Jugendschutzgesetz 14 jährige

Inhalte

wie lange darf ich mit 14 draußen bleiben?

Schwachsinn, es gibt keine nächtliche Ausgangssperre für Jugendliche. Hier einmal ein Zitat aus einem Rechtsirrtürmer Buch: ,, Es ist gut und richtig, dass 12-Jährige nachts zu Hause im Bett liegen und schlafen, anstatt sich auf der Straße herumzutreiben. Es ist auch richtig, dass die Eltern als Erziehungsberechtigte hierauf achtgeben. Falsch ist allerdings die Begründung, die Kindern und Jugendlichen häufig für das nächtliche Ausgehverbot präsentiert wird: Nach 22 bzw. 24 Uhr sei es Kindern und Jugendlichen gesetzlich gar nicht mehr erlaubt, ohne Begleitung einer Aufsichtsperson aus dem Haus zu gehen. Tatsache ist jedoch: Kinder und Jugendliche dürfen viel mehr, als die meisten Eltern wissen (oder wissen wollen). So gibt es auch keine gesetzliche Ausgangssperre für Kinder und Jugendliche nach 22 oder 24 Uhr. Sie dürfen also auch nachts auf der Straße herumlaufen. Verboten ist lediglich der Aufenthalt an bestimmten jugendgefährdenden Orten wie Kneipen oder Clubs. Was genau dürfen sie also? Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren dürfen sich zwischen 5 Uhr und 23 Uhr ohne Aufsicht in Gaststätten aufhalten, wenn sie dort etwas essen oder trinken wollen. Allerdings dürfen sie nur so lange bleiben, wie sie zu Hause für die Mahlzeit oder das Getränk gebraucht hätten. Nach etwa einer Stunde müssen sie also wieder gehen. 16- und 17-Jährige dürfen dagegen bis 24 Uhr bleiben und müssen nach einem Getränk oder einer Mahlzeit auch nicht schon wieder gehen. Von diesen Regelungen gibt es eine Ausnahme, die kaum jemand kennt: Für Kinder und Jugendliche, die sich auf Reisen befinden, gelten alle diese Beschränkungen nicht. Sie dürfen also auch mitten in der Nacht ohne Begleitung einer Aufsichtsperson in Kneipen herumlungern. Und was ist unter einer Reise zu verstehen? Die „Durchführungshinweise zum Jugendschutzgesetz in Nordrhein-Westfalen“ wissen es ganz genau. Sie gelten sinngemäß auch in den anderen Bundesländern: „Eine Reise im Sinne des § 4 Abs. 2 ist die nicht nur unerhebliche Fortbewegung von der Wohnung.“ 15-Jährige, die sich „nicht nur unerheblich“ von der Wohnung fortbewegen, dürfen sich also die Nacht in Kneipen um die Ohren schlagen. Und es kommt noch „besser“: Unter einer Reise ist nicht nur die erste Mofa- Tour mit Rucksack und Zelt zu verstehen, sondern sogar der Schulweg! Den Gastwirten wird in den oben zitierten Durchführungshinweisen auch ein Tipp an die Hand gegeben, worauf sie achten müssen, wenn JugendlWeg zur Schule und hätten gerne ein Pils: „Bei Kontrollen muss es unter Betrachtung der Umstände und des persönlichen Verhaltens glaubhaft sein, dass sich die Person auf Reisen befindet (z.B. Mitführen von Reisegepäck oder Schultasche. Besitz einer Fahrkarte).“ Also, liebe Kinder: Wenn der Wirt Euch das nächste Mal nachts aus der Kneipe schmeißen will, dann zeigt ihm einfach Euren Schulranzen und eine Fahrkarte und erklärt ihm, dass Ihr auf dem Weg in die weit entfernte Schule seid. Oder Ihr habt einen Rucksack dabei und erzählt, dass Ihr das erste Mal ohne Eure Eltern Urlaub macht. Natürlich müssen diese Geschichten aber auch stimmen! Wenn der Wirt sie Euch abnimmt, bekommt er keine Probleme, falls seine Kneipe gerade in dieser Nacht kontrolliert wird. Wenn die „Reise-Ausnahme“ nicht greift, muss ein Erziehungsbeauftragter her, der die Kinder und Jugendlichen begleitet. Aufsichtsperson kann prinzipiell jeder über 18 Jahren sein, dem die Eltern auferlegen, dass er sich in dieser Nacht um die Kinder und Jugendlichen kümmern und auf die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen achten soll. Wenn es in einer Gruppe 16- bis 19-jähriger Jugendlicher also einen Volljährigen gibt, der Lust hat, „Mama für eine Nacht“ zu spielen,“ u.s.w Also es ist ein Irrtum

Für wen gelten Jugendschutzgesetze?
Kinder (bis 14 Jahre)
Jugendliche (ab 14 Jahre, aber noch keine 18 Jahre)

Ausgehen

Wie lange ein Kind oder Jugendlicher abends rausgehen darf, wie lange es auf der Straße spielen darf, ob es bei der Freundin/ dem Freund übernachten darf usw., wird nicht vom Gesetz geregelt, sondern muss zwischen Eltern und Kind verhandelt oder von den Eltern bestimmt werden.
Wenn sich das Kind aber in der Öffentlichkeit aufhalten will, gilt:
Nachtbars, Nachtclubs und Spielhallen sind für Kinder und Jugendliche tabu, also verboten!
Für den Aufenthalt in Gaststätten (= Restaurants, Cafes, Hotels, Imbissstuben, Vereins- und Sportgaststätten sowie Bierzelte) gilt:
Unter 16 Jahren nur in Begleitung oder um dort zwischen 5 und 23 Uhr etwas zu trinken oder zu essen.
Mit 16 Jahren darf man auch alleine in Gaststätten gehen, sich dort allerdings nicht nach 24 Uhr aufhalten. Ab 5 Uhr morgens ist es wieder erlaubt.
Die Regeln gelten nicht, wenn man auf Reisen ist oder eine Veranstaltung von einem anerkannten Träger der Jugendhilfe organisiert worden ist.
Wer ein Träger der Jugendhilfe ist, steht hier: Träger der Jugendhilfe (BLJA)
Für den Besuch von Diskotheken, Tanzveranstaltungen (Achtung: gilt nicht für Musikkonzerte!) gilt:
Unter 16 Jahren: ohne Begleitung gar nicht erlaubt
Ab 16 Jahren: ohne Begleitung nicht länger als bis 24 Uhr
Bei Veranstaltungen der Jugendhilfe oder solchen, die zum Brauchtum gehören:
Kinder (bis 14 Jahre): bis 22 Uhr
Jugendliche unter 16 Jahre: bis 24 Uhr
Sind die Eltern dabei oder eine vergleichbare Begleitung, gelten die Regeln und zeitlichen Begrenzungen nicht.
Was heißt Begleitung?
1.) Eltern (oder Erziehungsberechtigte)
2.) Person ab 18 Jahren, die nach Vereinbarung die Aufsichtspflicht vorübergehend wahrnimmt, Beispiele: Jugendleiter/innen, Erzieher/innen, Verwandte etc.
Zusammenfassung:

Bis 14 (Kinder) Jugendliche unter 16 Jugendliche ab 16 und unter 18
Ausgang generell (privat, bei Freunden etc.) Entscheidung liegt bei den Eltern Entscheidung liegt bei den Eltern Entscheidung liegt bei den Eltern
Aufenthalt in der Öffentlichkeit, also in Gaststätten etc. (Ausnahmen besondere Veranstaltungen, zum Beispiel von der Jugendhilfe) Mit Begleitung oder zum Essen oder Trinken (nicht zwischen 23 Uhr und 5 Uhr) Mit Begleitung oder zum Essen oder trinken (nicht zwischen 23 Uhr und 5 Uhr) Ohne Begleitung nur bis 24 Uhr
Diskotheken, Tanzveranstaltungen etc. Ohne Begleitung gar nicht Ohne Begleitung gar nicht Ohne Begleitung bis 24 Uhr
Veranstaltungen der Jugendhilfe, des Brauchtums etc. Bis 22 Uhr Bis 24 Uhr Unbegrenzt

Quellen:
Gesetzestext:
BMFSFJ

Die Beschäftigung von Kindern (unter 15 Jahren) ist grundsätzlich verboten. Die Kinder bzw. Jugendlichen dürfen aber in begrenztem Rahmen tätig werden.
Kinder über 13 Jahren dürfen zum Beispiel:
In Haus und Garten arbeiten, Botengänge erledigen, Nachhilfe geben, Haustiere betreuen, Einkaufstätigkeiten (keinen Alkohol oder Tabakwaren!), Zeitungen oder Werbematerial austragen etc.
Voraussetzungen dazu:

  • Zustimmung der Eltern
  • Leichte und für Kinder geeignete Arbeit
  • Höchstens zwei Stunden (bzw. drei Stunden auf dem Bauernhof) täglich
  • Nicht vor acht Uhr und nicht nach 18 Uhr
  • Nicht vor oder während des Schulunterrichts
  • Nicht an mehr als 5 Tagen in der Woche

Ferienarbeit:
Jugendliche (15 Jahre alt, vollzeitschulpflichtig):

  • Höchstens vier Kalenderwochen im Jahr
  • Beschäftigung nur zwischen 6 Uhr und 20 Uhr
  • Arbeitszeit: nicht mehr als 8 Stunden täglich, maximal 40 Stunden in der Woche
  • Ruhepausen: spätestens nach 4,5 Stunden die erste Pause (wenn Arbeitszeit zwischen 4,5 und 6 Stunden: mind.: 30 Minuten Pause; mehr als 6 Stunden Arbeitszeit: mindestens 60 Minuten Pause)

Jugendliche ab 16 Jahren und unter 18 Jahren dürfen außerdem arbeiten:

  • in Gaststätten und Schaustellergewerbe bis 22 Uhr
  • in mehrschichtigen Betrieben bis 23 Uhr
  • in der Landwirtschaft ab 5 Uhr und bis 21 Uhr
  • in Bäckereien ab 5 Uhr

Beschäftigungsbeschränkungen:

  • nicht arbeiten dürfen Jugendliche an Samstagen, Sonn- und Feiertagen.

Ausnahmen:
Krankenanstalten, in der Landwirtschaft, im Familienhaushalt, im Gaststättengewerbe etc.
An Samstagen auch in:

  • offenen Verkaufsstellen, Bäckereien etc.
  • im Friseurhandwerk
  • im Verkehrswesen etc.

absolutes Beschäftigungsverbot:
am 24. und 31. Dezember nach 14 Uhr, am ersten Weihnachtstag, an Neujahr, am ersten Osterfeiertag und am 1. Mai
Berufsschule und Prüfungen:
Für den Berufsschulunterricht und für die Teilnahme am Unterricht muss der Jugendliche von der Arbeit freigestellt werden.
Nicht beschäftigt werden dürfen Jugendliche:

  • vor einem vor 9 Uhr beginnenden Unterricht
  • am Arbeitstag vor der schriftlichem Abschlussprüfung
    (Die Teilnahme am Unterricht wird auf die Arbeitszeit angerechnet)

Was? Wann? Wie lange? Zu beachten:
Kinder (13-14) Nur leichte Tätigkeiten Nicht vor acht Uhr und nicht nach 18 Uhr Max. 2 Stunden täglich (Ausnahme Bauernhof: 3 Stunden) Zustimmung der Eltern
Jugendliche ab 15 (vollzeit-
schulpflichtig)
Ferienarbeit (vier Kalender-
wochen)
Beschäftigung nur zwischen 6 Uhr und 20 Uhr nicht mehr als 8 Stunden täglich, maximal 40 Stunden in der Woche Feste Pausen, nicht an Samstagen, Sonn- und Feiertagen
Jugendliche ab 16 Jahren Tätigkeiten, die nicht gefährlich oder gesundheits-
schädlich sind
Beschäftigung – bis auf Ausnahmen – nur zwischen 6 Uhr und 20 Uhr nicht mehr als 8 Stunden täglich, maximal 40 Stunden in der Woche
Berufsschüler Tätigkeiten, die nicht gefährlich oder gesundheits-
schädlich sind
Beschäftigung – bis auf Ausnahmen – nur zwischen 6 Uhr und 20 Uhr nicht mehr als 8 Stunden täglich, maximal 40 Stunden in der Woche vor einem vor 9 Uhr beginnenden Unterricht;am Arbeitstag vor der schriftlichem Abschluss-
prüfung

Ausgehzeiten

Wie lange darf ich abends ausbleiben? Diese Frage beschäftigt Jugendliche natürlich sehr, ihre Eltern fast noch mehr. Die einen müssen um zehn oder elf Uhr schon zuhause sein, während andere noch bis nach Mitternacht unterwegs sein dürfen – klingt zunächst ziemlich unfair. Doch was genau sagt eigentlich das Gesetz dazu?

Die Ausgehzeiten für Kinder und Jugendliche werden in den jeweiligen Jugend(schutz)gesetzen der Länder geregelt, die seit 01.01.2019 einheitlich* sind. Grundsätzlich richten sich die Ausgehzeiten nach bestimmten Altersgrenzen. Daneben gibt es auch Ausnahmebestimmungen für das Überziehen der festgelegten Zeiten, etwa wenn ein rechtfertigender Grund (wie z.B. ein längerer Heimweg) vorliegt oder man von einer Begleit- bzw. Aufsichtsperson begleitet wird.

Aufsichts- bzw. Begleitperson können in der Regel (je nach betreffendem Landesgesetz) die Erziehungsberechtigten selbst oder andere, volljährige Personen sein, denen die Aufsicht von den Erziehungsberechtigten übertragen wurde bzw. die beruflich die Aufsicht über junge Menschen ausüben. Das können unter anderem Verwandte, Freunde der Familie, Lehrer, Sporttrainer oder Betreuer von Jugendorganisationen sein, in deren Beisein Jugendliche dann länger ausbleiben dürfen als alleine.
In Oberösterreich wird zum Teil das Mitführen einer schriftlichen Einverständniserklärung der Eltern für Aufsichts-/Begleitpersonen zwingend vorgeschrieben, in der Steiermark müssen Aufsichtspersonen glaubhaft machen, dass ihnen die Aufsicht übertragen wurde. Aber auch in den anderen Bundesländern ist es ratsam eine solche Bestätigung gegebenenfalls dabei zu haben, um Missverständnissen vorzubeugen und Situationen schneller aufzuklären. Weiters sehen die Jugendgesetze in Oberösterreich und der Steiermark auch vor, dass Jugendliche selbst in Begleitung von Aufsichtspersonen nur dann länger ausbleiben dürfen, solange dies zu keiner Gefährdung im Sinne des Jugendschutzes führt.

Neben den verschiedenen Höchstgrenzen für die Ausgehzeiten in den Jugend(schutz)gesetzen der Länder ist aber zu beachten, dass die Erziehungsberechtigten in jedem Fall das sogenannte „Aufenthaltsbestimmungsrecht“ bis zur Volljährigkeit der Kinder haben: Konkret heißt das, dass Eltern kürzere Ausgehzeiten bestimmen dürfen als die in den Jugendschutzbestimmungen vorgesehenen – nicht aber längere, denn die festgelegten Zeitgrenzen sind nach oben hin auch für die Erziehungsberechtigten bindend!

Hier sind die Ausgehzeiten im Detail:

  • Unter 14 Jahren von 5 bis 23 Uhr* und darüber hinaus nur mit einer Begleit- bzw. Aufsichtsperson oder wenn ein rechtfertigender Grund (z.B. längerer Heimweg) vorliegt. Zwischen 14 und 16 Jahren von 5 bis 1 Uhr früh und darüber hinaus nur mit einer Begleit- bzw. Aufsichtsperson oder wenn ein rechtfertigender Grund (z.B. längerer Heimweg) vorliegt
  • Ab 16 Jahren unbegrenzt

* Ausnahme: In Oberösterreich dürfen unter 14 Jährige weiterhin nur bis maximal 22 Uhr ausbleiben, Salzburg setzt die einheitlichen Ausgehzeiten erst im Laufe von 2019 um.

Jugendschutzgesetz in Deutschland: Ausgehzeiten, Medienkonsum, Alkohol & Tabak

Das Jugendschutzgesetz legt Altersgrenzen fürs Ausgehen sowie für den Alkohol-, Tabak- und Medienkonsum fest

Die meisten Eltern kennen die Diskussion: Wie lange sind abends die Ausgehzeiten der Sprösslinge? Dürfen sie rauchen oder sich in der Bar ein Bier bestellen? Was Kindern und Jugendlichen erlaubt ist und was nicht, bestimmen nicht nur die Eltern: Der Staat hat verschiedene Gesetze zum Jugendschutz erlassen.

Sowohl Kinder unter 14 Jahren als auch Jugendliche bis zum 18. Geburtstag möchte der Gesetzgeber vor Gefährdungen in der Öffentlichkeit schützen. Das Jugendschutzgesetz (JuSchG) reguliert daher zum Beispiel die Altersfreigabe von Medien, wie lange Jugendliche in Deutschland ausgehen und ab wann sie alkoholische Getränke oder Tabakwaren zu sich nehmen dürfen. Auch die Teilnahme an Glücksspielen ist geregelt.

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Ausgehzeiten nach dem Jugendschutzgesetz: Wie lange dürfen Jugendliche in die Disco?

Jugendliche unter 16 Jahren dürfen Gaststätten und Tanzveranstaltungen wie Clubs und Discos nur in Begleitung von Erziehungsberechtigten besuchen oder wenn sie in der Zeit zwischen 5:00 Uhr und 23:00 Uhr eine Mahlzeit oder ein Getränk konsumieren. Jugendliche ab 16 Jahren können ohne erwachsene Begleitung von 5:00 Uhr morgens bis Mitternacht bleiben. Nach Mitternacht ist der Besuch von Gaststätten und Tanzveranstaltungen ohne Begleitung nur noch jungen Erwachsenen ab 18 Jahren erlaubt. Ausnahmen von diesen Regeln gelten für Veranstaltungen eines anerkannten Trägers der Jugendhilfe. Sind Jugendliche auf Reisen, können sie zudem Wartezeiten in einer Gaststätte überbrücken (§ 4 und § 5 JuSchG).

Zum Schutz von Kindern und Jugendlichen – Das Jugendschutzgesetz regelt Ausgehzeiten, Tabak-, Alkohol- und Medienkonsum. (Foto: Carlos G./photocase.de)

Nachtbars und Nachtclubs dürfen grundsätzlich nur volljährige Besucher einlassen. Gleiches gilt für öffentliche Spielhallen. Jugendliche dürfen auch nicht an Geldspielautomaten spielen, wie sie zum Beispiel in Imbissen oder Gaststätten aufgestellt werden. Auf Volksfesten, Schützenfesten oder Jahrmärkten können Kinder und Jugendliche allerdings Lose kaufen oder an Gewinnspielen mit Gewinnen von geringem Wert teilnehmen (§ 6 JuSchG). Lotto spielen ist dagegen erst ab 18 Jahren erlaubt. Der Zutritt zu Spielbanken ist in Deutschland nur Volljährigen erlaubt, in Bayern und Baden-Württemberg sogar erst mit 21 Jahren.

Halten sich Kinder und Jugendliche an öffentlichen Orten auf, die eine Gefährdung für ihre seelische oder körperliche Unversehrtheit darstellen – beispielsweise Rotlichtbezirke oder bekannte Drogenumschlagplätze – hat laut § 8 JuSchG die zuständige Behörde die zur Abwendung der Gefahr erforderlichen Maßnahmen zu treffen. Das bedeutet: Dafür zu sorgen, dass das Kind oder der Jugendliche diesen Ort verlässt und einem Erziehungsberechtigten im Sinne des § 7 Abs. 1 Nr. 6 des Achten Buches Sozialgesetzbuch zuzuführen („…Personensorgeberechtigte und jede sonstige Person über 18 Jahre, soweit sie auf Grund einer Vereinbarung mit dem Personensorgeberechtigten nicht nur vorübergehend und nicht nur für einzelne Verrichtungen Aufgaben der Personensorge wahrnimmt“).

Alkohol: Bier, Wein und Sekt sind nach dem Jugendschutzgesetz ab 16 Jahren erlaubt

Das Jugendschutzgesetz erlaubt die Abgabe von Bier, Wein, Sekt und deren Mischgetränken an Jugendliche ab 16 Jahren. In Begleitung von Erziehungsberechtigten dürfen auch Jugendliche ab 14 Jahren Getränke mit geringem Alkoholgehalt zu sich nehmen. Branntweinhaltige alkoholische Getränke dürfen Händler und Gastwirte dagegen nur an Volljährige abgeben (§ 9 JuSchG).

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Händler, Gastronomen und Clubbetreiber müssen das Alter ihrer Kunden und Gäste überprüfen. Gastwirte sowie Party-Veranstalter sind zudem verpflichtet, in ihren Räumlichkeiten gut sichtbar einen Jugendschutzgesetz-Aushang anzubringen, der alle Gäste über die aktuellen Jugendschutzbestimmungen informiert.

Rauchen: Tabakwaren erlaubt das Jugendschutzgesetz nur für Volljährige

Das Jugendschutzgesetz soll Kinder und Jugendliche auch vor den Gefahren des Tabakkonsums schützen. Nur volljährige Personen dürfen in der Öffentlichkeit rauchen. Der Verkauf von Tabakwaren und nikotinhaltigen Erzeugnissen an Jugendliche ist untersagt. Das Jugendschutzgesetz gilt auch für nikotinfreie E-Zigaretten und E-Shishas (§ 10 JuSchG).

Damit junge Menschen ihre Zigaretten nicht am Automaten kaufen, müssen diese an einem für Kinder und Jugendliche unzugänglichen Ort aufgestellt oder durch besondere technische Vorrichtungen geschützt werden.

Arbeit und weitere Bestimmungen zum Jugendschutz

Besondere Bestimmungen gelten auch für Kinder- und Jugendarbeit. Diese sind im Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) verankert. Der Gesetzgeber hat darüber hinaus Bestimmungen für die Altersfreigabe von Filmen, Computerspielen und anderen Medienprodukten festgelegt. Neben dem Jugendschutzgesetz gilt der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag der Länder.

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Quellen: Jugendschutzgesetz, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Jugendschutz in Österreich: Alles Wichtige zur Harmonisierung und den neuen Bestimmungen

Im Mittelpunkt der Überlegungen zum Jugendschutz steht die Idee, Kinder und Jugendliche bestmöglich vor Gefahren zu bewahren und ihre Eigenverantwortlichkeit zu fördern und auszubauen. Junge Menschen sollen vor schädlichen Einflüssen auf ihre körperliche, geistige und soziale Entwicklung geschützt werden. Gleichzeitig nimmt das Jugendschutzgesetz auch die Erziehungsberechtigten, Lehrenden, Pädagogen/innen oder Unternehmer/innen in die Pflicht. Gemeinsam mit erwachsenen Bezugspersonen sollen Kinder und Jugendliche so Stück für Stück lernen, Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen.

Neu ab 2019: Einheitlicher Jugendschutz in Österreich
Die Jugendschutzgesetze betreffen alle jungen Menschen bis zu ihrem 18. Geburtstag und sind in der Kompetenz der Bundesländer. Das bedeutet, dass jedes Bundesland über die konkreten Bestimmungen im Gesetz selbst entscheidet. Mit Jänner 2019 gelten in Österreich erstmals weitestgehend einheitliche Bestimmungen zum Alkohol- und Tabakkonsum sowie zu den Ausgehzeiten, wobei Oberösterreich (Tabak und Alkohol), Salzburg und Wien (Ausgehzeiten, Tabak und Alkohol) erst etwas später folgen und hier die Bestimmungen voraussichtlich bis zum Ende des 1. Quartals 2019 in Kraft treten werden. Es kann daher in diesem Zeitraum immer noch zu unterschiedlichen Regelungen in den einzelnen Bundesländern kommen, weshalb empfohlen wird, sich über die Inkraftsetzung der aktuellen Bestimmungen in diesen Bundesländern in den nächsten Monaten regelmäßig zu informieren.

Grundsätzlich gilt auch weiterhin: Junge Leute müssen sich immer an die jeweiligen Regelungen des Bundeslandes halten, in dem sie sich momentan aufhalten. Am besten informiert man sich schon im Vorfeld über eventuell abweichende Bestimmungen, wenn ein Besuch in einem anderen Bundesland bevorsteht.

Bei Reisen ins Ausland sind die jeweiligen Jugendschutzbestimmungen im Aufenthaltsland zu beachten (weitere Informationen auf: www.protection-of-minors.eu).

Eine Ausnahme stellen Verheiratete, Zivildienstleistende und Angehörige des Bundesheeres dar. Sie gelten in manchen Bundesländern auch schon vor dem 18. Geburtstag als volljährig. Für diesen Personenkreis sind daher die Jugendschutzbestimmungen nicht gültig.

Rauchen
Mit 1. Jänner 2019 ist in Österreich die Abgabe von Zigaretten, Tabakerzeugnissen, Wasserpfeifen sowie von elektronischen Produkten, die der Verbrennung oder Verdampfung dienen, an Personen, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben verboten (laut TNRSG § 2a). Dabei ist es egal, ob Nikotin enthalten ist oder nicht. Diese Regelung umfasst auch folgende Produkte: Shisha, E-Shisha, E-Zigaretten, Kautabak, Schnupftabak etc.

Das Tabak- und Nichtraucherinnen- bzw. Nichtraucherschutzgesetz (TNRSG) sieht einen umfassenden Nichtraucherinnen- und Nichtraucherschutz vor. So gilt ein grundsätzliches Rauchverbot in Schulen und bei schulbezogenen Veranstaltungen. Weiters herrscht Rauchverbot in Räumen für schulsportliche Betätigung, schulische oder solche Einrichtungen, in denen Kinder oder Jugendliche beaufsichtigt, aufgenommen oder beherbergt werden, einschließlich der dazugehörigen Freiflächen. Rauchverbot gilt auch für geschlossene öffentliche und private Verkehrsmittel zur entgeltlichen oder gewerblichen Personenbeförderung (z.B. Taxi oder öffentliche Verkehrsmittel). In allen anderen Fällen (z.B. private PKW-Fahrt) gilt ein Rauchverbot, wenn sich im Fahrzeug eine Person befindet, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.

Vor dem Erwerb von Tabak und verwandten Erzeugnissen kann das Alter kontrolliert und der Verkauf verweigert werden. BetreiberInnen von Zigarettenautomaten sind verpflichtet sicherzustellen, dass Personen unter 18 Jahren keine Tabakerzeugnisse erwerben können.

Der Konsum von Tabak und verwandten Erzeugnissen in der Öffentlichkeit ist in den Jugendschutzgesetzen der Bundesländer geregelt. Diese sehen den Konsum von Tabak und verwandten Erzeugnissen erst ab 18 Jahren vor, wobei auch hier Oberösterreich, Salzburg und Wien die neue Gesetzgebung voraussichtlich bis zum Ende des 1. Quartals 2019 umsetzen werden. Verstöße gegen die Bestimmungen werden gemäß den jeweiligen Jugendschutzgesetzen geahndet.

Alkohol
Der Konsum von Alkohol ist für unter 16-Jährige generell verboten. Ab dem 16. Geburtstag dürfen Jugendliche nicht gebrannten Alkohol wie Bier und Wein kaufen und trinken. Gebrannter Alkohol wie Spirituosen ist erst ab 18 Jahren erlaubt. Darunter fallen zum Beispiel auch Rum, Wodka, Whiskey und Liköre.

Alkopops dürfen ebenfalls erst ab 18 Jahren konsumiert werden. Alkopops sind Mischgetränke, die aus Limonade und Spirituosen wie Rum oder Wodka bestehen. Sie sind oft sehr süß und deshalb bei vielen Jugendlichen beliebt. Alkopops haben zwar meist nicht mehr als 5 oder 6% Alkoholgehalt, dennoch sind diese als Spirituosen qualifiziert, weil darin „gebrannter Alkohol“ enthalten ist.

Der Konsum von Alkohol in der Schule oder bei Schulveranstaltungen ist Jugendlichen grundsätzlich verboten.

Illegale Drogen
Neben Alkohol und Tabak – deren Konsum ab einem gewissen Alter erlaubt ist – gibt es eine Reihe illegaler Substanzen, deren Erwerb, Besitz, Konsum oder Weitergabe verboten ist, egal wie alt man ist. Verstöße gegen diese Bestimmungen können bereits bei geringen Mengen bestraft werden. Diese Substanzen sind für ganz Österreich im Suchtmittelgesetz definiert und umfassen z.B. Cannabis, Kokain, Amphetamine oder Heroin. Bei Verstößen gegen das Suchtmittelgesetz handelt es sich nicht um eine Verwaltungsübertretung, sondern um ein strafrechtliches Vergehen.

Darüber hinaus ergänzen die meisten Jugendschutzgesetze der Länder diese Bestimmungen mit einem generellen Verbot. Dieses beinhaltet die Verwendung von Substanzen, die „rauschähnliche Zustände, Süchtigkeit, Betäubung oder Erregungszustände hervorrufen“ und untersagt diese zur Gänze.

Damit sind auch Drogen gemeint, die als „Legal Highs“ in Kräutermischungen oder Badesalzen und als „Research Chemicals“ zum Verkauf angeboten werden. Deren Inhaltsstoffe sind oft unbekannt und der Konsum kann unerwartete Nebenwirkungen hervorrufen und zu massiven Gesundheitsschäden führen.

Wenn Jugendliche trotz gesundheitlicher und strafrechtlicher Risiken psychoaktive Substanzen konsumieren, ist es sinnvoll, mit ihnen über Wirkungen und Gefahren ins Gespräch zu kommen.

Ausgehzeiten
In den Jugendschutzgesetzen sind die Zeiten geregelt, in denen Jugendliche ohne Begleitperson allein im öffentlichen Raum unterwegs sein dürfen:

  • Bis zum 14. Geburtstag: bis 23 Uhr (in Oberösterreich bis 22 Uhr, in Salzburg gilt diese Bestimmung für 12- bis 14-Jährige. Kinder unter 12 Jahren dürfen bis 21:00 Uhr allein unterwegs sein)
  • Zwischen dem 14. und dem 16. Geburtstag: bis 1 Uhr (in Oberösterreich bis 24 Uhr)
  • Ab dem 16. Geburtstag gibt es bundesweit keine zeitliche Beschränkung mehr.

Die Ausgehzeiten geben den gesetzlichen Rahmen vor, aber dies bedeutet nicht, dass Jugendliche einen Rechtsanspruch darauf haben. Erziehungsberechtigte können stets kürzere Ausgehzeiten als das Gesetz festlegen, aber diese nicht verlängern.

Ist eine Aufsichtsperson über 18 Jahren dabei und achtet auf die Einhaltung des Jugendschutzes, gelten diese Zeiten nicht. Die Erziehungsberechtigten müssen dieser Person die Aufsichtspflicht für diese Zeit übertragen haben.

Im Zweifelsfall, z.B. bei einer polizeilichen Kontrolle, müssen Jugendliche ihr Alter nachweisen können. Dazu eignet sich ein amtlicher Lichtbildausweis (Führerschein, Personalausweis, Reisepass) oder ein nach dem Jugendschutzgesetz anerkannter Ausweis wie z.B. die Jugendkarte des jeweiligen Bundeslandes.

Reisen und Übernachten
Das Übernachten in Hotels, Jugendherbergen oder auf Campingplätzen ist nur in Tirol und Salzburg im Jugendschutz geregelt. Dort gilt:

  • Unter 14 Jahren darf nur in Begleitung einer Aufsichtsperson übernachtet werden.
  • In Tirol darf zwischen dem 14. und dem 16. Geburtstag ohne Aufsichtsperson übernachtet werden, wenn als Grund für die Nächtigung eine Ausbildung, ein Praktikum, ein Job, eine Reise oder Wanderung angegeben wird. Weiters muss die Erlaubnis der Erziehungsberechtigten vorliegen.
  • In Salzburg dürfen 14 bis 16-Jährige ohne Aufsichtsperson übernachten, wenn aus Sicht des Jugendschutzes keine Bedenken bestehen (z.B. Ausflüge).

In den restlichen Bundesländern gibt es diesbezüglich keine gesetzlichen Regelungen.

Auf Basis der Ausgehzeiten bedeutet das, dass Jugendliche ab dem 16. Geburtstag ohne Aufsichtsperson reisen und in Hotels und Co. nächtigen dürfen, wenn es die Erziehungsberechtigten erlauben.

Wollen Jugendliche allein verreisen, empfiehlt sich vor der Buchung eine Kontaktaufnahme mit dem jeweiligen Hotel, dem Campingplatz oder der Jugendherberge. Dabei kann schnell geklärt werden, ob Jugendliche alleine einchecken dürfen.

Jugendgefährdende Medien, Gegenstände & Dienstleistungen
Medien (z.B. Filme), Datenträger (z.B. Computerspiele), Gegenstände (z.B. Softguns), Dienstleistungen (z.B. Telefonsex) oder Veranstaltungen, die besonders brutal, diskriminierend oder pornografisch sind, dürfen von Jugendlichen unter 18 Jahren nicht erworben, verwendet oder besucht werden.

Das bedeutet auch, dass diese Filme, Spiele und Dienstleistungen Kindern und Jugendlichen nicht angeboten werden dürfen. Erwachsene sind dazu verpflichtet, durch geeignete Vorkehrungen dafür zu sorgen, dass jungen Menschen diese Gegenstände nicht in die Hände fallen.

Verbotene Orte
In ganz Österreich ist der Besuch von Veranstaltungen und der Aufenthalt in Betrieben, Lokalen und Räumlichkeiten, die Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung beeinträchtigen könnten, unter 18 Jahren verboten. Darunter fallen zum Beispiel Bordelle, Nachtlokale und Peepshows.

Für alle Bundesländer gilt: Die Teilnahme an Lotto und Toto ist, aufgrund einer freiwilligen Selbstbeschränkung der Österreichischen Lotterien, in allen Bundesländern erst ab 16 Jahren erlaubt. Ausgenommen davon sind Klassenlotterien, Sportwetten und Online-Glücksspiel – das ist erst ab 18 Jahren erlaubt, wobei in Oberösterreich die Klassenlotterie ebenfalls schon ab 16 Jahren erlaubt ist. Im Umgang mit Glücksspielen sollen junge Menschen unter 18 Jahren im Besonderen begleitet und geschützt werden. Daher gibt es hier auch weitere unterschiedliche Regelungen in den Bundesländern.

Rechtliche Folgen für Jugendliche und Erwachsene
Verstoßen Jugendliche gegen die Jugendschutzgesetze, begehen sie eine „Verwaltungsübertretung“. Die Art und die Höhe der Strafen können in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich ausfallen. Verstöße gegen andere Gesetze können über Verwaltungsstrafen hinausgehen und hohe Geldstrafen bis hin zu Haftstrafen nach sich ziehen.

Die jeweiligen Landesgesetze definieren die Höchststrafen für Gesetzesübertretungen. Die tatsächliche Strafe wird von der zuständigen Stelle (z.B. Bezirksverwaltungsbehörde, Polizei) im Einzelfall festgelegt. Die Höhe ist immer auch davon abhängig, ob ein Delikt zum ersten oder wiederholten Mal begangen wurde.

Bei Verstößen von Jugendlichen gegen den Jugendschutz können keine Ersatzfreiheitsstrafen verhängt werden. Das bedeutet, dass Jugendliche anstelle von Sozialstunden oder Geldstrafen keine Haftstrafe antreten dürfen.

Erwachsene dürfen Kindern und Jugendlichen nicht ermöglichen oder sie dazu verleiten, Bestimmungen der Jugendschutzgesetze zu verletzen.

Personen, die mit dem Verkauf oder der Weitergabe von Artikeln oder Dienstleistungen, die im Jugendschutzgesetz an bestimmte Altersgrenzen gebunden sind, Geld verdienen (z.B. Unternehmer/innen), sind verpflichtet, die Altersangaben zu prüfen. Außerdem muss auf die Altersgrenzen deutlich sichtbar hingewiesen werden. Wird gegen Jugendschutzbestimmungen verstoßen, kann dies neben Geldstrafen (bis zu 20.000 €) auch zu einer Meldung an die Gewerbebehörde führen.

Erziehungsberechtigte müssen sich darum kümmern, dass ihre Kinder die Jugendschutzbestimmungen einhalten. Gleiches gilt für Aufsichts- oder Begleitpersonen, denen die Aufsicht von Kindern und Jugendlichen übertragen wurde, wie z.B. Lehrende. Bei Nichtbeachtung dieser Bestimmungen muss man mit Strafen rechnen.

Außer in Vorarlberg und Tirol müssen Erwachsene auch mit einer Ersatzfreiheitsstrafe (bis zu sechs Wochen), ggf. mit einer Meldung an die Gewerbebehörde und in der Steiermark zusätzlich noch mit einer Präventionsschulung rechnen.

Weitere Infos & Beratungsstellen:

  • Österreichisches Jugendportal www.jugendportal.at
  • Kinder- und Jugendanwaltschaften Österreichs www.kija.at
  • Jugendschutz in Europa www.protection-of-minors.eu
  • Feel-ok.at www.feel-ok.at
  • Rauchfrei-App http://www.rauchfreiapp.at/
  • Rauchfrei-Telefon 0800 810 013 www.rauchfrei.at
  • 147 – Rat auf Draht www.rataufdraht.at
  • Saferinternet.at www.saferinternet.at

Wenn Kinder flügge werden, wollen sie ausgehen. Ein Kinobesuch, eine durchtanzte Disconacht oder das Abrocken auf dem Konzert der Lieblingsband –alle Freunde dürfen dies und zwar ohne eine von ihren Eltern auferlegte Sperrstunde. So oder so ähnlich klingen zumindest die Aussagen der Kids, wenn sie sich die entsprechende Erlaubnis von ihren Eltern erkämpfen wollen. Denn die Spanne zwischen Wollen und Dürfen ist häufig sehr groß und führt nicht selten zu endlosen Diskussionen.

Gelassenheit ist hier der beste Ratgeber, um als Elternteil den Spagat zwischen Grenzen setzen und laufen lassen zu meistern. Immerhin steht der Gesetzgeber helfend zur Seite und hat im Jugendschutzgesetz klare Regelungen zu den Ausgehzeiten der Jugendlichen definiert.

Das sagt das Gesetz

Ob mit oder ohne Einverständnis der Eltern, Jugendliche dürfen nicht zeitlich unbegrenzt allen Veranstaltungen ihrer Wahl beiwohnen. Diesem Wunsch der meisten Kids schiebt das Jugendschutzgesetz einen klaren Riegel vor. Es definiert eindeutig, in welchem Alter man wie lange wo bleiben darf:

Alter

Veranstaltung

Uhrzeit

Wichtiges

unter 14

Kino

bis 20.00 Uhr

Ende des Films spätestens 20.00 Uhr

Angebote von Vereinen, Kirchen, Jugendtreffs und Jugendhilfe

bis 22.00 Uhr

Konzert

keine Zeitbegrenzung

Einverständniserklärung der Eltern obligatorisch

unter 16

Kino

bis 22.00 Uhr

Ende des Films spätestens 22.00 Uhr

Angebote von Vereinen, Kirchen, Jugendtreffs und Jugendhilfe

bis 24.00 Uhr

keine Besonderheiten

Konzert

Keine Zeitbegrenzung

Einverständniserklärung der Eltern obligatorisch

Disco und Kneipe

ausschließlich in Begleitung eines Sorgeberechtigten

16 bis 18

Kino

bis 24.00 Uhr

Ende des Films spätestens 24.00 Uhr

Angebote von Vereinen, Kirchen, Jugendtreffs und Jugendhilfe

bis 24.00 Uhr

keine Besonderheiten

Konzert

keine Zeitbegrenzung

Einverständniserklärung der Eltern obligatorisch

Disco und Kneipe

bis 24.00 Uhr

auch die Anwesenheit eines volljährigen Freundes verlängert die Ausgehzeit nicht

Die vom Gesetzgeber bestimmten Regeln zu den Ausgehzeiten von Kindern und Jugendlichen sollen deren Schutz dienen. Aus diesem Grund ist auch ein Aufenthalt an jugendgefährdenden Orten, zu denen beispielsweise Vergnügungsviertel, Bordelle oder Spielhallen zählen, für minderjährige Besucher nicht gestattet. Und auch wenn andere Eltern die gesetzlichen Vorgaben nicht allzu ernst nehmen, so gebietet das Verantwortungsbewusstsein doch eine Verpflichtung zur Heimkehr innerhalb der gesetzten Uhrzeitrahmen. Insgesamt hat es sich etabliert, Kindern

  • unter 14 Jahren bis 20.00 Uhr,
  • ab 14 Jahren bis 22.00 Uhr,
  • ab 15 Jahren bis 23.00 Uhr und
  • ab 16 Jahren bis 24.00 Uhr

den Ausgang zu ermöglichen.
Beim gemeinsamen Besuch privater Veranstaltungen wie Geburtstagen oder Hochzeiten müssen die gesetzlichen Regelungen übrigens keine Beachtung finden. Hier bleibt die Aufsichtspflicht bei den Eltern beziehungsweise einer erziehungsbeauftragten Person, so dass getrost länger gefeiert werden kann.

Vertrauensbasis hilft weiter

Auf der einen Seite stehen die Wünsche der Kids, auf der anderen die gesetzlichen Rahmenbedingungen und mittendrin die Eltern, die sich verständlicherweise Sorgen um ihre Sprösslinge machen, diesen jedoch nicht den Jugendspaß vermiesen möchten. Vertrauen ist in diesem Kontext die einzige Lösung, um einen für alle Beteiligten tragbaren Kompromiss zu finden. Ein offenes Gespräch über Wünsche und Vorstellungen, fest vereinbarte Zeiten, den Umgang mit Alkohol sowie Offenheit hinsichtlich der besuchten Institutionen und der begleitenden Freunde sind auf diesem Hintergrund das A und O. Außerdem sollte vorab geklärt werden, wie die Kinder hin- und wieder zurückkommen. Idealerweise besteht die Möglichkeit, sich mit anderen Eltern auszutauschen und einheitlich geltende Regeln zu definieren.
Dabei sollten die Eltern bei aller Sorge jedoch bedenken, dass auch das Ausgehen zum wichtigen Lösungs- und Entwicklungsprozess der Jugendlichen gehört. Ideale Einstiege und damit „Trainingsmöglichkeiten“ für Eltern und Kids sind diverse Jugendveranstaltungen, wie sie beispielsweise von Jugendtreffs oder den Suchtpräventionsstellen der Landkreise in Kooperation mit Diskotheken angeboten werden. Hier lernen alle Seiten im geschützten Rahmen, wie sie den Kompromiss aus Grenzen setzen und laufen lassen meistern können.

Ausgehzeiten von Kindern und Jugendlichen

Ein Thema, das nicht selten mit großem Konfliktpotential verbunden ist – die Bestimmung der Ausgehzeiten. Während der junge Schützling seine Grenzen ausloten möchte und erste Gefühle der Freiheit erfährt, sind Eltern ganz darauf Bedacht, das eigene Kind wohlbehalten wieder in die Arme zu schließen. Allerdings zählt hier nicht nur der Wille der Eltern und des Kindes, denn auch der Gesetzgeber hat hier ein Mitspracherecht. Kinder und Jugendliche sollten aber auch aus gesundheitlichen Gründen nicht all zu lange Ausgehen denn der Schlaf des Kindes ist sehr wichtig.

Rechtsanwalt klärt auf: Jugendschutzgesetz – Bars, Alkohol, Zigaretten: Was ist erlaubt?

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Ausnahmen bei den Altersgrenzen

Die Bestimmungen aus dem Jugendschutzgesetz sind nur in der Öffentlichkeit gültig. Ist eine Veranstaltung als privat gekennzeichnet, gibt es keine Altersbegrenzungen, da hier die Aufsichtspflicht der Erziehungsberechtigten oder Erwachsenen gilt, die sich ebenfalls auf der Feier oder Veranstaltung befinden. Auch wenn Partyräume in Gaststätten gemietet werden, greift diese Regelung. Ausgehzeiten obliegen in diesen Fällen gänzlich der Entscheidungsgewalt der Eltern.

Praktische Regelungen für die Ausgehzeiten

Die gesetzlich vorgegebenen Regelungen sind beschränkbar, aber nicht ausweitbar. Dies bedeutet, dass der Entscheidungsfreiraum der Eltern dem geltenden Gesetz untergeordnet ist. Um eine vernünftige Lösung für alle Beteiligten zu finden, ist es ratsam, Ängste und Sorgen mit dem Kind zu diskutieren. Wichtig ist hierbei, die Meinung des Kindes mit einzubeziehen, um seine Eigenverantwortung zu stärken.

Alternativ besteht die Möglichkeit, das Kind zu begleiten um es nicht gänzlich unbeaufsichtigt ins Nachtleben zu entlassen. Risiken und Gefahren werden auf diese Weise minimiert – das Kind lernt auf vernünftige Art und Weise mit der wachsenden Freiheit umzugehen. Unabhängig von der Begleitung ist es wichtig, stets über den Aufenthaltsort des Kindes bescheid zu wissen, um im Notfall eingreifen zu können.

Wie reagiere ich wenn es zum Streit kommt?

Kinder wollen ihre Grenzen ausloten, wann immer es möglich ist. Kämpfe und Streitereien sind daher vorprogrammiert. Indem Grenzen gesetzt werden, wird dem Kind signalisiert: Ich sorge mich um dein Wohlbefinden, deine Gesundheit ist mir wichtig. Wird dem Kind jede Freiheit gelassen, signalisiert das genau das Gegenteil. Das Kind fühlt sich vernachlässigt und fühlt sich im Stich gelassen. Grundsätzlich ist es ratsam, eine gesunde Balance zwischen Freiheit und Strenge zu finden. Konflikte sind natürlich und unvermeidbar. Erzählen Sie Ihrem Kind von Ihren Ängsten und Sorgen und begründen Sie Ihre Entscheidungen.

Wie kann mein Kind nach Hause kommen?

Klären Sie schon im Vorfeld, wie Ihr Kind wieder nach Hause kommt. Vermeiden Sie wage Abmachungen wie ‚Es wird sich sicherlich etwas ergeben‘. Gehen Sie auf Nummer sicher und planen voraus:

  • Sie haben die Möglichkeit das Kind selbst abzuholen. Alternativ kann das Kind von den Eltern eines Freundes mitgenommen werden.
  • Für den Notfall sollte das Kind immer etwas Taxi-Geld im Portemonnaie haben.
  • In ländlichen Gegenden besteht die Möglichkeit, sich Discobusse oder Sammeltaxen zu mieten und Kosten aufzuteilen.
  • Während der Discobesuche wird oftmals ein Fahrer unter den Jugendlichen auserkoren, der die gesamte Truppe nach der Feier nach Hause fährt. Solche Fahrgemeinschaften sind praktisch, aber auf gefährlich. Gerade unter Fahranfängern ist das Risiko für einen Unfall stark erhöht. Klären Sie Ihr Kind über die Gefahren im Straßenverkehr in Kombination mit Alkohol auf.

Wie reagiere ich passend wenn mein Kind sich nicht an die Abmachung hält?

Verhält sich das Kind normalerweise vorbildlich, kann man über kleine Verspätungen hinwegsehen. Es geht immerhin nicht um die strikte Einhaltung der Abmachungen, sondern um die eigene Sicherheit des Kindes. Allerdings ist dies kein Freifahrtschein zu willkürlichen Verspätungen. Wird Ihr Vertrauen in Ihr Kind kontinuierlich enttäuscht, ziehen Sie Konsequenzen aus dem Verhalten Ihres Kindes. Scheuen Sie sich nicht davor, Strafmaßnahmen auszusprechen und durchzuführen. So kann beispielsweise der Ausgang am Wochenende gestrichen oder zumindest reduziert werden.

Was versteht man unter einem Muttizettel?

In der Jugendsprache definiert ein Muttizettel eine schriftliche Vollmacht der Eltern. Diese wird jeweils für eine Veranstaltung ausgefüllt und hat den Zweck, eine alternative Aufsichtsperson, welche das 18. Lebensjahr schon erreicht hat, für das Kind zu bestimmen. Auf einem solchen Zettel wird die Telefonnummer, der Name des Kindes und Name der Aufsichtsperson verzeichnet. So genannte Blanko-Vollmachten – in welchen keine konkrete Aufsichtsperson von den Eltern genannt wird – werden nicht akzeptiert, da sie den Sinn und Zweck einer Vollmacht verfehlen. Grundsätzlich entscheidet alleine der Veranstalter oder Gastgeber, ob eine Vollmacht akzeptiert oder abgelehnt wird. Der Verantwortungsbereich endet stets an der Ausgangstür. Hier greift wieder Ihre Pflicht als Elternteil, für die sichere Heimkehr des Sprösslings zu sorgen.

Wie definiert sich eine erziehungsbeauftragte Person?

Es gibt einige klar definierte Regelungen im Bezug auf die Erziehungsbeauftragung:

  • Die erziehungsbeauftragte Person muss das 18. Lebensjahr erreicht haben.
  • Sie muss dem Erziehungsauftrag tatsächlich nachkommen können und darf aus diesem Grunde nicht übermäßig alkoholisiert sein. Eine räumliche Nähe muss gegeben sein.
  • Ein volljähriger Beziehungspartner kann den Erziehungsauftrag nicht annehmen, da es sich zwischen beiden Parteien um eine partnerschaftliche Beziehung handelt.
  • Die Anzahl an Teenager, die pro Person beaufsichtigt werden können, variiert je nach Örtlichkeit und Art der Veranstaltung.

Wie lange darf das Kind laut Gesetz draußen bleiben?

Ausgehzeiten Tabelle :

  • Ausgehzeiten mit 12 – darf je nach Verantwortungsbewusstsein unbeaufsichtigt bis 22 Uhr draußen bleiben.
  • Ausgehzeiten mit 13 – darf je nach Verantwortungsbewusstsein unbeaufsichtigt bis 22 Uhr draußen bleiben.
  • Ausgehzeiten mit 14 – darf unbeaufsichtigt bis 22 Uhr draußen bleiben.
  • Ausgehzeiten mit 15 – darf unbeaufsichtigt bis 23 Uhr draußen bleiben.
  • Ausgehzeiten mit 16 – darf sich unbeaufsichtigt bis 24 Uhr in der Öffentlichkeit aufhalten.
  • Ausgehzeiten mit 17 – darf sich unbeaufsichtigt bis 24 Uhr in der Öffentlichkeit aufhalten.

Nach den Ausgehzeiten nach dem Jugendschutzgesetz sind noch weitere, spezifischere Regelungen festgehalten.

Weitere Hinweise dazu: https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/gesetze/jugendschutzgesetz/86286

Jugendschutzgesetz in Österreich Neue Regelungen

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Unser Fazit:

Generell ist es wichtig die passende Balance zwischen Kontrolle und Freiheit der Kinder zu finden. Gerade im Bereich der Ausgehzeiten sind Konflikte unvermeidlich. Um Missverständnisse zu vermeiden ist es ratsam, dem Kind zu erklären, aus welchem Grund gewisse Grenzen auferlegt werden. Denn so schön es für Kinder auch ist, ihre Grenzen auszuloten – die Sicherheit geht vor.

Jugendschutzgesetz 2020: Ausgehen, Alkohol und Sex – wer darf wann was?

Bis wann dürfen Jugendliche in die Disco? Was sagt das Jugendschutzgesetz zum Konsum von Zigaretten und Alkohol? Ab welchem Alter dürfen Jugendliche Sex haben? Solche Fragen beschäftigen viele Eltern. Sie sind dafür verantwortlich, Kinder und Jugendliche vor schädlichen Einflüssen und Gefahren zu schützen. Hier erfahren Sie die wichtigsten Aspekte des Jugendschutzes.

Das Jugendschutzgesetz (JuSchG) ist dazu da, Kinder und Jugendliche vor Gefahren und negativen Einflüssen in der Öffentlichkeit zu schützen. Es soll sie stärken und schützen, indem es bestimmte Aktivitäten und Handlungen an bestimmte Altersstufen bindet. Dabei liefert das Jugendschutzgesetz Eltern eine Orientierungshilfe für die verantwortungsbewusste Erziehung ihrer Kinder.

Erwachsene sind für Jugendschutz verantwortlich

Das Jugendschutzgesetz richtet sich insbesondere an Gewerbetreibende und Veranstalter, aber auch an Eltern und Erziehende. Für sie hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend das Internetportal „Jugendschutz aktiv“ eingerichtet, um über die gesetzlichen Bestimmungen zum Jugendschutzgesetz zu informieren.

Die wichtigsten Punkte haben wir Ihnen hier zusammengestellt:

Disco, Kino & Co.: Wie lange dürfen Jugendliche ausgehen?

Kinder oder Jugendlichen wollen abends mit ihren Freunden ausgehen und angeblich dürfen alle anderen länger wegbleiben als ihre Tochter oder ihr Sohn. Grundsätzlich ist es die Sache der Eltern, wie lange ihre Kinder unterwegs sein dürfen. Das Jugendschutzgesetz regelt aber den Aufenthalt an bestimmten Orten. Wie lange dürfen Kinder in der Disco bleiben, ab wann dürfen Sie alleine ins Kino? Was ist, wenn die Kinder heimlich den Weg ins Nachtleben suchen, ohne die Eltern zu informieren?

Wann dürfen Kinder alleine ins Kino und wie lange dürfen sie in der Disco oder Kneipe feiern? Diese Tabelle gibt den Überblick:

Was Alter Uhrzeit Bemerkungen
Disco 14-16 bis 22 Uhr nur in Begleitung eines Erziehungsberechtigten
Disco 16-18 bis 24 Uhr auch wenn ein volljähriger Freund dabei ist
Disco ab 18 unbegrenzt
Konzerte

keine offizielle Beschränkung

Erlaubnis der Eltern notwendig
Kino unter 14 bis 20 Uhr Film muss um 20 Uhr zu Ende sein
Kino unter 16 bis 22 Uhr Film muss um 22 Uhr zu Ende sein
Kino unter 18 bis 24 Uhr Film muss um 24 Uhr zu Ende sein

Jugendtreffs, Vereine, Kirchen

unter 16 bis 22 Uhr

Jugendtreffs, Vereine, Kirchen

16- und 17-Jährige bis 24 Uhr

zuständige Behörde kann Ausnahmen genehmigen

Gaststätten unter 16 5 Uhr bis 23 Uhr ohne Begleitung
Gaststätten 16- und 17-Jährige 5 Uhr bis 24 Uhr ohne Begleitung
Gaststätten bis 17-Jährige ohne Einschränkung mit Begleitung einer personensorgeberechtigten oder erziehungsbeauftragten Person

Wie lange dürfen Jugendliche in Diskotheken und Clubs feiern?

Unter 16 dürfen Jugendliche nur in eine Disco, wenn ein Erziehungs- oder Sorgeberechtigter dabei ist. Ab 16 dürfen sie sich bis 24 Uhr in einer Disco aufhalten. Das gilt nicht nur, wenn ein Erziehungsberechtigter dabei ist, sondern auch, wenn Ihr Sohn oder Ihre Tochter in Begleitung eines volljährigen Freundes oder einer volljährigen Freundin ist.

Ausnahmen gibt es aber bei Veranstaltungen von einem „anerkannten Träger der Jugendhilfe“. Das sind zum Beispiel Jugendtreffs von Gemeinden, Vereinen oder der Kirche. Dann ist allen unter 16 die Anwesenheit bis 22 Uhr gestattet, für die 16- und 17-Jährigen ist um 24 Uhr Schluss. Außerdem kann die „zuständige Behörde“ Ausnahmen genehmigen.

Konzerte sind von diesen Regelungen ausgenommen, denn sie gelten nicht als Tanzveranstaltungen. Somit gelten auch die zeitlichen Beschränkungen nicht. Manchmal werden aber Altersbeschränkungen von der zuständigen Behörde oder vom Veranstalter angeordnet. Außerdem brauchen Jugendliche immer die Erlaubnis ihrer Eltern.

Eine weitere Ausnahme betrifft den Aufenthalt in Gaststätten: Jeder Jugendliche darf sich ohne Altersbeschränkung zum Verzehr eines Essens oder eines Drinks (kein Alkohol) jederzeit zwischen 5.00 Uhr und 23.00 Uhr dort aufhalten.

Welche Kinofilme sind für Jugendliche erlaubt?

Die „FSK“ steht für die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft und gibt vor, ab welchem Alter, welcher Film gesehen werden darf. Dabei gibt es die Altersbeschränkungen ab 6, ab 12, ab 16 und ab 18 Jahre. Auch wenn Erziehungsberechtigte dabei sind, ändert das nichts. Ausnahme: Filme ab 12 dürfen Kinder ab 6 Jahren sehen, wenn ein Erziehungsberechtigter dabei ist. Auch von der Uhrzeit gibt es bei Kinobesuchen Beschränkungen.

Wie lange dürfen sich Jugendliche in Gaststätten aufhalten?

Ohne Begleitung einer personensorgeberechtigten oder erziehungsbeauftragten Person dürfen sich Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren nur zur Einnahme einer Mahlzeit oder eines Getränks zwischen 5 Uhr und 23 Uhr in einer Gaststätte aufhalten. Jugendliche ab 16 Jahren dürfen sich ohne Begleitung zwischen 5 Uhr und 24 Uhr in Gaststätten aufhalten. In Begleitung einer personensorgeberechtigten oder erziehungsbeauftragten Person dürfen sich Kinder und Jugendliche zeitlich unbeschränkt in Gaststätten aufhalten.

Ausnahmen im Jugendschutzgesetz

Soweit die gesetzlichen Regelungen. Aber alleine werden diese in einer Familie nicht ausreichen, um Lösungen zu finden, mit denen alle zufrieden sind. Außerdem werden private Feten und auch das Aufhalten im Freien mit Freunden damit nicht regelt. Hier kommt es darauf an, dass Eltern und Jugendliche Absprachen treffen.

Ab welchem Alter darf man Alkohol und Energy Drinks trinken?

unter 14 14 bis 16 16 bis 18 über 18
Bier verboten nur im Beisein eines Erziehungsberechtigten erlaubt erlaubt
Wein/Sekt verboten nur im Beisein eines Erziehungsberechtigten erlaubt erlaubt

Mixgetränke mit Wein oder Bier

verboten nur im Beisein eines Erziehungsberechtigten erlaubt erlaubt

Mixgetränke mit Spirituosen

verboten verboten verboten erlaubt
Spirituosen verboten verboten verboten erlaubt
Energydrinks erlaubt erlaubt erlaubt erlaubt

Das Gesetz regelt den Konsum von Alkohol und gibt vor, ab welchem Alter und wie lange sich Jugendliche in Discos, Spielhallen und Gaststätten aufhalten dürfen. Bei Verstößen gegen das Jugendschutzgesetz, beispielsweise wenn Jugendlichen unter 16 Alkohol ausgeschenkt wird, drohen Gewerbetreibenden und Veranstaltern Bußgelder.

Eine Regelung für den Konsum von Energydrinks ist aktuell nicht in Aussicht. In Großbritannien verkaufen einige Discounter die Wachmacher nicht mehr an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren. Organisationen wie Foodwatch oder die Gesellschaft der Europäischen Kinderkardiologen sprechen sich auch in Deutschland für eine Regelung aus, die eine Altersbeschränkung für den Konsum von Energydrinks vorsieht.

Ab wann dürfen Jugendlichen rauchen?

Für unter 18-Jährige gilt ein Rauchverbot. Das Jugendschutzgesetz regelt zudem, dass Tabakwaren und nikotinhaltige Erzeugnisse nicht an Kinder und Jugendliche abgegeben werden dürfen.

Wie lange dürfen Minderjährige arbeiten?

Das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSCHG) regelt, wie viel und wie lange Jugendliche arbeiten dürfen. Demnach dürfen Kinder bis zu einem Alter von 13 Jahren überhaupt nicht arbeiten, und auch ältere Jugendliche nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Schüler ab 13 Jahren dürfen ihr Taschengeld durch leichte Arbeiten aufbessern – Zeitungen austragen oder Babysitten zum Beispiel. Während der Schulzeit dürfen Kinder und Jugendliche maximal zwei Stunden pro Tag und nur zwischen acht Uhr morgens und sechs Uhr abends Geld verdienen.

Schüler ab 15 Jahren können dagegen bis zu vier Wochen im Jahr, also 20 Arbeitstage zu jeweils acht Stunden, einem Ferienjob nachgehen.

Welche Altersgrenzen gelten für Tattoos und Piercings?

Derzeit gibt es für Tätowierungen und Piercings in Deutschland keine gesetzliche Altersgrenze. Das liegt daran, dass man nicht genau sagen kann, ab welchem Alter ein Jugendlicher die Folgen der „mutwilligen Körperverletzung“ abschätzen kann.

Auch die verbreitete Praxis, Jugendliche ab einem bestimmten Alter zu tätowieren, wenn sie eine Einwilligungserklärung der Eltern vorlegen oder von ihnen begleitet werden, hat keine sichere rechtliche Grundlage. Die Berufsverbände haben sich unterschiedliche Regeln auferlegt.

Was sagt das Gesetz zum Thema Sexualität?

Wenn der Sohn die erste Freundin hat, oder die Tochter mit Freund losziehen will, dann schrillen bei Eltern die Alarmglocken. Kein Wunder, denn eine unerwünschte Schwangerschaft im Teenie-Alter ist für viele Familien eine Horrorvorstellung.

Im Jugendschutzgesetz selbst ist nichts zum Thema Sex geregelt. Um Jugendliche auch vor Missbrauch zu schützen, definiert aber das Sexualstrafrecht, ab welchem Alter Sex unter Jugendlichen beziehungsweise mit Jugendlichen frühestens erlaubt ist. Wenn zum Beispiel ein 13-jähriges Mädchen mit ihrem 14-jährigen Freund intim wird, können die Eltern des Mädchens Strafanzeige erstatten.

Wann dürfen Jugendliche einen Führerschein machen?

Ab wann Jugendliche welchen Führerschein machen dürfen, regelt die Fahrerlaubnisverordnung, nicht das Jugendschutzgesetz. Hier gibt es einen Überblick dazu. Mit 15 Jahren dürfen Jugendliche ein Mofa oder einen Roller fahren, mit 16 Jahren bestimmte Motorräder. Einen Führerschein fürs Auto gibt es bereits ab 17 Jahren (begleitetes Fahren).

KJA Wien
Kinder- und Jugendanwaltschaft

Das Jugendschutzgesetz will dich in deiner körperlichen, geistigen und seelischen Entwicklung unterstützen und dich somit vor Gefahren schützen. Das Jugendschutzgesetz ist aber nicht in allen Bundesländern gleich. Es gelten die Bestimmungen des Bundeslandes, in dem du dich gerade aufhältst. Seit Mitte Februar 2019 sind die neuen Regelungen für Wien in Kraft, die den Alkoholkonsum strenger regulieren, die Altersgrenzen beim Rauchen anheben und die Ausgehzeiten festlegen.

Die wichtigsten Neuerungen im Detail

Alkohol: Ab 16 darfst du in der Öffentlichkeit Alkohol trinken, wenn es kein hochprozentiger Alkohol ist. Unter 16 ist der Erwerb, Besitz und Konsum verboten. Auch wenn du schon offenkundig betrunken bist, darf an dich kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden. Gebrannte alkoholische Getränke darfst du erst ab 18 konsumieren. Dazu gehören z. B. Schnaps, Vodka, Likör, aber auch Mixgetränke mit gebranntem Alkohol wie z. B. Alkopops.

Rauchen: Ab 18 darfst du in der Öffentlichkeit rauchen. Unter 18 ist der Erwerb, Besitz und Konsum verboten. An Schulen gilt generelles Alkohol- und Rauchverbot. Andere Rausch- und Suchtmittel, die rauschähnliche und/oder bewusstseinsverändernde Zustände herbeiführen, darfst du nicht besitzen oder konsumieren. Das Verkaufen oder (gratis) Weitergeben von gebranntem Alkohol oder Tabak an Jugendliche unter 18 ist ebenfalls verboten. Geschäfte und Lokale müssen dein Alter überprüfen.

Ausgehen: Alleine ausgehen darfst du, wenn es deine Eltern erlauben,

  • unter 14 Jahren:
  • … von 05:00 bis 23:00 Uhr
  • ab deinem 14. Geburtstag:
  • … von 05:00 bis 01:00 Uhr
  • ab deinem 16. Geburtstag unbeschränkt

Mit einer von deinen Eltern bestimmten Aufsichtsperson darfst du unbeschränkt weggehen.

In Österreich besteht für österreichische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger keine Ausweispflicht. Wenn du aber am Abend ausgehst oder Alkohol und Zigaretten kaufen willst, musst du einen Ausweis haben, um dein Alter nachweisen zu können. Dein Alter nachweisen kannst du mit jedem amtlichen Lichtbildausweis, also Reisepass, Personalausweis, Identitätsausweis, Führerschein oder deiner edu.card (elektronischer Schülerausweis).

Missachtung der gesetzlichen Regelungen

Das Jugendschutzgesetz will dich in erster Linie schützen, dich aber auch darauf aufmerksam machen, für dich selbst Verantwortung zu übernehmen. Denn ein Gesetzesverstoß kann ernsthafte Folgen haben.

Wenn du Jugendschutzbestimmungen missachtest,

    • kannst du verwarnt werden.
    • kannst du zu einem Gespräch bei der Kinder-und Jugendhilfe vorgeladen werden.
    • kannst du ab dem 14. Lebensjahr mit einer Geldstrafe bis zu € 200,- bestraft werden für Dinge, die für dich nach dem Jugendschutzgesetz verboten sind, wie z.B. Tabakwaren, Alkohol, Drogen oder andere Suchtmittel, etc. Diese dürfen dir abgenommen werden. Du bekommst sie auch nicht mehr zurück und kannst keinen Ersatz dafür fordern. Außerdem können auch deine Eltern eine Strafe bis € 700,- oder Unternehmen eine Strafe bis zu € 15.000,- bekommen.

Informiere dich näher über deine Rechte in der Broschüre „#jugendschutz“ (4 MB PDF)

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