J1 untersuchung was passiert

J1-Untersuchung

Was wird bei der J1 gemacht?

Eltern müssen im Voraus einen Termin beim Kinderarzt vereinbaren für die J1-Untersuchung. Ablauf und Untersuchungen unterscheiden sich zu Beginn kaum von den bisherigen Vorsorgeuntersuchungen: Der Arzt misst Größe, Gewicht und Blutdruck, außerdem nimmt er eine Blutprobe und analysiert den Urin. Zudem untersucht er die Organfunktionen des Jugendlichen und achtet auf Haltungsschäden bei der J1-Untersuchung. Geschlechtsorgane überprüft er auf eine altersgemäße Entwicklung. Die Untersuchung der Genitalien ist manchen Jugendlichen etwas peinlich, aber ein wichtiger Teil der Untersuchung.

Sind die Auffrischimpfungen gegen Tetanus, Diphterie, Kinderlähmung und Pertussis (Keuchhusten) nicht bereits früher erfolgt, sollten diese jetzt bei der Vorsorgeuntersuchung J1 nachgeholt werden. Junge Mädchen können außerdem die Möglichkeit der Impfung gegen Humane Papillomviren, die an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beteiligt sind, wahrnehmen. Diese Impfung sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen.

Wichtigster Bestandteil der J1-Untersuchung ist ein offenes Beratungsgespräch über Sexualität, Verhütung, Suchtgefahren und soziale Probleme in der Familie, im Freundeskreis oder der Schule. Wenn der Jugendliche möchte, kann er auch allein zur J1-Untersuchung gehen – manchen fällt es ohne die eigenen Eltern leichter, offen über Probleme und Sorgen mit dem Arzt zu sprechen.

J1-Untersuchung: Fragebogen MEF J1

Der Arzt händigt dem jungen Patienten einen standardisierten Fragebogen aus. Dort soll der Jugendliche 59 Fragen zu verschiedenen Themen wahrheitsgemäß beantworten, zum Beispiel:

  • Sorgen und Ängste
  • Verhältnis zu Bezugspersonen
  • Schlafstörungen, Migräne, Asthma und Hautproblemen
  • Essverhalten
  • Suchtmittel (Alkohol, Tabak, Drogen)
  • Schule

Außerdem soll der Jugendliche 25 Sätze spontan vervollständigen, zum Beispiel:

  • „Mich ärgert, wenn…“
  • „Ich brauche…“
  • „Meine größte Sorge…“
  • „Ganz im Geheimen…“

Wenn der Jugendlich eine bestimmte Frage nicht beantworten will, ist das kein Problem und er kann sie ohne Angabe von Gründen auslassen. Der Fragebogen ist nur für den Arzt gedacht, damit er besser individuelle Bedürfnisse und Sorgen des jungen Heranwachsenden einschätzen und darauf eingehen kann. Obwohl der Patient noch keine 18 Jahre alt ist, unterliegt der Arzt in diesem Fall der Schweigepflicht und darf den Eltern weder den Fragebogen zeigen, noch die Inhalte eines vertraulichen Gesprächs mitteilen.

Wann steht die J1 an und ist sie Pflicht?
Allgemein wird empfohlen die Jugenduntersuchung 1 zwischen 12 und 15 Jahren zu machen. Die Untersuchung ist freiwillig, der Gang dorthin ist also keine Pflicht. Allerdings wird diese Untersuchung von allen Ärzten wärmstens empfohlen, denn sie kann durchaus wichtig für deine weitere Gesundheit sein. Körperliche Fehlentwicklungen und Schäden, zum Beispiel an deiner Wirbelsäule oder deiner Hüfte, die behoben werden können, werden so rechtzeitig entdeckt und können richtig behandelt werden.

Wer macht die Untersuchung?
Die J1 und die J2 wird entweder vom Kinder- und Jugendarzt oder vom Allgemeinarzt durchgeführt. Am besten ist es natürlich, wenn du einen Haus- bzw. Kinderarzt hast, den du schon kennst. Dann fallen dir die Antworten oft leichter und die Untersuchung ist keinesfalls mehr unangenehm. Einige Ärzte bieten auch extra Jugendsprechstunden an, die für solche Untersuchungen gedacht sind.

Muss ich da alleine hin?
Nein, das musst du nicht. Du kannst selbst entscheiden, ob du gerne alleine hingehen möchtest, oder ob deine Eltern, eine Freundin oder vielleicht sogar dein Freund dich begleiten sollen.

Was passiert bei der Untersuchung?
Die Untersuchungen laufen oft ganz unterschiedlich ab und jeder Arzt geht in einer anderen Reihenfolge vor, doch die Elemente sind meist die gleichen.

Kann man bei der Jugenduntersuchung durchfallen?

Fragenteil:
Meist beginnt der Besuch mit einem Gespräch. Dein Arzt wird dir unterschiedliche Fragen stellen, um herauszufinden, ob du gesund und frei von psychischen Problemen lebst. Solche Fragen könnten zum Beispiel sein:
Wie geht es dir momentan?
Fühlst du dich wohl zu Hause und in der Schule?
Rauchst du? Trinkst du schon Alkohol?

Natürlich kannst auch du deine Fragen loswerden und oftmals kann dir der Arzt dann auch noch einige nützliche Tipps rund um die Ernährung oder deinen Körper geben. Scheue dich nicht ihn oder sie mit deinen Fragen zu bombardieren, sondern trau dich und frag ruhig mal nach, warum bei deinen Freundinnen schon Brüste wachsen und bei dir nicht. Oder sprich Themen wie die Verhütung, Sexualität, Drogen, Gewichtsprobleme und psychische Probleme an!

Körperliche Untersuchung:
In erster Linie geht es bei dieser Untersuchung um die Früherkennung von Krankheiten und die Kontrolle der körperlichen Entwicklung. Meist wird ein Hör- und Sehtest durchgeführt und du wirst auf Allergien getestet. Auch die wichtigen Organe wie Leber, Niere, Schilddrüse und Herz werden manchmal mit einem Ultraschall untersucht und dein Herz wird abgehorcht.

Außerdem werden Bauch, Hals und Brust abgetastet und deine Größe, dein Gewicht und dein Blutdruck gemessen. Auch eine Urin- und Blutabnahme ist unentbehrlich, da deine Werte kontrolliert werden müssen.
Oftmals musst du auch ein paar Schritte auf und ab gehen, damit der Arzt deine Wirbelsäule und deine Hüfte überprüfen kann. Manchmal schaut er auch dein Geschlechtsorgan an, um abzuchecken, ob sich alles richtig entwickelt. Wenn du das aber lieber nicht möchtest, dann kannst du das einfach sagen.
Auch wenn du sonst noch einen anderen Teil der Untersuchung nicht so gerne möchtest, musst du einfach nur kurz anmerken, dass du das lieber nicht möchtest.

Was passiert bei der J1?

Ab 13 bis 15 Jahren steht die Jugendgesundheitsuntersuchung J1 an. Sie wird von einem Arzt oder einer Ärztin der Kinder- und Jugendmedizin oder der Allgemeinmedizin durchgeführt. Die Untersuchung dient der Früherkennung. Denn wenn Probelme und Fehlentwicklungen rechtzeitig erkannt werden, lassen sie sich in der Pubertät noch relativ leicht beheben. Eine Scoolz-Userin macht sich Sorgen, wie die J1 bei Mädchen abläuft. Im Help-Forum fragt sie Dr. Karin Anderson.
Dr. Karin Anderson lebt im US-Bundesstaat Maine. Sie ist Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie und hat eine Zusatzausbildung für psychotherapeutische Medizin. Als Forenexpertin für Scoolz berät sie unsere User kostenlos. Wenn du unserer Expertin ein Problem schildern möchtest oder eine Frage stellen willst, tue dies jederzeit gerne in den Foren Gefühlssachen oder Help.

Die Scoolz-Userin fragt:

„Was wird denn eigentlich bei der J1 bei einem Mädchen unten rum geguckt? Und muss ich meine Unterhose unbedingt ausziehen? Werde ich ansonsten gezwungen, sie auszuziehen?“

Dr. Karin Anderson antwortet:

„Hallo,
also, erstmal kann ich dir versichern, dass du bei der J1 zu überhaupt nichts gezwungen wirst.
Eine körperliche Untersuchung macht aber nur dann Sinn, wenn die Ärztin oder der Arzt deinen Körper auch in Augenschein nehmen, abtasten und abhören können.
Eine regelrechte gynäkologische Untersuchung, (bei der die Lage deiner Gebärmutter und Eierstöcke abgetastet wird) findet bei der J1 aber nicht statt, es soll hier nur festgestellt werden, ob deine körperliche Entwicklung regelrecht verläuft. Die Leiste wird abgetastet, um festzustellen, ob etwa ein Leistenbruch vorliegt, also eine abnorme Öffnung zum Bauchraum besteht, die zu Problemen führen könnte.
Also, keine Angst, die J1 ist wirklich überhaupt nicht schlimm.
LG, Dr. Karin Anderson“

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Vorsorgeuntersuchungen für Kinder und Jugendliche

Ab September 2016: Neues Gelbes Heft

Eltern erhalten bei der nächsten anstehenden U-Untersuchung bis zur U6 ein neues Gelbes Heft. Wenn bereits die U7 fällig ist, genügen selbstklebende Einlagehefter zum Einkleben in das alte Heft. Neu ist u.a., dass in den ersten vier Wochen ein Mukoviszidose-Screening stattfinden kann. Eltern müssen dem dreistufigen Test mit ihrer Unterschrift zustimmen. Mit dem Heft eingeführt wird auch eine Farbtafel, anhand derer die Farbe des Stuhls des Kindes beurteilt werden soll, die u.a. Hinweise auf eine Störung der Gallenwege geben kann (U2 bis U4).
Die neuen Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses heben die Bedeutung der Beratung durch den Kinder- und Jugendarzt, z.B. zu den Themen „Impfen“, zur Prävention von Übergewicht und zum UV-Schutz, als wichtigen Bestandteil der Vorsorgeuntersuchung hervor. Neben der körperlichen Untersuchung hat nun die Beurteilung der emotionalen und sozialen Entwicklung des Kindes einen noch größeren Stellenwert bekommen. Damit sollen u.a. psychische Probleme frühzeitig erkannt und behandelt werden können. Ein weiteres Ziel ist es, Misshandlungen im Vorfeld zu verhindern oder zumindest in den ersten Anfängen zu ermitteln, um möglichst bald eingreifen zu können.
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(Bild: Neues Gelbes Heft © G-BA )
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Entnehmbare Karte

Eine dem Gelben Heft entnehmbare Karte erleichtert es Eltern, bei Bedarf nachzuweisen, dass das Kind an allen empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen teilgenommen hat – ohne dass dabei persönliche Befunde gezeigt werden müssen. Die Karte eignet sich z.B. zur Vorlage bei der Kita, der Schule oder dem Jugendamt. Die Karte dient auch als Bestätigung, dass die Beratung zur Impfung durchgeführt wurde.

Vorsorge für Kinder: Von der U1 bis zur J2

Wichtig ist, die Untersuchungen nicht mit einem Wettbewerb zu verwechseln, bei dem das Kind möglichst gut abschneiden muss. So bereiten Sie sich am besten auf die Termine vor: Notieren Sie alles, was Ihnen seit der letzten Untersuchung an Ihrem Kind aufgefallen ist und das Sie mit dem Arzt besprechen möchten – denn erfahrungsgemäß vergisst man in der Aufregung oft das Wichtigste. Die Untersuchungen sollten auf jeden Fall im vorgesehenen Zeitfenster durchgeführt werden. Deshalb haben wir für Sie einen Überblick zusammengestellt. So können Sie erkennen, welche Vorsorgetermine beim Kinderarzt Sie unbedingt einplanen sollten.

Im Schulalter: Kassen zahlen nicht alle Untersuchungen

Die J1 im Alter zwischen zwölf und 14 Jahren hat einen großen Abstand zur letzten Früherkennungsuntersuchung für Kinder. Um die Lücke zur U9 zu schließen, die mit rund fünf Jahren stattfindet, empfehlen die Kinder- und Jugendärzte drei weitere Untersuchungen: Die U10 für Sieben- bis Achtjährige und die U11 für Neun- bis Zehnjährige. Außerdem gibt es noch die J2 für 16- bis 17-Jährige. Diese drei Untersuchungen werden jedoch – im Gegensatz zur J1 – nicht von allen Krankenkassen bezahlt. Ihre Ergebnisse vermerkt der Arzt in einem eigenen Büchlein: Dem grünen Checkheft. Für die J1 gibt es ebenfalls einen gesonderten Dokumentationsbogen.

J2 – bald erwachsen

Diese Vorsorgeuntersuchung soll Jugendlichen auch nach der J1 (vom 12. Geburtstag bis zum vollendeten 15. Lebensjahr) eine Möglichkeit zum Gesundheits-Check-Up bieten. Wenn Erwachsene mindestens alle zwei Jahre ihre Gesundheit kontrollieren sollten, so gilt dies auch für Jugendliche bis zur Volljährigkeit. In dieser Phase werden oft wichtige Entscheidungen getroffen, wie z.B. für die spätere Berufswahl. Dabei kann auch die Gesundheit eine Rolle spielen. So sind für Allergiker einige Berufe nicht geeignet.

Zu den Schwerpunkten der J2 gehört das Erkennen bzw. die Behandlung von Pubertäts- und Sexualitätsstörungen, von Haltungsstörungen, Kropfbildung bis hin zur Diabetes-Vorsorge. Der Jugendarzt berät den Jugendlichen bei Fragen des Verhaltens, der Sozialisation, der Familie und der Sexualität sowie der Berufswahl. Der Jugendliche kann im Rahmen der Vorsorge, wenn er will, auch alleine ohne Eltern ein vertrauensvolles Gespräch mit seinem Jugendarzt führen.

Diese zusätzliche Vorsorgeuntersuchung wird nicht von allen Krankenkassen erstattet.

Informationen für Jungen zur SELBSTUNTERSUCHUNG als Schutz vor Hodenerkrankungen und zum Erkennen von Veränderungen an der Brust und den Geschlechtsorganen: Flyer „Achte auf deine Nüsse“ – Informationen für Jungen zur Selbstuntersuchung. Die Broschüre ist im BVKJ-Shop unter http://www.bvkj-shop.de/infomaterial/flyer.html zu beziehen.

Info-Magazin für Mädchen und Jungen: www.happy-youth.de

J1 – wichtige Vorsorge für Jugendliche

Diese vorletzte, sehr wichtige Vorsorgeuntersuchung (J1) beim Kinder- und Jugendarzt sollte zwischen 12 und 14 Jahren (vom 12. Geburtstag bis zum vollendeten 15. Lebensjahr) stattfinden. Es ist ein Check der körperlichen und seelischen Gesundheit, der komplett von den Krankenkassen übernommen wird.

Im Rahmen dieser Vorsorge werden Größe, Gewicht und der Impfstatus sowie Blut und Harn überprüft. Bei der körperlichen Untersuchung klärt der Arzt die pubertären Entwicklungsstadien sowie den Zustand der Organe, des Skelettsystems und der Sinnesfunktionen ab. Fehlhaltungen aufgrund von Wachstumsschüben sowie chronische Krankheiten können bei der J1 frühzeitig erkannt und entsprechend behandelt werden. Auch auf eventuelle Hautprobleme, und Essstörungen wie Magersucht oder Übergewicht wird eingegangen.

Der Kinder- und Jugendarzt kennt die Patienten von klein auf – er ist jetzt nicht mehr der Kinderarzt, sondern der Jugendarzt und fungiert als Vertrauensperson. Fragen über Sexualität und Verhütung, Drogenmissbrauch und Rauchen sowie Probleme mit der Familie und dem sozialen Umfeld können im Rahmen der J1 besprochen und geklärt werden.

Literatur:

B. Stier, N. Weissenrieder (Hrsg.): Jugendmedizin – Gesundheit und Gesellschaft. Springer Verlag 2006. ISBN 3-540-21483-6.
Ein umfassender Überblick über die gesundheitlichen Aspekte der Jugend aus jugendärztlicher Sicht: Probleme der Pubertät, schulische Gesundheitsförderung, Medien, Möglichkeiten der Vorsorge sowie zahlreiche Übersichten und Tabellen (z.B. Gewichts- und Wachstumskurven) sowie Adressen von Netzwerken und Selbsthilfegruppen usw.

Informationen für Jungen zur SELBSTUNTERSUCHUNG als Schutz vor Hodenerkrankungen und zum Erkennen von Veränderungen an der Brust und den Geschlechtsorganen: Flyer „Achte auf deine Nüsse“. Die Broschüre ist im BVKJ-Shop unter http://www.bvkj-shop.de/infomaterial/flyer.html zu beziehen.

Info-Magazin für Mädchen und Jungen: www.happy-youth.de

Die J2 Untersuchung

Bei der J2 Untersuchung spricht der Arzt mit den Teenagern auch
über die Sexualität – Foto: © dalaprod

Inhaltsverzeichnis für diesen Artikel:

  • Wann ist es Zeit für die J2?
  • Was passiert bei der J2 Untersuchung?

Wann ist es Zeit für die J2?

Die Vorsorgeuntersuchung J2 ist die letzte Vorsorgeuntersuchung im Kinder- und Jugendalter. Leider endet ganz offiziell diese Serie von Untersuchungen bereits mit der J1 (zwischen dem 12. und 14. Lebensjahr). Mediziner raten dennoch die J2 im Alter von 16 bis 17 Jahren durchführen zu lassen, auch wenn noch nicht alle Krankenkassen diese Vorsorgeleistung bezahlen. Bitte erkundigen Sie sich vor der Untersuchung, ob Ihre Kasse die Kosten dafür übernimmt.

Wie schon bei der J1 möchten nun auch hier die Jugendlichen nicht mehr mit den Eltern gemeinsam zum Arzt gehen. Verständlich – haben sich die Kinder im Lauf der Jahre doch inzwischen zu jungen, selbständigen Erwachsenen entwickelt. Die Untersuchungsergebnisse werden wie bei der U10 und der U11, welche ebenfalls nicht zu den kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen gehören, in das grüne Check-Heft eingetragen. Auf Wunsch erhalten die Eltern in der Praxis des Kinder- und Jugendarztes Auskunft über den Ausgang dieses Vorsorgetermins.

Was passiert bei der J2 Untersuchung?

Wie immer wird auch jetzt bei der J2 Untersuchung der Jugendliche zuerst einmal gründlich körperlich untersucht. Hierbei wird der Arzt besonders auf mögliche Haltungsschäden achten. Diese haben ihre Ursache meist in einer zu schwach entwickelten Bauch- und Rückenmuskulatur. Das Blut und der Urin werden untersucht und ein Diabetes-Test durchgeführt. Im Rahmen der Blutuntersuchung können auch mögliche Störungen der Schilddrüse entdeckt werden.
Besonderes Augenmerk wird bei der J2 auf die pubertäre Entwicklung und in diesem Zusammenhang auch auf die Sexualität gelegt. Fragen zur Verhütung und zur Vermeidung von sexuell übertragbaren Krankheiten werden genauso besprochen wie mögliche Probleme mit dem eigenen Körper. (Kinder aufklären) Gerade bei weiblichen Jugendlichen entwickeln sich nicht selten Essstörungen, die durch falsche Vorstellungen einer Idealfigur noch begünstigt werden.
Kinder und Jugendliche stehen heutzutage nicht selten schon unter enormen Druck. Neben der Schule werden oftmals auch in diversen Vereinen Höchstleistungen erwartet. Teenager beklagen sich häufig über großen Stress und leiden in diesen Zusammenhang unter Kopfschmerzen, chronischer Müdigkeit und Verspannungen der Muskulatur. Der Arzt wird daher bei der J2 auch auf solche Symptome achten und mit dem Jugendlichen gemeinsam verschiedene Möglichkeiten der Stressbewältigung besprechen.
(Zeitmanagement für Kinder)

Ein weiteres wichtiges Thema bei dieser Vorsorgeuntersuchung ist die Berufswahl. Beratung und Begleitung finden die Teenager unter anderem auch bei ihrem Arzt im Rahmen dieses Termins. Anhand von persönlichen Stärken ist es im Gespräch möglich, ein grobes Profil zu erstellen und so dem Jugendlichen etwas Hilfestellung in der schwierigen Frage der Berufsentscheidung zu geben.

Mit der J2 Untersuchung ist die Vorsorge im Kinder- und Jugendalter abgeschlossen. Bei Fragen zur Gesundheit, bei auftretenden Beschwerden und für weitere (Vorsorge)-untersuchungen steht natürlich der Kinder- und Jugendarzt (auf Wunsch auch der Hausarzt und bei speziellen Problemen der Facharzt) weiterhin zur Verfügung.
Text: K. L. / Stand: 02.02.2020

In unserem Verzeichnis finden Sie übrigens auch einige Kinderärzte, die Ihnen sicher weiterhelfen können.

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Jugendvorsorgeuntersuchung

Wenn Du dir Sorgen um deine Größe machst, weil Du zu den kleinsten der Klasse gehörst, dann wird es Zeit, Deine Endgröße zu überprüfen. Wie? Ganz einfach. Wir brauchen ein Röntgenbild Deiner linken Hand, bestimmen damit, wie lange Du noch wächst und berechnen daraus die spätere Größe. Der Sinn liegt darin, behandelbare Minderwuchsformen zu erkennen.

Viele von Euch haben auch Probleme mit Akne, manche haben schon verschiedene Mittel für teures Geld gekauft, die nicht wirklich geholfen haben. Hier kann geholfen werden, mit dem richtigen Mittel kann man jede Form von Akne wirksam behandeln. Dazu muss noch erwähnt werden, dass es schwere Formen von Akne gibt, die unbehandelt sogar zur späteren Narbenbildung führen können.

Zum Schluss noch ein paar wichtige Hinweise. Während der körperlichen Untersuchung muss man sich nicht komplett ausziehen, die Unterwäsche kann anbleiben. Wenn Ihr Euch z.B. aus religiösen oder sonstigen Gründen nicht oder nur teilweise entkleiden wollt, wird das auch akzeptiert. Es wird keine schmerzhafte oder sonstige unangenehme Untersuchung gemacht, alles wird vorher erklärt. Überhaupt geschieht alles auf freiwilliger Basis und wenn Ihr irgendetwas nicht wollt, könnt Ihr das sagen und dann wird das auch ohne Diskussion akzeptiert. Wenn Ihr wollt, können Eure Eltern mitkommen oder auch ein Freund oder eine Freundin, auf Wunsch können diese dann auch bei der Untersuchung dabeibleiben.

Der wichtigste Grundsatz für die Jugendvorsorge in unserer Praxis lautet: Alles kann, nichts muss!!!

Wenn Ihr spezielle Fragen oder Probleme habt, solltet Ihr diese ruhig ansprechen, auch wenn es vielleicht unangenehm ist. Ihr könnt Euch darauf verlassen, dass Euer Anliegen ernst genommen wird. Auch werden ohne Euer Einverständnis keine Informationen weitergegeben, nicht einmal an Eure Eltern. Wir unterliegen in der Praxis der gesetzlichen Schweigepflicht und würden uns sogar strafbar machen, wenn wir ohne Einverständnis des Patienten persönliche Dinge verbreiten.

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