verursacht auch keine Schmerzen. Trotzdem können die Folgen für Mutter und Kind schwerwiegend sein.

Mögliche Folgen eines Schwangerschaftsdiabetes

Sowohl während der Schwangerschaft als auch nach der Entbindung kann es infolge eines dauerhaft überhöhten Blutzuckerspiegels während der Schwangerschaft zu folgenden Problemen kommen:

  • Harnwegsinfekte
  • Schwangerschaftsvergiftung (Gestose)
  • Infolge des hohen Blutzuckerspiegels der Mutter ist der Blutzuckerspiegel des Babys ebenfalls zu hoch. Der kindliche Organismus produziert verstärkt Insulin, was zu einem ungesunden, überproportionalem Wachstum führen kann.
  • Die Fruchtwassermenge ist zumeist überhöht, weil die ungeborenen Diabeteskinder vermehrt Urin ausscheiden. Es besteht die Gefahr einer Frühgeburt.
  • Neugeborene mit einem Geburtsgewicht über 4000 Gramm sind bei Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes keine Seltenheit.
  • Oft ist eine Kaiserschnittentbindung notwendig.
  • Aufgrund der Größe des Kindes kommt es bei Spontangeburten von Frauen, die an Schwangerschaftdiabetes leiden, gehäuft zu Problemen. Weil das Baby nicht ohne Weiteres durch den Geburtskanal passt, ist zumeist ein vorsorglicher Dammschnitt notwendig. Bei manchen Müttern mit Gestationsdiabetes kommt unter der Geburt auch die Saugglocke zum Einsatz.
  • Infolge von Unterzuckerung besteht sowohl bei der Mutter als auch beim Kind unter der Geburt Kollapsgefahr.
  • Mutter und Kind haben ein erhöhtes Risiko, im späteren Leben an Diabetes Typ 2 zu erkranken.

Diagnose

Schwangere Frauen sollten aktuell nicht mehr von der Diagnose Schwangerschaftsdiabetes überrascht werden. Im Rahmen des Vorsorgeprogramms zahlen alle gesetzlichen Krankenkassen ab Beginn des sechsten Schwangerschaftsmonats einen sogenannten Vortest und falls erforderlich auch einen weiteren Kontrolltest.

Dazu trinkt die Frau auf nicht nüchtern Magen 50 Gramm in Wasser aufgelösten Zucker. Nach einer Stunde entnimmt ihr der Arzt Blut und bestimmt dessen Zuckerwert. Liegt der Wert unter 135 mg/dl, gilt der Befund als unauffällig und der Test ist beendet. Liegt er darüber, führt der Arzt einen zweiten Test durch.

Dieser Glukose-Toleranztest, auch Zuckerbelastungstest genannt, weist einen Schwangerschaftsdiabetes sicher nach.

Hierfür trinkt die Frau 75 Gramm in Wasser aufgelösten Zucker auf nüchtern Magen. Zwei Stunden später entnimmt ihr der Arzt Blut und bestimmt die Werte. Sofern der Blutzuckerwert im völlig nüchternen Zustand über 91 mg/dl liegt und zwei Stunden nach dem Belastungstest bei mehr als 152 ml/dl, liegt ein Schwangerschaftsdiabetes vor.

Achtung! Frauen, bei denen eine „Risikoschwangerschaft“ festgestellt wurde, die stark übergewichtig sind, in deren Familie gehäuft Diabetes auftritt oder die bereits ein Kind über 4000 Gramm geboren haben, sollten den Test bereits in der 13. Schwangerschaftswoche machen lassen.

Behandlung eines Schwangerschaftsdiabetes

Die gute Nachricht: Lediglich 30 Prozent aller betroffener Frauen benötigen eine Insulintherapie. In den überwiegenden Fällen kann eine Umstellung der Ernährung oder eine individuell angepasste Diät den Diabetes beheben. Wobei „Diät“ nicht heißt, das die werdende Mutter weniger essen soll, sondern das Richtige:

  • Vollkornprodukte (Sie führen zu einer langsamen Insulinausschüttung. Damit sind sie gesünder. Die Heißhungerattacken reduzieren sich.)
  • viel Gemüse und Obst. Bei Obst auf den Fruchtzucker achten!

Dagegen sollte sie auf einfache Kohlehydrate, wie sie in Kuchen, Weißbrot oder Süßigkeiten stecken, verzichten. Außerdem empfiehlt sich bezüglich der Ernährungsumstellung eine eingehende Beratung von einem Experten. Entsprechende Adressen bekommt die werdende Mutter von ihrer Hebamme oder dem behandelnden Gynäkologen.

Wie die Ernährung einer Diabetespatientin im Einzelfall aussieht, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie beispielsweise dem glykämischen Index einzelner Lebensmittel.

Gewichtsreduktion und Stillen senken das Risiko einer späteren Diabeteserkrankung

In einem wissenschaftlichen Langzeitversuch begleiteten Wissenschaftler circa 300 Frauen, die an einem Schwangerschaftsdiabetes litten, noch bis zu 19 Jahre nach der Geburt. Das Ergebnis: Innerhalb dieses Zeitraums entwickelte sich bei 147 von ihnen eine Diabetes Typ 2.

Indem sie ihr Kind mindestens drei Monate lang stillten, verringerten die Mütter ihr Diabetesrisiko um etwa 40 Prozent. Außerdem hing die Wahrscheinlichkeit einer späteren Diabeteserkrankung von der Reduktion des Body-Maß-Index während und nach der Schwangerschaft ab.

Der Arzt hat die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes erhoben. Die Besonderheit dieser Störung des Kohlenhydratstoffwechsels und des Zuckerabbaus ist, dass die Symptome erstmals in der Schwangerschaft auftreten. Das heißt die Schwangerschaft ist mitverantwortlich für den erhöhten Blutzucker. Vor allem ab der 24. Schwangerschaftswoche – bedingt durch die Hormone in der Schwangerschaft – kann es zu einem Anstieg des Blutzuckers kommen.

Um trotz dieser Symptome einen gesunden Schwangerschaftsverlauf, eine gute Entwicklung des Kindes zu gewährleisten und Geburtskomplikationen zu vermeiden, ist eine gute und regelmäßig kontrollierte Einstellung des Blutzuckers wichtig.

Was hilft hierbei?

Ganz einfach und doch mit Aufwand verbunden: Eine angepasste gesunde Ernährung und viel Bewegung.

10 Ernährungs-Tipps bei Schwangerschaftsdiabetes

1. Esst ausgewogen und abwechslungsreich – aber nicht für zwei. Ab der 16. Schwangerschaftswoche erhöht sich der Energiebedarf um rund 250 kcal täglich, das entspricht etwa einer Scheibe Vollkornbrot mit magerem Belag.

2. Achtet auf Kohlenhydrate: Die erhöhen zwar den Blutdruck, sind aber lebensnotwendig. Eure Mahlzeit sollte etwa knapp die Hälfte aus Kohlenhydraten bestehen, 20 % aus Eiweiß und ca 30% aus gesunden Fetten.

3. Nehmt fünf bis sechs Mahlzeiten über den Tag verteilt ein und verteilt die Kohlenhydrate gleichmäßig.

4. Bevorzugt Vollkornprodukte, die lassen den Blutzucker langsam steigen und sättigen besser.

5. Meidet Weißmehlprodukte, Zucker und Co. – wie Pizza, Weißbrot, Kuchen, Kekse, süße Getränke und viele zuckerreiche Obstsorten.

6. Esst maximal 2 Portionen Obst am Tag und kombiniert diese mit fettarmen Milchprodukten. In dieser Kombination wird der rasche Blutzuckeranstieg durch das Obst gebremst.

7. Knabbert reichlich Gemüse – sowohl roh als auch gekocht, mindestens 3 Portionen am Tag.

8. Trinkt mindestens zwei Liter am Tag, am besten Wasser oder ungesüßten Kräuter- oder Früchtetee.

9. Ersetzt Kaffee öfter durch Malzkaffee, was schonender für die Blutgefäße ist und die Durchblutung des Mutterkuchens fördert.

10. Verzichtet komplett auf Alkohol, denn jeder Schluck schadet Eurem Kind und enthält jede Menge Zucker.

Vielleicht empfindet Ihr die Tipps als Einschränkung Eures Lebensgefühles, bedenkt aber, dass ein unkomplizierter Schwangerschaftsverlauf und eine gute Entwicklung Eures Kindes ein hohes Gut ist, das es anzustreben lohnt und das einen entsprechenden Einsatz in jedem Fall Wert ist.

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Tipps bei Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes)

Welche Ernährung ist bei Schwangerschaftsdiabetes die richtige?

Um einen erhöhten Blutzuckerspiegel während der Schwangerschaft in den Griff zu bekommen, sollten folgende Tipps zur Ernährung bei Schwangerschaftsdiabetes beachtet werden:

  1. Essen Sie kleinere, dafür aber mehrere Mahlzeiten am Tag.
  2. Nehmen Sie viele Ballaststoffe aus Vollkornprodukten zu sich.
  3. Vermeiden Sie die Verwendung von Haushaltszucker und verzichten Sie auf Süßigkeiten.
  4. Schreiben Sie sich viel Gemüse auf den Speiseplan.
  5. Bewegen Sie sich – das hält den Blutzuckerspiegel stabil.
  6. Verzehren Sie weniger und wenn dann nur gutes Fett.
  7. Trinken Sie viel Wasser.
  8. Streben Sie idealerweise schon vor der Schwangerschaft Normalgewicht an.

Ernährung bei Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) ist keine spezielle Diät

Diabetikern wird im Prinzip keine andere Ernährung empfohlen als die, die allen Menschen angeraten wird. Die Auswahl der Nahrungsmittel müsste sich bei Schwangerschaftsdiabetes also nicht von der der Familie und des Freundeskreises unterscheiden, wenn Sie diese zehn Regeln für eine gesunde Ernährung befolgen.

Insbesondere sollten Sie auf folgende Punkte achten, wenn bei Ihnen Schwangerschaftsdiabetes festgestellt wurde:

1. Essen Sie mehrere kleine Mahlzeiten am Tag.

Wer über den Tag verteilt immer wieder einen kleinen Snack (ein Vollkornbrötchen, ein Stück rohes Gemüse, etwas Obst) zu sich nimmt, kann seinen Blutzuckerspiegel gut konstant und auf niedrigem Niveau halten. Nach einer großen, üppigen Mahlzeit dagegen schnellt der Blutzuckerspiegel rasch in die Höhe.

2. Essen Sie reichlich Vollkorn.

Brot, Nudeln, Reis und Getreideflocken aus Vollkorn enthalten reichlich Ballaststoffe, komplexe Kohlenhydrate und sekundäre Pflanzenstoffe. Diese Nahrungsbestandteile sorgen dafür, dass der Blutzuckerspiegel nicht zu hoch steigt und sich in einem engen Rahmen bewegt.

3. Essen Sie wenig Zucker.

Mit Zucker sind so genannte kurzkettige Kohlenhydrate gemeint. Dazu gehören unter anderem der Kristallzucker (unser Haushaltszucker) und der Fruchtzucker. Sie lassen den Blutzuckerspiegel anders als die komplexen Kohlenhydrate schnell auf einen hohen Wert ansteigen. Essen Sie deshalb wenig gezuckerte Speisen. Auch das Zuckern mit Fruchtzucker ist keine gute Alternative. Die Menge Fruchtzucker, die Sie verzehren, sollte aus frischem Obst stammen.

4. Essen Sie mehr Gemüse als Obst.

Fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag gehören zu einer gesunden Ernährung. Obst enthält allerdings viel Zucker (Fruktose = Fruchtzucker). Deshalb sollten Sie, wenn bei Ihnen Gestationsdiabetes festgestellt wurde, Gemüse in allen Variationen bevorzugen: roh, gekocht, als Salat, zum Knabbern zwischendurch oder als Saft. Ganz auf Obst verzichten sollten Sie natürlich nicht.

5. Treiben Sie Sport und bewegen Sie sich viel.

Durch regelmäßige Bewegung wird der Blutzuckerspiegel auf konstant niedrigen Niveau gehalten. Übertreiben Sie es aber nicht und gehen Sie nicht über Ihre Grenzen hinaus. Nicht alle Sportarten sind für Schwangere geeignet. Eine gute Möglichkeit, um in der Schwangerschaft sportlich aktiv zu sein, ist die Schwangerschaftsgymnastik – auch und gerade für ansonsten eher unsportliche Frauen.

6. Reduzieren Sie das Fett und achten Sie darauf, welches Fett Sie verwenden.

70-90 g Fett am Tag liefern ausreichend lebensnotwendige (essentielle) Fettsäuren und fettlösliche Vitamine und sorgen als Geschmacksträger für einen guten Geschmack. 70-90 g Fett sind ungefähr ein Drittel weniger als das, was die meisten Menschen in Deutschland zu sich nehmen. Vermeiden Sie die versteckten Fette in Wurst, Fertiggerichten, Süßigkeiten und Gebäck. Wenn Sie Fett zum Kochen verwenden, dann am besten pflanzliches Fett.

7. Trinken Sie viel.

Damit der Stoffwechsel einwandfrei arbeitet, ist ausreichende Flüssigkeitszufuhr nötig. Selbst wenn Sie zu Wassereinlagerungen neigen, sollten Sie die Flüssigkeitszufuhr nicht einschränken.

8. Achten Sie im Idealfall schon vor der Schwangerschaft auf ein normales Körpergewicht.

Übergewichtige Frauen neigen eher zu Gestationsdiabetes als normalgewichtige Frauen. Achten Sie also am besten schon vor Beginn einer Schwangerschaft darauf, ein Gewicht zu haben, welches sich im akzeptablen Bereich bewegt. Diesen Bereich können Sie mit dem Body Mass Index feststellen.

Schwangerschaftsdiabetes

Diabetes mellitus ist eine Volkskrankheit: Sie hat sich in den vergangenen Jahren rasant ausgebreitet, so dass nach offiziellen Schätzungen heute über 7 Millionen Deutsche an Diabetes leiden. Weltweit steigt die Zahl an Menschen mit Diabetes weiter an – auf nunmehr ca. 382 Millionen. Die Hauptgründe dafür sind aus Überernährung und Bewegungsmangel hervorgerufenes Übergewicht, oftmals resultierend aus einer mangelhalften, industriellen Ernährung. Unter Diabetes werden verschiedene Störungen des Stoffwechsels zusammengefasst. Diese Störungen führen zu einer Hyperglykämie (Überzuckerung) des Blutes, weswegen im gemeingängigen Sprachgebrauch auch von Zuckerkrankheit gesprochen wird. Für den Transport des Blutzuckers (Glukose) aus dem Blut in die Zellen wird das Hormon Insulin benötigt, welches in den Beta-Zellen der Langerhans-Inseln (inselförmige Zell-Anhäufungen in der Bauchspeicheldrüse) gebildet wird. Dabei hat Insulin – im wahrsten Sinne des Wortes – eine Schlüsselfunktion und veranlasst die Körperzellen, ihre Membran für die Glukose zu öffnen. Beim Diabetes fehlt Insulin. Die Zellmembran bleibt verschlossen und lässt die Glukose nicht passieren. Bei Diabetes wird Insulin nicht in ausreichender Menge bzw. überhaupt nicht produziert. Während bei gesunden Menschen die über die Nahrung aufgenommenen Kohlenhydrate vollständig im Körper verstoffwechselt werden können, schafft es der zuckerkranke Metabolismus nicht, den Zucker in ausreichendem Maße in das Zellinnere einzuschleusen. Der Zucker verbleibt daher im Blut, wo er Zellen und Gefäße schädigt.

Typ-1-Diabetes (jugendlicher Diabetes)

Er tritt vermehrt im frühen Lebensalter auf und ist Folge einer Autoimmunerkrankung. Bei Diabetes von Typ 1 werden die Beta-Zellen, die in den Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse produziert werden, zerstört. Hierbei entsteht ein absoluter Insulinmangel, der sich relativ schnell und deutlich bemerkbar macht durch ein starkes Durstgefühl, häufigen Harndrang, Gewichtsverlust, Leistungsminderung, Müdigkeit etc. Die Ursache für den Diabetes mellitus Typ 1 ist eine autoimmune Zerstörung der Beta-Zellen der Langerhans Inseln der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Diabetes kann auch durch virale Infekte gefördert werden.

Typ-2-Diabetes

Eine Ursache ist das Versagen der Insulin-Rezeptoren auf der Zellmembran. Das Insulin schafft es zunehmend schlechter, die Glukose aus dem Blut in die Zellen zu schleusen. Verantwortlich hierfür ist eine pathologische Membranstruktur mit einem Mangel an langkettigen Omega-3-Fettsäuren, insbesondere DHA. Diabetes von Typ 2 äußert sich in einer Insulinresistenz oder einem relativen Insulinmangel und verläuft oft schleichend und meist über viele Jahre symptomarm.

Schwangerschafts- oder Gestationsdiabetes nennt man die Zuckerkrankheit, wenn sie erstmalig während der Schwangerschaft festgestellt wird. Bei Schwangerschaftsdiabetes hat die Schwangere einen ungewöhnlich hohen Blutzuckerspiegel. Im Gegensatz zu anderen Formen des Diabetes, die ein Leben lang andauern, verschwindet der Schwangerschaftsdiabetes häufig nach der Entbindung wieder. Als Ursache gelten eine vermehrte Sekretion verschiedener Schwangerschaftshormone die als Gegenspieler des Insulins fungieren und ihrerseits zu einer zunehmend höheren Insulinresistenz während der Schwangerschaft führen.

Wie hoch ist das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes?

Als Risikofaktoren gelten Übergewicht, ein Alter über 30 Jahren und eine erbliche Vorbelastung mit Diabetes mellitus. Ein Schwangerschaftsdiabetes kann jedoch auch ohne bekannte Risikofaktoren auftreten.

Woran erkennt man eine Schwangerschaftsdiabetes?

Der Verlauf der Schwangerschaftsdiabetes verläuft meist beschwerdefrei und wird von der Frau häufig nicht bemerkt. Bei vielen Schwangeren wird der Diabetes erst im Rahmen eines Zuckerbelastungstests festgestellt. Einige wenige Frauen verspüren extremen Durst, müssen häufig und viel auf die Toilette, nehmen stark ab oder sind ungewöhnlich müde.

Beeinflusst der Diabetes die Schwangerschaft?

Die meisten Babys von Müttern mit einer Schwangerschaftsdiabetes kommen gesund zur Welt. Wenn Sie Ihren Diabetes sorgfältig unter Kontrolle halten, tun Sie schon das Bestmögliche für Ihr Baby. Die Hauptprobleme bei einem hohen Blutzuckerspiegel entstehen, weil der Zucker über die Plazenta in den Blutkreislauf des Babys gelangt. Dadurch kann das Baby sehr groß werden, was für Sie die Wehen oder die Geburt erschweren kann. Die Wahrscheinlichkeit für einen Kaiserschnitt steigt. Es kann vorkommen, dass Babys von diabetischen Müttern nach der Geburt Neugeborenengelbsucht entwickeln. Diese kann aber gut und schnell behandelt werden. Wenn der Diabetes nicht erkannt und behandelt wird, kann es sein, dass das Kind später unter gesundheitlichen Problemen leidet. Leider kann der Diabetes auch zu einer Stoffwechselstörung bei dem Baby führen. Es ist daher sehr wichtig, dass Sie den Diabetes gut unter Kontrolle halten und den Rat Ihres Arztes genau befolgen. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Ihrem Baby nichts passiert und es gesund zur Welt kommt.

Wie wird Schwangerschaftsdiabetes behandelt?

Im Wesentlichen sollten Sie zuckerhaltige Lebensmittel von Ihrem Speiseplan streichen und stattdessen zu Vollkornprodukten greifen. Ausreichend Bewegung ist für Schwangere ebenfalls empfehlenswert und hilft dabei, den Blutzuckerspiegel zu senken.

Wird der Diabetes nach der Geburt bleiben?

Etwa drei Monate nach der Geburt sollte der Blutzucker wieder normale Werte erreicht haben. Für Frauen, die einen Schwangerschaftsdiabetes hatten, ist dennoch die Wahrscheinlichkeit höher, später im Leben Diabetes zu entwickeln.

Die mehrfach ungesättigte Fettsäure Omega-3 wirkt sich positiv auf die Gesundheit von schwangeren und stillenden Frauen aus. Im Verbund mit Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung kann Omega-3 helfen, z.B. Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes), zu verhindern. Ebenso kann die Fettsäure einen wichtigen Beitrag leisten, um Schwangerschaftsbeschwerden wie Hämorrhoiden, Ekzeme und Varizen entgegenzuwirken.

Ernährung bei Diabetes Typ 2

Besonders auf eine bestehende Diabetes-Erkrankung kann über veränderte Ernährungsgewohnheiten positiven Einfluss genommen werden. Neben einer Reduktion von schnell verfügbaren Kohlenhydraten (Zucker, Weißmehlprodukte, Fertiglebensmittel), nehmen spezielle Fettsäuren eine Schlüsselrolle ein. So ist es essentiell wichtig, einen Mangel an mehrfach ungesättigten Fettsäuren auszugleichen. Gleichzeitig sollen ungünstige Fette wie Transfettsäuren, aber auch ein Übermaß an Omega-6-Fettsäuren gemieden werden. Dabei ist es wichtig, die Aufnahme der gesunden Fettsäuren wie die ALA, die DHA, die GLA etc. in eine abwechslungsreiche, ausgewogene lacto-vegetabile Vollwerternährung zu integrieren.

Antioxidantien

Antioxidantien sind ein weiterer wichtiger Partner um Spätfolgen des Diabetes vorzubeugen, bzw. deren Symptome abzumildern. So enthält z.B. Sanddornfruchtöl neben weiteren wertvollen Inhaltstoffen, Carotinoide, die genau wie Vitamin E, zum Schutz der Zellen beitragen. Langfristig sollte vorhandenes Übergewicht abgebaut und ein tägliches Bewegungsprogramm integriert werden. Auch Stress sollte gemieden werden, da es dadurch zu Blutzuckerschwankungen kommen kann. Sinnvoll ist es, ein Entspannungsverfahren und den bewussten Umgang mit Stress zu lernen.

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Schwangerschaftsdiabetes, auch Gestationsdiabetes genannt, ist wie es die Bezeichnung schon sagt, Diabetes, der nur in der Schwangerschaft auftritt. Er verschwindet meist mit der Geburt des Kindes. Trotzdem muss er berücksichtigt werden und kann durch bewusste und gesunde Ernährung gut bewältigt werden. Oftmals reicht sogar eine Umstellung der Ernährung aus, Diabetes während der Schwangerschaft zu beheben.

Schwangerschaftsdiabetes vorbeugen

Für jede werdende Mutter und vor allem jedes Kind ist eine gesunde ausgewogene Ernährung die Grundvoraussetzung. Übergewicht und eine ungesunde einseitige Ernährung sind die häufigsten Ursachen für Schwangerschaftsdiabetes. Daher sollten diese Faktoren möglichst schon im Vorfeld ausgeschlossen werden. Da spielen Bewegung, sportliche Aktivitäten und die gesunde ausgewogene und bedarfsgerechte Ernährung die entscheidende Rolle.

In der Schwangerschaft sind sportliche Aktivitäten mitunter nur eingeschränkt möglich. Ein Spaziergang an der frischen Luft von mindestens einer Stunde pro Tag sorgt für ein gutes gesundes Gefühl für Mutter und Kind. Fangen Sie am besten schon vor der Schwangerschaft mit der gesunden Umstellung Ihrer Ernährung an und beugen Sie rechtzeitig Schwangerschaftsdiabetes vor.

Das mit jeder Schwangerschaft assoziierte „Essen für zwei“ ist schlichtweg falsch. In der ersten Schwangerschaftshälfte ist der Energiebedarf nicht erhöht, in der zweiten Schwangerschaftshälfte lediglich um 100-300 kcal. Hören Sie daher auf die Signale Ihres Körpers und auf das Sättigungsgefühl während des Essens. Sobald die Schwangerschaftsdiabetes diagnostiziert ist, sollten Sie sich auch in Punkto Ernährung individuell und auf Ihre Blutzuckerwerte abgestimmt beraten lassen.

Gesund essen bei Diabetes in der Schwangerschaft

Der Verzicht auf Zucker ist ein bekanntes Kriterium bei Diabetes. Mittlerweile gibt es zahlreiche Produkte und Lebensmittel im Supermarkt, die „für Diabetiker geeignet“ sind. Doch Vorsicht, Zucker wird bei diesen Produkten zwar durch Zuckerersatzstoffe, wie Fructose, ersetzt, der Anteil an Kalorien und Fett ist jedoch erhöht. Die bessere und gesunde Alternative bieten Obst, mit Ausnahme von Weintrauben und überreifen, süßen Früchten sowie Gemüse oder Vollkornprodukte.

Vermeiden Sie bei Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) grundsätzlich jegliche Art von Zucker, wie zum Beispiel Süßspeisen, Schokolade, Traubenzucker oder zuckerhaltige Getränke. Süßen Sie, wenn überhaupt, mit Süßstoff.

Die richtigen Nährstoffe bei Schwangerschaftsdiabetes

Um der Calciumzufuhr gerecht zu werden, brauchen Mutter und Kind Milchprodukte – jedoch in Maßen und bevorzugt fettarme Produkte.

Ballaststoffreiche Lebensmittel, wie Vollkornbrot, haben viele Vorteile. Sie werden langsamer verdaut, sorgen so für ein lang anhaltendes Sättigungsgefühl und bewirken einen verzögerten Anstieg des Blutzuckerspiegels. Zudem beugen sie die in der Schwangerschaft typischen Verstopfungen vor.

Tipps zum richtigen Trinken

Trinken ist wichtig, doch auch hier gilt: Keine zuckerhaltigen, alkohol-, koffein- oder kalorienreichen Getränke. Diverse Teesorten und Fruchtsäfte sorgen neben Wasser für eine gesunde Abwechslung. Tierische Fette sollten möglichst durch mehrfach ungesättigte Fette pflanzlichen Ursprungs weitgehend ersetzt werden.

Ernährung bei Schwangerschaftsdiabetes in Kürze

  • Hören Sie auf die Signale des Körpers
  • Essen Sie nur so viel bis Sie satt sind
  • Täglich frisches Obst und Gemüse essen
  • Trinken Sie täglich mindestens 2 Liter Wasser, Tee oder Fruchtsaftschorlen
  • Bevorzugen Sie Vollkornprodukte, die enthalten wertvolle Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe
  • Kräuter bringen geschmackliche Abwechslung in die Ernährung
  • Setzen Sie tierische Fette und Fleisch nur sparsam ein

Aktualisiert: 08.12.2016 – Autor: Astrid Vogel

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Als Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) wird jene Form der Zuckerkrankheit bezeichnet, die während der Schwangerschaft erstmals auftritt. Familiäre Vorbelastung oder starkes Übergewicht können die Störung der Blutzuckerregulation begünstigen. Die körperlichen Veränderungen bedeuten auch eine höhere Stoffwechselleistung und damit einen erhöhten Insulinbedarf. Ist diese Umstellung nicht optimal verlaufen, kann es zu einem Schwangerschaftsdiabetes kommen. Auch falsche Ernährung oder mangelnde Bewegungen können Ursachen für eine Gestationsdiabetes sein.

Meist nach der Geburt verschwindet der Schwangerschaftsdiabetes wieder, es gibt aber Fälle, da entwickelt sich ein Typ-2-Diabetes daraus. Mithilfe einer Blutuntersuchung und eines Zuckerbelastungstest in der Schwangerschaft wird ein möglicher Schwangerschaftsdiabetes überprüft. Bleibt diese unentdeckt, kann sie sich für die Mutter, aber auch für das Kind negativ auswirken.

Folgen für Mutter und Kind bei unentdecktem Schwangerschaftsdiabetes

Eine unbehandelte Zuckerkrankheit der Mutter kann für das Baby sogar lebensbedrohlich werden. Durch die Nabelschnur gelangt der Blutzucker in den kindlichen Organismus, das nötige Insulin kann aber nicht durch die Plazenta durchdringen. Der Säugling muss also selbst Insulin produzieren. Hat die werdende Mutter nun einen dauernd erhöhten Blutzuckerspiegel, muss der Säugling übermäßig viel Insulin produzieren. Häufig tritt bei Kindern eine Wachstumsstörung auf, der sogenannte Großwuchs (über 4500g Geburtsgewicht). Auch besteht ein höheres Risiko für das Baby selbst eine Unterzuckerung nah der Geburt, eine Blutbildveränderung, ein Frühgeburtsrisiko oder ein Atemnotsyndrom. Auch die Gefahr eine Zuckerkrankheit zu entwickeln oder in seinem späteren Leben an Übergewicht zu erkranken sind mögliche Folgen.

Doch auch die Mutter bringt sich in Gefahr, denn hoher Blutdruck oder häufig auftretende Harnwegsinfekte sind Folgen einer unbehandelten Schwangerschaftsdiabetes.

Normalerweise wird ein Schwangerschaftsdiabetes durch eine Ernährungsumstellung behandelt. In einigen Fällen muss jedoch Insulin durch Spritzen zugeführt werden. Ziel der Ernährungsumstellung ist, dass sich die Blutzuckerwerte normalisieren und ohne größere Schwankungen einstellen. Zu den gängigsten Maßnahmen zählen eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung. Ob dies ausreicht, kann mithilfe regelmäßiger Messungen des Blutzuckerspiegels selbst überprüft werden.

Starke Blutzuckerschwankungen können durch ballaststoffreiche Lebensmittel vermieden werden: Mehrere Portionen Obst und Gemüse, Salat, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte in Kombination mit fettarmer Milch und fettarmen Milchprodukten, Fleisch, Fisch und Eiern zählen zu den Grundlagen einer ausgewogenen Ernährung im Falle von Schwangerschaftsdiabetes. Einschränkungen gibt es bei Weizenmehrprodukten, Brot, Kartoffeln, Nudeln und Reis, die nur in kleinen Mengen und in Vollkornqualität gegessen werden sollen. Süßspeisen, Kuchen, Limonaden oder Fruchtsäfte sind dagegen tabu.

Ergänzend zur Ernährung muss regelmäßiger Ausdauersport wie Schwimmen, Nordic walking oder Radfahren einen Fixpunkt im Kalender einnehmen, denn so werden die optimalen Blutzuckerwerte erreicht.

Idee für einen Speiseplan bei Schwangerschaftsdiabetes

Für eine normalgewichtige schwangere Frau mit einem Tagesbedarf von etwa 2200kcal könnte der Speiseplan für einen Tag etwa so aussehen:

Frühstück:

1 Vollkornbrötchen
1 Scheibe Vollkornbrot od. Mischbrot
dünn Margarine oder Butter
1 Scheibe Schinken
2 EL Magertopfen
2 TL. Marmelade mit Süßstoff
Kaffee /Tee /Kondensmilch 4% Fett

Vormittagsjause:

1/4 l Milch oder Sauermilchprodukt, 1,5 % Fett
1 Portion Obst, z.B. 200 g Erdbeeren

Mittagessen:

1 große Portion Gemüse / Salat z.B. 200 g Brokkoli
3 mittelgroße Kartoffeln
1 mittlere Portion mageres Fleisch
(1 EL Öl für die Zubereitung)

1 Portion Obst, z. B. 1 Orange

Zwischenmahlzeit:

2 Scheiben Vollkorntoast
dünn Margarine, 2 TL. Marmelade mit Süßstoff
1 Portion Obst, z. B. 1 Apfel

Abendessen:

1 Scheibe Vollkornbrot
1 Scheibe Roggenmischbrot
dünn Margarine oder Butter
1 Scheibe mageren Aufschnitt
1 Scheibe oder 1 Ecke Käse 40% Fett i.Tr.
1 Portion Frischkost, z.B. Paprika-Tomatensalat
1 TL Öl

Spätmahlzeit:

1 Becher Fruchtjoghurt mit Süßstoff
1 Portion Obst, z.B. 3-4 Aprikosen

Blutzuckermessung. Ist der Stoffwechsel der Patientin gut eingestellt?

© Foto: DAK

Schwangere mit Gestationsdiabetes sind häufiger, als man denkt. Mit der richtigen Ernährung können solche Frauen viel für sich und ihr ungeborenes Kind tun. Für manche ist sogar Abnehmen angesagt – allerdings gibt es dabei einiges zu beachten.

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Fünf bis zehn Prozent aller Schwangeren bekommen einen Ge-stationsdiabetes. Davon gehen Dr. Ulrike Amann-Gassner und Professor Hans Hauner vom Else-Kröner-Fresenius-Zentrum für Ernährungsmedizin der TU München aus. Nur ein Bruchteil werde jedoch diagnostiziert (DMW 133, 2008, 893).

Bei Gestationsdiabetes mehr Geburtskomplikationen

Ein Gestationsdiabetes liegt vor, wenn während einer Schwangerschaft ein Diabetes erstmals auftritt oder diagnostiziert wird. Oft, aber nicht immer endet die Stoffwechselstörung mit der Geburt. Sie erhöht aber die Rate an Geburtskomplikationen: Vor allem Sectio oder Schulterdystokie aufgrund einer Makrosomie, Fehlbildungen und intrauteriner Fruchttod sowie Hypertonie und (Prä-) Eklampsie der Mutter sind häufige Folgen. Dieselben Probleme könne auch ein bereits präkonzeptionell bestehender Diabetes verursachen, so die Diabetes-Experten.

Nach den Mutterschaftsrichtlinien wird bisher bei allen Schwangeren lediglich ein Screening auf Glukosurie vorgenommen. Eine Schwangerschaftsglukosurie müsse immer abgeklärt werden, sei aber als Screening-Parameter unzureichend, so die Autoren. Sie fordern generell einen oralen Glukosetoleranztest (oGTT) in der 24. bis 28. Schwangerschaftswoche (SSW).

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Die GKV bezahlt bisher nur Risikoschwangeren den Test, also Frauen mit Übergewicht oder Adipositas, Alter über 35 Jahren, familiärer Disposition für Typ-2-Diabetes, nach vorheriger Fehl- oder Totgeburt sowie nach Geburt eines Kindes mit mindestens 4500 Gramm Geburtsgewicht oder mit Fehlbildungen. Bei diesen Frauen würden Hauner und Amann-Gassner schon gegen Ende des ersten Trimenons einen oGTT machen; falls dieser negativ ist, nochmals in der 24. bis 28. und in der 32. bis 34. SSW.

Grenzwert für den oGTT beträgt nüchtern 95 mg/dl

Als Grenzwerte für den oGTT gelten bei Schwangeren nüchtern 95 mg/dl, nach einer Stunde 180 mg/dl und nach zwei Stunden 155 mg/dl. Werden mindestens zwei dieser Werte erreicht oder überschritten, ist der Ge-stationsdiabetes bestätigt. Ist nur ein Wert übertroffen, besteht eine gestörte Glukosetoleranz.

Die therapeutischen Konsequenzen sind die gleichen, und sie gelten auch für Schwangere mit vorbestehendem Diabetes: „Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft empfiehlt, die kapillären Blutzuckerwerte nüchtern und präprandial auf unter 90 mg/dl, eine Stunde nach Beginn einer Mahlzeit auf unter 140 mg/dl und zwei Stunden nach Beginn einer Mahlzeit auf unter 120 mg/dl einzustellen“, so die Kollegen. „Bei Insulintherapie sollten die Werte allerdings 60 mg/dl nicht unterschreiten.“ Eine mehrmals tägliche Blutzuckerselbstkontrolle sei also notwendig.

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Die wichtigste und in 90 Prozent der Fälle einzig notwendige Maßnahme zur Blutzuckereinstellung bei Gestationsdiabetes ist die Ernährungstherapie. Deren Ziele sollten auch in Abhängigkeit vom Ausgangsgewicht der Mutter definiert werden. So habe eine Kohortenstudie an mehr als 120 000 Schwangeren in den USA gezeigt, dass bei einem Ausgangs-BMI zwischen 30 und 34,9 kg/m² eine Gewichtszunahme von 4,5 bis 11,5 kg das niedrigste Komplikationsrisiko mit sich brachte. Bei einem Ausgangs-BMI von 35 bis 39,9 seien 0 bis 4,5 kg Zunahme am günstigsten gewesen und bei einem BMI ab 40 kg/m² sogar ein Gewichtsverlust von bis zu 4,5 kg.

Andere Studien hätten allerdings gezeigt, dass die Nahrung nicht zu drastisch reduziert werden sollte: Bei weniger als 1500 kcal Energiezufuhr täglich oder einer Reduktion um 50 Prozent könnte Ketonkörperbildung die mentale Entwicklung des Föten beeinträchtigen. Eine moderate Kalorienrestriktion auf 1600 bis 1800 kcal/d oder um 33 Prozent führt dagegen nicht zu einer Ketonkörperbildung, zeigt aber günstige Effekte auf Gewichtszunahme und Glukosespiegel. Dies könne durch Lebensmittel mit niedriger Energiedichte erreicht werden, also mit wenig Fett, viel Wasser und Ballaststoffen in der Nahrung, so die Diabetes-Experten.

Amann-Gassner und Hauner schlagen eine Zusammensetzung aus 40 bis 45 Prozent Kohlenhydraten (KH), 30 bis 35 Prozent (möglichst ungesättigten) Fetten und maximal 20 Prozent Proteinen vor. Weniger als 175 Gramm Kohlenhydrate (15 Broteinheiten) pro Tag sollten es aber nicht sein. „Diese sollten auf drei nicht zu große Hauptmahlzeiten und zwei bis drei Snacks verteilt werden“, so die Autoren. Den höchsten KH-Anteil solle das Mittagessen haben; ein KH-haltiger Snack am späten Abend könne wiederum Ketonkörperbildung vermeiden. Und: „Je höher der Kohlenhydrat-Anteil, desto günstiger könnten sich Lebensmittel mit niedrigem glykämischem Index und hohem Ballaststoffanteil auswirken.“

(PantherMedia / Mitar gavric) Erhöhte Blutzuckerwerte lassen sich meist durch eine Ernährungsumstellung ausreichend senken. Eine spezielle Beratung kann dabei helfen. Manche Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes haben über längere Zeit so viel Zucker im Blut, dass sie Insulin spritzen müssen.

Bei einem Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) ist der Blutzuckerspiegel vorübergehend erhöht. Dies ist meist kein Grund zur Beunruhigung. Ein Schwangerschaftsdiabetes kann aber das Risiko für seltene Komplikationen vor und während der Geburt erhöhen. Die Diagnose wird mithilfe eines Blutzuckertests (Glukosetoleranztest) gestellt.

Nach der Diagnose schlagen die Frauenärztin oder der Frauenarzt oft eine Überweisung an eine Diabetologin oder einen Diabetologen vor, um die weitere Behandlung abzustimmen.

Was kann man selbst tun?

Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes wird empfohlen, ihre Ernährung umzustellen und manchmal auch, sich mehr zu bewegen. Dazu sollten sie eine spezielle Beratung erhalten, in der sich besprechen lässt, welche konkreten Maßnahmen sinnvoll sind.

Wenn eine Ernährungsumstellung und mehr Bewegung den Blutzucker nicht ausreichend senken, kann er durch Insulin gesenkt werden.

Um zu prüfen, ob die Maßnahmen helfen, wird über einige Wochen mehrmals täglich der Blutzucker zu gemessen. Dazu gewinnt man mit einer kleinen Lanze einen Tropfen Blut aus der Fingerspitze und trägt ihn auf einen Teststreifen auf. Der Streifen wird in ein elektronisches Messgerät gesteckt, das nach kurzer Zeit die Höhe des Blutzuckers anzeigt.

Wie wird die Ernährung umgestellt?

Die Art der Ernährungsumstellung kann gemeinsam mit der Ärztin, dem Arzt oder bei einer Ernährungsberatung besprochen werden. Was für eine Frau sinnvoll ist, hängt unter anderem davon ab, wie viel sie wiegt, wie viel sie sich bewegt und wie sie sich ernährt. Meist wird empfohlen, weniger Kohlenhydrate zu sich zu nehmen, weil diese den Blutzuckerspiegel erhöhen. Das Essen sollte aber ausreichend Ballaststoffe, Fett und Eiweiße enthalten.

Zudem wird eine Aufteilung auf drei nicht zu große Hauptmahlzeiten und zwei bis drei kleinere Zwischenmahlzeiten empfohlen. Bei Übergewicht oder Fettleibigkeit (Adipositas) wird geraten, die Kalorien pro Tag auf eine bestimmte Menge zu beschränken. Allerdings sollten Schwangere keine strenge Diät halten, weil der Körper während einer Schwangerschaft ausreichend Kalorien benötigt.

Kann Bewegung zusätzlich helfen?

Auch Bewegung kann dazu beitragen, dass der Blutzuckerspiegel sinkt. Welche Art von Bewegung infrage kommt, hängt unter anderem davon ab, wie belastbar eine Frau ist und wie ihre Schwangerschaft verläuft. Es ist sinnvoll, sich dazu in einer Frauenarztpraxis beraten zu lassen. Meist bieten sich Sportarten wie Gymnastik, Walking, Radfahren oder Schwimmen an. Dagegen sind zum Beispiel Kampf- oder Ballsportarten zu belastend oder zu risikoreich für das Ungeborene.

Es kann schon helfen, sich mindestens drei Mal pro Woche für etwa 30 Minuten intensiver zu bewegen. Auch regelmäßiges zügiges Spazierengehen lässt sich gut in den Alltag integrieren.

Welche Rolle spielen Medikamente?

Anhaltend hohe Blutzuckerwerte lassen sich meist nur mit Insulinspritzen ausreichend senken. Andere Diabetesmedikamente (wie Tabletten) sind für schwangere Frauen nicht zugelassen und werden auch nicht empfohlen. Einzig das Medikament Metformin kann in Ausnahmen (und dann als Off-label-Use) eine Alternative zu Insulin sein. Studien zeigen, dass es bei Schwangerschaftsdiabetes ähnlich gut wirkt wie Insulin.

Myo-Inositol ist ein Nahrungsergänzungsmittel, das unter anderem zur Behandlung von Diabetes beworben wird. Allerdings gibt es bislang keine zuverlässigen Studien, die den Nutzen und Schaden dieses Präparats untersucht haben. Deshalb wird es zur Behandlung eines Schwangerschaftsdiabetes nicht empfohlen.

Helfen die Behandlungen, Komplikationen zu verhindern?

Einen Schwangerschaftsdiabetes zu behandeln kann helfen, das Risiko für einzelne Komplikationen zu senken.

Geburtsgewicht

Studien zeigen, dass eine Behandlung die Zahl der Kinder mit hohem Geburtsgewicht (über 4000 g) verringert:

  • Ohne Behandlung bekommen etwa 16 von 100 Frauen ein Kind mit hohem Geburtsgewicht.
  • Mit Behandlung bekommen etwa 7 pro 100 Frauen ein Kind mit hohem Geburtsgewicht.

Die Größe des Kindes ist allein jedoch kein Grund, sich Sorgen um dessen Gesundheit zu machen. Die meisten großen Kinder kommen gesund zur Welt. Allerdings kann die Geburt eines großen Kindes schwerer sein.

Schulterdystokien

Durch die Behandlung sinkt das Risiko für eine bestimmte Geburtskomplikation, die sogenannte Schulterdystokie. Dabei verzögert sich der Austritt der Schultern des Kindes, nachdem der Kopf schon geboren ist. Manchmal bleibt das Kind vorübergehend im Geburtskanal stecken, selten jedoch für längere Zeit. Um einem Sauerstoffmangel vorzubeugen, treffen Hebammen, Ärztinnen und Ärzte dann schnelle Gegenmaßnahmen.

In den bisherigen Studien konnte eine Behandlung die Zahl der Schulterdystokien senken:

  • Ohne Behandlung kommt es bei etwa 3 bis 4 von 100 Geburten zu einer Schulterdystokie,
  • mit Behandlung bei etwa 1 bis 2 von 100 Geburten.

Durch Schulterdystokien kommt es häufiger zu kleineren Verletzungen des Kindes und manchmal auch der Mutter. Solche Verletzungen heilen fast immer ohne bleibende körperliche Folgen ab.

Andere Komplikationen

Eine Studie lieferte Hinweise, dass Präeklampsien durch die Behandlung eines Schwangerschaftsdiabetes seltener auftreten. Die Präeklampsie ist eine seltene Schwangerschaftserkrankung, die mit Blutdruckerhöhung bei der Mutter einhergeht. Auf andere mögliche Komplikationen eines Schwangerschaftsdiabetes wie schwere Verletzungen oder das Sterblichkeitsrisiko hatte die Behandlung keinen Einfluss. Auch die Zahl der Kaiserschnitte war vergleichbar.

Keine der Studien gab Auskunft darüber, ob die Behandlung eines Schwangerschaftsdiabetes für die Mutter und / oder das Kind langfristige gesundheitliche Vorteile hat – also beispielsweise das Risiko senkt, an Typ-2-Diabetes zu erkranken.

Hat die Behandlung Nebenwirkungen?

Nachteile oder Schäden durch die Behandlung eines Schwangerschaftsdiabetes wurden in den bisherigen Studien nicht ausdrücklich untersucht.

Die Behandlung kann etwas aufwendig sein: So empfinden manche Frauen das häufige Blutzuckermessen als unangenehm, da sie sich dazu mehrmals täglich in den Finger stechen müssen. Auch die Ernährungsumstellung kann etwas Disziplin erfordern. Viele Frauen machen sich zudem Sorgen, wenn sie die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes erhalten. Umso wichtiger ist die Botschaft, dass die allermeisten Kinder trotz dieser Diagnose gesund zur Welt kommen.

Quellen

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Viana LV, Gross JL, Azevedo MJ. Dietary intervention in patients with gestational diabetes mellitus: a systematic review and meta-analysis of randomized clinical trials on maternal and newborn outcomes. Diabetes Care 2014; 37(12): 3345-3355.

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Wir bieten keine individuelle Beratung.

Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

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Schlagwörter: Vorsorge und Früherkennung, Diabetes in der Schwangerschaft, Drüsen und Hormone, Fortpflanzung und Geburt, Frauengesundheit, Gestationsdiabetes, Kind und Familie, O24, R73, Schwangerschaftsdiabetes Aktualisiert am 20. November 2018 20. November 2018
Erstellt am 14. Juni 2017
Nächste geplante Aktualisierung: 2020
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Schwangerschaftsdiabetes: „Ich war fix und fertig“

Es war eine Risikoschwangerschaft und dann auch noch diese Diagnose: Daniela B., 36, hatte Schwangerschaftsdiabetes. Wie sie nach dem ersten Schock damit umging, erzählt sie hier.

Es war ein Schock, als mein Frauenarzt mir mitteilte, dass ich Schwangerschaftsdiabetes habe. Damit hätte ich nicht gerechnet. Mein Vater leidet zwar an Diabetes, doch mir selbst ging es bislang gesundheitlich gut. Wenngleich es eine Risikoschwangerschaft war, denn 2006 hatte ich eine Totgeburt. Ein unbeschreiblich schmerzhafter Verlust, der sich kaum in Worte fassen lässt. Es dauerte Jahre bis mein Mann und ich darüber hinweg gekommen sind. Wir lieben Kinder, haben bereits eine große Tochter, die fast 15 ist. Irgendwann wünschten wir uns nichts sehnlicher, als noch mal ein Baby zu bekommen, noch einmal den Zauber des Anfangs zu erleben, das erste Lächeln, die ersten Schritte, das erste „Mama“ und „Papa“…

Was kommt da auf mich zu?

Zweieinhalb Jahre hat es gedauert bis ich endlich schwanger war. Dann war die Freude riesengroß, aber natürlich auch die Angst, dass wieder etwas passiert. Innerlich war ich sehr angespannt. Die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes verstärkte dieses Gefühl noch. In der 26. Woche machte ich bei meinem Frauenarzt einen Zuckerbelastungstest. Da wurde der Diabetes festgestellt. Sofort hatte ich große Angst, fragte mich: Was kommt da auf mich zu? Wird alles gut gehen? Ich wünschte es mir so sehr. Natürlich war für mich klar, dass ich alles tun würde, damit mein Baby gesund zur Welt kommt. Mein Frauenarzt überwies mich dann gleich zu einem Diabetologen. Dieser schlug vor, ich sollte zunächst versuchen, meinen Blutzuckerspiegel mit Hilfe einer Ernährungsumstellung in den Griff zu bekommen. Ich sollte mich gesund und bewusst ernähren – also statt Weißbrot nur Vollkornbrot, statt Säften nur Wasser, viel Reis und Gemüse. Über einen Zeitraum von etwa 14 Tagen musste ich drei Mal täglich vor und nach der Mahlzeit meinen Blutzucker messen.

Es half alles nichts, ich musste Insulin spritzen

Aber egal, wie sehr ich auf meine Ernährung achtete: Leider waren meine Werte immer deutlich zu hoch. Nach dem nächsten Termin beim Diabetologen war klar: Es hilft nichts, ich muss Insulin spritzen! Vor und nach jeder Mahlzeit sowie vor dem Zubettgehen musste ich meinen Blutzuckerspiegel messen und vier Mal täglich Insulin spritzen. Natürlich musste ich aber trotzdem auf meine Ernährung achten. Früher hatte ich morgens zum Beispiel immer ein Brot mit Erdbeermarmelade zum Frühstück gegessen. Das war nicht mehr möglich – mein Blutzucker schnellte sofort in die Höhe! Ich versuchte es mit einem kleinen Fruchtjoghurt, in den ich drei Esslöffel Haferflocken mischte oder aß wahrweise eine Scheibe Vollkornbrot mit Butter und Apfelscheibchen. Mittags gab es statt meiner geliebten Pasta mit Tomatensauce oft Fleisch mit Reis und dazu Tomaten und Gurken. Obwohl ich mir wirklich viel Mühe gab, waren meine Blutzuckerwerte aber nach wie vor einfach zu hoch. Ich fühlte mich überfordert, wusste nicht, was ich machen sollte, war zugleich traurig und wütend auf mich selbst. Meine Ernährungsberaterin riet mir, auszuprobieren, wie mein Körper auf bestimmte Speisen reagiert. Leider funktionierte auch das nicht. Ständig hatte ich Hunger. Das, was ich essen durfte, hat mich einfach nicht richtig satt gemacht. Schrecklich! Wie sehr hätte ich mir eine grundlegende Schulung gewünscht so wie sie Diabetiker bekommen! Dafür ist die Zeit der Schwangerschaft aber zu knapp bemessen – und in der Regel ist der Diabetes nach der Entbindung ja auch glücklicherweise wieder verschwunden.

Würde mein Baby gesund zur Welt kommen?

Ganz schlimm wurde es, als mir im Krankenhaus beim Ultraschall mitgeteilt wurde, dass der Bauchumfang meines Babys außerhalb der Norm liegt. Als ich das hörte, war ich fix und fertig. Ich musste an meinen Sohn denken, der 2006 tot zur Welt gekommen war, hatte wahnsinnige Verlustängste und machte mir natürlich große Sorgen um unser Baby. Vorsichtshalber sollte ich engmaschig zur Kontrolluntersuchung kommen, alle zwei Wochen ging ich abwechselnd entweder zu meinem Frauenarzt oder ins Krankenhaus. Eine anstrengende und belastende Zeit. Glücklicherweise lagen die Werte gegen Ende der Schwangerschaft in der Norm. Endlich hatte ich meinen Blutzucker im Griff. Ich war erleichtert und muss sagen: Das machte mich stolz!

Ende gut, alles gut

Im August 2016 war es dann soweit: Unsere kleine Maila kam zur Welt. Ich wünschte mir so sehr, dass dieses mal alles gut ging. Und das war dann glücklicherweise auch der Fall. Maila war kerngesund, ihre Blutzuckerwerte waren in Ordnung – und meine eigenen lagen nach der Geburt auch sofort wieder im Normbereich. Mindestens ein Jahr lang werde ich sie jetzt stillen. Ich finde, Muttermilch ist die beste Nahrung für ein Baby. Noch dazu kommt, dass Müttern mit Schwangerschaftsdiabetes das Stillen empfohlen wird.

In Zukunft werde ich versuchen, mich selbst gesund zu ernähren und Sport zu machen und natürlich auch später bei meiner Kleinen auf gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung achten. Ich denke, das wird mir aber nicht schwer fallen. Ich bin so glücklich, sie zu haben. Ich würde alles tun, damit es ihr gut geht.

Lies dazu auch unser Experten-Interview zum Thema Gestationsdiabetes!

Schwangerendiabetes – die unerkannte Gefahr für Sie und Ihr Kind

Ein „süßes Geheimnis“ zu haben ist leider oft wortwörtlicher zu nehmen als man meint: ca. 6 % aller werdenden Mütter leiden unter Schwangerschaftsdiabetes –und die meisten ahnen nicht mal was davon. Weil sich selten Symptome zeigen, läuft die Krankheit oft unbemerkt ab. Für Mutter und Kind kann Schwangerschaftsdiabetes aber mit leicht zu vermeidenden Komplikationen einhergehen.

1. Was genau ist Schwangerschaftsdiabetes und was passiert dabei in Ihrem Körper?

Beim Schwangerschaftsdiabetes gerät Ihr Zuckerstoffwechsel durcheinander. Schuld daran sind die Hormone. Östrogen, Gestagene u.a., die Ihre Körperzellen, die Kohlenhydrate von Blut ins Gewebe transportieren während Ihrer Schwangerschaft dahingehend verändern, dass sie Sie Ihr Baby ausreichend mit Zucker (Kohlenhydraten) für das kindliche Wachstum und Entwicklung versorgen. Diese verminderte Insulinwirkung an den Zellen gleicht normaler Weise die Bauchspeicheldrüse aus und produziert mehr Insulin, um den Zuckerspiegel zu senken. Bei manchen Schwangeren schafft sie das aber nicht und der Zuckerspiegel im Blut Steigt nach Nahrungsaufnahme zu sehr an. In diesem Fall liegt ein Schwangerschaftsdiabetes vor, der behandelt werden muss.

2. Welche Risiken bestehen bei Schwangerschaftsdiabetes…

… für die Mutter

  • viel Fruchtwasser wird gebildet
  • höhere Gefahr für Harnwegs- oder Scheidenentzündungen
  • dementsprechend höheres Risiko frühzeitiger Wehen
  • erhöhter Bluthochdruck, aus dem sich eine Präeklampsie entwickeln kann
  • schwierige Geburt durch die Größe des Kindes

… für das Baby

  • vermehrtes Wachstum insbesondere des Fettgewebes, was zu einem zu großen Bauchumfang führt
  • Lungenreife Entwicklung wird verzögert,
  • kompliziertere Geburt kann das Kind belasten

3. Wie kann Schwangerschafts-Diabetes festgestellt werden?

Der Urin-Test bei den Vorsorge-Untersuchungen reicht nicht aus um die Krankheit zu diagnostizieren. In den Mutterschaftsrichtlinien wird deshalb seit März 2012 ein Zuckersuchtest bei jeder Schwangeren zwischen der 24–28 Schwangerschaftswoche empfohlen. Dabei muss ein Glas Zuckerwasser getrunken werden und nach einer bestimmten Zeit wird der Zuckergehalt im Blut gemessen. Wenn der Zuckerwert zu hoch ist, muss ein Glukose- Toleranztest angeschlossen werden Der Glukose-Screening-Test ist allerdings nicht sehr genau und dient nur als ein erster Indikator. Beim Glukose-Toleranztest wird ebenfalls ein Glas Zuckerwasser getrunken, allerdings auf nüchternen Magen. Die späteren Blutzuckermessungen zeigen an, wie gut Ihr Körper den Zucker abbauen kann bzw. wie gut Ihr Insulinstoffwechsel funktioniert – oder eben nicht.

4. Wie groß ist Ihr Risiko, einen Schwangerschafts-Diabetes zu entwickeln?

Etwa jede 20te Schwangere entwickelt einen Diabetes. Ein erhöhtes Risiko besteht bei Frauen, die…

  • übergewichtig sind
  • Eltern oder Geschwister haben, die an Diabetes leiden
  • schon früher sehr schwere Kinder geboren haben
  • mehrere Fehlgeburten hatten
  • schon einmal Schwangerschaftsdiabetes hatten

5. Wie kann Schwangerschafts-Diabetes behandelt werden?

Wenn bei Ihnen Schwangerschaftsdiabetes festgestellt wurde, können Sie selbst etwas dagegen tun. Ernähren Sie sich möglichst ballaststoffreich. Essen Sie Vollkornprodukte, viel frisches Gemüse und Fisch und vermeiden Sie stattdessen Süßigkeiten und süße Getränke. Außerdem sollten Sie lieber 5 bis 6 kleinere Mahlzeiten zu sich nehmen statt 3 großer. Wichtig ist auch, dass Sie sich viel bewegen. Denn durch körperliche Tätigkeiten können Sie den Zuckerspiegel senken. Etwa 70 bis 80 Prozent der Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes bekommen die Krankheit dadurch in den Griff.

Reicht eine Ernährungsumstellung und Fitness nicht aus, brauchen Sie Insulin. Schwangere bekommen i.d.R. keine orale Medikation, weil die Wirkung auf das Ungeborene nicht ausreichend untersucht ist. Deshalb werden Sie Insulin spritzen müssen. Wieviel und wie oft erfahren Sie im Arzt Gespräch. Auf jeden Fall sollten Sie nach Diagnosestellung zu einer Diabetesspezialpraxis oder eine Diabetesambulanz für Schwangere einer Geburtsklinik überwiesen werden.

Weitere Informationen finden Sie auch unter www.schwangerschaftsdiabetes.de und www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de unter Patientenleitlinien Gestationsdiabetes.

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