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Künstliche Befruchtung: Alles zu Ablauf, Erfolgsquote, Preis

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Viele Kinderwunsch Paare sind auf eine künstliche Befruchtung angewiesen. Was bedeutet ein ja zu einer künstlichen Befruchtung? Welche Methoden gibt es, wie sieht deren Ablauf und wie die Kostenseite aus? In diesem Beitrag erfährst du alles Wichtige am Beispiel der Methoden IUI, IVF und ICSI.

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Methoden im Überblick

Bei einer künstlichen Befruchtung hilft ein Kinderwunschzentrum dabei, Ei- und Samenzelle innerhalb oder außerhalb des weiblichen Körpers zusammenzubringen. Der Begriff „künstlich“ bezieht sich dabei auf die medizinische Hilfestellung und die Tatsache, dass die Zeugung vom natürlichen Geschlechtsakt losgelöst ist. Alternativ kannst du auch den Begriff der assistierten Reproduktion verwenden.

Welche Krankenkasse übernimmt die künstliche Befruchtung zu 100%?

Künstliche Befruchtung Kosten: Welche Kassse zahlt 75%?

Künstliche Befruchtung: IUI

Bei der Intrauterinen Insemination (kurz IUI oder Samenübertragung) wir das aufbereitete Sperma des Mannes mit Hilfe eines flexiblen Katheters in die Gebärmutter der Frau gespritzt. Oftmals erfolgt im Vorfeld eine Hormonbehandlung, um ein Heranreifen von mehreren Eizellen zu gewährleisten. In der Medizin spricht man von einer homologen Insemination, wenn hierzu das Sperma des eigenen Partners verwendet werden kann. Benötigt ein Paar das Sperma von einem Samenspender, spricht man von einer heterologen (donogenen) Insemination. Die IUI ist die in der Reproduktionsmedizin am häufigsten eingesetzte Methode der künstlichen Befruchtung.

Mein Literaturtipp:

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* Zuletzt aktualisiert am 3.02.2020. Es handelt sich um Werbe-Links.

Voraussetzungen für eine IUI

Die Insemination (IUI) wird gerne dann eingesetzt, wenn beim Mann ein eingeschränktes Spermiogramm festgestellt wurde. Für die Bewertung gibt es Kriterien, ab welcher Qualität des Spermas eine IUI und ab welcher Qualität eine IVF oder ICSI durchgeführt werden sollte. Je schlechter das Spermiogramm, desto mehr Hilfe brauchen die Spermien, um in die Nähe oder in die Eizelle zu gelangen.

Die Samenübertragung wird auch dann angewandt, wenn Paare mit idiopathischer Sterilität Hilfe in einer Kinderwunschklinik suchen. Idiopathische Sterilität bedeutet, dass bei dem Paar kein medizinischer Grund für den unerfüllten Kinderwunsch gefunden werden konnte. Die IUI stellt dann einen der ersten Versuche dar, um diese unerklärte Unfruchtbarkeit zu behandeln.

Schließlich kommt die Insemination bei Single Frauen oder auch lesbischen Paaren zum Einsatz, die sich für die Verwendung von Kryosperma aus einer Samenbank entschieden haben. Zwar gibt es auch die Möglichkeit der privaten Samenspende, viele Frauen und Paare bevorzugen aber eine Insemination unter ärztlicher Kontrolle.

IVF

IVF steht für In vitro Fertilisation und ist eine weitere Methode der künstlichen Befruchtung. Dabei bedeutet IVF wörtlich übersetzt Befruchtung im Glas. Die Befruchtung der Eizelle findet nicht im Körper der Frau statt, vielmehr geschieht sie in einer Petrischale im Labor eines Kinderwunschzentrums. Bei einer IVF findet die Verschmelzung von Ei- und Samenzelle wie bei einer natürlichen Befruchtung ohne Hilfe von außen statt. Nur der Ort, an dem die Befruchtung stattfindet, ist nicht der Eileiter der Frau.

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Voraussetzungen für eine IVF

Ursprünglich wurde die IVF zur Behandlung von Frauen entwickelt, für die aufgrund einer tubaren Sterilität (gestörte Funktion der Eileiter) eine Befruchtung auf natürlichem Wege nicht möglich war. Denn für eine erfolgreiche Befruchtung ist es notwendig, dass Ei- und Samenzelle zusammentreffen können. Hierbei muss nicht unbedingt ein kompletter Verschluss beider Eileiter vorliegen, vielmehr reicht auch eine Endometriose oder Verwachsungen im Beckenbereich aus, um die Funktion der Eileiter massiv zu beeinträchtigen.

Häufig gibt es auch nur den Verdacht auf eine Störung dieser Eileiterfunktion, wenn andere Behandlungsansätze wie beispielsweise mehrere Zyklen mit intrauteriner Insemination zu keiner Schwangerschaft geführt haben. Weitere Indikationen für eine IVF können eine eingeschränkte Fruchtbarkeit des Mannes, eine idiopathische Sterilität, Verlust der Eileiter, Entzündungen, eine Sterilisation, Endometriose und PCOS sein.

ICSI

Die Abkürzung ICSI steht für Intrazytoplasmatische Spermieninjektion. Die Befruchtung erfolgt nach vorhergehender Hormonbehandlung und Punktion der Eizellen durch ein Einspritzen des Spermiums in die Eizelle. Dieser Vorgang wird von einem Biologen im Labor assistiert. Die ICSI gehört ebenfalls zu einer der am häufigsten eingesetzten Methoden in der Reproduktionsmedizin. Nach der Befruchtung der Eizelle und den ersten Zellteilungen wird der Embryo zurück in die Gebärmutter der Frau transferiert.

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Voraussetzungen für eine ICSI

Gerade Paaren mit einer sehr stark eingeschränkten Spermienqualität bietet die ICSI eine Chance, um schwanger zu werden. Aber auch eine schlechte Befruchtungsrate während eines vorangegangenen IVF Zyklus kann als Grund für die Durchführung einer ICSI angeführt werden.

Künstliche Befruchtung & die Chancen

Alle Methoden der Reproduktionsmedizin haben eines gemeinsam: Sie sind aufwendig, teuer und mit vielen körperlichen und seelischen Strapazen verbunden. Deshalb stellt sich sofort die Frage nach den Erfolgsraten der IVF, ICSI und IUI. Hierzu kann ich dir meinen Artikel Schwangerschaftswahrscheinlichkeit und Geburt bei IVF empfehlen.

Generell gilt, dass die Erfolgsaussichten in hohem Maße vom Alter der Frau, der bestehenden Fruchtbarkeitsstörung und der Anzahl der transferierten Embryonen abhängig sind. Du kannst genaue Zahlen zum Thema künstliche Befruchtung dem Deutschen IVF-Register entnehmen. Seit 1992 werden die von vielen deutschen Kinderwunschkliniken gelieferten Daten in einem Jahrbuch des Deutschen IVF-Registers dargestellt.

Künstliche Befruchtung: Kosten

Beim Thema Kosten einer IVF Behandlung muss man zwischen gesetzlich versicherten und privat versicherten Paaren unterscheiden.

Behandlungskosten gesetzlich versicherte Paare

Für Patienten, die Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse sind, gilt derzeit, dass 50% der Kosten der Behandlung, der Medikamente und Hormonpräparate von der Krankenlasse übernommen werden. Die anderen 50 % müssen von den betroffenen Paaren selbst gezahlt werden.

Meine Empfehlung:

Einige gesetzlichen Krankenkassen erstatten 100% der Kosten. Eine Tabelle hierzu findest du in in meinem Beitrag zur Kostenübernahme. Die seit Juni 2017 geltenden neuen Richtlinien zur ICSI Kostenübernahme findest du hier.

Folgende Voraussetzungen sind für eine Kostenübernahme notwendig:

  • Das Paar ist miteinander verheiratet
  • Die Frau ist zwischen 25 und 40 Jahre alt
  • Der Mann ist zwischen 25 und 50 Jahre alt
  • Weder Frau noch Mann haben eine Sterilisation durchführen lassen
  • Es wird kein Spendersamen verwendet

Des Weiteren ist die Zahl der Behandlungszyklen begrenzt, für welche die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten zur Hälfte übernehmen.

So übernimmt sie anteilig die Kosten für maximal:

  • 8 Inseminationszyklen ohne hormonelle Stimulation / Spontanzyklus oder
  • 3 Inseminationszyklen mit hormoneller Stimulation oder
  • 3 IVF-/ICSI-Behandlungszyklen

Du kannst die Richtlinien über ärtzliche Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung hier nachlesen. Vor Beginn der Behandlung muss ein schriftlicher Antrag bei der Krankenkasse gestellt werden.

Behandlungskosten privat versicherte Paare

Privat versicherte Patienten bekommen in der Regel sämtliche Kosten erstattet, wenn der Partner, auf dessen Erkrankung die Infertilität zurückzuführen ist, privat versichert ist. Die private Krankenkasse übernimmt in der Regel dann alle Kosten für eine Kinderwunschbehandlung bei Ihrem Versicherten, wenn zusätzlich

  • beide Partner miteinander verheiratet sind.
  • bei keinem der Ehepartner eine Sterilisation durchgeführt wurde.
  • bei der Frau bei einem Alter von 40 Jahren und älter die Chance auf eine Schwangerschaft größer als 15 % beträgt.

Das Einfrieren von Eizellen sowie der Transfer von kryokonservierten Embryonen müssen grundsätzlich selbst bezahlt werden.

Ablauf einer künstlichen Befruchtung

Bei einer IUI, IVF oder einer ICSI erfolgt sehr häufig eine Hormonbehandlung, die die Eierstöcke dazu anregt, mehrere Eibläschen gleichzeitig reifen zu lassen. Für die Stimulation werden Eiweißhormone verwendet, die normalerweise in der Hirnanhangsdrüse gebildet werden und die die Funktion der Eierstöcke regulieren.

Neben der Stimulation der Eierstöcke ist es im Behandlungsverlauf notwendig, dass ein vorzeitiger Eisprung verhindert wird. Hierzu werden Medikamente (sogenannte GnRH-Analoga) eingesetzt. Je nach Behandlungsprotokoll werden diese Präparate zu Verhinderung des vorzeitigen Eisprungs entweder vor Beginn der Stimulation (sogenannte Down Regulation im langen Protokoll) oder nach einigen Tagen der Stimulation (im kurzen Protokoll) angewendet. Welches Behandlungsprotokoll bei dir eingesetzt wird legt dein behandelnder Doc nach einer umfassenden Anamnese und sehr genauen Untersuchung fest.

Die Stimulation der Eierstöcke dauert meistens zwischen 8 und 13 Tagen. Nach dieser Zeit erfolgt eine Injektion des Hormons hCG, welches zu einer abschließenden Ausreifung der Eizellen führt. 35 bis 37 Stunden nach dieser Injektion werden die Eizellen im Rahmen einer Punktion von der Scheide aus entnommen. Diese Punktion erfolgt nur bei einer IVF und einer ICSI, bei einer IUI erfolgt der Eisprung und die Befruchtung im Körper der Frau.

Da die Punktion schmerzhaft sein kann, wird sie oft unter Narkose durchgeführt. Trotz dieser Narkose ist eine Eizellpunktion ein ambulanter Eingriff und die Patientin kann das Kinderwunschzentrum wenige Stunden nach der Durchführung wieder verlassen.

Die Befruchtung im Labor

Die Befruchtung der Eizellen erfolgt einige Stunden nach der Eizellentnahme. Bei nicht zu schlechter Spermienqualität werden hierzu Ei- und Samenzellen im Labor zusammengebracht. Wie bei einer natürlichen Empfängnis erfolgt die Befruchtung dadurch, dass sich einzelne Samenzellen an die Eizelle binden, eine Samenzelle in das Ovum eindringt und sie befruchtet.

ICSI das Spermium wird in die Eizelle eingespritzt

Ist die Samenqualität nicht gut oder klappt die künstliche Befruchtung auf diesem Wege nicht, muss eine ICSI durchgeführt werden. Dabei werden unter dem Mikroskop einzelne Samenzellen ausgesucht und mit einer sehr feinen Injektionsnadel in die Eizellen eingespritzt. Am Tag nach der künstlichen Befruchtung wird das Ergebnis zum ersten Mal kontrolliert. Dabei wird untersucht, bei wie vielen Eizellen sich zwei Vorkerne gebildet haben. Je nach Absprache mit dem Paar werden dann eine, zwei oder drei Eizellen im Brutschrank weiterkultiviert. Diese Eizellen im Vorkernstadium entwickeln sich dort zu Embryonen weiter. Die übrigen Eizellen im Vorkernstadium können auf Wunsch des Paares in flüssigem Stickstoff eingefroren werden. Diese Kryokonservierung ermöglicht dem Paar diese Eizellen zu einem späteren Zeitpunkt auftauen und weiterkultivieren zu lassen. Verzichtet ein Paar auf eine Kryokonservierung müssen nach dem Gesetz alle übrigen Eizellen verworfen werden.

Transfer: Die Übertragung der Embryonen

3 bis 5 Tage nach der Befruchtung der Eizellen werden die Embryonen in die Gebärmutter zurückgesetzt. Auch hierbei handelt es sich um einen ambulanten Eingriff, für den keine Narkose notwendig ist. Der Transfer der Embryonen in die Gebärmutter ist nicht oder nur mit sehr geringen Schmerzen verbunden. Dabei überträgt der Arzt die Embryonen mithilfe eines sehr dünnen und biegsamen Schlauchs durch die Scheide in die Gebärmutter.

In der Zeit nach der Eizellentnahme verordnet der Arzt Gelbkörperhormone, die in die Scheide eingeführt werden. Manchmal erfolgt auch noch eine Injektion, um die Gelbkörperfunktion noch mehr zu unterstützen. 10 bis 12 Tage nach dem Transfer der Embryonen in die Gebärmutter kann durch eine Blutuntersuchung überprüft werden, ob eine Schwangerschaft eingetreten ist. Viele Frauen halten diese lange Ungewissheit nicht aus und testen vorher zu Hause mit einem Schwangerschaftsfrühtest.

Schwangerschaftstest: Positiv!

Künstliche Befruchtung: Erfahrungen

Das Feld der Erfahrungen von Paaren mit der Reproduktionsmedizin ist weit und ganz individuell verschieden. Es hängt eng mit einer Reihe von Voraussetzungen wie beispielsweise den vorliegenden Fertilitätseinschränkungen, dem Umgang des Paares mit Frustration und Stress, der Beziehung zum behandelnden Arzt und nicht zuletzt vom Erfolg der Behandlung ab. Ich persönlich habe mit Hilfe der ICSI Methode unsere Kinder bekommen. Auch wenn ich im Rückblick die Behandlung als sehr anstrengend und nervenaufreibend empfunden habe, überwiegt die Dankbarkeit und das Gefühl, dass unsere Entscheidung pro Reproduktionsmedizin richtig war.

Einen weiteren Erfahrungsbericht von Kirsten und ihrer IVF kannst du hier nachlesen:

ICSI Erfahrungen: Kirstens Kiwu Tagebuch Teil 1

Wenn du weitere Erfahrungsberichte suchst, wirst du sicherlich im Internet in den verschiedenen Foren und Gruppen fündig. Es bleibt, dass dein Weg ähnlich aussehen kann, aber nicht muss. Und es liegt an dir, dich für oder gegen eine Behandlung zu entscheiden.

Bei Fragen oder Anmerkungen melde dich gerne.

Herzliche Grüße

Silke

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Literatur:

Assisted Reproductive Technologies: A Guide for Patients. American Society of Reproductive Medicine. Accessed online July 24, 2011.

Risks of In Vitro Fertilization (IVF) Patient Fact Sheet. American Society of Reproductive Medicine. Accessed online July 24, 2011.

Künstliche Befruchtung – Mit Methode zum Wunschkind

Eine In-Vitro-Fertilisation (IVF) oder eine intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) werden umgangssprachlich auch als künstliche Befruchtung (assistierte Reproduktion) bezeichnet. Sowohl bei der In-Vitro-Fertilisation (IVF) als auch bei der intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) findet die Befruchtung nicht im Körper der Frau statt, sondern wird künstlich im Labor erzeugt. Beide Techniken sind Teil der sogenannten Reproduktionsmedizin. Eine künstliche Befruchtung stellt nach einer ausführlichen Sterilitätsdiagnostik für manche Paare die einzige Möglichkeit dar, das Thema Kinderlosigkeit anzugehen und ihren Kinderwunsch zu erfüllen.

Unterschiede zwischen IVF und ICSI

Während zu Beginn der Reproduktionsmedizin die In-Vitro-Fertilisation zum Einsatz kam, wird mittlerweile in 75 Prozent der Fälle die intrazytoplasmatische Spermieninjektion angewendet. Bei der In-Vitro-Fertilisation werden Ei- und Samenzellen in einem Laborglas zusammengeführt. Im Gegensatz dazu wird bei der intrazytoplasmatischen Spermieninjektion eine einzelne Samenzelle mit einer sehr feinen Nadel direkt in eine Eizelle gespritzt (injiziert).

Während bei der In-Vitro-Fertilisation Eizelle und Spermien alleine zueinander finden müssen, erfolgt bei der intrazytoplasmatischen Spermieninjektion meist aufgrund von eingeschränkter Spermienqualität die Injektion der Samenzelle direkt in die Eizelle. Bei beiden Verfahren werden die Eizellen zuerst aus den Eierstöcken der Frau entnommen, nachdem zuvor eine Hormonbehandlung durchgeführt wurde. Nach gelungener Befruchtung und wenn sich die befruchtete Eizelle entwickelt, wird diese in die Gebärmutter übertragen.

Voruntersuchungen vor einer künstlichen Befruchtung

Obgleich es verständlich ist, dass Paare, die sich ein Kind wünschen und es auf natürliche Weise bisher nicht bekommen haben, sich eine möglichst rasche Behandlung mittels künstlicher Befruchtung wünschen, sollten vor der künstlichen Befruchtung einige Untersuchungen stattfinden. In erster Linie sollte der Frage nachgegangen werden, warum es zu der „Fruchtbarkeitsstörung“ gekommen ist. Hierzu sind vor der künstlichen Befruchtung Fruchtbarkeitsuntersuchungen im Rahmen der Sterilitätsdiagnostik sowohl bei der Frau als auch beim Mann durchzuführen.

Voruntersuchungen bei der Frau

Diese beinhalten bei der Frau neben der Erhebung einer ausführlichen Krankengeschichte und einer eingehenden körperlichen Untersuchung in der Regel

  • eine Ultraschalluntersuchung,
  • Zyklusbeobachtungen,
  • Hormonuntersuchungen aus dem Blut und
  • unter Umständen eine Gebärmutter- beziehungsweise Bauchspiegelung.

Voruntersuchungen beim Mann

Beim Mann wird neben der Erhebung der Krankengeschichte und einer körperlichen Untersuchung der Samen untersucht (Spermiogramm). Es erfolgen bei Besonderheiten gegebenenfalls weitere Untersuchungen, wie

  • Hormonuntersuchungen aus dem Blut
  • und ein Ultraschall des Hodens.

Unter Umständen kann auch die Entnahme einer Gewebeprobe aus dem Hoden und Nebenhoden sinnvoll sein.

Aufklärung zur künstlichen Befruchtung

In jedem Fall sollte nach den Fruchtbarkeitsuntersuchungen und einer eingehenden Aufklärung zur künstlichen Befruchtung eine ausreichende Bedenkzeit eingeräumt und ausreichend Raum und Zeit für offene Fragen und Zweifel zur Verfügung gestellt werden. Es ist immer zu Bedenken, dass eine künstliche Befruchtung einen Eingriff in den weiblichen Körper darstellt.

Weitere Untersuchungen vor einer künstlichen Befruchtung

In jedem Fall sollten beide Partner vor der Entscheidung für eine künstliche Befruchtung einen HIV- und Hepatitis (B und C)-Test durchführen lassen. Bei der Frau ist wie vor jeder natürlichen Schwangerschaft auch im Rahmen einer künstlichen Befruchtung der Rötelnschutz abzuklären. Weitere Untersuchungen, die vor einer künstlichen Befruchtung sinnvoll sein könnten, sind Untersuchungen auf Toxoplasmose und Chlamydien.

Da für eine künstliche Befruchtung mittels der intrazytoplasmatischen Spermieninjektion pro gewonnener Eizelle nur jeweils eine Samenzelle erforderlich ist, bietet sich dieses Verfahren auch dann an, wenn die Fruchtbarkeit beim Mann stark beeinträchtigt ist. Bei der In-Vitro-Fertilisation hingegen braucht es mehrere Samenzellen, die überdies ihren „Weg“ in die Eizelle alleine finden müssen. Das bedeutet auch, dass vor der Entscheidung, ob als Verfahren der künstlichen Befruchtung die intrazytoplasmatische Spermieninjektion oder die In-Vitro-Fertilisation gewählt wird, ein Spermiogramm des Mannes angefertigt werden muss. Dieses beinhaltet Werte und Angaben bezüglich

  • der Anzahl der Spermien in der Samenflüssigkeit,
  • ihrer Form und Beweglichkeit,
  • des pH-Wertes der Samenflüssigkeit sowie
  • zahlreicher weiterer Eigenschaften.

Mittlerweile wird die intrazytoplasmatische Spermieninjektion aber wie gesagt nicht nur bei Fruchtbarkeitsstörungen des Mannes angewendet, sondern sie kann auch die bevorzugte Methode der künstlichen Befruchtung sein, wenn die In-Vitro-Fertilisation keinen Erfolg hatte (ausbleibende Befruchtung).

Ablauf der künstlichen Befruchtung

Hormonbehandlung und Eizellentnahme

Für eine künstliche Befruchtung – sei es mittels In-Vitro-Fertilisation (IVF) oder intrazytoplasmatischer Spermieninjektion (ICSI) – erfolgt eine hormonelle Stimulation der Eierstöcke, um auf diese Weise die Eierstöcke dazu anzuregen, mehrere Eibläschen (Follikel) gleichzeitig reifen zu lassen. Dies erhöht die Chancen, mehrere befruchtungsfähige Eizellen für die künstliche Befruchtung zu erhalten.

Damit ein vorzeitiger Eisprung während der hormonellen Stimulation verhindert wird, muss medikamentös die körpereigene Hormonausschüttung gebremst werden (Agonistenprotokoll mit sogenannter Downregulation ca. 14 Tage vor Beginn der Stimulation oder Antagonistenprotokoll mit parallelen Gaben des sogenannten Antagonisten ab dem ca. 6. Stimulationstag).

Während der Stimulationsbehandlung erfolgen Kontrolluntersuchungen, die dazu dienen, zu prüfen, ob eine oder mehrere Eizellen ausreichend herangereift sind. Ist dies der Fall, wird der Eisprung medikamentös ausgelöst. Ca. 36 Stunden danach werden die Eizellen aus den Eierstöcken entnommen. Dies erfolgt unter einer leichten Narkose oder Analgosedierung. Es handelt sich um einen ambulanten Eingriff, bei dem die Frau nach etwa zwei Stunden wieder nach Hause gehen kann.

Bereitstellung von Spermien für die künstliche Befruchtung

Für die künstliche Befruchtung der entnommenen Eizellen am Tag der Eizellentnahme selbst, sind eine oder mehrere Samenzellen erforderlich. Diese sollten möglichst „frisch“ sein, was bedeutet, dass der Mann am Tag der Eizellbefruchtung in einem speziellen Raum des Zentrums masturbiert. Alternativ kann er dies zu Hause tun, sofern die Entfernung zur Klinik nicht zu weit ist und zum Transport der Samenzellen ein spezielles Behältnis verwendet wird. Sollten beide Möglichkeiten nicht in Frage kommen, weil die Klinik zu weit entfernt ist und manche Männer nicht „auf Befehl“ masturbieren können, muss gemeinsam mit dem Arzt eine andere Lösung gefunden werden.

Bevor Samen- und Eizelle allerdings zusammengebracht werden (In-Vitro-Fertilisation) oder die Samenzelle in die Eizelle gespritzt wird (intrazytoplasmatische Spermieninjektion) muss die Samenflüssigkeit im Labor aufbereitet werden, um die Befruchtungsfähigkeit des Samens zu verbessern.

Samenspende für die künstliche Befruchtung

Ist der Mann unfruchtbar oder nur eingeschränkt zeugungsfähig und hatten alle bisherigen Versuche einer künstlichen Befruchtung keinen Erfolg, so kann die Übertragung von Spendersamen, sowohl im Rahmen einer In-Vitro-Fertilisation als auch im Rahmen einer intrazytoplasmatischen Spermieninjektion in Erwägung gezogen werden. Dies ist auch möglich, wenn der Partner an einer Erbkrankheit leidet, die nicht auf das Kind übertragen werden soll. In Deutschland werden als Samenspender nur Männer zwischen achtzehn und vierzig zugelassen, die körperlich und geistig gesund sind. Alle Spender werden auf Infektionskrankheiten hin untersucht (z.B. HIV, Hepatitis, Chlamydien).

Eine Samenspende kann aber nicht nur im Rahmen einer In-Vitro-Fertilisation oder einer intrazytoplasmatischen Spermieninjektion zum Einsatz kommen, sondern auch als sogenannte intrauterine Insemination, bei der der Spendersamen über einen dünnen Katheter in die Gebärmutter eingeführt wird.

Spendersamen für eine künstliche Befruchtung zu nehmen, ist mit zahlreichen Belastungen verbunden, weswegen neben der ausführlichen Aufklärung und Beratung durch Ärzte auch eine psychologische Beratung in Anspruch genommen werden kann. Ebenso sollte zuvor unter Hinzuziehung eines Juristen die rechtliche Seite geklärt werden. Es empfiehlt sich der Abschluss eines Behandlungsvertrages.

Künstliche Befruchtung im Labor

Nachdem die Eizellen entnommen wurden und der Samen aufbereitet wurde, bringt man beide zusammen (In-Vitro-Fertilisation) oder injiziert die Samen- in die Eizelle (intrazytoplasmatische Spermieninjektion). Danach werden die behandelten Eizellen im Brutschrank unter optimalen Bedingungen kultiviert. Nach ca. 24 Stunden wird man die Eizellen unter dem Mikroskop untersuchen und feststellen, ob jeweils eine Befruchtung eingetreten ist.

Sofern die Befruchtung Erfolg hatte, wird die befruchtete Eizelle nach 2-5 Tagen in die Gebärmutter übertragen. Bereits am Tag der Eizellentnahme wird mit dem Paar zusammen festgelegt, welche Dauer der Kultivierung im Brutschrank zu empfehlen ist und wieviele Eizellen übertragen werden sollen. Die Eizellen werden bei erfolgreicher Befruchtung zwei bis fünf Tag nach der Eizellentnahme mithilfe eines dünnen Katheters durch die Scheide in die Gebärmutter eingebracht – ein weitgehend schmerzloser Vorgang (Embryotransfer).

Mögliche weitere befruchtete Eizellen können tief gefroren (kryokonserviert) werden.Für den Fall, dass die Behandlung nicht erfolgreich war,können diese aufgetaut und als nächstes eingesetzt werden, ohne dass die ganze zuvor genannte Prozedur wiederholt werden müsste.

Schwangerschaftstest und Ultraschalluntersuchung

Etwa vierzehn Tage nach der Übertragung der befruchteten Eizellen in die Gebärmutter (Embryotransfer) lässt sich anhand des Schwangerschaftshormons (HCG) im Blut – wie bei jeder anderen Schwangerschaft auch – feststellen, ob die Behandlung erfolgreich war und eine Schwangerschaft begonnen hat. Und etwa weitere zwei Wochen später lässt sich mittels Ultraschall sagen, ob es sich um ein Kind handelt, dass im Mutterleib heranwächst oder um Zwillinge, beziehungsweise Mehrlinge.

Erfolgsaussichten bei einer künstlichen Befruchtung

Die Erfolgsaussichten einer künstlichen Befruchtung sind von unterschiedlichen Faktoren abhängig, wie beispielsweise

  • der Art der Fruchtbarkeitsstörung,
  • der Dauer der ungewollten Kinderlosigkeit,
  • dem Alter der Frau und
  • dem Alter des Mannes,
  • der Anzahl der befruchteten Eizellen und
  • den psychischen Belastungen vor und durch die Behandlung selbst sowie
  • bestehende Erkrankungen des Mannes bzw. der Frau.

Pro Embryotransfer liegen die durchschnittlichen Geburtenraten bei der In-Vitro-Fertilisation als auch der intrazytoplasmatischen Spermieninjektion zwischen 22-24%. Pro Behandlungszyklus liegen die Geburtenraten bei ca. 20%, da es jeder zehnten Behandlung im Rahmen einer künstlichen Befruchtung erst gar nicht zu einer erfolgreichen Befruchtung kommt.

Risiken einer künstlichen Befruchtung

Nach einer künstlichen Befruchtung kommt es bei jeder zwölften Schwangerschaft zu einer kindlichen Fehlbildung, während es bei einer normalen Schwangerschaft bei jeder fünfzehnten Schwangerschaft zu einer kindlichen Fehlbildung kommt. Dies mag zum einen mit der künstlichen Befruchtung selbst in Zusammenhang stehen und zum anderen möglicherweise mit den Risikofaktoren, die die Eltern mitbringen und die eine natürliche Schwangerschaft verhindert haben.

Das Fehlbildungsrisiko ist bei der In-Vitro-Fertilisation etwas geringer als bei der intrazytoplasmatischen Spermieninjektion. Mögliche Fehlbildungen können Lippen- und Gaumenspalten, Herzfehler und Fehlbildungen von Magen- und Darmtrakt sein. Ebenso erhöht sich sowohl durch die In-Vitro-Fertilisation als auch durch die intrazytoplasmatische Spermieninjektion die Häufigkeit von Mehrlingsschwangerschaften, welche wiederum ein erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt darstellen, welche mit einem grösseren Risiko für körperliche und geistige Beeinträchtigungen einhergeht, wenn diese in einer sehr frühen Schwangerschaftswoche erfolgt.

Zudem ist zu bedenken, dass die Aussichten, durch künstliche Befruchtung ein Kind zu bekommen, mit fünfzehn bis zwanzig Prozent pro Versuch nicht gerade hoch sind und es sein kann, dass es mehrerer Zyklen bedarf, bis eine künstliche Befruchtung erfolgreich ist. Da jeder erneute Zyklus auch eine grosse Belastung darstellt, bedarf es bei einer künstlichen Befruchtung eines gewissen Durchhaltevermögens des Paares. Mitunter kann es hilfreich sein, nach einigen erfolglosen Versuchen eine Pause einzulegen, um ein wenig zu regenerieren.

Was bedeutet „Assisted hatching“ im Rahmen der künstlichen Befruchtung?

Für eine erfolgreiche Einnistung des Embryos in die Gebärmutterschleimhaut muss der Embryo zunächst aus seiner schützenden Hüllmembran, der sogenannten Zona pellucida (Glashaut) schlüpfen. Dieser Einnistungsprozess kann in der Reproduktionsmedizin durch das sogenannte Assisted hatching unterstützt werden und stellt eine Art Schlüpfhilfe für den Embryo dar. Hierbei wird im Rahmen einer künstlichen Befruchtung das Verlassen der Zona pellucida erleichtert, indem man diese ausdünnt oder durchlöchert. Das „Assisted hatching“ kann mit einem Laser erfolgen, einer Glasnadel oder einer sogenannten enzymatischen Ausdünnung der Glashaut, wobei in der modernen Reproduktionsmedizin die Lasertechnik das Mittel der Wahl ist.

Auch wenn durch die Anwendung der präzisen Lasertechnik die Gefahr, den Embryo zu verletzen, gering ist, sollte vor dem Einsatz des Verfahrens im Rahmen einer künstlichen Befruchtung eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen. Ein möglicher Einsatzbereich des „Assisted hatching“ könnte im Rahmen der künstlichen Befruchtung bei Paaren liegen, die bereits mehrere erfolglose Behandlungszyklen mit IVF oder ICSI durchlaufen haben.

Was passiert mit den überzähligen Eizellen?

Im Rahmen der künstlichen Befruchtung wird durch eine hormonelle Behandlung das Heranreifen mehrerer Follikel in einem Zyklus ermöglicht. Nach der Follikelpunktion werden dann alle gewonnenen Eizellen für die Spermieninjektionen (ICSI) oder Eizellinsemination (IVF) verwendet. Sollten am nächsten Tag mehr Eizellen befruchtet sein, als für den Transfer vorgesehen sind, so können diese überzähligen Vorkernstadien kryokonserviert werde. Hierdurch kann der Patientin eine weitere Stimulation und Eizellentnahme (Follikelpunktion) ggf. erspart werden.

In-Vitro-Fertilisation (IVF)

Wenn die Eizellen dort befruchtet werden, sich teilen und normal weiter entwickeln, werden bis zu drei befruchtete Eizellen etwa 24 bis 48 Stunden später wieder in die Gebärmutter der Frau eingesetzt (Embryonentransfer).

Voraussetzungen für eine In-vitro-Fertilisation

Damit eine In-vitro-Fertilisation durchgeführt werden kann, muss die Frau mindestens einen gesunden Eierstock, eine gesunde Gebärmutter und nach Möglichkeit auch regelmäßige Monatszyklen mit Eisprung haben. Die Qualität der männlichen Spermien sollte gut und die Spermien beweglich sein.

Vorbereitung auf die In-vitro-Fertilisation

Vor Beginn einer Kinderwunschbehandlung finden mit dem behandelnden Arzt Gespräche statt, in denen die einzelnen Behandlungsschritte besprochen und geplant werden. Bevor die eigentliche Therapie beginnen kann, müssen für die Krankenkasse Antragsformulare ausgefüllt und eingereicht werden. Es folgen mehrere Termine zur Ultraschall-Untersuchung und Blutentnahme, in denen die Voraussetzungen für eine Hormonstimulation geprüft werden.

Ablauf einer In-vitro-Fertilisation

Bevor bei einer In-vitro-Fertilisation Ei- und Samenzellen im Glasschälchen zusammengebracht werden, ist eine Vorbehandlung erforderlich.

Gewinnung von Eizellen und Samenzellen

Zunächst wird bei der Frau die Produktion von Eizellen mittels Hormongabe angeregt (ovarielle Stimulation). Die Medikamente werden in Tablettenform verabreicht oder ins Gewebe eingespritzt. Es sollen durch die Stimulation möglichst viele Eizellen produziert werden, da so die Chance besteht, gleich mehrere Eizellen zu befruchten und anschließend bis zu drei Embryonen in die Gebärmuter zu übertragen. Der Verlauf dieser Behandlung wird an mehreren Tagen mittels Ultraschall-Untersuchung kontrolliert.

Wenn sich bei einer Ulraschall-Untersuchung zeigt, dass die Eibläschen eine ausreichende Größe von etwa 18 Millimetern erreicht haben, wird durch die Gabe des Hormons hCG der Eisprung künstlich ausgelöst. Etwa 36 Stunden später entnimmt der Arzt die befruchtungsfähigen Eizellen. Dazu kann die Frau eine kurze Narkose erhalten. Diese ist aber nicht zwingend erforderlich. Der Arzt sticht mit einer feinen Nadel über die Scheide in den Eierstock ein, entnimmt die Eizellen und gibt sie an das Labor weiter. Der Eingriff dauert nur wenige Minuten und wird mittels Ultraschall überwacht. Nach einer Ruhephase kann die Frau am gleichen Tag wieder nach Hause gehen.

Parallel zur Eizellentnahme wird auch das Sperma des Mannes benötigt und durch Masturbation gewonnen. Bis zu vier Tage vorher sollte der Mann zu diesem Zweck sexuell enthaltsam bleiben. Bei der In-vitro-Fertilisation wird in der Regel das Sperma des Partners und nicht das eines Spenders verwendet.

Befruchtung der Eizellen

Im Labor wird jeweils eine Eizelle mit einer Vielzahl von Spermien in einem Glasbehältnis zusammen gebracht. Das Gefäß enthält eine Nährlösung, welche die weitere Entwicklung der Eizellen fördert. Die Befruchtung der Eizellen muss jeweils ohne instrumentelle Unterstützung durch jeweils ein Spermium erfolgen. Nach wenigen Tagen haben sich aus den Ei- und Samenzellen durch Zellteilung winzige Embryonen entwickelt, die der Arzt in die Gebärmutter übertragen kann.

Embryonentransfer in die Gebärmutter

Auch wenn sich im Reagenzglas mehrere Embryonen entwickeln, überträgt der Arzt vor dem Hintergrund gesetzlicher Regelungen höchstens drei von ihnen in die Gebärmutter. Der Transfer der Embryonen kann ohne Narkose durchgeführt werden. Die Frau nimmt hierzu auf dem gynäkologischen Untersuchungsstuhl Platz. Die Embryonen, die in die Gebärmuter gesetzt werden sollen, werden in einen Transfer-Katheter aufgezogen und vom Arzt unter Ultraschall-Kontrolle zunächst in die Scheide und bis zur Gebärmuter eingeführt. Nachdem der Arzt die Embryonen an ihrem Bestimmungsort abgesetzt hat, entfernt er den Katheter wieder. Die Frau verbleibt noch einige Zeit im Ruheraum, bevor sie nach Hause gehen kann.

In den folgenden zwei bis drei Tagen sollte sich die Frau schonen, Stress und Geschlechtsverkehr vermeiden und auch keine schweren körperlichen Arbeiten durchführen. Diese Vorsichtsmaßnahmen sollen das Einnisten eines Embryos in die Gebärmutterschleimhaut erleichtern. Es kann allerdings auch passieren, dass sich zwei oder alle drei Embryonen nach dem Transfer einnisten. Dann kommt es zu einer Mehrlingsschwangerschaft.

Überzählige Spermazellen und Eizellen können für eine erneute Behandlung aufbewahrt und tiefgefroren (kryokonserviert) werden. Gleiches gilt für Eizellen im Vorkernstadium, die noch nicht als Embryonen gelten.

Unterstützung der Gelbkörperphase (Lutealphase)

In der zweiten Zyklushälfte wird nach dem Transfer der Embryonen die Gelbkörperphase zwei Wochen lang durch Gabe des Gelbkörperhormons (Progesteron) unterstützt. Das Hormon kann entweder in Form von Injektionen in den Muskel, in Form von Gels oder Kapseln, die in die Scheide eingeführt oder auch in Tablettenform verabreicht werden. Nach Ablauf von 14 Tagen gibt ein Schwangerschaftstest Auskunft darüber, ob die In-vitro-Fertilisation erfolgreich verlaufen ist oder wiederholt werden muss.

Wann ist eine In-vitro-Fertilisation sinnvoll?

Paare können die In-vitro-Fertilisation anwenden, wenn

  • die Frau einen verschlossenen oder fehlenden Eileiter hat,
  • bei der Frau eine Endometriose diagnostiziert wurde,
  • bei dem Ehepaar die Ursache der Kinderlosigkeit unbekannt ist oder
  • die Zeugungsfähigkeit des Mannes vermindert ist.

Mögliche Komplikationen und Risiken einer In-vitro-Fertilisation

Durch die Hormontherapie kann es bei Frauen zum Überstimulationssyndrom kommen. Dieses äußert sich beispielsweise durch Unterbauchschmerzen, einen erhöhten Östrogenspiegel oder eine Vergrößerung der Eierstöcke.

Wird beim Embryonentransfer der Katheter zu weit eingeführt, hat dies möglicherweise eine Eileiterschwangerschaft zur Folge. Daneben birgt eine In-vitro-Fertilisation auch immer das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft, da sich mehrere Embryonen in die Gebärmutterschleimhaut einnisten und weiter entwickeln können.

Erfolgsrate einer In-vitro-Fertilisation

Bei einem gesunden Paar beträgt die Chance auf eine Schwangerschaft innerhalb eines Zyklus etwa 20 bis 25 Prozent. Die Chancen, durch eine In-vitro-Fertilisation nach Embryonenübertragung schwanger zu werden, liegen bei etwa 28 Prozent. Nach der vierten Behandlung sind etwa 70 Prozent der Frauen schwanger. Dennoch: Die Behandlung garantiert keinen Erfolg. Zudem sind die Ergebnisse deutlich von individuellen Gegebenheiten wie Alter oder Körpergewicht der Frau abhängig. Bei Frauen über 40 liegt die Erfolgsrate deutlich niedriger.

Alternativen zur In-vitro-Fertilisation

Es kann sein, dass die Qualität des Spermas nicht ausreicht und die Spermien zu unbeweglich für eine eigenständige Befruchtung der Eizellen im Glas sind. Dann kann eine Intracytoplasmatische Spermieninjektion probiert werden. Dabei müssen die Spermien nicht eigenständig die Eizellen befruchten, sondern werden mit einer Mikropipette direkt in das Innere der Eizelle eingebracht. Falls Sperma des Partners nicht auf natürliche Weise gewonnen werden kann oder falls im Ejakulat nur wenige Spermien zu finden sind, können Spermazellen im Labor aus Hodengewebe oder den Nebenhoden gewonnen werden.

Falls das Sperma des eigenen Partners nicht verwendet werden kann, kann das Paar alternativ auch eine Insemination mit Spendersamen durchführen. Hierbei wird das Sperma eines Spenders zur Befruchtung der weiblichen Eizelle verwendet. In diesem Fall sind die Mutter und der Spender die genetischen Eltern des Kindes. Der Partner der Frau gilt als sozialer Vater.

Wer übernimmt die Kosten für eine In-vitro-Fertilisation?

Für Maßnahmen der Fortpflanzungsmedizin erstatten die gesetzlichen Krankenkassen nach Antragstellung bis zu 50 Prozent der Kosten für Medikamente und die Behandlung. Die Kostenübernahme ist an bestimmte Voraussetzungen geknüpft. Beispielsweise muss das Paar verheiratet sein, beide Partner dürfen nicht jünger als 25, der Mann nicht älter als 50 und die Frau nicht älter als 40 Jahre alt sein. Private Kassen übernehmen die Kosten in der Regel komplett. Da die Krankenkassen normalerweise die Kosten einer Kryokonservierung nicht übernehmen, sollte vor der Therapie mit den behandelnden Ärzten abgeklärt werden, inwiefern das Einfrieren von Zellen für die Behandlung notwendig ist.

Auch unverheiratete Paare können eine In-vitro-Fertilisation durchführen lassen. Hierzu müssen sie allerdings unter anderem in einer stabilen Beziehung leben und keiner von ihnen darf mit einem anderen Partner verheiratet sein. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen bei Unverheirateten nicht die Kosten für die Behandlung.

Der Ablauf einer In-vitro-Fertilisation

Eine In-vitro-Fertilisation (IVF), umgangssprachlich „künstliche Befruchtung“ genannt, umfasst viele verschiedene Einzelschritte. Dazu gehören neben einer hormonellen Stimulation auch kleine operative Eingriffe.

Bei der In-vitro-Fertilisation (IVF) findet die Befruchtung nicht im Körper der Frau statt, sondern „künstlich“ im Labor. Die Behandlung erstreckt sich häufig über mehrere Wochen.

Bei der IVF ist fast immer eine Hormonbehandlung der Frau notwendig. Anschließend entnimmt die Ärztin oder der Arzt Eizellen aus dem Eierstock und führt sie in einem Laborglas mit Samenzellen des Partners zusammen. Gelingt die Befruchtung und entwickeln sich die befruchteten Eizellen weiter, werden ein bis höchstens drei Embryonen in die Gebärmutter übertragen.

  • In-vitro-Fertilisation Der Ablauf eines Behandlungszyklus* * Je nach Behandlungsprotokoll gelten andere Abläufe für die Hormontherapie. In diesem Beispiel erfolgt sie nach dem sog. langen Protokoll.
  • Vorbehandlung

    Downregulation

    Mit Hormonen wird die körpereigene Hormonproduktion der Frau unterdrückt und ein natürlicher Eisprung verhindert. Bis zu 14 Tage später beginnt dann kontrolliert die Stimulation der Eizellreifung.

  • 1. bis 11. Tag

    Stimulation der Eizellreifung

    Damit möglichst mehrere Eizellen gleichzeitig heranreifen, bekommt die Frau ab jetzt etwa 11 Tage lang täglich Hormonpräparate.

  • 1. bis 11. Tag

    Kontrolluntersuchungen

    Die Ärztin oder der Arzt kontrolliert regelmäßig die Blutwerte sowie per Ultraschall die Größe und Reife der Eibläschen.

  • 12. Tag

    Einleitung des Eisprungs

    Sind genügend Eizellen herangereift, die groß genug sind, wird mit einer Hormonspritze der Eisprung ausgelöst.

  • 14. Tag

    Entnahme der Eizellen

    Mit einer feinen Nadel werden die Eizellen – normalerweise durch die Scheide – aus den Eibläschen entnommen.

  • 14. Tag

    Bereitstellung des Spermas

    Der Partner gewinnt am Tag der Eizell-Entnahme durch Masturbation Sperma oder es wird eine tiefgefrorene Samenprobe aufbereitet.

  • 14. Tag

    Befruchtung im Labor

    Die Eizellen werden in einer Nährflüssigkeit mit Samenzellen zusammengebracht. 16 bis 20 Stunden später kann man erkennen, ob es zu einer Befruchtung gekommen ist.

  • 16. bis 20. Tag

    Übertragung der Embryonen

    War die Befruchtung erfolgreich, werden zwei

    bis fünf Tage nach der Eizell-Entnahme bis zu drei Embryonen durch die Scheide in die Gebärmutter übertragen.

  • 5. Woche

    Bluttest

    Mit einem Bluttest kann festgestellt werden, ob eine Schwangerschaft eingetreten ist.

  • 7. Woche

    Ultraschall-Untersuchung

    Hat sich der Embryo eingenistet, kann die Ärztin oder der Arzt die Schwangerschaft nun auch im Ultraschall erkennen. Oft ist bereits der Herzschlag des Embryos zu sehen.

  • Wenn es nicht geklappt hat

    Wenn es nicht geklappt hat

    Eine IVF-Behandlung ist sehr komplex und garantiert keinen Erfolg. Jeder einzelne Schritt kann misslingen. Dann tut eine Pause gut, um seelisch und körperlich wieder zu Kräften zu kommen und in Ruhe zu überlegen, wie es weitergeht.

Hormonbehandlung

Bei einer In-vitro-Fertilisation oder ICSI steht am Anfang der Behandlung meistens die sogenannte Downregulation. Dabei unterdrücken Hormonpräparate (GnRH-Agonisten oder GnRH-Antagonisten) die körpereigene Hormonausschüttung der Frau und verhindern so einen unkontrollierten Eisprung.

Je nach Behandlungsschema beginnt bis zu 14 Tage später die gezielte hormonelle Stimulation der Eierstöcke. Sie soll die Eierstöcke dazu anregen, mehrere Eibläschen gleichzeitig reifen zu lassen. Dadurch erhöhen sich die Chancen, mehrere befruchtungsfähige Eizellen zu gewinnen.

Für die Hormonstimulation kommen unterschiedliche Hormonpräparate einzeln oder in verschiedenen Kombinationen infrage. Sie werden gespritzt oder als Tablette eingenommen. In den meisten Fällen wird im Vorfeld einer In-vitro-Fertilisation oder ICSI ein Präparat mit dem Hormon FSH (follikelstimulierendes Hormon) gespritzt. Dies kann die Frau auch selbst übernehmen oder dem Partner überlassen. Da in seltenen Fällen eine Überstimulation der Eierstöcke auftreten kann, muss die Behandlung ärztlich gut überwacht werden.

In manchen Fällen braucht es keine hormonelle Stimulation der Eierstöcke. Die In-vitro-Fertilisation findet dann im natürlichen Menstruationszyklus der Frau statt (Natural Cycle IVF).

Der Eisprung wird eingeleitet

Etwa eine Woche nach Beginn der Hormonstimulation kontrolliert die Ärztin oder der Arzt mehrmals die Größe und Reife der sich entwickelnden Eizellen. Dazu führt sie oder er Ultraschall-Untersuchungen durch und bestimmt die Hormonwerte im Blut. Sind die Eizellen herangereift und erscheinen sie befruchtungsfähig, beendet die Frau die Hormoneinnahme. Mit einer Injektion des Hormons HCG (humanes Choriongonadotropin) oder eines GnRH-Agonisten wird nun – etwa neun bis elf Tage nach Beginn der Stimulation – der Eisprung eingeleitet.

Entnahme der Eizelle

Etwa 36 Stunden nach Einleitung des Einsprungs entnimmt die Ärztin oder der Arzt mithilfe einer feinen Nadel Eizellen aus den gereiften Eibläschen (Follikelpunktion). Der Eingriff wird gewöhnlich über die Scheide durchgeführt und per Ultraschall am Bildschirm verfolgt. In seltenen Fällen werden die Eizellen per Bauchspiegelung gewonnen. Die Frau erhält bei Bedarf Beruhigungs- oder Schmerzmittel und eine kurze Vollnarkose. Nach der Punktion können leichte Blutungen und ein Wundgefühl auftreten.

Die Befruchtung im Labor

Am Tag der Eizell-Entnahme wird frisches oder tiefgefrorenes (kryokonserviertes) Sperma des Partners benötigt. Dazu masturbiert der Mann in einem speziellen Raum des reproduktionsmedizinischen Zentrums. Manche Männer haben Schwierigkeiten mit dem Samenerguss „auf Bestellung“. Sie können das Problem mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen, um eine andere Lösung zu finden. Zum Beispiel kann der Mann seinen Samen zu Hause gewinnen und in einem Spezialbehältnis zum Zentrum bringen, vorausgesetzt der Weg ist nicht zu weit.

Bei einer starken Fruchtbarkeitsstörung des Mannes kann auch durch eine Hodenbiopsie gewonnenes und anschließend tiefgefrorenes (kryokonserviertes) Sperma zeitgerecht aufgetaut werden.

Bevor Samen und Eizelle zusammengebracht werden können, wird die Samenflüssigkeit im Labor aufbereitet. Ziel ist es, die Befruchtungsfähigkeit der Samenzellen zu verbessern und möglichen allergischen Reaktionen der Frau vorzubeugen. Anschließend bringt man Eizellen und Samenzellen in einer Nährflüssigkeit zusammen und gibt sie in einen Brutschrank. Hier soll es zur Befruchtung der Eizellen kommen – zur In-vitro-Fertilisation.

Dass ein Spermium in die Eizelle eingedrungen ist, erkennt man unter dem Mikroskop an den zwei „Vorkernen“, die das genetische Material von Spermium und Eizelle enthalten. In diesem Vorkernstadium werden die Eizellen ausgesucht, die später in die Gebärmutter übertragen werden sollen. Die anderen Eizellen werden entweder vernichtet oder tiefgefroren. So sind sie für einen möglichen weiteren Behandlungsversuch einsetzbar, ohne dass nochmals Eizellen entnommen werden müssen.

Die Übertragung von Embryonen in die Gebärmutter

Wenn die Befruchtung einer oder mehrerer Eizellen gelungen ist, kommen sie in einen Brutschrank, wo sie sich weiterentwickeln. Zwischen dem zweiten bis maximal sechsten Tag nach der Eizell-Entnahme überträgt dann die Ärztin oder der Arzt ein bis höchstens drei der entstandenen Embryonen in die Gebärmutter. Dies geschieht mithilfe eines dünnen, biegsamen Schlauchs (Katheter) durch die Scheide. Die meisten Frauen empfinden den Eingriff als wenig oder nicht schmerzhaft.

„Schlüpfhilfe“: Assisted Hatching

In besonderen Fällen, zum Beispiel nach drei erfolglosen Embryoübertragungen oder wenn eingefrorene (kryokonservierte) Eizellen im Vorkernstadium aufgetaut werden, könnte man versuchen, die Bedingungen für das Einnisten der übertragenen Embryonen zu verbessern. Dazu wird die äußere Hülle des Embryos mit einem Lasergerät angeritzt (assisted hatching). Eine eindeutige Verbesserung der Erfolgsaussichten durch dieses Verfahren wurde jedoch nicht nachgewiesen.

Kontrolluntersuchungen

Etwa 14 Tage nach der Übertragung des Embryos oder der Embryonen in die Gebärmutter lässt sich anhand des Schwangerschaftshormons HCG im Blut feststellen, ob eine Schwangerschaft begonnen hat. Um sicherzugehen, wird die Ärztin oder der Arzt mehrmals Kontrolluntersuchungen vornehmen. Etwa einen Monat nach dem Transfer lässt sich dann bei einer Ultraschall-Untersuchung erkennen, ob der Embryo lebt und ob es sich um einen Einling oder um Mehrlinge handelt.

Chancen und Risiken der In-vitro-Fertilisation

Die Geburtenrate nach einer In-vitro-Fertilisation liegt dem deutschen IVF-Register zufolge bei 15 bis 20 Prozent pro Behandlungszyklus. Die Erfolgsaussichten sind jedoch in hohem Maße von der bestehenden Fruchtbarkeitsstörung und vom Alter der Frau abhängig. Studien weisen außerdem darauf hin, dass Rauchen einen negativen Einfluss auf den Erfolg von IVF haben kann. Bei Paaren, die während der IVF-Behandlung rauchten, wurden geringere Geburtenraten pro Behandlungszyklus beobachtet als bei nichtrauchenden Paaren.

Bei jeder In-vitro-Fertilisation können einzelne Behandlungsschritte misslingen. Es kann sein, dass trotz Hormonstimulation keine befruchtungsfähigen Eizellen gefunden werden. Oder es kommt zu keiner Befruchtung. Häufig nistet sich der Embryo nicht in der Gebärmutter ein.

Eine Hormonstimulation kann seelisch und körperlich belastend und mit gesundheitlichen Risiken verbunden sein. In seltenen Fällen führt sie zum sogenannten Überstimulationssyndrom, bei dem der Körper der Frau auf die Hormonpräparate „überreagiert“. Es können Bauchschmerzen, Übelkeit, Spannungsgefühle im Bauch sowie Kurzatmigkeit auftreten. Die Ärztin oder der Arzt muss dann sofort verständigt werden. In seltenen schweren Fällen ist eine Klinikbehandlung notwendig.

Bei der Übertragung von zwei oder (selten) drei Embryonen besteht die Gefahr, dass sich eine Mehrlingsschwangerschaft entwickelt. Sie bringt für eine Schwangere eine deutlich höhere körperliche Beanspruchung mit sich. Auch das Risiko von vorzeitigen Wehen und Frühgeburten ist bei Mehrlingen deutlich erhöht.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 22.02.2017

In-Vitro-Fertilisation (Extrakorporale Befruchtung)

1. Schritt: Förderung der Eizellreifung (ovarielle Stimulation)

Grundsätzlich lässt sich die IVF natürlich im Spontanzyklus durchführen. Dennoch ist die hormonelle Stimulation sinnvoll. In einem natürlichen, d.h. nicht stimulierten Zyklus reift normalerweise nur eine Eizelle heran. Dies bedeutet auch eine relativ geringe Chance für einen Embryonentransfer und eine Schwangerschaft. Durch die Stimulation erhöhen wir die Chancen. Wir regen mehrere Follikel zum Wachstum an mit dem Ziel, auch mehrere Eizellen zu gewinnen.

Nach den notwendigen Vorabklärungen wird mit der hormonellen Stimulation der Eierstöcke begonnen. Die Stimulation erfolgt mittels täglicher Hormonspritzen. Sie beginnt zu einem genau festgelegten und vorgeplanten Zeitpunkt. Nach Ablauf von 5 Tagen, an denen täglich eine Injektion gemacht wird, erfolgt die erste Ultraschall-Kontrolle.

Risiken:

Sehr selten sind allergische Reaktionen auf die Hormone. In 1-2% kommt es zu einer Überreaktion der Eierstöcke (Hyperstimulationssyndrom). Dank der regelmässigen Kontrollen kann dieses rechtzeitig erkannt werden. Nur selten wird zur Behandlung eine Hospitalisation oder ein Abbruch der Stimulation notwendig.

2. Schritt: Kontrolle der Eizellreifung

Die heranwachsenden Follikel kontrollieren wir während der Stimulationsbehandlung im Ultraschall. Parallel messen wir das Hormon Estradiol. Auf diese Weise bestimmen wir den günstigsten Zeitpunkt zur Gewinnung reifer, befruchtungsfähiger Eizellen.

3. Schritt: Auslösen des Eisprungs

Bei einer Follikelgrösse von 16-20 mm und entsprechenden Hormonwerten lösen wir den Eisprung durch eine HCG-Injektion aus. 34 bis 36 Stunden später entnehmen wir diese Eizellen aus dem Follikel (Follikelpunktion).

4. Schritt: Eizellgewinnung (Follikelpunktion)

Der Eingriff ist ambulant. In örtlicher Betäubung sowie Gabe eines Schmerzmittels können in wenigen Minuten die Follikel ultraschallgesteuert mit einer dünnen Nadel abgesaugt werden. Ein Narkoseteam überwacht den Eingriff. Falls nötig, kann auch eine Kurznarkose durchgeführt werden.

IVF Behandlung (In-vitro-Fertilisation)

Für wen ist eine In-Vitro-Fertilisation geeignet?

Eine In-Vitro-Fertilisation wird insbesondere dann empfohlen, wenn auf natürlichem Wege nach längerer Zeit keine Schwangerschaft eingetreten ist und die diagnostische Abklärung eine der folgenden Ursachen ergeben hat:

  • Funktionsstörung der Eileiter (verklebte Eileiter)
  • Eingeschränkte Samenfunktion / schlechte Samenqualität (bzw. IVF mit Spendersamen, wenn im männlichen Ejakulat keine Samenzellen enthalten sind)
  • Endometriose
  • PCOS (polyzystisches Ovarialsyndrom)
  • Unfruchtbarkeit ohne erkennbare Ursache

Die IVF ist auch für lesbische Paare eine Option mit guten Schwangerschaftschancen bzw. nach mehreren erfolglosen Versuchen einer Insemination (IUI).

IVF – Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung

Seit der ersten erfolgreichen Schwangerschaft durch IVF im Jahr 1978 ist die medizinische Technik immer weiter verfeinert worden. Heute ist die IVF eine Standardbehandlung, die schon unzähligen Paaren in Österreich zum ersehnten Wunschkind verholfen hat. In den VivaNeo Kinderwunschkliniken liegt die Schwangerschaftsrate bei unter 38 Jährigen bei 52% und bei über 38 Jährigen bei 35% pro Versuch. Generell hängt die Chance auf eine Schwangerschaft stark vom Alter der Frau ab.

Damit liegt die Erfolgsrate unserer drei Kunderwunschklinken über dem Durchschnitt (siehe auch Chancen).

Komplikationen treten bei einer In-Vitro-Fertilisation nur sehr selten auf – ein gewisses Risiko besteht aber dennoch. So kann die hormonelle Stimulation eine erhebliche Vergrößerung der Eierstöcke und damit Beschwerden wie Bauchkrämpfe und Übelkeit verursachen. Das sogenannte Überstimulationssyndrom tritt jedoch nur selten auf. Auch das Risiko einer Eileiterschwangerschaft ist leicht erhöht. Zudem sollten Sie beachten, dass es beim Transfer mehrerer befruchteter Eizellen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Mehrlingsschwangerschaft gibt, die wiederum mit weiteren Risiken assoziiert ist. Wenden Sie sich mit Ihren Fragen bezüglich der Behandlung jederzeit an unser Team: Die erfahrenen ÄrztInnen-Team der VivaNeo Kinderwunschklinik werden Chancen und Risiken der IVF gern in aller Ruhe mit Ihnen besprechen.

IVF-Naturelle – in-vitro Fertilisation im natürlichen Zyklus

Neben der „klassischen“ IVF besteht unter gegebenen Umständen auch die Möglichkeit, eine IVF ohne Hormonstimulation durchzuführen. Das bietet den Vorteil, dass die gereifte Eizelle bereits den natürlichen Selektionsprozess des Eierstockes durchlaufen hat, also eine gute Befruchtungs- und Einnistungsrate verspricht. Der optimale Zeitraum für die Follikelentnahme wird über den Zyklus der Frau errechnet. Sonst verläuft die Behandlung genau wie bei der klassischen IVF.

Die IVF-Naturelle ist eine Option für sogenannte „Low Responders“, die auch unter Hormonstimulation nur wenige reife Eizellen bilden, für lesbische Paare, für „High Responders“ mit dem Risiko einer Überstimulation sowie für andere Risikopatientinnen (z. B. Thromboseneigung).

Wie hoch sind die Kosten einer IVF?

Seit 2002 gibt es in Österreich durch den IVF-Fonds finanzielle Unterstützung für Paare mit unerfülltem Kinderwunsch und diagnostizierter körperlicher Unfruchtbarkeit (siehe unten), wobei die Frau unter 41 Jahre alt sein muss. Etwa 70% der Kosten für Behandlung und Medikamente für vier Versuche werden vom IVF-Fonds übernommen. Bei Frauen bis zum Alter von 35 sind die Kosten einer IVF und auch der Selbstbehalt etwas niedriger.

Die finanzielle Unterstützung durch den IVF-Fonds erfolgt unter folgenden Voraussetzungen:

  • es liegt entweder bei der Frau und/oder beim Mann eine der folgenden Fruchtbarkeitsstörungen vor: verschlossene Eileiter, PCO-Syndrom, Endometriose oder eingeschränkte Samenqualität
  • das Paar ist verheiratet oder in einer aufrechten Lebensgemeinschaft (Notariatsakt erforderlich)
  • das Paar ist in Österreich versichert
  • beide Partnern haben eine österreichische Staatsbürgerschaft, eine EU-Bürgerschaft oder einen Aufenthaltstitel; nähere Information unter http://www.bmgf.gv.at/home/Service/Broschueren
  • die Frau darf das 40. Lebensjahr und der Mann das 50. Lebensjahr nicht überschritten haben

Erfahren Sie mehr zur Kostenübernahme durch den IVF Fonds.

Erstgespräch bei VivaNeo

Bestimmt haben Sie noch einige Fragen zum Ablauf einer In-vitro-Fertilisation und/oder zu Ihren individuellen Chancen für eine Schwangerschaft. Rufen Sie uns einfach an und vereinbaren Sie ein Erstgespräch mit einem Experten/einer Expertin in ihrer Wunschklinik!

IVF – In Vitro Fertilisation (Künstliche Befruchtung)

Indikation

Bei einem Verschluss der Eileiter, bei Endometriose oder beim PCO-Syndrom und unter der Voraussetzung eines normalen Samenbefundes beim Mann ist in der künstlichen Befruchtung die konventionelle IVF Methode der Wahl.

Erfolgschancen

Die Chance mit Hilfe einer IVF-Behandlung schwanger zu werden liegt bei 30–40 Prozent pro Zyklus, abhängig von Alter des Patientenpaares, hormoneller Ausgangssituation, Grunderkrankungen (Diabetes mellitus, Bluthochdruck, …) und Lifestylefaktoren (Übergewicht, Stress, Nikotinabusus, übermäßiger Alkoholkonsum, …).

Wie IVF funktioniert

Eine IVF Behandlung erfolgt in der Regel in folgenden sieben Schritten:

  1. Hormonelle Stimulation der Eierstöcke
  2. Eizellentnahme
  3. Samengewinnung
  4. Die Befruchtung mittels IVF
  5. Der Embryotransfer
  6. Assisted Laser Hatching
  7. Einnistungsphase

1. Hormonelle Stimulation der Eierstöcke

Eine IVF- (In-Vitro-Fertilisation) oder ICSI-Behandlung (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion) wird, bis auf wenige Ausnahmen, nach hormoneller Stimulation der Eierstöcke durchgeführt.

Ziel einer Hormontherapie ist es, mehrere Follikel (Eibläschen) auf beiden Eierstöcken zeitgleich heranwachsen zu lassen, um mehrere befruchtungsfähige Eizellen zu gewinnen.

Eine Vorbereitungsphase („Down Regulation“) soll den Körper auf die eigentliche Stimulation einstimmen, in dem die körpereigene Hormonproduktion bzw. -ausschüttung unterdrückt wird. Diese sogenannte „Down Regulation“ kann entweder durch tägliche Injektionen unter die Haut (subcutan) oder orale Einnahme bestimmter Medikamente erfolgen. Dies hat den Vorteil, dass die Stimulationsphase von außen besser steuerbar wird.

Zur anschließenden Stimulation der Eierstöcke (Ovarien) werden FSH (follikelstimulierendes Hormon) und LH (luteinisierendes Hormon) in ihrer Reinform oder als Kombinationspräparat verwendet. Während der Hormonbehandlung wird täglich, immer zur selben Tageszeit, eine bestimmte Menge dieser Hormone (abhängig von Alter, Gewicht etc.) in Form von subcutanen Injektionen verabreicht.

Die Anwendung dieser Medikamente wird zu Beginn der Behandlung genau erklärt und demonstriert und kann von der Patientin selbst oder vom Partner durchgeführt werden, wodurch keine täglichen Arztbesuche notwendig sind.

Durch engmaschige Ultraschalluntersuchungen wird nun die Anzahl der Eibläschen, deren Wachstumsverlauf und der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut genau beobachtet. Haben die Eibläschen eine bestimmte Größe erreicht, wird der Eisprung durch die Verabreichung des Hormones hCG (humanes Choriongonadotropin) medikamentös ausgelöst. Damit kann der optimale Zeitpunkt, kurz vor dem Eisprung, für die Eizellentnahme festgelegt werden.

2. Die Eizellentnahme

36 Stunden nach der „eisprungauslösenden Spritze“ werden die Eizellen transvaginal (durch die Scheide) ultraschallgezielt entnommen. Mit einer Nadel werden die Eibläschen unter Ultraschallsicht fokussiert, punktiert und die Follikelflüssigkeit samt der darin enthaltenen Eizelle abgesaugt.
Anschließend werden die Eizellen unter mikroskopischer Sicht aus dieser Flüssigkeit isoliert, in ein spezielles Nährmedium überführt und in einem Brutschrank bei 37°C inkubiert.

Die Follikelpunktion dauert durchschnittlich 5–15 Minuten, abhängig von der Anzahl der Eibläschen. Um den Eingriff zu erleichtern, erhalten unsere Patientinnen eine Kombination aus Schlaf- und Schmerzmittel. Die Follikelpunktion erfolgt ambulant und es ist lediglich eine Beobachtungszeit von 1 bis 2 Stunden in unseren Ruheräumen notwendig.

3. Die Samengewinnung

Die Samengewinnung erfolgt durch Masturbation nach 2–3-tägiger Karenz (kein Samenerguss) am Tag der Eizellentnahme. Dies ist „auf Befehl“ oder unter Zeitdruck und Stress nicht immer leicht, daher besteht in Ausnahmefällen auch die Möglichkeit, die Samenprobe von zuhause mitzubringen, wobei zu beachten ist, dass der Zeitraum zwischen Samengewinnung und Abgabe der Samenprobe im Institut zwei Stunden nicht überschreiten darf.

4. Die Befruchtung – Methode Konventionelle IVF

Die Befruchtung der entnommenen Eizellen erfolgt noch am selben Tag.
Dazu werden die Spermien, nach einer speziellen Aufbereitungstechnik, mit den Eizellen in einem Schälchen zusammengebracht. Der Befruchtungsvorgang erfolgt auf „natürliche“ Art und Weise.

Am nächsten Tag wird unter mikroskopischer Sicht kontrolliert, wie viele der Eizellen tatsächlich Zeichen einer stattgefundenen Fertilisierung (zwei Vorkerne = Pronuclei und zwei Polkörper) aufweisen.

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