Juckreiz in schwangerschaft

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Juckreiz in der Schwangerschaft: Gute Hausmittel

In der Schwangerschaft verändert sich nicht nur das Gewebe der Frau, es kann auch zu Pigmentierungen und Hautveränderungen kommen. So bildet sich beispielsweise die Linea Negra am Bauch, die von Bauchnabel bis hinab zum Schambein verläuft und auch die Brustwarzenhöfe werden deutlich dunkler. Da die Gebärmutter samt Baby stetig in der Schwangerschaft wächst, dehnt sich auch die Haut am Bauch mit. Was dazu führt, dass die Bauchhaut stark gefordert wird und es zu den sogenannten Schwangerschaftsstreifen kommt. Zusätzlich kann es nicht nur am Bauch, sondern auch an den Beinen oder am ganzen Körper lästig jucken. Grund für den Juckreiz kann die Hautveränderung aufgrund von Hormonen in der Schwangerschaft sein, aber ist meist vollkommen normal. Man spricht hier von der Schwangerschaftsdermatose. Diese legt sich nach der Entbindung in den meisten Fällen von selbst wieder. Während der Schwangerschaft können Sie bei Juckreiz auf gute Hausmittel zurückgreifen.

Was tun bei Juckreiz in der Schwangerschaft?

Neben Schwangerschaftsdermatose kann es auch zu Schwangerschaftsakne kommen. Diese entsteht dadurch, dass die Talgdrüsenfunktion in der Haut der schwangeren Frau gestört ist. Die Schwangerschaftsakne legt sich von selbst nach der Entbindung. So ist es auch mit dem PUPP-Syndrom (Schwangerschaftsdermatose). Dieses ist eine akute Hauterkrankung, die in den meisten Fällen am Ende der Schwangerschaft zum Vorschein kommt. Am schlimmsten leiden die Betroffenen dabei an einem starken Juckreiz. Es kann auch zu Hautrötungen, Pusteln oder Bildung von Bläschen kommen. In den meisten Fällen bildet sich das PUPP-Syndrom eigenständig nach der Entbindung zurück. Litten Sie bereits vor Ihrer Schwangerschaft unter einer Hauterkrankung, können sich die Symptome während der Schwangerschaft verändern. Wichtig ist, dass Sie auf gutverträgliche Hautmittel zurückgreifen und Ihre Haut pflegen. Bei starken und anhaltenden Beschwerden sollten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt halten und sicherstellen, dass der Juckreiz eine normale Auswirkung der Schwangerschaft ist und kein Hinweis auf eine Schwangerschaftsvergiftung.

Was hilft bei Juckreiz in der Schwangerschaft?

Kühlende Bodylotionen mit Urea helfen bei Juckreiz in der Schwangerschaft. In der Drogerie oder auch in der Apotheke erhalten Sie gute Pflegemittel für Ihre tägliche Hautpflege. Eine gute Pflege der Haut ist besonders zur Vorbeugung und Reduzierung von Schwangerschaftsstreifen wichtig. So versorgen Sie Ihre Haut mit Feuchtigkeit und helfen ihr sich gut zu dehnen und nach der Schwangerschaft auch wieder natürlich zurückzubilden. Achten Sie darauf, dass die Cremen und Salben rückfettend sind und Feuchtigkeit spenden. Einige Frauen finden Linderung, indem sie kalten Quark auf die juckenden Stellen auftragen und einwirken lassen. Sobald dieser Körpertemperatur hat, wird die Haut vom Quark gereinigt. Bei juckenden Hautstellen in der Schwangerschaft kann auch Essigwasser helfen. Hierbei wird ein Teil Essig mit 10 Teilen Wasser gemischt und anschließend der Körper damit abgewaschen. Juckreiz in der Schwangerschaft wird nur nach einer festen Diagnose mit Medikamenten behandelt. Oftmals verschreiben Ärzte bei Juckreiz auch Antihistaminika. Je nach dem wie stark sich der Juckreiz äußert, können auch Cremen und Salben mit Kortison zum Einsatz kommen. Trinken Sie in der Schwangerschaft Himbeerblättertee, kann das ebenfalls zu einem Ausschlag am Bauch führen. Es kann helfen, in solch einem Fall die tägliche Dosis zu reduzieren. Oftmals stellen schwangere Frauen anschließend einen Rückgang des Ausschlages und des Juckreizes zurück. Wichtig ist, dass Sie bei starkem Juckreiz einen Facharzt konsultieren und sich beraten lassen.

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Über Luise Veltmann

Luise wohnt mit ihrem Mann, ihrem zweijährigen Sohn Max und bald auch mit Kind Nr. 2 in Lübeck. Wenn Sie neben der Arbeit als Autorin für den Elternkompass die Zeit findet, dann geht Luise ins Fitnessstudio oder zeichnet. Die Zeit ist aber knapp, denn der kleine Max liebt es mit seiner Mama zum Kinderturnen zu gehen und Oma und Opa zu besuchen.

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Juckreiz in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft finden viele Hautveränderung statt, die als physiologisch und somit als normal gelten. Sie gelten oft als Ursache für einen Juckreiz während der Schwangerschaft.

Ursachen für Juckreiz in der Schwangerschaft

Zu den normalen Haut und Gewebeveränderungen gehören beispielsweise eine vermehrte Pigmentierung der Haut, insbesondere die Mittellinie des Bauches und die Brustwarzenvorhöfe sehen dann etwas dunkler aus. Ein verändertes Bindegewebe führt oft zu Schwangerschaftsstreifen. Das Haarwachstum nimmt in der Schwangerschaft oftmals zu, während es nach der Geburt bei den Müttern vermehrt zu Haarausfall kommt. Häufig kommt es auch zu erhöhter Brüchigkeit der Nägel. Diese Veränderungen bilden sich für gewöhnlich innerhalb von sechs bis zwölf Monaten nach der Entbindung zurück. Durch die vielfältigen Veränderungen im Körper, auch hormoneller Art, können die Ursachen für Juckreiz in der Schwangerschaft oft nicht genau geklärt werden. Man bezeichnet Juckreiz in der Schwangerschaft auch als Schwangerschaftsdermatose.

Schwangerschaftsakne

Die sogenannte Schwangerschaftsakne entsteht aufgrund einer gestörten Talgdrüsenfunktion in der Haut der Schwangeren. Sie verschwindet in der Regel wenige Wochen nach der Geburt wieder.

Das PUPP-Syndrom (PEP, engl. PUPPP)

Das PUPP-Syndrom ist eine akute Hauterkrankung, die vorwiegend während der Schwangerschaft und hier am häufigsten im dritten Trimenon (Schwangerschaftsdrittel) auftritt. 1979 erstmals beschrieben, wird sie auch als polymorphes Exanthem oder Schwangerschaftsdermatose bezeichnet. Das stärkste Symptom des PUPP-Syndroms ist der Juckreiz, der bei den Betroffenen unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann. Außerdem kann es zu Hautrötungen, Pusteln oder Bläschenbildung kommen. Auch ekzemartige Hautveränderungen sind bekannt. Geschätzt tritt das PUPP-Syndrom bei einer von 200 Schwangerschaften auf, häufiger bei Erstschwangeren. Die Symptome des PUPP-Syndroms können sehr ausgeprägt und unangenehm für die Schwangere sein. Nach der Entbindung bildet sich das PUPP-Syndrom jedoch in den meisten Fällen innerhalb von ein paar Tagen spontan zurück.

Bestehende Hauterkrankungen verändern sich in der Schwangerschaft

Frauen, die bereits vor einer Schwangerschaft unter Hauterkrankungen leiden, werden während einer Schwangerschaft Veränderungen bemerken. Schuppenflechte beispielsweise bessert sich in einer Schwangerschaft meist deutlich. Nach der Entbindung geht sie leider oft wieder in ihren ursprünglichen Ausprägungsgrad zurück.

Andere Hauterkrankungen, die ihren Ursprung in einer Autoimmunerkrankung haben, verschlechtern sich oft in der Schwangerschaft und werden nach der Entbindung wieder besser. Hierzu gehören beispielsweise Neurodermitis und der Lupus erythematodes.

Veränderungen auch im Blutgefäßsystem

Die offensichtlichsten Veränderungen der Gefäße zeigen sich oftmals als Krampfadern oder Hämorrhoiden. Im Zahnfleisch verursachen Neubildungen von Blutgefäßen häufig Zahnfleischbluten. Hier wird eine besondere Zahnpflege in der Schwangerschaft angeraten. Auch Wassereinlagerung im Gewebe, auch Ödembildung genannt, resultiert aus diesen Veränderungen der Blutgefäße.

Wenn die Beschwerden sehr stark sind, sollte in jedem Fall ein Hautarzt aufgesucht werden. Er kann geeignete Behandlungen der Schwangerschaftsdermatose einleiten.

Therapiemöglichkeiten bei Juckreiz in der Schwangerschaft

Für gewöhnlich erfolgt eine medikamentöse Therapie nach einer gesicherten Diagnose. Gegen den Juckreiz werden oft so genannte Antihistaminika verordnet. Je nach Hauterkrankung kommt es auch zur Gabe von cortisonhaltigen Salben oder Cremes. Gerade in der Schwangerschaft ist es wichtig, bei Juckreiz oder Hauterkrankungen einen Facharzt zu konsultieren, der eine geeignete Therapie empfehlen kann.

Folgende Hausmittel können den Juckreiz lindern:

  • Mit gekühlter Bodylotion mit Urea eincremen
  • kalten Quark auf die betroffenen Stellen geben und einwirken lassen, bis er Körpertemperatur hat
  • Essigwasser aus 10 Teilen Wasser und einem Teil Essig herstellen und den Körper damit abwaschen
  • rückfettende Salben und Cremes und Bäder mit feuchtigkeitsspendenden Zusätzen

Hinweis: Schwangere, die Himbeerblättertee trinken, berichten regelmäßig von einem Bauchausschlag. Dann sollte die Trinkmenge des Tees vorsichtshalber reduziert werden. Oft geht dann auch der Juckreiz zurück. Außerdem sollten sicherheitshalber die Blutwerte der Schwangeren überprüft werden, da der Juckreiz auch ein Hinweis auf eine Schwangerschaftsvergiftung (Gestose) sein kann.

Eure Haut juckt, spannt, ist gerötet oder vielleicht habt ihr sogar einen Ausschlag? Juckreiz in der Schwangerschaft kann für Betroffene äußerst unangenehm und belastend sein. In den meisten Fällen von juckender Haut liegen jedoch harmlose Ursachen vor, die für euch und euer Baby ungefährlich sind.

Juckreiz zählt zu den weniger schönen Veränderungen, in der sonst so spannenden und schönen Schwangerschaft. Zwar tritt juckende und trockene Haut nicht so häufig auf wie andere Schwangerschaftsbeschwerden, wie beispielsweise Sodbrennen oder Wassereinlagerungen, ist aber dennoch nicht minder lästig.

Mögliche Ursachen von Juckreiz

Euer Körper ist in der Schwangerschaft vielen Veränderungen ausgesetzt. So auch eure Haut. Bei einigen Schwangeren betrifft der Juckreiz den ganzen Körper, bei anderen wiederum jucken vor allem der Bauch, die Brustwarzen, die Beine, die Fuß- und Handflächen oder aber auch der Intimbereich. Egal wo es juckt, der Drang sich ständig kratzen zu müssen ist zum Haare raufen!

Doch woran liegt es, dass eure Haut juckt und sich trocken anfühlt? Juckreiz in der Schwangerschaft kann unterschiedliche Ursachen haben. Meist ist eine Überdehnung der Haut Grund für den lästigen Juckreiz, aber auch eine sogenannte Schwangerschaftsdermatose tritt bei Schwangeren hin und wieder auf. Zudem lagert der Körper während der Schwangerschaft sehr viel Wasser ein, was trockene Haut sowie Juckreiz begünstigt.

Neben der Hormonumstellung führt die zunehmende Überdehnung der Haut, unter anderem natürlich durch den wachsenden Babybauch sowie die größer werdenden Brüste, zu einem Juckreiz. Dies erklärt, dass der Juckreiz oft ab dem 2. Drittel der Schwangerschaft und vor allem am Bauch sowie den Brustwarzen auftritt.

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Zudem verändert sich die Pigmentierung der Haut und Dehnungsstreifen können entstehen. Diese treten vorzugsweise im Bereich des Bauches, den Brüsten sowie an den Hüften auf und werden durch die Gewichtszunahme und das stark beanspruchte Bindegewebe ausgelöst.

Auch die vermehrte Schweißbildung in der Schwangerschaft führt, vor allem bei trockenen Hauttypen, zu juckenden Hautpartien. Durch die hormonelle Veränderung wird euer Körper stärker durchblutet, um nicht nur euch, sondern auch euer Baby ausreichend zu versorgen. Das Ergebnis ist eine erhöhte Schweißproduktion und ein damit einhergehender Juckreiz sowie Hautirritationen.

Eine Schwangerschaftsdermatose als Ursache für den Juckreiz

Bei einer Schwangerschaftsdermatose handelt es sich um eine Hauterkrankung, die während der Schwangerschaft auftreten kann und nach der Entbindung wieder verschwindet. Der juckende Hautausschlag ist in der Regel an den Stellen zu finden, an denen sich Dehnungsstreifen bilden können. Dabei wird zwischen der atopischen und polymorphen Schwangerschaftsdermatose unterschieden.

Die atopische Schwangerschaftsdermatose tritt bei Schwangeren häufiger und vor allem im ersten und zweiten Trimester auf. Sie macht sich durch juckende, sehr trockene und gerötete Hautstellen am Bauch, Dekolleté, Gesicht, in den Kniekehlen sowie in den Ellenbeugen bemerkbar. In selteneren Fällen bilden sich zudem kleine Pusteln und Knötchen. Die Hauterkrankung ist erblich veranlagt und betroffene Schwangere neigen häufig zu Heuschnupfen oder Neurodermitis.

Eine atopische Schwangerschaftsdermatose lässt sich sehr gut behandeln und ist weder für euch, noch für euer Ungeborenes gefährlich. Euer Frauenarzt kann euch zum Beispiel lindernde Salben mit einem geringen Kortison-Anteil oder andere Präparate verschreiben. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit bei weiteren Schwangerschaften erneut an der atopischen Schwangerschaftsdermatose zu erkranken, stark erhöht und kann zudem an euer Kind weitergegeben werden.

Die polymorphe Schwangerschaftsdermatose hingegen, welche auch unter dem Namen PUPP(P) bekannt ist, tritt vorwiegend im letzten Drittel der Schwangerschaft auf und ist durch einen juckenden Ausschlag mit Pusteln sowie quaddelartigen Knötchen gekennzeichnet. Vor allem Erstgebärende sowie Frauen mit einer Mehrlingsschwangerschaft erkranken häufiger an dieser Form der Hauterkrankung.

Der juckende Ausschlag tritt dabei in der Regel zuerst an den Dehnungsstreifen auf, welche daraufhin verstärkt jucken, sich röten und sogar leicht anschwellen können. Anders als bei der atopischen Schwangerschaftsdermatose können sich nach einigen Wochen zudem stecknadelkopfgroße Bläschen sowie schuppige und krustige Rötungen bilden.

Gefährlich ist auch diese Form der Hauterkrankung weder für euch, noch für euer Kind. Und eine weitere gute Nachricht: Die polymorphe Schwangerschaftsdermatose tritt bei einer weiteren Schwangerschaft nur äußerst selten wieder auf.

Allerdings ist es auch hier unabdinglich euren Frauenarzt zurate zu ziehen. Dieser wird euch ein schwangerschaftsgeeignetes Präparat verschreiben, welches für eine Verbesserung der Symptome sorgt.

Weitere Ursachen für einen Juckreiz in der Schwangerschaft:

Eine falsche Ernährung: Bei schwangerschaftsbedingtem Juckreiz solltet ihr auf eine fettarme Ernährung achten. Auch Lebensmittel, die entzündungshemmende Bitterstoff enthalten, sind nicht nur gut für eine funktionierende Verdauung, sondern können Juckreiz vorbeugen. Bitterstoffreich sind beispielsweise Artischocke, Linsen, Ingwer, Granatapfel und Löwenzahn. Auch ein Pfefferminztee enthält viele Bitterstoffe und ist in einer normalen Dosierung in der Schwangerschaft unbedenklich. 

Und noch eine freudige Nachricht: Auf Schokolade müsst ihr während der Schwangerschaft nicht verzichten. Allerdings solltet ihr auf die gesündere dunkle Bitterschokolade umsteigen. Diese ist laut einer Studie nicht nur lecker, sondern die enthaltenen Flavonoide im Kakao verbessern die Funktion der Plazenta und senken das Risiko einer Präeklampsie. Also greift zu!


Himbeerblätter-Tee: Kurz vor dem errechneten Geburtstermin wird häufig ein wehenfördernder und entspannend wirkender Himbeerblätter-Tee getrunken. Bei einigen Schwangeren kann der Tee allerdings einen Juckreiz auslösen. Reagiert eure Haut sensibel auf den Tee, könnt ihr auf andere wehenfördernde Tees umsteigen. Besprecht dies allerdings zuvor mit eurer Hebamme, um mögliche Nebenwirkungen auszuschließen. 


Schwangerschaftsakne: Auch wenn ihr vor der Schwangerschaft keine Probleme mit unreiner Haut hattet, kann sich eine Schwangerschaftsakne entwickeln und zu einem Juckreiz führen. Durch die erhöhte Hormonproduktion nimmt auch die Talgproduktion zu und führt zu verstopften Poren, unreiner und fettiger Haut und kann Pickel sowie Akne hervorrufen.

Calciummangel: Ist euer Körper nicht mit genügend Calcium versorgt, kann dies zu Juckreiz führen, denn Calcium reguliert unter anderem den Wasserhaushalt eures Körpers. Ist dieser gestört, kann es zu trockener und juckender Haut kommen.

Calciumreiche Lebensmittel sind Joghurt und Käse, Hülsenfrüchte, Spinat, Brokkoli und Mangold. Bevor ihr auf Calcium in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zurückgreift, solltet ihr zuerst mit eurem Frauenarzt sprechen. 


Scheidenpilz: Dieser kann durch den Hefepilz Candida ausgelöst werden und macht sich vor allem durch einen stark juckenden Intimbereich sowie Ausfluss bemerkbar.
Tipps und Hausmittel, um den Juckreiz in der Schwangerschaft zu lindern

Die wichtigste vorbeugende Maßnahme bei Juckreiz während der Schwangerschaft ist, dass ihr eure gereizte Haut nicht weiter austrocknet und sie stattdessen mit einer Extraportion Feuchtigkeit versorgt.

Wir haben euch wertvolle Tipps sowie Hausmittel zusammengestellt, die den Juckreiz lindern:

Feuchtigkeitskick für eure Haut: Rückfettende sowie feuchtigkeitsspendende Körperlotionen sind das A und O gegen trockene Haut und Juckreiz. Bewährt haben sich reichhaltige Cremes und Salben mit Urea, Aloe Vera, Hamamelis und pflanzlichem Glycerin. Diese verbessern den Feuchtigkeitsgehalt der Haut nachhaltig und vor allen Dingen lindern sie den Juckreiz. Verwendet die Lotion mindestens zweimal täglich. 

Auch reichhaltige und pflegende Körperöle, die am besten auf die noch feuchte Haut aufgetragen werden, sorgen für viel Feuchtigkeit.


Milde Waschlotionen: Einige alkalische Seifen lassen eure Haut austrocknen und zerstören die Fettschicht. Verwendet zum Duschen oder zum Waschen lieber PH-hautneutrale sowie milde und hautfreundliche Seifen und Waschlotionen. 


Auf austrocknende Pflegeprodukte, die Alkohol sowie Duft- und Konservierungsstoffe enthalten, solltet ihr bei trockener Haut generell verzichten. 


Keine heißen und langen Duschen: Ausgiebige Bäder oder langes und zu häufiges Duschen zerstören das natürliche Hautfett eures Körpers. Die natürliche Schutzbarriere der Haut wird regelrecht abgewaschen und die Haut beginnt zu jucken und trocknet aus. Bei Juckreiz solltet ihr deshalb kurze und lauwarme Duschen vorziehen, um euren Körper nicht zu sehr auszutrocknen. 

Klamotten aus Naturfasern: Synthetische Kleidungsstücke können den Juckreiz verschlimmern und begünstigen. Eure Kleidung sollte deshalb aus Naturmaterialien wie Baumwolle, Viskose, Leinen oder Seide hergestellt sein und zudem locker sitzen. Ansonsten gelangt zu wenig Luft an eure juckende Haut und es entsteht eine unnötige Reibung.

Weitere hilfreiche Tipps:
Versorgt eure Haut bereits von innen mit Feuchtigkeit. Trinkt dafür täglich mindestens 2,5 Liter und erweitert euren Speiseplan um Lebensmittel wie Avocado, Nüsse, Chia- und Leinsamen, Olivenöl, Lachs, Spinat sowie frisches Obst.

Das fällt bei einem Juckreiz natürlich schwer, aber versucht euch nicht zu kratzen. Dies verschlimmert den Juckreiz und im schlimmsten Fall bleiben sogar Narben zurück.

Da der Juckreiz bei Stress zunimmt, solltet ihr versuchen diesen so gut es geht von euch fernzuhalten. Um Abschalten zu können, haben sich regelmäßige Entspannungsübungen sowie Meditation bewährt.

SOS-Tipps bei starkem Juckreiz:
Apfelessig und Kokosöl: Bei stark juckender und trockener Haut könnt ihr eure Haut mit Apfelessig behandeln. Apfelessig ist ein wahres Allroundtalent: Er bringt den PH-Wert eurer Haut wieder ins Gleichgewicht und wirkt antiseptisch. Gebt Apfelessig auf einen Wattepad oder Waschlappen und betupft die betroffenen Stellen.

Lasst den Apfelessig eine halbe Stunde einwirken und wascht ihn anschließend mit lauwarmen Wasser ab. Das Gleiche könnt ihr übrigens auch mit Zitronensaft durchführen, da dieser auch antiseptisch und entzündungshemmend ist. Bei empfindlicher Haut solltet ihr allerdings lieber beim Apfelessig bleiben.

Um den Effekt zu verstärken, könnt ihr eure Haut anschießend mit Kokosöl einreiben. Kokosöl ist sehr hautverträglich und bildet einen Schutzfilm auf eurer Haut, der den Juckreiz lindert.

Müsst ihr bei einem Juckreiz einen Arzt aufsuchen?

In den meisten Fällen ist Juckreiz während der Schwangerschaft nicht mit Risiken für euch und euer Baby verbunden und verschwindet nach der Geburt wieder. Bei starkem Juckreiz und Rötungen solltet ihr jedoch einen Arzt aufsuchen, da es sich eventuell um die gut behandelbare und harmlose atopische oder polymorphe Schwangerschaftsdermatose handeln könnte.

Vorsicht ist allerdings bei massivem und vor allem nächtlich auftretenden Juckreiz, ohne sichtbare Hautveränderungen geboten. Hierbei könnte es sich um eine Schwangerschaftscholestase handeln, die vermehrt ab dem dritten Schwangerschaftstrimester auftritt. Diese seltene Leberfunktionsstörung ist gefährlich für euer Baby und muss unbedingt behandelt werden.

Fazit

Jeder, der ihn schon mal hatte weiß wie unangenehm juckende Haut sein kann. In den meisten Fällen ist der Juckreiz jedoch harmlos und kann mithilfe unserer Tipps und Hausmittel gelindert werden. Bei einem starken Juckreiz oder Hautausschlag solltet ihr allerdings einen Arzt aufsuchen. Dieser kann euch wirksame Präparate verschreiben kann, die zudem schwangerschaftsfreundlich sind.

Alles Gute für die weitere Schwangerschaft!

Heftiger Juckreiz während der Schwangerschaft

Der juckende Bauch kann verschiedene Ursachen haben. Die Haut ist ja ein Ausscheidungsorgan, und daher finden über sie Entgiftungsprozesse statt. Das kann schon mal zu einem starken Juckreiz führen. Der Verzicht auf Reizstoffe wie Kaffee oder Schwarztee ist daher empfehlenswert. Der Juckreiz kann aber auch hormonell bedingt sein oder auftreten, wenn der Bauch in der Schwangerschaft schnell und schubweise wächst. Viele Frauen trinken auch zum Ende der Schwangerschaft Himbeerblättertee, um den Muttermund weicher werden zu lassen. Zu viel des Tees kann ebenfalls Auslöser für einen Juckreiz am Bauch sein. Außerdem ist die Haut ja auch der Spiegel der Seele, also sollte auch immer der psychische Zustand der Schwangeren berücksichtigt werden: Brennt Ihnen etwas unter den Nägeln?

Besonders betroffen vom Juckreiz sind Frauen mit einer eher trockenen Haut. Massageöle können in diesem Fall Abhilfe schaffen, manchmal sind aber auch gerade sie die Ursache für die juckende Haut. Manchen Betroffenen helfen auch Totes-Meersalz-Vollbäder oder Waschungen mit verdünntem Obstessig im Verhältnis 1:3 (Essig : Wasser) oder mit Zitronensaft, die nicht abgetrocknet werden. Linderung kann außerdem das Rosen- und Melissenbalsam von der Hebamme Ingeborg Stadelmann verschaffen.

Hebamme Josefine Nowak betreut in ihrer Praxis „Bauchgefühl“ Frauen vor und nach der Geburt

Morgen hält Prof. Dr. Lothar Schweigerer Sprechstunde zur Kindermedizin. Wenn Sie Rat brauchen: [email protected]

Juckreiz in der Schwangerschaft

Spezifische Schwangerschaftsdermatosen

Darüber hinaus gibt es spezifische Schwangerschaftsdermatosen (Dermatose = Hautkrankheit, griechisch derma „Haut“), die speziell in der Schwangerschaft oder unmittelbar nach der Entbindung auftreten können. Im Einzelnen sind dies, aufgezählt in der Reihenfolge ihrer Häufigkeit:

  • Die atopische Schwangerschaftsdermatose
  • Die polymorphe Schwangerschaftsdermatose, auch Pruritic urticarial papules and plaques of pregnancy (PUPPP) genannt
  • Die intrahepatische Schwangerschaftscholestase
  • Das Pemphigoid gestationis, auch Herpes gestationis genannt

Alle vier Schwangerschaftsdermatosen beeinträchtigen die werdende Mutter durch starken Juckreiz. Die Gesundheit des ungeborenen Kindes ist im Falle einer atopischen oder einer polymorphen Schwangerschaftsdermatose nicht gefährdet, im Falle eines Pemphigoid gestationis nur in geringem Maße. Eine intrahepatische Schwangerschaftscholestase stellt hingegen ein sehr hohes Risiko für das Kind dar und muss daher sehr sorgfältig behandelt werden.

Diagnose von Schwangerschaftsdermatosen

Bereits die Angaben der Patientin und die Untersuchung der Haut mit dem bloßen Auge können es dem Arzt ermöglichen, eine Schwangerschaftsdermatose festzustellen. Wenn der Arzt ein Pemphigoid gestationis vermutet, entnimmt er zur Diagnosesicherung zusätzlich Hautproben und veranlasst spezielle Blutuntersuchungen. Um die Diagnose einer intrahepatischen Schwangerschaftscholestase zu sichern, lässt der Arzt die Konzentration der Gallensäuren im Blut bestimmen.

Behandlung von Schwangerschaftsdermatosen

Zur Behandlung einer atopischen oder einer polymorphen Schwangerschaftsdermatose oder eines Pemphigoid gestationis verordnet der Arzt gut verträgliche Kortisonpräparate (Glukokortikoide) in Form von Salben oder Cremes, in schwereren Fällen eventuell zusätzlich als Tabletten. Gegen den Juckreiz helfen Polidocanol-haltige Cremes und Lotionen sowie bestimmte antiallergische Medikamente (Antihistaminika) zum Einnehmen. Im Falle einer intrahepatischen Schwangerschaftscholestase ist hingegen eine gezielte innerliche Behandlung mit Ursodeoxycholsäure erforderlich.

In den folgenden Kapiteln stellen wir die vier häufigsten Schwangerschaftsdermatosen im Einzelnen vor.

Hebammentipp – Juckreiz

Ihre Haut – vor allem am Bauch – ist trocken und überdehnt, brennt und juckt? Bis zu einem gewissen Grad ist das ganz normal in der Schwangerschaft.

Vermeiden Sie unbedingt zu kratzen, das verursacht Hautdefekte und verschlimmert den Juckreiz. Verzichten Sie versuchsweise auf Ihr Hautpflegeöl und vermeiden Sie zusätzliche Reize wie ätherische Öle oder stark parfümierte Waschlotionen. Auch Korbblütler wie Arnika und Calendula können den Juckreiz verschlimmern. Werfen Sie einen Blick auf die Zusammensetzung Ihrer Pflegeprodukte. Einen sehr guten lindernden Effekte haben Meersalzbäder mit ca. 4 Esslöffel Meersalz. Das Wasser sollte nicht zu warm sein und hinterher sollten Sie sich ins Bett legen und ruhen. Fügen sie leberstärkende Lebensmittel, wie z.B. Löwenzahnkraut oder Vollkorngetreide, zu Ihrer täglichen Nahrung hinzu und achten Sie weiterhin auf genügend kalziumhaltige Nahrungsmittel, wie Petersilie, Weizen, Hafer, Nüsse, Milchprodukte, Mandeln oder Trockenfrüchte. Auch niedrig potenzierte homöopathische Komplexmittel, wie Natrium chloratum D6, können helfen. Befragen Sie dazu Ihre Hebamme oder Ihren Arzt.

Bei anhaltendem und grossflächigem Juckreiz mit Ausschlag und Wundsein sollten Sie auf jeden Fall Ihren Frauenarzt oder Ihre Frauenärztin informieren. Es kann sich nämlich auch um eine Allergie oder eine Schwangerschaftsdermatose handeln. Schlimmstenfalls liegt ein schwangerschaftsbedingter Gallenstau (Schwangerschaftscholestase) vor. Das ist eine seltene, aber schwere Leberfunktionsstörung, die unbedingt behandelt werden muss.

Juckreiz in der Schwangerschaft: Tipps & Tricks

Viele Frauen leiden an Juckreiz in der Schwangerschaft. Zum Glück ist dieser in den meisten Fällen nach der Entbindung genauso schnell wieder verschwunden, wie er gekommen war. Lästig ist der Juckreiz in der Schwangerschaft aber auf jeden Fall. Es gibt jedoch einige Tipps und Tricks, mit denen Du ihn bekämpfen kannst.

Juckreiz in der Schwangerschaft: So bekämpfst Du ihn!

Juckreiz in der Schwangerschaft kann zur echten Plage werden.

In der Schwangerschaft macht Dein Körper viele Veränderungen durch. Davon bleibt auch Deine Haut nicht verschont. Juckreiz in der Schwangerschaft ist eine unangenehme Begleiterscheinung des Schwangerseins, mit der ungefähr 20 Prozent aller schwangeren Frauen zu kämpfen haben. Bei manchen ist der Juckreiz in der Schwangerschaft schwächer ausgeprägt oder nur auf einzelne Körperstellen beschränkt, bei anderen juckt die gesamte Haut. In fast allen Fällen klingt der Reiz nach der Entbindung wieder vollständig ab. Die gute Nachricht ist, dass es einige Möglichkeiten gibt, um dem Juckreiz in der Schwangerschaft entgegenzuwirken, ohne dabei gleich Medikamente zur Hilfe nehmen zu müssen.

  1. Halte Stress und Belastungen so gering wie möglich.
  2. Versuche nach Möglichkeit, Dich nicht zu kratzen. Du könntest sonst Narben zurückbehalten und das Kratzen kann den Juckreiz noch verschlimmern.
  3. Verwende ein neutrales Waschmittel ohne viel Parfüm.
  4. Kleidung aus Naturmaterialien anstelle von Kunstfasern kann dem Juckreiz zusätzlich entgegenwirken.
  5. Achte darauf, dass Du Kleidung trägst, die nicht zu eng am Körper anliegt und luftig ist. Der Kontakt zwischen der Kleidung und Deiner Haut erzeugt Reibung, die das Jucken anregt.
  6. Wenn Deine Haut besonders trocken ist, pflegt grüne Mineralerde sie besonders gut. Die Mineralerde führt der Haut die fehlende Feuchtigkeit zu, ohne sie mit Zusatzstoffen zu belasten.
  7. Besonders stark juckende Stellen kannst Du auch mit etwas Zitronensaft bestreichen. Oder mische etwas Olivenöl mit ein bis zwei Tropfen Lavendelöl und reibe Deinen Körper damit ein. Der angenehme Lavendelduft entspannt Dich zusätzlich.
  8. Abgekühlter Tee, insbesondere Schwarztee, eignet sich ebenfalls zum Einreiben der juckenden Hautstellen.

Solltest Du den Juckreiz in der Schwangerschaft gar nicht aushalten können, sprich mit Deinem Arzt darüber. Er kann Dir möglicherweise mit einem leicht verträglichen Medikament helfen, das auch für Schwangere geeignet ist. Ohne Rücksprache mit Deinem Arzt solltest Du aber auf keinen Fall zu Medikamenten greifen.

Bäder sollen ebenfalls gegen Juckreiz in der Schwangerschaft helfen.

Bäder gegen den Juckreiz in der Schwangerschaft

Warum dem Juckreiz in der Schwangerschaft nicht begegnen wie Kleopatra? Nimm eines unserer vorgeschlagenen Bäder und bereitet dem belastenden Jucken ein Ende!

  1. Bad aus Michl und Olivenöl: Mische in ein warmes Bad einen Liter Frischmilch und einen Esslöffel Olivenöl. Nachdem Du das Bad ausgiebig genossen hast, tupfe Deine Haut vorsichtig ab, nicht abtrocknen.
  2. Molkebad: Mische acht Esslöffel Molkepulver in Dein Badewasser und lass es Dir gut gehen. Danach sollte nicht nur der Juckreiz deutlich nachgelassen haben, sondern sich Deine Haut außerdem samtig weich anfühlen.
  3. Sahnebad: Mische Deinem Bad einen Becher Sahne und zwei Tropfen Sandelholzöl bei. Das Sahnebad nährt Deine Haut mit Feuchtigkeit, sodass sie sich nach dem Bad nicht mehr trocken anfühlt.
  4. Bad in Johanniskrautöl: Es wirkt beruhigend auf der Haut und lindert den Juckreiz in der Schwangerschaft. Johanniskrautöl bekommst Du rezeptfrei in Deinem Drogeriemarkt.

Wenn Du Deiner Haut nach dem Baden noch etwas Gutes tun möchtest und Dir die Milch- und Sahnebehandlung noch nicht ausreicht, kannst Du Dich mit einer Creme aus Rosenblättern oder Ringelblumen einreiben. Der angenehme Duft ist ein weiteres Highlight für Dein Wohlbefinden.

Ursachen von Juckreiz in der Schwangerschaft

Juckreiz in der Schwangerschaft kann verschiedene Ursachen haben. Häufig wird er durch die Dehnung der Haut verursacht. Vor allem in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft macht Dein Körper Platz für das Baby, und Deine Haut muss mit, ob sie will oder nicht. Auf diese Dehnungsbelastung kann die Haut mit Überempfindlichkeit und Juckreiz reagieren.

In der Schwangerschaft entgiftet Dein Körper, um für Dein Baby die ideale Umgebung zu schaffen. Dabei werden Endprodukte des Stoffwechsels, die Dein Körper nicht verwerten kann, im Schweiß abgesondert. Konservierungsstoffe, künstliche Aromen, Geschmacksverstärker, Farbstoffe, Antioxidantien und Medikamentenrückstände sind zum Beispiel solche nicht verwertbaren Endprodukte. Die Absonderung geschieht über die Haut. Dadurch, dass sich Giftstoffe in der Schwangerschaft stärker als sonst auf der Haut ablagern, kann ebenfalls ein latenter Juckreiz erzeugt werden.

Auch ein erhöhter Hormonspiegel kann Juckreiz in der Schwangerschaft verursachen. Während der Schwangerschaft produziert Dein Körper in den Eierstöcken eine große Menge an Progesteron. Der erhöhte Progesteronspiegel in Deinem Körper kann zu Hautirritationen und damit zum Juckreiz führen. Auch das weibliche Hormon Östrogen kann für den Juckreiz verantwortlich sein. Dies ist vor allem dann wahrscheinlich, wenn gerötete Hautstellen in den Handinnenflächen und an den Fußsohlen jucken.

Juckreiz in der Schwangerschaft? Möglicherweise ist Deine Ernährung die Ursache.

Juckreiz in der Schwangerschaft durch falsche Ernährung

Wenn Du von Juckreiz in der Schwangerschaft betroffen bist, achte auf eine besonders fettarme Ernährung mit vielen Bitterstoffen, wie sie beispielsweise in Bittersüßstängel und Artischocken vorkommen. Die Bitterstoffe wirken entzündungshemmend und stärken das Immunsystem der Haut, damit sie weniger angreifbar für Krankheitskeime wird. Der Extrakt des Bittersüßstängels wird in der Medizin verwendet, um Entzündungen zu behandeln und den daraus entstehenden Juckreiz zu mindern. Alkohol, Kaffee und Schwarztee können den Reiz verstärken, deshalb solltest Du nach Möglichkeit ganz darauf verzichten.

Auch Calciummangel kann ein Jucken auslösen. Calcium ist in Deinem Körper für die Regulierung des Wasserhaushaltes zuständig. Calciummangel kann daher zu trockener und juckender Haut führen. Lebensmittel mit viel Calcium oder Calcium als Nahrungsergänzung können Dir helfen dem Mangel entgegenzuwirken. Frage aber vorab auf jeden Fall Deinen Arzt, ob Du während der Schwangerschaft Calcium zur Nahrungsergänzung einnehmen solltest. Bei sehr trockener Haut gibt es auch Salben zur äußerlichen Anwendung, die Calcium enthalten.

Manche Schwangere reagieren auf den zur Wehenförderung oft empfohlenen Himbeerblättertee mit Juckreiz. Üblicherweise wird ab der 37. Schwangerschaftswoche sieben Tage lang eine Tasse Himbeerblättertee empfohlen, gefolgt von einer eintägigen Pause. Sollte der Himbeerblättertee bei Dir für den Juckreiz in der Schwangerschaft verantwortlich sein, reicht es möglicherweise aus, wenn Du etwas weniger davon trinkst oder eine längere Pause einlegst. Steig im Zweifelsfall auf Pfefferminz- oder Schafgarbentee um. Der entspannt Dich zusätzlich und ist für Schwangere gut verträglich.

Juckreiz in der Schwangerschaft: Folge einer Lebererkrankung?

Tritt der Juckreiz in der Schwangerschaft am ganzen Körper und besonders stark im dritten Trimester auf und wird nicht von Hautirritationen begleitet, könnte eine Erkrankung der Leber vorliegen. Begleitsymptome können Übelkeit, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, weißlicher Stuhlgang und eine gelbliche Färbung von Haut oder Augen sein. Treten eines oder mehrere dieser Symptome bei Dir auf, sprich auf jeden Fall mit Deinem Arzt. Es könnte sich um eine Intrahepatische Schwangerschaftscholestase handeln. Bei dieser Erkrankung der Leber gelangen Gallensalze und weibliche Hormone, die normalerweise über die Galle ausgeschieden werden, in Blut und Gewebe. Gallensteine sind eine mögliche Ursache dafür, dass die Stoffe nicht wie üblich über die Gallenblase ausgeschieden werden können. Über die Plazenta gelangen die Stoffe auch in den Blutkreislauf des Babys und in das Fruchtwasser und können Deinem Baby schaden. Deshalb ist es wichtig, dass Du frühzeitig mit Deinem Arzt über eine mögliche Erkrankung sprichst.

Die Intrahepatische Schwangerschaftscholestase wird normalerweise mit Medikamenten wie Ursodeoxycholsäure (UDCA) oder dem kortisonähnlichen Dexamethason behandelt. Diese Medikamente verringern den Juckreiz in der Schwangerschaft und beschleunigen vor allem die Ausreifung der Lunge Deines Babys. Ist die Lunge vollständig entwickelt, raten Ärzte bei einer Intrahepatische Schwangerschaftscholestase oft zu einer frühen Einleitung der Geburt, um das Risiko für Dein Baby zu verringern. Eine Geburt um die 38. Schwangerschaftswoche herum ist in diesem Fall üblich, die Geburt kann aber auch schon ab der 36. Schwangerschaftswoche eingeleitet werden.

Für Dich als werdende Mutter besteht nur ein geringes Risiko einer Folgeerkrankung. Nach der Geburt Deines Babys sinkt der Hormonspiegel ganz natürlich wieder ab. Der Juckreiz klingt nach der Entbindung ebenfalls ab und auch die Einlagerungen in Blut und Gewebe gehen zurück. Im Wochenbett sollte Dein Arzt zur Sicherheit noch einmal einen Bluttest machen, um festzustellen, ob sich alle Werte wieder normalisiert haben.

Entspann Dich, und denk an die guten Seiten!

Natürlich ist es nicht einfach, wenn Du Dich während der Schwangerschaft mit unangenehmen Nebenwirkungen wie Juckreiz abfinden musst. Kopf hoch! Auch wenn es noch so lästig ist, hat die Schwangerschaft unheimlich viele, wunderschöne Momente zu bieten. Gerade Nummer 10 ist einzigartig!

Ständiger Juckreiz in der Schwangerschaft kann unangenehm sein und Dein Wohlbefinden stark beeinträchtigen. In den meisten Fällen bedeutet der Juckreiz kein gesundheitliches Risiko für Dich und Dein Baby. Zur Sicherheit solltest Du bei sehr starkem Jucken trotzdem mit Deinem Arzt sprechen. Auch wenn der Juckreiz nach der Entbindung meist von selbst wieder verschwindet, solltest Du Dir in der Zwischenzeit ruhig ab und zu etwas Gutes tun und dem Juckreiz in der Schwangerschaft mit einer Wellness-Offensive entgegenwirken.

Juckreiz während der Schwangerschaft

Ist es normal, dass die Haut während der Schwangerschaft überall juckt?

Ja, es ist normal, dass Ihre Haut mehr juckt, wenn Sie schwanger sind. Es ist ein bekanntes Phänomen, das fast ein Viertel aller Schwangeren betrifft (Kenyon 2010, NHS Choices 2012a, RCOG 2011).
Dafür sind zumindest teilweise Ihre sich dehnende Haut und die veränderten Hormone verantwortlich (NHS Choices 2012a, b). Vermutlich spüren Sie das Jucken hauptsächlich an Ihrem Bauch und Ihren Brüsten.
Natürlich kann ein Juckreiz auch andere weit verbreitete Ursachen haben, wie zum Beispiel atopische Ekzeme. Atopische Ekzeme können während der Schwangerschaft plötzlich auftauchen – oder auch nicht. Manche werdenden Mütter bekommen sie während der Schwangerschaft zum ersten Mal. Für diejenigen, die bereits vor der Schwangerschaft unter Ekzemen litten, kann es schlimmer, aber auch besser werden (Ambrose-Rudolph 2011, NHS Choices 2012c). Typisch für Ekzeme ist es, dass sie einen Juckreiz in den Hautfalten verursachen, zum Beispiel auf den Innenseiten Ihrer Knie oder Ellbogen (SIGN 2011). Ihr Arzt/Ihre Ärztin wird Ihnen sichere Behandlungsmethoden empfehlen können, um die Symptome zu lindern.
Soor und Krätze sind weitere undramatische Beschwerden, die Juckreiz verursachen. Auch hierfür wird Ihr Arzt/Ihre Ärztin Ihnen ein Medikament verschreiben. Krätze ist eine Hautirritation, die von winzigen Milben ausgelöst wird und die einen heftigen Juckreiz verursachen kann (BAD 2010a). Soor ist eine Pilzinfektion, die auch zu Juckreiz führt (NHS Choices 2013).
Sie sollten es Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin und Ihrer Hebamme mitteilen, wenn Sie unter starkem Juckreiz leiden, denn in einigen wenigen Fällen kann das ein Warnzeichen für schwangerschaftsbedingte Leberprobleme sein. Diese werden von einer Erkrankung namens Schwangerschafts-Cholestase (Gallenstauung) (Kenyon 2010, NHS Choices 2012a) verursacht. Für die meisten Frauen ist das Jucken jedoch lästig, ohne problematisch zu sein.

Wie kann ich den Juckreiz lindern?

Versuchen Sie, weniger warme Bäder und Duschen zu nehmen. Vermeiden Sie Reinigungsprodukte, die starke Detergenzien oder Parfums enthalten. Ihre Haut kann durch Bäder oder diese Zusätze trocken und gereizt werden und ist damit anfälliger für Juckreiz. Benutzten Sie stattdessen milde, feuchtigkeitsspendende Seifen oder ph-neutrale Duschgele, um Ihre Haut zu reinigen.
Verwenden Sie ausreichend Feuchtigkeitscreme, am besten mit unparfumierten Produkten (NHS Choices 2012a). Benutzen Sie die Cremes oder Salben, die der Arzt/die Ärztin empfohlen hat, wenn Sie Ekzeme behandeln (SIGN 2011).
Sie können versuchen, Ihre juckenden Stellen mit Lotio alba zu behandeln oder Ihrem Bad ein paar Haferflocken zufügen. Hierbei handelt es sich um traditionelle Heilmittel, deren Wirkung zwar nicht wissenschaftlich belegt ist, deren Gebrauch aber während der Schwangerschaft unbedenklich ist.
Versuchen Sie, nicht ins Schwitzen zu kommen. Hitze kann Juckreiz verschlimmern, tragen Sie deshalb lockere Baumwollkleidung (NHS Choices 2012a) und bleiben Sie zuhause oder im Schatten, wenn es draußen wirklich heiß ist. Vermutlich ist es für Ihr Baby ohnehin nicht gut, wenn Sie überhitzen.

Ich habe einen juckenden Ausschlag auf dem Bauch. Was ist das?

Hierbei könnte es sich um einen Zustand handeln, den man Polymorphe Schwangerschaftsdermatose nennt. Diese Hauterkrankung ist eine bekannte Ursache für einen juckenden Ausschlag, der normalerweise im letzten Trimester auftaucht. Er ist weder für Sie noch Ihr Baby gefährlich und sollte bald nach der Geburt verschwinden (Ambrose-Rudolph 2011, BAD 2010b).
Wir wissen nicht genau, was eine polymorphe Schwangerschaftsdermatose verursacht, aber Schwangere, die Zwillinge oder mehr erwarten, leiden häufiger darunter (BAD 2010).
Die Erkrankung beginnt meistens mit einem juckenden Ausschlag an Ihrem Bauch, dann an den Hüften, besonders dort, wo die Schwangerschaftsstreifen sind. Der Ausschlag kann kleine, rote Bläschen haben und große Flächen von entzündeter Haut (Ambros-Rudolph 2011, BAD 2010).
Es gibt verschiedene Behandlungen gegen diese Hauterkrankung, dazu gehören Steroidsalben, Feuchtigkeitscremes und Antihistamine, je nachdem, welche Symptome Sie haben (BAD 2010). Sprechen Sie mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin über eine Behandlung.

Kann der Juckreiz meinem Baby Schaden zufügen?

In den meisten Fällen wird ein Hautjucken Ihr Baby nicht beeinträchtigen. In einigen wenigen Fällen kann ein extremes Jucken im dritten Trimester ein Anzeichen für ein Leberproblem namens Schwangerschaftscholestase (Gallenstauung) sein. Es gibt einen weiteren Begriff für diese Erkrankung, den Sie vielleicht hören könnten: intrahepatische Cholestase in der Schwangerschaft (ICP).
Die genauen Ursachen für eine Schwangerschaftscholestase sind unklar. Man weiß lediglich, dass sie bei Frauen mit skandinavischen oder südamerikanischen Wurzeln häufiger vorkommt. (Mackillop and Williamson 2010, RCOG 2011, RCOG 2012).
Wenn Sie Schwangerschaftscholestase haben, werden Sie unter einem intensiven Juckreiz auf großen Flächen Ihres Körpers leiden. Einige der folgenden Symptome unterscheiden eine Schwangerschaftscholestase von einem alltäglichen Jucken:

  • Das Jucken befällt oft Ihre Handflächen und Ihre Fußsohlen.
  • Nachts ist das Jucken schlimmer.
  • Es gibt keinen Ausschlag.
  • Sie könnten eine gelbliche Gesichtsfarbe bekommen und vielleicht auch feststellen, dass Ihr Urin sehr dunkel ist und Sie einen blassgefärbten Stuhlgang haben.
  • (RCOG 2011, 2012)

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin und Ihrer Hebamme, wenn Sie heftigen Juckreiz haben. Diese können andere Ursachen ausschließen und im Zweifel eine Blutuntersuchung anordnen, um auf eine Schwangerschaftscholestase zu testen.
Der Juckreiz kann ziemlich übel werden und Sie vom Schlafen abhalten. Ihr Arzt/Ihre Ärztin kann Ihnen eine Creme oder ein Medikament geben, um ihn zu lindern. Falls Sie eine Cholestase haben, sollte diese bald nach der Geburt des Babys besser werden (RCOG 2011, 2012).
Wenn Sie eine Schwangerschaftscholestase haben, ist es wichtig, eine gute vorgeburtliche Versorgung sicherzustellen, (RCOG 2011, 2012) denn dann erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Sie verfrühte Wehen haben werden. Falls das nicht zutrifft, wird Ihr Arzt/Ihre Ärztin vielleicht anraten, die Wehen einzuleiten, damit Ihr Baby früher geboren werden kann (NHS Choices 2012a, RCOG 2011, 2012). Sie und Ihr Kind werden dann unter sorgfältiger Beobachtung stehen, damit der Arzt/die Ärztin den richtigen Zeitpunkt für die Geburt Ihres Babys bestimmen kann.
Lesen Sie hier über andere Hautveränderungen während Ihrer Schwangerschaft.
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Quellen

Ambros-Rudolph CM. 2011. Dermatoses of pregnancy – clues to diagnosis, fetal risk and therapy. Ann Dermatol 23(3):265-75
BAD. 2010a. Scabies. British Association of Dermatologists.
BAD. 2010b. Polymorphic eruption of pregnancy. British Association of Dermatologists.
Kenyon AP, Tribe RM, Nelson-Piercy C, et al. 2010. Pruritus in pregnancy: a study of anatomical distribution and prevalence in relation to the development of obstetric cholestasis. Obstet Med 3(1):25-29
Mackillop L, Williamson C. 2010. Liver disease in pregnancy. Postgrad Med J 86(1013):160-4
NHS Choices. 2012a. Itching and obstetric cholestasis in pregnancy. NHS Choices, Health A-Z, Pregnancy and baby.
NHS Choices. 2012b. Itching-causes. NHS Choices, Health A-Z.
NHS Choices. 2012c. Causes of atopic eczema. NHS Choices, Health A-Z.
NHS Choices. 2013. Can thrush harm my baby during pregnancy? NHS Choices, Common health questions: Pregnancy.
RCOG. 2011. Obstetric cholestasis. Royal College of Obstetricians and Gynaecologists, Green-top guideline, 43. London: RCOG press.
RCOG. 2012. Obstetric cholestasis: information for you. Royal College of Obstetricians and Gynaecologists.
SIGN. 2011. Management of atopic eczema in primary care. A national clinical guideline, SIGN publication 125. Edinburgh: Scottish Intercollegiate Guidelines Network.

Juckreiz

Am Schwangerschafts-Juckreiz sind nicht nur die Hormone schuld, sondern auch die Überdehnung der Haut, besonders in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft. Ausserdem wird die Haut durch die vermehrte Schweissbildung in den grossen Hautfalten gereizt, zum Beispiel unter den grösser gewordenen Brüsten oder in der Leistengegend. Trockene Haut ist besonders stark betroffen. Viele Schwangere bemerken auch, dass ihre Handflächen und Fusssohlen gerötet sind, brennen und jucken.

Tipps bei juckender und gereizter Haut

  • Tragen Sie bequeme, weiche und luftige Kleidung, möglichst aus Baumwolle. Wolle und Synthetik sind ungünstig.
  • Beim Wäschewaschen sollten Sie auf Weichspüler verzichten. Weichspüler können die Haut reizen und eine Allergie auslösen.
  • Ernähren Sie sich fettarm, würzen Sie nur wenig.
  • Trinken Sie Tee aus Schafgarbe, Tausendgüldenkraut oder Pfefferminze, aber nur lauwarm.
  • Vermeiden Sie alles, was die Haut austrocknet, wie trockene Luft und Hitze (z.B. Sauna).
  • Pflegen Sie die trockene Haut mit mildem Mandelöl, Jojobaöl oder Vitamin-E-reichem Weizenkeimöl.
  • Schwimmen tut der gereizten Haut gut.
  • Verwenden Sie keine Seife, denn sie trocknet die Haut aus. Nehmen Sie eine Zeitlang nur klares Wasser zum Waschen. Ein Kompromiss sind milde, nichtalkalische Seifen und rückfettende Waschsyndets.
  • Benutzen Sie einen Badezusatz mit Meersalz, Kieselerde, Natron, Maisstärke, Molke oder Kleie oder ein spezielles Ölbad.
  • Duschen und baden Sie nur lauwarm und höchstens 20 Minuten lang.
  • Reiben Sie sich nach dem Duschen mit einem in Apfelessig getränkten Waschlappen ab, brausen Sie sich dann entweder kurz ab oder – wenn es nicht brennt – lassen Sie den Essig auf der Haut.
  • Cremen Sie sich nach dem Waschen sorgfältig mit einer harnstoffhaltigen Emulsion (Urea) ein.
  • Vermeiden Sie Bürstenmassagen, auch wenn dies für kurze Zeit Erleichterung bringt. Danach ist der Juckreiz umso stärker. Das gilt auch für das Abtrocknen mit dem Handtuch: Nur behutsam trocken tupfen.
  • Manchmal hilft eine Tannin- oder Ichthyol-Lotion oder Menthol-Salbe aus der Apotheke.
  • Linderung bei juckenden Brustwarzen bringen auch feuchte Umschläge, z.B. mit kaltem Schwarztee. Alkoholumschläge sind jedoch zu vermeiden.
  • Antihistamin-Gels (z.B. Dimetinden, Clemastin) können den Juckreiz lindern, aber auch eine Überempfindlichkeitsreaktion auslösen.

Sind diese Massnahmen nicht erfolgreich, kann auch eine vom Arzt oder von der Ärztin verschriebene mittelstarke Corticosteroid-Creme aufgetragen werden. In sehr schweren Fällen muss Cortison eventuell auch in Tablettenform gegeben werden. Kortison hilft meist sehr rasch und gut, erhöht allerdings leider die Wahrscheinlichkeit, Schwangerschaftsstreifen zu entwickeln.

Häufige Fragen zum Thema

Seit einigen Wochen habe ich sehr trockene, raue Haut. Was kann ich ausser Eincremen noch tun?

Gerade gegen Ende der Schwangerschaft wird die Haut oft sehr trocken. Versuchen Sie es mit Trockenbürsten (z.B. mit einem Luffa-Schwamm) oder einem mildem Hautpeeling, damit abgestorbene Hautschichten entfernt werden und die Haut besser durchblutet wird.

Gönnen Sie sich anschliessend ein warmes Vo…

vollständige Antwort lesen Darf ich die Cortisonsalbe zur Behandlung meiner Neurodermitis trotz Schwangerschaft weiter benutzen?

Cortison ist ein körpereigenes Hormon aus der Nebennierenrinde (Corticosteroide) und in der Schwangerschaft nicht grundsätzlich verboten! Es gibt Asthmatikerinnen, die während der gesamten Schwangerschaft Cortison als Spray oder Tabletten einnehmen müssen. In der Spätschwangerschaft werden bestimmte…

vollständige Antwort lesen Kann man als Schwangere einen allergischen Ausschlag mit einem Antihistaminikum behandeln oder sollte man da vorsichtig sein?

Für Schwangere mit Allergien gibt systemisch (also z.B. in Tablettenform) eingesetzte Antihistaminika, über die schon grössere Studien in der Schwangerschaft vorliegen und bei denen keine erhöhte Fehlbildungsrate bei den geborenen Kindern gefunden wurde. Das sind die Wirkstoffe Doxylamin, Clemastin…

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Was kann sonst noch hinter dem Juckreiz stecken?

Bei anhaltendem und grossflächigem Juckreiz mit Ausschlag und Wundsein sollten Sie auf jeden Fall Ihren Frauenarzt oder Ihre Frauenärztin informieren. Dann kann es sich auch um eine Allergie handeln.

Möglicherweise liegt aber auch ein schwangerschaftsbedingter Gallenstau (Schwangerschaftscholestase) vor. Das ist eine seltene, aber schwere Leberfunktionsstörung, die nicht nur vorzeitige Wehen auslösen kann, sondern auch wegen der damit verbundenen Gerinnungsstörung das Risiko von starken Blutungen unter der Geburt vergrössert. Ob diese Komplikation vorliegt, lässt sich leicht anhand eines Bluttests feststellen. Eventuell wird Ihnen Ihr Arzt oder Ihre Ärztin dann gegen den Juckreiz das Medikament Cholestyramin verschreiben.

Ist der Juckreiz auf den Scheidenbereich begrenzt, könnte beispielsweise eine Candida-Infektion (Scheidenpilz, Soor), eine bakterielle Vaginose oder eine Trichomonaden-Infektion dahinter stecken. Sie sollten dies Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Frauenärztin mitteilen, damit gezielt behandelt werden kann.

Zeigen sich auf der Haut juckende Quaddeln, Papeln oder Bläschen, leiden Sie wahrscheinlich an einer Schwangerschaftsdermatose. Unter entsprechender Behandlung (antihistaminhaltige Salbe oder mittelstarke Kortison-Creme) heilt sie schnell ab. Eine weitere Therapiemöglichkeit besteht in der Bestrahlung mit UV-B-Licht und Vitamin-K-Spritzen.

Letzte Aktualisierung : 04-11-19, BH

Juckreiz in der Schwangerschaft: Was dahinter steckt und was hilft

Fühlt sich Ihre Haut manchmal an, als würden Ameisen auf ihr entlang krabbeln? Starker Juckreiz in der Schwangerschaft ist weit verbreitet. Was Sie bei juckenden Brüsten und anderen Beschwerden tun können.

Juckreiz ist eine lästige Beschwerde in der Schwangerschaft. Foto: PeopleImages, iStock, Getty Images Plus

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Von Julia Wohlgemuth

Das Wichtigste in Kürze:

  • Suchen Sie den Arzt auf bei Juckreiz in Kombination mit Übelkeit oder weisslichem Stuhlgang
  • Reiben Sie zur Linderung Apfelessig auf Ihren Körper
  • Vermeiden Sie Kleidung aus synthetischen Materialien

Ihre Haut wird in der Schwangerschaft stark beansprucht. Besonders in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft, wenn der Bauch immer grösser wird, wird Ihre Haut stark gedehnt. Kein Wunder, wenn sie anfängt, stark zu jucken. Neigen Sie zu trockener Haut, könnten Sie eventuell besonders stark betroffen sein. Die schwangerschaftsbedingten Hormone sind ebenfalls an Hautveränderungen und Juckreiz schuld.

Zusätzlich wird die Haut durch erhöhte Schweissproduktion gereizt, zum Beispiel aufgrund von Hitzewallungen. Viele Schwangere haben deshalb etwa juckende Brüste oder klagen über Juckreiz im Intimbereich.

Was Sie selbst gegen den Juckreiz tun können

Die meisten Juckattacken sind unspezifisch und harmlos, trotzdem können sie sehr unangenehm sein. Wer von juckender Haut betroffen ist, fühlt manchmal sogar einen „Juckschmerz“. Neben Salben, die Ihnen Ihr Arzt verschreiben kann, gibt es auch Massnahmen, die Sie daheim zur Vorbeugung und Linderung durchführen können. Fünf Tipps gegen den Juckreiz in der Schwangerschaft:

1 Kleidung aus natürlichen Materialien

Verzichten Sie auf Materialien, die Ihre Haut reizen können. Dazu gehören zum Beispiel synthetische Stoffe. Kleidung aus Baumwolle oder anderen natürlichen Materialien, die nicht zu eng am Körper anliegt, kann dem Juckreiz in der Schwangerschaft vorbeugen. Weichspüler kann sich ebenfalls negativ auf die Haut auswirken oder sogar Allergien auslösen. Verwenden Sie deshalb mildes Waschpulver oder Waschnüsse.

2 Nicht zu heiss duschen

Duschen oder baden Sie nicht zu oft, nicht zu lang und auch nicht zu heiss, denn all das kann Ihre ohnehin schon gereizte Haut noch weiter strapazieren. Verwenden Sie am besten nur sehr milde, nichtalkalische Seifen oder rückfettende Waschlotionen. Verwöhnen Sie Ihre Haut nach dem Waschen mit einer fettreichen Creme. Am besten eignet sich für die meisten Fälle von starkem Juckreiz eine harnstoffhaltige Lotion (Urea).

Dehnungsstreifen

Neben starkem Juckreiz kann es durch die Hautveränderungen in der Schwangerschaft auch zu Schwangerschaftsstreifen kommen. Diese Massnahmen können helfen:

  • Cremen Sie den Bauch ein- oder zweimal täglich mit einer Spezialcreme oder Babyöl ein.
  • Eine Bürstenmassage stärkt das Bindegewebe. Dazu entweder mit einem Massagehandschuh den Bauch reiben oder die Haut zart zupfen, also die Haut zwischen dem Daumen und Zeigefinger leicht hin- und herrollen.

3 Apfelessig kann Wunder bewirken

Reiben Sie sich nach dem Duschen mit einem in Apfelessig getränkten Waschlappen ab. Sie können den Essig nach ein paar Minuten abwaschen – oder auf der Haut lassen, je nachdem, was sich besser anfühlt.

4 Viel Wasser trinken

Trinken Sie viel Wasser. Das wirkt sich positiv auf die Haut und damit Ihr Wohlbefinden aus. Vermeiden Sie stark gewürzte Mahlzeiten, denn sie können den Juckreiz verstärken, genau wie Alkohol, Kaffee und schwarzer Tee.

5 Psychische Probleme lösen

Der Auslöser für den Juckreiz kann auch psychisch bedingt sein. Haben Sie Angst vor der Geburt oder machen sich Sorgen um die Zukunft und das Leben mit Kind? Ein Gespräch mit Ihrer Hebamme oder einer anderen Vertrauensperson kann helfen, Sie und damit Ihre Haut zu beruhigen.

Wann Sie zum Arzt gehen sollten

  • In sehr seltenen Fällen kann ein starker Juckreiz Hinweis auf eine Leberkrankheit sein, die sogenannte Schwangerschafts-Cholestase. Bleibt die Erkrankung unerkannt, kann sie für das Baby lebensbedrohlich sein. Bei Cholestase tritt der Juckreiz in der Regel am ganzen Körper auf. Weitere Symptome können Übelkeit, Müdigkeit, weisslicher Stuhlgang oder Gelbsucht sein. Bei Verdacht kann Ihr Frauenarzt mit einem Bluttest herausfinden, ob Sie davon betroffen sind.
  • Auch bei grossflächigem Juckreiz mit Entzündung der Haut sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Es könnte sein, dass Sie unter einer Schwangerschaftsdermatose leiden. Dies ist zwar nicht gefährlich, aber Ihr Arzt kann Ihnen wirksame Mittel dagegen verschreiben.

Juckreiz

In der Schwangerschaft kommt Hautjucken sehr häufig vor, bei etwa zwei von zehn Schwangeren. Oft ist die Haut einfach nur trockener als sonst.

Manchmal sind auch innere Erkrankungen für das Hautjucken verantwortlich, die mit den hormonellen Veränderungen in der Schwangerschaft zusammenhängen. Deshalb ist es grundsätzlich sinnvoll, Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder eine Hebamme auf Juckreiz anzusprechen und die Ursache abklären zu lassen.

Trockene Haut

Zur Linderung von Beschwerden durch trockene Haut ist eine regelmäßige Pflege der Haut mit einer Fett- oder Feuchtigkeitsmilch hilfreich, die ein- bis zweimal täglich, zum Beispiel nach dem Baden oder Duschen, aufgetragen wird. Sie können Ihre gewohnte Hautpflege dafür verwenden. Spezielle (teure) Produkte für die Schwangerschaft bieten keinen nachgewiesenen Vorteil. Um die Haut nicht zusätzlich zu reizen, verwenden Sie am besten nur milde Seifen und Duschgels. Kleidung aus Baumwolle ist oft angenehmer auf der Haut als Wolle oder Kunstfaser.

Allergische Erkrankung

Oft liegt die Ursache für den Juckreiz in einer Neigung zu allergischen Erkrankungen (atopisches Ekzem / Neurodermitis). Bei den betroffenen Frauen kommt es zu abgegrenzten juckenden, trockenen Hautstellen, vor allem im Gesicht, an den Augenlidern, an der Brust, im Nacken sowie in den Ellenbeugen oder Kniekehlen. Manchmal treten die Symptome in der Schwangerschaft zum ersten Mal auf. Häufig hatten die betroffenen Frauen aber auch schon früher ein juckendes Ekzem.

Bei Neurodermitis sollten Sie sich ärztlich beraten lassen. Ein passendes Basisprodukt zur Hautpflege täglich anzuwenden, ist wichtig und in manchen Fällen auch ausreichend. Bei starkem Juckreiz sind zusätzlich kortikoidhaltige Salben wirksam. Sie sind unschädlich für das Ungeborene. Diese Salben muss die Ärztin oder der Arzt verschreiben. Auch Lichttherapie mit ultraviolettem Licht ist möglich. Außerdem können nach ärztlicher Rücksprache Medikamente gegen allergische Reaktionen in der Haut, sogenannte Antihistaminika, eingenommen werden.

Lesen Sie auch

  • Allergien
  • Medikamente in der Schwangerschaft

Ausschlag ausgehend von Schwangerschaftsstreifen

Bei Schwangeren, die Schwangerschaftsstreifen haben, kommt es in seltenen Fällen in den letzten Wochen der Schwangerschaft oder auch erst nach der Geburt zu einem nesselsuchtartigen Hautausschlag (polymorphe Schwangerschaftsdermatose, englisch „pruritic urticarial papules and plaques of pregnancy, PUPPP“). Meist beginnen die Streifen zu jucken. Anschließend bilden sich kleinere rote, juckende Flecken, die zu Papeln oder größeren Plaques zusammenfließen und sich innerhalb von Stunden auch auf Arme und Beine ausbreiten können.

Man nimmt an, dass die starke schwangerschaftsbedingte Dehnung der Kollagenfasern in der Haut zu einer Reaktion des Immunsystems führt. Behandelt werden die Beschwerden mit antiallergischen und/oder kortikoidhaltigen Cremes, manchmal auch mit UVB-Lichttherapie. Die Nesselsucht dauert meist vier bis sechs Wochen und klingt in den ersten Tagen nach der Geburt wieder ab. In der nächsten Schwangerschaft kann der Ausschlag erneut auftreten, doch meist nicht so stark wie beim ersten Mal.

Juckreiz aufgrund von Gallenstau

Ein plötzlich auftretender starker Juckreiz im zweiten oder dritten Schwangerschaftsdrittel kann auf eine Störung der Leber- oder Gallenfunktion hinweisen, bei der sich die Gallenflüssigkeit staut (Schwangerschafts-Cholestase). Diese Störung wird in Mitteleuropa bei einer von hundert Schwangeren beobachtet. Typisch ist, dass der Juckreiz an den Handflächen und Fußsohlen beginnt und sich dann auf den ganzen Körper ausbreitet. Der Juckreiz ist sehr stark, auch nachts. Auf der Haut ist kein Ausschlag zu sehen, sondern oft nur Kratzspuren. Manchmal färben sich zusätzlich die Bindehaut in den Augen sowie die Haut gelb. Auch dunkel gefärbter Urin und hell gefärbter Stuhl sind mögliche Anzeichen.

Wie es zu dem Gallenstau kommt, ist nicht genau geklärt. Möglicherweise ist die Neigung dazu auch erblich bedingt. Für den Juckreiz ist der Anstieg der Gallensäuren im Blut und deren Ablagerung in der Haut verantwortlich.

Für die Diagnose wird das Blut untersucht (Leberwerte). Bei einer Cholestase sind eine kontinuierliche ärztliche Behandlung und die Überwachung des Wohlergehens von Mutter und Kind sehr wichtig. Um den Juckreiz zu lindern und die Leberfunktion zu verbessern, stehen Medikamente zur Verfügung; dabei sind keine Auswirkungen auf das Kind zu befürchten. Bei stark ausgeprägten Symptomen oder wenn die kindliche Entwicklung aufgrund der Gallenprobleme gefährdet ist, kann erwogen werden, die Geburt vorzeitig einzuleiten. Der Gallenstau bildet sich in den ersten Tagen und Wochen nach der Geburt zurück. Allerdings kommt es häufig in der nächsten Schwangerschaft erneut zu einem Gallenstau.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 20.03.2019

Wenn es im letzten Schwangerschaftsdrittel plötzlich anfängt, überall massiv zu jucken, obwohl auf der Haut keinerlei Veränderungen sichtbar werden, dann sollte man an eine sogenannte „intrahepatische Schwangerschaftscholestase“ denken. Es handelt sich hierbei um eine bei uns in Deutschland eher seltene Erkrankung, die das Risiko für eine Frühgeburt erhöht und im schlimmsten Fall tödlich für das Baby ausgehen kann.

Nur wenige deutsche Schwangere sind betroffen

Interessanterweise ist die Schwangerschaftscholestase eine Erkrankung, die weltweit betrachtet unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Während in Chile bis zu 15 Prozent der Frauen erkranken, trifft es in Europa – mit Ausnahme von Skandinavien, wo die Zahlen etwas höher liegen – nicht einmal ein Prozent der Schwangeren. Professor Jürg Reichen, Chefarzt der Hepatologie am Universitätsspital in Bern erklärt: „Wahrscheinlich braucht es mindestens zwei Faktoren: vererbte ‚Schwächen‘ in gewissen Transportproteinen in den Gallewegen und vererbte, zum Teil auch erworbene, ‚Schwächen‘ in der Verstoffwechslung von weiblichen Geschlechtshormonen. Die Häufung in Chile ist vor allem auf die Gene zurückzuführen, wahrscheinlich kommen aber auch Umweltfaktoren dazu.“ Doch auch bei uns in Europa sollte bei starkem Juckreiz in der Schwangerschaft immer diese Lebererkrankung in Betracht gezogen werden, denn erstens leiden die Frauen sehr darunter und zweitens besteht bei Nichtbehandlung eine Gefahr für das ungeborene Kind.

Lebererkrankungen in der Schwangerschaft ernst nehmen

„Es gibt sicher gelegentlich Fälle, in denen die Schwangerschaftscholestase gar nicht diagnostiziert wird. Dabei gibt es ‚Das Schwangerschaftsjucken‘ überhaupt nicht! Wenn eine Schwangere unter ihrem Juckreiz leidet, muss diese Erkrankung formell ausgeschlossen werden, was durch die Bestimmung von Serumgallensäuren und Leberwerten geschieht.“, so Jürg Reichen. „Lebererkrankungen in der Schwangerschaft werden immer sehr ernst genommen – allerdings muss man sie erkennen.“ Sein Kollege Professor Axel Holstege, ärztlicher Direktor am Klinikum Landshut und Facharzt für Innere Medizin, betont, dass Erkrankungen, die unterschiedliche Fachdisziplinen betreffen, durchaus einer so genannten Schnittstellenproblematik unterliegen können. „Die Frauenärzte allerdings kennen die Problematik erhöhter Leberwerte in der Schwangerschaft und ziehen praktisch immer entsprechende hepatologische Kompetenz hinzu.“ Und wenn nicht, dann sollte man als Patientin bei anhaltendem und auffallend starkem Juckreiz auf einer entsprechenden Blutuntersuchung bestehen und diese eventuell sogar noch einmal wiederholen lassen, da der Juckreiz manchmal bereits vor der signifikanten Erhöhung der Werte auftritt. Weitere Alarmzeichen, die auftreten können, aber nicht müssen, sind Übelkeit, eine Gelbfärbung von Haut und Augen sowie ein weißlicher Stuhl.

Es besteht eine Gefahr für das Baby

Der durch eine Cholestase verursachte Juckreiz beginnt meist im letzten Drittel der Schwangerschaft, kann aber auch bereits früher auftreten. Zuerst sind in der Regel Handinnenflächen und Fußfohlen betroffen, oft breitet er sich auf den restlichen Körper aus, wird so unerträglich, dass die Frauen sich blutig kratzen und kaum mehr schlafen können. „Schuld daran sind Substanzen, die normalerweise in der Galle ausgeschieden werden, wahrscheinlich vor allem Gallensalze und weibliche Geschlechtshormone.“, weiß der Leberspezialist Reichen. Der Facharzt für Innere Medizin, Holstege, ergänzt: „Insbesondere Gallensäuren wurden als Auslöser verdächtigt. Bei einer Cholestase werden die Gallensäuren vermindert oder auch gar nicht mehr über die Gallenwege in den Darm ausgeschieden. Dies führt zu einer Anreicherung in Blut und Geweben. “ Und wird vermutlich über die Plazenta in den kindlichen Blutkreislauf transportiert. Doch: „Leider spricht nicht alles für die Rolle der Gallensäuren bei der Entstehung des Juckreizes.“ Auch, wenn man sich in der Wissenschaft noch nicht ganz einig ist, wie die Schwangerschaftscholestase entsteht, eines ist sicher: „Die Gefahren für das Baby sind vor allem Frühgeburt, verringerte Vitalität, was sich an den APGAR-Werten zeigt und ein Austritt von Mekonium, dem Stuhl des Ungeborenen, in das Fruchtwasser. Falls unerkannt und unbehandelt, kann dies im schlimmsten Fall zum Kindstod im Mutterleib führen“, so Reichen.

Eine Früh- oder Totgeburt medizinisch vermeiden

Cremes und Bäder helfen nicht gegen den Juckreiz, da dieser sozusagen unter der Haut stattfindet. Was aber helfen kann, ist leichte, luftige Baumwollkleidung, eine kühle Umgebung und eventuell das Vermeiden fetter Speisen, die die Leber zusätzlich belasten. Da das durch die Cholestase verursachte Jucken den Schwangeren oft den Nachtschlaf raubt, ist es wichtig, möglichst viel Ruhe und Schlaf abzubekommen, auch tagsüber. Die medizinische Therapie der ersten Wahl ist Ursodeoxycholsäure (UDCA). Mit diesem Medikament kann das Risiko für das Kind verringert und das Jucken ausgeschalten werden. Aber auch kortisonähnliche Substanzen wie Dexamethason kommen zum Einsatz. „Sie sind nicht nur hilfreich gegen den Juckreiz“, so Reichen, „sondern beschleunigen auch die Lungenreifung des Babys.“ Sobald die Lungen ausgereift sind, empfehlen Fachleute bei einer Schwangeschaftscholestase die Geburt früher einzuleiten, da die Gefahr für das Baby mit zunehmender Schwangerschaft steigt. Normalerweise wird spätestens in der 38. Woche eingeleitet, sollte es zusätzlich zu einer Gelbsucht kommen, sogar bereits in der 36. Schwangerschaftswoche.

Mit Spätfolgen ist nicht zu rechnen

Erfreulicherweise erledigt sich das Problem mit der Geburt. Die Werte normalisieren sich und der Juckreiz verschwindet in den ersten Wochen nach der Entbindung. Bei der Geburt selbst allerdings besteht für die Mutter ein erhöhtes Blutungsrisiko, das durch die Gabe von Vitamin K verringert werden kann. Und auch das Baby sollte unbedingt Vitamin K erhalten. Bei der abschließenden Wochenbettuntersuchung, sechs Wochen nach der Geburt, sollten die Blutwerte noch einmal vom Arzt kontrolliert werden, um sicherzugehen, dass erstens die Diagnose korrekt war und zweitens sich alles wieder normalisiert hat. Auch eine Unterschalluntersuchung auf Gallensteine sollte man in Betracht ziehen, denn man weiß inzwischen, dass das Risiko bei einer Schwangerschaftscholestase erhöht ist. Gallensteine können in der Schwangerschaft nämlich durchaus der Grund dafür sein, dass der Gallenfluss in den Darm blockiert ist. Wer bereits in sehr jungen Jahren unter Steinen litt, gehört definitiv zur Risikogruppe für Schwangerschaftscholestase. Auch, wenn in der Familie, zum Beispiel bei der Mutter oder der Schwester, bereits eine solche Erkrankung aufgetreten ist, muss man damit rechnen.

Verhütung anpassen

Ob die Cholestase bei späteren Schwangerschaften wiederkommen wird, kann man pauschal nicht sagen. Man geht davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit aber immerhin bei 45 bis 70 Prozent liegt. Hierzu Holstege: „Gelegentlich kommt es auch unter Einnahme von Kontrazeptiva, also empfängnisverhütenden Mitteln, zu einem Juckreiz bei diesen Patientinnen. Ich selbst hatte eine Patientin, bei der es sowohl während der Schwangerschaft zu einer Schwangerschaftscholestase kam, unter der Einnahme von Antikonzeptiva (Antibabypille) eine Cholestase und ein Juckreiz auftraten und sich das Gleiche noch einmal darstellte nach Einsetzen einer hormonfreisetzenden Spirale.“ Wenn man also verhüten möchte, dann sollte man seinen behandelnden Arzt unbedingt auf die überstandene Schwangerschaftscholestase hinweisen, um Alternativen zu hormonhaltigen Präparaten zu finden.

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