Jugendwort des jahres

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Jugendwort des Jahres: Darum fällt 2019 die Abstimmung aus

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Kein „Babo“ mehr, kein „Smombie“: Die Wahl zum „Jugendwort des Jahres“ fällt in diesem Jahr aus. Das bestätigte der Leiter des Pons-Verlags in Stuttgart, Erhard Schmidt, der Nachrichtenagentur dpa. Ob es sich um ein endgültiges Aus für die stets medienwirksam inszenierte Wahl oder nur um eine Pause handelt, „wird noch entschieden“, sagte er.

Hintergrund ist eine grundlegende Umwälzung in der Verlagslandschaft. Jahrelang hatte der Langenscheidt-Verlag in München das Jugendwort gesucht, um damit Werbung zu machen für sein Lexikon „100 Prozent Jugendsprache“. Er kürte Wortschöpfungen wie „Smombie“, ein Kunstwort aus Smartphone und Zombie, den Satz „Läuft bei dir“ oder „Babo“, was so viel bedeutet wie Boss oder Anführer. Im vergangenen Jahr fiel die Wahl auf „Ehrenmann/Ehrenfrau“ – so werde jemand bezeichnet, der etwas Besonderes für einen tue, hatte der Langenscheidt-Verlag erklärt.

In diesem Frühjahr aber hatte der zur Klett-Gruppe gehörende Pons-Verlag die Marke Langenscheidt und die dazugehörigen Produkte übernommen. „Der Deal kam für das Produkt zu einem ungünstigen Zeitpunkt“, sagte Schmidt. Der Zustand des Lexikons „war nicht so, dass wir das Produkt in diesem Jahr in einem vernünftigen Zustand zu Ende führen konnten“. Und darum fällt jetzt auch die Werbung dafür aus.

Anderer Anbieter wurde gehackt

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Laut Medienberichten hatte sich zwischenzeitlich ein anderer Anbieter gefunden, der die Wahl in einem reinen Online-Voting fortführen wollte. Nachdem die Seite gehackt wurde, habe er aber Abstand von der Idee genommen. Sie ist inzwischen nicht mehr online.

Pons war nach Angaben Schmidts an der neuen Wahlaktion nicht beteiligt. Die Ermittlung eines Jugendworts sei aber nicht geschützt. „Daher können wir so eine Aktion auch nicht verbieten. Diese Aussage haben wir auch gegenüber der Firma gemacht, die diese Aktion durchgeführt hat.“

Hier ein Rückblick auf die Jugendwörter:

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2018: „Ehrenmann/Ehrenfrau“ Diese Wortschöpfung bedeutet: „Jemand, der etwas Besonderes für dich tut“.

2017: „I bims“ Der Ausdruck bedeutet „Ich bin“ oder „Ich bin’s“ und ist ein Sprachphänomen aus den sozialen Medien.

2016: „Fly sein“ Der Ausdruck kommt aus der Hip-Hop-Sprache und soll so viel bedeuten wie: Jemand oder etwas „geht besonders ab“.

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2015: „Smombie“ Das aus Smartphone und Zombie zusammengesetzte Wort beschreibt jemanden, der von seiner Umwelt nichts mehr mitbekommt, weil er nur noch auf sein Smartphone starrt.

2014: „Läuft bei dir“ Vor drei Jahren wurde ein Satz zum „Jugendwort“ gekürt. Er soll als Synonym für cool oder krass gelten.

2013: „Babo“ Das Wort bedeutet so viel wie Boss oder Anführer. Der Ausdruck erinnert an den türkischen Begriff Baba (Vater).

2012: „YOLO“ Das ist ein Akronym und steht für „You only live once“ – eine Aufforderung, alle Chancen auf Erlebnisse zu nutzen.

2011: „Swag“ Der US-amerikanische Ausdruck bezeichnet eine „beneidenswerte, lässig-coole Ausstrahlung“ oder eine „charismatisch-positive Aura“. Wörtlich übersetzt bedeutet „to swagger“ stolzieren, prahlen oder schwadronieren, und „swaggerer“ heißt Aufschneider oder Angeber.

2010: „Niveaulimbo“ Mit dem Begriff beschrieben Jugendliche das Absinken des Niveaus beispielsweise im Fernsehprogramm, bei Partys oder in Gesprächen.

2009: „hartzen“ Das an Hartz IV angelehnte Wort kann so etwas wie herumhängen oder auch arbeitslos heißen.

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2008: „Gammelfleischparty“ Damit ging alles los. Das erste „Jugendwort des Jahres“ ist eine wenig schmeichelhafte Bezeichnung für eine Ü-30-Party.

Was bedeuten die Jugendwörter des Jahres?

Ratlose Gesichter bei vielen Erwachsenen, wenn es wieder um das Jugendwort des Jahres geht. Aber auch viele Jugendliche können mit manchen Begriffen nichts anfangen. Höchste Zeit, den Wortschatz zu erweitern.

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Update: Die Liste für das Jugendwort 2020 findest du hier. Reich dein Jugendwort des Jahres 2020 einfach ein.

Folgende Jugendwörter wurden und waren 2019 sehr populär:

  • Alles gucci – bedeutet „Alles gut“. Wird als Frage und Antwort verwendet: „Alles gucci?“ „Alles gucci!“
  • Alman oder Kartoffel – Scherzhafte Bezeichnung für stereotypisches und klischeehaftes deutsches Verhalten.
  • Boomer – Bezeichnung für alte Menschen (siehe auch: Ok, Boomer, Doomer)
  • Brachteln – etwas versuchen und dabei scheitern (Zu diesem WOrt gibt es eine Petition. Du findest sie hier.
  • Bratan und Bratina – russischer Slang-Ausdruck für Kumpel (Bratan) und Kumpelinen (Bratina); geprägt durch den Rapper Capital Bra.
  • Bot – Verunglimpfende Bezeichnung für Demonstrierende, die sich für bessere Netzpolitik einsetzen.
  • Brexiting / Brexit machen – Nach mehrmaligem Verabschieden und der Ankündigung, dass man eine Party verlassen wird, trotzdem nicht gehen.
  • Bruder muss los – Phrase, die gesagt wird, wenn jemand eine unangenehme Situation verlassen will.
  • Buttergolem – abwertende Bezeichnung für eine übergewichtige Person (Siehe auch: Butterface)
  • Chaya – Bezeichnung für Mädchen; (Gegenstück zum Chabo)
  • Cornern – an einer Straßenecke den Abend mit Freunden verbringen
  • cringe – etwas ist peinlich; zum fremdschämen
  • Ehre genommen – jemanden besiegen oder jemanden Respektlos behandeln
  • flex – bezeichnet eine gute Leistung; bedeutet, dass jemand angibt und seine Fähigkeiten oder Leistung zur Schau stellt.
  • Freundschaft plus (F+) – Beziehungsmodell bei dem zwei Menschen sich miteinander im Bett vergnügen, aber keine Beziehung aufbauen oder romantische Absichten hegen
  • Gönnjamin – Bezeichnung für jemanden, der sich Luxus gönnt. (Siehe auch: Gönn dir und Nichtgönner)
  • Habibi – arabisch für „Schatz“
  • hustlen / Hustler – bedeutet: hart und viel arbeiten, um reich zu werden.
  • Kartoffel oder Alman – „Kartoffel“ wird als Beleidigung für Deutsche verstanden.
  • Kek – Abwertende Bezeichnung für jemanden; vergleichbar mit Idiot oder Trottel
  • Klimanotstand (ausrufen) – Anerkennen, dass Gefahr für Leib und Leben durch den Klimawandel besteht, sowie Maßnahmen für besseren Klimaschutz einleiten.
  • Lachkick – ausschweifend lachen
  • Lack gesoffen – Rhetorische Frage, ob jemand noch bei Trost ist
  • Ligma – Scherzhafte Erkrankungen bei der nicht gefragt werden sollte, was Ligma ist.
  • Lowkey – etwas peinliches zugeben oder etwas geheim halten
  • Mach kein Auge – neidisch gucken
  • Niceness – wenn etwas sehr gut ist (Siehe: Nicenstein, Niceigkeit)
  • Pillepalle – unbedeutende und unwichtige Kleinigkeit
  • Plottwist / Plot Twist – eine unerwartete Wendung
  • Schlurky – cool, lit, awesome
  • Snatched – cool, gut aussehen
  • stabil – cool, gut, aber auch: „Bleib stabil“ (bedeutet: halte durch, lass dich nicht unterkriegen.)
  • Tchuligom – Ebay-Kleinanzeigen Running-Gag; „Tchuligom“ ist eine falschgeschriebene Variante von Entschuldigung.
  • Thot – Bezeichnung für eine Frau
  • triggern – jemanden ist leicht reizbar
  • Weil Baum – Allgemeingültige Phrasenartige Antwort, die immer gesagt werden kann, wenn man nicht antworten kann oder will
  • woke – Bewusstsein für soziale und gesellschaftliche Probleme haben
  • Yeet – Ausruf für Zustimmung, Begeisterung und Freude
  • Zerstören (jemanden zerstören) / Zerstörung – bedeutet: „jemanden sachlich, ruhig und in einem Monolog kritisieren.

Anmerkung: Die 30 Jugendworte, die zur Wahl zum Langenscheidt-Jugendwort des Jahres 2019 stehen, werden im August 2018 vorgestellt. Die hier aufgezählten Worte können Kandidaten sein, müssen aber nicht. Dies haben wir unter anderem durch den Konjunktiv und diesen Hinweis gekennzeichnet.

Fehlt ein Jugendwort? Hast du ein Jugendwort, dass 2019 unbedingt erwähnt werden muss? Sei ein Ehrenmann oder eine Ehrenfrau und schreib es in die Kommentare. Wir nehmen es gerne auf. (Die Liste wird regelmäßig aktualisiert.)

Eine Übersicht über alle Jugendworte des Jahres 2018 findest du hier. Eine Übersicht über alle Jugendworte seit der ersten Wahl zum Jugendwort des Jahres findest du hier.

2018 wurden übrigens „Ehrenmann“ und „Ehrenfrau“ zum Jugendwort des Jahres. Andere Jugendworte, die zur Wahl standen, waren: Axelfasching, Auf dein Nacken, Gib ihm, Lauch, Rant, Sheeeesh (Sheesh), wack, verbuggt und weitere.

Über die Jugendworte und Jugendsprache 2019

Jugendworte haben immer etwas eigenes. Sie beschäftigen sich teils mit aktuellen Themen, dienen zur Abgrenzung zu Erwachsenen und helfen eine Idenität zu bilden.

Auch, wenn das Jugendwort 2019 oder die Jugendworte 2019 noch nicht bekannt ist, so lässt sich mit Sicherheit sagen, dass ein bestimmendes Thema der Jugend im Jahr 2019 der Klimawandel ist. Viele junge Menschen setzen sich dafür ein, dass ein Klimanotstand ausgerufen wird. Auch das Wort „Pillepalle“ wird vielen Menschen ein Bezug auf die Klimapolitik sein.

Rezo mit „Die Zerstörung der CDU“ könnte auch seine Wirkung auf die Jugendsprache haben. Denn „jemanden zerstören“ bedeutet „jemanden sachlich und ruhig kritisieren“. Rezo, du alter Zerstörer. Mehr über das Verb „jemanden zerstören“ erfährst du hier.

Auch „Brexiting“ ist ein Verb, dass eine aktuelle politische Situation wiederspiegelt: Ein Brexit der wiederholt angekündigt, besprochen und verhandelt wird, dann aber doch nicht stattfindet. Siehe: Brexodus, Bregret, Brefugees.

Die Frage nach der Identität und die Frage danach, was es bedeutet deutsch zu sein, stellt sich auch im Jahr 2019. Dies zeigt sich an Worten wie „Alman“ oder „Kartoffel„. Auch Rammstein ist Teil der Debatte mit dem Lied „Deutschland„.

Übrigens: Für das „Brachteln“ wurde sogar eine Petition eingereicht.

Viel ist schon passiert in diesem Jahr und deswegen bleibt es spannend, welches Wort „Jugendwort des Jahres 2019“ wird.

Du kennst noch andere Worte, die Jugendwort des Jahres 2019 werden können? Dann schreib sie uns in die Kommentare. Danke!

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Mit lustigem Geschwätz ist heuer leider nichts – die Wahl des beliebtesten Jugendworts fällt 2019 aus 

Es ist eine traurige Nachricht: Zum ersten Mal seit langem wird in diesem Herbst kein Jugendwort des Jahres gewählt. Dabei gäbe es zur Lage der Welt doch einiges zu sagen – oder haben die jungen Leute jetzt wirklich genug vom ewigen Reden?

Claudia Mäder 15.11.2019, 05.30 Uhr Hören Drucken Teilen

Der Schein trügt: Junge Menschen starren nicht nur in Bildschirme, sie erfinden auch richtig witzige neue Worte. (Bild: Christof Schuerpf / Keystone)

Was für 1 Dummfall! Ja, was für ein dummer Unfall – wie gerne hätten wir Ihnen an dieser Stelle das neue Jugendwort des Jahres präsentiert. Wäre alles gelaufen wie immer, dann wäre das Wort in diesen Tagen gekürt worden, und wie immer in den letzten elf Jahren hätte sich so mitten im dunklen November ein Lichtblick gezeigt: Die Jugend spricht! Nein, diese tinderjährigen Lebewesen sind nicht nur am Napflixen und Dönern, sie kommunizieren nicht bloss mit Hashtexts und Insta-Pics, sie sind keine bildungsresistenten Brotgehirne, sondern richtig fitte Sprachbenutzer.

Das waren erfreuliche Einsichten, doch jetzt müssen wir plötzlich diese Meldung verdauen: 2019 wird es kein Jugendwort geben. Die Wahl fällt aus. Klar, mag man sich nun denken, die Jugend hat es in letzter Zeit ja deutlich genug gesagt: Sie hat die Schnauze voll vom Reden. Viel zu lange wurde bloss geschwatzt und nichts gemacht, und angesichts des bevorstehenden Untergangs der Zivilisation gibt es vielleicht halt schlicht und einfach nichts mehr zu sagen. No future, no Jugendwort. Doch die Sache ist viel banaler – oder komplexer, denn an der diesjährigen Stille ist ausnahmsweise die Marktwirtschaft schuld.

Eine russische Attacke?

Seit 2008 hat der Langenscheidt-Verlag den Jugendwortwettbewerb ausgelobt. Jedermann konnte seine Lieblingsausdrücke vorschlagen, und aus den zehn meistgelikten wählte eine Jury dann das Gewinnerwort. Langenscheidt seinerseits benutzte den Anlass, um sein hauseigenes Jugendsprachlexikon zu bewerben, doch am Ende half der ganze Aufwand nichts: Im letzten Februar wurde der kriselnde Verlag von der Klett-Gruppe aufgekauft. Der Name Langenscheidt wird von den neuen Besitzern zwar weitergeführt – nicht aber der Jugendwortwettbewerb, zumindest vorderhand.

Als der Ausfall bekanntwurde, wollte laut Medienberichten ein neuer, nicht namentlich genannter Anbieter in die Bresche springen. Allein, das Vorhaben scheiterte, und zwar an technischen Problemen – offenbar ist die Wort-Voting-Seite gehackt worden. Ob die Russen hinter der Cyberattacke stecken, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden, man muss es aber doch vermuten: Da der amerikanische Präsident mit „trumpeten“ (grosse Versprechen machen) und die deutsche Kanzlerin mit „merkeln“ (nichts tun) bereits über ihre lexikonzertifizierten Jugendwörter verfügen, dürfte der Kreml im Interesse des globalen Mächtegleichgewichts einen eigenen Ausdruck kreiert und über Bots gepusht haben, vermutlich „putinieren“ (auf Bärenjagd gehen).

Kein Interesse an Gammelfleisch

Aber wie dem auch sei, Tatsache bleibt: Wir haben heuer kein offizielles Jugendwort. Das ist auch aus linguistischer Perspektive zu bedauern. Lange haben Experten den Wettbewerb als Marketing-Gag des Verlags abgetan, doch just zu Beginn dieses Jahres hat eine sprachwissenschaftliche Studie die Verbreitung der gekürten Wörter erhoben und Erhellendes bewiesen: Abgesehen von der Gammelfleischparty sind die meisten der letztjährigen Siegerausdrücke bei den 12- bis 26-Jährigen durchaus in Gebrauch. Und dass dieses Alterssegment mit Ü-30-Feiern nichts anzufangen weiss, ist nun wirklich verständlich!

Dafür wissen sich diese Jungen sonst ganz gut zu helfen: Ein ehemaliges Jury-Mitglied hat kurzerhand entschieden, mit einem kleinen Gremium ein „alternatives“ Jugendwort zu küren, gewonnen hat bei ihnen „Ja, moin!“, ein Ausdruck des Erstaunens. Und überhaupt ist vielleicht noch nicht ganz alles verloren, haben wir doch beim Nobelpreis gesehen, dass auf Nullrunden auch neue Anfänge folgen können. Wer weiss, vielleicht wird also 2020 der „Handkekuss“ gewinnen (alte Geste, die heute weitum verstört).

Glosse

„Wort des Jahres“: Das Vermächtnis von Häuptling Doppeladlerauge

Wie kommt es, dass eine Jubelgeste sich in einer linguistisch geprägten Rangliste wiederfindet? Zum erstaunlichen Werdegang eines wahrhaft geflügelten Worts. Urs Bühler 06.12.2018

Wenn die Jugend von heute redet, versteht die Jugend von gestern nur noch Bahnhof

Die Jugendsprache dieser Tage ist doch um vieles einfallsreicher als zu früheren Zeiten. Da redete man ohnehin nicht viel und kam mit den paar deftigen Wörtern gut über die Runden. Paul Jandl 09.05.2019

Ein offizielles „Jugendwort des Jahres 2019“ gibt es in diesem Jahr nicht. Doch es gebe einige Anwärter.

von Lorena Dreusicke
15. November 2019, 06:04 Uhr

Seit 2008 kürte der Langenscheidt-Verlag regelmäßig das „Jugendwort des Jahres“. Dieses Jahr fiel die medienwirksame Wahl allerdings aus. Der Grund: Die Übernahme durch den Pons-Verlag. Welche Begriffe das Zeug zum Jugendwort 2019 gehabt hätten, hat die Redaktion von vergleich.org ermittelt.

Weiterlesen: Kein „I bims“, kein „Yolo“, kein „Jugendwort des Jahres“ mehr

Google-Suchanfragen für 20 nominierte Wörter untersucht

„Für die Auswertung wurden die 20 von Langenscheidt für das ‚Jugendwort des Jahres‘ 2019 nominierten Jugendslang-Begriffe mithilfe von SEO-Tools ausgewertet und so das beliebteste Jugendwort 2019 ermittelt“, erläutert Désirée Rossa von Vergleich.org das Vorgehen. Womöglich ist der Sieger aber auch einfach nur das unbekannteste Jugendwort, dessen Bedeutung die meisten erst googeln mussten.

Wie sehr die „Jugendwörter des Jahres“ tatsächlich der Jugendsprache entsprechen, wird sowieso immer wieder angezweifelt. Unterhaltsam sind sie aber allemal. Die Top-10 der bei Google 2019 meistgesuchten Jugendwörter – und ihre Bedeutung – im Überblick:

Weiterlesen: „Ehrenmann“ Jugendwort 2018: „Kein Verfall der deutschen Sprache“

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Liste mit Jugendwörtern

Was bedeutet Babo?

Babo ist das offizielle Jugendwort des Jahres 2013. Neben diesem für Außenstehende unerklärlichen Begriff haben sich bei Jugendlichen im Netz noch ganz andere Abkürzungen und Ausdrücke angesammelt. Diese werden dabei vor allem mit Hashtags an reguläre Nachrichten gehängt.

Das Wort Babo besitzt etwa die Bedeutung „Anführer“ oder auch „Boss“. Im Kontext wird das Wort somit verwendet, um etwa den „Chef“ einer Gruppe zu bezeichnen. Nicht zuletzt deshalb wird man dieses Wort vielleicht nicht so häufig hören, wie erwartet.

Jugendwörter der vergangenen Jahre

Im Laufe der vergangenen Jahre haben sich noch viele weitere Jugendwörter angesammelt, die kaum ein Erwachsener versteht. Wir haben die wichtigsten Begriffe zusammengefasst und erklären Sie.

Yolo

Diese Abkürzung steht für „You only live once“ (Man lebt nur einmal). Dieser Ausdruck wird gern an Bilder mit spektakulärer Handlung angehängt.

In your face

Diese Phrase wird verwendet, um einer Person zu verdeutlichen, wie falsch sie lag. Vergleichbar mit „Da hast du’s“.

Swag

Eigentlich eine Abkürzung aus der englischen Sprache für „Secretly we are gay“ (Heimlich sind wir schwul). Wird hier aber verwendet, um eine besonders coole und lässige Ausstrahlung zu bezeichnen.

Wayne

Erscheint meist im Satz „Wayne interessierts?“, also „Wen interessiert das?“.

fame

Steht für „toll“ oder „berühmt“. Kann verwendet werden, um einen besonders hervorstechenden Mitschüler zu bezeichnen.

Leider geil

Wird verwendet, wenn eine Situation, Handlung oder das Erscheinungsbild an sich normal sind, aber dennoch besonders „geil“ im Sinne von großartig erscheinen.

Fotobombing

Wird fast ausschließlich im Kontext von Fotos verwendet, auf denen das Bildmotiv (durch eigene) Gesten und Handlungen erheblich gestört wird.

Niveaulimbo

Bezeichnet das ständige Absinken des Niveaus (vergleichbar der Limbo-Stange) unter anderem im deutschen Fernsehen. Wird häufig nach schlechten Ausstrahlungen verwendet.

Hartzen

Steht für „rumhängen“ oder „nichts tun“. Angelehnt an Hartz IV, wobei die Situation von Hartz-IV-Empfängern hier nicht im Fokus steht.

Gammelfleischparty

Bezeichnung für Partys, bei denen vorwiegend Personen über 30 Jahre anwesend sind. Etwa Ü30-Partys in Discotheken oder vergleichbares.

Bildschirmbräune

Meist beleidigend gemeinter Ausdruck für Personen, die soviel Zeit vor PC-Monitoren verbringen, dass Sie dort „gebräunt“ werden.

Unterhopft

Jugendliche die sich selbst als „unterhopft“ bezeichnen, meinen damit, dass sie gegenwärtig noch nicht genug Alkohol getrunken haben.

Hakuna Matata

Bekannt aus dem Zeichentrickfilm „Der König der Löwen“. Die Bedeutung ist gleich: „Mach dir keine Sorgen“.

Yalla!

Ein aus dem arabischen stammendes Wort, welches 2012 auf Platz 2 der Jugendwörter kam. Es bedeutet soviel wie „Beeil dich!“.

Wulffen

In Anspielung an den ehemaligen Bundespräsidenten wird damit das Vollsprechen einer Mailbox aber auch das Leben auf Kosten von Dritten bezeichnet.

Fail

Wird benutzt, um einen „Fehlschlag“ spöttisch zu betonen.

Epic Fail

Steigerung eines Fehlschlags, wenn dieser „epische“ Ausmaße erreicht.

Bitchmove

Bezeichnet eine hinterhältige Aktion.

LOL

Englische Abkürzung für „laughing out loud“. Also laut loslachen. Wird bei witzigen Nachrichten, Bildern oder Videos verwendet.

kp

Kürzel für „Kein Plan“. Wird genutzt, wenn die Person etwas nicht weiß.

lw

Abküzung für „langweilig“.

FU!

Abkürzung für „Fuck You!“. Verwendung meist im negativen Kontext.

Sis

Einfache Abkürzung für Schwester oder eine enge Freundin.

2019 gibt es kein „Jugendwort des Jahres“

2019 wird kein „Jugendwort des Jahres“ gewählt. (Peter Kneffel / dpa)

Es ist das Ende einer kleinen Ära. Unter anderem nach der Kür von „Babo“, „Smombie“, „Yolo“, „I bims“ und zuletzt im vergangenen Jahr „Ehrenmann / Ehrenfrau“ fällt die Wahl zum „Jugendwort des Jahres“ in diesem Jahr aus. Das bestätigt der Leiter des Pons-Verlags, Erhard Schmidt, der Deutschen Presse-Agentur.

Ob es sich um ein endgültiges Aus für die stets medienwirksam inszenierte Wahl oder nur um eine Pause handelt, „wird noch entschieden“, sagt er. Das Jugendwort, diese umstrittene wie belächelte kleine Institution in der deutschen Sprache, es gibt sie nicht mehr – zumindest vorerst.

Umwälzung der Verlagslandschaft

Hintergrund ist eine grundlegende Umwälzung in der Verlagslandschaft. Jahrelang hatte der Langenscheidt-Verlag in München das Jugendwort gesucht, um damit Werbung zu machen für sein Lexikon „100 Prozent Jugendsprache“. Eine Jury kürte Wortneuschöpfungen wie „Smombie“, ein Kunstwort aus Smartphone und Zombie, den Satz „Läuft bei dir“, „Babo“, was so viel bedeutet wie Boss, und „Yolo“ für „You only live once“ – man lebt nur einmal.

In diesem Frühjahr aber hatte die Konkurrenz, der zur Klett-Gruppe gehörende Pons-Verlag in Stuttgart, die Marke Langenscheidt und die zugehörigen Produkte übernommen. „Der Deal kam für das Produkt zu einem ungünstigen Zeitpunkt“, sagt Pons-Chef Schmidt. Der Zustand des Lexikons „war nicht so, dass wir das Produkt in diesem Jahr in einem vernünftigen Zustand zu Ende führen konnten“. Und darum fällt jetzt eben auch die Werbung dafür aus.

Richtig tragisch sei das nicht, meint Annette Trabold, die Sprecherin des Leibniz-Institutes für deutsche Sprache (IDS) in Mannheim. „Diese Jugendwörter waren ja nicht ganz einwandfrei statistisch belegt. Da waren Modeerscheinungen und Eintagsfliegen dabei.“ Das IDS erfasst seit Jahren Wortneuschöpfungen in einem Neologismenwörterbuch. „Die Auswahl des Jugendwortes hat unseren Ansprüchen nicht genügt.“ Allerdings – und das betont sie – sei es immer schade, wenn ein Anlass abhanden kommt, über Sprache nachzudenken, über Sprache zu diskutieren.

Esperte: Hat herrlich zu Diskussionen angeregt

Ähnlich sieht das auch der Sprachwissenschaftler Nils Uwe Bahlo, der an der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) in Münster zur Sprache der Jugend forscht: „Die Wahl zum Jugendwort hat zum Nachdenken über Sprache angeregt. Auch wenn es sicherlich unwissenschaftlich war, hat es doch so herrlich kontrovers zu Diskussionen um und über Sprache angeregt.“

Mehr zum Thema Sprache „Ehrenmann“ und „Ehrenfrau“ sind Jugendwörter des Jahres

„I bims“, „Yolo“, „Smombie“ – das Jugendwort des Jahres hat oft Kopfschütteln verursacht. Dieses …

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Denn diskutiert wurde viel über das Jugendwort. War es nun die „Gammelfleischparty“, eine wenig schmeichelhafte Bezeichnung für eine Ü-30-Party und 2008 das erste gekürte Jugendwort überhaupt, oder 2016 „Fly sein“. Der Ausdruck kommt aus der Hip-Hop-Sprache und soll so viel bedeuten wie: Jemand oder etwas „geht besonders ab“. Die Reaktionen immer wieder: Gibt es wirklich junge Leute, die so reden? Und sind die wirklich jung?

„Jugendsprachen sind wie jeher stilistische Modeerscheinungen, die von Gruppe zu Gruppe variieren können“, sagt Bahlo. „Allen gemein ist die Grundlage: die deutsche Sprache.“

Medienberichten zufolge hatte sich zwischenzeitlich ein anderer Anbieter gefunden, der die Jugendwort-Wahl in einem reinen Online-Voting fortführen wollte. Nachdem die Seite gehackt wurde, habe er aber Abstand von der Idee genommen. Sie ist inzwischen nicht mehr online. Pons war nach Angaben Schmidts an der neuen Wahl-Aktion nicht beteiligt. Die Ermittlung eines Jugendwortes sei aber nicht geschützt. „Daher können wir so eine Aktion auch nicht verbieten. Diese Aussage haben wir auch gegenüber der Firma gemacht, die diese Aktion durchgeführt hat“.

Sprachwissenschaftler Bahlo wäre – im Sinne der Diskussion – „sehr dafür“, die Wahl wieder auflegen zu lassen. Auch, weil dann sein ganz persönlicher Favorit womöglich noch eine Chance auf den Titel hätte: der türkische Ausdruck Çüş, der so viel bedeutet wie „Oha“ oder „Boah“ und fast klingt wie das deutsche „Tschüss“. Doch jetzt heißt es erst mal: Tschüss, Jugendwort! (dpa)

„Cringe“ ist das meistgegoogelte Jugendwort 2019

Die Wahl zum „Jugendwort des Jahres“ fällt in diesem Jahr aus. Stattdessen hat ein Vergleichsportal ausgewertet, welches Jugendwort in Suchmaschinen am meisten gesucht wird.

„Ehrenmann“, „I bims“, „Babo“, „yolo“: Solche und ähnliche Ausdrücke sind in der Vergangenheit vom Langenscheidt-Verlag zum „Jugendwort des Jahres“ gekürt worden. Durch die Aktion sollte für ein Jugendsprache-Lexikon geworben werden. Nach der Übernahme des Verlages durch Pons wird es in diesem Jahr kein solches Lexikon geben – und damit fällt auch die Wahl zum Jugendwort aus.

Stattdessen hat nun das Test- und Vergleichsportal „vergleich.org“ das Jugendwort ermittelt, das am häufigsten über die Suchmaschine Google gesucht worden ist. Hierfür wertete das Unternehmen mithilfe von SEO-Tools die 20 Begriffe aus, die Langenscheidt für das „Jugendwort des Jahres 2019“ bereits nominiert hatte.

Das Portal kürte „Cringe“ zum „beliebtesten“ Jugendwort, da dieses fast 77.000 Suchanfragen pro Monat für sich verbuchte.

Top Ten: Die meistgegoogelten Jugendwörter 2019

Alternatives Jugendwort des Jahres 2019: Ein Verbraucherportal hat das Jugendwort bestimmt, das am häufigsten bei Google gesucht wurde. (Quelle: vergleich.org)

Platz 1: „Cringe“ (77.000 Suchanfragen)

Der Ausdruck stammt aus dem Englischen und wird verwendet, wenn sich jemand fremdschämt, wenn also etwas peinlich ist. Ins Deutsche übersetzt heißt „cringe“ eigentlich zusammenzucken. Mit fast 77.000 Anfragen bei Google pro Monat führt das Wort die Liste der meistgesuchten Jugendwörter an. Im Netz werden alle möglichen Dinge gesucht, die „cringe“ sein können, etwa „cringe songs“ oder „cringe moments“.

Platz 2: „Habibi“ (72.000 Suchanfragen)

Mit knapp 72.000 Suchanfragen landet „Habibi“ auf Platz 2. Der Begriff stammt aus dem Arabischen und bedeutet „Schatz“ oder „Liebling“. Das Wort wird auch viel im Deutschrap verwendet, etwa in den Songs „Yalla Habibi“ von Apo Red, „Yallah Habibi“ von DJ Antoine, Sido und Moe Phoenix oder „Habibi“ von Nura.

Platz 3: „Alman“ (40.500 Suchanfragen)

Das Wort bezeichnet einen Menschen, der ein dem deutschen Klischee entsprechendes Verhalten an den Tag legt – der also zum Beispiel Wert auf Pünktlichkeit und Fleiß legt. Das Wort wurde rund 40.500 Mal pro Monat gesucht.

Platz 4: „Kek“ (20.500 Suchanfragen)

„Kek“ stammt ursprünglich aus dem Onlinerollenspiel „World of Warcraft“; im Internet steht der Ausdruck meist als Alternative zu LOL (laughing out loud). Im Hip Hop wird „Kek“ hingegen abwertend für einen Verlierertypen, einen Möchtegern verwendet. Das Wort verbuchte monatlich 20.500 Suchanfragen für sich.

Platz 5: „Bratan“ (19.380 Suchanfragen)

„Bratan“ leitet sich von dem russischen Wort „brat“ für Bruder ab. Verwendet wird Bratan als Jugendwort meist für einen engen Kumpel, ähnlich wie „Digger“ oder „Bro“. Popularität gewann das Wort durch den Rapper Capital Bra.

Platz 6: „Gönnjamin“ (17.020 Suchanfragen)

Ein „Gönnjamin“ ist jemand, der sich Luxus gönnt. Es handelt sich um ein Kofferwort aus „Gönnung“ und „Benjamin“. Auch dieses Wort hat seine Bekanntheit einem Rapper zu verdanken: Rapper Kollegah hat sogar eine eigene Modelinie mit diesem Namen.

Platz 7: „Hustlen“ (10.200 Suchanfragen)

Der Begriff „hustlen“ steht für „hart arbeiten“, „sich für (finanziellen) Erfolg anstrengen“.

Platz 8: „Ehre genommen“ (7.560 Suchanfragen)

Wenn jemandem die „Ehre genommen“ wurde, hat sich diese Person demütigen lassen. Der Ausdruck stammt aus dem Videospiel-Kontext.

Platz 9: „Cornern“ (5.400 Suchanfragen)

Hinter „cornern“ verbirgt sich das Herumhängen und Trinken an einer Straßenecke.

Platz 10: „Tschuligom“ (4.640 Suchanfragen)

Das Wort ist eine bewusste verwurschtelte Schreibweise von „Entschuldigung“. Der Ausdruck geht auf eine orthografisch nicht so ganz korrekte Ebay-Kleinanzeige zurück.

  • Nachfolger von „I bim’s“: Das war das Jugendwort des Jahres 2018
  • „Was ist das für 1 Life?“: Kleines Wörterbuch der Jugendsprache
  • Klimawandel prägte Wort: Das war das Wort des Jahres 2018

Jugendwort des Jahres: Gewinner 2008 bis 2018
2018 Ehrenmann/Ehrenfrau: jemand, der etwas Besonderes für jemanden tut
2017 i bims: ich bin’s
2016 fly sein: abgehen
2015 Smombie: Smartphone + Zombie = Smombie
2014 Läuft bei dir: alles perfekt (kann ironisch sein)
2013 Babo: Anführer, Chef
2012 Yolo: You Only Live Once, „Sei’s drum“
2011 Swag: coole Ausstrahlung
2010 Niveaulimbo: ständiges Absinken des Niveaus
2009 hartzen: auf der faulen Haut liegen
2008 Gammelfleischparty: Ü30-Party

Das „Jugendwort des Jahres“ wurde seit 2008 jährlich von einer Jury aus unter anderem Sprachwissenschaftlern, Journalisten und Jugendlichen bestimmt. Dabei wurde oft diskutiert, ob das gewählte Wort wirklich dem Sprachgebrauch von Jugendlichen entspricht. Ob es 2020 wieder ein „Jugendwort des Jahres“ vom Langenscheidt-Verlag geben wird, ist unklar.

Stuttgart – Der Versuch, die Jugend zu verstehen, hat zuverlässig für Schmunzeln und Staunen gesorgt – dieses Jahr fällt er aus.

Elf Jahre nach dem berühmten „Gammelfleisch“-Begriff (erstes „Jugendwort des Jahres“, 2008) wird in diesem Jahr keine Wort-Wahl stattfinden. Das teilte Erhard Schmidt, Leiter des PONS-Verlages, am Donnerstag mit. Ob es sich um ein endgültiges Ende der Trend-Wahl handelt oder nur um eine vorübergehende Pause, wird laut Schmidt noch entschieden.

Grund für den Ausfall ist die Übernahme des Langenscheidt-Verlags durch PONS im April diesen Jahres. Der Münchener Verlag hatte in der Vergangenheit mit der Suche nach dem „Jugendwort des Jahres“ medienwirksam Werbung für sein Lexikon „100 Prozent Jugendsprache“ gemacht. Eine Jury aus Schülern, Studenten und Sprachwissenschaftlern kürte die Wortneuschöpfungen der Jugend, zuletzt „Ehrenmann/Ehrenfrau“ in 2018.

Lesen Sie auch

  • Jugendwort des jahres 2018 Sind Sie ein „Ehrenmann“ oder eine „Ehrenfrau“?

    Das Jugendwort des Jahres 2018 ist gewählt. Es ist „Ehrenmann“/„Ehrenfrau“. Bedeutet: jemand, der etwas Besonderes für dich tut.

  • Jury hat sich entschieden „Fly Sein“ ist das Jugendwort des Jahres

    „Fly Sein“ hat sich gegen Vollpfostenantenne und Bambusleitung durchgesetzt. Es soll so viel bedeuten wie „besonders abgehen“.

Damit ist vorerst Schluss, denn ein diesjähriges „100 Prozent Jugendsprache“-Lexikon wird nicht erscheinen, sagt PONS-Leiter Schmidt: „Der Deal kam für das Produkt zu einem ungünstigen Zeitpunkt.“ Der Zustand des Lexikons „war nicht so, dass wir das Produkt in diesem Jahr in einem vernünftigen Zustand zu Ende führen konnten“. Daher braucht es auch keine Jugendwort-Werbung.

Auszug aus dem Wörterbuch „100 Prozent Jugendsprache“ Foto: Matthias Balk / dpa

Zwischenzeitlich wollte ein anderer Anbieter die Wahl als Online-Voting im Internet durchführen, unabhängig von PONS. Die Seite wurde aber gehackt, ist mittlerweile nicht mehr online.

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Grundsätzlich gilt: Die Aktion „Jugendwort des Jahres“ ist nicht geschützt, die Wahl durch andere Organisationen nicht verboten. Aktuell gibt es aber keinen/keine „Ehrenmann/Ehrenfrau“, der/die das „Jugendwort des Jahres 2019“ rettet.

Die Jugendwörter der vergangenen zehn Jahre

  • 2018: „Ehrenmann/Ehrenfrau“, bezeichnet jemanden, der etwas Besonderes für einen anderen Menschen tut.
  • 2017: „I bims“, bedeutet „Ich bin“ oder „Ich bin’s“ und ist ein Sprachphänomen aus den sozialen Medien.
  • 2016: „Fly sein“, ein Ausdruck aus der Hip-Hop-Sprache. Er bedeutet jemand oder etwas ist besonders lässig und/oder cool und gut drauf.
  • 2015: „Smombie“, ein zusammengesetztes Wort aus Smartphone und Zombie. Es bezeichnet jemanden, der von seiner Umwelt nichts mehr mitbekommt, weil er nur noch auf sein Smartphone starrt.
  • 2014: Mit „Läuft bei dir“ wurde erstmals ein Satz zum „Jugendwort“ gekürt. Er beschreibt eine gute oder coole Nachricht oder Situation, bedeutet auch „Du hast es drauf“.
  • 2013: „Babo“, ein Synonym für einen Boss oder Anführer. Es erinnert an den türkischen Begriff Baba (Vater).
  • 2012: „Yolo“ ist Akronym und steht für „You only live once“ („Du lebst nur einmal“) – eine Aufforderung, alle Chancen und Möglichkeiten zu nutzen.
  • 2011: „Swag“, ein US-amerikanischer Ausdruck der eine beneidenswerte, lässig-coole Ausstrahlung“ oder eine „charismatisch-positive Aura“. Wörtlich übersetzt bedeutet „to swagger“ stolzieren, prahlen oder schwadronieren, und „swaggerer“ heißt Aufschneider oder Angeber.
  • 2010: „Niveaulimbo“ steht für das Absinken des Niveaus, zum Beispiel im Fernsehprogramm, bei Partys oder in Gesprächen.
  • 2009: „hartzen“ ist ein an Hartz IV angelehntes Wort und steht für herumhängen oder arbeitslos sein.
  • 2008: „Gammelfleischparty“ war das erste gewählte Jugendwort. Es bezeichnet eine Ü-30-Party.

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