Juckreiz schwangerschaft leber

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Therapie bei Kinderwunsch: Bei bestehendem Kinderwunsch und chronischer Hepatitis-B-Virus-Infektion müssen in der Abwägung einer möglichen antiviralen Therapie bei nicht schwangeren Patientinnen unterschiedliche Aspekte berücksichtigt werden. Vordergründig erscheint die Überprüfung der Indikation zur antiviralen Therapie mit pegyliertem Interferon sinnvoll (Vorteil der zeitlich begrenzten Behandlung). Diese ist jedoch nur unter strengem Kontrazeptionsschutz anwendbar und erfordert ein zeitliches Verschieben des Kinderwunschs. Bei fehlender signifikanter Fibrose oder sonstigen zwingenden Gründen für einen unmittelbaren Therapiebeginn kann diskutiert werden, die Therapie bis zur Realisierung des Kinderwunschs zurückzustellen. Bei dringlicher Therapieindikation sollte eine antivirale Therapie (z.  B. mit Tenofovir) begonnen werden.
Schwangerschaft unter Therapie: Bei Eintreten einer Schwangerschaft unter laufender HBV-Therapie muss eine Reevaluation der Dringlichkeit der Therapieindikation und der Präparatauswahl erfolgen. Bei Therapie mit Lamivudin oder Tenofovir kann diese fortgeführt werden. Bei Behandlung mit Entecavir oder Adefovir, für die bislang unzureichende Sicherheitsdaten vorliegen, sollte ein Präparatewechsel auf Tenofovir oder Telbivudin erfolgen.
Therapie in der Schwangerschaft: Hinsichtlich einer möglichen antiviralen Therapie mit Interferonpräparaten besteht eine strenge Kontraindikation in der Schwangerschaft. Ein Beginn und/oder Fortsetzung einer Behandlung mit Nukleos(t)id-Analoga bei chronischer Infektion in der Schwangerschaft erfordert eine Nutzen-Risiko-Abwägung.
Die antivirale Therapie senkt das trotz Immunisierung bei diesen Patientinnen bestehende Transmissionsrisiko von 8 auf 0 %.
Besteht außer der Reduktion des perinatalen Transmissionsrisikos keine sonstige Therapieindikation, sollte die Therapie mit Blick auf eine mögliche akute Verschlechterung der Erkrankung frühestens 6 Monate nach Entbindung beendet werden.
Bei HBs-Antigen-positiven Schwangeren sollten regelmäßige GPT- und HBV-DNA-Bestimmungen während der Schwangerschaft und bis 6 Monate nach Entbindung erfolgen. Die HBV-DNA (Viruslast) zeigt, wie stark sich das Virus vermehrt und wie ansteckend jemand ist. Bei über 1.000 – 10.000 Kopien/ml (~ 200 – 2.000 IE/ml) geht man von Ansteckungsgefahr aus. Bei HBs-Antigen-positiven Schwangeren mit einer Viruslast > 100.000 Kopien/ml (~ 200. 000 IE/ml) sollte ab der 24. SSW eine antivirale Therapie zur Transmissionsprophylaxe eingeleitet werden.
Peripartales Transmissionsrisiko: Das Screening auf Hepatitis B ist in der Schwangerenvorsorge durch die Bestimmung des HBs-Antigens verankert. Bei Neugeborenen HBsAg-positiver Mütter besteht aufgrund des hohen Transmissionsrisikos unter der Geburt die Indikation zur aktiven und passiven Immunisierung innerhalb von 12 Stunden nach Geburt. Vorbehaltlich einer adäquaten Aktiv- und Passivimmunisierung (und fehlender HIV-Koinfektion) besteht keine grundsätzliche Indikation zur Entbindung mittels Sectio. Global gesehen ist von einer Infektion des Kindes bei etwa 60 % aller HBV-Träger auszugehen. Ein hohes vertikales Transmissionsrisiko liegt vor allem bei mütterlicher HBe-Antigen-Positivität (70–90 %) und komplizierten geburtshilflichen Situationen vor (geringe Fruchtwassermenge, mekoniumhaltiges Fruchtwasser, postpartale Hämorrhagien). Das HBe-Antigen (HBeAg) ist ein indirektes Zeichen, dass sich das Virus gerade stark vermehrt, meist eine sehr hohe Viruslast (HBV-DNA) vorliegt.
Was die epidemiologische Situation in Deutschland anbelangt, sind hauptsächlich Familien mit Migrationshintergrund betroffen, bei denen die HBs-Antigen-Prävalenz mit 3 % gegenüber 0,14 % in der Allgemeinbevölkerung erhöht ist.
Postpartales Exazerbationsrisiko: Klinisch zu beachten ist auch das erhöhte Risiko einer plötzlichen Verschlechterung des Krankheitsbildes von bis zu 40 % bei HBV-positiven Wöchnerinnen, sodass eine sorgfältige Überwachung dieser Patientinnen erfolgen sollte. Dies ist umso wichtiger in Fällen, in denen im Rahmen der Schwangerschaft oder nach Entbindung eine antivirale Therapie abgebrochen oder pausiert wurde.
Stillen. Bei zwar theoretisch bestehender Möglichkeit der HBV-Übertragung durch Stillen und Nachweisbarkeit einzelner Nukleos(t)id-Analoga in der Muttermilch bestehen nach Maßgabe aktueller Leitlinien bei korrekt erfolgter postpartaler Immunisierung keine Einwände gegen das Stillen.
Hepatitis-C-Virus-Infektion (HCV):
Schwangerschaft und Therapie: Schwangerschaft und Stillzeit sind absolute Kontraindikationen für einen antiviralen HCV-Therapieansatz mit pegyliertem Interferon und Ribavirin. Zu beachten ist ferner, dass insbesondere unter Berücksichtigung der Teratogenität von Ribavirin ein sicherer Kontrazeptionsschutz über mindestens 6 Monate nach Absetzen beibehalten werden muss.
Falls unter laufender HCV-Therapie eine Schwangerschaft eintritt, muss die Therapie umgehend beendet werden, es besteht jedoch keine Indikation zum Schwangerschaftsabbruch.
Aktivität der Erkrankung: Veränderungen der biochemischen Aktivität der Virushepatitis und der HCV-Viruslast sind häufig im Rahmen einer Schwangerschaft nachweisbar. Hier ist oft ein gewisser Transaminasenabfall mit ansteigender HCV-Viruslast insbesondere in der Spätschwangerschaft festzustellen. Bisher liegen keine klinischen Daten vor, die einen signifikanten Einfluss einer oder mehrerer Schwangerschaften auf den Langzeitverlauf einer chronischen HCV-Infektion nahelegten.
Peripartales Transmissionsrisiko: Für die Hepatitis-C-Virus-Infektion wird ein perinatales Transmissionsrisiko von durchschnittlich < 5 % angegeben. Bei gleichzeitig bestehender HIV-Koinfektion sind deutlich höhere Infektionsraten von bis zu 36 % berichtet worden.
Wie bei der HBV-Infektion bestehen hinsichtlich eines vaginalen Entbindungsmodus und/oder Stillens keine grundsätzlichen Einwände vorbehaltlich einer ausgeschlossenen HIV-Koinfektion, zumal HCV in der Muttermilch nicht nachgewiesen werden konnte. Die Entscheidung wird aber in der Regel im Konsens mit den Pädiatern von Fall zu Fall getroffen.
Eine HCV-Transmission auf das Kind kann erst bei Antikörperpersistenz über den 18. Monat hinaus bzw. durch den Nachweis von HCV-RNA in mindestens 2 zu verschiedenen Zeitpunkten gewonnenen Serumproben als gesichert gelten.
Autoimmunhepatitis (AIH):
Exazerbationsrisiko: Wie bei anderen Autoimmunerkrankungen besteht auch für Schwangere mit Autoimmunhepatitis ein gesteigertes Risiko einer plötzlichen Verschlimmerung der Erkrankung, das mit 21–33 % bzw. bis zu 52 % in den ersten Monaten nach der Entbindung angegeben wird. Ferner sind das Fehlgeburts- und das perinatale Mortalitätsrisiko bei AIH-Schwangerschaften auf 24–27 % gesteigert.
Schwangerschaft und Therapie: Bei neu diagnostizierter AIH in der Schwangerschaft wird eine Steroidmonotherapie (aufgrund der Präparatesicherheit mit Prednisolon) bevorzugt. Bei Schwangerschaftseintritt unter Therapie mit Steroid und Azathioprin (AZA) wird aufgrund der hohen Schubgefahr bei Abbruch der immunsuppressiven Therapie zu einer Therapiefortsetzung geraten. Diesbezüglich ist wichtig, dass AZA mittlerweile bei gegebener Indikation als in der Schwangerschaft sicher gilt.
Stillen ist unter AZA (oder 6-Mercaptopurin) formal kontraindiziert.
Von klinischer Relevanz bei der Betreuung von AIH-Patientinnen mit Kinderwunsch ist der Ausschluss/Nachweis von Ösophagusvarizen und assoziierten Autoimmunerkrankungen.
Cholelithiasis (Gallensteinleiden):
Pathophysiologie und Häufigkeit: Bedingt durch die progesteroninduzierte eingeschränkte Motilität der Gallenblase besteht in der Schwangerschaft eine deutliche Neigung zur De-novo-Gallensteinbildung. In einer großen prospektiven Studie konnten sonografisch bei jeweils 5 % der Schwangeren Gallengries (Sludge) bzw. Konkremente festgestellt werden. Diese hohe Rate an Cholelithiasis kontrastiert jedoch mit einem vergleichsweise geringen Komplikationsrisiko: 1,2 % der Schwangeren entwickelten eine symptomatische Cholelithiasis ohne weitere klinische Komplikationen.
Passend hierzu zeigte sich, dass die Rate die Galle betreffender Komplikationen in der Schwangerschaft in Relation zu einem nicht schwangeren Kollektiv mit symptomatischen Gallenwegserkrankungen nicht signifikant unterschiedlich war. Insgesamt können somit solche Komplikationen in der Schwangerschaft als vergleichsweise selten angesehen werden. Interessanterweise besteht jedoch ein höheres Risiko für Gallenkoliken im Wochenbett, und die Cholezystektomierate im 1. Jahr nach der Entbindung erreicht 1 %.
Therapie: Bei Vorliegen einer akuten Gallenblasenentzündung kann diese in der Schwangerschaft meist konservativ durch Nahrungskarenz, parenterale Volumentherapie, Spasmolyse/Analgesie und intravenöse Antibiose (1. Wahl: Ampicillin) beherrscht werden.
Konservativ therapierte Patientinnen haben während der Schwangerschaft ein Rezidivrisiko von bis zu 40 %.
Bei dringlicher Indikation zur operativen Therapie kann diese unter spezifischen Bedingungen im 1. und 2. Schwangerschaftsdrittel als laparoskopische Cholezystektomie durchgeführt werden. Unter Berücksichtigung einer möglichen Auslösung vorzeitiger Wehentätigkeit und der schwierigen anatomischen Verhältnisse sollte eine Cholezystektomie im 3. Schwangerschaftsdrittel sehr zurückhaltend indiziert werden. Was die fetale Sterblichkeit anbelangt, besteht nach aktueller Datenlage mit 4 gegen 5 % ein geringer Vorteil für das laparoskopische Vorgehen. Wie außerhalb der Schwangerschaft werden symptomatische Gallengangssteine durch eine endoskopisch-retrograde Cholangiografie mit endoskopischer Sphinkterotomie und Konkrementextraktion behandelt. Dabei besteht hinsichtlich der Verwendung von Röntgenstrahlen auch im 1. Schwangerschaftsdrittel bei Beachtung der Strahlenschutzrichtlinien keine Kontraindikation.

Schwangerschafts-Cholestase

Die intrahepatische Schwangerschafts-Cholestase (ICP, Gallenstau, Schwangerschafts-Ikterus oder Schwangerschafts-Gelbsucht) ist eine seltene Lebererkrankung, die etwa 1-2 mal auf 1000 Schwangere auftritt, meist erst in den letzten drei bis vier Monaten der Schwangerschaft. Ein früher Beginn bedeutet eine schlechtere Prognose. Zwar gehen Fachleute von einem genetischen Zusammenhang aus, die Erkrankung kann aber auch ohne eine familiäre Veranlagung vorkommen. Sie muss unbedingt von einer Hepatitis C, dem HELLP-Syndrom, der sehr seltenen akuten Schwangerschaftsfettleber oder Gallensteinen abgegrenzt werden.

Die Schwangerschafts-Cholestase beeinträchtigt die Leberfunktion und kann bei schwerem Verlauf und unbehandelt gefährlich für das ungeborene Kind werden. Sie kann vorzeitige Wehen bis hin zur Totgeburt verursachen. Oft kann durch entsprechende Untersuchungen (z.B. CTG) festgestellt werden, dass das Baby in der Gebärmutter nicht mehr optimal versorgt wird. Ausserdem besteht für die Mutter nach der Geburt ein grösseres Risiko von Nachblutungen, weil ein Vitamin-K-Mangel besteht.

Das wichtigste Anzeichen für eine Schwangerschafts-Cholestase ist ein starker örtlicher Juckreiz, der an den Handflächen und Fusssohlen beginnt und sich dann über den Unterleib auf den gesamten Körper ausbreitet. Die Gelbfärbung der Haut und des Augenweiss ist eher selten. Ein leichter Juckreiz kommt während der Schwangerschaft gar nicht so selten vor. Falls aber Ihr Juckreiz sehr quälend ist und Sie deshalb verunsichert sind, wenden Sie sich sofort an Ihren Frauenarzt, Ihre Frauenärztin oder Ihre Hebamme. Eine Blutuntersuchung ergibt hohe Leberwerte. Dabei gilt die Höhe der Gallensäurekonzentration als wichtiger Anzeiger für den Verlauf der Erkrankung. Bei Werten > 40 µmol/l zum Zeitpunkt der Erstdiagnose steigt das Risiko für eine Frühgeburt deutlich an.

Die Behandlung besteht darin, den Juckreiz mit Salben oder Cremes (Antihistaminika) zu mildern. In schweren Fällen werden Medikamente eingesetzt (Rifampicin, Cholestyramin, S-Adenosylmethionin und Desoxycholsäure bzw. Ursodeoxycholsäure = UDCA). Vitamin K soll helfen, die Blutgerinnung bei der Geburt und im Wochenbett zu verbessern.

Die beste Therapie ist jedoch die Geburtseinleitung ab der 37. Schwangerschaftswoche. Nach der Geburt verschwindet nämlich die intrahepatische Schwangerschaftscholestase von selbst. Allerdings kommt es in folgenden Schwangerschaften häufig zu einer Wiederholung der Erkrankung.Die Leberwerte sollten auf jeden Fall weiter überwacht werden.

Hinter quälendem Juckreiz kann auch eine schwangerschaftsbedingte Hauterkrankung stecken.

Letzte Aktualisierung : 17-11-18, BH

Erhöhte Leberwerte – das kann dahinterstecken

Schlechte Leberwerte können viele verschiedene Gründe haben. Umso wichtiger ist ein regelmäßiger Bluttest, um Lebererkrankungen frühzeitig zu erkennen. Wir erklären, welche Leberwerte im Blut normal sind und was bei erhöhten Werten zu tun ist.

Erhöhte Leberwerte können auf eine beschädigte, erkrankte oder überlastete Leber hindeuten. Häufigste Ursache ist meist eine zu fettige Ernährung und ein übermäßiger Alkoholkonsum. Da das Organ im rechten Oberbauch aber über einen langen Zeitraum keine Schmerzen oder andere Symptome verursacht, gibt es im Falle einer Erkrankung auch keine frühzeitigen Warnzeichen ab. Mit ein Grund dafür, dass Erkrankungen der Leber oft erst sehr spät erkannt werden.

Aus diesem Grund werden die Leberwerte bei routinemäßigen Blutuntersuchungen genau geprüft, sodass eine mögliche Erkrankung oder ein Leberschaden möglichst frühzeitig erkannt und behandelt werden kann.

Die Leberwerte im Überblick

Nach der Blutabnahme misst ein Labor verschiedene Eiweiße (Enzyme) im Blutserum, die von der Leber produziert werden. Dabei gelten für Erwachsene folgende Werte als normal:

Wann gelten Leberwerte als erhöht?

Die Leberwerte gelten als erhöht, wenn sie die oben genannten Normbereiche überschreiten. Das Blutergebnis gibt für den Arzt dann erste Anhaltspunkte zur richtigen Diagnose.

Bei einer Blutuntersuchung kann eine Lebererkrankung erkannt werden. (c) ghazii/Fotolia

Was wird beim Bluttest festgestellt?

Je nachdem welches der Enzyme einen erhöhten Wert aufweist, können Mediziner bereits mögliche Ursachen erkennen:

  • der GPT-Wert deutet zum Beispiel auf eine Schädigung der Leber hin
  • ein erhöhter GGT-Wert wird durch chronischen Alkoholkonsum oder Gallensteine verursacht
  • Diverse Erkrankungen der Leber, des Blutes oder der Galle lassen den Bilirubinwert im Blut ansteigen. Lagert sich der sogenannte Gallenfarbstoff dann im Gewebe ab, kommt es zu einer gelblichen Verfärbung der Haut und der Schleimhäute – die sogenannte Gelbsucht (Ikterus).

Nachfolgend finden Sie einen Überblick zu den häufigsten Auslösern für schlechte Leberwerte.

Warum sind die Leberwerte zu hoch?

Die Liste für mögliche Ursachen ist lang. Häufige Auslöser für erhöhte Leberwerte sind:

  • Fettleber (durch Alkohol, Ernährung, Stress, Übergewicht oder Medikamente)
  • Entzündungen der Gallenwege (z. B. Gallensteine)
  • Akute oder chronische Hepatitis (Leberentzündung)
  • Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse)
  • Diabetes
  • Stoffwechselerkrankungen, z. B. Morbus Wilson
  • HELLP-Syndrom während der Schwangerschaft
  • Vergiftungen
  • Autoimmunerkrankungen
  • Leberzirrhose
  • Lebertumor
  • Stauungsleber
  • Zystische Fibrose (Mukoviszidose)

Zu beachten ist, dass schlechte Leberwerte nicht immer von dem Organ direkt ausgehen müssen. Denn starkes körperliches Training, eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse, Tuberkulose oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen ebenfalls eine Erhöhung der Leberwerte.

Ein Bluttest allein reicht nicht aus, um eine sichere Diagnose zu stellen

Die durch den Bluttest festgestellten, hohen Leberwerte geben zwar erste Hinweise darauf, dass etwas nicht stimmt, nicht jedoch wo die eigentliche Ursache liegt. Ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt und dementsprechende Folgeuntersuchungen des Patienten sind wichtig, um den Ursprung für die zu hohen Werte ausfindig machen zu können.

Leberwerte senken – aber wie?

Bei erhöhten Leberwerten ist eine schnelle aber schonende Behandlung des Patienten wichtig. Je nachdem welche Ursache für die schlechten Leberwerte verantwortlich ist, kommen unterschiedliche Behandlungsmethoden in Betracht. Sind Gallensteine die Ursache, ist eine operative Entfernung der Steine meist unumgänglich.

Bei einer Fettleber kommen in der Regel keine oder nur selten Medikamente zum Einsatz, denn hier kann durch eine Ernährungsumstellung sowie den Verzicht auf fettreiche Lebensmittel und Alkohol eine Besserung erzielt werden. Bis sich eine Fettleber jedoch halbwegs wieder regeneriert bzw. entgiftet hat, vergehen nicht selten mehr als sechs Monate. Leberentzündungen lassen sich gut mit Medikamenten oder Antibiotika behandeln.

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Kann man erhöhten Leberwerten vorbeugen?

Um erhöhte Leberwerte zu verhindern, sollten Sie auf alles verzichten, was der Leber schaden kann. Dabei sind vor allem zwei Faktoren entscheidend: Medikamente und Ernährung.

Medikamente können Leberwerte verschlechtern

Viele Medikamente werden von der Leber abgebaut und haben daher einen erheblichen Einfluss auf das Organ. Nehmen Sie beispielsweise Medikamente nur dann ein, wenn es wirklich notwendig ist bzw. ein Arzt Ihnen diese verordnet hat.

Lebensmittel, die nicht gut für die Leber sind

Tierische Fette, Zucker und Alkohol mag unsere Leber überhaupt nicht, weshalb Sie nach Möglichkeit gänzlich darauf verzichten oder nur in geringem Maße zu sich nehmen sollten. Auch wenn wir zu wenig Wasser trinken, kann das einen negativen Einfluss auf die Leber haben.

> Leber in Gefahr: Deswegen sollten Sie nie Schmerzmittel und Alkohol zusammen einnehmen

So können Sie Ihrer Leber etwas Gutes tun

Gemüse, Kräuter oder Gewürze die Bitterstoffe enthalten, können das Organ auf eine schonende und gesunde Art anregen und erhöhten Leberwerten vorbeugen. Hierzu gehören beispielsweise Radicchio, Chicorée oder Endivien, Wermut, Löwenzahn, Artischocken, Brokkoli, Spinat, Rosenkohl, Sesam und vieles mehr. Auch dunkle Schokolade besitzt viele Bitterstoffe und entlastet das „Entgiftungsorgan“.

> Die besten Lebensmittel für eine gesunde Leber

Auch diese Werte sollten Sie kennen

Nicht nur erhöhte Leberwerte können gefährlich für die Gesundheit sein. Auch die folgenden Werte sollten Sie regelmäßig überprüfen lassen:

> LDL-und HDL-Cholesterin (Blutfettwerte)

> Die wichtigsten Blutwerte

> Blutzuckerwerte

> PSA-Wert bei Männern

Häufige Erkrankungen der Leber

Die Leber ist sehr widerstandsfähig und kann auch dann noch ihre Aufgaben erfüllen, wenn sie teilweise geschädigt ist. Zudem kann sie Schäden sehr gut reparieren, solange diese nicht zu schwerwiegend sind. Werden Leberschäden jedoch zu spät erkannt, können diese nicht mehr rückgängig gemacht werden. Die Leber enthält selbst keine Nerven, Druckschmerz unter dem rechten Rippenbogen oder Oberbauchkrämpfe als Folge von Lebererkrankungen entstehen vielmehr durch Spannung der Bindegewebskapsel, die die Leber umhüllt. Eine typische Begleiterscheinung von Lebererkrankungen sind Müdigkeit und Leistungsabfall. Deshalb bezeichnen Mediziner auch „Müdigkeit als den Schmerz der Leber“. Außerdem leiden Menschen mit einer Erkrankung der Leber häufig unter einer gestörten Blutgerinnung, da ihre Leber die dafür notwendigen Eiweiße nicht mehr ausreichend produziert.

Eine Blutuntersuchung ist ein wichtiges Hilfsmittel zur Diagnose von Lebererkrankungen Bei einer Schädigung der Leber gelangen typische Eiweiße aus den Zellen ins Blut. Erhöhte Leberwerte geben dem Arzt deshalb wertvolle Hinweise auf Art und Ausmaß der Erkrankung.

Übersicht Erkrankungen:

  • Gelbsucht
  • Hepatitis
  • Primär biliäre Zirrhose
  • Primär sklerosierende Cholangitis
  • Leberzirrhose
  • Schäden durch Alkohol
  • Akutes Leberversagen
  • Tumoren
  • Alveoläre Echinokokkose
  • Zystische Echinokokkose

Gelbsucht

Bei Gelbsucht (Ikterus) färben sich die Haut, Schleimhäute und die Lederhaut der Augen gelb. Die gelbe Farbe wird durch Ablagerung von Bilirubin in den Geweben verursacht. Gelbsucht ist also keine Erkrankung, sondern ein Symptom, das auftreten kann, wenn übermäßig viele rote Blutkörperchen zerfallen, die Leberfunktion zerstört oder der Abfluss der Galle durch Gallensteine blockiert ist.

Gelbsucht kann viele Ursachen haben, häufig tritt sie bei Erkrankungen der Leber, der Gallengänge oder der Bauchspeicheldrüse auf, z. B. bei einer Leberentzündung (z. B. Hepatitis A, B oder C), einer Leberzirrhose, bei Störungen des Galleabflusses durch Gallengangsteine oder bei einem bösartigen Tumor der Bauchspeicheldrüse (Pankreaskarzinom). Die Gelbfärbung von Haut, Schleimhäuten und Lederhaut der Augen geht zurück, wenn die Ursache der Gelbsucht behandelt wird.

Hepatitis

Eine Hepatitis ist eine Entzündung der Leber. Die Ursachen der Entzündung sind vielfältig: Viren, Bakterien, Parasiten oder Pilze, Alkohol und andere Giftstoffe, Medikamente, angeborene Störungen, Strahlentherapie, Entzündungen der Gallenwege u.a. Man unterscheidet eine akute von einer chronischen Hepatitis. Welche Beschwerden die Hepatitis verursacht, wie die Krankheit verläuft und wie sie behandelt wird, hängt von der auslösenden Ursache ab. Typische Symptome einer Hepatitis sind die Gelbsucht, Müdigkeit und manchmal Juckreiz.

Primär biliäre Zirrhose (PBC „primäre nichteitrige destruierende Cholangitis“)

Die primär biliäre Zirrhose ist eine chronische Entzündung der Gallenwege (Cholangitis). Die Ursache dafür ist unbekannt. Über 90% der Patienten sind Frauen, meist sind sie älter als 40 Jahre. Am Anfang treten wenige Beschwerden auf, später kommt es zu Juckreiz, Müdigkeit, Leistungsabfall und Verdauungsstörungen. Die Krankheit kann nicht geheilt werden, lediglich ihre Symptome können mit Medikamenten behandelt werden.

Primär sklerosierende Cholangitis

Die primär sklerosierende Cholangitis ist eine Entzündung der mittleren und größeren Gallenwege mit unbekannter Ursache. Bis zu 60% der Patienten leiden gleichzeitig unter einer Colitis ulcerosa. Die Patienten haben Juckreiz und Oberbauchbeschwerden. Später kann es zu Gewichtsverlust oder Gelbsucht kommen. Die Krankheit kann nicht geheilt werden, gegen die Beschwerden (z. B. Juckreiz) werden Medikamente gegeben. Gallengangkrebs kann langfristig die Folge sein.

Leberzirrhose

Eine Leberzirrhose ist das Endstadium vieler chronischer Lebererkrankungen. Am häufigsten wird eine Leberzirrhose durch ständigen übermäßigen Alkoholkonsum oder Viren im Rahmen einer Leberentzündung (Hepatitis) hervorgerufen. Bei der Zirrhose wird das normale Drüsengewebe der Leber umgebaut: Es bilden sich Knoten und das Drüsengewebe wird durch Bindegewebe ersetzt. Die Sinusoide und kleinen Gefäße können deshalb kein Blut mehr abtransportieren. Da durch die Leberarterie und die Pfortader jedoch weiterhin Blut in die Leber strömt, staut sich dieses vor der Leber. Dadurch erhöht sich der Druck in den Blutgefäßen, insbesondere in der Pfortader (Pfortaderhochdruck oder portale Hypertension). Außerdem kann eine „fortgeschrittene“ Leberzirrhose zu einer Gelbsucht führen.

Manchmal bilden sich neue Blutgefäße und das Blut aus der Pfortader wird über „Umgehungskreisläufe“ an der Leber vorbei zum Herzen geleitet. Dann kann das Blut nicht entgiftet werden und die Leber nimmt nicht alle Nährstoffe auf, die aus dem Darm in die Pfortader gelangt sind. Bei einer fortgeschrittenen Leberzirrhose können die giftigen Substanzen ins Gehirn gelangen und dort zunächst zu Konzentrationsstörungen, Zittern, Muskelzuckungen, Gangunsicherheit, psychische Veränderungen und ständige Schläfrigkeit verursachen und später sogar zum Koma führen.

Eine Leberzirrhose entwickelt sich schleichend, oft wird sie erst in einem späten Stadium erkannt. Die wichtigste Therapiemaßnahme ist, die Grundkrankheit zu behandeln.

Schäden durch Alkohol

Regelmäßiger starker Alkoholkonsum schädigt den ganzen Körper und in besonderem Maße auch die Leber. Als Folge wird in die Leber Fett eingelagert. Kommt zu einer solchen Fettleber eine Entzündung dazu, wird dies als alkoholische Fettleber-Hepatitis bezeichnet. Bei langjährigem Alkoholkonsum kann sich eine Leberzirrhose entwickeln. Als tägliche Schwellendosis für risikoarmen Alkoholgenuss gilt eine Menge von einem halben Liter Bier bzw. einem viertel Liter Wein für Männer und ein viertel Liter Bier bzw. ein achtel Liter Wein für Frauen.

Akutes Leberversagen

Bei einem akuten Leberversagen oder akuter Leberschwäche ist die Funktion der Leber plötzlich gestört, ohne dass der Patient vorher eine Lebererkrankung hatte. Am häufigsten wird das akute Leberversagen durch eine Infektion der Leber mit Viren (Hepatitis) oder durch giftige Stoffe wie Medikamente, Drogen, Knollenblätterpilze oder Chemikalien hervorgerufen. Die Patienten bekommen Gelbsucht, haben Gerinnungsstörungen, werden schläfrig oder fallen ins Koma. Die Krankheit muss sofort behandelt werden. Ist die Leber stark geschädigt, bleibt unter Umständen nur noch eine Lebertransplantation als Ausweg.

Tumore

Es gibt gutartige und bösartige Tumore der Leber. Der häufigste gutartige Tumor ist das Hämangiom der Leber. Andere gutartige Lebertumoren sind das Leberadenom oder die fokale noduläre Hyperplasie (FNH). Meist werden die Tumoren per Zufall entdeckt. Große Tumoren werden in einer Operation entfernt. Bösartige Tumoren können entweder in der Leber selbst entstehen (hepatozelluläres Karzinom = primäres Leberzellkarzinom, Angiosarkom oder Hepatoblastom) oder Tochtergeschwülste (Metastasen) von bösartigen Tumoren an anderen Stellen im Körper sein, z. B. von einem Krebs im Darm oder in der Brust.

Alveoläre Echinokokkose

Die alveoläre Echinokokkose ist eine Infektion des Körpers mit dem Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis). Der Parasit wird durch Füchse, Hunde oder Katzen übertragen. Die Infektion breitet sich in der Leber wie ein bösartiger Tumor aus und kann die Leber zerstören. Die betroffenen Teile der Leber müssen, wenn möglich, operativ entfernt werden.

Zystische Echinokokkose

Die zystische Echinokokkose wird durch den Hundebandwurm (Echinococcus granulosus) hervorgerufen. Nach Durchdringen der Darmwand gelangen die „Hakenlarven“ überwiegend über die Pfortader in die Leber. Sie können aber auch über den Blutkreislauf direkt andere Organe (Lunge, Milz, Hirn, Nieren) erreichen. Wenn möglich sollten die Zysten chirurgisch entfernt werden, alternativ kann der Arzt Albendazol zur Behandlung verabreichen.

Gamma GT Wert erhöht: Ursachen und einfache Tricks

  • Sie haben nur eine Leber, deswegen sollten Sie dieses Organ pfleglich behandeln. Vermeiden Sie also alles, was die Leber schädigen könnte.
  • Dazu zählt natürlich Alkohol. Ein Gläschen Wein von Zeit zu Zeit verkraftet eine gesunde Leber problemlos. Ist das Organ jedoch schon geschädigt, verzichten Sie Ihrer Leber zuliebe besser ganz auf Alkohol.
  • Eine Fettleber kann nicht nur durch Alkohol verursacht werden, sondern auch durch Übergewicht. Haben Sie einige Pfunde zu viel, sollten Sie versuchen, Gewicht zu verlieren. Neben einer Diät ist natürlich eine gesunde Ernährung ausschlaggebend.
  • Hauptaufgabe der Leber ist die Entgiftung. Mit einem Kaffee-Einlauf unterstützen Sie die Leber dabei. Wie genau so ein Einlauf durchgeführt wird und wie er im Einzelnen wirkt, beschreiben wir Ihnen in einem gesonderten Artikel.
  • Rauchen schadet der Leber ebenfalls. Möchten Sie dem Organ also etwas Gutes tun, verzichten Sie auf die Glimmstangel. Tipps und Tricks, wie Sie mit dem Rauchen aufhören, halten wir für Sie in einem weiteren Artikel bereit.
  • Als wichtiges Organ profitiert auch die Leber von ausreichend Bewegung und somit besserer Durchblutung und angeregtem Stoffwechsel.
  • Müssen Sie bestimmte Medikamente einnehmen, die die Leber schädigen, wird Ihr Arzt die Leberwerte in regelmäßigen Abständen kontrollieren und gegebenenfalls mit einem Therapiewechsel reagieren.

Schwangerschafts-Cholestase: Gallenstau in der Leber

Plötzlich juckt es überall: Juckreiz am ganzen Körper, ohne dass ein Hautausschlag zu sehen ist, kann ein Indiz für eine Schwangerschafts-Cholestase sein. Das müssen Sie darüber wissen.

Was ist eine Schwangerschafts-Cholestase?

Eine Cholestase bezeichnet einen Rückstau von Gallensäuren und anderen Gallenbestandteilen in der Leber. Da die Galle nicht richtig oder gar nicht mehr in den Darm abfließen kann, werden die Leberfunktionen beeinträchtigt.
Unterschieden wird zwischen einer extrahepatischen Cholestase bei welcher eine mechanische Behinderung der Gallenwege – beispielsweise durch Gallensteine oder Tumore – vorliegt und der intrahepatischen Cholestase, welche durch Virushepatitiden, Hämangiome, Arzneimittel oder durch eine Schwangerschaft ausgelöst werden kann.
Die Ursachen für eine Schwangerschafts-Cholestase sind noch nicht vollständig erforscht. Einige Experten vertreten die Ansicht, dass der Gallenstau durch die Hormone Östrogen und Progesteron verursacht wird – der Körper von Betroffenen also sehr sensibel auf hohe Konzentrationen dieser Hormone reagiert. Hier könnte auch eine genetische Veranlagung eine Rolle spielen: Der Abtransport der Gallensäure funktioniert von Beginn an schon schlechter und wird durch die weiblichen Hormone noch weiter gehemmt. Daher macht sich eine Schwangerschafts-Cholestase besonders im letzten Drittel der Schwangerschaft bemerkbar, da diese Hormone dann einen besonders hohen Stand im Blut erreichen.
Betroffen sind ein bis zwei aus 1000 Schwangeren, damit gehört die Schwangerschafts-Cholestase zu den recht seltenen Schwangerschaftsleiden. Wer einmal unter Schwangerschafts-Cholestase leidet, läuft aber Gefahr bei den folgenden Schwangerschaften wieder daran zu erkranken.

Ständiger Juckreiz am ganzen Körper: Ein Indiz für die Schwangerschafts-Cholestase

Symptome und Diagnose einer Schwangerschafts-Cholestase

Juckreiz am ganzen Körper ist das Hauptsymptom der Schwangerschafts-Cholestase. Vor allem an den Handflächen und Fußsohlen ist dieser besonders ausgeprägt und unangenehm. Hautreizungen oder -irritationen sind dagegen nicht zu sehen.
In wenigen, besonders schweren Fällen lässt sich ein Anstieg der Leberwerte im Blut beobachten oder die Betroffenen entwickeln durch den Anstieg des Farbstoffs Bilirubin im Blut eine Gelbsucht. Tritt eine Gelbsucht ein, kann sich auch der Urin verdunkeln und die Fäkalien werden blasser (weißer Stuhlgang).
Da Juckreiz viele Ursachen haben kann, ist für die Diagnose zunächst eine Abgrenzung von anderen Krankheiten (beispielsweise Neurodermitis) notwendig. Eine eindeutige Diagnose erfolgt über eine Blutuntersuchung, bei der die Konzentration der Gallensäure festgestellt wird. Da es sein kann, dass Schwangere an dem typischen Juckreiz leiden, bevor eine erhöhte Konzentration an Gallensäure nachgewiesen werden kann, ist es in manchen Fällen nötig, die Blutabnahme etwas später zu wiederholen.

Wie wirkt sich der Gallenstau auf die werdende Mutter und ihr Kind aus?

Der Juckreiz kann für die Betroffenen sehr unangenehm sein und sie an ihre psychischen und physischen Grenzen bringen. Da das Jucken nachts häufig noch stärker ist, leiden betroffene Schwangere auch oft an Schlafmangel und klagen über Erschöpfungsgefühle. Selten kann es auch sein, dass der Gallenstau die Blutgerinnung beeinträchtigt.
Schwerwiegender können die Konsequenzen einer Schwangerschafts-Cholestase für das ungeborene Kind ausfallen. Die Hauptsorge ist, dass das Kind zu früh auf die Welt kommt, da die Gallensäure über das Blut der Mutter in den Blutkreislauf des Babys gelangt. In besonders schlimmen Fällen kann der Gallenstau deshalb auch eine Totgeburt verursachen. Wird bei Ihnen eine Schwangerschafts-Cholestase festgestellt, wird Ihr Arzt Sie und das Baby deswegen sehr genau überwachen: Ultraschalluntersuchungen oder eine elektronische Überwachung des Herzschlags können Aussagen über den Gesundheitszustand Ihres Babys geben. Eventuell wird Ihr Arzt Ihnen auch raten, die Wehen früher einleiten zu lassen – je nachdem, wie es Ihrem Baby geht, was Ihre Blutwerte aussagen und wie Sie mit dem Juckreiz zurechtkommen.

Behandlung der intrahepatischen Cholestase

Gegen den Juckreiz werden Betroffenen rückfettende Cremes und Salben (zum Beispiel mit dem Wirkstoff Polidocanol) verschrieben. Auch Antihistamin-Tabletten können eine lindernde Wirkung haben.
Eventuell wird der Arzt auch Ursodeoxycholsäure verschreiben. Der Wirkstoff soll der Leber helfen, wieder normal zu funktionieren und damit den Gallensäure-Level im Blut zu senken. So kann auch das Kind vor den drohenden Gesundheitsschäden geschützt werden.
Eine engmaschige Überwachung von Kind und Mutter ist während der gesamten Schwangerschaft von großer Wichtigkeit.
Einige Wochen nach der Geburt sollte erneut Blut abgenommen werden, in der Regel sollten sich die Blutwerte normalisiert haben. Langfristig empfehlen Ärzte betroffenen Frauen, auf hormonelle Verhütung zu verzichten, da Verhütungsmethoden wie die Anti-Baby-Pille eine erneute Erkrankung begünstigen können.

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Organverschiebung in der Schwangerschaft: Das Baby macht sich Platz im Bauch

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Intrahepatische Schwangerschaftscholestase

Im Fall einer intrahepatischen Schwangerschaftscholestase wirken genetische Veranlagung und hormonelle Faktoren zusammen: Aufgrund einer erblichen Genveränderung weist ein Transportprotein, das für die Ausscheidung der Gallensäuren durch die Leberzellen verantwortlich ist, eine verminderte Funktion auf. Weibliche Hormone (Östrogene und Gestagene) hemmen den Abtransport der Galle zusätzlich. In den letzten Monaten der Schwangerschaft erreichen diese Hormone besonders hohe Blutspiegel.

Daher macht sich die Genveränderung typischerweise in der Spätschwangerschaft bemerkbar: Die Konzentration der Gallensäuren im Blut steigt an, und die werdende Mutter leidet an starkem Juckreiz.

Symptome: Wie äußert sich eine intrahepatische Schwangerschaftscholestase?

Das typische Krankheitszeichen ist heftiger Juckreiz am gesamten Körper. Dieser ist gelegentlich im Bereich von Handflächen und Fußsohlen besonders stark ausgeprägt. Die Haut sieht zunächst völlig unverändert aus. Erst wenn die Betroffene kratzt oder scheuert, werden Hautveränderungen wie Kratzspuren oder gerötete Knoten sichtbar. Ein Anstieg der Leberwerte im Blut wird nur in wenigen, besonders schweren Fällen beobachtet. Auch kommt es nur selten vor, dass der Blutspiegel des Farbstoffs Bilirubin ansteigt und dass Haut und Augenbindehäute sich gelblich verfärben (Gelbsucht, Ikterus).

Nach der Geburt sinken die Spiegel der weiblichen Hormone, die Konzentration der Gallensäuren im Blut normalisiert sich und der Juckreiz verschwindet. Wenn die Betroffene später wieder schwanger wird oder eine hormonelle Verhütungsmethode wie die Anti-Baby-Pille anwendet, kommt es fast immer erneut zu einer intrahepatischen Cholestase. Noch viel problematischer als der quälende Juckreiz der werdenden Mutter ist, dass die Gallensäuren in den Blutkreislauf des ungeborenen Kindes übertreten. Wenn eine intrahepatische Schwangerschaftscholestase nicht korrekt behandelt wird, drohen eine Frühgeburt sowie ein schwerer Sauerstoffmangel des Kindes während der Entbindung.

Diagnose: Wie stellt der Arzt eine intrahepatische Schwangerschaftscholestase fest?

Der Arzt fragt die Schwangere nach ihrer Krankengeschichte und erkundigt sich nach ähnlichen Erkrankungsfällen in der Familie. Dann untersucht er die gesamte Haut der Patientin. Dabei fahndet er auch nach Anhaltspunkten für eine andere Schwangerschaftsdermatose. Um die Diagnose zu sichern, nimmt er der Patientin Blut ab. Sie sollte für diese Untersuchung nüchtern sein. Der Arzt lässt dann unter anderem die Konzentration der Gallensäuren im Blut bestimmen.

Behandlung: Was hilft bei intrahepatischer Schwangerschaftscholestase?

Rückfettende Cremes und Lotionen, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Polidocanol, lindern den Juckreiz der Mutter, vermindern aber nicht das Risiko für das ungeborene Kind. Der Wirkstoff Ursodeoxycholsäure hingegen normalisiert den Blutspiegel der Gallensäuren und schützt das Kind vor den drohenden Gesundheitsschäden. Während der Behandlung kontrolliert der Arzt regelmäßig bei der Mutter Gallensäuren und Leberwerte.

Ursodeoxycholsäure besitzt für diese Indikation noch keine Zulassung, gilt aber als Mittel der Wahl. Arzt und Patientin müssen gemeinsam klären, ob und unter welchen Umständen die Therapie infrage kommt.

Zusätzlich sollte das ungeborene Kind engmaschig durch den Gynäkologen überwacht werden. Langfristig sollte die Mutter auf hormonelle Verhütungsmethoden wie die Anti-Baby-Pille verzichten und statt dessen lieber andere Verhütungsmethoden wählen.

Eine intrahepatische Schwangerschafts-Cholestase tritt meist im dritten und nur gelegentlich auch schon im zweiten Trimenon auf, hat Professor Ulrich Beuers vom Klinikum München Großhadern berichtet. Typisch sei ein quälender Juckreiz, der von einem milden Ikterus begleitet sein kann, sagte Beuers bei der ärztlichen Fortbildung „Fokus Hepatologie“ in München. Die Serumwerte von Transaminasen und Gallensäuren sind erhöht.

Fehlt der Pruritus, ist erweiterte Diagnostik notwendig

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Ohne Pruritus ist eine intrahepatische Schwangerschafts-Cholestase praktisch ausgeschlossen, wie Beuers bei der von der Falk Foundation und Essex Pharma unterstützten Veranstaltung betonte. Hat eine Schwangere einen Ikterus oder auffällige Leberwerte und keinen Juckreiz, müsse nach anderen Ursachen wie einer Virushepatitis oder obstruierenden Gallengangsteinen gesucht werden.

Warum und wie es bei manchen Frauen zu der Erkrankung kommt, ist unklar. Nach epidemiologischen Daten gibt es sowohl Hinweise auf umweltbedingte als auch auf erbliche Komponenten. Denn: In Mitteleuropa ist nur jede 500. bis 1000. Schwangere betroffen; in Skandinavien sind es ein bis zwei Prozent und in Teilen Lateinamerikas sogar acht bis 15 Prozent aller Schwangeren.

Werden Patientinnen mit intrahepatischer Schwangerschafts-Cholestase nicht behandelt, kommt es bei 20 bis 60 Prozent von ihnen zu einer Frühgeburt und bei ein bis zwei Prozent zu einer Totgeburt.

Nach Studienergebnissen reduziert eine frühe Therapie mit Ursodeoxycholsäure (etwa Ursofalk®), täglich 10 bis 15 mg pro Kilogramm Körperwicht, den Juckreiz und die Leberwerte der Mütter deutlicher als Cholestyramin. Offensichtlich werde mit der Therapie auch das Risiko von Früh- oder Totgeburten durch die Behandlung mit Ursodeoxycholsäure weitgehend bannt, sagte Beuers.

Gallenstau – Symptome, Diagnose und Therapie

Wer schon einmal ein Gallensteinleiden hatte, der ist vielleicht auch mit dem Gallenstau (Cholestase) vertraut. Dieser tritt nämlich mit Vorliebe im Zuge dieses Leidens auf. Doch auch andere Gesundheitsbeschwerden können unter bestimmten Voraussetzungen zu einer Cholestase führen. In diesem Beitrag erfahren Sie alle wichtigen Details zur Entstehung, möglichen Ursachen sowie zur Behandlung des Gallenstaus.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Unsere Gallenblase (Vesica biliaris) ist für eine störungsfreie Verdauung unabdingbar. Denn in ihr wird der von der Leber gebildete Gallensaft (Bilis) gespeichert und eingedickt, bevor er je nach Bedarf zur Fettverdauung in den Zwölffingerdarm geleitet wird. Wenn wir besonders fettige Nahrung zu uns nehmen, wird demzufolge mehr Gallensaft aus dem Speicher der Gallenblase benötigt. Um die Fettmoleküle verzehrter Lebensmittel sorgfältig aufzuspalten, besteht der Gallensaft aus verschiedenen Zusätzen, welche es erlauben, Fettlipide zu emulgieren. Als Hauptbestandteile gelten dabei:

  • Wasser – bildet einen Anteil von ca. 82 Prozent des Gallensaftes und bestimmt dessen flüssige Konsistenz.
  • Gallensalze / Gallensäuren – zu etwa zwölf Prozent im Gallensaft enthalten und für die Emulgierung der Fette im Darm verantwortlich; zusätzlich erleichtern sie den Verdauungsenzymen die Zersetzung der Nahrung.
  • Phospholipide – Phospholipide wie Lecithin kommen mit einem Anteil von bis zu vier Prozent im Gallensaft vor und sind ebenfalls an der Zerlegung von Nahrungsfetten beteiligt. Im Detail helfen Phospholipide dabei, die Fetttröpfchen so umzubauen, dass sie vom Körper verstoffwechselt werden können.

Der Gallenstau tritt häufig in Verbindung mit einem Gallensteinleiden auf, aber auch andere Gesundheitsbeschwerden können zu einer Cholestase führen. (Bild: PIC4U/fotolia.com)

Ebenfalls in der Galle enthalten sind geringe Mengen an Cholesterin sowie die Gallenfarbstoffe Bilirubin und Biliverdin. Letztere entstehen in der Leber durch den Abbau des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) und werden bis zu ihrer Ausscheidung aus dem Körper vorübergehend im Gallensaft gespeichert. Diesem geben die Gallenfarbstoffe seine bräunliche Farbe, die sich aus der Vermischung des roten Bilirubin und des grünen Biliverdin ergibt.

Bei einem Gallenstau kommt es nun zu einer herabgesetzten, wenn nicht sogar gänzlich blockierten Weiterleitung aller genannten Gallenzusätze. Der Gallensaft kann folglich nur noch unzureichend bis gar nicht in den Darm weitergeleitet werden, was die Fettverdauung logischerweise massiv beeinträchtigt. In Abhängigkeit vom jeweiligen Entstehungsmechanismus lässt sich eine Cholestase dabei in zwei verschiedene Formen einteilen:

  1. Extrahepatische Cholestase:
    Extrahepatisch bedeutet so viel wie „außerhalb der Leber”. Daraus ist abzuleiten, dass die Ursachen für eine extrahepatische Cholestase für gewöhnlich nicht in der Leber zu finden sind. Meist liegen hier mechanische Beeinträchtigungen des Gallenflusses vor, wie es beispielsweise bei einer Blockade der Gallenwege durch Gallensteine der Fall ist.
  2. Intrahepatische Cholestase:
    Als Gegenstück zum extrahepatischen Gallenstau beschreibt die intrahepatische Cholestase jene Formen des Krankheitsbildes, die auf Ursachen „innerhalb der Leber” beruhen. Es kommt demzufolge durch Leberbeschwerden zum Rückstau des Gallensaftes. Denkbar sind hier zum Beispiel Lebererkrankungen wie Hepatitis oder auch Lebervergiftungen durch einen exzessiven Alkoholkonsum.

Häufig ist der Gallenstau auf ein bereits vorliegendes Gallensteinleiden zurückzuführen. (Bild: Henrie/fotolia.com)

Gallensteine als Hauptursache

Wie bereits erwähnt, ist der Gallenstau sehr häufig auf ein bereits vorliegendes Gallensteinleiden (Cholelithiasis) zurückzuführen. Die Gallensteine entstehen dabei durch ein stoffliches Ungleichgewicht in der Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit. Ein Übermaß an festen Stoffen – maßgeblich Gallensalze – provoziert hier oftmals zunächst einen Gallengrieß, worunter man die zähflüssige Eindickung des Gallensaftes durch zu viele Festbestandteile versteht. Im Anschluss kommt es zum Ausfall von Salzkristallen, die sich nach und nach zu einem Gallenstein verdichten.

Zu Beginn sind die Gallensteine noch sehr klein und verbleiben vorerst in der Gallenblase. Im weiteren Verlauf können sich diese sogenannten Cholelithen jedoch lösen und in die Gallenwege abwandern, wo sie dann den Stofftransport blockieren. Sind Gallensteine für den Gallenstau verantwortlich, so spricht man von einer extrahepatischen Cholestase.

Cholestase bei Gallenerkrankungen

Einige weitere extrahepatische Ursachen für den Gallenstau verbergen sich hinter schwerwiegenden Erkrankungen der Gallenblase. Denkbar ist zum Beispiel eine Gallengangsentzündung (Cholangitis), bei der es entzündungsbedingt zu Schwellungen im Bereich der Gallenwege kommt. Die Gallenflüssigkeit kann hier nicht mehr störungsfrei abgeleitet werden, was letztendlich den Gallenstau zur Folge hat. Ähnlich sieht es auch bei der Gallenblasenentzündung (Cholezystitis) aus, wobei hier eher Blockaden am Pfortenbereich der Gallenwege entstehen.

Sowohl der Cholangitis, als auch der Cholezystitis liegt in etwa 90 bis 95 Prozent aller Fälle ein Gallensteinleiden zugrunde. Allerdings kann auch ein Tumorgeschehen die Blockade auslösen. Mehr noch, sind Tumorerkrankungen wie das Gallengangskarzinom dazu imstande, selbstständig eine Cholestase auszulösen. Eine dritte, mit Verengungen der Gallenwege einhergehende Ursache ist ferner vernarbtes Gallengewebe. Dazu kommt es Beispielsweise im Rahmen von Gallengangsoperationen.

Lebererkrankungen und Gallenstau

Vielfältig sind die möglichen Ursachen einer Cholestase auch bei intrahepatischen Formen. Allen voran ist es hier die Leberentzündung (Hepatitis), die immer wieder einen Gallenstau hervorruft. Insbesondere im fortgeschrittenem Stadium beeinträchtigt eine Hepatitis nämlich die Bildung der Gallenflüssigkeit in der Leber. Dies ist umso wahrscheinlicher, wenn eine Virushepatitis etwa durch:

vorliegt. Die Virusinfektion wirkt sich dabei massiv auf die Sekretbildung des Gallensaftes aus, welcher in der Folge zähflüssiger werden und neben einem Gallenrückstau auch zu der Entstehung von Gallensteinen beitragen kann. Ferner ist ein Lebertumor (Leberhämangiom) als Auslöser der Cholestase denkbar. Wie beim Gallengangskarzinom wird hier der Transportweg der Galle bis zur Gallenblase durch tumorbedingte Verengungen behindert, was den Gallenrückstau verursacht.

Einige weitere Störungen beim Transport der Galle von der Leber zur Gallenblase lassen sich aus ungünstigem Substanzeinfluss ableiten. So tragen Alkohol, aber auch Arzneimittel und Giftstoffe nicht selten zu einer veränderten beziehungsweise gestörten Sekretion in der Leber bei. Gleichzeitig kann es durch die Substanzen auch zu reizbedingten Leberschwellungen und Lebervergrößerungen kommen.

Es können auch solch raumfordernde Körperprozesse wie eine Schwangerschaft die Ursache für einen Gallenstau sein. (Bild: drubig-photo/fotolia.com)

Darüber hinaus sind auch raumfordernde Körperprozesse wie eine Schwangerschaft nicht als Ursache auszuschließen. Hier ist es das stetig wachsende ungeborene Kind, das gegebenenfalls auf die Leber drückt und so den Gallenfluss behindert.

Cholestase durch Blut- und Gefäßkrankheiten

Apropos Schwangerschaft: Hin und wieder kommt ein Gallenstau auch bei Neugeborenen vor. Die Ursache liegt in diesen Fällen meist in einer Blutgruppenunverträglichkeit des Kindes begründet, was im späteren Verlauf zu einer erhöhten Bilirubinsekretion sowie Thrombosen im Bereich der Gallengefäße führen kann. Überhaupt sind Thrombosen im Gallen- und Leberbereich eine weitere Gesundheitsbeschwerde, die zur Verengung oder zum vollständigen Verschluss der Gallentransportwege beitragen kann.

Risikofaktor: 5xF

Eine besondere Risikogruppe wird von einem speziellen Frauentyp gebildet, der im medizinischen Fachjargon auch als „5xF” bezeichnet wird. Der Terminus geht aus den englischen Begriffen für jene fünf Eigenschaften hervor, die dieser Risikogruppe zugeschrieben werden, nämlich:

  1. weiblich (female),
  2. helles Haar (fair hair),
  3. fruchtbar (fertile),
  4. übergewichtig (fat),
  5. um die 40 Jahre alt (forty).

Warum gerade diese Patientinnen verhältnismäßig oft an einem Gallenstau erkranken, ist noch nicht vollständig geklärt. Es lässt sich aber vermuten, dass hier zum einen die besondere menopausale Hormonlage von Frauen um die 40 Jahre eine Rolle bei der Gallensekretion sowie beim Umbau von Gallen- und Lebergewebe spielt. Zum anderen scheinen auch genetische Besonderheiten heller Haar- und Hauttypen sowie die Herausforderung der Fettverdauung bei Übergewicht mit in die Problematik einzuspielen.

Ein Gallenstau kann sich auch recht lange hinter sehr unspezifischen Beschwerden, wie zum Beispiel Übelkeit verstecken. (Bild: terovesalainen/fotolia.com)

Symptome

Ein Gallenstau macht sich zumeist an einer Reihe spezifischer Symptome bemerkbar. Sehr häufig kann es aber auch sein, dass er sich bei einem schleichenden Verlauf zuerst eine Zeit lang hinter sehr unspezifischen Beschwerden versteckt, die aber oft gezielt nach dem Verzehr bestimmter (vorwiegend fettreicher) Lebensmittel auftreten. Zu diesen unspezifischen Beschwerden gehören:

  • Übelkeit,
  • Oberbauchdruck,
  • Völlegefühl,
  • Blähungen (Meteorismus),
  • Leichte Fiebrigkeit bis zu 38 °C,
  • Mattheit,
  • Durchfall.

In den meisten Fällen treten diese Beschwerden wiederholt nach üppigen Mahlzeiten auf und klingen innerhalb weniger Stunden von selbst wieder ab. Hierbei liegt dann auch die Gefahr eines Gallenstaus begründet: Häufig demaskieren sich diese Symptome nämlich erst dann als manifeste Gallenproblematik und gehen in spezifischere Symptome über, wenn sich der Körper, bedingt durch den Gallenstau, in einer akuten Situation befindet und sich eine der möglichen Komplikationen wie beispielsweise eine Gallenkolik, eine Entzündung, eine drohende Perforation, ein Gallenblasenabszess oder sogar ein beginnendes Leberversagen eingestellt hat.

Die spezifischen Symptome eines Gallenstaus stellen sich dann sehr plötzlich ein und führen nun nicht selten zu einer sehr einschneidenden, belastenden und vor allem angstauslösenden Situation bei Betroffenen. Im Folgenden werden die für einen Gallenstau charakteristischen Beschwerden näher erläutert:

Schmerzen

Die unspezifischen und schnell wieder abklingenden Oberbauchbeschwerden spitzen sich zu heftigen, krampfartigen Schmerzen im Ober- und Mittelbauch zu, die in den Rücken und die rechte Schulter ausstrahlen können. Häufig treten diese als Gallenkolik bezeichneten Schmerzzustände in Kombination mit vegetativen Begleiterscheinungen wie Schweißausbrüchen, Brechreiz, Erbrechen und drohendem Kreislaufkollaps mit erhöhter Herzfrequenz (Tachykardie), niedrigem Blutdruck (Hypotonie) und verstärkter Atmung (Tachypnoe) auf. In sehr schwerwiegenden Fällen kann sich die Schmerzsituation zu einem akuten Abdomen ausweiten, welches sich in einer prall gespannten Bauchdecke und einer Abwehrspannung äußert.

Gelbsucht

Aufgrund des Rückstaus von Gallenfarbstoffen kann es bei Cholestase zu einem blass verfärbten Stuhl sowie einer Ansammlung von Bilirubin und Biliverdin im Körpergewebe kommen. Das daraus resultierende Beschwerdebild der Gelbsucht (Ikterus), ist folglich sehr häufig ein Hinweis auf bestehende Störungen im Gallentransport.

Durch den Gallenstau kann die Gallenflüssigkeit nicht mehr in den Darm abfließen und staut sich zurück bis in die Leberwege. Hierdurch kann auch das in der Leber entstandene Blutabbauprodukt Bilirubin nicht mehr in der notwendigen Menge in die Gallenflüssigkeit abgegeben werden und tritt in das Blut über. Mit dem normalen Blutfluss verteilt sich das Bilirubin nun in ungewohnt hoher Konzentration im Körper und tritt in das Gewebe über, was zu einer Vielzahl von gut beobachtbaren Symptomen führt:

  • Gelbfärbung der Haut in Verbindung mit starkem Juckreiz,
  • Gelbfärbung der weißen Lederhaut der Augen (Sklerenikterus),
  • Entfärbter Stuhlgang (hellgelb bis weiß),
  • (dunkel-)braune Verfärbung des Urins.

Warnung: In sehr schwerwiegenden Fällen kann auch die Leber infolge der Gallenproblematik in ihrer Funktion eingeschränkt sein. Hieraus können Störungen in der Blutgerinnung (bemerkbar durch eine erhöhte Blutungsneigung) und im Eiweißhaushalt (bemerkbar durch vermehrte Ödeme im Bereich des Rumpfes und der Extremitäten) resultieren!

Diagnose

Ein Gallenstau wird mitunter oftmals nur zufällig bei Ultraschalluntersuchungen des Bauchraumes diagnostiziert, die eigentlich mit einem anderen Fokus durchgeführt wurden. Häufig kommt es zu diesem Zufallsbefund, wenn ein Steinleiden der Galle Ursache des Gallenstaus ist.

Wird ein Gallenstau als Ursache der Symptome vermutet, werden Ärzte zur Unterstützung der Verdachtsdiagnose eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraums durchführen. (Bild: Elnur/fotolia.com)

Vermuten Arzt oder Ärztin einen Gallenstau als Ursache der Symptome der Betroffenen, wird zur bildgebenden Unterstützung der Verdachtsdiagnose eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraums durchgeführt. Hierbei können auch schon mögliche Ursachen für den Gallenstau beurteilt werden. Zum Beispiel lassen sich Gallensteine sonografisch meist sehr gut beurteilen und in ihrer Beschaffenheit und Größe abgrenzen.

Lässt sich eine verdickte Gallenblasenwand darstellen, ist dies ein deutliches Anzeichen für einen stattfindenden Entzündungsprozess in der Gallenblase. Auch eine mögliche Beteiligung der Leber lässt sich im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung feststellen.

Da die Symptome eines Gallenstaus theoretisch auch andere Diagnosen zulassen, sollten diese durch weiterführende Diagnostika ausgeschlossen werden. Hierfür stehen folgende Untersuchungen zur Verfügung:

Differentialdiagnose Untersuchungsmethoden
Herzinfarkt EKG, Echokardiogramm
Darmverschluss (Ileus) Röntgen und/ oder CT vom Bauchraum
Lungenentzündung (Pneumonie) Röntgen vom Thorax, Lungenfunktionsprüfung
Nierenbeckenentzündung, Blasenentzündung Sonografie, Urinuntersuchung
Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) ERCP

Zur Unterstützung der Diagnose werden Arzt oder Ärztin auch laborchemische Untersuchungen des Blutes durchführen. Typischerweise werden hierbei die Entzündungswerte (CRP, Blutsenkungsgeschwindigkeit, kleines Blutbild), die Bilirubinwerte (direktes und indirektes Bilirubin) und die Leberwerte (GOT, GGT, GPT, alkalische Phosphatase) bestimmt. Vermuten Ärzte einen Tumor als Ursache für den Gallenstau werden sie eine CT-Untersuchung veranlassen, um Lokalisationen weiterer Geschwüre ausfindig machen zu können. Vor einer angepassten Therapie könnten in diesem Fall auch noch Probeentnahmen an den inneren Organen auf die Betroffenen zukommen.

Therapie

Da sich die möglichen Ursachen für einen Gallenstau sehr unterschiedlich gestalten, müssen Ärzte von Fall zu Fall entscheiden, welche Therapiemaßnahmen zielführend sind. Ein operativer Eingriff lässt sich aber in den allermeisten Fällen nicht vermeiden. Sei es nun, dass Gallensteine oder gar Organabschnitte der Leber oder Galle entfernt werden müssen, um eine Besserung des Patientenzustandes zu erreichen. Ergänzend stehen medikamentöse und heilpflanzliche Maßnahmen beziehungsweise Hausmittel zur Verfügung, um die Symptome zu lindern.

Operation

Fast immer ist die Cholestase ein Ereignis, das letztlich irgendwann einen chirurgischen Eingriff notwendig macht. Bei einem Gallensteinleiden stehen diesbezüglich verschiedene Operationsmethoden zur Verfügung.

Denkbar ist unter anderem die endoskopische Extraktion von Gallensteinen, auch endoskopische retrograde Choliangiopankreatikographie genannt (kurz: ERCP). Das Verfahren kann bereits während der Diagnosestellung zum Einsatz kommen und erlaubt nach der endoskopischen Begutachtung der Gallenblase sowie der Gallenwege die Entfernung der Steine mit entsprechenden Instrumenten. Vor der Entfernung müssen die Gallenwege hierfür zunächst durch einen Ballon aufgebläht und so künstlich erweitert werden müssen. Auch das Legen eines Katheters, durch den der Gallenstein später abgeleitet wird, ist mit Hilfe der Endoskopie möglich.

Um Gallensteine zu entfernen, gibt es verschiedene Verfahren. Man kann sie unter anderem mittels einer endoskopischen Extraktion beseitigen oder auch mit einer extrakorporalen Stoßwellenlithotripsie zertrümmern. (Bild: jozsitoeroe/fotolia.com)

Eine alternative Behandlungssmethode zur Steinentfernung ist die extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (kurz: ESWL), bei der die Gallensteine mittels Stoßwellen zertrümmert werden. Allerdings besteht hier ein hohes Risiko, dass Rückstände zertrümmerter Steine in der Gallenblase verbleiben und das Steinleiden nach einigen Jahren wieder aufflammt.

Betroffene, die häufig unter Gallensteinen oder Gallenproblemen im Allgemeinen leiden, oder eine ernste Tumorerkrankung aufweisen, werden sich über kurz oder lang mit einer operativen Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie) konfrontiert sehen. Diese kann auf zwei Wegen durchgeführt werden:

  1. Cholecystektomie durch ein Laparoskop – Die Gallenblase wird nach dem Schlüssellochprinzip durch mehrere kleine Löcher in der Bauchdecke entfernt.
  2. Cholecystektomie durch Laparotomie – Die Gallenblase wird über einen Bauchschnitt entfernt.

In der Regel versucht man einer laparoskopischen Entfernung den Vorzug zu geben, da dieser Eingriff mit einer schnellen Genesungszeit für die Betroffenen verbunden ist und weniger belastend für ihn ist. Stehen die Ärzte jedoch größeren Komplikationen gegenüber, muss unter Umständen doch eine Laparotomie durchgeführt werden, wodurch eine operative Entfernung der Gallenblase (Cholecystektomie) nicht ausbleibt.

Zwar kann man einen Gallenstau konservativ behandeln und hierbei auch mit natürlichen Ansätzen unterstützend wirken, jedoch ist eine Cholestase ein Krankheitsgeschehen, welches sehr häufig mit einem sogenannten Bumerang-Effekt einhergeht. Betroffene werden aller Wahrscheinlichkeit nach immer wieder mit den Symptomen eines Gallenstaus konfrontiert sein, in immer kürzer werdenden Abständen und mit zunehmender Heftigkeit. Hierdurch steigt auch die Komplikationsrate, die teilweise sogar lebensbedrohlich sein kann. Deshalb ist man heutzutage dazu übergegangen, bei Gallenproblemen sehr zügig zu operieren. Vor allem im Hinblick darauf, dass eine Cholecystektomie unter nicht lebensbedrohlichen Umständen eine sehr einfache Operation mit einer geringen Komplikationsrate und einer schnellen Genesungszeit für die Betroffenen ist.

Medikamentöse Therapie

Gallensteine als Ursache für den Gallenstau können unter Umständen auch mittels Litholyse entfernt werden. Dabei werden spezielle Arzneimittel verabreicht, die auf Basis von Ursodeoxycholsäure oder Chenodeoxycholsäure hergestellt wurden. Die Wirkstoffe sorgen für eine Auflösung der Steine im Körper, welche im Anschluss leicht ausgeschieden werden können. Allerdings besteht bei der Litholyse eine ähnlich hohe Rezidivrate wie bei der Steinzertrümmerung. Das gilt vor allem für Gallensteine, die größer als fünf Millimeter sind, weshalb das medikamentöse Verfahren meist nur bei sehr kleinen Steinen zum Einsatz kommt.

Bei Krebserkrankungen im Bereich der Leber oder der Gallenblase kommt, soweit möglich, eine Kombination aus Operation und Strahlen- oder Chemotherapie zum Einsatz. Der Tumor wird hierfür zunächst einige Zeit bestrahlt beziehungsweise mit Chemoterapeutika wie Fuorouracil, Cisplatin oder Irnotecan behandelt, um ihn zu verkleinern. Danach nehmen Chirurgen einen Eingriff vor, bei dem das Tumorgewebe im Idealfall vollständig entfernt wird. Sollte dies nicht möglich sein, ist eventuell auch hier eine vollständige Entfernung des befallenen Organs notwendig, um ein Streuen der Krebszellen zu verhindern.

Haben Betroffene akute Beschwerden, werden Ärzte erst einmal versuchen die Symptome mit Medikamenten unter Kontrolle zu bekommen. (Bild: motortion/fotolia.com)

Suchen Betroffene mit akuten Beschwerden einen Arzt oder eine Ärztin auf, werden diese keinesfalls sofort eine Operation anordnen, sondern erst einmal versuchen die Symptome mit Medikamenten unter Kontrolle zu bekommen. Gleiches gilt für Gallen- oder Leberentzündungen, die sich bedingt ebenfalls medikamentös behandeln lassen. Hier stehen ihnen Medikamente mit verschiedenen Ansatzpunkten zur Verfügung:

  • Schmerzen:
    Um die Schmerzen zu lindern, stehen verschiedene Schmerzmittel zur Verfügung. Allerdings sollte im Hinblick auf eine bevorstehende Operation auf Schmerzmittel verzichtet werden, die zeitgleich auch eine blutverdünnende Wirkung haben, wie beispielsweise ASS, beziehungsweise Aspirin. Mittel der Wahl sind daher Novalgin, Ibuprofen und Metamizol.
  • Krämpfe:
    Die Schmerzen gehen sehr oft mit starken Krämpfen im Bauchbereich einher. Diese lassen sich sehr gut mit dem Spasmolytikum Buscopan behandeln. Dieses Medikament kann sowohl als Tablette, als auch in zäpfchenform oder über die Vene verabreicht werden.
  • Entzündung:
    Eine häufige Komplikation der Cholestase ist eine Entzündung. Um diese beherrschen zu können wird oft ein Antibiotikum verabreicht. Mitunter wird eine Antibiotikatherapie auch in Abwesenheit von Entzündungszeichen und –parametern, rein prophylaktisch gestartet.

Solange keine Lebensgefahr besteht, werden Betroffene erst solange symptomatisch behandelt, bis ihr Allgemeinzustand mit einer Operation vereinbar ist. Dieses Vorgehen hat sich bewährt, um die Gefahr möglicher Komplikationen, die mit einer Operation einhergehen können, einzudämmen.

Hausmittel

Betroffene können bei bestehendem Gallenstau auch selbst tätig werden und sowohl die akute Phase des Gallenstaus mit ihren Symptomen, als auch den Heilungsprozess nach einer Operation aktiv unterstützen.

  • Akute Phase mit diversen Gallenbeschwerden:
    Das medikamentöse Therapieregime der Ärzte kann durch Nahrungskarenz (nur schluckweises Trinken von stillem Wasser oder ungesüßten Kräutertees), Bettruhe, warme Bauchwickel und die engmaschige Kontrolle der Körpertemperatur (Hinweis auf den Entzündungsprozess) unterstützt werden.
  • Nach der Operation:
    Nach erfolgreicher Operation können Betroffene bis zu einem halben Jahr später noch mit Völlegefühl, Blähungen und Durchfall zu kämpfen haben. Das kann als Hinweis betrachtet werden, dass der Körper sich noch nicht in vollem Umfang an den neuen Zustand gewöhnt hat und auf bestimmte Nahrungsmittel oder auf üppige Mahlzeiten mit diesen Symptomen reagiert. Eine Umstellung der Ernährung und der Ernährungsweise kann hier durchaus Abhilfe schaffen. Generell wird im Zusammenhang mit Gallenerkrankungen häufig eine fettarme und ballaststoffreiche Ernährung empfohlen. Jedoch können Betroffene auch einfach selbst testen, welche Nahrungsmittel ihnen gut bekommen und auf welche sie zukünftig einfach besser verzichten sollten.

Es gibt einige Produkte aus der Naturheilkunde die bei Gallenproblemen helfen, wie zum Beispiel die Schüler Salze Nummer 7 und 10. (Bild: Gerhard Seybert/fotolia.com)

Naturheilkunde und weitere Maßnahmen

In der Phase der akuten Symptome kann man mit einigen Schüßler Salzen und homöopathischen Mitteln den Körper unterstützen. Bei starken Schmerzen kann das Schüßler Salz Nr. 7 mehrmals täglich angewandt als „Heiße Sieben“ die Schmerzen lindern. Und dem Schüßler Salz Nr. 10 wird eine Gallenfluß-anregende Wirkung nachgesagt. Im Bereich der Homöopathie können folgende Präparate im Zusammenhang mit Gallenproblemen angewendet werden:

  • Nux vomica (bei Völlegefühl nach dem Essen, Oberbauchbeschwerden),
  • Berberis (bei Koliken, zur Entschlackung),
  • Carduus marianus (Mariendistel, das „Leber- und Gallenmittel“ schlechthin),
  • Chelidonium (bei Schmerzen).

Auch mit der Ernährung kann man bei Gallenproblemen durch die häufige Verwendung bestimmter Heilpflanzen und –kräuter unterstützend einwirken. Die Heilpflanzen haben dabei zwei unterschiedliche Ansatzpunkte:

Senken des Cholesterins als Baustoff, der zu Gallensteinen führen kann:

  • Ein Glas Wasser mit ein bis zwei Esslöffeln Zitronensaft oder Apfelessig (ein- bis zweimal täglich).
  • Ein bis zwei Esslöffel Flohsamenschalen (im Müsli oder Smoothie oder pur, ein- bis zweimal täglich).

Mit der Ernährung kann man bei Gallenproblemen unterstützend einwirken, zum Beispiel Flohsamenschalen haben eine Cholesterinsenkene Wirkung. (Bild: farfalla2017/fotolia.com)

Stärkung der Lebergesundheit und Förderung der Gallensaftausscheidung:

  • Salat aus Löwenzahn,
  • Pfefferminztee, Schafgarbentee,
  • Rote Beete und Artischocke als Beilage zu einer Mahlzeit,
  • Verwendung des Gewürzes Kurkuma.

Mögliche Krankheiten bei einem Gallenstau

  • Gallensteine,
  • Gallengries,
  • Gallengangsentzündung,
  • Gallenblasenentzündung,
  • Gallengangskarzinom,
  • Hepatitis,
  • Leberhämangiom,
  • Lebervergiftung,
  • Thrombosen.

(ma)

Quellen anzeigen Autor: Miriam Adam Quellen:

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Juckreiz bei Lebererkrankungen

Was ist Juckreiz bei Lebererkrankungen?

Die Leber hat eine ganze Reihe unterschiedlicher Aufgaben, unter anderem die Reinigung des Bluts von Abbauprodukten. Diese Abbauprodukte werden mithilfe der Gallenflüssigkeit ausgeschieden, die in den Darm abgegeben wird. Aus unterschiedlichen Gründen kann dieser Vorgang gehemmt werden, sodass dieser Ausscheidungsvorgang nicht funktioniert und nicht alle Abbauprodukte entfernt werden. Daraus kann sich ein störender Juckreiz entwickeln. Bei Stauung der Gallenflüssigkeit tritt Juckreiz bei etwa 25 % der Patienten als frühes Symptom auf. Weitere typische Symptome einer Lebererkrankung sind Gelbsucht, Müdigkeit, Schmerzen im rechten Oberbauch, Übelkeit, Appetitlosigkeit und Blähungen.

Bei verschiedenen Lebererkrankungen kann es zu einem unangenehmen Juckreiz kommen (hepatischer Juckreiz). Beispiele für solche Erkrankungen sind Störungen des Gallenflusses während der Schwangerschaft, chronische Leberentzündung (Hepatitis), primär biliäre Zirrhose, Gelbsucht durch Stau in den Gallengängen, primär sklerosierende Cholangitis, Krebs der Gallenwege, durch Medikamente hervorgerufene Störungen der Gallensekretion und verschiedene seltene Erbkrankheiten.

Ursachen

In den meisten Fällen beruht der Juckreiz auf einem Gallenstau (Cholestase), bei dem die Abgabe der Gallenflüssigkeit aus der Leber blockiert ist. Die Ursache für diesen Gallenstau kann eine Lebererkrankung (intrahepatisch) oder eine Blockierung der äußeren Gallengänge (extrahepatisch) sein. Der Juckreiz stammt nicht aus der Haut, sondern ist durch Signale bedingt, die das zentrale Nervensystem empfängt und die einen allgemeinen Juckreiz auslösen. Als Ursache wird die Gallensalzkonzentration vermutet, aber auch andere körpereigene Stoffe spielen eine Rolle.

Häufig tritt der Juckreiz vor anderen Symptomen einer Lebererkrankung auf. Der Juckreiz kann so stark sein, dass er die Lebensqualität erheblich mindert. Der hepatische Juckreiz ist am stärksten in den Handflächen und an den Fußsohlen, in schweren Fällen kann der Juckreiz auch den ganzen Körper betreffen. Manche Patienten klagen über Juckreiz im Gehörgang, in der Nase und sogar am Augenhintergrund. Die Intensität kann von einem irritierenden bis hin zu einem fast brennenden Juckreiz reichen. Der Juckreiz ist nachts am beschwerlichsten.

Zunächst bestehen keine Hautveränderungen. Durch Kratzen können aber Hautabschürfungen, Krusten und Risse entstehen, die sich entzünden können.

Diagnostik

Die Diagnose wird anhand der Krankengeschichte (Anamnese) gestellt. In vielen Fällen ist bereits eine Lebererkrankung bekannt, sodass die Erklärung einfach ist. Wenn die Erkrankung mit Juckreiz beginnt, ist die Diagnose unter Umständen schwieriger zu stellen.

Bei einer körperlichen Untersuchung tastet Ihr Arzt Leber und Lymphknoten ab und untersucht die Haut. Er nimmt Ihnen Blut ab, um die Leberwerte zu bestimmen.

Zusätzlich können Leber und Gallenwege in einer Ultraschall-Untersuchung oder mit anderen bildgebenden Verfahren begutachtet werden. In seltenen Fällen kann auch eine Gewebeprobe der Leber entnommen werden.

Zur Therapie gehört die Behandlung der zugrunde liegenden Lebererkrankung.

Es gibt viele Möglichkeiten zur Linderung des Juckreizes, aber keine Therapie, die sämtlichen Patienten hilft. Betroffene müssen daher Geduld haben und sich darauf einstellen, dass möglicherweise mehrere Behandlungsversuche nötig sind.

Salben oder Gele mit Zusätzen von Capsaicin, Menthol, Kampfer, Lidocain oder Polidocanol können den Juckreiz der Haut lindern. Wenn sich die aufgekratzte Haut entzündet hat, können für kurze Zeit Salben oder Cremes mit Kortison oder sogenannten Calcineurininhibitoren, die das Immunsystem hemmen, aufgetragen werden.

Ihr Arzt kann Ihnen auch verschiedene Medikamente zum Einnehmen verschreiben. Als Mittel der Wahl gilt dabei Colestyramin, ein Wirkstoff, der Gallensäuren im Darm bindet. Auch Antihistaminika können versucht werden, haben aber meist keine ausreichende Wirkung.

Juckreiz durch Gallenstau während der Schwangerschaft wird mit Ursodeoxycholsäure, die den Gallenstau auflöst, behandelt.

Prognose

Der Juckreiz ist ungefährlich und wirkt sich nicht auf die Prognose in Bezug auf die zugrunde liegende Lebererkrankung aus. In den meisten Fällen hört der Juckreiz von allein wieder auf, er kann aber mehrere Wochen bis Monate anhalten, in einigen Fällen sogar Jahre.

  • Ein während der Schwangerschaft auftretender Juckreiz verschwindet fast immer nach der Entbindung.
  • Bei einer primär biliären Zirrhose variiert der Juckreiz, und die Betroffenen dürfen auch ohne Behandlung eine spontane, zeitweilige Verbesserung erwarten.
  • Bei einem durch Medikamente hervorgerufenen Gallenstau oder einem Juckreiz ohne eindeutigen Auslöser kann der Juckreiz bis zu sechs Monate anhalten und dann verschwinden.
  • Der Juckreiz bei Cholestase, der auf einem Stau in den Gallengängen beruht, verschwindet ein paar Tage nach Wiederherstellung der normalen Gallensekretion.

Weitere Informationen

  • Chronische Hepatitis
  • Primär biliäre Zirrhose
  • Karzinome der Gallenwege
  • Leberzirrhose und chronisches Leberversagen
  • Hepatischer Pruritus – Informationen für ärztliches Personal

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden

Gallenwerte “ Bedeutung und Normwerte “ Auf welche Erkrankungen weisen zu hohe Gallenwerte hin?

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Die Gallenblase hat die Funktion, den Verdauungssaft Galle aus der Leber zwischenzuspeichern. Dieser ist für die Fettverdauung notwendig, denn er emulgiert die Nahrungsfette im Dünndarm zu kleinen Tröpfchen. Das erleichtert den Angriff von Verdauungsenzymen, die sie aufbereiten und für die Darmschleimhaut aufnehmbar machen.

Kommt es zu Stauungen der Gallenflüssigkeit, zieht sich dieser bis in die Leber zurück und führt dort zu Veränderungen des Blutbildes. Wir möchten Ihnen nachfolgend erklären, welche Blutwerte bei Erkrankungen der Gallenblase verändert sind und welche Krankheiten sich hinter erhöhten Werten verbergen.

Blutwerte der Gallenblase – Bedeutung erhöhter Gallenwerte:

  1. Die Gallenblase dient der Zwischenspeicherung der Gallenflüssigkeit, die die Leber für die Fettverdauung im Darm bildet.
  2. Durch die Ankonzentrierung der Primärgalle kann es zur Bildung von Gallensteinen kommen.
  3. Diese sind die Hauptursache für Verstopfungen der ableitenden Gallenwege.
  4. Solche Abflussbehinderungen führen zu Entzündungen der Gallenwege und Gallenblase.
  5. Diese führen zu kolikartigen Schmerzen im rechten Oberbauch und sind von erhöhten Entzündungszeichen, Leberwerten und Bilirubin in den Blutwerten gekennzeichnet.

Blutwerte der Gallenblase bei Entzündungen der Gallenblase (Cholezystitis)

Längerfristige Stauungen der Galle dehnen die Gallenblase und/oder Gallengänge. Zum einen führt das zu teils erheblichen Schmerzen, zum anderen kommt es bei einer dauerhaften Belastung zu Entzündungen.

Daher sind bei einer Untersuchung der Blutwerte die Entzündungszeichen erhöht:

  • Leukozytenanzahl (LEUK, WBC) – Normalwert 3,8 – 10,5 Tausend pro Mikroliter
  • C-reaktives Protein (CRP Wert) – Normalwert unter 0,5 Milligramm pro Deziliter
  • Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG Wert) – Normalwert unter 20 Millimeter

Zudem sind die Leberwerte erhöht:

  • Glutamal-Oxalacetat-Transaminase (GOT, ASAT) – Normalwert bei Männern unter 17, bei Frauen unter 15 Units pro Liter
  • Glutamat-Pyruvat-Transaminase (GPT, ALAT) – Normalwert bei Männern unter 23, bei Frauen unter 19 Units pro Liter
  • Gamma-Glutamyltranspeptidase (GGT, γ-GT) – Normalwert bei Männern unter 66, bei Frauen unter 39 Units pro Liter
  • Alkalische Phosphatase (AP) – Normbereich bei Männern 70 – 175, bei Frauen 55 – 147 Units pro Liter

und steigt beim Ikterus der Blutwert für

  • Bilirubin – Normalwert indirektes Bilirubin unter 0,7 Milligramm pro Deziliter, direktes Bilirubin unter 0,3 Milligramm pro Deziliter.

Was macht die Gallenblase?

Umgangssprachlich bezeichnet „Galle“ sowohl die Gallenblase als auch die Gallenflüssigkeit, die eigentliche Galle.

Die Gallenblase (Vesica biliaris, Vesica fellea) ist ein dünnwandiger, birnförmiger Sack von acht bis zwölf Zentimetern Länge und einer Breite von vier bis fünf Zentimetern. Die Wandung ist von glatten Muskelzellen durchsetzt. Sie liegt unterhalb der Leber in einer Ausbuchtung und besteht aus einem Hals (Collum), Körper (Corpus) und Gallenblasengrund (Fundus). Der Hals verbindet sie über den Lebergang (Ductus hepaticus communis) mit der Leber, von der sie den Verdauungssaft, die Galle erhält. Sie dient der Zwischenspeicherung und kann davon bis zu fünfzig Milliliter Galle aufnehmen.

Eine Abgabe dieser Gallenflüssigkeit erfolgt nur, wenn Nahrung verdaut werden muss. Das vegetative Nervensystem meldet, wenn Nahrung im Anmarsch ist. Dann zieht sich die Gallenblase zusammen und gibt etwas von der Verdauungsflüssigkeit ab. Die Weitergabe erfolgt über den Gallengang (Ductus choledochus), eine Fortsetzung des Lebergangs in den Zwölffingerdarm (Dudodenum).

Seine Einmündung (Papilla duodeni major) liegt in unmittelbarer Nähe der Einmündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreas), die hier ebenfalls ihr Verdauungssekret einleitet. Ähnlich wie bei Magen und Harnblase wird die Abgabe des Inhaltes durch einen Ringmuskel (Sphinkter) geregelt.

Was ist Galle?

Die Leber produziert täglich bis zu 700 Milliliter Primärgalle. Sie enthält eine Reihe schwerlöslicher Substanzen, die über die Galle ausgeschieden werden und die man als „gallepflichtig“ bezeichnet. Zudem enthält sie Abbauprodukte des Hämoglobins, das bräunlich-gelbe Bilirubin und dessen Vorstufe, das grünliche Biliverdin.

Dieses Sekret gibt die Leber in die Gallenblase ab, die Wasser aus der Primärgalle entzieht und diese so ankonzentriert. Dadurch wird aus der gelblichen Primärgalle die grünlich-bräunliche eigentliche Gallenflüssigkeit. Mit der Galle geht der Körper sparsam um. Nur bei Nahrungsaufnahme wird etwas Flüssigkeit in den Zwölffingerdarm abgegeben. Der größte Teil davon wird über die Darmschleimhaut wieder aufgenommen, vom Blut in die Leber transportiert und dort wiederverwertet.

Im Darm dient die Galle dazu, die Nahrungsfette in kleine Tröpfchen zu zerlegen. Dazu dienen Phospholipide wie der bekannte Emulgator Lecithin. Eine solche Emulsion ist für die Verdauungsenzyme wesentlich leichter angreifbar als große Tropfen, da sie nur an der Oberfläche wirken können. Die Emulgierung vergrößert diese wesentlich.

Die Zwischenspeicherung der Galle war für unsere Vorfahren wichtig, die bei der Jagd nur selten Beute erlegten. Dann musste diese schnell aufgegessen und verwertet werden. Ohne massenhaft zur Verfügung stehende Galle hätten die Nahrungsfette nicht verdaut werden können und Durchfälle verursacht.

Erkrankungen des Gallensystems

Wenn die Blutwerte der Gallenblase anders ausfallen als normal, ist irgendwo das „System Galle“ beeinträchtigt:

  • die Leber, die die Gallenflüssigkeit produziert;
  • die Gallengänge, die die Gallenflüssigkeit in die Gallenblase beziehungsweise in den Dünndarm leiten;
  • die Gallenblase, die für die Speicherung der Galle verantwortlich zeichnet.

Die häufigsten Erkrankungen, die die Blutwerte der Gallenblase verändern und zu Beschwerden führen, sind:

  • Gallensteine in Gallenblase oder ableitenden Gallengängen (Cholelithiasis)
  • Entzündungen der Gallenblase (Cholezystitis)
  • Bewegungsstörungen (Dykinesien) mit schmerzhaften Kontraktionen in Gallenblase und Gallengängen
  • Krebs von Gallenblase und Gallengängen (Gallenblasenkarzinom und Gallengangkarzinom).

Blutwerte der Gallenblase: Symptome bei Bewegungsstörungen (Dyskinesien) in den Gallenwegen

Gallenwegsdyskinesie bezeichnet man auch als Reizgalle. Dabei handelt es sich um eine psychosomatische Erkrankung, ähnlich wie Reizdarm oder Reizmagen. Wie beschrieben erfolgt die Ausschüttung der Galle auf einen Reiz des vegetativen Nervensystems, sobald Nahrung zur Verfügung steht. Eine Störung des vegetativen Nervensystems durch Stress und psychologische Probleme kann daher auch die Gallenwege in Mitleidenschaft ziehen.

Die mit einer Gallenwegsdyskinesie verbundenen Schmerzen im Oberbauch sind im Prinzip harmlos, für den Patienten aber ausgesprochen unangenehm. In der Regel verändern sich die Blutwerte der Gallenblase bei Dyskinesien nicht.

Blutwerte der Gallenblase: Symptome bei Krebs der Gallenblase und Gallengänge

Tumoren der Gallenblase und Gallengänge (Gallenblasenkarzinom und Gallengangkarzinom) treten nur selten auf. Sie bleiben lange Zeit symptomfrei, bis sie den Abfluss der Galle zu behindern beginnen und es dadurch zu einem Rückstau in der Gallenblase oder zurück in die Leber kommt. Dann treten die typischen Beschwerden eines Rückstaus und Verschlussikterus auf.

Blutwerte der Gallenblase beim Rückstau der Gallenflüssigkeit (Cholestase)

Den genannten vier Haupterkrankungen der Gallenblase ist gemein, dass es in ihrem Verlauf häufig zu einem Gallenstau kommt. Dabei kommt es darauf an, wo dieser Rückstau stattfindet: entweder in der Gallenblase selbst durch die Verstopfung des Abflusses durch den Hals der Gallenblase oder in den ableitenden Gallenwegen, dem Lebergang (Ductus hepaticus) oder dem Gallengang (Ductus choledochus). In letzterem Falle staut sich die Gallenflüssigkeit bis in die Leber zurück und zieht auch diese in Mitleidenschaft (Cholestase). Ein solcher Verschluss zu einem posthepatischen (hinter der Leber erfolgenden) Verschlussikterus, einer Gelbsucht.

Typisch für einen Verschlussikterus ist ein zu hoher Bilirubinwert im Blut.

  • Normalwert indirektes = an Bluteiweiß Albumin gebundenes Bilirubin unter 0,7 Milligramm pro Deziliter
  • Normalwert direktes = an Glucuronsäure gebundenes Bilirubin unter 0,3 Milligramm pro Deziliter

Ab zwei Milligramm indirektem Bilirubin pro Deziliter verfärbt sich die weiße Lederhaut (Sklera) der Augen gelb, ab etwa fünf Milligramm auch die Haut.

Die Dehnung der Gallenwege führt zu schmerzhaften Entzündungen und beeinträchtigt die Leberfunktion. Das Fehlen des Sterkobilins als Folgeprodukt des Bilirubins im Darm führt zu hellem Stuhlgang. Dagegen ist durch die vermehrte Produktion von Urobilinogen aus dem vermehrt im Blut kursierenden Bilirubin der Urin dunkelgelb bis braun.

Zudem ist die Fettverdauung im Darm mangels Galle gestört. Das führt zu Fettstühlen und langfristig zu einer verminderten Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen (Vitamin A, Vitamin D, Vitamin E, Vitamin K). Daraus resultiert Vitaminmangel mit den entsprechenden Erscheinungen wie Osteoporose, Störungen der Blutgerinnung und Beeinträchtigungen der Nervenleitfähigkeit.

Symptome bei Gallensteinen (Cholelithiasis)

Gallensteine entstehen bei der Ankonzentrierung der Primärgalle in der Gallenblase. Hauptbestandteil ist meistens das wasserunlösliche Cholesterin. Sind zu wenig löslich machende Phospholipide oder Gallensäuren vorhanden, fällt es aus und bildet helle Cholesterinsteine. Die selteneren, harten und fast schwarzen Pigmentsteine bestehen vor allem aus Bilirubin. Daneben gibt es Mischformen aus beiden Materialien, bei dem zusätzlich Calciumcarbonat eingelagert sein kann (Verkalkung).

Oftmals findet man keine großen Gallensteine, sondern nur kleine, griesförmige Ablagerungen. Dieser Gallengries wird im Röntgenbild oder bei einer Ultraschalluntersuchung oft übersehen, kann aber zu den gleichen Verstopfungen und Abflussbehinderungen führen wie größere Steine.

Gallensteine sind oftmals symptomlos. Bei Operation findet man häufig die Gallenblase gefüllt mit Steinen verschiedener Größe, ohne dass diese jemals Probleme bereitet hätten. Wenn sie allerdings den Ausgang der Gallenblase versperren und die Galle nicht abfließen kann, führt das zu äußerst schmerzhaften Gallenkoliken. Diese sind heftig und krampfartig, strahlen weit aus und können mehrere Stunden anhalten. Oft ist den Betroffenen übel, sie leiden an Aufstoßen, Blähungen und Brechreiz. Gleiches gilt für Gallengries. Gries und kleinere Steine gehen oftmals bei einer Kolik ab und sind verschwunden, wie auch die Symptome. Dann stehen Ärzte oft vor einem Rätsel, wenn sie die Ursache der vorangegangenen Gallenkoliken nicht ausmachen können.

Je nachdem wie stark die Gallensteine den Abfluss behindern treten unterschiedlich starke Symptome auf. Sie reichen von leichten Schmerzen im rechten Oberbauch bis zu kolikartigen Krämpfen, die Stunden andauern können. Sie werden von Übelkeit, Brechreiz und Schweißausbrüchen begleitet. Hinzu kommen Blähungen und Verdauungsstörungen. Gallenkoliken treten bevorzugt kurze Zeit nach einer Mahlzeit auf, wenn das vegetative Nervensystem die Nahrungsaufnahme meldet und die Gallenblase den Verdauungssaft auszuschütten versucht.

Symptome einer Gallenblasenentzündung (Cholezystitis)

Gallensteine sind die häufigste Ursache für eine Gallenblasenentzündung. Die Ansammlung der Galle führt zu einer Überdehnung, in deren Folge Bakterien aus dem Zwölffingerdarm einwandern und eine Infektion hervorrufen können. Dann kommt als Symptom Fieber zu den sonstigen Beschwerden hinzu.

Typisch für eine Gallenblasenentzündung ist der heftige Schmerz im rechten Oberbauch, vor allem beim Druck auf die Gallenblase (Murphy-Zeichen). Diese Schmerzen strahlen weit aus und sind mit Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüchen und Blässe verbunden. Typischerweise geben die Erkrankten an, dass ihnen bereits beim Anblick fettiger Speisen übel wird. Das liegt daran, dass das vegetative Nervensystem Nahrung signalisiert und die Gallenblase daraufhin normalerweise Galle ausschütten müsste.

Quellen, Links und weiterführende Literatur:

Hinweis für die Leser

Diese Inhalte sind zur Information gedacht. Sie sind kein Ersatz für eine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Bitte konsultieren Sie dafür immer einen Arzt.

Bilirubin erhöht

Wann ist Bilirubin erhöht?

Bilirubin entsteht, wenn der rote Blutfarbstoff Hämoglobin aus alten, vom Organismus ausgemusterten roten Blutkörperchen freigesetzt und abgebaut wird. Normalerweise sorgt die Leber für die Umwandlung von Bilirubin in wasserlösliche Formen, die dann über den Harn und den Stuhl ausgeschieden werden können.

Bei verschiedenen Erkrankungen kann aber vermehrt Bilirubin anfallen und zu erhöhten Blutspiegeln führen (Hyperbilirubinämie). Überschüssiges Bilirubin kann dann zudem vermehrt im Urin auftreten (Bilirubinurie) und auch in Haut und Schleimhäuten abgelagert werden (Ikterus = Gelbsucht). Mögliche Ursachen für ein erhöhtes Bilirubin sind:

Morbus Meulengracht

Bei dieser Krankheit ist die Menge jenes Enzyms vermindert, das für die Umwandlung von Bilirubin in eine wasserlösliche Verbindung sorgt. Dadurch finden sich leicht erhöhte Bilirubin-Werte im Blut.

Morbus Meulengracht betrifft etwa zwei bis zwölf Prozent der Bevölkerung, darunter sind vor allem Männer. Die Erkrankung verursacht meist keine Beschwerden. Allerdings kann sich die leichte Hyperbilirubinämie durch Faktoren wie Fasten, Stress und Fieber verstärken.

Weitere Ursachen der Bilirubin-Erhöhung

Es gibt aber auch andere Gründe, warum Bilirubin erhöht sein kann. Beispiele sind Leberentzündung (Hepatitis), Fettleber oder Leberzirrhose, Stauungen der Gallenflüssigkeit oder ein krankheits- oder verletzungsbedingt verstärkter Zerfall der roten Blutkörperchen (Hämolyse). Die Bilirubinwerte können in solchen Fällen deutlich ansteigen.

Gallensteine: Untersuchung, Diagnose & Behandlung

Untersuchungen & Diagnose

„Stumme“ Gallensteine, die keine Schmerzen verursachen, werden häufig nur zufällig bei einer routinemäßigen Ultraschalluntersuchung des Oberbauches gefunden. Die Laborwerte dieser Patienten sind unauffällig.

Verursachen Gallensteine Beschwerden, kann oft schon aus der Schilderung der Symptome die Verdachtsdiagnose Gallensteinleiden gestellt werden. Ultraschall- und Blutuntersuchungen reichen dann meistens völlig aus, um den Verdacht zu bestätigen. Weitere Untersuchungen, wie z. B. eine Kernspintomographie der Gallenwege (MRCP) oder eine Endosonographie, müssen nur durchgeführt werden, wenn es spezielle Fragestellungen zu klären gibt. Auf Röntgenbildern lassen sich Gallensteine nachweisen, wenn sie verkalkt sind oder ein Kontrastmittel in das Gallensystem eingespritzt wurde.

Ultraschalluntersuchung

Die Oberbauch-Sonografie ist die Methode der Wahl zur Diagnostik von Gallensteinen. Gallensteine in der Gallenblase sind schon ab einer Größe von 1-2 Millimetern auf dem Ultraschallbild deutlich zu sehen. Die Wand der Gallenblase ist typischerweise zart (1-2 mm), und bei einer akuten Entzündung der Gallenblase (Cholezystitis) verdickt und meist mit einer Flüssigkeitsansammlung (Oedem) um die Gallenblase herum betont; typisch für die Cholezystitis ist eine Schichtung der Gallenblasenwand. Erweiterte Gallengänge sind ein indirektes Zeichen eines steinbedingten Gallengangverschlusses. Nur selten gelingt der direkte sonografische Nachweis von Steinen im Gallengang.

Blutuntersuchung

Bei der typischen Gallenkolik finden sich zumeist normale Blutwerte. Erst bei Auftreten einer Komplikation wie einer Entzündung der Gallenblase (Cholezystitis) zeigen sich erhöhte Entzündungswerte (Leukozyten, CRP). Durch einen Rückstau der Gallenflüssigkeit erhöht sich die Bilirubin-Konzentration im Blut. Auch die Werte für die Enzyme Gamma-Glutamyl-Transferase (Gamma-GT) und alkalische Phosphatase (AP) sind dann erhöht. Bei einer steinbedingten, Bauchspeicheldrüsenentzündung (biliäre Pankreatitis) ist der Wert für das Enzym Lipase erhöht.

Endosonografie und Kernspintomografie

Wenn sich Gallengangsteine nicht mittels klassischem Ultraschall nachweisen lassen, kann eine Endosonografie (Endoskopie mit im Endoskop eingebautem Ultraschallgerät) Klärung bringen. Hierbei führt der Arzt ein spezielles Endoskop über Speiseröhre und Magen in den Zwölffingerdarm bis vor die Gallengangsmündung (Papilla Vateri). Dort können der Gallengang und eventuelle Steine dann endosonografisch durch die Zwölffingerdarm-Wand hindurch exakt beurteilt werden. Ist die Methode der Endosonografie nicht verfügbar, können die Gallenwege ähnlich gut mittels einer speziellen Kernspintomografie untersucht werden (MRCP = Magnetresonanz-Cholangio-Pankreatikographie).

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der Heftigkeit der Beschwerden, die durch die Gallensteine verursacht werden (Schmerzen, Koliken, Fieber oder gar Gelbsucht). Bei einer akuten Gallenkolik verschreibt der Arzt zunächst entzündungshemmende, schmerzlindernde und krampflösende Mittel sowie eine strikte Nulldiät. Liegt eine Entzündung der Gallenblase vor, wird er außerdem Antibiotika verabreichen. Nach einer Kolik sollte der Betroffene erst nach einigen Stunden wieder mit einer leichten Kost beginnen.
Wiederholen sich Schmerzanfälle oder liegt eine akute Gallenblasenentzündung vor, so muss im Regelfall die Gallenblase entfernt werden. Dafür gibt es eine Reihe von Methoden, die im Folgenden aufgeführt sind.
Nur so genannte „stumme“ Gallensteine, die von ihren Trägern nicht bemerkt und rein zufällig während einer Ultraschalluntersuchung gefunden werden, bedürfen keiner Behandlung.
Nach einer Magenbypass-Operation ist eine vorbeugende („prophylaktische“) Medikation zur Verhinderung der häufig eintretenden Steinbildung ratsam.

Operation (Laparoskopie)

Wenn der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten es zulässt, kann der Arzt die Gallenblase während einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) herausnehmen. Dafür wird er möglichst einen beschwerdefreien Zeitraum abwarten. Eine akut entzündete Gallenblase hingegen muss er meist rasch innerhalb von wenigen Stunden bis Tagen entfernen Insbesondere bei schwerer Entzündung der Gallenblase (Cholezystitis) kann mitunter eine offene Bauchoperation mit Schnitt anstatt einer schonenderen laparaskopischen Operation erforderlich sein.

Endoskopisch-retrograde Cholangiografie

Steine im Gallengang kann der Arzt mit Hilfe spezieller Körbchen entfernen. Hierzu wird ein spezielles Endoskop (Duodenoskop) über Speiseröhre und Magen in den Zwölffingerdarm an die Gallengangsmündung (Papilla Vateri) vorgeführt. Anschließend wird der Gallengang sondiert, mit Röntgen-Kontrastmittel angefärbt und dargestellt. Da dies von der Mündungsstelle her und endoskopisch erfolgt, heißt diese Methode endoskopisch-retrograde Cholangio-Pankreatikographie (kurz: „ERCP“). Um Steine aus dem Gang herauszuziehen, muss üblicherweise die Mündungsstelle etwas erweitert werden, was mittels eines kleinen Schnittes über einen elektrischen Draht erfolgt (sogenannt Papillotomie oder Sphinkterotomie). Sehr große oder festsitzende Steine können mit Zusatzverfahren zerkleinert und anschließend entfernt werden („Mechanische Lithotripsie“, Laser- oder elektrohydraulische Lithotripsie, extrakorporale Stoßwellen-Lithotripsie ( =„ESWL“).

Chemolitholyse

Nicht verkalkte Cholesterinsteine lassen sich durch regelmäßige Einnahme einer bestimmten Gallensäure (Ursodeoxycholsäure) auflösen. Der Vorgang der Steinbildung wird hierbei umgekehrt. Voraussetzung ist, dass der Stein sehr klein ist und die Gallenblase noch vollständig funktionstüchtig ist und keine chronische Entzündung vorliegt. Allerdings dauert die Behandlung 12-18 Monate, und selbst dann sind die Steine maximal zu 70% aufgelöst. Das Risiko, innerhalb von fünf Jahren erneut Steine zu bekommen, ist verhältnismäßig hoch (über 50% der Fälle). Deshalb wird diese Methode heute nur noch bei speziell ausgewählten Einzelfällen angewandt.

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